Nr. 110. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. An die Parteigenossen! Donnerstag, den 14. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. das ist gut und schön, was von unten kommt, ist Unruhe werksbefizer und deren Vertreter zu sprechen, sondern auch und Unordnung und muß daher zurückgehalten, unterdrückt mit den Vertretern der Arbeiter, den Präsidenten und Mit Bezug auf die Thatsache, daß zur Zeit von verschiedenen werden. So geht es in den Bureaus zu, und so muß es Sekretären der Trades Unions, zusammen zu kommen, was nicht parteigenössischen Kreisen die Herausgabe auch sonst in der Welt zugehen, die soziale Frage muß übrigens die meisten Bergwerksbesitzer nicht im Mindesten Das mag den preußischen Lassalle'scher Broschüren oder der Gesammelten Schriften Lassalle's nach diesem Muster gelöst werden. Ein Konflikt zwischen ungern zu sehen schienen." Arbeitern und Unternehmern ist in den Augen der Bureau- Beamten allerdings seltsam genug vorgekommen sein, zumal angekündigt wird, machen wir die Genossen hiermit darauf auftratie von vornherein eine Rebellion der Arbeiter gegen die sie sich überzeugen mußten, daß die englischen Trades Unions merksam, daß von Parteiwegen eine lieferungsweise erscheinende Unternehmer, die, weil sie die Oberen sind, grundsätzlich das keineswegs die guten Kinder find, als welche sie von interPrinzip der Ruhe und Ordnung repräsentiren. Selbst wenn essirter Seite beständig in Deutschland hingestellt werden. Gesammt- Ausgabe der Bureaukrat sich nicht mit dem Ausbeuterthum solidarisch Ferner bemühten sich die Herren, die Ansichten unbetheiligter, verbunden fühlt, genügt die hierarchische Stellung des aber unterrichteter" Personen, wie z. B. die der BergwerksUnternehmers im Verhältniß zum Arbeiter, ihn zur Partei- Juspektoren, kennen zu lernen, und schließlich durch Besuch nahme für den Ersteren zu bestimmen. Die Maßregeln der der Gruben und der damit verbundenen Anlagen, durch Regierungsbehörden gegen die von den Unternehmern und Besichtigung von Arbeiterkolonien und Wohlfahrtseinihren Organen muthwillig zum Streit getriebenen richtungen direkten Einblick in die betreffenden Verhältnisse Arbeiter sind Geist des Bureaukratismus geschuldet, der in zu gewinnen. Das Resultat ihrer Eindrücke und AufPreußen noch immer allmächtig ist, und der auch die zeichnungen ist die vorliegende Schrift, bei deren Abfassung sich die Verfasser, wie sie sagen, die Aufgabe gestellt haben, preußisch- deutsche Sozialpolitik beherrscht. der Lassalle'schen Agitations- Schriften in Vorbereitung ist, deren erstes Heft demnächst zur Ausgabe gelangt. Die von Genossen E. Bernstein in London im Auftrage der Partei veranstaltete Lassalle- Ausgabe wird natürlich eine kritische sein; auch der im Laufe der Jahre in den verschiedenen Ausgaben verstümmelte und fehlerhaft gewordene Text ist für diese Neu- Auflage nach den Original gewordene Text ist für diese Neu- Auflage nach den Original Ausgaben durchgesehen und richtig gestellt worden. Das erste Heft wird neben einer biographischen Skizzirung der Persönlichkeit Lassalle's selbstverständlich eine kritische Würdigung des Politikers und Agitators Lassalle enthalten. " Die Schriften erscheinen in chronologischer Reihenfolge und sind nach ihren inneren Zusammenhängen gruppirt. Wir können demnach die Genossen versichern, daß diese im Berlage der Buchhandlung des Vorwärts" erscheinende Laffalle Ausgabe äußerlich wie textlich eine Lassalle's wie der Partei würdige sein wird; auch mit Bezug auf den Preis ist diese Ausgabe unter dem Gesichtspunkte der Massenverbreitung aufgefaßt worden eine Voraussetzung, welche von den Genossen, wie wir zuversichtlich erwarten, durch zahlreiche Bestellungen erfüllt werden wird. Mit sozialdemokratischem Gruße Berlin, 12. Mai 1891. Der Parteivorstand. " an verEine kurze Zeit durften optimistische Naturen sich dem ein möglichst objektives Bild der Bergarbeiter- Verhältnisse Bahn hingeben, es werbe in berselben endlich eine leise in Großbritannien zu entwerfen, dem Leser überlassend, Besserung angebahnt, ein„ neuer Kurs" eingeschlagen wer- Schlußfolgerungen und Nuzanwendungen daraus zu ziehen. den. Eitle Hoffnung. So weit es das wüthende Geschrei Wir wollen den guten Willen der Herren, überall der Bourgeoisie nicht gethan, hat der passive Wider- möglichst objektiv zu bleiben, nicht in Frage stellen, wollen stand der Bureaukratie die in dieser Hinsicht vorhandenen auch zugeben, daß im Großen und Ganzen ihre Arbeit Tendenzen schnell zum Rückzug genöthigt. Das Schiff der den Eindruck der Sachlichkeit macht, aber deutschen Sozialpolitik plätschert bereits lustig wieder im schiedenen und obendrein keineswegs untergeordneten Stellen ist es bei dem guten Willen geblieben. Fahrwasser der Subordination". Eine eigene Fronie des Zufalls will es, daß gerade in Die Herren Nasse und Krümmer müßten keine Bertreter dem Moment, wo diese Thatsache auch dem vertrauens des Staates als Unternehmer- und das Lettere ist der feligften Gemüth ad oculos demonftrirt wird, eine Publikation Bergfistussein, nm nicht doch stets instinktiv von dem das Licht der Welt erblickt hat, deren Veranlassung und Streben geleitet zu werden, festzustellen, daß die Arbeiter Naturam furca expellas Vorbereitung noch in die kurze Zeit des„ neuen Kurses" daheim es im Grunde mindestens ebensogut haben als die fällt. Wir meinen die im Verlage von H. Klingebeil in Arbeiter irgendwo anderwärts. Saarbrücken erschienene Schrift Die Bergarbeiter- Verhält- tamen usque recurrit- und wenn du die Natur mit nisse in Großbritannien". Dieselbe hat zwei höhere Beamte einer Mistgabel austreibst, so kehrt sie doch immer wieder der preußischen Bergwerks- Verwaltung, den Geheimen Berg- zurück. Auf eine solche Stelle, wo den Herren diese Mistgabel rath R. Nasse und den Bergrath G. Krümmer, der Verzeihung der gute Wille versagt, stoßen wir z. B. gleich erstere Vorsitzender der königlichen Bergwerks- Direktion zu Saarbrücken, der zweite königlicher Bergwerks- Direktor zu auf Seite 19 und 20, im Abschnitt Politische Rechte und Sulzbach bei Saarbrücken, zu Verfassern. Die Herren Pflichten der Arbeiter". Dort heißt es, nachdem gesagt wurden, wie sie im Vorwort mittheilen, im Sommer vorigen worden, daß der Durchschnittsarbeiter in England keinerlei Jahres von dem Minister Berlepsch beauftragt, die Ber- direkte Steuern zahlt: Dagegen find die Hölle und inhältnisse der Bergarbeiter in Großbritannien, namentlich direkten Steuern auf Thee, Kaffee, Zucker, Tabak und Englische und deutsche beim Steinkohlen- Bergbau nach allen Richtungen hin, Spirituosen im Vereinigten Königreich bekanntlich sehr Sozialpolitik. I. und zwar hauptsächlich in Beziehung auf ihre Lohn hoch." " verhältnisse, ihre gesammte soziale Lage, ihr Vereinswesen ,, Bekanntlich" ist der Zucker im Vereinigten Königreich und die für sie bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen zu nicht nur nicht sehr hoch", sondern überhaupt nicht bestudiren, sowie auch von der Stellung der Arbeitgeber steuert, dagegen giebt das kaiserliche Deutsche Reich rühmenswerthen Wetteifer mit der französischen Das Verhalten der preußischen Regierungsbehörden gegenüber den Arbeitern und von den Vereinigungen der im gegenüber dem Streit der rheinisch- westfälischen Berg- ersteren Kenntniß zu nehmen." 3u Folge dessen" begaben Republik jährlich verschiedene Millionen dafür aus, daß die arbeiter hat die Schönheiten unserer preußisch deutschen sie sich im Juli v. J. nach London und traten nach kurzem englischen Arbeiter den Zucker nur ja billiger erhalten, wie bureaukratischen Sozialpolitik wieder einmal im hellsten Aufenthalt daselbst eine im Ganzen sechs Wochen dauernde die heimischen Landeskinder. Auf einer Preisliste der wichLichte gezeigt. Die Bureaukratie kennt nur ein Prinzip: Rundreise durch die wichtigsten englischen Kohlendistrikte tigsten Nahrungsmittel, welche die Herren Nasse u. Krümmer Ruhe und Ordnung, nur eine Theorie: Alles von oben, an, bewaffnet natürlich mit allen möglichen Empfehlungen. an anderer Stelle veröffentlichen, figurirt denn auch der nichts von unten. Was von oben fommt, aus dem Rabinet, Stets fuchten wir," heißt es alsdann, nicht nur die Berg- Zucker mit 12 bis 16/3 Pfg. pro Pfund( S. 109). Die Feuilleton. Nachdrud verboten.] 3 [ 59 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. " Anton Nessing, der die Feder dieses Dreimännerbundes Hand in Hand, und hatte auf der andern Seite ihre Bun war, wie später der schwarzbärtige Andrä dessen Schwert, Sesgenossen an den Emigranten, welche die Säkularisirung hatte dem jungen Erzherzog Johann fich eröffnet. der geistlichen Reichsstände und die Errichtung der RheinDer Tiroler Anton Steger, der als Büchsenspanner bundsstaaten in Desterreich angesammelt hatten. Aber wenn im Dienste des Kaisers Franz stand, war der Kanal, durch es noch vielleicht möglich war, diese Parteien durch ihre den der Briefwechsel hin und her ging, und Joseph selbstsüchtigen Interessen gegen die Herrschaft Napoleons Rugstatscher, der wackere Poſtmeister von Bozen, trug Sorge und seiner Satrapen in Bewegung zu sehen: wie wollte für die sichere Beförderung der Liebesbriefe durch die Post. man die in allen Ecken der Hofburg raunende Furcht vor Und war es denn im Grunde nicht ein Liebeswerben der dem demokratischen Geiste der Volksheere zum Schweigen Hueber stimmte ihm lebhaft bei; der besonnene Neffing treuen, mannhaften Tiroler um die schöne, trotz aller bringen? Wenn man die Tyroler heute zum Aufstande für sagte jedoch:" Daß uns Gott unter sothanen Umständen herben Schicksalsschläge noch immer allzu leichtfertige Desterreich ermuthigte, wer stand dafür, daß sie sich morgen nicht gegen das Kaiserhaus wendeten? Den größten und den Sieg verleiht, obgleich wir mit unseren Vorkehrungen Auftria? noch nicht fertig sind, ist möglich. Aber ihn auf die Dauer Erzherzog Johann hatte die Hand, die ihm Tirol in traurigsten Einfluß übte aber jener glänzende Schwarm von behaupten, das können wir allein nicht; dazu brauchen den drei einfachen Männern entgegenstreckte, lebhaft er Männern und Weibern, die kein anderes Interesse als das wir Beistand, und von einem solchen ist noch nichts griffen, allein die Angelegenheit wollte nicht in Fluß tom Bergnügen kannten und von Genuß zu Genuß taumelten. zu spüren. Ihr kennt noch das letzte Schreiben nicht; men. An der Spitze der Staatsgeschäfte stand zwar in dem In der Peſtluft, welche diese Gesellschaft ausathmete, vorgestern ist's aus Wien angelangt." Grafen Stadion ein hochbegabter, ehrenhafter und wohl erstickte alles Bessere und faulte das Mark der EntEr zog einen Brief aus der Tasche, schlug ihn ausein- wollender Mann, aber die Partei, die ihn am Hofe und schließungen. der Gesellschaft trug, viel mehr russisch Unter solchen Umständen konnte der Erzherzog Johann ander und begann mit gedämpfter Stimme zu lesen. Der in Inhalt stand scheinbar in gar feinem Busanimenhange mit als deutsch gesinnt, wie sie denn auch in dem Palaste des die Patrioten in Bozen immer nur zur Geduld ermahnen dem vorhergegangenen Gespräche, und ein Unbetheiligter russischen Grafen Rasumowsky ihren Sammelplay hatte. und auf die Zukunft vertrösten. Sie aber hatten darum würde sich nicht wenig über das große Interesse verwundert Die Ueberzeugung des Grafen Stadion, daß der Kaiserstaat nicht die Hände in den Schooß gelegt, sondern jeder in haben, das die drei Männer an ihm nahmen. Das Schrei- in ähnlicher Weise wie Preußen nach der Katastrophe von seinem Kreise zuverlässige Freunde geworben. Der solide ben handelte von einer Liebesgeschichte. Das war das Ge- Jena durch die Entbindung und Entfaltung der im Volke Grund, auf dem sie langsam fortbauten, war die allgemeine wand, in welches das große Ziel sich hüllte, das die drei schlummernden Kräfte sich regeneriren müßte diese Ueber- Mehrhaftigkeit und Waffengeübtheit Tirols. Knallten doch schlichten Männer seit fast einem Jahre schon verfolgten: zeugung mochte noch so lebhaft sein, über Ansätze und ein überall an den Sonn- und Feiertagen vor und nach dem die Befreiung ihres Vaterlandes von der Fremdherrschaft. zelne Versuche kam er nicht hinaus. Dazu war die hoch- Gottesdienste die Büchsen nach den Scheiben. Fast in jeder Nicht in den Köpfen betitelter Politiker und Diplo- aristokratische Reaktion zu mächtig. Sie hatte sich aus den Hütte hing ein Schießzeug und außerdem gab es noch maten, sondern in den warmen patriotischen Herzen der blutigen Lehren, welche die jüngste Zeit Defterreich ertheilt Waffen genug im Lande vom Jahre 1805 her, wo Erzdrei befreundeten Männer aus dem Volke hatte das große hatte, nichts entnommen und träumte nur davon, die herzog Karl mit der Absicht sich getragen hatte, in Tirol Wert seinen Ursprung genommen und von ihnen war die Zustände auf den Standpunkt der mittelalterlichen Feuda- eine allgemeine Landwehr zu errichten. Auch an kundige erste Anregung am Kaiserhofe zu Wien ausaegangen. lität zurückzuschrauben. Diese Partei ging mit den Jesuiten Führern fehlte es seit dem Schüßenauszuge im Jahre 1797 war englischen Arbeiter sind den festländischen Regierungen für diese süße Fürsorge so dankbar, daß alle Versuche der eng� lischen Huckerfieder, sie zur Betheiligung an der Agitation gegen die Ausfuhrvergtttungen auf dem Festland zu bewegen, elend gescheitert sind. Der Holl bezw. die indirekte Steuer auf Kaffee beträgt im Verein, gten Königreich 14 M. pro Zentner, in Deutsch- land 20 M. Der Thee wurde bis zum Vorjahr in England mit 6 Pence---- 50 Pfg. pro Pfund besteuert, angesichts der Ueber- schüsse im Budget aber die Steuer auf 4 Pence— 33Vs Pfg. pro Pfund herabgesetzt. Infolge dessen hat sich der Konsum, der bereits 1839 184 Millionen Pfund betrug, um beinahe 7 pCt. gehoben, so daß der Schatzkanzler Goschen bei der Vorlage des neuesten Budgets im Kapitel, Ein- nahmen aus der Thee-Abgabe, statt einen Ausfall von einem Drittel nur einen solchen von einem Fünftel zu verzeichnen hatte. Die Steuer ist allerdings immer noch um 33 Vz Pf. zu hoch, aber auch diese werden über kurz oder lang schwinden, ihre Abschaffung ist nur eine Frage der Zeit. In England reduzirt man die noch vorhandenen Steuern aus Lebensmittel, selbst auf solche, die nach Bis- marck„Luxusgenüsse der Arbeiter" darstellen, wie aber sieht es in dieser Hinsicht in Deutschland aus? Auch die an der zttirten Stelle befindliche Angabe über das Wahlrecht der englischen Arbeiter ist un» richtig. Der englische Arbeiter braucht nicht„ein selbst- ständiges Haus"— soll heißen selbständig ein Haus— zu bewohnen, um das Wahlrecht für die Parlamentswahlen zu haben, sondern es genügt, wenn er eine Wohnung, und bestehe sie auch nur aus einem Zimmer, selbständig inne hat. Die Resormbill von 1884 scheint Herrn Geh. Berg- räth Nasse, der dieses Kapitel bearbeitet, unbekannt ge- blieben zu sein. Der englische Arbeiter hat zwar noch nicht das allgemeine Wahlrecht, aber er ist ihm schon bedeutend näher, als nach der Wahlreform von 1867, auf die Herr Nasse verweist. Bei den Wahlen von 1868 betrug die Zahl der stimmberechtig- ten Personen in England 2 469 968, bei den Wahlen von 1885 5 731 481, mehr als das Doppelte. Und man darf nicht vergessen, daß das englische Parlament eine ganz andere Macht besitzt als der Deutsche Reichstag. Daß sich gerade die englischen Bergarbeiter dessen bewußt sind und ihren Politischen Einfluß in jeder Weise zur Verbesserung ihrer ökonomischen und sozialen Verhältnisse geltend zu machen suchen, wird übrigens von den Verfassern selbst festgestellt. Wir gehen darum hier auf dieses Thema nicht weiter ein. Auf Seite 139 und 140 findet sich eine summarische Gegen- Überstellung der ökonomischen Verhältnisse der englischen und der rheinisch-westfälischen Kohlen-Bergleute. Die Verfasser halten sich auf Grund ihrer Ermittelungen zu folgender Fest- stellung berechtigt: „Von den Hauern in Northumberland-Durham ab- gesehen, verfährt der englische Bergmann, Sonnabends ausgenommen, durchs chnittlich längere, im Wochen- durchschnitt oder im ganzen Jahre aber weniger Schichten als der deutsche Bergmann und verwendet daher häusiger als dieser ganze und halbe Tage für Erholung, Zerstreuung, Liebhabereien und Besuch von Versamm- l un g e n. „Sofern hiermit Kosten verbunden sind, so gestattet ihm das der höhere Lohn. Vor allem aber verwendet der Engländer seinen höheren Lohn dazu, besser zu essen und zu trinken, d. h. sich kräftiger zu nähren als der deutsche Bergmann: daher die größeren Leistungen der Engländer. „Die Wohnungsverhältnisse sind in England, der Landes- sitte entsprechend, durchschnittlich vielleicht etwas sauberer, jedenfalls aber nicht geräumiger und nicht billiger als bei uns. Dazu hat der englische Bergarbeiter weit weniger Gelegenheit und daher(!) weniger Streben, eigenen Grund und Boven zu erwerben und sich ein dauerndes eignes Heim zu gründen wie sein deutscher Kamerad. „Bei Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit, Unfällen und Alter stehen dem englischen Arbeiter, außer bei Be- triebsunfällen, keinerlei gesetzliche Ansprüche (von den Verfassern selbst unterstrichen) auf Unterstützung und Renten zu; er ist, will er nicht der allgemeinen Unter- stützung nach dem Poor Law(dem Armengesetze) anheim- fallen, lediglich auf Privatversicherung und auf Privatunter- stützung angewiesen." nicht. Andreas Hofer selbst hatte sich dabei«inen Namen gemacht, der ruhmvoll durch die Alpenthäler klang, und wer den bärtigen Andrä, der durch seine Geschäfte weit im Lande herumgeführt wurde, nicht von Angesicht zu Angesicht kannte, der hatte doch von seiner Tapferkeit und seinem un- erschütterlichen Gottvertrauen gehört. Der Brief, den heute Nessing seinen Freunden vorlas, ermahnte zwar auch wieder zur Geduld, enthielt aber wenigstens einen Hoffnungsschimmer. Der Schleier der Liebesgeschichte barg die Mittheilung, daß die Erzherzöge Johann und Karl eins Unterredung mit dem Kaiser, dem erdichteten Brautvater, gehabt hätten. Zwar hätte derselbe auch jetzt noch nicht seine Zustimmung zu der Parie ge- geben, aber auch nicht mehr Nein gesagt. Unbildlich ge- sprachen, so erhellte aus dem Briese, daß die Frage der Kriegsbereitschaft Oesterreichs verhandelt worden wäre. Leider stände es damit schlimm; die Kassen wären erschöpft und die Rüstungen könnten daher nur langsam fort- schreiten. Die Freunde sollten den Muth nicht sinken lassen und die von ihnen geplante Organisation, welche völlige Billigung fände, rüstig weiter führen. „Jetzt, Ihr lieben Freunde, wer hat Recht behalten?' fragte Hofer, nachdem Nessing zu Ende gelesen hatte.„Hat unser Herrgott ein Einsehen und ein Erbarmen mit de, Roth Tyrols?" „Freilich," versetzte Hueber nicht ohne Spott,„da das Kind vor Hunger schreit, denken sie daran, den Acker zu pflügen. Wann, meinet Ihr denn, wird das Brot gebacken sein?" „Wir brauchen halt auch noch Zelt, um berelt zu sein," bemerkte Nessing.„Die neue Getränksteuer treibt uns zwar die Wirthe im ganzen Land in die Arme, aber es ist doch noch manche Masche an dem Netz zu stricken. Ueber den Brenner sind wir noch nicht hinüber." „Alleweile kommen wir auch über den Berg." sagte Hofer gelassen.„In Sterzing und Gossensaß haben wir bereits Freunde und auch im oberen Innthal spinnt es sich sachte an. Also Geduld, Freund Hueber. Unser guter Kaiser Franz wird uns nicht stecken lassen, und meme Ahnung Der Schlußpassus zielt auf die Schöpfungen der deutschen Sozialpolitik, soweit ihr nicht schon durch die deutschen Knappschaftskassen vorgegriffen wurde. Geben wir zu, daß die deutsche Arbeiterversicherung trotz allerhand Mängel doch etliche Vortheile für den Arbeiter darbietet— wie theuer muß der deutsche Arbeiter diese Vortheile er- kaufen, oder vielmehr, welch hoher Preis wird ihm dafür abgenommen! Soviel können selbst die Herren Bergräthe nicht in Abrede stellen: während der Dauer seines Arbeits- Verhältnisses ist der englische Bergarbeiter durchaus besser daran, als sein deutscher Kamerad; er wird besser bezahlt, er hat mehr Zeit der Muße, er ist in jeder Hinsicht unab- hängiger— mit einem Wort, mehr Mensch als jener. Volttifrhe ZUcberstrhk. Berlin, 13. Mai. DaS Einkomme»steuer-Gefetz ist nun endlich auch vom Herrenhause angenommen und wird demnächst als Gesetz publizirt werden. Dann werden sehr weitläufige Arbeiten der Einschätzungskommissionen nöthig werden. Auf die Ergebnisse derselben neugierig zu sein, hat man alle Ursache, denn sie werden annähernd zeigen, wie viel unsere besitzenden Klassen Jahr aus Jahr ein an Steuer gut gemacht haben.— Wieder einmal ein sozialdemokratischer Vorschlag, dessen Vernünftigkeit die Gegner anerkennen müssen, nachdem sie ihn ein volles Jahrzehnt verspottet und verhöhnt hatten! Mit Bezug auf die zweite Vertagung des Relchs- tags schreibt die„Nationalliberale Korrespondenz": „Es drängt sich die Frage auf, und sie ist in parlamen- tarischen Kreisen auch vielfach erörtert worden, ob es nicht überhaupt zweckmäßig wäre, die Arbeiten einer Legislaturperiode auf deren ganze Zeit gelten zu lassen, so daß die Sessionen nicht geschlossen, sondern alljährlich vertagt würden. Es würde nur eine formale Verfassungsänderung erforderlich sein und die Folgen wären in vieler Beziehung wesentlich vortheilhaft. Regelmäßig würden die Kommisfions- arbeiten die ganze Eesston hindurch gelten. Das Budget könnte und müßte ja alljährlich neu vorgelegt und berathen werden, aber der krankhafte Wetteifer gewisser Parteien, sich in Einbringung agitatorischer„Initiativanträge" zuvor- zukommen, wurde in erwünschter Weise eingedämmt werden. Zudem werden auf viele Sessionen hinaus Fragen der sozialpolitischen und wirthschaftlichen Gesetzgebung den Reichstag hauptsachlich beschäftigen und die Thatigkeit von Kommissionen in Anspruch nehmen, Fragen, deren Lösung meist mehr als die Zeit nur einer Session erfordert. Dazu kommt die Berathung des bürgerlichen Gesetzbuchs. „Vorläufig ist die Frage angeregt, wir glauben, daß sie bereits in den nächsten Tagen in der prak. tischen Form eines Antrags den Reichstag wie die Presse beschäftigen wird, und wir möchten heute bereits annehmen, daß die große Mehrheit der ruhig Erwägenden dem Vorschlage der Vir- einigung der Eessionsarbeiten zustimmen wird." Wie gesagt— seit 10 Jahren haben wir diesen Vor- schlag befürwortet— auch neuerdings wiederholt im „Vorwärts"—, allein stets wurde uns entgegen gehalten, die Sache sei„unpraktisch". Es ist genau wie mit dem Zonentarif der Eisenbahnen. Der Zopf und die natürliche Geistesträgheit sträuben sich gegen eine Neuerung, bloß weil sie eine Neuerung ist, auch wenn die Vortheile so sonnenhell und so greifbar daliegen, wie in diesen zwei Fällen.— Herr Bichl, der bayrische Zunstfritze, sucht sich für die blamable Rolle, welche er im Reichstage spielt, durch groteske Ausschneidereien in den Kreisen seiner heimischen Kollegen nach Möglichkeit zu entschädigen. Ueber sein neu- liches Renkontre mit Birk hat er in einem Münchener Lokalblatt(„Fremdenblatt") eine renommistische Münch- hausiade veröffentlicht, die an den biederen Junker Fat- st a s s erinnert: der arme Birk wird von dem fürchterlichen Bramarbas Biehl mit Haut und Haaren aufgespeist. An dem ganzen Bericht ist nur dies wahr, daß Birk dem bayrischen Zunftfritzen die unverdiente Ehre anthat, ihn ironisch„Genossen" zu nennen— alles Andere ist eitel Flunkerei. Thatfächlich hat Herr Biehl auf die Angriffe Birk's nichts zu antworten gewußt; und daß se,n Aussall aus den abwesenden Grillenberger dlS sagt mir, daß der Tag unserer Befreiung nicht mehr fern ist." Nessing lächelte unmerklich zu dem festen Vertrauen, daS der treuherzige Sandwirth in seine Ahnungen setzte; denn er dachte an die leeren Kassen in Wien. Hueber sagte: „Dir ahnt immer nur Gutes, Freund Andrä." Dieser versetzte:„Dahingegen muß ich doch Einsprach' thun. Aber ich wollte, es wär' so." „Am besten wäre, sie schickten uns Einen her," meinte Hueber,„der sähe dann mit eigenen Augen wie eS steht." „Ja, wenn der junge Erzherzog Johann selbst kommen könnte!" sagte Hofer.„Der hat ein Herz für unser Laub. Aber das geht nicht an. Und so ein Schreiber, der sieht nur immer, was er sehen will, nicht wie es wirklich aus- schaut. So ein Schreiber ist viel zu klug, als daß es in der Welt anders ausschauen könnte, als er es sich vorstellt." Nessing und Hueber lachten und dann redeten die Drei noch Manches mit ruhigem Bedacht über ihr Vorhaben ab, für das ihre Herzen so warm schlugen. „Und jetzt, Ihr lieben Freunde, frisch anZ Netzstricken, wie es der Nessing nennt," scherzte der Sandwirth, indem er mit Hueber ausbrach. Bor dem Hause trennten sich ihre Wege. Andreas Hoser bestieg in den: Wirthshause zur Sonne sein Rößlein, das er dort eingestellt hatte, und trabte munter gen Meran. Sein langer schwarzer Bart wehte im Winde wie eine Fahne. Peter Hueber war angeblich aus Weinkauf nach Bozen gekommen, und als er von dem goldenen Engel, wo er eingekehrt war, abhibr, lagen auf leinem Wägelein einige Weinfäßchen. Alle Drei aber strickten fleißig und umsichtig weiter, und alle Heerstraße:: und Bergpfade entlang, bis in die einsamsten Thäler hinein liefen allmälig die Fäden und verschlangen sich zu einem Netz, das sich über ganz Tyrol brettete. Die Wirthshäuser an den Straßen und Berg- lehnen aber bildeten in diesem Netze die Knotenpunkte; von ihnen gingen die Fäden nach allen Richtungen aus. in ihnen verknüpften sie sich. Die Jugend von St. Vigil kostete ihren Triumph von Verleumdungssucht und grober llmvkssenhekt tirt war, das ist dem Herrn Biehl sogar von Schneidt, den er als Eideshelfer heranzog, in dessen von uns veröffentlichter Erklärung schwarz aus weiß b e s ch e i- nigt worden. Wenn keiner der sozialdemokratischen Ab- geordneten die Angriffe des Biehl auf Grillenberger gleich in der Sitzung wioerlegte, und wenn Bebel, der sich schon zum Wort. gemeldet hatte, wieder aus das Wort verzichtete, so hat das seinen sehr ein- fachen und natürlichen Grund darin, daß— wie schon früher erwähnt— die sozialdemokratischen Abgeordneten aus den konfusen Bemerkungen deS Herrn Biehl nicht klug wurden und nicht wußten, was er eigentlich meinte. Sozial- demokratische Abgeordnete lieben es aber nicht, ins Blaue hinein zu reden, wie der bayerische Zunftfritze Biehl.— Udo Graf zu Stolberg hat im Herrenhause den Antrag eingebracht, daS Herrenhaus wolle beschließen,' die königliche Staatsregicrung zu ersuchen: „in Erwägung»u ziehen, ob sich zur Verhütung einer mög- lichen Getreidetheuerung eine vorübergebende Herab- setzung der E i sen b a h n- G üterta ri f e für Ge- treibe und Mehl empfiehlt?" Dem Antrage sind folgende Motive beigegeben:„Da die Landwirthe sich zur Zeit nicht mehr im Besitze nennens- I werther Getreidevorräthe befinden, so liegt die Gefahr vor, daß durch Börsenspekulationen der Getreidepreis bis zur I nächsten Ernte unnatürlich in die Höhe getrieben wird. I Die königliche Staatsregierung wird daher ersucht, zu er- i wägen, ob es angezeigt erschemt, einer solchen Spekulation durch eine vorübergehende Herabsetzung der Eisenbahn-. Getreidetarife entgegenzutreten." Wozu denn in die Ferne schweifen, möchten wir dem. edlen Grafen zurufen, liegt das Gute doch so nahe! Wozu die Frachttarife ermäßigen, die doch nur geringe Besserung- zur Folge haben könnten, wenn man mit einer Aufhebung der j Getreidezölle, und sei sie auch vorerst nur eine zeitweise, der ganzen Preissteigerung den Garaus machen würde. Ja, i aber da liegt der Hund eben begraben, denn darauf i wollen sich die Stolberg's, Helldorff's, Schlieben und wie all' die Jtzenpl:tze heißen, nicht einlassen; j nichts ist ihnen w:chtiger als die Erhaltung der sie be- l reichernden Getreidezölle! Doch den Junkern ist alles I gleich, wenn nur der Profit der Zollpolitik ohne Unter- brechung in ihre Taschen fließt. Doch der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht; dies gilt auch von den Getreide- zöllen Das Ende der agrarischen Zollpolitik naht heran, früher, als es sich Manche träumen lassen, und ein Symptom hierfür ist unzweifelhaft der Antrag des Grafen Stolberg, den wir am Anfange dieser Notiz zum Abdruck brachten, Da? deutsche ReichSgericht, dem wir bereits die Erfindung der Dlätenprozesse, der konkludenten Handlungen und der Schriftenverbreitung durch Abonnement verdanken, hat seinen zahlreichen Lorbeeren ein neues Blatt angefügt: es hat nämlich bei Prüfung der Revision eines Preß- Prozesses den staunenswerthen Satz entdeckt und aufgestellt, daß der Korrektor, der Alles lese, für den Jnhatt einer Schrift verantwortlich sei. Das Urtheil ist zwar ftir die Herren Korrektoren außerordentlich schmeichelhaft, dürfte stdoch trotzdem bei allen nicht vorschriftsmäßig jurifffsth dressirten Menschenkindern ein arge» Kopfschatteln zur S0�c haben. Wir wollen die nähere Begründung abwarten, cht wir uns weiter aussprechen.— Der schon oft als bevorstehend fignalisirte Rücktritt deS Eisenbahnministers von Maybach soll nun wirklich zur> Thatsache werden. Die„Köln. Ztg." meldet hierüber auS> Berlin: In Kreisen des Eisenbahnministers zweifelt man nicht länger daran, daß der Rücktritt des Eisenbahn- Ministers unmittelbar bevorsteht. Derselbe sandte dem Kaiser Sonntag sein Entlassungsgesuch zu, dessen Annahme nicht zu bezweifeln ist. Wir gehörten nie zu den Lobrednern des zurücktretenden Ministers, wir fühlen auch heut« nicht den Beruf hierzu in uns, müssen aber doch seiner wirklichen Verdienste auch gc- denken: der trotz aller Fehler und Bereicherungen von Spekulantengruppen rasch durchgeführten Eisenbahnverstaat- lichungen und seines Austretens gegen die Kartelle der Groß- industrie. Freilich stehen diesen Vorzügen größere Fehler gegenüber, von denen wir auch nur zwei hervorheben wollen sein verknöcherter Standpunkt in Sachen der Tarispolitik, msbesonders der Reform der Personentarife, wo er sich selbst über die Mannschaft deS Oberlieutenants von Rcitzenstein voll auS. War Ambros durch seine rasche Entschlossenheit die Führerschaft zugefallen, so verlangten nun seine alten Freunde und Kameraden von ihm, daß er sie auch ausübe; und wollten ihn bei ihren Zusammenkünften in den Wirthshänsern nicht missen. Er schloß sich denn auch nicht a::S; allein er war nicht mehr der Alte. Merkten es seine Kameraden nicht, so doch Stasi, daß ihm die rechte Hcrzensfreudigkeit bei dem lustigen Treiben fehlte. Eine düstere Gluth glomm in seinen Augen. Während die Jugend eine Gelegenheit herbeiwünschte, um sich mit den Unterdrückern Tyrols ernstlich zu messen, fehlte es unter den älteren und namentlich den vor- mögenderen Leuten nicht an solchen, die schon im Geiste die Soldaten racheschnaubend mit Feuer und Schwert in St. Vigil einfallen sahen. Der Besitz ist keine Quelle, aus der man Muth trinkt. Indessen geschah das Gefürchtete nicht. Der Kreis- Hauptmann von Hossstetten mußte sein heißes Verlangen, die Vigiler zu züchtigen, einstweilen unterdrücken; denn mit de: kleinen Macht, die ihn: zu Gebote stand, in die Engpässe des Gader- und Vigilthales einzudringen, wäre Wahnsinn gewesen. Statt der bayrischen Soldaten erschien eines Tages in St. Vigil ein Gerichtsbote mit einer Vorladung für de» Pfarrer vor dem Kreishauptmann. Er war beauftragt, die Vorladung Herrn Molleubech� selbst zu übergeben und den Empfang von ihm sich be« scheinigen zu lassen. Vefa weigerte sich jedoch, in vorzulassen- denn der hochwürdige Herr wäre krank und läge zu Bett- Sie sprach die Wahrheit. Tie Aufregung der jüngst� Ereignisse hatte den Greis auf das Krankenlages geworfem Aber er hatte nicht gewollt, daß der Arzt au» Bruncck geholt würde. Nur müde wäre er und schP. Vefa ob ihrer wehle:d:gen Miene, daß sie ihm nicht gönnte, sich einmal in seinem langen Leben ordentlich zuruhen. (Fortsetzung folgt.) ſtätten. von Ländern wie Ungarn und Rumänien überflügeln ließ| nämlich, daß kein Geschäft zu machen sei und trat totale Streits erfolgreich ausgeführt, welche der Union über und die Art der Behandlung und Bevormundung der Ar- zurück, was eine allgemeine Panik zur Folge hatte. Gin 8000 Pfund Sterling( 16 000 Mart) fofteten. Alljährlich senden beiter im Eisenbahn- Betriebe und in den Eisenbahn- Wert- Spaßvogel hat das Gerücht verbreitet, Rothschild sei zurück- die Zweigvereine Delegirte zu einem Rongreß, auf welchem alle Seine Fehler wird wohl sein Nachfolger auch getreten, weil ihn die Verfolgungen seiner Stammes- und wichtigen Fragen vorgenommen und größtentheils erledigt werden, haben, leider, müssen wir fürchten, werden ihm seine Vor- Glaubensgenossen in Rußland fittlich entrüstet hätten. Wie der jährliche Bericht wird vorgelegt und der Hauptvorstand wird züge mangeln, denn nach den großen Erfolgen der Stumm mag Rothschild über diesen Wiz gelacht haben. Rothschild und Konsorten dürfte man wohl nur einen Eisenbahn- und sentimental! Minister wählen, der nie einen Tropfen antikapitalistischen Dels gerochen hat. g 11 Die National Beitung" meldet zum 9999. Male unferen Rückzug auf der ganzen Linie. Es wäre lächerlich, mit ihr hierüber zu polemisiren, beweist doch jeder Tag, jede Beitung, jeder Regierungs- und Ver waltungsaft, daß unsere Gegner an den Niedergang unserer Partei nicht glauben. Uebrigens wäre dieser Glaube" auch noch nicht das größte Unglück, das uns treffen könnte. Begründet wird die neneste Todtsagung unserer Partei durch die uns in Erstaunen setzende Information des nationalliberalen Blattes, daß für den Maifonds kaum 10 000. einlaufen werden. Diese Mittheilung beweist wiederum einmal, wie schlecht bedient unsere bürgerliche Presse ist. Bei der Art, wie diese Sammlung vorgenommen wurde, kann heute noch Niemand ihr Ergebniß abschätzen. Die National Zeitung" kann, das wollen wir ihr verrathen, über den Stand unserer Finanzen ganz beruhigt sein. V Nach den Berichten über die gestrigen Vorgänge an der Pariser und New- Yorker Börse scheinen wir vor einem großen Börsenkrach zu stehen. Aus Paris wird gemeldet, daß seit dem Zusammenbruch der Union générale im Jahre 1882 feine ähnliche Erregung auf der Pariser Börse geAn der wesen sei. Die Schwankungen waren enorm. New- Yorker Börse vollzog sich auch ein allgemeiner Rückgang. Aehnliches wird auch von der Londoner Börse berichtet.Aus Belgien liegen folgende mit der Frage der Verfassungs- Revision in Zusammenhang stehende Nachrichten vor: Die Liga für das allgemeine Stimmrecht hielt gestern Abend ein Meeting ab, in welchem Sympathien für den Aus stand zum Ausdruck gebracht wurden. Es wurde beschlossen, in Brüffel eine Substription für die Ausständigen zu eröffnen. Die gestern verabredete zweite Zusammenkunft zwischen dem Bürgermeister Buls und den Veranstaltern der für Mittwoch beabsichtigten sozialistischen Rundgebung fand heute Mittag statt. Die Verhandlungen waren sehr lebhafte; schließlich entschied sich der Bürgermeister dahin, die Kundgebung zu untersagen. Zu der von uns gestern beleuchtete Ministerkrise in Schweden liegt folgende telegraphische Meldung vor: Die Situation ist noch unklar. Der König hat vorläufig die Demission des Ministerpräsidenten Aferhjelm nicht angenommen. Die protektionistische Rechte bemüht sich, die mißliebigen Neußerungen des Ministerpräsidenten abzuschwächen. Das fonfervative Hauptorgan Christianias veröffentlichte gestern eine Privatdepesche Aterhjelm's, worin letzterer erklärt, seinen Aeußerungen fei böswillig die Bedeutung einer Drohung gegen Norwegen beigelegt worden. Die Stimmung in Christiania ist fortdauernd sehr erregt.von den Delegirten gewählt. Eine General Labour Union( Allgemeiner Arbeiters bund) für die Handarbeiter und Tagelöhner auf dem Lande, ist Ueber die Judenverfolgungen liegen folgende Mel- auf Veranlassung der Scheerer in diesem Jahre gegründet worden, auf welchen große Erwartungen für die Zukunft gesetzt werden, dungen vor: da er diejenigen Arbeiter vereinigt, aus deren Mitte bisher Jn Moskau wurden die Ausweisungen der Juden vor- immer die Blacklegs genommen wurden. Alle diese Unionen erst eingestellt. huldigen dem neuen Unionismus( new unionism) d. h. Aus Anlaß der Unruhen in Corfu hatten, wie die der klassenbewußten Vereinigung des Proletariats, wie Burns Röln. 8tg." aus Athen meldet, der deutsche und englische fie in England angebahnt hat. Gesandte eine längere vertrauliche Besprechung mit dem Das Klaffenbewußtsein, welches dem sogenannten alten Ministerpräsidenten Dilyannis. Daffelbe Blatt meldet aus Unionismus unbekannt war, ist es, was jetzt die Arbeiter zuPetersburg, daß in Astra chan starte Judenausweisungen fammenhält und solidarisch für einander eintreten läßt. Daher stattgefunden. ist guter Grund anzunehmen, daß an dem solidarischen Zusammen halten der australischen Arbeiter das Projekt der kapitalistischen Ausbeuter elendiglich zerschellen wird. In Privatbriefen von Kaufleuten aus Corfu, welche das Triester Tageblatt" veröffentlicht, wird die Lage in Corfu als troftlos geschildert. Die Behörden erwiesen sich als vollständig machtlos. Auch aus 3 ante lauten die Nachrichten sehr ernst. Der Versuch einer Voltsmenge, in das Judenviertel einzubringen, der am 1. Osterfeiertage durch die Polizei unter Anwendung von Waffengewalt verhindert worden sei, habe fich einige Tage später mit Erfolg wiederholt; hierbei seien mehrere Bäden geplündert und viele Juden mißhandelt worden. Ueber die Arbeiterfreundlichkeit" in der freien Republik" der Vereinigten Staaten" weiß die " Frff. 3tg." folgendes zu melden: " Die Bergarbeiter- Bewegung. Das Organ der Bergleute im Saarrevier, Schlägel und Gifen", bringt folgende eindringliche Warnung vor dem Streit, die wir nur gutheißen können: Aus Adelaide in Australien wird uns geschrieben: Eine der bedeutendsten Arbeitervereinigungen in Australien ist die Union der Schaffcheerer( Australien Shearer's Union). Dieselbe umfaßt die Scheerer der Provinzen Süd- Australien, Victoria und während in Queensland und Neu- See Neu Südwales, land selbständige Unionen bestehen, welche jedoch beabfichtigen, fich mit der großen Union zu vereinigen, so daß eine geschlossene Front durch ganz Australien geschaffen werden kann, welches unumgänglich nothwendig ist in Anbetracht der interkolonialen Vereinigung, welche die Vertreter des Kapitals geschaffen haben. Wir können nur immer und immer wieder die Mahnung an die Bergleute an der Saar richten, jeben Gedanken an den Streit fahren zu lassen und sich streng an die Pariser Die Erhebungen, welche ein Beamter des Senatsausschusses Beschlüsse zu halten. Eine gewiffe Presse sucht durch die hinsichtlich der Behandlung österreichischer Unterthanen in Geschichte von der Kranzniederlegung( an der Mauer der Föde Virginien angestellt hat, haben einzelne Fälle unerhörter Grau- rirten. Red. des Vorw.".) u. 1. w. die Bergleute gegen die famkeit zu Tage gefördert. Es hat sich dem" Standard" zu Pariser Beschlüsse einzunehmen. Dieser Presse liegt daran, die folge herausgestellt, daß die an dem Bau der Norfolk und Western Bahn thätigen Böhmen sich in schrecklicher Weise über- feststellen, daß Blätter, welche sich als Zentrumspresse aufspielen, über- Bergleute in den Streit zu heben. Mit Bedauern müssen wir arbeiten mußten, daß sie mißhandelt wurden und dabei die hier Hand in Hand gehen mit den Blättern der nationalliberalen färglichste Nahrung empfingen. Wenn ein Böhme entfloh, so Bartei und so das Zentrum selbst kompromittiren, welches jenes wurde er mit Hunden verfolgt und bei seiner Gefangennahme Borgehen schwerlich billigen wird.( Das erscheint uns freilich bei gespanntem Revolver bis aufs Blut gepeitscht. Auch sonst sehr fraglich. Red. des Vorw.".) Der Plan jener Presse ist erfuhren die Böhmen eine schlimmere Behandlung, als sie ein leicht zu durchschauen. Sie möchte die Bergleute gegen die werthvoller Stlave erfahren haben würde. Zur Erklärung Pariser Delegirten und dadurch gegen die Beschlüsse des Pariser dieser unerhörten Vorgänge giebt man an, daß die Böhmen Bergmannstages einnehmen. Streifen dann die Bergleute beinahe Wilde" waren und in einer Wildniß, wo das Gesez was einstweilen nach den Pariser Beschlüssen nicht geht, so ein unbekannter Begriff sei, unter der Beitsche brutaler Auf- wird jene Breffe die Schuld auf die führenden Rameraden wälzen, seher standen. Die Mißstände sollen jetzt abgestellt sein. wenn der Streit mißglückt. Und lezteres ist mit Sicherheit anaunehmen. Sie hofft alsdann die Schuld an dem mißglückten Streit auf die Führer" wälzen und so die Bergleute von ihren Führern trennen zu tönnen." zu ftärken und " In einzelnen Kohlendistrikten Belgiens hat ein Theil der Bergleute die Arbeit wieder aufgenommen. In den Kreisen der industriellen Arbeiter scheint die Bewegung aber noch an Stärke zu gewinnen; in der belgischen Hauptstadt haben die Metallarbeiter in einer gestrigen Versammlung den allgemeinen Streit beschlossen. Das Wolff'sche Bureau" meldet: Brüffel, 12. Mai. In dem Baffin des Zentrums bauert der partielle Streit noch fort, doch glaubt man, daß die Arbeit Morgen in größerem Maße wieder aufgenommen werden wird. Mons, 12. Mai. Die Arbeiter der Kchlengruben von Ghlin haben die Arbeit eingestellt. Wasmes, 12. Mai. Ueber das Attentat gegen den russischen Großfürften Thronfolger liegen nun eine Reihe von Meldungen Attentats noch nicht die nöthige Klarheit verbreiten. Die jedoch in den Rontraften, welche den Arbeitern zur Unterschrift aus Mons und Lüttich hält die Besserung der Lage"( Soll por, welche freilich über Veranlassung und Wirkung des Depeschen hierüber lauten: Das englische Parlament hat den Abgeordneten Bernay, der ein Mädchen hatte verführen wollen, ein ftimmig ausgestoßen. Bei uns kommt so etwas nicht vor; und auch in England wäre es nicht vorgekommen, wenn der Standal nicht so öffentlich gewesen wäre. Die Organisation der Arbeiter zu vernichten, um freies Feld Uebrigens find die Engländer in politischen Dingen doch gegenüber dem einzelnen Arbeiter zu haben, das ist das Feldentschieden etwas heitler als wir. Jedes Parlaments- gefchrei der kapitalistischen Ausbeuter, wie überall, so auch in mitglied z. B., das seine politische Stellung zu geschäftlichen Australien. Glücklicherweise ist die Mehrzahl der hiesigen ArManipulationen benugt, direkt oder indirekt mit dem Staat beiter aufgeklärt und bentfähig genug, dies zu durchschauen und Gent, 12. Mai. Die hiesigen Schiffsmakler machten sich in Geschäfte macht( durch Lieferungen 2c.), für politische Hand zu sehen, daß es sich um Sein oder Nichtsein handelt, infolge lungen sich beschenten läßt u. s. w., hat sein dessen der Kampf mit unerbittlichem Ernst und zähester Aus- einer Unterredung mit den streifenden Dockarbeitern anheischig, Mandat verwirkt. Und da in England jeder dauer geführt wird. Trotzdem die Arbeitgeber sich den Aus- ausländische Kohlen nur solange in Belgien einzuführen, als der der Seeleute als großen Sieg zu Streif dauern wird. Eine für die Entladung anderer Waaren Minister ein Mandat fürs Parlament haben muß, so gang des Streits hätte z. B. Fürst Bismarck, der massenhaft Holz- und rechneten, hat er gerade dazu beigetragen, die Organi- als Kohlen den Dockarbeitern angebotene Lohnerhöhung haben fationen Auch dem diefe abgelehnt. vermehren. สิน Papiergeschäfte mit dem von ihm beherrschten Staate ge bisher Indifferenten wurde es flar, daß es gilt: Partei zu Die Polizei hat bei einer Hausmacht hat, in England nicht Minister sein können, und nehmen oder unterzugehen. Das Rapital ist in Australien in suchung in der Druckerei des" Journals Droit duheuple", sowie auch nicht Reichskanzler. Ja, diese wilden" Nationen! einer Art vereinigt wie wohl in teinem anderen Lande, aber bei dem Sozialisten Fauroiaug mehrere Manuftripte beschlagebenso auch die Arbeiterschaft,- welches zur Folge hat, daß nahmt. alle Zusammenstöße mit Ausbauer, Zähigkeit und großen fonders bemerkenswerthe Aenderung in den Ausstandsverhält Charleroi, 12. Mai. Jm hiesigen Rohlenbecken ist eine beMitteln auf beiden Seiten geführt werden. Nachdem im August des letzten Jahres der Vorstoß gegen die Seemannsunionen gemacht nissen bisher nicht eingetreten. In Marchienne hat die Zahl der wurde, wodurch fast alle Häfen Australiens wochenlang blockirt Arbeitenden etwas zugenommen, in den Werken zu Couillet wird Die Lage in Mons ift gleichfalls wurden, ist der zweite Borstoß zur Zeit gegen die Union der wieder vollzählig gearbeitet. Scheerer gerichtet, und zwar gegen den Queensländer Flügel im Wesentlichen wenig verändert; jedoch haben auf der Beche ( aus der Kolonie Queensland). Der Kongreß der Scheerer, der Levant im Becken Le Flenu etwa 500 Streitende die Arbeit augenblicklich in Adelaide tagte, hat sich bereits solidarisch mit wieder aufgenommen. Lüttich, 12. Mai. Die Société Cockerill" hat alle Arentlaffen, den Queensländern erklärt, indem er eine erfte Rate von 1000 str. ( 20 000 M.) zum Queensländer Streitfonds bewilligt hat, sodaß es beiter, welche in den Streit eingetreten sind, leicht möglich ist, daß der Streit auf den ganzen Kontinent aus weil fie dadurch den Lohnkontrakt gebrochen haben; eine Wiedergedehnt wird, falls in Queensland keine Ginigung zu Stande annahme derselben soll nur den Bedürfnissen entsprechend und zu Die Hochofen Gesellschaft in fommt. Es handelt sich keineswegs um Lohnerhöhung, sondern neuen Bedingungen stattfinden. lediglich um Prinzipien, welche früher von den Arbeitgebern an- Dugrée hat ihre Arbeiter, welche streiten, ohne vorherige AnBei Beginn der diesjährigen Schur waren fündigung entlassen. Brüffel, 18. Mai. Nach den hier vorliegenden Nachrichten erkannt wurden. wurden, enthalten, das Vereinigungsrecht( Roalitionsrecht) vollständig illusorisch heißen: die Wiederaufnahme der Arbeit. Red. d.„ Vorw.") in Die offiziellen Mittheilungen über die Verwundung des machen. Die Scheerer verweigerten einstimmig die Unterschrift den Streifgebieten auch heute an. Namentlich aus legterem Orte Großfürsten Thronfolgers stellen fest, daß derselbe am 12. Mai und verlangten eine Konferenz, welche furzweg abgeschlagen wird gemeldet, daß sämmtliche Arbeiter bei der„ Société de auf der Reise durch die japanische Stadt Otsa von einem wurde mit dem Bescheid, daß die Unterschrift des Kontratts bie Sclessin" und der„ Société anonyme de construction de la untergeordneten Polizei- Soldaten durch einen Säbelhieb erste Bedingung zu weiteren Besprechungen sei. Hierauf ließen Meuse" bie Arbeit wieder aufgenommen haben. am Kopfe verwundet wurde. Der Uebelthäter versuchte einen die Unionisten sich natürlich nicht ein, fie fingen nicht an zu zweiten Sieb zu führen, wurde aber von dem Prinzen Georg arbeiten, sondern schlugen außerhalb der Stationen Ramps( Lager) von Griechenland mit einem Stocke zu Boden geschlagen. auf, wo sie ruhig abwarten, wie die Dinge sich entwickeln werden. Arbeiterbewegung. Die Verwundung des Großfürsten Thronfolger ist leicht und Da fast alle gut bewaffnet, viele beritten find, wie es im flöst teine Besorgnisse ein. Derselbe telegraphirte persönlich Busch der Brauch ist, so war und ist das Geschrei der Wien. Am 1. Mai brach ein partieller Streit der Bürstenin beruhigendem Sinne und sprach die Absicht aus, seine Reise Stationseigenthümer und ihrer Freunde nach Bolizei fein kleines, und Pinselmacher aus. Die Zahl der Streifenden beläuft sich fortzusehen, ohne das Programm derselben zu ändern. Wie das„ Reuter'sche Bureau" meldet, ist der Großfürft, die Regierung hielt es auch sofort für ihre Pflicht,„ Ruhe und auf 70, davon sind 30 verheirathet.- Briefe und Sendungen Ordnung" Ordnung" welche durchaus nicht gefährdet waren um sind zu richten an J. Spazierer, Wien VII, B 2, Andreas Thronfolger von Rußland durch den Attentäter am Kopfe ver- jeden Preis aufrecht zu erhalten und schickte alle Bolizet, die in gasse 9. wundet worden. Nach einer Mittheilung desselben Bureaus aus den Städten nur irgend zu entbehren war, nach den Schaf Washington, deren Quelle die dortige japanische Gesandschaft ist, stationen, sowie alles Wien, 13. Mai. Im Segerstreit ist feine wesentliche Ber alles Militär, auf welches die te änderung eingetreten. Einzelne Offizinen haben die Forderungen hätte das Attentat in Otsu bei Brewafee, ungefähr 12 Meilen gierung, fich verlassen zu können glaubt, und eine Batterie der Gehilfen bewilligt, in anderen haben die Gehilfen bedingungsvon Kioto stattgefunden. Artillerie. Dazu erließ der Gouverneur die Proklamation los die Arbeit aufgenommen. Die Zeitschrift Wiener Mode" Nach Meldungen aus Shanghai war der Japaner, der daß alle Scheerer binnen 24 Stunden ihre Waffen abzulegen wird wegen des Streits in Leipzig gedruckt. das Attentat gegen den russischen Thronfolger verübte, ein hätten, widrigenfalls sie als Aufrührer angesehen und dement Como, 12. Mai. Unter den hiesigen Webern ift ein Streit geiftestranter Polizist. Nach dem Attentat begaben sich der sprechend behandelt würden. Daß es feinem Scheerer einfiel, an- ausgebrochen, welcher an Ausdehnung zunimmt. Raiser von Japan und der Minister fofort nach Rioto, gesichts von Bayonetten und Kanonen feine Waffen niederzulegen, um dem Barewitsch wegen seiner Rettung zu beglückwünschen. ist wohl selbstverständlich und hat deshalb die Proklamation nur In St. Petersburg wird versichert, der Großfürst habe dazu beigetragen, die Sache zu verschlimmern. Wenn es unter eine schwere unde am Kopfe, eine andere an diesen Umständen nicht zu blutigen Zusammenstößen zwischen der linken Hand. Polizei und Streifern tommt, so ist es nur der umsichtigen Tattit und der Disziplin, welche unter den Streifern herrscht, für die ausgesperrten deutschen Arbeiter in Vertrieb hatten, fie Aufforderung an alle Diejenigen, welche Marken( Bons) zu verdanken. An Aufreizungen zu Gewaltthätigkeiten und Ent resp. das darauf gesammelte Geld unverzüglich dahin abzustellungen der Thatsachen wird Hervorragendes geleistet. Eliefern, wo sie selbige entnommen haben, da die Unterzeichneten er Streit bald entschieden sein, wenn sich keine Streifbrecher öffentlich abrechnen wollen und daher die Namen der mehr fänden, aber den Agenten des Kapitalistenvereins, welche den Restirenden genannt werden müssen. Die Kommission der In Rußland ist wieder eine große Verschwörung" ganzen Kontinent abklopfen und die" Blacklegs", natürlich auch zabatarbeiter Berlins. J. A.: Wilhelm Börner. entdeckt worden. Etliche 70 oder 80 Studenten und Pro- es, allerdings mit enormen Infosten, Arbeitskräfte zu beschaffen. noch unter falschen Vorspiegelungen, zusammen suchen, gelingt An die Gewerkschaften Deutschlands! Wir ersuchen fessoren sind in Petersburg verhaftet worden und befinden zwar reichen diese nicht zum zehnten Theile aus, die Schur hiermit alle Gewerkschaftsvorstände oder sonstige Orts- Vertrauensfich theilweise schon auf dem Wege nach Sibirien. Welcher auszuführen, aber es wird doch der Versuch ge- leute, folgende auf dem 8. deutschen Maurertongreß in Gotha ver- macht, die Streifer Art die Verschwörung" war, wird nicht gesagt auszuhungern und gefügig zu einstimmig gefaßte Resolution zu beachten: Dieses wird indeß so leicht nicht stattfinden, Da nicht ausgeschlossen ist, daß von verschiedenen Seiten muthlich war's die uralte Verschwörung" des Lichts gegen machen. die Finsterniß. Denn auch in Rußland beginnt es zu da die Streifenden oder richtiger gesagt die Ausgeschlossenen die Keiltreiberei in unsere Bewegung von neuem losgeht, so betagen, und vor Nichts hat" Väterchen“ eine größere Angst nicht nur von ihren Fachgenossen, sondern von allen Fach- und schließt der 8. deutsche Maurerkongreß, daß nur der zu wählende Arbeitervereinigungen Australiens unterstützt werden. Die Generalbevollmächtigte und der Verbandsvorstand berechtigt sind, als vor Bildung und Wissen. Und„ Bäterchen" ist jetzt in besonders schlechter Laune, cheererunionen umfassen mehr denn 35000 Mitglieder und find Flugblätter und Aufrufe an die Maurer Deutschlands zu erlaſſen. gut organisirt und disziplinirt, es hält sich zum Beispiel tein& beauftragt der Kongreß daher die zu wählende Leitung, diese weil der lezte Groß- Pump, den er in Paris veran- Mitglied auf einer Station auf, wo bereits genügend Arbeiter Resolution den Redaktionen der verschiedenen Arbeiterpressen zu stalten wollte, mißglückt ist. vorhanden sind. Im letzten Jahre wurden über 8000 fleinere zustellen. Die Geschäftsleitung des 8. deutschen Maurerkongreffe. Rothschild, der das Geschäft übernommen hatte, merkte und größere, von einer halben Stunde bis 8 Wochen dauernde Auf die internationale Lage wird das Attentat jedenfalls von keinerlei Einfluß sein, denn man fann schon heute bestimmt sagen, daß es nicht zu kriegerischen Verwickelungen zwischen Japan und Rußland kommen wird. Soziale Ueberlicht. Theater. 20unnerstag, den 14. Mai. Opernhans. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Ein Schritt vom Wege. Lessing- Theater. Der Probepfeil. Deutsches Theater. Die Welt, in Berliner Theater. Goldfische. der man sich langweilt. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance Theater. Der Giftmischer. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Ostend- Theater. Uriel Acosta, Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Neue Walhalla. Sommer- Theater im Ausstellungs- Park Hafenhaide. Näheres Sente: Grosse Gala- Vorstellung. Die Säulen. Avis! Am 1., 2. und 3. Pfingſt- Feiertag: Großes Früh- Konzert und Vorstellung, an den Nachmittagen von 5-10 Uhr: Große Gala- Fest- Vorstellung. Entrée nur 30 Pfennige. Berliner Hippodrom. Kurfürstendamm u. JoachimsthalerStrassen- Ecke. Größter Vergnügungspark der Residenz. De Heute: Große Ertra- Vorstellung. Wer hat didy, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Empfehle mein direkt an der Hasenhaide gelegenes Lotal: Achtung! Genossen vom Osten des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises! Montag, den 18. Mai 1891( 2. Pfingstfeiertag): Großes Früh- Konzert, Vokal- und Instrumental- Konzert Sim Viktoria- Park, Frankfurter Allee. Carlsgarten unter gütiger Mitwirkung der Arbeiter- Gefangvereine Hoffnung( Friedrichsberg) früher Waldschänke" inmitten der reinsten, frischen Waldluft. Am 1. u. 2. Pfingstfeiertage: Gr. Früh- u. Naghm.- Konzert bei freiem Entree. Sensationeller Erfolg des aufbahnen, Schaufeln, Karouffels, WürfelAllerlei Boltsbeluftigungen, 3 Regel regendsten Schaustücks der buden, Kaffee- Küche. Jektzeit: Die römische Wettfahrt ausgef, von den wildesten Pferden. Nachmittags 7 Uhr: Große GratisVerloosung von Schinken, Speck, Würsten und Eiern. Römisches Stehend- Reiten. hält ein Loos an der Bratweil'sche Bierhallen Römiſes Stehend- Reiten. Kommandantenstr. 77-79. Zäglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MufitDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 659 L F. Sodtke. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 Wettrennen, Steeple- Chase. Urkomisches Ponny- Rennen. Ein Unikum der Dressur: Lockhart's 6 Riesen- Elephanten. Ferner Auftreten des gr. Personals. Im grossartigen Parke vor und nach der Vorstellung: Grosses Militär- Konzert. Konzert- Anfang 4 Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Part- Entree 30 Pf., inkl. Hippodrom 50 Pf. Refervirte Pläze 1 u. 2 M. Logen 3, 4 u. 5 M. Vorverkauf im Invalidendant. An den 3 Pfingstfeiertagen 2 Vorstellungen. Am 1. und 2. Feiertage: Früh- Vorstellungen und Konzert. Friedrichshagen. Jede Dame, welche Raffee tocht, erhält ein Loos an der Kaffeeküche gratis. Um recht regen Besuch bittet 805b R. Seyer. Zum Fest Rind- u. Schweineempfehle allen Genossen meine Schlächterei Hochmeisterstrasse 19. Rindfleisch.. ..... von 50 Pf. an. Kalbfleisch von 50 Pf. an. Schweinefleisch.. von 50 Pf. an. Hammelfleisch von 50 Pf. an. Schlackwurst 1 M., Salami 1 M. Schulz. 823 • . und Karthaus'scher Gesangverein( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes.) Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in den Gesammträumen des Etablissements statt. In beiden Sälen: Früh- Tanz. Die Raffeeküche ist von 4 Uhr an geöffnet. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf., im Vorverkauf 20 Pf. Zu zahlreichem Besuch werden sämmtliche Genossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises hiermit freundlichst eingeladen. Billets find an der Kasse, sowie in allen bekannten Lokalen des Dftens au haben. 831/7 Allgem. Metallarbeiter- Verein Berlins und Umgegend. Freitag, d. 15. d. M., Abends 82 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobftraße 48a: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Raffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Bericht des Vorstandes und der Kommissionen. 3. Antrag auf Auflösung des Vereins. 4. Event. Wahl einer Liquidations- Rommission. 5. Verschiedenes. 365/3 Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreiches Erscheinen nothwendig. Der Vorstand. KF Achtung! Rester- Hand Verein der Klempner. VM Billige Refter zu Knaben Anzügen von 1 M. an, sowie zu großen Anzügen von 6 M. an bis zum feinsten Rammgarn, sowie Rester zu Regen- und Restaurant Waldkater. 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Mitglieder, welche sich an der Kaffe durch ihr Quittungsbuch legitimiren fönnen, haben mit ihren Familien freien Eintritt zum Ronzert. Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche von Morgens 6 Uhr an geöffnet. Billets à 15 Pf. find bei den unterzeichneten Komitee- Mitgliedern, sowie an der Kasse zu haben: Klebb, Mariendorferstr. 2; Gieche, Andreasstr, 59; Girfe, Adalbertstr. 81; Hanisch, Fischerstr. 30; 6. Otto, Altonaerstr. 25; Schröder, Schlegelftr. 22; Bremer, Lübeckerstr. 35; Dietrich, Willibald Alexisstr. 40; Gruse, Höchstestr. 18 Bandelov, Kraut- u. Langeftr.- Ecke. 780b J. A.: A. Klebb, Mariendorferstr. 2. Rixdorf! Gentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler n. s. w. 815b Oertliche Verwaltung Rixdorf. Heute, Donnerstag, den 14. Mai, Abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung in Barta's kleinem Saale, Bergstrasse No. 120. Umstände halber konnte die Bersammlung am Montag nicht stattfinden. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, am Donnerstag Abend zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Berlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Benthstr. 2. In unserem Verlage erschien soeben und ist von uns, sowie durch alle Buchhandlungen 2c. zu beziehen: Die Soldatenmijhandlungen vor dem Deutschen Reichstag. Stenographischer Bericht über die Sigung vom Freitag, den 13. März 1891. 2 Bog. 8°. Preis 15 f. Partie Preise: 50 Exemplare 6 M., 100 Exemplare 10 M., 500 u. mehr Eremplare pro 100 m. 8. Wir empfehlen den Parteigenossen die Broschüre aufs an gelegentlichste; der Inhalt derselben berührt die Interessen aller Voltskreise und dürfte die ausgedehnteste Publizität mit geeignet sein, die zu Tage getretenen Mißstände beseitigen zu helfen. Berantwortlicher Medakteur: Eurt Vaske in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 110. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Donnerstag, den 14. Mai 1891. Lokales. 8. Jahrg. am Grabe eine Lanze zu brechen, aber es drängt sich uns die Frage auf, warum wohl bei dieser großen Zahl von Beerdigungen nur 5 bis 6 Mal ein Geistlicher anwesend gewesen Der modernen Ausuuhung menschlicher Arbeitsfähigkeit sein mag. Allerdings wurden nur 150 von je 1000 Leichen mit ist Nichts heilig, nicht einmal der lieblich tönende Chorgefang Blankenburg. Ein glänzendes Fiasko hat vorigen Sonn- unserer biederen Berliner Kurrende, die als Dilfs thogens Gefolge beerdigt, aber bei 2382 Personen ergeben sich immerhin ist. Was tittel in den pro Jahr über 350 Beerdigungen mit Gefolge. Sollte e3 fich abend Herr Amtsrichter Kulemann hier gemacht. Derselbe hielt Dienst der Berliner Stadtmission gestellt ist. Man kann ja ohne dabei immer um Gottesläugner" gehandelt haben, oder sollte in einer vom Nationalliberalen Verein einberufenen Versammlung menschliche Theilnahme diese blassen Gesichterchen, die unter den nicht vielmehr die" Ursache mit darin zu erblicken sein, daß das einen Vortrag über die Invaliditäts- und Altersversicherung. schwarzen Hüten und in dem schwarzen Mantelfragen doppelt mort des Geistlichen am Grabe- Geld fostet? Warum predigen Aber trotz des weltbewegenden Themas und trotzdem auf Ein- mitleiderweckend aussehen, kaum betrachten und man verzeiht es die Geistlichen nicht umsonst, wenn es ihnen so sehr darum zu ladung des Nationalliberalen Vereins auch Mitglieder der kon- ihnen gern, wenn sie zwischen Anfang und Ende eines schwierigen thun ist, daß jeder sein christliches Begräbniß erhält? Der servativen und freisinnigen Partei erschienen waren, war die Chorals einen Ton oder noch mehr herunterziehen", so daß der evangelisch- soziale Kongreß, welcher Ende Mai in Berlin tagen Versammlung doch herzlich schlecht besucht, so daß es sich eigentlich begleitende Obermusikante die verletzte Harmonie erst wieder mit und unter anderem auch über den sittlichen Werth" der Stolnicht lohnte, vor einer so winzigen Anzahl Leuten über dies große der Stimmgabel nach jedem Verse in Ordnung bringen muß. ,, Arbeiter- Beglückungsgeseh" zu reden. Dieser traurige Besuch In der That sie verdienen unser innigftes Mitleid, die gebühren zu berathen gedenkt, wird die Antwort darauf geben. der Versammlung der nationalliberalen Männer beweist, daß man in den Kreiſen der Unternehmer diesem Gesetz durchaus nicht grün ist. Anstatt daß es zum Frieden beitragen follte, bewirkte es das Gegentheil: den Arbeitern bietet es nicht im Entferntesten das, was man von einem solchen Gesetz erwartet, und den Unternehmern kostet es Geld und bringt nichts ein, deshalb werden sie, wenn sie unter sich sind, rebellisch. * fleinen fingenden Blaßgesichter! Man schicht uns ein Eremplar der Sagungen für die evangelischen Knabenchöre( Kurrenden) der Berliner Stadt mission". Diese Satzungen enthalten unter anderem auch folgende Bestimmungen: 1. Die Evangelischen Knabenchöre der Berliner Stadtmission haben täglich drei Stunden auf den Höfen, resp. in den Säusern Berlins christliche Kirchen- und Volksgesänge in mehrstimmigem Saße zum Vortrag zu bringen. Die Chorfnaben, welche für den guten Zustand ihrer Fußbekleidung selbst Sorge zu tragen haben, erscheinen in hierzu ihnen gelieferten Mänteln und Hüten, die als das Eigenthum der Berliner Stadtmission auf das Sorgfältigste zu schonen sind. 2. Jeder wohlgesittete Knabe im Alter von 8-12 Jahren, der durch einen Probegesang vor dem Gesanglehrer gute Stimmmittel und genügendes musikalisches Gehör aufweisen kann, darf sich als Schüler einem dieser Chöre anschließen. Es folgen dann im Absatz 3 einige Bestimmungen über Uebungen und Anstellung. Absatz 4 lautet: Die Museen sind auch von den Theilnehmern des Geschichtsunterrichts der Südfiliale der Arbeiterbildungsschule, und zwar schon am Sonntag vor vierzehn Tagen, unter Zeitung des Geschichtslehrers besucht worden. Der Erfolg ist auch hier ein guter gewesen. Zweihundert Mark pro Kopf! In den„ Mecklenburger Nachrichten" zeigt E. Ruaudt in Alt- Voorstorf bei Kirch Mulsow an: " Diejenigen Herren, welche zum Frühjahr 1892 gewillt sind, chinesische Arbeiter zu engagiren, werden gebeten, ihren Bedarf, das heißt Anzahl der männlichen Arbeiter bei mir anzumelden. Die Kosten bei 10 jährigem Kontraft werden bei genügender Betheiligung 200 m. pro Kopf betragen." Wenn man bedenkt, daß von den Kosten" doch auch noch die nicht geringen Beförderungsgelder in Abzug zu bringen sind, so wird man einsehen, daß der Lohn ein nicht eben sehr hoher sein fann. Vielleicht hat aber auch die Regierung ein Ginsehen und führt behufs Förderung des Nationalwohlstandes auf staatlich subventionirten Dampfern eine Frachtermäßigung für lebende Waare ein. Jena. An dem anläßlich der Maifeier hier arrangirten Festballe betheiligte sich auch ein Soldat, trotzdem er von Seiten verschiedener Komiteemitglieder auf die Folgen seines Vorhabens aufmerksam gemacht worden war. Aber nur allzubald mußte er erfahren, wie recht jene gehabt. Ein Schuhmann denunzirte ihn. Er erstattete Meldung in der Kaserne, von wo aus auch sofort Patrouillen abgeschickt wurden, welche das Festlokal umstellten; trotzdem gelang es dem Soldaten zu entkommen. Er wurde jedoch am andern Morgen in der Stadt angetroffen und verhaftet und hat nunmehr eine achttägige Arreststrafe zu verbüßen. Was nun jenen Mann trotz des wiederholten Hinweises auf die ihm drohende Gefahr bewogen hat, auf seinem Vorhaben zu beharren, vermögen wir nicht zu sagen, Seiten des 3. Mai hiesigen Bataillons Kom- Jedes ordentliche Mitglied erhält für seine Leistungen eine Für Mecklenburg ist diese Anzeige infofern wichtig, als aus Soldat dürfe an Vergütung von monatlich fünf Mart und ist verpflichtet, mandos getroffene Maßnahme: Kein diefem Tage das Weichbild der Stadt verlassen, drängt eine Raution von fünf Mart zu hinterlegen. Derselben hervorgeht, daß dieses Ländchen, von welchem so viel uns die Vermuthung auf, daß man an dieser Stelle ernstlich be- Außerdem wird jedem Knaben, sobald er ordentliches Mitglied erzählt wird, es sei etwas arg in der Kultur zurückgeblieben, im sorgt gewesen ist, die sozialistischen Jdeen hätten bereits in der geworden ist, eine monatliche Gratifikation von einer Mart Gegentheil an der Spitze der Zivilisation marschirt. Armee ihren Einzug gehalten. Als Kuriosum theilen wir noch gutgeschrieben, wenn er innerhalb des betreffenden Monats sich mit, daß ein hiesiger Bäckermeister, welcher, nebenbei bemerkt, nichts hat zu Schulden kommen lassen. Diese Gratifikation wird Vorsitzender des Militärvereins ist, in Bezug auf seine Stellung aber erst bei der Konfirmation ausgezahlt, und seinem Dienstmädchen, von dem er erfahren, daß es an dem am haben nur diejenigen Knaben einen Anspruch auf dieselbe zu er vorhergehenden Abend stattgefundenen Balle theilgenommen hatte, heben, welche bis zu ihrer Konfirmation dem Chore angehört haben. Bei früherem Ausscheiden wird verbot, an der weiteren Feier theilzunehmen. feine Gratifitation gezahlt. von aber die am Absatz 5 enthält Formalien für das Ausscheiden aus dem Chor. Absatz 6 bestimmt: Wie der Bodenwucher direkt und indirekt den Arbeiter schädigt, das zeigt sich gegenwärtig recht deutlich an den an der Nordbahn belegenen Vororten. In Birkenwerder wurde in den letzten Tagen ein unbebautes Grundstück für 15 000 m. verkauft, das der letzte Besitzer im Jahre 1887 für 1500 M. erworben hatte. Dieser Fall steht keineswegs vereinzelt da. Durch Parzellirung in den letzten Jahren sind mehrfach Konjunkturen- Ge winne von 2000-3000 pet. erzielt worden. Quedlinburg, 12. Mai. Genoffe Louis Steinemann aus Die Kosten bezahlen natürlich die dortigen Arbeiter, sei es Quedlinburg erhielt vom Schöffengerichte daselbst 2 Monate in Gestalt theurer Miethen für die dort zu errichtenden WohGefängniß zudiktirt wegen eines von ihm verfaßten Artikels in Tritt ein Knabe aus ohne voraufgegangene 14 tägige schrift- nungen, sei es in anderer Weise. In Birkenwerder war der Rr. 2 der Arbeiter- Chronit" von 1890 im Januar. In dem Artikel sollen Beleidigungen über Fabriks- Einrichtungen enthalten liche Kündigung, oder muß er wegen ungebührlichen Betragens 2c. Grund und Boden, welcher jezt in die Hände der Bau- Unterfein. Das Verfahren gegen den Redakteur Grillenberger wurde ohne Kündigung der Stadtmission entlassen werden, so vernehmer übergeht, bisher den Arbeitern als Pachtland übergeben, von dem sie kleine Erträge durch Landwirthschaft gewannen. Auf eingestellt und der Einsender zu obengenannter Strafe und in die liert er auch seine Raution. Kosten verurtheilt. Die hiergegen eingelegte Berufung beim Land- Das Fehlen ohne Entschuldigung wird mit diesen Gewinn waren sie angewiesen, da namentlich die Ziegelei gericht zu Halberstadt am 6. Mai( Bertheidiger: Rechtsanwalt 30, das 3uspättommen und sonstige unge- Arbeiter ohne Ackerbau als Nebenerwerb unmöglich von ihrem Werner dafelbst) ergab die Ermäßigung der Strafe auf 100 m. hörigkeiten mit 10 Pfennigen bestraft. Diese Lohn leben können. Dieser Nebenerwerb fällt nun fort und es event. 20 Zage Gefängniß. Die Kosten des Verfahrens wurden Strafgelder werden von der monatlich baar auszuzahlenden steht den Arbeitern eine trübe Zukunft bevor. Ebenso Summe, nicht von der Raution abgezogen. der Staatskaffe auferlegt. Von der Kommandantur von Berlin erhalten wir fols werden von diefer Summe für das Fehlen mit vorher= Dresden. Am Sonntag früh wurde im vierten Landtags- gehender Entschuldigung 20, wegen obliga- gende Zuschrift: Die Redaktion des Vorwärts" Berliner BoltsWahlkreise, in dem in diesem Jahre Neuwahl stattfindet, torischen Schul- oder Zurn- Unterrichts aber blatt wird ergebenst ersucht, nachstehende Berichtigung zu der in der 1. Beilage der Nr. 107 des Vorwärts" vom 10. d. Mts. ein Flugblatt von unseren Genossen verbreitet. Dasselbe wurde nur 10 Pfennige abgerechnet. enthaltenen Besprechung eines Vorfalls in der Militär- Arrest polizeilich beschlagnahmt und eine Anzahl Verbreiter angehalten. Die Konfistation gründet sich auf§ 131( Verächtlichmachung von anstalt aufzunehmen: Staatseinrichtungen.) Staatsdienste. # " Das Ein Beitrag zur postalischen Findigkeit. Am 29. und 30. April 1891 wurde an einen Herrn R. je eine Postkarte mit Angabe der Straße, Hausnummer und Etage in einer der frequentesten Gegenden( Brüderstraße) prompt und richtig bestellt, während eine Postkarte am 1. Mai( nicht etwa 1895, sondern desselben Jahres) mit genau ebenso beschriebener Adresse als unbestellbar an den Absender zurückging, und erst jest, als Absender und Empfänger sich zufällig trafen, in bes letteren Sände kam. Kommentar überflüffig. Für schwarze Mäntel und Hüte wird gesorgt, aber nicht für Fußbekleidung. Es ist ja auch wichtiger bei Schnee- und RegenDer Vorgang ist im Allgemeinen richtig geschildert, die Verweiter in der schwarzen Tracht umherzulaufen, als drei Stunden lang mit defekter Fußbekleidung zu gehen, die ja wohl bei armer muthungen über die Ursache treffen aber nicht zu. Lettere bestand Mannheim, den 11. Mai. Parteifonferenz in Weinheim. Leute Kinder öfter vorkommen soll. Und nun bedente man: für vielmehr darin, daß ein wegen Trunkenheit bei der Kontroll Der gestrige Parteitag der Sozialdemokratie des 11. bad. Wahl- drei Stunden täglich der horrende Lohn von sage und schreibe versammlung vom Landwehr- Bezirkskommando bestrafter Ersatzfreises war von ungefähr 100 Genossen besucht. Vertreten waren fünf Mart" monatlich! Wenn die armen Würmer nur nicht reservist am zweiten Tage seiner Haft, als er des Morgens die Orte Mannheim, Weinheim, Laudenbach, Sandhofen, Räfer- vor der Konfirmation ob ihrer ersungenen Reichthümer dem 7 Uhr nach dem Waschen in seine Belle zurückkehren sollte, plöt thal, Waldhof, Feudenheim, Ilvesheim, Neckarau, Schwetzingen, Hochmuthsteufel verfallen. Was kann so ein unreifer Junge lich vom Delirium tremens, in Gestalt von Verfolgungswahnsinn, Ladenburg, Edingen, Neckarhausen und Leutershausen mit mit sechszehn und zwei Drittel deutschen Reichspfennigen Tages- befallen wurde. Die verdienst nicht für unhel anrichten, namentlich wenn ihm davon Nachdem es gelungen war, den Mann in möglichst vorsich 41 legitimirten und deshalb stimmberechtigten Vertretern. tiger Weise vom Fenster zu entfernen und durch ärztliche Hilfe Wahl des Bureaus ergab die Genossen Reith Mannheim I., für unentschuldigtes Fehlen 30 Pf. abgezogen werden! Hoffentlich wird die Berliner Stadtmission diesen Thatsachen zu beruhigen, wurde er mittelst Droschke in das Garnisonlazareth Gaßmann II. Vorsitzender, Schwingel Neckerau I. und UrbanLadenburg II. Schriftführer, außerdem waren 5 Beisiger gewählt, gegenüber die Güte haben, Rechnung über ihr„ Kurrendegeschäft" nach Tempelhof überführt, woselbst er sich noch befindet. Der aus Delegirten von Feudenheim, Waldhof, Schwetzingen, Edingen, zu legen. Die Spenden für die Kurrende fließen ja, soweit man Kommandant. gez. Graf Schlieffen. Leutershausen. Das Referat über die Maßnahmen zu den be- dies oberflächlich beurtheilen kann, ziemlich reichlich. Sollte denn vorstehenden Landtagswahlen hatte Genosse Hänsler- Mannheim dieses fromme und einträgliche Unternehmen wirklich nicht und er stellte folgende Hauptforderungen der sozialdemokratischen mehr als eine fo geringfügige Besoldung abwerfen? Partei auf: 1. Gleiches und direktes Wahlrecht. 2. Unentgelt- find wirklich famose Mittel zur Bekämpfung der Sozial licher Unterricht in der Volksschule und Freigabe der Lehrmittel. demokratie! 3. Verbesserung des Arbeiterschutz- Gesetzes. 4. Vermehrung der Der„ unkirchliche" Sinn der Arbeiterbevölkerung preßt Fabrikinspektoren. 5. Berstaatlichung der Apotheken. 6. Des der„ Kreuzzeitung" Klagen über Klagen aus. Rürzlich hatte sie feitigung aller indirekten Steuern. 7. Die Einführung des Bonentarifs auf den badischen Staatsbahnen in ernste Erwägung eine gruselige Geschichte von einem Schulkinde erzählt, welches zu ziehen. 8. Erhöhung der Gehälter der unteren Beamten im feinen Lehrer gefagt haben sollte:„ Ach was, es giebt gar keinen 9. Verstaatlichung der Feuerversicherung. Die Gott!" Als die städtische Schuldeputation das" gottesfürchtige" Blatt um nähere Auskunft bat, lautete die Antwort, es sei ja Eine furchtbare Feuersbrunft, bei der ein zwei Stunden Anwesenden stimmten mit diesem Programm vollständig überein, tein Ort genannt. Jetzt druckt dasselbe Blatt, zum Beweise, daß lang in banger Todesgefahr schwebendes Menschenleben wie durch die Versammlung behielt sich aber auf Antrag Erhardt, Ludwigses thatsächlich solche jungen„ Gottesleugner" gebe, einen angeb- ein Wunder gerettet ist, wüthete in der legten Nacht auf dem hafen, eine Erweiterung desselben dahingehend vor, daß bezüglich lichen Brief aus einem kleinen Ort" in der Provinz ab, in wel- Grundstück Manteuffelstr. 57. Daffelbe besteht aus einem hohen der Landwirthschaft noch einige Forderungen angefügt werden. Zur Ausarbeilung derselben wurde ein Romitee, bestehend aus den Ge- chem ein ganz ähnliches Geschichtchen erzählt wird. Der Name Borderhaus, einem fünfftöckigen ersten Quergebäude, welches in seinem ganzen Umfange Tischlereien u. dergl. beherbergt, und noffen Dreesbach, Fenz, Vögele aus Mannheim gewählt. Dasselbe hat des Ortes ist wiederum nicht genannt. Die Kreuz- Zeitung" beschränkt aber ihre Entrüstung nicht einem gleichen Fabrikzwecken dienenden zweistöckigen zweiten das Recht der Kooptation, und wird seine Thätigkeit alsbald be- nur auf die jungen„ Heiden", welche die Volksschulen bevölkern, Quergebäude. An der linken Seite des zweiten Hofes steht ginnen. Ueber die Organisation, welche den 2. Bunft des Tages- nur ginnen. Ueber die Organisation, welche den 2. Punkt des Tages sondern fällt auch über die„ Heiden" auf den Kirch die Blech'sche Schneidemühle, die von Schuppenbauten flankirt ordnung bildete, wurde nach lebhafter Debatte beschlossen, die höfen her. In einem anonymen Eingesandt" wird ihren ist; daran stößt eine zum Grundstück Nr. 58 gehörige Wahlbezirke vollständig zu organisiren, und zwar wurde zu diesem Lesern erzählt, daß in einer großen Stadt in Mittel- Kistenfabrik. Die rechte Seite des zweiten Hofes nehmen Zwecke für den 44. Wahlbezirk( Schwetzingen) als Vorort Nectarau, Deutschland"-Name ist wieder nicht genannt bei der Bestattung hohe Bretterstapel ein; daneben liegt ein großer Holzplatz, für den 46. Wahlbezirk( Weinheim) Feudenheim gewählt, mit der eines Sozialdemokraten plöglich, nachdem der Geistliche and der das Hinterland des Grundstücks Nr. 56 bedeckt. Das Auflage dort ein Komitee zu ernennen, welches sich mit der Grab getreten war, das große Gefolge wie auf gegebenes Kom- Feuer ist allem Vermuthen nach im zweiten Quergebäude ausweiteren Organisation und Agitation zu befassen hat. Es wird mando vom Grabe sich zurückzog, um erst, nachdem die Funktion gekommen, hat sich sofort über das ganze Haus ausgedehnt und beschlossen, daß die nächste Konferenz im Laufe des Monats Juni des Geistlichen beendet war, sich wieder zu nähern." Augen- hatte bereits vor dem Erscheinen der gegen 8 Uhr allarmirten in Schwetzingen stattzufinden habe und wird die Einscheinlich sei der Geistliche nur von den Angehörigen des Ver- Feuerwehr auch die Schneidemühle mit ihren Schuppen erfaßt. berufung dem Komitee in Neckarau übertragen. Mit einem torbenen und gegen die Wünsche der Parteigenossen um seine Als die Feuerwehr anrückte, war eigentlich der ganze zweite Hof Hoch auf die internationale Sozialdemokratie wurde die Konferenz amtliche Betheiligung am Begräbnisse ersucht worden. Es wird nur ein Flammenmeer. Die Macht des entfesselten Elements Der frühere Redakteur der Mannh. Bolksstimme", Thies, baran die Forderung geknüpft, die Ruhestätten der Chriſten vor war furchtbar. Das zweite Quergebäude stand mit seinem gewurde wegen Beleidigung des Fabrikanten Vögele, begangen in der Entweihung durch Atheisten zu schüßen und den" Gottes sammiten Inhalt an Tischlereien, Bildhauereien und Holzleugnern" eigene Begräbnißpläge anzuweisen. vorräthen in hellen Flammen. Die Gluth war so gewaltig, daß den Nummern 199 und 202 zu 35 m. Geldstrafe verurtheilt. Eine eigenthümliche Beleuchtung erfahren gewisse chriftliche bald auch sämmtliche nach dem zweiten Hof gehende Fenster des Offenburg, 12. Mai. Der Volksfreund" schreibt: Unser Ruhestätten" durch das Jahrgangs- Verzeichniß des für Rechnung ersten Quergebäudes von den Flammen erfaßt wurden. Die Redakteur, Herrr A. Geck, hat sich zur Erledigung eines Theiles der Stadtgemeinde Berlin auf dem Berliner Gemeinde- Friedhof Gefahr wuchs noch gewaltiger, als auch der Holzplatz auf Nr. 56 der in letzter Zeit ihm zudiktirten Gefängnißstrafen gestern Abend zu Friedrichsfelde- auch„ Armenkirchhof" genannt! voll- Feuer fing und die Riftenfabrik auf Nr. 58 von den Flammen ins hiesige Kreisgefängniß begeben. Sein Weggang wird gewiß 30genen Beerdigungen, welches die Flamme, Zeitschrift zur gleichfalls bestrichen wurde. Die Hauptaufgabe der Feuerwehr vom Wunsche der tausenden Parteigenossen unseres Lesertreises Förderung der Feuerbestattung" mittheilt. Darnach wurden auf bestand daher vor Allem darin, die zunächst nur schwer gefähr= begleitet sein, daß dem vielgeprüften Vorkämpfer der Sozial- dem genannten Friedhof 1881/ 82-1889/ 90 28 339, alfo pro Jahr deten Terrains zu retten. Mit fast übermenschlicher Anstrengung demokratie fein unfreiwilliger Aufenthalt nicht zu hart werde 3149 Personen beerdigt." Geistliche Handlungen bei batten die Mannschaften zu arbeiten, und Schritt für Schritt und daß er ohne Schädigung seiner Gesundheit, zu seiner früheren Beerdigungen", fügt das Blatt hinzu, tamen sehr selten vor, in mußte das Terrain gewonnen werden. Acht Schläuche, die vou einem Jahr vielleicht fünf bis sechs Mat." Thätigkeit zurückkehren möge. Da auch unser stellvertretende 6245 Anatomieleichen, und 669 unbekannte Zeichen abziehen, bei ſtützten die Feuerwehr bei ihrem Kampfe. Schließlich hatten die le Redakteur, Genoffe Zielowsti, vom Schicksal der sozialdemokra- deren Beerdigung Grabpredigten wohl überhaupt nicht üblich sind, Mannschaften auch die Genugthuung, die Flammen sowohl im tischen Journalisten, im Gefängnisse zu sitzen, getroffen wurde, so bleiben immer noch 12 778 Grwachsene und 8657 Kinder, 1. Quergebäude, wie auch auf dem Holzplaß und in der RistenDas 2. Quergebäude, sowie die müssen wir uns für einige Tage in der Redaktion nothdürftig zusammen 21 435 Personen, also pro Jahr etwa 1420 Er- fabrik unterdrücken zu können. wachsene und 962 Kinder, zusammen 2882 Personen. Schneidemühle waren freilich nicht mehr zu retten. Nahezu zwei Wir haben nicht die Absicht, für die geistlichen Handlungen Stunden hatte die Feuerwehr gekämpft, als plöklich unter den geschloffen. behelfen. etwa " Hausbewohnern das Gerücht entstand, daß ein Mann vermißt] Die Lokalkommiffion von Nigdorf und Umgegend ver-| Statuten bie Förderung der Berufsintereffen nach der ökono werde. In der Schneidemühle ist der Arbeiter Hähne beschäftigt, öffentlicht hiermit die Liste derjenigen Wirthe, die ihre Lokale zu mischen Seite hin, die Polizei glaubte dies jedoch nicht, sondern der des Nachts im Keller zu schlafen pflegt. In der allgemeinen Arbeiterversammlungen hergeben: war der Meinung, daß die Vereine sich auch mit öffentlichen AnAufregung wat des Hähne zunächst nicht gedacht worden. Die Rixdorf. Bergschloßbrauerei, Hasenhaide. Vereins- gelegenheiten und mit Politik beschäftigten. Hierfür wurden Feuerwehr unternahm sofort das fühne Wagniß tros Rauch und brauerei, Jägerstraße. Maue's Variété- Theater, Hermannstr. 18. durch eine Reihe von schußmännlichen" Referaten Beweise" Flammen von drei Seiten aus in den noch intakten Theil Kummer's Salon, Berlinerstr. 136. Hoffmann's Festsäle, Berg- erbracht. Nun ist zwar in feinem Gesetze den Vereinen ver des Kellers einzudringen. Als man endlich in den ganz hinten straße 133. Niesegt's Salon, Bergstr. 129. Barta, deutsches boten, sich mit öffentlichen Angelegenheiten und Politik gelegenen Verschlag eindrang, fand man hier den Hähne gesund Wirthshaus, Bergstr. 120. Stolzenburg's Kaiser Wilhelmsbad, zu beschäftigen. Diese Beschäftigung zieht bekanntund munter vor. Er stand aufrecht im Keller, war allerdings, Canner Chauffee. Wiersing's Salon, Knesebeckstr. 77. Würschmidt's lich nur als er endlich an das rettende Tageslicht geführt war, kaum Salon, Knesebeckstr. 16. bie polizeiliche Beaufsichtigung solcher Vereine nach sich und die Polizei in Magdeburg hätte sich mit feiner Sinne noch mächtig. Er hatte zwei Stunden durchlebt, Brig. Gebr. Walter's Rosenseeterrasse, Chauffeeftr. 69/70. jenen Grmittelungen ganz unnöthige Mühe gemacht, wenn fie die ihm ewig unvergeßlich bleiben werden. Als er vom Schlaf Rudolf's Restaurant( Ww. Müller), Chauffeeftr. 89. Chymert's nicht überzeugt gewesen wäre, daß alle diese Fachvereine( es hanerwacht war, hatte er zu seinem Schrecken bemerkt, daß Rauch Restaurant( 3um alten Gasthof), Chauffeeftr. 18. Adam's delt sich um solche der Buchdrucker, Maler, Tapezirer, Schneider, und Flammen ihm bereits den Rückzug abgeschnitten hatten. Restaurant( Buschkrug). Güldner's Restaurant, Rudower Chaussee Schuhmacher, Metallarbeiter, Tischler und Zimmerer) dem Gesetze Zuerst hatte er sich kopflos den Weg durch die Flammen bahnen Nr. 66. zuwider mit einander in Verbindung getreten seien. Es waren wollen, allmälig aber hatte die Vernunft die Oberhand gewonnen; Treptow. Bornow's Restaurant, Bender's Restaurant, nämlich von Mitgliedern der einzelnen Gewerke, die jedoch stets er hatte troß der furchtbaren Hige rubig ausgeharrt, auch den Jakob's Restaurant, Nitsch's Restaurant, Henzel's Restaurant zum Fachvereinen angehörten oder nahe standen, eine Reihe öffentMuth nicht verloren, als der Keller immer mehr und mehr ein- Karpfenteich, Bade's Volksgarten. licher Bersammlungen veranstaltet worden, und worden, und in dengestürzt war, und war vor den Schuttmassen Schritt für Schritt Herr Engel in Briz verweigert feinen Saal. Da nun felben waren Vertrauensmänner der einzelnen Gewerfe zurückgewichen. Der angerichtete Schaden, den vor Allem die aber gerade dieses Lokal meist von Berlinern besucht wird, so zur Bildung einer Generalfommission für die Intereffen Baseler, die Berliner und die Aachen- Leipziger Gesellschaft zu machen wir insbesondere die Berliner Arbeiter hierauf aufmerksam, der Arbeiter gewählt worden. Diese Generalfommission hatte decken haben, ist ganz bedeutend. damit sie nicht in Verlegenheit fommen. Ferner wird ebenfalls sich dann konstituirt und ihre Statuten abgefaßt. Die Polizei Auf der Straße vergiftet. Vor dem Hause Eichendorfstraße und Mariendorfer Weg, ausgelegt, desgleichen bei Benz, in Wirklichkeit keine freien und ihrer Zusammenfeßung nach zutein Parteiblatt im Gasthof von E. A. Blant, Ecke Hermann- war nun ferner der Ansicht, daß jene öffentlichen Versammlungen ftraße 8 brach gestern Abend plötzlich eine in den mittleren Hermannstr. 170. Jahren befindliche Dame bewußtlos zusammen. Passanten fälligen Zusammenfünfte aller Schichten der betreffenden Arbeiterbrachten sie nach dem Polizeirevier, welches die Ueberführung auf die Lokallisten zu achten wie bisher, damit unsere Arbeit Die Statuten der Fachvereine sowohl wie die der General- KomWir bitten daher die Genossen, bei ihren Ausflügen mehr flaffen waren, sondern erweiterte Versammlungen der Fachvereine. der schwer erkrankten Unbekannten nach einem Krankenhause ver- nicht illusorisch gemacht wird. Anfragen, betreffend Lokale, find mission erachtete die Polizei nur für geschrieben, um die wahren anlaßte. Daselbst wurde lettere als eine Frau N. refognoszirt zu richten an H. Anhof, Bergstr. 139; G. Kleist, Juliusstr. 42 a. Biele dieser Vereine- sozialdemokratische Parteiagitation- zu verund eine Vergiftung bei ihr festgestellt. decken. Deshalb wurden eines Tages die sämmtlichen hier genannten Mit Bezug auf die in Nr. 107. vom 10. Mai d. J. im Vor- 34 wegen Zuwiderhandlung gegen das preußische Vereinsgesez vom Aus Friedrichshagen erhalten wir folgendes Schreiben: Vereine polizeilich geschlossen. Von den Vorstandsmitgliedern wurden wärts" unter der Marke Friedrichshagen enthaltene Notiz ersuche Landgerichte Magdeburg in einem durch vier Tage sich hin ich Sie, auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes um Aufnahme ziehenden Prozesse am 18. Dezember v. J. verurtheilt, weil sie folgender Berichtigung: In dem Lokal von W. Lerche, Friedrich die Verbindung ihres Vereins mit anderen Vereinen nicht verstraße, liegt weder der Vorwärts" aus, noch giebt der hindert hätten. Restaurateur W. Lerche sein Lokal zu sozialdemokratischen Verfammlungen her. Achtungsvoll W. Lerche, Restaurateur. Der Selbstmord eines Soldaten des Garde- Füfilier. Regiments wird von zuverlässiger Seite gemeldet. Darnach hat sich am Montag Vormittag 11 Uhr der Füfilier Steinkämper der 1. Kompagnie, in seinem Zivilverhältnisse Landmann aus Westfalen, auf dem Boden der Kaserne des 1. Bataillons mittelft einer Playpatrone durch einen Schuß in den Mund selbst getödtet. tam heute vor dem III. Straffenate des Reichsgerichts zur VerDie Revision der verurtheilten Angeklagten handlung. Es wurde in der Hauptsache gerügt, daß die Begriffe Dingen beschäftigen", verlegt seien. Auch wurde es als unzulässig politische Gegenstände" und" Vereine, die sich mit politischen bezeichnet, daß in die Vereinsstatuten etwas hineingelegt werde, was nicht barin stehe. Ueberfallen wurde in der vergangenen Nacht gegen 11 Uhr in der Ansbacherstraße ein daselbst Nr. 53 wohnhafter Herr. Polizeibericht. Im Trockenkeller der Badeanstalt Neuen Derfelbe ging, ein Packet unter dem linken Arm, von der Kur- burgerstraße 15 wurde am 11. d. M. Abends die Leiche eines neufürstenstraße her das östliche Trottoir entlang, als ihm ein ent- geborenen Kindes, mit dem Halfe auf einem heißen Heizungsrohr gegenkommender Mann im Vorbeigehen mit der Faust einen liegend, vorgefunden. Die Mutter desselben war kurz vorher als Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Freudenthal aus Schlag gegen die linke Schläfe versezte. Der Angegriffene, der frant nach der Universitäts- Frauenklinik gebracht worden. fich unmittelbar vor seiner Wohnung befand, und infolge dessen feiner Wohnung in der Markgrafenstraße mittelst Revolvers. Am 12. d. M. Vormittags erscheß sich ein Kaufmann in bracht seien, daß die öffentlichen Versammlungen als solche der Berlin, hob noch hervor, daß wirkliche Beweise dafür nicht ers schon den Hausschlüffel in der Hand hatte, fuchte den Sieb zu pariren und traf gleichzeitig feinen Gegner mit dem Hausschlüssel Vor dem Hause Brunnenstraße 87 wurde Mittags ein vierjähriges baß die Generalfommission ein politischer Verein war, denn Fachvereine anzusehen seien. Noch weniger sei aber nachgewiesen, derartig, daß derselbe auf den Fahrdamm taumelte. Ein Wächter Mädchen von einem Bierwagen überfahren und am Kopfe schwer wenn dieselbe den Arbeitern billigere Nahrungsmittel verschaffen war nicht zu erreichen, der Angegriffene fühlte sich noch durch verletzt. In der Nähe der Potsdamerbrücke sprang Abends ein wollte, einen Beschluß über die Maifeier faßte und das Abonne den Schlag der Arzt hat außer einer starken Kontusion eine Gehirnerschütterung fonstatirt- derart verlegt, daß er es vorzog, lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. empfahl, so könne darin feine politische Thätigkeit erblickt der Arzt hat außer einer starken Kontusion eine obdachloser Bereiter in den Landwehrkanal, wurde jedoch noch wollte, einen Beschluß über die Maifeier faßte und das Abonnement auf die( fozialdemokratische)" Magdeburger Volksstimme" sich in seine Wohnung zu begeben, ohne die Sistirung seines In der Spree, nahe dem Schlosse Bellevue, wurde Gegners abzuwarten. zu derselben Zeit die Leiche eines unbekannten, etwa der Revision, da die erhobenen Einwände sich nur gegen die werden. Das Urtheil des Reichsgerichts lautete auf Verwerfung 40 Jahre alten Mannes angeschwemmt. In der Nacht Verstorben ist gestern auf der Fahrt von Leipzig nach zum 13. b. M. fand auf dem Grundstück Manteuffelstr. 37 ein thatsächlichen Feststellungen richteten. Altenburg eine ältere Dame, deren Leiche nach dem Altenburger großes Feuer statt, wodurch die in dem zweiten Quergebäude beLandes- Krankenhause gebracht worden ist. Der bei ihr gefundene findlichen Holzbearbeitungs- Werkstätten, sowie ein großer Schuppen, Gepäckschein deutet darauf hin, daß sie von Berlin über Regens burg nach München reisen wollte. Zur Refognition der Verstorbenen mag dienen, daß sie ein Packet Kinderwäsche in einer Sutschachtel mit sich führte, welche mit dem Namen Glita Duntel" gezeichnet war. Bugleich fand man einen Trauring mit der Gravirung H. D. 21. September 1852." vor. " Mittelst Rettungsballes aus den Fluthen des Landwehrtanals gezogen wurde vorgestern Mittag an der Potsdamerbrücke ein Selbstmordkandidat, welcher dortselbst seinem Leben ein Ende zu machen versuchte. Derselbe, ein stellungsloser Kaufmann W., der früher in der Mulachstraße wohnte und in den letzten Wochen obdachlos war, hatte sich gegen 1 Uhr Mittags von der Brücke aus in den Landwehrkenal gestürzt, ohne daß ihn die zahlreichen Passanten daran verhindern konnten. Dem Lebensmüden muß die That aber bald wieder leid geworden sein, denn er rief im Waffer um Hilfe; an dem ihm zugeworfenen Rettungsball hielt fich W. so lange über Waffer, bis in der Nähe befindliche Schiffer mit ihren Rähnen herbeikamen und den Lebensmüden aufnahmen, der sodann nach der zuständigen Polizeiwache gebracht wurde. eine Schneidemühle, große Holzvorräthe enthaltend, und auf dem Hofe lagernde Bretter zerstört wurden. Das erste Quergebäude, in welchem bereits sämmtliche Fenster brannten, der auf dem Nachbargrundstück Nr. 56 befindliche Holzplatz und die Kistenfabrik auf dem Grundstück Nr. 58 waren bedeutend gefährdet und fonnten nur mit Mühe vor der Vernichtung gerettet werden. Ein Arbeiter, welcher sich im Keller unter der Schneidemühle befand, sowie fünf Pferde wurden aus dem brennenden Gebäude durch die Feuerwehr unverlegt hervorgeholt. Gerichts- Beifung. Boziale Mebersicht. Auf den Kopf der Bevölkernng fommen im deutschen Braufteuer- Gebiet, zu welchem Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß- Lothringen bekanntlich nicht gehören, im Etatsjahre 0,60 m. " . . 0,62 1883/84 1884/85 1885/86 0,62 " 1886/87 1887/88 1888/89. 1889/90. 0,67 0,69 0,72" 0,78 W " 1 269 477 1 820 721 " 39 615 22 " 37 857 " Die deutsche Seeschifffahrt besaß: Merkwürdig berührt wurde der unbefangene Zuhörer eines 1880 4777 Geeschiffe mit 988 690 Reg.- Zons und 40 289 Mann Beleidigungsprozesses, der sich gestern vor der II. Straffammer 1884 4815 des Landgerichts II abspielte. Angeklagt war der Drucker Wil- 1890 3 594 helm Damnitz aus Röpenick wegen Beleidigung der Polizei- Die amtliche Stat. Rorr." bemerkt" hierzu:" Die deutsche behörde und des Gendarmen Leinhübel zu Köpenick. In einer Rhederei ernährt ein minder zahlreiches Personal als früher und Versammlung des Vereins der Klempner und Metallarbeiter im beschäftigt weniger selbständige Schiffstörper; gestiegen ist nur Der Schwindler, welcher seit länger als Jahresfrist Rin- baben, ob benn der genannte Berein unter polizeilicher Kontrolle im Großen und Ganzen." Und dies Lettere iſt das Ausschlag genannten Ort vom 30. Auguft 1890 soll der Angeklagte gefragt der Raumgehalt und damit allerdings auch die Leistungsfähigkeit dern, die mit Körben und Taschen ausgerüstet von ihren Eltern stehe, fich auch geäußert haben, die Behörde hätte nach seiner gebende. Die Technik duldet ferner teine altfränkische Betriebs zum Einholen ausgeschickt wurden, unter der Vorspiegelung, Meinung fein Recht, die Vereinsversammlungen überwachen zu weise, sie ersetzt das Segel mehr und mehr durch den Dampf ihnen eine Belohnung von 5 Pf. geben zu wollen, wenn sie ihm lassen. Einige andere Aeußerungen, den genannten Gendarmen unter 100 Schiffen waren: einen Koffer aus einem bestimmten Hause holen würden, das betr., ließen nach dem heutigen Stand der Strafgesetze, vielleicht Geld abnahm, ist Dank der Energie eines zwölfjährigen Rnaben eine Klage wegen Beleidigung des Beamten als annehmbar ergestern in der Perfon des vielfach vorbestraften Paul Bollen- fcheinen, feien beshalb hier nicht erwähnt. Das Schöffengericht zu hagen festgenommen worden. Wie in den meisten Fällen, so stopenic hatte den Missethäter auch zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, hatte er auch diesem Kinde jenen erdichteten Auftrag gegeben diefer aber dagegen Berufung eingelegt. Der Staatsanwalt er: und gebeten, das für den Einkauf von Waaren bestimmte Geld flärt, daß die Polizei bes besonderen Schußes tamen auf in ein Taschentuch zu binden und in einen Korb zu legen. Als der Geseze bedürfe, und beantragt die Verwerfung der der Knabe später unverrichteter Sache auf die Straße zurückkehrte, Berufung. Der Gerichtshof ist hingegen anderer Meinung: war der Gauner verschwunden. Gestern nun sah er durch Zu fall Bollenhagen, ging ihm nach und ließ ihn durch einen Schutz mann festnehmen, Einen guten Fang hat in der Nacht zum 12. b. M. gegen 3 Uhr ein Wächter mit Hilfe eines Schuhmannes am Schöne berger Ufer gemacht. Ersterer sah zwei Personen, welche ein Kellerfenster zertrümmerten und anscheinend im Begriff waren, in den Laden einzusteigen. Bei einem der Festgenommenen, einem gewissen Eulenstedt, ist ein Glasschneider vorgefunden worden, und derselbe hat auch bereits zugestanden, daß er mit Hilfe dieses Instrumentes in der Nacht zum 5. d. M. in einen Trödlerladen der Bülowstraße eingebrochen sei und hier verschiedene Beute gemacht habe. Anscheinend haben die beiden Berhafteten gemeinsam operirt, und es dürften ihnen viele Diebstähle nachgewiesen werden können. Segelschiffe Dampfer 1885 84,7 15,3 . 3 1887 82,7 17,3 . 1890 77,8 22,7 Und von 100 Register- Tons Netto- Raumgehalt der Schiffe Segelschiffe 1885... 68,0 5 64,7 Dampfer 82,0 35,8 9 53,2 46,8 1887 1890 Dieser Fortschritt spricht für sich selbst. Für die Beleidigung des Beamten sei wohl Material vorhanden, die Beleidigung der Behörde hingegen sei vom Vorderrichter gar nicht genügend untersucht und festgestellt, nach dem vorhandenen Material also eine Berurtheilung schwer au rechtfertigen, mithin müsse die Sache an die erste Instans, die fürstlichen und graflichen find nicht mitgerechnet Zu der Provinz Posen befizen 59 adlige Familien die nebenbei bemerkt, bereits zwei Termine abgehalten hat, fammen 147 Güter in eigener Bewirthschaftung, die 169 139 Settar aurüdverwiesen werden. billiger" fortkommen wird, ist freilich eine andere Frage! - Ob der Angeklagte dabei ( 87 545 Heftar Acker, 51 524 Hektar Holz) umfassen, ferner 22 Güter mit 14 939 Hektar( 5447 Heffar Acker, 2892 Hektar Holz), die ver pachtet sind. Bu Bieht man ben Grundbesitz der fürstlichen und gräflichen Geschlechter aber in Betracht, so ergiebt sich, daß in der Hand von 144 Eigenthümern 605 Güter mit 812 205 Heftar oder mehr als die Hälfte der Gesammtfläche der posenschen Gutsbezirke ver Ein interessanter Rechtsfall tam gestern vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts zur Sprache. Aus der Untersuchungshaft wurde die des Diebstahls beschuldigte Dienstmagd Anders vorgeführt. Sie war geständig, ihrer Herrschaft verschiedene fost bare Schmuckfachen entwendet zu haben, die indeffen der Eigenthümerin wieder zugestellt worden sind. Da die Angeklagte be- einigt ist. reits in Dresden wegen schweren Diebstahls mit neun Monaten Die Diphtheritis, die lange Zeit hindurch im Amtsbezirk Gefängniß vorbestraft ist, so wurde im vorliegenden Falle Deutsche Bier. Es wurden im Jahre 1886: 2888, im Jahre Reinickendorf gewüthet und namentlich unter den Kindern der wiederum auf neun Monate Gefängniß erkannt. Als der Bor- 1889: 11 172 Fäffer und bezw. 54 600 und 276 400 Flaschen Bier Auch in die Weinländer bringt mehr und mehr das dortigen Bevölkerung viele Opfer forderte, ist nach Bekannt- figende in üblicher Weise an die Angeklagte die Frage richtete, nach Italien eingeführt. machung des dortigen Landrathes, Geh. Regierungsrathes Scharn- ob sie auf Rechtsmittel verzichten und sich bei dem Erkenntnisse weber, nunmehr als erloschen zu betrachten. beruhigen wolle, bat der Vertheidiger, R.-A. Wronker, von der Die Auflösung des Kleinen Grundbefines läßt sich Mit Bezug auf Morcheln und Champignons erläßt der G3 lag nämlich ein eigenthümlicher Sachverhalt vor. Zwei Stun- Statistische Monatsschrift" mitteilt, wurden in den vier Jahren Frage im Interesse der Angeklagten Abstand nehmen zu wollen. auch in Defterreich deutlich feststellen. Wie bie amtliche Polizeipräsident folgende Bekanntmachung: Es ist mehrfach feft- den später stand gegen die Angeklagte ein anderer Termin, 1886 bis 1889 insgesammt 42 756 Realitäten awangsweise gestellt worden, daß als„ getrocknete Morcheln" hier vielfach nicht ebenfalls wegen Diebstahls an. Wenn die Angeklagte sich nun steigert. Bei 28,8 pet. überftieg der exekutive Staufschilling nicht echte Morcheln, sondern die ihnen äußerlich ähnlichen Lorcheln bei dem Erkenntnisse beruhigte, so wurde dasselbe fofort nach der den Betrag von 200 Gulden, bei 41 pGt. ftieg er bis 1000 Gulden, feilgehalten werden, deren Genuß, besonders wenn denselben alte, abgegebenen Erklärung rechtsfräftig und die Angeklagte war bei 82,2 pet. bis 10 000 Gulden, nur bei 3 pet. frieg er über ausgewachsene, wurmftichige und faule Exemplare beigemengt zweimal wegen Diebstahls vorbestraft, wenn nach wenigen 10 000 Gulben, bei 0,1 pct. über 100 000 Gulden. Mit 97 pt. find, leicht für die Gesundheit gefährliche Folgen haben kann. Stunden die neue Anklage gegen sie verhandelt wurde. Im Falle ist also der( ländliche und städtische) kleine, mittlere Grundbesis Ebenso werden als getrocknete Champignons" außerordentlich ihr dann keine mildernden Umstände bewilligt wurden, harrte betheiligt. häufig nicht diese, sondern die zerschnittenen Stile und Hüte des ihrer das Zuchthaus. Dieser Konsequenz wollte der Vertheidiger Steinpilzes nach Entfernung der Röhrenlamellen verkauft, vorbeugen, als er den Vorsitzenden bat, von der erwähnten welchen gelegentlich auch giftige Pilze, wie der„ Hörnling", der Frage Abstand zu nehmen, widrigenfalls er der Angeklagten „ Knollenblätterſchwamm" und andere beigemengt find. Es wird rathen müsse, sich nicht bei dem Erkenntnisse zu beruhigen. Der Monopolgesellschaft der Union, bezeichnet hat, ist auch Herrin des " Das teuflische Ungeheuer", wie die englische Kleins paher die größte Borsicht, nicht nur beim Einsammeln, wobei alle Borsigende erfüllte die Bitte und somit tam bie Angeklagte in europäischen Marktes. Sie ist an einer Vereinigung belgischer ben orbenen und schädlichen Gremplare fernzuhalten sind, sondern der folgenden Diebstahlssache mit einer Bujatstrafe von einem Betroleumfirmen start betheiligt und hat ihre Hände im Spiel auch für den Genuß derartiger Pilze anzuwenden sein, und Monat Gefängniß zu den bereits erkannten neun Monaten bei der deutsch- amerikanischen Petroleumgesellschaft in Hambu empfiehlt es sich, die frischen wie die getrockneten Pilze vor der davon. Zubereitung durch kochendes und faltes Wasser zu reinigen und eventuell aufzufrischen, um alsdann alle ungesund aussehenden Etüde zu entfernen. Sierbei sei bemerkt, daß das Fleisch des eßbaren Steinpilzes nach dem Trocknen weiß bleibt, während seine gefährlichen Nebenarten blau zu werden pflegen." Bremen. So wird die Erzeugung und der Verschleiß des Pe Leipzig, 11. Mai.( Der Magdeburger Gewert. bas schaftsprozeß vor dem Reichsgericht) Seit dem Imarien Mr. Rockefeller's Beitung steht, ist eine so vorzügliche, bas troleums allgemach in einer Riefenunternehmung konzentrirt vor Erlöschen des Sozialistengefeßes werden bekanntlich einzelne Theile sie als Muster- Trust gilt; dasselbe hat den Preis des Petroleums vou des Strafgesetzbuches sowie die verschiedenen deutschen Vereins Jahr zu Jahr herabgesezt. Die Produktion ist eine nahezu gefeße öfter als früher benutzt. Die Magdeburger Polizei hatte itschaftliche, nur die kapitaliſtiſche Ausbeutung, bak In dem Bericht über die Maifeier des 6. Wahlver- feit langer Zeit ein aufmerksames Auge auf die in der Bertheilung des Mehrwerths unter die Blusmacher, ist geblieben. Stadt in ihren Vororten bestehenden Fachvereine, Sache des Volkes ist es, diese kapitalistische Gemeinwirthschaft Schußleuten in eine tollektivistische, dem Gemeinwohl allein dienende um eins vom 1. Mai war vergessen worden, daß aus Mülhausen i. E. ein Glückwunschtelegramm eingetroffen. Wir tragen es hier amit nach, über beren Versammlungen sie sich von Berichte liefern ließ. Diese Vereine bezweckten nach ihren augestalten. 0 は 8525+ it t: it ie ไว้ r, se 3 Ee ce 3 e t F Versammlungen. Der fozialdemokratische Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlbezirk wiedergegeben folgender ist: " Weidenweg 12. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Donnerstag. Geselliger Berein„ Blau Weilchen", 9 Uhr im Restaurant Boutfenhof, Stallschreiberstr. 60.- Bergnügungsverein Schneeglöckchen", Abends 9 Uhr, im Restaurant Birt, Straußbergerstr. 3: Sigung mit Damen. Sonnabend, 20. Junt: Erfter Sommernachts- Ball in Treptow bet Ackermann, unter Mitwirtung des Gesangvereins Bruderherz." Privat- Theater- Gesellschaft, ibe! to", 9% Uhr im Restaurant Gaillard, Prinzenftr. 87. Vermischtes. Geselliger Club Blau Pfropfenverein der Rohlenftäbe die elektrischen Bogenlichter verlöscht und der Sutfenftädt. Bierhallen, Alte Jakobftr. Nr. 89. Saal des Feenpalaftes nur noch durch einige Gasflammen veilen", Abends 9 Uhr bet förtsch, Stallschreiberstr. 60 Bergnügungsverein Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im Vergnügungsverein Beil= spärlich erleuchtet; trotzdem aber hörten alle Anwesenden lautlos ebbing", Abends 8½ Uhr bei 2. Engel, Müller- und Antonftraßen- Ecc. dem Vortrag Liebknecht's zu und nicht die geringste Unruhe Marienbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. chen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bet Bülow, Admiralstraße 38. Gäste willmachte sich bemerkbar. tommen. Berein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends Privattheaterhielt am Dienstag, den 12. Mai, eine öffentliche Versammlung Eine Distussion fand nicht statt. Folgende Resolution wurde s uhr, im Gesellschaftshause Ostend", Rüdersdorferstr. 45. ab, die von mindestens 2000 Personen besucht war. Der große einstimmig angenommen: Die heutige von etwa 2000 Personen Gesellschaft offnung", Abends 8 Uhr, im Klubhaus, Ohmgaſſe 2. Verein ehemaliger Schüler der 23. GemeindeGäste will Saal des Feenpalastes war ganz gefüllt, und beide Gallerien besuchte Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für die gommen tommen. Berein ehemaliger Schüler der 2. Gemeindeschule bei waren ebenfalls dicht mit Menschen besetzt. Zum ersten Punkt den 5. Berliner Reichstags- Wahlbezirk erklärt ihr volles Einver- ule. Sigung, abends 9% Uhr, bet Gaeger, Grüner Weg 29. Der Tagesordnung ergriff der Reichstags- Abgeordnete Genoffe ständniß mit den Ausführungen des Genossen Liebknecht. Sie Schröder, Stegligerstr. 18, Gäfte willkommen.- Tambourverein, Jungfernfranz", Wilhelm Liebknecht das Wort und hielt einen Vortrag über: erklärt hiermit feierlich, mit aller Araft und mit allen Mitteln Rauchklub Dezimal- aage", Abends 9 Uhr bet Infinger, Krauts: Die politische Lage, dessen Inhalt in großen Bügen für die Ideen der Sozialdemokratie eintreten zu wollen. Um ſtraße 48. Rauchflub, ernipige", Abends 8% Uhr bei A. Böhl, Rüders: Rauchtlub ,, Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's Wirths aus den heutigen unhaltbaren wirthschaftlichen Verhältnissen dorferstr. 8.haus, Staligerstr. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, Als am vergangenen Sonnabend der Reichstag geschlossen herauszukommen, beschließt die Versammlung, als Mittel zum Breslauerstr. 27. wurde, mußte fich ein jeder sagen, daß die Reichstagsmaschine Breck fich zu organisiren, und erklärt hiermit, dem sozialdemo wohl felten so angeftrengt gearbeitet habe, wie augenblicklich. fratischen Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlbezirk Und doch kann man das Resultat dieser ange beitreten zu wollen. strengten Arbeit nur gleich Null schäzen. Es ist Hierauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die ein Gefeh geschaffen worden, daß dem Arbeiter zum Schuße ge- Sozialdemokratie geschlossen. reichen sollte, dem aber die Grundbedingungen eines wirklichen Arbeiterschutz- Gefeßes absolut fehlen, nämlich die Festsetzung eines Die Bürsten und Pinselmacher hielten Montag, den Normalarbeitstages und die Gewährung des vollen, unbeschränkten 11. Mai, eine öffentliche Versammlung ab, auf deren TagesRoalitionsrechtes. Zwar haben sich die sozialdemokratischen Reichs. ordnung der zu Pfingsten stattfindende Bürsten- und Pinselmachertags- Abgeordneten die größte Mühe gegeben, durch Anträge das Kongres in Apolda stand. Nach Wahl eines Bureaus, welchem Gesetz zu einem dem Arbeiter nüglichen zu machen; aber alle die Kollegen Soyka, Michaelis, Chrus angehörten, und nach Abdiese Anträge und Versuche sind gescheitert, da den Sozialdemo- lehnung des Bauer'schen Antrages, die Versammlung wegen traten sämmtliche übrigen Parteien mit nur ganz geringen Aus- mangelhafter Betheiligung zu schließen und feinen Delegirten nahmen als eine geschlossene arbeiterfeindliche Mauer gegenüber nach Apolda zu schicken, trat man in die Berathung der Tages ftanden. Dabei find aber alle die Anträge, welche von der sozial- ordnung ein. Im Widerspruch mit dem Vorsitzenden Soyka, es für eine Ehrenpflicht der Berliner Kollegen er demokratischen Fraktion aus gestellt wurden, keineswegs unbe der es für eine Ehrenpflicht der tannte oder neue, sondern lange Zeit hindurch bestehen sie in flärte, noch einen zweiten Delegirten zu schicken der England z. B. als Gesez. Wenn neulich ein Minifter im Reichs erste wird vom Berliner Zentralverbande abgefandt be tag auf die englische Verschwörungsbill" hingewiesen hat, hauptete in längerer Rede Kollege Daun, daß dies nicht so ist das ein großer Irrthum; da dieses Gesetz, wie so manches nöthig, fei. Vor allen Dingen fehle es am Nothwendigsten, andere längst Veraltete, zwar formell noch besteht, in der Praxis nämlich an Geld, zumal die Lokal- Kaffe infolge von Streits aber ein schon längst überwundener Standpunkt ist. Das freie fehr geschwächt wäre. Außerdem hätte sich ja selbst die Stadt Roalitionsrecht ist die Grundforderung, welche die arbeitende Quakenbrück, wo doch eine so bedeutende Bürsten- und PinselKlaffe heute an die Regierung zu stellen hat, und darum habe ich fabrik blühe, außer Stande erklärt, den Kongreß zu beschicken. auch seiner Zeit bem Minister zugerufen: Geben Sie uns Berlin also, mit seiner verhältnißmäßig geringen und noch dazu, die englischen Geseze, und wir verzichten auf wie der schlechte Besuch der Versammlung zeige, völlig interesse jebe Arbeiterschuh- Gesetzgebung!" Denn überall lofen Kollegenschaft, dürfe sich durch einen einzigen Abgesandten da, wo die arbeitende Klaffe feine Bewegung hat, ist sie auch im für hinreichend vertreten halten. Troß dieser Ausführungen wurde die Frage über die BeStande, dem Kapitalismus die Spize zu bieten. fchickung des Kongresses von der Versammlung bejaht und gleich zeitig bestimmt, den Delegirten aus dem Fonds freiwilliger Beiträge zu unterstüßen. Die Wahl fiel auf Soyta. Alsdann wurde auf Antrag des Kollegen Kintscher die Versammlung geschloffen. Biel besprochen wird im Dorfe Stücken( Kreis BauchBelzig, Regierungsbezirk Potsdam) ein Borfall, über den uns folgendes von dort geschrieben wird: zu Ende vorigen Jahres verschwand aus Trebbin ein 71 Jahre alter Mann, Namens P., ohne daß seine Angehörigen etwas über feinen Verbleib erfahren fonnten. Da hörte vor zirka drei Wochen der Schwiegersohn des P., Herr W., zufällig in einer Schente, daß man im See bei Stüden einen alten Mann gefunden und auf dem Dorfkirchhofe begraben habe. Er begab sich alsbald nach dem Dorfe, wo er feststellte, daß der Aufgefundene sein Schwiegervater P. war; was er aber über dessen Bestattung erfuhr, versezte ihn in große Grregung. Wie man W. erzählte, war der Zeichnam auf Anordnung des Gutsherrn in ein Bund Stroh gewickelt und ohne weitere Hülle, sogar ohne Sarg, in einem Erdloch auf dem Kirchhofe verscharrt worden. Herr W. und seine Familie fragten bei dem Gutsherrn an, ob sich die Sache so verhielte, worauf sie die Antwort bekamen, daß aus sanitären Gründen keine andere Form der Bestattung hätte gewählt werden können. Die Angehörigen Der Arbeiter will die Selbsthilfe und die Staatshilfe, d. h. gaben sich mit diesem Bescheide zufrieden, um so mehr, als die Selbsthilfe in dem Staat, durch den Staat! Da aber der ihnen vom Dorfpfarrer eine nachträgliche Kirchliche Feier in AusStaat durch die Gesammtheit der Bevölkerung gebildet wird, so sicht gestellt wurde, bei welcher auch ein aus selbständigen Handhat auch keine Klasse das Recht zu sagen:" Der Staat sind wir!" wertern bestehender Gesangverein mitwirken wollte. Die Feier war auf Sonntag, den 3. Mai, festgesezt und Alles bereit, als und deingemäß die Hilfe des Staates für sich allein in Anspruch Herr W. am Tage vorher vom Pfarrer einen Brief bekam, worin nehmen. Man treibt augenblicklich mit dem Worte, st a atsBrit. Am Sonntag, den 10. bd. M., tagte hierorts eine ihm mitgetheilt wurde, es dürfe nicht gesungen werden, da der erhaltend" einen großen Unfug. Wer ist die staatserhaltende Partei? einzig und allein der Arbeiter! Denn wenn der Arbeiter öffentliche Volksversammlung. Das einleitende Referat hatte Kirchenrath dies verboten habe. Als am Sonntag die Anzu Grunde ginge, so würde unfehlbar auch der ganze Staat mit Herr Hennig übernommen. Derselbe verbreitete sich über das gehörigen den Pfarrer deswegen interpellirten, wies dieser ihnen zu Grunde gehen. Geht die arbeitende Klasse aus Thema: Bird die Sozialdemokratie ſiegen, und wodurch wird mit harten Worten die Thür, worauf man ihm sagte, daß er dem Lande, so muß das ganze Bolt verhungern! ſie ſiegen?" und seine Ausführungen wurden von den Ver nicht zur Feier erscheinen brauche, und ihm gleichzeitig mittheilte, Wir verlangen deshalb aber doch nicht die Herrschaft, sondern sammelten mit größter Aufmerksamkeit aufgenommen. Nach daß die Angelegenheit ein gerichtliches Nachspiel haben werde. nur die volle Gleichberechtigung für alle, eine Forderung, Schluß des Referats wurde ein Antrag angenommen, von einer Was dem Pfarrer anbetrifft, so wollen wir uns über sein Vordie ja auch durch die früheren Kaiserlichen Grlasse pro- Diskussion Abstand zu nehmen. Hierauf fand die Bericht haben jede Meinungsäußerung enthalten. Daß der Gutsherraber nicht einmal für einen Arbeiter ein Paar flamirt worden ist. Die Sozialdemokratie opponirt nicht gegen erstattung der Kommission, die in einer früheren Versammlung ein Baron diese Erlaffe, sondern das thut die Fronde der Kapitalisten, behufs Gründung eines Voltsbildungs- Instituts für Briz und Bretter übrig hatte, das gehört wahrscheinlich auch zur Schneidigund an der Spise diefer oppofitionellen Fronde umgegend gewählt worden war, statt. Die Versammlung war feit der modernen„ Edelsten der Nation". ftehtjener Mann, der die Sozialdemokratie mit den Vorschlägen der Kommission einverstanden und beschloß aum Reichsfeinde gestempelt und sich selbst stets die Gründung eines Boltsbildungsvereins für Briz und Um als den getreuen wasallen seines Herrn hingegend. Bum provisorischen Vorstand wurden die Genossen geftellt hat: Der Fürst Bismard! Diese Zustände, Meinz als Vorsitzender, Kleist als Kassirer und Beschorner als welche ein merkwürdiges Wirrsal darstellen, zeigen uns, daß wir Schriftführer gewählt. In der Diskussion über die Bildung ( Depeschen des Bureau Herold.) awischen einer alten, absterbenden und einer neuen, zu frischem des neuen Vereins sprechen die Genossen Kunzte und Mertens Livorno, 13. Mai. Gestern wurden 40 Anarchisten vers Leben emporblühenden Kulturperiode stehen: aus der alten und forderten mit warmen Worten die Versammelten auf, fich Dittatur beginnt sich allmälig ein neues ge- fest und treu im neuen Berein um das Banner der Sozialdemo- haftet, die im Verdachte stehen, um das vorgestern versuchte fratie zu schaaren. Nach einem kräftigen Schlußwort des Bombenattentat zu wissen. Depeschen. Gent, 18. Mai. Hier erwartet man, daß die Dockarbeiter ordnetes Staatswesen zu entwickeln! Prim, 18. Mai. Ein furchtbarer Gewitterregen ging hier Fürst Bismarck suchte die arbeitende Klasse, das Proletariat, Referenten schloß der Vorsitzende, Genoffe Meinz, die Versammin seine Rege zu ziehen; klar und deutlich erinnere ich mich noch, lung. In die Liften des neugegründeten Vereins ließen sich so- nieder. Der Tettenbach ergoß sich im oberen Stadttheile stromwelche Angebote mir und Mary gemacht wurden, als ich noch fort eine größere Anzahl der Anwesenden einzeichnen. Bedauerweise durch die Fenster und Thüren der anliegenden Häuſer. an dem„ Norddeutschen Blatte" arbeitete. Kommunismus, So- licherweise war die Bersammlung nur schwach besucht, welcher Große Mengen von Kartoffeln wurden fortgeschwemmt. Auch zialismus und alles mögliche sollten wir predigen. Aber die Umftand sich wohl zum guten Theil damit erklären läßt, daß die der Prümbach ist hoch angeschwollen. Das Unwetter erstreckt sich Sozialdemokratie läßt sich nicht erkaufen: Fürst Bismarck Bersammlungs- Bekanntmachungen mit einer Gründlichkeit, die über einen großen Theil des Gifelgebiets. liegt am Boden und die Sozialdemokratie fett einer befferen Sache würdig gewesen, mit Versammlungsihren Fuß auf ben naden bes Feindes. Und eben ntündigungen des Bereins der Bau- und gewerblichen Hilfs- noch vor Ende der Woche die Arbeit wieder aufnehmen werden. die Diktatur, die Bismarck ausgeübt hat, ist nur durch den arbeiter zu Rixdorf überklebt worden waren. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Klaffenkampf geboren worden, da man dem Bürgerthum Angst Charlottenburg. Eine öffentliche Volksversammlung tagte La Louvière, 13. Mai. Der Arbeiterstreit greift weiter um vor dem rothen Gespenste einjagte und es zwang, sich unter den am 1. Mai im Lokale Bismardshöhe, in welcher Genosse Pirch sich. In der Kohlengrube von Mariemont sind nahezu sämmtSchutz der Kanonen zu stellen. Derartige Zustände sind durch über das Thema: Der Achtstundentag und seine Bedeutung liche Arbeiter ausständig. Man befürchtet, daß das Walzwerk das System Bismarck geschaffen, und deshalb werden alle Waffen, sprach. von Baume wegen Mangels an Feuerungsmaterial zum Stillwelche Bismarc augenblicklich gegen die Regierung richtet, durch Nach dem von reichen Beifall aufgenommen Bortrage wurde stand gezwungen werden könnte. feine eigenen Aeußerungen zunichte gemacht: Seine eigenen von einer Diskussion Abstand genommen. Die Mairesolution Kanonen und Bajonette richten fich jest gegen wurde gegen 1 Stimme angenommen. ben Schöpfer selbst. Es ist eine Schickung der Nemesis, Bei Verschiedenem machte Genosse Birch als Vertrauensmann daß sich ein Mann, der bis dahin groß dagestanden darauf aufmerksam, daß die finanziellen Mittel in Charlotten- fcheiben richtete diefelbe indeß keinen Schaden an. hatte, burch seine eigenen Werte niederdrückt. Die Sozial- burg jezt sehr schwach seien, die Genossen sollten daran denken, und das Komitee der Bergarbeiter- Vereinigung, welche heute Demokratie freilich fehrt sich nicht baran: für die So- daß jeder Kampf Opfer fordert; deshalb thue jeder seine Pflicht. zu gemeinsamer Berathung zusammengetreten waren, bezialdemokratie ist Fürst Bismard schon früher Alsdann wurde die Versammlung geschlossen, doch blieben die schlossen, den Streit in den großen Stadten so weit mögbasselbe gewesen, was er augenblicklich für die versammelten noch lange bei dem Gesange mehrerer Arbeiter- tich fortzusehen und durch einen Streik der Dockarbeiter anderen Parteien ist! Denn " lieder zusammen. Bühnenverband, Normannia." Sonntag, den 17. Mat( 1. Pfingft- Feiertag): heater- Borstellung mit Garten- Konzert, mit darauffolgenbem Tanz, im Gesellschaftshaus ,, Ostend", Rüdersdorferstr. 45. Branken- und Begräbniskaffe des Vereins fämmtlicher Berufsklaffen( E.$.), Berlin 5, Wtoabit. Sonntag, den 17. Mai, Bormittags 10% uhr: Berfammlung bei Blocsdorf, Rathenowerfir. 76 b. Bauchklub Rothe Quaßte." Montag, den 18. Mat( 2. Pfingst- Feiertag): wohlthätigteits- Matinee bet Joel, Andreasftr. 21. Geselliger Verein„ Grüne Eiche" vor dem Halleschen Thor. Donners Straße 29. Gäste willkommen. werden. eingeführt, haben Zutritt. 11 Uhr. Gefangverein 8% eine" in Seeger'fher Einigtett"( Hutmacher), LinienMonts, 13. Mai. Vergangene Nacht explodirte in Framéries eine Dynamit- Bombe; außer der Zertrümmerung einiger Fensterdas Abladen von ausländischen Kohlen in Gent, Antwerpen, Ostende und Ter- Neuzen zu verhindern. Ausländische Bergarbeiter haben, wie in der Versammlung mitgetheilt wurde, Unterstüßung der Streifenden durch Geldspenden und Verhinderung von Kohlensendungen nach Belgien in Aussicht gestellt. Briefkaffen der Redaktion. Straßenabonnent, Waldemarstr. Wir sind im Kartenspielen keine Autoritäten. Und nun noch dazu im Schafskops" Sie müssen also schon sehen, wie Sie diese wichtige Streitfrage anderweitig entscheiden. E. N., Fürstenbergerstr. Der Wirth ist entschieden im C. G. W. Davon ist uns nichts bekannt. Daß Bismarck gefallen ist, bedeutet ja immerhin schon etwas; aber daß wir deshalb aus dem Dilemma noch nicht herausgekommen find, beweist eben das sogenannte Arbeiterschutz- Gefeß. Daß aber ein wirklich durchführbares Arbeiterschutz- Gesetz in unferem Sinne feineswegs unmöglich ist, hat der englische Boltsfreund Robert Owen zur Genüge bewiesen, der aus eigenen Mitteln Fabriken geschaffen hat, die Musteranstalten und Erziehungsanstalten zugleich waren. Aber trotzdem Owen durch fein selbstloses Wirken den schlagenden Beweis für die praktische tag, ben 14. Mai, Abends 9 Uhr: Versammlung bet Gastwirth Hahn, Noftizgese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Freiheit", Abends Durchführbarkeit unserer Forderungen geliefert hat, hat sich der Reichstag dennoch geweigert, auch nur einen geringen Theil dieser s uhr, Naunynfir. 86 bet Zubeil. Gäste fönnen durch Mitglieder eingeführt Verein ,, Boltsbildung"( Männer und Frauen) Abends 9 uhr, Forderungen zu gewähren, und nur mit Mühe und Noth haben im Restaurant Nürnberg, Schönhauser Adlee 28.- Lese- und Diskutirklub wir bei der Frauen- und Kinderarbeit eine theilweise Befferung 3 a c A u" Nachm. 3 Uhr, in der Gr. Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier schaffen können. Wahrheit, Martusstr. 31. Auftlärung", Abends 8 Uhr, Bürgerschaft! 3um gewaltigen Schaden der ballen". das ist unstreitig die flügste in beindorfs Restaurant, Langestr. 70. Gäfte willkommen. Bourgeoisie, welche nachgiebt. Kommt der Arbeiterschuß spät, so teimmel. Reue Beit", 8g Uhr, Boyenſtr. 40. Bäfte haben Butrint. Unrecht. Zur öffentlichen Darstellung eignet sich der Vorfall tommt er später auf Kosten des Kapitals. Kommt der Süd- Ost", 8% Uhr bei Toltsdorf, Görligerstr. 58. Gäfte, durch Mitglieder aber nicht. Lese- und Distutirklub Fefter Wille", Arbeiterschuh nicht, so ist das schlimm für den abends 8% uhr, bet Schulz, Gartenstr. 70. Gäfte durch Mitglieder eingeführt Arbeiter, aber tausendmal schlimmer für den haben Zutritt. A. M. Zu mündlicher Auskunft find wir bereit. Unternehmer! 28ohl ist 158 abgelehnt; aber abgesehen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends F. S., Arndtstraße. Eignet sich nicht zur Beröffents lichung. davon, daß die Bestimmungen im§ 134 c theilweise schon ent- uhr, Uebungsfunde. Aufnahme neuer Mitglieder. halten sind, hat z. B. das Zentrum erklärt, derartige Be- Gesangverein", Blumenstraße 46 bet Wend. Uebungsstunde von 9 bis 3. in Gotha und A. G., Ziegenhain. Ihre heute an stimmungen gehörten nicht in die Gewerbe- Ordnung, sondern fraße 78 bet Roth. Edelweiß Melchiorstraße 15 uns gelangten Briefe waren ungenügend frankirt. Wollen Sie bei Stehmann. Gefangverein cho 2" Alte Schönhauferstraße uns gefälligst nicht unnöthige Kosten durch die Strafportos in das Strafgesetzbuch. Die deutsche Arbeiterschaft Nr. 42 bet Reimann. Gefangverein Frühlingsluft", Flottwellwird sich jedenfalls Ausspruch merfen. Sie ftraße 5 bei Bartels. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bei machen. um das Koalitionsrecht nicht auf, Pros. Männergesangverein Bora r", Admiralftr. 38 bei Bülow. giebt den Kampf Herrn Vierk, Eisenbahnstr. 7. Ihre Einsendung ist in Gefangverein dieser Ausdehnung nicht zu veröffentlichen. Wir konstatiren fondern derselbe beginnt jetzt erst und wird sicherlich Gesangverein, ornblume", Blumenjir. 54 bei Wuttre. Hand in Hand", Staligerstr. 142 bet Greifer. Die nächsten Jahrzehnte hindurch dauern. Der Unternehmer tann Unverzagt" bet tüfter, Köpenickerstraße 127a.- Gefangverein, Dorf- aber, daß Sie in Ihrem Schreiben angeben, Sozialdemokrat zu sich vermöge der Duldung von oben und vermöge seiner Mittel glödlein" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerfir. 40 bet Pietsch. Gefang- fein und zu bleiben. Für uns ist die Angelegenheit nunmehr crauf alle denkbare Weise foaliren. Der Arbeiter hat aber das verein des Tischlerverbandes" in Steglty, Restaurant Sildebrand. ledigt. felbe Recht, ja vielleicht noch ein größeres: denn der Arbeiter Gefangverein ,, Weiße stoje", Reinickendorf, Stefibenz- und Holländerſtraßen- 3. F- nu. Ihre Einsendung ist viel zu wenig substantiit, Lebt nicht von dem Arbeitgeber, sondern umgekehrt der Arbeit Gde bei Caro. Arbeiter Gefangverein Morgenroth". Rummels- als daß wir dieselbe aufnehmen könnten. Unsere Leser besitzen geber von dem Arbeiter. Hierin liegt ber kerrn der sozialen fu" in Gahm's Klubhaus, Annenſtrauße Nr. 16. Brezel übrigens faum Aktien genannter Gesellschaft. Frage, deren Lösung nie und nimmer durch ein Arbeiterschuh- Gesangverein„ Firmitas", Adalbertfir. s bei Schneider. Gesangverein 3. M., Veteranenstraße. Gegen das Verlangen der Pogesez herbeigeführt werden kann. Die soziale Frage wird erst reuzberger harmonie", Sindenftr. 106, bet Poppe. Gefangverein lizei läßt sich Nichts machen. Sie sind, sofern Sie altes SchuhGefangverein zeug kaufen und weiter verkaufen, Trödler und unterliegen den bann gelöst sein, wenn die moderne Theilerei aufgehört hat, und wenn das Eigenthum darin besteht, daß ein Jeder dasjenige be-" Euphonia", Restaurant Weid, köpnickerstraße 68. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat für diese geltenden Bestimmungen. Ob Sie daneben gelernter Ilub„ Rüdwärts", Abends 8% Uhr, tm Restaurant Boderte, Ballisaden- Schuhmacher sind oder nicht, macht hierbei keinen gesetzlichen tommt, was er mit seiner Hände Arbeit erarbeitet hat. Unterschied. traße 47. Lübeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung. Abends 8-10 Uhr, 3. G. Auch für Werkstätten muß Miethssteuer gezahlt Elisabethstr. 67-58, Königſtäbi. Gymnaſtum. Turnverein Osten", LehrBerliner Turn- werden. lings- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. St. 11. 300. Wenn ein Fuhrherr die ihm zum Umziehen gegebenen Sachen durch Unachtsamkeit beschädigt, so muß er den Schaden, d. h. Reparaturkosten, ersetzen. diesen Um aber diese Naturforderung zu verwirklichen, müssen wir einen harten, sehr harten Kampf tämpfen; nicht einen Stampf, der zur Besiegung und Unterdrückung des Einen führen wird, fondern zum allgemeinen, ewigen Weltfrieden. Jede andere Art bes Rampfes ift eitel und nichtig. Blos in dem Zeichen der Sozialdemokratie können wir siegen und die höchsten menschlichen Biele verwirklichen.( Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Während des Vortrages waren infolge allzuraschen Schwindens " Gesangverein " Gesangverein Arbeiter- Gesangverein ,, Sarmonie", Tempelhof, Dorfstr. 10 bei Gerth. burg, Göthestraße 9 bet Konrath. Gesangverein Amicitia", Adlershof Bismardstraße bel Albrecht. Theater, Pantfir. 9-10. Musit und offenschaft, 1. Lehrlings: Abtheilung, Abends 8x- 10% uyr, im LeffingMänner- Gesangverein„ Crescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenaufraßess.- Difenbacher Sangertrang", uebungsstunde von 9-11 im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Gäste wilfommen. Verein Zid Back", Sigung mit Damen Uhr in Krösches Gesellschaftshaus, Fichtestraße Nr. 29. selger Berein Regina". Steung mit Damen, abends s uhr, in ben M. S. 223. In diesem Verhalten des Boten liegt eine strafbare Handlung nicht. Erkundigen Sie sich, ob dieser Vote Der nicht vielleicht ein Gerichtsvollzieher war. Ist das nicht der Fall für die Erledigung sogenannter Initiativanträge, d. h. Angewesen, so tönnte er höchstens wegen groben Unfugs bestraft träge von Mitgliedern des Hauses- festgesetzt war. werden, obgleich wir nicht glauben, daß die Staatsanwaltschaft Reichstag übernahm den sehr vernünftigen Gebrauch mit ſammt deshalb einschreiten würde. dem Namen. Für gewöhnlich ist im Reichstag am Mittwoch Schwerinstag". Jedoch werden nach Bedarf auch andere Tage gewählt, und ist lange nicht jeden Mittwoch Schwerinstag.- Der betreffende Artikel ist in der That Quatsch". Zum Gaudium der Berliner Genossen will ich ihn hier folgen lassen: G. F. 99. Erben müssen binnen 6 Wochen seit erhaltener Kenntniß vom Todesfall gerichtlich der Erbschaft entsagen. Sonst werden Sie als Erben unter Vorbehalt angesehen, d. h. sie hasten für die Erschaftsschulden, soweit der Nachlaß reicht. Um die beschränkte Haftung für die Nachlaßschulden zu bewahren, müssen sie binnen weiteren 6 Monaten ein Nachlaßinventar einreichen. R. R. 1095. Kinder bedürfen, wenn sie das 14. Lebensjahr zurückgelegt haben, zum Glaubenswechsel nicht der väterlichen Zustimmung. Sie müssen sich an einen evangelischen Prediger wenden. E. H., Weberstr. Lehrlinge, welche Roftgeld vom Meifter gezahlt erhalten, müssen vom vollendeten 16. Lebensjahre zur Altersversicherung beisteuern. Wein 6. Sie dürfen den Wein bis hart an die Nachbargrenze pflanzen, nur darf diese Grenze nicht überschritten werden. H. Sch. 3000. Ein Zeuge, der, um höhere Zeugengebühren zu erhalten, fein Einkommen zu hoch angiebt, macht sich des Betruges schuldig. G.. 10. Der Schwiegersohn hat, wenn seine Frau und fein Kind gestorben sind und dann erst sein Schwiegervater stirbt, tein Erbrecht an dessen Nachlaß. R. H. 66. Sie brauchen bloß bei Gericht den Antrag zu stellen, zur Entgegennahme Ihrer Austrittserklärung einen Termin anzusehen; der Beifügung irgend welcher Dokumente bedarf es nicht. Fragender A. Wenn Wochenlohn oder monatliches Gehalt verabredet ist, so darf der Prinzipal für die gefeßlichen Feiertage Nichts abziehen. " E. E. in Bremen. Ihr früherer Brief kam mir nicht zu Händen. Der Schwerinstag" hat seinen Namen von dem liberalen Grafen Schwerin, durch welchen im preußischen Abgeordnetenhause ein bestimmter Wochentag während der Session| Nur allein I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. Brunnenstr. am Rosenthaler Thor. " 1 gefeßt. Neuerdings haben„ Verschiedene" in der Redaktion bes„ Vorwärts", also bei ihm als dem Hauptredakteur des Blattes angefragt, warum er am 3. Mai nicht in Berlin gewesen sei, sich also von der Theilnahme an dem„ Weltfeiertage" gedrückt habe. Im Briefkasten des Vorwärts" wird als Antwort darauf, im Widerspruch mit der obigen Erklärung, die Uebersiedelung nach Berlin zugestanden. Er sei in Sachsen gewesen, gemäß dem Versprechen, das er vor seiner Uebersiedelung gegeben hätte. Dies schließt allerdings nicht aus, daß er, wenn man es ihm hier zu bunt macht, doch nach Leipzig zurückkehren wird. Was fozialdemokratischer Dank ist, haben ja schon manche vor ihm erfahren. Die Hasselmann, Schweizer und andere, ja selbst Lassalle, konnten davon erzählen." " Die„ Genoffen" machen dem Herrn Liebknecht das Leben doch recht sauer. Es steht noch in frischer Erinnerung, wie man ihm vor einiger Zeit schwere Vorwürfe machte, weil er durch den Besuch der Konzerte in der Philharmonie das über diese verhängte Boykott gebrochen habe, daß er sich dann in einer öffentlichen Ver Der Artikel stand zuerst in der„ Magdeburger Zeitung", fammlung vergebens dagegen zu vertheidigen suchte und endlich geht aber durch die ganze gegnerische Presse. Kein Wunder, daß energisch erklärte, in politischer Beziehung werde er die Phil- unsere Bourgeoisie intellektuell so tief steht, wenn sie mit solchem harmonie meiden, aber in Betreff des privaten Besuches der Stoffe gefüttert wird. Das Moleschott'sche Wort: Was der bort gebotenen Kunstgenüsse mit seiner Familie lasse er Mensch ist, das ist er" gilt auch von der geistigen" Nahrung. sich keine Vorschriften machen. Außer mit diesen Schwierig Die Brieftasten- Notiz, auf welcher der Artikelschreiber seine keiten, die an die Deffentlichkeit gelangt sind, hat man phantastischen Kombinationen aufbaut, war beiläufig die Antwort aber auch sonst in den Reihen der Genossen dem doch so auf Anfragen von persönlichen Freunden. Was die feindrücksichtslosen Vorkämpfer das Leben in Berlin verbittert, lichen Genossen" anbelangt, von denen man mich hier umringt indem man ihn mit Spionen umgeben hat, die ihn auf sein läßt, so habe ich beiläufig bis dato noch keinen entdeckt. Schritt und Tritt überwachen. Dies hat bekanntlich dahin Gruß! W. 2. geführt, daß er, obwohl er thatsächlich im Herbst vorigen Jahres feinen Wohnsih von Leipzig nach Berlin verlegt hat, vor Kurzem in der Landesversammlung der sächsischen Sozialdemokraten, während Bebel die Mittheilung machte, daß er infolge seiner Uebersiedelung nach Berlin sein Mandat zum fächsischen Landtage niedergelegt habe, erflärte, sein Mandat noch nicht unbedingt aufgegeben 3 haben, weil er den Wohnsiz in Sachsen noch beibehalten habe und die Rückkehr dahin aus" Familienrücksichten" als möglich im Auge behalte. Diese Drohung, der Reichshaupt stadt wieder den Rücken zudrehen zu wollen, hat aber auf seine hiesigen Gegner die beabsichtigte Wirkung verfehlt. Die Kontrolle, unter der er stand, wird unerbittlich fortAusverkauf! Neue Amerikanische Verkaufs Hallen Nur allein am Rosenthaler Thor. Brunnenstr. I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. Herren- und Knabengarderoben. Größte und billigste Bezugsquelle der Residenz. 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Größtes Berlins Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Ich erkläre Fräulein Emma SchirrFrau Kramm. am Briefkaffen der Expedition. Für den Maifonds ging ferner ein: Gießerei, Gräfeftr. 9 7,35 M. Bereits quittirt 733,45 M. Summa 740,80 m. Weitere Beiträge nimmt die Expedition, Beuthstr. 3, gern entgegen. Für die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands ( Hamburg) ging ein: Regelklub Knoten H. V. 3,00 M. Wilhelmshöhe Wannsee im Grunewald, herrlich am See und Wald gelegen, dem geehrten Publikum, Fabriken, Vereinen und Schulen bei Landpartien bestens empfohlen. 3 große Tanzfäle, AusSpannung für 150 Pferde. SUSIDA 135 175M e1 Für f. gepflegte Biere und Weine, sowie gute Speisen, Kaffee- Rüche, Regelbahnen 2c. 2c. sorgt bestens A. Meyer, Gastwirth. Meinen werthen Runden und Parteigenoffen zur Nachricht, daß mein Geschäft des Sonntags von 12 Uhr ab geschlossen ist. 720L Achtungsvoll Carl Scholz, Brangelstr. 32. 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Fabrik, dem Tischler- Verein und dem Prediger Herrn Pauli für seine troftreichen Worte am Grabe sage meinen tiefgefühltesten Dank. 816b Wittwe Keil nebst Kindern. Die Kaffenmitglieder und Arbeitgeber werden nach§ 44 des Statuts hierzu eingeladen. Der Vorstand. Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich Kaftanien- Allee Nr. 86 eine Verkaufsstelle der ausgesperrten Schuhmacher Erfurts übernommen habe und bitte alle Freunde und Genossen bei etwaigem Bedarf dies zu berücksichtigen. Karl Nitschke, Kastanien- Allee Nr. 86. Bitte genau auf Firma, Hansnummer und Kontrollmarke zu achten. 819b H. Matthées, Nr. 70. Grüner Weg Nr. 70, nahe der Koppenstraße. Spezial- Geschäft für Mehl, Mühlenfabrikate, Hülsenfrüchte, 604b Vogelfutter, Taubenerbsen, empfiehlt nur beste Waare zu billigen Preisen. Bon 5 Pfund ab Engros Preise. Verfügung. 356L Heinrich Sah, Markgrafenstraße 102. In einigen Drechsler- Dörfern Thüringens( Bod's Wahlkreis) find ver Kl. Saal und Vereinszimmer ist zu schiedene Genoffen durch ihr muthiges vergeben Schönleinstr. 6 L. Szodlukat. Auftreten materiell sehr geschädigt. Diefelben fabriziren speziell Cigarretten- Vereins- und Billardzimmer steht zur Empfehle meine Destillation. Spitzen aus Holz, das Groß schon von 70 Pf. an; Cigarren- Spitzen in verschiedenen Façons aus Holz, das Gros schon von 6 M. ab, lettere sehr geeignet zu Berloosungen bei Arbeiterfestlichkeiten, und haben dem Genossen Adelbert Zimmermann in Ruhla den Vertrieb ihrer Produkte übergeben. Muster Accidenzsetzer sucht per 19. d. M. und Preisverzeichnisse daselbst zu haben. Rondition. Gefl. Off. W. 100 N., Münz Die geehrten Leser dieses, die vielleicht straße 4( Restaurant) b. Hertwig. 813b Adressen von Cigarretten- Fabriken Arbeitsmarkt. Deutschlands, Frankreichs, Englands Tüchtige Kistenarbeiter werden u. 5. w. kennen, wollen gütigst dies auch verlangt bei Theodor Adolph, bekannt geben an [ 821 b Rummelsburg bei Berlin, neben der 811b ernickler such. Louis& H. Loewensteln, Sophienstraße 8. 51/39 P Adelbert Zimmermann, Anilin- Fabrik. Ruhla. Cigarrenspihen aus Holz mit und ohus Stereoskopen. Cigarrettenspitzen aus Holz polirt und unpolirt. Eine tüchtige Plätt- Direttrice für Herrenkragen findet sofort Stellung bei Salomon Mosse, Alte Jakobstraße 77. Anzüge, Boſen, Baletots, Uhren, D. unter Koſtenpreis. Fabrik von Hille, macher für ein anständiges Mädchen. Nur Erzeugnisse von Genossen. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 761b HOBEERD ti b Q 9 31 11 I 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 110. Versammlungen. Achter Maurer- Kongrek in Gotha. Dritter Zag. Sigung vom 11. Mai. " Donnerstag, den 14. Mai 1891. Wilzschuharbeiter und Arbeiterinnen. 8. Jahrg. Im Anschlusse bieran fand eine Ergänzungswahl der Agitationstommission statt und wurde in dieselbe Kollege Krause gewählt. Zum Schlusse wurden verschiedene Anschuldigungen des Kollegen Ruch en bäcker gegen Kollegen Süß meier debattirt und richtig gestellt. Für den zweiten Pfingstfeiertag hat die Agitationsfommission eine Fußpartie der Schuhmacher nach Johannisthal in Aussicht genommen. Ein diesbezüglicher Antrag fand seitens der Versammlung Annahme. Nähere Bekanntmachung in dieser Angelegenheit wird noch im„ Vorwärts" erfolgen. Nachdem trat Schluß der Versammlung ein. Der Lokalverband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutschlands ( Ortsverwaltung Berlin) hielt am 11. Mai seine Mitgliederversammlung ab. Herr Pezel hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die zukünftige Organisation der Gewerkschaften. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Rühl und Stein. Folgende Resolution, vom Kollegen Rühl eingebracht, wurde anDie Versammlung der in Holzbearbeitungsgenommen: Entblößen der Häupter und Erheben von den Sitzen. Nach der macher bei ihrer angestrengten Arbeit bei schlechter Nahrung in nun bekannt gegebenen Abrechnung des Kassirers, Genossen ungesunden Arbeitsräumen im höchsten Maße zu leiden haben, Gründel, betrugen die Einnahmen für Januar 46,18 M., die gestützt auf wissenschaftliche Größen, in verständnißvoller Weise Ausgaben 5,90 M.; die Einnahmen für Februar 88,56 M., die zu beleuchten. Besonders stellte Redner die außerordentliche Ausgaben 77,95 M.; die Einnahmen für März 30 M., die Aus- Wichtigkeit einer gesunden reinen Luft für die menschliche Ge Die Sigung begann Punkt gaben 62,20 M. Es verbleibt ein Defizit von 36,31 M. Genosse sundheit in das rechte Licht, zeigte, in welcher unverantwortlichen 8 Uhr mit dem Bericht des Referenten Stanning über das Herzog( Revisor) bestätigte die Richtigkeit der Abrechnung, Weise vielfach seitens des industriellen Kapitalismus nach dieser Fachorgan„ Der Grundstein". Wir heben aus demselben hervor, und wurde hierauf dem Kassirer Decharge ertheilt. Genosse Richtung hin an der Arbeiterschaft gesündigt wird und richtete daß im Jahre 1890 im Ganzen 329 Badete und 29 089 Kreuz Schweitzer erstattete dann den Bericht über die Thätigkeit des an die Kollegenschaft die dringende Mahnung, mit allen Kräften bänder verfandt und 602 Briefe und 232 Postkarten erledigt Borstandes während der Zeit des Bestehens des Vereins, vom dahin zu wirken, daß die Arbeitsstätten so viel wie möglich den wurden. Finanziell erzielte das Blatt, trok des in geschäftlicher 22. Januar bis jetzt, und forderte zu recht reger Agitation für hygienischen Anforderungen entsprechend gestaltet werden. Kollege Beziehung schlechten Jahres ein günstiges Resultat. Aus den den Verein auf. Unter Vereinsangelegenheiten" nahm Genosse Niederauer ging speziell auf die grauenhaften Zustände der Ueberschüssen wurden 1000 Mart a pie Geschäftsleitung ab- Gründel zunächst das Wort zur Begründung eines von ihm ge- meisten Berliner Schuhmacher- Werkstätten ein und war der Meigeliefert, während 1380 Mart als Raffenbestand zurückbehalten ſtellten Antrages, dahingehend, aus den von der Wahl in den nung, daß rücksichtslos gegen die allerschlimmsten„ Buden" vorge wurden. Außenstände verblieben am 31. Dezember 1890 2958 M., Kommunalbezirken 17 und 21 vorhandenen Listen einen Auszug gangen werden müsse, das gebiete das eigeneIntereffe. Gen. Rothes die aber im Laufe des ersten Duartals 1891 schon theilweise ein- derjenigen Wähler zu machen, die für den Sozialdemokraten ge-( Tabatarbeiter) führte seinerseits die Zustände der Werkstätten in gezahlt waren. Die bedeutenden Außenstände erklärte der Rese- stimmt haben, und diesen eine Aufforderung zuzutragen, sich in der Tabakbranche vor Augen, welche noch schlimmer waren, als rent durch den langen und strengen Winter und die vielen den Verein aufnehmen zu lassen. Diese Leute sollen dadurch be in der Schuhmacherbranche, die aber durch eine Verfügung des Streiks. Nachdem der Berichterstatter noch verschiedene Anfragen stimmt werden, die Partei, welcher ihre Stimmen gegolten, auch Bundesrathes einige Besserung, allerdings auf Kosten vieler und Beschwerden beantwortet hatte, gelangte ein Antrag materiell zu unterstüßen, und sich selbst im sozialistischen Sinne fleiner Eristenzen, erfahren haben. Leider sei aber hiervon die mit allen gegen eine Stimme zur Annahme, welcher der weiter auszubilden. Der Antrag wurde einstimmig angenom- Hausindustrie gänzlich ausgeschlossen. Redner befürwortete ganz Grundstein" den Dank des Kongresses aus- men. Darauf wurde die Frage der Verbreitung gelesener energisch einen allgemeinen Protest gegen die ungefunden VerArbeiterblätter mit spricht. cinem die Verhältnisse in Betracht hältnisse. Kollege A. Fleischer ging ebenfalls auf die WerkBlätter sammeln, stattsverhältnisse näher ein und betonte die Nothwendigkeit der Damit ist der zweite Punkt der Tagesordnung erledigt, ziehenden Beschluß erledigt, und der Kongreß wendet sich zum dritten Punkt, statistische fie aber nicht zur Verbreitung zu verschicken, sondern als gänzlichen Beseitigung der Hausindustrie und die Schaffung von Erhebungen über die Lage der Maurer Deutschlands. Aus Makulatur zu verkaufen und den Erlös dem Vorstande zu Arbeitsräumen seitens der Fabrikanten event. Einrichtung von dem Referat des Herrn Lorenz entnehmen wir Folgendes: Agitationszwecken zu überweisen. Als Sammelstellen sind die Zentralwerkstätten. Redner legte es der Agitationsfommission An 500 Orte wurden Fragebogen versandt, von denen 202 Bahlstellen des Vereins ausersehen. Diefelben befinden sich bei: dringend ans Herz, sich mit den Werkstattsverhältnissen ernsthaft beantwortet zurückfamen, die über die Verhältnisse von 7231 Gimide, Stöpenickerstr. 184; A. Schweizer, Dresdener zu befaffen. Im Sinne der Vorredner sprachen ferner die Maurern Auskunft ertheilten. Es ergab sich, daß der Lohn straße 52-53( City- Passage); Schönice, Wasserthorstr. 21; Kollegen Pietsch, Menzel, K. Fleischer u. A. Kollege gegen das Vorjahr nicht gestiegen, wohl aber die Miethe Börner, Ritterstr. 108; Gründel, Dresdenerstr. 116. Niederauer beantragte eine Resolution des Inhalts, daß die im Durchschnitt um 32 pet. Das gesammte Jahreseinkommen Beschlossen wurde, daß bis Ende September der Verein monatlich Agitationskommission beauftragt wird, sich mit den Werkstattsbetrug etwas über 6 Millionen Mart. nur eine Versammlung abhalten soll. Bei besonderen Gelegenheiten verhältnissen ernsthaft zu befassen, auf Mittel und Wege zur 3wei Drittel der Einsender haiten ein Einkommen fann der Vorstand außerordentliche Versammlungen einberufen. Besserung zu sinnen und in emer demnächst einzuberufenden unter 800 m. Der Stundenlohn variirte zwischen 15 bis Als Verkehrslokal für die Mitglieder wurde das Gründel'sche großen öffentlichen Versammlung über ihre Absichten Bericht zu 60 Pf. Arbeitslose Tage wurden 464 364 verzeichnet. Weiter bestimmt. Hier sollen sie sich Sonntags, wenn sie weiter nichts erstatten. Diese Resolution deckte sich mit einem vom Kollegen ergab sich, daß auf 65 000 Gesellen 8000 Lehrlinge beschäftigt vorhaben, gemüthlich zusammenfinden, um sich näher fennen zu A. Fleischer gestellten Antrage. Nach einem Schlußworte des wurden, ein Verhältniß, welches sich, wie Referent bemerkte, lernen. Beschlossen wurde ferner noch, während des Sommers Kollegen Süßmeier wurde die Resolution einstimmig angewesentlich verschlechtern würde, wenn Schlesien mit in die Sta- fleinere Ausflüge per Bahn zu machen. Dem Vorstande bleibt nommen. Auch wird in dieser Angelegenheit ein Flugblatt vertistik einbezogen würde. Am Schlusse seines Berichtes wies Herr die Regelung dieses, sowie die Ausführung der anderen Beschlüsse breitet werden. Lorenz auf die ungemeine Wichtigkeit solcher statistischen Grhe- überlassen. Ein weiterer Beschluß übertrug einer fünfgliedrigen Kommission die Vorarbeiten für das im nächsten Januar stattbungen für die Arbeiterklasse hin. Den Bericht folgte eine theilweise recht animirte Debatte. findende erste Stiftungsfest des Vereins. In diese Kommission Alle Redner waren über die hohe Bedeutung dieser Erhebungen wurden gewählt die Genossen Apelt, Herzog, Bertrand, einig und bedauerten, daß dieselben nicht in größerem Umfange Pahnte und Eimide. Nachdem so die Tagesordnung er angestellt werden können. Ein Delegirter hob hervor, daß manche schöpft war, wurde die Versammlung geschlossen. fich fürchten, Angaben zu machen, weil sie glauben, die Behörden schöpften daraus Material zur Besteuerung. Ein Mit der Frage, wie sie sich in diesem Jahre zu einer Lohnanderer hatte die Erfahrung gemacht, daß Leute erst über ihre jämmerliche Lage klar wurden, als sie die Ziffern sahen, die sie selbst bewegung stellen sollten, beschäftigte sich Sonnabend Abend eine niedergeschrieben hatten. Ein Dritter erinnerte daran, daß die unter dem Vorsitz des Kollegen Opitz tagende Versammlung Sozialdemokratische Fraktion im Reichstag den Antrag gestellt fämmtlicher in der Filzschuhbranche beschäftigten Arbeiter und hatte, eine offizielle Statistik durch das Reich erheben zu lassen. Arbeiterinnen. Kollege Schmolling hatte das Referat überRaummangel halber müssen wir uns versagen, auf die stellen- nommen und äußerte sich in seinem längeren Vortrage über diesen weise recht intereffanten Ausführungen der verschiedenen Redner Punkt. In ihrem Gewerbe sei gegenwärtig eine sehr ungünstige Geeinzugehen. Nach Schluß der Diskussion gelangten drei auf die statistischen Erhebungen bezüglichen Anträge zur Annahme. schäftslage zu verzeichnen, obgleich man nach dem letzten, so Es kam nunmehr ein Brief aus Braunschweig zur Ver- strengen Winter gerade das Gegentheil hätte erwarten müssen. Lesung. In demselben wurde mitgetheilt, daß die Maurer Braun Seit zwei Jahren waren die Filzschuharbeiter organifirt und schweigs in einer öffentlichen Versammlung beschlossen hätten, gleich, nachdem das geschehen war, wären auch die Fabrikanten den Kongreß nicht zu beschicken, ferner, daß sie sich gegen die schleunigst zusammengetreten zu einem Verband, um so den ArGründung eines Zentralverbandes und für die Zentralisation beitern einen Damm entgegensetzen zu können. Im vorigen Jahre Fabriken und auf Holzpläzen beschäftigten Arbeiter erklärt sich durch Vertrauensmänner erklärten. Der Brief wurde dem habe man Forderungen aufgestellt, welche auch schließlich mit dem Referenten einverstanden. Sie erkennt ihre Organiwurden, Theil bewilligt zum größten in diesem fation, wie sie jetzt besteht, als die beste wenigstens so lange an, Protokoll einverleibt. man nun erst recht eine gute Gelegen- bis einmal später eine Organisation sämmtlicher Holzarbeiter ge= Der Rongreß tam jetzt zum legten und zugleich zum wichtigsten Jahre glaubte Punkt der Tagesordnung: Berathung und Beschlußfasiung über heit zu Forderungen nach einer Lohnausbesserung wahr gründet wird, zu der wir dann erst Stellung nehmen würden. die Neuorganisation der Maurer Deutschlands. Das Referat nehmen zu können, da die Fabrikanten ihre Lager infolge des An Stelle von Lohrens wurde Kollege Adam zu 1. Schriftführer hierzu hatte Herr Stanning übernommen. Derselbe hob hervor, harten Winters geräumt hatten. In Wirklichkeit aber sei es ge- gewählt. Es wurde noch auf die Resolution vom 3. Mai hingewiesen. daß eine Nenderung der Organisation schon lange angestrebt wor fchehen, daß die Fabrikanten mit der Thatsache, daß ein Arbeiterden sei. Auf Beschluß des letzten Kongresses habe die Geschäfts- verein da sei, zu rechnen wußten, und in der geschäftslosen Zeit Da wir keine Marken haben, so soll auf Listen gesammelt leitung einen den Delegirten jetzt vorliegenden Entwurf nach Weihnachten große Vorräthe aufarbeiten ließen. Daher liege werden; die eine Hälfte soll der Generalfommission in Hamburg ausgearbeitet. Im Jahre 1884 habe der Kongres in Berlin jetzt allem Anscheine nach eine schlechte Geschäftsperiode vor ihnen, und die andere unserer Agitationskommission überwiesen werden. wegen des Sozialistengesetzes von einer Zentralisation Abstand und er müsse entschieden abrathen in eine Lohnbewegung einzu Der Vorsitzende, Kollege Koboldt, machte noch bekannt, daß die genommen. Dagegen habe der Kongres in Halle, der Gewerk- treten. Weiter spricht Redner noch für Schaffung einer straffen Billets zu der Dampferpartie bei allen Vorstandsmitgliedern zu schaftskongreß und selbst die jetzige Opposition die Zentralisation Organisation, welche einen Lohnkampf zu einem wirksamen Erhaben sind und daß sie bis zum 8. Juni nur an Mitgliedern verfauft werden und von da ab auch an Nichtmitgliedern. Die befürwortet. Einer der Einwürfe sei, ein Zentralverband fönne folge führen fönnte.( Bravo.) Die Diskussion war eine sehr rege, es betheiligten sich daran Dampferpartie findet am 21. Juni statt. Die nächste Mitgliederdas nicht bieten, was die Einzelverbände böten, weil dann die Gewerkschaften teine politischen Fragen mehr erörtern dürften. eine ganze Reihe von Rednern, die aber sämmtlich sich gegen den Versammlung findet am 8. Juni in demselben Lokale statt. Es sei dies aber gar kein Schaden. Die Verquickung der Politik augenblicklichen Eintritt in eine Rohnbewegung aussprachen. Das Eine Versammlung des Vereins des Sattler und mit der gewerkschaftlichen Agitation sei der Gewerkschaftsbe- Resultat der Berathungen war die Annahme einer Resolution, welche wegung durchaus nicht dienlich. Da werde am meisten geleistet, vorläufig von einem Streik Abstand zu nehmen räth, die Ver: Fachgenossen tagte am 9. Mai unter Vorsitz des Kollegen wo man beides getrennt halte. Redner beleuchtet sodann noch sammlung verpflichtet sich aber, falls die Fabrikanten mit Lohn- ßmann. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Genosse verschiedene Einwände gegen die Zentralisation und giebt zum abzügen vorgehen sollten, mit allen gefeßlichen Mitteln dagegen Baginsti einen Vortrag über Rußland und die Nihilisten, welSchluß feiner Ueberzeugung Ausdruck, daß ein Zentralverband zu arbeiten und verpflichtet sich ferner, etwaige Abwehrstreifs mit cher mit aufeitigem Interesse aufgenommen wurde. Eine Disam wirksamsten die vielen fleinen, unnüßen Streits verhindern allen Mitteln zu unterstützen. Im Laufe der Diskussion war auch Euffion fand nicht statt. Unter Verschiedenem fritisirte Kollege angeregt worden, daß die Filzschuhmacher sich den gewerblichen Haußner das Verhalten der Agitationskommission, welche am Ein Antrag auf Beschränkung der Redezeit auf 15 Minuten Hilfsarbeitern in einem lokalen Zentralverband anschließen sollten. 1. Mai eine öffentliche Versammlung der Sattler mit Frauen wird mit der Motivirung abgelehnt, daß dieser so wichtige Gegen- Bon anderer Seite wurde dagegen jedoch eingewendet, daß die einberufen hatte, in welcher über die Bedeutung dieses Tages Filzschuhmacher wohl schwerlich zu den gewerblichen Hilfsarbeitern ein Vortrag gehalten werden sollte. Der Referent hat nun nach stand einer gründlichen und vollen Besprechung bedürfe. Der Delegirte Blaurod aus Berlin wendet sich in längerer, bei Verfolgung ihrer Berufsinteressen hingehörten. Eine Anzahl der Ansicht dieses Kollegen mehr eine Kritik der Partei, bezw. aber sehr fachlich und ruhig gehaltener Rede gegen den Zentrali Redner befürwortete sonst aber eine größere allgemeine Lofal- der Parteileitung vorgenommen, und so, nach seiner Meinung, sationsentwurf. Besonders betonte er die leichte Möglichkeit, mit organisation, während von verschiedenen geäußert wurde, daß die allseitigen Anstoß erregt. Diesen Ausführungen traten nun in Sie meinten, eine gerechte Kritik Dem Vereinsgesetz in Konflikt zu gerathen. Wenn auch nur eine fleinen Vereinigungen als Hauptzweck den verfolgten, weniger längerer Debatte die Kollegen Aßmann und Bombin, sowie auch einzige fleine Geftion vielleicht aus Unkenntniß, einen Vor- Massenorganisationen als Agitationsorganisationen zu sein und Genosse Baginski entgegen. unferer Partei gehöre überall hin, und ganz besonders auch am to halten lasse, den man als einen politischen deuten daß sie den letzteren Zweck am besten erreichten. 1. Mai. Weiter wurde noch bekannt gegeben, daß Marken zum Gine Resolution auf besonderen Wunsch der Versammlung Maifonds bei der Agitationskommission zu haben seien, und ge tönne, so sei der ganze Zentralverband in Gefahr aufgelöst zu werden und man müſſe wieder von vorne anfangen. Man solle es den bringen wir sie im Wortlaut, welche sich hierauf bezog und beten, recht regen Gebrauch davon zu machen. Nachdem noch englischen Gewerkschaften nicht nachmachen, die jetzt erst an- lautete: fingen fich mit Politit zu beschäftigen, weil sie eingesehen, daß es Die Versammlung der Filzschuharbeiter erklärt, daß auf die nächste Versammlung aufmerksam gemacht worden war, auf dem rein gewerkschaftlichen Boden nicht vorwärts ginge. auf dem Boden der heute bestehenden kleinen Organis fchloß der Vorsitzende die Versammlung. Er befürworte gleichfalls die Zentralisation, aber eine solche sationen nichts zu schaffen sei, sondern daß nur ein Zudurch Vertrauensmänner nach dem System der sozialdemokratischen sammengehen sämmtlicher industriellen Hilfsarbeiter uns Partei. Auch solle man die Leitung weder nach Berlin noch nach zum Ziele führen könne und alle Anwesenden erklären, für Hamburg, sondern nach einer Stadt in Mitteldeutschland vereine lokale Zentralisation eintreten zu wollen" Tegen. Ihm trat der Delegirte Heinze, ebenfalls aus Berlin, wurde nach längeren Berathungen abgelehnt. entgegen, dem eine große Reihe von Delegirten aus allen Theilen Unter Verschiedenem" brachte Gen. Opitz die Neu- OrganiDeutschlands folgten, die sich sämmtlich energisch für einen ge- fation der Streit- Kontrollkommission nochmals zur Sprache, über Schloffenen Zentralverband aussprachen. welche in letter Versammlung die Beschlußfassung ausgesetzt war. Die Ver Hatte man schon vorher Gelegenheit, die Sicherheit und Ge- Es wurde hierzu folgende Resolution angenommen: wandtheit der meisten Redner zu bewundern, so war es ein wirk- sammlung erklärt sich mit dem Vorgehen des Ausschusses der licher Genuß, der jetzigen Debatte zu folgen. Sie stand auf der Berliner Streit- Kontrollkommission einverstanden und verpflichtet Höhe der Situation und war der Wichtigkeit des Gegenstandes sich mit aller Kraft für die Ausführung der Beschlüsse desselben angemessen. Ein Jeder war bemüht, ruhig und fachlich zu einzutreten." Sprechen. Der gereizte und ärgerliche Ton, der namentlich in der zweiten Sigung unangenehm zu Tage trat, war beinahe gänzlich verschwunden. Besonders hervorzuheben ist die Rede des Deles girten Meyer- Hamburg, der in einem lichtvollen Vortrage den Einwänden des Berliner Delegirten Blaurock entgegentrat. Die Sigung wurde um 6 Uhr geschlossen und auf Morgen, Dienstag, vertagt. werde. Schuhmacher- Versammlung. " und Die in der Hutfabrikation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen versammelten sich am Freitag, den 8. Mai cr., unter dem Vorsitz des Kollegen D. Völkel. Herr Peus sprach über die Bedeutung des 1. Mai und die Achtstundenbewegung. Kollege D. Bölfel verlas hierauf die zu Gunsten des Achtstundentages abgefaßte Resolution. Sie wurde einstimmig angenommen und das Bureau beauftragt, sie der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu übermitteln. Frau von Hoffstetten schildert die Lage der in der Hutfabrikation beschäftigten Arbeiterinnen und weist darauf hin, daß es angesichts solcher Verhältnisse hohe Zeit sei, daß sich dieselben organisiren, um solche Zustände zu beseitigen. In demselben Sinne sprachen die Herren Lauschte, Haupt und Augustin, letterer giebt zugleich bekannt, daß Frau von Hoffstetten bereit sei, die Sache in die Hand zu nehmen und zu einer demnächst zu diesem 3wed stattfindenden Versammlung eine Referentin zu besorgen. Zum Schluß fordert Genosse Peus noch alle Anwesenden auf, kräftigst zu agitiren, worauf die Versammlung mit einem be geistert aufgenommenen Hoch auf die Achtstundenbewegung ge Am 11. d. M. fand unter Leitung des Kollegen Ruff eine öffentliche Schuhmacher- Versammlung statt. Vorgesehen war ein Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wurm, der indessen infolge der eingetretenen Vertagung des Reichstages und der das durch erfolgten Abreise des Genossen Wurm von Berlin ausfiel. schlossen wird. Derselbe sollte sprechen über Die Luft als Nahrungsmittel", Schraubendreher. Am Sonntag, den 10. Mai, wurde die welches Thema fich nunmehr Kollege Süßmeier für einen Der fozialdemokratische Wahlverein für den wirtungsvollen Vortrag zum Vorwurf nahin, in welchem er Ge- lehte Generalversammlung des Fachvereins der Metallschrauben3. Berliner Reichstage- Wahlkreis hielt am 12. Mai eine Generalversammlung ab. Ghe in die legenheit nahm, die allen hygienischen Gesetzen und Anforderun- und Façondreher abgehalten. Nachdem der Kassirer, Kollege Tagesordnung eingetreten wurde, widmete der Vorsitzende, Genosse gen hohnsprechende, durch die heutigen Verhältnisse bedingte Hennig, den Kassenbericht verlesen, wurde derselbe von dem A. Schweizer, den im legten Vierteljahr verstorbenen Ge- Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung in Bezug auf Ernäh- Revisor, Kollegen Sauerbaum, bestätigt und dem Kassirer noffen einen längeren Nachruf. Die Versammlung ehrte sie durch rung, Stoffwechsel. Luft 2c., unter welcher besonders die Schuh- Decharae ertheilt. Sodann gab der erste Vorsitzende, Kollege Die Redaktion. Wir erachten diese Sache nunmehr für erledigt und sind wir bereit, in einer demnächst stattfindenden öffentlichen Hausdienerversammlung nähere Auskunft zu geben. Der Vorstand des Zentralvereins der Haus und Geschäftsdiener Berlin 3. J. A.: Hermann Bendir, Vorsitzender, Brandenburgstr. 23. Briefkaffen der Redaktion. Thate, einen furzen Ueberblick über die bisherige Thätig- sondern weil sie ein Interesse haben, jede Meinungs- Hausdienervereine öffentlich ausgegeben haben. Sollte dieses feit des Gesammtvorstandes. Hiernach hatte der Vor- verschiedenheit, die sich innerhalb unserer Partei zeigt, Berfahren vielleicht dazu führen? stand in der kurzen Zeit seit seiner Wahl( im Dezember 1890) fofort als Beichen des Berfalls hinzustellen. Was konnte ihnen im Ganzen 10 Vorstandssitzungen, fünf tombinirte und sieben angenehmer fein, als über eine Versammlung spaltenlang zu Werkstattbesprechungen abgehalten. Zu Punkt 2 nahm Rollege referiren, bei der ihnen jede unbedachte und ungeschickte RedeHermann Hirsch das Wort. Derselbe entrollte ein fleines Bild wendung Wasser auf ihre Mühle war? von den Vorgängen seit der Gründung des Fachvereins bis zum Daß wir es unseren Gegnern hierin nicht gleichthaten, heutigen Tage. Er zeigte uns, wie zweckmäßig es war, vor acht am allerwenigsten am Vorabend der Maifeier, scheint uns kein bis neun Jahren den Fachverein zu gründen, und wie stolz wir Parteigenosse, außer jenen, welche die obige Resolution ansein können auf die Siege, die derfelbe während der verhältnißnahmen, weiter verübelt zu haben. mäßig furzen Zeit seines Bestehens errungen hat. Während wir damals 16-18 m. verdienten, haben wir es doch nach schweren Kämpfen und Ringen auf 21-24 M. gebracht. Doch was die Hauptsache ist, der Fachverein hat allen Kollegen, Bezugnehmend auf den Sprechsaalartikel in Nr. 103 des die früher jeder Bewegung indifferent gegenüberstanden, gezeigt, Vorwärts", unterzeichnet von den Herren Keßler, Albold und O. G. 49. Da Ihre Beschuldigung ganz allgemein gegen daß sie nur vereint marfchiren dürfen, wenn es gilt, unsere Grauer, sieht sich unterzeichneter Vorstand veranlaßt, folgende den Richterstand gerichtet ist, so würden etwaige Beweise, welche Lage zu verbessern, und da wir heut, so fuhr Kollege Hirsch fort, Erklärung abzugeben. In erster Linie hält der Vorstand des doch immer nur einzelne Fälle betreffen könnten, bestimmt vom vor der Auflösung des Fachvereins stehen, so müssen alle an- Zentralvereins die Resolution, welche besagt, daß einige Vorstands Gerichte abgelehnt werden. Etwaige Rathschläge fönnten wir wesenden und nicht anwesenden Kollegen, die Anspruch auf eine mitglieder des Unterstützungsbundes unwahrheiten gegen den Ihnen nur mündlich ertheilen. Am besten wäre es, wenn Sie menschenwürdige Existenz machen wollen, sich verpflichtet Stellennachweiser des Zentralvereins verbreitet haben, voll und sich einen tüchtigen Vertheidiger nähmen. fühlen, dem neugegründeten Verband der Metallarbeiter ganz aufrecht. Auch hat eine genaue Untersuchung des S. P., Neue Hochstraße. Der Verkauf des Hauses giebt beizutreten. Hierauf wurde einstimmig die Auflösung in Rede stehenden Falles stattgefunden. Es ist geradezu weder dem Miether noch dem Wirth ein Recht zur vorzeitigen des Fachvereins beschlossen. In die Liquidationskommission lächerlich, daß Vorstandsmitglieder Des Unterstützungs- Kündigung, wenn nicht im Kontrakt ausdrücklich eine besondere wurden fieben Kollegen gewählt. Ueber einen Antrag, einem bundes über ihre Amtsthätigkeit hinaus, sich mit einer solchen Bestimmung für diesen Fall getroffen ist. franken Kollegen, der sich in hervorragender Weise dem Verein Bravour in interne Angelegenheiten einer anderen Vereinigung H. H., Fürstenstraße. Sie brauchen die Scheibe nicht zu während der ganzen vorjährigen Streitbewegung zur Verfügung mischen. Dieses Vorgehen ist um so mehr zu verwerfen, da oben ersehen, wenn Ihnen selbst nicht ein Verschulden nachgewiesen gestellt hat, eine Unterstützung zu gewähren, entspann sich eine benannte Herren sich als Vereinigungsapostel der bestehenden werden kann. lebhafte Debatte. Dem Antrag nach sollten dem Kollegen 30 M., die derfelbe als Darlehn vom Verein erhalten, als Geschenk überJassen werden. Nach heftigem Für und Wider wurde der Antrag einstimmig angenommen. Hierauf erklärte der erste Vorsitzende den Fachverein für aufgelöst und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den neuen Verband die Versammlung. " Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufs- Musiker" hielt am Montag, den 11. Mai, ihre erste Mitglieder- Versammlung ab. Laut Tagesordnung fand zunächst definitive MitgliederAufnahme statt. Bei der Vorstandswahl wurden die Kollegen G. Schonert zum 1. Vorsitzenden, G. Gartmann zum 2. Vorsitzenden, O. Krüger zum 1. und Neubauer zum 2. Schriftführer, Bassien zum Rassirer und H. Loppe zum Beisigenden gewählt. Als Revisoren wählte man Voigt, Wendt und Graß. Unter" Verschiedenem" geißelt Kollege Voigt das Gebahren des„ Lotal- Anzeigers", welcher in seinen Berichten über die Maifeier unsern Verein als einen fozialdemokratischen Musikerverein bezeichnete. Genoffe O. Thierbach meint hierzu, daß man Zeitungen" von der Art eines Lokal- Anzeigers" viel zu viel Ehre anthun würde, wenn man ihrer überhaupt nur mit einem Worte gedente, er empfehle daher einfaches Uebergehen zur Tadesordnung. Dieser Borschlag wurde mit Beifall angenommen. Schonert macht darauf aufmerksam, daß wir Musiker, indem wir uns in die Reihen des fämpfenden Proletariats stellen, weil wir erfannt haben, daß auch wir in der heutigen Gesellschaft nur Lohnstlaven sind, wie alle Arbeiter, uns auch verpflichten müssen, Zeitungen zu lesen, die uns in diesem Kampfe unterstüßen, und nicht solche, die nur z berichten wissen, wo ein Kommerzienrath wieder einen neuen Orden in Anerkennung seiner Verdienste" befomunen hat, und dergl. Ferner wurde beschlossen, daß als Legitimation für die Vereinsmitglieder extra Mitgliedskarten ausgegeben werden. Nachdem noch Thierbach in längerer Rede die heutige Gesellscha tsordnung einer Kritif unterzogen hatte, wurde beschlossen, in nächster Zeit große öffentliche Musiterversammlungen einzuberufen, um neue Anhänger zu gewinnen. Dann wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung geschlossen. " Die erste General- Filialversammlung der Berufsgenoffen( Saleijer, Präger u. s. w. in Berlin) des Verein der vithographen, Steindruder und Berufsgenossen Deutschlands tagte am 6. d. M. unter Vorsiz des Kollegen F. Rose. Zur Tagesordnung stand zunächst: die Wahl der Filialverwaltung. Hierzu stellt Kollege Rose den Antrag, die Verwaltung aus 6 Personen zu konstituiren. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und nunmehr zur Wahl geschritten. Es wurden gewählt als Bevollmächtigter E. Seibel, Vertreter W. Zechert, Kassirer H. Zechert, Schriftführer Th. Schäfer und zum Beisitzer F. Wezel. Außerdem wurden gewählt zu Revisoren die Kollegen Brausendorf, Schorst und Mani. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Vortrag über den Werth der gewerkschaftlichen Organisation, referirte Kollege Gonrad Müller( Schfeudig) und erntete für seinen Vortrag großen Beifall. Eine Diskussion fand nicht statt. Unter Verschiedenem sprachen die Kollegen W. Bechert und Seidel über die Graphische Presse", welche auf dem Magdeburger Kongreß zu unserem Fachorgan gemacht wurde, und bedauerten, daß diesem Blatte bisher nicht die volle gewerkschaftliche Bedeus tung gezollt worden ist. Auch Kollege Conrad Müller( Schkeudiz), als Redakteur der„ Graphischen Presse", hob noch eingehend die Bedeutung derselben für uns hervor. Hiernach entspann sich eine Debatte über wöchentliche Einziehung der Beiträge durch Vertrauensmänner. Es wurde der Schriftführer verpflichtet, in dem Bericht aufzunehmen, daß die Kollegen in den einzelnen Anstalten einen Vertrauensmann wählen, und seine Wohnung dem Kassirer H. Bechert, Swinemünderstr. 142, angeben sollen, damit dieser ihm Marten und event. Legitimationsbücher zustellen kann. Ueber den Zentral- Arbeitsnachweis wurde fein fester Beschluß gefaßt und diese Sache bis zur nächsten Versammlung vertagt. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benußung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzu geben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Die am 5. Mai bei Feuerstein tagende Versammlung der Tapezirer erhebt in entschiedener Weise Protest gegen den Bericht über die Versammlung, welche die Genossen des 6. Berliner Wahlkreises sowohl wie die Tapezirer Berlins am Vormittag des 1. Mai im, Gisteller" abgehalten, da derselbe vollständig verstümmelt und darum nicht maßgebend sein kann über den Besuch der Versammlung sowohl wie den Werth unt Charakter derselben. Die Versammlung wünscht daher, das in Zukunft dergleichen Angelegenheiten objektiver behandeli werden, gleichviel an wem die Schuld liegt, ob Redaktion ode: Berichterstatter, im Uebrigen empfehlen wir der Redaktion des Vorwärts" das Studium des Berichtes über obige Versamm Tung in der Boffifchen Zeitung", derselbe ist wenigstens objektiv Im Auftrage der Versammlung: G. Freiwaldt. Der Bericht war weder verstümmelt, noch gefärbt worden Er war nur fars, aber nicht so furz, daß irgendwie wichtige Vorgänge verschwiegen worden wären. Mit Kürzungen wurd der Redner, der den Standpunkt der Fraktion in der Frage der Maifeier vertrat, ebenso bedacht, wie die Redner, die den ent gegengefeßten Standpunkt einnahmen. Beiläufig ist die Redaktio. des Vorwärte" in dieser Frage persönlich ganz neutral. Alle in Be tracht kommenden Gesichtspunkte waren in den Versammlungen de Dorhergehenden Monate ausführlich und breit erörtert und in den Berichten von uns verzeichnet worden. Eine nochmalige Wiederholung glaubten wir unseren Lesern ersparen zu fönnen Daß die Boss. 3tg." über die Versammlung ausführliche: berichtet hat, als wir, als wir, ist leicht erklärlich. Wunderba ist es nur, daß uns Genossen diese Art der Bericht erstattung empfehlen. Nicht aus Objektivität berichtete die bürgerlichen Blätter so eingehend über diese Versammlung 3. Ziehung der 3. Klasse 184. Königl. Preuß. Lotterie.[ 566 740 802 12 22 984 02124 31 260 78 344 81 411 67 79 80 95 98151 Ziehung vout 13. Mai 1891, Vormittags. Nur die Gewinne über 155 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 24 55 345 415 79 590 642 47 65 805 1184 454 79 543 693 833 85 2160 228 313 414 516 61 779 817 20 86 938 3267 85 90 304 28 65 410 45 70 570 609 67 721 95 811 54 81 950 4103 28 5 488 628 750 96 932 93 5008 291 306 449 519 697 741 866 944 93 6016 204 52 305 8 437 51 506 557018 129 201( 300) 309 24 636 57 80 711 917 8083 121 220 67 87 408 624 78 729 800 9182 86 233 42 46 334 551 669 804 904 96 10015 40 134 49 387 424 46 580 959 11283 334 49 83 440 70 506 76 636 743 803 19 953 54 68 12027 179 585 616 50 833 910 14 87 13098 320 455 62 650[ 200] 83 898 911[ 200] 14467 619 20 775 821 924 13052 1200: 197 268 375 90 611 59 5 16005 141 15001 43 281 360 81 439 83 707 912 61 17269 404 1500] 683 765 859 84 940 18025 41 148 12001 53 269 409 15 575 90 774 897[ 300] 953 88 10080 187 314 96 455 676 741 98 871 20088 184 87 238 407 81 537 816 942 1041 65 192 318 423 22006 35 91 24 55 408 62 507 15 82 23024[ 300, 61 154 220 79 1300) 403 45 77 675 86 94 700 897 949 24185 96 342 44 80 411 19 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63 739 804 188090 405 59 502 16 58 636 725 62 831 62 946 47 50 189152 239 99 353 61 72 631 736 47 69 853 83 97 906 58 3. Zichung der 3. Klasse 184. Königl. Preuß. Lotterie. 1481 515 20 669 745 89 951 93057 95 325 59 402 14 702 836 991 96177 Biehung vom 13. Mai 1891, Rachmittags. Nur die Gewinne fiber 155 Mart sind den betreffender Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 161 697 773 807 24 28( 500) 1039 107 89 294 300 55 433 590 99 643 52 66 71 772 78 881 988 2085 137 46 341 58 77 636 722 39 905 24 $ 2 3007 102 52 605 708 53 87 1200] 932 86 4211( 300) 491 544 88 625[ 300] 707 40 942 5049[ 200] 65 70 80 296 721 36 881 995( 2001 6039 153 71 74 505 24 70 727 36 57 71 804 24 55 991 7049 120 83 549 677 704 856[ 300] 8096 175 239 497 719 869 986[ 2001 9060 290 352 505 662 783 923[ 200] 50 65 10043 78 88 143 510 34 49 64 73 652 790 891 11004 122 265 70 343 704 20 851 93 901 13 69 12153 72 74 95 245 306 86 96 410 61 63 676 79 604 53 721 76 90 817 90 913 17 44 80 18221 335 77 496 542 66 83 923 72 14025 66 188 531[ 1500] 702 15223 66 366 1200) 73 405 35 513 804 27 47 48 79 16017 148 363 636 91 95 789 17074 161 81 430 514 15 79 629 69 885 918 23 31[ 200] 91 97 18005 75 85 143 313 43 15001 428 841 19008 265 307 61 41S 500 83 744 823 901 61 20098 194 234 366( 500] 97 405 26 32 565 614 20 31 793 967 2113 280 399 431 87 519 29[ 200] 68 74 99 674 889 908 31 22154 369 530 69 635 765 833 57 907 23099 129 202 335 68 77 414 67 522 38 43 617 96 12001 708 867 983 24003 229 92 94 446 79 589 621 78 1200] 839 25008 177 362 71 403 74 504 774 887 26007 109 33 420 601 24 82 765 67 891 907 41 27036 79( 300) 298 409 881 900 28196 215 377 665 67 602 31 29076 445 578 645 47 706 30176 215 52 505 39 731 41 80 889 31299 348 58[ 2001 420 525 52 [ 300] 71 637 43 838 58 72 79 32037 293 565 617 37 732 33 814 910 22 69 33233 44 470 539 70 619 780 831 91 904 44 34106 48 327 75 510 74 839 66 73 925 32 35267 785 90 866 36082 90 266 335 93 413 9 575 638 85 94 758 827 947 37191 285 477 646 718 834 56 3803 101 72 273 491( 2001 516 39 683 820 83 39216 372 88 418 34 92 93 542 61 58 627 49 52 716 51 83 40 45.947 40079 61 471 85( 2001 99 503 639[ 200] 800 14 33 76 SO 994 95 41010 30 107 28 253 83 361 92 439 70 524( 2001 365 935 45 42518 75 701( 500) 801 947 48216 44 69 703 836 49 95 903 77 44234 70 330 51 486 5.4 775 93[ 200] 806 97 45066 146 63 84 281 355 60 417 21 716 911 46204 46 365 404( 200) 36 525 40 630 775 86 8.8 973 47026 49 297 461 656 70 644 724 36 845 72 94 949( 200) 48007 37 110[ 200; 416 145 881 94 49158 276 871 424 504 705 11 915 50082 215 363 574 641 817 912 51124 51 77 275 438 54 651 757 882 946 52064 170 2.3 631 33 735 55 62 97 98 53036 88 12001 111 18 350 70 72 437 87 654 71 760 811 54 53 167( 300) 214 35 43 339 438 [ 200] 51 621 729 895 55127 64 85 410 21 51 910 58 56013 103 234 346 49 432 680 808 917 71 57012 79 221 426 540 912 58004 328 547 680 86 787 90 874 995 59234 48 309 29 448 626 44 1200) 47 888 1200 60472 630 44 63 96 800 62 61020 96 120 1 165 89 272 323 61 414 39 608 49 66 15001 656 62076 221 69 317 38 91 494 578 92 12001 800 10 95 68093 217 47 58 81 707 58 08 976 04256 64 613 17 62 817 970 65074 320 38 67 446 525 80 655 770 962 66007 10 59 87 231 34 70 74 410 63 574 668 6141 250 351 463 534 6710 61 97 826 GM040 69 230 53 354 587 653 711 880( 300) 95 992 69001 80 202 347 87 473( 500) 605 28> 17 995 70033 67 282 339 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Druck und Verlag von Mar Bading in Bedlin SW., Beuthstraße 2. eng gil me hät bei fich der Lur den geg bet die gai zid fisc cät Ar fläc hin dan bie dla Gr tio De Be ger Ve Ve uc ge .rf 181 Di un cec St Hu 100 Ve er La Le de eb br N 97