Nr. 521 39. Jahrgang Ausgabe Br. 253 Bezugspreis: Für den Monat November 400,-D., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luremburg 496,-M., für das übrige Ausland 665,-M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Bormärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolf und Beit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin SW Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile foftet 80,-M. Reklamezeile 400,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes meitere Wort 16, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10, M., jedes weitere Wort 8,- 2. Worte über 15 Buchstaben zahren für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten 8eile 25,- Wr. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 3. November 1922 Die Börse im Taumel. Der Dollar springt auf 6500! Die pessimistischen Ausführungen des Reichsbankpräsiden- scheinlich keine Aenderung in der gegenwärtigen englischen Politik ten über die finanzielle Lage Deutschlands wirken immer noch herbeiführen wird, hatte sie doch günstigen Eindrud auf die fran ungünstig auf die Bewertung der Mark im In- und Auslande ein. Gestern wurde in New York die deutsche Mart bereits zu Kursen gehandelt, die einem Dollarftande von 5714 Mr. entsprechen. Heute fette daraufhin in Berlin eine beispiel. lose Hausse am Devisenmarkt ein; der Dollar wurde gegen Mittag mit 6450 m. gehandelt. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichedkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Politik oder Brot? Zu den deutsch- polnischen Wirtschaftsverhandlungen. Bon Dr. Alfred Nossig. Wir geben den folgenden Aufsatz, der interessante außenpolitische Perspektiven enthüllt, wieder, ohne uns mit allen seinen Einzelheiten zu identifizieren. Red. d.„ Borw.". ösische öffentliche Meinung gemacht. In Berlin fanden wir den Kanzler und den Finanzminister bereit, alle Anstrengungen zu Mehrfach hat der„ Borwärts" seine Leser darüber untermachen, um der Reparationsfommission Einblid in die genaue Lage richtet, daß die deutsche und die polnische ReDeutschlands zu geben. Das Problem selbst ist außerordentlich gierung, in richtiger Erfenntnis der verzweigten wirtschaft[ chwierig. Das Hauptproblem liegt darin, einen Weg zu finden, um lichen Interessen, welche ungeachtet aller politischen Konflikte wird erst dann erwogen werden, wenn das Problem gelöst sein wird. handlungen über alle gemeinsamen Wirtschafts- und Verwaldie Mark zu stabilisieren. Eine internationale Anleihe die beiden Nachbargebiete eng miteinander verknüpfen, VerEine Anleihe ist unmöglich ohne Stabilisierung der Mark. tungsfragen in Dresden eröffnet haben. Für diese Berhandlungen, denen weite Ziele gesteckt wurden- darunter der Abschluß eines umfassenden handelsvertrages-, ist ein großer Delegierten und Beamtenapparat geschaffen worden. Seit etwa zwei Monaten arbeiten nun in Dresden die verschiedenen Kommissionen. Das Ergebnis ist aber bis jetzt ein recht mageres, obwohl, wie rückhalilos zugegeben werden soll, beide Vertretungen von ernstem und aufrichtigem Verständigungswillen erfüllt sind. An der Effektenbörse geht die katastrophale Hauffe in befchleunigtem Tempo vorwärts. Die Kurssteigerungen ließen Als ich vor einigen Wochen einen Plan vorlegte, um die finanziellen fich gegen Mittag noch längst nicht übersehen. Ernste Beob- Schwierigkeiten Deutschlands zu lösen, war die Situation noch viel beffer. Die Mart stand damals 200 zum Dollar; heute steht fie achter der Vorgänge an der Börse sind allerdings der Meinung, 6000. Deutschland borgt täglich vier Milliarden Mart von der daß sehr bald diesem Hauffetaumet ein um so furchtbarerer Reichsbant aus. Das ist schredlich. Es will mir scheinen, als Rückschlag folgen fann. Vorläufig dauert aber unter der Ein- ob das deutsche Budget nur durch brastische Maßwirkung des neuen Marksturzes die Kauftätigkeit des in- und nahmen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden fann, und wir ausländischen Publikums an. Wirtschaftliche Momente finden wollen solche Maßnahmen suchen. so gut wie gar keine Berücksichtigung mehr. Es spielt sich an der Börse eine wahnsinnige Flucht vor der Mark ab. Bradburys Befürchtungen. Keine Anleihe ohne Stabilisierung der Mark. Paris, 3. November.( EE.) Der englische Vertreter in der Reparat onstommission, John Bradbury, erklärte dem Ber. treter der„ Chicago Tribune": Wenn die Reparationstommiffion fein Auskunftsmittel findet, um die Mart zu stabilisieren und das Gleichgewicht ins Budget zu bringen, so fürchte ich, daß Deutschland denselben Weg wie Oesterreich gehen wird. Die Atmosphäre bei ben gegenwärtigen Berhandlungen ist nicht ungünstig. Obwohl die Demiffion Lloyd Georges wahr Bonar Laws Außenpolitik. Für ein Einvernehmen mit Frankreich. London, 3. November.( WTB.) In seiner gestrigen Rede erklärte Bonar Lam noch, über die Beziehungen zwischen Frankreich und England sprechend: Es besteht tein Zweifel darüber, wie diese Beziehungen sein müssen. Wir haben wirklich gemeinsame Ziele, obgleich in der Zukunft ebenso wie in der Bergangenheit große Meinungsverschiedenheiten bestehen können mit Bezug auf den Weg, diese Ziele zu sichern. Bir können Frankreich flar machen, daß wir seine Freunde sind und daß wir einsehen, daß jeder Bruch des Einvernehmens zwischen den beiden Ländern für beide und für die Welt verhängnisvoll fein würde. Wir können versuchen, ein Uebereinkommen zwischen den Franzosen und uns zu erzielen, da wir erkennen, daß, wenn wir ein Uebereinkommen nicht erzielen tönnen, ein Chaos in Europa die Folge sein wird. Ueber Italien sagte Bonar Lam, er habe eine freundschaft. liche Mitteilung des neuen Oberhauptes der italienischen Regierung erhalten und sie namens Englands erwidert. Es fei Englands Pflicht, da, wo es tönne, Italien praktisch seine Freundschaft und feine Sympathien zu beweisen. Mussolini gegen den Terror. Rom, 3. November.( TU.) Mussolini hat gestern die Anführer der fascistischen Miliz zu sich berufen und später auch die Vorstände der Polizeiverwaltungen und Truppen, um ihnen strenge Anweisung zu erteilen, daß den fascistischen Ausschreitungen gegen Sozialisten und Kommunisten ein Ende gemacht werden müsse. Jeder, der sich noch eine Ausschreitung zuschulden kommen lassen werde, werde Streng bestraft werden. Bradbury erklärte meiter, daß es notwendig wäre, die Berantwortlichkeit zwischen der Reparationsfommiffion und der deutschen Regierung zu teilen. Wenn die Reparationskommission eine Kontrolle von Paris aus ausüben würde, so entständen zwei Gefahren. Die eine wäre die, daß Deutschland erklären würde, daß die Ratschläge der Reparationskommission unmöglich erfüllt werden könnten. Wenn aber Deutschland diese Ratschläge annehme und wenn diese dann zu feinem Erfolg führten, so würde man der Reparationstommiffion die Schuld hieran zuschreiben. Infolgedessen solle die Reparationstommission ihren Siz nach Berlin verlegen, um im Einverständnis mit der deutschen Regierung eine Kontrolle herbeizuführen. fei überzeugt, daß die Interessen des Friedens und der Zivilisation cm besten gefördert werden könnten durch loyale Freundschaft und Bufammenarbeit zwischen den Regierungen der alliierten Mächte. Jugoslawische Besorgnisse. Gewiß liegt dies zum großen Teile an dem äußerst tomplizierten Charakter der erörterten Materien und den technischen Schwierigkeiten, welche Verzögerungen bedingen. Aber es spielt auch noch ein anderes hemmendes Moment mit. Borwiegend in Polen, in gewissem Sinne aber auch in Deutschland machen sich seit einiger Zeit gewisse politische Einflüsse geltend, die die angebahnte wirtschaftliche Verständigung zu hintertreiben, zum mindesten aber tunlichst hinauszuschieben versuchen, und zwar unter dem Vorwande, daß das Anfnüpfen enger wirtschaftlicher Beziehungen mit einem an= deren Lande vorteilhafter wäre. Das Spiel ist recht verwickelt, da die wirtschaftlichen Intereffen verschiedener Mächte einander gegenüberstehen und jeder Schachzug durch einen gegnerischen durchkreuzt wird. So tann hier nur auf die Hauptmomente hingewiesen werden. Ein starker Gegensatz besteht zunächst zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreich will es nicht ruhig mit ansehen, daß Polen, sein politischer und militärischer Bundesgenoffe, fich wirtschaftlich vorwiegend an Deutschland anlehnt. Der französische Einfluß in Warschau ist also den deutschpolnischen Verhandlungen jedenfalls nicht günstig. Dieses Belgrad, 2. November.( WTB.) Anläßlich des Fascisten. Moment hat aber in der legten Zeit an Schärfe ein wenig vereinfalles in Suschat und der Verlegung der Grenze Südslawiens loren, da das Ringen zwischen Frankreich und Deutschland um fand ein Ministerrat statt, in welchem über die Maßnahmen beraten die wirtschaftliche Expansion nach Osten sich nunmehr auf ein wurde, welche notwendig feien, um neuerliche Berlegungen der anderes Reich erstreckt, nämlich auf Rußland. Grenze zu verhüten. Die Armeefommandanten in Agram und Die Sowjetdiplomatie hat es verstanden, in Frankreich Sarajewo wurden beauftragt, die nötigen Borkehrungen für mög- die Ueberzeugung zu wecken, daß England in Verbindung mit liche Zwischenfälle zu treffen. Inzwischen besuchte der hiesige Deutschland die wirtschaftliche Exploitierung Rußlands monoitalienische Geschäftsträger den Minister des Aeußern und gab der polisieren würden, wenn Frankreich nicht rechtzeitig ebenfalls Berficherung Ausdruck, daß die italienische Regierung von dem auf den Plan träte. Daher die Reise Herriots nach Wunsche durchdrungen sei, mit den Nachbarstaaten freundschaftliche auf den Plan träte. Daher die Reise Herriots nach Beziehungen aufrecht zu erhalten. Untersuchung gegen Konstantin. Athen, 3. November.( WTB.) Wie die Blätter melden, soll der frühere König Konstantin, dessen Verantwortlichkeit für den zu fammenbruch in Kleinafien festgestellt ſei, ersucht werden, vor bem Untersuchungsausschuß zu erscheinen, widrigenfalls er mit der ersten Gruppe der Angeklagten Gunaris, Stratos, Baltazzi usw. vom Kriegsgericht in Abwesenheit abgeurteilt werden soll. Der Pro deß gegen die Angeklagten foll im Laufe der nächsten Woche beginnen. Pogromagitation in Litauen. " Ein unmöglicher Finanzminister. Litauen Bogrome gegen die jüdische Bevölkerung Kowno, 3. November.( Eca.) Unser Freind" meldet, daß in wiederum im Gange find. Die antefemitische Propaganda hat nach der Melbung einen solchen Umfang angenommen, daß sich eine be Graf Sforza nach Rom berufen. sondere jüdische Delegation an den Finanzminister wandte und ihn Paris, 3. November.( EE.) Graf Sforza wurde von Mussolini um Erklärungen und Beruhigung der jüdischen Bevölkerung bat. bringend nach Rom berufen, um mit dem Ministerpräsidenten zu Der Minister Petrulitsch antwortete wörtlich: Bogrome müssen fonferieren. Er wird heute abend abreisen. Erst nach der Kon- fein und werden sein, und wenn die blinden Massen Ihre Geschäfte ferenz wird es sich entscheiden, ob die Demiffion Sforzas als end. plündern und ausrauben, werde ich nicht einen Finger rühren, um gültig angesehen werden muß. Dem römischen Matin"-Rorrefpon- Euch zu retten!" Diese Erklärung des litauischen Ministers rief beDenten zufolge würde Graf Sforza, falls er es weiter ablehnen sollte, greiflicherweise unter der jüdischen Bevölkerung eine ungeheure Auf mit der gegenwärtigen Regierung zusammenzuarbeiten, vor den regung hervor. Obersten Gerichtshof gestellt werden. Kowno, 3. November.( Eca.) Die polnischen, jüdischen, deutschen, Paris, 3. November.( BTB.) Nach einer Meldung aus Rom russischen und weißrussischen Minderheiten haben gemeinfam beschlossen, ihre Bertreter aus dem Sejm zurückzuziehen, so daß in dem hat Graf Sforza Muffolini geantwortet, er habe den Entschluß, tommenden litauischen Sejm nur bie litauische Bevölkerung vertreten feine Demiffion einzureichen, infolge der Erflärungen gefaßt, die fein wird. Muffolini in seiner Rebe in Neapel abgegeben habe. Er fei von dem Bunfche befeelt gewesen, der Regierung feine Verlegenheiten zu Die amerikanischen Wahlen. Nach einer Blättermeldung aus Mostau. Gleichzeitig aber operiert die Sowjetdiplomatie sehr geschickt in Warschau mit dem wenig verhüllten Zweck, Bolen zu veranlassen, seine alten, engen wirtschaftlichen Be verfügbaren Hilfsquellen dem Aufbau Rußlands zu ziehungen zu Rußland wieder aufzunehmen und alle widmen. Damit verbinden sich Bemühungen, die darauf abzielen, Bolen vom Abschluß des Handelsvertrages mit Deutschland zurückzuhalten. Insbesondere wird Polen vor der Gewährung des Transits an Deutschland gewarnt, da Deutschland bei einer Erleichterung des Transports Rußland mit seinen Waren überschwemmen und der polnischen Industrie auf den russischen Märkten den Absatz streitig machen würde. Diese Suggestion hat in Bolen starten Widerhall gefunden und sogar zu einer viel bemerkten Rundgebung gegen die Dresdener Berhandlungen geführt. land. Es versucht, Deutschland zu bewegen, die mit ihm geUnd noch auf einer dritten Klaviatur spielt Sowjetruß troffenen wirtschaftlichen Vereinbarungen auch auf alle mit ihm föderierten Republiken, wie die Ukraine, Grufien, Asserbeidschan, Tschita, Turkestan usw. auszudehnen. Bei dem gegenwärtigen Stande der deutschen Produktion und der valutarischen Lage ist es aber taum möglich, daß Deutschland sowohl Polen als auch den mit Sowjetrußland föderierten Republiken gegenüber umfassende wirtschaftliche Verpflichtungen übernähme. Es muß den Hauptteil feines Exportes für die valutastarken Länder reservieren und hinsichtlich des für den Osten verfügbaren Restes eine Entche i dung treffen. Die Erfahrungen, welche es bis ießt mit Sowjetrußland gemacht hat, ermuntern Deutschland feineswegs zu einer sofortigen Ausdehnung des wirtschaftlichen Abkommens auf das ganze Gebiet der Sowjetföderation. Washington sind die Wahlen für die Erneuerung eines Drittels der Es mag vielleicht dem auf weite Sicht arbeitenden und Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senates auf den felbst ein Risiko bei eventuell hohen Gewinn nicht scheuen7. November festgesetzt worden. den Großtapital erwünscht erscheinen, sich in den russischen London, 3. November.( WTB.) Auf die Begrüßungstelegramme Mussolinis haben Bonar Law und Curzon geantwortet, sie hat die Arbeiterpartei bei den Gemeinderatswahlen in London fifern, denen die neueste französische Orientierung SowjetDie englischen Gemeinderatswahlen. Nach den letzten Berichten Föderativrepubliken zu engagieren. Es mag dies auch Politeilten Mussolinis Wunsch nach fortdauernder Solibarität und 220 Gige verloren. Bei den Wahlen in den Provinzen sind bis rußlands nicht zu denken gibt, als vorteilhaft gelten. Mit den Freundschaft zwischen ihren belden Ländern. Die britische Regierung gestern abend von 574 Arbeiterfandidaten 350 unterlegen. berechtigten Interessen des arbeitenden Volkes bereiten. England und Italien. Aufstellung einer gut ausgerüsteten Fascisten- Armee. Die Einberufung des Reichstags. ber läßt sich eine solche Wirtschaftspolitit nicht in Einklang, geführt geblieben find. Die jüngsten Borgänge in Italien hab bringen. Bei den Schwierigkeiten der Approvisio- den Ehrhardtschen Plänen neuen Antrieb gegeben. Man betreibt nierung und den unablässig steigenden Preisen jetzt die In Anwesenheit des Reichskanzlers beschäftigte sich des der Nahrungsmittel muß vor allem dafür gesorgt 2eltestenrat des Reichstages mit dem Wiede werden, daß das werktätige Bolk von dem Erlös seiner Arbeit Die Ansätze dazu sind in Bayern und in Ostpreußen vorhanden, zusammentritt des Plenums. Die für den 7. November i sich sättigen kann. Unter diesem Gesichtspunkt aber erscheint ferner in Pommern und in der Neumark. Die Werbungen Aussicht genommene Sigung wird ausgesetzt. Der Präsident der baldige Abschluß eines festen Abkommens mit werden ununterbrochen fortgesezt. Mit den Wer ist ermächtigt, die nächste Sigung nach Rücksprache mit der Polen unvergleichlich vorteilhafter als die Berfor- bungen Hand in hand geht die Einrichtung von Waffen. Reichsregierung über die Möglichkeit einer Debatte über die gung der Sowjetrepubliken mit deutschen Produkten. Polen lagern einige von ihnen sind dank der Wachsamkeit der Re- im Augenblik schwebenden wirtschaftlichen und finanzpoliti ist ein überaus fruchtbares Gebiet, welches die Kriegswehen gierung bereits aufgehoben worden-, aus denen die" Fascisten- fchen Fragen einzuberufen. Das wird voraussichtlich nicht schon fast völlig überwunden hat. Seine landwirtschaftliche Armee" im entscheidenden Moment ausgerüstet werden soll. Gleich vor dem 13. oder 14. november der Fall sein. Produktion steht bereits beinahe auf der Höhe der Vorfriegs- zeitig spricht man davon, einer gewaltsamen Einverleibung Nordgeit. Nach den letzten Berechnungen des Polnischen Statisti- tirols in das italienische Staatsgebiet zuvorzukommen. Die Beschen Hauptamtes tann Polen in diesem Jahre nachstehende sezung Tirols folle das Signal für die Bereinigung DesterUeberschüsse exportieren: 87 901 Waggons Brotgetreide, reichs mit Bayern unter wittelsbachschem Zepter 14 678 Waggons Gerste, 56 749 Waggons Hafer, 233 226 fein. Dabei heiße es, rasch zu handeln, um nicht zu spät" zu Waggons Kartoffeln und etwa 1 Million Schweine. Auch die Zuckerrübenernte war so reichlich, daß die Zuckerproduktion im laufenden Jahre 30 000 Waggons gegen 16 000 im Vorjahre betragen wird. tommen. Eine wichtige Neuerung. Deutschvölkische Kampfesweise. Das Reichspostministerium hat für den Bostbezug der Beitungen angeordnet, daß die Zeitungsbezugsgelder fünftig den Verlegern schon bei Beginn der Bezugszeit zur Verfügung zu stellen sind. Außerdem soll ab 1. Januar 1923 eine RegelEs ist zweifellos, daß der deutsche Fascistenhäuptling auch bezugszeit von einem Monat zugelassen werden, so daß die in beamteten Kreisen Bayerns aktive und passive Unterstügung Berleger in der Lage sind, den Bezugspreis monatlich fünftig finden muß. Sonst wäre eine solche Verhöhnung des Ober- neu festzusetzen. Diese Bestimmungen bedeuten für die geDer weitaus größte Teil dieser Vorräte fann für reichsanwalts und seiner Steckbriefe gar nicht möglich. Die famte deutsche Presse eine fühlbare Erleichterung. Deutschland gefichert werden, wenn Deutschland nicht Münchener Post" hat erst dieser Tage wieder eingehende abwartet, bis Polen die Handelsverträge mit Rußland, Mitteilungen über die Mitwirtung von Beamten Jugoslawien, Rumänien und Japan, welche speziell Delegierte der bayerischen Landespolizei in den Stoßtrupps der nach Warschau entfandt haben, zum Abschluß bringt, sondern fascistischen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei" gemacht. In der Deutschen Zeitung" fühlt sich der zur Genüge das Tempo der Dresdener Verhandlungen beschleunigt. Daß Sie hat mit Namen und Charge eine Reihe von Polizeibeam- bekannte Generalleutnant Reim bemüßigt, in die Heye die polnische Valuta niedriger ist als die deutsche, ten bezeichnet, die bei diesen Stoßtrupps attiv tätig sind, ohne gegen die Republit einzustimmen, die die Deutschfällt selbstverständlich sehr ins Gewicht und macht neben den daß sie von der Behörde deswegen zur Rechenschaft gezogen völkischen und Deutschnationalen seit einiger Zeit betreiben. geringen Transporttosten diese Vorräte für Deutsch- werden. Andererseits werden Polizeibeamte, die sich dagegen Man fönnte die Ergüsse des Herrn Keim mit Stillschweigen land viel zugänglicher als die überseeischen Produkte. wehren, wenn ihre Vorgesetzten vor versammelter Mann- übergehen, wenn nicht auch fie wieder ein Beispiel dafür Polen hat seinerseits das größte Interesse daran, schaft den Reichspräsidenten, die Republik und die Reichs- wären, mit welcher Bedenkenlosigkeit diese Herren, deren EhrDeutschland entgegenzukommen, da es hinsichtlich eines großen regierung beschimpfen, fristlos entlassen und alle Beschwerden gefühl doch sonst so mimosenhaft empfindlich ist, ihren Kampf Teiles feiner Bedarfsartikel auf Deutschland ange bis zum Staatsministerium abgewiesen. In diesem Milieu führen. So behauptet der Herr Generalleutnant, der Marriswiesen ist. Selbst im Jahre 1921, als in Deutschland wird sich Herr Ehrhardt ganz heimisch fühlen und gewiß sein, mus sehe programmäßig die Vernichtung des Mitteloffiziell die Warensperre im Verhältnis zu Bolen bestand, be- daß ihm selbst bei längerem Aufenthalt in München nichts standes vor, er unterschiebt diesem Mittelstand, ein Kerkerzog Polen nicht weniger als 62,1 Broz. aller Auslandswaren geschieht. Denn selbst falls eine Behörde seine Berhaftung dafein fönne ihm gar nicht so schlimm erscheinen, wenn er leje, aus Deutschland. Seit der Aufhebung der Warensperre und anordnete, würde er sicher so rechtzeitig gewarnt sein, daß er welche Genußmittel den Zuchthäuslern der Einführung des Eisenbahnmachbarverkehrs hat sich der Im- einstweilen wieder verschwinden kann. Fleisch, Milch usw. zustehen, während der Mittelstand mit port aus Deutschland noch erheblich gesteigert. Beide Bölker Die Münchener Post" hat gerade in diesen Tagen die Hunger und Kälte kämpfe. Er unterſtellt in frauser Verwürden also zweifellos gut daran tun, fich nicht von einer Arbeiterschaft zu erhöhter Bachsamkeit aufgerufen. wirrung, ohne sie zu nennen, der jezigen Regierung, irrigen Politik„ wie ein Tier auf dürrer Heide" im Kreise Gie weiß, wie emfig die ,, Consuln" am Werte sind, um nach daß fie Wissenschaft, Kunst und Literatur nur rot abherumführen zu laffen, während ringsum grüne Weide" dem Muster Mussolinis einen neuen Zug gegen die Republik gestempelt anerkenne, daß sie der Jugend Geschichts winkt. Für die Sowjetrepubliten mögen zunächst die Herren zu unternehmen. Allerdings bestehen unter den putschistischen flitterungen zu Ehren der Revolution und ihrer Jugend Urquhart und Herriot forgen, die sich so sehr darum bemühen, Kreisen Bayerns sehr erhebliche Meinungsverschiedenheiten, beibringe, er behauptet, daß es als gemeingefährlich und deren Länder Brot nicht so dringend benötigen wie die zum Teil auf persönliche Gründe zurückzuführen sind. gelte, die Bilder großer Männer wie Herrmann den Befreier Deutschland. Und diese Meinungsverschiedenheiten haben bisher ein aftives oder Bismard nicht nur in Amtsstuben, sondern auch in PrivatVorgehen der Ehrhardt- Leute verhindert, was allerdings zimmer aufzuhängen, insofern man ein republikanischer Benicht ausschließt, daß binnen furzem die Sache bereits ein amter ist. Wie müßte eine Regierung aussehen, in der Geifter wie Reim tonangebend sind! anderes Gesicht bekommen fönnte. Ehrhardt- Mussolini. Aus München fommen neue alarmierende Nachrichten. Der Meutererkapitän Ehrhardt, der Oberste der Organisation C, wird zwar seit zweieinhalb Jahren steckbrieflich verfolgt, hat aber, wie hinlänglich bekannt, noch immer Gelegenheit gefunden, von Tirol aus über Bayern sich nach Deutsch land zu begeben. Besonders während der Regierungszeit des Rupprecht- Anhängers Kahr und seines Gehilfen Boehne: im Münchener Polizeipräsidium haben sich diese Besuche des Hochverräters immer häufiger wiederholt. Alle Hinweise in der Deffentlichkeit und im Parlament auf diese ungeheuerlichen Zustände find von der bayerischen Regierung immer wieder Damit abgetan, daß der Regierung und der Münchener Polizei von dem Aufenthalt des Kappistentapitäns nichts bekannt Jei. Heute bringt nun die" Boffische Zeitung" die faum mehr aufsehenerregende Mitteilung, daß Ehrhardt fich dau ernd in München aufhalte, dort im Hotel Marienrad" wohne und sein Hauptquartier habe, von dem aus er die Fäden seiner verschiedenen Organisationen und Geheimbünde lenkt. Ueber Ehrhardts neue Bläne wird der Bossischen Zeitung" geschrieben: 9 Wenn der Gewährsmann der ,, Boss. 3tg." indessen davon spricht, daß die ,, Wachsamkeit der Regierung" schon einige Waffenlager entdeckt habe, so ist das mit starfem Borbehalt aufzunehmen. Es ist in Bayern nicht zum ersten Male vorgekommen, daß irgendeine aufgelöste Organisation ein Waffenlager abgeben mußte, um am nächsten Tage bereits vollständig neue Waffen im Besitz zu haben. Aber trotz all der geheimbündlerischen Vorbereitungen werden sich die deutschen Fascisten kaum einem Zweifel darüber hingeben, daß ihnen eine Aktion im Stile Mussolinis nicht so leicht fallen wird, wie ihrem italienischen Vorbild. Die Schlagkraft der großen deutschen Arbeiterbewegung ist auch nicht im entferntesten so geschwächt, wie die der italienischen und an dem Stand der deutschen Arbeiterschaft wird sich der Kappistenfapitän zum zweiten Male den Kopf einrennen, wenn es ihm wirklich gelüften sollte, neue Lorbeeren zu suchen. * Im Lofalanzeiger" nennt Friedrich Hufsong den Fascismus den ,, neuen Wauwa u", weil der Vorwärts" die Frechheit begangen Ehrhardts Ziel ist die Aufrichtung eines Wittelsbach hat, auf die internationalen Zusammenhänge der fascistischen Be schen Reiches, das außer Bayern noch Tirol und Salzburg, wegung hinzuweisen. Er hat recht. Bei dem Gebelfer des deutsch womöglich aber das ganze Deutschösterreich umfaßt, das mit Hilfe völkischen Fascismus ist das der einzig richtige Name für diese BeUngarns Lefekt und niedergezwungen werden soll. Diese Ideen wegung. Herr Husfong mag es uns überlassen, rechtzeitig dafür zu sind bekanntlich schon mehrmals aufgetaucht, es lag nicht an der forgen, daß ihm( dem deutsch- völkischen Fascistenwauwau) die Lust Besonnenheit Ehrhardts und seiner Genossen, daß- fie bisher unaus zum Beißen vergeht. „ Der arme Gefangene". art Die ,, reuzzeitung" bemerkt zu dem Einschreiten des Ber liner Polizeipräsidiums gegen die von einer Ladeninhaberin beiriebene Sammlung für den Mörder Rathenaus Techow: ,, Da die Dame teine Belohnung auf eine zu begehende Gewalttätigkeit ausgefcit, sondern einem armen Gefangenen das schwere Los er leichtern wollte, dürfte das Vorgehen des Berliner Polizeipräsidiums erfolgies bleiben." Auch die„ Deutsche Tageszeitung" glaubt sich schützend vor die Geschäftsinhaberin stellen zu müssen, obgleich sie ihr Borgehen für durchaus ungehörig hält. lleber den Geschmad dieser Blätter, für die ein Techom nichts weiter zu feit scheint als ein armer Gefangener, läßt sich nicht streiten. Aber ganz unhaltbar ist es, wenn hier eine Aktion für straffrei erklärt wird, in der man nur eine Belohnung des Mordkomplizen. Rathenaus erblicken fann. Wer sich an einer öffentlichen Spende für Techow beteiligt, äußert damit seine Sympathie mit dem Verbrecher. Die Spende als solche muß also wie eine Belohnung der be gangenen Gewalttätigkeit wirken und so den Rüden jener stärken, die fich den gewaltsamen Rampf gegen die Republit zum Ziel gefeht haben. Das zu verhindern ist der Zwed der Ziffer 3 des§ 7 des Gesetzes zum Schuße der Republik und in diesem Sinne geht das Polizeipräsidium gegen die Geschäftsinhaberin vor, deren Verhalten selbst die ,, Deutsche Tageszeitung" für durchaus ungehörig erklären muß. Wohlauf, Kameraden auf's Pferd..." sich alle einzelnen Künstler und fämtliche Werkstätten des Bauhaufes intilopen oft zertrampelt, wenn sie die Elefanten ericoreden. Wit Bon Josephus. Der Rektor der Berliner Universität hat anläßlich des Maskenfestes, das hierzulande„ Rektoratsübergabe" genannt wird, die Studenten aufgefordert, das Lied„ Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd..." zu singen. Rektor Nernst, berühmter Gelehrter und Träger des Nobelpreises, friedlicher Mann und der Wissenschaft ergebener Diener, behauptete, dieses Lied würde die Studenten zu ,, intensiver Lebensbetätigung" ermuntern. Wer unsere Studenten fennt, die Chargierten und Korporierten, die Monofelträger und die Bierkrugschwinger, weiß, worin ihre ,, intensive Lebensbetätigung" besteht. Man hätte also aus Anlaß des Semesterbeginns vom Reftor das Zeichen zu einem Lied erwartet, in dem nicht die Aufforderung zu fröhlichem Reiten ausgesprochen ist, sondern eine zu geistiger Verinnerlichung. Ich stelle mir vor, daß der Direktor eines Tattersalls bei der Eröffnung eines Reitkurses die Teilnehmer bittet:„ Wohlauf, KaDer Rettor Nernst aber eröffnete eine hohe Schule, die gerade c. b. reiteten Gesamtschau der Deffentlichkeit vorführen. Daran werden| halsigen Tiere früh genug sehen, doch werden die schnellfüßigen nach umfassendem einheitlichen Plan beteiligen, um den Grundge- dem Nashorn steht der Elefant auf schlechtem Fuß. Sein Instinkt, danken des staatlichen Bauhauses:" Busammenfassung aller bildneris feiner als das beste wissenschaftliche Instrument der Menschen, sagt fchen Tätigkeit unter der Führung der Baukunft" finnfällig zur Er- ihm frühzeitig den Regen an, aber er wittert auch leicht den Mens fcheinung zu bringen. Die Ausstellung in der Jurnfreien Kunst- fchen, denn dessen Geruch jagt jedem Tiere den furchtbarsten Schreden schau, in der jetzt auch Architekturmodelle aufgestellt worden sind, ein. Um des fleinen Jumbo habhaft zu merden, bedurfte es vieler enthält nur persönliche Arbeiten des Leiters des Bauhauses Walter Anstrengungen. Zuerst mußte man durch List Mutter und Kind volt Gropius und feines langjährigen Mitarbeiters, und nur zufällig der Herde trennen. Die Alte wird den Menschen natürlich im höchsten hat daneben Kandinsky, der Meister am staatlichen Bauhause ist, Grade gefährlich, denn das Kind zu schüßen ist ihr einziger Gedanke. den Raum ausgemalt Berwaiste kleine Elefanten gehen bei einer Herde nicht zugrunde, denn eine andere Elefantenkuh vertritt sofort Mutterstelle bei dem Die Lugusfteuer auf Kunstwerke. Die Neuregelung der Lugus- Waisenkinde. Wird das mit ihrem Jungen von der Herde getrennte steuer durch den Reichsrat, die den Künstlern kleine Verbesserungen, Weibchen von Menschenhand getötet, so bleibt das Jungtier ruhig aber eine Anzahl von Bestimmungen brachten, die wieder endlose bei der toten Mutter und verteidigt sie sogar. Jumbo machte man Verhandlungen mit den Behörden nötig machen und den in diesem zutraulich, indem man seinem Anhänglichkeits- und Schutzbedürfnis Winter gerade schwer genug leidenden Künstlern das Leben noch Rechnung trug. Er trant täglich die Milch von 10 Kühen, in langen mehr erschweren, ist seit dem 1. Oftober rechtsfräftig geworden. Nachtmärschen marschierte er, bei Tagmärschen trugen die Neger ein Jetzt hat es der Reichstag in der Hand, ein besseres Berständnis schattenspendendes Sonnensegel, damit Jumbo nicht schlapp wurde, für die wirtschaftliche Notwendigkeit der fünstlerischen Produktion zu auf der harten Regierungsstraße lief er sich die Füße wund und bestätigen. Der Reichswirtschaftsverband bildender bekam dieserhalb Schuhe, und das alles, um schließlich einmal Kultur Künstler hat daher in einer Eingabe an den Reichstag die Haupt genießen zu fönnen und als ein gitterumzäuntes Ungetüm in einem punfte ungerechter Erschwerung fünstlerischer Arbeit hervorgehoben. Zoologischen Garten zur Schau gestellt zu werden. Es sind folgende: Auf dem Gebiet der Graphik und Plastik ist der Die befreite Geisha. Die Geishas, jene armen fleinen GilaBegriff des Originalwerkes eingeengt worden. Die Gießer rice vinnen der Liebe, die in Japan seit alters in unwürdiger Abhängig. die Lurussteuer von den Bildhauern, die diese nur auf umständliche feit schmachten, find jezt endlich von dem Zwang befreit worden, eiussteuer Weise wieder zurückvergütet bekommen können. Man kann sich schließlich mit mittelalterlichen Banzern, Ra- minifterium verlangt zu diesem Zwede eine Regelung der Buch- die schmachvollen Verträge einhalten zu müssen, die ihre Eltern mit pieren, wehenden Federbüschen bei einem Rektoratswechsel zufrieden führung seitens der Bildhauer, die Verhandlungen darüber schweben. verdanken ihre Befreiung einem jüngst ergangenen Urteil des Oberden Unternehmern der Geisha- Häuser abgeschlossen haben. Das Kunstgewerbe ist von der reinen Runst" abgetrennt worden. Auf berittene Korpsstudenten fönnen wir verzichten.... Die Graphiker find schwer geschädigt, da Drude auf Japan- und sten Gerichtshofes von Dfata, das die goldenen Retten ein für alle. Büttenpapier Lurussteuer tragen. 3u all dem fommt, daß diese mal zerbrochen hat, die viele Taufende von Mädchen gefesselt hielten. Brunner endlich faltgestellt! Wie wir von zuverlässiger Seite Benachteiligung der Bertarbeit dem Fiskus bestenfalls einen Ertrag it es doch feit alters her in Japan der Brauch, daß die Eltern erfahren, hat unser Brunner vor furzem ein Gesuch ein- abwirft, der in feinem Verhältnis zu den Erhebungskosten und den hübscher Mädchen diese in frühester Jugend den Geisha- Untergereicht, ihn feiner Stellung am Berliner Polizeiprä- Schädigungen der Wirtschaftskraft der Künstler und Kunstgewerbler nehmern übergeben, die die Kleinen in Musik, Tanz, der Kunst des Tafeldeckens und der Unterhaltung ausbilden. Bei der Uebergabe fidium zu entheben. Diesem Gesuch ist durch den Minister steht. schlossen die Eltern mit dem Unternehmer einen Bertrag, der die des Innern unverzüglich entsprochen worden, so daß das PolizeiTöchter zum Stlavendienst bei ihrem Herrn verpflichtete, bis sie in präsidium feit dem 1. November auf die fegensreiche Mitarbeit des Reigen"-Helden verzichten muß. Ob Brunners Gesuch freiwillig der Lage waren, fich durch Zurückerstattung der auf ihre Erziehung crfolgt ist oder ob es ihm von der vorgesetzten Behörde im Hinblic verwandten Kosten ihre Freiheit zurückzukaufen. auf seine neueste Blamage nahegelegt wurde, ändert nichts an der erfreulichen Tatsache, daß wir ihn endlich los find. Sein Maß war längst voll und die skandalöse Frankfurter Affäre, von der wir in der Morgennummer des 27. Oktober berichteten, bildete nur den befannten Tropfen, der das Faß zum Ueberlaufen brachte. nicht geritten wird. geben. Dem Wohlfahrtsministerium, in dem Brunner eben falls„ wirfte", hat er vorläufig nur ein Urlaubsgesuch aus Gesund heitsrüdfichten" eingereicht. Da ihm daraufhin aber sofort ein längerer Urlaub bewilligt worden ist, so dürfen wir wohl hoffen, daß er auch an diese Stätte nicht wieder zurückkehren wird. Ausstellung des Weimarer Bauhaujes. Das staatliche Bauhaus in Weimar wird das Eregbnis feiner bisher in der Stille geleisteten Arbeit im Juni des tommenden Jahres in einer sorgfältig vorbe Gie Tiergeschichten aus dem afritanischen Urwald erzählte in einer Nachmittagsbarbietung der Urania Helene Schomburgf. Sie war redlich bemüht, im munteren Plauderton zum Delmetsch des Empfindens und des Erlebens ihres Bruders, des Afrikaforschers Hans Schomburgt, zu werden. Die Veranstaltung ist namentlich für Museumsführungen. Sonntag 9%, Uhr vorm. finden wissenschaftliche Jugendliche gedacht, die beim Anhören zweier Tiergeschichten Führungen durch Direttorialbeamte im Alten Muſeum( Antike Bildwerke mühelos allerlei Wissenswertes über Land und Leute mit aufnehmen. aus der Peit des Perifles) und im Muſeum für Völker funde Ozeaniche So hörte man von Cleo, der schönsten Affendame vom Kongo, die Stunft), sowie um 11 Uhr im Kaiser- Friedrich- Museum( Borderasien) statt. Das Konzert des Deutschen Opernhausorchesters am 5. November ein Negerbaby betreute, sich so manierlich zu benehmen verstand, daß sie an gedeckter hoteltafel mit essen fonnte, sich gerne betrank und muß wegen der Vorbereitungen zu Aida" und der sich daraus ergebenden nicht stubenrein, werden wollte. Stubenreine Affen gehören über- technischen Schwierigkeiten verlegt werden. Starten behalten Gültigkeit, Notspende für deutsche Kunst. Mag Liebermann bat ein haupt zu den allergrößten Seltenheiten. Auch wurde man mit Jumbo, einem kleinen Elefanten, und feiner gefährlichen und mühe- Bildnis des Bildbauers Auguſt Gaul in Original Lithographie fertiggestellt, vollen Reise bekannt, die er unternehmen mußte, um jetzt als schöner das in der Gaul- Gedächtnis- Ausstellung der Akademie der Stfinite am Baiser Platz zugunsten der„ Notspende für deutsche Stunft verfanit Eine weitere Original- Lithographie„ Kanal in Potsdam hat großer Elefant im Zoologischen Garten in Rom leben zu fönnen. wird. Der Elefant ist gutmütig, aber schreckhaft. Giraffen werden wohl ulrich übner der„ Notspende" geftiitet. Dieses Blatt ist ebenfalls in immer von Elefantenherden unbehelligt gelassen, weil diese die lang- der Gaul- Ausstellung der Alademie erhältlich Devisenkurse. 1 holländischer Gulden.. 1 argentinischer Papier- Peso 1 belgischer Frank. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone.. 1 schwedische Krone 1 finnische Mark. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank. 1 spanischer Peseta 3. November Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 2. November Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs in sicheren Gewahrsam. Er fann die Tat nicht bestreiten und wird über die Einzelheiten erst heute eingehend verhört werden. Die ärztliche Untersuchung der überfallenen Greisin im Krankenhause ergab, daß der mißratene Enfel mit fürchterlicher Roh= heit auf seine Großmutter eingeschlagen hat. Sie hat nicht nur lebensgefährlich: Berlegungen am Kopfe, sondern auch Beulen und blutunterlaufene Stellen, die von Schlägen herrühren, am ganzen 2408.96 2422.04| 1925.17 1934.83 Körper, außerdem Würgemale am Halse. 2214.45 2225.55 1765.57 1774.43 399.- 401.1147.12 1152 88 319.20 320.80 892.76 897.24 • 1236.90 1243.10 1635.90 1644.10 167.08 167.92 2992.50 3007.50 100 österr. Stronen( abgest.) 1 tichechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Lewa. pater war. 261.34 262.66 985.03 989.97 1321.68 1328.32 125.68 126.32 211.96 218.04 Gewerkschaftsbewegung Wirkungen der Wucherwirtschaft. Mehrere hundert Funktionäre des Orisausschusses Groß- Berlin des Allgemeinen deutschen Beamtenbundes, welche am Mittwoch in der Pfefferbergbrauerei versammelt waren, nahmen Stellung zu der unhaltbaren wirtschaftlichen Lage. Es wurde eine Entschließung Ein Liter Milch 108 Mark. angenommen, in der es heißt, daß die fortschreitende Ver Seitens der zuständigen Stellen ist, wie die BS.- Korrespondenz teuerung der wichtigsten Lebensmittel, z. B. des Brotes und berichtet, beschlossen worden, den Milchpreis für die kommende der Kartoffeln, für die breite Masse des werftätigen Boltes, insbes Woche abermals, und zwar auf 108 Mart, zu erhöhen. Diese aber- fondere auch für die unteren und mittleren Beamten, geradezu malige Preisheraufsetzung wird einmal mit dem Anziehen der unerträglich wird, zumal die Erhöhung der Gehälter bei Butterpreise und ferner damit begründet, daß die Milchproduf weitem nicht mit der Verteuerung Schritt hält. Die Funktionäre tion infolge der Stallfütterung von Woche zu weisen die Regierung und die parlamentarischen Körperschaften auf 27431.25 27568.75 21945.22055. Woche zurückgehe. Besonders der letzte Grund hat den die ungeheure Erregung in den breiten Massen, auch der ländlichen Produzenten Gelegenheit gegeben, schon jetzt unteren und mittleren Beamtenschaft hin, und fordern sie auf, für zu erklären, daß in den Wintermonaten eine noch viel durchgreifende wirtschaftliche Besserungsmaßnahmen Sorge zu tra stärkere Milch verteuerung bevorstehe, da das ständige gen. Falls die Verhöhnung der Not der großen Masse des werkAbgleiten der Mark die Einfuhr ausländischer Futtermittel fast zur tätigen Volkes durch den fortschreitenden Lebensmittel Unmöglichkeit mache. Wenn es sich um die Volksausplünderung much er unter stillschweigender Duldung der gefeßgebenden Körhandelt, sind die Agrarier um Ausreder. nicht verlegen. Es fragt sich perschaften fortdauert, find schwere Schädigungen unabwendbar, nur, ob es die Verantwortlichen länger ruhig mit ansehen dürfen, Der ADB. wird beauftragt, feinen ganzen Einfluß geltend daß hier die jüngste Generation des deutschen Volkes langfam hin zu machen, um die Regierung zur schleunigen Ergreifung der ergemordet wird. forderlichen Abwehrmaßnahmen zu veranlassen. 6159.56 6190.44 428.92 431.08 703.23 706.77 1127.17 1132.83 947.62 952.38 7.98 199.50 8.02 200.50 42.89 43.11 Lebensnot. 4925.15 4949.85 344 18 345.87 561.59 564.41 902.78 907.27 756.89 753.11 6.23 6.27 157.60 158.40 2.07 2.09 33.91 34.09 In einer weiteren Entschließung wird dagegen Stellung ge. nommen, daß treg aller Versprechungen und Erlasse des RBN. und trotz der Entschließung des Reichstages immer noch 32 gemaj regelte Eisenbahner- Kollegen im Direktionsbezirk Berlin außer Dienst sind. Es wird für unbedingt erforderlich gehalten, daß die Disziplinierten, die 75 bzw. 50 Proz. ihres Gehaltes beziehen, jetzt in der verfehrsreichen Zeit im Dienste des Staates Berwendung finden und nicht Mittel der Allgemeinheit unnütz ausgegeben werden. Inzwischen waren die Berhandlungen mit der Regierung über die neue Teuerungsbewegung abgeschlossen und Kollege Kohur, Vorstandsmitglied des ADB, erstattete über den Berlauf dieser Bemegung Bericht. Zu dem Ergebnis der Tcuerungsbewegung nahm die Versammlung wie folgt Stellung: Erbarmungslos ausgeraubt! Einbruch bei einer armen Witwe. Ber Erscheinungen des Bolfslebens von einer höheren Warte Durch einen Wohnungseinbruch ist eine in Berlin im Hause ous beachtet, der ist nicht darüber im Zweifel, daß Verstöße gegen 5ussitenstr. 70 wohnende Frau Dummer, die Witwe eines die Rechts- und Sittenordnung in den allermeisten Fällen durch die Arbeiters, aufs schwerste geschädigt und in bitterste Not verlegt Not des Lebens veranlaßt werden und daß die scharfe Ahndung worden. Die Frau lebt in dürftigen Berhältnissen und hat nur solcher Verstöße dem verletzten Rechte nicht zum Siege verhilft, wenn Stube und Küche, aber das fonnte sie nicht vor Einbrechern schüßen. nicht gleichzeitig die Ursachen der Gesetzesübertretung beseitigt wer. Frau Dummer, die vor 34 Jahren ihren Mann durch tödliche Ber den fönnen. Um so mehr muß es befremben, wenn manche Ge- unglückung verlor und jetzt im 67. Lebensjahr steht, hat bei sich richte in ihrer Entrüstung über die füttliche Verkommenheit mancher ei noch schulpflichtige Enkel, einen Knaben von 13 Jahren und ein Mädchen von 12 Jahren. Ein Sohn von ihr, der im Kriege Menschen auf unverhältnismäßig hohe Freiheitsstrafen erkennen fiel, nachdem ihm zwei Jahre vorher die Frau weggestorben war, und dadurch die Lebensnot der betreffenden Familie erst recht er- hinterließ der Greisin die völlig verwaisten Die Funktionäre des Ortsausschusses Groß- Berlin des ADB. höhen. Hierfür ein Beispiel aus dem Berliner Leben. Kinder. Mit den wahrlich nicht üppigen Hinterbliebenenrenten, die erklären die Erhöhung des Teuerungszuschlages für November um für die Waisen und auch für die Großmutter gezahlt werden, müssen 30 Proz. für völlig ungenügend. Sie nehmen Kenntnis die drei auszukommen versuchen. von der von der Regierung beliebten Verhandlungsweise, den Vor einigen Tagen fuhr die alte Frau am Morgen nach einem Spikenorganisationen ein ultimatives Angebot zu unterbreiten, Borort hinaus, um sich ein bißchen Holz zu suchen. Während die ohne es auch nur für der Mühe wert zu halten, das Material der Enkel in der Schule saßen, erbrachen Spizbuben die Woh- Gewerkschaften nachzuprüfen oder überhaupt nur den Versuch zu nung und nahmen an Kleidung und Wäsche mit, was wertvoll war. machen, nachzuweisen, daß dieses Angebot zulänglich sei. Die Sie plünderten ein Kleiderspind, ein Wäschespind und ein Spiegel- Funktionäre sind der Ansicht, daß auf diese Art in Butunft Besolspind und räumten fie fo gründlich aus, daß nur noch wert dungsverhandlungen nicht mehr gemacht werden dür loses zurückblieb mitgehen hießen sie auch einen Reiseforb, fen. Die Beamtenschaft muß von der Regierung verlangen, daß in dem Kleidung und Wäsche der verstorbenen Mutter für die Kinder fie die Besoldungsverhandlungen mit den Organisationen nicht zu verwahrt waren. Das meiste davon war dazu bestimmt, dem einer leeren Farce werden läßt. Die Funktionäre des ADB. er. Mädchen einmal als Aussteuer mitgegeben zu werden. Die Diebe flären, daß die Beamten geschlossen hinter ihrer Spizengemer?= stahlen auch eine für den Jungen bestimmte silberne Taschenuhr des schaft stehen und bereit sind, gegebenenfalls ihren Forderungen Baters, und selbst das Eiserne Kreuz des im Kriege Gefallenen war Nachdruck zu verleihen. für sie eine Beute, die sie nicht verschmähten. Als am Mittag die Kinder aus der Schule tamen und die Wohnung ausgeräumt fanden, erhoben sie ein Wehegefchrei, so daß die Hausbewohner zusammen liefen. Noch härter wurde die am Nachmittag mit dem aufgelesenen Holz heimkehrende Großmutter von der Nachricht betroffen, daß sie den größten Teil ihrer bescheidenen Habe eingebüßt hatte. Ihr und den Kindern hatten die Spizbuben an Kleidung und Wäsche fast nur gelassen, was sie auf dem Leibe trugen. Die alte Frau ist ver= auch nur das Geringfte von den verlorenen Sachen wiederzu den Berichten der aus allen Teilen des Reiches erschienenen Delc zweifeit und sieht bei ihren fargen Einnahmen feine Möglichkeit, Am 30. Oftober tagte in Berlin der Beirat des Verbandes. Aus beschaffen. Die Preise für Kleidung und Wäsche sind zurzeit das gierten ging hervor, daß der Verband überall eine recht erfreuliche Bielhundertfache, ja das Tausendfache der vor dem Kriege gezahlten Entwicklung genommen hat. Im letzten Quartal find rund 10 000 Beträge. Der Einbruch scheint von Leuten ausgeführt worden zu Neuaufnahmen gemacht worden. Die vom Verbandsvorstand sein, die Frau Dummer fannten und über die lange Dauer ihrer Ab- eingebrachte Borlage über das neue System der Beitragsleistung und wesenheit unterrichtet waren. Sicherlich wußten sie auch, wie der Unterstüßungssäge fand einstimmige Annahme. Der Beschluß lägliches der Familie geht, aber das war für die Halunken des Berbandstages, wonach mindestens ein Stundenlohn als fein Hinderungsgrund, er barmungslos ihr das Lehte zu Wochen beitrag zu leisten ist, soll mit aller Energie durchgeführt rauben. Die zuständige Armenfommission der Stadt hat für die werden. Zur Sozialisierung der Elektrizitätswirtschaft wurde eine Frau, die trek aller Armut noch niemals eine Unterſtügung bean- Resolution angenommen, in der mit Bebauern festgestellt wird, daß verständlich sind sehr viel größere Mittel erforderlich, der ausge wurde. Dieser wichtige Zweig der deutschen Wirtschaft befinde fich sprucht hatte, jofort freiwillig eine Beihilfe gewährt. Aber selbst ber Energiewirtschaft nicht im geringsten fortgeführt feit dem Verbandstag im Jahre 1921 die Sozialisierung plünderten Familie den notdürftigsten Ersatz zu schaffen. Berben sich vielmehr immer noch in einer Desorganisation, die volkswirtschaftMenschenfreunde finden, die der bedauernswerten lich sehr verhängnisvoll wirke. Gerade in der Zeit der KohlenDas Landgericht III in Berlin hatte seinerzeit die Arbeiter frau Rrufius wegen schwerer Kuppelei zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie es nicht gehindert hatte, daß ihr fünfeinhalb Jahr jüngerer Mann mit einer ihrer Töchter erster Che, die das 16. Lebensjahr überschritten hatte, mehrere Jahre lang in einem Bett geschlafen hat. Die Folgen waren nicht ausgeblieben, denn das Mädchen gab einem Kinde das Leben, dessen Vater ihr StiefDie Ursache dieser gewiß höchst bedauerlichen sittlichen Zustände war der Mangel an Betten in der zahlreichen Familie. Auf die Revision der Angeklagten hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben, weil daraus nicht flar ersichtlich war, was die Ange flagte hätte tun sollen, um sich nicht strafbar zu machen oder nur irgendwelchen Unannehmlichkeiten auszusetzen. In der neuen Berhandlung vom 10. Mai d. J. hat aber das Landgericht wiederum auf 9 Monaten Gefängnis erfannt. In dem Urteil ist jetzt ausgesprochen, daß die Angefiagte als Hauptder Familie für Ordnung und Sitte zu forgen und feine Gewalttätigkeiten ihres Mannes zu fürchten hatte. Die abermals von der Angeklagten gegen das Urteil eingelegte Revision wurde vom Verteidiger mit großer Wärme vertreten, aber mit Rücksicht auf die diesmal einwandfreien Feststellungen mußte das Reichsgericht das Rechtsmittel als unbegründet verwerfen. Der Tod am Adlergestell. Böses Ende einer nächtlichen Autofahrt. Am Donnerstag abend unternahmen mehrere Angestellte einer Berliner Darmgroßhandlung eine Bergnügungsfahrt nach einem der östlichen Bororte. Als sie nachts gegen 2% Uhr die Chauffee zwischen Niederschöneweide und Adlershof passierten, saufte der Bagen an einer Begbiegung in den Chausseegraben und überschlug fich. Der Chauffeur namens Heinrich Stoll aus der Memeler Straße 34, eine Dame und vier Herren, wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei der Chauffeur St. und der Expedient 5. auf der Stelle tot liegen blieben. Die Dame und die drei anderen Angestellten der Firma tamen mit leichten Berlegungen davon. Greisin helfen wollen? Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt Groß- Berliner Parteinachrichten Geschäftliche Mitteilungen. Ein äußerst günstiges Angebot in eleganter und noch sehr billiger garderobe bringt be heutigen anzeigenteil zur Bereift. 18, gegenüber bem alten Rathaus, im heutigen Anzeigenteil zur Veröffentlichung. Bon den beteiligten Personen liegt folgende Schilderung vor: Wir befanden uns auf der Fahrt von Berlin nach der Kolonie der heutigen Postauflage bei. Faltenberg bei Grünau, tamen von einer Familienfestlichkeit und benuzten zur Fahrt das Auto IA 16149, einen starten Daimlerwagen der Darmhandlung von C. 2. Schulz in der Memeler Str. 34, ohne deren Genehmigung. Kurz nach 4 Uhr passierten wir 114. Abt. Lichtenberg. Seute abend, 7 Uhr, Borstands und Funktionärfizung Nie de rfchöneweide in schneller Gangart. Das Un- bei Schwarzer, Gabriel Marg- Straße 17. glüd ereignete fich in der Höhe des Rangierbahnhofes am sogenannten Adlergestell Der Kraftwagenführer Heinrich Stoll aus der Memeler Str. 34 verlor feine Ropfbededung infolge schnellen Fahrens. Im Begriff, sie zu erfaffen, perfor er die Gewalt über das Auto. Der Wagen fam ins Schleudern und geriet mit dem Borderteil in den Chauffecgraben, während der hintere Wagen gegen einen Baum ftieß und sich vollständig überschlug. Der Buchhalter Frizz Handke aus der Schirmerstraße 18 in Faltenberg und der Kraftwagenführer Stoll, Memeler Str. 34, waren sofort tot. Diesen war der BrustPasten zwischen Führersiz und Baum vollständig eingedrüdt. Handle war herausgeschleudert und hatte das Genid fowie mehrere Knochen gebrochen. Die alarmierte Feuerwache Niederschöneweide nahm sich der übrigen vier Personen an und befeitigte das Bertehrshindernis. Die Leichen sind beschlagnahmt. Die Schuldfrage scheint geliärt. Der Kraftwagen ist vollständig zertrümmert. Zum Raubmordanschlag auf die Großmutter. Der Täter verhaftet. Gewinn- Auszug ber Bulage für den November 38 Broz. beträgt, ift insofern irreDie von einigen Zeitungen gebrachte Notiz, nach welcher die führend, als es sich lediglich um eine Erhöhung des Teue. rungszuschlages von 38 Pro3. handelt, was natürlich einer Erhöhung des gesamten Einkommens um den gleichen Brezenting bei weitem nicht entspricht Tagung der Maschinisien und Heizer. fnappheit sei es dringend erforderlich, die Energieerzeugung in großzügigfter Weise auszugestalten und in leistungsfähigen 3en= traifraftwerten zusammenzufassen. Das Reichsschahminifterium wird aufgefordert, mit Beschleunigung an der so notm bigen Sozialisierung weiterzuarbeiten. Erfolg der Amsterdamer Richtung im ZdA. Die im Zentralverband der Angestellten organisierten nichts ständig Angestellten beim Magistrat Berlin nahmen in einer gutbesuchten Mitgliederversammlung am 31. Oktober d. J. in Haverlands Festiälen Stellung zur Wahl der Delegierten für die näostSerren- jährige Generalversammlung. Von den Funktionären wurde der Mitgliederversammlung eine Liste der Amsterdamer Richtung zur Annahme empfohlen. Die Bertreter der Moskauer Internationale hatten eine besondere Lifte eingebracht und versuchten die Mitglieder für diese Liste au gewinnen. In der Diskussion wurde mit den Phrasenbelden scharf abgerechnet. Eine überwältigende Mehrheit der Beriammlung entschied sich bei der Abstimmung für die Amsterdamer Liste 20. Preuß- Südd.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 21, Bichungstag 2. November 1922 5. Klaffe aur jebe gezogene Nummer jind zwei gleich hohe Gewinne getallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteiluncen I und II Ohne Gewähr. Rachbrud verboten. In der 1. Ziehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 10000 M 297775 14 zu 5000 M 11127 51792 101134 233061 247764 260024 287544 106 zu 3000 M 4730 8488 16503 18765 30172 30591 334.7 35405 37581 46530 51041 72528 77711 80734 06294 108346 120042 124470 126972 134423 142270 15 09 156488 179720 186451 190576 192508 194439 184500 197034 202752 205251 205743 220206 221887 230295 235231 239373 242149 245684 249178 275028 281707 284.64 29.524 308314 3.0374 322016 326201 331314 Der Ueberfall auf die 79 Jahre alte Frau Henriette Klir in Der Waldemarstraße wird rasch seine Sühn finden. Den unermüdlichen Nachforschungen des Kriminalkommissars Engelbrecht 343536 344787 251767 und seiner Beamten gelang es am Donnerstag nachmittag, eine Spur des flüchtigen Täters, des Elektrotechnikers Hans Brendel, zu finden und ihn selbst dann noch spät abends zu ermitteln und festzunehmen. Die Ermittelungen nach den Stellen, in denen Brendel seine Beute zu Geld gemacht haben fönnte, führten die Beamten auch nach einem Lotal in der Münzstraße. Hier hatte in der Tat ein junger Mann wenige Stunden nach der Zeit, in der das Berbrechen verübt worden war, einen Reiseforb mit Kleidungsstüden einen Gaft vertauft. Die an Beschreitung dieses Berfäufers paßt: auf Brendel und ebenso die der verkauften Sachen und des Korbes auf seine Beutestücke. Der Käufer mar niemand bekannt, aber auch er fonnte genau be schrieben werden. So gelang es, auch ihn im Laufe des Nach Er befaß die gekauften Gegenstände noch, mittags zu ermitteln. Alles In der 2. Siehung wurden Gewinne aber 1500 Mart gezogen: 2 zu 40000 M 174166 2 zu 0000 M 326622 20 zu 5000 M 61705 69159 119405 127449 188805 243139 250375 283501 3223144 406 10 zu 000 9909 12530 17958 19189 1999 33759 35672 43849 48261 53726 59977 81265 89968 90195 106848 109852 128749 180017 13.000 1340 3 135821 145976 149939 1 0895 158627 173124 182862 188614 194831 195962 205 83 219651 237176 239525 246129 248249 252868 2664 2 280852 29 232 299997 C0049 301488 311675 312619 318307 318732 319019 321138 339945 3690 3 369750 37303L In ber 3. Biehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 50000 M 39254 4 zu 15000 M 91531 222137 2 zu 10000 M 51440 20 zu 6000 M 23643 84888 127600 168046 182018 188624 259275 279814 296574 3170 1 112 zu 3000 M 623 1198 6382 7682 9678 19260 22819 26796 28769 36991 47534 48538 57817 62278 79166101938 09445111757 116996 1: 6382 130055 35810 137437 146097 156533 157298 158530 165: 54 167800 1887.2 189024 190010 1905 0 191116 20940 226618 248617 2454 8 254156 257679 266419 288740 292659 297319$ 0 C65 306872 3: 1240 331828 336357 342164 242177 348763 44445 350.00 266320 374338 und es ergab sich, daß es wirklich die geraubten waren. murde sofort beschlagnahmt. Der Käufer kannte den Berkäufer nicht und wußte nicht, moher er gefommen war und wohin er fich nach Abschluß des Geschäftes gewandt hatte. Durch ein. gehendste Umfrage in der Nachbarschaft und weiterhin aber tamen die Beamten Brendel trobem talb auf die Spur. Noch im Laufe des Abends stöberten sie ihn in der Nähe des Aleganderplages auf, nahmen in fest und brachten ihn einnehmern zur unentgeltlichen Einsicht ausliegen, Die in dem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne find aus den Listen zu ersehen, die bei ben staatlichen LotterieKlappoth, Eilenberg, Schimmelpfennig. Es wird nunmehr der Kampf für gewerkschaftliche Aufbauarbeit gegen Moskauer Bertrümmerungspolitik geführt werden. Nach dem Verlauf der Mitgliederversammlung dürfte es den Funktionären nicht schwer werden, innerhalb der Mitgliedid: aft bis zur Wahl am 30. November tatkräftig für die Amsterdamer Lifte zu wirken. Sie brauchen nur auf die Tätigkeit der kommu nistischen Kollegen in den Magistratsbetrieben hinzuweisen. Benn jeder seine Pflicht tut, wird die Amsterdamer Lifte einmütig gewählt werden. Bor Zuzug nach Hamburg warnt der Ortsausschuß Groß Hamburg des ADGB die Arbeiter aller Berufe, da die Zahl der Arbeitslosen in allen Gewerten von Tag zu Tag steigt. Zu dieser schlechten Beschäftigungsmöglichkeit tommt der große Mangel an Unterfunftsräumen, so daß alle Zugereisten der schlimmsten Ausbeutung durch die Bermieter preisgegeben sind. Die Hamburger Gewerkschaften bestehen darauf, daß bei den staatlichen Rotstands. arbeiten nur staatsanfäffige Arbeitnehmer verwendet werden. Cohnvereinbarung im Töpfergewerbe. In der Notiz in der Donnerstag- Morgennummer ist ein Irrtum unterlaufen. Es muß heißen: Bon 18 bis 21 Jahren 45 Proz. und über 21 Jahre 55 Proz. des Gefellenlohnes. Die Lohnherabfehungen in der Tschechoslowakei. Die Lohnheras fegungen in der Großindustrie werden fortgesetzt. Am 1. Rovember wurden in den Metallindustriebetrieben in Nordbohmen und in den Schuhfabriken die Löhne um 18-20 Broz. herabgesetzt, in der Budkerindustrie um 10 Proz., in der Holzindustrie um 25 Proz. n ber westböhmischen Metallindustrie streben die Arbeitgeber eine Lohnherabseßung um 25 Broz. an, wodurch die Höchstlöhne auf 120 Kronen in der Woche finden würden, d. h. auf 18 000. nach de gegenwärtigen Kursstand. Berantwortlich für den redalt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Genau auf Firma achten! Besichtigen Sie Der Dollar schwankt! Doch unsere Preise sind fest! unsere 4 Schaufenster! Wir bringen eine große Auswahl in erstklassigen Schuhwaren zu noch sehr billigen Preisen. 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