Nr.524+ 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 258 Bezugspreis: Für ben Monat November 400,-9., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Suremburg 496- M., für das übrige Ausland 665,- M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unters haltungsbeilage ,, Seimwelt" und der Bellage Siedlung und Kleingarten" erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 16 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle to ftet 80,-. Reflamezeile 400,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 20 M.( zulässig zwei fetta gedruckte Worte), jedes weitere Wart 16, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 10, M., jedes weitere Wort 8,-. 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Die GemertZum erstenmal seit der Wiedervereinigung der beides Die Reichsregierung hat am Sonnabend die Ausarbeitung der schaftsvertreter betonten, daß sie durch eine einseitige fozialdemokratischen Parteien haben sie am heutigen Sonntag von der Reparationskommiffion gewünschten Borschläge abgefchloffen. Behandlung der ganzen Frage durch die Unternehmer ehemaligen roten Rönigreich" Sachsen ist die Wählerschaft einen schweren Wahlkampf auszufechten. In dem Rachmittags fand eine Kabinettssitzung statt, die die Grundlagen für zur Klarstellung ihres Standpunktes genötigt seien. Sie ver ehemaligen roten Königreich" Sachsen ist die Wählerschaft die endgültigen Borschläge formulierte und die eine Redaktionskom- wahrten sich mit allem Nachdruck gegen die Annahme, als sei berufen, aufs neue ein Landesparlament zu bestim miffion zur abschließenden Formulierung einfehte. Nach Beendigung die Steigerung der Produktion lediglich eine Frage der Ar gegen den gemeinsamen Ansturm der Reaktionäre von rechts Die Bereinigte Sozialdemokratische Partei verteidigt der Redaktionsarbeiten frat das Kabinett um 8% Uhr wieder zu beitszeit. Sie werde vielmehr bedingt durch die verschiedensten und links nicht nur die bisher bestehende rein sozia. fammen. Die Ausarbeitung fand die Billigung der anwesenden Faktoren. Insbesondere müßten die Unternehmer liftische Regierung, sie hat auch darüber hinaus die Kabinettsmitglieder. Die Vorschläge werden heute, Sonntag, vor- selbst durch die Art ihrer Wirtschaftspolitik mehr als bisher demokratische Entwidlung in diesem hochindumittags 10 Uhr, der Reparationsfommiffion durch den Reichsfinanz- produktionsfördernd wirken. Die heutige Politit der Kartelle striellen deutschen Lande sicherzustellen. minister Dr. Hermes übergeben werden. und Trusts verhindere tatsächlich die volle Ausnutzung Im Vergleich zu den am Freitag den Vertretern der alfilerten der Produktivkraft und schädige die Lebenshaltung des deut der Bürgerblock von den Deutschnationalen bis zu den DemoDer Landtag ist bekanntlich aufgelöst worden, nachdem Staaten auf Wunsch überreichten Denkschriften, die als Programm schen Volkes. Sehr zu beklagen sei, daß auch die technischen traten den Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens über der Reichsregierung zur Stabilisierung der Mart, zur Balancierung und organisatorischen Möglichkeiten des Etats und zur Behebung der schwebenden Schuld zu betrachten Broduktionssteigerung nicht genügend ausgenügt würden die Auflösung mit der notwendigen Zahl von Wählerstimmen find, handelt es sich bei den am Sonntag zu überreichenden Bor- Die Gewerkschaften feien der Ueberzeugung, daß es zur Steige. belegt hatten. Im alten Landtag selbst haben bei der Abstimschlägen gewissermaßen um Ausführungsbestimmungen, rung der Produftivität feines Abweichens vom Grundfaz des mung über den Auflösungsantrag die Kommunisten den Res alfo um eine Ergänzung der bereits fibergebenen Dentschelften. Be Achtstundentages bedürfe. Auf diesem Boden seien die Ge- aftionären wie so oft handlangerdienste geleistet. Die hürkanntlich bildet nach Auffaffung der Reichsregierung die Gewährung werkschaften durchaus bereit, bei gleichzeitiger Anwendung gerlichen Parteien führen einen gemeinsamen haßerfüllten einer Goldanleihe, deren Höhe die deutschen positiven Bor- aller anderen produktionssteigernden Maßnahmen ihre Mit Rampf gegen die sozialistische Regierung, weil ihnen jede Mart und im Zusammenhang hiermit zur Balancierung des Etats beitszeit zu geben und zu ihrer Anpassung an die durch nicht gehen, um auf dem parlamentarischen Wege die Interfchläge offen läßt, die Vorauslegung zur Stabilisierung der wirtung zu einer möglichst ergiebigen Ausnutzung der Ar ernsthafte demokratische und sozialistische Politik zuwider ist. Die Kommunisten, die offen erklären, daß sie ins Parlament und zu einer Behebung der schwebenden Schuld. Als Sicherheits- Beit und Umstände bedingten besonderen Bedürfnisse der Ge- essen des Volkes wahrzunehmen, sondern nur um den Bar. leistung für eine äußere Anleihe bietet die Reichsregierung der samtwirtschaft. Die Gewerkschaften wünschen, daß die schwe- effen des Volkes wahrzunehmen, sondern nur um den Par. Reparationsfommiffion neben finanziellen Einnahmen u. a. befilmmt bende Arbeitszeitgefeggebung dem Rechnung trage dadurch, auch in dieser Beziehung auf der gleichen Linie mit dem lamentarismus zu diskreditieren, finden sich umgrenzte Aufsichtsrechte an, die teine Einschränkung der Souve- daß sie sich grundsäglich auf den Boden des deutschnationalen Führer Hergt, der noch vor wenigen Las ränität der Reichsregierung bedeuten. Das Kapitel über die von Achtstundentages ftelle, gewisse Ausnahmen für NotDeutschland zu leistenden Sicherheiten nimmt den Hauptteil des Rau- fälle vorfehe, aber im übrigen es den Tarifverträgen überlasse, die Deutschnationalen mit dem Parlamentarismus fertig feien gen auf dem Görlizer Parteitag seiner Partei aussprach, daß mes in den Vorschlägen ein. Vorausgefeht, daß die äußere Anleihe den Besonderheiten der wirtschaftlichen Lage im Interesse des und deswegen ihre Tätigkeit aus den Räumen des Barlazustande tommt, ist die Reidysregierung bereit, auch im Innern Gesamtwohls Genüge zu tun. In diesem Zusammenhang ments hinaus zu verlegen beabsichtigten. Maßnahmen zu treffen, die sich im wesentlichen unseren Forderungen erschien den Gewerkschaften eine möglichst gleichzeitige gegen die Währungstatastrophe anschließen. Borlegung und Berafung der Arbeitszeitgesetze mit dem In Sachsen hatte die erste Wahl nach der Revolution eine Tarifgesetz, dem Arbeitsgerichtsgesetz und der Schlichtungs- gebracht. 39 bürgerlichen Abgeordneten standen 57 soziaganz überwiegende sozialistische Mehrheit der Boltstammer Die Mitteilungen geben fein ausreichend flares Bild, um ordnung notwendig. über Art und Inhalt der Vorschläge ein Urteil zu gestatten. Der Reichsarbeitsminister begrüßte diese Aus- liftische aus beiden Parteien gegenüber. Als aber am 14. No Hoffentlich haben sie den gewünschten Erfolg bei der Repa- prache und betonte, daß die Reichsregierung durchaus ent- pember 1920 der jegt aufgelöste Landtag gewählt wurde, rationsfommiffion, den Willen Deutschlands zur Wieder bem Gebiete der Arbeitszeit zu wahren. Ebenso ernst set aber Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei. Die Folge der rationsfommission, den Willen Deutschlands zur Wieder schloffen sei, die sozialpolitischen Intereffen der Arbeitnehmer auf stand diese Wahl unter dem ungünstigen Zeichen der in Halle vollzogenen neuen 3erfplitterung der damaligen herstellung seiner Leistungsfähigkeit und zur Mitarbeit am die Berpflichtung der Regierung, alles zu tun, um die deutsche Spaltung von Halle war ein sehr erheblicher Rückgang der Wiederaufbau der Welt glaubhaft zu machen. Wirtschaft, das deutsche Volt und das Reich vor dem Zufammenbruch zu bewahren. Das sei zwar in erster Linie eine unabhängigen Stimmen, hervorgerufen hauptsächlich durch Aufgabe der Außenpolitit, erfordere aber andererseits beiterschichten. Hatte noch bei den Reichstagswahlen vom eine sehr bedenkliche Wahlenthaltung weiter Arauch alle erdentlichen Anstrengungen im Innern, und mur das Bolt, das feine eigenen Kräfte regelt 6. Juni 1920 die Unabhängige Partei 609 000 Stimmen autdes Auslandes. Er hoffe, daß es, wie bisher, einer Versfändi auf 286 000 gefunden, während die kommunistische nur um und ausnußt, habe Anspruch auf die Achtung und die Hilfe gebracht, denen 105 000 tommunistische gegenüberstanden, so war bei der Landtagswahl die unabhängige Stimmenzah! gung zwischen Regierung und Arbeitnehmerschaft gelingen rund 70 000 gestiegen war, die Zahl der alten Bartei aber werde, alle diese Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen. auf ihrer alten Höhe von rund 580 000 bestehen blieb. Nicht weniger als eine Viertelmillion sozialistischer Wähler waren also von der Bildfläche verschwunden, d. h. fie hatten, ange widert von dem Parteistreit, es vorgezogen, der Wahlurne München, 4. November.( TU.) Heute vormittag hat der Bor- fernzubleiben. So fonnte es fommen, daß der letzte Landtag Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: fizende der Landtagsfraktion der Bayerischen Volkspartei fowohl In Bayern sind die Butschisten eifrig bei der Arbeit. dem Fraktionschef der Bayerischen Mittelpartei wie den Bertretern zwar auch eine sozialistische Mehrheit aufwies, jedoch nur Sie bereiten sich vor, das Treiben der italienischen Fascisten Balkspartei ben Abg. Knilling als Kandidaten für den Basten des den 40 sozialdemokratischen hinzurechnete. Es standen sid des Bayerischen Bauernbundes offiziell mitgeteilt, daß die Bayerische wenn man die neun kommunistischen Mandate für Bayern nachzuahmen. Das ist sicher, trotz aller Dementis Ministerpräsidenten aufstelle, und daß sich dieser zur Annahme der insgesamt 47 bürgerliche und 49 sozialistische einschließlic gut unterrichteter bürgerlicher Journalisten, und daran Ministerpräsidentschaft bereit erklärt habe. Auf nachmittag 4 Uhr Kommunisten- gegenüber. fann selbst eine amtliche Biderlegung der jezigen bayerischen ist eine Sigung der Bayerischen Bolkspartei anberaumt, in der die Die sozialistische Regierung, die aus den beiden noch ge Regierung nichts ändern. Nach unseren Informationen fann Gegenäußerung der beiden anderen Parteien entgegengenommen trennten sozialdemokratischen Parteien gebildet wurde, war gar fein Zweifel mehr darüber herrschen, daß sich neben Ehr werden soll. Man erwartet feine Schwierigkeiten. demnach dauernd angewiesen auf die Unterstützung der in hardt zurzeit auch Lüttwig in Bayern aufhält. Lütt- Damit ist die bayerische Ministerpräsidententrise nach langen jeder Beziehung unzuverlässigen Kommunisten. Diese hatten wig treibt unter dem Namen„ General Lorenz" fein Schwierigkeiten gelöst. Die Person des neuen Mannes( v. Anil es mehr als einmal verstanden, zur Freude der Reaktionäre Unwesen, und Ehrhardt, der sich der Begünstigung durch die ling hat eine reine Beamten tarriere hinter sich) spricht der sozialistischen Regierung parlamentarische Schwierigkeiten banerische Polizei besonders erfreut tritt unter dem Namen dafür, daß das Minifterium nach wie vor nicht von den eigentlichen zu machen. Der Erfolg der kommunistischen Taktif war Eichmann auf. Eichmann Ehrhardt war sonst, so- Schiebern, fondern von vorgeschobenen Männern besetzt wird. Heim schließlich der schon erwähnte Antrag der Deutschnationalen lange er sich noch in Tirol oder anderweitig aufhielt, im und Held werden weiter im Hintergrund bleiben, um nach und der Deutschen Bolkspartei auf Auflösung des Landtages Monat mehrfach regelmäßiger a st eines be Belieben neue Puppen vorschieben zu können. Arbeitszeit und Produktionssteigerung. Berhandlungen mit der Reichsregierung. sandten am 4. November, wie BTB. meldet, eine Bertretung Die vier Spizenverbände der Gewerkschaften zum Reichsarbeitsminister, um ihm ihre Stellung nahme zur gegenwärtig viel erörterten Frage der ArbeitsLorenz" und Eichmann". Die Verkleidung der Hochverräter. Lerchenfelds Nachfolger. Der Kurs Mussolini. dem schließlich wieder die Kommunisten zur Annahme ver halfen. tannten bayerischen Professors, der übrigens auch noch mit anderen Rappijten eifrig verfehrt. Ehrhardt veröffentlichte nach dem Rathenau- Mord eine Erklärung, in der er beDie rein sozialistische Regierung mit dem Genossen Bud als Ministerpräsidenten an der Spize und dem Genossen Li hauptet, daß die Organisation Conful, dessen geistiges OberRom, 4. November.( TU.) Der Ministerrat hat beschlossen, alle pinfti als Minister des Innern hat in der kurzen Zeit ihres haupt er ist, nicht an dem Morde beteiligt sei. Diese Er- nicht vertragsmäßigen öffentlichen Staatsbetriebe und alle öffent Wirtens ernsthaft mit der Demokratisierung in der flärung war von Wien aus datiert, wurde aber unter Mit lichen Betriebe, die mit Unterbilang arbeiten, in Privatbetrieb Berwaltung und der Justiz begonnen. Da es sich hier zum Hilfe des Herrn Brofeffors in Bayern verfaßt und auf übergehen zu lassen. Dazu gehören nach der augenblidlichen wirt guten Teil um Personenfragen handelt, so hat die begonnene Umwegen nach Berlin geschickt. Daz Ehrhardt vor dem schaftlichen Lage auch Post und Eisenbahnen. Ferner be- Reform begreiflicherweise den hellodernden Zorn der bürgerRathenau- Mord in Begleitung von Escherich sich in Berlin schloß der Ministerrat, vom Barlament behufs Neuordnung der lichen Barteien hervorgerufen, die noch von jeher die Besetzung aufgehalten halt, dürfte den bayerischen Behörden in München Staatsverwaltung eine Generalvellmacht zu erbitten. aller wichtigen Amtsstellen ihren Klaffengenossen vorbehal nicht unbekannt sein. Nach diesem Beschluß des neuen italienischen Kabinetts ten hatten. Jetzt erhoben fie landauf, landab den mißAus Interesse an einer Klärung der Angelegenheit müffen wir es uns vorläufig versagen, noch weitere Einzelheiten mit- muß auch der Blindeste erkennen, weshalb das italienische tönenden Ruf von der Futterkrippenwirtschaft", die angeb Industriefapital den Staatsstreich der Fascisten unterstügt hat. lich von der Sozialdemokratie betrieben würde. zuteilen. Die Situation in Bayern ift ernst, dessen mag sich nachdem es Mussolini zur politischen Herrschaft verholfen machen sie die sozialistische Regierung und die sozialistischen auch die Reichsregierung bewußt sein. Die Regierung ist im hat, legt es sofort Beschlag auf die öffentlichen Staatsbetriebe. Parteien strupellos verantwortlich für die infolge der GeldBesitz von Material. Bir erwarten, daß sie jest vorgeht. Auch in dieser Beziehung ist die Reaktion durchaus inter- entwertung eingetretene Teuerung und schließlich nehmen fie die in Sachsen geschaffenen Gefeße über die VerweltFafcifiche Arbeitsgemeinschaft in Bayern. Wie der Mün- national lichung der Schule zum Anlaß, einen religiösen dener Berichterstatter der Deutichen Tageszeitung" brahtet,„ baben fich 20 vaterländische Vereine Bayerns zu einer engen ArbeitsRulturta mpf einzuleiten. gemeinicaft unter dem Titel Vaterländische Verbände Bayerns aufammengefchloffen, um eine fiärtere Gewähr für ihre Birlfamfeit fm bevorstehenden schweren Winter zu haben". 30 Einberufung des Saarlandesrats. Die Regierungstommiffion hat den Landesrat auf ben 15. November einberufen. Die Saarregierung wird ihm als wichtiglie Arbeit eine Borlage über die Ein führung einer Einheitswährung vorlegen. Zudem Mit diesem Appell an die unklaren Instinkte unaufge Märter Mählerschichten, insbesondere der unter dem Druc der Teuerung schmer seufzenden Frauen hoffen die bürger Der Zweck des Kommunismus. Ein Geständnis Krassins. ichen Parteien Wahlgeschäfte zu machen. Sie wetteifern in die Szenen billigen Eintaufs. Später piünderte die erregte Demagogie mit den Kommunisten, die jede gerade Linie einer Menge zwei Materialwarengeschäfte, ein Delikatessengeschäft und ein politischen Absicht vermissen lassen und lediglich in dem Her- großes Schuhwarengeschäft. Schaufenster und Ladentüren wurden unterreißen der Sozialdemokratie ihre politische Stärke er zertrümmert. In überwiegender Behl bete ligten sich Jugendliche blicken. Die trostlose Lage weiter Schichten der sächsischen an dem Treiben. Auch Kinder von 13 bis 14 Jahren waren dabei. Arbeiterschaft, besonders in den von jeher unter übergroßer Die Tuchlager zweier großer Fabriten wurden ebenfalls ausgeraubt, ift noch folgende interessante Stelle zu entnehmen: Armut leidenden Zeilen des Erzgebirges, läßt es immerhin Bewertschafts- und Parteiführer, sowie besonnene Arals nicht ausgeschlossen erscheinen, daß diese unwahrhaftige beiter ermahnten die Menge zur Ruhe. Ihnen gelang es auch, Ausnutzung der wirtschaftlichen Not zu Wah die Menge von we teren Plünderungen abzuhalten. Schupo traf in 3weden den Radikalen von rechts und lints unzufriedene der Nacht von Rottbus ein. Gegen 30 Berhaftungen sind gestern Wähler zutreibt. Indessen hat sich der Ausmarsch der ge- erfolgt. Die Festgenommenen sind Bersonen, die in Forst in Baraden einigten Sozialdemokratischen Partei glatt und reibungslos untergebracht sind, also zum großen Teil von auswärts zugezogene. vollzogen. Die Mittel für den fostspieligen Wahlkampf werden opferwillig aufgebracht. Die Versammlungstätigkeit war bis in die letzten Tage eine überaus rege, der Wille zum Siege in allen Barteigenossen lebendig. Prophezeihungen find bei Wahlen immer mißlich, in diesem Falle ganz besonders. Aber alle Sozialdemokraten Deutschlands bliden heute auf Sachfen. Sie hoffen, daß die vereinte Sozialdemokratische Partei ihre Feu er probe bestehen werde in dem Geifte, der vor der Spaltung die sozialistische Arbeiterbewegung Sachfens auszeichnete. Domestikengeschmack. Die Hetjagd. Es vergeht fast fein Tag, an dem nicht in der deutsch nationalen und deutschvöllischen Presse Heartikel bekannten Musters erschienen. Die Kreuzzeitung" hielt sich bisher von diesem Treiben fern. In ihrer Sonnabend- Abendausgabe veröffentlicht sie nunmehr einen Artikel aus der Feder des be= fannten Antisemiten G. v. Below, in dem es heißt: Aus den Reiseberichten, die der aus Mostau zurüdgefehrte französische Abgeordnete Herriot im" Petit Parisien" veröffentlicht, Herriot teilte dem Volkskommissar Kraffin im Laufe einer Unterredung den Mißmut der französischen fapitalistischen Kreise über die tommunistische Propaganda mit und bezeichnete ihn als einen der Hauptgründe, weshalb die französische Bourgeoisie noch immer der Wiederaufnahme der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Sowjetrußland widerstrebe. Daraufh n Kraffin, hell aufladend, erwidert haben, die russische Sowjet regierung denke gar nicht mehr daran, ihre kommunistische Propaganda ins Ausland zu tragen. Diese Propaganda sei für sie nur eine Waffe gegen die über Sowjetrußland verhängte Blockade ge wefen. Krassin äußerte sich sehr scharf und despektierlich über die unterirdische Propaganda und über die geheimen Agitatoren der Dritten Internationale und fuhr fort: foll Seute benötige ich die europäische Produktion. Werde ich fie desorganisieren?" Herriot erkundigte sich daraufhin, ob denn die russische Re gierung im vollen Einvernehmen mit der Kommunistischen Partei auf diesem realpolitischen Boden stehe. Ganz ohne Zweifel, antwortete Krassin. „ Die Revolution tam den jüdischen Wünschen in umfassender Weise entgegen; zu erheblichem Teil hatte sie ja den unmittelbaren 3 wed, sie zu erfüllen. Und dennoch waren auch jetzt die Juden nicht zufrieden. Man dente an die jüdischen Daraus geht hervor, daß die gesamte fommunistische Propa Kommunisten, die deshalb so extrem tommunistisch sind, weil die Ein Teil der deutschen Bresse ist aus dem Häuschen ges anderen unrevolutionären Barteien sie nach ihrer Meinung noch ganda immer nur das gewesen ist, was wir von ihr gesagt haben, nämlich eine rein russische Angelegenheit, die lediglich raten. Sie kann den Tag nicht abwarten, an dem der ehe immer nicht genug zur Geltung fommen lassen. Und soweit sich die unter dem Gesichtswinkel des politischen und wirtschaftlichen Eigenmalige Kaifer feine zweite Ehe eingeht. Bis in alle Einzel- Juden jegt zufrieden fühlen, erweisen sie sich der einflußreichen interesses Sowjetrußlands betrieben wurde. Um die Ententeblockade heiten werden die Borbereitungen, die Toiletten der Braut Stellung, die sie feit der Revolution einnehmen, feineswegs zu brechen, drohte Sowjetrußland mit der Zerstörung der interund andere Dinge, die der deutsche Bürger wissen muß, ge gewachsen. Die Probe aufs Erempel mit der massenhaften nationalen Produktion, sobald aber diese Blockade aufgehoben wurde, schildert. Lange Abhandlungen erscheinen über den Schmud llebertragung wichtiger Posten an Juden ist keineswegs geglückt. bachte die Sowjetregierung nur noch daran, diese Produktion so ber verstorbenen Frau des Hohenzollern und über seine Ver- Wir brauchen hier nicht bloß an Eisner und Kautsky zu start wie möglich für die Zwecke des eigenen Wiederaufbaues heranteilung bei der Erbregelung. Der Tag" hat für diese Art denken, die wesentlich dafür verantwortlich zu machen sind, daß die zuziehen. Dabei werden nicht nur die kommunistischen Theorien journalistischer Betätigung das richtige Wort geprägt: Entente die Kriegsschuldfrage so ungünstig für Deutschland gestalten über Bord geworfen, sondern auch die kommunistischen Agitatoren " Domestitengeschmac". Er irrt aber, wenn er glaubt, fonnte; alle revolutionären Juben tragen mindestens etwas von der als lästige Anachronismen empfunden und verhöhnt. daß damit auch die ernstere Angelegenheit des umgearbeiteten Auffassung Eisners und Rautstys in fich... Es ist nicht ganz so sicher, wie es Kraffin behauptet, daß die Brautschmucks abgetan sei. Diese Frage wird rechtlich geregelt Auf diese Ausführungen, die den Geist unobjektivsten gesamte Sowjetregierung, und daß vor allem die Führer der Dritten werden müssen, und wer sie mit einer Handbewegung Demagogentums atmen, jenen Geift, der aus der vergifteten Internationale darüber genau so denken, wie der etwas einseitig auf " Domestitengeschmack" beiseite schieben möchte, zeigt damit Atmosphäre der Rathenau Mörder spricht, einzugehen, die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen eingestellte Leiter des nur, wie peinlich es ihm ist, diesen Domeſtilen ins verlohnt sich nicht. Daß jedoch ein offizielles deutsch- Außenhandelsfommissariats. Sicher aber ist, daß Krassin sowohl in Auge zu sehen. Gerade in den Kreifen, die dem„ Tag" nahe nationales Blatt in die deutschvölkische Hetze mit ein feinen fürzlich in der Berliner Zeitschrift„ Der Wiederaufbau" verstehen, ist so viel von der Not des Mittelstandes die stimmt, daß sie Ausführungen wie den erwähnten Raum gibt, öffentlichten aufsehenerregenden Aeußerungen, wie auch in seinen Rede. Rührt den Herrn von Doorn etwa diese Not? Hat verdient festgehalten zu werden. Auch ein Zeichen der Zeit, Beteuerungen gegenüber Herriot am fonfequentesten die politischen diefer einsame Berbannte, wie er auch heute wieder in übel aber fein rühmliches! und wirtschaftlichen Schlußfolgerungen zieht, die der neue Kurs der angebrachter Sentimentalität von der monarchistischen Presse Sowjetregierung bedingt. Aus diesem Bekenntnis Kraffins, das zu genannt wird, auch nur eine Geste des Mitleids, ein freundIm Spiegel der Zeit". gleich ein Geständnis ist, entnehmen wir ferner, daß es das Ziel liches Wort für die Tragödie dieses Mittelstandes, der kommunistischen Internationale war, auch die Produktion die zu gleicher Zeit die Tragödie des deutschen Die volksparteiliche Beit" schreibt der deutschvölkisch- deutsch- derjenigen Länder zu desorganisieren, die an der Berhän Boltes ist, übrig? Man lese nur in den Erinnerungen nationalen Deutschen Zeitung" folgendes ins Stammbuch: ,, Wir nehmen gern dieses Herrn nach, die auch rechtsstehende Kreise, sofern fie wie ausdrücklich hervorgehoben werden gung der Blockade gegen Sowjetrußland gänzlich unschuldig waren, nicht mit Blindheit geschlagen sind, mit Entsegen erfüllen, soll von dem Bersuche der Deutschen Zeitung", fich als Hüterin wie z. B. Deutschland und Deutschösterreich. Dem Kapitalismus hat findet sich da eine Zeile, die etwas anderes widerstrahlt als der Staatsautorität zu geben, Renntnis. Das wird man um jo diese bolfchemistische Propaganda wahrhaftig teinen nennenswerten bas großgeschriebene Ich"? Nein, nein, wenn man sich auf fieber tun, als, foweit wir zu sehen vermögen, geradeinihren Schaden zugefügt, im Gegenteil, die politische und gewerkschaftliche Kreisen das Verhältnis von Staat und Bolt immer noch nicht Arbeiterbewegung in Europa ist zum Vorteil der Bourgeoisie teils seiten dieses Herrn stellt, wenn man seinen Mantel schützend soweit durchgedacht ist, daß man erkannt hat, wie Bolt und gänzlich zerstört, teils empfindlich geschwächt worden. Das ist die vor ihm ausbreitet, sobald auch er der furchtbaren Not seines Staat einander bedingen, man im Gegenteil viel mehr Bilanz einer egoistischen, rein russischen Politit. Bolles ein Opfer bringen soll, dann nimmt man Platz auf Neigung verspürt, den Staat einfach zu negleren- anJener Seite, die besser aufhören sollte, von der geblich um des Volkstums willen." Not des Mittelstandes und von der Not des deutschen Volkes au sprechen. Teuerungsausschreitungen in Forst. Das Borträt ist nicht schlecht gezeichnet. Unverständlich bleibt Russischer Protest gegen den Fascistenterror. nur die Vorliebe, die in den Kreisen der Volkspartei trotzdem für Mostau, 4. November.( WTB.) Wie die Russische Tele die Deutschnationalen herrscht. Man nimmt es dort der Vereinigten graphenagentur mitteilt, weist der bevollmächtigte Bertreter Ruß Sozialdemokratie fehr übel, daß sie gerade in der Entscheidungs- lands in Italien in einer Note an die italienische Regierung darstunde Deutschlands von der Veltsgemeinschaft hinwegstrebt." Bon auf hin, daß am 1. November eine Gruppe bewaffneter Fascisten dieser Gemeinschaft allerdings. Und die Gründe dafür hat die Beit" selbst bezeichnet. Bor dem Rathause in Forst hatte sich am Freitag nachmittag in die Räume der russischen Handelsvertretung eindrang, die Auseine große Menschenmenge eingefunden, um zu erfahren, lieferung verschiedener diplomatischer Kuriere forderte und auf einen welchen Ausgang, die Schlichtungsverhandlungen in den Lohnangederselben mehrere Schüsse abagb. Auf Grund dieser Geschehnisse legenheiten der Textilindustrie genommen hatten. Die Leute vers Deutsch- fitauische Wirtschaftsverhandlungen. Die litauische Dele verlange die Vertretung, daß außer der durch das Gesez vorges fuchten in das Rathaus einzubringen, wurden aber zurückgedrängt Wirtschaftsverhandlungen ist in Berlin eingetroffen. Die Eröffnungs- bar Beteiligten auch jene Beamten zur Verantwortung gezogen gation für die mit Deutschland zu führenden Entschädigungs- und schriebenen gerichtlichen Verfolgung der am Verbrechen unmittel und zogen nun über den Markt. In einem Buttergeschäft erzwangen figung fand unter dem Borsiz des Oftreferenten im Auswärtigen fie die Berabfolgung von Lebensmitteln zu ungewöhnlich Amt, Freiherrn v. Malzahn, statt. Die fachlichen Beratungen be- würden, die aus Nachlässigkeit oder aus anderen Gründen die Ver. billigen Breifen. Dann flutete die Masse in die Rottbufer und ginnen am Montag und stehen unter Führung von Ministerialrat legung der durch den italienisch- russischen Vertrag garantierten Berliner Straße. In mehreren Wurstgeschäften wiederholten sich v. Stockhammer. Immunität der Diensträume der Vertretung zugelassen hätten, Der Einfall. Bon Paul Gutmann. Es ist eine Tatsache, daß die meisten Dichter nur unterhaltend find, wenn sie ihr Publikum vor sich haben. Untereinander find sie die ledernsten Gesellen von der Welt. Das würde ich besser gesagt haben", denkt sich der eine auf die Bemerkung des andern, aber er hütet sich ihn zu übertreffen, weil er der Konkurrenz fein Geschent machen will. Jeder ist der eifersüchtige Kritiker des andern. Ich würde sagen, man führe gegenseitig einen Eiertanz auf, wenn dieses Bild bei den heutigen Eierspeisen sich auf Schriftsteller anwenden ließe. Die geistige Sparsamkeit dieser Leute ist ungeheuer. Die Frau eines bekannten Dramatiters pflegte zu ihren Freunden nach dem jährlichen Durchfall ihres Manes zu sagen: Die Bande verdient es ja gar nicht, daß sich mein Mann für sie so plagt." Sie kannte die Nöte des Dichters und wußte, wie schwer die guten Einfälle zu erjagen sind und wie der beste Einfall einem oftmals unter den Händen zerrinnt. An ihren Ausspruch mußte ich denken, als ich Artaval, den Novellisten, eines schönen Bormittags besuchte. Er faß an seinem Schreibtisch mit verbundenem Kopf, die nackten Füße hielt er in eine Schüssel mit Wasser getaucht. Bist du krant?" fragte ich ihn überrascht. Nein, ich dichte an einer Geschichte." Das ganze Zimmer war von einem stechenden Tabatsqualm erfüllt, so daß man taum atmen fonnte. geudet, die doch nur für unfereins einen Wert haben. Ein Be fannter erzählt mir von dem entsetzlichen Unglüd, das sich in seiner Familie zugetragen hat. Jeder andere wäre erschüttert, aber ich wäge die einzelnen Momente der Erzählung gegeneinander ab, finde, daß das Ganze zu wenig zugefpigt ist, zu ſehr alte Schule, und langweile mich. Wo find die Menschen, die originell erleben? Ein Königreich für einen Einfall!" Er riß die Binde von seinem Kopf und schleuderte sie mit wütender Gebärde in einen Winkel. Dann zog er die Füße aus der Waschschüssel und sagte mit einem tiefen Seufzer: Seut ist es wieder nichts. Der Blutandrang nach dem Gehirn fehlt. Die zehn 3igaretten haben nur meine Nerven in Unordnung gebracht." Ich erhob mich mit einem freudigen Gefühl dichterischer Empfängnis. Würde er es merten? Wie ein Dieb suchte ich rasch und möglichst unauffällig aus feiner Nähe zu entweichen. „ Ich erinnere mich plößlich", stammelte ich, daß ich einen Befannten von der Bahn abholen muß", und verließ schleunigst das Zimmer. Freundchen, du weißt nicht, daß du für mich erlebt haft, sprach ich unterwegs vor mich hin. Du Narr, fuchst das Leben, wo es nicht ist, anstatt es im Vorbeigehen zu paden. Deine Sehnsucht nach einem Einfall aber soll für mich der Einfall sein. Der Ein fall", Berehrtester, betitle ich beine Geschichte." Brunner bleibt. Ein Dementi oon Joseph Roth. Der populärste 3enfor der deutschen Republit soll in Bayern wo denn sonst? seinen Lebensabend verbringen. Er wäre wohl geartet, in der schönen Natur, am Chiemsee, öffentliches Aergernis zu erregen. Die Landschaft würde an ihm Anstoß nehmen, ohne ihn verbieten zu fönnen. Die geduldige Erde würde ihn tragen müssen, wie fie Brinzen, Betschwestern und andere Auswüchse des Menschen geschlechts erträgt. Er würde zusehen, wie Kälber gezeugt und geboren werden, und seine Gegenwart wird des Zeugungsaktes Heilig beit beleidigen. Bon allen landwirtschaftlichen Tätigkeiten wäre ihm die Kastration neugeborener Hengste am ehesten genehm Die Benfierung der geschlechtlichen Fähigkeiten. in der Kunstausstellung Anstoß nimmt, und zum Glüd seinen Regenschirm die Waffe seines Geistes in der Garderobe abgegeben hat; Brunner ist der Staatsanwalt, der Einstein verurteilt; Brunner ist der Abonnent des„ Lokal- Anzeigers"; der Leser der Scherl- Woche, der geistige Raftrat. Einmal hörte ich einen Vortrag Brunners er sprach( natürlich) in der Universität. Es war ein fleiner Hörsaal mit einem Dugend Bänken etwa. Da saß Brunner neben Brunner, in Männer und Frauenkleidung, um einen Unterschied der Geschlechter zu martieren. Auf dem Katheder stand Brunner im Bratenrod und hielt seiner eigenen Mehrzahl einen Vortrag. Es war ein gefpenftisches Erlebnis. Brunner frug ein fleines Schnurrbärtchen, einen hohen Schädel gleichsam zu Propagandazweden, hatte schwarze fladernde fleine Augen, eine behäbige Gestalt: eine Oberlehrererscheinung. Wenn er was Besonderes gehabt hätte er wäre weit weniger ge fährlich. Aber er hatte nichts Besonderes. Nur Allgemeines. Er war die Einzahl von Brunner. Und das macht Brunner gefährlich. Sogar fein Fanatismus war teine Besonderheit. Alle Zuhörer waren fanatisch. Alle Brunner in Deutschland sind fanatisch. Fanatische Mittelmäßige. Das Maß, mit dem fie meffen, ist ihr eigenes Mittelmaß. Sie sind weder verworfen, noch erhaben, fie stehen zwischen dem Idealen und dem Berworfenen und sind beider Gegensatz. Ihr Schmerz beim Anblid einer Nadtheit mag vielleicht ehrlich sein. Bielleicht schreien fie, meil ihnen Schönheit mehe tut. Aber ihr beamteter Bruder hört den Schrei und handelt so, wie jeder, dem Gott den Berstand genommen hat, um ihm dafür ein Amt zu geben: er tonfisziert.. Ich dementiere also Brunners Abschied. Brunner bleibt... " Ich bin cyklisch", sagte er, wie alle geistigen Menschen. Selt vier Wochen habe ich meine depressive Periode. Mir fällt nichts ein. Wenn das so fortgeht, schieße ich mir eine Kugel durch den Kopf." Er tat einen tiefen Schluck aus einer Rognafflasche, die vor ihm auf dem Schreibtisch stand und fuhr fort: Was sind wir Dichter eigentlich? Bettler des Lebens. Die andern haben ihre großen " Aida" Im Deutschen Opernhaus. Eine feftliche, eine pompöfe Erlebnisse, lieben und hassen, während wir zusammengetauert im Aida" Erstaufführung, beren sich der Khedive von Aegypten nicht Dunkel stehn und auf ein Almofen aus ihren Erfahrungen warten. hätte zu schämen brauchen. Ein pruntvoller Aufwand an Kostümen, Wir fizen wie die Spinne im Netz und lauern tagelang auf das Schmuck, Mobiliar, Ballett, dazu eine rechtschaffene und phantasieInfeft, den Einfall, der uns zufliegen soll. Hier habe ich zwei volle Arbeit, um neue Regieeinfälle, die im Auseinanderreißen der Bilder, fie passen zwar nicht zusammen, aber vielleicht läßt sich Menschenmassen zuweilen den Zusammenhang der Ezene loderten, etwas daraus machen. Etwas daraus machen! Das ist der Kern im ersten und zweiten Bild dagegen die unausbleibliche Treppe der Sache. Das ganze Leben wird mir verefelt, weil ich es nur und eine mystische Abschattierung der Lichter sehr flug für das Drama und das theatralisch Wirtsamste ausnutten. Nicht sehr daraufhin ansehe, ob es verwendbar ist. Lust und Schmerz, denen wesentlich waren ein paar ungenauigkeiten im Rostümstil oder in sich die andern frei hingeben, hören für mich auf Gefühle zu sein, der Verwendung von Emblemen, wesentlicher, daß alles noch so well ich daran benfe, was ich daraus machen fann. Selbst beim Bunte stilecht schien und immer mahnend und interessant wirfte. Tod meiner Geliebten quälte ich mich mit der Frage, ob er wir fungsvoll genug gewesen ist oder ob nicht ein passenderer Abschluß himmel hinan von verblüffender, großartiger Wirkung, der Zirkus möglich wäre. Gehe ich zum Bäcker, um mir eine Semmel zu Busch fann das nicht üppiger ausgestalten. Rehmen wir es als Paufen, fahre ich mit der Straßenbahn, betrete ich ein Gasthaus, so Beichen, daß es der Charlottenburger Oper wieder gut geht, daß find das für mich novellistische Einkleidungen. Jetzt brauche ich fie Geld hat und es in den Jubiläumstagen an eine gute Sache ver wendet. Frau Salvatini ist, Gott sei Dant, ihrem Vater so nur noch das Erlebnis. Aber es fommt nicht. Es begibt sich zu den Diese Brunner- Gattung, sozusagen der Plural von Brunner, ähnlich wie eine Elfe einem Faun, fie fang mit dem Temperament Stumpfen Alltagsmenschen, die es nicht zu würdigen wiffen. Oftmals hat bein Urlaubsgesuch eingereicht, geht nicht in Bension, sondern einer großen Spielerin, Erregung und Empfindung start verfinnfrage ich mich, weshalb der Weltenienter so die Geschehnisse ver- bleibt in Deutschland. Brunner ist der Oberlehrer aus Stegliß, der lichend. Frau Wilmar Hansen, eine Königstocher von schlech Da er nicht einmalige Wesenheit ist, da sein Name Gattung bezeichnet und Programm bedeutet, gilt für ihn nicht die versöhnliche Ironie, mit der man von einer scheidenden Widernatürlichkeit Abschied nimmt. Nicht dem Professor Brunner persönlich, dem in die Das Monsterbild des zweiten Attes war im Aufbau bis zum unerreichbare Sphäre des" Mesbacher Anzeigers" Entrüdten, gili eine Auseinandersetzung. Wohl aber jenem Brunner, der deutschen Erscheinung, die sich gemäß ihren Anschauungen nicht durch Fortpflanzung, sondern durch Ansteckung vermehrt. Berlins Finanznöte. Die Werke sollen abgestoßen" werden. " Wirtschaft gericht Stuttgart zur Verhandlung. Der Bertreter der Staatsanwaltschaft hielt seine Anklage in vollstem Umfang aufrecht und sah in dem Bild die Ermunterung zur Errichtung der Diftatur des Prole. Die von uns an anderer Stelle gebrachten Angaben des tariats. Die Darstellung einer durch Arbeiter vollzogenen illegalen Berliner Nachrichtenamtes über das Anwachsen des Enthauptung fei geeignet gewesen, auf die ohnehin erregten Arbeiter Zur Frage der Produktionssteigerung. städtischen Defizits veranlassen die bürgerliche Presse der ihnen zur Last gelegten unlauteren Absichten. Auch der Ver- Reparationskommission über die Möglichkeit einer Stabilisierung der maffen aufreizend zu wirken Die beiden Angeklagten bestritten jede Während Sachverständige der internationalen Finanz und di zu den üblichen demagogischen Angriffen auf den fozia teidiger, Rechtsanwalt Christlieb( Stuttgart) zeichnete in seinem Blä- Währung beratschlagen, gegen die die Fnanzwelt Deutschlands, die listischen" Magistrat, der nach Meinung der Deutschen Tages doyer die Lächerlichkeit der Anflage. Bei der Beurteilung des Bildes Industrie und selbst die Reichsbank eine geradezu unfaßbare Gleich. zeitung" feine Aemter el, icherweise niederlegen und damit und seiner Auslegung seien von der Staatsanwaltschaft in blinder die nadie Tatsache bestätigen sollte, daß unter den gegenwär- Beise alle tatsächlichen politischen und nicht zuletzt fünstlerischen gültigkeit zeigen, unternimmt ein Teil der Tagespresse tom sch ans tigen angeblich besten demokratischen Grundfäßen eine Wirt- Momente verkannt worden und unberücksichtigt geblieben. Die Ge- mutende Versuche, das Problem auf ein anderes Gleise zu schieben. schaft überhaupt nicht möglich ist. Das steht auf demselben schworenen verneinten in beiden Fällen die gestellten Schuldfragen hier ist nicht zu reden von den Kommunisten, deren unsachliche De Niveau, wie die heftigen Angriffe, die die Deutschnationalen und so tam das Gericht zu einem völligen Freifpruch. Die magogie jedem denkenden Arbeiter offenfundig ist. Wesentlich ernster, 3. B. in ihren Blättern mit Vorliebe gegen Milchpreis, Beschlagnahme der genannten Nummer wurde aufgehoben. fchon wegen ihrer politischen Macht, ist die von Unternehmern städtische Ernährungspolitif usw. richten( für die deutich aber nicht erlahmen. Durch Beschluß des Amtsgerichts Stuttgart Dieser sind unsere Feststellungen, daß ein wesentlicher Teil unseres Der Ausgang dieses Prozesses läßt den Eifer gewisser Juristen bezahlte und ihnen willenlos dienstbare Presse zu nehmen. nationale Dezernenten verantwortlich sind). Nicht ganz so weit geht das„ Tageblatt". Michaelis murde Der Wahre Jatob" wegen eines Gedichtes Denft an ben wirtschaftlichen Verfalls von der Baluta herkommt, daß man also fie zuerst stabilisieren müßte, sehr unangenehm gewesen. will zwar auch heute noch die Gewerbesteuer nicht bewilligen, trotzdem jeder bürgerliche ehrliche Kommunalpolitiker zugeben muß, daß die Steuer für die Stadt unentbehr. lich und für das Gewerbe durchaus tragbar ist. Aber in den bürgerlichen Frattionen siegt eben der heilige Egoismus". Nichtig ist, daß durch Einschränkung der Verwaltung große Summen erspart werden können und jetzt bereits durch raditales Vorgehen gegen die Hilfskräfte und Arbeiter, deren Zahl im Tausende vermindert wurde, erspart werden. Michaelis wie die anderen bürgerlichen Bolitiker vergessen nur, daß das Gros der Verwaltung aus Beamten besteht, die der sozialistische Magistrat nicht entlassen tann. Und welches Geschrei erhebt sich nicht im bürgerlichen Blätter wald, wenn Sozialisten darauf hinweisen, daß das Prinzip der Unkündbarkeit bei der Lage der Gemeinden zu einer taum erträglichen Last wird. Ein Standal aber ist die Ungeniertheit, mit der immer wieder die Verschleuderung der Werte gefordert wird. Wörtlich sagt Michaelis: 17 lnd weiter müßten die städtischen Werke, die als die eigent fiche Verlustquelle anzusehen sind, abgestoßen werden." Zum 9. November! Das Hauptorgan der Agrarier, das trotz der maßlofen Auswucherung des Boltes durch seine Hintermänner gelegentlich eine Krokodilsträne um den von den Agrariern enteigneten Mittelstand weint, befommt es fertig, zu behaupten, die hohen Löhne der An die Arbeitnehmerschaft Groß- Berlins! Arbeiterschaft hätten die Rohstoffe so sehr verteuert. Es wirft ihr rüdsichtslose Konjuntturausnugung im Rohlenbergbau und Die Plenarversammlung der Gewerkschaftskommiffion Berlins in der Eisenindustrie vor. Nun wissen wir es also! Herr Stinnes und Umgegend hat beschlossen, den 9. November, den Tag der Revo- hat die Unzahl der industriellen Unternehmungen, die er nach dem lufion, durch Arbeitsruhe zu begehen. Entsprechend diesem Be- Kriege an sich gebracht hat, mit dem Gelde der Arbeiter schlusse rufen wir die Arbeitnehmerschaft Groß- Berlins auf, an fchaft gefauft, und die Arbeiterschaft ist es wohl auch gewesen, die diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen, um damit zu beweisen, daß ihm neulich die Milliarde, Bapiermart auf den Tisch des Hauses ge fie entschlossen ist, die Errungenschaften der Revolution unter allen legt hat, mit der er die große Minderheit der Aktien der Berliner Handelsgesellschaft gekauft hat. Bor so plattem Blödsinn staunt Umständen zu verteidigen. selbst der agrarische Laiel Aber weiter. Man behauptei, der 2rbeiterschaft sei der Mehrertrag der Produktion in steigendem Maße zugute gekommen. Das ist einigermaßen erstaunlich. Denn in der letzten Woche bekamen qualifizierte Arbeiter im allerhöchsten Falle 8-10 Goldmart Stundenlohn, gegen mindestens 29 Goldmart bei achtstündiger Arbeitszeit vor dem Kriege. Der Agrarier aber betam für seinen Zentner Roggen im freien Handel 8-10,50 Goldmart gegen 8,2 M. vor dem Kriege( immer 1 Goldmart gleich 1000 Papiermart gerechnet). Und wenn nun Gen. Reißmann ausgerechnet hat, daß unter den heutigen Verhältnissen auf den Verbrauch des Arbe ters höchstens 45 roz. des Borkriegsver brauches tommen fönnen, so zeigt die obige Rechnung doch eindeutig, daß der Arbeiter heute nicht einmal ein Drittel oder 33 Broz. davon tatsächlich bekommt, so daß heute der Agrarier seine Lebenshaltung gegenüber dem Arbeiter um das Drei- und Mehrfache verbessert hat! Wer in Balutafett schwimmt, hat es wirklich leicht, den Arbeitern Heilmittel zu empfehlen, die ihn nichts fosten und die feinen Wohlstand nur vermehren tönnen. Die Ausbeuter des Boltes haben noch immer die Stirn besessen, sich als die einzig wahren Boltsfreunde auszugeben. Wie sollte es heute anders sein? Angesichts der sich täglich frecher gebärdenden Reaffion ist es jetzt besonders dringend notwendig, gegen die reaffionären Machen fchaften des Unternehmertums und für den Achtstundentag, gegen Orgesch, Conful und andere Mörderorganisationen, gegen Teuerung und den verbrecherischen Wucher, gegen Monarchie und für die Republik, nachdrüdlichst zu demonstrieren. Wir erwarten darum, daß die Arbeitnehmerschaft Groß- Berlins einmütig und geschloffen unserem Rufe Folge leiffet, um durch eine Wie würde der für Michaelis doch vorbildliche Raufmann wuchtige Kundgebung zu zeigen, daß an dem machtvollen willen zu betiteln sein, der als erste„ Gefundungsoperation" seine der arbeitenden Bevölkerung alle Bestrebungen der Reaktion und auf vielleicht hundert Milliarden zu schätzenden Sachwerte ab- ihrer Werkzeuge scheitern werden. Die Demonstration findet stoßen würde, die ihm nicht nur nichts tosten, sondern allein in im Cuftgarten statt. Sammelplähe und Aufmarschplan werden biefem Jahre etwa 800 Millionen Ertrag bringen? Ein solches in der Dienstagnummer des Vorwärts" bekanntgegeben. Verfahren wäre eine gewissenlose Kurzsichtigkeit. Nofstandsarbeiten müffen ausgeführt werden. Art und UmDie Politik der Arbeiterparteien wird umgekehrt dahin gehen fang bestimmen die betreffenden Organisationen. müssen, zwar die personellen Ausgaben der Verwaltung auf das äußerste Mindestmaß einzuschränken, den Besitz der Stadt aber zu erhalten und wirtschaftlich durch mustergültige Drganisation und planmäßige Finanzwirtschaft weiter auszugestalten. Die Stadtwirtschaft ist keine doktrinäre Erfindung der Sozialisten, sondern eine unentbehrliche Entmidlung im modernen Industriestaat. Sie steht nicht am Ende, sondern erst am Anfang ihrer Entwicklung. Ihr gehört die Zukunft trotz aller Augenblicksschwierigkeiten. " Eifernde Staatsanwälte. Bereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands Bezirksverband Groß- Berlin Th. Fischer. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend Sabath. Der Wahlkampf in England. Condon, 4. November.( WIB.) In gang England erfolgte heute die Nominierung der Kandidaten für die Parlamentswahlen. Bis gestern abend wurden 3395 Kandidaten provisorisch aufgestellt, die sich wie folgt verteilen: Konservative 466, Arbeiter partei 414, Unabhängige Liberale 325, Nationale Liberale 190. Gegen etwa 54 Kandidaten, davon die meisten Unionisten, sind keine Gegentandidaten aufgestellt worden. In Wirklichkeit hat der Sach besig aus der Geldentwertung ungeheuren Nutzen gezogen. Er ist es auch, der jetzt mit der Stüßung der Mart gar feine Eile hat. Denn die Frage der Mehrarbeit, die jetzt mit so großem Bathos aufgeworfen ist, ist in Wirklichkeit eines der schwierigsten Probleme. Ueber die Notwendigkeit der erhöhten Rohlenförderung sind sich alle, zu allererst aber die Bergarbeiter flar. Aber sollen wir noch mehr Schnaps, Schokolade und Brillantenkolliers für die neuen Reichen produzieren? Wenn irgendmehrarbeit von Nugen sein tann, so doch nur da, wo damit erreicht wird. Wo aber ist dieses der Fall? Wir behaupten, daß eine beffere und billigere. Bersorgung des Marttes Der Wahre Jacob" vor dem Schwurgericht. kein Mensch das genau voraussagen fann. In der Möbelindustrie, Wie bereits verschiedentlich mitgeteilt wurde, hat die Staats. Tertilindustrie, Maschinenindustrie und anderen Zweigen hat die anwaltschaft in Stuttgart in den lehten Wochen eine Landwirtschaft vielfach ihren Bedarf auf Jahre hinaus gedeckt, eifrige Tätigkeit bahin entfaltet, daß sie in Buchhandlungen usw. Jagd fie hat die Arbeitskraft, die in diesen Berufen zur Versorgung der auf die Nr. 939 bes Wahren Jatobs" vom 28. Juli d. 3. machte, Landwirtschaft beitrug, auf lange Zeit voraufgekauft. Aehnlich geht. wobei ihr auch glücklich drei Exemplare dieser Nummer in die Hand London, 4. November.( WTB.) Nachdem der Tag der Romi- tion, für die vielerorts bereits das Betriebskapital fehlt, bei der ge es mit anderen neuen Reichen. Glaubt man, daß eine Mehrprodukfielen. Die Beschlagnahmeverordnung ftüßte sich darauf, daß in der betreffenden Nummmer ein Bild enthalten war mit der Ueberschrift: nierung der Barlamentskandidaten zu Ende gegangen ist, fönnen schwächten Kauffraft der Arbeiterschaft, bei der völligen Unmögl dj. Ultima ratio der Republik", das die Hinrichtung einiger Bertreter teine weiteren Kandidaten mehr aufgestellt werden. Die Ueber- teit, Ersparnisse zu machen und in ihrem Werte zu erhalten, auf ausder reaktionären Kreise Deutschlands durch einige Arbeiter versinn raschung des Tages bildet die Nominierung des trischen Nationa- reichenden Abfaz stoßen wird? Im Ausland sicher nicht, wenn man bildlichen sollte. Die Unterschrift lautete:" Den monarchisten liften Davlin in Liverpool gegen den früheren Generalstaatsanwalt feine Schleuderausfuhr auf Kosten des, Bolksvermögens treiben will. gewidmet. Die Staatsanwaltschaft fah in diesem Bild eine Auf- Leslie Scott. Nach den um 3 Uhr nachmittags vorliegenden Mel. Im Inland aber? Wer soll denn aus dem geringen Mehrertrag, reizung zum Klaffenhaß und politischen Mord, ferner eine Gefährdungen werden 37 Konservative, 7. Nationalliberale, 5 Liberale, den z. B. die Mehrproduktion den bereits mit Ueberstunden tätigen dung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit und erhob gegen den stetigen Absatz zu garantieren? Arbeitern bringt, die Kauftraft aufbringen, um der Volkswirtschaft damaligen verantwortlichen Redakteurs des Wahren Jakobs" und gegen den Zeichner dieses Bildes unter Berufung auf§ 130 StGB. entsprechende Anflage. Der Fall lam fürzlich vor dem Schwur " 3 Arbeiterparteiler und ein Nationalist, die teine Gegenkandidaten hatten, ins Unterhaus einziehen. Lloyd George und der neue Generalstaatsanwalt Douglas, die feine Gegenkandidaten hatten, gelten als wiedergewählt. Lloyd Georges Offensive. tem Buchs und desto schönerem gesättigten Alt. Schöpflin als Rönig Kipnis mit prachtvoll ausgiebigem Baß als Oberpriester, Condon, 4. Nov. Lloyd George hat heute in London eine auffehen Laubenthal, trotz der Stereotypie feiner Bewegungen, ein erregende Rede gehalten, in der er seine ursprüngliche Drohung mit heldenhaft frischer Radmes, Chöre und Tänze glänzend bereitet, der sozialistischen Gefahr etwas milderte und vor allen Dingen vor das Orchester unter Waghalter überschäumend und sich seiner Hauptrolle freuend: eine Aufführung, die sich sehen und hören laffen der durch die Reaktion drohenden Gefahr warnte. Die Rede begann fann, Wenn Herr Hartmanr es versteht, diefen Erfolg auszu- mit einer Lobrede auf die Koalitionsregierung und faßte in kurzen schlachten, wird er über manche Gorge hinwegkommen. R. 5., Worten ihre Hauptverdienste in den letzten 6 Jahren zusammen. Blond George fagte unter dem Beifall der Versammlung, daß viele Humorist Sling, der gegen die Bertiefung unserer schlechten Komödienhaus:„ Die Erwachsenen", von Sling. Der furiose Konservative, die sich heute entschuldigen, weil sie der Koalition ange Laune und des Martstandes einige recht wirkjame Gegengifte gehört haben, in einigen Jahren ftolz darauf sein werden, daß fie Laune und des Markstandes einige recht wirksame Gegengifte gedies System einmal unterstützt haben. Der Redner führte weiter funden hat, ließ das Familienluftspiel Die Erwachsenen" auffübies zufrieden sein, wenn ein fiebzehnjähriges Mädel, frisch von der wahlen gezeigt hätten, viel weniger drohend fei, als die ren. Mit Glück und zur Erheiterung. Denn wie sollte man nicht aus, daß die sozialistische Gefahr, wie die KommunalSchule entwischt, die Schlafmüßen unserer Zeit aufrüttelt? Sie Gefahr einer Reaktion. Unzweifelhaft müsse man die heißt melodisch Eveline und setzt allen, die sich flug und erwachsen Sozialisten und ihre revolutionären Bestrebungen befämpfen, aber bünten, im Grunde aber didtöpfig und bummlöpfig find, die Röpfe zunächst sei es notwendiger, den reaktionären Strömungen entgegen. zurecht. Sie ist ihre eigene Reparations tommiffion und saniert den zuarbeiten. Verstand von mehreren Onfeln, Tanten und sonstigen Narren. Außerdem bringt fie einen Brachtbengel, der nur an periodischer Faulheit leidet, auf den Weg der Arbeit und Verlobung. Nach diefer knappen Inhaltsangabe sieht das Stüd etwas schablonenhaft aus. Es ist aber nur äußerlich in den alten Lustspielrahmen ein gespannt. Der Wig glihert an vielen Stellen wirklich, und es gibt befonders im zweiten Aft Gesprächspartien, die wohlgeschliffen, mit Paradoren ergößlich besät und beinahe Wahrheiten sind. Diefes Tippen an den luftigen Ernst oder die ernfte Lustigfeit des Lebens und der Liebe dachte sich Sling als feinen Stil. Es gelang allerdings nicht immer. Der Komödienplauderer ver hätschelte sich zu sehr in Uebersichtigkeit. Er mikroskopierte nicht genug, er gudte nicht fleißig genug in feine Menschen hinein. Der deutsche Boffchafter Graf Broddorff- Rantau ist in Moskau angekommen und am Bahnhof von Vertretern des AußenCommissariats begrüßt worden. Der Graf bezeichnete in furzen Worten die Durchführung des Zusammenarbeitens beider Länder als feine Aufgabe, von deren Gelingen er überzeugt sei. Devisenkurse. Man hätte das Stüd auch nicht so abgehackt und episodenhaft spielen dürfen. Slings Luftspiel besteht aus Bointen. Nur die Epifodenfiguren, etwa der sehr gewinnende Prokurist Hans Hermann, durften die Pointen stochernd bringen. Die Hauptspieler jedoch, das i holländischer Gulden liebliche Fräulein Charlotte Schulz und der Oheim des Herrn i argentinischer Papier- Peso Stahl Nachbaur, hätten das Staffato glätten müffen. Es ist 1 belgischer Frant. im Theater eben so, baß der Komödienschreiber feine ihrateten 1 norwegische Krone mit Macht hinauspufft, daß dann aber der Komödiant bemüht sein 1 dänische Strone. muß, das Wortfeuerwerk in eine gemilderte Sprache zu verwandeln. 1 schwedische Serone Die Psychologie des Schreibtisches ist nicht die Psychologie der i finnische Mort Bühne. M. H. 1 japanischer Yen 1 italienische Lire Urania- Vorträge. Tanbenstraße: Count., Mont., Mittw., 1 Bfund Sterling Freit. Der Mensch vor 100000 Jabren"; Dienst. Eine 1 Dollar Reifeins Sonnenland"; Donn. Der beutige Freiheits 1 französischer Frank lampf in der Türket; Sonnab. Filmgebeimnisse und Filmwunder". Invalidenstraße: Sonnt. Die musizierende, 1 brasilianischer Milreis fingende und lachende Sprechmaidine"; Dienst.„ Bon 1 Schweizer Frant. Ropenhagen nach Stodbolm"; Witti. Gletscher der 1 spanischer Peseta Sochgebirge"; Zonn. Südindisches Paradies II"; greit. Aegypten und der Nil"; Sonnab. Großglodner und Gastein". Im Deutschen Opernhaus beginnt Montag die Festwoche zur Feier bes 10 jährigen Bestehens mit Mozarts Hochzeit des Figaro". 1 tschechische Krone 4. November 8. November Käufer. Berfäufer Räufer Berläufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 2389-2401.2189.50 2200.50 884.08 885.97 1097.25 1102.75 1197.- 1203.1596.- 1604.170.57 171.43 2907.71 252.36 2922 20 258.64 27181.87 27818.18 6009.98 6040.07 413 96 416.04 678.80 681.70 1102.28 1107.77 917.70 922.30 8.08 193.99 2.43 167.08 167.92 heute die Borauslegung für eine bessere und gefündere Produktion, Es ist nun einmal so: Die Heilung des Währungselends ist Eine Stabilisierung der Währung wird aber unzweifelhaft mit Krisenerscheinungen am Warenmarkt verbunden sein, meil jeder, iegt die Entdeckung machen wird, daß er mit vielen Dingen auf lange der bisher infolge der Geldentwertung in die Bare zu fliehen suchte, Beit hinaus eingedeckt ist. Bevor eine Liquidation der Geldentwertungswirtschaft erfolgt ist, hat die Frage der Mehrproduktion feinen Sinn. Hat man aber nicht den Mut, an das Hauptproblem heranzutreten, so ist es zwecklos, der Arbeiterschaft vorzureden, es solle noch mehr gearbeitet werden; sie hat oft genug zusehen müssen, wie der Ertrag der feit 1919 ständig gestiegenen Produktion ihr mit einer Verminderung des Reallohnes Produktion ihr mit einer Berminderung des Reallohnes entgolten worden ist, während das lachende Sach kapital Reerzielt werden kann, ist das nicht eine Sache großer Rebensarten parationen für sich, nicht für die Entente, erhob. Soweit aber Mehrproduktion durch bessere Organisation der Betriebe unb, Brogramme, sondern Sache des Handelns- aber für die Die AEG. über das Währungselend. Unternehmer! Im Geschäftsbericht der AEG. findet sich folgende Stelle: Fortschritte gemacht; jeder Ausbli'd ist vermehrt, fo.. Inzwischen hat der Niedergang unferer Baluta erschreckende lange nicht die Währung ins Gleichgewicht zu bringen ist. Stetig steigende Preise ausländischer Rohstoffe und fortwährende Erhöhung von Tarifen für Angestellte und Ar beiter zwingen zu Preiserhöhungen mit gleitender Skala und verschärften Zahlungsbedingungen. Die Folgen diefer ungefunden 23irtschaft für Industrie und Handel können nicht ausbleiben. Die ungünstige Lage des Geldmarftes vermehrt die Besorgnisse." Die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Bei den in Dresden stattfindenden tschechoslowafisch- deutschen Wirtschaftsverhandlungen wurde ein Einver= nehmen erzielt. Es find nur noch einige Fragen von geringerer Wichtigkeit zu verhandeln. Die tschechoslowafischen Bertreter famen Deutschland entgegen in der Frage der Regelung des Verhältnisses 2408.96 2421.04 der privaten deutschen Versicherungsgesellschaften, 2214.45 2225.55 welche sich vor dem Umsturz auf dem Gebiete der tschechoslowakischen 899.401 Republit geschäftlich betätigt hatten. In der Tschechoslowakei wer1147.12 1152 88 den die Prozesse eingestellt werden, welche aus den Versicherungs1236.90 1243.10 anträgen entstanden sind, die vor dem 26. Februar 1919 abgeschlossen 1635.90 1644.10 wurden, soweit es ftrittig ist, in welcher Währung die Berficherungen ausgezahlt werden sollen. Ferner wurde der deutschen Forderung 2992 50 3007.50 bezüglich der Regelung des Beredelungsverfahrens bei 261.34 262.66 Stidereien und bezüglich der Ausfuhr von Gerste nach 27481.25 27568.75 Deutschland stattgegeben. Von deutscher Seite wurden 6159.56 6190.44 die tschechoslomatischen Forderungen erfüllt, welche die Einfuhr 428.92 431.08 pon malz und Hopfen nach Deutschland betreffen, und zwar 708.23 706.77 in dem Sinne, daß die bisherigen Vereinbarungen mit kleinen Ab1127.17 1182.88 änderungen erneuert und verlängert wurden. Deutschland fam der 952.38 tschechoslowatischen Forderung auf Regelung des Tertilabkommens 8.02 vom 10. April 1922 entgegen. Auch in der Frage der Ausfuhr von 200.50 Kunst dünger nach der Tschechoslowakei wurde ein Abkommen 2.44 erzielt, das auch diese Frage für eine spätere Zeit regelt. Die 48 11 Unterzeichnung der Abmachungen wird wahrscheinlich am Dienstan 100.76' erfolgen. 947.62 7.98 199.50 100 öiterr. Kronen( abgeft.) 8.02 193.01 1 ungarische Krone 2.41 bulgarischer Lewa. 42.89 43.11 1 jugoslawischer Dinar 97.75 98.25 2.42 42.89 100.24 Gewerkschaftsbewegung Die Betriebsrätekongreß- Mache in Berlin. Ein flägliches Fiasto. Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe. politisch organisiert sein und die Arbeiterpreffe lesen müßten. Die Der vom Reichsarbeitsministerium eingefeßte Schlichtungs. neuen gebrudten Lohnablommen sind vom Sonnabend ab auf den ausschuß fällte am 3. November einen Schiedsipruch, nach dem im 8ahlstellen der Klavierarbeiter und auf dem Bureau erhältlich. Monat Oftober gegenüber dem September 1922 für sämtliche Direktionsangestellten folgende gulagen festgesezt wurden: Lohnabkommen in der Knopfindustrie. Lehrlinge und Jugendliche 25 Proz., Angestellte bis zum vol. Eine Bersammlung aller in der Knopfindustrie beschäftigten Ar Die Kommunisten hatten zu Freitagabend 14 Industriegruppen lendeten 20. Lebensjahre 35 Broz, Angestellte über 20 Jabre beiter und Arbeiterinnen am Freitag in der Aula der„ Sophienpersammlungen zur Wahl der Delegierten zum Betriebsrätefongreß 45 Broz, Angestellte über 24 Jahre erhalten außerdem 600 M. Schule" nahm Stellung zu dem Ergebnis der letzten Tarifverhandeinberufen. Alle diese Versammlungen sind, wie die PPN. zuver. Alterszulage, verheiratete Angestellte außerdem weitere 600 M. lungen mit den Arbeitgebern Verhandelt wurde am letzten Donnersläffig feststellen fonnten, geradezu fläglich befucht gewesen. In Daneben ist eine Kinderbeihilfe von 250 M. für jedes Kind tag. Von den Vertretern der Arbeiter wurden folgende Lohnzuden Boruffiasälen in der Ackerstraße hatten sich 50, in Böfers Fest festgelegt worden. Die Spelensäge für Außentätigkeit wurden um schläge ab 2. bis 16. November gefordert: Für Arbeiter über 18 Jahre fälen in der Weberstraße 200 Personen eingefunden, im Rosen- 45 Broz. erhöht. Die im September vereinbarten Ortszulagen und 60 m., Arbeiterinnen über 18 Jahre 40 M., Jugendliche 25 m. und thaler hof niemand, in den Sophienfälen 60, im Englischen Befagungszulagen bleiben weiter bestehen, mit Ausnahme von Lehrlinge 15 M. pro Stunde, Garten in der Aleganderstraße 20, in Kliems Feftfälen in der finden, deffen Ortszuschlag auf 10 Brog. ermäßigt worden ist. Hasenheide 15 Personen; ebensoviel bei Feyfara in der Der Ortszuschlag für Hamburg ist auf 17%, Bros. erhöht worden. Melchiorstraße. In der Schulaula in der Auguftstraße waren Die Erklärungsfrist über Annahme des Schiedsspruches läuft am 120 Personen versammelt, im großen Saal des Deutschen Hof 11. November ab. in der Ludauer Straße 80 und in der Aula des Friedrich- Wilhelm Gymnasiums in der Kochstraße nahezu 150 Personen.( In dieser Aufstellung fehlen nur die Versammlungen in den Andreas fälen, Andreasftraße, im Dresderer Kasino, Dresdener Straße, und in der Neuen Welt, Hasenheide Nach den Sophiensälen waren zwei Bersammlungen anberaumt. D. Red.) In allen Bersammlungen fuchte man fleißig nach Nicht tommunisten, die sich bereit fänden, als Delegierte zum wilden Betriebsrätetongreß zu gehen, damit er nicht nach außenhin als sein fommunistische Parteiangelegenheit erschiene; aber man fand nur vereinzelte Arbeiter, die fich zu dieser Rolle hergaben. Für eine ganze Reihe von Berufen 3. B. die in Berlin sonst start tommunistisch orientierten Buchbinder fonnte man überhaupt feine Delegierten auftreiben; fie follen in den nächsten Tagen noch gesucht werden. Jm ganzen bewiesen die Beranstaltungen das geradezu flägliche Scheitern des Betriebsrätekongreßrummels. fchrieben: Unzureichende Gehaltsregelungen im Bankgewerbe. Bom Allgemeinen Verband der Bankangestellten wird uns geUeber das am 2. November zwischen dem Reichsverband der Bankleitungen, dem Deutschen Bankbeamtenverein und zwei teine. ren Organisationen getroffene Gehaltsabkommen für Oftober und November verbreitet der Deutsche Bankbeamtenverein Mitteilungen in der Presse, die unrichtig und irreführend find. Der Deutsche Bantbeamtenverein behauptet, durch das Abkommen sei 1. das Ottobergehalt verdoppelt, 2. das vorläufige Novembergehalt um 36 Proz. gegen den Oktober erhöht worden. Beides ist falsch. In Wirklichkeit beträgt die Steigerung des Oktobergehaltes nur 74 bis 82 Broz. gegenüber dem unzureichend geregelten Sep tember, für den die Angestellten 25 Broz. meniger erhalten haben, als ihnen nach dem Abkommen vom 15. September zutam. Die Steigerung für November gegenüber Oftober beträgt nicht 36, fonbern nur 7 bis 9 Proz. Und durch diese Steigerung von 7 bis 9 Proz. wird bereits eine Novemberteuerung von 36 Broz. als ab. gegolten betrachtet. Diefe Differenz zwischen 7 und 36 Broz. erklärt sich daraus, daß die 36 Pro3. Teuerungsabgeltung pro November nicht von dem Dollen Ditoberbezug, sondern von dem unzulänglichen Sep. tembergehalt zuzüglich dem von allen Organisationen abge lehnten Schiedsspruch vom 12. Oftober berechnet werden. Durch diese Vereinbarung wird die Tariffrage erheblich ver. schlechtert. Aus diesem Grunde hat der Allgemeine Ber band der Deutschen Bantangestellten mit Recht feine Teilnahme an dieser Vereinbarung abgelehnt und sich dadurch vollste Handlungsfreiheit in der Wahrnehmung der BantangestelltenInteressen bewahrt. Diese feste Haltung des Berbandes hat zu einem ftarten Zuftrom neuer Mitglieder in den Verband geführt. Bu Dienstag ist vom Reichsarbeitsministerium ein Schiedsgericht zusammengerufen worden, das die Tarifstreitigkeit zwischen dem Allgemeinen Berband und dem Reichsverband der Bant Lethmgen schlichten soll. Ge Achtung, Betriebsvertrauensleute und Fraktionen bis 16. November einen Zuschlag in Höhe von 50 und ab 17. bis Nach langen Berhandlungen bewilligten die Arbeitgeber ab 2 Ende November von 60 Broz. auf alle Stunden- und Attordlöhne. Fräulein Gladesch, die den Bericht gab, empfahl die An nahme dieser Zugeständnisse. Auch Branchenleiter Schulz trat hierfür ein. Die Versammlung stimmte gegen eine schwache Minderheit dem Abkommen zu. Bon der Opferwilligkeit der in diefer Branche beschäftigten Rol legen und Kolleginnen zeugt eine Mitteilung des Branchenle ters, 1750 m. gesammelt wurden. nach der schon in einem Betriebe zur Unterstützung Arbeitsloser der Gewerkschaften, Richtung Amsterdam! Nachdem die Berschmelzung der beiden fozialdemofrafischen Gewerkschaftsfrattionen auf, die zusammenlegung der Fraffionen Parteien technisch durchgeführt ift, fordern wir alle Betriebs- und fofort vorzunehmen, refp. die Frattionsvorstände neu zu bilden. Die genauen dreffen der neuen Fraktionsvorstände find fofort einzusenden. NuG. Oberschöneweide. Achtung, Mitglieder der Bereinigten Sozialdemokratie: Dienstag, nachm. 3½ Uhr, Lotal Heßdörfer, Jufchriften und telephonische Anfragen find von jetzt ab nur Breitenau-, Ede Wilhelminenhofstraße. Stellungnahme zu den Be noch zu richten an das Betriebsfeftetariat der Bertriebsratswahlen. einigten jozialdemtratischen Partei, S3 68, Lindenftraße 3( Tel.: Dönhoff 5086-88). Reinfnecht. Holz. Der Hafenarbeiterftreit in Königsberg L. Pr. ist beigelegt. Der Tagelohn wurde auf 1900 M. festgelegt. Bergarbeiterstreit in Polen. In den Kohlenrevieren von Dombroma, Oberschlesien und Krafau haben die Bergarbeiter am Freitag die Arbeit niedergelegt. Deutscher Transportarbeiterverband. Gruppe Mineralöle, Dele und Fette: Seute, Sonntag, vormittag 9 Uhr Gruppenversammlung im total von Braffer, Deutscher Ber tehrsbund, Gettion DL. Abt. Straßen- und Kleinbahner, Omnibusbetriebe: Michaeltitchstr. 29a. Bericht von unserer Lohnverhandlung. Montag 7 Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Mitgliederversammlung. Bollzähliges Erscheinen der Kollegen aus diesen Betrieben ist Pflicht. Eintritt Geldiciften, Sarglifchlerei und gräfereitutscher und arbeitet. Dienstag 7 he bei Araak, balbertstr. 2, allgemeine Funktionärversammlung. Bollzähliges Erscheinen mit Mitgliedsbuch ist Bficht. fandt, peidetrug, Bersammlung fämtlicher Mitglieder der Bereinigten Sozial nur Borzeigung des Mitgliedsbudes. Funktionäre der Holzindustrie, Lohnbewegung der Musikinstrumentenarbeiter. In einer boabefesten Funktionärversammlung aller Gruppen der Musikinstrumentenindustrie berichtete Doru über das Ergebnis der Verhandlungen für den Monat November. Gefordert waren 75 Bros. Sufchlag auf alle bestehenden Löhne und Alfordfäße für die ersten beiden Lohnwochen des Monats November und gleichzeitiger Müdwirtung auf die beiden legten Lohnwochen des Monats Oftober. Die Unternehmer legten Wert darauf, das Abkommen für den ganzen Monat abzuschließen und boten in diesem Fall für die erste Hälfte November 80 Proz. und 40 Bros. für den Rest des Monais. In zähem stundenlangen Verhandeln fei den Unternehmern dann Schritt für Schritt folgendes Bugeständnis abaerungen worden: Siemens- Schudert. Kleinbaumert: Montag nachmittag 4½ Uhr bei Mas I. Eine Zeuerungszulage, gestaffelt nach Altersflaffen, von bemokratischen Partei. Dynamowezt: Dienstag nachmittag 4% Uhr bet Mar 4000, 8000, 2000, 1500 und 1000 M. II. Auf alle Löhne und fandt, Seibetrug, Berfammlung jämtlicher Mitglieder der Vereinigten Sozial. Affordiäße erfolgt ein Aufschlag für die erfte Lohnwoche von demokratischen Bartei. Sn beiden Bersammlungen sehr wichtige Tagesord Der Fraktionsvorstand. 60 Bros. für die zweite Lohnwoche von 70 Broz. und für die nung. Bartei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. dritte Bohnwoche von 85 Proz. Das Abkommen läuft also auf Schozarbeiter Groß- Berlins in ben bekannten Lotalen. Zentralverband der Schmacher. Montag 7 Uhr Bezirksversammlungen der brei Wochen, und es betragen danach die Durchschnittslöhne: Bersammlung der Maschinenarbeiter und Fertigmacherinnen nachmittags 5% Uhr Köpenider Straße 127a. Bersammlung der Schäftemacher Dienstag 6 Uhr Röpeniper 1. Woche 2. Woche 8. Woche Straße 127a. 200.männl Facharbeiter über 20 Jahre 188.217.50 Gewerkschaftskartell Spandau. Gewerkschaftsporstände, Betriebsräte Span Hilfsarbeiter 170.- 184.85 baus, Geegefelds und Staatens: Montag 5 Uhr in den Germania- Sälen, 152.25 Strefowplay, wichtige Sufammenkunft. Seber Betrieb und jede Gewerkschaft muß verteten fein. 420.18 18 weibliche Facharbeiter. Lehrlinge pro Boche im 1. Lehrjahr Facharbeiter. Hilfsarbeiter Arbeiterinnen 159.80 181.60 140.2. 8 8. 4. neumati . 198.65 622 50 1050.1830.8. Boche 1. Woche 2. Woche 211 05 229.65 168,85 179.40 195.20 189.05 147.75 160.75 Im Namen der Verhandlungsfommission empfahl Dorn die Annahme, wenn das Ergebnis auch nicht unseren Erwartungen entspricht. Der nicht erreichte Teil unserer Forderungen lönne nicht ein Kampfobjekt fein. Bon zwei eingereichten Refolutionen forderte eine reftloses Festhalten an den gestellten Forderungen, zumal die Teuerungswelle weiter steige, während die andere die Zustimmung davon abhängig machen wollte, daß bei steigender Teuerung ichon aur Schiedsspruch für das Buchdruckgewerbe. britten Lohnwoche die Möglichkeit neuer Forderungen fichergestellt Von den Arbeitgebern abgelehnt. werde. Leidenschaftlich wurde um die erfte Resolution gefämpft, BIB. meldet:„ Nachdem die Verhandlungen im Tarifausschuß die dann mit knapper Mehrheit abgelehnt wurde. Die zweite wurde der deutschen Buchdrucker am Freitag ergebnislos verlaufen waren, zurüdgezogen, nachdem der Versammlungsleiter erflärt hatte, daß trat gestern ein vom Reichsarbeitsminister eingefegter Schlichtungs- die Unternehmer bei den Verhandlungen die Verficherung abge. ausschuß zusammen. Nach dem Schiedsspruch sollen die Löhne im geben hätten, bei weiterem erheblichen Steigen der Teuerung fchon Buchdrudgewerbe für die Zeit vom 5. bis 18. November um 55 Pro- in der britten Lobnwoche zu Verbandlungen bereit au fein. Ohne zent, für die Zeit vom 19. November bis 1. Dezember um 70 Broz diese Suficherung hätte die Verbandlungsfommiffion fich nicht auf gegenüber den Oftoberlöhnen erhöht werden. Dieser Schiedsspruch, die dritte Woche festgelegt. Gegen eine erhebliche Minderheit wurde ber im Spizenlohn eine Erhöhung um 2648,25 m. bzw. um das Abkommen dann angenommen. 3370,50 m. bedeutet, murde von den Arbeitgeberper. Die Versammlung legte dann noch die Höhe der laufenden tretern nach eingehender Beratung einstimmig abge. Sonderunterftügung für die streifenden Blasinstrumentenarbeiter lehnt, weil sämtliche aus dem ganzen Reich anwesenden Tarif- feft, die über den bisherigen Verdienst hinausgeht, und verpflichteten freisvertreter bei der gegenwärtigen fatastrophalen mirtschaftlichen fich alle Funktionäre, in einmütiger Geichloffenbeit hinter den Lage des deutschen Buchdrud- und Zeitungsgewerbes eine berartige Streifenden zu stehen bis zur Erreichung menschenwürdiger Löhne. Mehrbelastung des Gewerbes nicht veranworten konnten." Befannilich betrug der bisherige Lobn 45, 50 und 60 M. Gefordert find 120 M., was von verschiedenen Rednern als zu gering be trachtet wurde. Erinnert wurde noch an den Beschluß, daß alle Funktionäre Daß das Gewerbe durch die hohen Papierpreise so überaus start belastet ist, daran sind die Gehilfen so wenig schuld wie die Prinzipale. Deutscher Wertmeisterverband. Bersammlung aller Bertmeister und technie schen Angestellten ber 8igarettenindustrie Dienstag nachmittag 5 Uhr im Re ftaurant Bur Schleuse, Mühlendamm. Bezirksverein 7. Berjammlung Diens tag 6% Uhr in der Pagenhofer Brauerei( Blauer Saal), Turm-, Ede Strom. ftraße. Bortrag des Herrn Legationsrat Dr. 8echlin vom Auswärtigen Amt über das Thema„ Reparation und Außenpolitit". Die Rollegen werden auf gefordert, zu biefer Versammlung zahlreich zu erscheinen. 8entrainerband der Angestellten. Mitgliederversammlungen. Chemie: Dienstag 7 Uhr in ber Neuen Philharmonie, Köpenider Str. 96/97; eta II: Montag pilnttlich 7 Uhr in Saperlands Fesilälen, Neue Friedrichstr. 35. Be ftätigung der in der Funktionärverfammlung aufgestellten Delegierten, Birt fchaftliche Tagesfragen, Referent Rollege Fri Schmidt, Bericht über die Tarif verhandlungen; Nahrung: Montag 8 Uhr in den Sentral- Feftsälen, Alte Jatobite. 30/32; Weißenfee- Sohenfchönhausen: Dienstag 7½ Uhr im Restaurant Sepe, Weißenfee, Berliner Allee 34. Buchbinder, Richtung Amsterdam. Für alle dem Verband der Bu Betriebsräte und Generalversammlungsdelegierte, Richtung Amsterdam, binder und Papierverarbeiter angehörigen Vertrauenspersonen, Bersammlung am Dienstag nachmittag 44 Uhr im Aleganbriner, legandrinen. fraße 37. Funktionär und Partelausweis legitimiert. Sympathifterende bes Goales notwendig. fönnen eingeführt werden. Pünktliches Erscheinen wegen zeitiger Räumung Der Aktionsausschuß. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Betriebsräte der reinen Buchbindereien, Briefumschlag- und Geschäftsbuchfabriken: Dienstag 5 Uhr im olal von Gievert, Friedrichfit. 16, Betriebsräteverfammlung. Es ist unbedingt notwendig, daß alle Obengenannten erscheinen, da wichtige Tagesfragen zu Mittwoch 5 Uhr in den Rentral- Festfälen, Alte Jakobstr. 32, Berfammlung aller in Buchdrudereien beschäftigten Buchbinder und Duch bindereiarbeiterinnen. Da auch über die neuen Sohnverhandlungen Bericht fattet wird, ist das Erscheinen aller Pflicht. erledigen find. Die Branchenleitung. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; flle Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenftr. 3 Gierzu 2 Beilagen Bon ärztlichen Autoritäten gegen Erkältungen, besonders zum Schuße gegen Grippe und bei Halsen zündung, Verschleimung, anerkannt und vielfach verordnet find Panflavin Pastillen. Gie greifen den Magen nicht an und find angenehm von Geschmack In allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Ber Kopfschmerz Net parbeker Otto's ifrovanille Frankfurt/ MS. Artlich bevorzugr Migräna. 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Die Flüchtlinge haben geduldig Schwefter der Verführten den Lebemann in ihre Neze und bei der Berihr Los getragen, sie wissen, daß sie sich hier nicht an eine reich- folgung durch ihren Mann bis ins Schlafzimmer der jüngeren Schwester Die Not der oberschlesischen Flüchtlinge war fürzlich Gegen- besetzte Lafel setzen können, doch eines fönnen sie verlangen: und zur Ehe mit dieser. Als dann endlich aus dem zynischen Ehemann stand der Verhandlung im preußischen Landtage. Grauenvolle daß, wenn man sie vor ihrer Auswanderung als fürsorge- und alles löst sich in Bohlgefallen auf. An das Manuskriptgeschehen denkt ein eifersüchtiger Gatte geworden ist, wird ihm reiner Wein eingeschäuft Bilder des Flüchtlingselends wurden von den einzelnen Red- berechtigt anerkannt, sie nicht später dem Elend preisgibt. man gar nicht, man übersieht den Inhalt, genießt aber jedes Bild bei nern entrollt. So richtig und gut es ist, daß das Flüchtlings- Aufgabe der Reichstagsfraktion der Bereinigten Einzelwertung in seiner Einzelwirkung. Man blättert in einem brächtigen elend im Landtage besprochen wird und wirksame Hilfsmaß- Sozialdemokratischen Partei wird es sein, im Parlament auf stonfetti und tollste Ausgelassenheit, Lichterglanz und Schneegeriesel, Bilderbuch. Namentlich das Vorspiel ist ein verfilmtes Starnevalsgedicht. nahmen von der Regierung verlangt werden, so ist man doch diese Dinge mit aller Deutlichkeit hinzuweisen. Die Partei Seiden- und Goldflitterpracht und tieffles Heizeleid, verlöschende Lichter erstaunt, warum nicht einmal das ganze Flüchtlingsproblem muß der oftmärkischen Flüchtlingsfrage jene Aufmerksamkeit uns beranbrechender Aschermittwoch. Martin Garas Regie verbient mit seiner großen volkswirtschaftlichen Bedeutung aufgerollt schenken, die sie auf Grund ihrer großen volkswirtschaftlichen bolles Lob, sie ist aus einem Buß. Und Jca Lenteffys hübsches Gewird; denn es handelt sich, abgesehen von den Bertriebenen Bedeutung verdient. Sie muß dafür sorgen, daß produktive ficht past nett in diese niedlichen Bilder. der anderen Abtretungsgebiete, nicht nur um oberschlesische Flüchtlingsfürsorge getrieben und dadurch der Weg für den Flüchtlinge, deren Flüchtlingselend jetzt erst afut geworden Wiederaufbau im Innern Deutschlands beschritten wird. ist, sondern auch um über 550000 Bertriebene aus den ehemaligen Provinzen Westpreußen und Posen. Diese Vertriebenen gönnen von ganzem Herzen ihren oberschlesischen Leidensgenossen jede Hilfe, aber sie verlangen, daß sie mit gleichem Maß gemessen werden und daß man sie bei der Behandlung der Flüchtlingsnot nicht vergißt. Das Elend der oftmärkischen Flüchtlinge ist außerordentlich groß, über 550 000 Menschen sind von Heim und Herd vertrieben und viele von ihnen sind durch die Beschlagnahme ihrer Vermögen und Grundstücke bettelarm geworden. Die Sparkassenguthaben armer Leute sind durch die polnische Balutaverordnung, die die polnische Mark der deutschen gleichsetzt, volltommen wertlos geworden. Dieselben werden ihnen noch nicht einmal ausgezahlt, sondern widerrechtlich vorenthalten. Diese Völkerwanderung aus dem Osten hat noch lange nicht ihren Abschluß gefunden und wird dauernd gespeist durch neue Gewaltmaßnahmen der polnischen Behörden. Achtung, Genoffinnen! Erfte gemeinsame Konferenz der Vertreterinnen der Frauen in den Kreisvorständen, der Kreisvorfihenden für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuhkommiffion Montag, den 6. November, abends 634 Uhr, im Gesangsaal der Schulaula Infelstraße( nahe Spittelmarkt und Jannowitzbrüde).( Stadt- und Bezirksverordnete, Bezirksausschuß, Frauenausschuß, Kinderschuhkommisflon Borstand- werden um Erscheinen gebeten.) Wichtige Tagesordnung. Mitgliedskarte legitimiert. Infolgedessen haben sich nicht weniger als 30 000 Deutsche, in der Mehrzahl Ansiedler, mit ihren Familien gezwungen gesehen, Auswanderungsanträge zu stellen. lleber 70 000 Flüchtlinge befinden sich noch in der Dauer- und Lagerfürsorge des Roten Kreuzes. Welche gewaltigen Summen hier auf gewendet werden müssen, nur um den Leuten das nackte Leben zu erhalten, erhellt aus der Tatsache, daß die Verpflegungsfosten einer Berson im Lager im Durchschnitt 52 m. täglich ausmachen, ohne die Aufwendungen für Kleidung und Taschengeld. Eine große Anzahl der im Lager befindlichen Flücht linge ist nicht mehr voll erwerbsfähig, Kriegsbeschädigte, Rentenempfänger aller Art, Witwen und Waisen bevölkern Die Flüchtlingslager und haben in absehbarer Zeit gar keine Aussicht, aus demselben herauszukommen. Es ist dies der Satz, der sich aus der großen Anzahl der Vertriebenen der Provinzen Westpreußen und Bosen herausgebildet hat, deren Zukunft geradezu trostlos ist. Die Witwen und Waisen liegen feit Jahren in den Lagern. Sie in das Erwerbsleben einzugliedern, scheitert fast immer daran, weil teine Kommune geneigt ist, diese bedauernswerten Opfer des Krieges aufzu- Be er bilbbaft start. nehmen. Filmschau. Die Filme der Woche. Bund der Kriegsverlegten, Witwen und Waisen der Tschechoslowakischen Republil, Ortsgruppe Groß- Berlin. Nächste Monatsversammlung Dienstag, 7. November, 8 Uhr, im Gesellschaftshaus, Dresdener Str. 116. Aussprache mit der Deputation, bie beim hiesigen Konsul vorgesprochen hat. Franenchor Frohsinn", Charlottenburg, M. d. A. S.-B. Die nächste Uebungsstunde findet Montag, den 6. November, von 8-10 Uhr, im Lokal Breuer, Guericefte. 37, ftatt. Gangesfreudige Genoffinnen sind herzlich willtommen. Briefkasten der Redaktion. Brieflige Austunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brieftaften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 1. Hof part. links, vor. Schriftftüde und Berträge sind mitzubringen. R. R. 1000. 1. 78 435., dazu kommt die Kinderzulage. 2. Ja.. F. Ct. 42. 1. Die Miete muß entweder im Geschäftslotal der Vermieterin oder auf ihr Bostschecktonto eingezahlt werden. 2. Einstimmigkeit ist nicht er. forderlich. Es genügt, wenn alle Mieter eingeladen und die erschienenen die Wahl vorgenommen haben. 3. Die Ausstellung einer besonderen Vollmacht ist nicht notwendig. S. 2. 94. 1. Der Spruch des Mieteinigungsamtes ist unferes Erachtens ein Fehlspruch, da zu jeder Kündigung die 8uftimmung des Mieteinigungsamtes vorliegen muß. Wenden Sie sich beschwerdeführend an das Sauptmieteinigungsamt in Berlin, Neue Friedrichstr. 80. 2. Rufen Sie fofort das Mieteinigungsamt an und verlangen Gie Herabſegung der Miete. 3. Nach unserer Auffassung kann das Gericht dem Antrage auf Räumung der Wohnung nicht entsprechen. Nach§ 19 der Bekanntmachung des Magistrats verzichtet und es sich genügen läßt, in einen bunten Rahmen eine hübsche Sie unter Abzug des Bortos burch Bostanweisung übersenden. Für das BerWelche Wohltat, wenn der historische Film einmal auf bas große Batbos zum Schuße der Mieter usw. vom 12. Mai 1921 tommen in Ihrem Falle die $§ 1-3 dieser Berordnung in Frage. Rorn. 1. 49,50 M. Die Miete tönnen fleine Handlung zu stellen, die durch keinerlei leeren Brunk ermüdet. Der Film halten des Berwalters find Sie aber beweispflichtig. Können Sie den Beweis Die Tochter Napoleons", nach einer Novelle von Fr. W. van Deftéren nicht erbringen, so find Sie zum Abzug des Bortos nicht berechtigt. 2. Für die von der routinierten Fanny Carlsen mit Filmgefühl in fehr lebendige Schulzeit besteht kein Lohnanspruch; die Frage ist jedenfalls äußerst strittig. Bilder gebracht, hatte im Marmorhaus ungewöhnlichen und verdienten Erfolg. Botsdam 18. 1. 8weifelhaft. Stellen Sie sich aber auf den Standpunkt, daß Da wird nur in fililficher geſtelltem Rahmen die fleine nette Geschichte her- dem Birt die Reinigung des Hauses obliegt. 2. Der Hundertfas ſteht dem untergeplaudert, wie ein fleines Mädel, dem der simple Leutnant Bonaparte Sauswirt in jedem Falle zu. in der Stadt Balence den Weg ins Leben ermöglichte, dem späteren Fran 80fentaifer fein Leben rettet. ie nabe lag die Bersuchung für den Re giffeur, fich Lorbeeren als Geschichtswiederkäuer zu verdienen. Friedrich Belnit hat den anekdotischen Stoff ganz im Anekdotischen belassen, bat das Ge schichtchen mit Soubrettentempo übergoffen und allerlei wirksame und geschmackvolle Einfälle in die Begebenheiten gestreut. ya Mara Ein fedes, quedfilbernes Ding, das, wenn ft Napoleons Tochter. ihm die Weltgeschichte zu langweilig wird, den Generalen und Verschwörern eine Nase dreht. Lya Mara macht das mit Charme und Natürlich feit. Film Napoleon Ludwig Harta u. Seine letzte Filmrolle. Als er tot ba lag, fab man ihn lebensvoll, echt, menschlich groß im Film. Erschütternde Phantastit des Lichtspiels. In Episoden Magnus Stifter und Heinrich Hat man so wüftes 8eng erduldet wie Wenn die Mart fällt Manuffript von Jda u ft, Uraufführung Mozartsaal dann darf man zweifeln, ob sich der Film je ganz aus dem Matsch übeln Unfinns wird herausarbetten tönnen. Was da alles vor sich gebt! Ein Chauffeur ftiegit der Battin des Arbeitgebers, mit der er ein Berhältnis hat, ein Berlen follier, aber er will gar nicht fehlen, sondern: da ist noch jemand, er hat από Polizei, Berhaftung, belastende Schriftstücke, Berwidgemordet lung, Aufflärung, Selbstmord, Verlobung Quatsch. Und das stammt og al stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausgealles von Ida Büst. Und gibi Bruno Kastner Gelegenheit, Bruno Kastner zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apothefen erhältlich. Best. 64,3% zu sein. Das ist herzlich wenig. Uebrigens der Film ist vorzüglich photo- Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. ber geb Die deutsche Regierung hat die Aufgabe, vor beugende Maßnahmen zu treffen, damit nicht noch mehr Menschen das gleiche Flüchtlingselend durchkosten müssen. Die jetzt schwebenden Verhandlungen mit der polnischen Regierung in Dresden bieten dazu die geeignete Gelegenheit. Sollte es nicht möglich sein, die polnische Regierung zu veranlassen, die Minderheitsrechte der Deutschen zu schützen und neue Gewaltmaßnahmen zu unter- graphiert. binden? Die rigorosen Maßnahmen der polnischen Behörden dürfen nicht länger stillschweigend hingenommen werden. Das Flüchtlingselend der oftmärkischen Flüchtlinge, diese wirkliche werden. Die deutsche Regierung hat noch Mittel an der Hand, um jenen Zuständen ein Ende zu machen. Wetter bis Montag mittag. Kühler, zeitweise beiter, veränder Hich, ohne erhebliche Niederschläge. Biemlich frische, nordwestliche Binde. ( Schluß bes redaktionellen Teils.) B Automobilisten und Radfahrer! Der Staub der Landstraße ist bekanntIch reich an Krankheitserregern. Er reizt die Schleimhäute und begünstigt An ftedungen und Ertältungen. Schützen Sie sich burch Panflavin Pastillen, bem bewährten Borbeugemittel. Sie find angenehm von Geschmack und greifen ben Magen nicht an. Bon ersten Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Jogal hervorragend bewährt bei; Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Sicht Rheuma 3schias für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland Kulturschande, muß endlich einmal an der Quelle verstopft Burgtheater- Tradition mehr geschmackvoll als lebendig inszeniert wurden. Beit OTTEO: Gertraudtenstraße 20-21, G.m. Wie ein in Bilder gepreßter Operntert spricht der Film Don Juan" an, der im Marmorhaus gezeigt wurde. Die besondere Gestaltung des Don- Juan- Motivs fehlt, auch der dramatische Zug. Aber es iſt viei Kultur in den Bildern, die von Albert eine so mit einem Schuß alter über allem Durchschnitt die Darstellung. H. A. b. Schlettom, ein interessanter Don Juan, Margarethe Lanner, eine temperamentvolle Donna Amma, ber hochbegabte Hermann Iach ein eigenartiger Don Trog der niedrigen Säße der Flüchtlingsfürsorge plant Octavio. p- s. die deutsche Regierung einen Abbau derselben und hat Faschingsrausch", ein Schauspiel in einem Borspiel und fünf Atten dafür einen besonderen Kommissar eingesetzt. Das in dem erlebte in ben Richard Oswald- Lichtspielen seine Urauf Augenblick, in dem die Unterstützungssäge für Rentenemp- führung. Es ist eine bunte Blumenfette stimmungsgartefter Bilder. 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Nach Einschalten der Lichtleitung entstand Kurzschluß und setzte die Isolierung der Leitung in Brand, so daß diese sofort bis an die 4 m hohe Decke in Flammen stand und in der Nähe angebrachte Vorhänge gefährdete. Mit dem auf dem Hausflur angebrachten Minimax- Apparat wurde der Brand schnell gelöscht und großer Sachschaden verhütet. Falkenberg i. d. Mark, den 3. September 1922. gez.: Eduard Koch, Landwirt. Berlin W 8( R. 8) Brand im Laboratorium. Am 23. September 1922, 4 Uhr, brach im Laboratorium durch Ueberschäumen einer Destillationsblase ein Brand aus. Das Oel fing beim Ueberschäumen Feuer und brannte zum Teil auf dem Tisch, zum Teil auf dem Boden, wohin es brennend herabgeflossen war. Das Eingreifen mit Minimax bewirkte sehr schnelles Erlöschen des Brandes. Berlin, den 26. September 1922. Allgemeine Gesellschaft für chemische Industrie m. b. H. ( Laboratorium) MINIMAX gez: Unterschrift Unter den Linden 2 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 6 Uhr: Volksbühne 71 Uhr: Rosenkavalier Die Lüge Schauspielhaus 71 Uhr: Mont. 7% U: Ueber die Kraft( I. Teil) Lessing- Th. George Dandin Heute u. morgen 72 Der Arzt wider Willen Der Biberpelz Theater 1. d. Montag 7: Faust Königgrätz. Str. Dent. Künstler- Th. Nachm. 3 Uhr: Heute bis Sonnt. 7 Wund. Ges. Kreisler Käthe Dorsch in: 8 U.: Jüdin v. Toledo ( Orska, Deutsch, Kinz, Pohl Liebelei. Die Lore Stieda, Lieven, Noack) Mtg. 7: Käthe Dorsch in Mo.: Wund. Gesch. Kreisler Mad. Sans Gêne Di: Jüdin v. Toledo Mi.: Wund. Gesch. Kreisler Do.: Wund. Gesch. Kreisler Deutsch. Theat. Fr: Jüdin v. Toledo Sbd.: Jüdin v.Toledo 2 U.: Die Büchse Stg.: Jüdin v. Toledo Mo..: Wand. Gesch. Kreisler der Pandora 7 Uhr: Der lebende Leichnam ( Alexander Moissi) Komödienhaus Mont. 7: Simson 30: Prinzessin Olala Tägl. 7.80 Uhr: oder Scham u. 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November 1422 Offenen Fluges durch die Weltstadt. Der Potsdamer Platz und Umgebung. Wollte man eine Legende über ihn schreiben, sie müßte so de- ginnen: Als der Satan auf Berlin spuckte, entstand der Potsdamer Platzl Er ist Berl ns Schoeckenskammer und sein Lachkabinett, der satanisch brodelnde Kessel mit der diabolischen Großzügigkeit, der immerfort rollende Film: ,Weltstadtverkehr�. Auf den ersten Blick ein roüft-s Durcheinander» und Aneinander- uorbeigeschiebe und»gehaste von Elektrischen, Lastautos, Wogen und Wägelchen, Autobussen, Droschken, Autos und Fahrrädern, mit fluchenden, fuchtelnden, laufenden, springenden, sicheren und nervösen, zappelnden, zitterirden, zögernden, ängstlichen Menschen. Ringsum Rattern und Knattern, Hupen und Klingeln, Kommandieren und Schimpfen. Ucber allem liegt in der Luft der Schrei:„W är' ich er st'rüber!"— Der Berliner flucht und der Provinzler zittert, die Jugend witzelt und der Afthmotiker keucht. H er werden die einen zu sicheren, selbstbewußien, bewunderten Grobstadtakrobaten, oie anderen zu mitleidig belächelten, beschimpften, bestürzten.armen Würmern". Um sie brandet und braust es: sie sehen sich schon über- fahren und im Leichenschauhaus ausgestellt. Da hebt die brav« Berkehrsschupo—„der ruhende Pol m der Erscheinungen Flucht", für die gichtigen alten Herren und die verängstigten Tonten im Rcuruppiner Kapotthütchen die lebende Rettungsinsell— das Signalhorn. Ein Signal: an jeder der Straßenecken hebt sich ein Schupoarm, und schon stockt der Vorkehr und stauen sich Wagen auf Wagen, Elektrische auf Elektrische, Autobusie und Rodler und warten. Nicht umsonst warnt am Rande de» Platzes, der wie Londons Cheapside und New Porks S.-Avenue-Ecke gefährlich und heim» tückisch werden kann und schon so manchem Leichtsinnigen das Leben gekostet hat, ein Sanitätsschrank mit Tragbahre und Verbandzeug. paffontea. Ein großer Teil der Passanten ist sicher und gewandt; er kennt den Dreh, und dos Alltägliche und Gewohnte machte ihn gelenkig und helle und lehrte ihn, sich prompt und sicher mittenmang durch Elektrische, Wagen und Räder ungerädert durchzuwinden. Aber die anderen-- 1 Sie sind Schupos, Kutschern, Chauffeuren und Radlern rn(Brauel vor dem Herren. Da ist z. B. jener ältere Herr, der durchaus interessiert seine Zeitung'M Gehen liest: ein Kutscher kann noch im letzten Moment seine Lies« holten: ein Chauffeur muß bremsen. Der Kuticher flucht:„Oller Dusiel, tret ma de Liese nich uff de Beene! Se sinn' woll taubstumm, wat?", der Chauffeur g bt's ihm von drüben:„Varrickter Affe, de broochst mo de Zeitung nich usf'n Kühla zu kleb'nl Ick kann se ma selber koofen! Dostehstel" Ein Radler will ausweichen: der Herr, wie au» dem Schlafe geweckt, läßt seine Zeitung fallen, springt entsetzt beiseite und— dem Radler in die Schechen; ein Schwankon und beide liegenl Dar Kuddel» m u d d e l i st fertig: dos Signolborn meldet sich, und die Der- kehrsstä-unq ist da. Etwas später: ein Kollege de» Herrn von eben, nur ohne Zeitung: er träumt im Wachzustande: er denkt vielleicht an sein Rendezvous, oder welch« von den drei Normaluhren hier um Gotteswillen seine„Ieliebte" gemeint hat, oder an den Dollar— halten oder nicht halten!—, oder an die neuen Preis«, da— fährt ihm ein Auto fast auf die Zehen. Er wacht auf, der Träumer, sieht sich unfaßbar um, zittert und bebt: der Chauffeur hatte noch gerade zur rechte» Zeit scharf gebremst.' D'e neue Verkehrsstörung ist wieder da. Der Chauffeur klettert fluchend au» seiner Koje und fuchtelt mit seinen geballten Fäusten dem armen Wurm vor den Augen:„Ihn' ham se woll die Oogen mit Marjarin« zujeschmiert: oda ham Se Ihren Vastand noch bei Wertheim in de Jarderobel Denn sehn Ce'n mal holen! Sie--!" Ein anderer:.Nu sag' mal, Mensch, warum bist« nur ufsjestanden. wenn De noch nich' aus- jeschlofen hast?!?" Ein Dritter:„Na. Ausust, beruhise Dir, ick hätt'n schonst jratis in de Charit? jefahren! Ick bin'n anständijer Mensch!" Inzwischen hat der Schupo geschlichtet, der Chauffeur angekurbelt und der Verkehr geht weiter bis zur nächsten Störung, die bald da ist. Caf£s uns Platzanwärter. Der Auflauf verströmt: die Pasianten stehen wieder aus den Bürgersteigen und warten, bis ihr Weg frei wird, oder verziehen sich in eines der Cafes zu einem Kaffee, einem Rendezvous, einem Geschäftsabschluß. Denn auch solche werden hier ge- tätigt, von der Koks- und Juwelenschiebung bis zum großen Luft- gefchäft, vom kleinen reellen Verkauf tos zum großen ehrlichen Handel. In allen Cafes—«ine jede der sechs Ecken besitzt eins!— ist fast ständig Hochbetrieb. Und doch hat jedes der Cafes sein« Eigenart: Josty seine große Lauskundschast, Fürstenhof und Polast ihre soliden und unsoliden Pärchen, ihre Wertheimkundschost und ihre Wannsecabonnenten. Bellevue seine vornehmeren und„ge- büldeteren" Leute, Gelegenhatskunden au» dem Westen, dazwischen lüsterne Witwen und bessere allemsitzende Mädchen, solid« und kredit- fähige Stammgäste aus dem Geschäftsviertel und die üblichen Talmi- gents. Der Clou ist Vaterland mit seinen Konzertenthusiasren, seinen Zeitungslcsern bei einer Boa-L>. seinen vielen Pärchen und— „rleinen Mädchen". Die letzteren gehören zum«.fernen Bestände per Platznnwärter. genau wie das Heer von Blumen- fr a u e n, Ob st Hökerinnen. Zegarettenfrltzen und «chokoladenmaxen o. G.(ohne Gewerbeschein», den Schuh» Putzern und Z e i t u n g» h S n d l e r n. die da» Bild buntfarbig kolaneren und erheitern. Wer Berliner Bon-Ton kennen lernen will, muß bei einer Blumenfrau stehen bleiben und lauschen:.Na. lunger Herr, n schönen Strauß für'» Fräulein Braut?".N' pracht» oollct Bund Alpenveilchen für die Frau Iemahlin?" Denn sind S» aber Hahn im KarbT„Scb'n Se mal, det Iedicht von.'wr Chry- («thenjel.Wat Sie nich' allet fagen, die Chrysanthemen sollen mch frisch sind! Wenn Sie man noch so frisch wären wie diel" Oder an dem Obwagen:„Die Birnen sollen nich' weich sind? Denn missen Se se kochen, denn wer'n se weich!" Nebenan:.Prima EßSpse«! Garon» i-eri mürbe Ware!— Wat sagen Sie. d« Jewicht stimmt nich! Auiust, zeich mal dem Herrn den Weg zu Ruhnkel Der Herr bat't nnt die Augen!" Ueber den Platz kribbelt und krabbelt die Masie -llsiensch" zum naben Wertheim, zur Leipziger, zur Potsdamer, zur Wanniee» oder Ringbahn, zur Untergrundbahn, die von unten dumpf heraufgrollt. Es ist«n ewiges Gehen und Kommen, bis tief in die Nacht hinein, wenn die Wurstmaxe, und Wurst- mächens zu Dutzenden hier mit ihren fliegenden Läden, mit Koch. kesiei, Schrippentarb und Senftopp die Stände der Blumenfrauen besetzt haben und ihre„Prima Heißen, goranttert Rind und Schwein anbieten, die kleinen Mädchen hier an den Ecken frech. kokett ihre Zigaretten paffen, die Grünen einem Dewerbeschemlosen nachjagen, und statt Autobus und Elektrischer der Pferdebu» zum Westen hinaus schwankt. Es ist Nacht. Man geht die Potsdamer straße hinauf. O- An derPotsdomer»rücke, der Selbstmörder brücke, ist ein Austauf. Zwifchendrein Grüne und Feuerwehr. Wieder ist einer in den Kanal gesprungen. Am Brückenrand« lag sein Hut und in Ihm ein erklärender Zettel: Hunger und Nohrungssorgen hatten Ihn ins Wasser getrieben. Die Wehrleute stochern mit Stangen und entern mit angeseilten Beilen im Master. Morgen früh oder st, drei Tagen werde ich, wie schon so oft, unten auf der Steintreppe ein Segeltuchpaket seben. den erstarrten, aufgeblähten Körper de« Selbst. rnörder». Ich denke an die Frau, die Ich vor einigen Tagen auf dem Potsdamer Platz den Borübergehenden Wäsche und Haushaltung»- gegenstände anbieten sah und Ihne entsetzliche Not. die ste zwang— wie viele andere—, ihre Wohnung auszuverkaufen. Nagen hörte, ich denke an den Menschen, der mir bei Josty seinen Mantel zum Kauf anbot, an da» unterernährt« Gesicht und die stumpfsinnig ver- glasten Lugen, die mich vor Bellevue angebetteit hatten. Das war der Anfang— unten die Wasterblofen, die von einem toten Körper aufsteigen und kalt und grausam im Scheinwerfersicht de, Polizisten zerplatzen, find das Ende! Ich geh« welter. Auf der Straße im tag» hellen Licht elektr scher Lampen hacken und hämmern, schweißen und schmieden schweigsame nächtliche Arbeiter am Gleise der Bahn. Laut gellt ihr Hämmern durch die still gewordene Nacht und den grau» kalten Nebel und singt ein Lied von vrbett und ernstem Wollen. Ich Höne«s und atme wieder auf. hoffnungsvoll und getröstet, und über- sehe den Pferdeommdus, voll von schwankenden und gröhlenden Nachtbummlern au» dem.wilden Westen" der Weltstadt, die schlafen gegangen ist.... Venn öie Polizei sich irrt. Auch da» kann vorkommen, wie ein Chauffeur, ein Michael Koblhaa» von einem Chauffeur, jüngst landgerichrlich erwies. Er hatte von einem Fahrgast am SE. August die achtfache Taxe ver- langt und bekommen. Der Fahrgast erstattere die Anzeige, und da» Polizeipräfidium Charloirenburg bekundete v»r dem Amts- gerichts, daß die achifache Taxe erst am S. September hätte in An- rechnung gebracht werden dürfen. Somit wurde der schuldige Kraiidroschfenienter zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Zu Unrecht, wie sich bald herausstellen sollte. Denn der Berurteilw legte Berufung ein. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht brachte nun Klarheit tu dre Sache und Gerechrigkeit der versolgien Unschuld. Es wurde durch Zeugen und durch Sachverständige einwandtrei festgestellt, daß dre Polizeivercrdnung am 11. Angust härte ericheinen sollen. Die bureautratische Maschinerie gebar die in Frage stehende Verordnung rechtSlräflig aber erst am 3. Oktober. Die VerkebrSftelle des Polizei« amr» Berlin Mitte brachte aber in tariflichem Leichtsinn eine Früh« geburt dieser Verordnung schon am L8. August auf die Welt. Sie gab an diesem Tage schon polizeilich abgestempelte sog.„Nottarise" heraus, die von dem Verein der Krnsidroschkenbesitzer sofort an die Mitglieder verteilt, von dresen in den Wagen angebracht und von den Fahrern sofort in Kraft gesetzt wurden. Dies geschah zwei volle Tage ohne jede behördliche Einmengung, also in vollkommener Ordnung. Nach zwei Tagen des Frieden«— plumps— kam die Anzeige, die Polizei, das Amtsgericht— ein ganzer Orkan entsesielten Bureau- kratiSmu». Diesmal aber pfiff er aus dem falschen Loch. Da» erstgerichtliche Urteil wurde aufgehoben, der Chauffeur freigesprochen. Such dir Polizei kann sich irren I Zalsthgelövertrieb en xros. Nachbars Boden als Geldversteck. Eine Geldscheinfälschung größten Stil» ist von der Falschgeidabteilung der Reichsbank aufgedeckt werden, bevor Schaden angerichtet wurde. Der Fälscher ist ein Buchdruckerei» besitzer Otto Wiehl« au» der Iahnstraße 7, der w der Oranien- strahe(52 seinen Betrieb hat. Wiehl« wurde von Beamten der Falfchgeldabteilung der Reichsbant, als er feine Wohnung v erlösten hatte, auf offener Straß« festgenommen. Unmittelbar darauf durchsuchte man feine Wohnung und die Geschäftsräume auf dos gründlichste. In der Druckerei wurde in einem sargfältig gewählren Versteck ein ganzer Stapel von falfchen Fünfhundertmarkscheinen der weißen Hilfs- banknote vom 7. Juli 1g?Z gefunden. Als dann die Beamten die Wohnung in der Iahnstraße bettaten, warf Frau Wiehl« eiligst eine Blechdose in da» Herdfeuer. Di« Beamten beob- achteten jedoch den Borgang und holten die Dose noch unversehrt au» dem Feuer heraus. Sie enthielt zwei Schlüssel, die zum Schloß eine» Bodenverfchloge» paßten, der Wiehl« nicht gehört. In diesem fremden verschlage fand man nun ebenfalls«inegroßeMenge F o l s ch s ch e i n e und alle Druckplatten, außerdem auch noch einen Stoß falscher E te u e r w er tz ei cke n mit den dazu gehörenden Druckplatten und mehrere gefälschte Aktien� bogen mit Zinsscheinen sowie eine Menge unsittlicher wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften schon wiederholt mit den Gerichtsbehörden in Konflikt geraten und erst im Frühjahr d. I. deshalb verurteilt worden. Im Verkehr sind nur eine kleine Anzahl der Falschscheine außerhalb Berlins aufgetaucht. Zum Verttieb hatte Wiehl« die Leute gewonnen, die früher die unsittlichen Bücher für ihn verbreiteten. Mehrere von ihnen konnten in Berlin verhaftet werden. Die Menge der beschlagnahmten Falschscheine überttisft alle», wo» bisher auf diesem Gebiete dagewesen ist. Aus ihr geht auch hervor, daß zur Vertreibung«ine großzügige Organi, fation g«plant und zum Teil auch durchgeführt war. Die falschen Scheine find besonders kenntlich durch den Aufdruck brauner Farbstreifen, die die Faferftteifen nur mangelhaft nachahmen. Es ist daher nötig, genau auf die F a f e r str e i f en zu achten, die bei den echten Roten in da» Papier eingewirkt sind und erst mtt Hilf« einer Nadel von ihm gelöst werden können, da ste nicht aufgedruckte Farbstreifen, sondern Pflanzenfasern sind. Eine außerordentliche Stadwerordnetensitzong findet am nächste« Dienstag um S Ubr statt. Die ordentliche Sitzung vom Donnerö« tag fälll wegen der Revolutionsfeier an«. 7] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minute von Dickl Baum. „Dank einem gewisten kleinen Malheur, einer gewisten gar nicht besonders großen Erplosion waren diverse Häuser so freundlich einzustürzen, respektive ihre Keller, Küchen und Salons der Oeffentlichkeit preiszugeben. Staunenswertes trat zutage. Piepo, Stütze des Komitees. Hauptbrüller des Bruderschaftsgedankens wurde erschlagen uorgefunden unter einem höchst gerechten Treppenbalken und sterbend über einer Höhle voll von Schätzen, Konservenbüchsen. Zwiebäcken, Weinen und Dingen, deren Namen wir sogar vergesien haben: es lebe Piepo der Gerechte. Weif« und Fürsorgliche!" Bern- ward kippte wieder ein Glas voll in feinen Mund und lachte fein Hobes Kastratenlachen. „Geplündert also. Alles wird abgellefert," sagte Ansel» mus knapp._ „Väterchen!" rief Bern ward,„Herr Präsident! Maiestät! Nichts geben wir davon zurück, nichts. Frage nur Isabell, sieh nur Jiabell an!" Anselmus sah sie an. Sie schnippte nur mit ihren kleinen nackten Fingern. „Nichts," rief sie und lachte. Plötzlich wurde sie ein wenig ernsthafter und schaute über ihn hin.„Wie siehst du aus, Anselm?" fragte sie ihn wie ein Kind.„Pfui, du bist schmutzig. Du bist nicht ein bißchen hübsch, mein Bub. weißt du das?" Sie nahm ihn an der Hand, mit zwei Fingerspitzen nur, und führte ihn vor den Spiegel, der zwischen den Fenstern hing. Da sah er sich um. Staub der Explosion überkrustet« ihn ganz: seine Wimpern waren abgesengt, die Augen schwammen in Schweiß. Isabell lächelte in den Spiegel, ein unbegreifliches und mifreizendes Lächeln. Anfelmus ging quer durch den Saal und blieb vor Bernward sieben. „Du warst es, der in der Kirche auf mich geschosien hat?" fronte er leste.„Du warft der Mann im Auto?" Bernward zuckte einmal mit den Lidern. „Ja," sagte er dann. „Warum?" „Das weiß ich nicht. Ans Haß. Aus Wut über deine Rede in der Kirche. Aus Eifersucht. Wahrscheinsich aus Eifersucht." „Das ist schön." sagte Jsabell, die dicht neben den beiden Männern stand.„Das ist schön, wenn man stch morden möchte um mich. Was tust du ihm nun. Anselm?" Anselmus schüttelte nur den Kopf. Aber Bernward sagte: „Er tut m! r nichts, dein Heiliger. Er tut dir nichts, der Bruder. Es gibt keine Sünde in seiner Welt, hast du e» noch nicht genug gepredigt bekommen? Und also ist alles erlaubt. Komm zu mir-, du kannst mich küsien, es lohnt nicht. Ihn zu betrügen. Küsse mich, er wird zusehen, der Bruder. Anselmus zitterte sehr heftig. Um ihn da» berauschte Geschrei stieg und fiel, quoll formlos durch den Raum. Fratzen tanzten in Blauweiß und Schwarz. Da» Gramms» phon schrie Gemeinheit, an den Wänden entlang tanzten welche dazu, unzüchtig und fast bewußtlos. Er legte die Hände vor die Augen, da horte er es wieder: draußen vom Süden her kamen ste. „Besinnt euchl" rief er;„ste kommen: e» ist vielletcht da« Letzte. Hört ihr sie nicht?" „Solange das Grammophon spielt, hören wir e» nicht: nur das Grammophon darf nicht aufhören!" schrie e» in einem verschattetcn Winkel. Anselmus tat ein paar Schritte der Stimme entgegen.„Johannes? Bist du denn auch hier?" fragte er in dos Schwindlig«, das um ihn schwankte. Men- schen schälten sich aus dem Schattenwinkel und dann trat Johannes vor. Er war nackt Das blaue Licht riß seinen mageren, lärmen Knabenleid ! aus dem Dunkel vor alle hin. Er hieli eine Hand quer über' feine Brust und trug den Kopf gesenkt, das lange Pagenhaar! bullte seine Wangen gonz ein„Johannes? Was ist mit dir? � Bist du von der Barrikade fortgelaufen?" Johannes nickte. „Ich— habe dir meine Ration gegeben—" sagte Anselmus leise.„Du weißt, wie lange ich nichts gegesien habe—" IoffCttnes nickte wieder. „Sagst du mir nichts? Und warum bist du nackt?" jsabell stand neben Johannes, sie strick ganz leise mtt ihrer überaus nackten und begehrlichen Hand über die blau» weißen, zitte-nden Flanken des Knaben.„Er muß nackt seiix—" sagte sie:„er ist schön— siehst du es denn nicht?, Er ist so schön. Er kam aus der Hölle und war schmutzig wie du. Ich habe ihn ausgezogen und gewaschen, den Buben,! nun soll er nackt bleiben. Er gehört heute mir, nicht dir. Nicht' dir. Wenn es noch Blumen gäbe in deiner verfluchten, ver- fluchten Welt, dann müßte er«inen Kranz tragen, die ganze Nacht." Mit einemmal schlug das Finstere und Drohend« in ihrer Stimme um und wurde Lachen.„Uebrtgens ist es sa warm: er wird sich nicht erkälten," sagte sie übermütig und ließ den Knaben au» chren Händen. Anselmus stand geschüt- telt und in sich geballt, der Anblick ihrer Hand zwängte seine Zähne aufeinander. Er suchte Lust. „2>ick frage ich, Johannes: warum bist du hier? Warum nackt? Warum ißt du geplündertes Gut? Du warst nicht hungrig heut«. Was du bier ißt, sttehlst du Kindern und Ster- benden, das weißt du. Und du warft mir der Liebste— Io- Hannes—" Johannes hob das Gesicht, er hatte sonderbare Augen, Augen wie ein Tier, sie phosphoreszierten grünsich und trans- parent. Er ist wahnsinnig— dachte Anselmus einen Augen- bück. „Sterbende sind wir alle." sagte Johannes flüsternd und ganz ohne Klang.„Ich bin siebzehn Jahre alt. Ich weiß nicht, wie satt sein ist: ich weiß nicht, wie Wein schmeckt; ich weiß nicht, wie Salz schmeckt; ich weiß nicht, wie ein Baum aussieht; ich kenne kein Weib. Und morgen bin ich tot. Ich muß heute noch viel lernen— Bruder." Anselmus ließ die Hände fallen, in ihm zerbrach eine letzte Anspannung. Wie mutlos sie all sind, wie verzweifelt. Nicht einer glaubt Daran, daß wir morgen noch leben könnten. Auch Ich glaube nicht mehr—. ,�Du hast recht, Bruder," sagte er unhörbar und wich zurück. Der Kreis der Trunkenen und Tanzenden entließ ihn. Wände schoben sich in die Weite, irgendwo lief dos Grammophon ab, komisch jammernd, und als es schwieg, kam düsterer Lärm von draußen. Die Luft bebte von Schüssen der lautlosen Geschütze tmd feindlicher Nähe. Das Grammovhon holte Atem und gellte von neuem los. Anselmus wich bis an das Fenster, er schlug die Lappen zurück und lauschte gedankenleer hinaus. Alle Fenster der Straße warfen den gleichen Wahnsinn in die Nacht hinaus wie dieses hier. Qual und Berauschtheit, Wahnsinn des Unterganges. Erdige Gesichter starrten da und dort aus den Fensterhöhlen, suchten den Himmel. Der Mond war ver- blüht, der Himmel gedunkelt. Die Armee war schon in der Stadt; vielleicht hatten sie schon den Brand gelöscht, die Feinde, vielleicht schlugen sie setzt schon Brücken über den Fluß, kamen schon, sagten schon nach ihm; nach ihm zuerst. Es war Zeit. Es war Zelt, das Werk zu retten: den Gedanken. Das Komitee hatte Johannes bazu auserseden, es in Sicherheit zu bringen, wenn Anselmus fiel. Aber Johannes hatte den Ge- danken verraten. Treu blieb heute keiner. Sie glaubten ja nicht mehr.... (Fortsetzung folgt.; Z Die Ehefrau zu Tode gemartert. Wegen bestialischer, tödlicher Mißhandlung seiner Frau wurde der 49 Jahre alte Schloffer Paul Kuce aus der Frankfurter Allee 36 verhaftet. Der truntsüchtige Mensch war arbeitsscheu und ließ seine Frau allein für den Lebensunterhalt jorgen. Zum Dant dafür mishandelte er sie fortgefeßt, so auch in der Bunn Dant dafür mißhandelte er fie fortgefeßt, so auch in der Macht zu gestern wieder. Die bedauernswerte Frau verließ noch in ber Nacht die Wohnung und suchte bei ihrer verheirateten Schwester in der Rüdersdorfer Straße Zuflucht. Dort klopfte es nun in der Nacht um 3 Uhr an der Wohnungstür. Der betrunkene Kude stand auf dem Flur und drohte, daß er die Tür einschlagen werde, wenn man ihm nicht öffne. Als seine Schwägerin endlich öffnete, um eine Gewalttat zu verhindern, drang Kuce, in der einen Hand ein Beil und in der anderen ein Tranchiermesser, fofort ein und stürzte sich zunächst auf seinen Schwager. Sobald er aber seine Frau ers blickte, ließ er von ihm ab und fiel über diese her. Mit Beil und Meffer schlug und stach er blindlings auf fie ein, so daß fie aus unzähligen Wunden blutete. Dann riß er die Schwerverleßte an sich und schleppte sie über die Straße in seine Wohnung zurüd. Morgens um 6 Uhr fand man die Unglüdliche tot auf dem Hofe liegen. Sie ist wohl zum zweitenmal aus der Wohnung geflüchtet, aber sofort auf dem Hofe sterbend zufammengebrochen. Rude wurde verhaftet und nach der Wache gebracht. Er gibt an, er set so betrunten gewesen und weiß von nichts. Das goldene Zigarettenetui. Wie Zeugen fich irren fönnen. , 8 bat so tommen müssen." Unter diesem Thema veranstaltet ble 7. bt. 7½ Uhr Funktionärstzung bei Bärwalbe, Schlegelftz.& Bereinigung der Freunde bon Religion und Volterfrieden 8. Abt.( 4. Diftritt, Westen). 7½ Uhr Sigung der Bezirksführer bei Biener, Bülowstr. 58. am Dienstag, den 7. November, abends 7, Uhr, in der Fürstin- Bismarc Schule, Charlottenburg, Sybelstr. 24( Nähe Bahnhof Savygniplag), eine, 10. Abt. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. Die Bezirksbücher mitbringen. Revolutionsfeier. Die Festreden halten Alwine Bellmann und 14. Abt. 7 Uhr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Funktionärsizung. Pfarrer Bleier. Außerdem haben Frl. Güder( Gesang) und der Männer 15. Abt. 7 hr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obligo, 11. or Harmonie( MUSB.) ihre Mitwirkung zugesagt. Orgelborträge werden 16. Abt.½½ Uhr bei Krüger, Suffitenſtr. 34, Gizung sämtlicher Funktionäre. die Feier umrahmen. bon 30 M. in der Safristei. 17. bt. 7 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Suchland, Samoa-, Ede Sprengelstraße. Chriftianiaftr. 115. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 3%, Uhr in der Alten Garnisonfirche, Neue Friedrichstr. 1, Fest konzert( 2. Serie, 18. Abt. Uhr Konferens aller Funktionäre bei Hochheim, Bankstr. 82. rote starten), die C- Dur- Messe" von Beethoven. Karten zum Preise 19. Abt. 7% Uhr Sigung der Bezirksführer und Funktionäre bei Mielsch, Heute nachmittag 3 Uhr im Neuen 20. Abt. 7% Uhr Funktionärsizung bei Bose, Rolonieftr. 15. heater am 800, Jebensstr. 2, Gyges und sein Ring" von Hebbel. 21. Abt. 7 Uhr allgemeine Funktionärversammlung bei Lehmann, Schulftr. 36. starten à 60 M. find noch an der Staffe zu haben. Für sämtliche Theater 22. Abt. 7½ Uhr Sigung der Bezirksführer mit dem Abteilungsvorstand bei vorstellungen im Monat November wird ein Zuschlag von 10 M. pro Starte 23. Abt. Uhr Gigung der Funktionäre bei Grunewald, Kameruner Str. 19. Rabzan, Brüffeler Str. 43. erhoben. Berlosung von Kunstwerfen, Keramifen und 35. Abt. 7% Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Drelse, Schreinerstr. 18. Büchern: 8iehung am 1. Dezember. Los pro Stüd 20 M. zu haben im 39. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz in den Räumen der Juristischen SprechBureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., Bimmer 8, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Die Gewinne 4. abt. 7½ Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Schult, Mariendorfer legen zur Ansicht im Bureau aus. 42. Abt. 7 Uhr bei Hölle, Bergmannftr. 69, Funktionärtonferenz. Zum Mühlenbrand in Oggersheim. Bei ber Ausgrabung ber bei dem Brandunglüd verschütteten Feuerwehrleute stellte es fich heraus, daß nicht fechs, sondern fieben Feuerwehrleute bas Opfer des schredlichen Unglüds geworden sind. Es find sofort Schritte unternommen worden, für die Hinterbliebenen zu sorgen. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. 54. Abt. Charlottenburg. Dienstag, ben 7. November, öffentliche Bolts versammlung in ber Aula bez 23./24. Gemeindeschule, Hallerstraße ( an ber Goglowstybrüde). Tagesordnung: Unser Rampf gegen bie Teuerung". Referent Abg. Dr. Mojes,. b. R. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschustommiffion, Dienstag vormittag 11 Uhr pünktlich wichtige Sigung im Jugendheim Lindenste.&, 2. Sof, 3 Er. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, den 6. b. M., 6% Uhr, erweiterte Reels vorstandssigung im Phyfitzimmer der Gemeindeschule Senefelderfte. 5. sellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, erweiterte Kreisvorstandssigung. Kreis. Montag, den 6. November, 7% Uhr, Gigung des engeren Aretsoor fbandes mit den Abteilungsleitern bei Reim, Urbanstr. 29. ftandsfigung an bekannter Stelle. 14. 17. Einen Beitrag zur Psychologie der Zeugenausfagen fleferte eine Berhandlung, die bie 6. Straftammer des Landgerichts I beschäftigte. Angeflagt wegen Betruges war der Schauspieler Heinz MüllerBallburg. Vor einiger Zeit erließ ein Kaufmann 2. in einer Mittagszeitung ein Inferat, in bem er ein goldenes Bigarettenetui zum Kaufe anbot. Nach seiner Behauptung, die er vor dem Schöffengericht auch eiblich beträftigte, sei dieser junge Mensch der jebige Angeflagte gewefen. Dieser habe ihm erzählt, daß er mit dem Inhaber der bekannten Juwelierfirma Godet u. Sohn näher bekannt sei und erst son diesem eine Tage des Etuis erlangen wolle. Beide hätten sich nach dem Geschäft begeben. Der Anges. veebisbain, Montag, ben 6. Stovember, I uht, in comidis Ge. flagte fel hineingegangen, während er auf deffen besonderen Wunsch draußen gewartet habe. Als ihm die Geschichte zu lange dauerte, 6. sei er in das Geschäft hineingegangen und habe zu seinem Schreden bemerken müssen, daß der Angeklagte bereits durch eine Hinterfür verschwunden war. Auf Grund der eidlichen Aussagen des T. und des Geschäftsführers der Juwelierfirma, die beide den Angeklagten als Täter bezeichneten, wurde der Angeklagte vom Schöffengericht zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Hiergegen legte er Berufung ein. Vor der Straftammer behauptete er mit großer Entschiedenheit, das Opfer einer Bersonenverwechse Inng geworden zu fein. Er habe zufällig, als er sein Mißgeschick im Unterfuchungsgefängnis anderen Gefangenen erzählte, von diesen gehört, daß ein ebenfalls in Untersuchungshaft fiender Bogel fich gerühmt habe, bet der Firma Godet ein Ding mit einem goldenen Zigarettenetui gebreht zu haben". Das Gericht beschloß, diesen Zeugen sofort zu vernehmen. Dieser erklärte, daß er tatsächlich der Täter gewesen sei. Eine Gegenüberstellung mit den Zeugen, die schon vorher erflärt hatten, daß sie bei der Länge der dazwischen liegenden Beit nicht mehr mit aller Bestimmtheit den Angeklagten wiederertennen tönnen, hatte das überraschende Ergebnis, daß Bogel der wirtliche Täter fi. Das Gericht tam auf Grund diefes Sachverhalts zu einer Aufhebung des schöffengerichtlichen 13. Streis Sempelhof, Marienborf, Marienfelde, Lichtenrade. Einlaßtarten für Urteils und der Freisprechung des Angeklagten. 19. 20. 9. 15. 3. 11. Für die von Einbrechern ausgeplünderte Witwe Dummer ( Berlin, Huffitenstr. 70, Seitenft. 1 Tr.) sind bei uns eingegangen: ingenannt 3000 m. Mittelbeutsche Fahrradwerte SangerhausenBerlin 3000 m. Bon der Arbeiterschaft der Firma Karl Hasse u. Brebe 2400 m. Bom Gen. Magnusson 1500 M.- Martha Magnusson 800 m. 6 Wertmeister der Firma Unbekannt 100 m. 2. Spiz u. Co., Rechenmaschinenfabrit, 450 M. Summa 11 250 21.4. Unsere Borwärtsspedifion für Charlottenburg III befindet sich 5. jetzt Raiferdamm 102, Garth. I. 1 Streis stenkölln, Montag, den 6. November, 7 Uhr, erweiterte Avelsoor reis Sichtenberg. Montag, ben 6. 8. M., 7 Uhr, Funktionärstzung im Arbeitsantt, Schreiberhauer Straße, Eingang 5, Magstraße. Wichtige Tages ordnung. Erscheinen Pflicht. Kreis Pantow. Montag, ben&. November, 7% Uhr, im Jugendheim Breite Straße, Kreisdelegiettenversammlung. Die 13er- Rommission ber ft. USPD. Ateis Reinidenbori. Monbag, den 6. November, 7 Uhr, in der 1. Gemeindeift auch eingeladen. Schule, Reinidendorf- Oft, Lindauer Straße, erweiterte Kreisvorstandssigung. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. ftunde, Lindenstr. 3, 1. Sof, parterre. Straße 5. 44. Abt. 7 Uhr in der Oberklasse der Schule Reichenberger Str. 41-45, Ronferenz aller Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Et fcheinen der Bezirksführer Pflicht, da die Kartothet geregelt wird. bt. Bünktlich 7 Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre in ber Oberklaffe der Forster Schule. 45. 46. Bezirkskassierer und Funktionäre. ber BSPD. t. 7 Uhr bei Geißler, Stalizer Str. 58, Sigung der Abteilungsleitung, 8. Abt. 7% Uhr bei Präfte, Prinzenste. 23, Sigung sämtlicher Funktionäre 77. Abt. Schöneberg. 7 Uhr Funktionärversammlung in ber Comenius- Schule, Frankenstraße 10. 81. Abt. Friedenan. 7 Uhr Sigung bes erweiterten Borstandes in der Luifen- Schule, Goßlerstraße, im Anschluß an den bort um 8 Uhr stattfinden. den Frauenabend. Stentöln. 91. Abt. 6% Uhr Borstandsfizung, T½ Uhr Funktionärsigung bei Mäußler, Münchener Str. 23. 93. bt. 7 Uhr Vorstandssigung mit fämtlichen Bezirksführern bei Hoffmann, Herzbergstr. 26. Materialausgabe. 103. Abt. Oberfchöneweibe. 7½ Uhr im Ronferenzzimmer der Rottmener- Schule Borstands und Funktionärsigung. Tagesordnung: Neuwahl des Bor fbandes. Erscheinen Pflicht. 118. Abt. Lichtenberg. Im Anschluß an die Kreisfunktionärfihung im Arbeits amt turze Besprechung über den organisatorischen Aufbau. Alle Abteilungsführer müssen erscheinen. 125. Abt. Weißenfee. 7% Uhr im Sigungsfoal bes Rathauses, Albertinenstr. 6, Funktionärversammlung. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 7. November: 7. bt. 7% Uhr bei Dahms, Schlegelfte. 3. Thema: Einzelhaushalt unb 81. Abt. Friesenan. 7½ Uhr in der Luiſen- Schule, Goßlerstraße. Thema:„ Die Boltswirtschaft im Wandel der Seiten". Ref. Fräulein Dr. Ruth- Weiland. Stellung der Frau im Orient". Referentin Genoffin Erna Büfing 7% Uhr im Feuerwehr Dienstgebäude, Selchomstraße 105. st. blershof. Thema: Die Bedeutung der Einigung für die Frauen". Referent Genoffe Rurt Riegmann. 137. bt. Steinidendorf- 28eft. T½½ Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Thema: Was bringt die Einigung den Frauen". Uebermorgen, Dienstag, den 7. November: 27. unb 31. st. 7 Uhr in der Ayla bes Lutfen städtischen Gymnasiums, Gleim ftraße 49, Mitgliederversammlung der 44., 67., 82. unb 126. Berbaufsstelle 44. Abt. Am 2. November verfarb unfer langjähriges Mitglied Genoffe Ser ber Ronsumgenoffenschaft. Erscheinen sämtlicher Mitglieder Pflicht. mann Mrofe, Naunynfte. 78. Die Einäscherung findet nachmittags 5 hr im Krematorium Baumschulenweg fbatt. 8ahlreiche Beteiligung der Genoffen und Genoffinnen wird gewünscht. 51. Areis. Dienstag, den 7. November, 7% Uhr, erweiterte Borsandsfisung bel Rulfat, Lauenburger, Ede Uhlandstraße. Kreis. Dienstag, den 7. November, 7% Uhr, gemeinsame Sihung effer vereinigten Elternbeiräte in der Schule, Niederschöneweide, Berliner, Ede 74. Saffelwerber Straße. Die fog. Lehrer des 15. Kreises sind dazu eingeladen. Kreis Wedding. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Rinder treffen fich zur Bastelarbeit in der Gemeindeschule Ruheplatstraße Donnerstags und Freitags, Gemeindefdule Butbufer Straße Dienstags und Freitags, Gemeindeschule Böttgerstraße Montags und Donnerstags, Stadtbad Gericht Straße Mittwoch von 5 Uhr, Gemeindeschule Willerstr. 46 Mittwoch und Freitag von 6-8 Uhr. Die Genossen und Genoffinnen werden gebeten, ihre Rinder an den Stunden in den ihnen nächstliegenden Schulen teilnehmen zu laffen. die Revolutionsfeier, die am 9. November im Gymnasium, Mariendorf, Raiferstr. 21, ftattfindet, find bei allen Bildungsfunktionären und den Be girtsführern zit haben. Anfang 7% Uhr. Eintrittspreis 20 M., Rinder 10 M. Heute, Sonntag, den 5. November: Areks Gähäneberg. Um 7 Uhr veranstaltet ber Schöneberger Männerchor Freundschaft" fm Bürgerfaal bes Neuen Rathauses, Schöneberg, RudolfWilde- Plag, ein Ronzert. Um rege Beteiligung wird gebeten. Morgen, Montag, den 6. November: t. 7½ he bei Schmark, Mantenfeldeftr. 10, Funktionärversammlung. Kartothettarten mitbringen. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärbung im Blogerheim, Alte Schönhaufer Str. 28/24. Erscheinen sämtlicher Funktionäre, besonders der ft. USPD. dringend notwendig. Grammophon Spezialhaus Gm.b.H Berlin we nur Friedrichstrasse 189 Die hervorragendsten Musik Instrumente Gramola Electro- Gramola Gramonium Das elektrische Grammophon Das unerreichte, Grammophon Platten Repertoire Künstlerplatter, Orchestermusik, Tanzplattenr Rarl- Blas 5, Bahlabend. t. Charlottenburg. 2. und 3. Gruppe: 7½ Uhr bei Barabasch, Friebrich. bt. Behlendorf. 8 Uhr bel Midley, Botsdamer Straße, Funktionärverfammlung. 120. Abt. Friebrichsfelbe. Punti 7 2hr Mitgliederversammlung in ber Mädchenschule, Wilhelmstr. 29. Bortrag des Genoffen Dombrowski. über Die Währungsfrage". 2. Aussprache. 3. Neumahl des gesamten Borfbandes. 4. Berschiedenes. Berwaltungsbeamte. 6 Uhr im Gefangfaal bes Sophien- Engeums, Weinmeister ftraße 16/17, wichtige Konferens aller Funktionäre ber vereinigten Partet. Tagesordnung: Forthegung der Aussprache in der legten Konferens. Dentscher Wertmeisterverband. Bezirk Gilden und Moabit: 7 Uhr Bersammlung im Bagenhofer Ausschant, Turm, Ede Stromstraße( Langer Saal). Thema: Außenpolitit. Referent Genosse Dr. Bechlin. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 7. November: 4. Streis Prenzlauer Berg. 7 Uhr in der Knabenschule Sonnenburger Str. 20, Sigung aller Helfer der Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Morgen, Montag, den 6. November: Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Die fozialistische Gesellschaftsordnung". Petersburger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Edertstr. 16, Mitgliederversammlung. Grammophon Eingetragene.senatzmarke GRUNWALD DIE STIMME SEINES HERRN Qualitätswaren! 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Befchlußfaffg. über diefelbe. 2. Der Bericht des gerichtlichen Bücherrevisors. 3. Entlastung b. Bor standes und Auf fichtsrates. Verwaltungstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Pelz Hansemble Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833, 834, 835, 836. abuco Montag, 6. Rovember, abends 7 Uhr, in den Hohenzollernfälen", Berliner Straße, Ecke Wilmersdorfer Straße: Leipziger Str. 58 Bezirks- Versammlung Zahlungserleichterung für Charlottenburg. 4. Neuwahlen. 5. Statutänderungen. 6. Anträge und Ber benes Die Bilanz liegt ben Mitgliedern im Rontor, Gerichtftr. 23, zur nicht aus, 1106/18 Der Borstand. A. Michaelis. Paul Lenz. Tagesordnung: 1 Vortrag. 2. Dis. Reelle höchste Bezahlung für tuffion. 8. Berschiedenes. Kolleginnen und Kollegen! Auf ausdrücklichen Wunsch Eurer Bertrauens leute ist diese Beriammlung einberufen, wir ersuchen deshalb um zahlreiche BeAllgemeine Ortskrankenkasse Neukölln teiligung Dec 17. 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