Nr. 528+ 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 260 Bezugspreis: Für den Monat November 400,-, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich) und Luremburg 496, M., für das übrige Ausland 665,- M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reid), Holland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Bolt und Reit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfdjeint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 14 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 80,-. Reflamezeile 400,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 20,-.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 16, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen bas erste Wort 10, M., jedes weitere Wort 8.-M. Worte über 15 Buchstaben zühten file zwei Worte. Famillen- Anzeigen für Abonnenten Befle 25,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4% Uhr nachmittags im. Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönboff 2506-2507 Vor der Antwort. Das Zentrum für Wirth. Mittwoch, den 8. November 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 An die Arbeiterschaft Groß- Berlins! Genossen und Genossinnen! bereits die schlimmsten Terroraffe gegen die Arbeiterschaft verübt. Obwohl die Gewerkschaftskommission in ihrer Plenarverfammlung am 1. November beschloffen hatte, den 9. November Opfermut der Arbeiterschaft nicht vorzeitig einzusehen, fonDa heißt es, wachsam zu sein und die Kraft und den durch Arbeitsruhe zu begehen, zwangen außergewöhnliche dern erst dann, wenn Tag und Stunde der Entscheidung geUmstände den Ausschuß der Gewerkschaftskommiffion, noch fommen ist; dann aber mit eiserner Energie. einmal zu dieser Frage Stellung zu nehmen und zu prüfen, Die Arbeiterschaft ist bereit; fie wird den Kampf aufob es geraten erscheint, an diesem Beschluß festzuhalten oder nehmen und, wenn es sein muß, ihn durchführen bis zum der Arbeiterschaft zu empfehlen, in diesem Jahre bitteren Ende. 3m Bertrauen auf die Arbeiterschaft sind wir uns nicht im Zweifel, daß diefer Kampf zu ihrem Siege führen wird. Darum empfehlen wir der Arbeiterschaft Groß- Berlins, Kraft und Energie aufzusparen, Mehr denn je gilt jeht für uns die Parole, bereit sein ift alles! Seid gerüstet zum Kampf gegen Reaffion und das fie unterstützende Unternehmertum! Die Reichsregierung hat gestern abend die Gutachten der von ihr geladenen ausländischen Sachverständigen entgegengenommen. Sie kommen gerade noch rechtzeitig, um die Entscheidung mitzubeeinflussen, die sie infolge des neuen Verlangens der Reparationsfommission nach ton freteren Vorschlägen zur Stabilisierung der Mark und zur Balancierung des Reichshaushalts zu fällen hat. Es ist nicht zu erwarten, daß die neue Denkschrift der Regierung eine fofortige Beantwortung durch die Reparationskommission finden wird. Die Reparationskommission ist nur nach Berlin von der Arbeitsruhe Abstand zu nehmen. gekommen, um sich über den Stand der Dinge und die Abfichten der deutschen Regierung zu unterrichten. Ihre Be- Der Ausschuß entschied sich für das letztere. Auch die schlüsse wird sie in Paris fassen, wohin sie etwa Ende der Plenarversammlung, die allein berechtigt ist, einen einmal geWoche wieder abreifen wird. Der bisherige Berlauf der Ver- faßten Befchluß zu forrigieren, würdigte die vom Ausschuß am 9. November die Arbeit nicht ruhen zu laffen, sondern handlungen gibt feinen Anlaß zu der Befürchtung, daß diese vorgetragenen Gründe und beschloß ebenfalls, der Arbeiter- ihre Beschlüsse eine neue außenpolitische Krise hervorrufen fönnten. fchaft zu empfehlen, am diesjährigen 9. November die ArDer Notenwechsel zwischen der Regierung und der Re- beit nicht ruhen zu laffen. Sowohl dem Ausschuß wie bis sie von uns gerufen wird. parationsfommission ist der Deffentlichkeit nicht bekannt; über der Plenarversammlung ist dieser Beschluß nicht leicht geihn und über den Grad der Geschicklichkeiten, den die deutsche worden, weil sich beide Körperschaften wohl bewußt find, daß Regierung bei den Verhandlungen bewiesen hat, läßt sich das er zu Mißverständnissen Anlaß geben fann. Wenn er dennoch her ein Urteil noch nicht fällen. Einstweilen läßt fich dazu nur gefaßt wurde, so aus wohlüberlegten Gründen, und wir soviel sagen: In den bekannten Forderungen, die die Sozial- glauben die Erwartung aussprechen zu dürfen, daß man diese demokratie für die Stabilisierung der Marf auf- Gründe auch würdigen wird. geftellt hat, liegt auch der Maßstab, nach dem sie die Taten der Regierung messen wird. Bir können daher nicht so weit gehen wie die Germania", die namens des Zentrums erklärt: Der Träger der Politit, die wir seit Mai 1921 verfolgen und zu der die Verhandlungen mit der Reparationstommiffion einen wefent lichen Teil bilden, ist der Reichskanzler Dr. Birth. Das 3entrum stüßt diese Politit und betrachtet den gegenwärtigen Reichstanzler als seinen Vertrauensmann, was die zuständige Instanz der Partei fürzlich noch in einer Entschließung flar und deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Was für Pläne und Absichten Die Republik und die Errungenschaften der Revolution, wenn die Erfinder und Verbreiter der Gerüchte über die Differenzen es deren auch nur noch wenige find, find in Gefahr! in der Regierung und ihre Folgen auch immer bezwecken Die Reaffion will selbst wieder zur Macht gelangen und mögen: Sie werden gut tun, das Zentrum nicht als unterstützenden ihre Herrschaft aufrichten, um hemmungslos die Arbeiterschaft uns diesem Beschluß aus den gleichen Gründen an. Faktor in ihre Rechnung einzustellen. Dieser Erklärung können wir uns einstweilen nur so weit wieder in ihr Joch zwängen zu können. Der Aufmarsch foll von Bayern aus erfolgen, wo das Bezirksverband der Vereinigten Sozialdem. Partei. anschließen, als der Sozialdemokratischen Partei nichts ferner ganze reaffionäre Gelichter schon seit langem rüftet und heute Bezirksverband Berlin. Schlegel. liegt, als die Treibereien zu unterstützen, von denen die„ Ger mania" zum Schluß spricht. Wir sehen jedoch einen Wider" Maßgebend für diesen Beschluß waren in erster Linie politische Erwägungen, wenn auch zugegeben werden foll, daß auch wirtschaftliche Motive mit eine Rolle gespielt haben. Doch waren legtere nur von untergeordneter Bedeufung, die Entscheidung selbst haben sie nicht beeinflußt. Unternehmerfum mit ausreichenden Geidmitteln, Die gesamte Reattion, unterstüht vom großindustriellen rüftet zum entscheidenden Schlag gegen die Arbeiterschaft. spruch darin, daß man auf der einen Seite diese Treibereien fion das Recht vorbehalten, falls die deutsche Gesamtproduktion an verurteilt, auf der anderen aber gerade jene Kreise, aus denen Ruhrkohle im Monat 8,3 millionen Tonnen übersteigt, auf 20 Pro 3. fie fommen, durchaus mit zur Regierungstoalition heranziehen der mehrförderung Anspruch zu erheben. Die am Dienstag will. Es sind das dieselben Kreise, die mit ihrer Abneigung geführten Verhandlungen nahmen hauptsächlich auf diese Einschrängegen jede Stabilisierung der Mar? nicht zurückgehalten haben fung Bezug, da die monatliche Förderung an Ruhrkohle 8,3 millionen und die jetzt so tun, als ließen sich durch eine Berlänge Tonnen übersteigt und die Reparationstommiffion deshalb außer den rung der Arbeitszeit all: Nöte dieser Zeit spielend monatlich abzuliefernden 1 725 000 Tonnen beheben. noch 229 000 Tonnen Zum Kampf für den Achtstundentag, gegen Teuerung, Ausbeutung und Wucher, zum Kampf für die Republik! Vertraut Eurer Führung, die Euch rufen wird, wenn der Tag der Entscheidung gefommen ift! Darum, Arbeiter und Arbeiterinnen, rüftet Euch, aber haltet Disziplin! Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Sabath. Parteigenossen! Nachdem Ausschuß und Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission cbigen Beschluß gefaßt haben, schließen wir Bolt sich selbst mit der letzten Kraft gegen den Verfall der Währung zur Wehr fetzen müssen. Fehlt ihm aber dabei die ausländische Hilfe, fo wird alles, was zur Unterstützung der Mart aus eigener Straft und unter Zuhilfenahme der letzten Reserven erfolgen könnte, schließlich die Leistungsfähigteit Deutschlands gegenüber der Entente gänzlich vernichten. Die Selbsthilfe gegen den Marksturz würde also gewollt oder ungewollt die Möglichkeit einer Erfüllungspolitik weiter einschränken. Für das deutsche Volk aber ist es unerträglich, die fortgesetzte Zusammenfassend läßt sich sagen, daß alle Probleme der verlangt. nächsten Zukunft noch nicht gelöst sind und daß der Weg noch Im Verlauf der Verhandlungen wiesen die deutschen Regierungs- Rursfteigerung der fremden Devisen und die andauernde Berminde nicht zu sehen ist, der aus den Schwierigkeiten herausführt. vertreter eingehend auf die 3 wangslage hin, durch die Deutsch- rung feines Reallohnes erleben zu müssen. Es wird deshalb noch Desto deutlicher zeigt die Devisenkurve, wohin wir land infolge der ungeheuren kohlenlieferungen verseht wurde. Ins- mehr als bisher eine aktive Währungspolitik verlangen müssen, je Steuern, wenn nicht auf allen Seiten, die an der Entscheidung besondere zeigte man der Reparationskommission, die durch ihre maß- mehr die Mark weiter zusammenschrumpft und selbst im Berhältnis beteiligt sind, der Mut zu großen Entschlüssen bald gebendsten Mitglieder vertreten war, daß die Lieferung von Repa- ou den schwächsten Währungen, zu Desterreich und zu Polen, noch gefunden wird. weiter an Wert verliert. rationskohle eine äußerst starte finanzielle Belastung Deutschlands bedeutet und so die Erfüllung unserer übrigen Verschiedene Meinungen bei den Sachverständigen. Berpflichtungen sehr erschwert. Die Parteiführer beim Reichskanzler. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst teilt mit: Deutschland führt bekanntlich viel mehr Kchle ein, Die. Parteiführer waren am Dienstar nachmittag zum Reichstanzler Dr. Wirth zur nformation über die als es an die Entente abliefert und muß dieje Kohle zu Baluta. Berhandlungen mit der Reparationstommission in die preifen zahlen. Jerner ist die Reparationskohle steuerfrei Reichstanzlei geladen. Der Reichstargler gab einen mit und eine finanzielle Entschädigung wird für sie nicht erteilt, während Rücksicht auf die schwebenden Berhendlungen allerdings die Regierung den Bergwerksbefizern gegenüber natürlich zu Jahnicht vollständigen Ueberblick über den Verlauf der lungen verpflichtet ist. Auch auf die Not der Auslandskohle wurde bisherigen Besprechungen mit der Revarationsfommission, von deutscher Seite eingehend hingewiesen. wobei er auch die Ansichten der ausländischen Sach- Der Borsitzende der Reparationsfommission, Barthou, erverständigen mitteilte. Eine Besprechung der Mit- flärte zum Schluß der informatorischen Besprechungen, daß die teilungen des Reichskanzlers fand nicht statt, da die Regie- Kommiffion ihre Pflicht gemäß dem Versailler Vertrag ausgeübt rung ankündigte, daß sie im Verlauf des Mittwoch zu einer habe und daß über die Billigung der deutschen Einwände gegen neuen Besprechung einladen werde. Die Parteiführer be- die gejorderie Mehrlieferung oder ihre nichtanerkennung später hielten sich infolgedessen ihre Stellungnahme zu den Mittei- von Paris aus entschieden werden soll. lungen des Reichskanzlers vor. Unaufhaltsamer Marksturz. Die Finanzsachverständigen konferenz hat zu teiner einheitlichen Auffassung der Teilnehmer geführt. Es werden der Regierung zwei Gutachten unterbreitet werden, von denen das eine, das bereits in den gestrigen Abendstunden überreicht wurde, von Keynes, Caffel, Brandt und Jents verfaßt ist, während das andere von Biffering und den übrigen Beteiligten ausgearbeitet wird. Das unter Mithilfe von Keynes ausgearbeitete Gutachten soll in Laufe des morgigen Tages der Deffentlichkeit übergeben werden. Loucheur über Deutschlands Bankerott. Paris, 7. November.( EE.) In der Kammer hielt heute Loucheur eine Rede, in der er die Auffaffung befämpfte, die Franzosen hätten bei den Friedensverhandlungen die deutsche Bah lungsfähigkeit überschäßt. Es sei dies auf die englischen Sachverständigen zurückzuführen. Lloyd George habe sogar einmal pon 200 milliarden Goldmart gesprochen. Insgesamt habe DeutschNachdem der Dollar gestern schon bei der amilichen Kursfest. land bis jetzt 9 Milliarden Goldfranken bezahlt. Weiter fönne es nicht gehen. fegung auf 8450 gestiegen war, erhöhte er sich noch im freien Verkehr Die weiteren Zahlungen könnten nur in Form von Rohmateauf 8 800. Die art ist demnach faum mehr ein 3 weirialien und Arbeitsleistungen geschehen. Deutschland selbst trage tausendstel ihres Borfriegswertes im Auslande wert. für seine Zahlungsunfähigkeit ein gut Teil der Verantwortung. Die Reparationsfommission hat diesen neuen Reford, der für die ge- Das Wiesbadener Abkommen fei die einzige Möglichkeit gewesen, famte Bevölkerung eine furchtbare Einschränkung ihrer Lebenshaltung von Deutschland Zahlungen zu erlangen. Von den Abmachungen bedeutet, an Ort und Stelle beobachten fönnen. Sie wird daraus mit Hugo Stinnes, die man Abmachungen von 6 Prozent nendie Erkenntnis schöpfen müssen, daß Deutschland unbedingt einer nen tönne, fei nichts zu halten. Die Persönlichkeit von Stinnes außenpolitischen E: leichterung bedarf und daß eine Hebung des flöße dein Vertrauen ein. Martfurses im Interesse der Cntente felbst liegt, wenn diese über= haupt jemals auf die Leistungsfähigkeit Deutschlands rechnen will.. an die Entente liefern, die zum übergroßen Teil von den Ruhr- Das zu betonen scheint um so mehr notwendig, als auch wir bergwerfen aufgebracht werden. Nur ein ganz geringer Teil glauben, daß eine dauernde wirksame Abwehr gegen einen der entfällt auf die Bergwerke Polnisch- Oberschlefiens bzw. Deutsch- Ober- artig fatastrophalen Absturz der Mark ohne Hilfe des Auslandes Schlesiens. In den Bereinbarungen hat sich die Reparationstommij- nicht bentbar ist. Rommt diese nicht schleunigst, so wird das deutsche Nach den Vertretern der Regierungsmehrheit murden auch die Führer der Deutsch nationalen empfangen. Die Kohlenverhandlungen. Die Kohlenverhandlungen der Regierung mit der Reparationsfommiffion haben bereits am ersten Berhandlungstag einen vorläufigen Abjchluß gefunden. Die Besprechungen bezogen fich hauptsächlich auf die letzten Bereinbarungen zwischen Reparafionstommiffion und Regierung über die Lieferung von Reparationstohle. Nach diefen Abmachungen muß Deutschland monaffid) 1725 000 Tonn Kohle Loucheur tommt dann auf seine Londoner Abmachungen mit Rathenau zu sprechen. Rathenau hate dabei all seine früher entwickelten Pläne abgeändert und besonders von Kontrollmaßnahmen nichts wissen wollen. Die Verhandlungen feien ergebnislos geblieben, und als Loucheur nach Paris zurüdfehrte, hätte er dem Rabinett erklären müssen, man fönne mit Rathenau nicht verhanbein. Loucheur wolle die Schulden Frankreichs an Amerita und England nicht in Abrede stellen, erkläre jedoch offen, daß Frankreich 7 Milliarden Dolar zu bezahlen nicht im stande sei. Loucheur beschäftigte sich dann eingehend mit der deutschen Finanzlage und kommt zu dem Schluß, daß Immer seltsamer! Herr v. Berg über das Hochzeitsdiadem. ten Goldschmieden umgearbeitet, wobei man feine Rostbarteit noch vermehrte. Nun, da es nach Holland zurückgehen soll, geifern die Leute aus der Umgebung des Der frühere Chef des Sivilkabinetts des legten regieren- deutschen Volksführers Hermann Müller und des Bluthundes Wels, Deutschland sofort für banteroff erklärt werden müsse, den Hohenzollern, Herr von Berg, ist nicht nur Vorstands- daß hier wohl Schiebung" vorliege. 2 3. In der Deutschen Tageszeitung": um auf diese Weise die deutschen Finanzen einer Gesundung ent- mitglied jenes Bundes der Aufrechten", in dessen Reihen so Zur Sache sei zunächst festgestellt, daß von einem neuen gegenzuführen. Heute an eine Feftigung der Mark zu denken, sei vornehme Zeitgenossen wie der Gymnasiaft Heinz Stubenrauch ein unding, denn Deutschland befinde fich am Rande des großgezogen werden, er ist auch, Generalbevollmächtigter Seiner Diadem gar nicht die Rede sein kann, das Wort„ anfertigen" also Abgrundes. Es liege in seinem eigenen Interesse und in dem Majestät des vormals regierenden Kaisers und Königs". In eine Irreführung ist. Ferner würde, wenn es sich um die Ulm Europas, den Banterott des Deutschen Reiches zu erklären. Das dieser Eigenschaft sendet er uns in der von uns zur Sprache arbeitung eines im Besize der Hohenzollern befindlichen Ergebnis werde nicht so fatastrophaler Art sein, wie man dies ge- gebrachten Angelegenheit des Diadems feiner neuen Schmuckstückes handeln sollte, der Wert, den der„ Borwärts" zuerst wöhnlich sich vorstelle. Industrielle Unternehmungen und Banten herrin eine Berichtigung, die er gleichzeitig durch die Tele- mit 800 Millionen Mart angab, beträchtlich übertrieben sein... würden Schwierigkeiten haben, ihre Bilanz aufzustellen. Aber die graphenunion" verbreiten läßt. Wir fönnen seiner Aufforde- Wenn nun der Plan besteht, ein wertvolles Schmud= Fabritbetriebe würden in Tätigkeit bleiben und die Produktions. fraft Deutschlands bliebe unerschüttert. Nach der Bankerotterklärung zum Abdruck dieses Schreibens nicht nachkommen, denn stück als kaiserliches Brautgeschent nach Doorn rung fönne man dann in Deutschland ein gesundes Bäh wir müssen es unbedingt ablehnen, Ausführungen Raum zu bringen zu lassen, dann wäre es schon rein menschlich wenig anrungssystem schaffen, das es ermöglichen würde, einen geord- gewähren, in denen Redensarten wie„ Seine Majestät" oder ständig, darüber Lärm zu schlagen.... Die einfachste Geneten Staatshaushalt aufzustellen, wodurch in Deutschland richtige gar Seine Majestät der Kaiser" vorkommen. Wenn der rechtigteit sollte deshalb verlangen, ihm wegen der UeberPreisbildungen gefchaffen würden. Brotgeber des Herrn von Berg auf solche byzantinischen Rin- führung eines solchen Schmuckstückes, das ja gar keinen Nuzwert An dem fünftigen Wiederaufbau Deutschlands dereien Wert legt, so geht uns und das deutsche Volk dieses für ihn hat, teine Schwierigteiten zu machen. müffe nicht nur von Deutschland selbst, sondern auch von a Hen Privatvergnügen nichts an, wir aber wollen ruhig abwarten, 4. Im ,, Tag"( Nachtausgabe vom 4. November): anderen Ländern gearbeitet werden. Durch eine internationale Soli- ob ein Gericht der Deutschen Republik uns jemals zwingen Bei den Mitteilungen über den Schmuck der zweiten Gedarität müsse man 5 bis 6 Milliarden Goldmark aufzubringen suchen könnte, diese Maskerade mitzumachen. neue Valuta schaffen., und damit die = Der Wiederaufbau Deutschlands fönne aber nicht vor sich gehen, wenn nicht zugleich die Wiederherstellung Europas betrieben werde. Eine internationale Emissionsbank lehnt Loucheur ab, weil Bantnoten, die von dieser verausgabt würden, sofort in die Länder abfließen müßten, die Rohmaterialien produzierten. Es handele sich überhaupt nicht allein um die Wiederherstellung der Währung Deutschlands, sondern auch um die der entwerteten Baluten aller übrigen Staaten. Eine unerläßliche Vorbedingung für den Wiederaufbau Europas sei die Festigung des Friedens. Diese Bedingung fönne aber nur erzielt werden, wenn die Sicherheit Frankreichs gewährleistet werde. Nach Ansicht Loucheurs fann dies nur in der Weise geschehen, daß dem Rheinlande sein rheinischer Charakter wiedergegeben werde. Es handele sich hier um keine Annettion und feine politische oder wirtschaftliche Kontrolle. Es fönne aber auch feine preußische Kontrolle(?) zugelassen werden. Der Grundsatz müsse lauten: Das freie Rheinland dem freien Reich. Rede sein. mahlin des Raisers mischen fich Dichtung und Wahrheit. Wir haben indessen um so weniger Veranlassung, den Deshalb seien hier die feststehenden Einzelheiten darüber wiederInhalt der Berichtigung zu verschweigen, als er geeignet ist, die gegeben: Angelegenheit des Milliardendiadems noch viel interessanter Allerdings ist dieser kostbare Schmud aus den und seltsamer erscheinen zu lassen, als wir ursprünglich Edelsteinschäßen der verstorbenen Kaiserin herannahmen. Herr von Berg bestreitet nämlich, daß das gestellt worden.... Wohl das tostbarste Geschenk erhielt die Hochzeitsgeschenk Wilhelms aus einem Diadem oder aus an- Kaiferin bei ihrer Hochzeit, als die Vertreter der schlesischen Stände derem wertvollen Schmuck bestehe, so daß also ein solcher der damaligen Prinzessin ein wundervolles Diadem überweder neu angefertigt noch umgearbeitet ist." Nachfragen bei reichten, das später als Schlesischer Diamantschatz zu geschichtlicher den in Betracht kommenden Juwelieren hätten ergeben, daß Berühmtheit gelangte. Dieses Diadem zeigte als Hauptstüd einen die Schmuckgegenstände, auf die der Vorwärts"-Artikel Brillanten einer Kirsche, während links und rechts dreißig scheinbar abziele, für Privatpersonen bestimmt sind, fleinere Edelsteine von reinstem Schliff in den Reif gebracht die in keinerlei Beziehung zu Wilhelm und zum Haus Doorn waren.... Diesen Brillantschmuck hat der Kaiser nach dem Tode stehen". feiner Gemahlin mit einigen persönlichen Schmudſtüden als Anbenten zurüdbehalten, während der größte Teil des Brillantschages an die faiserlichen Kinder fiel. Die schlesischen Diamanten sind nunmehr in dem neuen Diadem vereinigt worden. 5. Die Zeit": " 1 = Merkwürdig! Am 31. Oktober sind unsere Angaben zum ersten Male hier erschienen. Kein Aufrechter", tein noch fo fönigstreues Blatt rührt sich. Nach drei Tagen absoluten Stillschweigens wird die Angelegenheit zum Gegenstand einer sozialdemokratischen Anfrage gemacht. Da findet zwar Diese ganze Aufregung ist sicher überflüssig, denn es liegt fein die gesamte monarchistische Bresse wie auf Kommando die Grund zu der Annahme vor, daß dieses Brautgeschenk Sprache wieder und bringt zwischen wüsten Schimpfereien widerrechtlich und heimlich über die Grenze geschmuggelt werden eine gleichlautende Version der Angelegenheit, die General foll. Im übrigen handelt es sich, wie versichert wird, um verwaltung des Preußischen Königshauses", wie der Brief ein im Besitz des Kaisers befindliches Diadem, das von einem Berstempel des Herrn v. Berg lautet, schweigt weiter. Erst nach liner Juwelier eine neue Faffung erhalten hat. Es ist sicher, daß vollen acht Tagen nachdem inzwischen die Hochzeit bei der Ueberführung dieses Geschenkes von Berlin nach Holland vorüber ist und nachdem die Möglichkeit zu aller alle steuerlichen und zolltechnischen Vorschriften beobachtet werden, hand vertuschenden Manipulationen gegeben die dafür in Betracht kommen. war- tritt der ,, Generalbevollmächtigte" mit seinem Dementi Also: Vier verschiedene Berliner Blätter, an beren auf den Plan. Wenn es Wenn es aber überhaupt jemanden in Monarchentreue ebensowenig gezweifelt werden kann wie Deutschland gibt, der in der Lage gewesen wäre, falls unfere an ihren ausgezeichneten Beziehungen zum GeneralbeDarstellung falsch war, ihr fofort entgegenzutreten, so vollmächtigten usw. usw.", bestätigen, daß es sich bei dem ist es wohl Herr von Berg selbst. Und wer zweifelt daran, Hochzeitsgeschenk Wilhelms um ein Diadem handelt, daß dieses Diadem bei einem bzw. mehreren hiesigen Juwelieren eine neue Fassung erhalten hat, daß es nach Holland zur Hochzeitsfeier überbracht werden sollte und jetzt kommt der Generalbevollmächtigte" mit der Behaup tung, das sei alles nicht wahr! Poincaré unterbricht: Die Befehungsfristen für das Rheinland dürfen nicht cher zu laufen beginnen, bis der Friedensvertrag durch. geführt wird.(!) Bon einer Aufgabe der Besetzung kann feine Loucheur antwortet, er könne Poincarés Ansicht in diesem Bunkte nicht teilen. Schon auf der Friedenskonferenz sei ermogen worden, für das Rheinland ein Regime zu schaffen, das ihm politische und wirtschaftliche Freiheit gewähre. 3hm dabei aber doch die Berbindung mit Deutschland belaffe. Es müffe ein mili tärisches Regime geschaffen werden, das es verhindere, daß das Rheinland in Zukunft als Sprungbrett zu neuen Invafionen diene. Loucheur befürwortet eine internationale Schutztruppe(!) mit überwiegendem französischen Einschlag(!!) und fordert, daß dieser Bertrag vom Völkerbund garantiert werde, der zusammen mit den in Frage kommenden Mächten die Kosten für diese Truppe zu den in Frage kommenden Mächten die Kosten für diese Truppe zu übernehmen habe.( Der Sozialist Lafont ruft: Kein deutscher daß er dies noch am gleichen Tage getan hätte, wenn wirklich Sozialiſt würde solchen Bedingungen jemals zuffimmen.) Loucheur: an der ganzen Nachricht des„ Borwärts" tein wahres Wort" Ich bin weder Imperialist noch Annegionist. Das linte Rheinufer gewesen wäre? Warum wir den Verdacht aussprechen, daß ist mit dem Reiche unzertrennbar verbunden. Ich sehe aber nicht die Hochzeitsfeier abgewartet wurde, um die Sache durch ein, warum die Sozialisten ein Programm bekämpfen sollten, das Rückführung des Diadems auf irgendeine Art wieder gesetzlich friedlichen Zwecken dienen soll. Loucheur schlägt zum Schluß einzurenten"? Aus einem sehr einfachen Grunde: geeignete Mittel zur Balancierung des französischen Etats vor, be= Am Abend des 3. November, an dem wir die sozialdemofonders Beschaffung neuer Steuern und Erhöhung der Kapital- fratische Anfrage veröffentlichten, nahm, wie schon erwähnt, Steuer nebst Devifen ablieferungspflicht. die Rechtspresse dazu Stellung. Und was bekam man da zu lefen? 1. Im Lokal- Anzeiger": Kursrückgang auch in Frankreich. Paris, 7. November.( WTB.) Das englische Pfund erreichte bei Schluß der heutigen Pariser Börse den bisher höchsten kurs von 6950. Der nächsthöchste Kurs wurde im April 1920 mit 6745 notiert. Das übliche Kehergericht bei der KPD. Der württembergische Landtagsabgeordnete Fause I ist wegen parteiſchädigenden Berhaltens" aus der KPD. ausgeschlossen worden. Das billige Buch- für 1000 Mark! mittel und Kleider Die Sozialdemokraten hätten sich ihre Anfrage und ihre ganze Aufregung sparen fönnen. Denn tatsächlich handelt es sich nicht um ein neues Diadem, sondern um einen alten Schmud der verstorbenen Kaiferin, den der Kaiser zur Umarbeitung nach Deutschland gegeben hat. " T Darüber soll sich Herr v. Berg mit den obengenannten, ihm nahestehenden Blättern auseinandersetzen. Erst wenn fich herausgestellt haben wird, wer ob er oder die zitierte onarchistenpreffe-die Unwahrheit gesagt hat, werden wir uns mit ihm über das weitere unterhalten können. Bis dahin aber ist es die Sache der Behörden, dieser Geschichte, die immer interessanter und seltsamer wird, nachzugehen. der Zeit" über eine Dresdener Rede Stresemanns, die in einen Stresemann und Bolfsentscheid. Wir berichteten gestern nach Appell an den Volksentscheid ausklang. Nun berichtigt die Zeit" sich selbst. Stresemann habe nicht nach einem Boltsentscheid gerufen, Das Diadem, um das es sich handelt, gehört zum Privat- sondern nur von der Reichstagsneuwahl als einer legten, aber besitz Wilhelms II. Es wurde in Berlin von erwähl- durchaus unerwünschten Möglichkeit gesprochen." 2. Jm ,, Tag": A. N. Die Organisation sei folgende: Man sendet der Zentralstelle die noch alles zu grob angefaßt wird. Darunter leidet natürlich auch Bücher, welche man abstoßen will. Diese legt den Tauschwert des die Intonation schwieriger Werke, wie etwa der befannten Hegar Buches in Goldmart fest. Trägt das Buch nur den Namen des schen Ballade Totenvolt". Der Chormeister Walter Moldens Ein Vorschlag von Dr. Victor Engelhardt. Eigners und ist es sonst unbeschädigt, so wird ihm, sofern es einer hau er ist die Seele des Vereins. Er ist nicht nur ein ganz Rantgesellschaft! Erste Sigung in diesem Jahr. Ihre vergriffenen Auflage angehört, der volle Friedenspreis, sofern es vorzüglicher Begleiter, sondern auch ein sehr tüchtiger Musiker, her Abende brachten neben dem geistigen Gewinn aus Vortrag und noch fäuflich ist, der heutige Brundpreis zuertannt. Enthält das sich durch seine prachtvollen Bearbeitungen befannter flassischer Diskussion stets millkommene Gelegenheit, die neuesten philofophi- Buch Striche und handschriftliche Randbemerkungen, so soll sein Lieder und durch seine Versuche, die Chorkompofition durch Be schen Bücher zu sehen, und foweit man sie für eigene Studien Lauschwert um 10 bis 20 Broz. verringert werden. Ueber den gleitung von Hörnern und Paufen zu beleben, wirkliche Verdienste Wenn auch Stüde wie„ Der stürmische Morgen" nicht gebrauchte auch zu erwerben. Noch im vorigen Jahr war das Tauschmert erhält der Einsender einen Gutschein, den er jederzeit erwirbt. möglich. Diesmal aber glitten Augen und Finger nur liebevoll, gegen Bücher des Tauschlagers eirlösen fann, wobei er für über- ganz gelingen, so glücken Mendelssohnsche Chöre um so mehr. Auch sehnsüchtig über die ausgestellten Schäße. Eine Frage nach dem schießende Beträge einen neuen Gutschein bekommt. Die Bücher die humorvolle Bolksliederbearbeitung Der Schneider Jahrestag" Der ausgezeichnete Preis und das Buch eniglitt mutlos der Hand. Dabei standen werden hierbei mit dem für sie bezahlten" Tauschwert gerechnet. wird wohl bald ein bekanntes Zugstüd sein. ganz harmlose Zahlen auf den Bänden vermerkt. 10 m. bei Außerdem ist ein gewisser, mit dem Tauschwert steigender Bar- Baritonist Wilhelm Guttmann verschönte das Konzert durch fleineren Werken, 14 oder 16 M. bei den großen. Das sind die betrag zur Deckung der Unfosten zu erheben. Barbezahlung der feinen Vortrag Löwescher Balladen und die Wiedergabe hübscher, Grundpreis der Bücher, welche mit einem faft täglich sich ändern- Bücher soll, um jede geschäftliche Ausnutzung zu vermeiden, ver- etwas zu fehr flaffizistisch gehaltener Lieder des gefeierten Diriboten sein. genten. den Entwertungsfaktor des Buchhändlerbörsenvereins multipliziert werden müssen. Noch vor vierzehn Tagen war er gleich 80, an Ich glaube, die Andeutung genügt. Alle feineren Organisa- Kurspolonase. Man schreibt uns: Ein ganz alter, weiser Mann, dem Sigungstage stand er auf 110. Das heißt, jenes fleinere tionen lassen sich erst erörtern, wenn der Vorschlag zur Wirklichkeit der schon lange vor dem Jahre 1914 gelebt hat, behauptet, das Wort Bändchen kostete 1100 M., für die größeren wurden 1500 bis 1800 wird, wenn man zum Beispiel weiß, ob die Organisation sich über Bolonäse hätte einst einen ganz anderen Sinn gehabt als heute; Mark verlangt. Berlin oder, was besser wäre, über das Reich erstrecken foll. Als hätte bei Bällen und festlichen Tänzen den feierlichen Auftakt beGewiß, die Preise sind- verglichen mit denen der Lebens Träger der Organisation täme ein Berein, eine Volkshochschule, deutet. Unsere Zeit fennt nur mehr die Bedarfsartikelpolonäfe. nicht hoch. Doch bleibt schon nach dem Erwerb eine Voltsbibliothek oder eine geeignete Behörde in Frage. Hören Diefes nervenfressende Anstehen, dieses grauenhafte, entwürdigende des täglichen Brotes und nach den Aufwendungen für Wohnung, diese Instanzen nicht auf den Notruf, so geht vielleicht die Partei Warten Dor anmaßend falten Geschäftstüren, dieses Hangen und Heizung und Licht kaum ein lumpiger Hunderter für notwendigste mit Izuchtenbem Beispiel voran. Borerst wäre es interessant zu Bangen, ob man auch noch wirklich und wahrhaftig ein Stückchen Reparaturen an unfern Stiefeln. Wo soll das Geld herkommen hören, ob bei vielen Forschern, Gelehrten und wissenschaftlich täti- der rationierten Welt, des verbilligten Lebens erwiſcht! Wir kennen für Bücher, welch: der Buchhändler heute mit Recht noch als billig gen Laien ein Bedürfnis nach solchem Tauschverkehr, der sich selbst nur die Butterpolonäse, die Zuckerpolonäse, die Heringspolonäfe, die bezeichnet? Der geistigen Arbeit droht keine Ratastrophe- nein verständlich nur auf wissenschaftliche Literatur erstrecken soll, vor Schuhpolonäse. Doch, man schmähe unsere Zeit nicht seitdem sie ist mitten drin im jämmerlichsten Zusammenbruch. liegt. Berlin unheilbar dollarkrankt ist, seitdem das Wechselfieber der Rette wer zu reften vermag! Bibliotheken allein können Börsenspekulanten epidemisch wurde, find wir auch mit einer Kurse nicht helfen. Sie sind so start in Anspruch genommen, daß man polonäfe beglüdt. In den Mittagsstunden stehen Menfchentie nötigen Bücher erst nach Wochen, ja erst nach Monaten erhält Kayßler- Abend. Im Blüthner- Saal gab Friedrich fchlangen von unheimlicher Länge, festgeteilte Verkehrshinderniffe. und schon nach drei Wochen dringend zur Rückgab: gemahnt Kangler einen Klassikerobend. Es war nicht so ein Klaffifer- vor den Banken und Wechselstuben und studiezen die Kursaushänge wird. Auch braucht der Gelehrte sehr viel eigene Bücher, die fiets abend, wie man sich ihn gemeinhin vorstellt, wo der Dichter gar in den Schaufenstern. Es sind die kleinen Leute, die Liliputſpetuzum Nachschlagen bereit in seinem Bücherschrank stehen. Diese fich nichts, der Mime alles gilt, wo das Pathos herrscht und gewaltiger lanten, die fein Telephon haben, die keine Zeitungen kaufen, die ihr anzuschaffen, ist er heute nicht mehr imstande. Das bedeutet für Stimmaufwand und schaurig rollendes R, wo das verschleierte Schicksal aus den Schaufenstern lesen. Biertelstundenlang harre die, welche mit ihren Studien beginnen, unsägliches Glend. Ihnen Bild zu Sais" oder" Prometheus" benutzt wird, die Zuhörer mit fie, an Butter und Heringen geübt, bis sie herankommen; Minuten zu helfen, weiß ich keinen Rat Aber auch der Forscher, der mitten einer Gänsehaut zu behaften, sondern es war ein Vortragsabend vorher schon haben sie kleine Notizzettel und Bleistifte gezückt, um brinnen steht in vorwärtstreibender Arbeit, der sich aus besseren nach der persönlichen Auffeffung eines denkenden und nachdenk das Börsengesetz der Stunde stenographisch zur Kenntnis zu nehmen. Beiten einen Schatz von Büchern gerettet, wird oft bis zum Still- lichen Schauspielers. Rayßler frug aus dem Nibelungenlied, Ge- und dann einen Tag, einen bangen Tag lang nach diesem Gesetz stand gehemmt. Lebensarbeit heißt Entwicklung. Die Gebiete dichte von Goethe, von Li Tai Po und anderen chinesischen Dichtern zu leben. Das ist die neueste, die Kurspolonäse Einmal, in der mechseln. Manch ein Thema ist für die eigenen Zwede erschöpft. und Märchen von Andersen vor und zeigte damit, daß er den Be Friedrichstraße, nähert sich ein Grüner dieser Bolonäſe. Er weißz Da stehen viele Bücher nuglos im Schrank. Bücher, die man feit griff Klaffiter" ebenso großzügig auszulegen versteht, wie er über noch nicht, worum es sich handelt. Wie er den Sinn des gewaltigen Jahren nicht mehr gebrauchte und vielleicht niemals wieder auf die Jahrhunderte erhaben ist. Nur bleibt es ein bedenkliches Er- Auflaufs erfährt, fagt er zu der Menge der übrigen Neugierigen: schlagen wird. Neue Probleme sind aufgetaucht.. und erfordern periment, Gedichte des jungen und Gedichte des greifen Goethe Bitte weitergehen, es ist fein Unglück passiert!" Du irrſt, anter neue fiterarische Mittel, Bücher, die vielleicht im Schrank eines nebeneinanderzustellen, bedenklich, weil so das Bild unseres Dichters Grüner! Es ist ein Unglüc passiert! Ein großes Unglück. Wir anderen ein ebenso verstaubtes Dasein führen. Gibt es kein Mög- in uns leicht verwischt oder uneinheitlich wird. Kanßlers erhabene, stehen Kurspolonäje! lichkeit, folch totes Rapital lebendig zu machen? innerliche Kunst ließ indessen diesen Zweifel bald vergessen. Eine Eine Musterausgabe der Werke Tolstois. Die Moslauer eines gibt es schon heute. Man verkauft seine Bücher erfreulich große Zuhörerschar zollte ihm begeistert Beifall und be- Berlagsgefelli aft Sadruga", die größte Schriftsteller.. und schafft sich für den Erlös andere an. Der lachende Dritte ist wies, daß in unseren trüben Zeitläuften noch nicht alle Geistigkeit genoffenschaft Sowjetruklands, eröffnet in Berlin eine Auslandsabteilung. bei solchem Vermittlergeschäft der Inhaber des Antiquariats. Der gestorben ist. E. Dir. Die erste Aufgabe des Internehmens wird eine große vollständige Aus Verkäufer kann froh sein, wenn er ein Fünftel des verkauften gabe der Werte Leo Tolstois fein, die bereits seit vier Jahren in Mestan Der Lehrergejangverein Neukölln hatte seine 50. Beranstaltung vorbereitet wird. Ale Handschriften find neu revidiert worder. Diele Wertes an Büchern wiederbekommt. Hier gilt es einen direkten in der Philharmonie. Obgleich man sonst Männergesangver: Ausgabe wird zahlreiche inveröffentlichte Arbeiten Tolstois enthalter, darTauschverkehr in großzügigfter Weise auf gemeinnütziger Grundlage eine nicht als vollgültige Konzertfaktoren behandeln darf, so läßt sich unter seinen gesamten Briefwechsel. Die neue Gesamtausgabe soll in ins Leben zu rufen, einen Tauschverkehr, der nichts verdienen will doch hier feststellen, daß der Chor vorzügliches Stimmaterial auf mehreren Weltsprachen zugleich erscheinen. und nichts zu verdienen braucht, der nur geringfügige Bermittler weift, namentlich in den Bässen. Auch die Präzision und die finngebühren zur Dedung seiner Auslagen erhebt. gemäße fünstlerische Wiedergabe der Texte ist zu loben, wenngleich Ja " Georg Kolbes Brunnenfigur Badende", die sich an einem Billengrundstid in Zehlendorf befand, ist gestohlen worden. Aus der letzen Kaiserzeit. Ein neues Buch Otto Hammanns. Ein Zufall will es, daß sich am Vorabend des 9. N vember die Publikationen häufen, in denen ehemalige Diener des alten Systems das Bild der sterbenden Monarchie entschleiern. Zu den„ Denkwürdigkeiten" Waldersees, die wir im gestrigen Abendblatt zitierten, gesellt sich jetzt ein Buch Dito Sammans, des ehemaligen Bressechefs im Auswertigen Amt:" Bilder aus der lezten Kaiferzeit"( Berlin, Reimar Hobbing), das u. a. folgende Schilderung der vorherrschenden Zustände enthält: Der Lieferstreit der Landwirte. 77 Bayern, der Fascistenstaat. Völkische Verherrlichung der Ordnungszelle". Die agrarische Hungerblockade gegenüber den städtischen Berbrauchern nimmt treg der Erhöhung der Preise für lim- Wenn die sozialdemokratische Presse auf die bayerische lagegetreide unvermindert ihren Fortgang. Auf der Haupt- Fascistengefahr hinweist, so antwortet die Münchener Bürgerversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates, die am presse, das sei nichts als eine verlogene Heze gegen Bayern. Dienstag vormittag stattfand, machte der Vertreter des Reichs- Inzwischen sprechen die Bölkischen ganz unverhüllt aus, daß ernährungsministeriums die Mitteilung, daß zur Versorgung sie ihr fascistisches Heil aus Bayern erwarten. So veröffentlicht in Martenbrot schon jezt mehr Brotgetreide aus dem die Mecklenburger Warte" an leitender Stelle den Nachdruck Auslande eingeführt werden mußte als im Borjahr. Die eines Artifels Dr. Stadlers aus dem„ Gewissen", der mit Landwirte hätten von der Umlage bis Ende Oktober nur folgenden Sägen schließt: 400000 Tonnen geliefert, während sie im Vorjahre in der gleichen Zeit 1,14 Millionen Tonnen Brotge „ Der absolutistische Betätigungsdrang des treide eingeliefert hatten. Der Fehlbetrag tönne nicht allein Kaifers brachte zum Erstaunen des Auslands immer neue leberraschungen hervor. Kein Zweifel, daß Wilhelm II. das Beste für die Nation zu vollbringen glaubte, aber die vom Vater bitter beflagte unreife des Jünglings fetzte sich. verbunden mit dem Glauben, ein gottbegnadeter Heilbringer zu fein, im Mannesalter fort. Der Einfluß der nächsten Umgebung, in den Augen des Allerhöchsten Herrn Leute höherer Ordnung im Konzert, Gesang, Festrede, Rezitationen, Reigentänze usw. land und Saargebiet geht ein Erwehren von dunkler Kraft. Vergleich zu den Ministern, nahm zu, plögliche Eingriffe in den verfassungsmäßigen Gang der Geschäfte waren teine Seltenheit. in folgenden Cotalen: Aufreizende Kaiserreden gegen das fozialistische Mitte: 7% Uhr Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. furchtbaren Wehen ein großes Gebären. Arbeitervolt, Kampfeseifer der Parteien rechts und links, Tiergarten: 8 Uhr Artushof, Perleberger Str. 26. byzantinisches Strebertum in Wissenschaft, Kunst, Wedding: 7% Uhr Pharusjäle, Müllerstr. 142. Handel und Gewerbe, im Beamtenapparat unten verwegne politische Umtriebe von Polizeiagenten, oben Be feitigung erfahrner Etaatsmänner, zum Teil aus Bismards Amiszeit, Klagen, Unruhe, Verdrossenheit an allen Enden." Welcher Art die Sorgen jener Zeit waren, enthüllt sich in einem Konflikt Wilhelms mit Staatssekretär v. Marschall im Februar 1897, weil Marschall in einer Reichstagsrede die Rolle, die der Kaiser bei der Behandlung der fretischen Frage gespielt haben sollte, nicht genügend hervorgehoben hatte. Der aufgeregte Imperator verlangte vom Kanzler, daß er den Reichstag an den Stufen des Throns ver fammle, um aus seinem eigenen Munde die allerhöchste Meinung über die auswärtige Pnlitik zu vernehmen. Snt. Chlodwig" lehnte diese Zumutung ab. Aus dem Kriege erzählt Hammann, wie sich Wilhelm zu Weihnachten 1915 über einen Artikel der" Frankfurter Beitung" ereiferte, der die alte, auch von Bismard vertretene Wahrheit aussprach, daß sich die militärischen Ge sichtspunkte den politischen unterzuordnen haben. Die Randbemerkung des Kaisers aber gibt Hammann, wie er felber sagt, gemildert" folgendermaßen wieder: „ Verschleierter Angriff auf mich und F.( v. Falkenhayn, damals Chef der Obersten Heeresleitung). Halbwahre Angaben und unzutreffende Zitate. Basis für Aufbau unwahrer verwirrender Schlüffe. Machwerk ist sofort von der Wilhelmstraße coram publico 3u vernichten Gelingt es der Wilhelmstraße nicht, die Gift pflanze auszurotten, wird sie von ihrem Gifte mitgetroffen merden." „ Politik hält im Kriege den Mund, bis Strategie ihr das Reden wieder gestattet." Das ist eben das Rezept, nach dem Deutschland zugrundegerichtet worden ist. Und wir hätten bis zum heutigen Tage nicht die Wahrheit darüber erfahren, wenn eben nicht der 9. November gewesen wäre. Dann hätten der Majestätsbeleidigungsparagraph und der Byzantinismus die geschicht liche Wahrheit erstickt. Das Zeitungsbestellgeld wird ab 1. Januar 1923 wieder erhoben. Einen entgegenstehenden Beschluß des Postgebührenausschusses des Reichstages hat die Reichspostverwaltung abgewiesen, da sie durch Niedrighaltung der Zeitungspostgebühren bereits mehr als 10 Mil lionen für die Presse aufbringe. Abendveranstaltungen am 9. November bestehend aus Prenzlauer Berg: 7% Uhr Böhow- Brauerei, Prenzlauer Allee. Friedrichshain: 7½ Uhr Brauerei Friedrichshain, am Friedrichshain. Kreuzberg: 8 Uhr Bodbrauerei, Fidicinstr. 2/3. Charlottenburg: 7% Uhr Leibniz- Oberrealschule, Schillerstraße 127. Spandau: 7 Uhr Aula der Oberrealschule, Moltkestraße. Wilmersdorf: 7½ Uhr Bittoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Wannsee: 8 Uhr Lindenhof, Wilhelmsplatz. Zehlendorf: 7% Uhr großer Saal des Kaiserhofes, Zehlendorf- Mitte, Potsdamer Straße. Dahlem: 7 Uhr bei Schilling, Königin- Cuife- Str. 42. Schöneberg- Friedenau: 7½ Uhr Uhland- Schule, KolonnenStraße 22/23. Steglitz. Außerhalb der Parteien liegen die Kräfte der Nation. Ihr Selbsterhaltungstrieb schwillt allmählich zum nationalen Kraftwillen. Lints regt sich immer wieder ein fräftiger Sowjetfascismus und zwischen beiden fühlen wir das Wirtschaftszäsarentum von Stinnes, der die große Koalition in seinem Mach stil benügt. Bayern entwickelt fid) zu einem fascifischen Stammesstaat, in Ost- und Westpreußen drängt Bauernblut, Junkerblut und die Seele der Frontsoldatenmassen zu einem neuen Machtgebilde zusammen. Durch das RheinChaos ist. Latent schon lange. Nur daß die parlamentarische Hülle jezt zerreißt. Das Land sucht neue Form. Unter Die Saat, die Herr Hergt auf dem deutschnationalen Parteitag in Görlig gesät hat, geht herrlich auf. Umbildung der badischen Regierung. Karlsruhe, 7. November.( WTB.) Der Badische Landtag ist heute zu seiner neuen Session zusammengetreten. Das bisherige Bureau, mit dem Präsidenten Wittemann( 3.) an, der Spige, wurde wiedergewählt. Zum Staatspräsidenten wurde der Minister des Innern Remmele, zum stellvertretenden Staatspräsidenten Finanzminister Koehler gewählt. An Stelle des zu rückgetretenen Dr. Hummel wurde Prof. Dr. Hell pach von der Technischen Hochschule zum Minister für Rultus und Unterricht era nannt. Beamtenbezüge und Staatshaushalt. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstages bewilligte om Dienstag die neue Erhöhung der Beamtenbezüge für November. Dementsprechend wird ab 1. November 1922 zu dem ein Teuerungszuschlag von 49 v. 5. so schnell als möglich ausgezahlt; hinzu kommt ein Frauenzuschlag von monatlich 1000 m. Steglih- Lichterfelde: 8 Uhr im Gymnasium, Heesestr. 15, in Canfwig: 8 Uhr Realgymnasium, Kaulbachstraße. Mariendorf: 7 Uhr Festsaal des Gymnasiums, Kaiserstr. 21. Grundgehalt, den Diäten, dem Ortszuschlag und den Kinderzuschlägen Lichtenrade: 8 Uhr Zeichensaal der Schule, Roonftraße. Neukölln: 7 Uhr Neue Welt, Hasenheide. Niederschöneweide und Johannisthal: 8 Uhr Mädchenschule, Berliner Str. 31. Sigung, daß der Reichshauptfaffe durch das Haushaltsgefeß von Ein Vertreter des Reichsfinanzministers erklärte in der gleichen trag vom Haushaltsplan für 1922 ein 3 wischentredit ven 120 Milliarden beantragt werden müsse. Um eine Stockung des Zahlungsverkehrs bei der Reichshauptkaffe zu verhindern, ist eine Erhöhung des Kassentredits auf 500 milliarden Mart nötig. Oberschöneweide: 7 Uhr Tabberts Waldschlößchen, Tabbertstr. in Höhe von 12 500 Millionen Mart bewilligt worden fei. Diefe 1922 zur Fortführung der laufenden Kassengeschäfte ein redif Treptow und Baumschulenweg: 7½ Uhr Aula des Real- Kredite reichten nicht mehr aus, so daß schon durch den vierten Stach gymnasiums, Neue Krug- Allee am Rathaus. Copenid: 7% Uhr Aula der Körnerschule, Lindenstraße. Bohnsdorf: pünktlich 8 Uhr bei Lill, Schulzendorfer Straße. Grünau: 8 Uhr bei Werner, Copenider Str. 108. Friedrichshagen: 7% Uhr in der Brauerei, Seeftraße. Lichtenberg: 7% Uhr Realgymnasium, Parkaue. Karlshorst: 6% Uhr Aula des Kant- Realgymnasiums, TrestowAllee 44. Mahlsdorf: 7 Uhr in den„ Rathausbeeren", Grunowftraße. Biesdorf: 8 Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31. Weißensee: 7% Uhr Turnhalle der Gemeindeschule, Pifforiusftraße 20. Hohenschönhausen: 7 Uhr im Cofal Robert Schulze, Hauptstr. Pankow: 7% Uhr bei Lindner, Breite Straße. Karow: 8 Uhr Lofal Pantgrafen. Buch: 7 Uhr im Lofal Göpfert, am Bahnhof. Buchholz: 7% Uhr im Lofal Roffach, Hauptstraße. Blankenburg: 7 Uhr im Lofal Klug, Dorfstraße. Reinidendorf- Off: 7% Uhr Realgymnasium, Berner Straße. Hermsdorf: 7% Uhr im Lofal„ Bellevue", am Bahnhof. Rosenthal: 7 Uhr bei Schneider, Hauptstr. 3. Tegel- Borfigwalde: 7% Uhr im Humboldt- Gymnasium in Tegel. Nowawes: 7 Uhr im Saal des Realgymnafiums, Alfkopfffr. Redner: Jakob Allmaier, Dr. Adolf Braun, Frau BohmSchuch, Robert Breuer, Pfarrer Bleier, Artur Crifpien, Hermann Clajus, Karl Giebel, Pfarrer Frande, Konrad Haenisch, Johannes Haß, Artur Häußler, Hugo Heimann, Alfred Hente, Karl Hehschold, Frau Marie Juchacz, Kurt Kiezmann, Mag Kreuziger, Richard krille, Franz Künstler, Karl Leid, Dr. Paul Levi, Heinrich Löffler, Dr. Lohmann, Erwin Marquardt, Mattern, Oito Meier, Willy Möbus, Dr. Nathan, Dr. Jeffriepte, Artur Richter, Ernst Reuter, Friedrich Seyffert, Robert Schmidt, Heinrich Schulz, Mar Schütte, Alexander Stein, Karl Wermuth, Dr. Zechlin, D. Zimmermann. Preußischer Hauptausschuß. Deutschnationale Agitationsweise. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags beschäftigte fich am Dienstag mit einer Reihe Anträge der verschiedenen Parteien, die sich mit dem Erwerbslosen Problem, der Ernährungsfrage und der Gozial- und Kleinrentner- Fürnalen, die aus dem Berhandlungsprotokoll des Hauptausichuffes über forge befassen. Bezeichnend ist das Vorgehen der Deutschnatiodie Etatsberatungen vom Jahre 1921 die fozialistischen Forderungen in bezug auf Erwerbslofenfürsorge, Arbeitsbeschaffung usw. herausgezogen haben und als besonderen Antrag einbrachten. Alle Forderumgen nach Moor- und Dedlandkultivierung, Landgewinnung und Eindeichungsarbeiten an der Küste und Schaffung von sonstigen Arbeitsgelegenheiten für die etwa kommende Arbeitslosigkeit waren in den Forderungen der sozialdemokratischen Fraktionen bei den früheren Etatsberatungen enthalten. Die Deutschnationalen brauchen wieder einmal dringend Agitationsmaterial, um fich in empfehlende Erinnerung zu bringen. Dann lagen noch deutschnationale und Zenverlangen Ermäßigung der Frachtfäße für den Dünger- und Lebenstrumsanträge zur Ernährungsfrage vor. Die Deutschnationalen mitteltransport, die Festsetzung des Getreideumlagepreies den Geldverhältnissen entsprechend und Aufklärung über die Ursachen der Teuerung der landwirtschaftlichen Erzeugniffe. Die Redner unserer Fraktion wielen auf die Agitationsbestrebungen der Deutschnationalen hin. Es müsse als eine Demagogie fondergleichen bezeichnet werden, wenn von dieser Seite an den Volkseinheitsgedanken appelliert wird zu einer Zeit, wo durch die Preistreibereien der Erzeuger und Händler die Ernährung weiter Bevölkerungsschichten völlig in Frage gestellt ist. Einer Erhöhung der Umlagepreise, zusammenfallend mit der Ermäßigung der Frachtsäze, lediglich zugunsten der Landwirtschaft perde die fozialdemokratische Frattion ihre Zustimmung nicht geben tönnen. Die vorliegenden Anträge wurden einem Unterausschuß überwiesen. find. Ein sinnloser Hungerstreik. Eine Behörde gegen den behördlichen Sfil. Im allgemeinen traut man den ob ihres Kanzleiftils berüchtigten amtlichen Dienst stellen alles andere eher zu, als gerade Sprachreinigung und Spracherhaltung. Diesem wenig schönen Ruhm gegenüber macht die Dresdener Eisenbahn- Generaldirektion eine rühmliche Ausnahme. Diese Behörde hat ihre Beamten in letter Zeit mehrmals eindringlich ermahnt, ihre Schreiben, Berichte und Bekanntmachungen von den Schwächen des Kanzleistils zu säubern. In einem geradezu kulturhistorisch bedeutenden Dokument heißt es unter der Ueberschrift Gutes Deutsch":" Der Eisenbahnverfehr erfaßt alle Kreise der Bevölkerung. Dienstliche Erlasse wenden sich an Mitarbeiter aller Bildungsgrade. Es geht daher nicht an, daß sich der Eisenbahnbeamte einer Zunftsprache bedient, seine schrift lichen Aeußerungen müssen vielmehr flar und allgemein verständlich sein. Auch der Schriftverkehr der Dienststellen untereinander sei flar, fnapp, frei von Papierdeutsch." Es folgen Beispiele einzelner Unfitten einer überladenen Amtssprache, so die überflüssigen Bei durch die schlechte Ernte erklärt werden, sondern auch durch mörter„ die angestellten Erörterungen, die maßgebenden Voraus- Schwierigkeiten bei der Verteilung der Umlage auf die einsetzungen, die einschlägigen Bestimmungen". Mit Recht wird be- zelnen Landwirte. Diese Schwierigkeiten seien durch die fonders die Hauptwortfucht verurteilt:" Büge zur Ablaffung gelan- fpäte Beschlußfaffung des Gesezes hervorgerufen Nach Mitteilung der„ Noten Fabne" vom 6. d. 9. verharrent gen lassen, Beträge zur Auszahlung, uebertretungen zur Anzeige und heute noch nicht überwunden. Der Vertreter des Ernäh- fünf politische Gefangene in der Strafanstalt, Görlig berechtigt ist der Rat, die Baffioform des Zeitwortes nicht vor die Landwirte, um die Ablieferung des Umlagegetreides soweit Reiches- und zwar wegen Eprengstoffverbrechens verurteilt bringen", ftatt einfach ablaffen, auszahlen, anzeigen. Nicht minder rungsministers richtete daher einen dringenden Appell an feit 11 Tagen im ungerstreif. Wie wir erfahren, find unter herrschen zu lassen. Einzelne Lieblingswörter und Wendungen als irgend möglich zu beschleunigen. werden besonders angeführt: Anderweit, derselbe, in Erinnerung Das Bild, das hier von der Ernährungslage gegeben ist um fo finnlofer, als der beim Reichsjuftigministerium tagende Diefer jezt zu Agitationsweden ausgebeutete Hungerstreit ziehen." Auch die Form des Befehls: Die Güterfasse ist von hnen zu verſtändigen" wird mißbilligt; sie führt in der Lat häufig wird, ist geradezu erschreckend. Wenn Herr Staatssekretär mne it ie aus fuß für dieſe drei Gefangenen bereits ant genug zu Zweideutigkeiten, wenn es 3. B. heißt:„ Der Betrag ist Heinrici die Schuld daran dem Bersagen des technischen 28. Oftober feinen Vorschlag gemacht hat und die Erledigung nac von Ihnen zu verlangen." Der Dresdener Direttion fann man Apparates zuschob und auch die späte Beschlußfassung über einer noch notwendig gewordenen Rüdfrage unmittelbar bevorsteht. zu dem beschrittenen Wege nur ein uneingeschränktes Seil und das Gesetz für den Fehlschlag der Umlage verantwortlich Sieg" zurufen. machte, so hat er vergessen hinzuzufezen, daß sein MinisteDie Einstein- Theorie vor einem fommunistischen Forum. In rium dafür in vollem Umfange verantwortlich ist. Das Reichsdem Mostauer Komitee der Russischen Kommunistischen Partei ernährungsministerium hat die Borlage diesmal außerordentsprach Prof. Timirjajem fürzlich über das Thema: Bider- lich spät ausgearbeitet und an den Reichstag gebracht, offenlegt die Relativitätstheorie den Materialis bar, weil es mit der Möglichkeit spielte, schon jetzt die freie Timirjasem übte an der Einsteinfchen Lehre scharfe Wirtschaft einzuführen. Die wirklich Verantwortlichen Kritit. Die Relativitätstheorie leit: zum reinsten Idealismus und aber für die geringen Erfolge, die die Umlage bisher gehabt zur Erkenntnis, daß das Bewußtsein unabhängig von Zeit und hat, find also lezten Endes die Agrarier, die nicht nur die Raum bestehe und daß Zeit und Raum ohne Bewußtsein über Aufstellung einer einwandfreien Erntestatistik hintertrieben, haupt undenkbar feien. Die Theorie Einsteins fei das Produkt sondern sogar vielfach die Weisung ausgegeben haben, die Ententefeindliche Demonstration der Türken einer sozialen Klaffe, die sich im Zustand: des Verfalls befinde. Beranlagung zur Umlage zu hintertreiben. Der Grundsatz der Relativität fönne nicht experimentell nachgeEs ist ein gefährliches Spiel, das die Agrarier mit ihrem prüft werden; er fei um so gefährlicher, als er uns in die Sphäre Lieferstreit treiben denn nichts anderes ist ihr aktiver reiner Geistesfpefulation verseze. In den Debatten traten einige Opponenten für das revolutionäre Wesen der Einsteinfchen Welt- Widerstand gegen die Umlage. Der Berdacht liegt nahe, daß anschauung ein. In seiner Schlußermiderung erklärte Timirjasem, die Verfolgungen Einsteins seitens der bourgeoisen Welt seien lediglich auf seinen Pazifismus und seine theoretischen Sympathie bezeugungen für den Bolschewismus zurückzuführen; feine wissen. schaftlichen Anschaungen seien nichtsdestoweniger reaktionär. mit diesem Vorgehen das politische Ziel verfolgt wird, die Arbeiterschaft gegenüber dem Ansturm der Reaktion mürbe zu' machen oder Unruhen hervorzurufen, die der Reaktion den Vorwand zum Losschlagen geben. Die Arbeiterschaft muß daher wachsam und besonnen sein. Bon der Regierung aber ist zu verlangen, daß fie verschärft auf die Durchführung der Ueber bie Kunit der Gegenwart spricht Prof. Jobannes Umlage hinarbeitet. Denn menn schon jetzt ein Pfund deutsches Stten beute abend 7% Uhr in der Stunstausstellung. Der Sturm, Roggenmehl im Großhandel 160 bis 170 m. toftet, kann man Die Lebensanschauungen der großzen Deuter der Neuzeit be- fich leicht eine Vorstellung von demjenigen Brotpreis machen, handelt Dr. Mag Apel in einer Vorlesungsreihe an der Sumboldt der eintreten muß, wenn nur Getreide des freien Marktes zur Hochschule, Dorotheenstraße, Dienstags 8-9 gr. Beginn 14. November. Verfügung steht. Potsdamer Straße 134a. Neue Zuspihung der Orientkrise. Konstantinopel, 6. November.( Reuter.) Die alliierten General haben Rifaat Pasha mitgeteilt, daß on ftantinopel, entsprechend dem Waffenstillstandsvertrag, zurzeit unter alliierter kontrolle bleiben müsse. Rifaat Pafcha hat darauf geantwortet, er lehne jede Art von Kontrolle ab, werde aber in Angora noch weisungen einholen. Paris, 7. November.( MTB.) Nach einer Havas- Meldung aus Konstantinopel haben die alliierten Oberkommissare ihre Regierungen ersucht, Maßnahmen zuzustimmen, die der Berhängung des Belagerungszustandes gleichkommen. Die Notwendigfeit dieser Maßnahmen wird damit begründet, daß die neue Berwaltung Schritte unternehme, die mit der früheren Regelung in Biderspruch stehen und gegen die Ausländer gerichtet sind. Ins besondere will sie die übertrieben hohen 3olltarife anwenden, die von der Nationalversammlung aufgestellt sind und das Brot verteuern, die Staatsperträge über die Pflichten und Rechte der im Ausland lebenden Staatsbürger( Kapitulationen) aufheben und die Gesezmäßigkeit der gemischten Gerichte an erkennen. Der frühere Stand der Dinge müsse mindestens während I der Dauer der Konferenz bestehen bleiben. Genoffinnen u.Genoffen! Gement de la ben ohnen Mitgliederversammlungen= 9. November.. Abendveranstaltungen Besucht recht zahlreich die heutigen Gewerkschaftsbewegung Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission. pflogen. Der bereits früher gefaßte Beschluß, an genanntem Lage 19. November bis 25. November 65 Broz. Da nach diesem weite Reaktion.' Die Gewerkschaftskommission Groß- Berlins und Umgegend beschäftigte sich gestern in einer außerordentlichen Verfammlung im Gewerkschaftshaus nochmals mit der Feier des 9. November." Die Tagesordnung lautete:" Der drohende Aufmarsch der In längeren Ausführungen erklärte der Borsigende, Genosse Sabath, daß die derzeitige politische Situation den Ausschuß veranlaßt habe, diese Versammlung einzuberufen. Schon feit langer Zeit bereite sich die Reaktion zum Kampf gegen die Repu blif vor. Ganz besonders habe sie in den letzten Tagen ihr Heupt erhoben, wozu fie durch die Erfolge der Fascisten ermutigt worden fei. Die Reaktion will die Republik stürzen und ihre Macht, die sie vor dem Kriege hatte, wieder aufrichten. Der Redner führte hierfür verschiedene aus Bayern vorliegende Nachrichten an. So führte der Redner unter anderem an, daß die italienischen Fascisten einen regen Auto verfehr nach Bayern unterhalten. Wenn er auch die fefte Ueberzeugung habe, daß es der Reaktion nie gelingen würde, ihre Pläne zu verwirklichen, weil die gesamte Arbeiterschaft wie ein Mann den Kampf aufnehmen und die Errungenschaften der Revolution mit eisernem Willen zu verteidigen bereit sei, so werde sie diesen Tag und die Mittel doch selbst be stimmen und sich nicht vorzeitig aufs Glatteis locken lassen. Es müsse nun die Frage entschieden werden, ob es ratsam sei, die Kraft und Energie der Arbeiterschaft aufzusparen bis zu dem Zeitpunkt, wo sie vielleicht gezwungen werde, fie für die Republik und den Sozialismus einzusetzen. Und alle Zeichen deuteten darauf hin, daß dieser Tag nicht fern sei. Auch die Revolutionsstrategie erfordere, die Kraft, den Kampfesmut und Kampfeswillen der Arbeiterschaft nicht vorzeitig aufs Spiel zu sezen, sondern erst dann, wenn die Zeit und Ereignisse zur Entfcheidung drängen. Die überaus ernste Situation habe den Ausschuß veranlaßt, in letzter Stunde noch einmal die Plenarversammlung einzuberufen, um zu prüfen, ob der 9. November durch Arbeitsruhe begangen werden solle. Aus den angeführten Gründen empfehle der Ausschuß, die Arbeit am 9. November nicht ruben zu lassen. Auch die Kollegenschaft einer Reihe von Großbetrieben habe sich aus den gleichen Erwägungen heraus gegen die Arbeitsruhe an diesem Tage ausgesprochen. Das wirtschaftliche Moment habe aber bei Nach einer langen fachlichen Aussprache, in der das Für und Wider reiflich erwogen und die vom Referenten dargelegten Gründe voll gewürdigt wurden, beschloß die Versammlung mit großer Mehrheit, von einer Arbeitsruhe am 9. November Abstand zu nehmen. In einem furzen, aber fernigen Schlußwort des Vorsitzenden, Genofien Sabath, in dem er die Gewerkschaftsvertreter aufforderte, der Arbeiterschaft zuzurufen: Rührt euch und feid bereit, der Tag wird kommen, an dem ihr gerufen werdet!", wurde die Bersammlung geschlossen. den Erwägungen nur eine sekundäre Rolle gespielt. abend Der Lohnkampf der Buchdrucker. Der Schiedspruch rechtsverbindlich. Die Tarifverhandlungen der Buchdrucker gestalteten sich diesmal außerordentlich schwierig und fanden erst gestern vor dem Reichsarbeitsministerium offiziell ihren Abschluß. Die Arbeitervertreter hatten bekanntlich die Berbindlichkeit des am Sonnabend einstimmig gefällten Schiedsspruchs beantragt. Bevor das Reichsarbeitsministerium zur Frage der Berbindlichkeit Stellung nahm, wurden die Bertreter beider Parteien geladen, um noch einmal eine Einigung zu versuchen. Beide Parteien verharrten bei ihrer am Sonnbekundeten Auffassung. Der Dr. Brauns verhandelte dann selbst noch einmal getrennt mit Bertretern beider Parteien, um eine Verständigung zu erzielen. Da auch dieser letzte Verfuch ergebnislos verlief, wurde die Berbindlichkeit des Schiedsspruchs ausgesprochen. An die Parteien wurde noch die Mahnung gerichtet, alles daranzusehen, daß die Berbindlichkeitserklärung dem Gewerbe feine nachteiligen Folgen hinterläßt. Nach dem Schiedsspruch betragen die wöchentlichen 3ulagen in Berlin: über die Tarifverhandlungen. Ohne Debatte wurde das eben mit- wurden, und zwar in der ersten Lohnwoche vom 29. Oktober bis geteilte Ergebnis zur Kenntnis genommen. 4. November 45 Proz., vom 5. November bis 11. November Ueber den 9. November wurde eine längere Aussprache ge- 50 Broz., vom 12. November bis 18. November 60 Proz., vom zu arbeiten, wurde bekräftigt. ren Entgegenkommen der Vergleichsvorschlag des Arbeitsministe Um die Ansicht der Mitglieder über die Schaffung eines In- riums bis auf die 4. Lohnwoche erfüllt ist, empfiehlt die engere du strieverbandes für das graphische Gewerbe Verwaltung die Annahme. Von Arbeitgeberseite wird uns die Mitkennenzulernen, hat der letzte Verbandstag beschlossen, eine Urabteilung, daß auch ihre Generalversammlung gleichfalls die Zustimmung vorzunehmen. Diese findet in der Woche vom 12. ftimmung zu vorstehendem Ergebnis gegeben hat. Die Beträge bis 19. November statt. Das Material ist ab heute von der sollen sofort an die Arbeitnehmer zur Auszahlung gelangen. Berwaltung abzuholen. Generalversammlung der Fabrikarbeiter. Die Eisenbahner machen nicht mit. Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. die ordentliche Bezirkss Der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands( 3ahlstelle Groß- fonferenz des DEV. statt. Anschließend an ein Referat des VerBerlin) hielt seine Quartals- Generalversammlung am Sonntag im bandsvorsitzenden Bernhard wurde der Bericht der Bezirkss Gewerkschaftshause ab. Der Bericht des Vorstandes wurde vom leitung über die zwei verflossenen Jahre erstattet. Die statutarisch zweiten Bevollmächtigten Rüder gegeben. Redner wandte sich notwendigen Neuwahlen ergaben eine Mehrheit für die Liste zunächst gegen einen Bericht in der Roten Fahne" über die General- der Amsterdamer Nichtung. versammlung des Verbandes vom 30. Juli. In diesem Bericht wurde Zu den beiden Referaten wurde von der Bezirksleitung eine gesagt, daß im Fabritarbeiterverband eine verschärfte Kommunisten- fich gegen den wilden Betriebsrätetongres der KPD. hege betrieben werde und der Kollege Reimann die Befürworter der wendende Entschließung mit zur Distuision gestellt. Diese fand Industrieverbände mit Ausschluß bedroht habe. Diese Behauptung mit 19 gegen 13 Stimmen Annahme. Eine von der Minderheit schlage der Wahrheit direkt ins Geficht. Eine Berichtigung habe eingebrachte, im fommunistischen Sinne redigierte Entschließung die Rote Fahne" nicht aufgenommen. wurde abgelehnt. Gewerkschaften ihm nicht steuerten. Treues Husammenhalten sei heute reichen. Das Elend würde aber noch viel größer sein, wenn die Wir kommen auf das Hierauf verwies der Redner auf den vorliegenden schriftlichen Quartalsbericht. Seit der letzten Generalversammlung sei die Teue-. Die Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß über den Anrungswelle bedeutend größer geworden, der Dollar immer höher ge- trag der Siemens- und Schudertwerte auf Amtsentstiegen, die Mart immer tiefer gesunken. Solange das Damofles. hebung des Betriebsrats findet heute, vormittags 9 Uhr, statt unter schwert des Versailler Friedensdiftats über dem deutschen Volke Leitung des Magistratsrats Schulz. Als Arbeitnehmerbeisiger schwebe, werde eine durchgreifende Besserung schwerlich zu erreichen wirken in der Sonderkammer mit die Genossen 3ista und Knaat sein. Die Organisation habe alles zu tun versucht, um durch höhere vom Metallarbeiterverband und Kollege Flatau vom Afa- Bund. Löhne einen Ausgleich mit der Teuerung herbeizuführen, doch sei Die Vertretung der Arbeitnehmer vor dem Schlichtungsausschuß hat es nicht immer gelungen, einen befriedigenden Ausgleich zu er- Genosse Clemens Nörpel übernommen. Ergebnis der Verhandlung noch zurück. Die Novemberlöhne im Fuhrgewerbe. Zwischen der Fuhrmehr denn je nötig. Allen Bestrebungen, die absichtlich oder unab- herreninnung und dem Deutichen Transportarbeiterverband find sichtlich die Untergrabung des Vertrauens zu den Gewerkschaften be- die Löhne für die Schwer- und Leichtfuhrwerkslutscher neu verDie Lohner böhungen betragen in den einzelnen wirken und deren Widerstandstraft gegen die fapitalistische Aus- einbart worden. beutung schwächen, müsse entschieden entgegengetreten werden. Dann Gruppen 1700 bis 4500 m. wöchentlich. ging Redner näher auf die Lohnkämpfe im dritten Quartal ein und Abzüge des neuen Lobnabkommens find unter Vorzeigung des hob hervor, daß es der Ortsverwaltung gelungen sei, durch ihre ver- Verbandsbuches im Bureau des Deuticien Transportarbeitervermittelnde Tätigkeit die Intereffen der Kollegenschaft zu wahren bzw. bandes, Engelufer 24/25, Aufgang B, Zimmer 3, erhältlich. Aufbesserungen der Arbeitsbedingungen zu erreichen und MaßReichsverband Deutscher Poft- und Telegraphenbeamten, Beregelungen zu verhüten. Schließlich verwies er auf die Bedeutung zirksverein. Stoflegen! Der 9. November, der Jahrestag der Revodes 9. November und forderte die Delegierten auf, für eine rest- lution, ist insbesondere für die Beamten der unteren Besoldungslose Beteiligung an der Feier dieses Tages Sorge zu tragen. Aus dem vorliegenden Raffenbericht ist ersichtlich, daß die Haupt- gruppen ein Gedenktag von weitgehendster Bedeutung. Es ist daher fasse im dritten Quartal mit 4201 251 M., die Lofalfaffe mit Pflicht eines jeden dienstfreien Kollegen, an den Veranstaltungen der 3 134 685,17 m. abschließt und daß die Mitgliederzahl von Sozialdemokratie teilzunehmen. 25 689 im zweiten auf 27 330 im dritten Quartal gestiegen ist. Der Bezirkevorstand. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Gemäß BeEin Antrag, von den Mitgliedern einen Kulturbeitrag von je schluß der Gewerkschaftskommission vom 7. November findet am einer Mart monatlich zu erheben, fand die Billigung der Ber- 9. November feine Arbeitsruhe statt. Wir verweisen auf den fammlung. Aufruf der Gewerkschaftskommission. Die Kollegenschaft hat sich Abgelehnt wurde aber eine von fommunistischer Seite ein- gemäß den Aufrufen der Gewerkschaftskommission in Bereitschaft zu gebrachte Resolution, die sich gegen die Schreibweise des Verbands- halten. Die Ortsverwaltung. organs und die Stellungnahme des Hauptvorstandes gegen die Zimmerer! Auf Grund der am 7. November stattgefundenen Teuerung und den Reichsbetriebsrätefongresses richtete. Verhandlungen mit den Arbeitgebern muß am Sonnabend, den 11. d. M., in allen Bezirten hierzu Stellung genommen werden. Die Bersammlung im Bezirk 20( Neukölln) findet am Freitag, den 10. November, statt. Die Funktionärfonferenz ist am Freitag, nachmittags 5 Uhr, Melchiorftr 15, Die Funktionäre und Bertrauens leute haben die Pflicht, für den Besuch der Bezirksversammlungen die regste Propaganda zu entfalten. Der Vorstand. Zentralverband der Angestellten. Gemeindebehörden( Wertsangestellte). Chemischer Großhandel. Deffentliche Versammlung heute abend 8 Uhr im Reichstafino, Neue Tegel und Umgegend. Mitgliederversammlung heute abend Dagegen wurde mit großer Mehrheit folgende Resolution der Ortsverwaltung angenommen: Oeffentliche Versammlung heute 7% Uhr in Wilkes Festfälen, Sebaſtianſtr. 39. Die Funktionäre treffen fich schon um 5 Uhr ebenda. Königstraße 26. Reichsarbeitsminister Lohntlasse C( Gehilfen über 24 Jahre): - ab 5. November ab 19. November Berheiratete Ledige • . 2648,- m. 2547,- m. Lohntlasse B( Gehilfen zwischen 21 und 24 Jahren): Berheiratete Ledige Berheiratete Ledige 2526,-. 2425,- m. 2329,- m. 722,- m. 695,-M. 689,-. 661,-. 635,- m. 608,- m. Lohrklasse A( Gehilfen bis zu 21 Jahren): 2228,-. Gehilfen im 1. Gehilfenjahr: 1987,-. 542, M. Hilfsarbeiter erhalten die Zulagen nach den Prozentfägen des Reichstarifs. Das Rostgeld der Lehrlinge beträgt ab 5. November im 1. Lehrjahr 845, M., im 2. 855,-., im 3. 870,- m. und im 4. Lehrjahr 880,-. Neue Verhandlungen beginnen am 27. Novembe:. In einer außerordentlich start besuchten Generalversammlung der Funktionäre des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schrift gießer erstattete gestern abend Maffini einen eingehenden Bericht 7% Uhr im Restaurant Fechner, Tegel, Bahnhofstr. 12. Einzelhandel ( Barenhäuser). Mitgliederversammlung heute abend 7½ Uhr im Deutschen Sof, Luckauer Str, 15. Die Generalversammlung der Zahlstelle Groß- Berlin des Verbandes der Fabrikarbeiter steht nach wie vor auf dem Standpunft. daß die organisatorische Erfassung der Betriebsräte nur durch die Gewerkschaften und im Rahmen derfelben erfolgen darf. Sie lehnt daher auf das entschiedenste jeden organisatorischen Eingriff auf diesem Gebiet von außerhalb der Gewerkschaften stehenden Organisationen ab. Als solche betrachtet sie die Organisierung und Einberufung eines Betriebsrätetongresses durch die tommunistische Gewerkschaftszentrale. Ein solcher Kongres darf nur von den durch den legten Betriebsrätetongreß selbst gewählten Instanzen einberufen werden. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Heute nachmittag 5 Uhr Den Schluß der Versammlung bildete die Wahl eines Mitgliedes Branchenversammlung aller in den Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder in die Ortsverwaltung. Gewählt wurde der Kollege Dörig. und Buchbinderetarbeiterinnen in den 8entral- Festfälen, Alte Jakobstr. 32. Tagesordnung: Stellungnahme zu den neuen Lohnabschlüssen". Bertrauens leute der reinen Buchbindereien, Briefumschlag-, Geschäftsbuch und aller unter Gehaltsregelung bei den Reichs- und Staatsbehörden. bem Api- Bertrag fallenden Betriebe. Freitag nachmittag 5 Uhr im Gewerk Die im Zentralverband der Angestellten organi- verhandlungen in Weimar. Das Erscheinen aller Bertrauensleute obenge schaftshaus, Gaal 1, wichtige Cigung. Tagesordnung: Bericht von den Lohnfierten und bei den Reichs- und preußischen Staatsbehörden benannter Betriebe ist unbedingte Pflicht. schäftigten Angestellten nahmen in einer am 3. d. Mts. in den Betriebskrankenkasse der Stadtgemeinde Berlin. Donnerstag, den 16. d. M., Mufikerfälen stattgefundenen überfüllten Versammlung zu dem Er- 5 Uhr, im Rathause Ausschußßigung( fiche Inserat). gebnis der bisherigen Verhandlungen über den neu abzuschließenden Berantwortlich für den redakt. Teil: Bietor Schiff, Berlin: für Anzeigen: Tarifvertrag und der für den Monat Oftober getroffenen Gehalts- sh. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: regelung Stellung. Die Versammlung nahm mit wachsender Un- Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 ruhe und Entrüftung von der Art und Weise, wie die Verhandlungen auf Regierungsseite geführt werden, Kenntnis. Eine Entschließung, die die Beibehaltung des Baritätischen Ausschusses und bas Mitbestimmungsrecht der Angestelltenvertretungen fordert, fand einstimmige. Annahme. In dieser Entschließung wurde weiter zum Ausdruck gebracht, daß eine nachträgliche Erhöhung der Oftobergehälter gegenüber dem Monat September nur 20 bis 25 Broz. beträgt, während die Kosten für die Lebenshaltung um mindestens 70 Broz. im Monat Oftober gestiegen find. In den unteren Gruppen erhalten die Angestellten noch nicht einmal das Eristenzminimum. Verständigung im Holzgewerbe. Bom Deutschen Holzarbeiterverband wird uns mitgeteilt: Eine erneut unverbindliche Aussprache, die zwischen den beiderfeitigen Organisationsvertretern gestern stattfand, führte zu dem Er gebnis, daß von Arbeitgeberseite weitere Zugeständnisse gemacht GARBATY Hierzu 1 Beilage. DITTMANN OSRAM Selle Kenkaulas Dieses Schild ist das Kennzeichen für OsramVerkaufsstellen YORK DSRAM Verkauissi elle Nr. S2S* 39. Jahrgang Seilage des vorwärts Mittwoch. S. November 1922 // Korrektur" öer Sefolöungsorönung. Eine Beamtendebatte im Nathans. Die Beanstandung der Besoldungsordnung für die Berliner ts-emeindebeamlen durch den Oberprüsidentcn wurde in der gestrigen Stadtoerordnetensitzung sehr eingehend erörtert. Wieder einmal richten sich, wie der sozialdemokratische Redner, Genosse Dr. L o h m a n n, hervorhob, die Beanstandungen gegen untere und mittlere Beamte, während für manch: obere Beamte der Oberpräsident sogar noch höhere Einstufungen verlangt. Die weitere Debatte war eine Illustration zu Lohmanns Bemerkung, daß bei den Sozialdemokraten nicht wie bei anderen Parteien, die Veamtenireundlichkeit eine A g i t a t i o n s g e st e ist. Wie sehr sie es bei anderen Parteien tatsächlich ist, das zeigten besonders die Ausführungen des Deutschnationalen und des— Kommunisten. Die Gegensätze berührten sich auch hier wieder. Sitzungsbericht. In der gestrigen außerordentlichen Sitzung, die an die Stelle der diesmal ausfallenden Donnerstagssitzung getreten war, verlas Vorstcher-Stellocrtreter Schwarz zunächst eine Anfrage, in der die D. B. P. Auskunft übe? die Beurlaubung des Ober- branddircktors Reichel oerlangt, und sodann einen dring- lichen Antrag der Kommunisten, der sich mit der S i ch» r u n g der Milchversorgung beschäftigt. Dieser Antrag kommt erst in der nächsten Sitzung zur Verhandlung, da er bei der Rechten auf Widerspruch stieß. Ausführlichen Bericht erstattete Faust(Dnat.) über die Dring- lichkeitsvorlage vom 1. November, worin der Magistrat vorschlägt, in einer Reihe von Punkten der B e s o l d u n g s o r d n u n g, die der Oberpräsident auf Grund des Reichssperrgesetzes seinerzeit b e- anstandet hat, die Entscheidung des Landesschieds- g e r i ch t s anzurufen. Der Inhalt der Vorlage ist im wesentlichen der Niederschlag der Beratungen, die die im Juli eingesetzte gemischte Kommission zur Dorberatung der Beanstandungen und Einsprüche des Oberpräsidenten gepflogen hat. Eine Flut von Anträgen zur Erweiterung der Berufung wurde mit zur Erörterung gestellt. Stadto. Genosse Dr. L o h m a n n: Herr Faust hat keinen Bericht erstattet, sondern eine Fraktionsrede gehalten.(Zu- stimmung links.) Als wir im Frühjahr die Besoldungsordnung ver- abschiedeten, haben wir sie nicht für etwas Vollkommenes, aber doch für zufriedenstellend gehalten, weil es gelungen war. in den unteren! Reichssperrgesetzes widersprechende Verfügung beantragte er auf und mittleren Gruppen noch zahlreiche D e r b e s s e r u n g e n i zuHeben und die Frage, ob eine solche Verfügung evenwell später erleichtert: man darf doch auch im berechtigten Zorn und Unmut nicht die Fronten verwechseln. Die Beamtenschaft mußte und muß wissen, wohin sie ihre Proteste zu richten hat, sie mußte und muß wisien, daß sie bei unserer Fraktion Verständnis findet.(Rufe:„Aha!" rechts,„Bauernfang!" bei den Kommu- nisten.) Für unsere Partei ist die Beamtenfreundlichkcit keine Agitationsfrage(Lachen rechts), die Veamtenpolitik ist nur ein Glied in der Kette unserer Gesamtpolitik: wir setzen uns für Beamte in Not ein, wie wir uns für Arbeiter in Not ein- setzen, wir verlangen aber von den höheren Beamten Rücksicht auf die Not der Allgemeinheit. �— Nach einer Rücksprache mit den Ge- werkschaftsvertretcrn habekf wir noch betreffs der Gärtner, Boll- ziehungsbeamten, Bademeister und Hilfsbademeister Höhergruppie- rung anzustreben beantragt. Was die vom Magistrat erlassene Sperrverfügung angeht, so haben wir den Protest dagegen ebenfalls beantragt, nachdem im Ausschüsse leider durch den Wider- spruch der Deutschnationalen eine Einheitlichkeit nicht zu erzielen gewesen ist. Bedauerlicherweise Hot der Magistrat sich nicht vor dem Erlaß mit der Versammlung ins Benehmen gesetzt. Eine recht- liche Bindung bestand für den Magistrat zum Erlasse der Verfügung nicht: seine Bedenken losien sich ja gewiß verstehen, aber hier im! Zweifelsfalle mußte das Beamteninteresse entscheidend sein. Eine am IV. Oktober ergehende Beanstandung kann nicht rückwirkende � Kraft haben für Gehälter, die schon am 1. Oktober zu zahlen waren. Jedenfalls liegt in der Verfügung für die davon betroffenen Beamten eine außerordentliche Härtel Wir beantragen daher, die Verfügung für das laufend« Vierteljahr für alle davon Betroffenen außer Kraft zu setzen; wir erwarten davon eine Beruhigung in weiten Schichten der Beamtenschaft. Auch vom Zentrum, von der Deutschen Volkspartci und den Demokraten sind Anträge betreffs Außerkraftsetzung oder Aufhebung der Sperrverfügung eingebracht. D e t h l e f f s e n(Dnat.) protestierte gegen die Hcreinziehung des politischen Moments, wie es Dr. Lohmann beliebt Hobe.— Der Kommunist S ch w e n ck vertrat den Standpunkt, daß die sechs untersten Gruppen zu beseitigen seien, da erst von den Bezügen der siebenten Gruppe an die Lebenshaltung einigermaßen dem Bedürf- nis entsprechend gestaltet werden könne.— Lange(Ztr.) bean- siandete das Verfahren des Magistrats, sich beim Oberpräsidenten über dessen Stellung zu vergewissern und dann die Versammlung sozusagen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die dem Z 12 des durchzusetzen. Und nun, nach einem halben Jahr, kommen auf Geheiß des Reichsfinanzministers die Beanstandungen des Ober- Präsidenten und werfen das ganze mühsam ausgebaute Werk mit einem einzigen Federstrich über den Haufen! Man kann die Ent- rüstung und Empörung in den breitesten Veamtenfchichten über den Trümmerhaufen verstehen, als der sich die Besoldung!- ordnung jetzt darstellt: von einem einheitlichen Aufbau kann keine Rede mehr sein, wenn nicht das Landesschiedsgericht noch wesentliche Korrekturen vornimmt. Unsere Fraktion ist besonders empört dar- über, daß die Einsprüche sich wesenllich gegen die unleren und mittleren Gruppen richten(Lebhafte Zustimmung, auch auf der dichtbesetzten Zuhörer- tribüne), daß ferner der Oberpräsident für«ine Reihe von oberen Beamten noch eine Höherstufung oerlangt, so für den der- einstigen Oberbürgermeister von Charlottenburg und sechs weitere Charlottenburger Beamte.(Hört, hört!) Darin sehen wir eine empfindliche Schädigung der Interessen Groß-Berllns und der Allgemeinheit. In allen Punkten, wo auch nur entfernte Aussicht auf Erfolg besteht, müßte das Schiedsgericht angerufen werden: aber die Anrufung in Punkten, wo von vornherein die Ablehnung fest- > steht, wäre eine demagogische Gest«, die uns gerade im Interesse der Beamten höchst unangebracht erscheint. In dieser Be- Ziehung bedauern wir. daß die D. V. P. von ihrer bezüglichen Hal- tung in der Kommission in ihren heutigen Anträgen abgewichen ist.—' Die Art, wie die Beamten-Gewerkschaftsvertreter in der „Neuen Welt" vorgegangen sind, hat unsere Verhandlungen nicht zu erlassen sei, durch die gemisckite Kommission prüfen zu lassen.— Das Eintreten des Stadtrats F ö l s ch e in die Verhandlung, der sich gegen Longe wandte, rief auf der Zuhörertriblln« Kundgebungen hervor, die den Vorsteher-Stellvertreter Meyer zu einer Rüge veranlaßten.— An der weiteren Beratung beteiligten sich noch Flieth(Dem.) und Frl. Dr. Mayer(D. Dp.). In der Ab- stimmung gelangte in Sachen der Sperrverfügung der weit- gehendste Antrag des Zentrums einstimmig zur Annahme, womit die übrigen bezüglichen Anträge sich erledigten. Zu der Frage der Anrufung fanden sämtliche, heute noch eingebrachten Anträge eine Mehrheit mit der einen Ausnahme, daß die von der Deutschen Volksportei gewünschte Nachprüfung der Dauer der D i e n st'o l t e r s st u fe n(ob ein- oder zweijährig) abgelehnt wurde. Auf der Tagesordnung stand hierauf die Beratung des Antrags der Deutschnationalen wegen .Sicherstellung der Versammlungsfreiheit." Auf Antrag Dörr(Komm.) beschloß eine Mehrheit, bestehend aus der Linken und den Demokraten, die Absetzung wegen Behinderung des kommunistischen designierten Redners. Die Deutfchnotionalen waren darüber so empört, daß sie zum Teil den Saal ver- ließen, zum anderen Teile eine geordnete Fortführung der Ver- Handlung vereitelten. Na»dem noch einige Vorlagen, darunter die neue Wertzuwachs st euerordnung, ohne Aussprache verabschiedet waren, ging um �410 Uhr die öffentliche Sitzung zu Ende. Ränkevolle Reklame. Die Straßenbahnhaltestellen, dia alten und jedem Berliner ver- trauten w:ißcn Emailleschilder an den roten, gußeisernen Ständern, sind in verschiedenen Gegenden der Stadt verschwunden. Sie haben den bekannten gefällig konstruierten Säulen Platz gemacht, auf denen die Nummern aller vorbeifahrenden Wagen, sowie die Ab- fahrtszeiten der letzten Wagen notiert sind Diese modernen Säu- len, die be! eintretender Dunkelheit genügend beleuchtet sind, haben aber vorläufig erst an wenigen Stellen der Stadt und nur ver- einzelt auf Straßen und Plätzen Aufstellung gefunden. Im allge- meinen ist es noch bei den alten Straßenbahnhaltestellen geblieben, und nicht selten sind die Schilder niit der Aufschrift: Haltestelle der Straßenbahn! an Laterne, iständern angebracht. Die Laternenständer hat sich nun aber auch die Reklame als geeignete Objekte erkoren. Die Reklame auf Straßen und Plätzen, an Häusern und Mauern ist ja heute so groß und stark, wie man es noch nie erlebt. Kürzlich hat zum Beispiel eine Schuhfabrik ihre Reklamcplakat« auf die Dächer der öffentlichen Bedürfnis- anstalten gesetzt, und das sieht eigenartig genug aus. Di« Reklame- schilder an den Laternen aber sind richtige Ränkeschmiede. Ebenso wie die Schilder der Straßenbahn haltestellm sind auch sie an La- törnenständer angebracht und in gleicher Höhe. Zwar ist ihre Farbe nicht weiß, sondern bisweilen gelb und grün und rot, auf daß es in die Straßen schreit und die Passanten aufmerksam ge- macht werden. Viele Passanten ober sehen nur das Schild an der Laterne, sie achten in der Eile nicht auf die Farbe oder die Auf- schrift, fondern stellen sich darunter und doneben und warten auf den nächsten Wagen der Straßenbahn. Erst wenn die Wagen zu ihrem Erstaunen und Aerger vorbeisausen, blickm sie auf und be- merken die Reklame. Es soll natürlich der Sinn der Reklame sein, daß sie auffällt, und namentlich dieser Art der Reklame. Die Stadt Berlin erhält von der Gesellfchaft, die diese Reklame betreibt, eine schöne Summe Pachtzins. Sie sollte aber dafür sorgen, daß diese Reklame nicht ränkevoll ist und eilige Passanten zwingt, kostbare Zeit zu ver- geuden. Entweder dürfen die Reklametafeln nicht an den Laternen- ständern angebracht werden, oder aber die Schilder der Straßen- bahnhaltestellen müssen von den Laternen verschwinden. Die Staütbibliothek bleibt öoch im MarftaU. Auch eine Folge der Geldentwertung. Die Verhandlungen zwischen dem preußischen F'skus, der Darmstädter und Nationalbanl und dem Berliner Magistrat über die künftige Verwendung des Marstallgcbäudes find, wie eine Kor- respondenz zu melden weiß, in der letzten Zeit durch die starte Er- schwerung des Geldmarktes und die fortschreitende Ver- schlechterung der Wirtschaftslage erheblich beeinflußt worden. Der Fiskus Hot infolge der Geldentwertung seine Forderung für den gesamlen Komplex des Marstalls erheblich erhöht, man spricht von 1 K bis 2 Milliarden, so daß die Darmstädter Bank sich zu- nächst darauf beschränkt, die ihr vertraglich zugesicherten Räume im alten Marstall zu beziehen, soweit sie von der Stadt geräumt wer- den. Wenn die Bank den alten Marstall und die unteren Räume des neuen Gebäudes bezogen hat, dürfte ihr Raumbedürfnis bis auf weiteres befriedigt sein. Auchdas Angebot der Dormstädter Bank an die Stadt ist infolge des Wührungszerfalls nahezu hinfällig ge- worden. Die Kasten des Umbaues des alten Bank- gebäudcs am Schinkelplatz stellen sich augenblicklich auf 2 l> Millionen. Auch die der Stadt außerdem angebotenen Mittel für die Uebersiedluna der Stadtbibliothek in das Bankgebäude würden jetzt erheblich höhere Beträge ausmachen. Unter diesen Umständen ist der ganze Plan vertagt worden, so daß die Stadtbibliothek wenigstens für die nächsten Jahre die im Februar 1921 bezogenen Räume im neuen Marstall behalten wird.— Im übrigen hat die Berlmer Stadtbibliothek vor kurzem eine wert- volle innere Bereicherung dadurch erfahren, daß ihr die der Stadt vermachte Göritz-Liibeck-Bibliothek, die zahl- reiche seltene Erstausgaben der deutschen klassischen und romantischen L'teratur enthält, angegliedert worden ist. D e in sich geschlossene Sammlung, die etwa SvM Bände umfaßt, wird gegenwärtig kata- logisiert. schnitten: ich habe ein wenig Wundfieber: und nun muß ich fort, in die Stadt—" „Fort? Warum?" fragte Anselmus, erschöpft und aus- geleert mm Gedanken. , Hörst du nichts? Es ist losgegangen. Es ist wahr: man wiro taub. Man hört das Schießen nicht mehr und die Sprengungen. Man spürt nur, daß die Lust zittert und daß viele sterben—" Anselmus zog seinen Kittel aus und half dem Arzt, seine verstümmelte Hand durch den Aermel schieben.„Geh!" sagte er.„Ich schreibe die Gesetze zu Ende. Dann komme ich zu euch. Ich komme", sagte er heiser. Plötzlich, der Arzt war schon an der Türe, beugte er sich über den kleinen Gnomen und küßte ihn mitten in den stau- bigen Haarwald seines Gesichtes.„Grüß mir die Freunde"» jagte er zu den blinkenden und staunenden Brillengläsenr. „Grüß die auf der Barrikade. Sie sollen glauben. Sie sollen ausbaue n." Er wandte sich schnell ab. Abwischen die Tränen von ihren Augen— klang es in seinem Herzen. Leonhard hatte die kleine blaue Flamme gelöscht und den Apparat mitgenommen: es war eine Erfindung von Börnes. ein Vrennstofj, der jederzeit bereit war, der sich durch Abspal- tung und Selbstentzündung von Sauerstoff selbst aus der Luft speiste. Börries nahm alles, was er erfand, aus der Luft. Und sie war ja auch fast das einzige in dieser sterbenden Stadt... Anselmus dachte an ihn: er dachte an Egidius, der, ster- bend. Sterbende trug: der über den Fluß geschritten war. An Leonhard, der sich selbst die Finger amputierte, und wieder hinaus ging in das Kämpfen. An Lorenz dachte er, den jungen Arbeiter, der immer sang in dieser Hölle: an Michael, den Maler, an Christina, die Hebamme, an Cornel, die Ka- meradin, an Linde, an Johannes. Ja, auch an die im Saal oben dachte er. Es war ganz dunkel und stumm im Haus, Unaufhalt» sam, stetig, stetig, brandete von irgendwo draußen der unge- wisse sausende Lärm des Kampfes, den Lebende gegen Ster- bende fübrten. Die Linde hatte sich zu feinen Füßen hinge- kauert und ihr Kinn auf sein Knie gelegt: es war etwas von Hundetreue und Tierwärme darin. Einmal empfing seine Hand Kühle, Feuchte: er bewegte ein wenig die Finger, da spürte er lautlose, stürzende Tränen auf ihren Wangen. „Es ist schade um uns, Linde—" sag«- Anselmus tief atmend.„Es ist schade um uns (Fortsetzung folgt.) 0] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Rtinule von Dicki Raum. „Wenn Jesus ein Kind gehabt hätte—" sagte er, ohne sich von der Wand fortzubewegen. Leonhard, der dem Knaben den kühlen Schweiß von den Schläfen wischte, murmelte:„Er hätte es geopfert." „Geopfert!" rief Anselmus leise und trat an das Bett. „So habe ich geopfert? Nein! Nicht freiwillig geopfert. Und— Leonhard: so bin ich schuldig daran?" „Ach, Bruder." sagte der Arzt;" gibt es denn Schuld? Du selbst sagst nein—" Die Linde, bisher in den Schatten gekauert, stand auf und strich Anselmus über die Stirne.„Nicht denken. Nicht immer denken. Jetzt nicht," sagte sie bittend. Wie Jsabcll— dachte er. Das Kind bewegte sich, die blaue kleine Flamme weht« schwach in einem Hauch, der durch das Fenster kam. „Was sind Wipfel—? fragte das Kind fast hörbar. Anfsl- mus lächelte schwach.„Was sind Wipfel?" fragte er und setzte sich an den Dettrand und nahm die kleine Hand in die seine.„Laß uns nachdenken, was Wipfel sind. Erinnerst du dich noch an den Baum vor unserem Haus? Nein— das ist lange Hr. Es stand ein Baum vor unserem Haus, er hatte einen runden, glatten Stamm und oben vor unseren Fenstern war sein Wipfel. Du strecktest ihm die Aermchen entgegen, als du ein Jahr alt warst— weißt du es nicht mehr? Der Wipfel war täglich anders, manchmal ichwieg er und manch- mal rauschte er die ganze Nacht. Blätterschatten war auf unseren Wänden, wenn die Sonne schien, der bewegt« sich—. Nein, dies alles ist nicht, was ein Wipfel ist. Sieh, im Früh- ling kamen kleine, klebrige Knospen und dann, über Nachl waren Blätter da, winzige lichtgrune Blätter, fallig und flau- mig, wie neugeborene Kinder: im Sommer sangen Vögel!m Wipfel. Dann kamen Blüten und der Duft— weißt du den Duft noch? Und Bienen wohnten sommerlang im Baum und das klang wie eine Glocke im Wipfel. Wunderbar wrr das—" Das Kind hatte die Augen geschlossen, die Schatten unter den Wimpern waren schon tief.„Wo ist der Baum jetzt—?" fragte es wie im Schlaf.„Gefällt. Wir mußten ihn her- geben. Alle Bäume find gefällt. Wir müssen heizen und bauen und Stoffe weben aus Holz— darum— siehst du—" flüsterte Anselmus schuldbewußt. Der Knabe schwieg, er atmete selten. Es schien als schliefe er. Dann bewegten sich seine Lippen schwach, es wurde ein Lächeln.„Jetzt weiß ich es wieder." Es war ein Baum vorm Fenster. Den Hab ich lieb gehabt—" flüsterte er. Leonhard hiell einen Lössel über die blaue Flamme und flößte dem Kind etwas ein. Dann warteten sie. „Wie hieß der Baum—?" fragte er schlafend. „Linde." „Linde. Ja. Jetzt weiß ich, wie er war—" Anselmus schaute auf: die Linde bewegte sich schwach. Linde— dachte /er, liebe Linde—. Sie hatte die plumpen Männerstiefel abgetan, er sah es jetzt. Sie ging auf unhör- baren, langen, adeligen Sohlen durch das Zimmer. Es war eine große Stille um sie her. Anselmus hatte sie auf Barri- kaden gesehen und bei Einstürzen, wie sie veroand, tröstete, Kinder forttrug, Blut aus Wunden wusch: immer war diese große Stille um sie. „Weißt du setzt, was Wipfel sind—?" fragte er behutsam und ganz dicht über den Knaben geneigt. „Nein—" „Warte— Wipfel, viele—; hundert Wipfel, ein Wald: Du liegst auf der Erde im Moos, Moos ist weich, grün, duftet wie nichts auf der Welt. Ueber dir wandern die Stämme hinauf und oben bewegen sich die Wipfel, schwanken hin, schwanken her, hin, her, hin, her, singen, schläfern dich ein. Sonne ist dazwischen, Gold und Blau und alles singt und schwankt und du bist selig—" Das Kind bewegte die Lippen, doch es wurde kein Ton daraus und auch kein Lächeln mehr. „Morgen," sagte Anselmus:„morgen fängt alles wieder an. Morgen geben wir durch die Sonne, ich trage dich, bis wir an einen Wald kommen. Wir selbst pflanzen wieder Wälder— morgen—" Er verstummte. Dann blieb es lange still. Das Kind atmete nicht mehr. Die Linde senkte ein wenig den Kopf. Später kam ihre lange, zärtliche Hand und legte sich über die Kinderltime und die geschlossenen Augen. An- selmus schaute von ihr zu Leonhard. „Aus", sagte der Arzt. „Aus", sagte Leonhard und dann saß er lange und schweigsam noch am Bettrand neben den festlichen weißen Kissen. Später— die Zeit war unmeßbar in dieser Nacht— trat Leonhard an ihn heran und sagte:„Bruder, du mußt mir deinen Kittel borgen. Den meinen Hab ich zu Verbänden zer-! a. Grunewald, The Migliederversammlung in 20lal, Sinbened", Subertusbader Str. 8. Thema: Ein undistutiertes Rampfmittel gegen Teuerung und Kapitalismus". Ref. Gen. Rubert. Die Borstandsmitgliebez treffen sich eine halbe Stunde vorher. Das giftfreie" Rattengift. chuß veranstaltet einen Interweisungstursus mit dem 167. Unter dem Berdacht des versuchten Giftmordes wurde Genossen Dr. Treitel als Referenten. Der nächste Kursusabend von der Kriminalpolizei die bei ihren Eltern wohnende 32jährige findet statt am Sonnabend, den 12. d. M., abends 7% Uhr, Räthe H. verhaftet. Bor einigen Tagen war der Bräutigam der im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Treppen. Genoffen und Ge- Neukölln. 90. Abt. 35. Bezirt. 8 Uhr zahlabend im Ideal- Rasino, WeichselSchwester der H. zu Besuch gekommen. Da die Schwester der H. nofsinnen, nehmt diese Gelegenheit wahr, rüstet euch mit dem Anmeldungen zum Kursus werden am in der nächsten Zeit sich verheiraten wollte, hegte die S. selbst die erforderlichen Wissen aus. begründet: Befürchtung, daß sie das bisher innegehabte Zimmer Sonnabend entgegengenommen. Für die Frauen trägt der Bezirks in der elterlichen Wohnung an das junge Ehepaar abtreten müßte. ausschuß für Arbeiterwohlfahrt die Honorarkosten, die pro Person 9 Mr. betragen. Aus Neid und Rache schüttete sie in das Mittagessen ihrer Schwester Rattengift. Die Folgen blieben auch nicht aus und die Schwester mußte schwerkrant einem Krankenhaus zugeführt merden. Doch damit nicht genug. Am Nachmittage desselben Tages reichte die H. dem Brautigam ihrer Schwester eine Laff: Kreis- und Abteilungsvorstände! Auf Beschluß des Bezirksvorstandes findet Straße 8. Ref. Gen. Hildesheim. Thema: Die politische Lage". 91. Abt. 7½ Uhr Bezirksversammlungen in folgenden Lokalen: 20. Bezirk Restau vant Endrijat, Wissmannstr. 12: 21. Bezirk bei Röster, Wissmann, Ede Rarlsgartenstraße; 37. Bezirk Restaurant Berndt, Reuterstr. 80; 38. Bezir bei Ramin, Mainzer Str. 12; 39. Bezirk bei Pühl, Biebrichstr. 14; 40. Bezirk bei Liddede, Rarlsgarten-, Ede Fontanestraße: 41. Bezirk bei MäußTer, Münchener Str. 23; 42. Bezirk bei Stahmann, Münchener, Ede Reuter Straße; 48. Bezirk bei Mischke, Bobdinstr. 48; 49. Bezirk bei Giemert, Mainzer Str. 24. 96. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 80. und 88. Bezirk bei Bieser, Thomasstr. 32; 86. und 100. Bezirk bei Müller, Thüringer Str. 5; 87. und 101. Bezirk im Jugendheim, Nogatstr. 53; 93. und 94. Bezirk bei Lewandowski, Emfer Str. 119; 102. und 103. Bezirk bei Thiele, Emser Straße 31, Restaurant Bodethal. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Außer den gestern angegebenen Bezirksabenden findet noch ein solcher im Lobal Pallavicini, Herbststr. 25, statt. 138. Abt. Hermsdorf. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Kaffee, die gleichfalls vergiftet war. Auch der Bräutigam erfranfte darauf schwer. Bei ihrer Bernehmung gab die Berhaftete an, nicht im geringsten die Absicht gehabt zu haben, ihre Schwester und deren Bräutigam zu töten. Bielmehr wollte sie nur die Wir. Sonntag, den 12. November, vormittags 10 Uhr, Romames. Die am Mittwoch fällige Funktionärversammlung fällt aus. fungen des Rattengiftes ausprobieren. Das Be in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, eine finden der beiden erkrankten Personen hat sich inzwischen wesentlich gebeffert. Gegen den Verkäufer des Rattengiftes foll eine Unterjuchung eingeleitet werden, da das Gift in einer Schachtel enthalten war, die die Aufschrift Giftfrei" trug. „ Russisches Schmiergeld- Panama in Berlin". Ein Beleidigungsprozeß. Vorständekonferenz Männerchor Friedrichshain. Die Gangesbrüder treffen sich am Donnerstag, den 9. November, abends 7 Uhr, im Gaalbau Friedrichshain. Eisenbahner! Freitag, den 10. November, abends 6½ Uhr, Brauerei Pfeffer. berg, Schönhauser Allee 176( nahe Aleganderplay), Sigung aller nur int DEB. organisierten VSPD.- Genoffen. In Anbetracht der Wichtigkeit ber felben ist das Erscheinen aller Bertrauensleute Pflicht. Partei- und Mitgliedsbuch legitimiert. statt, in der über wichtige organisatorische Fragen entschieden 82, 83. und 84. Abt. Freitag, den 10. November, 7½ Uhr pünktlich, Vortrag werden foll. Zur Teilnahme an dieser Konferenz laden wir ein: den Bezirksvorstand, zwei weitere Vertreter der Kreisvorstände, die Abteilungsleiter, ihre Stellvertreter und die Abteilungstassierer. Auf die Anwesenheit der Kassierer wird besonderes Gewicht gelegt. Bezirkssekretariat. des Gen. Lepère über Rußland"( Bortragsreihe über Außenpolitik) im Gymnafium Steglis, Seefeftr. 15, Eingang Südendestraße. Es sind auch Interessierte willkommen, die fich bisher noch nicht beteiligt haben. Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Banberleiter! Am Sonnabend, ben 11. November, abends 7 Uhr, findet im Jugendheim, Lindenstr. 3, eine Zusammenkunft aller Wanderleiter statt. Bortrag: Wandern und Winter". Frühere Sozialistische Proletarierjugend. Unter dieser sensationellen Ueberschrift erschien in der JuniNummer der Wochenschrift Deutsche Fadel" ein Artikel, der fich mit angeblichen machenschaften bei der russisch en Handelsdelegation in Berlin beschäftigte. Dieser Artikel hatte ein Nachspiel vor der Straffammer des Landgerichts I in Form eires Beleidigungsprozesses, den der offizielle Vertreter der russischen Handelstommiffion Stomoniatom gegen den verant Heute, Mittwoch, den 8. November: wortlicher Redakteur der genannten Zeitschrift, Rudolf Stante, Eine heftige Explosion war gestern morgen in Tegel und in Faltenberg bei Grünau. Jugendheim Schulbazade Rofeftraße, Bortrag: angestrengt hatte. Der Angeklagte hatte in jenem Artikel auf ein der umliegenden Gegend vernehmbar. Auf dem dortigen Schieß- Entdedungen". Gesundbrunnen. Jugendheim Gemeindeschule Gotenburger angebliches Schmiergeld- Panama in Auswirtung des play war die Treuhandgesellschaft mit der Entladung von Str. 2, Mitgliederversammlung. Mariendorf. Jugendheim Schulbarade Königstraße, Distuffionsabend: Das Wandern". Rorboften. Jugendheim russisch- deutschen Handelsvertrages von Rapallo aufmerksam ge- Gewehrpatronen beichäftigt. Aus noch nicht aufgeklärter Gemeindefdule Chriffburger Str. 14, Mitgliederversammlung. Brenzlauer macht, eine Reihe von Einzelfällen bekanntgegeben, und unter ande- Ursache erfolgte plöglich eine heftige Explosion, doch Borstadt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Revolutionsgebent rem die Sowjetagenten Buren Said und Salzer Rede der wurde niemand von den Arbeitern verlegt. Durch den starken feier. Tempelhof. Jugendheim Rinderhortzimmer Germaniaftr. 6-7, Bo Bestechlichkeit beschuldigt. In der Verhandlung erklärte der An- Luftdruck gingen aber zahlreiche Fensterscheiben der trag:„ Die russische Revolution" geklagte, der von R.-A. Dr. vom Berg verteidigt wurde, daß es Luftschifferfaserne und der Gebäude in dem nahen Reinickendorfihm völlig ferngelegen habe, den Nebenkläger Stomoniatow zu be- West in Trümmer. leidigen. Von dem übrigen Inhalt des Artikels habe er jedoch kein Wort zurückzunehmen. Die darin namhaft gemachten Personen hätten aus guten Gründen keine Anzeige gegen ihn erstattet. Erster Staatsanwalt Burchardi hielt den Angeklagten der Beleidigung des Nebenklägers für schuldig und beantragte mit Rücksicht darauf, daß es sich um schwerwiegende Behauptungen handele, eine Geld ftrafe von 10000 mt. Diesem Antrage schloß sich der Bertreter des Klägers R.-A. Dr. Oskar Cohn mit dem Hinweise an, daß der Nebenkläger, dem es lediglich daran gelegen habe, in öffent licher Gerichtsverhandlung die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen als unwahr zu beweisen, tein Interesse an der Höhe der Strafe habe. Das Gericht hielt ebenfalls eine Beleidigung des Nebenflägers für erwiesen und verurteilte den Angeklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu einer Geldstrafe von 10 000 mt. Für die von Einbrechern ausgeplünderte Witwe Dummer ( Berlin, Hussitenstr. 70) sind weiter bei uns eingegangen: Müller, Gr. Frankfurter Str. 74, 705 M.; Bianca Wenglowig durch Sammlung 500 M.; J. Heifer, Neukölln 100 M.; lngenannt 150 M.; Helene und Erich Heinrich 100 M.; H. Jahn, Siemensstadt 500 M.; Ungenannt 100 M.; acht Kollegen der Firma Rein in Halensee 925 M.; gesammelt durch A.. bei Goldschmidt 440 m.; bereits quittiert 24 980 M. Gesamtsumme 28 500 m. Sprech Chor für die Proletarischen Feierstunden. Die Uebungs stunde am Donnerstag in der Sophienschule, Beinmeiſterſtr. 16/17, beginnt diesmal abends 5 Uhr. Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich zur Hauptprobe erscheinen. Die Vorsitzende des Weltbundes für Frauenstimmrecht Mrs. Carrie Chopman- Catt aus New York spricht Sonntag, den 12. Nov., mittags 12 Uhr, im Plenarjaal des Reichstags über das Thema" Bur Politik der Zeit". Das Grubenunglück in Amerika. Bei der Katastrophe in den Kohlengruben von Reilly find 50 Personen ums Leben gekommen. 30 Personen, die befreit worden sind, befinden sich in hoffnungslosem Zustand. Einige Gerettete erzählen, daß die Bergleute durch den Druck der Explofion nach allen Seiten geschleudert wurden. Die ganze Nacht war. tete eine aus Frauen und Kindern bestehende Menge angsterfüllt auf Nachrichten von den Verschütteten. Die deutschen Dampfer Die Gefährdung des höheren Schulwesens. Eine Oberlehrerprotestversammlung befaßte fich vor kurzem mit der Lage des höheren Schulwesens. Der Vorfizende des GroßBerliner Philologenverbandes Krankemann ging in längerer Rede cuf die durch das Sparprogramm des Deutschen Städtetags geschaffene Lage ein. Er zeigte, wie dieses Brogramm nicht bloß alle hygienischen, sondern auch alle pädagogischen Ansprüche außer acht läßt, wie es vor schulreformerischen Bersuchen wernt( weil dafür kein Geld da sei), wie es sich dadurch mitschuldig mache am Abbou unserer geistigen Kultur. Er würdigte die Schwie rigkeiten der Gemeinden, thre Schulen zu erhalten und erklärte sich 3wel deutsche Dampfer verloren. deshalb für eine, Berstaatlichung der städtischen höheren Schulen Groß- Berlins, Licht: Klaffen mit 53 Schülern, das Elend der unbeschäftigten der erstere am Mittwoch, der letztere am Montag vergangener Kraffe Einzelfälle tamen in der Diskussion ans Herbert Sauber und Hermann Sauber, von denen Studie raffessoren, die Willkür und Unregelmäßigkeit ihrer Besol Woche von England nach Hamburg abgegangen ist, haben ihren dung, die plöbliche Versetzung von Lehrkräften, die davon erst am Bestimmungsort nicht erreicht. Die Schiffe, jedes mit 29 Mann Lage des Dienstantritts erfahren, und verschiedenes andere. Die Besagung und drahtloser Telegraphie an Bord, dürften im schweren Stätte, schon längst am Ende ihrer Leistungsfähigkeit, fönnen nicht Sturm in der Nordsee untergegangen sein. für alles verantwortlich gemacht werden; allgemein wurde anerfannt, ras fie früher für ihre Schulen tun fonnten. Heute fpuxen fie, müssen fie sparen; auch die Bolksschulen müssen leiden und sich Abstriche gefallen laffen. Doch die Versammlung stellte in zwei Entschließungen mit überwältigender Mehrheit fest, daß die höheren Schulen Groß- Berlins durch den Magistrat nicht die Förderung, nicht die Gerechtigkeit erfahren, die ihr guter Wille ver- 5. Abt. 7% Uhr im Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23-24, Mitglieder diene; durch stärkere Heranziehung der Oberlehrerschaft zur Mitarbeit sei vielleicht noch manches gutzumachen, die Verbitterung der Oberlehrerschaft in allen Bartelagern zu beseitigen und die Planwirtschaft, die natürlich fommen müsse, in sozialem Geiste und zum Segen unserer Jugend, der gesamten Jugend vorzubereiten, denn die höheren Schulen wollen ja nicht einer fleinen Schicht Privilegierter", sondern allen dienen, die das Verlangen haben, fich für den Dienst am Bolk in gründlicher und viel feitiger Weis: zu schulen. wenn hr laßt die Armen schuldig werden Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Heute, Mittwoch, den 8. November: versammlung. Thema:„ Der Sozialismus einst und jegt". Ref. Genosse Dr. Wenl. 10. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 26. 29. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. Thema: Unser Kampf um die wirtschaftliche und politische Macht". Ref. Gen. Altmaier. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Senefelberstr. 6. Thema: Die Gegenwartsforderungen der Republik und unfere wirtschaft Tiche Lage". Ref. Gen. Megner. 43. Abt. Am Sonnabend verstarb nach schwerem Leiden unser Genoffe Bilhelm Frant, Jahnstr. 3, im Alter von 56 Jahren. Die Einäscherung findet Mittwoch früh 9½ Uhr im Krematorium Kiefholzstvaße in Baumschulenweg ftatt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft flau. Fische ziemlich ausreichend, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Alle Genoffen, welche als Referenten tätig waren, werden gebeten, thre dreffe unter Angabe der Themen, über welche fie Vorträge halten tönnea, dem Jugendfekretariat, Lindenstr. 3, mitzuteilen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. B., Friedenstr. 60. Auf Grund des Beschlusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes find unsere Geschäftsstellen am 9. November geschlossen. Aus der Partei. Ausschluß aus der Partei. Auf Antrag des Ortsvereins Er bach im Odenwald hat der Bezirksvorstand den Ausschluß des früheren Reichstagsabgeordneten Hasenzahl aus der Partei beschlossen. Hasenzahl gehörte der Partei schon lange Jahre an und war einer der Pioniere der Parteibewegung im Odenwald. Im Jahre 1912 wurde er in den Reichstag gewählt. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung 1919 wurde Hafenzahl an vierter Stelle auf die Kandidatenliste gesezt und in die Nationalversammlung entsandt. Bei den Reichstagswahlen 1920 tam er wieder an vierter Stelle auf die Kandidatenliste, unterlag aber diesmal, da nur drei Abgeordnete von unserer Lifte gewählt wurden. Seit dieser Zeit hatte Hasenzahl sich verbittert zurückgezogen und jetzt zur Gemeinderatswahl eine eigene Liste auf. gestellt, die zurückzuziehen er auch auf dringende Borstellungen nicht zu bewegen war, obschon er auch von unserer Seite an fichejo daß fein anderer Weg als der Ausschluß Hasenzahls übrigblieb. er Stelle auf die Kandidatenliste gesetzt wurde. In diesem Berhalten Hasenzahls erblickt der Bezirksvorstand eine Parteischädigung, Die Borkommnisse sind um so bedauerlicher, als die Verdienste Hafenzahls um die Parteibewegung in seinem engeren Kreise von niemandem bestritten werden. Unbegründeter Verdacht. Im Auftrage bes Parteivorstandes erfolgte eine Revision der Geschäftsführung der ehemals unabhän gigen Saartribüne" in Saarbrüden. Die Prüfung ergab, daß feine französischen Gelder für die Zwede der Partet oder der Preffe genommen oder verwendet worden sind. Sport. Rennen zu Mariendorf am Dienstag, den 7. November. 1. Rennen. 1. Frieda Bingen( Mills), 2. Erich I( Heiland), +3. Federnelle( Kozal),+3. Lenz( Przyrembel). Toto: 25:10, Play: 16, 31, 10, 11: 10. Ferner liefen: Bring Kudud, Sogenluft, Manila I, Nettl, Hoffnung II, Bergmann, Normanne I. 2. Rennen. 1. Heidepring I( Grube), 2. Bontresina( Lichtenfeld), 3. Wilhelmina( Alb. Freundt), Toto: 19:10, Play: 15, 24, 30: 10. Ferner liefen: Handfeft, Verdun, Ethelbert, Cybina, Bingen jr. 3. Rennen. 1. Polly( E. Treuberz sen.), 2. Storonna( Lautenberger), 3. Mailönigin( Neuenfeld). Toto: 20:10, Blat: 11, 11, 11: 10. Ferner liefen: Jobannisfeuer, Heidejee, Minz, Thomas, Dollyfa, Armida I. Die Zwiespältigkeit unserer Strafjustiz ist unserm Kulturgewissen eine Qual. Ein großer Teil der in den Gerichtsfälen ge4. Rennen. 1. Ostermagda( Staupper jr.), 2. Hartstein( Ningius), 3. Fridolin III( Doelemann). Zoto: 27: 10, Blaz: 13, 11, 16: 10. fällten Entscheidungen ist mit einem gefunden Rechtsbewußtsein unFerner liefen: Frühauf, Clärchen M., Huschabell, Lumpi, Abdullah Silver, nereinbar. Man spricht die Armen schuldig, die oft nur unter dem Ludmill I, 3mme I, Heiderose B., Bassander, als 3. disqu., 80 Proz. der 3wang der Berhältnisse gegen das Gesetz verstoßen haben. Da steht Blagwetten zurüd. zum erstenmal ein junger Mensch vor den Schranken des Gerichts, 5. Rennen. 1. Teufelsbart( Herm. Schleusener), 2. Baron Watts um sich wegen Diebstahls zu verantworten. Man erachtet es als be= Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein-( eiß), 3. Libanon( W. Freundt). Toto: 104: 10. Plat: 24, 17, 18: 10. Ferner liefen: Picque, Durchbruch, Rebzweig, Cedrus, Barde, Biene III. sonders unverschämt, daß er angetan mit dem gestohlenen Objeft, handelspreise: Rindfleisch 185-260 M., ohne Knochen 255-300 M. Schweine- 6. Rennen. 1. Fafner Woodline( ein), 2. Firn( Müller), 3. Dovrel einem Jackett, erschienen ist. Was blieb ihm aber anderes übrig, fleisch 500-600 M. Kalbfleisch 250-325 M. Hammelfleisch 225-350 M. gänger( Meschede). Toto: 24: 10, Blaz: 14, 22, 25: 10. Ferner liefen: cinzigster Besitz ist, nachdem das total zerlumpte alte in die Lumpen Kabeljau 150-170 M. Flundern 60-100 M. Rotzungen 125 M. Grüne 3. Brocade( Doelemann). Toto: 104: 10, Blab: 21, 16, 16: 10. Ferner von dieser Gattung Kleidungsstücke das gestohlene fein Rückenfett 825-900 M. Rindertalg 700-750 M. Schellfisch 95-165 M. Mädel, Batfish, Film, Carino, Allertony, Anton. 7. Rennen. 1. Peter Duffy( Alkemade), 2. Allenstein( Steger), gewandert ist. Unter den immer schwieriger werdenden Verhält- Heringe 110-120 M. nissen erhöht sich täglich die Zahl derer, die im Namen des Gesetzes Plötzen 75-105 M. Bleie 80-115 M. Lebende Schleie 180-210 M. liefen: Kusa Dillon, Madenjen, Marschall Hindenburg, Mandarin, Duza, fchuldig werden. Wer steht ihnen zur Seite? Sollten nicht wir dazu Hechte 150-175 M. Karpfen 150-170 M. Zander 225 M. Naturbutter Beta Girl. die Nächsten sein? Die Möglichkeit haben mir dazu schon im Gerichts- Eier 50-52 M. das Stück. Erbsen 150-200 M. Weiße Bohnen 150 bis 13. Starla( eig). Toto: 44: 10, Blaz: 23, 52, 9: 10. Ferner liefen: Margarine 580-720 M. Schweineschmalz 825-950 M. 1. Matador I( eiter),+2. 8eitgeist( Rautenberger), saal durch die Erfüllung unserer Pflicht als Schöffen und Ge- 200 M. Graupen 150 M. Nudeln 120-190 M. Reis 150-200 M. Kar- Pechnelle, Manfred, Die Beste. schworene, wozu nunmehr auch die Frauen berechtigt sind. Wrtoffeln 80 M. 10 Pfund. Weißkohl 14-16 M. Wirsingkohl 18-20 M. halten es für unsere Pflicht, unsern Genossen und Genoffinnen auch Blumenkohl 50-65 M. der Kopf. Kohlrüben 13-15 M. Mohrrüben 12 für dieses Gebiet ihrer öffentlichen Tätigkeit das erforderliche bis 14 M. Grünkohl 20 M. Rote Rüben 15-16 M. Sellerie 26 M. Rüstzeug mit auf den Weg zu geben. Der Bezirksbildungsaus| Zwiebeln 20-21 M. EBäpfel 20-35 M. EBbirnen 22-36 M. 900-1000 M. In Eis: Aale 450-525 M. Schleie 145-168 M. 8. Rennen. Wetter bis Donnerstag mittag. Ein wenig fühler, zeitweise auf flarend, jedoch überwiegend bewölft mit wiederholten, im Küstengebiet biel jach starken Regenfällen. WENESTI RUND ARCAY BERLIN RUNE NEST WENEST WEN RUN RUND FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD Wirtschaft auch ihre Aktionäre im Austausch Attien des holländischen Unter- diesmal nm 16,6 Proz, nachdem erst Anfang diefes Monats eine nehmens bezogen. Wenn also auch hier eine Ueberfremdung statt erhebliche Eisenpreiserhöhung eingetreten ist. Ein Kilogrammt findet, so ist diese Ueberfremdung doch organisiert, sie verfolgt den Stabeisen fostet jetzt 154 M., etwa das 1600fache des Borkriegs 3wed einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft. Dazu kommt, preises. Für Roheisen werden jetzt die Preise wöchentlich Ermäßigung des Papierpreises durch behördliches Eingreifen. daß die deutsche Gesellschaft die Möglichkeit erhält, ihren Betrieb unter Berücksichtigung des Dollarstandes festgesetzt. BTB. meldet: In den Verhandlungen, die in den letzten Tagen aufrechtzuerhalten, ohne zur Beschaffung der Rohstoffe vorläufig Frankreichs Kampf gegen Valutaspekulationen. Von der forts über die Preise für Holzstoff, Bellstoff und Druckpapier im Reichswirt- ungedeckte Devisen in Anspruch nehmen zu müssen, und ohne darauf schaftsministerium stattfanden, haben sich die Bellstoff- und Holzstoff- angewiesen zu sein, für ihre Erzeugnisse im Ausland einen Markt gesezten Verschlechterung der Mart ist auch der französische Frant in Mitleidenschaft gezogen worden. Jegt haben einige industrie zu erheblichen Nachlässen auf die Preise für die zur zu suchen, was bekanntlich in Zeiten der Balutaverschlechterung oft Abgeordnete unter Führung des Abgeordneten Louis Dubois in Herstellung Don Zeitungsdruckpapier erforderlichen Mengen mit großen Verlusten verbunden ist. Ein Bedenken dagegen besteht der französischen Kammer einen Gesezentwurf eingebracht, bereit erklärt. Der Preis des Druckpapiers für die Bei- nur insofern, als in dem vorliegenden Falle die Ausfuhr von Halb- um die Spekulation in ausländischen Debisen zu unterdrüden. Zu tungsverleger wird sich von 187 mart auf ungefähr fabrikaten begünstigt wird. Anstatt die Wolle nur zu Garnen zu diesem Zwed berlangen sie gewisse Abänderungen der bestehenden 162 Mart für das Kilogramm ermäßigen. Ergebnissen der amtlichen Nachprüfung der Gestehungsfoften Betriebe es ermöglichten, die Einfuhrkredite mit Fertigware, mit Gesetze, die grundsäglich die Ueberführung von Rapitalien nach ließen die Steigerung der Kohlenpreise, der Frachten, Löhne und Ge- Stoffen und Konfektion, zu bezahlen und so den auf die deutsche dem Ausland verbieten und die tatsächlich nur in beschränkten Maße zur Anwendung gelangen sollen. hälter und insbesondere die Berteuerung des Papierholzes, das in Industrie entfallenden Lohnbetrag zu erhöhen. Für ein folches Vorletzter Zeit zum weitaus größten Teil aus dem Ausland bezogen gehen ist das schwerste Hemmnis die Abneigung der Industrie gegen werden mußte, eine weitere Serabsetzung des Preises nicht zu. solidarische Kredite. Von einer erneuten Festlegung von Höchstpreisen für Holzstoffe wurde bei dieser Sachlage abgesehen. Die durch die hier über erlassenen Verordnungen werden in den nächsten Tagen mit Wirkung vom 1. November 1922 aufgehoben werden. Die hier mit geteilte Ermäßigung des Papierpreises bedeutet wieder nur ein Zurückweichen der Papierindustrie vor ihren Ueberforderungen, feineswegs eine Linderung der Zeitungsnot. Der Papierpreis bleibt tro des Abschlages immer noch auf dem stattlichen und bei den Erhöhungen der Bezugspreise noch nicht genügend berücksichtigten 800 fachen Stand des Borkriegspreises! Es bedarf sicherlich weitergehender Maßnahmen, um eine Abfenfung des Papierpreises zu ermöglichen. Von ihnen, die schon so lange erwogen werden, hört man bisher nichts. Inzwischen ist gerade die Arbeiterpresse schwerer Gefährdung ausgesetzt. Teglilindustrie und Marksturz. Der fatastrophale Sturz der Mark und die außerordentlich starke Verteuerung der Tertiiftoffe machen es vielen Werken der Textilindustrie unmöglich, das erforderliche Betriebskapital aufzubringen. Ein Ausweg aus dieser verzweifelten Lage bietet sich dadurch, daß man Textilrohstoffe gegen Kredit aus dem Ausland bezieht, um sie mit Fertigwaren zu bezahlen. Ein ähnlicher Gedanke lag bereits dem deutsch- niederländi fchen Krebitablommen zugrunde. Neuerdings ist die Kammgarn spinnerei 2.-G. in Düsseldorf mit der Wollindustrie und Handel Staatschappy einen Bertrag eingegangen, der vorsicht, gegen Lohn Wolle und Garne zu verspinner. Allerdings mußte sie dafür der holländischen Gesellschaft eine Beteiligung gewähren, wie Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 72 Uhr: Volksbühne 712 Uhr: Mona Lisa Die Lüge Schauspielhaus Lessing- Th. 72 Uhr: George Dandin Heute bis Stg. 72: Der Biberpelz Der Arzt wider Willen er Montag 7: Faust Deutsch. Theat. Deut. Künstler- Th. 712 Gespenster ( Alexander Moissi) Heute bis Sonnt. 71/2 Donnerst 7 U: Der Käthe Dorsch in ( Alexander Moissi) Mtg. 71/2: Käthe Bersch in lebende Leichnam Liebelei. Die Lore Kammerspiele Mad. Sans- Gêne 8 Uhr: Das Glas Central- Theater Wasser Donnerst. 8: Vater- Die Kleinbürger mord U.: Deutsch Opernhaus 7% U.: Gr.Schauspielh. Oberon ( Karlstraße) berg) Große Volksoper 7 Uhr zum 1. Male: im Theat.d. Westens Luther( dieNachtigali von Witten- 7 Uhr: Fidelio Donnerst.7: Luther Intimes Theater ( die Nacntigall v.8 Uhr: Die Leiter! Wittenberg) FrauAdas G m.b.H. Sonntag, d 12. Nov. Lustspielhaus 2 Uhr. Orpheus 8 in der Unterwelt: Nestelknüpferin U: Theater i. d. mit Max Adalbert Königgrätz. Str. Metropol- Theater Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 712). Die große internationale Revue in 25 Bildern: Europa spricht davon!! Uebertrifft Paris und London an Pracht und Ausstattung und ist das Fabelhafteste, was auf einer Bühne gezeigt worden ist 6 Prachi- Ballette!! 200 Mitwirkende!! Mister Jackson v. Alhambra Theater in London mit seinen englischen Girls Hauptdarsteller: Margit Suchy, Rosa Felsegg, Baizer- Lichtenstein, Max Landa, Albert Kutzner, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Mizi Metelka, Else. Reval, Walters, Spira, Bartels usw. Vorverkauf ununterbrochen. 34 Der BlaueVogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 8: Wund.Geschieht. New York- Berlin Allabendlich 8%, Uhr: Das neue d.Kapellm Kreisl. U Neues Operett.- Th. DO.: Wund. Gesch. Kreisler Die schwarze Fr.: Jüdin v. Toledo Rose Neues Th. am Zoo dritte Programm. Vorverkauf an allen Theaterkassen und an der Kasse d. Theaters v. 11-2 u. ab 6 Uhr abends. Komödienhaus 7 Uhr: Dorine Theater des Ostens Casino- Theater und der Zufall ( Rose- Theater) Der neue Schlager! 8 Uhr: Tägl. 7.30 Uhr: Die Operette v. Gilbert 73/4 U. Der Tod der Erwachsenen Neues Volkstheater Lady Pembroke Mullers Prinzeßchen 71% Uhr: Der Eng. Berliner Th. Renaissance- Th. 7.15: Madame Hardenbergstr. 6 71 U.: Das Band Pompadour Erste Warnung Fritzi Massary a. G. Schiller- Th. Charl. Roberts, Wirl, Haskel 3 U.: Wilhelm Tell 8 Residenz- Th. Uhr: Pygmalion Tägl. 8 Uhr: 71/2 Taubenstr. 8 Uhr Circus Der Mensch vor 1: 0 000 Jahren. Klein. Saal 5% Uhr: Usch Buffalo Zumaya Der Stand d. Wün- Tal. 74. Stgs. auch 3 Uhr schelrutenirage in 8U. Geschlecht u. d. heut. Forschung Gesellschaft Thalla- Theater Invalidenstr.: 8 Uhr gebirge Hansi Arnstädt, Jul. Uhr Prinz Don Juan und 10 CircusSensationen! Manegeschaust. Gletscher d. Hoch- Die Nibelungen Falkenstein in: Th. a. Nollendorfpl. Reichshallen Th. Schlafwagen- Dein Mand... Allabendi. 7 Uhr kontrolleur St.3: Vetter aus Dingsda Kleines Th. Täglich 8 Uhr: Agnes Jordan Theater in d.Kommandant. Str. U. Schlemihl Wallner- Theater 8 U.: Die kleine Sünderin Th. Grand Guignol Hauptstr. 144. 8 U. Jrene Triesch Schreckensk ammer u. a. Eugen Burg Walhalla Theat. 734: Olga Limburg Tägi. Die tolle Lola Trianon- Th. Musik von H. Hirsch Molly Wessely Täglich 3/8 Uhr: Paul Heidemann Erika Glässner in Lissi die Kokotte Albers, Kettner Theater Folies Caprice Tägl. 48 Uhr: Eine Liebesnacht Die Hyäne Behrenstr. 54 73 Uhr Internationales Varieté- Proar. 3720 Sonntag cachm, 3 U, m. Amanda Lindner Vorverkauf Polen will in Oberschlesien die polnische Währung einführen, Die polnische Regierung hat den alliierten Regierungen ihre Abs ein stürmisches Tempo angenommen. Wir haben in Mittel- Banknoten und die Erregung unter der Arbeiterschaft anges Die Konzentration der Juderindustrie hat in der letzten Zeit ficht notifiziert, in Oberschlesien die polnische Währung einzuführen, Als Grund dafür wird die Knappheit an deutschen deutschland den Zusammenschluß von 34 Rohzuckerfabriken mit der Zuckerraffinerie alle 2.-G., ferner den großen Zusammenschluß geben, die Unruhen befürchten laſſen. Die Bestimmungen des Gena in der Zuckerfabrik Holland A.-G., Köthen, in der die Zucker- fer Abkommens über die Beibehaltung der deutschen Währung fabriken Alt- Röthen, Holland, Elsnigt, Edderig, Wulfen, Radegast, werden als undurchführbar hingestellt. Wie verlautet, hat zwischen Biendorf und Dröbel mit der Zuckerraffinerie Holland, Köthen, ver- den alliierten Kabinetten über diese Frage bereits ein Meinungss einigt sind. Diefe Gruppe verfügt über 35 000 Morgen Zucker- austausch stattgefunden. rübenland und verarbeitet 750 000 Zentner Rohzuder. Seine be- Devisenturse. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende sonderen Ziele find: Pacht von Gütern, gemeinsame Verwertung der amtliche Rotierungen nachzutragen: 100 österr. Kronen 11,87 Geld, melaffe, gemeinsamer Einkauf von Roh- und Betriebsmaterialien. 11,88 Brief; 1 ungarische Krone 3,59 Gelb, 3,61 Brief; 1 bulo llfo ein ziemlich enger Zusammenschluß! Wir haben die Zucker- garischer Rewa 58,85 Geld, 59,15 Brief; 1 jugoslawischer Diner fabrik Glauzig mit vier Rohzuckerfabriken, die eine Interessen- 134,66 Geld, 135,34 Brief. gemeinschaft mit Sarotti- Berlin erstrebt, ferner eine Interessen- Verkehr mit etwa 50 m. gehandelt! gemeinschaft der Zuckerfabrik Anflam mit der Stettiner Raffinerie. wir haben Zusammenschlußbestrebungen in Schlesien. In Süddeutschland haben sich die Zuckerfabriken Stuttgart, Heilbronn, Waghäusel, Frankenthal, Rheingau und Offftein zusammengeschlossen. Frankenthal hat eine Interessengemeinschaft mit der Zuckerfabrik Nauen. Es wird nicht lange dauern, dann werden die 260 Zuckerfabriken und 60 Raffinerien zusammen mit den 2000 3udergroßhandelsfirmen einen einzigen Trust darstellen, der bei seiner Verfügung über eine Zuckerrübenfläche von 360 441 Heftar über eine enorme Macht verfügen wird. Erneute Erhöhung der Walzeisenpreise. Die Preise für Walzwerkprodukte sind ab 8. November erneut erhöht worden, und zwar halbe Preise Theat.a.Rottbus.Tor K STETTINER Moritzplatz 16077 Säng. Jeden Abend 7 U. DonhoffBrett'l Anf.7/ U. WINTERTEN und Sonntag nachm. 3 Uhr ELITESänger Volkspreise! Vorvki. 11-11, u 4-6 VarietéSpielplan PATENTE Rauchen gestattet! Dr. Bogdahn, Geschäftst d. Treuh.- Verein berat. Ing. SW 61, Gitschin. Str. 3.* Rennen zu Grunewald Mittwoch, 8. November mittags 12 Uhr Siegfr. Berisch uwelen- Ankauf SCALA Tägl.& Uhr Jnternai. 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