Nr. 531+ 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 258 Bezugspreis: Für den Monat Rovember 400,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband file Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 496,-M., für das übrige Ausland 665,-M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Bettland, Luxemburg. Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Beit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweima!, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareilegzile toftet 80,-M. Reklamezeile 400,- 202. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20,- M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 16, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 10,-M., jedes weitere Wort 8,-M. Worte über 15 Buchstaben zähren für zwei Worte. Familien- Anzeigenfür Abonnenten Zeile 25,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 9. November 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Schriftwechsel mitder Reparationskommiſſion Die Berhandlungen mit der Reparationstommission[ haben zu einem Notenaustausch geführt, der hiermit der Deffentlichkeit übergeben wird. Am 4. November richtete der Reichstanzler folgendes Schreiben an die Reparationsfommission: Vorschlag für eine Stabilisierung der Mark. Eine wirksame und dauernde Stabilisierung der Mart fann erft eintreten, wenn die Reparationsfrage entsprechend der Leiftungsfähigkeit Deutschlands endgültig geregelt ist. Angesichts der Berrüttung der Mart, die sich in legter Zeit in immer fchärferer Weise vollzogen hat, fann jedoch nicht gewartet werden, bis eine solche endültige Regelung getroffen ist, da diese bei aller Beschleunigung zuviel Zeit beansprucht. Jeder Zeitverlust bedeutet eine neue Gefährdung der deutschen Währung und macht ihre Festtigung und Besserung immer schwieriger. Es müssen deshalb schon jetzt unverzüglich alle Schritte unternommen werden, die geeignet erscheinen, der weiteren Berrüttung der Mart Einhalt zu tun. Festigung und Befferung des Markfurses als die augenblicklich wichtigste und dringlichste Aufgabe ihrer Politit betrachtet. Sie erlaubt sich ihrem Borschlage für eine Stabilisierung der Mart. vom 4. d. M. folgendes hinzuzufügen: Es muß nochmals mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß alles, was jetzt zum Zwecke der Stabilisierung der Mart gefehen kann, immer nur ein Hilfsmittel ist, um ein gewisses Vertrauen des deutschen und des ausländischen Publikums in die Zukunft der deutschen Wirtschaft und der deutschen Finanzen wiederherzustellen. Ein dauernber Erfolg der Maßnahmen, welche jetzt unternommen werden können, wird nur dann verbürgt, wenn die endgültige Lösung des gesamten Reparationsproblems alsbald in Angriff genommen und mit größter Befchleunigung zu Ende geführt wird. Immerhin ist es nach Ansicht der deutschen Regierung nötig und möglich, schon jetzt im Wege der Zufammenarbeit eines ausländischen Bantsyndilats mit der Reichskant Maßnahmen zur Stühung der Mart zu ergreifen. Die Stabilisierung der Mart beherrscht alle] 2. Die deutsche Regierung erklärt erneut, daß anderen Brobleme, deren Lösung fie vorbereiten soll. Wäh- sie eine rend einerseits fein Plan zur Stabilisierung der Mark Erfolg haben tann, wenn nicht der Reichshaushalt ins Gleichgewicht gebracht und das Anwachsen der schwebenden Schuld gehemmt wird, kann anderer feits kein wirklicher Fortschritt bei der einen oder anderen dieser Re. formen erzielt werden, solange keine Maßregeln ergriffen worden find, um wenigstens eine gewisse Stabilität im deutschen Wechselkurs herbeizuführen. Nun aber hat die deutsche Regierung, die einen bestimmten und ausführlichen Plan" zur Herbeiführung dieser Stabilisierung vorzulegen versprochen hatte, sich auf die Bitte an die Kommission beschräntt, mit einem internationalen Finanzfomitee die Möglichkeit und die Bedingungen einer äußeren Anleihe von mindestens 500 Millionen Goldmart zu untersuchen. Jeder hat die Initiative und Verantwortung, die ihm zustehen, zu ergreifen und auf sich zu nehmen. Wird der Reparationstommiffion ein Anleiheprojekt oder irgendein anderes Projett vorgelegt, fo wird sie sich der Prüfung und Meinungsäußerung, sowelt fie dafür zuständig ist, nicht entziehen. Aber es ist Pflicht der deutschen Regierung, die übrigens Ein erfolgreiches Unternehmen zur Stügung der Mart ist jedoch internationale Sachverständige berufen hat, der Kommission ein Prozurzeit nur bei einem Zusammenwirken Deutschlands mit der jeft vorzulegen. Die Kommission gibt sich noch der Hoffnung hin, daß Kapitalkraft des Auslandes möglich. Ein solches Buie deutiche Regierung fie unter nochmaliger Anstrengung und ernst sammenwirten ist in der Weise gedacht, daß unter Mitlicher Prüfung sobald wie möglich mit den in ihrer ersten Note angewirtung der Reichsbant ein internationales Syndikat zur fündigten Berschlägen befassen wird. Beschaffung eines internationalen Banffretits von mindeffens 500 Millionen Goldmark Genehmigen Sie ufw. für die deutsche Regierung gebildet wird, um die Mart zu stüzen Wirth an die Kommission. und ihren Stand zu bessern. Da die Erörterungen über das Zuftandekommen eines solchen Banffredites und über die Bedingungen Darauf richtete der Reichskanzler unter dem 8. Nonem hierfür Verhältnisse berühren werden, die zur Zuständigkeit der ber an die Reparationstommission unter Beifügung zweier Reparationstommiffion gehören, so möchte die deutsche Regierung Gutachten, die inzwischen auf Ansuchen des Reichsfinanzzunächst davon abesehen, Anträge in dieser Hinsicht zu stellen. Sie ministers Dr. Hermes von den Herren Bissering und glaubt, daß geeignete Borschläge am besten durch eine gemein. Dubois einerseits und von Herrn rand andererseits same Beratung von Finanzmännern von internatio- lediglich als private Aeußerung ohne Bindung ihrer Länder nalem Ansehen aus den verschiedenen Ländern vorbereitet werden und Geschäftstreise eingegangen war, folgendes Schreiben fönnen, und schlägt daher vor, daß die Reparationsfommission ohne an die Reparationskommission: Berzug ein Komitee von solchen Finanzmännern zusammenberuft, um die Frage zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Gewährung von internationalen Banffrediten zum Zwecke der Festigung des Martfurses möglich erscheint. Herr Präsident! des Schreibens der Reparationsfommiffion vom 6. d. M. zu beNamens der deutschen Regierung, beehre ich mich den Empfang stätigen und wie folgt zu beantworten: Wenn durch das Zustandekommen eines berartigen Banffrebits 1. Die deutsche Regierung wiederholt ihre bereits früher ausbie Borbedingung für eine wirksame Stübung der Mart, nämlich gesprochene Bereitwilligkeit, die von ihr nach dem Memorandum vom die Wiederkehr des Bertrauens des In- und Ausgesprochene landes zur deutschen Währung, gegeben ist, ist Deutschland ent. 18. Juli b. 3. gegenüber dem Garantiefomitee über nommenen Verpflichtungen in ihrer Gesamtheit zu verfchloffen: wirklichen. Sie hat bereits alle hierfür notwendigen Maßnahmen getroffen. a) feinen Haushalt im Gleichgewicht zu halten, b) eine Befferung der Handels- und Zahlungsbilanz durch wirtschaftliche Maßnahmen, insbesondere durch Steigerung der Produktion herbeizuführen, c) die schwebende Schuld einzudämmen, d) innere Anleihen aufzunehmen. Die Antwort der Kommission. Herr Reichskanzler! berufenen ausländischen Sachverständigen, welche im praktischen Die deutsche Regierung hat einige der von ihr nach Berlin Banfleben stehen, gebeten, einen bestimmten Blan darüber auszuarbeiten, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen ein internationalcs Synbitat zur Stüßung der Mart gebildet werben fönne und wie die Operationen des Synditats durchzuführen sein würden. Die Herren Bissering, Dubois und Brand haben dieser Bitte der deutschen Regierung entsprochen und ein gemeinfames Gutachten erstattet. Außerdem hat Herr Brand sich über die Möglichkeit der Beteiligung des Londoner Geldmarktes an der gedachten Kreditoeration besonders geäußert. Die deutsche Regierung beehrt sich diese Schriftftüde der Reparationsfommission in den Anlagen zu übermitteln. Die deutsche Regierung empfiehlt diesen Plan der ernstesten Beachtung der Reparationsfommission und bittet, ihn als Grundlage für die weitere Behandlung der Stabilisierungsfrage zu benutzen. Sie macht sich sofort in Angriff genommen wird. insbesondere den Gedanken zu eigen, daß die darin in Aussicht genommene Stüßungsaktion durch ein internationales Banksyndikat Auch die Reichsbank ist von der außerordentlichen und entscheidenden Bedeutung der Bildung eines solchen internationalen Bantjynditats für die Wiederherstellung des Vertrauens und das Gelingen einer Stüßungsaffion überzeugt. Sie hat sich bereit erklärt, auch ihrerseits an dieser Aflion mitzuwirken und sich an der Aufbringung der Mittel zu beteiligen. Auf dieser Grundlage hätte sich die Stüßung in der Weise zu vollziehen, daß der Martfurs nach einheitlichen Gesichtspunkten mit den fo zur Verfügung gestellten Mitteln durch An- und Berkauf von Mart und Devisen reguliert wird. Ueber die Einzelheiten, insbesondere über die Art und den Umfang der Beteiligung der Reichsbank würde noch eine Verständigung mit den fremden Geldgebern herbeigeführt werden müssen. Ferner würden die vom Reich zu stellenden Sicherheiten unter Zustimmung der Reparationstommission mit den Geldgebern noch zu vereinbaren fein. Rückgang des Dollarkurses bis 7800. Nach der Veröffentlichung des Sachverständigen- Gutachtens hat das Martangebot an den ausländischen Börsen sehr Die Antwort der Reparationskommission, die am 6. No- nachgelaffen. Auch in hiesigen Finanzfreifen beurteilt man den vember übergeben wurde, hatte folgenden Wortlaut: Inhalt des Gutachtens sehr günstig. An der heutigen Börse machte fich eine mertliche Ermattung der Devisen geltend. Der Die erste Bedingung, welche die Sachverständigen stellen, geht Im Berlauf der Besprechung, die die Reparationsfommission Dollar fiellie fich gegen Mittag etwa auf 8000. 3m Handel der dahin, daß während der Tätigkeit des Synditats und bis zur vollmit Ihnen am 31. Oftober zu pflegen die Ehre hatte, haben Sie der Devisen Paris gegen London zeigte sich ebenfalls eine Befferung des ständigen Rückzahlung der vom Syndikat geleisteteten Borschüsse Reparationstommiffion aus eigenem Antriebe die Buficherung ge- Frank, die natürlich im engen Zusammenhang mit der Erholung Deutschland von jeder Barzahlung auf Grund des Ver. geben, fie fönne zur Vollendung ihres Wertes auf die loyale des Martturfes steht. trages von Versailles sowie von allen NaturallieferunMitarbeit ber deutschen Regierung und aller ihrer Dienststellen Für den Effektenverkehr blieb die Börse heute geschlossen. Es gen für Reparationszwede vorübergehend be. rechnen. Die Rommission hat diese Zusicherung entgegengenommen fcheint aber, als ob auch hier die Hauffe ihren Höhepunkt über- freit werden müsse. Die deutsche Regierung selbst ist der Ansicht, und dabei auf den informatorischen Charakter ihrer schriften habe. Mit Ausnahme der oberschlesischen Werte waren fast daß der Stabilisierungsprozeß, welcher einerseits eine notwendige Reise hingewiesen, beren einzelne Ergebnisse zu den Beschlüssen alle Papiere heute cher angeboten. Ein richtiges Bild über den Voraussetzung für die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Reichsund Gutachten beitragen werden, die sie nach ihrer Rückkehr in Umschwung wird sich erst an der morgigen Vollbörse gewinnen laffen. haushalt bildet, zunächst einmal ohne Störung zu einem gewissen Paris festzulegen haben wird. In den Kreisen, denen der Sturz der Mart er Abschluß gebracht sein muß, um dadurch die deutsche Wirtschaft zur Die ersten Ergebnisse der Untersuchung haben gezeigt, daß, wünscht ist und die deshalb in den letzten Tagen nicht wiederaufnahme von Leistungen aus dem Bertrage von Versailles wenn auch die deutsche Regierung in ber legten 3eit schwarz genug malen fonnten, sind die etwas günstigeren zu befähigen. Die deutsche Regierung ist jedoch, wie fie bereits der sich bemüht hat, die freie Kontrolle des Garantiefomitees über Mitteilungen des gestrigen Tages über den Stand der Ber- Reparationskommiffion erklärt hat, bereit, Lieferungen für den die Reichsfinanzen und über die deutsche Ausfuhr sicherzustellen, handlungen mit der Reparationsfommission übel aufgenom- Wiederaufbau der zerstörten Gebiete auch während des Stabli bennoch wichtige Maßnahmen zu treffen bleiben, besonders hinsicht men worden. Aus diesen Kreisen stammten deshalb auch die fierungsprozesses zu übernehmen, insoweit es möglich ist, diese lich der Schaffung eines Berfonalstabes, wie er be. Gerüchte, die heute früh in Bant- und Börsenkreisen leb- Leistungen ohne Vermehrung der schwebenden Schuld aus dem sprochen und notwendig ist. Die Reparationsfommission lenkt ihre haftes Aufsehen erregten. Danach sollte nämlich die Reichs- Budget oder durch innere Anleihen zu bestreiten. ganze ernftefte Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit, die engage regierung die Absicht haben, die Devisenbestände zu beschlag- Das von der deutschen Regierung in Uebereinstimmung mit den ments définitifs", die in dieser Gestalt nochmals vom Reichsfinanz- nahmen. Diese Gerüchte, die Verkäufe zurückhalten sollten, Bantfachverständigen vorgeschlagene Unternehmen zur Stüßung und minister anerkannt worden sind, in ihrer Gesamtheit zu verwirt- entbehren, wie wir mitteilen fönnen, jeder Berechtigung und Besserung des Markkursus bezweckt nicht nur bie Rettung sollen offensichtlich nur dazu dienen, der Spekulation Deutschlands aus seinen Währungsschwierigkeiten, es soll nicht Die Reparationskommission, die mit ihrer eigenen Erflärung auf den Sturz der Mart neue Möglichkeiten zu liefern. nur die Balancierung feines Budgets und die Eindämmung ber über die von ihr zu prüfenden Probleme übereinstimmt, hat sich nach. Wie mir weiter erfahren, haben sich auch bereits die zu schwebenden Schuld möglich machen, es ist vielmehr auch eine noteinander mit dem Ausgleich des Reichshaushalts, der ständigen Stellen mit der in unserer heutigen Morgenaus- wendige Voraussetzung dafür, daß Deutschland instand gesetzt wird, schwebenden Schuld und der Stabilisierung der gabe angeregten Aufforderung, die berufsmäßigen wiederum Reparationsleistungen zu bewirken, Mart befaßt. Nachdem sie über diese Punkte den Reichsfinanz- petulanten ausländischer Nationalität und insbesondere, auswärtige Anleihen aufzunehmen, deren Erlös minister und die Finanzbehörden gehört hatte, hat fie die deutsche auszuweisen, beschäftigt. Es wird vermutlich bereits in für zur Abtragung der deutschen Verpflichtungen bestimmt sein würde. Regierung um Bekanntgabe ihrer Borschläge ersucht. Diese sind zester Frist zu einem Einschreiten gegen diese Elemente Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Bersicherung meiner aus. bisher zu unbestimmt. tommen. gezeichneten Hochachtung ( gez.) Wirth lichen. Das zweite Gutachten. Das von den Herren Bissering und Dubois verfaßte, non Herrn Brand unter einem Borbehalt mit unterzeichnet private Gutachten hat folgenden Wortlaut: Der deutsche Reichsfinanzminister hat die Frage an uns gerichtet, wie wir über die Intervention eines internationalen Synditais zur Stabilisierung der Mark denken und unter welchen Bedingungen eine solche Intervention nach unserer Ansicht erfolgen fönnte. Die Ursache für die ungeheure Entwertung der deutschen Währung, die während der letzten Monate eingetreten ist und die sich noch täglich verschärft, scheint uns vor allem auf einer Erschütte= rung des Vertrauens im In- und Auslande zu berufen. Aus diesem Grunde ist eine Mitwirkung des Auslandes wünschenswert. Daher sprechen wir uns dahin aus, daß es zweckmäßig sein würde, unter Mitwirkung( sous les auspices) der Reparations= tommiffion fobald wie möglich eine Bersammlung von Bankleuten aus Staaten mit normaler Währung einzuberufen, d. h. aus den Vereinigten Staaten, England, Holland, Schweden und der Schweiz. Weiter fönnten Banfleute aus anderen Ländern daran teilnehmen, die zur Mitarbeit bereit sind. Die Banfleute hätten die Frage der Gründung eines internationalen Syndikats zu prüfen, dessen Aufgabe es wäre, zufammen mit der deutschen Regierung und der Reichsbank durch die von ihm für zweckdienlich erachteten Mittel und Wege an der Stabilisierung der Mark zu arbeiten. Ohne den Beschlüssen vorgreifen zu wollen, halten wir es doch zur Klarstellung für zweckmäßig, unsere Ansicht über das einzuschlagende Verfahren auszusprechen: 1. Deutschland müßte während der Tätigkeit des Synditats und bis zur vollständigen Rückzahlung der erhaltenen Vorschüsse von allen Reparationsbarzahlungen und Sachleiffungen befreit werden. 2. Das Syndikat müßte mit einem Rapital von mindestens 500 Millionen Goldmart begründet werden können. 3. Dieser Betrag wäre in Form eines Atzeptfredits aufzubringen. Die Wechsel wären von der deutschen Finanzverwaltung auszugeben, mit der Bürgschaftserklärung der Reichsbank zu versehen und hätten auf die Währung des Staates zu lauten, dem der Afzeptant der Wechsel angehört. Das Komitee würde, wenn es sich auch praktisch für die Aufgabe intereffiert, am besten in der Lage sein, sein Gutachten auch darüber abzugeben, wie die Stügungsaktion finanztechnisch durchzuführen ist. 4. Die Laufzeit der Wechsel fönnte auf höchstens zwei Jahre verlängert werden, vorausgesetzt, daß die Zentral- Emissionsbanten ihre Zustimmung erteilen. 5. Die Reparationsfommission würde aufzufordern sein, für die Rückzahlung der von dem Syndikat gewährten Borschüsse ein Prioritätsrecht vor sämtlichen Reparationsbarzahlungen zu gewähren. 6. Die deutsche Regierung hätte mit Zustimmung der Reparationstommiffion als befondere Garantie für die Rückzahlung der von dem Syndifat gewährten Borschüsse die Erträgnisse der Aus= fuhrobgaben nach einem noch zu vereinbarenden Verfahren zur Verfügung zu stellen. 7. Neben den Leistungen des Syndikats hätte sich die Reichsbant zu verpflichten, an der Stabilisierungsaftion mit einem Betrag von gleicher Höhe teilzunehmen, indem sie sich durch Verpfändung eines Teiles ihres Goldbestandes einen Kredit in gleicher Höhe beschafft. Auf diese Weise würden die gesamten zur Verfügung stehenden Fonds den Betrag von einer Milliarde Goldmart oder ihren Gegenwert erreichen. 8. Wir sprechen uns nicht über die Zinsbedingungen und die Vermittlungsgebühren aus, die von Deutschland zu verlangen wären. Diese Frage bleibt vielmehr vorbehalten. Berlin, den 7. November 1922. gez. Bissering. Dubois. Borbehaltlich der in meinem Memorandum über die Lage des Londoner Markts enthaltenen Bemerkungen stimme ich den obigen Ausführungen zu. gez. Brand. Revolutionäre Granatsplitter. Bon Ernst Preczang. ,, An die Laterne!" Wenn die lebenden Reaktionäre Dunkelheit verbreiten, werden auch die toten fein Licht geben. * Die private Aeußerung des Herrn Brand über die Stellung des Londoner Kapitalmarkts zu dem Problem der Stabilisierung der Mark lautet wie folgt: 1. Der Finanzminister hat mich im Namen der deutschen Regierung gebeten, meine Ansicht über die Möglichkeit zu äußern, im gegenwärtigen Augenblick Anleihen oder Kredite am Londoner Markt zur Stügung des Verfuchs einer Stabilisierung der Mart zu erhalten. In Erfüllung dieses Wunsches bitte ich als selbst. verständlich hinzunehmen, daß ich nur meine persönliche Ansicht äußer. Ich fann in feiner Weise für andere Londoner Bankiers sprechen. 2. In dem Bericht, den ich als einer der von Deutschland eingeladenen Sachverständigen zeichnen werde, werde ich meine Ansicht in bezug auf fremde Anleihen oder Kredite in der ganzen Frage des Stabilisierungsplans äußern. Hier dagegen werde ich mich auf den reinen banktechnischen Gesichtspunkt beschränken. 3. Es ist nach meiner Ansicht nicht möglich, an den privaten Geldgeber in England wegen einer deutschen Anleihe heranzutreten. Die Begründungen, die das Bankierkomitee im vergangenen Juni gegeben hat, behalten volle Geltung. Dazu kommt, daß der fürzliche Sturz der Mart Deutschlands Kredit im Ausland völlig zerstört druck nach außen hin hervorgerufen werden. Die bürgerlichen Parteiführer beschränkten sich auf einige mehr formale falls die Zustimmung zur Note der Reichsregierung. Bemerkungen. Der Vertreter des Zentrums erklärte ebenam Freitag im Auswärtigen Ausschuß erfolgen. Am Dienstag Die fachliche Besprechung der Note der Regierung soll will die Reichsregierung im Reichstag durch eine Erklärung die allgemeine politische Aussprache einleiten. Der Reichstag selbst wird jedoch bereits am Montag zu einer furzen Sizung zusammentrefen, um den Fraktionen die Möglichkeit zur Aussprache zu geben. Die sozialdemokratische Fraktion ist bereits zu Montag nachmittag zu einer Fraktionsfizung eingeladen worden. 17 Der 9. November und die Presse. " Rechte und Linke. Der Anblick der heutigen Berliner Morgenpresse ist lehrreich. Von den demokratischen Blättern wagt als einziges die Berl. Voltszeitung" an die Bedeutung des Tages zu er innern, Berl. Tagebl."," Boff. 3tg." und„ Morgenpost" hüllen sich in vornehmes Schweigen. Ganz anders verhält sich die Bresse der Rechten." Tag", hat. Ich stimme mit der Ansicht des Banfierkomitees überein, daß ,, Lofalanzeiger" ,,, Deutsche Tageszeitung" usw. veröffentlichen lich ist. Solange das nicht feststeht, halte ich es nicht für möglich, liest sich der Aufsatz des Obersten a. D. Golg in der„ KreuzGewißheit über Deutschlands zukünftige Verpflichtungen wesents Leitartikel über den Tag der Schmach". Am hübschesten an das Publikum heranzutreten. zeitung", dessen Anfang als ein Muster unparteiischer Ge4. Es bleibt daher nur die Frage einer unterstützenden schichtsschreibung hier wiedergegeben sei: leihe auf der Grundlage einer Sicherheit durch Reichsbankgold, Mitwirkung durch die Bankwelt übrig. Natürlich würde eine Andas je nach den Wünschen der Banfiers an einem zentralen Platz 34 deponieren wäre, möglich sein. Abgesehen hiervon, glaube ich, würden Anleihen nur zu erhalten sein, wenn ein vollständiges Moratorium für einen gewissen Zeitraum wegen Deutschlands Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag ein treten würde. Wenn ein derartiges Moratorium vielleicht für zwei Jahre gewährt würde und wenn andere Finanzkreise in der Schweiz, Holland und anderen Ländern mit einer genaueren Kenntnis der deutschen Verhältnisse die Führung übernähmen, ist es möglich, daß die Londoner Bankleute sich z. B. in Form eines Atzeptkredits von mindestens 5 Millionen Pfund Sterling beteiligen würden. Aber, wenn Unsicherheit darüber fortbestände, was für Verpflichtungen Deutschland am Ende des Moratoriums hat und wenn die Mög. lichkeit eines vollständigen finanziellen Zusammenbruchs Deutschlands am Ende dieses Zeitraums bestehen bliebe, dann würden die Anleihegläubiger eine Sicherheit für die Rückzahlung vor Ablauf des Moratoriums verlangen. Es würde auf jeden Fall nötig für sie sein, daß sie zu der Maßnahme die Genehmigung der Bank von England und das Recht erhalten, die auf London gezogenen Wechsel dort zu diskontieren." Die Parteiführer in der Reichskanzlei. Reichstag am Montag. Boll aus der Knechtschaft zu erretten? Es zu schützen gegen bie Borrechte von Ständen und Klassen? War die Revolution von 1918 berechtigt? Galt es, das deutsche → Längst waren in Deutschlard alle Bürger gleichberechtigt. Adel, Beamtentum, Geistlich feit, Offizier stand, deren Borrechte und Anmaßungen in Frankreich vor 1½ Jahrhunderten das Bolt zum Kampf gegen die bestehenden Gesetze, gegen deren Machthaber aufgeftacheit hatten, gehörten bei uns zum Volk genauso wie die Handarbeiter. Der Kaiser stand über den Parteien. Durch eine 500jährige Geschichte waren Fürst und Bolt aneinandergeschlossen. Auf dem Arbeitsfeld nationaler Wohlfahrt führte Kaiser Wilhelm den Pflug und warf den Samen der Gefiifung in die ausgeworfenen Furchen. Wohlstand und Ordnung zierten das Vaterland. Der Krieg, von den Feinden aufgerufen, werf sich auf das deutsche Land. An den Gruenzen machte er Halt; erschrocken taumelte er zurück vor den Hieben, die er empfing. Da scrie er über Land und Meer und zog alle herbei, die je hämisch gesehen hatten auf deutschen Fleiß und neidisch auf deutsche Erfolge. Furcht, bar wurde die llebermacht. Und doch hielten wir sie nieder. Da(!) entfachten Toren und Schlechte die Flam. men der Revolution. Jetzt weiß man wenigstens genau, wie es gewesen ist. Aehnlich wie aus der Kreuzzeitung" flingt es aus den Spalten der übrigen reaktionären Zeitungen. Und was tut dagegen die bürgerlich- demokratische Presse? Sie schweigt. sehen, der sich im Jahre 1848 von Republik und Reaktion In unserem heutigen Morgenblatt ist das Bild des Mannes zu bürgerlich- demokratischen Redakteure verbient dieses Bild gleich weit entfernt hielt. In der Ahnengalerie der meisten einen Ehrenplay. Denn das ist ihr geistiger Urvater. Von Marx zu Max Hölz. tangici gab der Reichsfangler Dr. Wirth zunächst die bis In der heutigen Sigung der Parteiführer in der Reichsgen Bissering, Dubois und Brand und den Worther noch nicht veröffentlichten Gutachten der Sachverständi laut der Note der deutschen Regierung an die Reparationsfommission bekannt. Dabei betonte er ausdrücklich, daß die Note der Reichsregierung die einmütige Auffassung des Kabinetts darstelle. Es sei dringend notwendig, deutlich zum Ausdruck zu bringen, daß die ernsthafteste Förde Die„ Rote Fahne" hat die erschütternde Entdeckung ge rung der Stabilisierung der Mark der Leitgedanke der deut- macht, daß die Parole Lennis Raubt das Geraubte!", schen Bolitik sei. Auch die Reichsbank werde jetzt auf die wir neulich hinwiesen, nichts weiter sei als eine bei der Erreichung dieses Zieles tatkräftig Ueberlegung der Marrschen Losung der Expropriation der Expropriateure. Damit ist das kommunistische Zentralorgan glücklich auf dem Niveau jener bürgerlichen Sozialistentöter angelangt, die feit Jahrzehnten die margistische Forderung der Enteignung der Produktionsmittel mit dem Hinweis bekämpfen, daß diese Enteignung Raub und Plünderung sei. Ginge es nach den Methoden des russo- tatarischen Kommunismus, so hätten diese Gegner des Sozialismus allerdings gewonnenes Spiel. mitwirken. theater stumpf und steif! Wozu dann aber der Birfus? Altes Rätfel, alte Klage, die schon hundertmal abgehaspelt und gelöst worden find. Mar Hochdorf. An die Darlegungen des Reichstanzlers schloß sich eine furze Aussprache. Von fozialdemokratischer Seite wurde die Zustimmung zur Note erklärt und es als dringend erforderlich bezeichnet, daß die dauernde Initiative in der Währungspolitik jegt bei der deutschen Regierung liegen müffe. Durch entsprechende Taten müsse auch dieser Ein Mutter als böse Geister fonterfeit sind: der Vater der Unsichere, der Verführte, der nur aus Kurzsichtigkeit nach der Karbatsche für den Sohn greift, die Mutter die blindlings zornige, eine richtige Strindbergfrau, flobig und einseitig in ihrem Haß und in ihrer Blut muß fließen!" So fagen jene Wurstmacher, die sich in Gewissensqualen am Totenbette des Freundes frümmt, er ist stellen fönnen, daß es unter den Bakterien Formen gibt, die man Liebe. Und der junge Martin Luther, noch Student der Rechte, der Fettbildende Batterien. Schon vor einiger Zeit hat man festnicht wissen, wie sie den Darm der Zeit füllen sollen. niemals der geschichtliche, er ist immer nur der Magosohn August als Fettpilze bezeichnen muß, weil sie imftande sind, reines Fett Seid menschlich, Sieger!" Ja. Aber erwartet keine Historie mit aller alten Kulturhistorie überlastet. Gewiß, die Nage- faft der Pflanzen enthalten ist und der, zumal, wenn ihm Zucker Strindberg, der nach seinen Lastern fahndet. Strindberg hat seine zu erzeugen. Zu dieser Gattung gehört z. B. der Pilz, der im MilchGegenliebe von den Wölfen. lung der Thesen an das Wittenberger Kirchentor bildet das drama- zugeführt wird, die Bellen des betreffenden Gewächses derart ver tische Zentrum. Aber der Dramatiker wollte es sich nicht entgehen fettet, daß das weitere Wachstum aufhört. Der chemische Prozeß, lassen, den Meeressieg der Christoph Columbus in seiner die Köpfe mit deffen Hilfe die Batterien den Zuder in Fett umwandeln, ist erhellenden Wichtigkeit aufzuklären, das Rüpelfirmesspiel, das die uns freilich noch unbekannt. Pfaffenlafter entlarot, aufziehen zu lassen und in aller Breite und Auch die sehr wünschenswerte prattische Verwendung der Fett " Schlagt den ganzen Porzellanladen entzwei!" niederdrückenden Tragit das Luftfeuchenschicksal des Ullrich v. Hutten pilze läßt sich, wie ein Fachbericht in der„ Chemiter- Zeitung" darAber laßt die Suppenteller heil. zu beleuchten. iegt, vorläufig noch nicht durchführen, weil es noch nicht gelungen „ Seid besser als eure Feinde." Nicht dümmer. Fast zu schulmeisterlich und weitschweifig all dieses fulturhisto ist, ein einigermaßen billiges Nährsubstrat für die Bakterien herzu rische Element. Es geht dem Gedanken natürlicher ein als der stellen. Neuerdings hat Nadson in Petersburg sehr günstige ErNeugier, die auf der Bühne herumsucht. Strindberg, ein Priester, folge mit Extraft aus Seetang erzielt, die wohl auch deshalb prot Baut ihnen goldene Brücken!" Und wenn sie hinüber der die Karikatur nicht scheut, dichtete dieses Luther- Spiel. Die til fortgeführt werden sollten, weil der Tang enorme Blattflächen find, reßt sie ab. Klosterszenen sprechen beinahe im Tone der Rüpeleien, die dem Fast besitzt und man somit außerordentlich großen Nährboden erhielte. nachtsmittelalter nachgemacht sind. Und mitten in diesen Karneval In Amerika wird übrigens der Tang bereits zu diesem Zweck ab. „ Seid gerecht!" Nein. Die nüßliche Produktion würde der ganze, fich bis zum Grund aushöhlende Strindberg. Luther geerntet. Stocken; denn ihr müßtet nur Guillotinen fabrizieren. wird gezeigt als Straßenfeger mit dem Dreckbesen, wie die Pfäff= Sehr wichtig ist aber weiterhin die" erst fürzlich entbedte Eatlein auf ihn einpeften, wie fie, fabbernd in Behaglichkeit, den Feuer- fache, daß auch gärende Pilze zur Fettbildung veranlagt werden Kopf ab, Kopf ab!" Die Ropflosigkeit reichte zu allen fopf demütigen. Auf jeder Seite die äußerste Schmach. Auf jeder Seite die äußerste Schmach. Kein fönnen. Durch solche Pilze könnte beispielsweise unter gleichzeitigen Zeiten aus. Bersuchen wir's mal mit: Ropf auf!" Schamgefühl, ein Zetern bis zum letzten. Keine Großzügigkeit, Luftzutritt Alkohol in Fett verwandelt werden; ferner ist es be= eigentlich auch feine Myftit, die das Genie erfaßt. Höchstens eine fonders für die medizinische Wissenschaft sehr bedeutungsvoll, daß Schüßt die Republik!" Auch vor jenen Freunden, die moralische Verbissenheit, die den Willenserplosionen des Genies auch gewiffe frankheitserregende Batterien Fettbildner find, wie fie wuchernd aushöhlen und bedreden. gerecht wird. 3. B. der Tuberfelbazillus. Die befannte günstige Wirkung des Spielt man heute diesen Luther, so entzieht man sich meistens Altohols auf Tuberkulöse wird denn auch jedenfalls nur durch diesen „ Der Feind steht rechts." Nicht immer. Links steht der man schält auch aus der Strindbergschen Historie nur einen flaren die wohltätige Wirkung reichlichen Luftzuiritts, der bei jenen Batder Pflicht, das Drama mit diesem fesselnden Beiwert zu belasten: Berfettungsprozeß der Lubertelbakterien hervorgerufen, ebenso wie und nur heroischen Luther heraus. Im Großen Schauspielhaus terien ebenfalls den Verfettungsprozeß begünstigt, mit diesen Erherrschte Richard Revys Regie, der nicht recht wußte, ob er fcheinungen zusammenhnägt. Der weitere Ausbau dieses neuen GeStrindbergs Luther- Spiel im Großen Schauspielhaus. Nüchternheit gebieten sollte oder schillernden Rummel. Er überließ bietes der Untersuchung wird zweifellos noch manches wertvolle Mit Stolz betrachtete Strindberg fein Luther- Spiel. Natürlich und ermüdete bei der Mühe, das Temperament der anderen Rünstler Schließlich dem Eigenwillen von Werner Krauß den ganzen Luther Ergebnis bringen. beutete er auf den Götz" und meint, feine Reformationshistorie zu peitschen. Dabei entgleiste Krauß um einige beträchtliche wie neulich die Karlsruher Kunsthalle in ihren altdeutschen Sälen alte Beethoven und Haydn in der Rondoner Nationalgalerie. fei ein ganz deutsches Wert geworden. So meinte auch vor hundert Spannen. Es war, als wollte er die Bracht der Strindbergschen Musik auffübren ließ, jo bat jetzt auch die Leitung der Londoner National Jahren der Franzose und Faust"-Uebersetzer Gérard Nerval, er Gedanken und Moral abfchütteln, als wollte er den heroischen Luther galerie ein Streichquartett, Beethoven und Haydn in ihren Räumen spielen habe in seinen eigenen Werfen die Schillerschen Räuber" erreicht. allein wieder schaffen. Er gestattete sich Saloppheiten in Sprache faffen. Dies Unternehmen bat soviel Antlang gefunden, daß man weiter So meinte nicht minder der britische Lord Byron, fein Drama und Gang. Luther hat an diesem Abend vielleicht viermal berlinert. gegangen ist und Beethoven op. 59 Nr. 9 und Haydn in den Gemälde „ Berner" jei würbig des Weimarer Genius im allgemeinen und Dann steizte zeitweise auch ein Stück Don Quichote über die Bretter, fälen ber alten Meifter aufgeführt hat. des Goetheschen in besonderen. Nun, es ist ein höchst unterhalten- und noch häufiger trompete die Redheit des Cyrano de Bergerac. Die„ verbotene Stadt". Nachdem die englische Expedition bon des Kapitel, die Versuche dieser genialen deutschen Freunde, die alle Das ergab Mißtöne. Der stampfende Echaftftiefel regierte über den Younghusband 1904 in der Residenz des Dalai Lama, in dem bis dahin an das deutsche Herz gelangen wollen. Sie bleiben alle an ihrem Geift. Man vergesse aber nicht, daß der Theatraliter Strindberg oft von undurchdringlichem Geheimnis umgebenen hafa eingezogen war, cigenen Herzen haften. Sie verraten es trob ihrer selbstbewußten seltsam metaphyfisch wird und fern von der Rampe wandert. Durch lich sein werde. Einige Engländer famen auch herein. Nun aber hat der glaubte man, daß die Hauptstadt Tibets auch anderen Europäern zugängMaskierung. Strindberg vor allem. jolche alten, wenn auch imponierenden Schauspielermittel zieht man Beherrscher Tibets der Britischen Buddhistischen Mission den Zutritt zu der Sein Luther ist orn vornherein düsterer, als die Weltgeschichte ben Dichter hinunter. Man überfah das vielfältig im Großen Stadt verboten. Die Stadt soll allen, außer offiziellen Besuchern", weiter ihn aufgebaut hat. Er ist mehr ein Reformator aus Kampf und Schauspielhaus. So wurde z. B. die kleine Luftfeuchentragödie verboten bleiben. Wut, als der gottfreudige und fröhliche Streiter. Schon die gestern zwischen dem Bürgerfräulein und üllrich v., Hutten eine provinziell Im Monistenbund spricht Freitag, 7 Uhr, im Realgymnafium gespielte, sonst gefpart: Szene von der Mannsfelder Knabenzeit ist verzuderte Kulissenreißerei. Es flingt fast lächerlich, daß im Großen Sobenstaufenstr. 47/48. Dr. Dito Suliusburger über Religion und Menschen rur Strindberg, ein finsteres Familiengemälde, wo Vater und Schauspielhaus die Romparsen versagten. Die Masse im Massen- tum" zum Bedenten des fünfzigsten Todestages Ludwig Feuerbachs. fnurrende Magen. * * Knillings Programmrede. Reliquien. worden fei? Richtig ist, daß er anfangs bereit war, die von Reftor Raefer geleitete Schule zu verlassen. Aber die Elternschaft, die für 25 Jahre Gemeindedienst. München, 9. November.( BTB.) Der bayerische Landtag trat Soffieferanten gab es früher die schwere Menge in Deutsch- Splinter eintrat, erflärte sich gegen einen solchen Schritt. Den Geheute vormittag zur Entgegennahme der Mitteilungen des Minister- land, worüber man nicht erstaunt sein fonnte, da es ja genug danken der Versetzung hat das Provinzialfchultollgium präsidenten Dr. Knilling über die Zusammensetzung seines Kabinetts Prinzen und Potentaten gab, die natürlich alle Hoflieferanten" Don vornherein" gehabt und versetzt wurde Splinter und seiner Programmrede zusammen. Ministerpräsident Dr. v. Knil- haben mußten. Die Leute, die heute noch nach der Revolution und schließlich gegen seinen Willen. ling teilte dem dichtbesetzten Hause mit, daß er die bisherigen in der Republik den Titel Hoflieferant auf den Schildern vieler GeRessortminister auch in fein Rabinett übernommen habe, und er schäfte in goldenen Buchstaben erstrahlen lassen, sollen sich ruhig klärte ferner, daß eine Besetzung des Handelsministeriums für die weiter lächerlich machen. In der Charlottenstraße aber ist ein Fri- Obst jetzt auf ein Bierteljahrhundert reger Mitarbeit in der GeIn Schöneberg fann der Bezirksverordnete Genosse Err.. allernächste Zeit in Aussicht genommen sei. Widerspruch gegen die feur, der unlängst erst ein großes Piafat mit frausen und verschnör- meindeverwaltung zurückbliden. Borschläge des Ministerpräsidenten erhob sich aus dem Hause nicht. felten Buchstaben und mit gar foftbarem Rahmen in das Schau Schöneberg noch Dorf war, zog er in das fleine Gemeindeparlament 2m 10. November 1897, als Landtagspräsident Königsbauer begrüßte kurz das neue Ministerium fenster gestellt hat, auf dem der Herzog von Sachsen- Koburg- Gotha ein. Bei Schönebergs Aufrücken zur Stadt wurde er zum Stadtund gab der Erwartung eines glücklichen Zusammenarbeitens des dem Herrn Friseur bestätigt, daß er ihn zum Hoflieferanten er verordneten gewählt, und nach der Zusammenfassung Groß- Berlins Landtages mit der Regierung Ausdrud. Der Staatsregierung müsse nannt habe. Der Mann, der sich bewogen fühlt, so etwas heute noch fette er feine ehrer.amtliche Lätigkeit im Dienst des Berwaltungsaus den weitesten Kreisen des Volkes rückhaltlofes Vertrauen ent- breitfpurig und großmäulig zur Schau zu stellen, paßt in seine Zeit. bezirks Schöneberg ais Bezirksverordneter fort. Er hat in ver gegengebracht werden. Der Präsident gedachte jodann mit aner Wie eine Reliquie mutet das an und wie eine Rarität, die der schiedenen Zweigen der Gemeindeverwaltung mitgewirft, unter andefennenden Werten des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Graf Spießer mit neugierigem Refpeft betrachtet. Der Friseur jedoch Genosse Obst, der jetzt bereits das 61. Lebensjahr hinter sich hat, war rem im Spartassenwesen, im Gesundheitswesen, im Wohlfahrtswesen. weiß gewiß ganz genau, daß er sein Geschäft durch dieses Plakat früher Bimmerer und wurde Mitte der neunziger Jahre Gastwirt. hebt". Gewiß gibt es immer noch Leute, die Freude daran finden, Den älteren Geroffen ist er befannt als einer von den Alten, die daß ein Hoflieferant ihnen den Bart schert und die Locken fräuselt. fchon unter dem Sozialistengesetz an der Arbeiterbewegung beilDa steht man machtlos vis- à- vis nahmen. In den Reichstagswahlkämpfen der neunziger Jahre war er Kandidat der Sozialdemokratischen Partei im Wahlkreis Friede berg- Arnswalde. Lerchenfeld. Hierauf ergriff Ministerpräsident Dr. v. Rnilling das Wort zu längeren Ausführungen über die Grundsätze des Programms der neuen bayerischen Regierung. Einleitend gedachte er des Wirfens des Grafen Lerchenfeld, der ein Staatsmann von hohen Fähigfeiten und lauterstem Wollen gewesen sein, ein Edelmann in Wesen und Gesinnung.( Lebh. Beifall b. d. Bayer. Bolfspartei.) Das Roalitionsprogramm, das der frühere Ministerpräsident v. Kahr 1920 befannigegeben habe, bilde heute noch eine maßgebende Grund Tage für die Führung der Geschäfte der Staatsregierung. Ausführlich äußerte sich der Ministerpräsident über das Verhältnis Bayerns zum Reich und erklärte, gegen jede Anzweiflung der Reichs treue Bayerns müsse er Berwahrung einlegen. Eines möchte er sagen: Der würde dem bayerischen Bolte nicht gerecht, der in dem unerschütterlichen Festhalten an seinem staatlichen Eigenleben eine mutwillige Auflehnung gegen das Reich, eine Eigenbrötetei sehen wollte. Bayern habe nie den Rampf mit dem Reich gesucht und werde ihn auch fünftig nicht suchen. Bombenanschlag in Leipzig. Tas Volkshaus gefährdet. Leipzig, 9. November.( Eig. Drahtbericht.) In der Nacht vom 8. zum 9. November, 11,50 Uhr, wurde am Volkshause, Zeiger Straße, eine Explosion verursacht, die glüdlicherweise nur ge ringfügigen Sachschaden angerichtet hat, während Betsonen nicht verletzt worden sind. Am Tore des Haupteinganges wurden die Ueberreste einer offenbar mit Schwarzpulver gefüllten Ladung vor gefunden. Der Druck war so groß, daß fünf große Scheiben an den Aufgängen zum Café zertrümmert wurden, obwohl das Portal vorn und hinten offen war. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt. Die Orientkrise. Kurze Verschiebung der Lausanner Konferenz. Paris, 9. November.( TU.) Der englische Vorschlag, die Laufanner Konferenz zu vertagen, ist zwischen Poincaré und dem Botschafter Lord Hardinge besprochen worden. Poincaré, der grundfäglich gegen eine Bertagung ist, um den türkischen Nationalijten flärte sich schließlich mit einer sehr furzen Verschiebung einverstannicht die Möglichkeit zu weiteren Eigenmächtigkeiten zu geben, erden. Die italienische Regierung geht, wie hier dazu mitgeteilt wird, mit der französischen Hand in hand. Nach einer Londoner Meldung hat die englische Regierung beschlossen, den französischen Vorschlag, die Orientkonferenz nicht über den 20. November zu verschieben, anzunehmen. 4 Der Trick der Garderobenmarder. hat, arbeiten" zwei Kavaliere", ohne daß es bisher gelingen Stoppenstraße 27, wo im Keller Sprit, Liföre, Badmaterial u. a. Mit einem neuen Trick, der ihnen bereits viel Geld eingebracht Der Brand einer Ciförfabrik rief den 7. Löschzug nach der wollte, sie zu fassen. 3wei feingekleidete junge Männer von etwa brannten. Die Feuerwehr hatte längere Zeit zu tun und mußte 23 bis 25 Jahren machen sich an Mädchen heran, die gute mit mehreren Schlauchleitungen die Kellereien unter Wasser setzen, Mäntel und Hüte oder foftbares Pelzwer? tragen. bevor man des Feuers Herr wurde, das erheblichen Schaden verSie laden sie zum Besuch von Theatern oder Tanzverursacht hat. anstaltungen ein und geben dann paarweise die Garderobe auf eine Nummer ab. Während der Veranstaltungen geht dann zu bund" begeht den 9. November mit einem Festabend in der Wandel. Revolutionsgedentjeier. Der„ Deutsche Republikanische Reichsnächst der eine hinaus, läßt sich feine und seiner Dame Kleidung halle des Reichstages( Eingang: Spreefeite, Bertaf V), abends 8 Uhr. geben und verschwindet damit. Bald darauf geht auch der zweite Die Redner des Abends sind Kurt Heinig, Wilhelm Thurau und " Ravalier" heraus, angeblich um sich nach dem Berbleib feines Freundes umzusehen. Auch er bringt auf dieselbe Weise die Garde Dr. Fritz Schürer. Umrahmt werden die Vorträge von fünstlerischen robe seiner Begleiterin an fich und verschwindet ebenfalls. Die Damen warten vergeblich auf die Rückkehr ihrer Kavaliere", und Verbandsbildungskommiffion der früheren USPD. Das Bureau ihre Enttäuschung ist noch größer, wenn sie zum Schluß erfahren, der Arbeiterbildungsschule befindet sich jetzt Lindenstr. 3, 2. Hof, daß mit ihnen auch ihre Mäntel, Peize und Hüte verschwunden 2 Treppen, 3immer 8( Bezirksbildungsausschuß), Telephon: Dön sind. Dieser Trick ist den Schwindlern schon oft gelungen. Bisher hoff 5086. Alle Angelegenheiten, betreffend die Kurse der Schule, war es noch nicht möglich, festzustellen, mer sie sind. Mitteilungen Proletarische Feierstunden und Bibliothet werden jetzt dort erledigt. zur Aufklärung nimmt die Inspektion B II der Berliner Kriminalpolizei entgegen. Darbietungen. Der Bolts- Feuerbestattungsverein Groß- Berlin beschloß in einer außerordentlimen Generalversammlung folgende Sittlichkeitsverbrechen eines falschen Kriminalbeamten. Erhöhung der Beiträge ab 1. November: Beitragsklasse 1 8 M. Im Treptower Part wurde eine junge Buhmacherin aus Berlin( 2,-), I. 5 16 M.( 2,30), l. 6 19 M.( 2.75 M.), KL. 7 22 M. ( bisher 1,15), S. 2 10 M.( 1,40), I. 3 12 M.( 1.65), RI. 4 14 M. pon einem falschen Kriminalbeamten vergewaltigt. Das Mädchen( 3,15 M.), l. 8 27 m.( 3,80 m.). Aufnahmegebühr 20 m. In der faß abends mit einem jungen Manne auf einer Bank. Da erschien teilweise erregten Diskussion tam das Befremden über die gewaltige M. leuchtete und erklärte, daß er Kriminalbeamter sei und auch irgend verschließen, daß die außerordentliche Teuerung entsprechende Gegens ein Mann, der dem Paar mit einer Blendlaterne ins Gesicht Erhöhung zum Ausdruck, man fonnte sich aber der Einsicht nicht eine Marke vorzeigte. Er forderte das Paar auf, ihm zu folgen, maßnahmen notwendig macht. Weiter wurde beschlossen, in Rücksicht da es wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zur Berantwortung auf die vielen auswärtigen Anfragen das Vereinsgebiet über den gezogen werden müsse. Der falsche Beamte führte nun die jungen ganzen Freistaat Preußen auszudebnen. Der Verein zählt zurzeit Leute nach einem wärterhäuschen im Bart, schloß es mit mehr als 200 000 Mitglieder, und es ist durch obigen Beschluß mit einem Nachschlüssel auf und sperrte den jungen Mann ein einem weiteren starten Zuwachs zu rechnen. Einem Antrage, anstatt Dann führte er das Mädchen an eine Bant, forderte es auf, fich für je 260 fünftig für je 1000 Mitglieder einen Delegierten zu neben ihn zu sehen und zwanges durch Drohungen, ihm uillen zu sein. Hierauf erklärte er sich bereit, von einer wählen, wurde ebenfalls zugestimmt. laufen zu lassen, wenn das Mädchen feierlich verspreche, von dem gemeinde Neukölln am Freitag, den 10. November, abends 8 Uhr, im Anzeige Abstand zu nehmen und auch den jungen Mann wieder Ein Ballettabend findet als 1. Sonderveranstaltung der StunstBorfall nichts laut werden zu lassen. In ihrer Angst gab das großen Saal der neuen Welt statt. wärterhäuschen wieder auf, ließ das Baar gehen und entfernte fich find noch zu haben im Bollsbildungsamt Neukölln, Rathaus, Zimmer 257, Das reichhaltige Programm wird Mädchen auch das Bersprechen. Jekt schloß der„ Beamte" das ausgeführt von Solokräften der Staatsoper unter Zeilung von Egon Mollow. Dirigent des Drchesters: Clemens Schmalftich. Eintrittskarten nach der entgegengesetzten Richtung. Das Mädchen traute fich erft und an der Abendlaffe. nachträglich mitzuteilen, was ihr geschehen war und jetzt fam der leberfall auch zur Kenntnis der Kriminalpolizei. Mitteilungen, die dazu dienen fönnen, den Unhoid unschädlich zu machen, nimmt Kriminalkommissar Kud im Berliner Polizeipräsidium entgegen. Nene Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengesek. Schon auf der letzten außerordentlichen Vertreterversammlung des Deutschen Schutzverbandes für Grundbesih wurde darauf hingewiesen, daß von allen deutschen Ländern Preußen die mangelhaftesten und unflarsten Ausführungsbestimmungen erlassen habe. 3m Wohlfahrtsministerium hat man sich der Erkenntnis nicht ver schlossen, daß die Ausführungsbestimmungen verbessert werden müssen. Am Sonnabend haben Berhandlungen mit den Vertretern der Stadtverwaltungen und der Mieter und Berniffen mehr entsprechende Neufassung der preußischen Ausführungsbestimmungen begonnen. Die Bestimmungen sollen vereinfacht und übersichtlicher gestaltet werden; namentlich was die einzelnen Buschläge anlangt. Einzelheiten liegen noch nicht fest. Die Berhandlungen sollen so schnell wie möglich beendet werden. Erneute Forderungen der Türken. Konstantinopel, 9. November. ( EE.) Die Türken erneuerten thre Forderung auf Räumung Ronstantinopels und 3urudziehung aller Kriegsschiffe. Die alliierten Ober. fommissare hatten vorher bereits der temalistischen Regierung mit geteilt, daß derartige Forderungen zu erfüllen unmöglich wäre und daß sie gezwungen feien, von ihren Regierungen die Ermächtigung zur Berhängung strenger Maßnahmen zu erbitten. Dennoch beharren die Türken auf ihrem Standpunkt. Die allierten Generale mieterverbände über eine den jezigen tatsächlichen Verhälthatten gestern mit Rifaat Pascha eine lange Besprechung, wobei fie ihm erklärten, die türkischen Forderungen feien unannehmbar. Rfaat erwiderte, er sei geneigt, alle Maßnahmen zu annullieren, die die Sicherheit der allierten Truppen zu gefährden geeignet seien, ebenso alle anderen Maßnahmen, die die alliierten Generale als unerwünscht betrachten fönnten. Diese Zusicherung Rifaat Paschas schuf eine gewiffe Beruhigung. Aber es bleibt abzuwarten, ob de Regierung von Angora geneigt sein wird, die Anschauungen Rifaat Baschas zu teilen und die von ihm empfohlenen Maßnahmen durchführen zu laffen. Der Ausgang der polnischen Wahlen. Warschau, 9. November.( WTB.) Im neuen Sejm wird, wie Kurjer Poranny" schreibt, die Rechte teine Mehrheit bilden können, aber auch die Linke nur mit Unterstügung nationaler Minderheiten. doch wird auf die Dauer nicht gegen sie regiert werden können. „ Rzeczpospolita" fagt, die Rechte erlangte zwar feine Mehrheit, " Kurjer Bolsti" meint, wenn überhaupt im Sejm fich eine reinpolitische Mehrheit bilden lasse, dann werde dies eine Mehrheit der Linksparteien sein. Dem Kurjer Boranny" zufolge beschloß der Ministerrat, den Sejm und den Senat am 28. November zu eröffnen. Devisenkurse. 1 holländischer Gulden 1 argentinischer Papier- Peso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mark. 1 japanischer Jen 1 italienisce Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanischer Befeta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Lewa 1 jugoslawischer Dinar 9. November 8. November Käufer Verkäufer Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 3551.10 8568.90 3241.87 8258.18 Kurs Kurs 2892.75 2907.25 2748.11 2750.90 1476.30 1483.70 1615.95 1624.05 2134.65 2145.35 Die Nacht im Warteraum.. mittags, finden wissenschaftliche Führungen durch Direktorials Museumsführungen. Sonntag, den 12. November, 9, Uhr vor beamte im Neuen Museum( Graphische Kunste), im Staiser- Friedrich- Museum ( Rheinische Kunst) und im Museum für Völkerfunde( Mythologie Indiens) statt. Eintrittstarten au 1 Mark und Programme zu 2 Mart sind vor Be ginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhältlich. Arbeiter- Abstinentenbund. Der Vortrag des Genossen Dr. Domler findet nicht heute, sondern morgen abend 7 Uhr, Petersburger Str. 4 statt. Das Loch im Westen. Der große Rölner Spritprozeß, der unter dem Rubrum Timmermanns und Genossen geht, ist eigentlich ein Prozeß Loeb und Genossen, da das Verfahren gegen Timmermann und sechs Holländer inzwischen abgetrennt worden ist. Jezt haben sich noch 16 Personen zu verantworten. Gegen Timmermanns geht die Beschuldigung dahin, große Mengen Sprit unter der Bezeichnung Cognac nach Deutschland eingeführt zu haben. Es wurde ihm der Rheindampfer Bavaria mit seiner Ladung im Werte von 80 Millionen Mart beschlagnahmt. Dadurch, daß Timmermanns auch Lieferant für die Kaufleute A. und F. Loeb war, ist ein loser Zusammenhang der beiden Berfahren herbeigeführt worden. Eine Nach prüfung bei der Firma L. führte zu Beanstandungen seitens des Nach§ 17 der Eisenbahn- Berkehrsordnung ist die Reichsbahn Finanzamtes. Der Buchprüfer Feldfieper vom Kölner Finanzamt verpflichtet, Barteräume in Uebergangs. und Endbahnhöfen nachts glaubte bei Durchsicht der Verträge herausgefunden zu haben, daß nur dann offen zu halten wenn zwischen der Ankunft des legten und die Firma vielmehr Spritmengen aus Luremburg der Abfahrt des ersten Buges weniger als 4 Stunden liegen. Der eingeführt habe, als ihr zustand. Die Haupteinfuhrmengen soll sie Reichsverkehrsminister hat jedoch jetzt, wie die Reichszentrale für nach Behauptung der Antlage durch eine Täuschung des Deutsche Verkehrswerbung" erfährt, eine Prüfung angeordnet, mono polamies erlangt haben. Das Monopolamt hat nachob nicht eine weitere Offenhaltung der Warteräume träglich sämtliche Berträge angefochten, so daß die ganze Einfuhr im Interesse der Reisenden geboten erscheint, denn die gesteigerten von Sprit und Destillaten im Werte von hunderten MilFahr- und Uebernachtungspreise forderten bei der fortschreitenden lionen mart als verbotene Einfuhr unter Antflage steht. Nach Berarmung die größte Rücksichtnahme der Reichsbahn. Die Reichs- der Anklage foll die Firma 520000 Liter als ihren Lagerbestand eines Nachtbetriebes in den Barteräumen zu prüfen; es wefen wären. bahndirektionen find angewiesen worden, die Notwendigkeit angegeben haben, während 400 000 Liter weniger vorhanden ge= foll jedoch dafür gesorgt werden, daß diefe Wohltat nur Reifengrößere Mengen zur Einfuhr ins besetzte Gebiet freigegeben wurden. den zugute fommt; neben einer scharfen Fahrkartenkontrolle foll namentlich das Berbot des Alkoholausschants oder die völlige Stilllegung des Schantbetriebes bisher beobachtete Mißstände verhindern. Die Schrippenverteilung des Rektors. Zu der mit dieser Ueberschrift in Nr. 514 vom 31. Ottober veröffentlichten Notiz schickt uns das Provinzialschultollegi um folgende Berichtigung: Dadurch soll bewirkt worden sein, daß erheblich Bezeichnend für die hohen Holzpreise ist, daß in Calbe a. d. Elbe eine einzige Pappel, die der Magiftrat fällen ließ. dem Gemeindefädel 482 000 m. einbrachte. Bei einer Versteigerung der Staatsoberförsterei Groß- Schönebed wurden am 27. Ottober für einen Fest meter Rundholz erster Klasse 48 500 m., für Rundholz zweiter laffe 45 000 bzw. 49 900 m., für Rundholz dritter Klaffe 36 000 und 37 300 m., und für Rundholz vierter Klasse 32 700 und 35 700 M. gezahlt. Diese Breife entsprechen dem 8 weitausendfachen 1. Es ist unwahr, daß das Pravinzialschulfollegium bem ber im Jahre 1914 für Bauholz in der Regel gezahlten Staufpreise, Reftor Raefer an der 100. Gemeindeschule nur einen Verweis fie sind mit schuld daran, daß jezt fo wenig Häufer gebaut werden erteilte und ihn an der Schule beließ, die Schulbeputation dagegen tönnen. es für nötig hielt, den Rettor zu versetzen. Wahr ist vielmehr, daß das Provinzialschulfollegium der Schuldeputation, die hierfür in erster Linie zuständig ist, sogleich die Versetzung des Reftors Raefer nahelegte, die Schulbeputation aber eine Verfegung nicht 513.71 516.29 für notwendig erklärte und fich zu einer solchen erft entschloß, als 1715.70 1724,38 die Angelegenheit bereits die Deffentlichkeit beschäftigt hatte. cine Belohnung von ½ Million Mart ausgefeßt. 2. Es ist unrichtig, daß das Provinzialschulkollegium erst jetzt auf Grund eines gegen den Lehrer Splinter veranstalteten Reffeltreibens dessen Versetzung angeordnet hat. Richtig ist vielmehr, daß das Provinzialschultollegium von vornherein der Schul deputation empfohlen hat, den Lehrer Splinter zu verfehen, und daß diefer, ehe die Elternverfammlung vom 15. September stattfand, gegenüber dem zuständigen Kreisschulrat sich bereit erklärt hat, an eine andere Schule zu gehen. Lüdere. 1825.42 1834.58 2438.88 2451.12 237.40 238.60 4389.4411.824.18 325.82 884.03 385.97 34912.50 35087.50 40398.75 40601.25 7780 50 7819.50 9127,12 9172.88 458.85 461.15 553.61 556.39 1042 38 1047 67 1386.52 1393.48 Für 28 Millionen Pelzwaren gestohlen. Am Mittwoch nachmittag wurden in der Rauchwarenhandlung von Rosenrauch in der Nikolaistraße in Leipzig für 28 Millionen Mart Rauchwaren ges stohlen. Auf die Wiederherbeischaffung der gestohlenen Waren ist Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein toenig fübler, überwiegend trübe und nebelig bei größtenteils schwachen westlichen Winden. Steine erheblichen Niederschläge. In dieser Berichtigung" fehlt leider das, was für die Eltern1675.80 1684.20 fchaft und auch für die Lehrerschaft an dem Fall Raefer jetzt eigent 11. 1381.57 1388.47 lich das Wichtigste ist. Das Provinzialschulfollegium äußert sich 12.29 right darüber, warum es gegen den Lehrer Splinter, der die 29. 297.75 Geschäftsführung des die frühstücksverteilung für bedürftige Schul3.71 finder leitenden Rettors Raefer zur Kenntnis der Behörde gebracht 63.66 hatte, die Versegung empfohlen" hat. Will das Provinzial- 78. 146.48 147.87 schulfollegium behaupten, daß Splinter mit seinem Willen verfett 12.21 296.25 3.69 63.64 Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. bt. Freitag abend 7 Uhr im Lotal des Genossen Pfeiffer, Gozlowskiftr. 36 wichtige Gigung aller Funktionäre. Abt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genoffin Anna Schneider, Die Beerdigung findet am Danziger Str. 91, am 7. b Wits. verstorben ift. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, auf dem Georgenkirchhof, Weißenfee, tölte ftraße ftatt. bt. Schöneberg. Freitag abend 7 Uhr, Borstandssikung im Riassenzimmer 14 Der Gemeindefchule, Feurigftr. 57. Ebenda um 8 Uhr erweiterte Borstends. fizung. Gewerkschaftsbewegung Bauarbeiterschuhkonferenz. Sine Bauarbeiterschuhfonferenz zur Republit halten. Sie fordert aber von der Regierung, I der Organisationsleitung mitzuteilen find. Ferner wurde bem Bors ihr das zu geben, was zum Leben notwendig ist. schlag zugestimmt, daß der Saz:„ Wegen Ueberstunden setzt sich die Nach einem Schlußwort des Referenten wurde einstimmig eine Geschäftsleitung mit dem Arbeiterrat ins Benehmen," in dem EntEntschließung angenommen, die gegen die Art der neuen wurf wie folgt geändert werden foll: Für Ueberstunden bedarf die Gehaltsregelung protestiert, das Angebot als völlig unzulänglich Geschäftsleitung( des Betriebes) der Zustimmung des Arbeiterrats." die erfie seit 1913 tagte bezeichnet und weiter fagt:" Die wahnsinnige, die Existenz der 6. und 7. November in Berlin unter dem Borsiz des Verbands- Beamtenschaft auf das schwerste bedrohende Entwickelung muß zu Die Angestellten der Danziger Werft find in den Streit ges rftzenden Thomas- Frankfurt a. M. Seit dem legten Kongreß ist den schwersten Kämpfen und Erschütterungen unieres Wirtschafts er Bauarbeiterschuß außerordentlich in Rückstand gekommen. Be- lebens führen, wenn die Regierung nicht in letter Stunde die er treten. Durch Schiedsspruch war auf ihre Septembergehälter ein sonders schlimm sieht es in den fleinen Bauberufen, bei den Dach- forderliche Einsicht und das Verständnis für unsere Notlage zeigt. Buschlag von 150 Broz. erfolgt, die Hälfte dessen, was sie gefordert beckern, Klempnern, Malern, Glasern usw. aus. Die Gefahren Die Veriammlung fordert von der Regierung: Anpassung der hatten. Infolge des Streits hat die Werftleitung rund 75 Proz haben sich überall vergrößert, und mit ihnen find die Unfallziffern Bezüge an das Eristenzminimum im Monat November, unverzüg- der über 4000 Mann betragenden Arbeiterschaft, die auf 24ftündige gestiegen. Das Material ist schlechter geworden, und seine Ber- lich wirksame Maßnahmen gegen die furchtbare Ründigung angestellt sind, gekündigt. Preistreiberei, sowie Verteuerung hat zu schlecht angebrachter Sparsamkeit bei den Schuh- Geldentwertung und Die Seeleute in Marseille haben in einer von 5000 Streifenden maßnahmen geführt. Dazu kommt, daß die Kontrolle nicht genügend forgung der arbeitenden Bevölkerung mit den wichtigsten Nahrungs besuchten Bersammlung die Wiederaufnahme der Arbeit beschloffen. durchgeführt wird, die Berufsgenossenschaften in wichtigen Fragen mitteln. Damit ist der langwierige französische Marinestreit beendigt. vollkommen versagen und Preußen bedauerlicherweise die Bau- Die Versammlung billigt die Haltung der Bundesleitung des arbeiterschaft völlig im Stich gelassen hat. Der schon seit Jahren an- gemeinen Deutschen Beamtenbundes bei den lezten Verhand- Die Dungtuffcher und Mitfahrer, die im Deutschen Transportgefündigte Reichsbauarbeiterschutz läßt ebenfalls immer noch auf sich lungen und stellt sich gefchloffen hinter die von ihren Vertretern arbeiterverband organisiert sind, stellten in einer start besuchten warten. Genosse Thomas entwarf in seinem Referat ein besorgnis erhobenen Forderungen. Sie verwirft die neue Tattit der Versammlung am Mittwoch im Gewerkschaftshaus neue Lohnforde erregendes Bild von den Zuständen im Baugewerbe und legte ein Regierung, die Beamten von der Arbeiterschaft au rungen auf. Durch einen Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Brogramm vor, das in 55 Punkten zeigt, wo schleunigst zugegriffen trennen und ist der Meinung, daß nach wie vor in gemein Groß- Berlin ist ihnen für die Zeit vom 1. bis 15. November ein werden muß. famem, geschlossenem Vorgehen beider Gruppen von Staatsbediensteten Wochenlohn in höhe von 7500 m. zuerkannt worden. Es beren beiderseitige Interessen am besten gewahrt werden." wurden nun in der Versammlung Borschläge für eine Lohnerhöhung in der zweiten Novemberhälfte gemacht. Beschlossen wurde, eine Erhöhung des Wochenlohnes um 100 Proz., also 15 000 m. zu fordern. Die Lohnfommission wurde neu gewählt. 3 Ein letter Rettungsversuch. Dem mit lebhafter Zustimmung aufgenommenen Referat folgte eine gründliche Aussprache, an der sich Dachdeckerobermeister PottRöln, Innungsobermeister Räß Berlin( Glaserinnungen), die Abgeordneten Silberschmidt und Hartmann sowie Behner München( Klempner), Burfürst- Berlin( Glafer), Peters- HamIn der Roten Fahne" macht der kommunistische Kandidat für burg( Bauarbeiter), Jatobeit Berlin( Maler), Schreiber den Bosten des Bevollmächtigten bei der Berliner Orisverwaltung Berlin( Schornsteinfeger), Althaus Berlin( Dachdecker) und bes Metallarbeiterverbandes den vergeblichen Versuch, das fchiff Heinke vom ADGB. beteiligten. Sämtliche Redner stimmten darin brüchige Betriebsrätefongreß- Projekt zu retten, das, verwirklicht, als überein, daß schnelle Hilfe nötig ist, daß der Referent nicht Röder für einen großen Fischzug der Kommunistischen Partei dienen zu schwarz gemalt hatte. Bedauert wurde, daß das Wohlfahrts follte. ministerium nicht vertreten war. In einzelnen Bunften wurde die Entschließung noch verschärft. # Gefordert werden: Berschärfung der Baukontrolle, mehr Arbeiterfontrolleure mit Polizeigewalt, Verpflichtung des Bauunternehmers zur Gerüstlieferung usw. Für die bedrängten Berufe find Sonderbestimmungen festgelegt. Die Besoldungsfrage der Beamten. Bom Allgemeinen Deutichen Beamtenbund einberufen war am Montagabend in der„ Neuen Welt" eine öffentliche Versammlung der Beamten, Beamtinnen und Anwärter im Reichs, Staats- und Kommunalbienft. Dr. Bölter referierte über die Besoldungsfrage. An Hand eines reichen statistischen Zahlenmaterials wies der Redner nach, daß trotz aller Gebaliserhöhungen die Bezüge der unteren Beamtengruppen weit hinter dem Existenzminimum der Lebenshaltung zurückgeblieben sind. Im Vergleich zum September sei die Lebenshaltung um 70 Broz, das Einkommen aber nur um 25 Proz. gestiegen. Wenn van jener Seite der Ruf tommt: Rett et eure Ge. wertschaften vor der drohenden Spaltung!", so steht dem entgegen, daß an der Spaltung der Gewerkschaften tatsächlich nur die Kapitalisten und ihre Agenten ein Interesse" haben. Denn niemand anders als die Herren, die sich als junge Leute den Mostauern Weltrevolutionsmachern verpflichtet haben, ist es, der damit ungewollt die Rolle fapitalistischer Agenten spielt. Die kommunistischen Diftatoren über das Proletariat wollen Die Gewerkschaften in den Dienst ihrer parteipolitischen Aktionen ftellen. Weil die Gewerkschaften sich im Intereffe ihrer Selbsterhaltung, ihrer notwendigen Geschlossenheit und der Konzentration auf ihren Aufgabenfreis dagegen wehren müssen, weil sie der ften fommunistischen Bartelagitatoren megen ihres gewerkschaftssystematischen Bellenbauerei entgegengetreten und die rücksichtslosefchädigenden Treibens ausschließen müssen, unterstellt man ihnen die Absicht der Spaltung. Die ausgeschlossenen Spalter vergießen Krofodilstränen und bieten sich als die Retter der Gewertschaften vor der Spaltung an. Diese Tattit auf Grund der Punkte ist nachgerade so sehr bekannt geworden, daß sie in den Reihen dentender Arbeiter längst nicht mehr verfängt. Im kommunistischen Lager hat man eingesehen, daß die Anstrengungen, die Gewerkschaften vollständig in die Hände zu bekommen, ziemlich aussichtslos find, und da man deshalb daran geht, befondere Gemertschaften zu gründen, außer den bestehenden Unionen, will man fich für diese Spaltungsarbeit ein Alibi pe: idhoffen, fie mastieren. Die freien Gemertfchaften sind dabei, sich vor dem kommunistischen Treiben zu schützen, deshalb de Versuche, fie der eigenen Enaltung zu verdächtigen werden sich auch weiterhin vor ihren Freunden" zu schützen haben. Mit ihren Gegnern werden sie auch ohne diese fertig zu werden wissen. Abstimmung der Mechaniker und Optiker. Sie Aus dem Abstand zwischen dem Raufwert der Bezüge in der Friedenszeit und dem der heutigen lasse sich die ganze Berelendung der Beamtenschaft erkennen. Nach dem Vorschlage der Regierung solle der Teuerungszuschlag für die neuen Novembergebälter von 11 auf 38 Bro. erhöht, also auf 49 Proz. bemessen werden. Das würde für die Gruppe III eine Zulage von 5586 bis 7486 Mart bringen. Von den Vertretern der Gewerkschaften sei die Summe bon 12000 Mart gefordert worden, und zwar ein Kopfzuschlag von 4000 Mart und ein prozentualer Bufchlag für den Rest. Dem Referat folgte eine sehr lange und lebbaste Aussprache. Menne von der Reichsgewerkschaft der Eisenbahner erklärte, daß die Beamtenschaft bis in die Gruppe 8 hinein unter dem Eristenz minimum leben müsse und dem Elend pieisgegeben sei. Es wäre nicht soweit gelommen, wenn die Beamten nicht in der ArbeiterIn einer Versammlung der Mechan ber und Optifer am Mitt front gefehlt hätten. Redner trat lebhaft für den Allgemeinen Be- wochabend im Gewertschaftshaus referierte Branchenleiter Rah= amtenbund ein. Feierabend bon der Feuerwehr sprach mann über den von dem Arbeitgeberverbande für Feinmechanik im Sinne des Vorredners. Ein Redner von der Bost und Optit vorgelegten Entwurf für einen Rahmenvertrag. beamtenschaft beurteilte die Sachlage vom fommunistischen Redner stellte fest, daß die vorgesehenen Bestimmungen über ArGesichtspunkte aus. Seine Ausführungen fanden lebhaften Wider- be tszeit und Urlaub große Entrüstung in der Kollegen chaft hervor. spruch. gerufen haben Die bisherige möchentliche Arbeitszeit von Stärker noch war der Widerspruch gegen die Ausführungen 46% Stunden soll auf 48 Stunden erhöht werden und der Urlaub von Lodenvis( Deutscher Beamtenbund). Dem Redner wurde ist in der Vorlage so tnapp bemessen, daß er dringend einer Erweitewiederholt zugerufen, doch endlich Schluß zu machen. rung bedarf. Die Kollegenschaft habe in verschiedenen Betrieben beWeise vom Allgemeinen Deutschen Beamten reits Stellung zu dem Verlangen der Arbeitgeber genommen, doch bund führte aus: Es gibt in dieser Zeit der wirtschaftlichen Not- liege ein übersichtliches Ergebnis noch nicht vor. Es handle fich nun lage zwei Spezialwalzen, um Sensation zu machen. Eine darum, unverzüglich in allen Betrieben, bie noch nicht Stellung zu tit aus München, die andere stammt aus Mostau. Auf diese dem Entwurf genommen haben, eine Abstimmung vorzunehmen, Walzen müssen wir achten, damit das Wirtschaftsleben nicht vollends damit die Branchenleitung mit den Forderungen der Gehilfenschaft zertrümmert wird. Die Mehrheit der Beamtenschaft wird wissen, an den Arbeitgeberverband herantreten tann. Beschlossen wurde, wie sie sich einzustellen hat, sie wird in dieser Situation treuldaß die Resultate der Abstimmung bis spätestens nächsten Montag Genau auf Firma achten! Genau auf Firma achten! Viel Geld spart, wer jetzt kauft!! Eh's zu spät wird! Größte Elle geboten! Preise steigen! Wunderbare, nur erstklassige / Anzüge Schlüpfer Winterpaletots Gummimäntel/ Hosen weit unter Tagespreis! Sichern Sie sich durch Anzahlung gekaufte Waren zur späteren Abholung! Hugo Simon Spezialhaus für erstklass. Herrenkleidung Charlottenburg 133 Wilmersdorfer Str. an der Bismarckstrasse. Weitester Weg lohnend!! 133 Genau auf Firma achten! Gold Silber- Platin Gegenstände, BruchZahngebisse kaufen zu unüberbietbaren Preisen Gebrüder Fuhrmann, Nollendorfstr. 39. trumpfwaren fauft man jezt noch sehr preiswert und billig im trumpfhaus ,, Werba" 99 Bin., Kottbuser Damm 72, Ecke Lenaust. Strickjacken aller Art für Damen, Herren, Kinder. Sportgarnituren, Schals u. Mützen Nur Einzelverkauf bester Qualitä sware Billigste Bezugsquelle! AT Mendelstraße 36 1 Bruno Richter Berlin- Pankow Fabrik- Niederlage Thüringer Wollwaren Straßenbahn: 46, 47, 49, 51, 57. 151, 116. Fernruf: Amt Pankow 3723. Korbmöbel kaulen Sie am vorteilhaftesten Achtung, Aiftenmacher! Am Freitag nachmittag 4%, Uhr, im Bureau des Die Branchenleitung. Solzarbeiterverbandes, Rungestraße 30. Arbeitslosensaal, Mitgliederversammlung. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingte Pflicht. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 ähne 100 n. 130 M. mit Friedenskautschuk Schristliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen gratis. Kronen von 200 Mark an Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. Gewinn- Auszug ber 20. Preuß- Südd.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 26. Biehungstag 5. Straffe 8. November 1923 u jede gezogene Jummer jind zwei gietch hohe Gewinne gerauen, uno stvar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Rachbrud verboten. In der 1. 8iehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 24 zu 5000 M 7160 52837 63807 158821 158556 167094 177539 188871 261848 254807 303 49 351182 1 2 zu 3000 M 1505 4969 5846 11853 21938 22740 27546 38435 41356 48081 63593 61659 80780 88884 89782 90477 84233 97991 106160 108443 13 545 1 4914 15846 158 36 163784 166711 166286 17 739 174823 1 7804 179 55 187334 19 640 97151 212482 2 6140 225993 2 6776 231 77 25 358 257 75 264324 27 168 272508 279441 287531 290006 298502 303843 309577 316397 320584 340507 341639 351051 366633 In der 2. Zichung wurden Gewinne über 1500 Mark gezogen: 2 zu 40000 M 249665 4 zu 1000 M 192788 313231 24 zu 6000 M 26781 03 6 36399 43868 70035 85882 122992 151226 230 70 476 284706 307779 100 zu 3000 M 696 7480 572 9 5 838 F0180 62475 74 19 78979 79272 81772 94 49 10.264 109 21113446 176 9 132612 13.955 135651 13 833 141843 158771 166788 177823 18327 189350 205254 210249 116 4 214512 22 8 5 24672 228402 233630 241140 241883 245872 247088 247682 250077 266665 267691 270891 284603 299.96 313680 344407 848402 358746 364046 870076 In der 3. 8iehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 6 zu 10000 M 15367 242538 243395 16 zu 6000 M 6773 41681 113445 162553 247154 265 78 244457 847013 142 zu 8000 M 12548 17522 18250 20411 21036 22028 23825 24714 40229 40987 4.625 51089 61872 53856 65821 88671 69365 74711 77449 78908 810 2 84109 84 97 89072 95215 97147 977.7 97 97 1 4609 124440 1433 145958 147189 147192 65945 174087 184 38 187 84 19 916 19605L 209344 218937 219191 221 05 255356 271847 272934 276201 278343 291743 294 01 294 79 297 02 304612 308.97 3: 0002 3116: 9 311834 318437 325498 327071 336337 337048 837134 867909 343875 345918 254295 360020 365512 366661 Die in dem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niebrigeren Gewinne sind aus den Listen zu ersehen, die bei den staatlichen Botterie Einnehmern zuz unentgeltlichen Einsicht ausliegen. Qualitätswaren! Mäntel Schlüpfer Paletots* Raglans in la Verarbeitung, genau wie Maßarbeit 15 000.- bis 39 500.eihhaus CHARLOTTENBURG Wilmersdorferstr.127 Ecke Schillerste I.Etage Pelze in großer Auswah Versuchen Sie es einmal und Sie bleiben mein ständiger Kunde. Keln Kaufzwang. Besichtigung erbeten. Anzüge in ganz modernen Formen, beste Verarbeitung, genau wie Mabarbeit Mk. 6850.- bis 32500.Garderobe Malkorsets Noch sehr billig! auf bequemste Teilzahlung Herren-| DamenAnzüge, Paletots Paletots, Kostüme, Schlüpfer Röcke, Kleider. Regenmäntel, Burschen- Anzüge Gute Ware, solide Preise, grosse Auswahl. dir. b Hersteller M. Beiser, Lothringer Str.67 A. Lesdau Werkstätten für fein.Korbmöbel Fernsprecher. Neukölln 1759, Ausstell. and Verkauf nur Neukölln, AnzenGeschäftszeit 8-1, 3-7 gruberstraße 20. Wo laß ich meinen Anzug machen? Wer garantiert für guten Sitz u.Verarbeitung? Mar Motel, Schneidermstr. Neukölln, Ringbahnstr. 33. Tel.909. Lieferung für höchfte Staatsbeamten Biele Anerkennungen u. Dantfchreiben Damen- u. Herren- Stoffe aller Wet in großer Auswahl. and Reparaturen Fr. L. Bungartz New alla, Boddinstr. 31 Fernsprecher: Neukölln 2354 Perser- Teppiche Klaviere, Flügel Brücken höchfte Tagesor. zahlt Jerer. Paliesstr. 9. Rurf. 9104 Arbeitskleidung Hosen von 390 bis 1900 M Hemden, UnterKleider- u. Futter- Seiden hosen, Socken schwarz und farbig. Berufskleidung Gelegenheitskänfe Gute Ware! in mod. Mänteln, Koffümen, Billigste Preise! Leder- Gobelingarnituren Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer eventl. ab Fabrik, Zahlungserleichterung. Krause, Kastanien- Allee 40 Reelle höchste Bezahlung für ( auch zerbrochene) Zahngebisse GoldSilber-, PlatinMunzensamml. Bruch Juwelier Kleine Frankfurter Str. 1 Neukolln Bocksch 3 Min. vom Alexanderplatz. Kleidern u. Röden. 1-3 geslo. Gerh. Kohnen, Paul Karle 0.34, Warschauer Straße 79. Hermannstr. 76/77.