Nr. 533+ 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 259 Bezugspreis: Für den Monat Rovember 400,-20, boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 496,- M., für das übrige Ausland 665,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Lugenburg, Defterreich, Echweden, Schweiz, Tschechoslowafei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Reit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Aleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" SW Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile Loftet 80,-. Reflamezeile 400,- R. ,, Aleine Anzeigen" bas fettgedruckts Wort 20,-.( auläffig zwei fett. gedruckte Worte), jebes weitere Wort 16, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 10, M., jedes weitere Bort&-M. Worte über 15 Buchstaben zähren für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 25,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 10. November 1922 Antwort der Reparationskommission. Berlin, 10. November.( WTB.) Die Antwort der Reparationstommiffion auf das Schreiben des Reichskanzlers vom 8. November lautet: Berlin, 9. November. Herr Reichskanzler! Die Reparationsfommission hat die gestern von ihnen mitgeteilte Note der deutschen Regierung nebst den ihr beiliegenden Urfunden zur Kenntnis genommen. Wie die Kommiffion, die zum 3wed einer Untersuchung hergekommen ist, schon vor ihrer Abreise bestimmt hatte, wird fie fofort nach ihrer Rückkehr nach Paris die bestimmt hatte, wird fie fofort nach ihrer Rückkehr nach Paris die ihr von ihnen unterbreiteten Vorschläge oder andere, mit denen sie fie etwa noch zu befassen für angezeigt halten, über die Gesamtheit der Fragen, die sie mit ihrer Regierung erörtert hat, einer Prüfung unterziehen. Genehmigen Sie, Herr Reichskanzler, die erneute Verficherung unferer ausgezeichnetsten Hochachtung. gez.: Louis Barthou, John Bradbury, Leon Delacroig, Salvago Raggi. Bradbury pessimistisch. Condon, 10. November.( WEB.) In einer Unterredung mit Reuters Berliner Bertreter sagte das englische Mitglied der Reparationsfommiffion, Bradbury: TU. meldet: Stinnes dementiert. " Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße Um den Achtstundentag. Bon Dr. med. Alfred Beier, M. d. L. Die Not ist auf das höchste gestiegen. Unser durch Enibehrungen und gewaltige seelische Dauerbelastung zermürbter Volkskörper muß der Auflösung anheimfallen, wenn auch Der Borwärts" verbreitet in seinem heutigen Leitartikel, ferner der Verbrauch von Energien größer bleibt als die daß Herr Hugo Stinnes fich Mitgliedern der Reparationstom. Kräftezufuhr. Eine Familie, die ständig mehr ausgibt, miffion gegenüber in einem Sinne geäußert habe, der die Deutung als tie einnimmt, geht unfehlbar dem sicheren Ruin entzuließ, daß Herrn Stinnes und der Industrie an einer Stabili. gegen. Deutschland erzeugt heute weniger, als es verbraucht. sierung der Mart nichts gelegen sei. Wie die Telegraphen. Bu billigen Preisen wird von dem wenigen, was wir besigen, Union hierzu erfährt, sind diese Ausführungen des Borwärts" in exportiert und im Inlande an die zahlreichen ausländischen jeder Beziehung unwahr. Herr Stinnes hat vor Mitgliedern der Gäste verkauft. Das deutsche Volt ist auf Einfuhr großer Reparationsfommiffion überhaupt niemals eine Rede gehalten und Mengen lebenswichtiger Nahrungsmittel und Bedarfsartikel auch einzelnen Mitgliedern der Reparationsfommission teinerlei angewiesen. Es fann sie mit Gehältern und Löhnen nicht beprivate Aeußerungen in dem unterstellten Sinne gemacht. zahlen, die für fast alle Beamten und Arbeiter nach dem derGegenüber diesem Dementi halten wir unsere Meldung zeitigen Stand der Baluta nur wenige Hundert Goldmart im aufrecht. Stinnes hat schon vor Wochen dem Belgier Be mel ganzen Jahre betragen. Wenn heute der Geschäftsmann seine mans seine bekannten Ansichten über den Segen der In- Ware zu einem Preise verkaufen will, für den er sie in gleicher flation zum besten gegeben. Er hat auch bei dem diesmaligen Menge und Qualität wiederbeschaffen kann, so muß das bei Besuch der Reparationsfommission damit nicht hinter dem dem lawinenartigen Sturz der Mart in fürzester Zeit zum Berge gehalten. Rampf aller gegen alle führen, weil Gehälter und Löhne nicht täglich oder stündlich und nicht in dem Ausmaß erhöht werden, wie der Wert der Mark fintt. TU. meldet weiter: Der Vorwärts" hat heute morgen Ausführungen über die Rede des Herrn Stinnes im Wirtschaftspolitischen Aus= Die Eristenz jedes Kulturvolfes aber wird auf die Dauer Unser Besuch in Berlin war nüglich in dem Sinne, daß jedes schuß des Reichswirtschaftsrats vom geftrigen Tage ge- nur garantiert durch seine produktionsschaffenden Mitglied der Kommiffion jetzt von der Sch were der Cage über- bracht, trotzdem strengste Vertraulichkeit einstimmig beschlossen war. Werte und Kräfte. Das einzige Heilmittel für uns ist zeugt ist. Und wir alle sind der Meinung, daß, wenn eine& ata. Diese Ausführungen sind durchaus tendenziös entstellt. Entsprechend deshalb eine Produktionssteigerung. Kein Volt wird uns helstrophe vermieden werden soll, fofort Schritte unternommen sind die Kommentare des„ Borwärts" zu werten. Ueber die Rede fen, wenn es nicht überzeugt ist, daß es vor allen Dingen dawerden müffen, um die Mart zu stabilisieren, den Haus- erfährt Tl., daß Stinnes ausdrüdlich erklärt habe, daß eine Sta.mit sich selbst hilft. Wir aber fönnen niemand helfen, ja wir halt ins Gleichgewicht zu bringen und die schwebende bilisierung ber Mart, und zwar eine durchgreifende, fotönnen glüdlich sein, wenn es uns überhaupt gelingt, über die Schuld einzudämmen. Mein franzöfifcher kollege und ich fort unumgänglich nötig wäre, daß er und die ihm nahe- fchwere Gegenwartstrise hinwegzukommen. Nur wenn wir hallen daran fest, daß die Berantwortung für die zu ergrei- stehenden Wirtschaftskreise indeffen die bis jetzt zur Sprache ge- uns selbst helfen, tönnen wir auf Hilfe von außen rechnen. fenden Maßnahmen bei der deutschen Regierung ver- brachten Maßnahmen praktisch als unzureichend ansehen müßten, Unsere einzige Rettung bleibt die Mehrleistung. bleiben muß. In der Tat haben wir während unserer ganzen Anweil alle wirtschaftlichen Borausfehungen dagegen spächen, daß So rüdt immer deutlicher, immer unentrinnbarer die wesenheit in Berlin eng zufammengearbeitet. Und über teinen Be- durch diese Maßnahmen eine endgültige Stabilisierung tatsächlich Frage einer Beseitigung des Achtstundentages ratungsgegenstand gab es irgendeine Meinungsverschiedenheit. erreicht werden könnte. Er und die ihm naheftehenden Wirtschafts- in den Vordergrund des Interesses. Was zunächst nur schüch Natürlich ist es nicht möglich zu fagen, wie weit diese Harmonie freife verlangten mit allem Nachdruck solche Maßnahmen, durch die tern angedeutet murde, worauf man in den Kreisen des Bür aufrechterhalten werden kann, wenn wir zur Beratung der sehr eine endgültige Stabilisierung zu erreichen sei. gertums anfangs nur in vielsagenden Parenthesen hinwies, fchwierigen Frage der Ausdehnung der Konzessionen Stinnes wies in längeren Ausführungen auf den ganzen Rom das wird seit einiger Zeit fast täglich in der bürgerlichen Preffe fommen, welche Deutschlands Reparationsgläubiger zu machen pler der untereinander unlösbar zufamenhängenden wirtschaft long und breit erörtert. Der deutsche Arbeiter soll wie im haben, um dem Plan für die Stabilisierung der Mark einigermaßen lichen sowie außer und innerpolitischen Fragen hin, deren gleich. Kriege, wie in den ganzen letzten Jahren auch jeht wieder die Aussicht auf Erfolg zu geben. Aber auch hier gab es teine zeitige Lösung unerläßliche Voraussetzung für das Gelingen einer erforderlich erscheinenden neuen Lasten auf seine Schultern grundfähliche Meinungsverschiedenheit und feinen Stabilisierung der Mart fei. Man könne die Mart nicht badurch nehmen. Man lockt und schmeichelt, man appelliert an die Widerstreit zwischen britischen und franzöfifchen Interessen. Es ist stabilisieren, daß man aus dem ganzen Komplex eine einzige Frage Einsicht und das Verantwortungsgefühl, um den Arbeiter zur zweifellos, daß die unmittelbaren finanziellen Bedürfniffe Frant- herausnehme und sie feparat lösen wolle. Die Rede des Herrn Preisgabe der wichtigsten, ja fast der einzigen großen Erreichs drängender find als die unfrigen, obwohl auch unsere Lage Stinnes war veranlaßt durch Ausführungen des Chefredakteurs rungenschaft der Revolution, des Achtstundentages zu bringen. durchaus nicht übermäßig angenehm ist. Aber keine der beiden Na- Georg Bernhard, die sich mit den in den letzten Tagen in einem Und auch ich glaube, daß der deutsche Arbeiter, der nicht mit flonen wünscht größere Konzeffionen zu machen als unbedingt nöfig gewiffen Teil der Berliner Presse ausgetauschten Vorwürfen gegen seiner Vaterlandsliebe renommiert, der sie aber stets bewährt ift. Bevor jedoch die deutsche Regierung einen bestimmten die deutsche Industrie wegen ihrer Haltung in der Stabilisierungs- hat, jedes weitere Opfer bringen würde, auch wenn er auf Affionsplan aufstellt und uns offen fagt, welche Konzeffionen fie als frage beschäftigten. Dankbarkeit nie rechnen fonnte und tann; auch ich glaube, wesentlich betrachtet, um den Plan zur Ausführung zu bringen, fann Auch gegenüber diesem zweiten Dementi, das ja nur ein daß die Arbeiterführer selbst über diesen Punkt diskutieren fchritts in der Richtung auf die Berwirklichung eines solchen plans halbes ist, halten wir unsere Behauptungen vollständig auf- würden, wenn, ja wenn endlich einmal das Bürgertum auch recht. nur einen Bruchteil des Opfermutes zeigen wollte, den die ist unser Besuch in Berlin eine Enttäuschung geArbeiterschaft bisher als selbstverständliche Pflicht bewiesen gewefen. und stets gezeigt hat, und wenn sodann eine Verlängerung der Achtstundenarbeitszeit auch nur im entferntesten das bringen fönnte, was man von dieser Maßnahme erwartet. nichts übliches geschehen. Vom Gesichtspunkt des FortNeue Teuerungsaktion. Zum Schluß fagte Bradbury rein persönlich:„ Ich habe fo geringes Vertrauen in die finanzielle Zukunft jeder Kontroll- oder Die Spitzenverbände beim Reichsfinanzminister. Zwangspolifit, welche nach meiner Ansicht unvermeidlich dazu führen Die Vertreter der Spigenorganisationen der Beamten, wird, daß der Frant den Weg der Mart geht, daß ich, Angestellten und Arbeiter hatten am 10. November eine Auswäre ich ein Franzofe, um die Lage zu retten, noch nachdrüdlicher sprache mit dem Reichsfinanzminister über die Notwendigkeit als ich es jetzt schon tue, dafür eintreten würde, alle Konzeffionen der Einleitung einer neuen Teuerungsaftion. Die zu bewilligen, die fich zur Herbeiführung einer gemeinsamen ffion Entscheidung des Reichsfinanzministers ist für Anfang der wurde abgelöst durch die maschinelle Fabrikation. Die Technik von Kommission und Reichsregierung als notwendig herausstellen. nächsten Woche in Aussicht gestellt. Berlin treibt den Dollar hoch! Mittags bis 7800! Der Verbrauch der Kulturmenschheit an fast allen Artikeln des täglichen Bedarfs ist in ständig beschleunigtem Tempo gestiegen. Die handwerksmäßige Herstellung der Waren nahm unter dem Drängen der Berhältnisse einen rapiden, taum verfolgbaren Aufschmung. Immer breitere Schichten des Volkes wurden Lohnangestellte und Beamte der Unternehmer. Die gehäufte Arbeitsenergie der mitteleuropäischen Völker reichte nicht aus, den Bedarf zu decken. Man ging dazu über, die Summe der Arbeitszeit dadurch zu vergrößern, daß man aus füdlicheren Gegenden Arbeitskräfte heranzog, so den fühleren Klima verlängernd. Auch dies konnte nur für kurze Aber weder die Reparationsfommiffion noch ein Banfierausschuß noch eine infernationale Konferenz fann als gütige Fee eingreifen. Wenn die deutsche Regierung feinen Muf hat und feine Mittel und Wege findet, fich selbst zu helfen, fo tönnen wir ihr nicht helfen. Wenn sie weiter ihre Unter dem Eindruck der Sachverständigengutachten und der Arme treuzt und auf die katastrophe wartet, so kann fie und wird neuesten Vorschläge der Reichsregierung war die Mart gestern fie wahrscheinlich zerstörende Kräfte auslösen, gegen welche an den Auslandsbörsen wesentlich höher bewertet natürlichen Arbeitstag dieser Ausländer in einem der Rhein nur eine schwache Barriere bilden und gegen die auch der worden. In New York stellte sich der Kurs auf Dollarparität von Kanal fich als unwirksam erweisen wird. deren erster Stoß aber etwa 6300 m. Von dieser günstigen Basis aus fegten heute sofort auf jeden Fall zu Hause ausgehalten werden muß." Auswärtiger Ausschuß. Reparationen und Fechenbach- Prozeß. Zeit helfen. Erst die schon vor dem Kriege deutlich erkennbare weitere bedeutende Bedarfsdeckungen des Einfuhrhandels ein, der in den letzten Tagen durch den hohen Devisenstand der Möglichkeit beraubt Steigerung der Ansprüche ließ ziemlich gleichmäßig weitblickende Köpfe der neuen und der alten Welt erkennen, daß war, ausländische Zahlungsmittel anzuschaffen. Im Vormittags verfehr stieg der Dollar auf 7000. An der Börse segten fich man einseitig und furzsichtig über der Maschine den Mendie Räufe fort. Im Laufe der ersten Börsenstunde stieg der en vergeffen hatte. Die Organisation, die Speziali sierung, die Präzision und die Energie der unbelebten BeDollar bis auf 7800. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags nahm heute An den Effettenmärften lag bei Beginn der Börse triebsmittel war der Grenze erkennbarer Entwicklungsmöglich vormittag den Bericht des Reichskanzlers, Dr. Birth, über ein größeres Angebot vor, da gewisse inländische Spekulantenkreise teiten bereits bedenklich nahegekommen, als man sich endlich die Verhandlungen mit der Reparationsfommission entgegen. befürchtet hatten, daß die günstige Ermäßigung des Dollars einen darauf befann, daß auch der Mensch der Aufmerksamkeit wert In der Debatte, in die der Reichskanzler wiederholt eingriff, Rückschlag an der Börse nach sich ziehen würde. Das heraus. Der Mensch im Betriebe war eine Zahl, ein Betriebsmittel, fei, daß hier gewaltige Energien mobilisiert werden könnten. sprachen für die Boltspartei Freiherr v. Lersner, für die kommende Angebot wurde jedoch überraschend glatt von der Börse Der Mensch im Betriebe war eine Zahl, ein Betriebsmittel, Deutschnationalen Graf Westarp, für die Demokraten aufgenommen. Anscheinend lagen bei den Banten wieder große das vorwiegend zahlenmäßig verteilt wurde. Er war ein mehr Dernburg, für die Sozialdemokraten Hermann Müller, Staufaufträge, besonders für ausländische Rechnung vor. Im Ber- weniger uniformer Artikel, der nicht amortisiert zu werden schließlich für das Zentrum Spahn. lauf der Börje trat auf den meisten Märkten eine sehr große brauchte, der sich der Maschine anzupassen hatte. Der Zufall Auf Antrag des Genossen Hermann Müller wurde be- Befestigung ein. Berhältnismäßig sehr schwach lagen nur die Aktien der Geburt und der Wohnstätte waren die wichtigsten Faktoren schloffen, daß sich der Ausschuß über die außenpolitische Seite der deutschen weiterverarbeitenden Industrie. Diese Erscheinung bei der Berufswahl. Und dabei ist jeder Mensch eine Individes Fechenbach- Prozesses näher informieren folle. steht anscheinend im Zusammenhang mit den fortgefeßt eingehenden dualität und dabei hängt die Leistung eines jeden einzelnen Es wurde ein Unterausschuß gewählt, der die Aften des Pro- ungünstigen Berichten über die Beschäftigung und die Arbeitsmarkt zum weitaus größeren Teile von Trieben und Wünschen nach zesses studieren und dann dem Ausschuß Bericht erstatten soll. lage. Besonders feft blieben die Ostdeutschen Montanwerte. einer bestimmten Beschäftigung ab. Für jeden Menschen gibt tann. " Kommunistischer Rückzug. 11 es unter den mehr als 10 000 Kulturberufen einen, auf dem deutschnationalen Parteitags als sodann wegen der ober- Einnahmequellen in der Rohstoffproduktion für Papier, der Zeller beruflich befriedigt fubjektiv weniger, tatsächlich wesentlich schlesischen Wahlen die Bertagung des Reichstags vom stoffindustrie sowohl wie in dem Holzfiskus. Daran haben bisher mehr leisten könnte und würde. Neben der Arbeitsrationalisie- deutsch nationalen Fraktionsvorst and angeregt die Resolutionen der bedrohten Presse und selbst der parlamentarung muß eine großzügige Organisation der Berufs- worden ist. rischen Vertretungen, deren Kundgebungen sich manchmal plagregenberatung und Berufszuweisung erfolgen. Hier ist der Weg, artig über die deutsche Deffentlichkeit ergießen, wenig zu ändern auf dem uns allein geholfen werden kann, auf dem auch der vermocht, und die Erfolge, die bisher erzielt worden sind, stehen deutsche Arbeiter mithelfen will und kann, weil nur dadurch Seit Monaten betreibt die KPD. mit unübertrefflichem schwendet wurde. im umgekehrten Verhältnis zu der ehrlichen Arbeit, die an sie verauch für ihn wie für die führenden Kreise die Arbeit aus einem Fluch der Menschheit" zu ihrem Segen werden Tamtam ihre Betriebsräte- Rampagne". Denunziert man diese Wieder müssen sämtliche Zeitungen ihre Bezugspreise erhöhen, Bewegung als das, was sie ist, nämlich als eine Mache der wieder gehen sie mit dieser Preispolitik, die ihnen von der Macht Eine großzügige Organisation der Wirtschafts- PD- Zentrale, die die Auswirkungen der Vereinigung der der Kartelle und der fiskalischen Holzpreispolitik diktiert wird, einen psychologie mit Unterstützung der Zentralbehörden und sozialistischen Parteien fürchtet und sie durch ihren Rummel Schritt weiter auf dem Wege, die sie schließlich zum Lurusartifel finanzieller Beteiligung der Arbeitgeber, die im Interesse der stören will, dann wird einem entgegengehalten, daß die Be- für die breiten Massen werden läßt. Dadurch wird aber nicht nur Gesamtheit zunächst auf unmittelbare Borteile verzichten triebsratsbewegung feine Parteifache, sondern eine„ Klassen die Geisteskultur des Volkes bedroht, auch die Möglichkeit, das müssen, fann zu einem Ausbau der Berufskunde und der bewegung" sei. Diese Klassenbewegung vollzog sich nun freilich eigene Interesse durch eine objektive Information gegen. Wissenschaft der Wirtschaftspsychologie führen, die in kurzer durchaus ohne Anteilnahme der proletarischen Klaffe. Die über der Deffentlichkeit, den Parlamenten und den InteressentenverZeit allen Schichten des Volkes in gleicher Weise eine Besse- PD.- Leute blieben hübsch unter sich. Darum scheinen sie jetzt bänden wirksam zu vertreten, schrumpft zusammen und muß rung der Lebenslage bringen muß. Bevor unter Beteiligung einen korrekten Abgang zu suchen. Die„ Rote Fahne" ver- der Macht des kapitalistischen Diktates weichen. Doppelt eindringvon Unternehmern und Arbeitgebern der einzelne Betrieb sichert heute, daß die KPD. gar nicht an Butsche denke und lich muß deshalb an die Arbeiterschaft die Mahnung gerichtet rationalifiert werden kann, muß ein schneller und energischer außerdem schreibt sie: Ausbau dieser modernsten und erfolgversprechenden Wissen- ,, Wir erklären uns bereit, mit ganzer Kraft dahin zu Bleibt Eurer Presse treu, untergrabt nicht selbst wirken, daß die bisherige Betriebsräte und Teuerungsbewegung, Eure Macht im Kampfe um eine bessere Lebenshaltung und gegen schaft gewährleistet werden. die ohne und gegen die Instanzen der VSPD. und Gewerkschaften das private Profitinteresse, indem Ihr durch Abbestellung Eurer bis zur Einberufung des Reichsbetriebsrätekongresses zum 23. No- Partei- und Gewerkschaftspresse Euren eigenen Einfluß vermindert ember vorgeschritten ist, eingestellt wird, wenn die BSPD. und der und das Feld kampstos der interessierten Unternehmerpresse überADGB. sich bereit erklären, einen durch Urwahlen in den Betrieben Taẞt! befchickten Reichsbetriebsrätekongreß für Anfang Dezember einzuberufen, der den Kampf gegen Arbeitszeitverlängerung, Teuerung und Fascistengefahr aufzunehmen bereit ist." Der Versuch, die Arbeitszeit zu verlängern, ist primitiv und psychologisch nicht zu verteidigen. Zur Arbeit gehört Freude und Luft. Luft nach Betätigung und Arbeit aber ist in jedem Falle der Ausdruck überschüssiger Energien. Hat der deutsche Arbeiter diese? Ausgemergelt und abgemagert muß er physiologisch mit seinen Kräften sparen. Wie ich mit einem bestimmten Kohlenvorrat eine Maschine ftatt 8 Stunden etwa 12 Stunden heizen kann, ohne daß da- Was die Abneigung gegen Butsche anlangt, so geht's der durch etwa die nutzbare Leistung der Maschine um ein Drittel, KPD. nach Radeks treffendem Bilde wie dem Paralytiker, ja überhaupt verbessert würde, so muß auch der Arder in der Liebe enthaltsam ist. Sie putschen in der Tat nur beiter einen durch die Nahrung repräsen deshalb nicht, weil sie wirklich nicht können. Zum Ersatz stören tierten Energievorrat auf die Arbeitszeit sie nur nach Kräften zur Freude der Reattion jedes planverteilen. Er wird also notgedrungen und unabhängig mäßige Vorgehen der ohne sie geschlossenen Arbeiterschaft. von seinem Willen die bisher auf 8 Stunden verteilte Arbeits- Noch heuchlerischer aber ist ihr Appell an die Berenergie durch Verlangsamung des Arbeitsrhythmus auf die von einigte Sozialdemokratie. In derselben Nummer der ,, Roten ihm verlangte längere Arbeitszeit verteilen. Die Mehr Fahne" erklärt Sinowjem: Der Kampf gegen die vereinigten leistung wird daher quantitativ in feinem Sozialdemokraten ist kein Fraktionskampf, sondern ein EntVerhältnis zu den Widerständen stehen, die scheidungskampf gegen den letzten Agenten der Bourgeoisie. man innenpolitisch und psychologisch zu überwinden hätte, Die Sozialdemokratie ist die gefährlichste wollte man gegen den Achtstundentag Sturm laufen. Auf die konterrevolutionäre Partei. Qualität der Leistung aber müßte die Wirkung nur ungünstig Wir würden an Stelle der KPD. teine Annäherungsversein, denn wie jeder andere Mensch will auch der Arbeiter fuche an die" Agenten der Bourgeoisie" und an die gefähretwas von seinem Tage haben; auch er ist Mensch, auch er lichste konterrevolutionäre Pareti" machen. Wozu auch? Sagt will einige Stunden des Tages ruhen und sich mit seinen doch Sinomjer: Wünschen und mit seiner Familie beschäftigen. Auch er will Mensch sein und leben. Ein Leben verbracht in fonftitutionsfeindlicher Arbeit muß verbittern, muß Neurofen erzeugen, wenn es nur gelebt wird für diese Arbeit, wenn die Freizeit nur dazu dient, um die verbrauchten Energien zu ersetzen. ist der Mann! Der Achtstundentag ist eine Kulturtat; es ist unwürdig, den Menschen zu einem Arbeitstier zu degradieren, Zeitungsnot und Papierausfuhr. es ist unwürdiger, dies zu versuchen, bevor nicht die letzten Während die deutschen Zeitungen, insbesondere aber die Aranderen Mittel versucht wurden; es ist schmachvoll, dies innen- und außenpolitisch erzwingen zu wollen, wenn andere, beiterpreffe, unter den enorm hohen Bapierpreisen leiden, gehen gebessere, wirksamere Mittel zur Produktionssteigerung zur Verwaltige Mengen deutschen Druckpapiers in das dank seiner Bafügung stehen. Deutschnationale Differenzen. ,, Tageszeitung" gegen Fraktionsvorstand." Die deutschnationale" Deutsche Tageszeitung" fühlt sich bemüßigt, aus der Beit" einen Artikel abzudrucken, in dem über die zu langen und zu häufigen Bertagungen des Reichs tags Klage geführt wird. Es heißt darin: Daß eine solche Handlungsweise das Ansehen der Parlamente nach innen wie nach außen nicht gerade zu heben imftande ist, bedarf feines Wortes. Etwas mehr Verantwortungsgefühl dürfte man schließlich doch von der Volksvertretung erwarten. Die Tageszeitung" bemerkt dazu mit der ihr eigenen journalistischen Originalität und Treffsicherheit: Wir haben dem nichts hinzuzufügen." Dann sei uns eine kleine Hinzufügung erlaubt, nämlich die, daß sowohl wegen des Görliger machen. Zwischen Dresden und Prag. Bon Tehateha. und ging auf die Toilette. " Die Komintern verspricht mit sehr wenigen Opfern nach sehr furzer Zeit der Arbeiterklasse den endgültigen Sieg." Wenn man das Rezept in der Tasche hat( siehe Rußland) dann möge man es doch aus eigenem probieren. Selbst werden: Die Fascistengefahr in Bayern. Vorstellungen der Demokraten und der Volkspartei. München, 9. November.( WTB.) Die gegenwärtige nationalsozialistische Bewegung in Bayern hat den Münchener Neuesten Nachrichten" zufolge die Demokratische Graftion veranlaßt, beim Ministerpräsidenten, beim Ministerium des Innern und beim Polizeipräsidium vorstellig zu werden, um auf die drohenden Gefahren hinzuweisen, die aus der nationalfo, ialistischen Bewegung für die öffentliche Ruhe und Ordnung erwachsen. Die Fraktion hat hierbei von der Regierung Auskunft verlangt, welche Mittel fie gegenüber dieser Gefahr anzuwenden gedente. Gleichzeitig forderte fie Aufschluß über die Passivität und zum Teil attive Unterstüßung, die gewisse staatliche Organe den nationalsozialistischen Kreisen entgegengebracht hätten. Wie das Blait weiter meldet, sei auch die Fraktion der Bereinigten sozialdemokratischen Partei beim Ministerpräsidenten in dieser Beziehung vorstellig geworden. In Kreisen der Bayerischen Boltspartei sollen ebenfalls Gegenmaßnahmen erwogen werden. Das Königliche Deichamt. In der Sigung des Deichamts des Warthebruchs vom Sonnabend, den 4. November, führte der Dei chhauptmann, wie wir dem Landsberger Generalanzeiger" entnehmen, aus, das Deichamt trage fagungsgemäß nach wie vor den Titel Königlich müffe nur zwischen dem„ Königlich" des Begründers und SchuhPreußisches Deichamt des Warthebruchs". Man herrn und dem„ Königlich" der früheren preußischen Staatsform zu unterscheiden wissen. Eine staatliche Behörde sei das Deichamt nie luta zahlungsfähigere Ausland. Die Ausfuhr an unbe= brudtem Papier im ersten Halbjahr 1922 hat die Ausfuhr gierung bestanden, aber diese seien längst gelöst. Die Ausgewesen. Früher hätten zwar enge Beziehungen zur Reder gleichen Vortriegszeit beträchtlich übertroffen. In führungen des Deichhauptmanns beruhen auf Sophisterei. Das den ersten 6 Monaten dieses Jahres wurden 1,4 Millionen Doppel- Deichamt wird von den Gemeinden unterhalten und ist ein re nes zentner gegen 1,25 Millionen Doppelzenfner im ersten Halbjahr Zweckinstitut, das mit dem„ Königl ch" des Begründers und Schutz1913 exportiert. Dabei ist zu beachten, daß die Einfuhr von Pa- herrn" nichts zu tun hat. Sehen die Sagungen den Titel„ Kgl. pier ganz wesentlich zurückgegangen ist, daß aber auch die Einfuhr Breußisches Deichamt" vor, so wird es die höchste Zeit, den veralteten von Papierholz einen Rüdgang fast auf die Hälfte zeigt. Die und irreführenden Titel schleunigst umzuwandeln. Das preu großen Mengen unbedruckten Papiers, die ins Ausland gehen, find Bische Innenministerium, unter deffen staatlicher Aufsicht das also in erster Linie aus inländischen Rohstoffen her Deichamt des Barthebruchs steht, sollte sich mit der Angelegenheit gestellt. Sie bringen den Papierfabrikanten enorme Valutagewinne, einmal eingehender befassen und fich vor allem einmal den Häuptum derentwillen sie gut und gerne den inländischen Markt vernachling ansehen, der hoffentlich auch seinerseits die engen Beziehungen lässigen, indem sie rücksichtslos die Preise heraufzusehen trachten. Gegen diese Art der Preispolitit ist die unzulängliche behörd- 8ur Regierung schon längst gelöst hat. liche Kontrolle fast machtlos, und so haben wir heute 500 fa che Englische Thronrede. Es ist beschlossen worden, daß der König Portriegspreise für Zeitungsdruckpapier, auf der anderen das neue Barlament am 23. November und nicht, wie bereits ge Seite aber riesige Dividenden der Papierfabrikanten und enorme meldet, am 20. November persönlich eröffnen wird. " Hab ich alle von Schwäfter in Dräsden geschänkt," behauptete sie. „ Das arme Mädel, die Schwester, gann eenen bloß leed tun," meinte der Beamte, die is doch nu ihr Geld los, das gost e schee Bermögen." Dann sagte er noch, sie müsse aussteigen, müsse den ganzen Wir saßen einander gegenüber. Das heißt: fie faß nicht, son- 3immt dalassen und Kaution stellen, sonst müßte sie auch dableiten. dern rutschte auf dem Siz hin und her, als habe sie Ameisen im Dabei öffnete er den dritten Koffer, wo die feinste weiße Wäsche Korjett. und allerlei sonstige Herrlichkeiten friedlich beinander lagen. Das Dämchen war eine„ Cescoslovenska", das merkte ich, ehe Gie mußte auch wirklich in Sachsen bleiben. sie den Mund auftat, an allem ziemlich genau. Während dieses fleinen Intermezzos, das ein Schlaglicht darauf ,, Glauben Sie, daß wird revidiert?" fragte sie mich. wirft, wie wir ausverkauft werden, fam es mir aber doch in den " Ich glaub es schon," erwiderte ich, obgleich ich es nicht genau Einn, ob auch hier alles recht zugeht? Ob nicht auch dabei bloß die wußte. Kleinen erwischt werden? ,, Das sein nicht gutt," ließ sie mich wissen. Mir war es furchtbar Wurst, ob revidiert wird. Mit meinen paar Socken und den weichen Kragen wird das keine Schwierigkeiten Mein holdes Gegenüber aber nahm einen von den drei Koffern Nach einer halben Stunde kam sie wieder, aber völlig verändert. Als ein bescheiden gekleidetes Mädchen war sie in den Raum gegangen, wie eine Dame der besten Gesellschaft kam sie wieder. Da fehlte nichts: von den eleganten Strümpfen bis zur niedlichen worden. Uhr und auffallende Garnitur war alles da. Sie lächelte etwas verlegen. Die feinen Fähnchen paßten ja gar nicht zu der Gesamterscheinung, aber fi: glaubte sich sehr entzückend auszunehmen. Mit einigen hundert Kronen war sie auf einmal eine andere geworden, doch ihre Unruhe hatte sie nicht mit den alten Kleidern eingepackt, die war auch unter der Seidenbluse geblieben. Hinter Birna fam ein Mann ins Abteil, der sich für uns intereffierte. Er prüfte die Bässe nach, besah sich auch meine Nachbarin genau. Dann verschwand er wieder. Die tschechische Maid war von einer Zentnerlast befreit: „ Nu ist vorbei Revision un ist fertig Kontrolle," jubelte sie. Aber man soll die Revisoren erst hinter Bodenbach loben. Wir waren noch ziemlich weit vom Land der hochwertigen Kronen entfernt, da tam wieder ein Gemütlicher" ins Lokal. mütlich. " „ Das Gepäck, bitte," sagte der. Das klang schon gar nicht geDas Mädel aus der Gegend von Prag fing an, Ameisen zu fangen und bekam zinnoberrote Baden. Ich fand sie direkt hübsch in dieser Aufregung. " Wo haben Sie den schönen Hut her?" fragte der Beamte. Aus Brack, bittä schrie meine Nachbarin. Der aus Brag? Das gloobt Ihnen doch gee Luderchen." Der Mann wurde direkt gemütlich, nahm den Hut, besah sich die Inschrift, riß den Streifen, auf dem eine Prager Firma stand, und siehe da darunter befand sich ein sehr bekanntes Dresdener Huigeschäft in schöner filberner Schrift. weg Die Besizerin des Hutes gab jeden Widerspruch auf. Dann forschte der weißgrüne Kontrolleur weiter; er wunderte fich felr über die wunderbaren Sachen: Neue Bücherteuerung. Der Börsenverein der deutschen Buchhändler hat den Multiplikator, der um die Grundzahl des Buchpreises erhöht den Verkaufspreis ergibt, von 160 auf 220 heraufgesetzt. Diese Preiserhöhung, die noch nicht die letzte vor Weihnachten sein dürfte, bedeutet eine immer stärkere Abkehr von der Preispolitik, die in den ersten Nachkriegsjahren den Buchpreis im Unterschiede von den Gegenständen des täglichen Bedarfs" niedrig zu halten suchte. Sie bedeutet, daß faft jeder bessere Roman 1000 m. fostet, und daß die Schulbücherpreise unerschwinglich zu werden drohen. Auf dem letzteren Gebiet suchen viele Schulen durch Einfäufe im großen eimas zu verbilligen. Die Unterrichtsverwaltung sollte erwägen, ob sie nicht überhaupt durch Erwerbung der Lehrbücher von der Schule aus und durch Ueberlassung an die Schüler gegen eine Leihgebühr hier eingreifen müßte. Einstein als Nobelpreisträger. Die schwedische Akademie der Ergebnisse der amerikanischen Sonnenfinfternis- Expedition. Nach Wissenschaften hat beschlossen, Professor Albert Einstein den largem Warten sind die ersten Nachrichten über die in Australien bei Nobelpreis für 1921 für Physik wegen seiner Arbeiten auf dem der Sonnenfinsternis vom 21. September gemachten Beobachtungen Gebiete der theoretischen Phyfit, namentlich seiner Entdeckung des in Amerika eingetroffen. Während die Beobachtung von der WeihGesetzes der photoelektrischen Wirkung zu verleihen. Der Nobel- nachtsinsel aus durch den bedeckten Himmel beeinträchtigt wurde, preis für 1922 für Physik ist dem Professor Niels Bohr in war in Australien während der Finsternis der Himmel heiter. Die Kopenhagen wegen seiner Verdienste um die Erforschung der Struf- Astronomen der beiden amerikanischen Expeditionen hatten daher untur der Atome und der von ihnen ausgehenden Strahlung erteilt beschränkte Gelegenheit, ihr vorher aufgestelltes Programmi dura Die Schwedische Akademie hat dem Spanier Jacinto uführen. Es glüdie eine Reihe photographischer Aufnahmen, die Benavente den Nobelpreis für 1922 in Literatur verliehen. merden in einiger Zeit erfahren, ob die erhaltenen Ergebnisse sich mit dem Studium der Relativitätstheorie zu dienen bestimmt sind. Wir ( nach dem" Tagebuch") mitgeteilt, daß eine A Monsieur l'Em- ftrahlungen, deren eine sich über drei Sonnendurchmesser erstreckte. Wo wohnt Wilhelm? Wir hatten hier kürzlich das Postkuriosum der Theorie Einsteins decken oder nicht. Die Korona hatte vier Auspireur" adressierte Postkarte im ehemaligen Schloß abgegeben wurde, Prof. Chant hat das Phänomen der sog.„ fliegenden Schatten" photonachdem die Poſt die fehlende Adresse diensteifrig Berlin C. 2, graphiert, die einen Augenblick vor und nach der Total tät der FinsterSchloß" ergänzt hatte. Das Reichspostministerium schreibt dazu: nis in die Erscheinung treten. Prof. Grant von der Universität verbait nicht geklärt werden können, weil die Karte nicht mehr zu vor zur Feststellung der relativen Leuchtkraft der Sonne und der Bezüglich einer Karte A Monsieur l'Empireur" hat der Sach- Adelaide nahm mit Hilfe der photoelektrischen Kamera Messungen erlangen war. Wenn sie, wie angegeben, ausgehändigt worden ist, Korona. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird am 10. Sepfann es sich nur um ein bedauerliches Versehen eines Bestellers tember 1923 stattfinden und in Nordamerika fichtbar sein; zu ihrer handeln." Beobachtung werden fich mehrere astronomische Expeditionen nad) den Bereinigten Staaten begeben. Die Bedauerlichkeit ist ohne weiteres zuzugeben, aber wo ist die Karte geblieben? Die Post sollte sich selber von der Richtigkeit unserer Angaben überzeugen und dann das Unifum im Postmuseum ausstellen. Zu diesem Zweck raten wir ihr, sich mit der Direktion des Instituts für angewandte Psychologie" im Schloß in Berbindung zu feizen. Das zweite Postfuriofum, das einleitenderweise in unserer Notiz erwähnt wurde, hat sich dagegen zugunsten der Post aufgeklärt. Die Adresse des Reichspräsidenten Ebert war der Post wirklich bekannt gewesen und richtig ergänzt worden. Der betreffende Brief wurde aber wegen unzureichender Freimachung nicht angenommen und ging, weil der Absender nicht genannt war, mit dem aufgeklebten Bettel:„ Ohne Wohnungsangabe oder sonstige nähere Bezeichnung ist der richtige Empfänger in Berlin nicht zu ermitteln" an den Ausschuß für unbestellbore Postfachen. In diesem Wortlaut waren aber die Worte Empfänger in Berlin" handschriftlich durch das Bort Abs."( sell heißen Absender) ersetzt worden. Wieso ein solcher irreführender Zeitel benutzt werden mußte, bleibt allerdings dem Laien unverständlich. Musifalienverbilligung. Dem Reichsverband deutscher Tontinitler und Musitlebrer ist es gelungen, für seine Mitglieder und deren Schüler ganz besondere Bedingungen für den Bezug der Unterrichts- und Studien. literatur zu erlangen. Ein Katalog gibt alles Nähere an. Niddy Impefoven wird Sonntag im Blüthner- Saal einen Tanznachmittag zugunsten der Aftershilfe veranstalten. Das Blüthner Orchester veranstaltet am Sonntag, den 12. d. M., abends 8 Uhr. im Blüttner Saal einen Richard Wagner Abend unter Leitung von Camillo Hildebrand. Deutscher Tonfünfiler und Musiklehrer seft. Bom 1. November ab müssen Neue Honorare für Mufifunterricht setzte der Reichsverband für Elementarunterricht 100-150 m. für die Stunde, für Unterricht aft Fortgeschrittene 200-300 M. und für Ausbildungsunterricht 400-600 m. gefordert werden. Die Kommiffion für intellektuelle Zusammenarbeit wendet sich an die akademischen und wissenschaftlichen Vereinigungen aller Länder mit einem Aufruf zugunsten der intellektuell Arbeitenden und des intelleftuellen Lebens in Desterreich. Die städtischen Häfen. Der Zusammenbruch der Mark hat auch die Pläne der Berliner Hafenverwaltung, die Hafenanlagen Berlins unter Beteiligung von Leistungsfähigen Schiffahrtstreifen zu einem großen Hafen- und Speditionsunternehmen zusammenzufassen, beeinflußt. Erfreulicherweise fann in diesem Falle nur von einer Verzögerung gesprochen werden, und es ist anzunehmen, daß die bekannten Pläne der Stadt in einigen Wochen ein Ergebnis haben werden. Zu einem Teil ist die Berlangsamung der Berhandlungen mit den Hafen- und Schiffahrtsfreisen auf die start erhöhten Mittel zurückzuführen, die infolge der Geldentwertung zur Fertigstellung der größten und neuesten Hafenanlage Berlins, des Westhafens, erforderlich sind und die nach dem augenblicklichen Stand sich auf 380 millionen belaufen. Als ein glücklicher und der Voraussicht der Bauleitung zu verdankender Umstand ist es zu bezeichnen, daß das zur Fertigstellung des Westhafens erforderliche Material an Baustoffen und Maschinen bereits geliefert ist und auf dem Hafengelände lagert. Von den Anlagen des Westhafens sind bereits 3 Lagerhallen und ein Hafenbecken im Betrieb. Die große Kohlenarage wird wahrscheinlich Ende dieses Jahres, spätestens Anfang des nächsten Jahres, in Benutzung genommen werden fönnen. Von den Hochbauten ist der Zollspeicher fertig; er wird schon beheizt. In den großen Getreidespeicher werden gegenwärtig die Maschinen eingebaut; auch er wird Anfang nächsten Jahres vollendet werden. Die übrigen Bauten werden voraussichtlich im Frühjahr 1923 fertiggestellt, vor allen Dingen das Berwaltungsgebäude, so daß der ganze stattliche Westhafen im Mai nächsten Jahres, etwa zu Pfingsten, fig und fertig zum Betriebe sein wird. Im ganzen lassen die städtischen Häfen ein nicht ungünstiges Ergebnis erwarten. Das Sommerhalbjahr 1922 schließt allerdings noch für die Berliner Häfen mit einem Fehlbetrag von 3,8 Millionen ab, wovon auf den Osthafen, die gegenwärtig am meisten benutzte Hafenanlage Berlins, 1,5 Millionen entfallen. Der Osthafen hat dann aber im Oktober wieder einen Ueberschuß von 2,9 Millionen zu verzeichnen. In den Monaten April bis September haben lediglich der Spandauer Hafen und der Humboldthafen Ueberschüsse zu verzeichnen, und zwar in Höhe von 1 Million und von 273 000 m., während der Tegeler Hafen sich mit einem ganz geringen Fehlbetrag von 2600 m. fast im Gleichgewicht hält. Der Berkehr hat in den letzten Monaten nicht unerheblich zugenommen; er stieg in den Monaten Juli bis September auf 2432 Schiffe und 11 207 Eisenbahnwagen, gegen 1925 Schiffe und 8381 Eisenbahnwagen in den Monaten April bis Juni Der Valuta- Säugling. 15und!" Der Wutausbruch des Hauswirtes erregte Aufsehen und Unwillen nicht nur bei den Mieterbeifizern, sondern auch bei den Vermieterbeisitzern. Der Versicherungsdirettor und Hauseigentümer Wapnik, der auf feinen Mieter zu schießen droht, ist bekannt als Deutschnationaler. Gewerkschaftsbewegung " " Haltet den Dieb!" Berbrecherisches Spiel des„ Borwärts", geradezu verbrecheEin Liter Milch 138 Mark. rische Frivolität“ so schallt es aus der heutigen Morgennummer Wenn man bisher geglaubt hatte, daß der Milchpreis in Höhe der Roten Fahne", weil wir die Absicht derjenigen furz beleuchteten, von 108 m. ein Rebord bedeuten würde, so war das leider ein Jrr die da vorgeben, die Gewerkschaften zu retten". tum. Für die nächste Woche hat die Ernährungsdeputation des Gewerkschaftliche Einigkeit" rufen die kommunistischen GewerkMagistrats den Preis für einen Liter Milch auf 138 m. festgesetzt. fchaftsstrategen Walcher, Heckert usw., unter der Bedingung, daß tion dieser neue, für die laufende Woche gültige Breis zugrunde liegt. famte Gewerkschaftsapparat in die Hände der kommunistischen EinEs dürfte nicht uninteressant sein, nachzuprüfen, welcher Kaltula- Die Gewerkschaften sich der Moskauer Dittatur unterstellen, der geDer Preis für den Produzenten auf dem Lande beitshelden kommt, den Zweden der Kommunistischen Partei dienstwird noch immer nach den Butterpreisen festgesetzt, ob- bar gemacht wird. Da heißt es allerdings:" Rettet die Gewohl von allen Seiten immer wieder darauf hingewiesen wird, daß werkschaften!" vor solchen Freunden", vor solchen Anschlägen diese Preisfindung nicht den wirklichen Verhältnissen entspricht. Da auf ihre Verfassung. in den letzten Tagen der Butterpreis zwischen 850 und 1000 M. schwankte, ist der Preis für Milch auf. die Spanne für die Provinzmeierei auf. die Prämie für den Milcheinführer auf Transport vom Bahnhof zur Meierei auf. von der Meierei zum Kleinhändler auf. die Kleinhandelsspanne auf Milchbehandlung in der Meierei auf Milchlannenabnutzung auf Berwaltungstoften des Milchamtes auf Umsatzsteuer- Rifitospanne auf . 97,35 m. 1,90 4,00 " N 3,35 3,75 " 11 • 8,00 8,50 1,00 " 11 " 1,25 " 8,90 " Seit wann ist denn die gewerkschaftliche Einigkeit gefährdet? Doch erst seit dem Zeitpunkt, seitdem etliche verkannte Größen in der Gewerkschaftsbewegung, von denen man höchstens in ihren engeren Kreisen wußte, daß fie Opposition zu machen suchten, durch plötzliche Erleuchtung und Eingebung entdeckt hatten, daß unsere ganzen gewerkschaftlichen Methoden in Deutschlands nichts taugten und deshalb nach russischer Methode gearbeitet werden müsse. Die neuen Apostel, die im günstigsten Falle Rußland auf einer Reise durch Lenin- Potemkinsche Dörfer fennengelernt und bei dieser Gelegenheit irgendeine Anstellung gefunden hotten, fie be= schimpften jeden als„ Sozialverräter" und Arbeiterverräter", der durch seine Kenntnis der Dinge und seine Erfahrungen davor gefeit war, fich der neuen Heilslehre aus Moskau zu ver= schreiben, die längst wieder im Abbau begriffen ist. Weil die Gewerkschaften sich gegen das sie verheerende Treiben einiger Fanatiker, Quertreiber und politischer Agenten Moskaus wehren, Uhland- Ede Grolmanstraße der Radfahrer Max Waderfuß fchaftlich ungeschulten, deshalb die schamlose Ver= Von einem Auto überfahren. Gestern abend wurde an der deshalb die Spetulation auf den Mißmut der gemertvon einem Droschtenauto überfahren. Berlegungen ins Krankenhaus gebracht werden. Zeugen des„ Bonzen", deshalb die Aktionen" gegen das Berliner GemertEr mußte mit erheblichen dächtigung der Gewerkschaftsführer durch die kommunistischen unfalls merden gebeten, sich bei den Eltern, Neue Bayreuther schaftshaus, die Generalversammlung der Bauarbeiter in Leipzig, Str. 3, zu melden. deshalb der unbändige Haß gegen all das, was den deutschen Gemertichaften ihren Halt gibt. zusammen 138,00 m. festgesetzt worden. Bei näherer Prüfung sind einzelne dieser Bosten nur schwer verständlich. der Revolution eine Gedenkfeier im Reichstag ab. Sie war einDer Republikanische Reichsbund hielt gestern zum Jahrestage gerahmt von Rezitationen und anderen künstlerischen Genüssen. Hauptredner des Abends war Genosse Kurt Heinig. Der Bortragende ging auf das Wesen der Staatsumwälzung ein, indem er die Vorgänge der großen französischen Revolution, der italienischen wie auch der ruffischen in Vergleich zur deutschen Revolution stellte. Die Feier verlief außerordentlich wirkungsvoll. = Wir stehen zu den Sätzen, die mir im gestrigen Abendblatt schrieben und die heute in der Roten Fahne" im Fettdruck wiedergegeben werden als Beweis für das verbrecherische Spiel des " Borwärts" Die Gewerkschaften fragen auch heute noch ihre Mitalieder nicht danach, welche politischen Auffassungen sie in den Barteien vertreten, denen sie angehören. Allein, fie müssen von jedem ihrer Mitglieder verlangen, daß er ihre Sagungen anertennt, die Beschlüsse ihrer Ber= Lenderungen der Postgebühren im Verkehr nach dem Ausland. bandstage oder Generalversammlungen, sich in den durch sie Der deutsche Gegenwert des Goldfranken bei der Gebührenerhebung gezogenen Rahmen einfügt und im Sinne der gewerkschaftim Auslands Batet, Telegramm und Zeitungslichen Aufgaben wirft, mindestens aber alles unterläßt, vertehr ist mit Birtung vom 11. November an auf 1800 M. fest gesetzt worden. Dieses Umrechnungsverhältnis ist auch für die Wert angabe auf Paketen und Briefen sowie auf Kästchen mit Wertangabe nach dem Ausland maßgebend. Für Ferngespräche nach dem Ausland werden ebenfalls entsprechend erhöhte Gebühren erhoben werden. Nähere Auskünfte erteilen die Bostanstalten. was die Gewerkschaften schädigt und ihre Geschlossenheit iraendwie beeinträchtigt. Diesen selbstverständlichen gewerkschaftlichen Verpflichtungen auf demokratischer Grundlage stehen die Rechte gegenüber, die jedem Mitaliede bekannt sind. Das das Statut seiner Gewerkschaft fennt, die Protokolle seiner Verbandstage nerfolat und sein Verbandsorgan. Wie man zu schwedischen Kronen kommt. Recht ungewöhnliche Wege zur Beschaffung von Devisen schlug ein Trio ein, das jetzt von der Kriminalpolizei hinter Schloß und Riegel gesetzt wurde. Im Osten Berlins betrieben zwei Herren unter der Firma Konrad und Schumann eine Kunstanstalt und daneben noch eine chemische Fabrik für Schuhkrem und dergleichen Dinge. Wer sich diesem Rahmen nicht einfügen will oder fann, wer Beide Unternehmungen gingen nicht recht. Da kamen die Inhaber Gefangenenbefreiung mit gefälschten Papieren. feiner Gewerkschaft die Solidarität versagt und ihr aar Fehde kündet, im Verein mit einer Angestellten, einem Fräulein Schnell, die zu ihre Eristenz untergräbt, für den ist in den Gewerkschaften nun einEine großangelegte Fälscheraffäre, der die Direktion des preußi- mal fein Blak, er möae heißen, wie er will, und sein, wo er ihnen in einer Art Sozietätsverhältnis stand auf den Gedanken, schen Staatsgefängnisses in Wittlich a. d. Mosel zum Opfer ge- will. Die Gemerfschaften find nun einmal fein Lummelplas fich auf trummen Wegen Devisen zu verschaffen. Sie fallen ist, war am Donnerstag vor dem Kriegsgericht des General- für politische Desperados und für Konjunkturpolitifer. Ihre Miterließen in schwedischen Zeitungen Anzeigen, daß ein ftabs der französischen Rheinarmee in Mainz zur Verhandlung an- glieder gehören zur Amsterdamer Gewerfichaftsintergroßes Unternehmen Korrespondenten suche. Den 30 Bewerbern, gesetzt. An getlagt waren acht Personen, darunter eine nationale und können nicht der sogenannten Moskauer InterDie fich meldeten, wurde bedeutet, daß der Betrieb, der zur Her Frau wegen Gefangenenbefreiung und schwerer Urkundenfälschung. nationale angehören. stellung seiner Fabritate viel ausländisches Terpentinöl und Wachs Bon den Angeflagten mar niemand erschienen, so brauche, nur durchaus zuverlässige Leute beschäftigen könne, und sich daß die Verhandlung in contumaciam geführt wurde. Der Anklage nichts ändern. Am weniasten der nachgerade etwas abgenutzte SpitzSo liegen die Dinge, und daran fönnen alle Verdrehungsversuche Deshalb erst genau erfundigen müsse. Für Schreibgebühren liegt folgender Tatbestand zugrunde: Nach dem Rheinlandabkommen bubentrid, beim Erwischtwerden davonzulaufen und Haltet den usw. habe der Bewerber 5 Kronen einzusenden. Diese gingen müssen alle im militärisch besetzten Gebiet gegen Deutsche erkannten Dieb!" zu schreien. Es ist in der Tat ein verbrecherisches dann auch pünktlich ein, die Bewerber aber hörten nichts weiter von Freiheitsstrafen unter Kontrolle der französi Spiel, aegenwärtig zumal, wo die Gemertichaften alles daran dem Unternehmen. Dann wurden Auslandsvertreter für fchen Besagungsbehörde in deutschen Strafanstalten des sehen müssen an die Erhaltung des Achtstundentages, Kunstsachen gesucht. Auch sie mußten Devisen einsenden, besetzten Gebietes verbüßt werden. Eine solche Strafanstalt war abgesehen von allen sonstigen Aufgaben, fie durch Zellenbauerei zu zunächst einmal für die erforderlichen Erfundigungen und dann für Wittlich, in der sich seit 1920 besonders von französischen Gerichten unterminieren, ihr inneres Gefüge zu schwächen und ihre Geschlossendie Waren, die sie für den Vertrieb zugefandt erhielten. Diese be- zu schweren Strafen verurteilte Verbrecher befanden. Einer dieser heit zu Todern. standen in vergrößerten Bildern. Gegen 40 Personen Verbrecher war im Zentralbureau der Strafanstalt mit Schreibschickten die Auskunftsgebühr und etwa 20 auch abeiten beschäftigt und entwendete dabei das Formular schwedische und norwegische Kronen für ihnen zugestellte eines vom Generalfommando der französischen Waren. Auch diese Art des Betriebes aber war bald erschöpft. Rheinarmee unterzeichneten und gestempelten Im Höhensonnenbad„ Aktis". Jezt trat Fräulein Schnell in Aktion und inferierte, daß eine Befehls zur Entlassung eines begnadigten Sträflings. Mit diesem Ueber die Lohnverhältnisse der Angestellten wird uns geschrieben: Schwedin ihr drei Monate altes Kind gegen eine Formular trieb der Entlaffene einen raffinierten Schwindel und es preist der Befizer des Höhensonnenbades ,, Attis" die Vorzüge seiner In auffälligen Zeitungsreklamen, auch in Arbeiterblättern, einmalige Abfindung von 15000 kronen und zuge- gelang ihm, natürlich gegen gute Bezahlung, mit den Fälschungen in Behandlungsmethode an, unter dem ausdrücklichen Hinweis darauf, höriger Aussteuer zu vergeben habe. Auf dieses Ausschreiben gingen den Jahren 1920 und 1921 eine erhebliche Anzahl von Strafge- daß die Behandlung durch geschultes Personal ausgeführt Hunderte von Pofilagerfarten auf dem Postamt Berlin S. 14 ein. fangenen zu befreien, ohne daß die Direktion der Strafanstalt ahnte, werde. Wie aber das geschulte Personal, nämlich Krankenschwestern, Wiederum waren natürlich Erfundigungen erforderlich, weil man daß die Entlassungsbefehle gefälscht waren. Als man schließlich von diesem Herrn behandelt wird, dafür ein Beispiel. genau wissen wollte, in welche Hände das Kind tommen soll. Auch hinter die Fälschungen fam, wurde der deutsche Gefängnisbeamte, jegt blieben die schwedischen und norwegischen durch dessen Fahrlässigkeit das Originalschriftstück entwendet worden fation beauftragt, von der Firma die Erhöhung der Löhne zu forIm März d. I. haben die Angestellten die zuständige OrganiKronen nicht aus. Unterdessen war aber die Deffentlichkeit in Schweden und Norwegen von Betrogenen auf das Treiben aufmerk- Angeflagten auf 20 Jahre 3wangsarbeit und 3000 600 M. Die Organisation hat daraufhin eine Erhöhung der Löhne Das Contumaciam- Urteil lautete gegen jeden dern. war, verhaftet. Das monatliche Einkommen der Schwestern betrug damals sam gemacht worden und so tamen die Machenschaften auch zur Frank Geldstrafe. Kenntnis der hiesigen Kriminalpolizei, die alle drei Beteiligten festauf monatlich 1100 m. beantragt. Das Einkommen ist alsdann um nahm, deren Treiben geeignet war, das deutsche Ansehen im Aus200 m., nämlich auf 800 M., erhöht worden. Inzwischen hat dann lande schwer zu schädigen. wegen Renovierung, geschlossen. Nach der Eröffnung im Herbst steigerte er feine Einnahmen um das Fünffache. 1500 m. MDnatslohn war das Einkommen einer Schwester im September und 3000 m. im Ottober. Da diefer Betrag zur Deckung der notwendigsten Bedürfnisse nicht hinreichend ist, versuchten die Krankenschwestern ihr Heil beim Gewerbegericht. Nach Zustellung der Terminsladung an den Anstaltsbesitzer entließ dieser zwei Schwestern einfach fristlos. Immerhin bemüht sich der Befizer ces Höhensonnenbades in anderer Weise, das Einkommen der Schwestern etwas zu erhöhen; er schreibt nämlich in seiner Hausordnung wörtlich: Den Schwestern ist es nicht verboten, Geschenke anzunehmen, doch darf dies zu keinerlei Bevorzugung der Patienten führen". Markenfreies Brot 400 Mark, Tüten extra! Der Zweckverband der Bäckermeister Groß- Berlins teilt mit, daß vom Montag, den 13. November, neue Gebädpreise geften: Markenfreies Brot 400 M., martenfreie Schrippen 15 M., Hörnchen, Raiserbrötchen 18 M., Schnecken 20 M., Plunder, Blechkuchen 30 M., gerösteter Zwiebad das Pfund 300 m., Einbad 200 m., geriebene Gemmel das Pfund 200 M., Abbaden von fleinen Kuchen 40 m., von großen 50 m. Tüten und Einschlagpapiere find in diesen Preisen nicht mit einfaltuliert, fondern müssen daher, je nach Tagespreis, mitberechnet werden; zurzeit ist der Preis für kleine Tüten 2 M., für große 2,50 M. „ Mieterfreuden." Der Hauswirt droht, zu schießen! Schwerer Verkehrsunfall in Hamburg. Heute, Freitag, früh fuhr im dichten Nebel ein Triebwagenzug der Hamburger Borortbahn auf einen auf dem Bahnhof Wandsbeker Chaussee haltenden Dampfzug auf. Vier Wagen des Dampfzuges entgleiften; 5 Beren beren zwei ins Krankenhaus übergeführt werden mußten, Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich mild, überwiegend bewollt und etwas nebelig, bei mäßigen südlichen Winden, keine erheblichen Niederschläge. GroßGroß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Drewig. 12. November 1922, 10 Uhr vorm., Gruppenverfammlung. 1. Die Be beutung der neuen Landgemeindeordnung. Referent: La Grange. 2. Organisatorische Fragen. Devisenkurse. Wenn ein Haus den Eigentümer wechselt, fommt es oft zwischen dem neuen Wirt und seinen Mietern zu Streitigkeiten und heftigen Kämpfen um die ihm selber zu überlassende Wohnung. So ein frischgebackener Hauseigentümer glaubt meist, daß er in seinem Haufe trotz Wohnungszwangswirtschaft sich seine Wohnung aussuchen tann. Gefällt ihm die Wohnung des bisherigen Eigentümers nicht, dann möchte er die Hand nach einer passenderen 1 Holländischer Gulden ausstrecken und der Mieter soll machen, daß er hinauskommt. 1 argentinischer Papier- Beso In Wannsee hatte vor zwei Jahren ein Herr Wapni, 1 belgischer Frant der damals Versicherungsinspektor war, das Haus Marien- 1 norwegische Krone straße 2 getauft und ohne Zuzugserlaubnis des Wohnungs- 1 dänische Krone. amtes die Wohnung des früheren Eigentümers bezogen. Auch er 1 schwedische Krone glaubte, mit der bisherigen Hauswirtswohnung nicht zufrieden sein 1 finnische Mark zu können, und so versuchte er, in den Besitz der seinen Wünschen 1 japanischer Yen mehr entsprechenden Räume eines in demselben Hause wohnenden 1 italienische Bire Mieters zu gelangen. Dem Mieteinigungsamt erklärte der Herr 1 Bfund Sterling Bersicherungsdirektor( denn das war er inzwischen geworden), daß 1 Dollar feine im Souterrain gelegenen Wohnräume ge- 1 französischer Frank sundheitsschädlich seien. Trotz dieser Behauptung bot er dem 1 brasilianischer Milreis Mieter, den er aus seiner im Obergeschoß gelegenen Wohnung hin- 1 Schweizer Frank. ausbringen wollte, die Souterrainwohnung zum Tausch an. Kürzlich 1 spanischer Beieta brachte der Herr Versicherungsdirektor es jogar fertig, vor dem 100 österr. Seronen( abgeſt.) Mieteinigungsamt unter Hinweis auf jene Gefundheitsschädlichkeit 1 tschechische Krone feiner Hauswirtswohnung dem gegen die Hergabe seiner Woh- 1 ungariice Strone nung sich sträubenden Mieter zu drohen:„ Sollte eins meiner Kinder 1 bulgarischer Lewa. fterben, so schieße ich Sie nieder wie einen tollen 1 jugoslawischer Dinar der Besitzer seine Anstalt während der Sommermonate, angeblich Wie uns befannt geworden, gehören zu denen, die diesen heilfundigen Herrn Kort bei ihren Leiden in Anspruch nehmen, auch Angestellte und Arbeiter. Es wäre zweckmäßig, wenn diese sich mit den Praktiken dieses Herrn, der seine Beschäftigten in solcher Art und Weise behandelt, vertraut machen." Die Not der Hausangestellten! Ein Diener schreibt uns: 10. November 9. November Räufer Berkäufer Räufer Berkäufer ( Gelda)( Brief-)( Geld-)( Brief-) ,, mit am meisten müssen die Hausangestellten durch die EntKurs Kurs Aurs Kurs wertung des Geldes leiden. Ich will nur kurz ein kleines Bild entwerfen. Als Diener verdiente ich im Frieden neben freier Station 2992.50 3007.50 2892.75 2907.25 und Wäsche monatlich 40 M. Dafür konnte ich mir einen Anzug 2763.07 2776.93 2743.11 2750.90 und ein Paar Siefel faufen. Dann blieb auch noch etwas zum Aus 443.88 446.12 gehen übrig.( Doch wohl nur, wenn noch Trinkgeld hinzufam? 1416.45 1423.55 D. Red.) 1526.17 1533.83 2044.87 2055.13 184.53 185.47 3491.25 3408.75 329.17 330.83 34164.35 34335 65 7655.80 7694.20 496.25 498.75 872.81 877.19 1403.98 1411.02 139.64 145.36 1476,80 1483.70 1615.95 1624.05 2134.65 2145.35 192.51 193.49 3615.93 3634.07 324.18 325.82 34912.50 35087.50 Heute erhalte ich als gut bezahlter Diener jage und schreibe 3000 M. In zwei Monaten bin ich glücklich in der Lage, mir ein Paar Stiefel zu laufen, wenn die Preise bis dahin nicht schon wieder gestiegen sind. Daß die Bezahlung nicht der Zeit entsprechend ist, wird ein jeder zugeben müssen und deshalb mende ich mich an die 7780.50 7819.50 Deffentlichkeit mit der Bitte, die Hausangestellten der Zeit entsprechend zu bezahlen, dann werden die Klagen über Diebstähle und 458,85 461.15 857.85 862.15 Unzuverläßlichkeit von alleine wieder aufhören." Wir wissen nicht, ob der Mann organisiert ist, müssen ihm aber 1386.52 1393.48 1122.18 1127.82 fagen, daß mit solchen Bitten nichts getan ist. Nur durch eine starke gewertschaftliche Organisation fann eine Berbesserung 10.87 10.93 der Lohnverhältnisse erzielt werden. 237.90 239.10 3.04 3.06 51.37 51.63 Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: 119.70 120.30 Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin, Vindenstr. 3 Maßgebend für Qualitätswaren! 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