Me.536+ 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 264 Bezugspreis: Für den Monat November 400,-9, noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet somie Desterreich und Luxemburg 496,-D., für das übrige Ausland 665,-M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemar?, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Solland, Lettland, Lugemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 16 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile to ftet 80, M. Reflamezeile 400,-902. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 20, M.( zulässig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 16, M. 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Die Handelsbilanz wird wieder aktiv, die Arbeiter erhalten Goldlöhne, die Mark wird stabilisiert, das Reparationsproblem gelöft, alles durch den Zehnstundentag. Die Franzosen werden, gerührt durch dieses Opfer des deutschen Volkes, die Besatzungsarmeen zurückziehen, und es wird eitel Freude und Zufriedenheit herrschen, alles durch den Zehnstundentag. Das Berliner Tageblatt" veröffentlicht ein poli- faffung ein gemeinsames Programm mit der tisches Stimmungsbild zur Regierungsfrage, das nur entweder Boltspartei und damit die große Roalition un von völliger Unkenntnis der Berhältnisse oder aber von der möglich ist. Alle Andeutungen über die Neubesetzung des Wirt Aufsicht bittiert sein muß, eine schwere Regierungs- schaftsministeriums, dessen gegenwärtiger Leiter Genoffe frije hervorzurufen, an deren Herbeiführung ja auch andere Robert Schmidt von der Sozialdemokratie nicht preisgegeben Demokraten fieberhaft arbeiten. Nach diesem Stimmungsbild werden wird, erledigen sich damit von selbst. Mit der Besetzung des geht die allgemeine Neigung" dahin, das ganze Kabinett zum Post ministeriums durch einen Fachminister oder sonstigen Rücktritt zu veranlassen und mehrere Ministerien, darunter Aenderungen in der Befehung einzelner Ministerien ist die Sozial- Opfer des deutschen Volkes sind sonst auf jener Seite Das Reichswirtschaftsministerium neu zu befezen. Demokratie einverstanden, soweit Bersonen hierfür in Frage tom- wenig beliebt. Die Deutsche Tageszeitung" z. B. begeistert Als Wirtschaftsminister soll an Stelle des Genossen Robert men, die die Gewähr für ein gemeinsames Arbeiten bieten. sich für die Rede des Herrn Stinnes maßlos aber wenn jetzt Schmidt der Boltsparteiler v. Raumer vorgesehen sein. Nach der Aussprache des Reichskanzlers mit den sozialdemokrati- Petit Parisien" gleichfalls Herrn Stinnes zur Seite tritt, zu Für Herrn Stresemann soll der Posten eines" Sprech- schen Vertretern wurden die Demokraten und später die gleich aber bemerkt, es müßten auch die Produzenten ministers" geschaffen werden, wozu er sich mit seiner großen Bolts parteiler empfangen. Allem Anschein nach haben die von Lebensmitteln freiwillig oder gezwungen dazu oratorischen Begabung vorzüglich eignen" würde. Die Fraf- Demokraten sich der Volkspartei gegenüber für die große Koalition gebracht werden, die Preise ihrer Produkte herabzusehen", so tionen würden dann freie Hand behalten, ohne eine bestimmte bereits start festgelegt und ihnen insbesondere ihre Rampfge wird das agrarische Blatt alsbald bemerken, daß OpferfreudigKoalition einzugehen, und dem Kanzler von Fall zu Fall ihr meinschaft für bie Inbefignahme des Außen- und feit und Opferfreudigkeit zweierlei ist, je nachdem, an wer sich Bertrauen aussprechen. Diese Form der parlamentarischen Wirtschaftsministerium's zugesichert. Infolgedeffen lautet der Aufruf zu ihr richtet. Unterstügung des fünftigen Kabinetts", so heißt es ganz naiv bie Fragestellung für sie im gegenwärtigen Augenblick: Große weiter, dürfte schon aus Rücksicht auf die Sozialdemokratie Roalition oder Minderheitstabinett" ohne Sozial gewählt werden. Wir nehmen einstweilen Att von der Absicht, aus Rückficht auf die Sozialdemokratie" die Koalition zu sprengen, Robert Schmidt aus dem Reichswirtschaftsministerium hinaus zuwerten und dann die Sozialdemokratie um ihr Ber trauen zu bitten! Rann so unter ernsthaften Leuten Bolitik gemacht werden? Es ist möglich, daß auf diese Weise wieder einmal eine Arife mit ratlofem Ausgang" geschaffen mird, und darum ist es notwendig, schon jetzt festzustellen, wer daran arbeitet, sie heraufzubeschwören. demokratie. Um eine vorläufige Klärung zu erreichen, haben die Demokraten am Sonnabend unter Aufwendung aller lleber redungstumst versucht, den Kanzler zu einem Gesamtrüdtritt des Rabinetts zu veranlaffen. Sie erwarten davon die schnellste Be antwortung ihrer Fragestellung und glauben beftimmt, daß die Sozialdemokratie einem Minderheitskabinett"„ Gewehr bei Fuß gegenüberstehen wird. Jedenfalls ist sicher, daß eine Minderheitsregierung von der sozialdemokratischen Fraktion ein Vertrauens votum im Reichstag erhalten wird. Die Deutsche Bolkspartei hat in den demokratischen Bertretern, Die im Laufe des Sonnabend von dem Reichskanzler mit den die die gegenwärtigen Verhandlungen führen, für ihre Absichten einzelnen Parteipertretern geführten Berhandlungen über eine Um- gute Fürsprecher gefunden. Ihre Zurückhaltung ist deshalb im bildung der Regierung haben bisher zu feinem Ergebnis ge- Augenblick verständlich. führt. Nach wie vor ist die Eituation äußerst unflar, und es ist Nach der Haltung der bürgerlichen Parteien im Berlaufe der anzunehmen, daß vor dem Zusammentritt ber einzelnen Reichstags bisherigen Beratungen ist wahrscheinlich, daß die Entscheidung über fraktionen am Montag nachmittag eine Klärung der Sie eine Umbildung am Montag in der Sentrumsfrattion fällt. tuation nicht erfolgt. Die Bertreter der Sozialbemo. Reichskanzler Dr. Wirth beabsichtigt, die Entscheidung seiner Fraktion fratie, die wie die übrigen Parteivertreter gestern vom Reichs- abzuwarten, ehe er zu irgendwelchen Handlungen schreitet. Alle fanzler einzeln empfangen wurden, haben Dr. Wirth feinen Meldungen über die Neubesehung irgendwelcher Ministerien be= 3weifel darüber gelassen, daß nach ihrer Auf- ruhen bis dahin also lediglich auf Rombinationen. fassung der Sachwerte hat selbst jene Richtur: n. Oder ein anderes Beispiel: Im Kampf um die G tapitalistischen Kreisen, die dieser Forderung nicht ganz b lehnend gegenüberstand, mit Eifer die These vertreten, von einem solchen gewaltigen Opfer fönne gar nicht die Rede sein, solange der Vertrag von Bersailles nicht geändert sei. Die Sozialdemokratie wurde zu Unrecht beschuldigt, einen Teil des deutschen Bolksvermögens dem Feindbund" ausliefern zu wollen. Jetzt wollen Herr Stinnes und die Seinen von den Arbeitern das Opfer des Achtstundenta gs. Es fällt ihnen diesmal aber gar nicht ein, dieses Opfer von der vorausbund" abhängig machen zu wollen. Das beliebte Argument, gehenden Erfüllung gewisser Bedingungen durch den Feindalles fei ja in ein Faß ohne Boden geworfen, solange nicht folgt sei, dieses Argument, das wir immer zu hören bekommen, eine grundsätzliche Neuregelung des Reparationsproblems erwenn von den Besitzenden Opfer verlangt werden, wenn von den Besigenden Opfer verlangt werden, schweigt hier vollständig, obwohl es nirgends mehr am Blaze wäre, als eben hier. Das demokratische Wirtschaftsprogramm. tommen, jo hätte man doch eigentlich vorher wiffen müssen, tung herauszupreffen. Tatsächlich ist er auch etwas anderes, Der Zug nach rechts. Wir sind gewohnt, in dem Bertrag von Bersailles nichts als einen Mechanismus zu sehen, der dazu bestimmt ist, aus Deutschland Leistungen ohne Maß bis zur völligen Bernichdaß die Sozialdemokratie gar nicht daran denkt, sich auf eine enthält er auch Bestimmungen, die geeignet find, seine derartige Tattit einzulassen. Schärfe abzumildern. Daß wir diese Bestimmungen Je genauer man das neue demokratische Wirtschaftspro- Damit aber ja bei niemandem ein Zweifel über die Rich- oft übersehen haben, statt uns ihrer zu unserem Schuze kräftig gramm betrachtet, dessen Hauptinhalt wir gestern hier wieder- tung besteht, die die Demokraten von einem Finanzprogramm zu bedienen, ist schon manchmal zu unserem Nachteil ausgegaben, desto mehr tommt man zu dem Schluß, daß sein 3wed verlangen, haben sie es nicht unterlassen, fich trotz der Forde- fchlagen. zu jenen schüßenden Bestimmungen des Dokuist, die Berständigung mit der Sozialdemokratie zu erschweren rung nach schärfster Berfolgung von Steuerhinterziehungen und den Wettlauf mit der Volkspartei um die Gunst des Ka- ausdrücklich das Verlangen aller Steuerdefraudanten zu eigen ments von Bersailles gehören in erster Linie die des Teils XIII, pitals aufzunehmen. Denn dieses Programm läßt in jeder zu machen und die Aufhebung des Depotzwanges der von der Organisation und dem Schuß der Arbeit Beile erkennen, daß es von einer rein tapitalistisch und die Wiedereinführung des Bankgeheimnisses zu fordern. handelt. Dieser Teil. der im wesentlichen vom Internationalen intereffierten Gruppe gemacht worden ist. In dem Selbstverständlich fehlt auch nicht die Forderung nach dem Arbeitsamt handelt, beginnt mit folgender Einleitung: Bemühen, die Gunst der volksparteilichen Schwerindustrie und 2 b bau der Auslandskontrolle und der Ausfuhr Da der Bölkerbund die Begründung des Weltfriedens zum Bantwelt zu erringen, hat man jede Rücksicht auf die der abgabe, obwohl die lettere unter Umständen als Pfand für Siele hat und ein solcher Friede nur auf dem Boden der demokratischen Partei angehörigen Schichten der In eine Auslandsanleihe in Frage tommt und deshalb für die fozialen Gerechtigkeit aufgebaut werden kana, telleftuellen, Beamten, Angestellten und Markstabilisierung unentbehrlich ist. Ganz offen ist Arbeiter fallen gelassen. ferner der Abbau der 3 wangswirtschaft für Ge treibe und Miete verlangt und die Beseitigung der behördlichen Preiskontrolle und Wuchergesetzgebung. da ferner Arbeitsbedingungen bestehen, die für eine große Anzahl von Menschen mit so viel Ingerechtigkeit, Das gilt gleichermaßen für die außen wie für die innenGlend und Entbehrung verbunden sind, daß eine den politischen Forderungen. Die außenpolitischen For Weltfrieden und die Welteintracht gefährdende unzufriedenheit entderungen sind in eine Form gekleidet, die den Berdacht Lediglich bei dem A cht st und entag hat man eine ge- steht, und da eine/ Berbesserung dieser Bedingungen rechtfertigt, daß men am liebsten die geplante Stügungsattion wisse Zurückhaltung gewahrt. In den Reihen der Demokraten bringend erforderlich ist, zum Beispiel hinsichtlich der Regelung der für die Mart unmöglich erklären möchte. Das demokratische figen zwar nicht minder erbitterte Gegner des Achtstunder- Arbeitszeit, der Festsehung einer Höchstdauer des Arbeitstages und Programm hält sie auch anscheinend für unmöglich. Denn tages als die Herren Stinnes und Thyssen. Aber nach der so der Arbeitswoche, der Regelung des Arbeitsmarktes, der Verhütung moher nimmt man sonst die fachliche Rechtfertigung für das üblen Aufnahme des Borstoßes dieser beiden für den Zehn- der Arbeitslosigkeit, ber Gewährleistung von Söhnen, Berlangen, ausländische Zahlungsmittel müssen in stundentag hielt man es trotzdem für ratsamer, in diesem welche langemessene Lebensbedingungen ermögvolkswirtschaftlich ausreichendem Umfange zugelassen Bunkt der anderen Fakultät den Vortritt zu lassen. Die For Itchen, des Schutzes der Arbeiter gegen allgemeine und Berufs( b. h. aus dem Auslande eingeführt und gehamstert merben?). berung aber nach Beseitigung der Stillegungsfrankheiten, fowie gegen Arbeitsunfälle, des Schutzes der Kinder, Bei einer stabilisierten Mart brauchen den Betrieben verordnung läßt auch bei diesem Punkt deutlich den Sieg Jugendlichen und Frauen, der Alters- und Invalidenunterstützung, feine Bahlungsmittel zur Verfügung zu stehen, die einen rein fapitalistischen Denkens erkennen. Dasselbe ist der Fall des Schutzes der Interessen der im Ausland beschäftigten Arbeiter, feiten Wert befizen". Die Mart ist dann wieder der feste bei der Forderung nach Arbeitsentlohnung nach der Arbeits- der Anerkennung des Grundsatzes der Freiheit gewerkschaftlichen Wertmaßstab, ber gleicherweise für alle Kreise der Wirt- leistung". Ist zwar gegen dieses Prinzip nicht viel einzu- Busammenschlusses, der Gestaltung des beruflichen und technischen schaft verwendbar ist. Die Forderung der Demokraten ist also wenden, so um so mehr gegen die Form feiner Berwirklichung, unterrichts und ähnlicher Maßnahmen, has Verlangen nach einer Golbwährung für die Indu soweit man bisher Aeußerungen demokratischer Kreise darüber ftrie, den Handel und die Banken, während man den Ar- fennen gelernt hat. beitern, Angestellten, Beamten und Rentnern gnädig die Tau- Unter diesen Umständen bitten wir nur um eine Antwort fenditelpfennig- Mart überläßt. Durch die Goldwährung für auf die Frage, ob alle Kreise der Demokratischn Partei dieses die Kapitalisten wird aber die Mart nicht gefestigt, sondern reinkapitalistische Erzeugnis des demokratischen Reichsausruiniert. Das Berlangen nach Goldwährung ist deshalb fchuffes für Handel und Gewerbe vertreten wollen. ein Dolch stoß gegen die Stügungsattion für die Mart. Wilde Streitbewegung. In verschiedenen Fabrifbetrieben in Anscheinend um den Humor auch in dem Brogramm Rath, Oberbilt und Obertaffel ist am Sonnabend vor felber zum Ausdrud fommen zu laffen, haben es die Demo- mittag Streit ausgebrochen Die Bewegung fegte Freitag abend traten nicht versäumt, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß im Mannesmann Walzwert in Rath ein, wo die ArbeiterDie hohen vertragschließenden Teile haben in Anerkennung ihr Programm eigentlich ja gar fein Profchaft mit der Zurüderstattung eines Borschusses nicht einverstanden dessen, daß das förperliche, fiftliche und geistige Wohlergehen der gramm ist. Sie verlangen nämlich ausdrücklich, daß neben war. Die Bewegung breitete sich Sonnabend weiter aus. Aus- Lohnarbeiter vom internationalen Standpunkt aus von höchster Bedem Programm, das sie aufgestellt haben, auch die Regie- ftändige zogen zu versiedenen anderen Werfen, um die Beleg deutung ist, zur Erreichung dieses erhabenen Zieles die in Abschnitt I rung noch ein allgemeines Finanzprogramm aufstellen muß. haft aus den Betrieben herauszuholen. In Rath liegen infolge vorgesehene und dem Bölkerbund angegliederte ständige Einrichtung dessen die Werte der Metallindustrie fast sämtlich still. Auch in anRonnte oder wollte man diese Aufgabe nicht selbst aus deren Rather Betrieben ruht die Arbeit zum großen Teil. Gruppen führen? Will man die Finanzmaßnahmen einem durch die von Ausständischen zogen nach Oberbilt und Oberkaffel, wo darauf. Sie erkennen an, daß die Verschiedenheiten des Klimas, der Bolkspartei verstärkten Kabinett in der richtigen Annahme hin ebenfalls in einigen Werfen der Eisenindustrie Arbeitsein. Sitten und Gebräuche, der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit und überlassen, daß dann die Demokraten sicher auf ihre Kosten stellungen in größerem Umfange erfolgten. industrielle Ueberlieferung die fofortige Herbeiführung der volla da endlich die Nichtanrahme einer mirtlich menschlichen Arbeitsordnung durch irgendeine Regierung die Bemühungen der anderen, auf die Berbesserung des Loses der Arbeiter in ihrem eigenen Lande bedachten Nationen Hemmt, haben die hohen vertragschließenden Teile, geleitet sowohl von den Gefühlen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, als auch von dem Wunsche, einen dauernden Weltfrieden zu sichern, folgendes vereinbart: Artikel 427 bestimmt fodann folgendes: gefchaffen. Helfferich Flesch in Haft. ſtändigen Einheitlichkeit in den Arbeitsverhältnissen erschweren. I mit nur Rechte in Anspruch, die ihr sogar durch den Vertrag Roßbach festgenommen und freigelassen. Aber in der lieberzeugung, daß die Arbeit nicht als bloße Handels- von Versailles bestätigt worden sind. Sie wird sich der Logik ware betrachtet werden darf, glauben sie, daß Wege und Grundsätze des Herrn Stinnes nicht anschließen, wonach jedes Stück deutfür die Regelung der Arbeitsverhältnisse sich finden lassen, die alle schen Besizes, d. h. des Eigentums der besitzenden Klassen, vor industriellen Gemeinschaften zu befolgen sich bemühen sollten, soweit ihre besonderen Verhältnisse dies gestatten. Unter diesen Wegen und Grundfäßen erscheinen den hohen vertragschließenden Beilen die folgenden von besonderer Beschleunigung erheischender Wichtigkeit: 1. Der oben erwähnte leitende Grundfah, daß die Arbeit nicht lediglich als Ware oder Handelsartikel angesehen werden darf; Am Freitag, den 10. November, ist in Berlin, wie amtlich gedem Eingriff des Feindbunds" unbedingt zu schützen, die meldet wird, der als Freikorpsführer bekanntgewordene frühere deutsche Wolfstraft aber unbedenklich selbst über die Leutnant Roßbach durch die politische Polizei verhaftet worGrenzen der übernommenen Verpflichtungen hinaus preiszu- den, weil Roßbach im preußischen Staatsgebiet in den letzten Wochen geben sei. Wiederum: wenn wir die Sprache der Herren von eine sehr rege Tätigkeit in der Begründung und Propagierung von rechts sprechen würden, so müßten wir ein solches Verhalten, Geheimorganisationen entfaltet hat. Wie wir dazu erwie es die Leute um Stinnes an den Tag legen, als direkt fahren, fland Roßbach mit dem Münchener Führer der Nationalvaterlandsfeindlich" und„ antinational" bezeichnen. fozialisten Dr. Hitler in Verbindung. Für eine nationale Gesinnung, die nur das schüßt, was Wie wir in fpäter Abendstunde erfahren, ist Roßbach dem 2. das Recht des Zusammenschlusses zu allen nicht man selber hat, danken wir. Zu ihr aber fommt man un- Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshofs vorgeführt worden. dem Gesetz zuwiderlaufenden Zwecken, sowohl für Arbeitnehmer als bedingt, wenn man die ganze Welt nur vom Scheunentor des Dieser hat jedoch einen Haftbefehl nicht ausgesprochen, fo auch für Arbeitgeber; Gutshofs oder vom Fenster des Unternehmerkontors aus be- daß der Freischürler von der Polizei wieder auf freien Fuß gefeht 3. die Bezahlung der Arbeiter mit einem Lohn, trachtet. Wir halten den Schutz der menschlichen Arbeitskraft wurde. der ihnen eine nach der Auffassung ihrer Zeit für das erste Gebot nationaler Selbsterhaltung, und darum In Haft befindet sich auch Frih Werner Flesch, der am und ihres Landes angemessene Lebensführung find wir gegen Herrn Stinnes und für den Acht stunden- Tage der Ermordung Rathenaus im Reichstag für den Abg. Helffetag! rich einen Blumenftrauß abgab. ermöglicht; 4. Annahme des Achtstundentages und der 48- Stunden- Woche als zu erstrebendes Ziel überall da, wo es noch nicht erreicht ist; 5. die Annahme einer wöchentlichen Arbeitsruhe von mindestens 24 Stunden, die nach Möglichkeit den Sonntag einschließen foll. Es folgen Bestimmungen über Kinderarbeit, gleichen Lohn für beide Geschlechter ufro. Stinnes als Kriegsopfer. Aufruf des Münchener Stadtrates. Aus der Rede des Herrn Stinnes verdienen einige Säße München, 11. November.( TU.) Der Stadtrat München hat nach der Nachwelt erhalten zu werden, weil sie bezeichnend sind für Beschluß seines Aeltestenausschusses soeben folgenden Aufruf verden Geist, mit dem Herr Stinnes die Wirtschaft und sich selbst öffentlicht: An die Münchener Einwohnerschaft: Die politischen und beurteilt. Stinnes sagte u. a. in seiner im Reichswirtschafts- wirtschaftlichen Schwierigkeiten unserer letzten Zeit haben in den Der Vertrag von Bersailles seht demnach nicht nur die rat gehaltenen Rede wörtlich: legten Tagen unversöhnlichen Elementen erwünschte Borwände gePflicht des deutschen Bolles fest, Wiedergutmachungen" in„ Denn es gibt kaum jemanden, der, überhaupt durch den Krieg, geben, die Bevölkerung zu beunruhigen und einzene Teile gegenpraktisch unbeschränktem Ausmaß zu leisten, sondern er zieht erst recht durch den verlorenen Krieg so geschädigt und in einander aufzureizen. Der Stadtrat ermahnt alle Schichten der Beauch Grenzen, über die hinaus eine Ausbeutung der deut- den Grundlagen seiner Existenz so erschüttert worden ist, wie das völkerung, Ruhe und Ordnung zu bewahren und sich von allen Beschen Arbeitskraft zum Zwecke der Reparationen nicht gestattet bei mir und den mit mir zusammenhängenden Werken der Fall strebungen fernzuhalten, die neben den öffentlichen Sicherheitseinsein soll. Statt diese Grenzen zu verteidigen, sind die Vertreter ist. Es ift faum jemandem ein solches in der ganzen Welt ver- richtungen andere Ziele verfolgen oder gegen diese gerichtet sind. der Induftrie bereit, sie preiszugeben. Sie bieten der breitetes Geschäft vernichtet worden wie mir." Jede solche Aktion wäre ein Verbrechen am Bolte und würde nur Entente eine Revision des Friedensvertrags an, die für die Breiten Schichten des arbeitenden Bolles eine ungeheuerliche Berschlechterung darstellt. So sprach Herr Stinnes, der für seine Auslandsverluste nach dem Versailler Diktat von der deutschen Regierung entschädigt werden mußte, derselbe Stinnes, der nach dem Zu Damit wagen sie etwas, was selbst die Bäter des Vertrags fammenbruch des Krieges zu einer wirtschaftlichen Macht im von Versailles nicht gewagt haben. Sie geben Bestimmungen Inland aufgestiegen ist und sich Betriebe der verschiedensten preis, die, richtig angewendet, die schärffte Waffe Art angliederte. So sprachy Stinnes, der Arme! Ein Hohn Deutschlands zur Herabjegung der Reparationssumme für alle diejenigen, die wirklich durch Krieg und Geldentwerauf einen leiftbaren Betrag darstellen würden. tung um ihren letzten Besitz gekommen sind! Auslandsdeutsche und Inlandsnot. dazu dienen, dazu beizutragen, die wirtschaftliche Not und die schwierige Lage unferes Voltes zu verschärfen. Eine neue Verhaftung. München, 11. November.( TU.) Der Leiter der Agitation der Freien Bauernschaft in Niederbayern, Biggers, wurde auf VerFreien Bauernschaft in Niederbayern, Wiggers, wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Landshut verhaftet. Ein Antrag auf Haftenlaffung gegen hohe Raution wurde wegen angeblichen Fluchtverdachts abgelehnt. Beim Justizminister wurde wegen der Berhaftung Beschwerde eingelegt. Am 15. November findet die Berhandlung in Landshut statt. Aerztliche Ehrengerichte. Revision des preußischen Gesches. Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtages verhandelte am Der Vertrag von Versailles verpflichtet die deutsche Regierung, wie man sieht, nicht nur zu Leistungen ans Ausland, sondern auch zu einem bestimmten Verhalten im Inland. Die Aus parteigenössischen Kreisen wird uns geschrieben: Arbeiter sollen durch den Achtstundentag und durch Aus dem allgemeinen Chor der Stimmen notleidender Deutscher Löhne, die ihnen ein menschenwürdiges Dasein gewähr flingen die Hilferufe der Auslandsdeutschen mit besonderer leisten, vor übermäßiger Ausbeutung geschüßt werden. Es Eindringlichkeit heraus. Es soll nicht verfannt werden, daß es sich ist notwendig, der elt deutlicher als bisher bei diesen um Menschen handelt, die der Krieg und seine Auswir zu fagen, daß Deutschland die Bestimmungen fungen zum Teil in schwerste wirtschaftliche und seelische Nöte gedes Teils XIII nur dann anwenden kann, wenn bracht hat; auf der andern Seite darf aber nicht übersehen werden, Freitag über den Antrag unserer Fraktion auf Aufhebung der ärztdiedes Teils VIII, der von den Reparationen baß nicht ein Teil der Inlandsdeutschen, sondern mit ganz ver- lichen Ehrengerichte vom 25. November 1899. Genosse Dr. Beyl handelt, auf jene abgestimmt werden. Hier schwindend wenigen Ausnahmen alle unsere Landsleute in die begründete eingehend diesen Antrag. An der Hand umfangreichen bsteht ein Widerspruch, der entweder zugunsten der Repara- größte Bedrängnis geraten sind. Durch den Krieg und seine Folgen Materials mies er die Ueberflüssigkeit dieser Ehrengerichte nach und lone gelöst werden kann durch ständige Verschlechterung der ist die Existenz des deutschen Arbeiters zwangsweise auf ein zeigte, daß das Gesetz im Jahre 1899 gegen die Ansicht der Mehr. Heuschen Arbeitsbedingungen oder aber zugunsten des deut- Niveau herabgesenkt worden, das früher nicht für lebensfähig ge- heit der damaligen Aerzteschaft eingeführt wurde. Welche Zwecke feen Arbeiterschutzes durch herabsetzung der Reparations- halten worden wäre. Unzählige Leute aus dem Mittelstande, gründung offen ausgesprochen worden. Es sollte hiermit„ das Um. biefes Gefeß verfolgen sollte, war in der damaligen amtlichen Be pflichten. in und Die deutsche Unternehmerschaft unter der Führung des festgelegt hatten und daraus vor dem Kriege eine ihren Lebens, fichgreifen des sozialistischen Giftes in der Aerzteschaft verhindert Herrn Stinnes hat sich für die erste Lösung entschieden. Und unterhalt voll bestreitende Rente bezogen, find hoffnungslos ver- fehr viele politische Tendenzurteile durch die Ehrengerichte gefällt da erinnern wir uns wieder an das große Geschrei, das voy armt. Und doch kann nicht daran gedacht werden, allen diesen worden. Diese Gerichte haben sich im letzten Jahrzehnt ungehöriger ihr damals wegen der„ Erfassung der Sachwerte" erhoben Leuten durch die Geldentwertung entstandenen Vermögensverlust weise auch sehr häufig in die wirtschaftlichen Kämpfe der Aerzt wurde. Würden wir denselben Jargon sprechen, wie jene aus den Mitteln der Allgemeinheit zu ersetzen. Besonders diejenigen eingemischt. Herren, so müßten wir jetzt sagen, sie seien bereit, Haut und Auslandsdeutschen, die im Auslande Vermögen hatten, dort ihre sich der Forderung nach gänzlicher Aufhebung dieser Gerichtsbarkeit Herren, so müßten wir jetzt sagen, fie seien bereit, Haut und aus den Mitteln der Allgemeinheit zu ersetzen. Besonders diejenigen eingemischt. Die Vertreter aller bürgerlichen Barteien fonnten Haar und Mark und Knochen des deutschen Arbeitsvoltes be- Geschäfte machten und ihre Steuern zahlten, was es bedeutet, dem nicht anschließen, mußten aber die großen Mängel des jetzigen Ge dingungslos dem Feindbund" auszuliefern. trages einen Eventualantrag durch, der die Regierung zur Revi Die deutsche Arbeiterschaft hat sich jedoch niemals der Not- punkte berücksichtigen und daran denken, was es bedeutet, dem es zugeben. Unsere Genossen fetten nach Ablehnung ihres Anwendigkeit verschlossen, daß zur endgültigen Lösung des Re- deutschen Bolte, das ohnehin nicht weiß, wie es sich in den nächsten fion des Gesetzes auffordert, die eine freiheitliche RechtMonaten vor Hunger schüßen soll, neue Laften aufzuerlegen. sprechung, insbesondere die Wiederaufnahme des Verfahrens und parationsproblems Opfer gebracht werden müssen. Sie hat die Schaffung einer Revisionsinstanz vorsicht. Ebenfalls angenom sich als erste mit Entschiedenheit für den Wiederaufbau der men wurde eine von unseren Genoffen eingebrachte Entschließung, zerstörten Gebiete eingefeßt. Wenn sie aber deswegen doch die die Regierung erfucht, durch eine Umfrage bei den Aerzten über nicht auf ihre letzten Kulturerrungenschaften, auf die letzten eine Reform bzw. Aufhebung des Gesetzes den Willen der AerzteReste einer freieren Eristenz verzichten will, so nimmt sie daschaft festzustellen. Bauernleben in Sowjetrußland. Bon P. E. Brufemig, schwedischem Gesandtschaftsattaché in Mostau. Am 26. August órach ich mit meinem Motorrad von Petrograd auf, mit Mastau als nächstem Ziel, und wählte den Weg über Nowgorod, Bolobjik und Imer. Die Zeit der herbstlichen Regenperiode naht und schwere Wolfen lagen hinter mir, als ich, endlich Betrograds fteingepflasterte Straßen verlassend, auf der matadamifierten Chauffee in flottem Tempo gegen Süden fuhr. Inzwischen war der Regen mir nachgekommen und außerdem fing es schon an zu dunkeln, weshalb ich in dem nächsten Dorfe, Togna, blieb, um Nachtquartier zu suchen. " Beiderseits des Weges liegen Bauernhütten mit den Giebeln zum Wege, die eine wie die andere. Und vor jeder Hütte Jteht ein Bauernmädel Wache. Ich halte an und frage eins der Mädchen, ob ich in ihrer Hütte über Nacht liegen darf und werde aufgefordert, einzutreten und nachzuhören. Von der Bauernmama erhalte ich zuerst eine abschlägige Antwort, aber inzwischen hatte sich das Bild draußen verändert. Die Bauernmädel haben nicht vergebens gewartet, fondern eine jede hat ihren Soldaten erhalten zum Spa zierengehen" in Samstagsnacht. Die Soldaten zeigten jedoch min destens ebensoviel Interesse für mein Motorrad wie für die Bauer v mädel. Sie führten mich zu ihrem Höchstquartier, ein im Vergleich zu den Bauernhütten großartiges Gebäude. Dort softe ich bei ihnen wohnen und ihnen alles erzählen, was ich von dem Motor: sport in Europa mußte. Es waren Ingenieurvolontäre, die im Herbst in Petrograd ihre Rekrutenschulung anfangen sollten, aber jeßt nach Togna beordert waren, um Holz und Brennholz zu hauen für den Bedarf der Schule während des Winters. Sie fragten mich, welcher politischen Partei ich angehöre. Ich antwortete ihnen, daß ich partelles wäre, aber daß es mich sehr interessieren würde, zu hören, was sie mir von ihren Parteien und politischen Verhältniss' n erzählen könnten. Die Rheinlandtommiffion hat die Ausweisung des früheren Bürgermeisters von Landau in der Pfalz, Mahla, zurückgenommen unter der Bedingung, daß er weder ein öffentliches Amt bekleide noch sich öffentlich betätige. Zeitig am Morgen feßte ich meinen Weg nach Nowgorod fort[ müssen doch den Burschen zeigen, daß sie mehr als ein Meid haben. und fam zunächst nach Tjudova. Die Leute in Ljubova find woní- Die Kleider sind die üblichen, in den Städten eingetauft zu der Zeit, habend und religiös. Die Kirchenschäße sind von den Behörden ge- wo die Bauern nicht wußten, was sie mit ihrem Gelde anfangen fammelt und bewertet worden, woraufhin die Bevölkerung eine follten. Sammlung organisierte und alles auslöfte. Die Kirche war daher feiner ihrer Schäße beraubt worden. Aber der Hungerdistrikt hatte doch seine entsprechende Hilfe erhalten. In verschiedenen anderen Kirchen, welche ich passierte, find dagegen bedeutende Werte( 10 bis 15 Bud Silber sowie große Quantitäten Gold) beschlagnahmt worden, um den Hungerdistrikten beizuspringen. Dieses Sichzurschaustellen geht bis spät zum Nachmittag. Aber so nach und nach feht man sich unter die Fenster", wie es heißt, d. h. auf eine Bank an der nach dem Wege zu liegenden Giebelwand der Hütte. Jetzt sehen Musik und Tanz ein. Die gebräuchlichsten Inftru mente find Beige und Ziehharmonika. Und auf dem kleinen Platz Während des Sonntags paffierte ich Nowgorod und war am zwischen Giebelwand und dem Wege tanzt man. Aber nur die Abend bereits in Kresti, wo ich bei einem Vertreter der Korpora- Mädchen unter sich. Noch ist es nur eine Art Borstellung. Aber tiomen Logis erhielt. Wir faßen und schwazten die halbe Nacht. die Burschen haben das Recht, wenn es ihnen einfällt, die tanzenden Es wurde ein firchliches Feft gefeiert, welches mehrere Tage dauerte. Mädchen zu trennen, um felbft mit ihnen zu tanzen. Auch ich beMontag, Jungfrau Marias Himmelfahrtstag, war der vom fird- nutze dieses Recht. Alle ihre Tänze haben 3 bis 4 Touren, aber lichen Standpunkt höchste Feiertag. Schon zeitig am Vormittag die Mädchen haben Geduld mit meiner Unkenntnis in meiner Eigenfah ich viele Leute aus den Nachbardörfern in ihren besten Kleidern schaft als Frembling. und feinen russischen Hemden zur Kirche ftrömen. Etwas später Wenn ein Tanz aus ist, gehen sie und setzen sich unter den Fen begann ein sehr eigentümliches Zeremoniell. Zwei Briefter schritten stern, zuerst das Mädel und dann der Bursche auf ihren Schoß. aus der Kirche, ein großes Heiligenbild zwischen fich tragend. Ste Wenn man seiner Dame gefallen hat, so wird dieses dadurch ausgehen zur nächsten Bauernhütte, wo die Leute bereits wartend vor gedrückt, daß die Mädchen ihre Arme um die Taille ihres Herrn der Tür stehen. Natürlich ging ich hinterher in die Hütte, um zu schlagen. Im entgegengesetzten Falle ist nichts anderes zu tun, als fehen, was es nun geben sollte. Die Priester und die Bauerstene wieder megzugehen. fnieten abwechselnd und standen wieder auf, während die Priester fingen und die Ernte und Kühe, die Schweine und Ziegen, fowie das ganze Haus fegnen. Schließlich ist die Beremonie vorbei, die Briefter trinten Wein zu Ehren des Festes und nehmen Waffer aus dem Weihbecken, besprigen damit alle Anwesenden und alles rundumber im Zimmer, alle und alles fegnend. Bon der ersten Bauernhütte ziehen die Priester zur anderm und dritten, überall diefelbe Zeremonie wiederholend. Ueberall trinken sie Wein und sollen, wenn der Abend kommt, so berauscht fein, daß sie nach Hause gefahren werden müssen. Der firchliche Teil des Festes ist vorbei. Ich sekte meine Reife nach dem Dorfe Jaschelitschi, 25 Werft, fort, wohin ich nach Repare tion des Motorrades am Abend anlange. Viele der Burschen haben fleine Flaschen mit Wein" mitgenommen, den sie den Mädchen anbieten. Bon Wein ist natürlich feine Rede, aber die Bauern bereiten selbst ein Getränk, indem sie Kartoffeln oder Getreide einen Gärungsprozeß durchmachen lassen. Was mich betrifft, so fand ich allerdings, daß diefes eigene Gebräu widerlich schmeckte es hat einen eigentümlichen fauren und rohen Geschmack aber der Alkoholgehalt reicht sicherlich, um die Gefühle zu wecken und alle Syranken zu lösen. - Man tann nicht sagen, daß die russischen Bauern dem Trunt ergeben seien. Aber einmal in der Woche trinken sich wohl viele einen Rausch an. Und der Zufall wollte, daß ich dabei sein und fehen fonnte, wie es zuging. Ebenso wie alle aus einem Gefäß effen, so geht auch die Flasche von Mund zu Mund. Und die Burschen, welche fein Mädel mitbekommen haben, fangen auf eine recht drohende Art an zu lärmen. Sie glauben vielleicht, irgendwelche Rechte an einem Mädel zu haben, welches jetzt von einem Burschen aus dem Nachbardorfe mit Beschlag belegt ist. Sie gehen vor und versuchen, diefen von dem Schoße des Mädchens zu zerren. Manchmal glüdt's manchmal nicht, das tommt darauf an, welche Kraft das Mädchen in die Berteidigung ihrer neuen Eroberung legt. Ein primitiver Liebestampf. Drei von ihnen waren Rommunisten und glaubten sicher, den Marschallstab im Tornister zu tragen. Die übrigen gehörten fei- ter Hier bereiten sich nun die Leute vor, das große Fest würdig Partei an, was sie folgendermaßen erklärten. Zu Anfang der Revo zu feiern, welches morgen folgen soll. Die Vergnügen fonzentri lution war es fehr leicht, Kommunist zu werden, das ging in drei sich auf gewisse Dörfer, welche zu Ehren ihrer Heiligen die Jugend Tagen und hatte allerlei Bergünstigungen im Gefolge. Jetzt muß von den Nachbardörfern einladen. In Jaschelitschi waren an jenem man erst ein halbes Jahr Kandidat" sein und danach auf mancher- Abend alle Mädchen damit beschäftigt, ihre Rostbarkeiten und beste lei Weise geprüft werden und schließlich hat man doch absolut feine Kleider zusammenzulegen, was alles in große Kartons gepact Vorteile davon, der Partei anzugehören. Im Gegenteil muß man wurde. Bereits gegen 8 Uhr am Dienstag früh beginnt der Aufstets bereit sein, in jedem Augenblic irgendwohin gesandt zu werden: bruch. In verteilten Gruppen verlassen die Mädchen mit ihren Inzwischen find nun sowohl Sonntag, Montag und Dienstag und einer spartanischen Disziplin unterworfen zu sein. Daher suchen Schachteln oder Rucksäcken, und auch die Burschen, das Dorf und jetzt unter den Soldater nur diejenigen, welche mit Herz und Seele begeben sich zu einem anderen Dorf, ungefähr 10 Werst nach Westen. unter lauter Feiern verflossen, ohne daß sich auch nur ein Finger Ronmunisten find, in die Partei hineinzukommen. Ich meinerseits setzte jedoch den Weg nach Süden fort. Ueber gerührt hätte, um die Ernte zu bergen, trotzdem das Erntewetter die naturschönen Höhenzüge am Valdai nach Jedrova, wo sich gerade das beste war, des man sich wünschen konnte: warm und strahlender die Jugend der Nachbardörfer versammelt hat. Die Mädchen gehr Sonnenschein, und obgleich die anhaltenden Herbstschauer jeden Tag dort Arm in Arm hin und her, um sich vor der männlichen Jugend angerüdt fommen können. Man hat nur Wein" getrunken, gein ihrem besten Staat zu zeigen. Und die Burschen streifen für sich tanzt und„ promeniert". umher. Mitten in der Sommerhize tragen sie schwarze Schaffelle und Galoschen, um zu zeigen, was sie befizen. Mit diesem Bescheid kam ich zurüs. Aber inzwischen waren die fleinen Bauernmädelchen unruhig geworden, daß ich ihre Soldaten zu lange für mich in Anspruch nehmen würde, und hatten es durch gefeht, das ich in der Bauernhütte über Nacht liegen durfte. Das Motorrad hatten fie bereits hereingezogen und mein Bett war gerichtet oben auf dem Ofen dem Ehrenplay. Ich legte mich nieder, mit dem Bauerupapa und der Bauernmama sowie der ganzen Schi Kinder uns Catel zu meinen Füßen auf dem Boden schlafend. Spielplanänderung. Die auf Montag angefekte Aufführung von Nach einer Weile sind die Mädchen verschwunden. Aber sie Hauptmanns Jungfern vom Bischofsberg" im Deutschen sind nur in den Hütten gewesen, um die Kleider zu wechseln, fie Theater muß infolge der Erkrankung eines Hauptdarstellers ausfallen. Der Professor am Rathenau- Tag. Abfuhr deutschmonarchistischer Frager. nachträglich gegen solche Personen, die den Brofeffor deutlich an seine Pflicht erinnerten, ein hochnotpeinliches Verfahren wegen Landfriedensbruches eingeleitet hat. Oder hat sie es, nach RenntnisWirtschaft Am 27. Juni herrschte in der Stadt Heidelberg zum Zeichen nahme von der Erklärung des engeren Senats, inzwischen eingestellt? Die falsche Diagnose. Ein neuer Landesverrat? Es ist eigenartig, zu beobachten, mit wie verschiedenen Mittela diejenigen an unsere Wirtschaftsfragen herantreten, die zur Be. urteilung der Lage berufen sein sollten. Drei Gutachten aus. ländischer Sachverständiger liegen zur Frage der Stabilisierung der Mark vor. Alle diese Gutachter hatten lein Interesse daran, der Trauer über die Ermordung Rathenaus völlige Arbeitsruhe. Wie die übrigen Behörden hatte auch der Senat der Universität Anordnung getroffen, an diesem Tage Halbmaſt zu flaggen und von 2 Uhr mittags ab jede Tätigkeit, insbesondere auch Der Waffenfund auf dem Anhalter Bahnhof. die Abhaltung von Vorlesungen und lebungen, einzustellen. Die Auf Antrag des Oberreichsanwalts ist, wie schon furz gemeldet der Bedeutung des Trauerfalles entsprechende würdige Ruhe wurde wurde, in Berlin das Mitglied des Bezirksbetriebsrats bei der Reichs- schön zu färben oder schwarz zu malen. Und alle drei Gutachten durch das Verhalten des Professors für Physik Lenard bahndirektion Berlin, August Baer, wegen des Verdachts, Landesgestört, der sich trotz besonderer Aufforderung der Polizeidirektion verrat begangen zu haben, in Untersuchungshaft genommen. Ueber man glaubt die Mark stabilisieren zu können, wenn die wichtigsten find im Grunde von einem zuversichtlichen Ton getragen. weigerte, auf dem von ihm geleiteten Physikalischen Institut die Borgeschichte dieses neuesten Landesverrats- Berfahrens berichtet Boraussetzungen insbesondere durch eine Entlastung Deutschlands Halbmast flaggen zu lassen. Außerdem hielt er an diesem die„ Dena": Tage, entgegen der Anordnung des Senats, praftische Am 22. August d. I. wurde auf dem Anhalter Güterbahnhof Gutachten erstattet, so tam Herr Stinnes und redete die Mart in von den Reparationszahlungen gegeben sind. Kaum waren diese lebungen ab. Ein Polizeibeamter, der beauftragt wurde, den Pro- ein Wagen beschlagnahmt, der 12 große Risten mit Mauserfessor auf das Bedenkliche seines Verhaltens aufmerksam zu machen, pistolen enthielt. Die von der Polizei vorgenommene BeschlagDie politische Seite der Rede ist wiederholt wurde in das Institut nicht eingelaffen. Einer sich ansammelnden nahme wurde jedoch wieder aufgehoben. Dies rief unter den Eisen- gewürdigt worden. An Wirtschaftlichem bringt sie nichts Neues: die Menge, die die verschlossenen Türen gewaltfam öffnen wollte, trat bahnarbeitern allerlei Gerüchte hervor, und veranlaßte schließlich den Probleme, die Herr Stinnes aufwarf, sind von anderen längst vor die Polizei mit Erfolg entgegen, als plötzlich Studenten aus Eisenbahnangestellten August Baer, sich an die Interalliierte ihm aufgeworfen worden. Nur eins berührt merkwürdig, und das dem Institut aus zwei Hydranten auf die Menge Militärtommiffion zu wenden. Ein französischer Offizier erschien ist die große Selbstverständlichkeit, mit der Herr Stinnes als VorWasser gaben. Darauf brangen Arbeiter in das Gebäude ein daraufhin auf dem Anhalter Güterbahnhof und ordnete nun seiner ausfegung für eine endgültige Gesunbung der Mart eine Mehrseits erneut die Beschlagnahme an. Daraufhin erschien am 28. August arbeit und es bedurfte stärkerer Polizeikräfte, um die Ordnung wieder her im„ Lemps" ein fenfationeller Artikel mit der Ueberschrift: Der von der Arbeiterschaft verlangt Bisher ist es in mindestens zwei Stunden täglich zustellen. Zu Mißhandlungen des Prof. Dr. Lenard ist es jedoch Waffenfund auf dem Anhalter Bahnhof". Die Waffen wurden aber der ganzen Welt und eine Zeitlang auch in Deutschland so gewesen, on der Arbeiterschaft verlangt Bisher ist es in nicht gekommen; vielmehr hat ihn die Polizei vor allen persönlichen später, weil es sich um Mauser pistolen fleineren KaliTätlichkeiten geschützt. Jedoch mußte zum persönlichen Schuße die bers handelte, die im Sinne des Friedensvertrages von Bersailles daß eine Besserung der Währung fritische Erscheinungen am WarenSchuhhaft über Prof. Lenard ausgesprochen werden, aus der er nicht als Militärwaffen anzusehen waren, freigegeben, und markte hervorgerufen hat. Der Absah stockte. Aehnliche Wirkunnoch am Abend des gleichen Tages entlassen wurde. Kurze Zeit zwar am 11. September in Uebereinstimmung mit der Interalliierten gen find bei einer Stabilisierung der Mark auch auf dem deutschen Warenmarkt zu erwarten und werden von allen Einsichtigen mit war der Berhaftete mit seiner polizeilichen Begleitung in dem Ge- Militärfommission. Dieser Vorgang hatte nunmehr zur Folge, daß die Staatsanwalt Bestimmtheit vorausgesagt. Herr Stinnes aber sieht dann nur das werkschaftshaus untergebracht, weil die Polizeikräfte offenbar zu schwach waren und den Massen nicht Widerstand leisten konnten. Ichaft gegen Baer einen Haftbefehl wegen Verbrechens gegen den Problem des Exports, der allein und auf sich gestellt, niemals die Ueber jene Borgänge brachte Prof. Dr. Harries, ber Diret- 92 Abfaz 1 StGB.( Landesverrat) erließ. Baer ist daraufhin ganze deutsche Industrie beschäftigen kann. Mit einem Achselzucken verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. tor der Siemens haiste Werfe in Berlin, in der Zur Begründung eines Haftentlassungsantrages hat Baer durch letzt Stinnes, der in der Zeit der Geldentwertung unglaublich ver,, Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 1. August einen unrichtigen R.-A. Dr. Frey geltend machen lassen, daß er seinerzeit die feste Ueber- dient hat und mit der Geste des armen Mannes behauptet, feiner und entstellten Bericht, der Anlaß zu einer deutschnationalen Anzeugung gehabt habe, daß die Waffen zu einem Butsch, ob sei durch den Krieg und seine Folgen so sehr geschädigt worden frage der Abgeordneten Dr. Curtius und Genossen gab. Diese An- dieser von rechts oder von links fomme, fei ihm gleich gewesen, Ber- wie er, sich über die Tatsache hinweg, daß die fortgesetzte Berfrage beantwortet nunmehr der Reichsinnenminister in der Haupt- wendung finden sollten. Er habe lediglich geglaubt, im Interesse schlechterung des Geldes eine ganze Reihe von Krankheits. fache mit einem Brief, den der engere Senat der Universität Heidel- der Republik tätig zu fein und habe deshalb die Interalliierte erscheinungen in der Wirtschaft heraufbeschworen hat, die berg an Brof. Dr. Harries gerichtet hat, da er in vollem Umfange Rommission von dem Vorhandensein der Waffen Mitteilung gemacht. eben nur durch die Stabilisierung der Währung wieder beseitigt Man wird sich hoffentlich auch beim Oberreichsanwalt daran werden können. Deren Beseitigung aber eine Boraussetzung für eine das Ergebnis der amtlichen Ermittlungen bestätigt. Der Brief lautet: erinnern, daß der Rathenau- Mord und die Aufdeckung der beffere Produktionsleistung ist. Solange diese Boraussetzung nicht Mit Recht führen Sie in Ihrem Artikel Zum Fall Lenard" Mörderorganisationen begreifliche und berechtigte Erregung nicht geschaffen ist, hat es gar feinen Sinn, mehr zu produzieren. Höch aus, daß Profeffor Lenard ein einzigartiger Forscher von internationaler Berühmtheit sei, dem man viele Konzeffionen machen nur in der Arbeiterschaft ausgelöst hat und daß die Tatsache der immer ftens fönnte in Frage kommen, an Hand eines bis in alle Einzelmüsse". Auch wir verehren in ihm„ den Klassischen Experimental noch vorhandenen bewaffneten Banden das Mißtrauen weiter mach- heiten ausgearbeiteten Produktionsprogramms, Mehrarbeit an solphysiker und haben ihm seit Jahren weitgehendste Konzeffionen hält. Von diesem Gesichtspunkt sollte man auch das Vorgehen des chen Stellen anzusehen, die eine dauernde Steigerung des Ergemacht. In allen anderen Punkten aber find Ihre Ausführungen jetzt Verhafteten betrachten. Und wenn nicht etwa, was bisher trages der gesamten volkswirtschaftlichen Produktion versprech n. vollkommen irrig. nicht behauptet worden ist, Rücksichten auf etwaige Belohnung die Das weiß die Arbeiterschaft und darum hat sie ja auch dem Ueber. Anzeige beeinflußt hat, dann erscheint dieses Landesverratsverfahren schichtenablommen im Ruhrtohlenbergtau zugestimmt. Aber eine durchaus geeignet, die Mißstimmung in den Kreisen der republikanisch Beseitigung des Achtstundentages oder eine vorübergehende zeitdenkenden Arbeiterschaft noch zu vertiefen. Es ist selbstverständlich, weilige Mehrarbeit auf der ganzen Linie bedeutet unter den gegendas moralisch die Anzeige Baers jede Mißbilligung verwärtigen Verhältnissen feineswegs die Sicherheit, daß damit was dient. Aber ein Landesverratsprozeß wegen einer Tat, die dem Währungsproblem gelöst werden kann. Es bedeutet eher die Schutz der Republik gegen Mörderorganisationen dienen sollte, wäre scheinlichkeit, daß große Arbeitermassen freigesett r das Berfehlteste, das sich denken läßt. den, weil eben der Warenabsazz, der vorläufig so groß ist, auf duh. aus schwankendem Boden steht. 1. Niemand hat Prof. Lenard gehindert, am Tage der Rundgebung seine gelehrten 3tele" zu verfolgen. Auf Anordnung des Ministeriums hat der engere Senat die Abhaltung von Borlesungen und lebungen untersagt. Prof. Lenard hat gegen diese Anordnung seine Uebungen abgehalten. Durch Befolgung dieser Anordnung hätte er gerade Zeit gewonnen, sich seinen wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. 2. Aus den Erhebungen der Staatsanwaltschaft, insbesondere aus den hierbei von Prof. Lenard selbst abgegebenen Erklärungen geht hervor, daß von einer Mißhandlung des Professors teine Rede sein fann. Er ist nicht geschleift" und nicht befpudt" worden. Wenn aber bei dieser Gelegenheit ein Mitglied des Lehrförpers öffentlich verhöhnt wurde, so empfindet der Senat das als einen Schimpf für die ganze Universität, dessen Verantwortung Professor Lenard zufällt. 3. Was endlich die Behauptung betrifft, daß hinter der verhetten Menschenmenge tommunistische Professoren standen, so ist fie zunächst einmal eine unerhörte schwere Beleidi. gung, daß Sie, ohne wirkliche Beweise in der Hand zu haben, es nicht hätten magen dürfen, sie auszusprechen; zudem ist ste schon aus dem Grunde falsch, weil tein Mitglied des Lehrkörpers der Kommunistischen Partei angehört...." Heimkehr der Reparationskommiffion. Paris, 11. November.( WTB.) Die Reparationsfommission ist heute nachmittag in Paris eingetroffen. Die Belgier Delacroig und Bemelmanns waren bereits in Lüttich ausgestiegen. Nach dem Temps" findet die erste Sigung der Kommission am Montag nachmittag statt. Es werde über den deutschen Vorschlag und das Ergebnis der Berliner Enquête über die deutsche Finanzlage beraten werden. Englisch- franzöfifche Angorafront. So ist die Nachfrage nach Waren auch deshalb überhitzt, weil die Ware für die wenigen, die heute noch taufträftig sind, vielfach das Mittel zur Erhaltung ihres Befiges und zu seiner Sicherung gegen den Wertschwund ist. Das starte Ansteigen der Großhandels preise in der letzten Zeit und das schnelle Tempo, mit dem die Kleinhandelspreise den Großhandelspreisen folgen, ist ein deutlicher Beweis, wie selbst troz verminderten Mengenumsages von Industrie bis zum Einzelhandel hin versucht wird, sich in die Ware zu retten Man sieht deutlich, wie sich immer mehr und unmittelbarer die Teuerung auf die Verbraucherschaft, insbesondere auf Mittelstand und Arbeiterschaft abwälzt. Immer weitere Schichten scheiden in ihrer Kauftraft aus, während noch faufträftigere Schichten, vor allem Handel und Industrie wie Ausländer, bei immer weiter stürzender Mark einen erhöhten Sicherungsfonfum entfalten. Ostar fäße im Detailgeschäft wie folgt geäußert: der für den unmittelbaren Bedarf getätigten Räufe; 30 Broz. beträgt die wirkliche Konsumdeckung, d. h. die Menge 35 Proz. betragen die. Hamsterkäufe bzw. die Käufe, die durch die Flucht aus der Mart hervorgerufen sind; Paris, 11. November.( TU.) Am 9. November hatte in London der Generalstab die erste Besprechung mit französischen GeneralDas Schreiben des Heidelberger Senats ist klar und eindeutig. ftabsoffizieren, in der die Grundlage einer eventuellen englisch- fran- ieh hat sich fürzlich im Berliner Börsen- Courier" über die UmDer monarchistische Professor Lenard glaubte als Leuchte der Wissen- zösischen Aktion ausgearbeitet wurde für den Fall, daß die neuen schaft auf die Republik und ihre Trauer pfeifen zu können. Um fo weitgehenden Forderungen der Türken diese notwendig machen wunderbarer mutet es aber an, daß die badische Staatsanwaltschaft sollten. Diese Haltung Frankreichs in der Orientpolitit ist auf die Besorgnisse zurückzuführen, die der steigende Einfluß Mostaus auf Angora und auf die Nachbarländer Sowjetrußlands in Paris ausübt. Am Quai d'Orsay zeigt man sich überhaupt über die Entwicklung Sowjetrußlands zu einer Großmacht, wie sie sich auch in den neuesten Zentralisationsbestrebungen Mostaus ausdrückt, start beunruhigt und hegt besonders Befürchtungen für das Schicksal der französischen Randstaatenpolitit in Estland und Lettland. Germany laughing at herself. Mussolinis Außenpolitik. 35 Proz. werden von den sich in Deutschland aufhaltenden Aus ländern getauft." Die Also: die Deutschen lachen über sich felbft! So ftand es Also 35 Broz. Sicherungsfenfum im fleinen. Bei Industrie wenigstens jüngst in einer großen englischen Zeitschrift zu lesen. Ein und Handel im großen sollen die Prozentsäge noch beträchtlicher sein. großes Tablett billig biffiger Wizzeichnungen führte dem Londoner Leser, der sich schließlich auch unterhalten will, den deutschen BaWenn das Rad der Markentwertung auch nur vorübergehend zum jazzo Dor. Germany begin to see herself as others see them. Stillstand kommen sollte, wird die Betriebsstockung und Arbeitslofigkeit um so größer werden, je beträchtlicher der Sicherungs ( Deutschland beginnt sich selbst anzusehen, wie andere es fehen.") fonsum gewesen ist. Wenn man heute also in diefer Scheintonjunttur Diese tomischen Deutschen, wie sie dem Dollar nachjagen und die Mehrarbeitsforderung erhebt, so würde diese in dem dem pfundbeschwerten Fremden freundlich zuwedeln! Der dicke Kreislauf der Geldentwertung neben augenblicklicher Nominallohn Hotelportier hat für den deutschen Gast nur ein stolzes Nein übrig; Rom, 11. November.( EP.) Französischen Pressevertretern erhöhung der arbeitenden Schichten für die in ihrer Kauftraft noch er verbeugt sich aber tief und wird zu einer artigen Rugel vor dem ausländischen Baft. Wie die Berliner Neppindustrie das Baluten gegenüber erklärte Mussolini: Den Türken gegenüber müsse die nicht ausgeschloffenen fapitalistischen Kreise nur eine Bermehrung geschäft betreibt, wie der erfolgreiche Batutenjäger verzweifelt die Einheitsfront gewahrt werden. Die türkischen Forderungen seien des Sicherungs-, d. h. Zukunftstonfums bedeuten, also dann für morgen eine erhöhte Arbeitslosigkeit schaffen. Geheimnisse des Gebrauchs von Messer und Gabel zu erlernen übertrieben. Frankreich und Italien müßten ihr herzliches Einver- Markentwertung hat den Sicherheitsverbrauch derartig gefeffelt, daß trachtet, wie alle dienenden Geister das Dollartrinkgeld zu erhaschen nehmen fortsetzen. In der Frage von Tunis verlange Italien von einer Produktivität des Kapitals in der Wirtschaft immer wenis hoffen, furz, wie ein gewisses Berlin vor dem Dollargößen auf den von Frankreich, daß es gegenüber den italienischen Kolonisten eine ger zu verspüren ist; alle guten Lehren, die daher darauf hinausKnien rutscht, hat der Zeichner seinem englischen Publikum geschil- freundliche Politik betreibe und die italienischen Siedler nicht laufen, den Achtstundentag heut zu Fall zu bringen, würden für dert. Er vergaß, fich felbft beim Zeichnen festzuhalten, wie er, um zu französieren suche. In der Wiedergutmachungsfrage habe die Zukunft nur eine um fo furchtbarere Krife schaffen. Je ein paar Schillinge zu verdienen, ein lumpiger Bajazzo tolle Gri- Italien die gleichen Interessen wie Frankreich, da Italien wie später die Stüßung der Währung fommt, je furch barer wird massen schneidet. Er vergaß aber auch ein anderes. Er vergaß jenen nicht un- Frankreich das deutsche Geld benötige. Es entstehe jedoch die Frage, weiterhin die Zerrüttung des Wirtschaftslebens, je furchtbarer mererheblichen Teil des deutschen Bolles, der bei diesem Fastnachtspiel ob Deutschland zur Wiedergutmachung im st an de fei, ob man es den aber auch dann die Krisenerscheinungen, die sich bereits entden meinenden Chor abgibt. Die Kleinen, die ohne Frühstück zur zum Zahlen zwingen könne oder ob man Gewalt oder Ueber- wickeln und ihr folgen müssen, werden. Je später die Stügung tommt, je größer wird die Preislawine und je mehr Käuferschichten Schule gehen und zum Abendbrot trodenes Brot essen, hören auch zeugungskraft anwenden müsse. Dies feien alles brennende Fragen, werden weiter begraben werden. viel vom Dollar reben; irgendwie muß er, der böse Dollar, an allem die dringend einer Antwort bedürfen.( Und der große Mussolini Aber dieser Sicherheitsverbrauch ist nur eine der vielen Krant. fchuld sein. Die Mutter fagte zum Bater: Das amerikanische tann sie nicht geben?! Red.) heitserscheinungen der Wirtschaft infolge der Geldentwertung. Bie Schmalz tostet schon 1200 Mark!" und der Vater meinte:„ Ja, der Mailand, 11. November.( EP.) Im Kongreß der fascisti viel Rapital ist in unwirtschaftlichen Betrieben des Handels und der schen Gewerkschaften in Bologna wurde mitgeteilt, daß Industrie angelegt, das nur deshalb dort Profit bringen kann, weil Ist es wahr, daß das deutsche Bolt lacht? Es weiß nicht, die Gesamtzahl des Mitglieder seit dem letzten Kongreß in Neapel die monopolistische Preispolitik der Industrieverbände die Preise was lachen ist; es findet jedenfalls diese ganze Angelegenheit gar von 500 000 auf eine Million gestiegen sei. Nach der Demobil auf einer ungefunden Höhe erhält! Weiß Herr Stinnes, der GrünEs wird gut sein, bei Lachen und Weinen nicht von den Deut- machung haben die Fascisten in ganz Italien mit der Rückgabe und der, nichts davon, daß andauernd Neugründungen stattfinden, wäh fchen schlechthin zu sprechen, es fönnte zu unliebsamen Verwechslun. Ablieferung der Waffen begonnen. In Perugia, wo ihr Hauptrend die Zahl der Konkurse gegenüber der Borkriegszeit fast auf gen führen. quartier war, find hunderte(!) von Gewehren und Pistolen abge- null zusammengeschmolzen ist? Weiß Herr Stinnes nicht, daß wir Es gibt fachende und lächerliche Deutsche, aber es gibt auch liefert worden. hungrige Rinder in Deutschland! einen überflüssigen Berbrauch von einem Ausmaß haben, den fich Bruno Frei. Rom, 11. November.( EP.) Nach der Zeitung Azione" sind ein verarmendes Bolt feinesfalls leisten kann? Herr Stinnes in Rom gestern Gerüchte über eine farbinische fepara- fieht alle diese Fragen nur vom Standpunkte der Industrie José Maria Galvez, Professor für Germanistik und Leiter des tistische Bewgung verbreitet worden. Der Präfekt von Gagl aus, die, weil sich die Mark verschlechterte, dauernd start beschäftigt pädagogischen Instituts der Staatsuniversität Santiago( Chile), wird iare hält Ueberraschungen für möglich. Die Regierung läßt jedoch war und deshalb glaubt, mit einer Mehrproduktion größere Werte auf Einladung der Berliner Universität im Wintersemester Bor- erklären, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. lefungen über Chile halten. Seine Antrittsporlesung findet am Dienstag, den 14. b. M., um 12 Uhr im Auditorium Maximum in deutscher Sprache statt. Dollar!" nicht lächerlich. „ Mein Korfantys Niederlage. schaffen zu können. Daraus erklärt sich auch die große Geste, mit der er sein widerspruchvolles Programm als das alleinselig. machende hinstellt. Der einseitige Produzentenstandpunkt ist In der Volfsbühne ist Adolf L'Arronges Boltsitud Warschau, 11. November.( Mtb.) Nach dem( nichtamtlichen) es, der ihn über das wirtschaftliche Problem der Stabilisierung der Leopold mit Guido Herzfeld als Weigelt, Grhard Siebel als Peopold, endgültigen Wahlergebnis haben im Mart so unfachlich denken läßt Dann aber ist seine Diagnose neuen Sejm die Rechte Friedrich Stayßler als Starfe, Mary Dietrich als Klara und Richard Leopold 176 Sitze, die Linke 183, die nationale Minderheit 87. Das falsch und es ist gefährlich, sie immer wieder in die Welt hinausals Mehlmeyer für die Weihnachtszeit in Vorbereitung. Regie: Heinz Pilsudski- Lager( Linke und nationale Minderheiten) verfügt zurufen, die ihm seine" sachverständige" Meinung ebensomenic Hilpert. Bühnenbilder und Kostüme: Hermann Strehan. Eine Gerhart- Hauptmann- Ausstellung von Bildnisstudien, Ra- Die Niederlage Korfantys ist somit trotz der( mit Franken? Red.) zeugt iſt. über 270 Stimmen gegen 176 Stimmen der Korfanty- Front. glauben wird, wie sie von seinen Verlusten im Weltkrieg über. bierungen, Theatersfizzen( 1897-1922) aus der Hand Emil Delifs wird am teuer erfauften Teilerfolge im ehemals preußischen Teilgebiet ent15. Nov. in der Neuen Kunsthandlung, Tauentienstr. 6, eröffnet. Der Ehrendoftor auf Bestellung. In der B3. a. M." las man folgende Annonce:„ Dr. h. c. Wer verhilft dazu? Offerten M. L. 17 449 nuftein Filiale." Gegen die Ueberfremdung des deutschen Hausbefizes befindet sich fcheidend. ein Gesetz in Borbereitung, das im Rahmen der durch den Versailler In Oberschlesien haben die polnischen Parteien gründlich ver- Friedensvertrag gebotenen Grenzen den Ausverkauf deutschen Haus loren, die Deutschen dagegen erheblich an Stimmen gewonnen. und Grundbesitzes zu beschränken versucht. Gewerkschaftsbewegung Die hohen Löhne! Der Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe. Tagesordnung: 1. Die Rechte der Betriebsvertretung bei Den am 3. November im Reichsarbeitsministerium gefällten Entlassungen, Betriebsstillegungen und Betriebsabbrüchen. 2. Freie Schiedsspruch für das Versicherungsgewerbe hat der Arbeitgeber- Aussprache. Es ist Pflicht sämtlicher Betriebsräte, in ihren Gruppenvoll. verband deutscher Versicherungsunternehmungen nur für die Betriebe der Sachschädenversicherung angenommen. In der Lebens-, versammlungen zu erscheinen. Als Legitimation dient die Betriebs Die Berliner Gewerkschaftskommission und das Ortskartell des Unfall- und Haftpflichtversicherungsbranche will er lediglich die Sep- rätekarte und das Verbandsbuch. AFA- Bundes veröffentlichen soeben die Zahlen über die Lebens- temberbezüge zuzüglich 250 Mark Zulage für jedes Kind zahlen. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale haltungstoften in Groß- Berlin in der Woche vom 30. D- Bei gemischten Betrieben soll der überwiegende Bersicherungszweig für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. tober bis 5. November. Es sei hier bemerkt, daß es sich bei diesen den Ausschlag geben. Die Auszahlung der sich hiernach ergebenden Zahlen um ein sogenanntes theoretisches Budget auf Grund einer Gehaltserhöhungen soll unverzüglich erfolgen. Da sich die im Zen- Leibesoifitation der Saarbergleute. Die französische Mindestzahl von Kalorien und der sonstigen Mindestausgabe für tralverband der Angestellten organisierten Versicherungsangestellten Generaldirettion der Saargruben hat neuerdings angeord. eine dreitöpfige Familie handelt. Nach diesen Zahlen sind die Er- trot schwerster Bedenken in der Mehrheit für die Annahme des net, daß sämtliche Bergleute sich vor Betreten des Bergwerks einer nährungskosten in der Woche vom 30. Oftober bis 5. November Schiedsspruches ausgesprochen haben, hat der Zentralverband Leibes visitation durch die Grubenwächter zu unterziehen gegenüber der Vorwoche um 32 Pro3 gestiegen. Die Ernäh- der Angestellten die Verbindlichkeitserklärung beim haben. Diese Maßnahme hat unter den Saarbergleuten große Gr rung der dreiföpfigen Familie foftete in der Woche auf Grund dieses Reichsarbeitsministerium beantragt. Mindestbudgets 3528., d. f. 160 Pro3. mehr als im Durchschnitt, des Monats September, und 97 Broz. mehr als in der ersten Oktoberhälfte. Innerhalb von kaum drei Bei der Firma E. Leon, G. m. b. H., Kunstwerkstätten, Wochen haben sich die Ernährungskosten also verdoppelt. 3u Görliger Str. 39, find etwa 26 Arbeiterinnen mit einem diesen Ernährungskosten kommen noch die Ausgaben für Wohnung, Wochenlohn von 1500 bis 2000 m. beschäftigt. Der Organisation Heizung, Bekleidung sowie ein Buschlag von 32 Broz. für sonstige standen dieselben bis vor kurzer Zeit noch fern. Als einzelne nun Ausgaben( Wäschereinigung, Fahrgeld, Steuern usw.). Das ge- dazu übergingen, sich der Organisation anzuschließen, ging der B: famte Existenzminimum der. dreiföpfigen Familie foftete in triebsleiter der Firma, ein junger Mann von 25 Jahren, dazu über, der angezogenen Woche 9930 m., d. f. 158 Pro3. mehr als im die Arbeiterinnen durch allerhand Druckmittel zu veranlassen, Durchschnitt des Monats September und 93 Broz. mehr als in der aus der Organisation wieder auszutreten. Als die ersten Oktoberhälfte. Gegenüber der Borkriegszeit sind die Lebens- Arbeiterinnen sich dem wiederfesten, entließ er zunächst zwei Ar haltungskosten um rund beiterinnen, darunter eine Witwe mit zwei schulpflichtigen Rindern, fristlos. Acht weiteren Arbeiterinnen ist ebenfalls, wegen Organisationszugehörigkeit, zum 11. November efündigt. Den nun neu eingestellten Arbeiterinnen wird folgender Revers zur Unterschrift vorgelegt: das Fünfhundertfache gestiegen. Die von Dr. Kuczynski herausgegebenen Inderziffern find noch höher als die hier angeführten. Wie steht es nun angesichts dieser schwindelerregenden Teue rungsflut mit den Löhnen und Gehältern der Arbeiter und Angestellten Berlins? Soweit die Statistik Tarifabschlüsse veröffentlicht, die von Ende Oktober bis Mitte November Geltung haben, befindet sich unter den Löhnen der Arbeiter auch nicht ein einziger Tarif, der auch nur das Eristenzminimum erreichte! Diese Feststellung allein spricht Bände. Dagegen sind eine ganze Reihe von Tarifabschlüssen in Kraft, die nicht allein unter dem Existenzminimum liegen, sondern sogar Löhne enthalten, die nur Den vierten Teil des Eristenzminimums betragen. Löhne, die über 8000 m. betragen, also auch noch nicht an das Eristenzminimum heranreichen, find ganz vereinzelte Ausnahmen. Die größte Zahl der veröffentlichten Löhne, die für die angezogene Woche Geltung haben, fiegen unter 7000 m., so daß man sagen fann, daß die Berliner Arbeiter heute nicht allein weit hinter den Borfriegslöhnen zurückgeworfen sind, sondern im Durchschnitt faum zwei Drittel des Eristenzminimums als Lohn erhalten. etma Es gibt aber noch eine Reihe von Berufen, wo die Löhne nur die Hälfte oder noch weniger des Existenzminimums ausmachen. So sehen die Tarifabschlüsse der Handelshilfsarbeiter der Hut- und Müzenbranche für die Zeit vom 4. bis 30. November ane von 5500 m vor. Die Löhne einer so ausgesprochen qualiArbeiterschaft wie die der Lithographen und Steindrucker bre zi jogar noch weniger, und zwar betragen die geltenden Ifäße für Steindruder 4745 M., für Chemigraphen 4757 M. für photographische Kunstdrucker 4765 M. Weit unter diefen rangieren aber noch die Friseure, deren Löhne ab 28. Oktober auf 2520 M. die Woche festgelegt find! f.e J 37 Dies sind aber Löhne für gelernte Arbeiter. Weit unter diesen rangieren die Löhne der Arbeiterinnen. Wenn man weiß, welche Ausgaben heute allein für Bekleidung notwendig find, dann fragt man sich mit Entsehen, wohin diese Berelendung unferer Arbeiter und Arbeiterinnen führen muß. Und trotzdem tbird man überall Leute hören, die den verbrecherischen Blödsinn in die Welt posaunen, daß es die hohen Löhne wären, die an unserem Elend schuld feien. Es wird niemand behaupten wollen, daß unfere Arbeiter vor dem Kriege ein Lurusdasein geführt haben. Wenn wir den Lohn eines Berliner Arbeiters vor dem Kriege mit 30 m. möchentlich veranschlagen, so müßte sein Einkommen heute bei einer fünfhundertfachen Berteuerung der Lebenshaltungskosten 15 000 M. wöchentlich betragen. Das hier angeführte Eristenzminimum liegt also weit unter den Vorfriegslöhnen. Aber selbst dieses Eristenzminimum wird heute von der Berliner Arbeiterschaft nicht mehr erreicht. So tann es, wenn es nicht zu einer Katastrophe tommen soll, nicht mehr weiter gehen. Metallarbeiter! Durch die enorm verteuerten Lebensverhältnisse hat im Auftrage des Metallkartells der Deutsche Metallarbeiterverband den Verband Berliner Metallindustrieller ersucht, zweds Anerkennung des Lohntarifabkommens vom 26. Oktober gleich in BerhandIungen einzutreten. Die Berhandlungen finden am Dienstag ftatt. Von dem Ausgang dieser Verhandlungen werden wir den Mitgliedern sofort Kenntnis geben. Deutscher Metallarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Verächter des Koalitionsrechts. Ich bescheinige hierdurch, daß ich heute von der Firma Runstwerkstätten E. Leon G. m. b. H. für das funstgewerbliche Atelier engagiert bin. Mit einer achttägigen Kündigungsfrist bin ich einverstanden. Ich gehöre feinem Verband an und perpflichte mich, während meiner Tätigkeit bei obiger Firma in einen solchen nicht einzutreten. Im Uebertretungsfalle ist die Firma Kunstwerkstätten E. Leon G. m. b. H. berechtigt, mich nach achttägiger Kündigungsfrist zu entlassen. Ein Betriebsrat besteht bei der Firma nicht. Die Tätigkeit der Arbeiterinnen besteht in Anfertigen von Kleidern für Teepuppen, und dergleichen. die Arbeiterinnen ihr Roalitionsrecht für den Wochenlohn von Um in einer solchen Kunstwerkstätte" beschäftigt zu sein, sollten 2000 m. ohne Steuerabzug verkaufen. feinen Wert. Die noble Firma ist berechtigt, eine Arbeiterin zu Ein solcher Revers hat selbst dann, wenn er unterschrieben ist, entlassen, weil sie trok dem gegen Gesetz und gute Gitte verstoßen. ben Reners ihrem Berbande angehört. Wenn das dem jungen Herrn von Betriebsleiter noch nicht bekannt sein sollte, wird ihm die zuständige Organisation dies an maßgebender Stelle flar machen. Boraussetzung ist natürlich, daß die Arbeiterinnen nicht aus ihrem Berbande austreten, sondern nun erst recht allesamt dem Verbande beitreten und ihn jeweils von den Vorgängen im Betriebe sofort in Renntnis fegen. Betriebsräte! regung hervorgerufen. Unter anderen nahm eine große Belegschaftsversammlung der Grube Camphausen dagegen Stellung, ebenso gegen die Entlassung zweier Bergleute, die sich die Leibesvisitation nicht gefallen ließen. In einer Entschließung wurde gegen der artige Uebergriffe, die gegen Recht, Sitte, Anstand und Menschenwürde verstoßen, entschieden Verwahrung eingelegt. Sollten wider vorgenommen werden, so ersucht die Versammlung alle Belegschaftsmitglieder, sich derartige Untersuchungen nicht mehr gefallen zu laffen. Wilder Streit. Im staatlichen Kraftwerk bei Hirschfelde ist ein wilder Streit ausgebrochen. Der Arbeitgeberverband sächsischer Elektrizitätswerke, dem der Staat Sachsen angehört, hatte sich mit den Gewerkschaften über die neuen Löhne für die erste November hälfte geeinigt. Troßdem haben die Belegschaften zur Durch fegung der ursprünglich eingereichten Forderungen am Freitag abend einen wilden Streit begonnen. Achtung, Affordarbeiter in der Buchbinderbranche! Da über die Prozentzuschläge feine Einigung erzielt worden ist, erhalten nach der Vereinbarung mit dem BDB. die Akkordarbeiter für diese Lohnperiode die festen Teuerungszulagen der Lohnarbeiter und zwar nach den dem Lohnschema entsprechenden Säßen. Industriegruppen- und Betriebsversammlungen. Metallarbeiter! Montag 6% Uhr alle Funktionäre und Mitglieder der Richtung Amsterdam in den Sophien- Sälen, Sophienfte, 24. Die Mitglieder der Generalversammlung und mittleren Berwaltung find egtra eingeladen. Solzarbeiter! Mittwoch 5 Uhr alle Funktionäre und Mitglieder der Bereinigten Partei im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Buchdrucker! Dienstag 5 Uhr Konferenz der Attionsausschüsse der früheren USPD. und SPD. im Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, 8immer 10. Erscheinen dringend notwendig. Siemens- Schudert, Franklinftraße. Mittwoch 4½ Uhr alle Mitglieder der Vereinigten Partei bei Berger, Levegowstraße, Ede Jagom. Straße. Alle Parteigenossen müssen diese Bersammlungen propagieren und selbst erscheinen. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Reintnet. Sols. Berband der Fabritarbeiter. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Achtung, Funk. tionäre der Gummiindustrie! Montag nachmittag 5½ Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses äußerst wichtige Funktionärtonferens. Rein Funktionär darf fehlen. Wertmeisterverband. Werkmeister der Berliner Buchbindereien. Montag nachmittag 25 Uhr Berfammlung im Bierhaus Schulz, Hollmannfte. 18, Bericht In Anbetracht der fortgesetzten Verschlechterung auf dem Arbeitern und Angestellten sowie Betriebsabbrüchen und BetriebsZentralverband der Schuhmacher. Montag Bersammlung der Zuschneider tillegungen beschloß der Bollzugsrat der Freigewerkschaftlichen Be- 5% Uhr Köpenider Straße 127a. Branchenversammlung der Stepperei und triebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin, in den Borrichterei in und außer dem Hause für die Straßen, Ball- und Lugusschuh nächsten Gruppenvollversammlungen diese Fragen auf die Tages- bet Maschinen und Sandawider und widerinnen Dienstag 5% Uhr bei ordnung zu setzen, um den Betriebsräten die Möglichkeit zu geben, Boeter, Weberstr. 17. in gründlicher Aussprache alle einschlägigen Fragen zu klären. Die Vollversammlungen finden für die einzelnen Industriegruppen wie folgt statt: beitsmarkte und den daraus resultierenden Entlassungen von Ar- im Bureau Stralauer Str. 56. der Tariffommission. Fachgruppenausschuß. Montag abend 7 Uhr Sigung XI. Metallinduftrie am Montag, den 20. November, abends 7 Uhr, im Dresdener Rafino, Dresdener Straße 96. VII. Holzindustrie am Donnerstag, den 23. November, abends 7 Uhr, im Dresdener Rafino, Dresdener Straße 96, I. Bank und Handel, V. Freie Berufe, XV. Sozialversicherung am Donnerstag, den 23. November, abends 7% Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17, IV. Chemische Industrie am Freitag, den 24. November, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 3, III. Bekleidungs- und Terfilindustrie, X. Ceder am Montag, ben 27. November, abends 7 Uhr, in den Central- Festsälen, Alte Jakobftr. 32, VIII. Candwirtschaft, IX. Lebens- und Genußmittelindustrie am Dienstag, den 28. November, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 5, VI. Graphisches Gewerbe am Mittwoch, den 29. November, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1. XII. Staatliche und kommunale Behörden, XIII. Berkehr am Donnerstag, den 30. November, abends 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 4, II. Bau- und Steinindustrie am Freitag, den 1. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 4. Branchenversammlung Zentralverband der Angestellten. Metall: Funktionärversammlung Mon. tag 6% Uhr im Friedrich Wilhelm- Gymnasium, Rochstraße 13, Fortiebung ber Aussprache über die Borgänge in der Fachgruppe. Tempelhof- Mariendorf. Mitgliederversammlung Dienstag 7% Uhr im Restaurant Razuweit, Tempel hof, Werderstraße 14. Deutscher Holzarbeiterverband. Berwaltungsstelle Berlin. Musikinstru mentenarbeiter. Dienstag abend 7 Uhr Sigung der Branchenkommission bet Bieberstein, Adalbertstr. 59. Jedes Mitglied hat zu erscheinen. Die Branchenleitung. Zentralverband der Glaser. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Sektion der Hilfsarbeiter. Freitag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus statt. Der Tarifvertrag ist abgeschlossen und kann derfelbe ab Mittwoch in den Bor mittagsstunden im Bureau abgeholt werden. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. 5. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenfit. 3 Hierzu 2 Beilagen und ,, Die Bücherschau". Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Sicht Rheuma 3schias Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausges zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Spielzeug- ClubHelling LEIPZIGER STRASSE Indisches Fest ROSENTHALER STRASSE Robinson Crusoe KÖNIGSTRASSE MORITZPLATZ Frau Holle Raffenfänger v. Hameln Gesellschafts- u. Beschäftigungsspiele, Gelenkpuppen, Gekleidete u. ungekleidete Puppen, Puppenwagen, Metallspielwaren, KinderStühle und-Tische, Holz- Spielwaren, Schaukelpferde, Stoff- Tiere Christbaumschmuck, Kugeln, Lamettaschmuck, Ketten, Künstliche Weihnachtsbäume, Eistau Photo- Atelier in allen 4 Geschäften Postkarten Skizzen Kunstblätter Aquarelle Weihnachtsaufträge baldigst erbeten Herren- Wäsche u. 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Wer sich nur die Kosten einer Mitgliederversammlung, als da find: Druckkosten für Inserate, Handgettel, Saalmiete, Beleuchtung, Heizung, evtl. auswärtiger Referent mit lebernachtungs- und Fahrkosten, vergegenwärtigt, wird sich sehr bald im flaren darüber sein, daß ein Wochenbeitrag von 6 M. nicht ausreicht, um auch nur den dürftigsten Ansprüchen zu genügen. Das Porto eines Briefes verschlingt schon allein zwei Wochenbeiträge. Nun sollen aber nicht nur die laufenden Ausgaben der Ortsvereine, Bezirke und der Parteileitung von den Beitragseinnahmen gedeckt werden, es soll doch ein Kampffonds für Wahlen usw. übrigbleiben, wenn die Partei und mit ihr die Arbeiter im allgemeinen nicht dauernd Schaden leiden sollen. Die zu lösenden Aufgaben der Partei wachsen von Tag zu Tag, fie dürfen wegen Mangel an Geld nicht unerledigt bleiben. Die Vereinigte Sozialdemokratische Partei hat aber feinerlei andere Einnahmequellen, als wie die Beiträge ihrer Mitglieder. Diese müssen aber den Wertverhältnissen des Geldes, ja nur den Verhältnissen des Lohneinkommens, angepaßt sein, d. h. es ist nicht angängig, die Beitragsleistung auf ein Bierteljahr feftzulegen. Die Beitragshöhe muß beweglich sein und mindestens alle vier Wochen den Bedürfnissen entsprechend angeglichen werden. Dazu ist fein großer Berwaltungsapparat in Bewegung zu sehen. Die Parteigenossen haben Männer und Frauen zu Funktionären bestimmt, von denen sie wissen, daß sie Pflicht- und Berantwortungsgefühl im höchsten Maße befizen. Auf der anderen Seite fühlen die Barteigenossen die Geldentwertung von Tog zu Tag immer mehr. Diese beiden Boraussetzungen bürgen dafür, daß bei einigermaßen gutem Willen der Beitrag für höchstens vier Wochen von dem Borstand festgelegt werden kann, ohne bei den Mitgliedern auf Biderstand zu stoßen. Nun zur Beitragshöhe! Bor dem Kriege, bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 60 Pf. betrug der Parteibeitrag 10 Bf. die Woche. Sehen wir jetzt einen Stundenlohn von nur 120 m. in Rechnung, fo ergibt das bei dem gleichen Verhältnis wie vor dem Kriege einen Wochenbeitrag für Männer von 20 M. die Woche. Das. ist aber für den Augenblick das mindeste was gezahlt werden müßte und in verschiedenen Bezirken in den Monaten September und Oktober auch schon gezahlt wurde. Diese Zeilen sollen den jenigen nur zum Nachdenken Anlaß geben, die sich bei den Ausgaben für die Partei der Neuzeit noch nicht anbequemt haben. Filmschau. Die Filme der Woche. -Sonntag, 12. November 1922 101. Abt. Treptow. Montag, den 13. November, abends 7% Uhr, Sihung fämtlicher Funktionäre im Kinderhort, Wildenbruchstraße. 128. bis 130. Abt. Pantow. 7½ Uhr im Jugendheim Sigung aller Funktio 124. Abt. Wahlsdorf. 8 Uhr Borstandsfizung bei Anders, Bahnhofstraße. näre und des Abteilungsvorstandes. Jeder muß erscheinen. 23. Abt. 7 Uhr bei Taube, Müllerstr. 62a. Thema:„ Die Bedeutung ber Frauenveranstaltungen am Montag, den 13. November: 84. Abt. Bantwig. Frauenabend bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Straße. BeEinigung für die Franen". Ref. Gen. Dr. Korach. sprechung der Weihnachtsbescherung. 137. bt. Reinickendo: f- West. 7% Uhr im Boltshaus, Scharnweberftr. 114, Abt. Rosenthal. 7 Uhr in der Schule Schillerstraße. Frauenabend. Thema: Was bringt die Einigung den Frauen?" Ref. Gen. Stadtrat Rosin. Moderne Piraten", nach dem Manuskript von Sydney Garrids ( Ernst Bajda), das die Berwendungsmöglichkeit prächtiger Landschaften und alter Schiffstypen in fich trägt, reizte Alexander Storda zur Film inszenierung. Er ging großzügig bor, mit einem ungebeuren Auswand bon Kosten und Müben. Eo schuf er febr wirksame Bilder, die bei der verfehlten. Dit bemerkt man zwar bie n'isse, und die Bilder vom KinderUraufführung im U. am Kurfürstendamm ihre Wirkung nicht ball, Demonstrationen größter Brachtentfaltung, find in sich so unruhig. daß das Auge nicht zum genußreichen Verweilen fommt. Sonst aber ist fichtige Arbeit geleistet worden, um die Kolportage zu verfilmen. Und ihr Milieu ist getroffen. Da lassen sich die Piraten und Fregattenfapitäne die Eintragung der einzelnen ins Schiffsjournal 24 Stunden täglich in 141. so viel Berstöße gegen die Seefahrtsordnung zuschulden Tommen, daß Anspruch nehmen würde. Der Pirat der Bergangenheit spaziert zur Tagberum, und die modernen Piraten bringen es fertig, auf einem von 3. st.( Stadtbezirke 129 und 144). 7 Uhr gemeinsame Mitgliederversammund Nachtzeit in einem saneeweißen, stets fledenreinen Mantel an Bord Menschen unbewohnten Eiland Schmud zu Geld zu machen und sich dafür Munition, Fabritühle, elegante Wohnungseinrichtungen und Stärkeäiche anzuschaffen. Nebenbei gibt es so viel Tote, daß man sie sich nach Be lieben aussuchen kann. Ja, Filmpiraten find tüchtige Leute. Schönheit und erhabener Ruhe, während munterſtes Leben in den RennWinter in Jämtland übermittelt Landschaftsbilder von wunderbarer hierherben festgehalten ist. Dieser Film wird zum Gedicht, das dankbare Empfindungen auslöst. e. b. Die Reichsfilmprüfung. Im Auftrage des Reichsminifteriums des Innern ist im Berlage der Lichtbild- Bühne" unter dem Titel„ Die Reichsber Filmprüfstellen Berlin und München und der Filmoberprüfstelle für die filmprüfung" foeben ein Werk erschienen, das die gesamten Brüiergebnisse Beit vom 12. Mai 1920 bis zum 31. Dezember 1921 zusammenfaßt. Der erfte Teil des übersichtlich angeordneten Buches behandelt die zugelassenen Filme, der zweite Teil die für Jugendliche verbotenen und der dritte Teil bie gänzlich verbotenen Filme. awei Schlager: Das Univerfalgenie", eine Burleste, gibt den beiden Das neue Programm der Alhambra am Kurfürstendamm bringt Hauptdarstellern reichlich Gelegenheit sich als vorzügliche Afrobaten vorustellen. Der Konflikt", ein amerikanischer Film mit prachtvollen Naturaufnahmen, ist ohne einleuchtende Handlung. Zwischen den beiden filmen Tänze von Mitgliedern des ehem. t. ruff. Balletts und Frl Hilde Zrmer, die namentlich wegen ihrer spanischen Ausstattung großen Beifall fanden. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. 7. Kreis. Charlottenburg. Mittwoch, den 15. November( nicht wie nesprünglich geplant Donnerstag, den 16. Rovember), öffentliche Frauenversammlung 7½ Uhr im Türkischen Zelt", Berliner Str. 53. Thema: Die feguelle Aufklärung der Jugend". Ref. Genosin Klara Bohm. Schuch, M. d. R. Die Funktionäre werben gebeten, hiervon Kenntnis zu nehmen unb keine besonderen Beranstaltungen zu treffen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Unsere heutige Liste der Beschäftigungsstunden kann leider nur unvollkommen sein, da immer noch einige Helferinnen versäumten, die genauen Abreffen( Sausnummern) und Arbeitszeit anzugeben. Wir bitten nochmals, dem Bureau Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Treppen, umgehend die fehlenden Mitteilungen, möglichst auch unter Angabe der Helferinnenabreffen einzusenden. 2. Kreis. Tiergarten. Montag, den 18. d. M., 8 Uhr, bei Joseph, Wilhelms. havener Str. 48, Ronferenz fämtlicher Funktionärinnen( Agitation, Wohlfahrt, Rinderfreunde und Kinderschuh). Erscheinen aller Genossinnen dringend erforderlich. Montag abend 7 Uhr im Konferenzzimmer Waldenferstraße 20, Sigung der sozialistischen Elternbeiräte und Ersazleute. 6. Kreis. Kreuzberg. Montag, den 13. d. M., 7% Uhr, bet Reim, UrbanStraße 29, Stonferenz aller Funktionärinnen( Agitation, Wohlfahrt, Kinder14. Rzeis. Rentölla, Vris, Budow und Rubow. Montag, den 13. d. Ms, 7 Uhr, fchuh, Rinderfreunde)... im Neuköllner Rathaus Fraktionsfigung. 20, Streis. Montag, den 13. Rovember, 7% Uhr, im Lehrerzimmer_ber 4. Gemeindeschule, Reinidendorf- Ost, Hausotterplag, Versammlung aller fozialistischen Elternbeiräte. Bortrag: Die Aufgaben ber Elternbeiräte" Montag, den 13. b. M., 7% Uhr, Fraktionssigung im Rathaus Reinidendorf, Sauptstr. 38. 3., 3. 19. und 20. Streis. Dienstag, den 14. d. M., 7% Uhr findet der 3. Bor. tragsabend des Genossen Paul Sirsch über: Rommunalisierung" im Erfrischungsraum der Fortbildungsschule Grünthaler Straße statt. Areis. Webbing. Dienstag, den 14. b. M., 7 Uhr, Mitgliederversammlung der Freien Echulgemeinde" in der Aula der 28. Gemeindeschule, Pant. Rzeis. Friedrichshain. Dienstag, ben 14. November, 7 Uhr, in den Come ftraße 48. Tagesordnung: Rein Schulftreit am Wedding". niusfälen, Memeler Straße 67, Kreisfunktionärsizung. Tagesordnung: Die Schwedenfilme zeigen immer wieder die gleichen, typischen Borzüge und Nachteile. Man ift entzüdt von der reinen, ehrlichen Technit, von der aus allen Schablonen gelösten darstellerischen Vorne mheit; man gebt willig ein in den feinen, verbichteten Stimmungs gehalt der Berte und freut sich der flaren Photographie. Aber es fehlt das Mitschwingen. Man wird nicht dramatisch angeregt, wird zu feinen Höhepuntten geführt. Ganz so ist es auch bei dem Svenska Film„ Beatriz", bem Spiel von Liebe, Haß und Tob", bas im 112. Tauenbienpalaft gezeigt wurde. Eine Tragödie ehelicher Schuld zieht im feierlichen Legendenstil alter Chroniten vorbei. Reizvolle Bilder, breit ausgespielte Szenen, gesättigt von Gelchmad und Kultur der noblen Regie Victor Sjöströms aber, eben keine Bipfel innerer und äußerer Bewegtbeit. Der immer fitfchige Requisit- Scheiterhausen ist noch lange nicht Dramatit. Jenny Hasselquist hat unendlich viel mit dem nei böjen Ausdruck der schlanken Hände, der aus feelischen Tiefen leuchtenden Augen zu fagen. Viber alles Kraftvolle drängt sich in die Nuance, nicht in den gesamten Rhythmus. Ein anderer Schwedenfilm„ Auf den Höhen des Schweinens" führt in die Welt der Bergsteiger. Ein Slettererfilm voll unerbört tübner Situationen, reich an unvergeßlicher landschaftlicher Schönheit. Die Mitwirkenden. die unter Biesemers der Natur inbrünftig bingegebener Regie durch Grat und Wände lettern, müssen geradezu llaffische Touristen 108. bt. Röpenid. Schulz, Bahnhofstr. 34; Stippekohl, Schönerfinder Str. 5; fein. 5. 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Gen. Franz Künstler fiber: Die politische Lage und die Stellungnahme der Sozialdemokratie". 2. Diskussion. Sämtliche Abgeordnete und Funktionäre find verpflichtet, zu erscheinen. Mitgliedsbuch und Funktionärfarte mitbringen. Treffpunkt für die Borwärtsagitation: Schula, Mittelheimer Str. 12. Morgen, Montag, den 13. November: 20. Uebermorgen, Dienstag, den 14. November: Iung im Gaal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Tagesordnung: Wohin steuert unsere Wirtschaft?" Ref. Gen. Rarl Little. Seuwahl der Abteilungsleitung. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 14. november: bt. 7½ Uhr bei Wende, Kolonieftr. 147. Thema:„ Die Stellung der Frau im Orient". Ref. Erna Büsing. 6. Kreis. Heute abend 8 Uhr im Kreisjugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof, 3 Treppen, Gerhart- Hauptmann- Feier. Programm: Festvortrag Gen. Dr. Weg7 Uhr. Es wird um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. scheider; Rezitationen; Musit. Unkostenbeitrag 3 M. Jugendheim- Deffnung Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. 14. Kreis. Neukölln. Am Donnerstag, den 16. November, veran ftaltet die Sozialistische Arbeiterjugend in der Aula_bes Raiser- Fried. rich- Realgymnasiums, Raiser- Friedrich- Straße, einen Werbeabend. Bor. trag: 8wed und Ziele der Sozialistischen Arbeiterjugend". Ref. Gen. Mag Westphal. Ale Genofsinnen und Genoffen sind herzlichst eingeladen. Morgen, Montag, den 13. November: Baumschulenweg. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim. Wahl des Gesamtvorstandes. Friebenau. Jugendheim Öffenbacher Str. 5a, Distuffionsabend: Unsere Agitation". Stralanez Biertel. Jugendheim Ge meindeschule Naglerstr. 3, Vortrag: ,, Arbeiterwohlfahrt". Die Borfigenden ber früheren Sozialistischen Proletarierjugend haben bis zum 18. November die Mitgliederlisten und die Mitgliedsbücher zwecks Abſtem. pelung im Gekretariat, Lindenstr. 3, abzuliefern. Materialausgabe findet Montags von 7 Uhr ab ftatt. Die völlige Abrechnung hat nunmehr schnellstens zu erfolgen. Bentrale Berlin- Brandenburg. Briefkasten der Redaktion. $. G. 41. Wenden Sie sich an die Niederbarnimer Siedlungsgeletart Friedrich- Karl- Ufer 5. R. R. G. 21. Wenden Sie sich an den Borselten des Freien Ruderbundes, Baul Stilgelmeier, Stralau, Friedrich- Junge- e M 7. M. M., Neukölln. Wir sind nicht in der Lage, Ihre Fragen zu beant rien. S. B. 88. 1 Zurzeit 3. Klaffe 102% Dollar und 8 Dollar Steuer. 2. In Detroit. 2 E. Verein der Freidenker für Feuerbestattung, Berlin NO., Frieden straße 60. B. R. 11. Die Frage ist gefehlich nicht geregelt. Ein Lohnanspruch besteht nicht. B. B. 3. 1. Nach unserer Auffaffung ja. Man tann aber auch entgegengefekter Meinung sein. 2. Eine Kürzung ist nicht statthaft wohl aber können Sie den Klageweg gegen den Hauswirt befchreiten. A. 9. 25. 1. Maßgebend ist die vom Mieteinigungsamt festgesette Miete. 2. Die Ausführung des Kommentars beruht auf einer Bekanntmachung des Hauptmieteinigungsamtes der Stadt Berlin. 3. Rufen Sie nochmals die Entschei erschienen. 5. Vereinbarungen zwischen Bermieter und Mieter sind nach wie dung des Mieteinigungsamtes an. 4. Ein solcher Kommentar ist noch nicht vor zulässig. Alle Weltraucht LANDE ZIGARETTEN IDD Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise 3m Mozartja a I Uraufführung des Films„ Madame Tallien". Stalienisches Fabritat. Sturz Robespierres. Revolutionäre Folie. Steine 29. Abt. 7 Uhr im Physikzimmer der Schule Senefelderstr. 6, wichtige Sizung Woche ohne franzöfifchen Revolutionsfilm. Das ist jest große Mode in den weftlichen Premieren- Stintöppen. Benn diefe Madame Tallien 80. Abt. Schoneberg. 7% hr gemeinſame Mitgliederversammlung im Selm- MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 jenseits des Brenners geblieben wäre, wir hätten nichts versäumt. Qubitsch fernt fich in Alt- Paris besser aus. Und Massen dirigiert er doch auch ganz gewaltig anders. Lyda Borelli mit dem fonditorüßen Schmollmäulchen madt in weltgefchichtlicher Episode. Bu faden Bildern geronnene Schlag fahne. Rings um sie leeres, armfelig theatralisches Geruder. Bozu werden folche, sicherlich schon altersgraue Belanglosigkeiten importiert? p- s. 82. 86. holz- Gymnasium, Rubensstraße. Thema:„ Schule und Sozialdemokratie". Ref. Gen. Dr. Lohmann. Abt. Steglig. Die für Montag anberaumte Sihung der Wahlkommission bt. Mariendorf. 7 Uhr Sigung der kommunalen Rommission im Ratfindet nicht statt. haus, Zimmer 26. teilzunehmen. Der Fraktionsvorstand wird gebeten, an der Sigung Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland m Gertraudtenstraße 20-21. 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Die Kommissionsmitglieder treffen fich um 5 Uhr, die Vertrauensleute um 6 Uhr im selben Lokal. Achtung! Bananschläger. tung! Dienstag, den 14. November, abends 7 he, im Dresdener Gesellschaftshaus, Dresdener Straße 116: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Die legte Lohnbewegung und was fie uns lehrt. 2 Stellungnahme zur zweiten November hälfte. 3 Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, 15. November, abds.6 Uhr, im Berbandshans( Arbeitslofenfaal), Linienftr. 83-85: Eingetr. Firma Fahrgeld wird vergütet. ges. gesch. Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold- u. Silber- Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen, Bestecken die renommierte Firma Juwelier M.Wiese Artilleriestraße 30 5 Min. vom Bhf. Friedrichstraße u. Passauer Str. 12 ( Ecke Augsburger Straße) 5 Minuten v. Wittenbergpl.- Zoo Tel. Norden 1:30. Brillanten Berlen, Edelmetall- Bruch tauft Sendelstraße 32 Bertrauensmänner- Konferenz A. 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Wahl von 3 Delegierten zur Prüfung der Jahresrechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr 1922. 2.Gagungs änderungen 3. Raffenangelegenheiten Der Vorstand. D. Geifel, Borsigender. Juwelen Perlen Margraf& Co. Berlin, Kanonierstrasse 9 Unter den Linden 21. Besondere Ankaufs- Abteilung. E. Genau auf Firma achten! geöffn. 8-1 und 2-5 Uhr Eigene Schmelze Otto Reichel Berlin 43 Eisenbahn- Straße 4. Praktische Weihnachtsgeschenla Man verlange die Bedingungen! Fertige Betten Oberbetten . Unterbetten. Kissen Daunendecken Steppdecken in Satin und Seide . einfarbig und bunt Metall- und Holzbettstellen Messingbettstellen Kinderwagen Kinderbettstellen Bettwäsche Oberbetthezüge' Kissenbezüge, Laken, Ueberlaken in einfacher und Luxusausführung Schlafdecken · Handtücher Chaiselongues •> Komplette Schlafzimmer Fabrik Bettfedern LUS Cundsieris Prinzenstraße SK SIG Man verlange die Bedingungen! ETE Teilzahlung Unsere Waren sind preiswert! 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Carola Toelle Auskunft erteilen die Theaterkassen in unseren Häusern Das stärkere Band mit Carola Toelle Die verlorene Tochter mit Erika Glässner und Eugen Burg Zur Aufrechterhaltung eines ordnungsmäßigen Betriebes und im Interesse der seit langem stark überlasteten Angestelltenschaft sehen die unterzeichneten Berliner Banken und Bankiers sich bis auf weiteres zu folgenden Einschränkungen ihres Effekten- und Börsengeschäfts gezwungen. 1. Wir sind genötigt, von Freitag, den 17. November 1923, ab in Aktienwerten nur solche Kaufaufträge für die amtliche Notierung oder den sogenannten freien Verkehr Der der Berliner Börse entgegenzunehmen, welche auf nominal 6000 M und darüber lauten. Ther aas gleiche gilt für auswärtige Börsenplätze hinsichtlich derjenigen Aktienwerte, welche uch an der Berliner Börse notiert oder im freien Verkehr gehandelt werden. Bei Aktien, welche usancegemäß in Stückzahl gehandelt werden, tritt an die Stelle des Nominalbetrages von 6000 M. die Stückzahl, wolche als Mindestbetrag zum Handel mit variabler Notierung zugelassen ist. Von dieser Einschränkung bleiben Vorzugsaktien, amtlich notierte Versicherungsaktien. Kolonialpapiere, Valutenpapiere und Aktien, deren letztbekannte Notiz auf 10 000% und darüber lautete, ausgenommen, wobei wir eine Verbindlichkeit für Innehaltung dieser Kursgrenze ablehnen. 2. Verkaufaufträge in Aktienwerten werden wir auch unter nominal 6000 M. ausführen, sofern die Aufträge bestens erteilt sind. Limite bei Verkaufaufträgen werden wir nur bei Nominalbeträgen von 6000 M. und darüber oder bei denjenigen Aktien werten zulassen, in welchen wir Kaufaufträge ohne Beschränkung des Nominalbetrages noch annehmen. Vorgemerkte Limite bleiben für den laufenden Monat bestehen, deren Abänderung bei Verkaufaufträgen unter 6000 M. lassen wir aber nur als Umwandlung in Bestens- Order zu. 8., Circa"-Limite können wir künftig als solche nicht beachten, sondern werden das Wort„ Circa" als dem Limit nicht beigesetzt behandeln. 4. Wir müssen darauf dringen, daß alle Aufträge in der sich aus den vorstehenden Grundsätzen ergebenden Sonderung uns in verschiedenen Schriftstücken( Briefen, Telegrammen) erteilt werden, insbesondere müssen Aufträge für variable Notierung von denen zu Einheitskursen gesondert sein. 5. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß angesichts der Ueberlastung der Börse und der unzulänglichen Börseneinrichtungen die Bearbeitung von Börsenaufträgen nur dann in Aussicht gestellt werden kann, wenn die Aufträge am Vorabend des Börsentages bis spätestens 4 Uhr( Sonnabends 1 Uhr) im Besitz der beauftragten Bank oder Bankiers sind, daß aber auch dann keine Gewähr für die Erledigung übernommen werden kann. Dies gilt auch für Gebote in unnotierten Werten. 6. Wir müssen ferner darauf bestehen, daß bei allen Verkaufaufträgen die verkauften Stücke entweder bei uns im Depot ruhen oder uns binnen drei Werktagen geliefert werden. Berlin, den 10. November 1922. Berliner Handels- Gesellschaft Commerz- und Privat- Bank A.-G. Darmstädter und Nationalbank K.a.A. Delbrück Schickler& Co. S. Bleichröder Deutsche Bank Hardy& Co. G. m. b. H. Direction der Disconto- Gesellschaft J. Dreyfus& Co. Zahngebiffe sowie Gold-, Silber-, Platin- Bruch zerbroch. 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Schriftliche Berichte über die Prüfung der Brunnen und Wasserstöcke durch die Feuerwehr sind noch im Of tober 1922 auf alten Formularen ausgefertigt worden, die den Aufs Im Spiel liegt etwas absolut 3weckloses. Dennoch haben alle| Es besteht aus einem sauber gearbeiteten Spielbrett mit 2 × 6 sich brud Königliches Polizeipräsidium, Abteilung gescheiten Leute gespielt, Goethe z. B. mit Vorliebe Domino, und gegenüberliegenden, eingearbeiteten Bohnenschalen und je einer Ge- Feuerwehr zeigten, ohne daß das Wort„ Königliches" durch der Philosoph Leibniz das Nonnenspiel. Wer den alten Spieler, minnmulde zur rechten Hand der beiden Bohnenspieler. Zu dem Streichung beseitigt war. Den oberen und unteren Beamten der die zugleich Kulturspiele sind, huldigt, befindet sich also in wahrhaft Spielbrett gehören 2mal 36 Bohnen, die von jedem der Spieler zu Feuerwehr, die ihre„ fönigliche" Vergangenheit noch nicht vergessen anständiger Gesellschaft. Das Geheimnis des Spieles ist das Zweck Anfang des Spiels zu fechsen in jede seiner sechs Bohnenschalen können, wird hoffentlich der Magistrat die nötige Belehrung zuteil lose, da es die Erlösung vom Zweckhaften bringt. In Deutschland schiat den Inhalt ihrer Schalen zu räumen, daß beim Auszählen werden lassen. abgezählt werden. Die Aufgabe der Spieler besteht darin, so ge= werden heute verhältnismäßig wenig Brettspiele gespielt, aber der Bohnen rechtsherum über die eigenen und die Schalen des Mit wahrhaft„ königlicher" Wurschtigkeit setzt auch bei der ehegerade uns, die wir allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz Gegners hinweg möglichst viele weier oder Vierer oder Sechser mals föniglich" preußischen Eisenbahnverwaltung mandre noch immer an der Fleißkrankheit" leiden, tut ein wohlgeordneter in eigenen oder gegnerischen Schalen ohne Unterbrechung zu liegen Beamte fich darüber hinweg, daß wir seit vier Jahren eine Republik Müßiggang not. Und in diesem Sinne fann man von einem hohen kommen und dann als Gewinn vor dem Betreffenden in seine Ge- haben. Daß in Berlin auf dem Hauptbahnhof der Stettiner Bahn Lebenswert des Spieles reden, weil es der Erholung und Be- winnmulde eingeheimst werden. Das Spiel ist leicht zu erlernen der Bahnhofspförtner noch ein mit einer großen Königstrone freiung von trüben Stimmungen dient. Das kommt indirekt dem Be- und bietet viele Reize. Mögen es nun Negerjungens in Afrika, geschmücktes" Brustschild trägt, haben wir fürzlich gemeldet. Wir rufsleben wieder zugute. Aus solchen und ähnlichen Erwägungen bleichgesichtige ABC- Schüßen oder ernste Berufsmenschen aller Län- erfahren jetzt, daß auch der Pförtner des Vorortbahnhofes heraus wurde der Direktor der Züllchower Anstalten bei Stettin, Fritz der spielen, ein jeder muß aufpassen, wenn er einen gewiegten erfahren jetzt, daß auch der Pförtner des Borortbahnhofes Jahn, ein bewußter und cifriger Förderer und Erwecker des Partner hat. Spiels. Plan und Wunsch sind bei ihm die Errichtung eines SpielKugel- Würfel. museums, der seine 30jährige Sammlertätigkeit zugute femmen soll. Nonnen- oder Grillenspiel. Alle lebenswerten Spiele haben eine lange Geschichte hinter fich, sie sind nicht als Gemeingut eines Boltes, sondern der Menschheit anzusprechen. So ist das Nonnen- oder Grillenspiel eines der älteften Geduldspiele, das früher oft in Klöstern gespielt wurde. Es heißt ferner Einsiedler, Solitär- oder Melancholiespiel. Das Spiel, einftmals in Deutschland allgemein verbreitet, lebt jetzt wieder auf. Heute, wo man auf Ausstattung nicht mehr viel Wert legen fann, nimmt man einfache Holz- oder Pappteller mit Glaskugeln. Die Spielregel ist sehr einfach. Zuerst werden 33 Löcher, die sich im Spielfelde befinden, mit Kugeln besetzt. Eine Kugel mit auffälliger Farbe fommt in das mittelste Loch. Nun ist die Aufgabe, wenn diese mittelfte Rugel herausgenommen wird, alle anderen Kugeln wie die Steine auf dem Dominobrett in gerade, nicht schräger Richtung jo wegzuschlagen, daß zuletzt nur eine einzige Kugel übrigbleibt. Diese muß wiederum das mittelste Loch besehen. Das erscheint so leicht und ist doch so schwer, daß es wahre Geduld erfordert. Festsiken tommt nämlich recht oft vor. Der Spielliebhaber fommt durch die lebung zu einem systematischen Aufbau, lernt einzelne Figuren abspielen und findet selbst verschiedene Lösungen. Ein Albrecht- DürerSpiel besteht aus 16 Steinen mit den Zahlen von 1-16. Man muß nun die 16 Steine in eine solche Stellung bringen, daß die Nummern zufammengezählt nach jeder Richtung von oben nach unten, von rechts nach links und schräg von einer Ede zur anderen die Summe 34 ergeben. Ein solches Quadrat nennt man ein magisches Quadrat. Und solche Quadrate haben ihre Geschichte, kommen sie doch sogar auf Amuletten vor. Die Ringe des Brahminen. Das ist ein Geduldspiel von ganz eigentümlichem Reiz. Das Spiel besteht aus drei quadratförmigen Holzplatten als Unterlagen, die in der Mitte je ein Loch haben, in welches ein fleiner runder Helpflod pyramidenartig gefügt wird. Die drei Holzständer oder Pyramiden werden nebeneinandergestellt, und nun werden auf die crite Pyramide acht in der Mitte durchlöcherte Pappscheiben oder " Ringe, einer immer etwas fleiner als der andere, gelegt. Die Aufgabe des Spiels besteht darin, die acht Ringe von der ersten Byramide über die zweite Pyramide auf die dritte Byramide zu bringen. Deran ist die Bedingung gefnüpft, daß man immer nur einen Ring umsetzen und bei allen Umsetzungen auch stets nur einen fleineren Ring auf einen größeren, niemals umgekehrt setzen darf. Natürlich soll das Ziel durch möglichst wenige Operationen erreicht, unnötige Umsetzungen also vermieden werden. Es muß dabei die mittlere Byramide zu Hilfe genommen werden. Dieses Spiel wird auch Lukas- Turm genannt, da es, wenn es auch in Umgestaltungen zu uns gefommen ist, oder von uns um geformt wurde, auf die Erfindung des französischen Mathematiters Lufas zurückzuführen ist. Doch gilt es auch als uraltes indifches Spiel. Das Bohnenspiel. Dieses Spiel, einst in Deutschland allgemein befannt, gehört auch zu den Spielzeugen der asiatischen und afrikanischen Böller. 13] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minute von Bidi Baum. " Ich weiß es nicht. Nicht eine Nachricht von den Freun den in der ganzen Nacht. Einmal schrie die Stadt das ist alles. Michael, der diese Woche Ordonnanzdienst hatte, brachte feine Nachricht. Nein," sagte Cornel, Michael fann keine Nachricht bringen schon seit drei Tagen-" Was ist mit Michael?" „ Er hat Unglück gehabt. Beide Augen zerstört. Mein lieber Kamerad" fagte sie und deckte ein Lächeln über das trodene Auseinanderbrechen ihrer Stimme. „ Genug!" schrie plötzlich Anfelmus auf.„ Genug! Genug! Genug! Das Blut bis an die Zäume der Pferde das ist es. Genug! Komm hinauf, Cornel. Es wird ein Ende gemacht. Kein Schuß mehr. Keine Wunde mehr. Uebergenug ist geschehen. Ich bin bereit" fagte er finster; es war ein unver ständliches Wort, jezt bin ich bereit. Morgen hole ich dich wieder, Linde ich verspreche es. Du wirst abgeholt von mir " " www " der Stettiner Bahn diesen Schmuck" noch nicht abgelegt hat. Unser Gewährsmann fragt, ob es feine Stelle gibt, die diesem provokatorisch wirkenden Unfug ein Ende bereiten Das ist der Name eines ganz besonderen Würfels, der früher tönnte. Man folle empfiehlt er diejenigen Beamten, die sich sehr beliebt war. Ein fugelförmiger Würfel mit 18 quadratischen von der Krone nicht trennen fönnen, mit Entziehung eines Monats. 21bplattungen trägt die Nummern von 1 bis 12 und die sechs Buch- gehalts und im Wiederholungsfall mit Entlassung bestrafen. Ein stabenaufschriften: N. G.= Nimm Ganz, N. H. Nimm Halb, anderer Leser berichtet uns, daß er bei einer Reise auf der Strecke N. D.= Nimm Deins, L. S. Laß Stehn, S. 3. Set zu, T.. Tritt Ab. Mit diesem alten deutschen Würfel ließen sich Köln- Berlin die Bahnhofspföriner in Köln, Ohligs, El. zwei Spiele spielen: entweder benutzte man die 12 Nummern und berfeld, Barmen, Seesen und Magdeburg noch Spielte diese aus, oder man ließ die Buchstaben gelten. mit der Krone umherstolzieren sah. Was sagt dazu der Reichseisenbahnminister? * Man muß sie zu heben wissen. Wer sich abradert von früh bis Wirkliche Schätze liegen in den schlichten Spielen verborgen. spät, wer redlich schafft, hat ein Anrecht auf Erholung, Ablenkung und Zerstreuung. Jeder Mensch verspürt den Wunsch in sich, zumeilen den Berufsmenschen abzulegen. Da nun aber gerade heut zutage jede Erholung, mag es sich um einen Theater- oder Konzertbesuch handeln, recht teuer zu stehen fommt und für manchen leider unerschwinglich ist, so wird ein Brettspiel und wahrlich nicht nur als Lückenbüßer über vieles hinweghelfen. Wer geschicht genug ist und wer ein kleines mathematisches Talent sein eigen nennt, dem dürfte die Selbstanfertigung eines der oben genannten Spiele nicht allzu schwer fallen. Königliche" Wurschtigkeit. Neue Stadtbahn- Fahrkarten. Monatsfarten müssen am 20. d. M. durchlocht werden. etica 300 millionen Fahrkarten gebraucht, die in einer Im Berliner Stadt, Ring- und Borortverkehr werden jährlich eigenen Fahrkartendruckerei der Reichsbahndirektion Berlin herges stellt werden; bisher waren sämtliche Fahrkarten mit einem Preis= aufdruc versehen, so daß bei Tariferhöhungen entweder umfang reiche Neudrucke vorgenommen oder alte Preisangaben überstempelt werden mußten. Die Kosten dieser Alenderungen sollen nun erspart werden: vom 1. Dezember ab follen, wie die Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung mitteilt, sämtliche Fahrkarten des Stadt, Ring- und Vorortverkehrs anstatt des Preises nur noch die Preisstufe tragen, wie sie sich aus dem seit dem 1. Juli d. I. gültigen Bonentarif ergibt. Neue Fahrkarten werden bereits mit der Preisstufe bedruckt, die noch vorhandenen Fahrkarten sollen mit der Preisstufe überstempelt werden. Rarten mit Breisaufdruck gelten noch bis zum 31. Dezember d. J. Eine weitere Neucruno. die die 1, Joll Monats- und Wochenfarten des Berliner Verkehrs ebenfalls noch in diesem Monat durchgeführt werden; die Sorderfeiten dieser Karten sollen nur noch die Angabe der Gültigkeitsdauer, der Strecke und die Unterschrift des Inhabers tragen; nur die Monatsfarten behalten den bisher üblichen Aufdruck. Ferner sollen die Monatstarten gelo cht werden, und zwar an jedem 20. des Monats. Bom 1. bis zum 19. gelten also fünftig die Monatskarten nur ohne Lochzeichen, vom 20. bis zum Ende des Monats nur mit Lochzeichen. Die auf einen Blechrahmen aufgeösten Mo natstarten der Wannseebahn bleiben ungelocht. Auf den Berliner Bahnhöfen erscheinen vom 18. bis zum 25. jeden Monats Bekannt machungen folgenden Wortlauts: Monatsfarten werden am 20. geLocht und find zu diesem Zweck dem Bahnsteigschaffner ohne Um hüllung zu übergeben." Haben diejenigen Behörden, die von Zeit zu Zeit immer mal wieder in amtlichen Schriftstücken usw. noch als„ föniglich" bezeichnet werden, sich schon mal recht flar gemacht, wie dieser Skandal auf die breite Masse der Bes völkerung wirken muß? Sehr eigenartig berührt es, daß selbst in einem vom Polizeipräsidium Berlin im Oktober 1922 verfügten Strafbefehl gegen einen Mann, der mit einem Hand wagen den Bürgersteig befahren hatte, das Wort„ königlich" noch nicht gänzlich beseitigt ist. In dem anscheinend schon vor längerer Zeit auf Borrat fertiggemachten Formular findet sich zweimal der Ausdrud Kgl. Polizeiamt Wedding", einmal in einem Blauftempel, in dem aber das Kgl." mit schwarzer Tinte durch strichen ist, und zweitens in einem Handschriftlich mit roter Tinte in den gedruckten Tert eingefügten Zusatz, der das„ Kgl." noch un forrigiert in ganzer Schönheit zeigt. Außerdem steht auf der Außenseite des Schriftstückes ein gedruckter Bermert über die Millionendiebstähle bei zwei Schriftstellern. Bortoablösung, der das Schreiben als vom„ Kgl. Pr. Polizeipräsidenten" kommend anpreist, ohne daß das„ Kgl." durch Streichung schäftigen die Kriminalpolizei. Schon por einiger Zeit wurden, wie Geheimnisvolle Diebstähle in dem Hause Tiergartenstr. 1 be= ausgetilgt ist. Der wegen des Handwagenfrevels zu 100 Mart wir mitteilten, einem damals in dem Hause wohnhaften Mitglied Bolizeiftrafe verdonnerte Uebeltäter fragt sich, ob die wie eine der amerikanischen Botschaft aus seiner verschlossenen Wohnung Berhöhnung der Republit wirkende Bezeichnung der während einer porübergehenden Abwesenheit, ohne irgendwelche Polizei als einer föniglichen" nicht härtere Strafe verdient, als Spuren eines gewaltsamen Eindringens, Juwelen von hohem Berte das Befahren des Bürgersteiges mit zinem Handwagen. Welche gestohlen. Jeßt find wiederum den in demselben Hause wohnhaften Schriftstellern Dr. Arthur Landsberger und Hans Heinz Achtung soll ein einfacher Mann vor einer ihn ftrafenden Behörde Emers Silbersachen, Belze, Kleidungsstüde, haben, die ihm noch im vierten Jahr der Republik fagt, daß fie Teppiche usw. entwendet worden. Die Diebe find offenbar mittels föniglich" sei? Nachschlüssel in den frühen Morgenstunden in die von mehreren seine Lippen und die Lippen bebten wie bei einem traurigen ,, Cornel" flüsterte Anselmus, fich loslösend. Ich muß Kind. Dies war Anfelmus geworden. Ihr Herz weinte. Leb gehen. Glaube Cornel nicht, Linde. Rühre den Hebel nicht wohl fagte sie lautlos. Dann gingen seine Schritte von an. Wenn du an die Welt ohne Sünde glaubst, dann rühre ihr fort... den Hebel nicht an. Ich habe an den Hebel gerührt, der mich Cornel wartete mit dem kleinen Licht in der Hand. Ich mit der ganzen Welt in die Luft sprengt, und ich muß es fomme", jagte Anselmus hinter ihr. Doch an der ersten Bie- immer wieder tun, von einer Qual zur andern, immer wieder gung, dort wo der Weg in eine Kanalröhre mündete, blieb er die Hebel niederdrücken. Du nicht, meine liebe Frau." stehen. Warte," fagte er, ich muß zurüd. Ich habe das Still," fagte Linde,„ horch." Wichtigste vergessen." Cornels Gesicht hing dicht vor ihm in der Schwärze, und es hatte einen neuen, bohrenden, horchen- und den Ausdruck angenommen. Horch, hörst du es?" fragte sie nur mit den Lippen. Aber Anselmus hörte nichts als sein eigenes Herz, das schlug. Herr, dachte er dumpf, es sprang ein Band von meinem Herzen. 17 Linde erkannte im Dunkeln seinen Schritt, der wiederfehrte." Barole" sagte fie trotzdem, wie es befohlen war. Seine Arme umfingen ihre Schultern." Nein," sagte er mit einem seltsam schluchzenden Ton.„ Du hast die Hand nicht am Hebel. Du nicht. Es ist gut, Linde, höre mich an. Ich komme wieder mit den Freunden und hole dich. Wir bauen die Welt ohne Sünde; du mußt es mir glauben; jetzt, wo ich zum letzten Kampf gehe. Romme ich nicht, dann gilt tein Befehl, Linde. Nimm nicht den verfluchten Hebel in die Hand. Gehe hinauf, Cornel schüttelte ein wenig ihr Röpfchen. Wir wollen gehe hin, wo Kinder sind und Wipfel, und wo der Halm wächst das Prophezeien Egidius überlassen sagte sie mit ihrer und Gott lobt." Er schwieg einen Augenblick und dann sagte tiefen und immer ein wenig spottenden Stimme." Komm, er noch:„ Ich habe die Hände in dein Haar gelegt, und du Väterchen. Leb wohl, Linde." hast ein schönes Lied gesungen-weißt du es noch? Es ist Mit einemmal veränderte sich ihr fleines hartes und ge- lange her" schnigtes Gesicht sehr; sie legte ihre Hände über Lindes Augen Gestern. Herr-" mit einer Bewegung von feltsamer Zärtlichkeit.„ Leb wohl,„ Gestern, ja. Ich bin durch zehn Höllen gegangen seit daLinde," sagte sie noch einmal, fast unhörbar. Und schon be- mals, aber ich habe es nicht vergessen. Ich habe die Hände in gann das blaue Licht in ihrer Hand davonzuwandern. dein Haar gelegt und bu haft das Lied gesungen. Ich wußte es vorher nicht, was du mir bist, Linde. Ich bin zurüdgefommen; ich habe dir das Wichtigste nicht gesagt-" Weißt du es jetzt?" fragte er nach einem Atemzug. " Ja, Anselmus." Weit entfernt geschah etwas. Die Luft trug Regung her dumpfen Klang. " Licht machen?" flüsterte Linde. „ Nein." Es geschah etwas. Es geschah ein Kommen, ein Nähern, irgendwo; es atmete unterirdisch, es zog etwas heran. Fieber schlug einen Wirbel tosend gegen Anfelmus Schläfen. Er stand da, horchend, witternd, den Kopf vorgeftredt wie ein angegriffenes Tier. Linde hielt seine Schultern in ihren Händen. Schwärze. Schwärze. Stille. Nichts. " Parole", flang in der Weite die tiefe, ruhige Mädchenstimme. ,, Die Welt ohne Sünde!" fam ganz ferne Antwort. Schwärze. Warten. Nicht atmen. ,, Es sind die Freunde," flüsterte Linde und hielt Anselmus Schultern in ihren Händen fest. Ein fleiner Wehlaut flatterte hin. Ein Lachen flang. Biele Schritte. Anfelmus legte die Hand auf den Hebel und starrte in die Schwärze. 1. Die Hüllen. Anselmus stand, die Hand am Hebel, und mitterte dem finsteren Gang entgegen; sein Herz rollte schwere Schläge, erfüllt bis zur Erplosion hing die nächste Minute über ihm! Er starrte in die Schwärze, wartend, ob sie im Freund oder Feind, Leben oder Tod entgegenwürfe. Er hörte noch Lindes " Leb wohl, Linde", sagte auch Anselmus. Er stand noch einen Augenblic und wartete. Linde hob ihren Blick und ihre Hände zu ihm auf, und in der fintenden Dunkelheit sah sie ihn unendlich deutlich und so, als stände er in ihr, nicht außen. Sie sah sein Bild, wie sie es feit Jahren mit sich herumtrug: In der tiefen Finsternis, unter der Erde, umgeben vom einen jungen Anselmus, einen brennenden, eine Flamme von Hauch des Sterbens und der Zersetzung, tamen die Menschen- Atem und hörte ihn nicht mehr. Er spürte den Todeshebel Glauben, Kraft und Willen. Ihre Hände hoben sich zu seiner lippen zueinander. Es waren Lippen ohne Blut; die Kontur in seiner Hand und vergaß ihn schon. Unsäglich ballte sich die Stirne, da fühlte sie, wie müde er war. Seine Haare hingen der Zähne preßte hart durch das Fleisch; sie waren ausgetrod- Spannung der Minute zum Erleben. Alles Gedachte, Ge hart von Schweiß über das Haupt, das von Gedanken aus- net von Hunger und jeder Verzweiflung. Anselmus Lippen träumte, Bergessene stand auf. Sein Wert stand auf wider gebeult, von Jammer zerfaltet war. Seine Augenbrauen glühten und zitterten schwach vom Fieber; Lindes Lippen ihn. Sein Leben stand auf wider ihn. Dies aber waren waren schweißgenäßt, die Lider zuckten und schlugen mit den bebten fühl, in einem Vergehen, das süß und bitter war wie die Bilder, die Anfelmus in der letzten Minute zwischen Leben und Sterben sah; dies war die Eriftenz, die er im versengten Wimpern an ihre gehöhlte Hand. Die Wangen, der Tod. die Muskeln an feinen Kiefern wuchsen ihr in der Finsternis Es wachte irgendwo ein Geräusch auf; ein unmeßbarer letzten Augenblick durchrafte, während er mit der Hand am ( Forts. folgt.) zu bergigen Landschaften auseinander. Ihre Hände empfingen und unverständlicher Laut drang in die schwarze Stummheit. Hebel stand und in die Schwärze starrte. IP Mietsparteien bewohnte Wohnung eingedrungen, ohne daß man auf Ein Epileptiker am Autosteuer. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 3 Uhr im Neuen Theater am 800, Jebensstr. 2, Gyges und sein fie aufmerksam geworden wäre. Es handelt sich um eine speziell im Tiergartenviertel arbeitende Diebesbande, die die Annonce", d. h. Durch seine wahnsinnige Autoraferei war der Automobilhändler Ring" von Hebbel. Einige Starten zum Preise von 60 M. pro Stüd find Für sämtliche Theaterdie Mitteilung der Diebstahlsgelegenheit, immer aus den betreffenden Bruno Plaga seit langem der Schrecken des Westens. Er faufte noch am Eingang des Theaters zu haben. Häusern erhalten. Auf die Herbeischaffung der gestohlenen Werte, durch die Straßen ohne jede Rücksicht auf den Verkehr, und es war borstellungen im Monat November wird ein Zuschlag von 10 M. pro Staric erhoben. Im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof die auf über 8 Millionen Mark geschätzt werden, ist eine ein Wunder, daß nicht schon längst durch ihn ein schwerer Unglücks- 2 Sr., Bimmer 8, und bei den Bildungsauschußmitgliedern der Abteilungen Gesamtbelohnung von 850 000 m., außerdem auf die Ermittlung fall herbeigeführt worden war. Schließlich passierte doch das lange find noch Starten für folgende Veranstaltungen zu haben: Zentralder Täter im Falle Landsberg eine weitere von 150 000 m. aus- vorhergesehene Unglück. Als er wieder einmal durch die Straßen Theater:" Die Zeit wird kommen" von Romain Rolland für den 1., 2. Weihnachtliche gesezt. Mitteilungen zur Aufklärung der Diebstähle nimmt Kriminal- raste, überfuhr er eine Frau, die schwere Ber- und 3. Dezember d. J. Preis pro Karte 87 M. kommissar Gennat im Zimmer 105 des Polizeipräsidiums entgegen. legungen davontrug. P. hatte sich wegen fahrlässiger Kör- Mufit am 25. und 26. Dezember in der Alten Garnisonkirche, Neue perverlegung vorgestern vor der 6. Straffammer des Landgerichts I Friedrichstraße. Leitung: Prof. Karl Thiel; namibajte Solisten, die Madrizu verantworten. Zahlreiche Zeugen schilderten sein rücksichtsloses galvereinigung, der Knabenchor des Staatlichen Instituts für Kirchenmusif. Fahren und bezeichneten ihn als eine öffentliche Gefahr. steramiken und Büchern: Ziehung am 1. Dezember d. J. Los pro Stüd Preis für die Einzelfarte 35 M. Verlosung von Kunstwerken, Ingenieur Franz vor Gericht. Der von Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer I als Sachverständige ge- 20 Mart. Ein Riesenskandalprozeß aus Berlin W. ladene Gerichtsarzt Dr. Dyhrenfurth befundete, daß der Angeklagte Hans Fuhrmann spricht am Montag, den 13. November, abends Mit der Frage, ob es sich um eigenartige Verirrungen des an Dämmerzuständen leide und sich bei dem unter Anklage menschlichen Trieblebens oder um eine Reihe von Erpressungs- stehenden Unfall wahrscheinlich in einem derartigen Zustande be- 8hr, im Lessing- Museum, Brüderstr. 13: Ernstes und Heiteres von Heine, manövern handelt, wird sich am Montag das Schwurgericht des funden habe, wie das bei Epileptikern üblich sei. Der Staats- Liliencron, Dehmel, Kyber, Morgenstern, Schwitter( dada). anwalt hob demgegenüber hervor, daß derartige Personen eine Landgerichts III beschäftigen. Es handelt sich um die an sehr mert öffentliche Gefahr bedeuten und daß schon darin eine Fahrlässigkeit würdigen Zwischenfällen reiche Affäre des Ingenieurs Ewald Franz, liege, wenn ein Epileptifer sich überhaupt an das Autosteuer setze. der in seiner luguriös ausgestatteten Wohnung am Kurfürstendamm Der Sachverständige befundete auf Befragen des Verteidigers, daß sich einer Reihe schwerer sittlicher Berfehlungen an jungen Mädchen derartigen Epileptitern das Bewußtsein ihres unter Mitwirkung seiner Ehefrau angeblich hat zu schulden kommen Pranthaften Zustandes fehle; sie sich im Gegenteil für laffen. Diese Vorgänge haben eine Antlage wegen Verbrechens sehr intelligent hielten. Das Gericht mußte dementsprechend gemäß gegen den§ 177( Notzucht unter Anwendung von Betäubungs- bem Antrage der Berteidigung auf Freisprechung erkennen. Mit anderen Worten: Der Fußgänger ist vollkommen schuhlos. mitteln) zur Folge gehabt. Das aber ist ein Zustand, der unerträglich ist. Wenn der Staat und seine Organe hier nicht helfend und schützend eingreifen können, besteht die Gefahr, daß die bedrohten Fußgänger eines Tages zur Selbsthilfe schreiten. Wie noch bekannt sein dürfte, rührte diese Angelegenheit schon einmal viel Staub auf, als plößlich die gesamten Straf: aften aus den Räumen der Staatsanwaltschaft I Spurlos verschwanden und einige Tage später von dem Angetlagten selbst dem Staatsanwalt wieder zugestellt wurden. Bald Einen Damenpelzmantel im Werte von vielen Millionen Mark barauf machte eine gelungene Flucht des Franz viel von sich erbeutete ein Hoteldieb in einem der ersten Hotels am Botsdamer reden. Franz stellte sich dann wieder freiwillig der Behörde mit Platz. Er stattete dort einer vorübergehend abwesenden Franzöfin dem Bemerken, daß er nur geflohen sei, um seine Verteidigungs- einen Besuch ab und ließ bei dieser Gelegenheit mehrere Kleidungsschrift in aller Ruhe ausarbeiten zu können. Inzwischen hat er ftüde, darunter einen schwarzen Damenpelzmantel, mitgehen. aus dem Untersuchungsgefängnis heraus gegen den Staatsanwalt Gröschner eine Strafanzeige wegen angeb= Seinen 70. Geburtstag begeht heute der Rendant der Ortskranten licher Beeinflussung von Zeugen gerichtet. Neben dieser Straffache faffe für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter Julius Schwebt ein Zivilprozeß des Geh. Regierungsrats R., an dessen Schulz. Tochter sich Franz ebenfalls vergangen haben Für das Berliner Philharmonische Orchester, dessen Weiterbestand foll. Der Vater fordert die Summe von 500 000 m. und Er- gefährdet ist, will der Magistrat die bisher von der Stadt stattung fämtlicher entstandenen und eventuell noch entstehenden gewährte Beihilfe erhöhen. Gezahlt wurden in den Kurtosten für seine Tochter. Von den Rechtsanwälten Justizrat Jahren 1912 bis 1919 je 60 000 m., in 1920 und 1921 je 125 000 m., Bronter und Bahn ist die Herbeiziehung dieser Aften beantragt in 1922 300 000 M. Das Orchester hat um weitere 700 000 m. geworden. Ferner sind von Rechtsanwalt Bahn in letzter Minute beten, mit denen es bis zum nächsten Frühjahr durchzukommen hofft. Grmittelungen oranlaßt worden über das Borleben der Der Magistrat hat diesen Betrag bewilligt und ersucht die Stadtvermeiblichen Belastungszeuginnen. Diese Ermittelungen ordneten um Zustimmung. haben über die sittliche Führung der Betreffenden recht eigenartige Dinge ergeben, welche in der Hauptverhandlung Gegenstand längerer Erörterung werden dürften. Zu der Verhandlung sind als Sachverständige Geheimer Medizinalrat Hoffmann, Gerichtsarzt Dr. Ludwig Hirsch, Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschfeld, Chemiker Professor Levin, Sanitätsrat Dr. Leppmann und der Kriminalfommissar Dr. Kopp geladen, ferner über 100 3eugen, so daß mit einer Berhandlungsdauer von girta 2 Wochen zu rechnen ist. Lehrerstreik?! Die Zentralftelle der sozialdemokratischen Elternbeiräte Berlins schreibt uns: Wie wir von der Vereinigung für werftätige Erziehung" er fabren, baben die Leiter der Unterrichtsfurie an den städtischen Schülerwertstätten befchloffen, den Unterricht am 11. November niederzulegen, da der Magistrat trotz mehrfacher Bitten" bisher die Entschädigung für die Lehrkräfte nicht erhöht hat. Es werden für die Stunde ganze 23( in Worten drei undzwanzig) Mart gezahlt, in einer Zeit, in der eine Straßenbahnfahrt schon 30 m. fostet. Es wäre von allen fortfchrittlichen Eltern, die für die„ Arbeitsschule" eintreten, aufs tiefste zu bedauern, wenn die fegensreiche Einrichtung der Schulwerkstätten aus diesem Anlaß gefährdet würde. Wir erwarten vom Magistrat, daß er alles tut, um Berlin diese Anfänge moderner Erziehungseinrichtungen au erhalten und den gewiß gerechtfertigten Ansprüchen der Lehrerschaft entgegenkommt. Schulstreik an der 100. Gemeindeschule. In Nr. 520 brachten wir einen Bericht über eine Elternver: fammlung der 100. Gemeindeschule( Reichenberger Str. 67), die sich mit der Schrippenverteilung des Rettors Raeder beschäftigte. Die Elternverfammlung forderte in einer Resolution, daß der zu Unrecht versetzte Lehrer Splinter bis zum 10. November an die 100. Gemeindeschule zurückkehren solle, widrigenfalls die Eltern ihre Kinder dem Schulbesuch ab 11. November fernhalten werden. Da der Lehrer Splinter bis Freitag nicht zurückversetzt worden ist, hat am Sonnabend der Schulstreit eingefegt. Etma 60 Pro 3. der Schüler erschienen nicht zum Unterricht. Eine Elternversammlung wird am Montag, 13. November, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Reichenberger Str. 67, weitere Maßnahmen beschließen. Berliner Varietés. Eröffnung im Admiralspalast. Bon peinlichen Dingen spricht man nicht gern. Was sich hier Generalprobe nannte, trug so sehr die Spuren des peinlich Unfertigen in der Gesamtregie, ganz abgesehen von manchen Stil und Geschmacklosigkeiten, daß wir es uns zunächst versagen müssen, darauf einzugehen. Wenn man zur Abwidelung von sechs Varieténummern Publikum und Kritik 3%, Stunden lang, dazu in unerhört überfülltem Raum quält, dann hört eben die Gemütlichkeit auf. Im übrigen ist aus der früheren Eisarena in Braun und Gold ein ganz ansprechender Theaterraum geworden, so daß wenigstens die äußeren Bedingungen für ein weltstädtisches Barieté gegeben find. Die Scala hat in diesem Monat ihr Programm außerordentlich vielfeitig unter vorzüglicher Regie zusammengestellt. Das Beste: Die beiden Rosellos in einer fabelhaften Balancefensation, in der Tat das Wagebalsigste, was seit langem in Berlin gezeigt wurde. Sehr gut sind der in schwindelnder Höbe am Seil arbeitende Gorilla- Affen- Darsteller Jackley Roston und die Trics am fliegenden Trapez von Radley Arley. Ben Abullahs Wüstensöhne man soll ihrem Geburtsort lieber nicht nachforschen bewähren sich wieder als die besten Springer, während die drei Barbes Neben flassischen verwegene Radfahrertrids an der Steilwand zeigen. Tänzen( Massenet und Grieg) des Duos Hermanowa- Darewsti sieht man noch Kapitän Frohns geschickte Seelöwen, eine japanische Bauberfamilie Stamatura und zum Schluß interessante Filmaufnahmen vom Rhön- Segelflug. Bluttat eines französischen Majors. Im Verlauf eines Streites wurde der Billenbefizer Bohn in Wiesbaden von dem bei ihm wohnenden franzöfifchen Major Dupic durch mehrere Revolverschüsse schwer verlegt. Bohn wurde in hoffnungslasem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Der Major wurde von der deutschen Polizei verhaftet. Katastrophales Fernbeben. Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Heidelberg: Heute früh registrierte der Apparat der Sternwarte Königsstuhl ein ungemein heftiges Fernbeben, das an das katastrophale Beben von Messina erinnert. Die Bewegung hielt über drei Stunden an. Der Herd des Bebens ist noch Für die von Einbrechern heimgesuchte Witwe Dummer gingen weiter bei uns ein: von der Handseßerei der Firma Scherl 1045 m. Frau A., Eberswalde 500 M. Pianofortefabrit Merkur 440 m. Brückner, Lampe u. Co. 540 M. 69. Abteilung 1100 M. Zusammen 3625 M. Bereits quittiert 40 381 M. Gesamtfumme 44 006 m.( In unbekannt. der letzten Quittung war irrtümlich ,, Grimm 50 M." zweimal statt einmal aufgeführt und irrtümlich die Gesamtsumme mit 40 251 m. statt mit 40 381 m. angegeben.) Werbewoche des Verbandes Volksgesundheit. Die legten acht Jahre baben unserem Bolle leibliche und feelische Strankheiten in früher nie geahntem Ausmaße gebracht und alle Kräfte müssen daher angestrengt werden, um die Voltsgeißeln Tuberkulose, Rachitis, Geschlechtskrankheiten usw. zu bekämpfen. Vor allem ist auch bier wieder die Arbeiterschaft dazu berufen, tatkräftig mitzuarbeiten am Wiederaufbau der Volksgesundheit. Auch auf diesem Gebiet fann durch Zusammenschluß viel erreicht werden. Der Verband Boltsgesundheit, die Zentralorganisation der organifierten Arbeiterschaft für Gesundbeltspflege, Heilkunde und Lebensreform, veranstaltet deshalb am 14.- 19. November eine Werbewoche in Groß- Berlin, während welcher öffentliche Bolts, Frauen und Jugendversammlungen stattfinden, in denen neben der sozialen Gesundbeitspflege besonders der Kampf gegen die Geschlechtstrantheiten und die Ausbeutung des Volkes durch die Medizin behandelt wird. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft mäßig. Fische ziemlich Vorträge, Vereine und Versammlungen. Ronfum- Genossenschaft Berlin. 70. Verkaufsstelle Charlottenburg. Diens tag 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schellbach. Königin Elisabeth- Str. 6. Legitimation: grüne Warenquittungstarte. Verein der Freidenker für Feuerbestattung, e. B., Bezirk 6. Oeffentliche Bersammlung Mittwoch 6½ Uhr Hohenstaufen- Säle, Rottbuserdamm 76( oberer Saal). Tagesordnung:„ Gibt es einen Gott?" Ref. Roth. Zu dieser Berfammlung find die Pfarrer der umliegenden Kirchengemeinden eingeladen. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 11. November. 1. Rennen. 1. Baron Clemens( Schneider), 2. Ganymed( Lewicki), 3. Glore II( Bar). Toto: 284: 10, Blaz: 41, 21, 15: 10. Ferner liefen: Perbi, Gefion, Glüdstaube, Wiwia, Used nem apad, Marotte, Blender. 2. Nennen. 1. Blindgänger( Borowsky), 2. Tanntönig( Sths), 3. Einbart( Dertel). Toto: 149: 10, Plaz: 25, 16, 16: 10. Ferner schieber, Banje. ausreichend, Geschäft rege. Obst und Gemüse ausreichend, Ge- efen: Centrifugal, Herſenier, Zwirn, Sonnenrose, Reinweiß, Kern, Wolfen3. Rennen. 1. Spero( Leue), Ahasver( Beer), 3. Faktor( Schimma). Toto: 37: 10, Blat: 17, 16: 10. Ferner liefen: Stridente, Eichelkönig. 4. Rennen. 1. Widinger( Lewicki), 2. Mime( Dertel), 3. Serda ( Stys). Toto: 16: 10, Plaz: 11, 13: 10. Ferner liefen: Rosperga, ts. Bunch. 5. Rennen. 1. Haftig( Thalede), 2. Rubin( Bismark), 3. Barbar ( Edler). Toto: 60: 10, Blat: 16, 15, 14: 10. Ferner liefen: Patella, Royal Blue, Sheitani, Savoyard, Karl der Große. 6. Rennen. 1. 8minger( Hr. Staudinger), 2. Algebra( v. Bottlen berg), 3. Willebart( v. Dörnberg). Toto: 67:10, Plat: 26, 17: 10. Gerner liefen: Wind, Stürmer II. In der Woche vom 4. bis 11. November galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 200-250 M., ohne Knochen 250-350 M. Schweinefleisch Kalbfleisch 250-400 M. Hammelfleisch 250-350 M. Ge400-600 M. Hühner 325 bis räucherter Schinken 900 M. und Speck 800-900 M. Schellfisch 55-100 M. 425 M. Gänse 400-850 M. Enten 400-500 M. Kabeljau 110-180 M. Seelachs 150-178 M. Flundern 75-110 M. Schollen 170 M. Rotzungen 130-152 M. In Eis: Aale 550-680 M. Schleie 150-175 M. Hechte 130-190 M. Bleie 100-130 M. Barsche 120-180 M. Plötzen 75-140 M. Lebende Aale 750 M. Zander 230 M. 7. Rennen. 1. Serenata( Dertel), 2. Cigarista( Mesa), 3. Winna Hechte 180-230 M. Schleie 185-250 M. Eier 57 M. das Stück.( Rüder). Toto: 40:10, Blaz: 15, 23, 22: 10. Ferner liefen: Dftflucht, Schweineschmalz 1300 M. 3mporte, Hererei, Marschmarsch, Isis II, Mercedes. Naturbutter 1200 M. Margarine 675-825 M. Graupen 160 M. Nudeln Weizenmehl 160-170 M. Erbsen 170-220 M. 120-240 M Reis 170-240 M. Kartoffelmehl 250 M. Kaffee 1600 bis 1800 M. Kartoffeln 78-80 M. 10 Pfund. Weißkohl 16 M. Wirsingkoh! 18 M. Rosenkohl 95-100 M. Mohrrüben 10-12 M. Kohlrüben 12 M Kürbis 6 M. Rote Rüben 15 M. Sellerie 25 M. Tomaten 30 M. EBäpfel 20-40 M EBbirnen 30-35 M. Kochäpfel 16-17 M. Kochbirnen 14 M. Wetter bis Montag mittag. Beitweise, beiter, jedoch unbeständig, anfangs schwache füdliche, später mäßige westliche Winde Steine erheblichen Niederschläge. In den Tagesstunden mild, in der Nacht zu Montag an vielen Orten des Binnenlandes leichter Frost. WENESTI RUND AMCAY BERLINE RUND NEST RUN WENEST RUN WENE Gardinenhaus Bernhard Schwartz BERLIN C., Wallstrasse 13, Untergrundb. Spittelmarkt, Ausg. Grünstr. 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