Nr.539 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 262 Bezugspreis: Für den Monat Rovember 400,-., noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luremburg 496,-M., für das übrige Ausland 665,-M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin* Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile to ftet 80,-. Reflamezeile 400,-22. ,, leine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20,- M.( auläffig zwei fettgedrucie Worte), jedes weitere Wort 16, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 10.-M., jedes meitere Wort 8,-. 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Sie werde nun der deutschen Regierung eine endgültige Antwort über die Frage der Anleihen erteilen und fich jedenfalls in einigen Tagen auch mit dem Studium des Programms der Konferenz von Brüffel beschäftigen. Die Morgenblätter glauben, daß, da die Reparationsfommission neue Borschläge der deutschen Regierung, die durch eine Havas- Depesche aus Berlin angekündigt werden, erwartet, die nächste offiziöje Sigung erst am Mittwoch stattfinden werde. „ Vereinigte Aktion mit Deutschland." Condon, 14. November.( WTB.) Der Pariser Berichterstatter der„ Times" schreibt, Bradburn werde am Mittwoch nach London abreifen, um der britischen Regierung die Berichte über die auf der Berliner Konferenz erzielten Ergebnisse zu unterbreiten. Eradbury teilte dem„ Times" Berichterstatter mit, daß er während der Erörterungen sich in vollständiger Uebereinstimmung mit Bar thou befunden habe. Der Ernst der Lage in Deutschland werde jetzt von jedem Mitglied der Kommission vollfommen aner fannt. Dies sei ein wertvolles Ergebnis des Berliner Besuches. Wenn in Einzelheiten Meinungsverschiedenheiten zutage treten sollten, so würden sie allein auf Verschiedenheiten in den wirtschaftlichen Urteilen zurückzuführen fein. Wenn eine Rata strophe vermieden werden solle, so müßten fofortige Schritte getan werden. Es sei klar, daß die Kommission wenig tun könne, um den Deutschen zu helfen, wenn die Deutschen nicht bestrebt seien, fich selbst zu helfen. Neue Besprechungen. Sihung der sozialdemokratischen Fraktion. Die Fraktion erklärt, daß sie an der Forderung der Stabili fierung der Mart als der wichtigsten Forderung der inneren und auswärtigen Politik festhält und nur ein Rabinett unterstützen tann, das diese Politik tonsequent vertritt und entsprechende Maßnahmen sofort ergreift." Diese letteren Worte waren in unserer Wiedergabe fort gefallen. Die englischen Wahlen. gültige Ergebnis der Parlamentswahlen wird am Nachmittag oder Condon, 14. November.( WIB.) Reuter meldet: Das endAbend des 16. November bekannt sein. Die Wahlhandlungen finden in ganz England am 15. November statt, aber am Abend des gleichen Tages werden nur die Ergebnisse aus etwa 250 städtischen Wahlkreisen bekannt sein. In den anderen städtischen und in den ländlichen Wahlkreisen beginnt das Zählen der Stimmen am Bormittag des 16. November. Konservative Hoffnungen. stellt. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Poincaré- Dämmerung? Nichts ist wandelbarer als die Treue einer französischen Barlamentsmehrheit. Es ist eine alte Erfahrung, daß ſid ein Ministerium in Frankreich nur selten länger als ein Jahr, zu halten vermag, auch dann nicht, wenn es fich auf eine, Der heutige Vormittag hat keine Veränderung in der scheinbar unerschütterliche Mehrheit stügen fann. Regierun innerpolitischen Krisenlage gebracht. Um 4 Uhr nachmittags gen, die eine zweijährige Lebensdauer erreichen konnten, lassen findet wieder eine Besprechung der Fraktions: fich, seitdem die dritte Republik besteht, an den fünf Fingern führer beim Reichsfanzler statt, der sich Fraktions- einer Hand abzählen. Dieses unentrinnbare Schicksal eines fizungen anschließen werden. Die sozialdemokratische Reichs- jeden Ministerpräsidenten dürfte, nach den jüngsten Symp tagsfraktion hatte heute vormittag eine furze Sigung, in der tomen zu urteilen und früher, als man es nach den bisherigen. keine wesentlichen Mitteilungen über die Regierungskrise ge- Nationalen Blocks für die jetzige Regierung annehmen konnte, überwältigenden Vertrauensfundgebungen der Kammer des macht wurden. Um 6 Uhr abends tritt sie zu einer neuen Sigung zusammen. auch Raymond Poincaré ereilen. Dieser überraschende Infolge eines technischen Versehens sind heute morgen in Stimmungswechsel des französischen Parlamentes ist der Wiedergabe des sozialdemokratischen Fratam vorigen Freitag in der Kammer mit einer Deutlichkeit zum tions beschlusses einige Worte ausgefallen. Der erste Ausdruck gekommen, die die Pariser Presse fast einmütig festSah muß richtig heißen: dige Rede gehalten, in der er auf die feit der WiederAn diesem Tage hat nämlich Poincaré eine vierstüneröffnung des Parlamentes von der Opposition eingebrachten Interpellationen über die allgemeine Politit der Regierung antwortete. Und zwar richtete sich seine Abwehr vor allem gegen die Freunde Clemenceaus, deren Wortführer Mandel ihn wegen feines innenpolitischen Kurses besonders heftig angegriffen hatte. Seine Ausführungen hatten zur Folge, daß er unter Anlehnung auf die Linke des Hauses die Mitte und die Rechte start verstimmte, und da nun lettere den bilden, fiel er gänzlich ab, Kern des Nationalen Blocks, d. h. die Mehrheit der Kammer Es wiederholt sich dabei das Schauspiel, das man in den letzten Wochen der Regierung Briand beobachten tonnte, allein ist es diesmal ausge= fchloffen, daß ihn die Sozialisten und ein erheblicher Teil der Radikalen gegen die Rechte zu halten versuchen werden, wie sie dies zuletzt bei Briand getan hatten, um dem größeren Die Kommiffion erwarte daher mit einiger Besorgnis die UnterUebel Poincaré vorzubeugen. Was Poincaré durch seinen breitung eines Planes durch die Deutsche Regierung, der Frontwechsel an Stimmen der Linten eventuell zurückgewinnen die Stabilisierung der Mart bezwede. Bradbury mißfann, reicht bei weitem nicht aus, um den Abmarsch eines billigte ernstlich eine Politik der finanziellen Kontrolle oder des Glasgow, 14. November.( EP.) Bonar Law hielt gestern hier großen Teils des Nationalen Blocks in die Opposition weti3wanges. Eine solche Politik würde nach seiner Anficht direkt zu eine Rede, in der er erklärte, daß die Arbeitslosigkeit in den nächsten zumachen. Selbstverständlich ist diese Lintsorientierung" einer Ratastrophe führen, die unvermeidlich den Franken dahin Monaten in England rasch abnehmen werde. Weiter erklärte er, Boincarés mur ein sehr relativer Begriff. Sie beschränkt führen werde, mo bie Mart bereits fel. Den franzöfifchen Inter- daß die Erlangung einer tonfervativen Mehrheit von sich vor allem darauf, daß er es ablehnt, sich dem Wunsch effen würde am besten gedient werden durch Zugeständnisse, die die großer Wichtigkeit fei, nicht nur für England, fondern für ganz Mandels und Leon Daudets nach Absegung des radikalen vereinigte Affion der Kommission und der Deutschen Regierung Europa. Denn bei den kommenden Konferenzen müsse fich die Re- Innenministers Maunoury und zahlreicher Präfetten zu zur Wiederherstellung der finanziellen Stabilität sicherstellen würde. gierung auf eine starke Mehrheit stüßen können, wodurch die Außen- fügen, die aus der alten Alera radikaler Regierungen stammen politif im Auslande Geltung babe. Mit Bezug auf die Reparations- und die der Sympathie für Caillaur verdächtig sind. Hier Französische Kammerdebatte. frage erklärte Bonar Low, daß er nicht der Ansicht sei, Deutschland liegt nämlich der Hafe im Pfeffer: die Präfetten sind seit jeher Paris, 14. November.( 2TB.) Bei der Fortsetzung der Gene. brauche nicht zu bezahlen. Er glaube im Gegenteil, daß es feiner die einflußreichsten Wahlagenten auf dem Lande und Paris, 14. November.( WTB.) Bei der Fortsetzung der Gene. raibebatte über das Budget für 1923 ergriff Finanzminister de Laahlungsfähigkeit entsprechend bezahlen müsse. Seine Zahlungs nun wissen die Herren des Nationalen Blocks, daß in der ftenrie das Wort, um sich über die allzu vagen Betrachtungen zu fähigkeit zu bestimmen, sei Aufgabe der Regierung. Boltsseele ein so starter Rud nach links im Gange ist, daß beflagen, die hinsichtlich der Zukunft vorgebracht worden feien, die ihre Aussicht auf Wiederwahl äußerst gering ist, wenn nicht auf nichts Ernstem beruhten, die aber den Kredit Frankreichs schädurch Ernennung neuer zuverlässiger Bräfetten ein äußerst digen könnten. Der Finanzminister bespricht die verschiedenen Bor. starter Druck zugunsten des Nationalen Blocks noch in diesem schläge, die zur Herbeiführung von Ersparnissen gemacht wurden. Jahre einsetzt. Poincaré ist ein zu geriffener Politifer, als In Berbindung damit weist der Finanzminister wieder auf das daß er diesen Stimmungsumschwung in der Provinz nicht erReparationsproblem hin, das Poincaré am Freitag behan fannt hätte oder als daß er den fast hoffnungslosen Versuch beln werde. Er selbst molle sich nur über die Vorschläge aussprechen, unternähme, ihm durch administrative Maßnahmen vorzudie zur Berbesserung der Währung gemacht worden feien. Das von beugen. Er wiederholt daher Jas Manöver, daß vor ihm dem Abg. Blum vorgeschlagene internationale Währungsinstitut wäre zu verwickelt, im übrigen bestehe ja eine internationale Wäh schon Briand eingeleitet hatte und an dem er gescheitert mar: rung, das sei das Gold. Deutschland werde nur Anleihen aufden Nationalen Blod zu spalten und diejenigen nehmen fönnen, wenn man Vertrauen dazu habe, daß es in seine Abgeordneten des Blocks, die einen solchen Rud nach links 2ngelegenheiten wieder Ordnung bringe und daß es seine Verpflich tungen halten werde. Loucheur fei für die Organisation eines großen noch mitmachen fönnen, der radikalen Partei näherzubringen. Aber der größte Teil der Gruppe Arago( d. i. die Kerntruppe Finanztonsortiums zum Zwede des allgemeinen Wiederaufbaues des Blods) ist bereits in den Augen der Wähler dermaßen als der Welt eingetreten. Dieses Experiment fei gemacht worden und reaktionär verschrien, daß ihm dieser Rud nach links unmöglich der Blan sei gescheitert. Redner glaube nicht, daß sich Europa durch geworden ist. irgendeine Afiengesellschaft wieder aufbauen ließe. Wer das von der Brüffeler Konferenz erwarte, märe im Irrtum. 2oucheur bemerkte, der Ministerpräsident habe auf eine Frage von ihm geantwortet, er würde in Brüffel einen umfassenden Blan vorlegen, der nicht nur Frankreich, sondern auch die übrigen Rationen beträfe. Alle Staaten der Welt müßten am Wiederauf bau Europas intereffiert werden. Wenn man den anderen Ländern die Möglichkeit zu Säufen verschaffe, arbeite man für sein: Ausfuhr. Die Spekulation, die an der Mart verloren habe, verlaufe jeßt Franken. Der Finanzminister fuhr darauf in feiner Rede fort, es fönne hinsichtlich der Brüsseler Konferenz teine Meinungsverschieden. heiten geben. Der Ministerpräsident habe erflärt, Frankreich werde mit einem Plan und einem umfassenden Programm ausgerüstet nach Brüssel gehen, und diesen fonkreten Plan werde die Regierung durchzusehen versuchen, wie Loucheur es mit einem Syftem inter nationaler Anleihen und Eachlieferungen versucht habe. Rur dürfe man fich nicht zu viel vornehmen; die Fragen müßten eine nach der anderen angeschnitten werden. Wenn die Frage der Repara tionen und der interalliierten Schulden auf diese Weise gelöst würde, würde die Regierung ihre Pflicht getan haben. Nicht zu überbietende Konfusion. London, 14. November.( EP.) Der Vollzugsausschuß der Rommunistischen Partei Englands hat einen Aufruf veröffentlicht, worin er die Politik der Arbeiterpartei bekämpft, das Prole. tariat aber gleichwohl auffordert, für die Kondidaten der Arbeiter partei zu stimmen. Im Falle eines Sieges der Arbeiterpartei müsse er aber die Arbeiterschaft vor der Politik der Arbeiterpartei warnen. Der Dollar fällt! Angst vor der Stabilisierung der Mark. Die Erklärung der Reichsbant, daß sie bereit fei, 500 millionen Godmart aus ihren Beständen zur Stabilisierung der Mart zur Verfügung zu stellen, fowie die fich noch behauptenden Gerüchte über einen bevorstehenden Kabinetts- Fast alle Pariser Zeitungen, auch die bisher regierungsmehlet in Paris üben einen merklichen Drud auf die aus- freundlichsten, stellen fest, daß die Mehrheit der Kammer die ländischen Zahlungsmittel aus. Der Dollar wurde heute vor- Rede Poincarés mit einem eisigen Schweigen auf miffag mfi 7600 bis 7700, das heißt ungefähr auf der Parität des genommen hat, das besonders durch den Gegensatz zu den geftrigen New Yorker Schlußturfes für die Mark gehandelt. An der bisherigen Dvationen auffiell, die ihm nach allen früheren Börse trat ein stärteres Angebot in Devisen und Noten Reden zuteil wurden. Schwachen Beifall erntete er hervor, während sich die bisherigen Käufer, insbesondere Industrie nur auf der linten Seite der Rammer. und Einfuhrhandel bisher zurückhaltend zeigten. Gegen mittag war intend, man rechnet mit der Möglichkeit, daß durch diesen Rüdder Dollar mit 7350 angeboten. Die Tendenz blieb weiter ichlag viel Material an ausländischen Zahlungsmitteln aus den Kreisen der Hamsterer herausgelockt wird. Die Börse bleibt heute für den Effektenverkehr gefchloffen. 3mmerhin 3elgft fich eine ft är tere Bertaufsneigung. Es ist deshalb für morgen eher mit schwächeren käufen zu rechnen. Bei den Banken häufen fich die Verkaufsorders aus den Kreifen der fundschaft, die durch die Schwankungen des Dollars ängstlich gemacht wurde und ihren Gewinn schleunigst in Sicherheit zu bringen Aus alledem geht hervor, daß die schleichende Regierungszuführen ist. In Fragen der auswärtigen Politik dürfte trife ausschließlich auf innerpolitische Gründe zurückBoincaré dem Nationalen Bloc auch weiter nach dem Munde reden, obwohl auch hierin die Gegnerschaft der Freunde Clemeneacus gegen ihn täglich wächst und obwohl ihm Tardieu nicht zu Unrecht vorwerfen fann, daß er ja lehten Endes doch nicht mehr erreicht habe als der von ihm gestürzte Briand, ja, daß er genau so wie dieser die Wege bes Rompromiffes mit England befchritten hat und feinen drohenden Reden gegen Deutschland feine Taten hat folgen lassen. Da allerdings die Endabstimmung über die InterLondon, 14. November.( EE.) Der franzöfifche fozialistische Zib italienische Ebabminifter Tangorra hat an die wichtigsten Strebit halten will, so ist ihm diesmal noch eine starke Mehrheit gepellationsdebatte erst nach der Schlußrede stattfinden soll, die Kampf gegen die Devisenspekulation auch in Italien. Der neue geordnete Jean Longuet griff gelegentlich einer Rede in der italienische Schabminifter Tangorra hat an die wichtigsten Kredit Poincaré am kommenden Freitag über die Reparationsfrage geordnete Jean Longuet griff gelegentlich einer Rede in der institute Italiens ein Rundschreiben gerichtet, in welchem er gegen fichert, zumal man ihn unmittelbar vor Lauſanne und Brüffel Carnegie Hall den Vertrag von Versailles scharf an. Er fagte, die ſprunghaften Bewegungen des italienischen Wechselturies Stellung Frankreich stehe vor der Banterotterklärung; seine Lage sei fürchter nimmt. Er erklärt, bag bie i däriften Maßnahmen ere faum wird stürzen wollen. Aber es läßt sich schon jetzt prophelich, weil die leitenden Klassen des Landes, um ihre Swede zu ergriffen werden sollen, damit die Devisen nur den Importeuren für zeien, daß die tiefe Mißstimmung, die am vorigen Freitag reichen, nichts anderes zu tun wissen als Anleihen aufzunemen. bringende Warenverfäufe aur Verfügung gestellt werden. aus innerpolitischen Gründen in Erscheinung trat, sich durch Longuet über Versailles. fucht. Die Regierungsbildung in Sachsen. Die Kommunisten kneifen. Die betrübten Lohgerber. 3 erkennen und nur mit Papiermart verzinsen. Warum sollten sie da zu so viel Segen nicht auch noch eine erhöhte Rente dafür fordern, daß ihnen ein gütiges Geschick unterirdische Schäße just dahin gelegt hat, wo ihr Landbesiz ist? Nur die Lumpen sind bescheiden! Dieser Förderzins ist eine indirekte Steuer zugunsten von Privatleuten. Sie ist absolut risikoloses und arbeitsloses Einkommen. Der Staat follte die Aufrollung dieses in unserer Zeit sonderbaren Privilegiums durch die Landwirte selbst dazu benutzen, ihnen das Vorrecht, ohne Arbeit, Geld einzuftreichen, ganz wegnehmen. Blutige Unruhen in Köln. eine erhebliche Zahl von Stimmenthaltungen äußern um so weniger ernst zu nehmen find, als auch die tommu wird. Und das dürfte wohl den Anfang vom Ende bedeuten. nistischen Landtagsabgeordneten in Sachsen die Un Aus alledem läßt sich jedenfalls schließen, daß ein Sturz möglichkeit dieser Bedingungen haben ertennen müssen. Poincarés internationai feineswegs eine Entspannung und Die Kommunisten treiben also auch in Sachsen durch ihre insbesondere für Deutschland feinerlei Nugen phrasenreiche, aber negative Politik den Reaktionären die bringen wird. Man müßte im Gegenteil befürchten, daß eine Schafe in die Hürden. Da sie selbst nicht ernsthafte ArbeiterKrise, die durch die Tardieu- Gruppe hervorgerufen mäce, politit im Parlament treiben wollen und können, so wird die eine Lösung finden würde, die eigentlich noch einer Ver Sozialdemokratie genötigt sein, andere Wege zu suchen, um schlimmerung unserer Lage gleichfäme! Denn eine Regierung die Interessen der Arbeiterschaft nicht unter fommunistischem Tardieu heißt: Sofortige Besehung des Ruhr Eigensinn leiden zu lassen. gebietes. Indessen ist eine solche Lösung höchst unwahrscheinlich. Das Parlament und auch der Präsident der Republik, Millerand, wiffen sehr wohl, daß eine derartige Die deutschvölkische Deutsche Zeitung" ist über den AusPolitik der Abenteuer sehr bald mit einer Katastrophe für fall der Landtagswahlen in Sachsen bitter enttäuscht, sie Frankreich enden würde. Es wird daher allgemein angenom- gibt zu, daß die Wahlen für die Deutschnationalen einen Reinfall& öln, 14. november.( Eig. Drahtbericht.) Gestern abend men, daß der Nachfolger Poincarés nicht unter diesen ertre- bedeuten, und teilt bei dieser Gelegenheit einige Efelstritte aus, tam es in der Altstadt und einigen industriellen Vororten zu men Reaktionären gewählt werden wird, vielmehr gilt die zu verschweigen wir feine Ursache haben. Das Bürgertum in erneuten Teuerungstrawallen, die diesmal leider einen Loucheur als der aussichtsreichste Kandidat zum Posten Sachsen, so meint der Landesgeschäftsführer der sächsischen DNB. blutigen Ausgang nahmen. Die Kommunisten hatten für den Abend des Ministerpräsidenten. Seine jüngite große Rede hat auf als Autor des Klagegesangs, habe einen besonderen Hang zum Versammlungen einberufen, die von der britischen Bedie Kammer außerordentlich starken Einbrud gemacht, was Grüppchenwesen, zu dem noch die ehrgeizigen Quertreibe- dieses Verbot nicht rechtzeitig erhalten haben, obwohl allen Kölner Quertreibehörde verboten wurden. Angeblich wollten die kommunisten um so leichter zu erklären ist, als die finanziellen Nöte reien einzelner gefommen feien. Das Kontingent der Nichtwähler Zeitungen schon in den Vormittagsstunden eine Mitteilung über das namentlich des starte Sinfen des Frank das ganze Land habe sich fast ausschließlich aus Bürgerlichen zusammengesetzt, denn Verbot zuging. Das fommunistische Organ erschien am Montag mit starf beunruhigen, das Parlament felbst infolge seiner diese Bürgerlichen wünschen nicht gestört zu werden im Ge- der Aufforderung.„ Massen heraus!" Gegen 7 Uhr abends fam es geistigen Minderwertigkeit gänzlich ratlos dem gegenüber schäfte machen, und man macht heutzutage ungestörte Geschäfte, zu großen Massenansammlungen, in deren Verlauf die steht und das Prestige eines Mannes wie Loucheur, der als schnelle und erfolgreiche, auf mancherlei Art, ob man nun zur Gilde Schaufenster verschiedener größerer und fleinerer Geschäfte wirtschaftliche Rapazität gilt, dementsprechend ungeheuer der Bucherer und Schieber oder zu der der gesinnungs- zertrümmert wurden. Die Polizei fah fidh genötigt, mit der start ist. lumpigen Streber gehört". Das Urteil ist denn doch ein blanten Waffe vorzugehen. Außer einer Anzahl Berlehter, unter wenig hart nach unserer Auffassung. Aber man sieht, wie die denen fich auch einige Polizeibeamte befinden, soll es in einem Deutschvöllischen und Deutschnationalen sich und ihren Anhang ein- Vorort fünf Tote gegeben haben. Eine Bestätigung schätzen. Wenn der Herr Landesgeschäftsführer, der die bürgerlichen dieser Nachricht liegt allerdings noch nicht vor. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Hauptherd der Unruhen Parteien doch kennen muß, weiter von der von taktischen Gesichts- befindet sich in der Nähe des polizeipräsidiums. Die Wie wir bereits mitteilten, hat die Landesleitung der Ver- punkten dauernd beeinflußten Grundfaglosigkeit ber bür Stimmung unter den Arbeitern ist hier sicherlich infolge einigten Sozialdemokratischen Partei den Kommunisten die gerlichen Parteien der Mitte spricht, so muß man sich der fortschreitenden Teuerung fehr erregi, aber es tann nicht verGewissensfrage gestellt, ob fie bereit seien, unter Aner doch mit einigem Erstaunen fragen, weshalb die Bürgerlichen in schwiegen werden, daß die Kommunisten in unverantwortlicher Weise kennung der Reichs- und Landesverfassung Sachsen denn überhaupt mit so großem Bomp die Bolksbefragung die Massen aufheben. Schon in sozialdemokratischen Versammlungen gemeinsam mit den Sozialdemokraten die sächsische Re- in Szene gesetzt haben und wenn der Geschäftsführer im übrigen am Sonntag erklärten fie, fie feien entschlossen, System in die gierung zu bilden. Es ist eingetreten, was vorauszusehen tonstatiert, daß feine der bürgerlichen Parteien eine Sache hineinzubringen. Ihr Entschluß, die Maffen unter allea war: die Kommunisten, die den Mund nicht voll genug nehmen zugträftige Barole gefunden hat und wohl auch nach Lage Umständen auf die Straße zu bringen, hat leider einen sehr traurigen fönnen, drüden sich auch in Sachsen vor der Berant- der Dinge in Sachsen nicht finden fonnte, so muß es doch Erfolg gehabt. wortung. Als Erwiderung auf die flare Frage unferer wohl mit der sozialistischen Mißwirtschaft in Sachfen, über die fo Parteileitung haben sie einen Aufruf veröffentlicht, in der sie viel Geschrei erhoben wurde, nicht so schlimm gewesen sein. Bor Todesopfer auch in Düsseldorf. die Bildung einer Arbeiterregierung fordern, als deren Vor- Tische freilich las man's anders! Düsseldorf, 13. November.( Soz. Parlamentsdienst.) In einigen aussetzung fie aber eine Reihe von Punkten aufstellen, die zum Auch der Schußherr der Deutschvölkischen, Graf Bestarp, Werfen ist die Arbeit heute vormittag teilweise wieder aufgenommen Teil selbstverständlich find, zum andern Teil aber augenschein- fann nicht umhin, in der„ Kreuzzeitung" einzugestehen, daß bie worden. Die Besatzungsbehörden haben die erbetene Berlich nur den 3wed haben, cine Berständigung von sächsischen Wahlen einen schweren Schlag für die Deutsch reits in Düsseldorf eingetroffen. Burzeit feiern immer noch 40 000 Deutsch- tärtung der Schuh polizei bewilligt. Die Beamten find bas vornherein unmöglich zu machen. nationale Partei bedeuten. Er rechnet nach, daß der bis 50 000 Arbeiter, die Mehrzahl allerdings gezwungen. Die KomSo verlangen fie u. a., daß die sächsische Regierung eine Stimmenzuwachs der Deutschnationalen Volkspartei hinter munisten erffären plöglich, der Streif sei das Wert der Unionisten, 3 wangsanleihe in Höhe von 30 Proz. der Vermögen dem aller anderen Parteien zurüdgeblieben ist sie selbst hätten nichts damit zu tun. Fest steht aber, daß der komausschreiben soll, daß die„ Einführung der allgemei- Wenn er allerdings dafür den Bruderstreit im Schoße der deutsch- munistische Abgeordnete Fröhlich sich hervorragend an der Propanen Arbeitspflicht aller Arbeitsfähigen im Alter von national- deutschvölkischen Familie verantwortlich macht, so gerät er gierung des Streits beteiligt hat. Heute vormittag fiel leider das 18 bis 58 Jahren" ausgesprochen werde, die Produktions- damit mit der„ Deutschen Zeitung" in Konflikt, die reumütig einge- erste Todesopfer dieses Streifs. Die Polizei hatte die cinkontrolle durch die Organe des Staates und der Arbeiter- steht, daß Brotpreiserhöhung und Rathenau- Mord berufenen Versammlungen verboten. Als trotzdem der Versuch geschaft, endlich die Bildung von Arbeiterwehren und das in der deutschnationalen Gefolgschaft einige Rebellion hervorgerufen macht wurde, in der Tonhalle eine Versammlung zu veranstalte, Berbot der Technischen Nothilfe für Sachfen ausgesprochen haben. Von der Siegeszuversicht, die nach der von der Deutsch standstisch ein Schuß gefallen fein, der die Polizei veranlaßte, auch schritt bie Polizei zur Räumung des Lotals. Dabei soll vom Vorwird. Daneben verlangen sie Amnestie für Berbrechen gegen nationalen Boltspartei erzwungenen Volfsabftimmung herrschte, ist ihrerseits zur Schuhwaffe zu greifen. Das Versammlungslokal wurde §§ 218 und 219 StGB.( Abtreibung der Leibesfrucht) unter jedenfalls im deutschvölkischen Lager nichts mehr zu finden und panitartig geräumt, ein Toter und mehrere Berlegte Ausschluß der Konterrevolutionäre" und die Vorlage wichtiger diese Stimmung dürfte auch auf die Deutsche Boltspartei abgefärbt blieben auf dem Plaze. In Benrath bei Düsseldorf fanden heute Gefeßesvorlagen an Landes- Betriebsrätekongreffe. Mit Recht macht die„ Leipziger Volkszeitung" darauf auf- haben, wenn sie an etwaigen Wahlen im Reiche mit ge- por dem Rathaus große Teuerungsdemonstrationen fchloffenen Augen vorübergeht. statt, an denen sich 4000 Arbeiter aller Richtungen beteiligten. Zu merksam, daß den Kommunisten ihre parteiegoistischen InterAusschreiungen ist es nicht gekommen. effen immer noch höher stehen, als das Wohl der Arbeiterklasse. linser Leipziger Parteiblatt führt weiter aus: Goldrenten für Landbesitzer. Die Kommunistenführer verfahren auch hier wieder nach ihrem Man schreibt uns: Ein Teil der Grundbefizer in alten Grundfaẞz, unerfüllbare Forderungen zu stellen, den Provinzen Hannover und Sachsen fikt zu um deren Ablehnung dann zu einer wüsten Heze gegen die fällig auf einem Boden, aus dem verschiedene Schäße, wie Arbeitervertreter auszunuzen. Wenn beispielsweise von Rohlen, Salz und Petroleum gewonnen werden. Dafür beder sächsischen Regierung verlangt wird, daß sie von sich aus eine Zwangsanleihe durchführe, daß sie von sich aus die Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs zu herabgefeßten Breifen beschaffe, daß sie in Sachsen die allgemeine Arbeitspflicht einführe und die Einsetzung der Teno verbiete, oder daß sie sich abhängig mache von der komunistischen Betriebsrätezentrale, die nichts hinter fich hat und nur in der Illusion einiger fommunistischen Agitatoren als Machtfaktor" erscheint, dann sind das Forderungen, die " Maßnahmen gegen Ueberfremdung des Grundbesitzes in Frankreich. Die franzöfifche Kammer hat gestern ein Gefeß angenommen, durch das die Erwerbung und die Bacht von Grundbesitz in Frankreich Ausländern erschwert wird. Es wird dafür die obrigkeitliche Erlaubnis der französischen Behörden verlangt, und diese Erlaubnis fann nur Personen mit Aufenthaltsrecht in Frankreich gegeben werden. Das Gesetz wird jetzt vor den Senat kommen. ziehen sie, je nach dem Umfange der Förderung, eine mehr oder minder hohe Rente, die natürlich von den Unternehmern auf die Preise abgemälzt wird. Nun fordern die Landbefizer allen Ernstes die Anpassung dieser Renten- Mac Cormid an Land gegangen. Er wird eine Umfrage über Amerikanische Studienreise. Gestern ist in Cherbourg Senator bezüge an die Geldentwertung. Sie sind die Besizer die politische und wirtschaftliche Lage der hauptsächlichsten Staaten von Goldwerten in Grund und Boden, fie verdienen dicke veranstalten. Mac Cormid, der ein Freund Hardings ist, war von Stangen Geld aus ihrer Landwirtschaft, sie haben wahrschein- diesem schon im Dezember 1920 mit einer ähnlichen Mission betraut lich noch allerlei Hypotheken, die sie nur in Papiermart an- worden. togein, jahraus jahrein, daß Deutschland ein Raiserreich und daß Die Kaiserwürde erblich ist im Mannesstamme der Hohenzollern usw. usw. Wäre nicht ebenso wichtig wie die Entfernung der Bilder des Doorner Neuvermählten die schleunige Beseitigung Ich fuhr in der Nacht aus tiefem, traumlosem Schlafe jach empor, aller folcher Tafeln, die bei der heranwachsenden Jugend den geweckt von heiserem Hilferuf. Er kam aus nächster Nähe und klang forium ist? Und was sollen diese Tafeln in den Klassen? AnGindrud hervorrufen müssen, daß die Republik nur ein Provifo endlos fern, faum noch wie sterbendes Echo vernehmbar. Und schauungsmaterial" foll doch die gedächtnismäßige Aneignung er schauungsmaterial" soll doch die gedächtnismäßige Aneignung er ich starrte in die Lider meiner Frau. Sie waren trampfhaft ge- leichtern! Sollen die jungen Leute Falsches lernen? Hier hätte schlossen, und doch sah ich beim ungewissen Schein des Nachtlichtes einmal ausnahmsweise eine ministerielle Berfügung Sinn auch ihr leises Fladern, füßte sie behutsam und fragte leise: hast und dazu könnte ein Geheimrat in brei Stunden die Tertrevision du gerufen?" Ich fühlte das Ja auf ihren Lippen und doch flang eines zeitgemäßen Tabellentertes durchführen. ein Nein... Unruhig schlief ich wieder ein. Hilferuf. Bon Emil Rath- Schönholz dem der Lehrer entspricht. In gleicher Weise wie bei den Lehrern wird auch für die Hinterbliebenen gesorgt. Das ist der Inhalt eines Borschlages von Ferdinand Avenarius im letzten Heft des Kunstwart", wobei er befürwortet, daß die Gleichstellung mit Beamten in der Altersversorgung zunächst nur wenigen, aber bald erteilt wird. Bald, denn es ist nicht nur ein Jammer, es iſt auch auf Vorschläge aus den Parlamenten durch den Reichspräsidenten ein Standal, wie es jetzt einer Anzahl verdienstreicher Geistesarbeiter auf ihren alten Tagen geht. Es ist, wie wir hinzufügen möchten, eine Unehre für die deutsche Volksgemeinschaft. Darum sollte schleunigst, vielleicht aus dem Fonds, der zum letzten Berfassungstage für fulturelle 3wede dem Reichspräsidenten zur Verfügung gestellt wurde, mit solchen Ehrengaben begonnen werden. flut vom November 1872. Sie entstand dadurch, daß die durch das gemeinsame Wirken von Sonne und Mond verursachte Springflut durch einen fürwärts gerichteten Sturm gegen die Oſtice 14. november stand sie auf der Höhe, doch hielten die Wirgetrieben wurde, wo sie die ärgften Verheerungen anrichtete. Am fungen nod) lange an. Besonders Bommern und Rügen hatten schwer zu leiden. Böse war es, wenn sich zu Wind und Wellen noch ein drittes Element gefellte, wenn wie in Stralsund das Wasser in ein Lager mit Brennmaterialien flutete, den hier gelagerten ungelöschten Ralf entzündete, das Feuer die Holzvorräte ergriff und durch den Sturm immer weiter verbreitet wurde. Als sich der Brand der Caponiere mit den Pulvervorräten näherte, mar die Gefahr für die Stadt eine gewaltige, wurde aber noch glücklich abgewandt. Menschen und Tiere fanden in der Flut, namentlich auf dem Lande, in Menge den Tod. Der Schaden an Schiffen, geschildert hat die Vorgänge Friedrich Spielhagen in Brüden, Häusern und Grundstücken war fast unabsehbar. Backend feinem Roman" Sturmflut", der gleichzeitig einen politischen und sozialen Charakter trug, indem dem Wüten der Elemente die Hochflut des Milliardenregens und die Sünden der Gründerzeit gegenübergestellt werden. M. Sch. Zum andernmal weckte mich der erstickte Schrei und schien von General Liman von Sanders Pascha. Man fah fremde Ueber den Freiheitstampf der Türkei sprach in der Urania „ Jubiläum" einer Sturmflut. Fünfzig Jahre sind verflossen, der Straße zu kommen. Unraft trieb mich auf, stieß mich in die Gesichter, die man sonst nicht unter den Stammgästen findet, ge- feit die Nordküften unseres Vaterlandes von einer furchtbaren Kleider, auf die graue, menschenleere Straße und immer wieder wahrte ein paar Uniformen und hörte demonstrativen Beifall. Der Naturerscheinung heimgesucht wurden, von der berühmten Sturmflang in meinem Ohr der heisere Ruf: Hilf... hilf..." fehr fachlich sprechende Redner gab einem sich für den Orient interZiellos irrte ich durch die Straßen. Da kam ein Schatten daher effierenden Menschen nichts Neues und auch dem nur einigermaßen gemanft, 30g an mir vorbei meiner nicht achtend und blieb stehen aufmerksamen Zeitungslejer war wohl fast alles bekannt. Es wurunter verstreutem Gelblicht einer einsamen Laterne. Ich schaute ein in denen er Mustapha Kemal kennen lernte. Dann schilderte er, wie den Erinnerungen gewedt. Er begann mit den Märztagen 1915, Furchengesicht, ausgelöschte Augen, fühlte Leid und Not in schmalen nach dem Weltkriege das osmanische Reich in Interessensphären der Bangen, in spärlichen Haaren, die Nachtwind zauste, und fragte be- Entente aufgeteilt werden sollte und wurde. Hinzu kam, daß Vekümmert: Hast du gerufen?" In erloschenen Augen tam mattes nizelos Griechenland in uferlose Abenteuer stürzte und es ergab sich Glimmen, auf blaffen, dünnen Lippen wühlte ein herbes Ja und der von den Engländern protegierte Einfall der Griechen in Kleindoch ging es wie ein Schrei durch die Nacht:„ Nein." afien. Die Türfen umgingen die von der Entente vorgeschriebene Ich irrte Morgendämmerung entlang. Ueberall in den Straßen Entwaffnuna, es tam zum Kleinfrieg und später zu einer Umstellung fauerte der leise Ruf:„ Hilf... hilf..." Und ein junges Mädchen der französischen Türfenpolitik. Englands Gewaltpolitit forgte fam die Straße herab, im Herbstwind lohte leichter Kleider Spiel, dafür, daß Mustapha Kemal nach Erzerum viele Flüchtlinge zu flüsterte von Lust und Tanz, und doch kam von dort der Hilferuf strömten. Die Belegung Smyrnas wurde als das Ende des osma meine Geele fühlte den harten Klang und ich eilte zu ihr. Nacht- nischen Reiches betrachtet, aber es fand der Kongreß in Erzerum müdes Gesicht starrte in meine drängende Frage." Nein, ich habe Aufbau der Unabhängigkeitsbestrebungen ging dann in Anatolien statt und die Loslösung von der Regierung in Ronftantinopel. Der nicht gerufen." vor sich. Mustapha Kemal wurde als Rebell vom Sultan zum Tode verurteilt. Am 16. März 1920 wurde Stambul planmäßig von der Entente vergewaltigt und am 23. April 1920 schuf die aus Wahlen hervorgegangene Nationalversammlung von Angora eine nationale Regierung. Sie ging mit dem bolfchewistischen Ruhland ein Zwedbündnis ein. Dem Bolschewismus neigt sie selbst nicht zu, denn der Grundgedante des Islams verträgt sich nicht mit folchen Prinzipien. wurden die Ereignisse der jüngsten Beit gestreift und der Redner Sodann Es tam später der französisch- türkische Angoravertrag. wies darauf hin, daß jest wieder viele Orientfragen aufgerollt wären, so der Kampf der asiatischen Völker um ihre Gleichberechtigung und die Kalifatsfrage. Den Kalifen wünscht nämlich das türtische Bolt, das sich als islamitische Vorhut betrachtet, zu stellen. Ein Kriegsfilm aus dem Jahre 1915 und eine Lichtbilderferie vervollständigten den Bortrag. Auf falter Bank saß ich sinnend nieder. Der Ruf starb nicht, wollte nicht still werden. Da fühlte ich es tief und unerbittlich: Der Hilfeschrei war in meiner Seele. War nur der Widerklang aller harten Saiten, die unter dem Fiedelbogen des Glends tanzen mußten und nicht wagten zu sagen: Wir leiden Not. Wir alle leiden Not. Laßt uns in allem leiden. Zweiheit der Menschheit treibt graufames Spiel mit Not und Tod: Die letben, wollen nicht flagen, und die klagen, wollen nicht So wird der laute, leise, ferne Juf in mir bleiben und erst leiden. enden mit Mot- oder mir. " Staatsbürgerliche Erziehung? In zahlreichen Schulzimmern hängen noch Anschauungstafeln", die vor dem Kriege gewiß von Wert waren: Franz Bambergs Wandtafel zur Deutschen Bürgerkunde, die in tabellarischer Berzweigung. Ausfunft über Verfassung, Rechtspflege, Heer usw. gibt. Nur leider über die des Kaiserreichs! Da liest nun der Schüler tagaus e. b. Danfrente für geistige Arbeiter. Freien Kulturarbeitern, Dichtern, Denkern, Künstlern, die feine Beamten- und Altersgehälter beziehen, sich aber durch schöpferische Leistungen um die Allgemeinheit verdient gemacht haben, soll nach Abschluß ihres 60. Lebensjahres bis zu ihrem Tode ein Alters- und Ehrengehalt zugesprochen werden, das Neues Volkstheater: 8u Gerhart Hauptmanns 60. Geburtstag findet am Mittwoch abend eine Aufführung des Michael Kramer" mit Baul Bildt, Leonbard Stocel, Friedrich Domin, Paula Bazer, Fränze Roloff in den Hauptrollen statt. Niddh Impekoven wird am Sonntag, den 26. November, mittags 12 Uhr, für die Mitglieder der Boltsbühne im Theater am Bülow plab auftreten. „ Neues über die Abstammung des Menschen" laitet das Thema eines Lichtbildvortrags, den Dr. Adolf Heilborn im Bolkskraftbund" am Donnerstag 8 Uhr Georgenstr. 34/36 hält. Deutsche Gesellschaft zum Studium Osteuropas. Der auf den 15. festgesette Bortragsabend ist auf den 29. verlegt worden. Trisvereinigung Schumann- Heß- Deckert. Der erste Abend findet am 15. zu populären Breifen in der Singafademie ftatt. ußer dem G- moll tio von Emetana und dem D- moll Trio vont 9. Schumann fommt eine Sonate von E. E. Taubert zur ersten Aufführung. Die Bekämpfung der Tuberkulose. Der preußische Gesezentwurf. = worden. Die Affäre Franz. Die weitere Bernehmung der Angeklagten. Die Beratungen über das neue Tuberkulosegefeß find jezt im Landgerichtsdirektor Brennhausen eröffnete die Sigung bevölkerungspolitischen Unterausschuß abgeschlossen worden. Nach mit der Mitteilung, daß noch nachträglich Gerichtsarzt Dr. Ludwig dem neuen Gesetz sollen außer den Todesfällen alle an steckenden Hirsch und Dr. Oppenheim als Sachverständige geladen worErkrankungen an ungen und Kehlkopftuberkulose den sind. Ferner ist noch nachträglich von der Staatsanwaltschaft gemeldet werden. Eine noch weiter ausgedehnte Meldepflicht ließ der Geheime Sanitätsrat Dr. Moll als Sachverständiger geladen sich noch nicht durchsehen, da die daraus erwachsende Arbeitslast durch die verfügbaren Kräfte einstweilen nicht zu bewältigen ist. fett, gibt Rechtsanwalt Bahn felgende Erklärung ab:„ Es Bevor der Angeflagte Franz seine Bernehmung zur Sache fortleberdies wird ein Teil der an Knochen- und Gelenktuberkulose Er ist mir mitgeteilt worden, daß die Zeugin Burghard mit der franften bereits durch das Krüppelgesek erfaßt. Zeugin Meißner ein Gespräch geführt hat, welches von anderer Seite mitangehört worden ist. Die B. soll hierbei gesagt haben: Du fagst nur, daß wir uns fennen, das übrige verschweigst Du!" Rechtsanwalt Bahn erklärt hierzu, daß er darum bitten müsse, daß derartige Beeinflussungen von Zeugen in Zukunft unter bleiben. Der Borsigende bemerkt, daß er auf diese Sache bei der Bernehmung der Zeugin B. nochmals zurückkommen wird. Hierauf wird die Bernehmung des Angeklagten Franz fort gesetzt, und zwar gelangte ber erste Fall der Anflage, in der es sich um die Tochter des Geheimen Regierungsrats R. handelt, zur Sprache. Diese Zeugin ist die Cousine der Frau Franz. Der Angeklagte spricht hierbei die Bitte aus, ob es nicht möglich wäre, über bestimmte Dinge feines auf Abwege gerate en Trieblebens in Abwesenheit seiner Frau sprechen zu fönnen, da es ihm äußerst peinlich sei, wenn seine Frau dies mit anhören würde. Da der Vorsitzende erklärt, daß dies prozessual unzulässig sei, will der Angeklagte diese Angelegenheiten erst später Mit der Meldepflicht wird in Preußen nun der Anfang gemacht, den Umfang der Verheerungen festzustellen, welche die„, weiße Seuche" unter den Opfern des herrschenden Wohnungsund Ernährungsjammers anrichtet. Die Meldung erfolgt durch den zugezogenen Arzt, im Falle eines Wohnungswechsels auch durch den Haushaltungsvorstand, außer an den beamteten Arzt auch an die zuständige Fürsorgestelle. Die Fürsorgestellen rüden in den Mittelpunkt des Gesetzes. Diese Berankerung der Fürsorgemaß nahme im Gesetz erreicht zu haben, ist das Verdienst der Sozialdemokratie. Zwei Drittel aller schweren Fälle von Tuberkulose entziehen sich heute der Fürsorge. Diese, eine furchtbare Gefahr für die Allgemeinheit bildenden Fälle zu erfassen, ihre ärztliche Ueberwachung in die Wege zu leiten und besonderes Augenmert auf die Frühformen der Tuberkulose zu richten, die am meisten Aussicht auf Heilung bieten, das ist der Hauptzweck der gesetzlich festgelegten Meldepflicht. Die im Gefeßentwurf nicht genügend geregelte Deckung der Kosten für die Mitwirkung des beamteten Arztes, sowie für die 1 Das erste Konzert des Admiralsgarten am legten Sonntag mar ein voller Erfolg. Unter der genialen Leitung Leo Blechs gab das Drchester der Staatsoper die Leonoren Duvertüre( III), die Duvertüre zu Dberon, Teile aus dem„ Sommernachtstraum" sowie Tod und Berklärung von Richard Strauß und die Präludien von Lifzt. Der Beifall war reichlich und wohl verdient. Schade nur, daß die Eintrittspreise so och sind, daß diese hervorragenden Veranstaltungen nicht auch von weiteren Streifen des musikliebenden Bublifums besucht werden können. Das Erdbeben in Chile. Die ungeheure Wirkung der Sturmflut. Immer neue Meldungen von der Erdbebentatastrophe zeigen, daß es wahrscheinlich kaum jemals möglich sein wird, den genauen Umfang des Erdbebens und die wirkliche Zahl der Opfer festzustellen. In Coquimbo find nach oberflächlicher Zählung 500 Häuser er stört. In Coquimbo, Antofagasta und Caldera ging die Surmflut über 200 Meter weit ins Land hinein. In Serena und Capiapo hat man bis jetzt 200 Leichen gefunden, viele dürften aber noch unter den Trümmern liegen, die meisten von der Flut mit fortgerissen sein. Die Zahl der Verwundeten geht in die Taufende, 400 Schwerverwundete befinden fich in ärztlicher Behandlung. In Santiago de Chile, das fcheinbar nur von Ausläufern des Bebens getroffen wurde, zählt man 100 Tote. In dem ganzen Gebiet im Umkreis von 200 Kilometern um Santiago find die Häfen buchstäblich von der dem Erdbeben folgenden Sturmflut wegrafiert. Die Flut ebbte dreimal zurück, so daß im ganzen vier ungeheure Wasserberge fich auf das Land warfen, die Häuser unter sich zerschmetterten und andere vom Erdboden abrasierten. Ueber 60 Menschen ertranten in ihren Wohnungen. Die Erdstöße waren so heftig, daß die Seismographen der Station Boulogne start beschädigt wurden. Auch in Balparaiso ein är terer erTocopilla in Nordchile wird ähnliches gemeldet, nähere Nachrichten fehlen aus dem Zentrum Coquimbo- La Serena. Es handelt fich um ein tettonisches Beben, das in östlicher Richtung aus dem Stillen Ozean anscheinend die Küste nördlich Coquimbo- La Serena getroffen hat. Ferner ist die Insel Hila( 5) a wai) von einer Sturmflut heimgesucht worden, die zahlreiche im Hafen anfernde meldet. Durchführung der Desinfektion am Krantenbett und beim Woh Allgem. Funktionärversammlung bredt, aber in der Stadt feinen größeren Schaden angerichtet. Aus nungswechsel follweil im Interesse der Allgemeinheit liegend nach einem Beschlusse des Unterausschusses, aus öffentlichen mitteln bestritten werden. Auch die Unterbringung des Tubertulösen in ein Krankenhaus oder eine Heilstätte soll nicht mehr durch Zahlungsunfähigkeit des Patienten und des Unterhaltspflichtigen erschwert werden oder scheitern, sondern aus öffentlichen Mitteln, für Freitag, den 17. November, abends 6 Uhr in der„ Bod- Brauerei", Fidicinstraße 2-3. Tagesordnung: Die politische Lage." Referent: Genoſſe N udolf Breitscheid. " tie eventuell der Staat aufzukommen hat, bestritten werden. Da- Mitgliedsbuch und Funktionärkarte find am Eingang vorzuzeigen. Der Bezirksvorstand. Brandstifter an der Arbeit! E Schiffe losriß und ins Meer schleuderte. Tote wurden nicht geWetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig warmer, überwiegend trübe und neblig, bei schwachen, vorherrschend südlichen Winden. Keine erheblichen Niedersyläge. Groß- Berliner Partei- Nachrichten Fer Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. bt. 7½ Uhr Zahlabende: Bezirke 691, 696 bei Busch, Tilſiter Str. 27, Vortrag: Morgen, Mittwoch, den 15. November: Der Reichsbetriebsrätetongreß und die herrschende Teuerung". Bezirke: 601 bis 611 bei Biebermann, 8orndorfer Str. 9. Bezirke 612-615, 624-627 bei Bösenberg. Petersburger Str. 73 Bezicke 616-619 bei Wittschus, Petersburger Str. 5. Bezirte 620-623 bei Pflanz, Frankfurter Allee 329. Gigung. Abrechnung der Revolutionsfeier. 4. Kreis, Prenzlauer Berg. Abends 7% Uhr, bei Berg, Brenzlauer Allee 189. Gigung der Abteilungsleiterinnen und deren Vertreterinnen. Werbematerial abholen. Die Einäscherung findet Donnerstag nachm. 3, Uhr in Baumschulenweg statt. mit find die Ausführung der Desinfektion und die Unterbringung der Kranten in Anstalten zu Maßnahmen des öffentlichen Rechtes geworden. Sehr wichtig sind die Belehrung des Franken und seiner Familie, der Schutz der Kinder vor Ansteckung, zur Sprache bringen. Franz schildert nunmehr den ersten Besuch Sicherungen gegen die Verbreitung der Krankheit durch die Tätigkeit der Zeugin R. in seiner Wohnung. Als seine Frau auf einen fortgeschrittener Erfrankter im Nahrungsmittelbetrieb und im Er. Augenblid hinausging, habe er die R. umarmt und gefüßt. Sie zieherberuf, in der Schule, in öffentlichen Verkehrsmitteln und An- habe sich dies offensichtlich sehr gern gefallen lassen. Hierbei wären stalten, im Krantenpflege und Hebammenberuf; ferner die Unter- Vorsitzender: Hat Ihre Frau bei diefer Gelegenheit nicht gesagt: fie von der unvermutet zurückkehrenden Frau überrascht worden. weisung in der fortlaufenden Desinfektion unter Berabfolgung geeig-„ Das ist nett, Hanna, daß Du meinen Bubi auch so lieb haft?" Der neter Desinfektionsmittel. Es gelang unseren Genossen in Form Angeklagte erklärt, daß er sich hierauf nicht mehr besinnen fönne. 36. von Entschließungen des Unterausschusses einiges von dem zum Aus- Der Angeklagte schildert sodann die weiteren Borgänge, deren öffentdruck zu bringen, was in Konsequenz des Gesetzes unbedingt ge- liche Wiedergabe unmöglich ist. Er bestreitet auf das Entschiedenste, schehen muß, wenn es nicht in halben Maßnahmen stecken bleiben daß Anwendung irgendwelcher Narkotika in Frage gekommen fei. soll. Zunächst einmal ist nötig, daß alle beamteten Aerzte Die weitere Vernehmung der beiden Angeklagten nimmt noch 6. Streis, Bildungsausschuß. Abends 7 Uhr, bei Reim, Urbanstraße. Wichtige aur Zusammenarbeit mit den in ihrem Bezirk be mehrere Stunden in Anspruch. findlichen Fürsorgestellen verpflichtet werden. Ferner haben die Schulärzte Meldung zu erstatten, auch wenn bet Schulkindern nur der Verdacht auf Tuberkulose besteht. Um cine längere Behandlungsdauer und fürzere Wartezeit zu ermöglichen, müssen die Heilstätten ausgebaut und vermehrt Turmstraße 45. Hier standen drei Dachstühle in Flammen, und werden. Eine bessere Ausbildung der Aerzte in allen Fragen der Tuberkulosebkämpfung ist anzustreben. Zur praktischen Mitarbeit in den Fürsorgestellen sind Frauen heranzuziehen. Wir befürworteten auch die Zuziehung von Bertretern der Tuberkulösen, die auf Grund ihrer Erfahrungen wertvolle Winte geben tönnten für eine zweckmäßigere Ausgestaltung der Fürsorgemaßnahmen, deren Objekte sie sind. Dies wurde indessen von der Mehrheit abgelehnt. Von großer Bedeutung ist die Frage der Arbeitsbeschaffung für aus der Anstaltsbehandlung entlassene Tuberkulöse. Sie müssen bei den Arbeitsnachweisen be. sondere Berücksichtigung finden. Auf die Beschaffung von Arbeit, die ihrem schonungsbedürftigen Körperzustande entspricht, ist der größte Nachdruck zu legen. Selbstverständlich muß auch für nach Moabit, Waldstraße 9, alarmiert. Der Täter ist entkommen. eine ausreichende Zahl und zwedentsprechende Berteilung von Tubertulofe fürsorgestellen in Stadt und Land gesorgt werden. Schließlich ist vom Reich e, dem Breußen mit seinem neuen Gefeß den Weg zur Bekämpfung der Tuberkulose ebnet, zu fordern, daß es endlich an die planmäßige und einheitliche Lösung dieser Aufgabe herangeht. Gesunde Wohnungen, gute, nahrhafte Roft für alle Boltsgenossen, diese einzig durchgreifenden Mittel zur Eindämmung der fchlimmsten Bolksfeuche in Anwendung zu bringen, reichen heute Kräfte und Mittel noch nicht aus. Daron muß auch der preußische Gefeßentwurf notgedrungen absehen. Aber die Ausbreitung der Tuberkulose statistisch festzustellen, ihre Be fämpfung durch Fürsorgemaßnahmen zur öffent. lich rechtlichen Angelegenheit machen zu wollen, dieses Berdienst wird man dem preußischen Gesetz nicht absprechen können, wenn es in der vorgeschlagenen Fassung zum 1. April 1923 in Kraft tritt. Kampf gegen die ungarische Fascistenbewegung. Die Erhebungen in der Angelegenheit des ungarischen Fascistenlagers in Breßburg werden von der Stadtpolizei fortgesetzt. Bis jetzt sind etwa 50 Berfonen, zumeist Hochschüler, verhört worden. Die Verordnung der Landesoberstadthauptmannschaft wurde auf alle Fafciftenlager in der Provinz ausgedehnt bzw. gegen die Gründung von Geheimorganisationen die strengsten Maßnahmen angeordnet. Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Befo 1 holländischer Gulden 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mark. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank. 1 spanischer Befeta 100 österr. Kronen( abgest.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Lewa. 1 jugoslawischer Dinar. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Medizin" spricht am Mittwoch, den 15. November, abends 72 Uhr, der Verbands. Verband Volksgesundheit." Ueber die Ausbeutung des Boltes durch die porfigende des Verbandes für Volksgesundheit", Gen. Hermann Wolf Dresden, in einer Versammlung des Neuköllner Naturheilvereins in der Aula der Schule in ein, Bobbinſtr. 34--19: Die Arbeiterschaft wird ersucht, fich an dieser Veranstaltung zahlreich zu beteiligen. Mehrere größere Brände hatte die Berliner Wehr in der letzten Nacht zu löschen. Darunter zwei in der Schlegelstraße 23 und 47. bt. Unser treuer Genosse Erich Kling, Püdlerftr. 14, ift plöglich verstorben. zwar der des Quergebäudes und der beiden Seitenflügel in erheblicher Ausdehnung, daß die Löschzüge mit 6 Schlauchleitungen von Motor mußten. Die Berqualmung und die große Ausdehnung der drei sprigen angreifen und dazu mehrere mechanische Leitern benutzen Brandstellen läßt annehmen, daß die Vermutung der Hausbewohner, nur durch Brandstiftung fönnen diese Brände entstanden sein, nicht von der Hand zu weisen ist. In der Schlegelstraße 23 nimmt man ebenfalls Brandstiftung an. Hier brannte der Dachstuhl ebenfalls bei Ankunft der Löschzüge schon in ganzer Ausdehnung. Dienstag früh um 8 Uhr wurde hier schon wieder ein neuer Brand gemeldet. Auf dem Moabiter Güterbahnhof ging nachts wurde nach dem Wasserfran aeschoben und dann dort abgelöscht. eine Lore mit Stroh in Flammen auf. Der brennende Wagen Nach Mitternacht wurde die Feuerwehr wieder einmal mutwillig Die billige Laube. Ber Gott vertraut und Bretter flaut, sich eine feine Laube baut!" So steht es geschrieben an einer Baube beim Heidefampgraben in Baumschulenweg. Hoffentlich hat dieser Laubenkolonist nicht aus eigener Erfahrung gesprochen. Den Laubenwig scheint aber der frühere Portier Stanislaus El. gelesen zu haben. Er riß von den viele Bretter und Bohlen ab, daß er sich davon, wie jezt die Kriminal Keller- und Bodenverschlägen des Hauses Breslauer Straße 25 fopolizei ermittelt hat, mit weiter gestohlenen Ristenbrettern und Oberlichtfenstern in Baumschulenweg eine feine Laube bauen konnte. Bei der Verhaffung erschossen. Ein 41 Jahre alter Einbrecher, ferde- und Hühnerdieb namens Hugo Geze, der noch mehrere Jahre Buchthaus zu verbüßen hatte, entwich vor einiger Zeit aus der Straf anstalt und war seitdem verschwunden. Kriminalbeamte stellten fest, daß er sich nach Berlin gewandt hatte und spürten ihn hier in einer Behausung in der Anflamerstraße 2 auf. Als fie dort moraens um 7% Uhr überraschend eindrangen, stand Geke mit einem Rudsad voll geschlachteten Hühnern gerade hinter der Tür. Um sich seiner Festnahme zu entziehen, griff er nach der Bistole eines Beemten, der ihn mit der Baffe im Schach halten wollte. Dabei sing ein Schuß los und die Kugel traf Geze so schwer in die Brust, daß er tot zusammenbrach. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe gebracht. Gewerkschaftsbewegung Reichskonferenz der Konsumbäcker. Gegen die Wiedereinführung der Nachtarbeit in den Bäckereien nahm eine vom Zentralverband der Bäcker und Konditoren am Sonntag nach Halle a. d. S. einberufene Reichsbonferenz der Konsumbäder Stellung. Vom Verbandsvorsitzenden Kollegen Diermeier wurde über die sich in der legten Zeit abspielenden Vorgänge berichtet. Bom 3entralverband deutscher Konsumvereine sei dem sozialpolitischen Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates ein Antrag unterbreitet, der die betrieben mit 12 und mehr beschäftigten Personen fordert. Der Wiedereinführung der Nachtarbeit in allen BäckereiVerband der Brotfabrikanten hat sich diesem Antrag angeschlossen. Auch von den Handwerkervereinigungen liege ein Antrag vor, der das gleiche für alle Bäckereien vorsicht und im übrigen verlangen alle drei Unternehmergruppen die Außertraftfeßung der Bestimmungen der Bäckerei und Konditoreiverordnung vom 23. November 1918. Bei der Verwirklichung dieser Anträge würden die Arbeiter in den Bäckereien und Konditoreien wieder in das grauenhafte Elend der Nacht- und Sonntagsarbeit hinabgestoßen werden und die himmelschreienden Zustände, wie sie in fanitärer und hygienischer Hinsicht bestanden haben, würden neu aufleben. Nicht nur die geistige und körperliche Verelendung der Berufsangehörigen würde um sich greifen, fondern auch große Gefahren in gesundheitlicher Beziehung für die Konsumenten entstehen. In der Distuffion erflärten alle Redner, daß das Verbrechen, das an den Bäckerei- und Konditoreiarbeitern begangen werden soll, mit allen gewerkschaftlichen Machtmitteln verhindert werden müsse. Weitere Lehrerentlassungen werden vom Berliner Magistrat Die Bäckereiarbeiter werden unter feinen Umständen wiegeplant. An den Gemeindeschulen sollen zum 1. Januar der bei Nacht arbeiten, weil diese fulturwidrige Arbeitsweise aus ge1923 über 200 junge Lebrer und Lehrerinnen die sellschaftlichen und voltswirtschaftlichen Gründen nicht notwen Kündigung erhalten. Die Maßnahme wird bearündet mit der Dig ist. Auf diese Tatsache verwiesen eingehend die Bertreter des Notwendigkeit von Ersparnissen, die in dem Riesenhaushalt der Verbandsvorstandes Lantes und Hejhold. Stadt nur wenig bedeuten. Es wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der Sie follen erreicht werden durch zu der Verbandsvorstand beauftragt wurde, mit allen gewerkschaftlichen fammenlegung der noch nicht ganz gefüllten Klassen. Die Folgen dieser Maßregel wären eine Störung des Kampfmitteln das große Verbrechen, das an den Bäckerei und gesamten Schulbetriebes mitten im Halbjahr, eine Verlängerung 23. November, am Tage des Erleffes des gefeßlichen Berbores Konditoreiarbeitern begangen werden follte, zu verhindern. Am Käufer Berläufer der Schulwege für die umzuschulenden Kinder in der ungünstigsten der Nacht- und Sonntagsarbeit, werden in allen Ortes des Reiches Jahreszeit, eine Berreihung der faum geknüpften Bande zwischen große Demonstrationsversammlungen stattfinden. den Schulanfängern und ihren Lehrern. 13. November Kurs 14. November Räufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs Sturs 2763.07 2776.93 2553.60 2566.40 426.93 429.07 1306.72 1813.28 1406.27 1413.53 1865.82 1874.68 179.55 180.45 3461.32 3478.68 3192.3208.2932.65 2947.35 478.80 481.20 1526.17 1533.83 1645.87 1654.13 2194.50 2205.50 201.49 202.51 3898.28 3917.77 Der 300 muß erhalten bleiben! Mit diesem Motto haben eine ganze Reihe Berliner Klassen ihre Spartöpfe und das Ergebnis von Sammlungen der 300- Verwaltung zugesandt. Auf diese Weise tamen zusammen: von der 254. Gemeindeschule 45 m., von der Friedrich- Werderschen Dierrealschule, Klasse O III, 600 m., von der Menteuffelschule Charlottenburg( darunter die letzte Klaffe mit 500 Mar) 3050 M., von der 50. Gemeindeschule, Klasse IV O, 300 m., 339.15 840.85 367.08 365.92 pon der Städtischen Berufsschule in Berlin- Schöneberg 150 m., von 30922.50 31077.50 36408.75 36591.25 dem Lrzeum Fled, Charlottenburg, Rasse 4 und 5, 3054 m, 3u7032.37 7067.63 8104.68 8145.32 fammen: 7199 M. Allen fleinen Geberinnen und Gebern wird herz458.85 lichst gedankt! Die Stellung der Beamtenausschüffe. In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß sich Beamte mit Wünschen und Beschwerden in persönlichen Ange= legenheiten nicht an die Beamtenausschüsse, sondern an die erbände wenden. Diese sind, wie der preußische Minister des Innern in einer Verfügung ausführt, meistens nicht in der Lage, die Eingaben, die oft auf falschen Voraussetzungen und Informationen beruhen, nachzuprüfen. Sie leiten sie an das Minifterium, dessen Geschäftsbetrieb unter der Fülle folcher Eingaben in verhängnisvollem Maße gestört wird. Auch dem Absender der Eingaben ist mit diesem Verfahren feineswegs gedient; denn die Eingaben müssen fast ausnahmslos zur Aufklärung des Sachverhalts an die örtliche Dienststelle zurücgeleitet werden. 461.15 516.20 518.80 822.93 827.07 987.52 992.78 Ueber den Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten spricht am 1289,26 1295.74 1476.30 1483.70 Dienstag, den 14. November, in einer Volksveriammlung in der 1089.76 1095.24 1226.92 1233.08 Aula der Schule Lange Str. 81, Nähe des Schlesischen Bahnhofs, Würde der Beamtenausschuß mit derartigen Angelegen10.28 abends 71, Uhr, der Verbandsvorißende des Verbandes Volfe, heiten befaßt werden, so hätte er, wie der Amtliche Breußische 222.44 223.56 254 36 255.64 gesundheit, Genofie Hermann Wolf Dresden. Die Geschlechts-| Bressedienst" weiter aus der Verfügung des Ministers ausführt, Ge3.24 3.56 frankheiten bedeuten für die Arbeiterschaft eine ernite Gefabr. Es legenheit, unbegründete Eingaben anzuhalten und richtigzustellen, 56.10 56.40 ift daher zeitgemäß, dieser Frage das größte Jutereffe entgegen begründeten dagegen durch Befürwortung Nachdrud zu verleihen; 129.67 130,83 aubringen. auch würde er in vielen Fällen in der Lage sein, die Angelegen 10.22 heit durch Rücksprache mit der zuständigen örtlichen Dienststelle zu erledigen. Andererseits werden die Beamtenausschüsse von ben Behörden häufig nicht in dem vom Minister Severing ge= wünschten und vorgeschriebenen Maße zur Mitarbeit herangezogen. Hierdurch wird das Vertrauen der Beamtenschaft zu biefer Bertretung geschwächt. Unbeschadet der bevorsteherden gefeßlichen Regelung der Beamtenvertretung bei den Behörden ersucht der Minister, schon jekt dahin zu wirken, daß die Stellung der Beamtenausschüsse von allen Seiten gewahrt wird, damit diese in der Lage sind, ihre Aufgabe zum Wohle der Beamtenschaft zu erfüllen. Lohnkampf in der Chirurgiemechanik. Bon den Vertretern der Arbeiterschaft ist hierauf die Ent- Der Verband der Porzellan- und verwandten Arbeiter und Arscheidung des„ Demo" beantragt worden, die zurzeit noch aussteht. beiterinnen Deutschlands zählte im Monat Ottober insgesamt 70 757, Inzwischen ist es nochmals zu einer Verhandlung mit den Ar- davon 33 128 weibliche Mitglieder. Der Verband erfaßte damit fast beitgebern gekommen, die einen Zuschlag von 135 Prozent auf die die gesamte Arbelterschaft der feinferamischen Industrie. In einen Löhne und Affordbasen von 38,40 m. für Facharbeiter gewähren verbleibenden kleinen Rest teilen sich die christliche Organisation mit wollten. Ferner eine Leuerungszulage von 70 Mart auf den etwas über 2000 Mitgliedern und die Gewerkvereinler mit einigen Stundenfohn. Dieses Angebot wurde von den Vertretern der Ar- hundert. Der Berufsverband deutscher Keramarbeiter( Chriftliche) beiterschaft abgelehnt. In einer überfüllten Bersammlung der wurde beim Abschluß eines neuen Reichstarifvertrages im Oktober Branche am Montag in den„ Sophiensälen“ wurde von Callies d. 3. vom Porzellanarbeiterverband nicht mehr als Beteiligter zuhierüber berichtet. Versuche, von den Arbeitgebern ein dem Schiedsgelassen. Die Organisation wird jeht ihre Tätigkeit darauf verlegen spruch entsprechendes Zugeftändnis zu erhalten, find wie der müffen, - die neugewonnenen Mitglieder zu gewertschaftlichen Redner ausführte vergeblich gewesen. Callies forderte die Kämpfern zu erziehen. Zur Schulung der vielen weiblichen VerKollegen auf, die Entscheidung des" Demo" abzuwarten; inzwischen bandsangehörigen fonnte noch teine weibliche Werbetraft aus dem das legte Rampfmittel sofort zur Anwendung bringen zu können. müßten aber alle Vorbereitungen getroffen werden, um nötigenfalls Beruf selbst gewonnen werden. Diese Aufforderung wurde vom Bertreter des Metallarbeiterverbandes, och II, unterstrichen, der noch besonders hervorhob, daß Ruhe und Disziplin aufrechterhalten werden müßten. Die Deffentlichkeit werde erkennen, daß die Kollegenschaft alle Instanzen erschöpft habe, um eine friedliche Verständigung zu erreichen. Die in der Chirurgiemechanik beschäftigten Metallarbeiter fampfen schon längere Zeit um eine Lohnerhöhung, ohne zu einer Berständigung mit den Arbeitgebern zu fommen. Diese lehnten ihre berechtigten Forderungen frog der furchtbaren Teuerungswelle ein trok Koch fach ab. Auch dem Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses, der den Arbeitern einen Zuschlag von 85 Mart auf die Löhne und Affordbasen, ferner noch einen Teuerungszuschlag von 90 m. pro Stunde und den Jugendlichen eine Erhöhung der Löhne um 15 Brozent bewilligte, versagten die Arbeitgeber ihre Zustimmung, mährend die Arbeiter sich für Annahme des Spruches erklärten. XX Es wurde dann eine Urabstimmung in den Betrieben über das Angebot der Arbeitgeber beschlossen. Das Ergebnis soll bis Mittmoch 5 Uhr in den Händen der Zeitung sein. Achtung, Zimmerer! Am 10. d. M. starb unfer zweiter Bor Donnerstag, den 16. November, nachmittags 3% Uhr, im Kremas hender, Kamerad Erich Kling. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 16. November, nachmittags 3% Uhr, im Kremas torium Baumschulenweg, Kiefholzfir. 221, statt. Um rege Beteili gung ersucht Der Borstand. Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Shill, Berlin; für Anzeigen: sh. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Lachmann& Scholz Moabits grösstes Warenhaus Turmstrasse 76 Ottostrasse 1 Am 15. November 1922: Eröffnung der Spielwaren- Ausstellung £ 3 Zahngebisse Zahle ( auch zerbrochene) pro Zahn von 500, 600 bis 12000 Gold- Silber- Platinbrach, Gegenstände, Ketten, Ringe anerkannt höchstza lend und reell. Isenthal, Denfisi, Gneisenaustr.4 kein Laden, nur vor fi Tr. Bei Ankauf wird Fahrgeld verg. Gold- Silber- Platin- Brad Edelmetallhaltige Rückstände in jeder Form kauft für eigene Fabrikation zu höchsten Preisen PAUL COLEMANN Fabrik chemisch- technischer Produkte Berlin SW 68, Charlottenstr. 7. Haben Sie Stoff? 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