Nr. 542 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 267 Bezugspreis: an Für den Monat November 400,-90., boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar. und Memelgebiet sowie Oesterreich und Euremburg 550,-., für das übrige Ausland 930,- M., Postbestellungen nehmen Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank reich, Solland. Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Reit", der Unterhaltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezette Loftet 120,-M. Reklamezeile 600,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 30,- M.( zulässig zwei fett gedruckte Worte), jedes weitere Bort 24, M. 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Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 6s, Lindenstr. 3 Postfcheckfouto: Berlin 375 36- Bantkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Abschied und Erwartung. Zur innerpolitischen Krise. Die Niemand konnte erwarten, daß das zurückgetretene RabiEs gibt Leute, die noch immer meinen, die Krise der nett binnen 24 Stunden durch ein neues ersetzt werden würde. Reichsregierung werde fich nach dem Borbild der bekannten Der Reichspräsident, dem die schwierige Aufgabe der Szene aus der Kinderstube entwickeln. Rekonstruktion oder der gänzlichen Neubildung obliegt, hat Mutter setzt den Hut auf und erklärt, bei so unartigen Kinim Laufe des gestrigen Tages zahlreiche Besprechungen gedern könne sie nicht bleiben. Da fährt ein Schred in die habt, um sich über die gegebenen Möglichkeiten zu informie Kleinen, sie flammern sich an den Rock und rufen:" Dableiben! ren, er hat aber noch feiner politischen Persönlichkeit das die bürgerliche Bresse Cuno( Auswärtiges), ilferding find sie zu ernst. Herr Dr. Birth tönnte in diesem AugenAls mögliche Reffortminister des neuen Rabinetts nennt Dableiben!" So werden die Dinge nicht weitergehen, dazu Reichstanzleramt angeboten. Ein solcher Auftrag dürfte erst( Wiederaufbau), Defer( Bertehr), Raumer für ver blid nur als Besieger der Sozialdemokratie oder als Besiegter im Laufe des heutigen oder des morgigen Tages erteilt wer schiedene Posten, Strefemann für das neuzuschaffende wiederkehren, er ist sicherlich zu flug, um das eine oder das anden, ob er angenommen werden und zur Ausführung gelangen Amt eines sogenannten„ Sprechministers". Für den größten bere zu wollen. Niemand soll sich daher in den Kopf sehen, wird, steht dahin. Man wird einige Tage Geduld haben Teil der Ressorts scheint die bürgerliche Presse teine neuen taß der nächste Reichskanzler Dr. Joseph Wirth heißen muß, müffen, obgleich auch die Möglichkeit besteht, daß eine Lösung Männer zu wissen, die geeignet wären, die alten zu ersetzen. Dom übernächsten zu sprechen, wird aber später einmal mit überraschender Schnelligkeit gelingt. An dem Rätselraten, wer die kommenden oder wieder- Die Preffe der äußersten Rechten fährt fort, für ein Ka 3eit sein. fehrenden Männer sein werden, beabsichtigen wir uns nicht binett der bürgerlichen Mitte Stimmung zu zu beteiligen. In der bürgerlichen Presse werden folgende machen, stößt aber bei dieser selbst anscheinend auf wenig Kanzlerkandidaten" genannt, die wir in alphabetischer Gegenliebe. Weit mehr ergeht sich der kombinatorische Scharf Reihenfolge wiedergeben: Adenauer, Gustav Bauer, finn in allen anderen denkbaren Lösungsmöglichkeiten. Otto Braun, Hieber, Löbe, Marg, Mayer. Baris, Graf Lerchenfeld und Wirth. Eine Unter fuchung darüber, inwieweit diese bunte Reihe ernst zu nehmen ist, ersparen wir uns. Es handelt sich um die gewohnte Nach richtenjagd und Stimmungsmache. Indes sei bemerkt, daß der gestrige Zentrumsbeschluß der Berufung eines Zentrums mitgliedes zum Nachfolger Wirths im Wege zu stehen scheint. Allerdings bestehen von diesem Beschluß zwei Fassungen. In der einen, von der Germania" wiedergegebenen heißt es: Die einmütige Auffassung der Zentrumsfraktion geht dahin, daß nach dieser innerpolitischen Entwicklung der letzten Tage der Bentrumsfraktion feinerlei 3nitiative beiber Reubildung des Rabinetts zufällt. " 1 Ruhe im Rheinland. Verhandlungen der Gewerkschaften. " Jedenfalls unterscheidet sich die gegenwärtige Krise von vorangegangenen dadurch, daß sie nicht durch äußeren Druck entstanden ist und daß nicht äußerer Druck auf ihre Lösung drängt. Die Tatsache, daß sich alle Parteien des Reichstags mit Ausnahme der deutschnationalen und der kommunistischen zu den beiden letzten Noten an die Reparations fommission befannt haben, gibt eine gewiffe Gewähr dafür, daß der durch sie eingeschlagene Kurs weiter befolgt werden wird. Man kann in diesem Sinne von einer nor malen" Regierungsfrise reden, wie sie in allen Ländern von Beit zu Beit vorkommen, und man darf die Hoffnung hegen, daß sie auch nach den normalen Regeln des Parlamentarismus eine baldige Lösung finden wird. Form, in der belanglose Vorschüsse, die für unentbehrliche Anschaffungen gebraucht werden, vom Lohn abgezogen werden, trägt die Industrie einen großen Teil der Schuld an diesen Vorgängen über den Verlauf des gestrigen Tages liegen folgende Meldungen vor: erklärt. Herrn Dr. Wirth find zu seinem Abschied soviel Ruhmesfränze gewunden und, was vielleicht noch mehr für ihn spricht weil da gar fein bißchen Falschheit dabei ist-, von feinen unverföhnlichen Gegnern soviel Flüche nachgesandt worden, daß er jetzt nicht ohne Genugtuung auf seine vorläufig abgeschlossene Stanzlerschaft zurückblicken fann. Mag er nun als Barlamentarier fich felber wieder finden als der entschiedene Demofrat, der Apostel der Völkerversöhnung, der warmherzige Fürsprecher der Notleidenden, ais der er sich in seinen besten Zeiten soviel Freunde auch außerhalb der Reihen seiner eigenen Partei gewonnen hat. Es bleibt in der Geschichte Deutschlands verzeichnet, daß er der erste bürgerliche Reichsfangler war, der sich das Bertrauen weiter Kreise auch der sezialdemokratischen Arbeiterschaft zu erwerben verstand. Dieses Vertrauen ist im Augenblick erschüttert, aber nicht unwiederherstellbar und verloren. In der Presse dauert der unfruchtbare Streit über die " Schuldfrage" noch an, man möchte der Sozialdemokratie gern eine neue Dolchstoßlegende anhängen. Dazu ist folgendes zu sagen: Die Sozialdemokratie hat noch vor ihrer Einigung in ihren beiden Teilen das Kabinett Wirth gestüẞt, in dem einen durch direkte Beteiligung, in dem andern durch ein entsprechendes parlamentarisches Berhalten. Durch die Einigung wurde ihm eine feste Mehrheit auf dem Boden der alten Koalition gesichert. Es war nicht die Sozialdemokratie, die durch Ueber das Ergebnis der Verhandlungen, die in Düsseldorf von der Streifleitung der Gewerkschaften geführt wurden, lagen bis zum Redaktionsschluß feinerlei Meldungen vor. Düsseldorf, 15. november.( WIB.) Der heufige Tag Eine weitere Ausdehnung des Streits hat nicht stattgefunden. verlief ruhig. In einer Reihe von Betrieben ist die Arbeit wieder den Versuch, die parlamentarischen Grundlagen des Kabinetts, Es herrscht zurzeit auch überall Ruhe. Die Krawalle und Streits der letzten Tage sind eine erneute Mahnung an die Streits der letzten Tage sind eine erneute Mahnung an die aufgenommen. Während des ganzen Tages haben Verhandlungen fofte es was es molle, zu ändern, seine Lebensmögtommende Regierung. Sie entsprangen der bitteren Not. und den Gewerkschaften stattgefunden. Die Vertreter der Gewert- weifel daran gelassen, daß sie in diesem drängenden und schließ tommende Regierung. Sie entsprangen der bitteren Not. zwischen der Stadtverwaltung, den Arbeitgebern, den Streifenden lich feit zerstörte. Die Sozialdemokratie hat nie einen Mit Recht schreibt die Aachener Freie Presse": fchaften gaben vor Schluß der Verhandlungen die Zusicherung, dah lich geradezu gewaltsamen Hineintragen eines neuen Faktors in " Es ist leicht, sich über Plünderer" zu entrüften. Der ut fie alles fun werden, um die Wiederaufnahme der Arbeit für die Koalitionspolitit eine schwere Gefährdung jener Lebens zur Entrüstung schwindet aber, wenn man weiß, daß in Köln- Ralf Donnerstag früh zu erreichen. Die Arbeitgeber erklärten, daß feine möglichkeit erblickte. Sie hat gewarnt und gewarnt. Die bürund anderwärts in dieser Woche Arbeiter, Familienväter, mit 2000 Maßregelungen vorgenommen würden. gerlichen Parteien hörten aber nicht auf, nach der Taube der bis 4000 M. Lohn nach Hause gegangen sind. Sie verloren rund 1000 m. durch den Allerheiligentag, der doch wahrlich in solcher Düsseldorf, 15. November.( EC.) Unter Borsiz des Bür- großen Roalition zu jagen, bis der Sperling der alten Zeit nicht durch Arbeitsruhe gefeiert zu werden brauchte, und nun germeisters Schmied fanden heute neue Verhandlungen zwischen Koalition ihren Händen entflogen war. Die„ Germania", das Berliner Bentrumsblatt, bricht jett, steht auch noch der" Buhtag" mit 1000 m. Lohnausfall bepor. Die den Arbeitgebern und den Gewerkschaften statt. Auf die Frage der Arbeiter hatten ferner die Abzüge für Brifetts und Startoffeln zu Arbeitgeber erklärten die Gewerkschaftsvertreter, daß fie fich nicht in da sie der Enttäuschung gewahr wird, in folgende bittere tragen. Man sage uns, was ein Mann mit vier Kindern mit einem eigentlichen Streit befänden. Die Arbeitgeber verlangten von Klage aus: 4000 m. oder gar 2000 m. anfangen soll, wenn das Pfund Schmalz die Betriebe zurüdzukehren. Eine Einigung wurde nicht erzielt. gut wie im sogenannten zweiten Ausschuß die Herren Raumer ben Gewerkschaften, sie sollten die Arbeiter zunächst auffordern, in Die Krise... hätte permieden werden können, denn ebenso1400 m., die Margarine nahezu 1000 m. foftet. Hinzu tritt die 1400 M., die Margarine nahezu 1000 m. foftet. Hinzu tritt die Die Gewerkschaften erklärten, daß, wenn eine Einigung nicht zu- und Hilferding sich weitgehend über ein Wirtschaftsprogramm tägliche Aufreizung durch unvernünftige Auffäße ber bürgerlichen Presse, die in den Großbetrieben mehr besprochen werden, als die ftande fäme, der Generalstreit beschloffen würde. Die Stadtver- einigen fonnten, hätten sich die beiden Parteien verständigen müssen. Berfertiger dieser Aufsäze in ihren stillen Arbeitsstuben ahnen. Nichts waltung hat sich zu einer weiteren Vermittlungsaktion bereit Wir waren tatsächlich auf dem besten Wege dazu, sowohl hinoder wenig liest man in diesen Zeitungen von Wucher und Steuersichtlich der Fragen der inneren wie der äußeren Politit. In der hinterziehung, desto mehr aber von der angeblichen Schuld des AchtKöln, 15. November.( EC) Die Rheinlandtommiffion er- letzten Seit hatte sich so etwas wie eine stille große Roalfstundenteges an den jezigen Zuständen.„ Arbeitet mehr!" predigt läßt anfäßlich der Teuerungskrawalle in Köln eine Bekanntmachung, ti on herangebilbet. Bei allen wichtigeren Berhandlungen man den Arbeitern und veröffentlicht gleichzeitig Geftannoncen von in der sie darauf hinweist, daß die Rheinlandfommission nötigenfalls war die Deutsche Volkspartei hinzugezogen und die Haltung der Regrößtem Ausmaße mit fchamlos aufreizenden Bildern, wie sie sich Versammlungsverbote erlaffen wird. Die Rheinlandtommiffion gierung war von ihr im mefentlichen gebilligt worden. Der Reichsfrüher nicht an die Deffentlichkeit gewagt hätten. spricht der Kölner Polizei zu ihrer Haltung bei den Unruhen ihren tanzler Dr. Wirth hat gestern abend noch gesagt, daß die letzte Note Für niemand erwachsen so große Gefahren aus diesen Dank aus. Sie hofft, daß die befonnene Haltung der Kölner Be- der deutschen Regierung an die Reparationsfommission der AusKrawallen wie für die Arbeiterbewegung. Die Folgen der völkerung der Rheinlandkommission feinen Anlaß zur Anwendung brud des politischen Willens der noch nicht vormaßlofen fommunistischen Agitation, die sich eifrig dieser Vor- fchärferer Mahnahmen geben wird. handenen großen Koalition gewesen sei. In den gänge annimmt, ist ein Anwachsen der fascistischen Kräfte Köln, 15. Лovember.( EC.) Die Kölner Kommunisten hatten Grundfragen der Politik hatte also tatsächlich schon eine Annähe und eine Lähmung der Arbeiterbewegung. Die" Rheinische fich an die Gewerkschaften gewandt, um anläßlich der gegenwärtigen rung stattgefunden. Damit war aber zum Ausdruck gebracht, daß Zeitung" weist auf den stellenweise antisemitischen Cage eine Einheitsfront des Proletariats herzustellen. Die Gemert- fich die Parteien der nun vorläufig gescheiterten großen Koalition zu Einschlag bei den Kölner Krawallen hin, was uns von Augen- fchaften haben durch den ADGB. dieses Angebot der Kommunisten den Grundzügen der bisherigen deutschen Politik bekannt hatten, zeugen bestätigt wird. Sie schreibt: abgelehnt. Die Cage in Köln hat sich beruhigt. Bisher find feine und es war weiter damit dokumentiert, daß eine andere Politit Besonders tennzeichnend für ben Charatter weiteren Ruheftörungen vorgekommen. eigentlich nicht gut möglich fei. ber Tumultszenen ist der Umstand, daß vorwie Wir wollen hier weiter nicht untersuchen, wie weit das gend an jüdischen Geschäften Schaufenster eingeGegen die Wiederaufbauprozente. Senator uberfac hielt befannte Stinnes Programm und die Haltung der worfen worden sind. Ob hier nicht bereits deutsch in Nancy einen Vortrag über die Besprechungen, die zu dem Ab- Deutschen Allgemeinen Beitung" zu diesen Versicherungen nationale eheim Stile der Kölner Bersammlung fommen über die Lieferung der notwendigen Materialien zum paßt. Unterstellen wir die Behauptung der„ Germania" als der Nationalsozialistischen Partei am Sonntag iederaufbau der zerstörten Gebiete geführt haben. Der ehe- richtig, dann wäre ja die stille große Roalition"- mit ihre Wirkung getan hat? malige Bürgermeister von Nonen, Gustave Simon, der im wieviel Gedankenporbehalten der Boltspartei, bleibe wiederum nemen der Lothringer Unternehmer sprach, protestierte gegen unerörtert den Buschlag von 6 Prozent, den man Hugo Stinnes gewährt schon dagewesen. Die bürgerlichen Roalitionshat, um feine Betriebskosten zu beden. Bubersac fegte auseinander, parteien hätten aber statt der" stillen" durchaus die" la ute" daß diefer Buschlag ein Rontrollmittel bilde. große Koalition verlangt. Man fann schon sagen: die überlaute. Denn mit soviel Tamtam und Baufenschlag ist wohl " 1 Um so nachdrüdlicher muß an die Reichsregierung, wie auch an die Kommunen, deren Lebensmittelpolitit nur allzu oft in Tatenlosigkeit besteht, die Mahnung gerichtet werden, alles zu tun, um die Not der Massen zu lindern. Es bleibt 17 9 " auch zu hoffen, daß es dem Eingreifen der Gewerffchaften medffenburger Nedirichten" in Schwerin i. flbg. find auf Gruns noch nie ein politischer Gebante" vertreten worden, wie jener gelingt, den Unternehmern flarzumachen, daß die Industrie, des Gefeßes zum Schuße der Republit für 10 Tage vom 15. bis ein. der sogenannten großen Roalition. Bis man fchließlich zum die ihre Breife durch Kartelldruck den Konsumenten diftiert fchließlich 25. november verboten, und zwar auf Grund des Leit- Angriff überging und der Sozialdemokratie die Pistole auf und sie den Weltmarktpreisen angleicht, verpflichtet ist, den artikels der Nr. 268 vom 15. November, in dem von dem Reichs- die Brust setzte. Die fagte dann, was sie dazu noch immer, aud Arbeitnehmern Löhne zu zahlen, die eine halbwegs menschen fangler als Josef dem Dritten und vom Hlebrigsten aller Kanzler vor der Einigung gefagt hatte nämlich ein!" Und würdige Eristenz gewährleisten. Durch die provoziernde gesprochen wird. jetzt foll die durch den Zuzug der Unabhängigen radikali " fierte" Sozialdemokratische Partei durch ihre unverföhnliche Englische Arbeiterpartei und Kriegsgefahr. fehr forgfältig prüft und nicht ohne die Zustimmung der ArHaltung den Sturz der Regierung herbeigeführt haben! Nein, beiter entscheidet. Diese sind es legten Endes, die als Produzenten und Konsumenten die Zeche zu zahlen haben werden. das haben diejenigen getan, die die Mahnung des Reichskanz- In die Rolle, die bürgerliche Politiker Englands der lers Dr. Wirth vergaßen, man sollte endlich einmal aufhören, Haltung der englischen Arbeiterpartei im Hinblick auf einen mit ultimaten zu arbeiten. Zu diesen Vergeßlichen Krieg in Borderasien beimessen, gibt ein Brief einen interzählt leider Dr. Wirth selbst. essanten Einblick, den Lord Loreburn fürzlich an den Das Währungsproblem an der Saar. Indes, wichtiger als die Frage, wer den alten Topf zer durch seine mutige Bekämpfung der Kriegsschuldlüge bekannten Der Kongreß der freien Gewerkschaften des brochen hat, ist die, wie ein neuer beschafft werden kann. Unter Politiker E., D. Morel gesandt hat, und den dieser in dem Saargebiets, der vor kurzem in Saarbrücken tagte, allen verständigen Politikern herrscht eine Meinung darüber, neuesten Heft der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Foreign fordert einstimmig eine sofortige gesehliche Regelung der daß die letzte Tat der alten Regierung das Programm der Affairs" abgedruckt. Lord Loreburn war Lordtanzler in der Währungsfrage im Saargebiet durch die Einführung neuen sein muß. Die alte Regierung hat in anderthalb Jahren liberalen Regierung des Jahres 1906. Vorher nahm er die der allgemeinen Frantenwährung. Dieser Bedie nötige Vorarbeit geleistet, um das Reparations hohe Stellung eines Reichsstaatsanwalts und Reichskronan- schluß muß zunächst befremdend wirken, da die Einführung problem zur Lösung reif zu machen. Sie hat zulegt ein walts ein. Der Brief lautet: der Frankenwährung als allein gültiges Zahlungsmittel ein Programm für die Stabilisierung der Mart auf- Die schwierige Lage, in der wir uns fürzlich am Bosporus und großer Schritt weiter auf dem Wege zur Berwelschung gestellt, das als Angebot an das Ausland hinausgegangen ist. an den Dardanellen befanden, wird, wie ich glaube, der Deffentlich des Saargebiets ist. Allein wie die Dinge im SaarVon diesem Programm fann feine nachfolgende Regierung feit die Gefahr vor Augen geführt haben, der wir uns aussehen, land nun einmal liegen, ist es schwer, einen anderen Ausweg lostommen. Die einzige Frage ist, ob sie so aussehen wird, wenn wir unsere Politik und unsere Ziele weiterhin geheim halten. aus einer Notlage zu finden, die ihren Grund in der unseligen daß man ihr glaubt, oder ob sie so aussehen wird, daß Es wird keine Hilfe von den Leuten kommen, die sich noch liberale Doppelwährung hat. Die Kursschwankungen und der Wertman ihr nicht glaubt. Eine Regierung, die von der Sozial- Führer nennen. Sie begannen dieses Geheimsystem, ohne das der unterschied zwischen Frant und Mart haben zu unhaltbarer. demokratie„ befreit", dafür aber mit Stinnes belastet märe, Strieg von 1914 niemals gekommen wäre. Wenn die Wähler un Verhältnissen geführt, die von den Urhebern des Saarstatuts würde vergeblich gegen den Verdacht ankämpfen, daß ihre lug genug find, ihnen zu geben, was sie wünschen, nämlich die sehr flar vorausgesehen werden mußten. Frankreich feiert Lippen Worte sprechen, von denen ihr Herz nichts weiß. Sie macht, wiederum unsere Angelegenheiten zu führen, fönnen wir damit einen ersten Erfolg, einen Erfolg allerdings, dem hätte den Fluch der Halbheit zu tragen, und alles Mißtrauen, innerhalb weniger Stunden erneut in den Krieg getrieben werden. moralische oder geistige Werte nicht zugrunde liegen, sondern das aus ihm notwendigerweise entspringt. Richts fann ermutigender sein, als die entschlossene Haltung, lediglich die nadte Gewalt. Hunger ist ein sehr bequemes Zugleich hat sich im Innern eine geschlossene Front von die Wähler die gleiche Haltung einnehmen und sich weigern, weitere Saarverwaltung, für die der Völkerbund kaum noch ein Zugleich hat fich im Innern eine geschlossene Front von die die Wortführer der Arbeiter eingenommen haben. Man laffe Mittel, um zum Ziele zu gelangen. Aber auch die französische Arbeitern, Angestellten und Beamten bildet, die geeint ist durch die Ueberzeugung, daß es ohne Kriege zu dulden, die durch die Dummheit unserer Herrschenden ent- schützendes Mäntelchen ist, wird sich nicht der Illusion hinFestigung unserer Währung fein Herauskommen stehen, und wir werden unseren Play einnehmen als Führer des geben, daß die Hungerpeitsche Tatsachen auslöschen kann, aus dem Sumpfe gibt. Jede Regierung muß dieser lleber- neuen Kreuzzuges gegen den verruchten und wahnsinnigen Krieg. Die man in Paris und Genf so gerne verschweigen möchte: zeugung Rechnung tragen, und je aufrichtiger sie es fut, desto ministerium zu bilden, ist ganz einfach unfinnig. Ramsay bleibt deutsch, mag man sie auch zwingen, fich vor dem Die Versicherung, daß die Arbeitervertreter nicht fähig wären, ein die Saarbevölkerung an der Spitze die Arbeiterschaft reffer ist es für sie selbst wie für die Allgemeinheit. Dazu Macdonald, Snowden und Morel würden die Geschäfte mit mehr Frank zu beugen, mag man ihre Petitionen wie einen Fehen tommt, daß das neuerliche Umsichgreifen unterirdischer Entschlossenheit und gesundem Menschenverstand Bapier behandeln, mag man ihre Abordnungen ignorieren Verbindungen, ermutigt durch den Sieg des Fascismus führen als unsere augenblicklichen Minifter. Ich stimme mit einigen und mag man der jaarländischen Boltsvertretung, diesem in Italien, ein wachfames Auge und eine feste Hand erfordern. ihrer Auffassungen nicht überein, vor allen Dingen mit ihren An- Parlament der Stummen, den Mund vertnebeln. Rein größeres Unglück fönnte es geben, als wenn unter einer fichten über die Berstaatlichung nicht. Aber die gegenwärtige Gefahr schwachen, zu Rücksichten auf die äußerste Rechte genötigten steht über dieser Bolitif. Wenn wir es zulaffen, daß unsere AußenRegierung sich eine Bande ftrupelloser Abenteurer der Deut- politik in Zukunft so verfahren wird, wie zuvor, dann wird bald schen Republik als leichter Beute bemächtigte. Die neue Wahlkreiseinteilung. Solche Erwägungen lassen für die Sozialdemokratie alle 3 weifel unterliegen, daß die feste Haltung, die eines zweiten Gesetzes zur Henderung des Reichswahlgefeßes zugerecht wenig mehr zu verstaatlichen sein. Es fann feinem Berlin, 15. November.( T11.) Dem Reichsrat ist der Entwurf Gedanken, sich in diesem Sorgwinter freiwillig auf das Alten die Arbeiterpartei einnahm, uns vor einem ger gangen. Der neue Entwurf beschränkt sich darauf, die ganz großen teil der Opposition zurückzuziehen, als durchaus abwegig er störenden und endlosen Krieg bewahrt hat.... Wahlkreise in der Weise zu verkleinern, daß auf einen Wahlkreis fcheinen. Ihrer Pflicht gegenüber den arbeitenden Maffen Meine Gesundheit läßt es nicht zu, den Anteil an den schwierigen durchschnittlich 1,5 Millionen Einwohner treffen. Allerdings mir bewußt, ift die Sozialdemokratie durchaus bereit, ihren Teil an Aufgaben des Barlaments zu nehmen, den ich mir wünschte. Aber Ausnahme von Berlin. Der Wahlfreis Berlin, der bisher die Wahlder schweren Laft der Verantwortung weiter zu tragen, wie unzulänglich meine Kräfte auch sind, ich fann mich nicht ent- freife 2 bis 4( Berlin, Botsdam II, Potsdam 1) umfaßte, soll fünftig freilich nur unter der Bedingung, daß fie auch innerlich halten, ein nüchternes Bild der Folgen zu geben, die aus der Fort- die Stadtgemeinde Berlin umfaffen, während der dritte Wahlkreis, verantworten fann, was man ihr äußerlich zu verantworten fegung unserer gegenwärtigen Regierungsweise entspringen. zumutet. Zum Prügelknaben für eine wesentlich schwerindustriell und großfapitalistisch gerichtete Regierung kann und wird sie fich nicht hergeben. Unmögliche Forderungen. Potsdam, den Regierungsbezirk Potsdam umschließen soll. Oberschlesien mit 1303 852 Einwohnern bleibt als eigener Wahlfreis bestehen. Die Wahlkreise Westfalen- Nord und Westfalen- Süd werden ebenfalls geteilt und zwar in den Wahlkreis 16( Münster) und den Wahlkreis 17( Minden), der den Regierungsbezirk Minden, den Kreis Grafschaft Schaumburg, Lippe und Schaumburg- Lippe umfaffen soll. Der Wahlkreis Westfalen- Süd wird in die beiden Streife 18( Arnsberg- West) und 19( Arnsberg- Oft) zerlegt; der WahlDas törichte Gerede der Kommunisten fann sie nicht irremachen. Für die wird jedes Regierungsprogramm ein Die Entente verlangt 50 000 Tonnen Kali. Stinnesprogramm", jede fommende Regierung eine„ offene" Bom Verband der Bergarbeiter Deutschlands wird uns oder verfappte Stinnesregierung" sein. Das ist nun einmal geschrieben: Die Reparationstommission verlangt freis Heffen- Nassau in die Wahlkreise 20( Raffel) und 21( Regierungsdas unvermeidliche Hüh und Hott, mit dem der lahme Agita von Deutschland die Lieferung von 50 000 Tonnen bezirk Kassel und Walded) und 21( Wiesbaden), umfassend den Re tionsschimmel weitergetrieben wird. Die reine r( 1 million 3entner) Reparationstali. Moher gierungsbezirk Wiesbaden und den Kreis Weglar. Das rechts beit erregierung" wird erst möglich fein, bis die mehr die Reparationsfommission zu einer derartigen Forderung rheinische Bayern, das bisher in 3 Wahltreise gerfiel, foll in 4 auf heit der Bevölkerung für ein Programm der Arbeiter die Begründung nimmt und wie überhaupt eine derartige geteilt werden. Der Entwurf schlägt vor, den Regierungsbezirk regierung gewonnen sein und sich fein Mensch mehr um die Forderung begründet werden kann, ist uns zunächst ganz un Niederbayern- Oberpfalz foll bleiben, dagegen soll der bisherige Wahl Oberbayern als felbständigen Wahitreis zu gestalten; der Wahlkreis tommunistischen Zersplitterungsversuche fümmern wird. erklärlich. Die deutsche Kaliindustrie ist heute faum imstande, freis Franken in 2 Wahlkreise, Mittelfranken- Schroaben und OberFrüher nicht! Bis dahin wird die Sozialdemokratie nicht den die heimische Landwirtschaft mit Kail zu versorgen. Ein und Unterfranfen, zerlegt werden. Die Einteilung der sächsischen bürgerlichen Barteien die Herrschaft über die arbeitenden Mangel an Düngemitteln in Deutschland aber und Wahlkreise nach dem Landeswahlaese foll auch für die Reichstaga Maffen überlassen, wird sie feine Diftatur des Kapitals dulden, eine damit verbundene Ertensivierung der deutschen Land- wahlen übernommen werden. Die Numerierung der Wahlfrelse fondern nach dem Maß der gegebenen Kräfte Macht und Ein- wirtschaft muß zu den fürchterlichsten Folgen führen. Es ist so geändert, daß sie mit der der Landtagswahltreise im fünftigen fluß des arbeitenden Boltes auf die praktische Politik geltend muß also zunächst sehr genau geprüft werden, ob aus dem an- preußischen Wahlgefeß übereinkimmen. Auf diese Weise entstehen machen. Sie fann sich aus gewonnenen Machtpofitionen nicht geführten Grunde überhaupt Reparationstali geliefert werden im ganzen statt bisher 35, fünftig 38 Wahlkreise. Der Entwurf verdrängen lassen, ohne die Absicht, sie aufs neue zu bestürmen fann. Ganz ausgefchloffen aber muß das sein, wenn die Kali- bringt auch die Abänderung einiger Vorschriften wahltechnischer und weitere zu erobern. industrie die genügenden Kohlenmengen nicht bekommt. Ob es möglich sein wird, der Kaliindustrie die nötigen Kohlenmengen zu liefern, hängt wiederum von der Reparationstommission ab. Bei den heutigen Reparationskohlenlieferungen erscheint diese Möglichkeit ausgeschlossen. Wir erwarten, daß die Regierung die Forderung der Reparationstommission Bradbury ist nach London abgercift. In diesem Sinne erwarten wir eine baldige Lösung der schwebenden Regierungstrife. Bon den bürgerlichen Barteien wird es abhängen, ob diese Krise erst den Anfang der innerpolitischen Irrungen und Wirrungen oder ihr Ende bedeuten soll. Programm- Stil. Konzertumschau von Kurt Singer. Erleben in Etappen. Und diesen Erlebnisstufen folgt die Technik,| dem mel und der Erde zu. Wenn der Ausgleich kommt, haben wir eine sehr tüchtige Rönnerin mehr. Natur. tommission sollte gestern morgen die Prüfung der deutschen BorAufschub der Perifer Reparationsberatungen. Die Reparations schläge für die Stabilisierung der Mart fortfegen. Infolge des Rücktritts des Reichsfobinetts wurden die Beratungen verschoben, haben. " P Die Hauptmann- Feier in der Universität. Bon de Lehrer für Deutsche Literaturgeschichte Prof. Beter. Ein wunderschönes Brogramm stellt Rüdward zusammen: fen und dem Lehrer für allgemeine Kunstichre Prof. Dessoir geistliche Mufit von Bach, Mozart, Brahm. Gleich die erste Motette wurde Gerhart Hauptmann in der großen Aula der Berliner Uni" Ich lasse dich nicht" ist dynamisch und flanglich bei den frischen verfität mit den würdigsten Geburtstagsehren bedacht. Der Literas Nicht die Mufit, aber der Berliner Betrieb und Vertrieb der Stimmen der Mozart- Gemeinde ein Labfal; rein und ausdrucs turforscher ließ es sich nicht entgehen, in seiner zierlichen Rede all Stonzerte fommt auf den Hund; in der gleichen Zeit, in der die Bau, voll spricht eine chorische Rollektioseele zu uns. Aber wie? Ein die Beziehungen zu zeigen, die von dem sozialen Dichter unserer waus und Nelsons ausverkaufte Häufer machen. Nicht lange, und a capella Stud solchen Formats von Johann Sebastian? Er hat Tage zu der Vergangenheit zurückführten. Er trachte eine schöne die füllenden Freibillettler erhalten einen Buschuß, wenn sie weitere feins geschrieben, selbst die Choräle der Bassionen sind instrumental Parallele an zwischen dem Dichter der Weber" und dem ersten Opfer bringen. Die Konzeriierenden reizen durch besonders Pro- gestützt. Also rechnen wir das glänzend gearbeitete Bert feinem Reftor, den die Berliner Universität in den Zeiten höchster vatergramme. Und das ist ein Fortschritt, den das Elent, eine Tugend, Oheim als Musterleistung an. Für die Kreuzstabkantate hat Albert ländischer Not erwählte, Johann Gottlieb Fichte, der selbst ein tie die Not geschaffen hat. Es ziehen die alt- vergessenen, es ziehen Fischer Atem, Kraft und Technif, nicht Innigteit, Innerlichkeit, Webersohn gewesen ist. Dessoir wurde beinahe felber zum Dichter, die neutönerischen und die exotischen Werte und auch der reine Ge- Bartheit und Behmut genug. Im Schatten Maescherts werden auch indem er den ganzen Chor der Hauptmannschen Gestalten auf fchmad, der sich in ein Programm bemühte, wirbt Freunde an. Je helle Lichter dunfel. Wie vor der Bortragsfünstlerin Mysz- Smeiner fahren ließ wie eine Festmusik zum Ehrentag des Dichters. Der größer die Konkurrenz, um so schöner die Sehnsucht des Konzert- Frau Koetsier verblaßt! Die alt- italienischen Arien liegen ihrer Bertreter der Studentenschaft sprach nach den Professoren. Der geters nach Reiz, Zugkraft, vornehmer Sensation des Borgetragenen. Stimme nicht; ein Ausmaß von Höhe wird ihr gefährlich. Gie junge, mit großem Etilgefühl sprechend: Herr schlug sofort die Brüde So foll es auch Herrn Abendroth gedankt sein, daß er Mahlers preßt und brüdt und singt unfauber. Die Mittelfage gibt viel, oft von dem alten Dichter zu der studierenden Jugend. Er redete, er dritte Sinfonie, die in der Staatsoper 12 Jahre schlief, mit dem alles her, und dann verdeckt nichts mehr einen funftvoll gestalteten zitierte, was die jüngsten Poeten zum Preise ihres Meisters geformt besten Berliner Orchester wieber aufmedt. Wer das an dieser Stelle Eindruck. unternimmt, wer an solch eblem Material fich erprobt, hat, so er Das Bied der Arbeit vermittelte Hans Baterhaus Dann nahm der Präsident des Deutschen Reichstags, Löbe, um das Wert Bescheid weiß, technisch wenig Sorge. Einzig die mit seinem in der Höhe fehr gequetschen, in allen anderen Bagen und das Wort, als Oberhaupt der deutschen Boltsvertretung. Er durfte geiftige Verantwortung, das Künstlerisch- Eigenartige, bas Seelen im männlichen Klang fehr sympathischen Bariton. Tischler, Schneider, sich gestatten, nur die Bürgertugenden Gerhart Hauptmanns zu starte diefer Mufit heißt es zur Distuffton stellen. Hier beginnt Schuster und Schlosser geben sich in dem durch Oper und Lied, rühmen, er turfte ihn charakterisieren als den Mann, dessen sittliche schon der Zweifel, felbst bei einer dirigiertechnisch guten Haltung Ballade und Arie laufenden, höchft abwechselungsreichen Programm Haltung in den Zeiten der deutschen Krise stets mustergültig geAbendroths. Man ist im unklaren darüber, was studiert war, was die Hand. Ein Brogramm der Arbeit, in Stücken schon veraltet, in wesen set. Der Politiker fand Worte für die große politische Berdem Zufall#berantwortet ift. Oft ift er selber in der Handbewegung anderen Tellon ewig jung, flingt in Tönen auf. Unmut, Freude, föhnung, die uns heute notwendiger sei als jemals. erstarrt, ein anderer gibt das Beichen, ein anderes antwortet ihm. Stolz und Demut, Lust und Berzweiflung des Arbeitenden meden Das Bofthorn bläst höchst sentimental, die Bratschen schwirren un- die Gewissen. Der Arbeitsmann" Pfigners ist eins der beften, hörbar, höchft noble Trompeten und Bosaunen geben nicht nur Edel- triebfräftigften Gefänge, die nach Straußens Steinklopfer" ge flang her, Celli spielen über eine aufbegehrende Phrafe verwaschen schrieben wurden. Eine tunstvolle Mischung aus Dufdung, Auf hin. Dief: Rapelle tann das alles, aber es tommt als Zufalls- bäumung, Jronie. Busoni magte sich treffer heraus, nicht mehr im Bollgefühl absolutester Sicherheit. unkomponierbare Geistigkeit des Goetheschen Unmut". vor Jahrzehnten an di: Unmut". Rein Rhythmische Glätten und melodische Ebenheiten gelingen vorzüglich, Schlager, aber ein derbes Stück Autobiographie. Man laffe dieses und der große Marsch hat etwas Düfter- Militärisches. Ein Ge- erfolgreiche Arbeitsprogramm in Arbeiterfonzerten ertönen! rabeaus- Dirigent, ein musifer, der durchaus natürlich fein will, Zwei Geiger: Carl Flesch, das Muster einer foliden tech deffen Natur aber nicht vollgefogen ist von Welt und Leben. Herois. nischen Ueberlegenheit, ein vom Birtuosenium nicht angefräntelter mus, den die Sinfonie birgt, macht er fich zu eigen, aber die Un Denter. Bielleicht ist der langfame Sag des G- Dur- Konzerts von entschloffenheit, das Schwankende, das Bermürbte, die schwebende Bach zu meich- gefondlich angelegt. Die Edfätze zeinen den Stilisten, Stimmung, die Misch- Empfindung ist nicht gestaltet, sondern aus bei dem Inhalt, Form und Ausdrud eins sind. Und vollends im Ueberrumpelung angedeutet: Abendroth ist ein noch unfertiger Ronzert Beethovens trägt uns edelfter Gegenton und fubtilste AusDirigent. Sich so zu wandeln, daß er die Partitur im Kopf, nicht arbeitung in höchste Kunstbegnadung. Louis van aar ist im den Kopf in der Partitur hat: schönes und mögliches Ziel. Ater Konzert so nervös, daß man oft vergißt, einen Qualitätsgeiner zu das Bodium der Oper ist nicht der Ort dafür. hören. Wie schön, wie ocfanavoli ist dieser Ton, und wie start port Bon Emil Bohnte sind wir Besonderheiten des Programms uns eine Kantilenen- Phrase! gewöhnt. Diesmal brachte er die rste, schon 20jährige Sinfonie den Corellischen Bariationen eine rein- etüdenhofte Aufmachung, Dann kommt der Bruch: mitten in Recznizers als Reizmittel. Mendelssohns Run- Blas- Duvertüre mitten in Mendelssohns Konzert ein Pazzer, eine Unstimmigkeit, ein leitete als Berlegenheitsnummer schwungvoll ein. Dann spielte Frau, Flageolett- Berfager, ein Kragen. Die Stimmung neigt sich dem Burmester Maggs Schumanns Klavierkonzert. Der Eindruck inmpathischen Kammermusiker zu und wendet sich vom Birtuofen ab. blieb geteilt. Anmut und weiches Berweilen in verfonnenem Ge- Mag fein, daß auch ihm die hölzerne Begleitung des indisponierten fang, Präzision der Finger und rhythmische Sicherheit sind die Bor- Wilhelm Scholz die Laune verbarb. Ritty Cerpentobá geigt züge. Dem stehen Berschwommenheiten und ein gewisses Nichts- mit dem Tempcroment der tschechischen Ration, sauber, bewußt und sagen der Bässe, auch eine Starre des Tons gegenüber. Singt die mit fraftvollem Strich Pianistin eine Bartie schön und voll, so verliert sie sich dann leicht Kultur, und an anderen, als virtuos aufgepußten Salonstückchen Der Ausdruck des Tons bedarf noch der in ein ftummes Begleitspiel. Es ist sozusagen ein tünstlerisches werden wir später ihre Musikalität beurteilen fönnen. " Seine Rede murde viefach durch tas Beifallsgedröhne der akademischen Jugend unterbrochen. Es schien, daß man die Hauptmann- Feier an der Universität benußen wollte, um sich fest und deutlich zu der Vaterlandsliebe dieses republikanischen Redners zu stellen. An diefem Einbrud änderte auch nichts die diplomatische Ansprache Gustav Roethes, der sich immerhin einer gewiffen Mäßigung befleißigte, als er Gerhart Hauptmann die Dantadresse der Deutschen Goethe- Gesellschaft überreichte, Im Namen des Schußverbandes Deutscher Schriftsteller sprach Artur Ioeffer. Der Schutzverband ernennt seinen erfolgreich ften und erlauchtesten Kollegen zum Ehrenmitgliede. Felig pl länder durfte mit vertraulichem Du zu Gerhart Hauptmann reben, als er ihm die Ehrengrüße des Deutschen Theaters in Berlin und des gesamten deutschen Theaters überbrachte. fönlich die Stufer zum Rednerpulte empor. Erwartungsvolle Stille. Gerhart Hauptmann ftieg perist schön anzusehen. Er ist ungebeugt, er Gerhart Hauptmann nimmt all die feiner Berson der deutschen Dichtung überhaupt zolle. Er liest mit Berklärung entgegen als ein n Tribut der Achtung, den man in starter Stimme das Manuskript ab, das er in der Aula der Universität der Jugend anzuvertrauen hat. Seine Borte sind schön gemeißelt. Er findet ein sehr deutliches und volkstümliches und trobem sehr dichterisches Bild, als er vorschlägt, das Buch der Weltgeschichte durch einen Strich in zwei Teile zu trennen. Dann würden auf der einen Seite die Taten des Kriegerischen, des Grau deren Seite ständen die Berichte von allem Dienste, der der feineren samen, der Härte und der rohen Kraft verzeichnet, aber auf der an Kultur geleistet wurde, stände die Chronik von den Fortschritten Die Not der Wissenschaft. In der gestrigen Reichstagsligung wurde der von sämt lichen Frattionen mit Ausnahme der Kommunisten eingebrachte Ge fegentwurf zur Abänderung des Berdrängungs, des Kolonial und des Auslandsschädengefeges vom 28. Juni 1921 in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenommen. Es folgt dann die Interpellation des Zentrums über die Not der deutschen issenschaft, die Abg. Dr. Schreiber( 3.) begründet. Wir stehen vor einer geistigen Berarmung, die mit größter Besorgnis erfüllen muß. Lehre und Forschung leiden gleichmäßig in den Geisteswissenschaften und in den Naturwissenschaften. Unsere Forschungsinstitute haben einen so großen Ausgabeetat nach der persönlichen und fächlichen Seite hin zu tragen, daß für die Forschung nichts mehr übrig bleibt. handelt sich hier um den Niedergang deutscher WeltEs größe und deutschen Weltruhms.( Sehr richtig!) In unsere Bibliotheken sind unendlich viele Büden gerissen worden. Ausländische Bücher können kaum noch angeschafft werden. Ein englisches Buch über die Bererblichkeit von Augentrantheiten foftet 3. B. 80 000 m. und würde, wenn eine Bibliotheft es anschafft, die Hälfte ihres Etats verschlingen. Die Bibliothefen haben einen Rückschrift gemacht ungefähr auf das Jahr 1900. Bedauerlicherweise findet auch eine große Abwanderung deutscher Privatbibliotheken ins Ausland statt. Dazu fommt der Rüdgang der wissenschaftlichen Bücherproduktion. Die Deffentlichkeit beachtet viel zu wenig, wie sehr unsere Hochschulen an wissenschaftlichen Lehrkräften und gutem Nachwuchs Mangel leiden. Ein Teil von ihnen wandert in die Industrie ab und geht der Wissenschaft verloren. Nicht nur der Student, auch sehr viele Privatdozenten er= werben jezt ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit bei Kanal. und Eisenbahnbauten, in Bergwerfen usw. Durch den Werfftudenten erfährt die deutsche Wissenschaft eine neue Belastung. Wer acht Stunden förperlich arbeitet, fann unmöglich in der Nacht ernste und erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit leiften. In größter Sorge fehen unsere deutschen Museen, wie das Germanische Museum in Nürnberg, die Deutsche Bücherei in Leipzig und das werdende Deutsche Museum in München der Zukunft entgegen. Auch das wissen schaftliche deutsche Verlegertum ist von großer Not betroffen. Um all diesen Nöten der deutschen Wissenschaft zu begegnen, muß die Reichsregierung die der Wissenschaft dienenden Etatsmittel bedeutend erhöhen. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft muß eine sehr beträchtliche Erhöhung ihrer Ruschüsse erhalten, wenn sie auch in der Zukunft fruchtbare Arbeit leisten soll.( Beifall.) Staatssekretär Schulz sagt in Beantwortung der Interpellation: Für die Notgemeinschaft hat das Reich zunächst 20 Millionen bewilligt. Im Haushalt 1922 wurde die Summe verdoppelt und durch einen Nachtragsetat werben weitere 40 millionen gefordert. Das Reich darf den von ihm beschrittenen Weg nicht wieder verlassen, meil sonst die Gefahr unwiederbringlicher Verluste entsteht. Für 1923 hat die Notgemeinschaft 200 Millionen gefordert. Das Reichsministerium des Innern ist für die Wissenschaft bemüht, soweit die Finanzlage es geftattet. Sache der Länder ist es, den Privatdozenten zu helfen. Für die Studentenhilfe find 45 Millionen zur Verfügung gestellt worden. Die Anregung aur steuerlichen Erleichterung für die geistigen Arbeiter wird dem Finanzministerium weitergegeben werden. Für die Notgemeinschaft haben wir 20 Millionen im Etat bereitgestellt und hoffen, damit die deutsche Kunst stüßen zu fönnen. Die Besprechung der Interpellation wird beschlossen. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr Tagesordnung: Liquidationsschädengesek, Besprechung der Interpellation über die not der Wissenschaft, Beratung der Geschäftsordnung. Schluß 5% Uhr. Die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung wird die Vollfigung des Reichsrats am 16. November beschäftigen. Es ist mit einer namhaften Steigerung der Unterstützungssäge für die Erwachsenen, insbesondere für die Familienväter, au rechnen, die voraussichtlich bereits am 20. November in Wirksamkeit treten wird. Die Frage der Auslieferung der italienischen Syndifaliften. Wie die PPN. hören, hat das Kabinett Wirth in seiner letzten Sigung die Entscheidung über die Anslieferung der italienischen Syndikalisten Ghezzi und Bacchi bertagt, weil die Angaben der Verteidiger und der Angeklagten in so soroffem Widerspruch zn notwendig wurde, die bereits abgegangen ist. Um Wucherbekämpfung in Preußen. Energische Maßnahmen. I unferer Redakteure gebeten, sich von der Unmöglichkeit der erhobenen Beschuldigungen durch Afteneinsichtnahme zu überzeugen. Dieser hat tatsächlich die Atten jenes StellungZu der bereits gemeldeten Berufung des Abgeordneten ohne daß Beamte der Organisation dabei anwesend waren und den suchenden, von dem in der Zuschrift die Rede war, einsehen können, Grzesinsti als Oberregierungsrat und Leiter des Preußischen Namen des Betreffenden erfuhren. In den Aften war feinerlei Candespolizelamtes erfahren die Ppr. noch folgendes: politische Anmerkung zu entdecken, wohl aber fonnte festgestellt und die damit zusammenhängende unerhörte Teuerung lassen infolge Frühjahr 1921 mehrfach und sehr dringlich bemüht hat. Die in erschreckendem Maße zunehmende Entwertung der Mart werden, daß der Rano sich für den Stellungsuchenden seit dem der immer steigenden Nöte die schwersten Gefahren für die Ruhe, Nachdem wir jener Buschrift Raum gegeben, halten wir es für Sicherheit und Ordnung erwarten. Unter diesen Umständen sind die eine Pflicht der Objektivität, von diesem negativen Resultat Maßnahmen gegen den Wucher, auf deffen Bekämpfung verständlich, daß unser grundsätzliches Urteil über die Notwendigkeit der Nachprüfung unseren Lesern Kenntnis zu geben. Es ist selbstvom Preußischen Ministerium des Innern von jeher das größte Ge- derartiger privater Arbeitsnachweisorganisationen dadurch nicht wicht gelegt wurde, von höchster Bedeutung. Um nun alles Erdent- berührt wird. Wir wissen, daß von anderer Seite ähnliche Vorgelegt, daß das dem Preußischen Ministerium des Innern unter- schränken auf das, was wir selber feststellen konnten. liche nach dieser Richtung zu tun, wird besonderes Gewicht darauf würfe gegen den Rano erhoben werden, müssen uns aber be feille Landespolizeiamt mit allen Sträffen sich dieser Aufgabe zuwenden kann. In diesem Sinne ist der Abgeordnete Grzefinsfi, der feinerzeit als Chef der Heeresabwidlungsstelle ein außerDie Presse und das Schuhgeseh. gewöhnliches Maß von Organisationstalent, umsicht und Der Hauptvorstand des Reichsverbandes der deutschen Preffe", Energie bewiefen hat, zum Leifer des Preußischen Landespolizei- dessen Borsitzender der deutschnationale Paul Bäcker von der Deut amtes ernannt worden. Der Oberregierungsrat Schoof, der bis schen Tageszeitung" ist, hat sich am Sonntag erneut mit dem Gesez vor kurzem mit der Wahrnehmung von Aufgaben im Ministerium zum Schuße der Republik befaßt, insbesondere mit den Be des Innern beauftragt war und von diesen Obliegenheiten entbunden stimungen, die die Presse und ihre Meinungsfreiheit berühren. Der wurde, um seine ganze Arbeitskraft und Sachfenninis ungeteilt den Verband hält es für notwendig, diese gegen reaktionäre antirepubliwichtigen Aufgaben der Wucherbekämpfung im Rahmen des Wir- tanische Hetzblätter gerichteten Bestimmungen auszuhöhlen und fungsfreifes des Landespolizeiamies widmen zu können, wird nach den Staatsgerichtshof bei der Entscheidung dieser Verbote furzer Einarbeitung des neuen Chefs wieder in das Ministerium des auszuschalten. Zum Schluß richtete er an alle Berufsgenossen 3nnern zurücktreten und das Landespolizeiamt von feiner dortigen die dringende Mahnung, Ausschreitungen in der Polemik in dieser Stelle unterstützen. Das Landespolizetamt wird weiter mit aller schweren Zeit des Vaterlandes besonders sorgsam zu vermeiden". Schärfe gegen den die Bevölkerung ausraubenden Wucher vorgehen und hofft dabei auf die Unterstüßung breitester Boltsschichten, ohne deren Tätigkeit und aufmerksame mitwirtung jegliche Bekämpfung des Wuchers illuforisch gemacht werden würden. Weitere Maßnahmen zum Zwede der Wucherbekämpfung werden vom Preußischen Ministerium des Innern fowie vom Landespolizeiamt in kürze erfolgen. Es ist ja begreiflich, daß die Berufsorganisationen der Journa listen die Freiheit der Presse sicherstellen wollen. Indessen ist es taum notwendig, dabei mit der Abänderung des Schutzgesetzes zu beginnen, das bisher nur sehr bescheidenermaßen zur Anwendung gelangte. Vielmehr erschien es notwendig, daß sich der„ Reichsverband der deutschen Presse" mit dem ungeheuerlichen Urteil des Münchener sogenannten Volksgerichtes gegen die Freiheit deutscher Journalisten beschäftigte. Aus dem Bericht über Zum Leiter der Abteilung W( Wucher) des Berliner Polizei- die Sigung des Hauptvorstandes geht aber nicht hervor, daß der präsidiums dürfte Regierungsrat Meyer berufen werden. Re- Fall Fechenbach verhandelt worden ist. Ist das für den gierungsrat Meyer gehört zu den aus dem Arbeiterstande hervor- deutschnationalen Herrn Bäcker etwa zu heißes Eisen oder endet die gegangenen Beamten; er war ursprünglich Holzarbeiter und wäh- Pressefreiheit an den bayerischen Grenzen? rend der Revolutionszeit Mitglied des Zentralrates der Arbeiterund Soldatenräte. Landwirtschaft und Kartoffelversorgung. Der Anschlag auf Scheidemann. Anklage gegen Huster und Dehlschläger. Leipzig, 15. November.( BTB.) Im Prozeß wegen des An bis 11. November 30 Millionen Zentner Kartoffeln der in der nächsten Zeit vor dem Staatsgerichtshof verhandelt Die Reichseisenbahn hat in der Zeit vom 1. September schlags auf den Oberbürgermeister Scheidemann, mehr befärdert wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Es sind mird, ist den beiden Berhafteten jetzt die Anflageschrift zu= 267 499 Wagen zu je 15 Tonnen gestellt und mit 80 649 700 Bent- gestellt. Angeflagt sind der 22 Jahre alte Kaufmann Hans Huster nern Kartoffeln beladen versandt worden. Trotzdem wird man aus Elberfeld und der 19jährige Landwirt Karl Dehlschläger wieder behaupten, die Eisenbahn habe beim Transport der Rar aus Althammer bei Cosel( D.-S.). Huster führte den Mordversuch toffeln versagt. Ein Beweis dafür ist folgender Vorgang: Die aus, während Dehlschläger die Flüssigkeit beschafft haben soll, die Bommersche Vereinigung der Ortsgruppe Friemersheim Huster Scheidemann in das Geficht spritzte. am Niederrhein hatte bei der von Herzbergschen Verwaltung in Lottin Kartoffeln bestellt, die nicht geliefert wurden. Am 18. Oftober antwortete das Herzbergsche Rentamt, die Kartoffeln wären schon längst geliefert worden, wenn man einen Eisen. bahnwaggon bekommen fönnte, der schon vor 14 Tagen bestellt worden sei. Es wäre vielleicht ganz gut, heißt es in dem Brief, ,, wenn Sie auch von dort aus einmal aufflärend wirken könnten, daß die Schuld an der Verzögerung bei Starteffellieferungen nicht beim Landwirt, sondern an der Eisenbahn liegt." Die Feststellungen der Eisenbahnverwaltung haben ergeben, daß das Herzbergsche Rentamt erstmalig am 20. Oftober einen Waggon für Kartoffeln nach Friemersheim angefordert hat, der berits am 21. Ottober gestellt wurde. Erhöhung der Militärrenten. Amtlich wird uns geschrieben: Zwei Geheimbünde aufgelöst. " Der preußische Minister des Innern, Severing, hat mit Zuftimmung der Reichsregierung auf Grund des§ 1 des Gesetzes zur Durchführung der Artikel 177 und 178 des Friedensvertrages vom 22. März 1921 den„ Heimatbund Brandenburg und esttreise Bofen" und den Selbstschutz Chartottenburg E. 2." aufgelöst, weil aus ihrem Verhalten hervorgeht, daß ihr Zweck in Widerspruch zu den Bestimmungen des Friedensvertrages steht. Personen, die sich an den beiden aufgelösten Vereinen als Mitglieder beteiligen, werden mit Geld= strafe bis zu 50000 Mart oder mit Festung bis zu drei Monaten oder mit Gefängnis bis zu gleicher Dauer bestraft. Kongreßrede Lenins. den Akten ſtehen, daß eine Rückfrage an die italienische Regierung Teuerungszulage nach§ 87 RBG. von 35 auf 170 v. H. bedeutet Rongreß der Kommunistischen Internationale mit einer Red: über Die mit Wirfung vom 1. Oftober 1922 erfolgte Erhöhung der Mostau, 15. November.( DE.) Gestern ist Lenin auf dem für alle Militärrentner, alfo einschließlich der im Erwerbs die neue Wirtschaftspolitik hervorgetreten. Lenin erklärte, des Technischen, von der Verfeinerung des Gefühls, von der Ent- Versorgungsgebührnisse. leben stehenden, eine Berdoppelung der gefeßlich zahlbaren wicklung der eblen Künste. Nur die Kriegstaten auf der einen Seite übrigen Militärrentnern zutell, soweit sie nicht nach anderen Vor- leginnen. Auf dem Gebiete der Finanzen sei die Stabilisierung Die gleiche Vergünstigung wird allen daß die Ergebnisse der neuen Wirtschaftspolitik sich bereits zu zeigen auf der anderen die Taten des geistigen Heldentums. Für welche schriften schon höhere Zuschüsse bekommen. Das Sterbegelb, die des Rubels erreicht worden.(?) Die friegerischen Operationen feien Seite Gerhard Hauptmann fich entschied, er ließ feinen Zweifel Pflegezulage und die den Blinden zustehenden Unterhaltskosten für durch die Einnahme Bladivostoks beendet. Der Hunger fei überüber feine Entscheidung. Mit diesem Gelöbnis nahm er Abschied den Führerhund werden zum zwölffachen Betrage der Säge des munden. Die Bauernschaft liefere freiwillig die Naturalsteuer ab von der akademischen Jugend, unter der niemand die streifenden Reichsversorgungsgefehes ausgezahlt. Neufeststellungen der Ver- und hege feine Gedanken an ein Auftreten gegen die Sowjetregiebunten Mützen entbehrte, von dem Reichspräsidenten Ebert, der trop forgungsgebührnisse finden im allgemeinen nicht statt. Die Ausrung. Auch in der Kleinindustrie mache sich ein Aufschwung be. der politischen Krise an diefer Feier teilnahm, und von all den zahlung der erhöhten Beträge erfolgt im wesentlichen durch die merkbar. Die Lage tes Profetariats in den Großstädten habe sich Würdenträgern, die sich hier versammelt hatten. Bostanstalten, in Bayern durch die Pensionszahlstellen, und zwar wird für November einschl. der Nachzahlung für Oktober der merklich gebessert.(?) In der Großindustrie gehe der Fortschritt Der Reichspräsident an Gerhart Hauptmann. breifache Betrag, in Bufunft aber der doppelte Betrag der Renten langsamer vor sich, aber auch hier bereiten sich die Bedingungen Der Reichspräsident hat das Ehrengefchent für Gerhart gezahlt. Die für die Berechnung des Versorgungsfrankengeldes und zu ihrer Hebung vor. Das Haupthindernis hierfür bilde das FernHauptmann, über das wir hier bereits berichteten, mit folgendem Bersorgungshausgeldes geltenden Höchftsätze find ebenfalls verdoppelt bleiben des ausländischen Kredits, ohne welchen auch industrielle Schreiben begleitet: worden. Gleichzeitig mit dieser allgemeinen Aufbesserung der Staate. nicht auskommen fönnten Die Konzessionen ständen zu Mein lieber, sehr verehrter Herr Dr. Hauptmann! Militärrenten find die im Falle des Bedürfnisses durch die Fürsorge- nächst nur auf dem Papier. Der Handel habe dem Staat 20 Milführende Deutsche, die ihren Namen in der Geschichte des Bater- ftellen zu gewährenden Leuerungszuschüsse und die für ihre Bemilli- lionen in Gold gebracht, die zum Wiederaufbau der Großindustrie gung maßgebenden Einkommensgrenzen im Verordnungswege auf landes eingegraben haben, zu ehren, habe ich das Symbol des bas Bier- bis Sechsfache, vom 1. Oktober ab bis zum Zehnfachen der verwendet werden sollen. Der russische Staatskapitalismus halte Reiches, den deutschen Adler, in Bronze prägen und diese Prägung im Gesez über Teuerungsmaßnahmen für Auguft vorgesehenen Säge den Boden, die Industrie und den Handel in feinen Händen, um auf einen Godel aufstellen lassen. Das erste Stüd diefes Adler erhöht worden. Der höchste Teuerungszuschus beträgt banach neben die Macht der Werftätigen(?) zu erhalten und den Weg zum Soschildes überreiche ich Ihnen an dem Tag, da ganz Deutschland an ber Rente für den Monat November beispielsweise für einen Bezialismus zu sichern, der Feier Ihres fechzigsten Geburtstages teilnimmt. In einer Beit schädigten, wenn er nur auf die Rente angewiesen und nachweislich der Unraft und Bedrängnis steht Ihr Bild leuchtend vor unferen einen Erwerb auszuüben nicht imftande ift, 6400 m., für eine Witwe Augen: An der Wurzel unserer Gegenwart geboren, haben Sie unter den gleichen Boraussetzungen 4800 m., Halbmaisen erhalten ihre Kämpfe und Wirrniffe vorausschauend empfunden und es ver- 2000 m., Bollmaisen 3000 m. Ein Elternteil hat Anspruch auf mocht, die ringenden Kräfte unserer Zeit und unseres Volkes zu 2500 m., ein Elternpaar auf 4100 M. Der besondere Kinderzuschuß sweftija" werden die Verluste infolge der Hungersnot aufgezählt. unvergänglicher Gestalt zu erheben. Liebe zum Baterland, auch in der für Beschädigte beträgt 1600 M. Die Nachzahlung der Unterschieds. Zeit seiner Leiden, Verständnis für die eigene Zeit, auch in ihrem beträge für den Monat November erfolgt in der zweiten Hälfte des chaotischen Drängen, haben Ihr Herz und Ihre Werke erfüllt. So möge Ihnen heute entgegenffingen, daß das deutsche Bolt Ihren Namen als den eines Führers ehrt, daß unsere Seit die leherische Bedeutung Ihres Schaffens begreift. Es hat einen tiefen Sinn, den niemand besser als Sie würdigen wird, wenn ich Ihnen als Zeichen des Dantes des deutschen Boltes diesen schlichten deutschen Adler Unter diefer Spigmarte brachten wir vor kurzem eine Zuschrift überreiche, als Zeichen, als ein Symbol dafür, daß ein großes organisation für persönliche Berufsvermittlung beschwerte. Nach aus Polizeibeamtenfreifen, die sich über den„ Rano", Reichs. ringendes Bolt Kraft und Mut aus den Werken feiner Meister jener Zuſchrift war einem ehemaligen Schupobeamten, der im 2 345 000 Stüd verringert und in den fünf Hunger- Gouvernements Schöpft. Mir persönlich ist es aber eine besondere Freude, Ihnen an diesem Tage meine aufrichtigsten, herzlichsten Glückwünsche zu sagen, ber Nachweisbeamten, einem ehemaligen Major, gesagt worden, er bestandes ist an den Folgen der Hungerkatastrophe zugrunde geRano" wegen Arbeitsvermittlung vorgesprochen hatte, von einem der Ukraine um 1074 000 Stüd. Der größte Teil dieses ViehIhr Ihnen stets ergebener Ebert." befände sich in Gesellschaft von Sozialdemokraten, gangen, ein anderer Teil nach den benachbarten Gouvernements veralso non fchlechten Leuten". Diese Weisheit hätte der fauft oder verschoben. Major aus einem dicken Aftenbande entnommen, den er vor sich hatte. Im allgemeinen wurde dem Rano vorgeworfen, daß er eine Organisation zur Vermittlung deutsch nationaler und monarchistischer Personen aus dem ehemaligen Heer, der jezigen Reichswehr und der Polizei sei. denen ich hiermit Ausdrud gebe ols Im Neuen Volkstheater werden wegen Behinderung eines Haupt. darstellers am Sonntag, den 19. an Stelle von Michael Kramer"" Der Engländer" und" Satyros" gegeben. Monats. " „ Rano". Die russische Hungerkatastrophe. Warichan, 14. november.( RP.) In der Moskauer Vor allem hat sich in den Gebieten, die vom Hunger betroffen waren, die Saatfläche vermindert. Dieselbe betrug im Jahre 1920 20 412 000 Deßjatinen, im Jahre 1922 dagegen nur 16 986 000. Die Bevölkerung in den Hunger- Gouvernements hat sich um 21 Millionen verringert, also nach der Berechnung der 3sweftija" um 10 pro3. In der bachkirischen Republik find am bestand hat sich allein im Wolgagebiet in diesem Jahre um Hunger 25 proz. der Bevölkerung gestorben. Der VichDie Soldknechte Mostaus in der Roten Fahne" wenden sich in heftigster Weise gegen den Aufruf der Konferenz der sozialdemokra Die Auguft- Gaul- Gedächtnie- Ausstellung der Akademie der Künfte tischen Organisationen Rußlands an das internationale Proletariat, ist um eine Woche verlängert worden. Ter endgültige Schluß erfolgt Sonntag, den 19. November, nachmittags 5 Uhr. in dem die Verfolgungen der Sozialisten in Sowjetrußland geschildert Eine Einführung in die Philofophte( mit Aussprache) beginnt Polizeipräsident Lübbring die unter den Königsberger Polizeis Stirn leugnen, nimmt weiter nicht wunder. Daß sie es aber wagen, Diese Notiz hat weitere Kreise gezogen. Wie erinnerlich, hat werden. Daß die Kostgänger der Tscheta diesen Lerror mit frecher Gen. Dr. Apel Donnerstag abend 8 Uhr Rükomitr. 84d( Fald Steal beamten vom Rano veranstalteten Rurse auf Grund unserer Mit- das Auslandsfomitee der Sozialdemokratischen gymnasium). Die„ Rampe, das neue Grand- Buignol Theater auf dem Kurfürften: fation Rano diese Angaben durchaus peinlich waren. Sie hat des- zehnten in den ersten Reihen der internationalen Arbeiterbewegung teilungen furzer Hand verboten. Es ist begreiflich, daß der Organi Arbeiterpartei Rußlands, dessen Mitglieder seit Jahrbamm das unter der Direktion von Nola Valetti Sonnabend eröffnet halb ihr Material an Sagungen und Anweisungen an ihre Filial- fämpfen, als gemeine Sandlanger und bezahlte wird, bringt sechs Bühnenwerke, darunter eine in Deutschland noch unauf- leiter uns unterbreitet und wir müssen bestätigen, daß in den An- Spione der Weltbourgeoisie" zu bezeichnen, zeugt von geführte tomische Oper von Friedrich von Flotow. Eine ungarische Goethe- Gesellschaft, ist in Budapest gegründet weisungen für seine Beamten ausdrücklich, unter Hinweis auf das einer so niedrigen Gesinnung, daß die kommunistischen Arbeiter im worden. Sie hat fich außer dem Goethe- ult die Pflege der deutsch- Arbeitsnachweisgefeß, die Frage nach politischer Zugehörigkeit ber eigenen Parteiintereffe dafür sorgen müßten, den er angarijchen literarischen Beziehungen zur Aufgabe geftellt. Stellensuchenden untersagt ist. Der Rano hat außerdem einen faffern derartiger Schmutzereien das Handwerk zu legen. Gewerkschaftsbewegung durchgeführt hätten. Sierzu fei bemerkt, daß diese Sektion eine| diefes angeblich zu hohen Angebots machte Herr Tedlenburg der derartige Stärke noch nie erreicht hat. Die höchste Mitgliederzahl Firma erregte Borhaltungen. Es wurde schließlich ein Vergleich in betrug laut Abrechnung vom III. Quartal: 8ementierer 250, Ein- der Höhe von 6000 m. abgeschlossen. Kommunistische Treibereien unter den Eisenbahnern. ihaler 274, Betonarbeiter 146, insgesamt 670. Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Rote Fahne" und die„ Südwestdeutsche Arbeiterzeitung" brachten in ihren Sonnabendausgaben wiederum in Sperrbrud eine übereinstimmende Notiz, daß 40 000 Eisenbahnarbeiter bei der Direktion Frankfurt a. M. vorstellig wurden und in ultimativer Form bis Montag, den 13. Rovember, eine Vorschuszahlung in Höhe von 15 000 m. forderten. Ferner, sofortige neue Verhandfungen über Neufestsetzung der Novemberlöhne. In den Beröffentlichungen wird weiter erzählt, daß der Präsident die Forde rung der Arbeiter für berechtigt erklärte und daß die Eisenbahner einmütig in Betriebsversammlungen beschlossen haben sollen, ben Rampf aufzunehmen", falls diese Forderungen nicht erfüllt werden. Die Bezirksleitung des DEB., die an den Berhandlungen mit der Direttion beteiligt war, schreibt uns hierzu: Bei der Verhandlung mit dem Präsidenten Dr. Stapff in Gegenwart der beiden Lohndezernenten und einer kleinen Deputation der Betriebs- und Werkstättenbelegschaften wurde wohl mit allem Ernst auf die geradezu trostlose Lage der Eisenbahnarbeiter hingewiesen und die Forderung der Borschußzahlung von 15 000 m. auf die zu erwartenden Lohnerhöhungen für November begründet. Von der Stellung eines Ultimatums ist der Bezirfs. leitung jedoch nichts befannt! Wenn eine solche Forderung von den Deputationen einzelner Frankfurter Dienststellen der Bezirksleitung zur Vertretung bei der Direktion übermittelt worden wäre, hätte sie diese Anträge unter allen Umständen ablehnen müssen. da die Unmöglichkei der Durchführung bei unserem komplizierten Verhandlungsapparat jedem Eisenbahner ohne weiteres verständlich ift. Die Eisenbahndirektionen oder die Präsidenten derselben fönnen feinen Pfennig Lohnerhöhung oder Borschuß zahlen, sondern müssen in jedem Einzelfall erst die Genehmigung der Reich sie gierung hierzu einholen. Die fommunistische Preffe glaubt jedenfalls, daß sie durch Veröffentlichung solcher Tendenznachrichten Stimmung" im Lande erzeugen fann, um die Eisenbahner zu Unbesonnenheiten zu verleiten. Nirgends ist beschlossen worden, daß der Kampf aufgenommen merden soll, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden. Solche Beschlüsse umgaufeln jedenfalls nur tommunistische Hirne, denn von Leuten, die Berantwortlichkeitsgefühl besigen und Kenntnis von den Einrichtungen und Beschlüssen der Gewerkschaftsinstanzen haben, follte man annehmen, daß fie fo leichtsinnig nicht handeln. leber Aufnahme eines Rampfes fann nicht eine einzelne Dienststelle entscheiden. Die Bezirksleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes, in Berbindung mit dem Bezirksbetriebsrat und unter Teilnahme einiger Bertreter Frankfurter Dienststellen haben es als ihre selbstverständ. liche Pflicht gehalten, dem Präsidenten der Frankfurter Direktion ein getreues Spiegelbild der augenblicklichen Notlage unserer Kollegen zu unterbreiten. Unsere Forderungen fanden bei dem Präsi henten Zustimmung; das heißt, auch er vermochte sich der Zuspigung der Verhältnisse nicht zu entziehen und mußte unseren Erklärungen und Forderungen zustimmen. Demzufolge erteilte er Auftrag, nach folgenden Telegrammbrief an die Reichsregierung Berlin abzu fenden: Bahntelegramm. Fri.( M.), 9. 11. 22. 2.25 nachm. Reichsverkehrsminister, Berlin. Bertreter des Betriebsrates, der Gewerkschaften und der Be legschaft von Großfrankfurt werden vorstellig wegen fofortiger Zahlung eines Vorschusses von 15 000 m. in Ortstlaffe A mit entsprechender Abstufung für die übrigen Ortsklassen auf die zweifellos weiterzuerhöhenden Novemberlöhne. Forderung er scheint bei der seit 8 Tagen eingetretenen und sich täglich fort fehenden Martentwertung, die sich in bis jetzt bereits mindestens 100proz. Erhöhung der Lebensmittelpreise ausgewirft hat, gerechtfertiat. So fofteten am 4. 11. ein Pfund Margarine 500 M., heute 1000 m. 1 Bfund Mehl 120 m., heute 210 M. 1 Pfund martenfreies Brot 80 m., heute 160 Mt. 1 Pfund Wurft 300 M., heute 600 m. 1 Pfund Schmalz 700 m., heute 1400 m. Berhandlungen über Ortslohnzulagen fönnen nicht abgemartet werden. Ungesäumte Fortsegung allgemeiner Lohntarifverhandlungen unbedingt geboten. Stetig wachsende bedrohliche Erregung unverkennbar und gesteigert durch angeordnete Einbehal tung der zwei Fünftel der Abschlagszahlung auf Novemberlöhne. Zurückziehung dieser Maßnahme und schleunigste Drahtentschei dung über Vorschußzahlung im Interesse der Aufrechterhaltung des Betriebes dringend geboten. Direktion Frankfurt, gez. Stapff, Präsident. Den fommunistischen Drahtziehern möchten wir am Schlusse ben guten Rat geben, ihre Finger von Dingen zu lassen, von denen fie herzlich wenig verstehen oder nichts verstehen wollen; mindestens aber nicht jedem albernen Schwäger aus ihren Reihen Gehör zu schenken. Es sollte Pflicht jedes Redakteurs fein, bevor er Nachrichten, die in ihren Auswirkungen unabsehbare Folgen zeitigen fönmen, veröffentlicht, sich bei der zuständigen Organisationsleitung über deren Richtigkeit zu informieren. Wer dies unterläßt, handelt un verantwortlich und fällt den Gemertschaften in den Rücken, erschwert ihre Tätigkeit und schädigt die Interessen der Arbeiter." Gewerkschaftszerstörer. Bom Bauarbeiter Verband wird uns geschrieben: Der Roten Fahne" und ihrem Anbang ist nach Moskauer Art jedes Mittel recht, die freien Gewerkschaften und ihre Führer in der gröbsten Weise zu verunglimpfen. Ganz besonders haben es jene Leute auf den Deutschen Bauarbeiter Verband und die an leitender Stelle stehenden Personen abgesehen. Die Lüge ist nach wie vor ihre Waffe. In der Morgenausgabe der Roten Fahne" vom 11. d. M. bat wiederum ein Apostel jener Moskau Jünger seinem Herzen Luft gemacht. Da es uns anefelt, uns mit geborenen Querulanten und kommunistischen Wirrköpfen fortgesett in der Tagespresse zu unterhalten, sei zu dem Geschreibsel fura folgendes geiagt: Die Resolution der Baustelle Glanz- Film Gefelichaft in Stöpenick ist eine Massenfabrikationsresolution, die zur Jrreführung der Mit gliedschaft benutzt wird, außerdem Versprechungen in sich birgt, die das Erlöschen der Mitgliedschaft im Deutschen Bauarbeiterverband zur Folge hat. Wir haben unsere Mitglieder an anderer Stelle über die Beitragssperre aufgeklärt und gewarnt, diesen Jrrweg zu beschreiten. Was das Zustandekommen der in Lankwiz und Tempelhof gefaßten Beschlüsse der Beitragssperre betrifft, sei bemerkt, daß dies Begleiterscheinungen fommunistischer Agitationepraltifen find. Wir gönnen ihnen das Vergnügen. Die unsererseits unternommene Beitragefaisierung ist ein Beweis dafür, daß das Gros der Mitglieder unferem Verbande die Treue bewahrt. Dann leisten fich die Organisations zerstörer noch ben Echera, ber breiten Deffentlichkeit vorzuschwagen, daß bis jetzt 900 von 1000 Mitgliedern der Sektion der Betonarbeiter die Beitragsiperre S Die in der Roten Fahne" gebrachte Notiz vom 15. b. M., Thöns hätte in Fraktionsfigungen die Delegierten gewählt, ist glatt erfunden. Dann gestattet sich die Oppositionsleitung im Bauarbeier Verband für unsere Mitgliederversammlung Propaganda zu machen. Jn der„ Roten Fahne" vom 15. November ist wörtlich zu leien: Es ist daher notwendig, an allen Veriammlungen teilzunehmen und zu fordern, daß wir als Mitglieder in solchen wichtigen Fragen zu entscheiden haben." Sollte die Dummheit dieser Leute wirklich so weit geben, daß sie sich auf Grund ihrer Treibereien noch heute als Mitglieder fühlen? Im übrigen sehen wir der weiteren Entwicklung der Dinge mit der größten Ruhe entgegen. Der Vereinsvorstand. Generalversammlung der Berliner Eisenbahner. Der zweite Fall betrifft die Klage eines Arbeiters auf Weiterbeschäftigung bzw. Entschädigung wegen einer als Maßregelung aufzufassenden Entlassung nach Beendigung eines Streifs. Die Klage wurde fostenpflichtig abgewiesen. In der Begründung heißt es: " Der Kläger gibt selbst zu, am 27. Juni in den Streit getreten zu sein. Wenn die Beklagte ihn nach Ablauf des Streiks nicht wieder eingestellt hat, so hat sie damit feine Maßregelung gegenüber dem Kläger ausgesprochen. Maßregelungen find lediglich Lohnfürzungen und überhaupt sonstige Schlechterstellungen gegenüber den Berechtigungen aus einem Vertrage. Im vorliegenden Falle aber handelt es sich darum, daß die Beklagte die Wiedereinstellung des Klägers nach Ablauf des Streifs verweigert hat. Hierin liegt keine Maßregelung." Lohn oder Trinkgeld? Der einfachste Arbeiter ist imftande, den gelahrten Juristen Tecklenburg zu belehren, daß er über das, was eine Maßregelung ist, Am 14. November fand die ordentliche Generalversammlung mindestens falsche Vorstellungen hat. Man hat mit Recht über die der Berliner Ortsgruppe des Deutschen Eisenbahnerverbandes für Weltfremdheit der Juristen geflagt. Daß aber ein Jurist am Berliner das dritte Quartal statt. Beefer erstattete den Geschäftsbericht, Gewerbegericht im Jahre 1922 noch folche Anschauungen als„ Recht“ in dem er hervorhob, daß die wirtschaftliche Lage sich in der Berichts- verkünden kann, ist ein Anachronismus eigener Art. zeit weiter ganz empfindlich verschärft hat. Infolge der fortschreitenden Geldentwertung war der Reallohn gegenüber der Borkriegszeit um 39 Proz. gesunken. Im Laufe des Jahres, und zwar im Auguft, war es gelungen, dieses Minus auf 13 Broz. herunterzudrücken, was zweifellos ein Erfolg der Organisation war. Die Firma Schawaller u. Co., Alexandrinenstr. 93/94, Im Laufe des Oktobers schnellte diese Kurve aber auf ca. 52 Broz. heutigen Zeit in der 1 Pfund Schmalz bereits 1300 m. foster bekommt es fertig, ihrem verheirateten Handelshilfsarbeiter in der herab. Die Mitgliederbewegung weist trotz der ungünstigen wirt einen Wochenlohn von 1700 Mart zu zahlen. Wir wissen fchaftlichen Verhältnisse eine Zunahme auf. Gegen 20 270 Mitsuicht, ob sich in Deutschland ein Gericht finden wird, das den Mut glieder am Schluffe des zweiten Quartals waren am Schluffe des hätte, einen Mann zu bestrafen, der sich unter solchen Umständen britten Quartals 20 954 Mitglieder zu verzeichnen. vom Eigentum seines Stlavenhalters seinen Lebensunterbalt aneignen würde. Die Ortsverwaltung hat im Laufe des Berichtsquartals die von der früheren Generalversammlung gefaßten Beschlüsse in die Tat umgesetzt und hat somit die Ortsgruppe auf eine gesunde Grundlage gestellt. Von den Diskussionsrednern wurde allseitig anerkannt, daß die Arbeiten der Ortsverwaltung von dem Bestreben getragen waren, das Beste für die Mitgliedschaft zu erreichen. Eine Entschließung wurde einstimmig angenommen, die besagt, Verbandsvorstand möge dahin wirken, der Uns wird geschrieben: der Firma Schawaller u. Co. darauf besinnt, daß er Menichen beVielleicht tragen dieie Zeilen dazu bei, daß sich der Inhaber schäftigt und diesen Menschen auch einen solchen Lohn zahlen muß. daß sie nicht als Tiere vegetieren müssen." " Der wilde Streit im Araftwerk bei Hirschfelde ist beigelegt. a) daß die Novemberbezüge durch sofortige Berhand. Der Zentralvorstand des Verbandes der Maschinisten und lungen mit der Regierung der Preissteigerung entsprechend erheizer erhielt durch die Mitteilung im Vorwärts" am Sonntag höht werden und die sich ergebenden Mehrbeträge unverzüglich von diesem Streit erst Kenntnis und griff daraufhin sofort ein. und im vollen Umfange zur Auszahlung gelangen; Durch seine Vermittlung wurde der Streit beigelegt und die Arbeit gestern nachmittag wieder aufgenommen. b) daß die freigewertschaftlichen Spizenorganisationen zu fammen mit den sozialistischen Parteien die Regierung zwingen, endlich die notwendigen und längst geforderten gefeglichen und wirtschaftlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die mit Not und Berzweiflung ringenden Arbeitnehmer vor völ liger Berelendung zu bewahren; c) daß allen Versuchen des kapitalistischen Unternehmertums, den Achtstundentag zu beseitigen, der geschlossene Widerstand der Gewerkschaften entgegengesezt wird. Gegen den von der KPD. inszenierten Reichsbetriebsrätefongreß wurde die im gestrigen Abendblatt veröffentlichte Entschließung mit großer Mehrheit angenommen. Zum Schluß wurde der von der Statutenberatungsfommission vorgelegte Entwurf zu einem Drtsstatut gegen wenige Stimmen angenommen. " Die Eisenbahner gegen den Betriebsrätekongreß. Eine Bezirkskonferenz der Eisenbahner in Stettin faßte folgende Entschließung: Die in Stettin tagende Bezirkskonferenz des Dentschen Eisenbahnerverbandes steht auf dem Standpunkt, daß die organisatorische Zusammenfassung der Betriebs- und Beamtenräte nur durch die und in den Gewerkschaften zu erfolgen hat. Jede Einmischung außenstebender unverantwortlicher Stellen ist auf das entschiedenste abzulehnen. Hierzu gehört in erster Linie der von der Geierlichaftszentrale der Kommunistischen Bartei einberufene Reichsbetriebsrätefongreß und alle damit parallel laufenden Vers bände oder Bezirkefongreffe. Beide sind nicht dazu angetan, die wirtschaftliche Lage der Arbeitnehmer zu bessern, sondern schaffen nur Verwirrung und gefährden die Einheit der Organe. Kollegen, achtet aller Warnungen der Verbandsorgane bewußt außerhalb des die sich dennoch an diesen Bestrebungen beteiligen, stellen sich ungeVerbandes." Kommunistische Kongresmache. In der Morgenausgabe der„ Roten Fahne vom 5. November ist eine Notiz unter der Ueberschrift: Die Belegschaft der UII. stein A. G. für den Betriebsrätefongreß", veröffentlicht die eine bewußte Jrreführung darstellt. Es heißt in dieser Notiz, daß die Belegichaft mit 8meidrittel- Mehrheit den Befolus faßte, den Betriebsrätefongreß zu beschiden. Dazu haben wir folgendes zu bemerken: In einer Betriebsversammlung am 12. November, die zu dem Betriebsrätefongres Stellung nehmen sollte, wurden für die Beschichung des Stongreffes 160 Stimmen, dagegen 80 Stimmen abgegeben, während die Belegschaft girla 4000 Röpfe beträgt. Der Betriebsrat beschäftigte fich in seiner Sigung vom 18. November mit dem Ergebnis der Versammlung und faßte folgenden Befchluß: „ Der Betriebsrat der Firma Ulstein A.-G. fann in dem Beschluß der Betriebsversammlung vom 12. November, der dahin ging, einen Delegierten zu dem Betriebsrätefongreß zu entienden, und mit zirka 160 gegen 80 Stimmen gefaßt wurde, nicht ren Willen des zirla 4000 töpfe zählenden Gesamtpersonals erbliden. Er hält vielmehr an seinem Beschluß vom 26. Oftober fest, worin er die Beschickung des Kongresses a blehnt, und lehnt es außer dem ab, den Wahlatt zu dem Kongreß zu unterstützen." Hiernach ist auch die in der„ Roten Fahne" enthaltene Be hauptung, der Betriebsrat habe beichloffen, die Wahl eines Delegierten nicht zuzulassen, eine unwahrheit. Der Betriebsrat der Unstein A.-G. In dem Betriebe der Telegraphon, Hafenheide 5 6, mit etwa 80 Beschäftigten, wurden Listen mit 30 Ramen zur Wahl von Dedem Ersuchen, davon 15 Namen zu streichen und die Listen wieder legierten zum fommunistischen Betriebsrätefongreß ausgegeben mit abzugeben. Da es nichts weiter foftet, fiel auch der eine und andere organisierte Arbeiter auf den Befehl herein. Ein Beispiel für die Art der Wahlmache, die da getrieben wird. Ein merkwürdiger Gewerberichter. Es handelt sich um Herrn Dr. Tedienburg. Wie dieser als Borsitzender des Berliner Gewerbegerichts fungierender Gewerbe richter seine Stellung als Unparteiischer auffaßt, darüber zwei Beispiele: Bei einem Bergleichsversuch schlug der Vertreter des Klägers, ein Angestellter des Buchbinderverbandes, 7500 m. als Entschädigungssumme vor. Herr Dr. Tecklenburg machte den Vermittlungsvorschlag" von 1000 m. Hiernach bot die Firma 5000 m. Wegen " | Gewerbes: Buchtrudereien, Buchbindereien, ZeitungsverlagsanitalFür die Transportarbeiter folgender Gruppen des graphischen ten, Briefumschlag, und Luruspapierfabriken sowie Buchhandel sind die Tarifverträge für den Monat November abgeschlossen und können ufer 24/5, Aufg. B. II, 3. 31, in Empfang genommen werden. gegen Mitgliedsausweis beim Transportarbeiterverband, EngelDie Leitung der gewerkschaftlichen Landesorganisation Finnlands hat neulich zum gewertschaftlichen Reiseagitator und Organisator für die schwedischen Gegenden in Finnland einen bekannten Kommunisten ernannt. Ein anderer Bewerber, der zweifelsohne besser geeignet war, ist dabei übergangen worden, offenbar weil er ein Sozialdemokrat ist. Die Sache hat unter den schwedischen Arbeitern in Finnland große Aufmerkfamfeit erregt. Diese sind nämlich größtenteils Sozialdemo fraten und es verdrießt sie, daß die Leitung der gewerkschaftlichen Landesorganisation ihnen einen Spaltungsmann in dieser Weise aufzwingen will. tommunistischen auch geeignet, Aufmerksamkeit nicht nur in Finnland, sondern auch Gewiß ist diese Maßregel der finnländischen Landesorganisation im Ausland zu erregen. Es ist zu bedauern, daß die offenbar fommunistische Leitung der gewerkschaftlichen Landesorganisation Finn lands ihre Stellung mißbraucht, um tas tommunistische Spaltungswert in den fozialdemokratischen Organisationen zu unterstützen. Bereinigte SBD.- Buchdruder! Folgende wichtige Berfammlungen finden in den nächsten Tagen statt: Bezirk 1: Freitag 7 Uhr im Restau rant Blasig, Goglowskyjtr. 6. Bezirk 2: Sonnabend 7 Uhr im Lokal Birnbaum, Bastianstr. 2. Bezirk 3: Sonnabend 7 Uhr im Lotal Kluge, Danziger Str. 71. Bezirk 4: Freitag 7 Uhr im Restaurant Koblenz, Bog hagener Straße 17. Bezirk 5: Sonnabend 8 Uhr im Lotal Timpe, Adalbertstraße, Ede Naunynstraße. Bezirk 6( S. und SW.): Sonntag vor mittag 10 Uhr im Restaurant Schwachenwald, Gneisenauftr. 72. Be. girt 7: Freitag, 5% Uhr im Restaurant Wandtte, Schöneberg, BahnStraße 25. Bezirk 10: Sonntag vormittag 9½ Uhr im Lokal Räthel, Niederschöneweide, Brüdenstr. 15. Tagesordnung wird in den Ber fammlungen bekanntgegeben. Alle Genossen find verpflichtet, zu er scheinen. Bartei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Die vereinigten Aktionsausschüsse. Deutscher Transportarbeiterverband. Heute Donnerstag 7 Uhr Generalversammlung im großen Goale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Geschäfts, Raffen- und Arbeitsnachweisbericht für das 8. Quartal. Wahl der Mitglieder für den erweiterten Verbandsvorstand. Delegiertenbarten und Mit liebsbuch find mitzubringen und am Eingang zweds Legitimation vorzuzeigen. Ohne Legitimation tein Zutritt. Die Bezirksverwaltung. men- und Goldleistenindustrie Freitag nachmittag 5 Uhr im Marinehaus, BranDeutscher Wertmeisterverband. Bersammlung aller Bertmeister der Nahdenburger Ufer. Glaser. Freitag 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. BeDie Ortsverwaltung. richt vom Verbandstag. Bericht der Lohntommiſſion. Af- Mitglieder in Wagen und Karosseriefabriten. Freitag 5 Uhr in Saverlands Festfälen, Berlin C., Neue Friedrichstr. 35, Bersammlung. AFA. Mitgliedsbuch legitimiert. Betriebsräteversammlung Freitag nachmittag 4% Uhr 8entralfestfäle, Alte Zentralverband der Angestellten. Privatversicherung. Funktionär und Jakobstraße 30-32. Ober, Niederschöneweide, Johannisthal. Mitgliederver. fammlung Freitag 7 Uhr Restaurant Räthel, Niederschöneweibe, BrückenStraße 15. Zentralverband der Töpfer. Freitag 6 Uhr in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31, ordentliche Generalversammlung. Es ist Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen, da die Lohnverhandlungen resultatlos verlaufen find. Der Borstand. Berantwortlich für ben rebaft. Teil: Bieter Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Paul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. 3 Sieran eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Seimwelt". GARBÁTY DITTMANNS SYORK MAGGI Würze hilft in der Küche sparen. Man verlange ausdrücklich MAGGI Würze Dünne Suppen und Fleischbrühe, Gemüse und Soßen erhalten sofort kräftigen Wohlgeschmack durch Zusatz einiger Tropfen MAGGI³ Würze ** Vorteilhaftester Bezug in plombierten Originalflaschen Nr. 6.** Nr. 542 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Was Bücher erdulden müssen. Invaliden in den Bibliotheken. „ Bücher haben ihre Schicksale", und mitunter sind sie traurig.| Rückfrage die Antwort vom Berleger: Kann wegen der hohen HerWie traurig, das würde sich zeigen, wenn unsere Boltsbüchereien stellungskosten nicht neu aufgelegt werden. So wird die Cottasche einmal eine Ausstellung ihrer Invaliden" machten. Wie sehen sie Jubiläumsausgabe von Goethes Werfen nicht mehr gedruckt nur oft schon nach einem halben oder nach einem Jahr aus, sie, die einst eine Auswahl erscheint-, und zahlreiche der vielgelesenen Reisestattlich im schmucken Berlegerband oder in dauerhaftem Bibliotheks Halbleinen, foftet heute 200-300 21. Das bedeutet, daß die Buchbeschreibungen werden ganz vom Markt verschwinden. Ein Einband, band ihre Wanderung ins Publikum antraten? Ach, es geht ihnen binderkosten den Etat der Büchereien nahezu verschlingen. Und je oft herzlich schlecht, und sie werden zuweilen nicht sehr zart angefaßt. fchonungsloser die Bücher behandelt werden, desto mehr geht auf Besteht doch bei vielen unserer Leser die liebe Gewohnheit, den Umbinden, auf Reparaturen drauf. Man ist an den Stoßfeufzer der Büchern den Hals umzudrehen, d. h. sie aufzubrechen, um sie recht Lefer gewöhnt:„ Ach, was man haben will, ist niemals da." Ja, bequem lesen zu können. woran liegt das eigentlich? Nicht zum wenigsten daran, daß ein großer Teil der Bücher immer zum Ausbeffern oder zum Umbinden beim Buchbinder ist. Erbarmungslose Lefetiger. Im Regen, im Schnee werden sie spazieren geführt ohne Schützende Hülle. Was schadet's denn, wenn ein Buch naß wird! Man schützt feine Kleider, feine Hüte, man geht mit seinen Gläsern und Tassen vorsichtig um, aber Bücher behandelt man lieblos. Und doch find sie empfindlich, und doch haben gerade sie eine Seele. Nein, fie vertragen es nicht, in eine Martitafdhe zusammen mit Fett, mit Pflaumen oder Blaubeeren gepadt zu werden; sie lieben es nicht, mit fetten, mit schmuhigen Händen angefaßt zu werden, und„ Eselsohren" tun ihnen ganz gewiß weh. Ich weiß nicht, ob die Deutschen immer effen, wie es neulich ein Amerikaner behauptet hat, aber wenn fie lesen, effen fie anscheinend immer; die Bücher unferer Büchereien zeugten wenigstens davon. Spuren der verschiedensten Mahlzeiten, Fett-, Kaffee-, Marmeladefleden, Semmel-, Brofrefte, alles findet man darin. Wie überflüssig sind die mehr oder weniger geistreichen Randbemerkungen, mit denen viele Leser unsere Bücher zu ver zieren pflegen! Die meisten lesen ja ein Buch, um die Meinung des Autors tennen zu lernen und nicht die des Herrn X oder 3. Wenn ein eifriger Strindberg- Lefer den Autor an Frauenhaß übertrumpfen will, fo mag er doch seinem Ingrimm auf andere Weise Luft machen, als daß er ihn mit Kopierstift in ein Buch eingräbt, das ihm nicht gehört. Und fann man seine Uebereinstimmung mit Goethe gar nicht anders dokumentieren, als daß man Zeile für Zeile unterstreicht? Märtyrer des Wissens. Die meisten Menschen sind nicht mehr in der Lage, sich Bücher zu laufen; die Bibliotheken fönnen aus Mangel an Mitteln ihren Aufgaben nicht in vollem Umfange gerecht werden. Es ist also dringendste Pflicht jedes Benüters einer öffentlichen Bücherei, die vorhandenen Bücherschäße nicht durch Rücksichtslosigkeit und Unachtfamfeit noch mehr zu gefährden, als sie es ohnehin schon sind. Der Mann, der die Tür öffnet. Donnerstag, 16. November 1922 bühnengemeinden Hunderttausende nach schweren Arbeitstagen seelisch aufrichten und erfrischen, auch das geht heute schon geschichtlich zurück auf die Schöpfung jener Freien Bühne, für die einst der Name Gerhart Hauptmann führend und seine Kunst die Lojung war. Wenn heute seit langem zum erstenmal wieder der so nehmen auch wir diesen hellen Schein als stärkenden Trost in Name eines deutschen Dichters weit über alle Welt hin aufleuchtet, der Zeit schweren deutschen Schicksals und als Vorboten einer fichteren deutschen Zukunft." Annahme der Gewerbesteuer. langem Hängen und Würgen die Berliner Gewerbesteuer unter Dach Der städtische Gewerbesteuerausschuß hat gestern endlich nach und Fach gebracht. Sie wurde mit den Stimmen der Sozialdemo fraten, der Deutschen Bolkspartei und des Zentrums angenommen. Die Demokraten scheinen sich seitwärts in die Büsche schlagen zu wollen. In ziemlich langwieriger Beratung fam ein Kompromiß zustande. Die prozentualen Zuschläge sollen in folgender Staffelung erhöht werden: Klaffe 1 auf 3800 Proz. " 2 3 " " 2500 2250 " " " P u 144 m. des staatlichen Steueranfages nur die bisherigen Bon diesen Beträgen sollen in der 3. Klasse bei der Stufe bis Beiträge erhoben werden. Bei allen anderen Steuerpflichtigen der Klaffen 2 und 3, die Inhaber von Einzelfirmen oder Handelsgesellschaften find, also ihr Gewerbe persönlich betreiben, follen 1000 m. der Steuer abgesetzt, in der Klasse 1 sollen einheitlich weitere 6000 m. abgefeht werden. Das Gesamtergebnis der Steuer wird schägungsweise etwa 30 bis 40 millionen Mart weniger Verbrechen. Ein eleganter junger Menich öffnet eine Tür Nur eine offene Tür trennt oder verbindet die Gefellschaft vom betragen, als im Voranschlag des Magistrats vorgesehen war. fonst Immerhin wird mit etwa 1,8 Milliarden Ergebnis aus dieser Ernichts und wird zum Verbrecher an der Heiligkeit des Besitzes. höhung der Gewerbesteuer gerechnet werden können. Es ist anzuDie Tür zum Verbrechen ist jederzeit offen, der berühmte Fehl- nehmen. daß das Schicksal der Gewerbesteuer, wenn sie heute zur tritt ist eigentlich ein Fehlgriff auf die Türklinke. Ein scherz- Abstimmung tommt, nur von wenigen Stimmen abhängen hafter Einfall vor allzu willigen Dhren geäußert wird, da zweifellos bei der Volkspartei eine ganze Reihe ihrer Mitverschlingt wieder einen Angeklagten. glieder sich an der Abstimmung nicht beteiligen werden. Bekanntlich verfiel die Steuer schon bei der ersten Magistratsvorlage der Ablehnung durch eine Zufallsmajorität. und Moabit Diebstahls zu verteidigen hat, verkehrte viel im Bühnenklub, einem Der elegante junge Mann, der sich vor den Schöffen wegen bekannten Rendezvousplatz vornehmer Stadtpelze, deren Inbaber Manche Menschen rücken den Büchern noch weit energischer zu fie das tun, hängen besagte Pelze in der Garderobe, die in einem sich dort in wohligen Näumen am Kartenspiel ergögen. Während Scibe; fie reiken Seiten aus, Eden ab, entfernen Illustrationen. Korridor untergebracht ist. Der elegante und bisher unbescholtene Man denke sich Heffes„ Gertrud", feine„ Roßholde", man dente fich Reyferlings feine, 3arte Gestalten, man dente sich Schaeffers Josef junge Mann fand, daß die Garderobe leichtfertigerweise unbeschützt Montfort", den eleganten Ravalier und Abenteurer, so verschandelt. fei und äußerte ebenso leichtfertigerweise seine Verwunderung dar Ist das der Respekt, den wir Deutschen angeblich vor dem Buch über in einem Freundeskreis. Die Freunde von eleganten jungen haben? Verdienen es unsere Klassiker, verdienen es Keller, Raabe, Männern rflegen mitunter reçelmäßice Frequentanten jener offenen Storm nicht besser? Kann jemand, dem ein Buch wirklich etwas Tür zu sein, die vom gefeßlichen Besitz zur ungefeßlichen Besit bedeutet, so mit ihm umgehen? Bei Kleidern ist man darauf bedacht, nahme führt.„ Er möge doch' mal zu einer bestimmten, geeigneten daß sie Fasson behalten, bei Büchern nicht. Aber auch Bücher ver- Stunde die Tür zu schließen vergessen!" Er tat es. Er öffnete fieren ihre Fasson, wenn man alles mögliche hineinlegt, was nicht die Tür und lam- nach Moabit. hineingehört. Manche Büchereien haben wahre Reliquiensammlungen non all den Dingen, die als Lesezeichen in Büchern gefunden worden Fud: Streichhölzer, Zahnstocher, Haarnadeln, Brillenfutterale, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Stumm erduldet unser Buch das affes. Aber wenn es reden fönnte, würde es gewiß einige Glossen über diese Welt machen, in der soviel verboten und bestraft wird, in der ten Kind den Rafenplag einer öffentlichen Anlage betreten dark, ohne daß die Polizei hinterherläuft, in der aber das Mikhandem, von Büchern so ziemlich ungestraft bleibt. Berwundert würde es fragen, mo denn das Gemeinschaftsgefühl steckt, von dem soviel die Rede ist. Denn die Bücher der öffentlichen Bücherei gehören der Gemeinschaft, und die Gemeinschaft wird geschädigt, wenn die Bücher uiniert werden. In wie hohem Maße das namentlich bei den Jezigen Berhältnissen der Fall ist. mo die Mittel der Büchereien nicht annähernd im Verhältnis zu den Bücherpreisen gestiegen sind, darüber ein paar Morte. Bücher- und Einbandpreise. Meines Bändchen der Inselbücherei früher 0.50 m., iegt 160 m., ein Ein Reflambändchen foftete früher 0,20 m., jetzt 60 m., ein Band aus der Bibliothek der Romane des Infelverlags früher 3 m., jekt 900 m. Aber was noch schlimmer ist, viele Bücher werden überhaupt nicht mehr aufgelegt, und in nicht wenigen Fällen kommt auf 16] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minute von Vidi Baum. Anselm ließ sich neben ihm im feuchten furzen Grafe nieder, es ducte sich freundlich in seine Handflächen. Nun hast du fie scheu gemacht; jetzt ist sie still," sagte Egidius vorwurisvoll. Wen denn?" " Die Grille. Ich höre ihr lange zu; fie ist sonst zutraulich zu mir; ich liege jeden Abend ein bißchen da, sieh, hier ist das Grillenloch. Man schläft so gut, wenn man am Abend einer Grille zuhört." " Ja," sagte Anselm, aber er dachte an etwas anderes. Gleich darauf hörte er das Grillenlied. Es ging wie die Stille selbst, so gleich und gleich. Bier Belze wurden gestohlen. Die eigentlichen Täter wurden nicht ermittelt; der die Tür öffnete, mußte alles zugeben. Wegen Mittäterschaft berurteilt beschlossen und verkündet..." Besonders bezeichnend ist es aber, daß die Demofraten, die mit Vorliebe sich als so verantwortungsfreudige Bolitiker fonnten. Man wird sich das merken müssen, wenn von dieser Seite gebärden, sich nicht zur Annahme der Gewerbesteuer entschlichen gaben ohne Deckung" usw. kommen sollten. Grundsätze sind sehr wieder die üblichen Tiraden über finanzielle Miswirtschaft,„ Ausfchön, namentlich dann, wenn man sie anderen predigt und selbst nicht hält. Umfang angenommen, Die Erhöhung der Gewerbesteuer infolge der Geldentwertung hat in den preußischen Großstädten allgemein viel größeren den westdeutschen Städten sind die ursprünglich als für Berlin vorgesehen ist. J17 ten Beträge zum Oftober allgemein verdoppelt worden. veranlag Einzelne Städte sind bereits zum Zweieinhalbfachen der an fänglichen Beranlagung angelangt, und dies, obwohl bekanntlich gerade die Gewerbesteuer in den anderen Städten schon nach den Haushaltsentwürfen meift wesentlich höher beschlossen war als in Berlin. Auch bei den Wertstarifen fann Berlin, was im gestrigen Abendblatt ausführlich dargelegt wurde, den Bergleich mit den anderen preußischen und deutschen Großstädten vertragen. Helft unseren Schwerhörigen! Berlins Glückwunsch an Gerhart Hauptmann. Oberbürgermeister Böß und den Stadtverordnetenvorsteher Dr. Auch die Berliner städtischen Behörden, vertreten durch den Caspari, richteten an den 60jährigen Dichter folgenden warm empfundenen Glückwunsch:" Mit tiefem Dank grüßt heute das vier Jahren zu dem Zweck aegründet, durch volitische und wirtDie Schwerhörigengruppe ist in unserem Bezirksverband vor deutsche Volk den schlesischen Dichter, dessen Werk nun über ein schaftliche Vorträge jene bedauernewerten Leidensgenossen vor Menschenalter deutsches Wesen und deutsche Heimat immer neu völliger Indolenz zu bewahren. Nach der Etatisiit beträgt die An spiegelt: den Dichter der Deutschen. Ihm, der auf der Freien zahl der Schwerhörigen ein Prozent der Bevölkerung, wovon heute Bühne in Berlin seinen Weg begann und in meisterlichen Dramen erit der fleinfte Teil durch unsere Gruppe erfaßt ist. Dies könnte und Komödien auch Antlitz und Gestalten der Weltstadt, sowie Men- anders sein, wenn den Schwerhörigen ein brauchbarer Vielhörer der heute in unserer Stadt, feiner zweiten Heimat, feinen 60. Ge- Der jetzt zur Verfügung stehende Apparat älterer Konstruktion mit schen und Landschaft um Berlin hellen Auges dichterisch erschaute, zur Verfügung stände. Seit Jahren hat die Gruppe sich bei der Stadtverwaltung darum bemüht, ohne damit Erfolg, aut haben. burtstag begeht, senden die städtischen Behörden herzliche Glück nur 24 Anschlüssen genügt feineswege. wünsche und frohe Grüße. Daß die heute nicht nur in Berlin, außerdem mehr, als die Echwerhörigen bezahlen können. Seine Benutzung foſtet sondern in vielen Städten des Deutschen Reiches blühenden Bolts- Schwerhörigen wenden sich deshalb an die Parteigenossen und an Die blühenden Schafgarben gestützt hatte und lauschte. Anfelm| wenn du deine dreckigen Kohlenhände zumachst, dann spürst verschränkte die Arme unter dem Kopf, da spürte er die Erde du die Luft zwischen den Fingern; so ist das. Und was macht an seinem Pulsschlag atmen. Er lag mit offenen Augen dem Christina?" fragte er plöglich unvermittelt. Himmel hingegeben und atmete im Taft der Erde und des ist Frieden, Egidius." Grillenliedes. Später schloß er die Augen und flüsterte: Jetzt Wohnung der tieinen eifrigen Sängerin und schwieg. Egidius faltete die großen Hände wie ein Dach über der Es weinen noch viele, dachte er. Der Feldweg trug noch den loderen Staub des furchtbaren Geschehens, das einmal einen Ort zerrissen hatte, mit all feinen Häusern, Menschen, Zäunen, verwüsteten Laubengärten, zertrümmerten Schnapsläden. Durch den Wegstaub wanderten lange Schritte einher; ein sich ein wenig aus dem Gras. Gleich darauf fiel ein dünner Lieb flog vorauf. Horch! Lorenz!" sagte Anselm und hob Mondschatten in die halbe Dämmerung am Rain. ,, Abgedient!" rief Lorenz schon von weitem und schwenkte " Wie war es damals?" fragte Anselm leise und ver- ein festliches Ding in der Hand, ein Stödchen mit Blumen und graben. Wie fonntest du es tun, damals, daß du über den Bändern, einen dünnen, luftigen Wanderftab. Abgedient und Fluß gefommen bist? Egidius?" Egidius hob sein Gesicht vorbei! Ein Vierteljahr Kohlengraben! Jetzt fönnen wir aus der Wiese, es rann ein menig Mondlicht daran hin, er unseren Weiberchen einheizen zum Winter und dem fleinen lächelte, aber antwortete nicht. Da sah Anselmus, daß er Krabbelzeug graues Haar hatte. Er hob die Hand, als wolle er es streicheln, werden. so schlimm wie im Vorjahr soll es nicht aber er sentte sie wieder. Wie alt bist du?" fragte er. " Rommst du nom Bergwerf?" fragte Anfelmus und stand Bruder, wie alt wir sind, das haben mir alle vergessen," auf, schaute froh in das frohe Gesicht und griff nach der harten fagte Egidius; und etwas später die Grille schöpfte Atem- Hand. Wie geht es dort?" fagte er noch: Auch Linde ist grau geworden." Was macht Linde?" " " Alles. Du trifft fie in jedem Haus. Einen Monat lang machte sie freiwilligen Dienst bei den Geschlechtsfranten in der Barade. Vorige Woche betam Christine ein Kind, da half fie. Jeht wollen die im Frauenhaus weben lernen, dort steckt fie nun." Betam Chriftine wieder ein Kind?" fragte Anselmus und begann leise zu lachen. " Ja," fagte Egidius und wurde auch vergnügt. Chriftine ift prächtig. Sie hört nicht auf, jedes Jahr ihr Kind zu friegen. In acht Tagen läuft sie wie er herum und hilft den anderen gebären. Ihre neun find im Mutterhaus und machen unbändigen Lärm. Zwei fönnen schon bei den Gänsen helfen." Weiß sie denn diesmal den Bater?" " " Ach nein; fie friegt ihre Rinder wie ein Apfelbaum Mepfel. Sie blüht einmal im Jahr und trägt einmal im Jahr. Horch, fei stille: nun singt die Grille wieder..." Anselm drehte fich langsam, bis er auf dem Rücken im feuchten Gras lag neben Egidius, der die Ellbogen in die " Sie hat ihr Kind gefriegt." Hat sie ihr Kind gefriegt?" fagte Lorenz und lachte tief in fich hinein. Die ist tüchtig. Und weiß sie denn diesmal den Bater?" Anfelmus schüttelte lächelnd den Kopf. " Dann will ich es dir sagen," schrie Lorenz und trommelte sich mit beiden schwarzen Kohlenfäuften auf dre Schenkel. Dann will ich es dir sagen: ich bin es. Diesmal bin ich der Bater, und es foll nur ein anderer fommen! Ich bin es!" Wie kommt denn das, Lorenz?. Und freust du dich so sehr?" " Wie das kommt das ist eine lange Geschichte. Das ist noch eine Geschichte aus der alten Zeit, meißt du, man spricht von so was nicht gerne. Nun siehst du, bir sage ich, wie es kommt. Das ist lange her, und damals gab es doch so ein großes graues Haus am Fluß, und da hatte das Komitee mich hingeschickt, da hockte ich tagelang im Keller mit einem von den gewiffen Rontatten- es ging um die Brücke, weißt du, menn da die Armee fam, sollte gesprengt werden. Aber es war noch nichts von Armee zu sehen, da gab's einen Schlag und dann war lange nichts. Wie ich wieder zu mir fam, da hatte ich ein Loch im Kopf und allerhand Schönheitsfehler, und das Haus war eingestürzt und der Keller zugeschüttet, und mein Kontattchen taugte nichts und die Brücke war auch schon fort, das erfuhr ich später. Und in dem zugefchütteten Keller brannte ein kleines Lichtchen, fo ein blauer Börrieszünder, und neben dem Lichtchen saß Christina und hatte einen Lappen in der Hand und wusch mich ab wie ein fleines Kind, und lachte dabei, obwohl es nicht zum Lachen war an diesem Tag. Nachher schrie etwas wie eine fleine Sage im Wintel, und da holte fie einen Säugling her, der war in Christinas Hemd eingewickelt, und einen, der war nur in altes Druckpapier genadt, und dann nahm sie alle beide zugleich, jedes on eine Bruft, und da tranLorenz der Siedlung zu. Anfelmus mintte Egidius einen Gruß zu und ging neben fen fe und dann schliefen sie ein. Siehst du, so fah ich Christina juchate er dazwischen, und wenn er schwieg, dann sang er ein trinken, während mir anderen starben vor Hunger." Kannst Lorenz erzählte und manchmal zuerst, wie sie dasaß mit den beiden Jungen und lies affe beide wenig mit geschloffenem Mund, und dann wieder riß er den du denn noch Stillen in diefer Beit und gleich zmei?" fragte Mund auf und atmete groß. ich, weil ich mich wunderte. Da fagte fie: Bier, wenn es fein Nein, das lernst du in feiner Schule. Nichts ist Luft. Aber her,.d mir würben ja zu viele megfterben, wenn ich ihnen Weißt du, was Luft ift, Bruder? muß," und lachte dazu. Ich bin ja Hebamme," fagte fie nach tomme du mal aus so einem Kohlenloch hervor: auf einmal nicht zu trinken geben fönnte; die Mütter haben es ja verweißt du, was Luft ist. Du riechst sie, du schmeckt sie, du hörst lernt nor Hunger. Aber ich habe noch was zuzusehen. fie, es fauft so an den Ohren vorbei, und die werden heiß, und ( Fortsetzung folgt.) " Berdammt geht es dort, Ramerad," sagte Lorenz; er hatte eine helle Stimme, die nicht zum Leisereden zu gebrauchen war. Es ist Regenwürmerarbeit; aber nun: fie muß getan werden. Gestern sind fünftausend Neue angerückt, Freiwillige. macht mans freiwillig, siehst du, dann tut der Buckel nicht so weh und du friegst teinen Lungendampf. Früher hätte mich einer zwingen follen, neun Stunden da unten zu fragen. Aber jetzt: man bat fein Bierteljahr hinter sich, da hat man sein gutes Gewissen. Nun tommt man heim- heimkommen ist schön, Bruder. Und ist hier Neues[ ns?" „ Luft!" sagte er. alle Menschenfreunde mit der Bitte, ihnen zu einem neuen] auf epileptische Beranlagung zurüd. Die Bernehmung der Zeugin Vielhörer mit 100 Anschlüssen zu verhelfen. Die ganze vier- R. zieht sich wiederum bis in die späten Nachmittagsstunden hin. jährige Aufklärungsarbeit wäre vergeblich, wenn der neue Apparat Die Verhandlung wurde sodann vertagt und soll heute, Donnerstag, nicht angeschafft werden könnte. Beiträge zur Beschaffung eines fortgefeßt werden. neuen Bielhörers für unsere ichwerbörigen Genossen nimmt das Bezirkssekretariat der VSPD., Abteilung Kaise, Berlin SW 68, Linden str. 3, entgeben. Bostichecktonto 48748 Aler Bagels, Bezirksverband Berlin, beim Posticheckamt Berlin NW 7 mit dem Stichwort für die Schwerhörigen". Wenn die Reaktion die Macht hat. fammenarbeiten leidlich. Die Geldentwertung. Wirtschaft Von den Produktenmärkten. Die Kursschwankungen am Devisenmarkte, wie sie nach der letzten Aufwärtsbewegung des Dollars in den letzten Tagen zu beobachten Wahlen, bei denen die Sozialisten 4 Sige einbüßten. Der erste Ausweistarten werden von den Wohlfahrtsverwaltungen ausgeworden. Die Unsicherheit führte zu starten Preisschwankungen. lichkeit anerkannt. " geben. - Erhöhte Preise für Boltsspeisung und Bäder. Bom Montag, den 20. November, ab beträgt der Preis des waren, haben bewirkt, daß auf den Getreidemärkten die Neigung, Effens aus der städtischen Bolfsfpeifung für eine ganze auf Lieferung zu späteren Terminen abzuschließen, im Schwinden ist. Portion 44 m., für eine halbe Portion 22 m. minder. Man weiß nicht, was fommt und zieht es infolgedessen vor, nur die bemittelte mit einem Einkommen von nicht mehr als monatlich Mengen zu kaufen, die gerade notwendig sind. Es kommt noch Wie christlich unpolitische" Elternbeiräte ihre 11 M. Minderbemittelte mit einem Einkommen von nicht mehr als Geldanforderungen einen Geldmangel gezeitigt haben, der die 4000 M. zahlen für die ganze Bortion 22 M., für die halbe Portion hinzu, daß die mit den Preissteigerungen ständig größer werdenden politischen Gegner behandeln, fann man in Stegli an der monatlich 2000 m. erhalten das Essen unentgeltlich. Die Abgabe des jenigen, welche Waren gebrauchen, zur Zurückhaltung veranlaßt. ersten Gemeindeschule sehen. Als in dem Elternbeirat dieser Schule Effens an Minderbemittelte erfolgt gegen Borlegung der Ausweis: Das Angebot ist dadurch, daß die Erntearbeiten beendet sind, daß neben 8" Chriftlichen noch 8 Sozialisten saßen, war das Zu- farten zur Erlangung verbilligten oder unentgeltlichen Essens. Die Das Angebot ist dadurch, daß die Erntearbeiten beendet sind, daß Bu der Bersand von Kartoffeln etwas nachzulassen beginnt, stärker gegefeindselige Aft der neuen Mehrheit bestand darin, daß sie die Gefchäftsordnung änderte. Zur Einbringung eines Antrages waren Die von den Gemeindebehörden eingesetzte ständige Kommission Für Weizen ist im Süden und Westen starfe Begehr vor= fortan 6 Unterschriften nötig, so daß die Sozialisten seitdem nicht zur Festsehung der Preise in den städtischen Badeanstalten handen gewesen, die später nachließ und sogar zu Rückläufen führte. mehr Anträge selbständig einbringen können. Erkennt der Vorstand bad 60 M., ein Brausebab für Erwachsene 30 M., für Stu- zu beobachten, die fich reichlich mit Waren eingedeckt hatten und jetzt hat mit Wirkung vom 16. November ab beschlossen: ein Wannen- Im Mehlgeschäft war starkes Angebot aus Händlerkreisen einen Antrag als dringlich an, so wollen die Chriftlichen" die dierende. Pflichtfortbildungsschüler und Schüler höherer Lehranstalten die Ungewißheit fürchtend es vorzogen, abzugeben, und zwar fo fehlenden 2 Unterschriften hinzufügen. Aber bisher wurde bei 25 m. Ein Schwimm bad für Erwachsene 40 m., für Studierende, billig abzugeben, daß die Wettbewerbsfähigkeit der Mühlen Peinem der von unseren Genossen eingereichten Anträge die Dring- Pflichtfortbildungsschüler, Schüler höherer Lehranstalten 30 m., darunter fitt. Die Gegensätze, die sich immer mehr verschärft haben, führten 10 M. Schwimmhallen miete für den Uebungsabend( ein- darf. Sie kaufte, soweit der Devisenstand dies zuließ, aus dem Ausfür Kinder 20 M., für Schulkinder bei flassenweisem Besuch An Roggen hat die Reichsgetreidestelle nach wie vor Bein der Novembersihung des Elternbeirates zu fehr uner quid- einhalb Stunden) 2100 M. Bei Schwimmfesten Sonnabends drei land. Am Inlandmarkt waren erhebliche Mengen vorhanden, fo lichen Auftritten. Reftor Schulz von der 1. Gemeinde- Stunden 4200 M., Sonntags( bis sechs Stunden insgesamt) 12 500 daß das Angebot zeitweise größer war als die Nachfrage, zumal schule referierte über Heranziehung des Elternbeirats zur Beaufsich Mark. Für jede weitere Stunde find 1400 bzw. 2100 m. zu zahlen. fofort greifbare Ware in verhältnismäßig geringen Mengen Abtigung fittlich gefährdeter Kinder". Unter anderem trug er zwei Schwimmunterricht für Erwachsene 500 m., für Kinder fab fand. Fälle vor, in denen Schüler seiner Schule trog Ermahnungen und 250 m. Ausländer, die Angehörige valutaftarter Staaten find, Strafen sich nicht beffern wollten. Er bemerkte dazu:" Ja, wenn haben das Fünffache der vorstehenden Preise zu zahlen. wir nur noch die alte Schulaufsicht hätten! Da war es möglich, derartige Elemente durch den Schuhmann zur Schule zu bringen, und das wirfte großartig." Ein sozialistischer Elternbeirat fragte, ob die Jungen am Religionsunterricht teilnehmen. Auch machte er fein Geheimnis daraus, daß er für den Notschrei des Schulrektors nach dem Schuhmann fein Berständnis habe. Er gab zu bedenken, ob nicht die alte Schule mitverantwortlich für diese Dinge sei. Da Pam er aber schön an. Die„ Christlichen" warfen dem Sozialisten Injurien an den Kopf. Als unfer Genosse, über den Kampf gegen die Schundliteratur sprechend, den Vorschlag machte, die Elternbeiräte sollten sich daraufhin einmal die Schüler- und Lehrerbibliothefen ansehen, gab es neue Entrüftung. Ein Buruf aus der Mitte ber Christlichen" nannte das eine Frechheit". Soll man mit folchen Leuten über Schul- und Erziehungsfragen diskutieren? Welch Geistes Kind der Rektor dieser Schule ist, zeigt die Tatsache, daß er in seinem Amtszimmer noch ein Kaiserbild hängen hatte. Eine liebe Erinnerung" nannte er es, als von sozialistischer Seite auf die Ungehörigkeit hingewiesen wurde. Reftor Schulz und mit ihm Lehrer Kramer bestreiten den Elternbeiräten überhaupt das Recht, sich in interne Dinge der Schule hineinzumischen. Herr Kramer gehört übrigens zu den Lehrern, die ohne Schulstrafe nicht auskommen zu fönnen glauben. Aus Anlaß eines Brügelfalles hat gegen ihn ein sozialistischer Elternbeirat an den Schulrat Anders ( der, nebenbei bemerkt, ein Deutschnationaler ist) eine Beschwerde eingereicht. " Die Affäre Franz. Der Abend des 20. Februar. Nach Eröffnung der Gigung foll die Zeugin Hanna R. weiter vernommen werben. Der Vertreter des Nebenflägers, Rechtsanwalt Dr. Unger, bittet die Beugin, nochmals ihren Bustand zu schildern, welcher nach Genuß des Kaffees bzw. Tees eingetreten war, insbes fondere darüber, ob es sich um einen 3uftand der völligen Bewußt Tofigkeit oder nur um eine bloße Willenlosigkeit gehandelt habe. Ueber die Notwendigkeit dieser wiederholten Bernehmung entspinnt sich eine lange Auseinandersetzung zwischen den Verteidigern, dem NebenKläger und dem Staatsanwalt. Endlich fonnte dann die Vernehmung der Zeugin R. fortgefekt werben. borstellungen im Monat November wird ein Zuschlag von 10 M. erhoben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für sämtliche TheaterDie Kreiie werden gebeten, die Theaters und Oberntarten für Dezember abzuholen. Im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenftraße 3, 2. Hof, 2 Tr., 3mmer 8 und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen sind noch Karten für folgende Beranstaltungen zu baben: Sonntag, den 19. November, nadmittags 3, Uhr, im großen Saal der bi barmonie, Bernburger Str. 23, Sammermusit. Leitung Serr Professor Gülzow. Preis für die Einzelfarte 30 m. Bentraltheater:" Die 3. Dezember. Preis pro Karte 87 M. Weib nachtliche Mulit am Beit wird tommen", von Romain Rolland, für den 1., 2. und 25. und 26. Dezember in der Alten Garnisonfirche, Neue Friedrichstraße. Zeitung Prof. Karl Thiel, nambajte Soliften, die Madriaalvereinigung und der Knabenchor des ftaatlichen Instituts für Kirchenmufit. Preis für die Ginzelfarte 35 W. Berlosung von Kunstwerfen, Keramiten und Büchern. Ziehung am 1. Dezember d. J. Los pro Stüd 20 M. Sprech- Chor für die Proletarischen Feierstunden, heute abend 7 Uhr pünktlich. Uebungsstunde in der Aula der Sophienschule, Weinmeister ftraße 16/17. Zert zum Requiem mitbringen. Explosion in den Pfälzischen Pulverfabriken. legenen Pfälzischen Pulverfabriken. Der zum Trocnen des Pulvers Eine schwere Erplosion ereignete sich in den bei Schopp gedienende Steinhausbau flog in die Luft und wurde vollständig zerstört. Auch die übrigen Fabrikanlagen erlitten mehr oder weniger schwere Beschädigungen. Da die Schicht schon längere Zeit beendet war, wurden Menschen weder getötet noch verlegt. Der Sachschaden ist jedoch sehr bedeutend. Die Gewalt der Explosion war so start, daß in der näheren und meiteren Umgebung, in Waldfischbach und Kaiserslautern, zahlreiche Fensterscheiben und Türen durch den Luftdruck zertrümmert wurden. Der Boden Bitterte wie bei einem Erdbeben, und der Schall war bis in die Saarpfalz vernehmbar. Die Entstehungsursache der Erplosion ist noch nicht ermittelt. Sport. Rennen zu Mariendorf am Mittwoch, den 15. November. 1. Rennen. 1. Gallus I( Alb. Freundt), 2. Brinz Studud( Richten feld), 3. Doppelgänger( Neuenf- Id). Toto: 38:10, Blas: 20, 21, 18: 10. Ferner Hefen: Wariechen H., Erich I, Waffenschmied. Adler, Hoffnung I, Jodele, Dr. Bingen, als 1. bisqu., 80 Proz. der Einfäße zurüd. 2. Rennen. 1. Fenelon( Weiß), 2. Gawein( Lichtenfeld), 3. Nacht kafner S., Else B. 1, Mina, Johannisfeuer, Ballonfönigin, Maitönigin I, falter( Soyal). Toto: 49: 10, Play: 14, 14, 13: 10. Ferner liefen: Polly. ( Schleusener), 3. Pistole( Feib). Toto: 17:10. Blaz: 12, 20, 21: 10. 3. Rennen. 1. Fafner Woodline( Sedert), 2. Jung Bergfried( Sm. Ferter liefen: Albatros, Hilda 2., Evelyne, Bita. 4. Rennen. 1. Mädel( Alb. Freundt), 2. Bärbel( Großmann), 3. Friedensware( Hofbauer jr.). Toto: 51: 10, Blak: 12, 12, 24: 10. Ferner liefen: Abdullah Silver, Ludmill I, Grzellenz, Bontresina, Barde. 3. Colonel Dillon( Weiß). Toto: 29: 10, plat: 12, 12, 16: 10. Ferner 5. Rennen. 1. Gregor I( Staupper jr.). Carl Stufer( Weidmüller), liefen: Boby, Sojef, Zeitgeist, Flora Bingen. 6. Rennen. 1. Magowan( Hartjeil), 2. Allenstein( Weidmüller), 3. Monarchist( Snöpnabel). Tote: 58:10, lab: 19, 16, 23: 10. Ferner liefen: Gerard A., Baron Watts, Peter I, Lord Caid, Duza. 7. Rennen. 1. angufte( Herrmaun), 2. Deborah W.( Jürgens), 3. Bombar( Reprich). Toto: 46:10. Plat: 21, 15: 10. Ferner liefen: Prefusa, Carino, Walfisch. 8. Rennen. 3. Sigurd( Weldmüller). Toto: 16: 10, plag: 11, 15: 10. 1. Silvefter( Staupper jr.), Fiscus( Lichtenfeld), liefen: Cybina, Gradiska. Ferner Das Gerstengeschäft litt unter der Befürchtung, daß mit der ständig größer werdenden Verteuerung des Bieres ein Nachlassen des Konfums eintreten werde. Brauer und Mälzer zeigten in ihren Käufen Zurückhaltung. die an den Markt tommt, wird schlankweg abgenommen. Als Der Bedarf an Hafer ist immer noch sehr groß und die Ware, Futtermittel ist Hafer nicht sehr gesucht, dazu ist er zu beuer, wohl aber als Rohmaterial für die Herstellung von Nährprodukten. Bei Mais ist dasselbe Bild zu fonstatieren wie beim Mehl Geschäft. Auch hier wurde von Händlerseite billiger verkauft als das, was aus dem Auslande hereinfam, getauft wurde. Importeure, die hatten, verkauften diese an das Ausland weiter, so daß die Ware erhebliche Mengen dieser Getreideart mit dem Auslande abgeschlossen erst gar nicht nach Deutschland fam. einer gewissen Stille. Der Konsum hat sich in diesem Jahre rechtDer Kartoffelmarkt stand in den letzten Tagen im Zeichen zeitig mit Ware eingebedt, so daß der Winterbedarf jezt gering ist. Ueber die Qualität der Ware wird geklagt, man nimmt vielfach an, daß die Landwirte die beste Ware in die Mieten gebracht haben, was insofern verständlich ist, als natürlich für die Einmietung die haltbarste Kartoffel genommen werden muß. Besonders die Größe der Kartoffel wird sehr stark bemängelt, es ist sehr viel fleine Ware nach Berlin gekommen. Die Preisentwicklung wird durch die nach folgende Tabelle illustriert: 592-596 28. Juni 2. Auguft 2. November 15. November 50 kg Beizen, märkisch. 840-875 1500-1525 11800-12100 12800-13200 50 kg Roggen, märtisch. 602-606 1240-1275 10500-10800 11600-11800 50 kg Sommergeifte 720-750 1475-1525 10500-11000 12800-13000 50 kg Mais ab Hambg. 1285 11500-11800 13500-13600 100 kg Weizenmehl 2075-2200 3875-4050 32000-34000 37000-39500 100 kg Roggenmehl 1520-1560 2800-8000 27000-80000 82000-34500 Aus dieser Tabelle geht hervor, daß die Prefsunterschiede gegen Monatsanfang nicht sehr erheblich find. Geradezu gewaltig aber ist der Unterschied gegenüber den früheren Monaten. 21. 5. Der Reichswirtschaftsrat gegen Preistreiberel. In einer gemeinschaftlichen Sihung des Wirtschafts- und Finanz politischen Ausschusses des Reichswirtschaftsrates gaben die Mitglieder ihrer Genugtuung über die Note der deutschen Regierung vom 13. November an die Reparationskommission Ausdruc. Man war allgemein der Ansicht, daß die Zeit bis zur Entscheidung der Reparationskommission nicht unausgenügt bleiben dürfe. technischer Natur anzuwenden, wurde dem zuständigen Ausschuß Ein Vorschlag, zur Stüßung der Mark fleinere Mittel bantüberwiesen. In der Besprechung über einen Vorschlag, den Preisvon Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Industrie und ber freien steigerungen im Inlande nach Möglichkeit entgegenzutreten, murde Berufe hervorgehoben, daß die fortgesetten Breiserhöhungen für lich gefährlich seien. Auch die Arbeiter in den betreffenden Industrien Urstoffe( Kohle) und Verkehrstarife für die Wirtschaft außerordent müßten sich darüber klar sein, daß höhere Löhne dann keinen Borteil bedeuten, wenn sie aus der Inflation bezahlt werden. Bon anderer Seite wurde erwidert, deß die Hebung der Kauftraft nicht heute im Durchschnitt faum sechs Goldmark Wochenlohn. Von der auf often ber Arbeiter geschehen könne. Ein Arbeiter habe Reichsregierung follen Unterlagen für die finanziellen Ergebnisse und die wirtschaftliche Wirkung der Kohlensteuer eingefordert werden. In bezug auf die Gütertariferhöhung wurde vorgeschlagen, die neue Erhöhung bis zum 15 Dezember aufzuschieben. Ohne Widerspruch wurde eine Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung und die maßgebenden Wirtschaftskreise ge beten werden, in Anbetracht der schmebenden Währungsunter ftüßungs- und Stabilisierungsaftionen sofort Maßnahmen zu treffen, die eine gewaltsame Angleichung der Preise für die Urstoffe und Verkehrsmittel an die Kurse für aus ländische Wechsel zu verhindern geeignet sind". Die Zeugin schildert nochmals die einzelnen Vorgänge und befundet unter anderem, daß Frau Franz ihr die Hände festa gehalten habe, um zu ermöglichen, daß ihr Ehemann feine 2bficht qusführen fonnte. Sie habe bei dem Vorgang vollständig das Bewußtsein verloren. Der Detektiv Piel habe ihr hinterher er zählt, was während der Bewußtlosigkeit mit ihr geschehen sei. Staatsanwalt Broscher hält der Zeugin vor, wie der Angeklagte Franz gewisse Vorgänge schildert, insbesondere auch, daß fie fich, nach feiner Behauptung, an gewissen Vorgängen attiv und völlig bewußt beteiligt habe. Nachdem die Zeugin mehrmals erklärt hat, fie fönne fich nicht auf Einzelheiten befinnen, erflärt sie schließlich positiv, daß die Angaben des Angeflegten nicht wahr feien. Die weitere Bernehmung der Zeugin R. erstreckt sich auf die Vorgänge, welche sich am Abend des 20. Februar abgespielt haben und jegt den Hauptpuntt der Anklage bilden. Die Zeugin befundet: Franz faß im Klubfeffel, zog mich zu sich heran. Der Angeklagte gibt zu, daß hierbei fchon gewisse Zärtlichkeiten vorgefommen feien. Als die Frau Franz hinzu tam, habe sie, Beugin, ihr sofort jene Aeußerung des Franz erzählt. Frau Franz habe darauf erwidert: 2 ch, das ist ja furchtbar nett, daß mein Bubi Dich so gern hat, da mußt Du ihn auch sehr lieb haben." Beim Kaffeetrinken sei ihr wiederum aufgefallen, daß diefer auffällig bitter ge= mesen sei. Auf die Frage des Rechtsanwalts Bahn, weshalb sie denn feinen Zuder verlangt habe, erklärt die Zeugin, daß sie von Hause gewöhnt fei, alles zu genießen, was ihr vorgesetzt werde. Auf eine weitere Frage des Rechtsanwalts Bahn, weshalb sie nicht sofort nach der angeblichen ersten Attacke des Angeklagten auf ihre meibliche Ehre ihren Eltern Mitteilung gemacht habe, erklärt die Beugin, daß ihr Bater als alter Rorps student dann vermutlich mit der Waffe in der Hand die Ehre seiner Zochter verteidigt haben würde. Die Beugin N. schildert dann weiter, wie Franz, der angeblich erst zu einer Sigung gehen wollte, plöglich zurüdgekommen sei und feiner Frau, nachdem die Haustüre mehrere Male geflappt hatte, zugerufen hatte: Jetzt ist es Zeit." Frau Franz habe nunmehr sie aufgefordert, sich zu entAm Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- amtlichen Rotierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 186,58 Gelb, Unserer gestrigen Sturstafel find noch folgende fleiden und auch selbst damit begonnen. Sie sei hierüber sehr em pört gewesen, aber dann wieder in einen bemußtlosen Buftand ges fleisch 490-625 M. Kalbfleisch 250-390 M. Hammelfleisch 225-360 M. 1129,66 Gelb, 1135 34 Brief; 100 österr. Kronen abgeft. 9,77 Geld, Rindfleisch 200-300 M., ohne Knochen 285-870 M. Schweine- nischer Milreis 842.83 Gelb, 847.12 Brief: 1 spanischer Peleta 187,47 Brief; 1 japanischer Ben 8591 Geld, 8609 Brief; 1 brafilia fallen, nachdem sie vordem noch erfiärt hatte, man folle fie los Rückenfett 1100-1300 M. Rindertalg 1000-1175 M. Schellfisch 90 bis Lassen, oder sie würde schreien. Als sie wieder zu sich fam, habe 158 M. Dorsch 80-95 M. Flundern 70-105 M. Grüne Heringe 180 9,83 Brief; 1 tichechische Krone 238,40 Geld, 239,40 Brief; 1 ungafie nur mit Strümpfen und Schuhen befleidet auf dem Teppich ge- bis 195 M. In Eis: Karpfen 180-190 M. Schleie 150-165 M. Hechte riide Strone 2,99 Gelb, 3,01 Brief; 1 bulgarischer Bewa 52.11 Geld, legen. Sie habe zu jener Zeit Gelegenheit gehabt, sich mit einem 150-200 M. Lebende Barsche 200-220 M. Hechte 190-240 M. Eier 52 39 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 116,70 Gelb, 117,30 Brief. Ingenieur zu verleben, die Sache sei aber wegen der Affäre Franz 1000 M. 57-59 M. das Stück. Naturbutter 1200-1400 M. Margarine 900 bis 100 Polenmart gelten im freien Verkehr etwa 47 M. gescheitert. Nach der Pause wurde der Sanitätsrat Backofen ver- Birnen 160-180 M., Pflaumen 130-180 M., Gemischtes 150-250 M. Schweineschmalz 1840 M. Weizengries 200 M. Backobst: nommen, welcher seinerzeit bei der Reugin R. einen Eingriff vor- Kartoffeln 75-80 M. zehn Pfund. Grünkohl 20 M. Better bis Freitag mittag. Stübl und zeitweise beiter, aber sehr Rote Rüben 15 bis veränderlich, im öftlichen Binnenlande noch einzelne leichte Niederschläge genommen hatte. Die wiederholten Bewußtseinsstörungen führt er 16 M. EBäpfel 28-40 M. EBbirnen 35-40 M. Tomaten 40-45 M. bei mäßigen nördlichen Winden. Massary Briefkasten der Redaktion. Guftav In einer Debatte über die Ernährungsfrage fam zum Ausbruc sorgnissen teine Veranlassung vorliegt. G. 50. Wenn Ihre Frau zur Alters- und Invalidenversicherung Marken daß im Hinblick auf die gute Kartoffelernte zu übergroßen Begeflebt, bet der Versicherungsanstalt Berlin, Am Köllnischen Bart. Schmeller, Groß- Besten. Arbeiter- Abstinentenbund, Engelufer 28.1 Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft flan. Fische ziemlich Obst und Gemüse reichlich, Geausreichend, Geschäft rege. schäft flott. handelspreise: Sfinnes in der Margarineindustrie. Mit 30 Millionen Kapital wurden die Norddeutschen Delmühlenwerte in Hamburg zum Be triebe der Altonaer Margarinewerfe Mohr u. Co. gegründet. Im Aufsichtsrat sind Hugo Etinnes und zwei seiner Söhne sowie bie Darmstädter Bant vertreten. Devisenturje. Delft edel wie der Name Heimarbeiterinnen- Elend. Bon Gertrud Hanna. der mit einer Ausstellung verbunden ist, prangen auf Tafeln in Arbeiterblättern immer wieder hervorgehoben wird, daß rechts und links vom Eingange die Namen der Gründer des derartige. Einrichtungen Gelegenheit zu bequemem und gutem Vereins, der Stifter des Hauses und der Protettoren. Grün- Berdienst geben. Leider bieten sie fast ausnahmslos GelegenHeimarbeit war von jeher diejenige Form der Waren zu den Protektoren zählt neben Geheimen Kommerzienräten auch nicht immer so traß in Erscheinung tritt wie in den ge= der dieses Unternehmens ist ein Reichsgraf Schaffgotsch. heit zur Ausnutzung menschlicher Arbeitskraft, wenn diese herstellung, die die Ausnußung menschlicher Arbeitskraft am bzw. ihren Frauen auch die Handelskammer des dorti- schilderten Fällen. besten gestattete. Wo den auf Erwerbsarbeit angewiesenen gen Bezirks. Sollten diese Leute nichts von den Bedingungen Bersonen noch andere Arbeitsgelegenheiten offenstanden und wissen, zu denen die Erzeugnisse funstgewerblichen Könnens die auf die Verabschiedung des vorliegenden Gesezent Mögen deshalb diese Zeilen dazu beitragen, bei allen, in den Berufen, wo Heimarbeit nicht die alleinige Form der hergestellt werden? Oder sind alle diese Männer und Frauen wurfs zur Abänderung des Hausarbeitss Barenerzeugung bildete, boten die übrigen Arbeitsgelegen und auch die Handelskammer der Meinung, eine Heim- geseges Einfluß ausüben können, den Entschluß zu stärken, heiten und die Arbeitsbedingungen der Werkstattarbeiter ein arbeiterin befommt Brot und Kartoffeln und Kohlen und die Verabschiedung zu beschleunigen und dahin gewisses Gegengewicht und schränkten die Ausbeutung der Kleidung zu billigeren Preisen als sie selber? Der Berkaufs- zu wirken, daß diesmal doch gewisse Garantien zur Beseiti Arbeitskraft durch die Heimarbeit etwas ein. Ganz besonders schlimm bestellt um die Arbeitsbedingungen der Heimarbeiter gung der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft durch Heimwar es deshalb in den Gebirgsgegenden, wo Heim arbeit damit verbunden sind. arbeit nahezu die einzige Erwerbsquelle der auf Arbeitseintommen angewiesenen Menschen, ganz besonders der Frauen, war. In jene Gegenden ist die Heimarbeit hineingetragen worden durch Einrichtungen, die gut gemeint waren und Gutes hätten wirken können, wenn die Urheber Verständnis für das Leben der besiglosen Bevölkerung beseffen und die Fattoren getannt hätten, die auf dem Arbeitsmarkt und auf die Arbeitsbedingungen einen Einfluß ausüben. linter welch miserablen Bedingungen die Spizenflöpplerinnen des Erzgebirges ihre funstvollen Arbeiten herstellten, die auf dem Warenmarkt zu horrenden Preisen abgesetzt wurden, ist bekannt. Hier hat die öffentliche Meinung seit verhältnismäßig furzer Zeit eine POSTABONNENTEN können den ,, Vorwärts" monatlich bestellen und bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wer: auf eine regelmäßige Zustellung des., Vorwärts" legt und eine Unterbrechung in der Zustellung ver meiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges in den Tagen vom 15.bis 20.d.M. bei dem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Aenderung zum Besseren herbeigeführt. Nicht bekannt aber raum der Spihenschule bildet übrigens auch die Niederlage für dürfte sein, unter welch unglaublich schlechten Bedingungen die die Erzeugnisse des Vereins Hausfleiß". Beide Stellen unterauf Erwerbsarbeit angewiesenen Frauen schlesischer Ge- scheiden sich mit ihren Breisen durchaus nicht von den Preisen birgsorte heute noch Arbeiten herstellen müssen, die als tunst- anderer Geschäfte die feinen Anspruch darauf erheben, Wohlgewerbliche Erzeugnisse zu hohen Preisen in die Welt fahrtseinrichtungen zu sein. hinausgehen. Erwähnt zu werden verdient auch, daß der genannte Mögen diese Zeilen ferner dazu beitragen, die organifierte Arbeiterschaft an die bisher vernachlässigte Pflicht zu erinnern, die ihnen wiederholt durch einstimmig gefaßte Beschlüsse von Gemertschaftsfongreffen auferlegt worden ist, an die Pflicht, dafür zu sorgen, daß ihre mit Heimarbeit beschäftigten Familienangehörigen sich den zuständigen Organisationen anschließen. Es ist hohe Zeit, daß diese Pflicht endlich erfüllt wird. Groß- Berliner Parteinachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. 5. Kreis. Friedrichshain. Achtung, Elternbeiräte! Die zu heute einberufend Bollversammlung findet umständehalber nicht statt. schöffenturfus. Der nächste Rurfusabend findet Freitag, den 17. November, im Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. 3. Streis. Webbing. Elternbeiräte der Vereinigten Sozialdemokratie. Freitag, den 17. b. M., 7 Uhr, bei Hochheim, Pantstr. 82, wichtige Besprechung. Jede Schule muß vertreten fein. 14. Kreis. Neukölln. Sämtliche BSPD.- Mitglieder der Wohlfahrts- und Jugendkommission Freitag, den 17. November, 7. Uhr, Sigung in der Aula der Knaben- Mittelschule, Donaustraße, Vortrag des Gen. Schneider. tätigen Genossen im Berwaltungsgebäude, Reinickendorf, Hauptstr. 46, 1, Bimmer 53. 33. nub 30. Abt. Ronfummitgliederversammlung der 2. und 58. Berkaufsstelle Heute, Donnerstag, den 16, November: 7 Uhr Schulaula Senefelderstr. 6, Wahlen zum Genossenschaftsrat. bt. Die Billetts zur Revolutionsfeier find sofort abzurechnen. Außer t. 7% 16 auger wichtige agung ber elternbeiräte und Randibaten dem haben sämtliche Bezirksführer lose Gammellisten usw. vom Raffierer Gen. Ben, Benmestr. 25, baldigft abzuholen. Uhr äußerst bei Hölle, Bergmannstr. 68. Röntgental- gepernid. 8 Uhr im Barteilokal Bahlabend. Wichtige Bes Jungfozialisten. Gruppe Gülben beteiligt fich an der Beranstaltung ber fog. fprechung. Arbeiterjugend in Neukölln, Raiser- Friedrich- Realgymnasium. Ref. Genosse Westphal über: 8wede und Ziele der foz. Arbeiterjugend". Gruppe Friedrichshain. 7% Uhr Gemeindeschule Straßmannstr. 6, Bortrag des Genoffen Hoffmann über: Die Alkoholfrage". In Hirschberg in Schlesien besteht eine Spitzenschule. Stundenlohn für die Herstellung von Spizen unter Mitwir- 20. reis. Freitag, den 17. b. M., 7 Uhr, Sigung aller im Bildungswesen Gründerin ist eine Fürstin v. Bleß. Die Schule ist als fung des auf Grund des Hausarbeitsgefeßes vom 20. Dezem Wohlfahrtseinrichtung gedacht, um den unbemittel- ber 1911 gebildeten Fachausschusses festgesetzt worden ten Frauen Kenntnis in der Herstellung von Spizen zu geben, ift, ein Beweis dafür, wie notwendig die schleunige Berab- 29. die für zahlreiche Frauen jener Gebirgsorte nahezu die einzige schiebung des jetzt vorliegenden Entwurfs zur Abände Gelegenheit zur Erwerbsarbeit bilden. Es sind wahre Kunst- rung des Hausarbeitsgefeges ist, der eine Erwerke, die unter den fleißigen und geschickten Händen der weiterung der Befugnisse der Fachausschüsse bringt und eine 2. Frauen entstehen: Spizen und Ornamente aus allerfeinstem andere Zusammensetzung vorsieht. Garn, in Näharbeit mit der Hand hergestellt. Sie werden an- Daß die mit den Verhältnissen Vertrauten durch gefertigt im Auftrage der Spizenschule, die nicht versäumt, in greifende Besserung des Elends der Heimihren Berkaufsstellen den Namen der Gründerin als Aus- arbeiterinnen durch die Fachausschüsse, wie sie in der Vorlage hängeschild an hervorragender Stelle in Erscheinung treten zur Abänderung des Hausarbeitsgesetzes vorgesehen sind und zu laffen. wie sie von den Arbeiterorganisationen gefordert werden, nicht Für die unfäglich mühevolle Arbeit, die mit vollstem Recht erwarten, braucht wohl nur nebenbei erwähnt zu werden. und die von Trotzdem sind die geplanten Fachausschüsse nicht zu entbehren 38. wbt. 6½ Uhr treffen fich bie Rinder, die an der Weihnachtsaufführung Qualitätsarbeit genannt werden darf Morgen, Freitag, den 17. November: den Käufern als solche auch bezahlt werden muß erhalten zur Beseitigung der schlimmsten Schäden in der Heim- mitwirken wollen, in der Schule Eckertstraße. Weihnachtskommissionssigung die Arbeiterinnen pro Stunde 3,50 M.( drei Mart fünfzig arbeit. Durchgreifende Aenderung fann natürlich nur die 47. Abt. 7 Uhr Gigung der Beitungskommission bei Lier, Naunynstr. 9. findet nicht statt. Rontozahlungen erbeten. Pfennige). Dafür mußten sie bis vor wenigen Tagen aber Organisation der Heimarbeiterschaft bringen. Wo aber 138. Abt. Hermsdorf. Den Genossen zur Nachricht, daß unser lieber alter noch das nötige Garn, das die Schule liefert, selbst be sind die Heimarbeiter und namentlich die Heimarbeiterinnen zahlen und auch den Stoff, der als Unterlage für die Argut organisiert? In den Gegenden, wo die Organisation beit dient und der höchstens drei- oder viermal benußt werden ganz besonders nötig wäre, ist von Organisation fast austann. Erst seit sich eine Bersammlung der Heimarbeite- nahmslos feine Rede. Die Menschen sind ja dort auch zu rinnen der Gegend mit den Arbeitsbedingungen beschäftigt arm, um selbst den geringsten Beitrag für die Organisation hatte, wird für einige wenige Arbeiten ein Stundenlohn aufbringen zu tönnen. Wenigstens ist ihr geringes Einfomvon 6 m. gezahlt und auch ein Teil des Materials selbst ge- men ein ftarfes Hindernis für den Anschluß an eine Organisaliefert. Die Schule liefert das Muster für die Arbeiten, das Eigentum der Schule bleibt und mit der fertigen Arbeit abgeliefert werden muß, so daß die Herstellerinnen der kunstgewerblichen Erzeugnisse vollständig in der Hand der Schule find und niemals in die Lage kommen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten für eigene Rechnung zu verwenden. Auf die begreifliche Frage, wie es denn nur möglich ist, bei so unfagbar niedrigen Entschädigungen für funstvolle und mühselige Arbeit, für eine Bezahlung, die noch nicht einmal die Kosten für Licht oder Heizung deckt, Frauen zu finden, die die Arbeit leisten, erfolgte die Antwort: Wir brauchen doch wenigstens ein paar Pfennige bates Geld, und andere Gelegenheit, Geld zu verdienen, haben wir doch nicht. Und so denten wir denn, im Dunkeln figen und frieren fönnen wir mit unseren Kindern sowieso nicht und nehmen die wenigen Pfennige Verdienst als Zubuße zu dem Einkommen unserer Männer oder zu unserer Hinterbliebenenrente mit, in der Hoffnung, daß es auch für uns einmal besser werden wird. Gemacht würde die Arbeit übrigens auch ohne uns werden. Es gibt hier so viele Frauen des Bürgeriums, die sich etwas Geld nebenher verdienen wollen, und die uns die einzige Gelegenheit, Geld zu verdienen, wegnehmen würden, wenn wir uns weigerten, die Arbeiten zu leisten." tion. Dazu kommt dann noch die große Abhängigkeit vom Auftraggeber, die ihre Bewegungsfreiheit und ihre Entschlußtraft hemmt. In dem geschilderten Falle sind es Damen der sogenannten Gesellschaft, die in der Regel noch weit weniger begreifen tönnen als gewerbliche Unternehmer, daß die Arbeitnehmer ein Recht ausüben und eine fittliche Pflicht gegen sich und ihre Familienangehörigen und gegen die Gesamtheit erfüllen, wenn sie sich organisieren, sondern immer noch in der Anschauung leben, diejenigen, die Arbeit aus ihren Händen in Empfang nehmen, müssen dafür bantbar fein und dürfen nicht als Fordernde zu ihnen fommen. Genoffe Adolf Soppe von der Proletarierkrankheit dahingerafft wurde. Er mar ein leuchtendes Borbild der Pflichttreue gegenüber der Partei. Die Einäscherung findet Freitag abend 6½ Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet der Borstand. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. 14. Rreis. Reukölln. Heute abend findet in der Aula des Raiser. Friedrich- Realgymnasiums, Raiser- Friedrich- Straße, eine Werbeverfamm. fung statt. Bortrag: 8wed und Ziele der Sozialistischen Arbeiterjugend". Ref. Genosse Mag Westphal. Alle Jugendgenoffen und-ge noffinnen sind zu der Beranstaltung eingeladen. Anfang 18 Uhr. Der Ortsausschuh für Jugendpflege, Neukölln, veranstaltet am Frei tag, den 17. November, abends 6 Uhr, in der Aula ber Boddinstraße eine Filmvorführung. Sur Vorführung gelangt: Shackletons Gildpol expedition". Eintrittskarten zum Preise von 10 M. für Jugendliche und 15 M. für Erwachsene find am Eingang zu haben. " 1 Heute, Donnerstag, den 16. november: mittelalter". Neukölln I. Jugendheim Münchener Str. 52, Bortrag: Der Lehrling im Rosenthaler Borstadt. Jugendheim Gemeindeschule Gipsstr. 23a, Diskussionsabend: Die Entstehung der Erde". Köpenider Biertel. Jugend. preffionismus". heim Gemeindeschule Manteuffelstr. 7, Vortrag: Expressionismus und Im Reichenberger Biertel. Jugendheim Gemeindeschule Glo gauer Str. 12-16, Bortrag: Die franzöfifche Revolution von 1789". WebDie Entwidlung der Berfassung". bing. Jugendheim Gemeindeschule Müllerstraße, Ede Triftstraße, Bortrag: wird noch bekanntgegeben. Heute und für absehbare Beit müssen wir leider damit rechnen, daß sich die Zahl derjenigen Frauen erheblich vermehren wird, die Heimarbeit aus wirklichen und vermeints lichen Wohlfahrtseinrichtungen erhalten. In den Städten und auf dem Lande entstehen solche Einrichtungen unter dem Namen zur Förderung des Hausfleißes", Frauenhilfe" und ähnlich. Die immer stärter werdende Notwendigkeit für Frühere Sozialistische Proletarierjugend. zahlreiche Frauen aus den verschiedensten Am Montag, ben 20. November, abends 18 Uhr, findet zur Abwicklung Gesellschafts- ber Geschäfte eine zentralvorstandssigung statt. Alle Borsigenden und Kaffierer fchichten, zur Bestreitung der Kosten ihres Lebensunterhalts müffen unbebingt efcheinen. Mitgliederlisten und Bücher find mitzubringen. Gelb zu erwerben, und weiter die Notwendigkeit, Gebrauchs- Auszahlung der Gelder vom Hauptausschuß für Leibesübungen. Das Rolas gegenstände und Dinge, die zur Erhöhung der Behaglichkeit Die gleiche Erklärung gaben auch die Frauen ab, die für und der Freude am Leben beitragen, felber herzustellen und den Berein ausfleiß" arbeiten, der in arm alles vorhandene Material auszunußen, sind die Triebfeder brunn seinen Siz hat und der die in seinem Auftrage her- dazu. Wir wollen nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß gestellten Gegenstände kunstgewerblicher Art zu einem derartige Einrichtungen selten mehr bieten tönnen als will Durchschnittsstundenlohn von 5( fünf Mart tommene Gelegenheiten zur Förderung weiblicher Handfertigin der Heimarbeit herstellen läßt. Für manche Arbeiten muß feiten für den Eigenbedarf. Ein Mittel zur Erwerbung des bei dieser Bezahlung auch noch der Entwurf für die Arbeiten Lebensunterhalts bieten sie nur für einen verschwindend kleinen geliefert werden. Kreis hervorragend geschickter Menschen, und in der Regel Auch der Verein Hausfleiß" ift eine Wohlfahrts- auch dann nur, wenn sich Geschicklichkeit mit Geschäftssinn einrichtung. In seinem Verkaufsraum in Warmbrunn, paart. Es gehört ein großes Teil Naivität dazu, wenn selbst Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Airche Ausgefchiedenen. 3. Bezirk, Webbing. Donnerstag, 16. November, Gemeinschaft proletarischer Freibenker. Bersammlungen für alle aus der abends 7 Uhr, Gemeindeschule Demminer Str. 27, Aula. 6. Bezirk, 60. Freitag, 17. November, abends 7½ Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal 10. liche Jugendversammlung in der Schulaula Dresdener Str. 113, Nähe MorigBerband Bollsgesundheit. Donnerstag, den 16. November, 18 Uhr, öffent und Oranienplag. Thema: Jugend, erkämpfe dir dein Glüc". Ref. Genosse Herbert Fiebrandt, Berlin. Freie Aussprache. Bund religiöser Sezialisten Deutschlands, Abteilung Reukölln. Freitag, den 17. Rovember, 7½ Uhr, große öffentliche Boltsversammlung in der Aula eine Religion?" Ref. Gen. Pfarrer Bleier. des Lyzeums, Berliner Str. 10 in Neukölln, Thema: 3ft der Sozialismus RUN NES WENEST RU RUND WEN FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD! Schnupfen Goldfarb Gesundheitstabak AMCAY BERLIN, WENESTI RUND Gegen Grippe cog Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Opernhaus 7 Uhr: D. Zauberflöte Volksbühne 74U: Die Ratten Fehdmer, Kayß.er Schauspielhaus Lessing- Th. 72 Uhr: Heute bis Mont. 71/2 Peer Gynt Der Biberpelz Deutsch. Theat. Bent. Künstler- Th. 2801-2900 Heute bis Sonnt. 72 7. Abonnem.- Vorst Käthe Dorsch in: 7: Simson oder sucht Scham u. Elfer- Liebelei. Die Lore Fr 7: Gespenster Montag 712 Uhr: ( Alexander Moissi) Mad. Sans- Gêne Kammerspiele Central- Theater 8 Uhr: Timotheus in flagranti 712 U.: Kabale n. 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Hirsch Molly Wessely Paul Heidemann Uhr: Orpheus 88: Nestelknüpierin mit Max Adalbert Casino- Theater Metropol- Theater Theater i. d. Königgrätz. Str. SU.: Jüdin V.Toledo ( Brska, Deutsch, Kiaz, Pobl Lieven, Rlupp, Hoack) Fr.: Wund. Gasah. Kreisler 74 New York- Berlin Neues Operett.- Th. : Die schwarze Rose Der neue Schlager! 8 Uhr Mullers Prinzeßchen URANIA Neues Th. am Zoo Taubenstr. 8 Uhr: 7 Uhr: Dorine und der Zufall Operette v. Gilbert Vier Jahre unter d. Kannibalen des unerf. Innern von Neuguinea Komödienhans Neues Volkstheater Klein. Saal 5%, Uhr 7.30 Uhr: Das neue erioigr.Lustsp: Die 7 Uhr: Der Eng länder. Satyros Renaissance- Th. Erwachsenen Hardenbergstr. 6 Charl. Schultz, Stahl- Bachbaur 7 U.: Das Band Vorm Tode Erste Warnung Berliner Th. Schiller- Th. Charl. 7.15: Madame 8 Uhr: Rose Bernd Pompadour Thalia- Theater Fritzi Massary a. G. The Prinz Don Juan Roberts, Kiper, Haskel Uhr Th. a. Nollendorfpl. Residenz- Th..Dein Mand... 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