Str. 547 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 266 Bezugspreis: Für den Monat November 400,- 20., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Zuremburg 550,- M., für das übrige Ausland 930, M., Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Beit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialbemokrat Berlin* Abend- Ausgabe D Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpavele Loftet 120,-. Reklamezcile 600,-. ,, Kleine Anzeigen das fettgeben.fre Wort 30, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 24, M. Stellengesuche und SchlesStellenanzeigen das erite Wort 15, M., jedes meitere Bort 12,-. Morte über 13 Buchstaben zähten für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 25,-. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 18. November 1922 Stresemann statt Cuno? Die Schwierigkeiten, die sich einer Rabinettsbil zustandekommt oder ob er seinen Auftrag in die Hände des bung durch Herrn Cuno in den Weg stellen, find im Laufe Reichspräsidenten zurücklegt. Im letzteren Fall stünde das des heutigen Tages nicht geringer geworden, sie haben sich Reich in diesem Augenblick für absehbare Zeit vor einer schwer eher noch gesteigert. Die Deutsche Volkspartei nutzt die entwirrbaren Gituation. Machtstellung, die ihr die bürgerlichen Koalitionsparteien durch die Bildung der Arbeitsgemeinschaft eingeräumt haben, zu dem Versuch aus, Herrn Stresemann an die Lage noch folgendes: Die Politisch- Parlamentarischen Nachrichten erfahren über die Spize des Auswärtigen Amts zu bringen. Daß man über diesen Versuch in den Kreisen des Zentrums und Die Regierungsbildung durch Geheimrat Cuno gestaltet sich der Demokraten restlos entzückt ist, möchten wir bezweifeln. weiter äußerst schwierig. Es scheint fast, daß Cuno ein Kabinett Wie wir zu ihm stehen, braucht nicht erst gesagt zu werden. auf der von ihm vorgesehenen Grundlage überhaupt nicht zustande Kennzeichnend ist auf alle Fälle, daß sich die volkspartei, bringt. Er hat noch am Freitag abend mit Zentrum und Volksdie mit dem Sturz Wirths sehr zufrieden ist, jetzt ganz als partei verhandelt, die beide eine Besetzung des Außenministeriums Herrder Lage fühlt. Da von den bürgerlichen Koalitions: mit Hermes, wie vorgesehen, ablehnten. parteien nichts gescheht, um die Ansprüche herabzuschrauben, wünscht das Außenministerium für Stresemann, was die zu denen die Volkspartei durch die Politik der Arbeitsgemein- Sozialdemokratie bekanntlich ablehnt. Auch über die Besetzung der schaft ermutigt worden ist, wird es verständlich, daß im übrigen Ministerien ist bisher noch nicht die geringste Einigung Reichstag jetzt schon von einem Kabinett Stresemann vollzogen. gesprochen wird, für den Fall, daß die Kabinettsbildung durch Cuno mißlingt. Die Bolfspartei Stand dre Dinge heute vormittag berichtet hat, nimmt man in parlaNachdem Geheimrat Cuno dem Reichspräsidenten über diesen mentarischen Kreifen an, daß der Reichspräfident im Laufe des Tages nochmals mit den Parteien Verhandlungen führen wird, um regierung der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft unter Führung von zu einer Klärung der Situation beizutragen. Eine MinderheitsStresemann ist nach dem Stand der Dinge um die Mittagszeit gar nicht unwahrscheinlich. Ein Kabinett Stresemann würde sich auf die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft ftüßen; es würde feine feste Parlaments mehrheit hinter sich haben, aber mit der wohlwollenden Neutralität der äußersten Rechten rechnen. Im Zentrum und bei den Demofraten würden wohl nur die rechten Flügelmänner mit einer solchen Kombination einverstanden sein. Nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch viele Zentrumsleute und Bertreter der bemokratischen Fraktion wurden mittags von GeDemokraten würden eine persönliche Beteiligung an ihr ab- heimrat Cuno empfangen. Die sozialdemokratische Fraklion tritt lehnen. Trotzdem muß mit der Möglichkeit einer Regierung fammen. Es ist nicht ausgeschloffen, daß der Reichstag am Montag erst wieder am Montag nachmittag zur Beratung über die Lage zu der Mitte mit oder ohne Stresemann, die die Tendenz hätte, nicht tagt. immer weiter nach rechts zu rutschen, gerechnet werden, wenn die Kabinettsbildung mit Cuno mißlingt. Cuno und die Ostpolitik. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichedfonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Zur Lösung der Wohnungsfrage. Erhöhung der Wohnungsbauabgabe. Von Dr. M. Engler, badischer Arbeitsminister. In seinem neuesten Buche: Die proletarische Revo lution und ihr Programm" schreibt Karl Kautsky an einer Stelle: Studieren wir weniger unsere Gefühle und den Beifall erregter Boltsversammlungen und studieren wir mehr das ökonomische Getriebe und defen Gesetze. Das ist mühevoller und oft sehr unpopulär. Aber es ist der einzige Weg, die proletarische Rcvolution zum Siege zu führen." stajendr Weg zur Lösung der Wohnungsfrage finden wollen. Gesetzgeberisch hat der Reichstag bis jetzt nur flägliches FlidDie Worte Kautskys müssen alle beherzigen, die einen werk geleistet. Durch Mieterschuhgeseze und Reichsmieten. gefeß sind die Inhaber von Wohnungen einigermaßen ge schüßt; diejenigen aber, die feine Wohnung haben, können alle Hoffnungen begraben, wenn nicht in durchgreifender Weise die genommen wird. Unser Reichswohnungsabgabegejez entBeschaffung der Geldmittel für den Wohnungsbau in die Hand pricht einem Zustand, wo die Baukosten an dessen betrugen, was sie heute betragen. 30 berichtet, daß die Arbeiten an Wohnbauten eingestellt wurden, In der letzten Zeit wurde aus allen Teilen Deutschlands weil es an dem notwendigen Geld fehlt. Als Urfache wird immer das Steigen der Baupreise angegeben. In Wirklichkeit wirken zwei Ursachen mit. Mit dem Sinken des Geldwertes purden die Summen, die für die Herstellung von rungspläne wurden über den Haufen geworfen. Für eine Wohnungen notwendig sind, immer größer; alle FinanzieWohnung, die im Frieden 8000 m. toftete, mußten im Jahr 1921 im Durchschnitt etwa 120 000 m. aufgewendet werden. Bauten, die am Anfang dieses Jahres begonnen wurden mit einem voraussichtlichen Kostenaufwand von 220 000 m., fommen jetzt auf 400 000 bis 800 000 m. zu stehen, später begonnene Bauten stellen sich noch viel höher. Gegenwärtig stehen die Materialpreise und Arbeitslöhne so, daß mindestens mit dem 220fachen Friedensaufwand zu rechnen ist. Als zweite Ursache für die Stillegung fommt in Betracht, Berfolgt die Bolkspartei den Plan, durch Stellung unmöglicher Forderungen ein Kabinett Cuno zum Scheitern zu Bie aus der Germania" und der Köln. Boltszig." hervorbringen, so ist die Politik des Zentrums zum mindesten darauf geht, bestehen im Zentrum gegen Cuno Bedenken, weil er ein gerichtet, sein Zustandekommen zu erleichtern. Das 3 en Gegner des Vertrags von Rapallo gewesen sein soll. Die trum hat gegen die Absicht Cunos, den bisherigen Reichs- beiden Blätter betonen. es sei von Wichtigkeit zu wissen, welche Bofinanzminister Hermes zum Außenminister zu litik Cuno nach dem Osten hin zu treiben gedenke. machen, Einspruch erhoben. Es will Herrn Hermes frei. Auch wir halten eine Klärung dieser Punkte wie vieler anderer lich gestatten, unter Umständen sein Finanzportefeuille zu be- für notwendig. Sie wird als befriedigend zu betrachten sein, daß durch das rapide Sinken des Markwertes halten. Wir stehen nicht im Berdacht, für Herrn Hermes zu wenn sich Herr Cuno zu dem Grundjag befennt, daß bestehende fast alle Leute zu der Einsicht famen, daß es unwirtschaftlich ist, starte persönliche Sympathein zu haben, hätten aber nach Verträge loyal auszuführen sind und wenn er die 3u- das Geld in festverzinslichen Staats- oder Gemeindepapieren feiner Bewährung bei den letzten Verhandlungen seine Wahl funftsbedeutung der deutsch- russischen Wirtschaftsbeziehungen aner- oder in Obligationen anzulegen. Wer Geld hat, erwirbt sich zum Außenminifter feineswegs für unglücklich gehalten. Nun fennt. Wollte man jedoch jeden als„ kompromittierte Persönlichkeit" ieht Sachwerte oder ausländisches Geld. Mit anderen Worten: reißt aber das Beto des Zentrums in Cunos Pläne ein großes betrachten, der mit Art und Zeitpunkt jenes Bertragsabschlusses nicht Loch. ganz einverstanden war, so würde der Kreis der für die RegierungsWahrscheinlich wird es sich noch im Laufe des heutigen bildung in Betracht kommenden Personen eine ungebührliche EinTages entscheiden, ob Cuno trotz alledem mit dem Kabinett schränkung erfahren. Wer wird Führer der Arbeiterfraktion. die Gemeinden und Baugenossenschaften, die Geld brauchen, erhalten keine Darlehen. Es zeigt sich jetzt, wie falsch es war. die Wohnabgabe so niedrig festzusehen, daß sie nicht einmal ausreicht, um den Bauaufwand eines Jahres zu verzinsen, statt sie so zu bemessen, daß die Zuschüsse voll davon bestritten werden könnten. In den folgenden Betrachtingen find die Einnahmen aus der Wohnabgabe und die zu leistenden Baukostenzuschüsse der Länder und Gemeinden immer zusammengezogen. Amerika in der Reparationskommission. Clynes oder Mac Donald? Paris, 18. November. Wie Chicago Tribune" mitteilt, hat Condon, 17. November.( EE.) Im Unterhaus gab Clynes auf Veranlassung des englischen Bertreters im Völkerbund, Balfour, Die Gefeßentwürfe, durch welche die Erhebung vor Zeitungsvertretern die Erklärung ab, daß nach dem erzielten die Absicht bestanden, den inoffiziellen amerikanischen Vertreter in einer Wohnabgabe festgesezt wurde, haben auf dem Ergebnis die Arbeiterpartei in jedem Augenblid bereit sei, die der Reparationstommission Boy den zum Leiter der österreichi- Instanzenweg, den sie durchlaufen mußten, fortgesetzt BerRegierung zu bilden, falls die Umstände dies erfordern sollten. fchen Finanzkontrolle zu ernennen. Das Staatsdepartement habe schlechterungen erfahren; schon das Reichsarbeitsministerium - Eine der ersten Handlungen der Arbeiterpartei wird die Wahl jedoch Boyden aufgefordert, im gegenwärtigen fritischen Augenblid war zaghaft mit seinen Vorschlägen, und unter dem Einflußz eines Fraktionsführers fein. Man spricht von Clynes, aber auch seinen Boften nicht zu veríaffen. Boyden habe sofort zugefagt, die Don Ramsay Macdonald. Clynes vertritt die Gewert. Vereinigten Staaten weiter in der Reparationskommission zu der schaften, Macdonald die intellektuelle Fraktion in der treten. Einer der Gründe für fein Berbleiben in der Kommiffion Arbeiterpartei. sei die Annahme, daß Amerifa binnen furzem offiziell im Hotel Astoria vertreten sein werde. Eine Botschaft Bonar Laws. Condon, 18. November.( WTB.)" Times" zufolge hat Bonar Bam folgende Botschaft an die Nation gerichtet: Das Land hat der neuen Regierung sein Bertrauen ausgesprochen. Es wird unser ernstes Bestreben sein, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Verdientes Ende. Die Geschäftsordnung des Reichstags. fait leerem Hause begann, wurde der§ 68 der Gewerbeordnung entIn der heutigen Reichstagssigung, die um 12 Uhr vor sprechend einem Antrag aller Parteien mit Ausnahme der Kommu nisten geändert. Es sollen in Zukunft von den Messeteil nehmern auch Abgaben zur Bestreitung der Werbe- und BerLondon, 18. November.( BTB.) Laut Times" hat der Ber. maltungskosten erhoben werden fönnen. band englischer Seeleute feinen einzigen Bertreter im Unterhaus, Ein Antrag derselben Parteien auf Aenderung des Gesetzes Havelock Wilson, verloren. Dieser erhielt in South Shields über das Branntweinmonopol wurde ohne Debatte dem von etwa 40 000 abgegebenen Stimmen etwas über 8000.( Diese Ausschuß überwiesen. Abstimmung ist die Quittung der englischen Arbeiterschaft für die schäftsordnung beantragte der fommunistische Redner Hoenen, nationalistische Haltung Havelock Wilsons, die ihn zu einer immer die Ausschüsse im allgemeinen öffentlich tagen zu lassen. Nur in engeren Gemeinschaft mit dem Unternehmertum trieb und den Ausnahmefällen foll Bertraulichkeit beschloffen werden. Auch der internationalen Zusammenschluß der Seeleute hemmte. Er war Auswärtige Ausschuß müsse zur öffentlichen Tagung übergehen, um übrigens nicht Arbeiterabgeordneter, sondern Liberaler. Red.) die vielen Bertrauensbrüche zu verhindern. Abg. Ledebour( U. Soz.) Condon, 17. November.( WIB.) Nach einer Blättermeldung trat diesen Wünschen der Kommunisten bei. foll Lesley Wilson Haupteinpeitscher der Unionisten bleiben. Man = des Finanzministeriums wurden seine Vorschläge im Kabinett noch weiter abgeschwächt; im Reichstag, in der am meisten verantwortlichen Körperschaft, hatte jede Partei vor der anderen Angst, und so fam ein Gesetz zustande, das schon im Augenblick feines Entstehens von den Verhältnissen weit überholt war. Die Finanzierung der Wohnbauten stand dieses Jahr schon vor ihrem Zusammenbruch, als der Reichstag in Ferien ging. Merkwürdigerweise hat sich auch das Reichswirtschaftsausgesprochen. Das im Juni 1921 gefchaffene Wohnministerium gegen eine richtige Gestaltung der Wohnabgabe a bgabegejek bestimmt, daß eine Abgabe in Höhe von 10 Broz. des Friedensmieterträgnisses zu erheben sei, davon 5 Pro3. für das Land und 5 Proz. für die Gemeinden. Länder und Gemeinden erhielten das Recht, auch eine höhere Abgabe zu erheben. Abgabepflichtig sind außer den Wohngebäuden auch gewerbliche Anlagen aller Art; frei sind im allgemeinen firchlichen Zweden dienen. Genaue Angaben über den MietIn der dann beginnenden Aussprache über die neue Ge- nur Gebäude, die der Staats- und Gemeindeverwaltung und wert der steuerpflichtigen Gebäude liegen nicht vor. Verschiedene Schäkungen tamen für das ganze Reich auf den Betrag von 80 Milliarden Mart, davon 6 Proz. als Mieterträgnis ergibt die Summe von 4800 Millionen Mart; eine zehnprozentige Wohnabgabe hieroon bringt den Ländern und Gemeinden zusammen ein Erträgnis von 480 Millionen Mark. Diese Summe tonnte nicht ausreichen, denn schon für das Jahr 1921 mußte pro Wohnung mit einem unrentierlichen Aufwand von 80 000 bis 90 000 m. gerechnet werden. Mit der bewilligten Abgabe sollten die Baukostenzuschüsse für die 3eit vom 1. Oftober 1920 ab bis zum Schluffe des Baujahres 1922 nerzinst und gefilgt werben. werde sich bemühen, ihm einen Sig im Parlament zu verschaffen. Ermordung eines türkischen Sozialistenführers. Exchange TeleIn der Sigung des neuen Unterhauses am nächsten Montag werde graph" erfährt aus Ronftantinopel, daß der Präsident der türkischen lediglich die Wahl des Sprechers erfolgen. Man rechne da- ozialdemokratischen Partei, Hussein Hilmid Ben, ermordet worden ist. Die Ursache des Verbrechens ist nicht bekannt. mit, daß Bithlen gewählt werden wird. Eine Uebersicht über die Abfümmung zeigt, daß 125 Mitglieder des früheren Unterhauses gefchlagen wurden, darunter 10 vormalige Minifter. Dollar wieder 7000! Länder und Gemeinden benötigten für diese Zeit für u n- verzinsliche Baukostenzuschüsse eine Summe von mindestens 12 Milliarden Mark; um diesen Betrag zu ver- zinsen und zu tilgen, wären jährlich 960 Millionen Mark er- forderlich, während die vorgeschriebene Abgabe nur 480 Mil- lionen Mark bringen konnte. In den Ländern und Gemeinden setzte deshalb auch gleich der Kampf um eine höhere Ab- gäbe ein. Im März 1922 hat der Reichstag eine Erhöhung des Abgabesatzes von 10 auf S0 Proz. des Mieterträgnisses genehmigt. Bon diesem Abgabeertrögnis sollte der erforder» liche Teil für Berzinsung und Tilgung der Schulden, und der andere Teil direkt für Baukostenzuschüsse verwendet werden. Mittlerweile waren aber die Baukosten so gestiegen, daß auch dieser Betrag nicht ausreichte. Einzelne Länder und Gemein- den sind auch weit über diese Sätze hinausgegangen. Wie weit das Gesetz den Verhältnissen hintennachhinkr, geht daraus hervor, daß in verschiedenen Ländern die Sätze bis auf 800 Proz. der Friedensmiete, also aus das 6fache des reichs- gesetzlichen Betrages erhöht wurden. In einer großen Zahl von Städten wurden sogar diese Sätze noch überschritten und reichen trotzdem nicht aus, um die Bauten weiterzuführen. Bei der Einführung von höheren Sätzen, als sie vom Reich vorgeschrieben sind, stößt man natürlich in den Landes- und Gemeindeparlamenten auf große Schwierigkeiten. Es ist des- halb dringend notwendig, daß die Reichsgesetzgebung für die erforderliche Höhe der Abgabesätze sorgt. Unter den jetzigen Verhältnissen werden die Städte gezwungen, die größten Opfer zu bringen, um weiter bauen zu können, während den Landgemeinden die Abgabe nicht höher festgesetzt wird als gesetzlich notwendig ist: der Bevölkerungsüberschuß wird nach den Städten abgeschoben. Der Abgabesatz muß deshalb möglichst einheitlich und so hoch bemessen sein, daß die eingehenden Summen ausreichen, um wenigstens den dringend st enWohnungs- bedarf decken zu können. Bis jetzt konnten wir nicht einmal soviel bauen, als dem normalen Zugang an Wohnung- suchenden entspricht. Wenn wir den Abgabesatz dem gesunkenen Geldwert an- anpassen, darf uns die Höhe der Summe nicht schrecken; denn eine genaue Untersuchung wird uns zeigen, daß heute alle schaffenden Stände, gemessen an ihrem Einkommen, weniger für ihre Wohnung aufwenden als im Frieden. Auch dann, wenn wir der Grundmiete all« die erforderlichen Beträge für Eebäudeunterhaltung. Steuern und Betriebskosten zusHagen und eine Wohnabgabe erheben, die ausreicht, um etwa 1S0 000 Wohnungen im Jahr zu bauen, zahlen wir noch nicht ein Viertel von dem, was wir bei freier Wirtschaft zahlen würden. Wohin aber die freie W i r t s ch a s t in einem Land mit sinkendem Geldwert fübrt, zeigt uns die Entwicklung der Preise auf allen anderen Wirtschaftsgebieten. Auch ein Bei- spiel aus Oesterreich ist lehrreich: Aus Wien kam kürzlich die Nachricht, daß sich die dortigen Hausbesitzer geeinigt haben, die Mieten auf dos 1 9 0 0 f a ch e vom Friedenssatz festzusetzen. Wenn wir auf dem Wohnungsmarkte die Freihest zulass-n, dann werden wir die Oesterreichsr bald überholen. Deutlcb-Gberstblesien wählt. Am Sonntag finden in Oberschlesien die Wahlen zum Reichs- tag und Landtag statt. Wenn am Montag die Resultate bekannt werden, wird ein großes Geschrei über die angebliche Niederlage der Sozialdemokratie sich erheben— das kamt man schon heute vorhersagen. Denn die Sozialdemokratie hatte in Oberschlesien bis- her sechs Reichstags- und acht Landtagsabgeordnete, und wenn die jetzigen Wahlen günstig ausfallen, wlrd sie danach zwei bis drei Reichstags- und drei bis vier Landtagsabgeordnet« haben— einfach deswegen, weil durch den Genfer Schiedsspruch Deutsch-Oberschlesien etwa die Hälfte seiner Wählerzahl verloren hat. Die an Polen überwiesenen Gebiete umfassen gerade die industriellen Teile des Landes. Dazu kommt, daß in vberschlesien feit den Revolutionswahlen von Januar/Februar 1919 nicht gewählt worden ist und daß leider dort, wie ini ganzen übrigen Deutschland, seither unter dem Druck der jetzt erst überwundenen Spaltung und anderer „Die Zeit wirö kommen". (Erstaufführung im Zentraltheater.) Das Drama Romain Rolland s, ein Jahr nach dem Burerrtrieg geschrieben, endet mit dem trostreichen Bibelwort, die Zeit wird kommen, in der die Schwerter zu Sicheln und Pflug- scharen werden. Zwölf Jahre darauf begann der Weltkrieg, entsetz- licher, grausiger, ausschweifender als der lokalisierte' britische Unter- drückungsfeldzug gegen die Buren, der den französischen Pazifisten zu seiner Anklage gegen den Krieg getrieben hat. Jene tröstliche Loraussage war also falsch, doch man hört gern die Flöte de» Frie- den? und die Prophezeiung von dem Eisen, das nur der Erde, nichr den Menschen Wunden reißen soll, wenn man vier Jahre furchtbaren Krieg hinter sich hat und die Folgen vier Jahre später noch in wachsendem Druck, in wirtschaftlicher � und moralischer Fäule spürt. Man hört aizch gern die Worte, daß die Welt nicht schlecht sei. daß nur wir sie dazu machen: doch im Innern erhebt sich der Einwand: Was ist die Welt ohne uns? Etwas Lebloses. Gleichgülliges. Alles ist schön oder häßlich, gut oder schlecht nur durch unsere Augen, durch unser« Sinne: und die werden allzu häufig durch Haß oder Leiden- schaft oder Liebe getrübt. Der Mensch ist gut? Er soll gut sein. er soll gut werden, und daran mitzuarbeiten ist die schöne Auf- gäbe aller Edelsinnigen. Rolland predigt, daß der Mensch da» Brudermorden verabscheuen soll, auch wenn es sich um vaterlön- dische Interessen handell. ähnlich wie der Russe Werestschagin durch feine Kricgsgemäld« den Abscheu vor dem Menschenschlachten wecken wollte im Gegensatz zu denen, die den Krieg als Stahlbad und Wecker männlicher Tugenden preisen. Das Rollandsche Schausvi-l ist ein Tendenzdrama, keine Dichtung, doch mit dichterischen Einzel- heiten. Ein Schlüsseldrama fast, bei dem mehr das Suchen nach Beziehungen zu wirklichen Persönlichkeiten das Interesse wachhält als die inneren Vorzüge. Kein Wort gegen«in Tendenzdrama, aus das hochmütig nur der herabblicken kann, dun kein brennend Herz eigen ist. Wir wissen, daß Tendenz und Kunst sich nicht aus- zuschließen brauchen, sich oereinigen können: und erst in diesen Tagen konnten wir in Shakespeares„Richard II."«in politisches Drama von künstlerisch hohem und schlankem Wuchs bewundern. Bei Rolland gehen die beiden nebeneinander, nicht ineinander. Der englische Generalissimus Lord Elifford(bei dem man wohl an Lord Roberts denken muß) hat die Hauptstadt der afrikanischen Republik Christburg(Johannesburg) eingenommen. Sie ist voll von Weibern, Kindern und Greisen, die den Siegern das Brot weg- essen sollen. Clifford nimmt Quartier im Hause des gefallenen Burensührers de Mit(Dewett). Er wie die anderen stoßen auf schweigenden und dann sehr beredten Haß der Frauen. Es erweist sich, daß der britische Feldmarscholl edel und menschlich ist, die Witwe de Wits speit ihm trotzdem ihren Haß in einer Weise ins Gesicht. daß die Sympathie sich dem Sieger zuneiot. Der Romane Rolland verleugnet sich nicht: Es wird geredetl Wir sehen nicht, wie dieser Haß geworden ist und gewachsen, und die Reden und Gegenreden stimmen häufig nicht zueinander. Dem britischen General gehören überhaupt die Sympathien, und nur in dieser Figur ist dem Dichter, der sonst Sprechpersonen auftreten läßt, eine fein« Charakterstudie gelungen. Allerdings nicht lückenlos. Man versteht es z. B. nicht, ungünstiger Verhältnisse die Anhängerschaft der Sozialdemokratie sich vermindert hat. Durch die Regierungskrise sind unser« Reichs- tagsabgeordneten gezwungen, in Berlin zu bleiben und die für Ober- schlesien zugesagten Versammlungen aufzugeben. Die bürger» lichen Parteien hingegen haben den oberschiesischen Wahlkampf mit einem ganz außergewöhnlichen Aufwand an Kräften und Geld- Mitteln betrieben. Die Führung haben dabei die Deutschnationalen, deren beurlaubter Radauflügel, die Deutschsozialen, mit ihrem Knüppel-Kunze an der Spitze, w ganz Oberschlesien eine ebenso lärmende wie gewalttätige Propaganda führen. Ihr terra» ristisches Treiben hat dazu geführt, daß die jüdischen Bürger sich fast nirgends mehr in die Oeffentlichkeit und das politische Leben wagen. Rcichsregierung und preußische Regierung werden auf Grund der Erfahrungen dieses Wahlkampfes eingreifen und für die Zukunft die W a h l f r e i h e i t sicherstellen müsien. Endlich ist in Oberschlesien, wo die ällere Erfahrung in der Parteiorganisation fehlt, auch die Wiedervereinigung der beiden sozialdemokratischen Parteien nicht so reibungslos vor sich gegangen, wie das wünsthens- wert gewesen wäre. Unser oberschlesischer Wahlkampf ist also unter besonders ungünstigen Bedingungen ausgcfochten worden. Oppeln. 17. November.(DA.) Durch die Wahlen wird Dr. H i l f e r d i n g wahrscheinlich in den Reichstag kommen, da er an der Spitz« der Liste steht, die seinerzeit die USP. als Reichsliste aufgestellt hat und für die sämtliche Sozialdemokrgten stimmen werden. » Die Reststimmen der Parteien kommen ihren Reichslistsn von den allgemeinen Reichstogswohlen zugute. Damals blieben bei der USP. mehr Stimmen unberücksichtigt, als bei der SPD., es dürste also die damalige USP.-List« jetzt die sozialdemokratische Reichs- liste sein. Di« Zentrum-gegenüst« Skowronnek ist zugunsten der ofst- ziellen Zentrumsliste Ulitzka zurückgezogen. Der deutsche Zasci'smus. Deutschland ist nicht Italien. Nicht jede Erscheinung des italie» nifchen Fascismus ist in Deutschland gleichermaßen möglich. Und doch wäre es verkehrt, wenn man nicht die Arbeit der Hitler, Knüppel-Kunze, Esser und der zahllosen kleinen Agitatoren, die das Land durchziehen, oerfolgen würde. Im Rheinland rühren sie sich zurzeit außerordentlich. Sie treten unter dem Namen einer „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei" auf. Einige Punkte aus dem Programm diefsr„Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei" geben einen Einblick in den Charakter der Bewegung. Ein von der Zentralstelle München herausgegebenes Flugblatt, in dem die Führer der Partei versprechen, wenn nötig, unter Einsatz des eigenen Lebens für die Durchführung des Pro- grmnms rücksichtslos einzutreten, enthält folgende bezeichnende Sätze: „Staatsbürger kann nur fem, wer Volksgenosse tst. Volksgenosse kann nur fem, wer deutschen Blutes ist, ohne Rückfichtnachme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse fem. Wir bekämpfen die korrumpierende Porlamcntswirtschast einer Stellenbesetzung nur nach Partsige ficht sprmkten ohne Rücksichten auf Charakter und Fähigkeiten. Wir fordern, daß sich der Staat verpflichtet, in erster Linie für die Erwerbs- und Lebsnsmöglichkeit der Staatsbürger zu sorgen. Wenn es nicht möglich ist, die Gesamtbevölkerung des Staates zu ernähren, so sind die Angehörigen fremder Nationen(Nicht-Staats- bürger) aus dem Reiche auszuweisen. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, daß: a) Sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, Volksgenossen sein müssen, b) mchtdeutsche Zeitungen zu ihrem Erscheinen der ausdrücklichen Genehmigung des Staates bedürfen. Sie dürfen nicht in deutscher Sprache gedruckt werden. Verbot der Finanzierung „nichtdeutscher Zeitungen" u. s. f. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie bekämpft den südisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß ein« dauernde Genesrmg unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz vor Eigennutz. Zur Durchführung alles dessen fordern wir die Schaffung einer starken Zentralgewalt des Reiches. Unbedingte Autorität des polt- daß der des Mcrdtrieges müde und an freiwilligen Abschied den» kende General die harte Proklamation an die Bewohner, die ihn mit Widerwillen erfüllt, plötzlich noch übertrumpft und sogar die berüchtigten Konzentrationslager einrichtet, die seinerzeit der Zeichner Jean Veber in höllischeren Farben schilderte als Rolland, der auch hier nur wieder sprechen und das Elend nicht schauen läßt. Doch der Widerstreit zwischen soldatischer Führerpnicht und menschlichem Gewissen ist der sympathische Träger der Handlung. Es ist sehr fein beobachtet, wie der General, der den Burengegner in der Falle hat, vor dem letzten Schlag zaudert und schaudert, dem befreundeten Stabsarzt sogar seinen Revolver gibt, damit er ihn erschieße, falls er weichlich seiner Führerpflicht nicht genügen sollte, und wie Hann, als der erste Schuß fällt, sofort der Berufssoldat in ihm erwacht und er nur noch straff gespannter Heerführer ist. Doch der Schluß ist Verlegenheit. Ohm Krüger steht gefangen vor Clifford und weissagt das sich wendende Schicksal. Da kracht jener Revolver, der General sinkt sterbend nieder. Der achtjährige Junge de Wits, mit Absicht David genannt (der den Goliath tötet), den der General in Erinnerung an seinen eigenen toten Sohn rührend liebgewonnen, hat die Schußwaffe abgefeuert, ohne zu wissen, was er tat. Das kommt von Gott! sagen die Buren. Nein, von Gott kann dieser Schuß aus reiner Kinderhand gegen«in edles Herz nicht gelenkt fein, und die gott- gläubigen Buren dürfen das um so weniger annehmen, als sie wissen, daß nun General Croham(Kitchener). der„Schlächter" von Omdurman, sofort den Oberbefehl übernehmen wird. Er beginnt seine Tätigkeit qich damit, daß er all« Gehöfte in Brand stecken und einen britischen Soldaten, der wie ein Tolstojaner die Flinte hin- geworfen Hot, sofort füsilieren läßt. Dieser Soldat spricht nun die Schlußworte:„Die Zeit wird kommen, in der die Schwerter zu Pflugscharen, die Lanzen zu Sicheln werden." Dos ist abermals Verlegenheit. Unlogik, aufgcklextcs Ornament. Doch die edle Ge- sinnung in Ehren. Und noch einmal: das Schauspiel entbält dichte- rische Einzelheiten, so die Szene, in der die beiden gegnerischen Sol- baten sich sterbend umarmen. Kräftig wirkte die Anklage gegen die Börsen- und Minenspekulanten, die vom Blut der Soldaten und eines freien Volkes ihre Unternehmungen nähren wollen. Sie wurde spontan bejubelt. Eine Anklage gegen England? Rein. Rolland, der Ethiter und Friedensfreund, fetzt feinem Schauspiel das Motto voraus:„Dieses Drama klagt nicht eine einzeln««uro- päische Nation an, sondern Europa. Ich widme es der Zivilffation." Das letzte akzeptieren wir mit Dank. Das erst« hätten wir lieber gestaltet, als in einem Motto versichert gesehen. Bei ein->m so staurenreichen Schonlpiel kann man von einem zu sparsamer Wirtschaft gezwungenen Theater wie dem Zentral- Mfeater unmöglich verlangen, daß jede Rolle aut besetzt wird. lKberralchen muß es aber, daß selbst bewährte Kräfte diesmal künst- fkrffch wcht Niveau hielten. Tos gilt ebenso von dem sehr brauch- baren Paul Henckel« als Feldmarschall, der mit Drückern und unartikulierten Lauten arbeitete, wie von Fritz Jeßner, der «nen merkwürdig hölzernen, in den Bewegungen fast puppenhaft steism Stabsarrt vorführte. Einige Figuren, wie der britische Journalist, streiften die Travestie. Immerhin wurde die von P i s c a t o r geleitete Aufführung von einem dankbaren Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Schere!. tischen Zentralparlaments über das gesamte Reich Unit f«ne vrga, nisationen im ollgemisren. Die Bildung von Stände- und Berufskammern zur Durch- führung der vom Reich erlassenen Rahmengesetze in den einzelnen Bundesstaaten." Die ganze Agitation hat einen stark primitiv sozialistischen, oft kommunistischen Einschlag. Sie versucht überall von den Fehlern der Arbeiterbewegung zu leben. Wo zuviel versprochen wurde, folgt Enttäuschung. So wie in Italien der Fascismus die Folge hoch- gespannter Enttäuschungen ist, so oersucht er auch in Deutschland aus primitiven Stimmungen Nahrung zu ziehen. Di« kommunistische Agitation gegen die Arbetterorganisotionen liefert ihr oft genug das beste Material. Um so mehr gilt es zu betonen, daß die Arbester- schaft sich restlos zusammenschließt und daß sie sich auf den Boden der Tatsachen stellt. Daran muß jede reaktionäre Welle genau so zersplittern wie die kommunistische bereits gescheitert ist. Die Regierungsbilöung in Sachsen. Toktrinarismus oder Arbeiterpolitik? Wie die Dena meldet, findet am 2S. November der Landesparteitag der sächsischen Kommuni st en statt, auf dem dies« sich über den eventuellen Eintritt m die Regierung zu eist- scheiden hoben werden. Die Kommunisten sind eventuell bereit, in das Kabinott einzutreten, wenn die Sozialdemokraten außerhalb des Parlaments sich auf die Organisation der Betriebsröte stützen. Sie werden dann bestimmte Forderungen als Garantie für ihren Eintritt fordern. Ueber die Forderungen haben wir bereits besonders berichtet. Di«„Leipziger Dolkszeitung" schreibt jetzt zu dieser kommunistischen Poittik: „Ein wesentlicher Test dieser Forderungen ist deshalb ganz überflüssig, well sich die Politik der sozialistischen sächsische» Regierung bisher schon in derselben Richtung bewegt«. Ein anderer Test ober ist unsinnig, well die Kommunisten selbst sehr genau wissen, daß eine sächsische Regierung— sie mag aussehen wie sie will— gar nicht die Macht zu ihrer Durchführung hat. Es klingt wunderschön und ist außerordentlich bestechlich für die Arbester, zu fordern: Perbilli- gung der Lebensmittel, Beschaffung ausreichender Wohngelejjenheit, Bermögensbefchlagnahme bei den Besitzenden. Aber wie die sächsische Regierung da« tun soll, darüber schweigen die kommunistischen Schlaumeier oder sie verschanzen sich hinter der„Kontrolle durch die Arbeiter". Diese Kontrolle der Arbeiter könnte höchsten» den schon unendliche Male festgestellten Notstand von neuem feststellen, aber die Mittel für die Beseitigung der Rotstände würden dadurch nicht bereitgestellt, um so weniger, als derartige Instanzen aus die Reichs- polttik, die hierbei in Frage kommt, völliz wirkungslos wären. Die ganzen Bedingungen find also nur geiegnet, Verwirrung zu schaffen und die Massen zu täuschen. Und einen solchen Betrug an der Arbeiterklasse zu oerüben, muß die Sozialdemokratische Partei ab- lehnen." Die„Sächsische Arbeiterzeitung" gibt selber zu: „Solange die Verfassung bestehen kann, weil die Gegner der Perfassung noch nickt die Macht haben, sie zu ändern, wird man sie anerkennen Die Perfassung wird nicht durch diplomatische Tricks und juristische Spitzfindigkeiten durchlöchert, sondern durch einen Machtkampf befestigt." Wenn man das selber zugibt, dann bedeutet die Aufstellung von Forderungen, deren Unvereinbarkest mit der Verfassung man ein- sieht, nichts anderes als den bewußten Verzicht auf Ausnutzung der Möglichkeiten, die heute für die Arbeiterklasse gegeben stnd.� Die kommunistische Politik, die auf den von ihnen selbst als unmöglich erkannten gewaltsamen Bruch der Derfassung abzielt, schädigt wie oll«„Akttonen" die Arbeiterschaft, da sie nur zu Rückschlägen fuhren kann. E« muß sich ja bald zeigen, ob nicht doch bei den sächsischen� Kommunisten die gerade Vernunft und der ehrliche Wille, etwas für die sächsische Arbeiterschaft verwertbare, durchzusetzen, über Berliner Einflüsse siegen wird. Ein neuer finnischer Reichstagsprafiöent. Slockholm. 18. November.(TU.) Der finnische Reichstag wählte den Sozialdemokraten D u o l i j o k i mit IIS Stimmen zum Präsidentin. Die sozialdemokratisch« Fraktion des finnischen Reichstages, die von insgesamt 200 Sitzen zirka 80 innehat, ist die stärkst« Fraktion des Parlaments, die schon mehrfach den Präsidenten gestellt hol. Der Vesuv und Pompeji. Prof. G o e r t e s neuer„Urania"- Vortrag über den Vesuv und Pompeji gibt«ine unheimlich anschau- liche Schilderung der verheerenden Tätigkeit des Dulkanriesen, der über dem blauen Golf von Neapel aufragt. Noch kurzem Rückblick auf die Vesuvausbrüche des Mittelalters und der Neuzeit wird ein- gehend der Ausbruch von 1906 behandelt, der in den Siedlungen am Fuß« des Vesuvs arge Verwüstungen anrichtete und viele Men- schenleben forderte. Bilder, die aus Schönhest und Grauen gemischt sind, zeigen die von Asche überschütteten, van Lavaströmen durch» wühlten Orte und führen uns mit dem forschenden Gelehrten hinauf bis an den Rand des gluffpeienden Kraters. Der zweite Teil des Vortrages läßt das alte Pompeji, das im Jahre 79 n. Ehr. durch den stärksten Besuvausbruch der geschichtlichen Zeit verschüttet wurde, vor unserem Aug« wiedererstehen. Aus den im 18. Jahrhundert entdeckten, hauptsächlich im 19. Jahrhundert ausgegrabenen Ruinen der Stadt baut Goert« in fesselnder Darstellung sie neu vor uns auf, ihre Wohnhäuser, Werkstätten und Derkaufsläden, ihre Theater, ihr Forum und ihre Tempel. Er gewährt auch Einblicke in das häus- liche Leben der Pompejancr und gibt Proben von Erzeugnissen ihrer Kunst Die tot« Stadt, deren Rest« durch ein wunderbares Schicksetl uns erhalten geblieben sind, wird in dem von prächtigen Lichtbildern unterstützten Dortrag zu neuem Leben erweckt. Bm. ver„Sozialdemokratische Abreißkalender", den die Vor- wärts-Vuchdruckerei und Verla gs an st alt alljährlich herausgibt, ist für das Jahr 1928 soeben erschienen. Trotz der Un- gunst der Zeit ist die Ausstattung des Kalenders gediegen und ge- fchmackooll, und der Inhalt hat sogar wesentliche Ergänzungen und Erweiterungen erfahren. Die Porträts von 24 sozialistischen Vor- kämpfern und führenden Genossen aus der Internationale, in Kuvfertiefdruck wirkungsvoll ausocsührt. sind als Bildbeilagen ein- gefügt. Das eigentliche Kalendarium aus der ersten Seiten jedes Blattes bringt in guter Anordnung große und dculliche Datum- zahlen, astrrncmische Angaben, Gedenktag« und Raum für Notizen. Auf den Rückseiten finden wir genau« statisttsoie Angaben über sämtliche gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Zentralverbände sowie Notizen aus allen Wisiensgebieten, Gedichte, Aussprüche und Zitate. Der„Dorwärts-Kalender" mußte in jedem sozialistischen Hausstand und überall dort vertreten sein, wo Parteigenossen in Bureau und Werkstatt eines Taqweiscrs bedürfen. Der Preis ist in Anbettacht der guten Aufmachung, die sich auch auf die Rück- wand erstreckt— zweifarbiger Buchdruck und Tiefdruck tombtnicrt — mäßig zu nennen. Es ist ein Buch von nahezu 800 Seilen, das zum Preis« von 128 W. angeboten wird. «rstaliffülirungen»er Woche. M-nt. Kleine, Theater:.Di« Nnmoralts-ben.- Toniiab. vollZbuhne:.Mein Leopold.' Theater in der Königgratzer«kaye:„Hahnrei.- Uraiiio-Vortrage. Taubcnttraße: Sonnt.. M-nt..?onnab. „Der Vesuv und Do in ve,--; TIrnSt. Der beutige Frei. beitSlamvt der Türkei-: Mitttu..Jerusalem und sein« heiligen Stätten': Tonn.„Ernste, und Heitere« in»er deutschen Ballade': Freit.„Der Mensch vor 100000 Iah- ren'.- JnvaUdenstrohc: Sonnt..Bon der Zugspid° zum W atzmann-; Dienst.„In den Bergen Tirol Mitlw.„Da, Oberengadien»nd der Splügen': Tonn..Die Mar? «.randenburg-; Frett..Werden und vergehen im Welten, räum": Donuab..DieSchöuheil der deutscheuLaudschast. Vertrauensvotum für Poincaré. Paris, 17. November.( WTB. Rammer. Fortsetzung.) Poin caré fchloß, wenn Frankreich durch das Versagen Deutschlands ruiniert werde, wäre das eine Berlegung des guten Rechtes. Gehen wir also, so sagte er, nach Brüssel mit der wohlerwogenen Absicht, für Frankreich Gerechtigkeit zu erlangen. Nach einer kurzen Unterbrechung der Gizung ergreift der Abg. Blum( Soz.) das Wort. Er sagt, die Rede Poincarés fei für die Rammer eine Enttäuschung gewesen. Die ganze Frage fei, zu wissen, wann Deutschland bezahlen könne. Poincaré fei zu ber Einsicht gekommen, daß man im tommenden Jahre von Deutsch land nichts Wesentliches werde verlangen fönnen.( Boincaré macht eine Kopfbewegung, durch die er andeuten will, daß er diese Behauptung bestreitet.) Der Abgeordnete Blum fährt fort, bas einzig notwendige sei die Sanierung der Währungen. Er hätte es gern gesehen, wenn Poincaré der Kammer den Blan mitgeteilt hätte, den er auf der Brüffeler Konferenz vorzulegen gedente. Auf den Kriegsgeist müsse man verzichten. In der jezigen Zeit sei es nötig, andere Maßnahmen zu ergreifen. Nach dem Abgeordneten Blum spricht der Ronalist Daudet. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage Caillaur- Maloy. Im Laufe feiner Rede tommt es zu stürmischen Auseinander sehungen, so daß sich der Präsident genötigt sieht, die Sigung zu unterbrechen. Im weiteren Berlauf der Kammerfizung greift der Royalist Léon Daudet in der heftigsten Weise Briand und andere Politiker, die während des Krieges der Regierung angehört haben, an, so daß es zu unbeschreiblichen Lärmizenen tommt. Die Mitglieder des Hauses merden ungeduldig und ver langen Abbruch der Verhandlungen, morauf Ministerpräsident Boincaré im Hinblick auf die bevorstehenden Friedensverhand lungen in Lausanne die Bertagung auf einen Monat forbert. Der Ministerpräsident erklärt, es handle fich hier für ihn um die Bertrauensfrage. Die kammer nimmt mit 462 gegen 71 Stimmen die Bertagung an. Dem Ministerpräsidenten scheint dieser von Daubet hervorgerufene Zwischenfall sehr gelegen gekommen zu sein. Indem er ben Bertagungsantrag mit einem Bertrauensvotum verquidte, hat er sich eine vierwöchige Ruhepause gesichert, nach der er hoffen darf, die gegenwärtige Misstimmung, die in den Kreisen des Nationalen Blods gegen ihn herrscht, durch Erfolge in Lausanne wieder zu zerstreuen. Die Der Müllberg. Einer der Burschen, der 15jährige Herbert Sturt, wurde festgenommen und der Kriminalpolizei übergeben. Gegen 6% Uhr abends Bekanntlich sind durch den Streit der Müllfahrer in den meisten fammelten sich vor dem Konfettionsgeschäft von Ostar Jonas, Häufern große Mengen von Hausmüll liegen geblieben. Das ist Wilmersdorfer Straße 111, etwa 500 Perfonen an, die ja der Grund, weshalb vorübergehend ein Umlage- hundertsah von inhaber besbachtete, eine der Frauen eine große Schaufensterscheibe 400 für die Müllabfuhr festgesetzt wurde. Seit Wochen ist der Streit feines Geschäfts zertrümmerte. Auf dieses Signal stürzte sich die lebhaft aufeinander einsprachen, bis plötzlich, wie der Geschäftsliegen noch immer auf den Höfen. Die Müllfahrer leeren nämlich lichem Werte mit. Herbeigerufene Schutzpolizei zerstreute die Menge, zu Ende, aber die zum Teil mehr als einen Meter hohen Müllberge Menge auf die Auslagen und nahm Kleidungsstüde von beträcht nur die Eisenfästen und haben teine Verpflichtung, den neben dem fonnte aber irgendwelche Giftierungen nicht mehr vornehmen, da die Raften entstandenen Müllberg zu beseitigen. Es ist ihnen sogar betreffenden Persemen mit ihrer Beute bereits verschwunden waren. streng verboten, dies etwa gegen ein befonderes hohes Trintgeld zu tun. Sie nehmen, selbst wenn die Räften nur halb gefüllt sind, die Zuderversorgung. Um auch die noch nicht genügend belieferten halbleeren Kästen mit und füllen sie nicht etwa aus dem Müllberg. versorgen zu fönnnen, ist von der Zudertonirollstelle Groß- Berlin Einzelhändler und Berbraucher im Laufe des November mit Zuder Für den halbvollen Kasten muß aber genau soviel gezahlt werden der größte Teil der für diesen 3med vorgesehenen Reserven dem als für den ganzvollen. Nicht wenige Mieter erhöhen jezt noch Großhandel freigegeben worden. diese ja von ihnen selbst zu tragenden Kosten, indem sie, allzu bequem, nicht den Raften benutzen, sondern den neuen Müll auf den unter dieser Marte veröffentlichten Bericht der Bersammlung der Berteuerung des Markenbrotes um 150 Prozent." zu dem schon vorhandenen Haufen werfen. Der Hauswirt weigert sich, den freien Vereinigung der Bäckermeister von Groß- Berlin teilt uns Müllberg auf seine Roften entfernen zu laffen. Der Hausreiniger ist Herr Konrad Spiller folgendes mit: Eine Bollfornmühle Spiller ebenfalls sehr oft nicht bereit, ohne besondere Bezahlung für die Bes existiert nicht, sondern die von mir betriebene Mühle führt die Firma feitigung des Mülls zu forgen. Die Rechtslage ist( schlimm genug, Brotkartenmehl niemals höher, als vorgeschrieben ist, ausgemahlen Neuköllner Walzenmühle Read Spiller. In meiner Mühle ist das daß man hier von einer Rechtslage sprechen muß) noch nicht geklärt. worden. Das von mir gemahlene Mehl ist troh häufiger Kontrolle Wäre es nicht das Gescheiteste, wenn die Mieter zur Selbsthilfe durch die Reichsgetreidestelle niemals beanstandet worden. Das greifen? Sie füllen die Räften so lange, bis alles abgefahren ist. Mehl, das stets von dem Ernährungsamt der Stadt Berlin So ist es in vielen Häusern schon geschehen. Mitunter hat jogar ein bzw. dem Bezirksamt Neukölln abgenommen wird, hat bisher zu fehr vernünftiger Hauswirt, um ohne langes Streiten schnell zu feinerlei Beanstandung Beranlaffung gegeben. handeln und Ordnung zu schaffen, mit zur Schippe gegriffen. Raubüberfall im Hotelzimmer. Dringende Batete. Im Publikum besteht vielfach die Auffaffung, daß Pakete, die mit dem Verlangen der Eilbestellung zur Boft gegeben werden, schneller als andere Batete befördert werden. Soll Bateten eine beschleunigte Beförderung zuteil werden, find fie als bringend" aufzuliefern. Dringende Batete unterliegen der dreifachen Freigebühr für gewöhnliche Pakete. Das Opfer durch Liför und Konfekt betäubt. Ein geheimnisvoller Hotelraub beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. In einem Hotel in der Nähe des Anhalter Bahnhofs wurde gestern früh eine Dame aus Schöneberg in ihrem Zimmer befinden mijfenichafftide ührungen durch Direktorialbeamte im taubt und beraubt aufgefunden. Ms fie sich wieder erholt hatte, machte sie folgende Angaben: Museumsführungen. Conntag, den 19. November, borm. 9, Uhr, Alten Museum( Römische Bildwerke), im Kaiser- Friedrich- Muſeum( Alt Niederländische Malerei) und in der Sammlung für deutsche Volkskunde, Klosterftr. 36, ftatt. Eintrittstarten zu 1 Mart und Programme au 2 M. find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Mujeen erhältlich. Der Verband Vollsgesundheit veranstaltet als Abschluß feiner Werbewoche am Sonntag, den 19. November, einen Familien Unter baltungsabend in der Aula des Leibniz- Gymnasiums, Berlin, Mariannenblat 28, abends 6 Uhr. Aus bem reichhaltigen Brogramm seien hervorgehoben: Mufit, Gesang. Festrede, Borsviel aus den Maschinenfürmern, Deflamationen, Festspiel: Die Begegnung im Jenseits, Lieber ( 1. Bezirt) veranstaltet am Sonntag, ben 19. November, im groken Saal sur 2aute, Vollstänze, Marmorgruppen. Der Deutsche Arbeiter Sängerbund, Gau Berlin und Umgegend der Neuen Belt, Hafenbeide 108-114, ein Mittagstonzert. Mitwirkende: Männergesangbereine: Berliner Liederfreunde, Berliner Sängerchor, Fichte. Georginia 1879 und Ramenlos. Gemischter Choi: Berliner Boltschor Das verstärkte Blüthner- Drchester. Solisten: Paula Beinbaum( Al), Baul Bauer( Tenor), Kammersänger Berner Engel( Bariton). Anfang 11 Uhr. Freier Regler- Buud nennt sich eine neugegründete Vereinigung von Stegeltlubs, die sich zur Aufgabe gestellt hat, das Stegeln( portmäßig Gitung aller Borstände findet am Sonntag, den 19. November, vormittags und volkstümlich zu gestalten. Weltlämpie der Klubs und Bezirke unter einander weiben für reide sportliche Abwechslung sorgen. Die erste 10 Uhr, bei lemple, Berlin B., Elzbolzstr. 19( Nähe Bhf. Schöneberg) statt. Bor ungefähr sechs Wochen habe sie im Café Ceres zmet Männer fennen gelernt, die sich ihr gegenüber als Ameritaner ausgegeben hätten und vorgaben, sich z meds Antauf von Ju. melen hier aufhielten. Sie zeigten sehr großes Intereffe für die Schmudfachen, die sie trug, und sprachen mit ihr auch über den hohen Wert. Im Laufe der Unterhaltung erzählte die Dame, daß fie auch im Besik einer goldenen Uhr ihres Mannes sei, die dieser verlaufen wolle. Man traf sich in dem Café und wurde mit einem jedoch, daß er nur 50 000 m. bei fich habe, zahlte diese an und er Raufpreis von 100 000 m. handelseinig. Der Amerikaner erklärte hielt auch die Uhr ausgehändigt. Die restlichen 50 000 m. follte die Dame noch am selben Abend in dem Hotel am Anhalter Bahnhof, Radikalen gegen den Stinnes- Vertrag. wo die beiden Amerikaner wohnten, ausgezahlt erhalten. Als dann Für das Abkommen mit den Sozialen Baubetrieben. die Berläuferin der Uhr abends gegen 10 Uhr das Hotel aufsuchte, um den Käufer zu besuchen, wurde sie von dem Hotelpförtner nicht Paris, 18, November.( WTB.) Der sozialistisch eingelaffen, weil Damenbesuche um diese Zeit in dem Hause verboten raditale Kongres in Marseille hat nach einem Bericht sind. Run mietete die Dame selbst ein Bimmer und setzte sich von Doucedames über die Reparationsfrage eine Tagesordnung Unterhaltung boten ihr die Amerikaner Litöre und Konfett diesem aus mit dem Amerikaner in Verbindung. Im Laufe der angenommen, in der die Regierung aufgefordert wird, endlich über an, nach deren Genuß fie die Besinnung verlor. Sachlieferungen zu verhandeln und eine größere Realifa was weiter mit ihr geschehen fet, wiffe fie nicht. Erst als sie in tionspolitik zu betreiben. Hinsichtlich der Berträge zwischen fran ihrem Bette aus einem tiefen Schlaf erwacht sei, habe sie festgestellt, zösischen Geschädigten und deutschen Lieferanten soll die Regierung baß ihre ganzen Schmudfachen im Werte von 1 Million Mart ver erklären, daß sie nur den Berträgen zustimmen werde, die von schwunden waren. So fehlten: 1 großer Brillantring, ein Ring fozialen Organisationen abgeschlossen werden und persönlichen Nuhen mit Rubinen und Brillanten, eine Uhr mit Brillanten und Saphiren, folgende Verfügung des Boltstommiffars für Bildungswesen, Lu ausschließen. Außerdem verlangt die Tagesordnung die Herstellung ein Rettenarmband, eine filberne Handtasche, eine Damenbrosche, natscharffi:" Bei vielen Festdekorationen und auf Blakaten während ausschließen. Außerdem verlangt die Tagesordnung die Herstellung ein Trauring, R. K. 1918 gezeichnet, und noch andere wertvolle der letzten Revolutionsfeierlichkeiten, wie überhaupt bei Beröffentbefferer mirtschaftlicher Beziehungen zwischen Frankreich und befferer wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Schmudgegenstände. Die benachrichtigte Kriminalpolizei stellte feft, lichungen usw. verschiedener Art, wird neuerdings in mißverständ Deutschland. daß die beiden angeblichen Amerikaner spurlos licher Weise häufig ein Ornament verwandt, welches Hakenkreuz Derschwunden waren. Sie hatten sich in dem Hotel als Rauf heißt und folgendes Aussehen hat( folgt Abbildung). Da das Haten mann Megander Bartels, 1896 in Düsseldorf geboren, und Fred freuz, die Rofarbe der ultragegenrevolutionären 1,65 Meter groß und spricht gebrochen deutsch. Meldungen zur Beit den Charatter eines Ginnbildes der gesamten Sternberg, 1888 in Rußland geboren, eingetragen. Sternberg ist deutschen Orgeich Organisation darstellt und in letter Aufklärung des geheimnisvollen Raubes nimmt die Dienststelle fascistischen reaktionären Bewegung annimmt, fo B. 1. 4., Kriminalfommissar Gennat, im Zimmer 106 des Berliner mache ich hiermit marnend darauf aufmerksam, daß die Künstler Polizeipräsidiums entgegen. in feinem Falle diefes Ornament verwenden dürfen, welches beson ders auf die Ausländer einen äußerst abstoßenden Eindrud macht." Henkerjustiz in Südafrika. Condon, 18. November.( WTB.) Times" meldet aus Johannesburg: Gestera wurden zwei Teilnehmer an den Unruhen in Johannesburg in Pretoria gebentt. Sie fangen auf dem Schafolt das Lied:„ Die rote Fahne". Bis zum letzten Augentlid waren zahlreiche Begnadigungsgefuche bei der Regierung eingegangen. Am Donnerstag wurde in Johannesburg eine große Protestversammlung abgehalten, bei der ein Polizeibeamter von der Menge schwer verletzt wurde. Die Erbitterung über die Ablehnung des Gnadengefuches ist Times" zufolge unter den Arbeitern außer ordentlich groß. Die Henterjuftiz der füdafrikanischen Regierung muß in allen Ländern Zorn und Empörung auslösen. Die erbitterten Brotefte Der Arbeiterschaft in Johannesburg zeigen deutlich, daß das Bor. gehen der füdafrikanischen Regierung eine starte Gegenbewegung ausgelöst hat, die hoffentlich dazu führen wird, in die Diftatur ber Grubenmagnaten und Grundbefizer Bresche zu schlagen. Devisenkurse. Preffe- Ausschluß im Franz- Prozeß. Zu Beginn der heutigen Berhandlung des Brozeffes gegen den Ingenieur Ewald Franz gab der Borsigende, Landgerichtsdirektor Brannhaufen, die Erklärung ab, daß das Gericht gegen die weitere Zulaffung der Presse Bedenken habe. Maßgebend für diese Aufzu sein. Der Angeflagte bat, wenigstens bei der Erörterung des faffung fcheint die Rüdsicht auf die weiblichen Belastungszeuginnen Attenbiebstahls die Presseberichterstatung zu ermöglichen. Die Ber treter der Preffe verließen hierauf den Saal. Ein Buttergeschäft. e Das Hakenkreuz auch in Moskau! Die sowjetamtlichen Moskauer Jsweftija"( Nr. 255) enthalten Neuer Reford auf einem Segelflugzeug. Auf dem Flugplak uhlsbüttel flog gestern der Flugzeugführer Förster mit einem von benem Gelände bei Windstärte 3 im Mittelfefundenmeter 21. Nesemann( Binneberg) gebauten Segelflugzeug Senator" über Streden von 50 bis 150 meter in Höhen von 4 bis 6 metern; eine Flugplag liegt etwa 20 Meter über dem Meere und hat keinen Leiftung, die bislang von feinem Segler vollbracht worden ist. Der Aufwind. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas fübler, zeitweise beiter, aber noch überwiegend bewölft, mit geringeren Riederschlägen und frischen nordwestlichen Binden. Theater der Woche.. Bom 19. bis 27. November. Im Jahre 1920 wollte die Berliner Diskontogesellschaft für ihre Arbeitslosenkundgebung in London. Angestellten mehrere Waggons Lebensmittel aus holland einführen. Da die Einfuhrbewilligung Schwierigkeiten machte, fegte Condon, 18, November.( Ill.) 3wischen 20 000 Eis 25 000 fie fich mit dem Magistrat zu Potsdam in Berbindung. Es wurde Arbeitslose bewegten sich gestern nach dem Hyde- Bart, wo sie Arbeit mit der Stadt Potsdam vereinbart, daß diese von den insgesamt und Unterhalt forberten. Sie sandten eine Abordnung nach Dow. 12 aggons Butter 8 Baggons und fe einen Waggon Raffee 22. Ueber bie sipait, 2. Teil 25. und 27. Mein Leopolb. Boltsbühne: 19., 21., 25. und 26. Die Bilge. 20. und 24. Der Berschwender. Opernhaus: 19. Aida. ning Street, um beim Premierminister den Empfang einer Deputa. und Ratan abnehmen sollte, während die Diskontogesellschaft einen 20. Tosca. 21. Carmen. 22. Fidelio. 28. Obeton. 24. 4. Ginfoniekonzert. 25. Galome. 26. Lohengrin. 27. Barbier von Sevilla. tion am nächsten Mittwoch zu erbitten. Bonar Law weigerte sich, Waggon Raffee und einen Waggon Katao erhalten sollte. Schauspielhaus: 19., 22., 24. und 27. Macbeth. 20. und 23. Beer Onnt. 21. Napoleon. 25. und die Abordnung zu empfangen, und übertrug dem Wohlfahrts. Da auch für den Magistrat der Stadt Potsdam eine Einfuhr 26. Sanneles Simmelfahrt. Deutsches Theater: 19., 21., 23., 25. und 26. minister, die Wünsche der Arbeitslosen entgegenzunehmen. Er bat bewilligung nicht zu erhalten war, setzte sich ein Angestellter der König Richard II. 20. und 22. Der lebende Leichnam. 24. und 27. Gimfon Distontogefellschaft mit einem gewissen Woide in Verbindung, der theus in flagranti. 20., 22. und 26. Das Glas Waffer. oder Scham und Eifersucht. ihn dann, auch am nächsten Mittwoch im Namen der Regierung behauptete, Beziehungen zum Reichsbeauftragten zu haben. Kurze 19. bis 21., 23. bis 27. Der Biberpela. 22. Fauft. Rammerspiele: 19., 21., 23. bis 25., 27. Timo Leffing- Theater: Sh. i. b. Röniggräger Str.: die Deputation zu empfangen. Die Arbeitslosen erklärten sich mit Beit darauf lief denn auch die Einfuhrbewilligung für die Butter ein. 19. 20. 28. un 26. Die Subin von Solebo. 21., 22. und 24. Die wumber der ablehnenden Haltung des Premierministers nicht einverstanden, Die Bant fandte zwei Angestellte an die holländische Grenze, um fches Opernhaus: 19. und 27. Atba. 20. Tosca. 21. Tannhäuser. 22., 23., 25. lichen Geschichten des Rapellmeisters Kreisler. 25. und 27. Hahnrei. Dent und teharrien weiter darauf, von Bonar Law empfangen zu mer. dort die Ware zu befichtigen und dem holländischen Berkäufer van und 26. Barfifal. 24. Die Boheme. Schiller- Theater: 10., 21., 25. und 25. den. Die Lage nahm einen drohenden Charafter an. Unter der aweren den Kaufpreis in Reichsbankschecks zu überweisen. Rofe Bernd. 20., 24., 26. und 27. Rosenmontag. 22. Die Braut von Messina. Genges Schauspielhaus: 19., 24. und 25. Orpheus in ber Untermelt. 20. bis Menge befanden sich auch ungefähr 2000 Leute, die aus verfchie. Ban Waweren zeigte den Angeklagten die Ware und erhielt die 23., 26. und 27. Luther. Renes Bolts- Theater: 19., 21., 24. und 27. Der Eng. denen Teilen des Landes gekommen waren. Scheds über 900000 Mart, um seinem holländischen Ber- länder. Gainros. 20., 22., 23., 25. und 26. Michael Kvamer. Renaissance Die Tribüne: Der täufer, der Firma B. A. Jürgens, ein Aftreditiv auszustellen. Acht Theater: Das Band. Borm Tode. Erfte Barnung. Teufelsfchiller. Waggons Butter und je ein Waggon Katao und Kaffee trafen auch 20. und 27. Madame Gans- Gene. Deutsches Künstler- Theater: 19., 21. bis 26. Siebelei. Die Lore, Komödienhaus: Die Erwachsenen. Bußtag in Botsdam ein. Benor aber die restlichen Wagen geliefert waren, gefchloffen. Berliner Theater: Madame Pompadour. Bußtag: Die Jubin ftellte sich heraus, daß die Einfuhrbewilligung von einem von Toledo. Trianon- Theater: Lifft, die Ratotte. 22. Baby Windermeres Fächer. Refibenz- Theater: Der Schlafwagentontrolleur. 20. und 22. Der gewissen Brauser gefälscht worden war. Raffee und Ratao Dieb. Theater in der Stemmandantenstraße: Schlemihl. Romische Oper: wurden beschlagnahmt. Die restliche Sendung fam nicht mehr an. Europa fpricht davon! Metropol Theater: Luspielhaus: Der Mustergatte. Die Distontogesellschaft, die den Sachverhalt noch nicht fannte, New Port- Berlin. Reues Operetten Theater: Die schwarze Rose. Bußtag: Der Verschwender. glaubte, baß die Ware van Wameren gar nicht abgesandt bortplag: 19., 20., 21, 28., 24, 25., 26. und 27. Dein Diund Thalia- Theater: Bring Don Juan. Theater am Rollen 22. Jugend. werden sollte und fühlte sich daher betrogen. Dieser Betrugsprozeß Große Boltsoper im Theater bes Bestens: 19, und 26. Lohengrin. 20. Der 2593.50 2606.50 bildete den Gegenstand einer gerichtlichen Berhandlung gegen ben in reischüß. 21., 24. und 27. Don Pasquale. 22. Fidelio. 23. Gamson und 2884. 2396.- Berlin wohnenden van Waweren. Ihm wurde vor allem zur 20., 21., 23.- 27. Die Unmoralischen, Dalila. 25. Die Walküre. Aleines Theater: 19. und 22. Agnes Jordan. Wallner Theater: 19.- 21., 23.- 27. Die 426.93 429.07 aft gelegt, daß er sich die Reichsbantschecks dadurch erschwindelt teine Günderin. 22. Emilia Galotti, Walhalla- Theater: Die tolle Lola. 1216.95 1225.05 babe, daß er einem Angestellten der Diskontogesellschaft die beiden 22. Gaftipiel bes Leffing- Theaters: Bater und Sohn. Theater bes Oftens 1326.70 1338.30 für den Magistrat Botsdam bestimmten Wagen als diejenigen gezeigt Brinacken. ( Rose- Theater): Der Tob ber Baby Pembrole. Rafino Theater: Müllers Neues Theater am 800. Dorine und ber 8ufall. Schloß 1765.60 1774.70 hätte, die für die Diskontogesellschaft bestimmt sein sollten. In der part- theater Steglig: Großes Saus: Der Frechbachs. Am 22. ge 164.58 165.42 Beweisaufnahme ergab sich aber, daß alle Wagen zunächst nach fchloffen. Reines Saus: Daifn. Crainguebille. Folies Caprice: Botsdam rollen sollten, auch fonnte der als Zeuge vernommene am Kurfürstendamm: Liliom. Abmirals- Palast: Bariete- Borstellung. Menersteins Liebesnadt. Jutimes Theater: Frau Abas G. m. b.$. 326.18 827.82 811.71 313.29 Bantbeamte nicht mehr mit Sicherheit sagen, daß van Waweren ihm Die Spelunte. Heute nichi! Allein endlich! 31177.87 31328.13 29326.50 29173.50 über die Bestimmung der Waggons falsche Angaben gemacht hätte. Rachmittagsvorstellungen: Bollsbühne: 19. Die Ratten. 6982.50 7017.50 6608.43 6641.57 Der Staatsanwalt hielt trotzdem die Anflage aufrecht und beantragte 22. Der Traum ein Leben. Deutsches Theater: 19. Die Büchse der Bandora. 461.34 463.66 gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und ann nie wiffen. Rammerspiele: 19. Der Raub der Sabinerinnen. Leffing- Theater: 19. Man Theater in ber Königgräger Straße: 19. Die wunber 847.87 852 18 773.06 776.94 fofortige Verhaftung. Das Gericht sprach jedoch den Angeklagten frei. lichen Geſchichten bes stapellmeisters Kreisler. Deutsches Opernhaus: 19. Sin. foniekonzert( Beranstaltung der Stadt Charlottenburg) um 11 Uhr. 2% Uhr: Raubzüge im Often und Weften. Großes Schauspielhans: 19. Orpheus in ber Mignon. 24. Der Freischüß. Unterwelt. Renes Volfs- Theater: 19. Der Engländer. Satyros. Dent Romöbienhaus: 8.77 8,83 Am Freitag nachmittag erschienen vor der Filiale der Ronfum fches Künstler- heater: 19. Wenn wir Toten erwachen. Berliner Theater: 19. Der Troubabour. Buffpiel 19. Bringeffin Olala. 209.47 210 58 genoffenfchaft Reutölln in der Marefchstraße 15 junge haus: 19. und 26. Der Berwolf Neues Operetten Theater: 19. und 26. Ein 2.74 2.76 Burschen unter Führung einiger älterer Männer, brangen in das Brachtmädel. Theater am Rollenborfplog: 19. Der Better aus Dingsda. Wallner- heater: 19. unb 25. Emilia Galotti. 47.18 47.17 Barenlager ein und entwendeten Zigarren, Sigaretten, Tabat, 21., 23., 25. Maria Stuart. Theater bes Oftens: 19., 25. und 26. Aschenbrödel. Sutimes Theat 98.75 100.25 Lebensmittel und sonstige Rolonialwaren im Werte von 50 000 m. 19. Die Beitsche und...? usw. 1 holländischer Gulden 1 argentinischer Papier- Beso. 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mart. 1 japanischer Den 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frant 18. November Räufer Berkäufer ( Belb-)( Brief-) Furs Kurs 2748.12 2756.88 2523.67 2536.83 458 85 461.15 1271.80 1278.20 1411.45 1418 55 1875.80 1884.70 175.56 176.44 498.75 501.25 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1294 25 1300.75 1 spanischer Befeta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 223.45 1 ungarische Strone 2.84 1 Bulgarischer Lewa 51.12 1067.92 1072.68 9.27 9.83 224.56 2.86 51.88 1 jugoslawischer Dinar 107.78 108.27 17. November Räufer Berläufer ( Belb)( Brief-) Sturs Rurs 1226.92 1233.08 1012.46 1007.54 Theater Gewerkschaftsbewegung Potemkinsche Dörfer mung; alle Redner sprachen sich gegen den Schiedsspruch aus, dessen Ablehnung einstimmig beschlossen wurde. Ferner wurde ebenso einstimmig beschlossen, Lattit und Führung des Kampfes der Branchenkommission zu überlassen. Schließlich stimmte die Bersammlung noch einer Resolution zu, Aus einer Reihe von Betrieben erhalten wir zuschriften über in der die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes aufgefordert Wahlschwindel der Rommumisten zum Betriebsrätetongreß. Aus wird, sofort mit der Berliner Gewerkschaftskommiffion in Berbinaummangel fönnen wir unmöglich alle diese Zuſchriften veröffent- bung zu treten, um auskömmliche Löhne und Steuerermäßigungen ichen. Das Verfahren ist übrigens überall so ziemlich das gleiche. für die Arbeiterschaft Berlins durchzusehen. Da die Arbeiter nicht zu der von dem Fünfzehnerausschuß festgesetzten Wahl gehen, auch nicht, wenn man sie zur Wahl zu fchleppen" versucht, gehen die Kommunisten in die Betriebe. Hier werden dann in freigebiger Weife Stimmzettel verteilt, die man dann wieder, wie sie ausgeteilt wurden, einfammelt. Natürlich ist die Ausbeute unter diesen Umständen sehr reichlich. Die Kommunisten fönnen dann von einer regen ,, Wahlbeteiligung" reden. Gegen Nacht- und Sonntagsarbeit. Kundgebungen der Bäckereiarbeiter und Konditoren. Wirtschaft Das Erdöl in der Weltwirtschaft. Kürzlich ging durch die Bresse die Nachricht, daß die Mansfelder Bergbau A.-G. bei Bohrungen zufällig auf ein bedeutendes Petroleumborkommen gestoßen sei. Hiedurch bestätigt fich die Auffassung bedeutender Geologen, daß die Petroleumvorkommen Deutschlands noch lange nicht in vollem Umfange erforscht seien. Im Hinblick auf die durch die Reparationslieferungen und durch den Verlust Oberschlesiens geschaffenen schwierigen Verhältnisse in at zum 23. November, dem Jahrestage des gefeßlichen Vers wesentlichen Betroleumquellen Deutschlands fehr an Bedeutung. Die Leitung des Zentralverbandes der Bäcker und Konditoren der deutschen Brennstoffversorgung gewinnen auch die scheinbar un Reiche& Demonstrationsversammlungen vorbereitet und hierzu für den Bedarf ausreichend und der deutsche Petroleumhandel wird bots der Nacht- und Sonntagsarbeit, in allen Orten des Das im Julande gewonnene Erdöl ist natürlich bei weitem nicht auch die Reichs-, Landes- und Gewerbeaufsichtsbehörden sowie die noch auf lange Zeit binaus auf starte Zufuhren aus Amerika und Abgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion eingeladen. Die Diteuropa rechnen müssen. Verbandsleitung bemerkt hierzu: er Diese Wahlmethoden sind echt russischer Import. In Rußland wird ja auch in ähnlicher Weise in den Betriebengewählt". Es handelt sich dabei um eine alte ruffische Tradition, die als Potemfinsche Dörfer betannt ist. Als, Günstling", wie das in der hösischen Sprache genannt wurde, von Katharina II., zeigte Potemfin diefer auf einer Von einer ganzen Reiche Bädermeister Jnnungen sind Das amerikanische Betroleumtapial( Rockefeller), Rundfahrt durch die Kreise blühende Dörfer, bevölkert von Hirten, bei der Zentralleitung der gewerkschaftlichen Organisation in diesen das die gesamte Produktion der Vereinigten Staaten und Merilo Bauern und Herden. Es waren aber nur schnell errichtete Kulissen, Tagen Erklärungen eingegangen, daß sie unter keinen Um.fontrolliert und sich anschickt, in Persien, Rußland und Südamerika und das Personal dieser Theatervorstellungen war immer das gleiche. ständen die Wiedereinführung der Nacht- und Sonn- Einfluß zu gewinnen, beherrscht bereits rund 88 Proz. der WeltDiefe Tradition bemühen fich unsere Mostaujünger nach Deutsch- tagsarbeit zulaffen und gemeinsam mit land zu verpflanzen. Mit solchen Papiersolbaten geben sie beitern den Abwehrkampf führen werden. Die Einführung des Barrel( ein Barrel den Ar- produktion. Diese stellte sich im Jahre 1921 auf 759 Millionen vor, die ,, Selbsthilfe" der ,, Massen" zu organifieren. Die Bourgeoisie, Dreischichtenbetriebes, wie = 1,59 hektoliter). In den Kriegs- und Nachder es doch angeblich an den Geldbeutel gehen soll, lacht über solche Koniumvereine für die Großbädereien mit 12 und mehr Welt, mit Ausnahme von Osteuropa einen bedeutenden Aufvom Zentralverband Deuticher friegsjahren hat die Petroleumproduktion der ganzen Hanswurstiaben. Vorläufig gehen unsere Kommunisten freilich den Arbeitern beschäftigten Perionen beantragt wird, führt letzten Endes dahin, schwung genommen. Jm letzten Vorfriegsjahre betrug sie nur an den Geldbeutel. Auch hier sind die angewandten Methoden nicht daß die Nachtarbeit in allen Betrieben nicht mehr aufge- 328,7 Millionen Barrels. Auf die wichtigsten Betroleumländer verfehr abwechslungsreich. Die Kommunisten, oder die da glauben, halten werden kann. teilte sich die Gewinnung in den Jahren 1913 und 1921 folgenders es zu fein, tommen unter sich zusammen, schimpfen maßen: nicht etwa 1913 die Unternehmer, Gott bewahre!- die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie in Grund und Boden und beschließen eine Sammlung. Millionen Den nächsten Tag wird den anderen, die nicht dabei waren, und das Barrels ist natürlich die erbrückende Mehrheit, erzählt, man habe beschlossen, daß jeder 100 m. für den Betriebsrätetongreß" zu zeichnen habe. die Kulturschande Die gesamte Arbeiterfchaft hat das größte Interesse, daß Manchmal ist die Summe nicht, feftgefegt", manchmal ist sie niedriger Bädereis und Konditoreiarbeiter mit Erfolg abgewehrt wird. - die Nacht und Sonntagsarbeit für die ober auch höher, manchmal wieder merden ,, freiwillige" Sammlungen veranstaltet. Tatsache ist jedoch, daß die Kommunisten bei dieser Sobald für diese Berufsgruppe die legte Revolutionserrungenschaft Bauernfängerei von vielen, die da glauben, es handle sich um eine beseitigt wird, eriolgt von der Kapitalistenklasse der konzentrische gewerkschaftliche Angelegenheit, Gelb herausholen. Wir möchten Angriff gegen den Achtstundentag allgemein. Die Bäckerei und Deshalb darauf hinweisen, daß es sich bei dem Betriebsräterummel Ronditoreiarbeiter feßen das große Vertrauen in die gewerkschaftlich um ein Unternehmen gegen die Gewerkschaften, um deren organisierte Arbeiterschaft, daß sie solidarisch hinter ihren KlassenSpaltung, fomit um ein Unternehmen zur Unterstübung genoffen stehen und den Abwehrkampf gegen die Wiedereinführung der Bourgeoisie handelt. Wer hierzu Geld gibt, fchädigt der Nacht- und Sonntagsarbeit in weitestgehender Weise moralisch sich selbst. unterſtügen wird." Mögen die Kommunisten unter sich Rongreffe veranstalten und ihren Mostauer Auftraggebern Potemfinsche Dörfer von den Massen" vorschwindeln, die angeblich hinter ihnen herlaufen. Unsere Arbeiter aber follten sich weigern, dabei die Statiſten zu spielen oder ihr schwer verdientes Geld an eine Sache hängen Die nur zur Schädigung der Arbeiter dienen kann. Kampf im Bauschlossergewerbe. Eine überfüllte Versammlung der Bauschlosser und Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche fand am Freitagabend in der Bözow- Brauerei" statt, um den Bericht der Tariffommission über die Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern entgegenzunehmen. Branchenleiter Krüger berichtete, daß die Arbeitgeber die Forde rung einer Zulage von 100 m. auf die Stundenlöhne und einer Ausgleichszulage von 5 bzw. 15 M. auf die erſten beiden Lohngruppen ablehnten. Sie haben dann den Schlichtungsausschuß angerufen. Selbständige Schlosser und Kolonnenführer erhalten einen Stundenlohn von 185, Helfer 170, Junggesellen im ersten Jahre 133, im zweiten 140, Transportarbeiter 164 m. Hierzu eine Teuerungszulage in Höhe von 5 M. für Verheiratete ohne und von 8 M. mit Kindern. Wir haben, so führte der Redner weiter aus, diesen Schiedsspruch für un annehmbar erklärt und unseren Arbeit gebern mitgeteilt, daß, wenn sie Wert auf den wirtschaftlichen Frieden legen, eine andere Festsetzung der Löhne notwendig sei. Es ist dann nochmals zu einer direkten Verhandlung mit den Arbeitgebern gekommen und seitens unserer Kommission besonders auf die ungeheuerliche Differenz zwischen den Abstufungen hingewiesen worden; eine Verständigung fonnte aber nicht erreicht werden. Nur bazu waren die Arbeitgeber bereit, den Helfern 178 M. zu bewil ligen. Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß wir den Kampf nicht umgehen können. Den Schiedsspruch müssen wir ab lehnen. Die folgende Diskussion zeugte von einer starten RampfftimPerser- Teppiche Flügel Gold- Silber- Platin viere, Fl Ringe, Ketten, Löffel, Bestecks etc. Brillanten, Zahngebisse kauft höchstzahlend Erich Fuhrmann Gotzkowskystr. 13 Manielstoffe marine Cheviot, schwere Anzugware, sehr preisw.! Trikotag. für Damen Herren u. Kinder. Neuheiten in Damen- Putz! höchste Tagesvr. zahlt terer, Pallasstr. 9. Rurf. 9104 Restehandly. Haarpuder Goltzstr. 2 d.Grane waldstraße Herren- u.Damenstoffe, Seiden, Samt, sämtliche Futterartikel bedeutend unter Preis Gelegenheitskäufe! Riefenauswahl in Herren- u. Burschens anzügen, Schlüpfern, Baletots, Damenmänteln, Ulftern, Kleibern. Berliner Ella Dehmel, Neukölln, Neukölln, Str. 41,1. Niemetzstr. 9, Nähe Richardplatz. Telephon: Amt Neukölln 469. Arbeitskleidung Hosen von 390 bis 1900 M Bon unten auf Hemden, UnterEin neues Buch der hosen, Socken Freiheit Gesammelt und geftaltet von Franz Diederich Aus dieser umfassenden Sammlung sozialer Dich. fungen wintt dem Pro. letartat Freude am Leben u.Kraft zum Aufschwung. Ein dichterisches Anbachtsbuch für den So. zialisten, daß auch feber Bortragende bei Beran stattungen benusen sollte. Schön in balbleinen gebunden 630 Rt. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW.68, Lindenstr.2 Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. Kohnen, Neukölln, Hermannstr. 76/77. Kleide dich billig. elegant Nur bei Garderoben Franck Neukölln, Böhmische Str. 47 1 Minute vom Richardplay Genau auf Firma achten! Der Zweigverband der Bädermeister in Sachsen hat deshalb am 6. November eine Eingabe an das Sächsische Arbeitsministerium gerichtet, in der grundsäglich und mit größtem Nachdruck die in den Bädereien und Konditoreien abgelehnt wird. Wiedereinführung der Nacht und Sonntagsarbeit Ein Hilferuf. Die Frau eines Unterbeamten schreibt uns: Ber. Staaten. Meriko Rußland. Niederl. Indien Persien Rumänien Brit. Indien. Galizien( Polen). b. H. der Weltprod. 1921 Millionen Barrels v. H. der Weltprod. 208,4 . 63,4 469,6 61,9 23,2 7,9 195,0 25,7 57,5 17,5 28,5 3,8 9,6 2,9 18,0 2,4 14,6 1,9 11,9 3,6 8,3 1,1 6,5 7,0 2,0 6,9 0,9. 2,2 3,7 0,5 Deutiland hatte im Jahre 1913 eine Betroleumgewinnung von 0,8 Millionen Barrels oder 0,2 Broz. der Weltproduktion. Die deutsche chemische Wissenschaft und Technit hat in den Nebenprodukten der Kobleverarbeitung und in der Braunkohle wertvolles Material gefunden, aus dem sie Erzeugnisse gewinnt, die früher ausschließlich aus Erdöl hergestellt wurden. Hieraus wird sich mit der Zeit eine gewisse Unabhängigkeit von dem unter heutigen Valutaverhältnissen für uns sehr erschwerten Bezug ausländischen Erdöls ergeben. In den Kriegsjahren hat die Bedeutung des Erdöls als Heizmaterial auf Schiffen start zugenommen. Nach einer englischen Statistik be trug Zahl und Tonnengehalt der Schiffe mit Delfeuerung: 1921/22 Bahl Brutto der Schiffe tonnen/ 160 412 640 10 441 489 ausammen 44 175 224 854129 Die Berfrachtung von Erdöl ist in weit stärkerem Tonnengehalt 1500-5000 Tonnen 5000-10000 9 1914/15 Brutto tonnen Sahl der Schiffe 34 116 952 58 272 65 225 Als das Pfund amerikanisches Schmalz noch 700 m. toftete, hatte die Regierung nach vielem Sträuben den Beamten wohlwoifend zu dem färglichen Gehalt ein paar lumpige Papiermart mehr bewilligt, ebenso in einer zweiten Berhandlung. Zurzeit, wo das Schmalz, von den anderen Lebensmitteln gar nicht zu reden, den Betrag von 1380 M. das Pfund erreicht hat, sind wir leider immer noch nicht im Besiz der ersten Erhöhung, geschweige denn der zweiten, nachdem das„ enorme Vierteljahrsgehalt restlos aufgeDie Not der unteren Beamtenschaft möchte ich einmal fragen, ob sie braucht ist. Die verantwortlichen hohen und höchsten Beamten für sich auch am Morgentisch bei Marmeladenstullen und schwarzem, bitteren Kaffee gütlich tun. Wie soll ein Beamter bei solcher Er- Maße gestiegen. Nach Lloyds Register betrugen Zahl und Tonnen uährung seinen Dienst zur Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde Maße gestiegen. Nach 2loyds Register betrugen Zahl und Tonnenversehen können? Wenn er mitſe iner Familie erst verhungert ist, gehalt der auf die Beförderung von Erdöl eingerichteten Schiffe: find die paar Bettelpfennige zum Lebensunterhalt nicht mehr nötig, pielmehr fann sie der Staat dann als Beihilfe zu den Beerdigungsfosten geben. Die Danziger Hafenarbeiter hatten ab 15. November eine Erhöhung ihres Lagelohns von 2200 auf 5000 m. gefordert. Nach langen Verhandlungen gestanden die Arbeitgeber 3600 m. zu. Dieses Angebot haben die Hafenarbeiter auf die Dauer von 14 Tagen angenommen. 316 M. Stundenlohn. Die Weichselholzarbeiter erhalten ab 15. November -Verbandsbeirat und Borstand des Zentralverbandes der Angestellten haben beschlossen, einen einmaligen Sonderbeitrag zu erheben, der für Mitglieder mit einem Gehalt bis zu 18 000 Mart Monatsgehalt 150 Mart und für Mitglieder mit einem höheren Gehalt 300 Mart beträgt. In einem Aufruf des Vorstandes im Verbandsorgan: Es geht ums Ganze! wird dieser Beschluß motipiert und zu seiner Ausführung aufgefordert. Genau auf Firma achten! Viel Geld spart, wer jetzt kauft!! Großbritannien Kolonien " P Britisches Reich Bereinigte Staaten. Deutschland andere Länder 31. Dezbr. 1913 Bahl 148 der Schiffe Bruttotonnen 650 653 31. Dezbr. 1921 Bahl Bruttotonnen der Schiffe 15 27-846 279 40 1 367 841 162 919 163 682 975 319 1 530 360 54 192 355 409 2 526 689 40 171 567 7 32518 76 333 203 980 1245 399 831 146 529 268 zusammen 4618 835 Demnach hat sich die Zahl der Deltransportschiffe seit der Borkriegszeit nahezu verbreifacht, während ihr Tonnengehalt beinahe auf das Bierfache gestiegen ist. V. W. V. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: sh. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Korbmöbel kaufen Sie am vorteilhaftesten dir. b. Hersteller A. Lesdau Werkstätten für fein.Korbmöbel Fernsprecher. Neukölln 1759. Ausstell. und Verkauf nur Neukölln, AnzenGeschäftszeit 8-1, 3-7 gruberstraße 20. Spezialankaufsstelle für Zahngebisse auch zerbrochene, enorme Preise. Eh's zu spät wird! Zahnlaboratorium Linienstr.199 Größte Eile geboten! Preise steigen! Wunderbare, nur erstklassige / Anzüge Schlüpfer Winterpaletots Genau auf Firma achten! Ecke Joachimstr. a. Rosenth. Pl. Kein Laden, vorn III. Achtung! Hosen! Arbeitshosen Gestr. Hosen 99 1775 Mk. an 2825 99 Ers. f. Maß 2900 9 1075 äußerst billig 19 Bridges- Hosen... ManchesterEngl. Leder- Hosen Feldgraue Münch.- Gladbach. Hosen- Zentrale Berlin, Rügener Straße 25 ( blauer Lad), nahe Bhf. Gesundbr. Fabrlinien: 5, 8, 35, 36, 37, 40, 41, 42,99, III, 27,140 Fahrgeldvergütung! Stoffe äußerst bewährte tragfähige Friedensqualitäten ( für Maßanfertigung) in anerkannter Breiswürdigkeit offeriert Tuchlager Preuss, Gr. Frankfurter Str.75 nahe Alexanderplat. Lieferant der Beamtenverbände. Zur Rheinfrage, einer unserer größten gegenwärtigen Sorgen, nimmt mit strenger Sachlichfeit Stellung das soeben erschienene Werk Die Rheinlande in Gummimäntel Hosen Damen- u. Herren- Stoffe der Franzosenzeit / weit unter Tagespreis! Sichern Sie sich durch Anzahlung gekaufte Waren zur späteren Abholung! Hugo Simon Spezialhaus für erstklass. Herrenkleidung Charlottenburg 133 Wilmersdorfer Str. an der Bismarckstrasse. Weitester Weg lohnend!! 133 aller Uri in großer Auswahl. Kleider- u. Futter- Seiden Bon Dr. Alexander Conrady schwarz und farbig. Gelegenheitskäufe in mod. Mänteln, Koffümen, Kleidern u. Röden. 1-3 gefchloff. Paul Karle O. 34, Warschauer Straße 79. Hosen! Hosen! Arbeitshosen, feldgraue Hosen, Breeches, schwarze u. gestreifte Hosen, Turner- und Fußballhosen kauft man gut u. vorteilhaft in großer Auswahl in der Munchen- Gladbacher Hosen- Zentrale NW. 87, Beusselstr. 39 Blauer Laden. Bauchhosen für beleibte Herren. Fahrgeldvergütung! Au bem 3 nha 1t bes 248 Seiten Großofiav umfaffen den Buches seien folgende Kapitel erwähnt: Der alte Rhein Aufe Kärung und Herfommen/ 3unff geift und Jnbufirie/ Die Revo lutionszelt Der Berlust des linfen Rheinufers Bisrhenanen, An regionisten, Frembherrscher/ Fran zösische Herrschaft auf beiden uffern/ Das Ende der Fremdherrschaft Preis broschiert 630.-M. Gebunden 945.-M. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW 68, Lindenstraße 2