Nr. 20. Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" io Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland smr. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernfprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beutb- Straße 2. Donnerstag den 24. Januar 1895. wie dint Expedition: SW. 19, 35euth- Straße 3. Hans Blum's Beweise biken mag – und daß sie zum Einschreiten gegen die Politische Ueberlicht. für das Plauener Bubenstück. Und was fördert der Herr Hans Blum zu tage? Nennt er einen deutschen Sozialdemokraten, der mit Boulanger in Verbindung gestanden? Präzisirt er irgend eine HandLung, aus der eine solche Verbindung hervorgeht? " " Der [ wäre, als der Herr Haus Blum, „ Landesverräther" von Sozialdemokraten nicht auf Hans Berlin, den 23. Januar. Blum gewartet hätte. Im Reichstage wurde die Handwerkerfrage wieder Hans Blum, der voriges Jahr, als wir ihn persön= Nicht zur Widerlegung der Hans Blum'schen Ent- einmal erörtert; neues fonnte nicht vorgebracht werden. I ich mit seiner Boulanger- Blumiade vor Gericht ziehen hüllungen", sondern zur Kennzeichnung des Menschen, dessen Den prinzipiellen Standpunkt unserer Partei wahrte in wollten, uns frampfhaft auswich, hat, wie wir gestern Wille, uns zu schaden, glücklicherweise zu seinen Fähigkeiten treffender Weise Genosse Kühn. Die auf Errichtung von schon erwähnten, unter dem belebenden Vorschatten der im umgekehrten Verhältniß steht, sei hier aus der Ver- Handwerkerkammern und Einführung des BefähigungsUmfturzvorlage plöglich Kourage bekommen und veröffent- theidigungsschrift( Manifest") Boulanger's die Stelle mit nachweises hinzielenden Anträge wurden mit schwacher licht in den ihm zu Gebote stehenden Blättern zwei riesige getheilt, auf welcher das ganze Anklagegebäude des Majorität angenommen. Daß aber der Bundesrath dem Bandwürmer( zusammen über zehn Spalten der Magde- Herrn Haus Blum beruht; und weiter sei mitgetheilt, Befähigungsnachweise jetzt seine Zustimmung geben wird, burger Zeitung") mit dem Titel:" Enthüllungen wie er mit dem Material" manipulirt, um es für ist nicht anzunehmen. Herr v. Bötticher versprach die über die Beziehungen des Generals Bou feinen Zweck brauchbar zu machen. Die betreffende, Vorlage eines Gefeßentwurfes über die Konsumvereine. Die langer zu deutschen Sozialdemokraten." dem Hans Blum wichtigst dünkende und durch fetten Druck Sozialdemokraten stimmten gegen die Anträge. Jetzt endlich will er den Schuldbeweis liefern, mit er einiger Worte von ihm ausgezeichnete Stelle teine andere Im Abgeordnetenhaus brachte heute zunächst der brückendem Material die Landesverrätherei der deutschen ist gleicher Ehre theilhaftig geworden- lautet:„ Ich Abg. Motty die alten polnischen Forderungen vor und Sozialdemokratie nachweisen, und diese moralisch ver- Boulanger wollte unter meiner Hand Leute zur Ver- beklagte sich über die Thätigkeit des Vereins zur Förderung nichten. fügung haben, die mit den Sozialdemokraten eines gewissen des Deutschthums in den östlichen Provinzen. Landes Verbindungen unterhielten, so daß ich auf deren Nationalliberale v. Eynern ging auf die im preußischen Dienste zählen konnte an dem Tage, der dem Ausbruch des Staat vorzunehmenden Ersparnisse ein. Das hauptsächlichste Krieges vorausging, aber erst an eben diesem Tage." Mittel zur Beseitigung des Defizit würde die Umwand Man sieht, die Aeußerung( die übrigens schon vor Jahren lung der vierprozentigen preußischen Konsols in dreiprozentige Fällt unserem Hans Blum nicht ein. durch die deutsche Polizeipresse hindurchging) spricht nur sein. Auch an die Gemeinden sollten von der Aufsichts Nichts als das alte Material" aus seinen Lügen" eine Absicht aus. Und sie ist so vag, daß tein Urtheils behörde nicht so hohe Anforderungen in bezug auf nur die Lügen" in bezug auf diesen Punkt vermehrt und fähiger ihr irgend welche ernsthafte Bedeutung beilegen Schulbauten 2c. gestellt werden. Der Redner ging dann erweitert. Dieselbe Qualität, nur größere Quantität. Die tann. Dies hat unser Hans Blum auch gefühlt, und da ist näher auf die Stellung seiner Partei zu den Bitate aus sozialdemokratischen Zeitungsartikeln und Reden er denn auf ein sinnreiches Kunststück verfallen doch agrarischen Forderungen ein. Der Finanzminister Miquel tonnen wir Herrn Hans Blum für heute schenken; und das läßt sich nicht beschreiben, das muß man sehen. Die beschäftigte sich mit einigen Ausführungen des Herrn ebenso die Schlußfolgerungen, welche er aus diesen Bitaten vorstehende Stelle ist im Druck also ausstaffirt: v. Eyuern und wies namentlich darauf hin, daß er trot ( die in bekannter Blum'scher Manier zurechtgemacht sind) zieht. Ich wollte unter meiner Hand Leute der schlechten Finanzlage in Preußen nicht auf die Ju bezug auf die Bitate" haben wir blos zu bemerken, zur Verfügung haben, die mit den Sozial- Schuldentilgung verzichte. Auch der Kultusminister -und wir werden dies im einzelnen nachweisen daß sie demokraten eines gewissen Laudes Verbindungen Bosse griff in die Tebatte ein und versprach die Erfast ausnahmslos, wo nicht ausnahmslos, falsch sind unterhielten, so daß ich auf deren Dienste höhung der Lehrergehälter. Der Minister mit falschen Namen und Daten, und sonst entstellt. Doch zählen konnte an dem Tage, der dem Ausbruch Thielen suchte auf die Anzapfung eines national das nur im Vorbeigehen. Was war von einem Hans Blum des Krieges vorausging, aber erst an eben diefem liberalen Redners hin der Legende von den 80 ent anders zu erwarten? Das, worauf es ankommt, und Tage." lassenen Regierungsbaumeistern" entgegen zu treten. Die worauf einzig es anfommt, ist: bringt Hans Blum Wer die so zugeftuzte Stelle oberflächlich liest, meint, zweite Hälfte der Landtags Verhandlungen wurde irgend etwas Thatsächliches, Greifbares, Kon Boulanger sage, er habe Verbindungen mit den Sozial- ausgefüllt durch Unterhaltungen über Gustav Adolf tretes zur Begründung seiner Anklage? Und da lautet demokraten eines gewissen Landes" thatsächlich gehabt und Tilly, an welchen gelehrten Gesprächen die Antwort: Auch nicht ein Atom! während er blos Leute unter seiner Hand haben wollte, sich die Nationalliberalen Wallbrecht und Dr. die solche Verbindungen hätten. Friedberg und der Zentrumsmann B a chem bes heiligten. Die evangelischen Nationalliberalen vertheidigten ihren Gustav Adolf und die Katholiken ihren Tilly. Für unsere Genossen sind diese Debatten ohne weiteres Inter effe. Bum Schluß wurde ein großer Theil des Etats der Budgetkommission überwiesen. Doch das verstand sich von selbst, und kein vernünftiger Mensch hat jemals geglaubt, daß Hans Blum seine Anflage begründen könne. Denn für jeden Menschen, der bis 5 zählen kann, steht es fest, daß die deutsche Regierung durch die Militäripione, mit denen sie Boulanger umgeben hatte, sicherlich früher unterrichtet worden Feuilleton. Spiegelberg! Spiegelberg! Hans Blum hat nicht um sonst eine solche glühende Bewunderung für die Redaktion" der Emser Tepesche. Was er hier leistet, ist zwar nicht Bismärckisch redigirt", aber etwas merkwürdig Aehnliches. W 1819 dat Herr Beauregard, ein ehemaliger Bataillonsfechtmeister, aß, dachte er nach. Obgleich er muthig war und dem Tode der von seinem Aufenthalt im Heere her das militärische mehr als einmal ins Auge gesehen hatte war seine Wesen und den Knebelbart beibehalten hatte, war nach Seele düster und unruhig. Er konnte den Gedanken an ( Nachdruck verboten.] wenigen Worten völlig unterrichtet. den Kummer und die traurige Lage seiner Mutter, wenn er tödtlich getroffen oder auch nur schwer verwundet werden würde, nicht unterdrücken. 59 Am Exil. Roman von Georges Renard. Autorisirte Ueberseßung von Marie Kunert. Keine überflüssige Wissenschaft und Kunst, sagte Verdier zu ihm. Die Stöße und Paraden, die Terzen und Quarten sind ja sehr nett, aber wir haben keine Zeit, fie anzus wenden. Mein Freund hier soll sich morgen schlagen. Er muß lernen, wie man den Degen zu halten hat und auf dem Kampfplate eine gute Figur macht. Sehr wohl! sagte der Exprofoß und nahm zwei Fechtwar Er litt unter jener frankhaften Reaktion, die bei nervösen Personen stets einem Zustand hochgradiger AufIn Frankreich geboren, in dem schönen Frankreich, wie regung folgt. Er staunte jetzt fast über das, was er an man es nenut, noch mehr, in Paris geboren, der Hauptstadt diesem Unglückstage erlebt hatte. Er glich einem Schiffer, des Luxus, des Lebensgenusses, und dennoch könnten diese den ein Orkan in voller Ruhe überrascht, vom rechten Kurs Leute den elendesten Wilden um sein Loos beneiden. Das hat degen. fortgetrieben und endlich an eine flippenreiche Küste ge= im ganzen Leben keinen Tropfen echten Wein getrunken! Nun vorwärts, den Rock herunter, mein Herr, sagte worfen hatte. Er suchte sich zurechtzufinden. Welche Vers Das hat niemals das Meer gesehen! Das hat sich niemals er. Den Degen fest in die Hand genommen! So it's änderung in seinem Geschick in so turzer Zeit! Und wo acht Erholungstage auf dem Laude gönnen tönnen! Und recht. Jezt die Spiße bis zur Höhe des Auges heben. Ich würde er am nächsten Tage um dieselbe Stunde sein? morgen stirbt das und hat nicht einmal seine sechs Fuß werde Sie angreifen. Pariren Sie meinen Degen mit In der Unmöglichkeit, die Zukunft zu ergründen, Erde für sich auf dem Friedhof. Uebermorgen wird die einem kurzen Schlag und kehren Sie sofort in Ihre Verwandte er sich der Vergangenheit zu, die ihm, trozdem sie Mutter allem Anschein nach im Hospital, werden die theidigungsstellung zurück. furze Zeit hinter im lag, doch wie durch einen Abgrund Ruaben auf der Straße und die Mädchen in der Gosse Einige Zeit lang treuzte er seinen Degen mit dem von dem Tage vorher getrennt schien. Er klagte sich an, sein! Und das geschieht alltäglich in unserer zivilisirten, des jungen Wiannes. René war zuerst unter dem Schein verkehrt gehandelt zu haben. Er bedauerte es, daß er sich christlichen, republikanischen Gesellschaft. Und Tu willst des flackernden Gaslichtes etwas geblendet durch die bieg au Cayrolaz vergriffen hatte, der ja zweifellos ein erbärmlicher fterben? Und Du verzichtest auf die Ehre, einer Gesell- same blanke Klinge, die nur wenige Zentimeter von seiner Charakter war, im Grunde aber doch mehr aus Leichtsinn schaft, in der diese Unmenschlichkeit nothwendig, alltäglich Brust entfernt vorüberschwirrte. Unwillkürlich wich er als aus Schlechtigkeit fehlte. Den Schurken Bernheim hätte ift, Deinerseits einen Keulenhieb zu versehen? Geh mir zurück. Aber nach und nach lernte er es, auf der Hut zu er vor seiner Degenspitze haben müssen. Das doch! So tannst Du nicht im Ernst sprechen! sein und den Angriff festen Fußes abzuwehren. der eigentliche Schurke, er, der Mittel fand, die Leute anWas willst Du, daß ich thun soll? Gut! Das genügt schon faft zu ihrer Vertheidigung. zugreifen, Niederträchtigkeit zu begehen und dann noch Daß Du Dich zur Wehre ſezest, zum Teufel! D, ich Wenn Sie Ihrerseits vorgehen wollen, dann achten Sie einen Vertreter schickte, der sich für ihn schlagen lassen weiß wohl, daß das Duell, so wie es heute gehandhabt wird, auf folgende Bewegung: Wenn Ihr Gegner parirt, dann mußte. Der alte Schuft mochte schön lachen. Bei diesem dumm und unwürdig ist. Man nennt das Kampf mit zielen Sie auf den linken Schenkel, machen eine Wendung Gedanken ballte René vor Wuth die Faust. Das gleichen Waffen". Was für ein Hohn! Ich habe einen Streit nach rechts und los! auf die Hüfte, die nicht gedeckt ist! Blut stieg ihm ins Antlig. Zugleich der Narr und mit einem Manne. Ich sage zu ihm: Können Sie Schach Herr Beauregard ließ seinen improvifirten Schüler das Opfer dieses erbärmlichen Menschen zu sein, das war zu spielen? Nein? Um so besser. Wir werden zusammen diese Drehung vier oder fünfmal wiederholen. Daun viel.... Aber wie sollte er sich an ihm rächen? Für den eine Partie spielen. Der Verlierende schlißt sich den Bauch drückte er ihm militärisch die Hand und sagte: Augenblick brauchte er Ruhe, Ruhe, um in dem kritischen auf." Man wird mich auslachen, weil ich ein Narr bin. Sie wissen jetzt so viel, wie man in einer Lektion Moment Herr seiner selbst zu sein. Durch eine gewaltige Mein Gegner weigert sich und alle Welt findet, daß er recht lernen tann. Kaltes Blut, ein festes Auge, und alles wird Willensauftrengung gelang es ihm, das kochende Blut zu bat. Nun sage ich aber zu ihm: Wir werden uns auf gut gehen. Ich wünsche Ihnen kein Glück, denn das bändigen. Er ging aufs Gerathewohl hinaus, um in der Degen schlagen. Ich bin zehn Jahre lang im Fechtsaal aus bringt Unglück. frischen Abendluft die innere Gluth, die ihm bis in die und eingegangen, und er hat niemals ein Floret in der Jezt, sagte Verdier, wirst Du nach Hause gehen und Wangen hinein brannte, zu kühlen, und er hatte sich Hand gehabt. Trotzdem habe ich das Recht, ihn in ganz gut ausschlafen. Auf morgen also! Und vor allem wenigstens eine äußerliche Ruhe angeeignet, als er wieder loyaler Weise zu tödten. Das ist Wahnwiß, aber es ist so. teine Dummheiten. Denke an die, denen Dein Leben in seiner Wohnung in der Rue Tiquetonne anlangte. Da Du in eine Lage gerathen bist, in der Du auf höchst theuer ist! alberne Art getödtet werden kannst, so versuche wenigftens, René merkte jetzt erst, daß er noch nicht gegessen und alle Chancen so viel wie möglich auszunuzen. Ich werde daß es schon acht Uhr geschlagen hatte. Er ließ sich in dem Dich zu einem Fechtlehrer führen, den ich kenne. erfien besten Restaurant etwas geben. Während er zerstreut Frau Messant erwartete ihn ängstlich und wollte wissen, was inzwischen geschehen war. Ihr Sohn erzählte ihr, was er ihr erzählen konnte. Er hätte, fügte er hinzu, neue gute Hoffnungen. Die Zeitungen würden diese einem " Umsturz und Sozialdemokratie. Mit dem soeben| Dörferverwüster Peters den Landgrafen Alex von Hessen zusehen, wie vor seinen Augen die gräulichsten Thaten ver. erschienenen zweiten Hefte der von der Verlagsbuchhandlung aufgestellt. Derselbe ist politisch bisher nicht hervor übt wurden. Hätte er sich genuchst, so wäre er auch zer des Vorwärts" herausgegebenen stenographischen Verhand- getreten, seine fürstliche Geburt hätte ihn, wäre 1866 nicht schoffen und zerhackt worden, wie die armen wehrlosen lungen des Reichstags über die Umsturzvorlage ist die gewesen, vielleicht berechtigen können, einen Thron zu Chinesen Männer, Frauen und Kinder. Männer, Frauen und Kinder. Ein anderer interessante und werthvolle Agitationsschrift abgeschlossen. zieren". Ob aber seine politische Begabung für die Auss Engländer, der Berichterstatter der„ Times", war ebenfalls 256 Seiten umfassen die beiden Hefte. Wir wünschen, daß übung eines Reichstagsmandates genügt, bleibt dahin zu jener Zeit in Port Arthur und bestätigt in allen das 2. Heft ebenso eifrig von unseren Genossen verbreitet gestellt. Einzelheiten, was sein Kollege vom" Standard" gewird, wie das erste Heft, daß auch von diesem viele Zehn tausende in's Land gehen und damit beweisen, wie überaus diesem Jahre bis jetzt in 27 Wahlkreisen, und zwar in Wahlen zum sächsischen Landtage machen sich in schrieben. Charakteristisch ist es jedenfalls, daß die Reinwaschung schwächlich die Gründe unserer Gegner, wie werthlos ihr 12 städtischen und 15 ländlichen Wahlkreisen, erforderlich. von Verbrechen und die Entschuldigung oder Ablengnung Material ist. Wer die Schrift liest, wird, welcher Partei In Leipzig erlischt das Mandat des Stadtverordneten- von Verbrechen„ nationale Pflicht" geworden ist. er auch angehören mag, sich der Ueberzeugung nicht ent- Borstehers Schill, der im II. Kreise( Thonberg und innere Zur firchenpolitischen Gesetzgebung Ungarns wird aus schlagen können, daß hinter dem ganzen Geschrei nach Umsturzgefeßen nichts anderes steckt als die Sehnsucht der stvorstadt) gewählt war. Dieser Kreis wird bei der dies- Budapest telegraphirt: derjährigen Wahl hoffentlich von den Sozialdemokraten erArbeiterparteien nach Knebelgesetzen gegen die wirthschaftlichen obert werden. Ferner wird der IV. Wahlkreis( östliche und politischen Befreiungsbestrebungen der Arbeiterklasse. Vororte) frei. Unser Genosse Pinkan zog bekanntlich das = Die Regierung beschloß, die zwei noch nicht erledigten tirchenpolitischen Vorlagen noch in diesem Monat auf die Tagesordnung des Magnatenhauses zu stellen, wenn auch nicht auf eine große Majorität für dieselben zu rechnen sei. Der Minister v. Köller hat in der Umsturzkommission Loos, das ihn zum Ausscheiden bestimmte. Pintau's Ueber das schweizerische Anarchistengeset schreibt Gelegenheit genommen, dem Lockspitzel Reuß von seinen Wiederwahl ist gesichert. In Dresden finden im II. und Rockschößen abzuschütteln, indem er dort die Erklärung III. Bezirk Wahlen statt. Beide Mandate hatten bisher unser Züricher Korrespondent: wiederholte, welche die„ Berliner Korrespondenz" veröffent- Seguer unserer Partei inne. In Chemnitz ist eine Wahl ist von einem Bertheidiger derselben darauf hingewiesen worden, Bei den Reichstags- Verhandlungen über die Umsturzvorlage licht hat und welche unsere Leser an anderer Stelle ab im II. Bezirk erforderlich, wo Genosse Seifert ausscheidet. ist von einem Vertheidiger derselben darauf hingewiesen worden, daß ja auch die Schweiz ein Ausnahmegeseb gegen die gedruckt finden. Daß Herr v. Köller keine persönlichen Be- Die übrigen zur Wahl kommenden städtischen Kreise sind An arch ist en habe. Die Thatsache ist richtig. Wenn man sie ziehungen zu Herrn Reuß unterhält, glauben wir aufs die folgenden: Bittan, Bischofswerda, Großenhain, Dippoldis- aber zur Vertheidigung der Umsturzvorlage heranzieht, ist es Wort. Einmal ist der Herr Minister erst furze Zeit in walde- Berggießhübel, Döbeln- Waldheim, Rochlitz- Burgstädt, nöthig, fie etwas näher zu beleuchten. Das schweizerische seiner neuen Stellung, dann aber ist der Reuß eben doch Crimmitschau- Werdan, Johanngeorgenstadt Schwarzenberg. Anarchistengesetz ist in erster Linie ein Dynamitgefez- seine ein so anrüchiges Individuum, daß jeder anständige Mann Diese Kreise waren mit Ausnahme von Crimmitschau- ersten Artikel handeln nur von Sprengstoffen welches Deutschsich ihn schon aus Reinlichkeitsgefühl vom Leibe halten wird. Werdau( Genosse Coldig) sämmtlich von Gegnern unserer land längst besitzt und in zweiter Linie richtet es sich gegen AufDaß Reuß im warmen Neft" der Anarchisten mit Partei vertreten. Von den 15 zur Wahl kommenden munterung oder Anleitung zu Attentaten gegen Personen oder Sachen; 450 M. pro Monat von der preußischen Polizei ausgehalten ländlichen Streisen waren Chemnitz( Land)-Limbach von Ge- das ganze Gesez trägt deutlich die Spuren seiner Entstehungs wurde, und daß dieser Bursche, nachdem er jahrelang im noffen Otto und Stollberg von Genossen Stolle in Meerane geschichte, nämlich der in Frankreich, Spanien und Belgien vorgefommenen anarchistischen Attentate. Da in der Schweiz selbst, Auslande sich als einer der tollsten Vertreter der Pro- vertreten. Die übrigen durch Gegner vertretenen ländlichen wie erinnerlich, keinerlei Attentate vorgekommen und auch wohl paganda der That" gerirt hat, als Preßvertreter für Reichs- Kreise sind: Zittau, Ebersbach- Löbau, Baugen, Neusalza- nicht zu erwarten sind, so scheinen uns heute noch wie im ämter bei offiziellen Gelegenheiten noch in der letzten Beit Schirgiswalde, Radeburg- Radeberg, Birna Königstein, Eayda- vorigen Sommer die Gründe für Erlaß des schweizerischen Piina- sönigſtein, Canda- vogen hommes die Stände hinzugezogen worden ist, diese Thatsache steht freilich fest, Brand, Freiberg- Land, Frankenberg- Augustusburg, Reichen- Anarchistengesetzes rein diplomatische zu sein, die in der und sie giebt allein zu denken genug. Die Vertreter der bach- Kirchberg, Schwarzenberg- Eibenstock, Trenen- Blauen.zarten Rücksichtnahme der fleinen schweizerischen Demokratie damit Regierung begründen die Umsturzvorlage fast ausschließlich Außer den 5 Sozialdemokraten scheiden ans 14 Konservative, auf ihre großmächtigen Nachbarn liegen, denen der Vorwand genommen wurde, die Schweiz als angenehmen mit Preßäußerungen, welche im Auslande erschienen sind, 3 Nationalliberale und 5 Kammerfortschrittler. Zufluchtsort für Attentäter hinzustellen. Zur Aufrechterhaltung der und welche sich ausnahmslos als Produkte hiruverbrannter Die Germania" schreibt über Herrn v. Stumm's inneren und äußeren Staatssicherheit hatte man in der Schweiz Halb. oder Ganznarren erweisen, oder als Erzeugnisse von letzte Redeleistung: schon zuvor, wie zahlreiche Aktionen und die Existenz des Bundes Schuften, wie sie durch das Lockspitel- System groß gezogen Die Umsturzrede des Freiherrn v. Stumm anwalts lehrt, die nöthigen gefeßlichen Handhaben und Macht werden. So lange ein Mann wie Reuß in Reichsämtern wir meinen die Rede, die Abg. Frhr. v. Stumm im Reichs: mittel. noch offene Thüren findet, so lange werden die schönen tage angeblich für, thatsächlich aber gegen die Umsturz vorlage ge: Stunde, trotzdem es bereits ein halbes Jahr in fraft steht, noch Das schweizerische Anarchistengefeß ist denn auch bis zur Reden gegen die anarchistischen Umsturzgefahren" taum balten hat ist von den Sozialdemokraten als ein so außer allzu ernft genommen werden tönnen. ordentlich wirkungsvolles Material zur Bekämpfung der Umsturz- nicht zur Anwendung gelangt und damit das Vertrauen des vorlage erachtet worden, daß sie diefelbe in ihrem steno Voltes in die Behörden, daß sie mit dem neuen Gesetz feinen graphischen Wortlaute unter den Arbeitern verbreiten wollen. Mißbrauch treiben werden, vollauf gerechtfertigt. In anderen Leider ist das erklärlich; aber nicht verständlich ist es, wie ein Ländern ist dieses schöne Butrauen des Volkes zu den Behörden amtliches Kreisblatt, nämlich die Schwetzer Btg.", die gleich ichon so oft getäuscht worden, daß es nach und nach von tiefstem zeitig als amtliches Kreisblatt für den Kreis Echives( Regierungs- Mißtrauen ersetzt wurde. bezirk Marienwerder) gilt, die Stumm'sche Rede einem Berichte Der Befähigungsnachweis in der Schweiz. Unser der Posener Zeitung" zufolge als Beilage weiteren Kreisen zu Züricher Korrespondent schreibt uns: vel Sou duff gänglich zu machen sucht. Wie mag sich der Vorwärts" freuen, Von der Bornirtheit und Unbelehrbarkeit gewisser Hands wenigstens für diesen Kreis Echweß einer Agitation überhoben werkerkreise in Deutschland, die sich in die Forderung des Bes zu sein. Es weist doch auf ein sehr geringes Maß politischen fähigungsnachweises fast unrettbar verrannt haben und mit Verständnisses hin, wenn man gerade die Rede des Freiherrn dieser firen Idee eine neue Spezies von Utopisten darv. Stumm für geeignet hält, gegen die Sozialdemokratie zu stellen, heben sich die schweizerischen Handwerker doch wirken. Die Folgen einer solchen Rede werden im Kreise sehr vortheilhaft ab. Auf der letzten Delegirtenverfamm Schwetz und anderswo bei der nächsten Reichstagswahl sifferung des schweizerischen Gewerbevereins, dem mäßig zu tage treten." alle Meisterverbände angehören, und der 16 000 Mitglieder zählt, Das Dementi des Herrn v. Köller in der„ Berliner Rorrespondenz" lautet: dej Om Den Mittheilungen verschiedener Blätter gegenüber ist folgendes festzustellen. Als bei den gestrigen Berathungen in der Kommission des Reichstages über die sogenannte Umsturzvorlage der Name Reuß genannt wurde, bemerkte Minister v. Köller, daß er den Neuß kenne. Nachdem der Abgeordnete Bebel hieran Auslassungen über die frühere Thätigkeit des Reuß angeknüpft und von Diensten gesprochen hatte, welche Reuß dem Minister von Köller geleistet zu haben scheine, erklärte Herr von Köller, daß er den Reuß nur ein oder zweimal gesehen habe, als Reuß sich bei ihm habe melden lassen; er hege Zweifel, ob er ihn wieder erkennen werde; Dienste irgend welcher Art habe er von Reuß niemals in Anspruch genommen, noch auch solche empfangen; ebensowenig habe er dem Neuß jemals irgend welche Aufträge Cailin men som den ertheilt. " " " vom 14. Juni 1895 werden von der„ Leipziger Bolts- 8tg." orgau), Herr Meili, der natürlich kein Sozialdemokrat ist. Er Die Formulare der Berufs- und Gewerbezählung wurde auch der Befähigungsnachweis behandelt. Referent war der Redakteur der Schweizer Schuhmacher- Zeitung"( Meister nun auch noch in einem Separatabdrucke veröffentlicht. behandelte in sachlicher und objektiver Weise die von den deutschen Und noch einmal Herr Reuß. Einer längeren ZuNationalliberale Moral. Dieselben nationalliberalen Bünstlern an den Befähigungsnachweis gefnüpften Erwartungen, schrift über den Lockspitzel Reuß entnehmen wir das folgende. Reuß soll gar nicht der richtige Name des Blätter, die feit Monaten ihren Seifenvorrath verbrauchen, die Frage feiner Bwedmäßigkeit und Durchführbarkeit und Erzlumpazius sein, in London nannte er sich Royce, er hat um den Mohr Crispi sauber und weiß zu waschen, ver endlich die Frage, in welcher Weise sich ein Theil der Fordes rungen der Freunde des Befähigungsnachweises verwirklichen außer den 450 M. Monatsgehalt von deutscher Seite, auch richten seit einiger Zeit dieselbe Arbeit an den" humanen" laffe. Der Referent bekämpfte den Befähigungsnachweis, wie er von der englischen Polizei für ihr geleistete Spionendienste Japanern, die zu bewundern, aus einem uns un in Deutschland verlangt wird und faßte seinen Vortrag zum Geld bezogen. In die Kreise hiesiger Journalisten, bekannten Grund in Deutschland" national" geworden ist. Schlusse in folgende Anträge( Resolution) zusammen. 1. Der Befähigungsnachweis ist in den heutigen Zeitver die im Café, Kaiserhof verkehrten, suchte er sich Bekanntlich haben die japanischen Soldaten nach der Einauch einzudrängen. Dieselben veranlaßten aber ben nahme von Port Arthur grauenhafte Wiegeleien verübt, hältnissen weder praktisch durchführbar, noch kann von ihm die Leiter des Cafés, dieser anrüchigen Persönlichkeit gegen- und zwar vier Tage lang. Jetzt erklärt nun irgend ein in Sebung des Handwerkerstandes oder die beffere Sicherstellung über das Hausrecht zu wahren, ihm das Betreten des Europa lebender Japaner auf grund von„ authentischen" seiner Existenz erwartet werden. Die mit dem Bejähigungsnachweis nothwendig verbundene scharfe Abgrenzung der einzelnen Gewerbe Cafés zu verbieten. Er soll durch seine Helfersdienste Privatmittheilungen, die einzigen nichtkämpfenden Personen, führt nur zu endlosen Streitigkeiten unter verwandten Gewerfen Cafés zu verbieten. Er soll durch seine Helfersdienste die auf chinesischer Seite getödtet worden, seien den weit- und hemmt die freie Entfaltung der vorwärts strebenden HandCrispi das Material zur Ausweisung Grunwald's, des Korrespondenten der Frants. Ztg." in Rom, aus Italien tragenden Kugeln der Japaner, die über die Festungswerte werfer, während Großindustrie und Kapital fich auf Kosten des geliefert haben. Neben seiner spitlerischen Thätigkeit im hinausflogen, zum Opfer gefallen, und die japanischen Kleingewerbes weiter entwickeln fönnen. Der schweizerische Ge Interesse der deutschen Kämpfer für Religion, Ordnung Soldaten seien hiervon aufs schmerzlichste ergriffen ge- werbeverein kann deshalb die Wiedereinführung des Befähigungsund Sitte verfaßt er deutschfeindliche, sensationelle Berichte wesen. Der Korrespondent des Londoner" Standard" habe nachweises nicht empfehlen. 2. Die mit der Wiedereinführung des Befähigungsnachibeises für die amerikanische Presse. Solches Gelichter informirt wird von unseren nationalliberalen Blättern triumphirend bezweckte Bekämpfung der Pfuscherei und gewiffenoffenbar nur nach Hörensagen berichtet. Diese Zuschrift abgedruckt und als unumstößliche Wahrheit hingestellt. Gaofen konkurrenz im Handwerk läßt sich besser erzielen einerseits durch Hebung der Berufstüchtigkeit und durch festes ist aber nicht Wahrheit, sondern verlogener Schwindel. Busammenhalten der Meisterschait, andererseits durch gesetzliche Der Korrespondent des" Standard" war bei den viertägigen Borschriften gegen unreelle Anpreisungen und Vorspiegelungen, Megeleien in Port Arthur persönlich zugegen und mußte schwindelhafte Ausverkäufe u. dergl. sich im Reichstanzleramte. Kandidatenüberfluß im Wahlkreise Eschwege Schmalkalden. Die Reaktionäre haben nun außer dem bekannten Pastor Jskraut und dem Kolonialhelden und Journalisten zugefügte Beleidigung nicht ohne weiteres passiren lassen. Aber man müßte das Eisen schmieden, so lange es heiß sei. Er hätte eine Menge Gänge und Be sorgungen vor; noch heute Abend wolle er mehrere Briefe schreiben und morgen früh hätte er eine Fahrt durch die Stadt zu machen. o Johannes Wedde. Ein Gebentblatt von M. Wittich. ( Schluß.) 。 Wedde's Liebe zu deutscher Art und Kunst war Liebe zum Volfe, fein träumender Romantiker war dieser feine nachs empfindende Kenner deutschen Alterthums, sondern ein Mann des Handelns, der That, des Handelns gemeinsam mit der zu Selbstbewußtsein und zielbewußtem Streben erwachten Arbeiterschaft. thod In quälenden Zweifeln, im Schwanken zwischen Glauben und Wissen brachte dem Jüngling dieses Studium eine kräftige gefunde Ableitung und erwünschte Klärung. Im Lenz 1862 Später kam der Jammer des jämmerlichen Sozialisten- Aus Steh aber nicht zu so ungewohnter Stunde auf, sagte zog Wedde als Student nach Alt Heidelberg, wo er, nahmegesetzes, der den feinfühlenden Mitträger fremden Schmerzes er lachend. Das ist nicht nöthig, ich werde Dir im Bett wie dann später in Berlin und Göttingen, Geschichte, schon tief erregte, bevor er selbst der Ausweisung aus Hamburg guten Morgen sagen.d schöne Wissenschaften, dann Staatswissenschaften und Volts- verfiel. wirthschafts Lehre eifrig studirte. Die Zuwendung ชิน Und auch an der Gesundheit Wedde's nagten die neuen Uns Unter dem Vorwand, daß er zu arbeiten hätte, trieb ben nüchterneren, trodneren sozialpolitischen Studien war die glücksschläge und Schmerzen. Ein Nervenfieber bedrohte ihn, er sie in ihr Schlafzimmer und küßte sie zärtlicher als ge- Folge liebevollen Theilnehmens an den Geschicken des deutschen nach dem in einer eistalten Dezembernacht 1879 feine ganze wöhnlich. Sie war darüber nicht weiter erstaunt. War es Volkes und aufmerkenden Verfolgens der Vorgänge im öffent. Habe, seine zahlreichen Manuskripte, das Ergebniß langjähriger nicht natürlich, daß man sich in einer so schwierigen Zeit lichen Leben der Gegenwart. An seine Schwester schrieb er Arbeit, Bücher im Werth von Tausenden, bei einem Hausbrande um so enger aneinander schloß? damals:„ Ich habe mein bisheriges Studium aufgegeben. Von vernichtet worden waren. Als René allein geblieben war, stützte er die Arme auf alten Sagen und Geschichten, und wie es in der grauen Urzeit Mit dem Vater hatte sich seit 1875 ein leidliches Verhältniß seinen Schreibtisch, und wie der Wanderer an der Biegung gewesen ist, will ich nun nichts mehr wissen( o doch!) und ganz wieder angesponnen, das ihm tröstlich ward, noch mehr aber eines Weges stehen bleibt, um einen Blick auf die schmale bas studiren, was nöthig ist, einen Staat zu regieren: Politit, bielt ihn die, thätige Geduld" aufrecht, jenes fräftige Alheilmittel, hinter ihm aufgerollte Strecke zu werfen, so ließ er Staatsrecht, neuere Staatengeschichte, Statistik, Völkerrecht u. s. w. dessen Segen ja auch das gesammte deutsche Proletariat so oft Es ist das lange nicht so interessant, wie Untersuchungen über als einzigen Rettungsanter fand und nutzte.) schnell die flüchtigen Eindrücke, aus benen sein Rustan und Achilles, und Siegfried( die Helden der persischen, Und da entzog er sich nicht seinem Volfe; er nahm auf Leben sich zusammenseßte, an seinem Geiſte Revue griechischen und deutschen Sage), aber es ist nüßlicher fürs den Kampf gegen die brutalen Mächte des wirklichen und abpassiren. Er sah unter einem grauen Himmel, an Leben." In diesem Drang von neuer Arbeit des Wahrheits- fichtlichen Mißverstehens und fast unberechenbaren Polizeibem nur ganz in der Ferne etwas blauer Azur hindurchsuchens traf ihn der Schlag, feine geliebte Mutter zu verlieren, maßregeln" auf, wobei so viel Unverstand und so viel Büffe und schimmerte, welte Blätter emporwirbeln, die seine ver- die am 21. Mai 1865 fiarb; auch einen theueren Freund mußte Stöße hingenommen werden mußten: Wedde ward 1881 Redakteur dorrten Hoffnungen waren. Wie war das alles schon fern, er begraben nun einen langen Kampf ums Dasein der Hamburger Bürgerzeitung". dort unten am Horizont, das Fleckchen blauen Himmels aufnehmen. Durch Stundengeben mußte das tägliche Brot Da erwachte ihm auch das Glück der Liebe; am 11. Mai 1885 und die blühenden Bäume und Sträucher seiner glücklichen gewonnen, werden, bis es dem gemüthstiefen Dichter gelang, an reichte ihm seine Verlobte, Auguste Ries, die Hand zum LebensKindheit. Ueber seinem Haupte nichts als große, schwarze Schulen, deren Ton mehr feinen Gepflogenheiten entsprach", bunde und ward ihm zum höchsten Segen, zu dem ein Weib dem Manne werden kann, verständnißvolle, treue Mitkämpferin, Wolten! Um ihn her entlaubte Bäume, kahle, nackte Die großen Umwälzungen von 1870 und den folgenden Jahren wie sie uns so manches herrliche Lied Wedde's schildert. Haide, ein langer Bug von lautlosen Schatten mit unbestimmten lebte er mit tiefer Erschütterung und Theilnahme mit seinem Sollen wir von seinem Wirten in Rede und Schrift viel Gestalten, die gleichgiltig vorüberschritten. Leute, denen Bolte durch. Aussicht auf Liebesglück eröffnete fich ihm, aber reden, das dem Zwecke gewidmet war, daß die Wahrheit, zur Zeit er im Leben begegnet war, Gefährten des Zufalls! Und bange Zweifel darüber, ob er ein zweites Leben in fein zur Zeit das Vorrecht weniger, das theuerste Gut aller würde? und er selbst mitten unter ihnen, ermüdet, verkannt, verabscheut, noch unsicheres Geschick verwickeln dürfe, ließen ihn unter tiefen doch verfiel die Bürger Zeitung" der Unterdrückung zu ewigen Mißerfolgen verurtheilt, weil er das schmieg- Schmerzen entsagen, das entscheidende Parcivalwort nicht sprechen. 20. September 1887, und zehn Tage danach ihr Leiter der fame, biegsame Wesen derer, die ihn umgaben, nicht an- Dazu kam weiter das alte deutsche Dichter- und Denterweb, Ausweisung. das Wedde den Seufzer abpreßte:„ Es frempelt mir immer den nehmen wollte! illig mit Magen um, wenn ich so flaue Artifel schreiben soll; wollte ich aber schreiben ohne Rückhalt, so würde es gar zu unzeit gemäß." alue mus T( Fortsetzung folgt.) Mistis slord adzor 2001 eine Wirksamkeit zu finden. am Wedde wandte sich nach Lübeck und verlor den Lebens- und Kampfesmuth nicht, er glaubte unerschütterlich an den endlichen Sieg des Vernünftigen. Im Mai ward ihm ein Töchterchen ge boren, und frohgemuth zog Wedde als einer der deutschen Arbeiters 3. Meisterprüfungen dürften gleich den Lehrlings- noch abgerüstet wird; dagegen muß er sich mit Recht sagen Gegen die Eisenbahnkartelle richtet sich ein Beschluß der prüfungen insoweit einen ideellen Nugen haben, als das Be- lassen, daß sein Treiben die nöthige Disziplin vermissen lasse Handelskommission des Senats der Vereinigten Staaten. Die mühen um den Titel" Geprüfter Meister" die jungen Handwerker und in erster Linie er selbst mehr von diesem Artikel sich an- selbe beschloß an den Senat die Bill, wodurch die Vereinigung zu Fleiß und Strebsamkeit anspornen, ihre Freude zum Beruf eignen möge! do von Eisenbahn- Gesellschaften gestattet wird um eine unund zur Arbeit beleben und dem als berufstüchtig befundenen allon.. Handwerksmeister mehr Achtung und Vertrauen erwerben können. beilvolle Konkurrenz zu vermeiden, unverändert zurückzuverweisen. Gine rechtliche Bebeutung wird aber den Meister prüfungen schon beshalb nicht zuerkannt weil das Zur Präsidentenkrise in Argentinien wird aus BuenosSchweizervolt faum jemals einem Gesez seine Zustimmung gäbe, Ayres telegraphirt: das die längst abgeschafften Vorrechte einzelner Stände oder Bürger wieder einführen wollte. 4. Der schweizerische Gewerbeverein wird, indem er die Bestrebungen für Erlangung eines schweizerischen Gewerbegeseges unablässig fortsetzt, auch die vorerwähnten Fragen näher prüfen und dabei seine Wünsche in diesem Sinne zur Geltung bringen." Die Versammlung beschloß, diese Anträge den Vereinsfettionen zur Diskussion zu unterbreiten. Die franzöfifche Ministerkrisis ist noch immer nicht beendet. Bourgeois sezt seine Bemühungen zur Bildung eines Kabinets fort. Das Parteiprogramm der sozialdemokratischen Arbeiter- Präfident Saenz Pena hat dem Kongreß seine Demission partei der Niederlande, so, wie es durch eine Kommission, eingesandt. Der Kongreß hat den Vizepräsidenten Uriburu gum bestehend aus den Genossen Uelsdingen, Troelstra, van Kol, Nachfolger Saenz Bena's proklamirt. In der Botschaft, mit liegen und van der Goes, ausgearbeitet worden ist, ist jetzt zur welcher Saenz Bena seine Demission anzeigt, erklärt er, er nehme Diskussion gestellt. stannars feine Entlassung, weil er die verlangte allgemeine Am nestie für eine wahre Aufforderung zur mili tärischen Anarchie und für eine Diskreditirung der Nation galte.. Der prinzipielle Theil lautet etwa folgendermaßen: " Die Entwickelung der Gesellschaft hat zur kapitalistischen Produktionsweise geführt, wobei der Boden und andere Arbeitsmittel fich in Händen einzelner Personen befinden gegenüber Aus dem Vortrage des Herrn Meili ist noch zu erwähnen, welchen sich die Klasse der Besiglosen befindet, welche von der daß er die Fachschulen und Lehrwerkstätten für die berufliche Klasse der Besizer ganz und gar abhängig ist. Ausbildung empfiehlt und im Publikum die letzte Instanz an- Die kapitalistische Produktionsweise hat den Erfolg, daß die erfennt, die über die Befähigung des Handwerkers urtheilt. Bet solchen herrschenden Anschauungen fänden die deutschen Bänftler in der Schweiz nirgends auch nur den kleinsten Boden für ihre reaktionären Umtriebe". Ueber den Militarismus in der Schweiz wird uns geschrieben: besigende Klasse sich stets mehr bereichert auf Kosten der NichtBesitzenden, welche sich an Zahl ständig vermehren, wie auch ihre Armuth ständig wächst, ebenso wie die Mitglieder des untergehenden Mittelstandes bei der Unmöglichkeit, mit dem Großkapital zu konkurriren, ihren Kleinbesitz verlieren und mehr und mehr zu Proletariern werden. Zunehmende Arbeitslosigkeit gegenüber übermäßig langem Arbeitstage; Mangel an Kauftraft bei die Masse; die schnelle Vermehrung der Krisen beweisen, daß unter dem gegenwärtigen System der Privatproduktionsweise, die Menschheit die Produktion nicht mehr beherrschen kann. Unter dem Einfluß dieser ökonomischen Revolution hat sich das Proletariat vereinigt zu dem Zweck, das Zustandekommen der sozialistischen Produktionsweise zu befördern. - hitt Parlamentarisches. In der Umsturz- Kommission wurde heute zu Beginn der Sitzung zunächst in die Abstimmung über den§ 111 der Vorlage eingetreten. Bu demselben lagen zwei Amendements der Abges ordneten Lenzmann und Spahn vor. Dieselben gehen dahin, neben Gefängniß auch noch Geldstrafen im Betrage von 600 m. resp. 2000 m. zuzulassen. In eventueller Abstimmung wurden die Amendements mit 12 gegen 13 Stimmen abgelehnt und darauf der ganze Baragraph der Vorlage mit 14 gegen 12 Stimmen verworfen. Die Kommission trat hierauf in die Verhandlungen über den§ 111a der Vorlage ein. Begründet wurde derselbe wieder von dem Geheimrath v. Seckendorf. " GitH Seit einiger Zeit stehen in der Schweiz militärische Fragen zur Diskussion. Der Stabschef der Gottharddivision, Major Gertsch, ist im verflossenen Jahre wegen zu schneidiger Behand lung der ihm untergebenen Truppen vom Militärdepartement in Bern bestraft worden und Strafe hat den Herrn so wild ge Nebst diesen Kennzeichen vom Untergang der bestehenden macht, daß er fürzlich in einem in Zürich gehaltenen Vortrag, Produktionsweise führen die schnelle Konzentration aller Arbeits- Zu dem§ 111a liegt ein Antrag des Abg. Dr. Barth vor, der jetzt im Druck als Broschüre erschienen ist, bie mittel in immer weniger Händen und die Nothwendigkeit, die dessen Inhalt unsere Leser aus der letzten Nummer des Bor Schweiz vor die Alternative stellte: Disziplin oder abrüsten! Maschinerie im größten Maßstab anzuwenden, nothwendig zur wärts" fennen. Unter Disziplin versteht Herr Gertsch die preußische Schneidig gesellschaftlichen Organisation der Produktion, zur sozialistischen Der Regierungsvertreter begründet im Laufe feiner 1buie suist, mon di feit und da diese glücklicherweise noch nicht Gemeingut der Gesellschaft. Rede den neuen Paragraphen besonders mit der sich häufenschweizerischen Milizarmee geworden ist, so schimpft er, daß sie den Rechtfertigung von Attentaten durch die in wie überhaupt feine Disziplin habe, fie müsse aber Disziplin, d. h. ausländische sozialdemokratische Presse. Unter anderem befagte schneidige Disziplin haben und wolle man diese in zitirte Redner ein Bild des der Schweiz nicht, so sei die Armee ihrer Aufgabe nicht ge " Wahren Jacob", das die Aufschrift trägt: Gesegnet sei die Bombe". Daß dieses wachsen und man fönne dann abrüsten! Außer einigen 3itat dem Figaro" entnommen ist, und daß die Tendenz des wenigen, ebenso schneidigen, Kameraden hat aber Herr Gertsch Bildes im Wahren Jakob" dabin ging, zu zeigen wie die teine Bundesgenossen gefunden, dagegen haben sich in allen Militäranarchistische Propaganda, der That" nur dazu diene, die realfreifen zahlreiche Kritiker gegen das ebenso ungerechtfertigte wie tionären Zwecke der herrschenden Klassen zu fördern, das ver unqualifizirbare Treiben des unzufriedenen Herrn gewendet. schwieg der Herr Geheimrath. Als aber später unser Genosse Es wird ihm entgegengehalten, daß den feltenen Fällen Auer diese Thatsache konstatirte, da erklärten die Herren Regie Don Indisziplin in der schweizerischen Armee zahlreiche rungsvertreter, die betreffende Nummer des Wahren Jakob" derartige Fälle in den stehenden Heeren der Militär liege ihnen nicht vor, sondern fie folgen in, ihren Mittheilungen staaten gegenüberstehen und daß in der Schweiz die nur den Angaben einer rheinischen Staatsanwaltschaft. weitaus größte Zahl solcher Vorkommnisse verschuldet werde Weiter wurden wieder Bitate aus der Freiheit" und durch einzelne unfähige und deshalb biblöpfige einigen anarchistischen Versammlungen vorgetragen. So foll Offiziere. Die militärische Disziplin in der Schweiz gründet in Dresden eine Versammlung aufgelöst worden sein, sich auf gegenseitige Achtung, welche nur aus dem Vertrauen Die sozialdemokratische Arbeiterpartei der Niederlande stellt weil ein Redner gesagt habe: Carnot habe den verdienten auf die Führung, aus der gegenseitigen treuen Pflichterfüllung, fich die Aufgabe, auch das niederländische Proletariat für diesen Lohn empfangen. Ein anderer Redner in Altona soll gesagt aus der Strenge gegen sich selbst und einer anständigen Behand internationalen Kampf der Arbeiterklasse zu organisiren. baben: Der Anarchist entschuldige alles, auch Diebstahl und lung hervorgeht.e Sie will dabei so möglich jede öko- Meineid. Auch ein Blatt" Die Rache", das in Elberfeld ge. nomische oder politische Bewegung der Arbeiter zur funden worden ist und dessen Herausgeber sich den Jux machten, Erlangung befferer Lebensbedingungen in der Art unterstützen, die Druckerei der Nat. 3tg." als Herstellungsort anzugeben, daß dadurch ihr Klassenbewußtsein aufgeweckt und ihre Macht wurde angeführt. der besitzenden Klaffe gegenüber gestärkt wird. Der Inhalt des in London gedruckten Blattes, verstößt ab gefehen von seinem sonstigen geradezu unfläthigen Inhalt so sziemlich gegen sämmtliche Paragraphen des Strafgefeßes, und um dasselbe zu verfolgen, bedarf es wahrlich feines neuen Paragraphen. Herr Gertsch scheint auch unzufrieden zu sein mit der Haltung der schweizerischen Milistruppen bei Aufgebot wegen innerer Unruhen 8. B Tessiner Revolution, wo noch immer durch Zaft, Ruhe und Kaltblütigkeit unnüßes Bergießen von Bürgerblut zu verhindern*) versucht wurde, offenbar sehr zum Aerger von Leuten vom Schlage Gertsch's. Bei diesem Bestreben stößt es aber auf den Widerstand der besitzenden Klasse, welche die Staatsmacht benützt, um die bestehenden ökonomischen Verhältnisse zu erhalten, wobei sie sich auf den Theil des Proletariats stüßt, der noch nicht zum Bewußt sein seiner Aufgabe als revolutionäre Klasse gekommen ist. Hieraus hat sich der Klassenkampf entwickelt, welcher sich sowohl offenbart in dem Kampf der Arbeiterpartei um die poli tische Macht und die Erweckung des Klassenbewußtseins bei den Arbeitern, wie auch in dem Kampf der Fachvereine gegen das Unternehmerthum zur Erlangung besserer Lebensbedingungen. Es ist die internationale Sozialdemokratie, in der sich die Arbeiter der ganzen Welt, die zum Bewußtsein ihrer Aufgabe im Klassenkampf gekommen sind, organisirt haben. viel Solange es den Arbeitern noch nicht möglich ist, die Staats macht in die Hand zu nehmen, werden sie versuchen, alle polis Selbstverständlich ist dieser Gertsch auch ein grimmiger Feind tischen Rechte zu erobern und zu benutzen, sowohl um das der Presse. Er schimpft ganz in der Art gewisser deutscher Proletariat zum Klaffenkampf zu organisiren, als auch um Einfluß Reaktionäre über die Preßfrechheit" und er macht aus lauter zu erlangen auf die Gesetzgebung zur Einführung unmittelbarer Patriotismus den menschenfreundlichen Vorschlag den er als Verbesserungen im Zustand der besiglosen Klasse, sowie endlich Pflicht der Behörden bezeichnet, im Falle eines Krieges die zur Beförderung der ökonomischen Revolution. Bresse mit Beschlag zu belegen und mit der Mobilmachung die Von diesen Grundfäßen ausgehend, stellt die sozialdemogefährlichsten Journalisten im Interesse des militärischen Geheimstratische Arbeiterpartei in Niederland die folgenden Forderungen: niffes hinter Schloß und Riegel zu stecken bis nach Beendigung des Krieges. ( Folgen die verschiedenen Forderungen, wie allgemeines Wahlrecht, Arbeiterschutz 2c.)" Der erste Kongreß der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" Hollands wird zu Ostern in Deventer abgehalten werden. Die Parteileitung hat ein Fluglatt in 60,000 Exemplaren vertheilen lassen. 〃 " • Nach dem Vortrage des Herrn Geheimen Rath v. Seckendorf entspann sich eine Geschäftsordnungs- Debatte, welche stellen weise einen sehr erregten Charakter annahm und die veranlaßt wurde durch ein Monita, welches der Herr Minister von Röller gegen das von unserem Genossen Frohme abgefaßte Protokoll der letzten Montagssigung der Kommission erhob. Die monirte Stelle bezog sich auf die Aeußerung des Herrn Minifters Zurückzuführen ist diese Sucht nach Schneidigkeit bei einzelnen über den Lodspiel Reuß. v. Röller bestritt, daß schweizerischen Berufsoffizieren- Juftruttoren auf ihr er, wie Frohme niederschrieb, in bezug auf Neuß gesagt längeres Verweilen in ausländischen Armeen, wohin sie habe: die Regierung ließe allerdings von ihm sich vom Bundesrath tommandirt werden und 100 fie nach Mittheilungen machen." Der Herr Minister, welcher die den Erfahrungen hauptsächlich die Schneidigkeit des Lieute sie in die Milizarmee ihres Ein Bollkrieg zwischen Bulgarien und Defterreich steht übrigen Sätze nants sich aneignen, um des Protokolls, auch die, daß Reuß Vaterlandes zu importiren und den herrschenden guten bevor. Bulgarien hat die ausländischen Waaren außer mit den bei ihm( Köller) gewesen sei, daß ersterer lange genug bei den Geist zu verpesten. Unserem ganzen Boltscharakter und der Böllen noch mit einer Afzise( einer inneren indirekten Verbrauchs- Anarchisten im warmen Nest" gesessen habe 2c., als richtig zuManneswürde ist diese Schneid zuwiderlaufend," erklärt ein teuer) belegt. Dagegen protestirt das österreichische Kabinet und gab, verneinte zunächst, daß er überhaupt von der Regierung und Hauptmann in einem angesehenen Blatte und ein anderes Blatt droht mit Abbruch der diplomatischen Beziehungen, worauf Bul- von Mittheilungen, die diese durch Reuß erhalten, gesprochen habe. Dem Minister sekundirten die Herren. Enneccerus, ie Herren. Enneccerus, erklärt mit Humor:" Augesichts denden Gift der epidemisch antwortete. unserer Armee drohenden garien mit der Drohung eines näheren Anschlusses an Rußland von Stumm und der Vorsitzende der Kommission, Durchseuchung mit dem Dr. Böttcher. Der letztere wählte dabei eine Form, auftretenden Majoritis( zu deutsch: Disziplinarwuth) dürfte der Streitfall zwischen der Türkei und England( siehe des Ausdrucks, hinter der der Vorwurf der Protokollfälschung am Blaze sein, daß das Militär- Departement den die Depeschen aus Konstantinopel in der letzten Nummer) ist schlecht verdeckt war. Ober Feldarzt mit der vorsorglichen Impfung aller dis- rasch aufgehoben worden. Es wird nämlich aus Konstantinopel Frohme verwahrte sich in der entschiedensten Weise dagegen, ziplinarwuthverdächtigen Instruktions- und Festungs- Offiziere gemeldet: Aeußerungen niedergeschrieben zu haben, welche nicht gefallen beauftragte. Die Impfung wäre auf dem Schreibarm vorzu- Infolge der von dem britischen Botschafter Currie wegen seien. Besonders wies er darauf hin, was denn die nicht benehmen." der Verhaftung des Direktors der britischen Postverwaltung, Cobb, strittene Angabe des Herrn Ministers, daß Reußlange genug Herr Gertsch wird zu seinem Schmerz erleben müssen, daß erhobenen Vorstellungen ist an die Botschaft ein En tim warmen Nest" bei den Anarchisten gesessen babe, für in der Schweiz weder die von ihm gemeinte Disziplin eingeführt schuldigungsschreiben gerichtet worden, durch welches einen Sinn haben sollte, wenn nicht den, daß der die Angelegenheit beigelegt ist." es *) Wäre der Fall Fuchsmühl" in der Schweiz denkbar, so wäre er in diesem Lande ohne Bergießen auch nur eines Blutstropfens erledigt worden. Mit philofophifcher Heiterfeit und inniger Dankbarkeit für jede liebevolle Handreichung treuer Pflege harrte der Kranke aus bis zu seiner Erlösung in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar 1890. worden. #id 05 " 1 " in dem selbe dadurch in die Lage verseßt sei, Mittheilungen Sur griechischen Ministerkrisis liegen die folgenden Draht diesem Vorkommniß seinen Schriftführerposten niederlegen zu machen zu tönnen? Frohmeerklärte weiter nach meldungen aus Athen vor: müssen. Von den Abgeordneten Bebel und Auer wurde fonstatirt, Die heutige Audienz Trikupis' beim Könige dauerte andert daß der Herr Minister allerdings von Mittheilungen ge Desireter zu dem internationalen Kongres nach Paris zur 100jährigen balb Stunden. Trikupis erhob besonders darüber Borstellungen, sprochen habe, welche Reuß geliefert und zwar habe der Minister Gedächtnißfeier der großen französischen Revolution im Jahre daß der König dem Kronprinzen gestattet habe, bei den Versamm diese Aeußerung gethan im Zusammenhang mit den Worten von 1889. Wer je einem folchen Wölfertonzil thätig beigewohnt, mit- lungen am Sonntag als Befehlshaber der Garnison von Athen dem warmen gedacht und mitgefühlt, mitgearbeitet hat mit ganzem Herzen, mag den Truppen und der Polizei zu befehlen, daß dieselben die Reden, Anarchisten befunden habe. Ebenso fonstatirte der Abg. Hüpeden( f.) ermessen, wie tiefaufwühlend jene Tage auf die feine Organisation welche dort gehalten worden, nicht unterbrechen und sich jedes ebenfalls Schriftiührer der Kommission, daß auch er ein Opfer Wedte's wirkten, der kein Ermatten kannte.-- Eine inLübeck graffirende gewaltsamen Eingreifens enthalten sollten. Das Verhalten des des Mißverständnisses" geworden sei. Er habe aus der Rede Jufluenza raffte ihn denn leichter hinweg, als es wohl sonst ge kronprinzen ist vom Volke mit großer Begeisterung aufgenommen des Herrn Ministers u. a. in bezug auf Reuß die Worte notirt: schehen wäre. , aber manches erfährt man von ihm, der lange genug bei ihnen Eine Gruppe von Manifestanten zog heute Abend vor das im warmen Neste gesessen hat". Jasimu sis and Haus des früheren Ministerpräsidenten Delyannis. Derselbe trat Der Herr Minister versuchte nun den Vorgang dahin auf auf den Balkon und hielt eine Ansprache, worin er sagte, die einzuklären, daß, wenn er von Mittheilungen gesprochen habe, getretene Krise sei nicht bloß eine ministerielle, sondern eine er Damit nur die Unterhaltung gemeint haben kann, Am 16. Januar konnten tausende von unseren Arbeiter- politische überhaupt. Er schloß seine Rede mit dem Rufe:„ Es welche er mit Reuß mit Reuß gelegentlich feines Besuches ge brüdern sagen: lebe der König!" pflogen hat. Dabei habe es sich aber nur darum Sie haben prisma..ci Die Zeitung Afty" jagt bei Darlegung der Gründe, welche gehandelt, daß R. sich beschwert fühlte, weil Singer im Reichstage Tritupis zur Demiffion bestimmten, die Anwesenheit des Kron ihn im Zusammenhang mit dem Radieschenfamen- Attentat genannt pringen bei den Versammlungen vom letzten Sonntag habe habe. Herr v. Köller betonte wiederholt, daß er Reuß nur dies Und er ist unser und bleibt unser! Möchte bald die Zeit kommen, bisher fein Beispiel and bedeute you submit beribilligung eine Mal gesehen und daß er weitere Mittheilungen von ihm wo alle, auch die schwierigeren, so gedanfentiefen Arbeiten einer Regierung gegenüber, welche allein für die öffentliche nicht erhalten babe. Eine entsprechende Erklärung des Herrn Wedde's von schlichten Kindern des Voltes verstehend genoffen Ordnung verantwortlich war. Von einer solchen Mißtrauens: Ministers wurde zu Protokoll genommen. werden können. Aber auch des Gemeinverständlichen ist die Hülle fundgebung habe das Kabinet, obwohl es sich der Schwere der Im Zusammenhang mit diesem Zwischenfalle war vom Vors und Fülle vorhanden bei ihm zu Lehre und Trost, Genuß und durch sein Entlassungsgesuch geschaffenen Lage bewußt war, sich figenden und dem Mininer Köller angeregt worden, Stenographen Freude. Gedenken wir nur der Bearbeitung des echten und zum Rücktritte verpflichtet gesehen. zur Aufnahme der Verhandlungen beizuziehen. Bebel schloß fich rechten Boltsbuches unseres Freundes Theodor Schwarz:" Das Straßenbahnstreit in New York. Straßenbahnstreik in New York. Auch beim diesem Antrage an. Die Anregung wurde schließlich aber wieder Dieses Werk ist symbolisch für Wedde's Leben und Wirken: iezigen Straßenbahnstreit machen die Behörden wieder ihren fallen gelaſſen. Auf das auch heute wieder gestellte Verlangen, das Beweise Der tiefgelehrte Mann der Wissenschaft und der Sohn der Arbeit Einfluß zu ungunsten der Arbeiter geltend. Die material zu vervielfältigen und den Kommissionsmitgliedern atte reichen sich hier die Hand, etwas Grfreuliches und Erhebendes zu Bolizeimannschaften sollen nämlich einige Sympathie für gänglich zu machen, erklärte Herr v. Röller, unter Vorbehalt schaffen; so bot er der Partei des arbeitenden Volkes seine Hand, die ausständigen Straßenbahnbediensteten bewiesen haben, eventuell bestimmt zu bezeichnender Ausnahmen, sich bes fein Herz, fein ganzes Wesen. Möge der von ihm gestreute und da hat der Chef der Polizei schleunigst eine Bekannt- reit, wenn es verlangt werde, von ihm vorgebrachte Samen herrlich aufgehen, damit die Zeit näher gerückt werde, machung erlassen, daß jeder Polizist, der nicht vollkommen Schriftstücke zur Vervielfältigung zur Verfügung zu stellen. von der er im Schlußverse seiner Sozialistenbeichte fingt: seine Pflicht thut, entlassen werde. Am Dienstag Abend Die Herren vom Reichs Justizamt dagegen wollen nur Doch wenn die schwere Stunde wurde ein bei den Unruhen unbetheiligter Zuschauer von Dann glücklich zog vorbet, der Miliz erschossen. non eft om sid minds alte Lübeck". Einen guten Mann begraben, so? Doch uns war er mehr! な sort Wenn die Erlösungskunde, madagdali Daß alle gleich und frei Bon Land zu Land wird bringen, Bertilgend Gram und Wahn, Dann woll'n wir jubelnd fingen: Das haben wir gethan! saalis sut 901 916 5 B Der nordamerikanische Differentialzoll anf Zucker. Aus Washington wird telegraphirt: Der Bericht des Ausschusses für Mittel und Wege empfiehlt dem Repräsentantenhause die Annahme der Vorlage betreffend die Abschaffung des Differentialzolles auf Zucker. gazwa wila to go na pele da ba? auf besonderes Verlangen in blid in ihr Material gestatten. Schließlich wurde beschlossen, alle zur Begründung vorgetragenen Materialien dem Protokolle einzuverleiben. Mittlerweile war die Zeit für die Eröffnung des Plenums herangerückt und die Sigung mußte geschlossen werden, ohne daß die Kommission in die Verhandlung des§ 111a eintreten fonnte. Die nächste Sigung findet Freitags vormittag 10 Uhr statt. " Soziale Leberlicht. " Militärischer Boykott. Das Besuchen des Schiller. schlößchen" in Leipzig Gohlis und der Gesellschaftshalle" in Leipzig Lindenau ist den Soldaten verboten worden. Die sächsischen Ordnungshelden haben recht: es müssen Geseße gegen den Boykott geschaffen werden. Petitionen an den Reichstag." Dem Reichstag ist zuziehen. Die Sammlungen für den Wahlfonds finden dauernd langens auf Entfernung der Frauen ist nun auch vom Ministerium, wiederum eine große Anzahl von Petitionen zugegangen und statt. Genosse Millarg, der über die Stellung zu den Reichs- wie früher von der Kreisregierung, abgewiesen worden. über diese jeßt das dritte Verzeichniß erschienen. An erster tags, Gemeinderaths, Stadtverordneten- und GewerbegerichtsIn Regensburg ist nach dem dortigen Tageblatt" Stelle steht eine von ca. 70 landwirthschaftlichen Vereinen ein- wahlen referirte, schlug vor, überall da, wo eine genügende Anzahl ein Sozialdemokrat verhaftet worden anläßlich einer Kritik, die gesandte Petition um Einberufung einer inter- Genossen, genügende Kräfte als Kandidaten und Aussicht auf er an der Hochaffäre im Reichstage übte. nationalen Münzkonferenz zur Lösung der Erfolg vorhanden, für die Gemeinderaths- Wahlen einzutreten. Silberfra g.e. Eine Reihe von Petitionen verlangt die G3 ist stellenweise schon mit Erfolg geschehen. Die Gewerbetommunale Besteuerung des Weins, mehrere beziehen gerichts- und Stadtverordneten- Wahlen wurden noch zurückfich auf die Margarine Fabritation. Eine größere gestellt, bis in den Städten die Organisation der Genossen noch Anzahl von Petitionen wünscht, daß man keine Veränderung an fester ist und geeignete Kräfte vorhanden sind; jedoch sollen bis dem Tabakzoll vornehme. Biele Petenten ersuchen um Auf- zur nächsten Konferenz in betreff des Gewerbegerichte für Arnswalde hebung des Impfzwanges. Mehrfach wird gegen die Umsturz- und Driesen die Anträge auf Errichtung eines solchen ausgearbeitet vorlage protestirt, wie auch sonst noch sehr viele Betionen ein- und vorgelegt werden. Die Organisation ist hierdurch als festgegliedert gegangen sind, die sich auf die verschiedenartigsten Gegenstände zu betrachten und bei eventuellen Fällen in dieser Form zu beziehen und meistens von einzelnen Personen eingereicht prüfen, ob sie sich bewährt. Den Vertrauensleuten wurde der worden sind. Auftrag gegeben, alle Vorbereitungen zu treffen, um bei einer Reichstags- Auflösung gerüstet zu sein. Mit der gewerkschaftlichen Organisation ist bei den Flößern der Anfang gemacht; Holz arbeiter, Metallarbeiter, Porzellanarbeiter und Bauarbeiter werden nachfolgen. Es wird langsam gearbeitet aber sicher, wir glauben auf dem Wege auch vorwärts zu kommen, wenn uns von Berlin und Stettin die nöthigen Kräfte und Mittel zur Verfügung gestellt werden. Lütticher Anarchisten- Prozeß. Arbeiterentlassungen und kein Ende. Die Zeche„ Hugo" Auf der„ Hermanns( Westfalen) hat 200 Arbeitern gekündigt. hütte" bei Hör de find weitere 33 Mann entlassen worden; den Verbleibenden ist vom 1. Februar ab eine Lohnreduktion von 10 pCt. in Aussicht gestellt worden. Das Elend auf der Landstraße. Auf der Naturalverpflegungsstation zu Freiburg i. Schl. wurden im vorigen Jahre 4437 Wanderer verpflegt und zwar 784 mit Mittagbrot, 3703 mit Abendbrot, Nachtquartier und Frühstück. So zu lesen in bürgerlichen Blättern, welche die Vortrefflichkeit unserer heutigen Gesellschaftsordnung bei jeder Gelegenheit in den be geistertſten Tönen preisen. 4437 Menschen, welche durch die äußerste bitterfte Noth gezwungen wurden, die Wohlthätigkeit" der heutigen Gesellschaft in Anspruch zu nehmen, d. h. für ein paar Kartoffeln und eine Streu als Nachtlager stundenlang un gewohnte Arbeit, wie Steinklopfen ze. verrichten müssen. " ( Sigung vom Dienstag.) Avedenck, Generaldirektor der politischen Polizei in Amfterdam, erklärt, mit dem russischen Stonsul in Amsterdam in Verbindung getreten zu fein. Derselbe habe ihm gefagt, daß ein Mann namens Stein zu ihm gekommen sei und einen auf den Namen Jagolfowsty ausgestellten Baß vorgezeigt Eine Konferenz für den 2. nassauischen Wahl und ihm anvertraut habe, daß er ein Agent der russischen treis fand am 20. Januar in Biebrich statt. Nach dem Polizei sei, der beauftragt wäre, die Anarchisten in ganz Bericht des Vertrauensmannes für den Kreis, Philipp Eul, betrug Europa zu überwachen, daß dieser auch bezüglich der Lütticher die Einnahme im verflossenen Jahre 855 M. 93 Pf., Ausgabe Attentate auf dem Laufenden sei. Der Konful war mißtrauisch 848 M. 37 Pf. Versammlungen fanden statt im ganzen 13, 8 auf und habe sich geweigert, den Paß mit dem Visum zu versehen, dem Lande, 5 in der Stadt. Genoffe Eul ersuchte die Genoffen habe aber erft 8 Tage später der Sicherheitspolizei berichtet. auf dem Lande, mehr wie bisher Beiträge ihm zugehen zu In Lüttich habe man von diesem Bericht Mittheilung be- lassen. Die Sonderftellung einzelner Orte in dieser Beziehung tommen und habe einen Mann namens Aubert verhaftet, der erschwere eine einheitliche Agitation. Inbezug auf die Gewerkschaftliches. dann erklärt habe, daß er den Russen während zweier Tage, Presse machte er bekannt, daß einem früheren Konferenz- Achtung, Steinarbeiter! Bei der Firma Schönfeld, am 3. und 4. Mai, bei sich aufgenommen habe, daß der Russe beschlusse gemäß die Mainzer Volkszeitung", hessische Marmorwaaren Fabrit, Hamburg, Brennerйtraße, haben geflohen und gar keine Aussicht sei, ihn zu finden. Voltsstimme" als Parteiblatt für den hiesigen Kreis abgeschafft 19 Mann, Hauer und Schleifer, die Arbeit wegen Lohndifferenzen und die Frankfurter Volksstimme" mit dem 1. Februar ein- niedergelegt. Wir bitten deshalb, den Zuzug nach dort streng zu wählen, das feinen Siz in Wiesbaden erhalten soll. Zum Schluß wurde noch die Kandidatenfrage für den zweiten nassauischen Wahlkreis angeregt, da man aber betreffs dieser Angelegenheit zu feinem endgiltigen Beschlusse gelangte, wurde der Antrag angenommen, eine zweite Konferenz in 14 Tagen nach Wiesbaden einzuberufen, die sich mit der Kandidatenfrage be schäftigen wird. Jagolfowsky habe sich wegen Schutz an den russischen Konsul gewandt; derfelbe habe sich aber geweigert. Oberstaatsanwalt Del waide fragt, warum der Polizei nicht zeitig genug Mittheilung gemacht wurde. Der Zeuge erklärt, daß, wenn er zum dritten Male zurückgekommen wäre, die Polizei ihn verhaftet hätte. Der Präsident dankt dem Zeugen für die Unterstützung der belgischen Justiz. Hierauf wird ein Mitglied der russischen Justiz vernommen, der den falschen Baron gekannt hat und von diesem gefragt worden ist, wie man explosive Stoffe fabrizire. Er habe ihn für einen russischen Spigel gehalten und habe dies auch seinen Kameraden mit getheilt, welche ihm hierauf mit Mißtrauen entgegengekommen find. Die Aussagen einer Reihe von Zeugen sind ohne weiteres Intereffe. Am Schluß des Verhörs erklärt der Rechtsanwalt Lejeune, daß die Art, wie Arnold von einem Unterkommissar verhaftet wurde, durchaus ungerechtfertigt gewesen sei. Nachmittags- Sizung. Den Bertheidigern, welche vormittags eine Reihe von Ausstellungen gemacht haben, theilt der Präsident mit, daß er von denselben Kenntniß genommen habe. In der Untersuchung hat eine Hotelbesizerin erklärt, daß sie Westkamp bestimmt wiedererkennen würde. Heute erklärt fie fich nicht so sicher und zögert, Westkamp wiederzuerkennen. Westkamp erklärt, niemals in Maastricht gewesen zu sein. Grollat, Unterstationschef in Maastricht, erkennt Müller wieder, dagegen erkennt er Westtamp nicht. Ein ihm gezeigtes Bild Westkamp's scheint ihn an eine Person zu erinnern, die er in Maastricht gesehen hat. Westkamp erklärt, sich auf dem Bilde nicht wieder zu er tennen.( Große Heiterkeit.) Auf die Frage an den Zeugen, welchen Eindruck Westkamp auf ihn gemacht habe, erklärt dieser, daß ihm Westkamp nicht nach viel ausgesehen habe. Quotden ein Fuhrhalter zu Visé und einer seiner Kutscher erkennen Müller wieder, welcher am 28. April mit dem Russen au ihnen gekommen sei, um einen Wagen zu miethen, den sie zu einer Fahrt nach Maastricht benöthigten. Grunewald, Bahnangestellter zu Maastricht, hat am 29. April mit dem Ruffen zusammen zu Mittag gegeffen. Müller war nicht dabei gewesen. Die Streitigkeiten in Solingen scheinen durch den rheinischen Provinzial- Parteitag, der dieser Tage in Duis burg gelagt hat, hoffentlich auf immer beigelegt. Die Solinger Delegirten gaben persönlich und jeder durch seine Unterschrift ihr Einverständniß mit folgender Erklärung fund: 1. Die Bergische Arbeiterstimme" ist das anerkannte Partei: Organ des Kreises Solingen. Die Genossen sind verpflichtet, das Organ zu unterstüßen und müssen alle Publikationen in parteipolitischer Beziehung in demselben erfolgen. " Nut 2. Jeder der nachbenannten Genossen verpflichtet sich für Hebung der politischen Organisation einzutreten. politisch organisirte Genossen dürfen Vertrauensämter bekleiden. 3. Genosse Schumacher und die übrigen Delegirten erklären, für diese Forderungen in öffentlichen Versammlungen einzutreten. 4. Die Bergische Arbeiterftimme" dagegen verpflichtet sich, die von ihr gegen den Reichstags- Abgeordneten Genossen Schumacher erhobenen Anschuldigungen zurückzunehmen, über die Versammlungen 2c. objektive Berichte zu bringen, die Gewerkschaftsbewegung im Kreise Solingen nach Kräften zu fördern und gemäß dem Erfurter Programm für unsere Ziele zu wirken. Göbel. Martin. Schallbruch. Aprath. Neef. Leven. Lohmar. Lange. Franzen. Schumacher. ( Der Bericht über die übrigen Verhandlungen des Parteitags folgt. Red. d. V.) * Jeltens, ein Cafébefizer zu Maastricht, hat oft in seinem und am 20. in Brechten, arop, am 19. in Huckarde Von der Agitation. Genoffe Deinhardt Köln referirte über die Umsturzvorlage am 12. Januar in Schwelm, am 18. in Hörde, am 16. in B Die durch weg start besucht, es wurden Resolutionen gegen das Knebelgesez Café den Russen gesehen. Arnold und Leblanc waren niemals bei ihm. Van Beethowen, Fabrikant zu Maastricht, und seine Schwester haben am 1. Mai Bleikugeln an zwei Personen verkauft. Hoebraß, Kurzwaaren- Händler zu Maastricht, hat Nägel vertauft, die er unter den auf dem Gerichtstische befindlichen wieder: erfennt. Er erklärt auch, daß einer der Nägel, die man aus dem Fleische der Opfer des Attentats in der Friedenstraße hinausgezogen habe, vollständig denen entsprechen, welche auf Veranlassung des Untersuchungsrichters bei ihm tonfiszirt wurden. Die drei vorher genannten Zeugen erkennen weder Müller noch Westkamp. Dumoulin, der Bleihändler, bei dem Westkamp die Schachtel zum Bombenattentat gegen Renson gekauft haben soll, weiß nichts und erkennt niemanden. Auffallend ist, daß alle Zeugen aus Maastricht sehr eingeschüchtert find, anscheinend aus Furcht vor Drohungen. Die Mittwochssigung fällt aus. Bekanntlich deshalb, weil die Geschworenen an der Brüffeler Börse Geschäfte zu erledigen haben. angenommen. Ueber das gleiche Thema sprach der Reichstags- Abgeordnete 2. Schmidt in Limbach bei Chemniß vor etwa 1000 Personen. In Göppersdorf bei Burgstädt referirte der Redakteur Genosse Diehl. In beiden Versammlungen wurde eine Protestresolution angenommen. lauben wir uns auf obiges aufmerksam zu machen und möchten sie bitten, für Verbreitung dieser Notiz Sorge zu tragen, indem, wie verlautet, aus Belgien Streitbrecher erwartet werden. Der Zentralausschuß der Steinarbeiter Deutschlands. Die vorläufige Abrechnung vom Stettiner Steins fegerstreit ergiebt, daß im ganzen 15 135,72 m. vereinnahınt worden sind. Der Verband allein brachte davon 12163 M. auf. Von den Ausgaben kamen auf Unterstützungen 11435 M., Miethsentschädigung 1860 M., an Reisegeld für abreisende Steinfeger wurden 812 M., an Zugereifte 109 M. gezahlt. Ferner wurden 163 M. für Nachtkontrolle ausgegeben; 150 m. wurden zu dem Streit nach Königsberg gesandt. Ein geringer Theil wurde für Agitation, Drucksachen, Porto u. dergl. verausgabt. Das Komitee verfügt jetzt noch über einen Bestand von 235 M. Der Kampf ist bekanntlich noch nicht entschieden, der Streit dürfte zum Frühjahr aufs neue beginnen. Der Zentralverein deutscher Bildhauer hat mit Ende des dritten Quartals 1894 die Mitgliederzahl von 3015 erreicht. Die Bildhauer- Zeitung" nimmt Veranlassung, bei der Konstatirung dieser Thatsache einen Rückblick zu werfen auf die Der frühere föniglich Entwickelung des Zentralvereins". preußische Unterstübungsverein" begann seine Thätigkeit anfangs der achtziger Jahre mit einigen hundert Mann. Nach und nach stieg die Mitgliederzahl langfam aber stetig auf 2911 im 1. Quartal 1890 und 3002 im 2. Quartal desselben Jahres, um bald danach die höchste Ziffer im 3. Quartal 1890 zu erreichen. Jetzt begann die gewaltige wirthschaftliche Krise, die noch immer nicht gewichen, und die Mitgliederzahl fant von 3089( 4. Quartal 1890) auf 2948( 4. Quartal 1891), ja auf 2800( 2. Quartal 1892). Der Beitrag betrug damals 20 Pf. pro Woche, wurde aber im 3entralverein", der um die Mitte des Jahres 1892 in Mainz gegründet wurde, vom 3. Quartal dieses Jahres ab auf 50 Pf. erhöht. Damit übernahm der Verein die Verpflichtung, außer der Reise Unterstügung seine Mitglieder auch bei Arbeitslosigkeit zu unterstützen. Die lettere trat mit dem 3. Quartal 1898 in Kraft und sind seitdem gezahlt worden am Ort und auf der Reise: Am Ort Auf der Reise Zusammen M. 6. Qu. 1893: 5 288 1893: 6856 M. M. 5079 4. 2391 10 367 9 247 " 1. 1894: 10 117 2126 12 243 " 2. 1894: 5 542 4186 " 4370 9 728 9705 5. " 1894: 5 335 Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß die gewerb lichen Verhältnisse wenigstens die der Bildhauer sich seit dem 1. Quartal 1894 ein wenig gebessert haben müssen. Das Bildbauerorgan schließt seine Betrachtungen mit dem Hinweis, daß bei den Gewerkschaften eine möglichst hohe Beitragsleistung am Plaze sei. Dadurch könne die Gewerkschaft mehr leisten und an die Organisation dauernd geWahlvereins- Statistit. Der Sozialdemokratischle Verein von Wandsbek und Umgegend zählt zur die Mitglieder werden Beit zirka 1000 Mitglieder. Von diesen haben 788 Angaben feffelt. Diese Anschauung mag richtig sein, aber das über Alter und Beruf gemacht. Im Alter bis zu 20 Jahren eine muß doch bemerkt werden, daß die Bildhauer stehen 56, von 20 bis zu 30 Jahren 305, von 30 bis zu 40 Jahren 233, von 40 bis zu 50 Jahren 113, von 50 bis zu 60 Jahren 23 sowohl als auch die Buchdrucker, auf die in jenem Artikel anderen Arbeitern mit hingewiesen wird, sich gegenüber und von 60 bis zu 70 Jahren 8 Mitglieder. Nach Berufen ge- eben immer noch in einer bevorzugten Position befinden. Das sondert befinden sich unter den Mitgliedern des Vereins: Arbeiter 288, Maurer 75, Bigarrenmacher 50, Tischler 39, Gerber 30, geht allein schon daraus hervor, daß wir in Deutschland Echuhmacher 26, Gann irthe 22, Zimmerer 19, Maler 13, nur etwa 5000 Bildhauer haben und die Maschinenarbeit in diesem Gewerbe nur noch in ganz geringem Maße in betracht Schlosser 10, Brauer, Küper und Steindrucker je 8, Töpfer, tommt. Daß andere Gewerkschaften in anbetracht der großen Schneider, Kutscher und Musiker je 7, Bürstenmacher, Korb- Reserve- Armee und der dauernden Krise je im stande wären, macher und Müller je 6, Kolporteure 5, Zapezirer, Barbiere, Brotträger, Feilenhauer, Gärtner, Makler und Schrift: ihre Mitglieder bei Arbeitslosigkeit zu unterstüßen, ist sehr zu bezweifelu. fetzer je 4, Boten und Kistenmacher je 3, Bäcker, Buchbinder, Parteiliteratur. Das zweite Heft der zur Maffen- Seizer, Raufleute, Kürschner, Lithographen, Maschinenbauer und verbreitung bestimmten Broschüre: ,, lmsturz und Sozialdemos| Steinhauer je 2, Schirmmacher, Seiler, Echlächter, Techniker, Fratie" ist heute erschienen. Dasselbe ist noch zwei Bogen stärker als Buchdrucker, Drechsler, Glaser, Klempner, Naturarzt und Stepper je 1. Wie aus der Altersstatistik hervorgeht, befinden sich nur das erste, umfaßt also 144 Seiten Großoktav. Der Preis ist der 56 Mitglieder im Alter von unter 20 Jahren, während 682 Mitgleiche, 15 Pf. pro Exemplar. Wie wir erfahren, ist die für das erste glieder im Alter von über 20 Jahren, darunter 377 im Alter Heft in Aussicht genommene Auflage bereits völlig vergriffen, vou 80 bis zu 70 Jahren, stehen. so daß erst von Montag, den 28. Januar ab, wieder Exemplare geliefert werden tönnen. Parteinachrichten. Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Thorn, 23. Januar. Nach einer amtlichen Meldung aus Warschau ist der Wasserstand, der gestern 109 war, heute auf 244 gestiegen. Wien, 23. Januar. Die Politische Korrespondenz" meldet Eine Arbeitslosenstatistik wollten, wie wir vor einigen Tagen aus Konstantinopel: Die Untersuchungskommission für Armenien mittheilten, unsere Parteigenossen in Liegniß aufnehmen. Am ist am 18. d. Mis. in Musch eingetroffen. Der erste Bericht der legten Sonntag sollte damit begonnen werden, die wohllöbliche Kommissionsdelegirten wird im Laufe der Woche hier erwartet. Kreiskonferenz. Sonntag, den 20. Januar, fand für den Polizei jedoch hatte es anders gewollt, fie beschlagnahmte London, 23. Januar. Heute fand in Evesham die Reichstagswahlkreis Friedeberg- Arnswalde in Driesen am Sonnabend die für diesen Zweck angefertigten Fragebogen. Parlamentserfahwahl für den verstorbenen fonfervativen Abgeordeine Kreistonferenz statt. Der Besuch war sehr lebhaft. 19 Ort. Es wird wahrhaftig immer schöner, bemerkt hierzu der Kor- neten Sir E. Lechmere statt. Der fonservative Kandidat Oberst schaften waren durch 30 Delegirte vertreten. Der Kreis- respondent der Breslauer Volfswacht", künftig wird man seinen Long wurde mit 4760 Stimmen gewählt gegen 3585 Stimmen, vertrauensmann gab den Bericht des verflossenen Jahres. Ihm leiblichen Bruder nicht mehr fragen fönnen, ob er morgen noch welche auf den liberalen Kandidaten fielen. Bei der letzten Wahl wurde Decharge ertheilt und wurde derfelbe auf ein Jahr wieder satt zu essen hat, wenn man von der Polizei die Erlaubniß hatte die konservative Majorität 580 Stimmen betragen. gewählt. Beschlossen wurde, daß jeden ersten Sonntag nach nicht hat. Neujahr die Kreistonferenz für den Kreis stattfinden sollte. Die " " halten. zu M Bolizeiliches, Gerichtliches: c. Athen, 23. Januar. Das Journal„ Akropolis" veröffent licht eine augenscheinlich offiziöse Note, in welcher es heißt: Die von ministerieller Seite verbreiteten Mittheilungen über die Ursachen der Demission des Ministeriums feien uns genau. Trifupis habe, da er die Entlassung des Ministeriums feitens des Königs vermuthete, die Anwesenheit des Kronprinzen bei den Versammlungen am Sonntag als Vorwand zum Rücktritt genommen. Einige gegen Trikupis gerichtete Rundgebungen fanden in den Provinzen statt. In Patras schleuderte die Volksmenge Steine gegen das Polizeigebäude; im übrigen herrscht überall Ruhe. ( Teveschen- Bureau Herold.) Bekanntmachung findet durch die Märkische Boltsstimme" ver- Genosse Dr. Waffilieff in Bern tritt am 23. Januar feine mittelst Inserat, in dem Vorwärts" und Stettiner Boltsboten" aus dem Krawall Prozeß noch restirende zebntägige Gefängniß unter Parteinachrichten statt. Die Märkische Volksfiimme" strafe an, so daß er am 3. Februar wieder frei wird. Die wurde als offizielles Parteiorgan für den Kreis bestimmt, Berner Tagwacht" wiederholt bei diesem Anlaß, daß die Verjedoch jedem Orte anheimgestellt, wenn möglich, den urtheilung Wassilieff's eine Schandthat, ein Justizmord sei. Vorwärts" oder den Stettiner Volksboten" in je einem Exemplar nebenbei Der Kreis vertrauensmann wurde beauftragt, die Beschwerden über Ueber drei Vorstandsmitglieder des Arbeiter- BildungsDie Märkische Boltsstimme" mit der zuständigen Preß- vereins zu Oft erwied am Harz wurde wegen Abbaltung eines tommission au regeln. Der befferen und geregelteren Agitation Bergnügens, wozu die behördliche Genehmigung verweigert Rom, 23. Januar. Ende dieses Monats werden zwei halber wurde der Kreis in sechs Agitationsbezirke eingetheilt, die worden war, je 15 M. Geldstrafe verhängt. Der Lokalbefizer alle unter dem Vertrauensmann stehen. Folgende Orte find als foll 10 M. Strafe bezahlen. Die Genehmigung wurde ver- Bataillone, Mitte Februar zwei weitere nach Afrika abgeben. Bororte bestimmt: Arnswalde, Neuwedel, Bernfee, Woldenberg, weigert auf grund einer Regierungs- Verfügung vom 27. Dt. In einer gestern stattgefundenen längeren Konferenz zwischen Driesen und Friedeberg. Alle Orte, wo Genossen vorhanden, tober 1894. Crispi, dem Kriegsminister und dem Minifter des Aeußeren oder mehrere Dörfer zusammen gründen Lese- oder Diskutirflubs, Die Beschwerde unserer Nürnberger Partei wurde die Lage in Eritrea besprochen, welche man tros der um einen tüchtigen Stamm von Genossen auszubilden und heran- I genossen wegen des in einigen Versammlungen gestellten Ver Siege Baratieris für unzweifelhaft schwierig hält. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 20. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 21. Sigung vom 23. Januar 1895, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. Donnerstag, den 24. Januar 1895. 12. Jahrg. Abg. Gamp verwahrt sich persönlich gegen den Vorwurf, als ob er sich gegen den früheren Abg. Baumbach irgend wie vergangen habe. nicht auf das Gegentheil. Im Westen und Süden Deutschlands des Handwerks aufzuhalten, sind erfolglos. Gerade die soziaist gar keine Stimmung für Zwangsinnungen.( Sehr richtig, links.) liftische Gesellschaft wäre am ersten geeignet, einen guten MittelWir wollen jetzt Handwerkerkaminern so fonstruiren, daß sie als stand zu schaffen, der das ganze Volk umfaßt. autoritative Vertretung des Handwerks angesehen werden können; Damit schließt die Diskussion. wir wollen die Handwerkerkammern über die definitive Organisation des Handwerks erst befragen. Ob man später, wenn man Die Berathung der Anträge der Deutschkonservativen erst die Organe des Handwerkerstandes besitzt, bezüglich des Be( Kropatsched und Genossen) und der Reichspartei( Samp, fähigungsnachweises zu einer anderen Entscheidung fommen wird, Abg. Reißhaus bemerkt, daß er seine Mittheilung über den v. Kardorff und Genossen) wegen Einführung des Befähigungs- als heute im Bundesrath, lasse ich dahingestellt; jedenfalls ist Einsturz in der Kochstraße einer Beitung Dem Bauhandwerker" nachweises, Organisation des Handwerks in Handwerkerkammern, die Frage eine sehr bestrittene und auch von dem Freiherrn entnommen habe. Der Bau sei vor der Zeit der Gewerbe- FreiEinschränkung der Gefängnißarbeit) wird fortgesetzt. v. Hertling neuerdings im bayerischen Reichsrath sehr abfällig heit aufgeführt worden, und also die Ausführungen des beurtheilt worden. Außer diesem Zeugen habe ich gerade aus Abg. Mezner nicht zutreffend. den Reihen der korporirten Handwerker noch zahlreiche Zeugnisse Abg. Metzner entgegnet, daß nicht der alte Bau, sondern für meine Auffassung. Wir werden ja demnächst mit speziellen der erst vor zwei Jahren vorgenommene Umbau eingestürzt sei. Vorschlägen in bezug auf die Handwerkerkammern an den( Zuruf bei den Sozialdemokraten: Nein! die alten Mauern! Reichstag kommen und hoffen dann auch auf die Unterstützung Heiterfeit.) des Herrn Megner und seiner Freunde. vorliegenden Anträge erhalten werden. Die Verwüstung durch die zügellose Gewerbefreiheit sei schon so vorgeschritten, daß die Einführung des Befähigungsnachweises zu einer späteren Zeit gar nicht mehr nügen würde. " = Abg. Beckh( Vp.): Die bisherigen Befürworter der Anträge baben es an Angriffen gegen die zügellose" Gewerbefreiheit nicht fehlen lassen und uns die Sympathie für das Handwerk ganz abgesprochen. Wir vertreten aber die Interessen des Handwerks mit mindestens ebensoviel Wärme wie diejenigen, die von Wohlwolien für die Land Jm Schlußwort bemerkt Abg. Kropatscheck, daß die Saat, wirthschaft und neuerdings auch für das Handwerk triefen. Einer Abg. Lotze( Mörtelwerkbesitzer, Antisemit) tritt mit Ent die Ackermann und v. Kleist- Rezzow vor zehn Jahren ausgestreut, der Redner der Rechten hat das Handwerk als fönigstreu be- schiedenheit für die schleunige Einführung des Befähigungs- auf fruchtbaren Boden gefallen sei und von den Nachkommen sonders belobt. Mit der Königstreue haben wir es aber nachweises ein, der allein der liberalen Mißwirthschaft auf dem jener eifrig gepflegt werde. Er polemisirt dann gegen die Rede hier im Reichstage gar nicht zu thun. Die Gin gewerblichen Gebiete ein Ende zu machen geeignet sei. Eine des Abg. Beckh. Die heutige schroffe Abweisung des Staatsrichtungen und Zustände in den außerpreußischen Staaten find solche Gesetzgebung arbeite viel mehr dem Umsturz entgegen, als sekretärs schrecke ihn nicht, denn noch vor 10 Jahren hätte man nicht sehr von den preußischen verschieden und namentlich wir in alle limfiurzvorlagen. Die Gewerbefreiheit sei der wirtsamste ür möglich gehalten, daß die Regierung jemals selbst obligatorisch Bayern möchten die preußischen Zustände nicht gegen die unfrigen Faktor des Umsturzes der bestehenden Staats- und Ge- Fachgenossenschaften in ernsthafte Erwägung nehmen würde. Gr eintauschen. Ich bin Gegner des Befähigungs- sellschafts- Ordnung. Es sei die hohe Aufgabe der Reichs- freulich sei die Sinnesänderung in der Reichspartei und bei den nachweises und der Zwangsinnung. Wir haben sehr regierung, in den Gegnern dieser Anträge endlich die Feinde Nationalliberalen. Der Freisinn sehe leider nach wie vor die Handfegensreiche Organisationen und Einrichtungen, die man anderswo der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu erkennen. werkerfrage nur vom Standpunkte der freien Konkurrenz an. nur nachzumachen brauchte. Unsere Gewerbevereine, unser Gewerbe- Tas Handwerk habe noch einen festen Stamm ordentlicher, Im sozialistischen Staate werde es überhaupt feine Handwerker museum, unsere Fachschulen leisten musterhaftes, wie jede Lehrlings- fönigstrener Arbeiter; der müsse durch die Verwirklichung der im selbständigen Sinne geben, sondern nur noch Arbeiter, die ausstellung beweist. Das Gewerbemuseum stellt auch Zeugnisse für thun müssen, was die Zwangsgesellschaft ihnen auftrage. Das die Lehrlinge aus. Auf diese Weise wird viel mehr geleistet als follten doch die Sozialdemokraten als ehrliche Leute auch den durch alle die Zwangsmaßregeln, die man jetzt von Preußen aus Handwerkern sagen. Von der Flickarbeit und vom Kunsthanduns empfiehlt. Die Handelskammern sind auch bei uns wert allein könnte der deutsche Handwerkerstand nicht satt obligatorisch, aber solche Maßregeln, wie sie Fürst Bismarck gegen Abg. Schneider( Frs. Volksp.) fragt, woher der Abg. Gamp werden. Gerade die zwischen beiden liegende Mittelpartei die preußischen Kammern beliebte, als sie ihm nicht genehme feine Kenntniß davon habe, daß die Genossenschaften 7-8 pet. des Handwerkerstandes zu retten, sei die Aufgabe. Was man Gutachten abgaben, sind in Bayern nicht erhört. Unsere Handels- Zinsen für ihre Darlehen nehmen. Diese Behauptung sei außer im liberalen Sinne unter Gewerbefreiheit verstehe, bekämpfen kammern sind aber auch zugleich Gewerbekammern. Unsere freien ordentlich übertrieben. Der Zinsfuß schwankt zwischen 5-51/ 2pGt. im die Deutschkonservativen allerdings. Die Gewerbe Ordnung sei Bereinigungen sind jedenfalls besser als Zwangsbildungen, natürlich ganzen Durchschnitt. Redner zieht eine Reihe amtlicher Aeuße- lediglich im Interesse des Großbetriebes gemacht worden; die wird in ersteren mit Lust und Liebe geschafft und gearbeitet. Ohne rungen von Regierungen und Stadtmagistraten an, welche sich Kleinmeister seien nicht berücksichtigt worden. Um ein Niederjeden Zwang sind diese freien Vereinigungen bei uns entstanden. gegen den Prüfungszwang und den Befähigungsnachweis aus werfen der Großindustrie handelt es sich nicht; eine Zwangss Selbst die Sozialdemokratie steht in dieser Beziehung mehr auf sprechen und theilweise den Leistungen der geprüften Handwerker genossenschaft ohne Befähigungsnachweis sei ein Unding. unserer Seite als auf derjenigen des Herrn Gamp und v. Heyl. ein schlechtes Zeugniß ausstellen. Alle derartigen Organi Für den Antrag Gamp wird das Schlußwort nicht genommen. Zwangsmaßregeln und Zunftzopf retten das Handwerk nicht. fanonen, wie sie jetzt geplant würden, seien nur geeignet, Hoff- In der Abstimmung wird der Antrag der Deutschkonservativen Die von Herrn v. Heyl herangezogene Pariser Industrie ist ohne nungen zu erwecken, die unerfüllbar seien, dabei aber die( Befähigungsnachweis) mit schwacher Mehrheit Zwang zu ihrer Blüthe gelangt. eigene Kraft und Energie der Handwerker zu lähmen. Der angenommen. Gegen denselben stimmen die Linke, die große Herr Gamp will die Wasserkräfte für das Handwerk nußbar Regierung sei auch der Vorwurf nicht zu ersparen, daß sie mit Mehrheit der Nationalliberalen und die Reichspartei. Die An machen. Ich bezweifle, daß das in großem Umfange geschehen kann. ihrer Stellung zur Frage des Befähigungsnachweises viel zu träge Gamp über Handwerkerkammern und über Uebrigens bat man bei uns in Nürnberg die Wasserkraft der lange hinter dem Berge gehalten habe. Hätte sie sich schon vor die Gefängnißarbeit werden angenommen. Begnig längst den Handwerkern zugänglich gemacht. Herr Gamp zehn Jahren so ausgesprochen, wie Herr v. Bötticher in neuerer Die Anträge betreffend die Konsumvereine verlangt billigeren Kredit für das Handwerk und tadelt den Beit, so würde das Handwerk längst aufgehört haben, diesem werden von den Antragstellern einstweilen hohen Zins, den die Genossenschaften nehmen. Da muß Herr Gamp Phantom nachzujagen. Daß man die Verbesserung der zurückgezogen, nachdem Staatssekretär v. Bötticher sich an den preußischen Staat, nicht an das Reich wenden, ebenso Lage der Handwerker in erster Linie von ihrer eigenen Thatkraft die Mittheilung gemacht hat, daß ein bezüg bezüglich der Konkurrenz der Strafanstalten. Der Gedanke des erwarte, sei doch für den Handwerkerſtand feine Schande. Von licher, die Materie zum theil im Sinne dieser Befähigungsnachweises ist undurchführbar. Der Antrag Gamp Staatswegen aber sollte man mehr für die Fach- und Fortbil- Anträge regelnder Entwurf dem Reichstage verlangt die Zusammenlegung verwandter Gewerbe nach öfter- dungsschulen thun als bisher; dies im Bunde mit der an- in etwa vier Wochen zugehen wird. reichischem Muster; aber auch mit diesem Begriff ist nichts ge- gespornten eigenen Kraft des Handwerks verbürgen ihm einen Schluß 52 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. wonnen. Die strenge Scheidung zwischen den einzelnen Gewerben neuen Aufschwung. ( Bolltarif Novelle und Binnenschifffahrts Gesetz.) ist bei der Vervollkommnung der Arbeitstheilung nicht mehr mög- Abg. Kühn( Soz., spricht vom Plage aus und ist deshalb lich. Wie es in Wirklichkeit mit den Gesellen- und Weister auf der Journalistentribüne sehr schwer verstä: dlich): Ich möchte prüfungen in der Innungszwangszeit gestanden hat, wie Vettern dem Abg. Loße bemerken, daß diese Frage mit der schaft und Nepotismus einerseits, der gewöhnlichste Brot- und Frage des Umsturzes nichts zu thun hat. Die Konkurrenzneid andererseits den Ausschlag gaben, darüber braucht umsturzbestrebungen durch Bestrebungen für die Handwerker v. man fein Wort zu verlieren. Was dem Handwerker an all- zurückdämmen zu wollen, muthet mich so an, als wenn jemand gemeiner und spezieller gewerblicher Bildung nöthig ist, das in einen dunkeln Wald geht und durch lautes Singen und pro 1895/96 wird fortgesezt. empfängt er auf unseren Fachschulen vollauf. Auch die verlangte Pfeifen sich Muth macht. Fort und fort bringen die kapitalistischen Abg. Motty( Pole) führt heftig Klage über die Gründung lofale Organisation wird bei uns durch die Gewerbevereine voll- Parteien die Handwerkerfrage auf's Tapet, obwohl sie im Herzen des Vereins zur Förderung des Deutschthums in ständig repräsentirt, wir brauchen keine Innungen daneben, am nach meiner Ueberzeugung sich von ihren Palliativmitteln eine wenigen Zwangsinnungen. Mit dem patriotischen Gefühl hat wirkliche Abhilfe nicht versprechen. Nicht wir arbeiten an dem der Befähigungsnachweis gar nichts zu thun; damit wird auch Umsturz der Gesellschaft, sondern gerade die angeblich ſtaatsdie soziale Frage nicht gelöst. Herr Euler weist auf die Erfolge erhaltenden Parteien. Feindschaft gegen das um seine Existenz der bisherigen Innungsbewegung hin. Aber in Bayern gehört ringende Handwerk liegt uns fern. Wir wollen nur teine nuß nur ein ganz verschwindender Theil der Handwerker den Junungen lose Arbeit für das Handwerk thun und an einer Organisation an. Gerade dieser unser Sigungssaal beweist die Leistungsfähigleit mithelfen, welche in manchen Punkten arbeiterfeindlich ist. Die des deutschen Handwerks, und diese Leistungen sind doch unter Blüthe des Handwerks ist unwiderbring Abg. v. Eynern( natl.) meint, der Verein sei noch viel zu dem Regiment der Gewerbefreiheit zu stande gefon.men. ich dahin, das Handwerk ist im Absterben be: jung, als daß er schon eine Wirkung hätte ausüben können. Der konservative Abgeordnete v. Viereck verlangt von der Re- griffen, feine Vertreter sind unsere natürlichen Bundes- Dann geht er zum Etat über. Die Schwierigkeiten desselben gierung ein rascheres Tempo. Soll denn kurzer Hand die genossen und nun will man diese veranlassen, sich feindlich gegen haben ihren Grund darin, daß die Staatsmänner bei Gründung Gewerbefreiheit aufgehoben, sollen vielleicht gar die Maschinen uns, die wortführende Partei des Proletariats, zu wenden. Tas des Reiches zu der Einsicht des deutschen Volkes, welches politisch abgeschafft, ins Meer geworfen werden? Ein fleißiger Hand- ist natürlicherweise für uns ein Beweggrund, uns zu dem und foniessionell gespalten ist und voll von Tiefsinn ist, werker, der die Erfindungen der Neuzeit verständig benutzt, wird Experiment, mit dem Sie uns seit zehn Jahren beglücken wollen, zu viel Wertrauen gehabt haben. Sie haben ein a IIauch heute noch vorwärts tommen!( Beifall links.) ablehnend zu verhalten. Der ganze Jnnungszwang, der Bes gemeines Wahlrecht gegeben, und dadurch sind auch Abg. Menuer( Schornsteinfegermeister, Zentrum): Was wir iähigungsnachweis und die Handwerkerkammern werden dem die Interessengruppen zur Geltung gekommen, deren Hauptintereffe vom Vorredner gehört haben, war das alte, oft gehörte Zied, Handwerk wenig oder garnich is nützen. Gerade die kleinen jenseits der Berge liegt.( Lachen im Zentrum.) Wir machen auf das zu antworten nicht lohnt. Auch uns wird es ja Handwerker sind gezwungen, einander Ron- bie Erfahrung, daß die Bedürfnisse des Reiches nicht vom schwer, immer wieder dasselbe sagen zu müssen, aber das furrenz zu machen, und sie sind am wenigsten Reiche selbst gedeckt werden, sondern daß die Einzelstaaten zur liegt nicht an uns, sondern daran, daß von oben her kein geneigt, fich in ihren Jnnungsversammlungen Deckung der Bedürfnisse beitragen müssen, zu deren Deckung Wandel geschafft wird. Daß die Sozialdemokraten den Anträgen leidenschaftslos mit den Fragen ihres Berufes selbst die hochgespanntesten, direkten Steuern nicht ausreichen. feindlich gegenüberstehen, ist nur folgerichtig, denn sie wollen den zu beschäftigen. Die ganze Innungsspielerei, die Das Abgeordnetenhaus hat in der vorigen Session das Reich Mittelstand, den Handwerkerstand zerreiben, damit nur Kapitalisten sich seit einer Reihe von Jahren breit gemacht hat, aufgefordert, seine Bedürfnisse aus seinen eigenen und Lohnarbeiter übrig bleiben und der Entscheidungskampf und die ich aus Erfahrung fenne, ist vollständig resultatlos ge- reichen Steuerquellen zu decken, und der Finanzminister zwischen diesen beiden Klassen ausgefochten wird. Herr wesen; man hat viel Worte gemacht, aber nichts gethan. Der Miquel hat erklärt, er sei überzeugt, daß die Zustimmung von Berlepsch hat nur eine schöne Rede gehalten: die Befähigungsnachweis, der bis in die sechziger Jahre bestand, ist der preußischen Staatsregierung erfolgen werde. Zu unserem Abgeordnetenhaus. 5. Sihung vom 23. Januar 1895. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, v. Bötticher, Thielen, Hammerstein, Bosse. Die erste Berathung des Staatshaushalts Etats den östlichen Provinzen, der das Vereinsgeset verlege, da er als politischer Verein die Aufnahme von Frauen gestatte und der das ganze deutsche Volk zum Kampf gegen das Polenthum auffordere, ohne daß von seiten der Polen eine Veranlassung zu diesem Kampf gegeben sei. Er müsse den Schutz der Staatsregierung gegen diesen Verein anrufen. Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Herr an der eigenen Korruption der Handwerksmeister zu grunde ge- Erstaunen ist von diesem Programm abgegangen worden, von Berlepsch hat den Befähigungsnachweis 1892 für unmöglich gangen. Wenn jetzt das Großfapital sich zum Beschützer des zunächst in der Thronrede vom 5. Dezember, sodann in der erklärt. Jezt sagt er, die Kammern würden der Regierung sehr Handwerks auswirft, so erinnert mich das an das Gleichniß vom Thronrede, womit wir beehrt worden sind. Ich nehme an, daß diese werthvolles Material in Gutachten u. dergl. liefern können; als Wolj und Echaf. Gerade das Großkapital führt mit Zurückstellung ehemaliger Bestrebungen und Wünsche nur eine wir früher der Regierung solche Gutachten erstatteten, sind wir Naturnothwendigkeit den Ruin des Handwerks vorübergehende gewesen ist. Jetzt stehen wir vor einem laufenden nicht einmal einer Antwort gewürdigt worden. Die Aus- und des Mittelstandes herbei. Der Entwurf des Tefizit. Wenn dem gegenüber auf die Sparsamkeit und Genüg stellungen gegen die österreichischen Zustände auf dem Ge- Herrn v. Berlepsch läßt darauf schließen, daß die Regierung famkeit verwiesen und die Glastizität der preußischen Finanzen biete des Befähigungsnachweises find theilweise begründet, mit der Mehrheit des Reichstages mitthun will; ob aber betont wird, so ist das wohl nur eine Beruhigung nach außen das liegt aber daran, daß die Ausführung des Gesetzes in den hierbei der Befähigungsnachweis und die Zwangsinnung bin. So leicht wird Preußen allerdings nicht unterzukriegen sein. Händen liberaler Handelskammern liegt. Die nicht zur Innung berauskommen wird, ist mir zweifelhaft. Daß auch von Aber das muß ich doch dem Finanzminister gegenüber sagen: gehörigen Handwerker stehen ganz auf dem Boden der Forde: Innungsmeistern schlechte und fehlerhafie Arbeit geliefert So start wie in Preußen ist nirgends der Steuers rungen des organisirten Handwerks, noch keine einzige Versamm wird, können wir tagtäglich auch an öffentlichen Bauten orucf, wenn man die Steuern des Staates, der Kommunen, Lung von Nicht- Innungsmitgliedern hat gegen diefelben protestirt. erleben. Herrn Mehner sind wir dankbar für das Zugeständniß, der Kirchen zusammenfaßt. Das eine ist sicher, bei der SteuerIn Bayern find die Berhältnisse des Handwerks nicht entfernt daß tausende von selbständigen Handwerkern im Jahre ver- reform ist der Mittelstand am schlechtesten weggekommen, im so rosig, wie Herr Beckh es darstellt. Der Einsturz in der Koch- schwinden. Wenn jährlich auch nur Tausend von den Groß- Verhältniß zu der Belastung, welche er früher zu tragen straße in Berlin ist am vorigen Mittwoch von sozialdemo- betrieben erdrückt werden, so muß in absehbarer Zeit der selbst hatte. Es ist nicht ganz zutreffend, daß eine Steuervermehrung fratischer Seite den mangelhaften Arbeiten eines Jnnungsmeisters ständige Handwerkerstand von der Bildfläche verschwinden. zum Vortheil Des Staates nicht stattgefunden habe. zugeschrieben worden; ich habe mich erkundigt und erfahren, Was helfen ihnen da diese fleinen Mittelchen. Wie Die Klagen über die Steuerreform sind doch weiter verbreitet, daß es sich um einen sogenannten Architekten handelt. will man insbesondere die Kleinmeister darin hindern, als der Finanzminister glaubt. Ein Mittel zur Beseitigung des Staatssekretär v. Bötticher! Ich verstehe ja die Stimmung auch fernerhin die Lehrlinge in rücksichtslosester Weise auszu Defizits würde die Konvertirung der 4 pCt. Konsols sein, von des Vorredners sehr wohl, allein, wenn er heute wieder der Re- beuten. Mindestens 60 pCt. der Handwerker sind auf das denen 3600 Millionen Mark vorhanden sind. Wir können also gierung vorwirft, daß sie fein schnelleres Tempo einschlägt, und Halten der Lehrlinge angewiesen. Auch die Gefängnißarbeit dadurch eine jährliche Ersparniß von 25-30 Millionen erzielen. wenn er die Sache so auffaßt, als ob die Regierung dem Hand. fönnen Sie mit Scheinmitteln nicht aus der Welt schaffen. Eine Der Finanzminister hat dazu keine Stellung eingenommen, er werfer nur ab und zu einen Knochen hinwürfe, ohne ganze Arbeit Abschaffung der Gefängnißarbeit wäre zur Zeit eine Grausamkeit wollte erst warten, ob der Zinsfuß dauernd ein niedriger bleibe. au leisten, so thut er der Regierung unrecht. Die Berlepsch'schen gegen die Gefangenen. Eine wirkliche Abhilfe fönnen Das heißt also nur: Der Finanzminister will noch etwas warten. Worschläge sind der öffentlichen Kritik unterworfen worden. Die Sie nur schaffen, wenn Sie dahin streben, die Es handelt sich hier aber um eine Maßregel, die sämmtlichen Stritit war sehr eingehend, führte aber zu einem Ergebniß, daß Zahl der Gefangenen zu vermindern und dies tönnen Steuerzahlern zu gute kommt, die auch für die Landwirthe den man annehmen mußte, das Handwerk selbst lege keinen Werth auf die Sie nur, da die meisten Vergehen und Verbrechen Eigenthums- Hypothekenzins fuß ermäßigen wird. Durchführung dieser Organisation; und auch dem Vorreduer genügte vergehen und Verbrechen sind, wenn Sie die Art an die Wurzel Man sollte auch vielleicht das Polizeit often Geset diese Organisation bei weitem nicht, weil weder Zwangsinnungen in des Uebels legen und durch eine bessere Wirthschaftsform der in bezug auf Berlin revidiren. Auch beim Handels= Aussicht genommen waren, noch auch der Befähigungsnachweis fortgejetten Vermehrung der Arbeitslosigkeit ein Ende machen. ministerium könnte man etwas sparen, damit uns dasselbe fofort vorgeschlagen war. So intenfu auch die Handwerker Gegenüber der herrschenden tapitalistischen nicht immerfort mit voltsbeglückenden Vorlagen bewegung des torporirten Handwerks Zwangsinnungen verlangt, Produktionsweise und der Konzentration des überschüttet, so daß man schließlich nicht mehr weiß, was man das nicht korporirte Handwerk ist ganz anderer Ansicht. Viel Rapitals in wenigen Händen schwindet die machen soll. Dem Handelsminister möchte ich gern eine andere mehr und viel häufiger stoße ich im Lande bei meinen Reisen Möglichkeit, sich ehrlich sein Brot zu ver: Thätigkeit zuweisen, nämlich die Bauverwaltung und hauptsäch auf die Aeußerung: Verschont uns mit den Zwangsinnungen", dienen immer mehr und alle Versuche, den Ruin lich die Wafferbau Verwaltung; denn die Eisenbahn- und die 1 " Kanalbau- Verwaltung steht immer in einem gewissen Gegensah, Iman nicht der evangelischen Küche zuschreiben; es den betreffenden Geistlichen geschieht. Uns interessirt die der in einem und demselben Ministerium schwer auszugleichen ist. handelt sich dabei um eine Gruftkirche für unser Angelegenheit nur deshalb, weil sie, wenn die Angaben des Andere Ersparnisse vorzuschlagen bin ich allerdings nicht in Herrscherhaus und um ein nationales Dentma l. Herrn von Soden zutreffen, geeignet ist, ein scharfes Schlaglicht der Lage. Über dem Berliner Dom fann man doch den Kölner Dom auf die Stellung zu werfen, die nicht die chriftliche Religion, Größere Besorgniß als die Staatsfinanzen erregt bei mir die entgegenstellen. Schießlich fann man doch nicht um eine aber manche ihrer Verkünder der Armuth gegenüber einnehmen. Finanznoth der Gemeinden. Das einzige Mittel Mart feilschen. Ich hänge mit meinem Herzblut an Ueber den Werth einer Konfirmation oder einer Leichenpredigt dagegen ist die Freigabe der kommunalen Besteuerung meinem evangelischen Glauben, allein man muß es gehen die Ansichten bekanntlich auseinander. Aber wir denken, des Weines. Ich habe mit Freuden begrüßt, daß der verstehen, die Bedürfnisse des Gegners von seinem Standpunkte darüber kann nur eine Ansicht herrschen auch bei denen, die Bundesrath dem Reichstage eine Vorlage darüber machen wird. aus zu begreifen. Danach strebe ich und ich hoffe mit für sich oder ihre Angehörigen auf Leichenpredigten und Hoffentlich folgt ihr bald eine ähnliche Vorlage über die Bier Ihnen zusamxen Schulter au Schulter zu kämpfen gegen die be- Konfirmationen verzichten, daß ein Verhalten, wie es Herr besteuerung, durch welche die süddeutschen Gemeinden denklichen Strömungen der Zeit.( Beifall.) von Soden einigen Berliner Geistlichen zum Vorwurf zu ihre kommunalen Bedürfnisse decken. Die Mahnung, Abg. Gothein( dfr. Vgg.): Herr v. Eynern hat mit heißem machen scheint, die schärfste Verurtheilung verdient. Saben daß die Kreise fparfamer wirthschaften, ist Bemühen die Konservativen umworben, aber die Verlobung ist solche Geistlichen noch das Recht, gegen das„ begehrliche auch an die Landräthe gerichtet; ich möchte den Finanz noch nicht fertig; es heißt: Du bist zwar schön von Angesicht, Proletariat" von der Kanzel zu donnern und Bedürfnißlosig minister bitten, die Mahnung auch an die Regierungspräsidenten aber Deine Mitgift gefällt mir nicht.( Heiterfeit.) Wenn feit" zu predigen? Eine ebenso eigenthümliche Beleuchtung er zu richten, welche die Gemeinden zu allen möglichen Verbesserungen Herr von Eynern dem Antrag Kanik und der Doppel- fahren die Beziehungen zwischen Seelsorge" und Armuth durch anregen, auf dem Gebiet der Schulen, der Kanalisation u. s. w. währung zustimmt; dann macht sich die Sache vielleicht besser. einige Angaben, die wir in den Verwaltungsberichten des BerWenn ein junger Assessor tommt, dann will er das, was Bum Etat bemerkt der Redner, daß er ebenso wenig wie andere liner Magistrats über den städtischen Gemeinde- Friedhof finden. er bei Adolf Wagner u. s. w. gelernt hat, zur Anwendung| Redner ein bedenkliches Defizit entdecken könne. Der Redner Hier werden vorwiegend Arme auf Kosten der Stadt beerdigt. bringen. Hat man doch einmal gemeint, eigentlich müßte bei geht im folgenden namentlich auf die Angriffe der Konservativen zc. Im Bericht für 1891/92 heißt es: Bei den für Rechnung jeder Boltsschule eine Bad Badeanstalt sein.( Hört! rechts.) auf die Börse ein. ber Stadtgemeinde beerdigten Leichen war 348 mal Ge Ich habe damals bei uns im Stadtrath gemeint: Man könnte Abg. Wallbrecht( ntl.) empfiehlt eine Berücksichtigung der folge vorhanden und bei zwei dieser Leichen ein Geistauch den Kindern jeden Morgen ein Paar Gier geben, das überflüssig werdenden Steuerbeamten( Rentmeister 2c.) und be- licher anwesend." Und im Bericht für 1892/93 wird gesagt: diente auch zur Gesundheit.( Heiterkeit.) Mit dem Zentrum zu dauert, daß bei der Reorganisation der Eisenbahnverwaltung Bei den für Rechnung der Stadtgemeinde und auf sammen können wir fein Schulgefeß machen. Wenn ein Redner 80 Regierungsbaumeister ohne weiteres ent- Wahlstellenbeerdigten Leichen war 300 mal Gefolge des Zentrums im Reichstage sich nicht entblödet hat, einen lassen werden sollen. Die Staats- Eisenbahnen sind vorhanden, ein Geistlicher jedoch nie anwesend." Wir zweifeln Heros des Protestantismus, den König Gustav jetzt nur bestimmt, um recht viel Geld zu machen; der billige nicht, daß bei einem Theil dieser Beerdigungen, vielleicht sogar Adolf als Mordbrenner zu bezeichnen, so ist etwas Transport ist wichtiger als die billige Produktion. Unter dem bei der Mehrzahl, kein Geistlicher um seine Mitwirkung ersucht Unerhörteres, etwas Frecheres niemals den Proteftanten gesagt theuren Transport leidet auch die Landwirthschaft. Deshalb sollte oder, falls sich einer unaufgefordert angeboten haben sollte, seine worden.( Große Unruhe.) Wenn Sie Mordbrenner suchen, so man Wasserstraßen ausbauen, die sich verzinsen und sowohl Mitwirkung zurückgewiesen worden ist. Es ist aber nicht denkbar, gehen Sie zu Ihrem Tilly. der Landwirthschaft als der Industrie dienen. Man daß die Sache bei allen Beerdigungen so gelegen habe. Giebt Die Revision der Reisekosten möchte ich nicht dahin sollte dem Minister der Eisenbahnen die Bauverwaltung es nicht noch genug Arme, die es nach dem Amen eines Pastors aufgefaßt sehen, daß eine Beschneidung der Einnahmen der Be- abnehmen; dann würde das Handelsministerium den verlangt, wenn sie von all' ihrem Elend durch den Tod befreit amten eintritt; es ist besser, daß die Beamten etwas mehr auf Wasserstraßen mehr Aufmerksamkeit zuwenden tönnen. Dann werden? Und sollte nicht auch noch mancher Arme Berlins Reisen gehen, als daß der grüne Tisch allein die Herr werden die vorhandenen Wasserkräfte unter einheitlicher so denken, wenn es mit ihm zu Ende geht? Doch das schaft ausübt. Wegen der Aufschiebung der Erhöhung der Leitung im großen Stile besser ausgenugt werden können. Die Amen blieb aus bei allen von 300 und, bis auf 2, Beamtengehälter herrscht große Unzufriedenheit namentlich unter Landwirthschaft werden wir in allen Dingen mit Ausnahme bei allen von 348! Wie erklärt sich das? Vielleicht wollen sich den Post- und Eisenbahnbeamten, die mit Vorliebe des Antrages Kanig, der uns noch nicht klar ist unterstüßen, die Geistlichen nicht ausdrängen. Aber dann denfen sie über fozialdemokratisch wählen, obgleich sie bei einem so bezüglich der Zuckerindustrie. Beerdigungen anders als über Eheschließungen und Geburten. Erfolge der Sozialdemokratie am schlechtesten fahren würden. Mininer Thielen: Eine Abzweigung der Bauverwaltung Laufen sie oder ihre Agenten sich nicht beinahe die Beine ab, Der Redner geht näher auf die Stellung seiner Partei zu den von der Eisenbahn- Verwaltung halte ich nicht für zweckmäßig. wenn ein Ehepaar verständig war und den Herzensbund nicht agrarischen Forderungen ein. Wir sind bereit, in bezug auf Der Legende von den achtzig Baumeistern, die der durch sie hat segnen und die Unterpfänder der Liebe nicht durch den Antrag Kanit dieselbe Stellung einzunehmen, die Herr grausame Eisenbahn- Minister auf die Straße sezen wolle, muß fie in die Gemeinde der Gläubigen" hat aufnehmen lassen? v. Erffa eingenommen hat, nämlich den Antrag zu prüfen. ich entgegentreten. Bei der Neuorganisation wurden 64 disponibel. Gestern erst berichteten wir, daß der Oberpräsident v. Achenbach ( Heiterfeit rechts.) Es fönnten ja Gründe angeführt werden, Durch Einstellung einer Anzahl als technische Beamte reduzirte sich auf Betreiben des Kirchenrathes der Jerusalemsgemeinde einen welche das Urtheil des Herrn v. Bennigsen umstießen. Glaubt die Zahl auf 43. Bis zum 1. April 1895 wird sich die Sache ganz Standesbeamten angewiesen hat, den kirchlichen Organen man daß der Antrag Kanis außer der Agitation irgend einen ausgeglichen haben. Nach§ 3 des Gesetzes vom 4. Juni 1894 werden die Wohnung der Eheschließenden anzugeben. Auch Erfolg im Reichstage haben wird? Das ist taum anzunehmen, 12 zur Verfügung gestellt, 31 werden unter Belaffung ihres Arme werden Don der Geistlichkeit aufgesucht und denn den Zentrumsabgeordneten des Westens würde die An- gegenwärtigen Einkommens bei der Verwaltung weiter be- auf die Vortheile einer nachträglichen Trauung und nahme des Antrages unmöglich sein. schäftigt. Irgendwelche Schmälerung des Einkommens tritt nicht Taufe hingewiesen. Trauung und Taufe giebt es jawohl, wenn's Herrn Richter's Ausführungen waren nicht hübsch und ein. Es ist Ihnen Aussicht gemacht, daß sie Anstellung im verlangt wird sogar umsonst. Dagegen müssen, wenn wir recht nicht nüglich; aber die Berechtigung zu denselben ist vorhanden. Staatsdienst erhalten sollen. Von jenen 12 ist ein Theil nicht unterrichtet sind, Konfirmation und Leichenpredigt allemal bezahlt In bezug auf die überraschende und plötzliche Ernennung eines mehr verwendbar, weil ihre förperlichen oder geistigen Kräfte werden, nach Belieben zwar, aber im allgemeinen doch in einer Ministerpräsidenten habe ich gar nichts zu sagen; die Erfahrung nicht mehr ausreichen. Neben dem Wartegeld, welches sich auf den Einkommensverhältnissen der Angehörigen entsprechenden muß erst lehren, welche Stellung in unserem Staatsleben der 900-1000 m. beläuft, ist in Aussicht genommen im Falle des Weise. Es ist möglich, daß dem Geistlichen von Mittellofen oft selbe einnehmen wird. Aber daß er den Fürsten Bis. Bedürfnisses ihnen außerdem eine Unterstützung angedeihen zu die Wahl gestellt wird, ob er freiwillig oder gezwungen auf Bes marc in Friedrichsruhe besucht hat, das hat lassen. Die Rechtsfrage wird ja noch vor Gericht zum Austrag zahlung verzichten will. Wer von den frommen Seelenhirten mich für ihn und seine Thätigteit eingenommen. tommen. Jedem Baumeister ist bei Aushändigung des Patentes arme Leute von vornherein abweist, dem bleibt diese Wahl ( Beifall bei den Nationalliberalen.) Wir schöpfen die Ueber- ausdrücklich und schriftlich eröffnet worden, daß ihm ein An- erspart. zeugung, daß das Volk in den kommenden, vielleicht schweren spruch auf dauernde, entpelllid e Beschäftigung nicht zustände. Tagen der Rathschläge des Fürsten Bismard nicht Abg. Bachem( 3.): Wir würden ebenso wie die konser Das Gewerbegericht liegt unserm Unternehmerthum theilmehr zu entbehren braucht.( Beifall.) vative Partei bereit sein, an dem Volksschulgesetz mitzuarbeiten. weise recht schwer im Magen und wenn es nach den Herzen Finanzminister Miquel geht näher auf die Ausführungen Herrn v. Eyner's Jdeal ist jetzt die große preußische Partei, in gewiffer, sich mit den Stumm und Baare eins fühlender des Vorredners ein. Ueber die Steuerreform soll viel geklagt der er die Borhut, Herr Sattler das zweite Treffen und Herr Industrieller ginge, so würde die ganze Inſtitution lieber werden. Nun, ich möchte den Künstler sehen, der eine so große v. Bennigsen vielleicht die Nachhut anführen könnte. Diese große heute wie morgen wieder in den Ortus hinabgestürzt. Reform durchführen könnte, ohne daß nicht dieser oder jener klagt. preußische Partei tönnte am leichtesten zu stande kommen, wenn Da das plumpe Zerschmettern" nun in sozialpolitischen Diejenigen, welche durch die gerechtere Veranlagung stärker heran- Herr v. Eynern seine kleinlichen Streitigkeiten gegen uns und wie in anderen Dingen bekanntlich ein verteufelt hartes gezogen werden, find nicht in besonders guter Stimmung, und das Echulgesetz einstellte. Der Redner polemisirt dann gegen Stück Arbeit ist, so will man es in Berliner Interessententreisen andas verdenke ich ihnen garnicht.( Heiterfeit.) Aber der Reformator die Auffassung des Herrn v. Eynern über Gustav Adolf und Tilly. scheinend mit einer kleinen Minirarbeit versuchen. Wenigstens muß sich auch darauf gefaßt machen, daß die, welche entlastet Herr v. Gynern berechnet, daß pro Kopf der katholischen Be- läßt eine in der letzten Sitzung der Weltesten der Berliner Kaufwerden, nicht rühmen, sondern schweigen.( Sehr richtig! rechts; völferung zwanzig Pfennig, pro Kopf der protestantischen mannschaft" abgegebene Mittheilung auf solche Absicht schließen. Heiterkeit.) Die Staatsintereffen treten überhaupt in den Augen Bevölferung zwölf Pfennig vom Staat aufgewendet werden. Die Aeltesten" wollen nämlich auf das häufige Vorder Menschen zurück, namentlich wenn sie Steuern bezahlen Von dieser Rechnung müssen wir aber abziehen, was fommen auffälliger und den sonstigen Rechtsfollen. Und das wird immer so sein bei jeder Steuerreform. dem Staat durch Säkularisation der Kirchengüter au anschauungen zuwiderlaufender Entscheidungen Geflagt wird bei jeder großen Reform, und das beste ist, man gefallen ist. Es ist eine moralische Pflicht des Staates, aufmerksam gemacht worden sein und das Kollegium befchloß läßt sie tlagen.( Heiterfeit.) die Zinsen dieses Besitzes der katholischen Kirche zuzuwenden. demgemäß in seiner Sigung vom Montag, Entscheidungen der Auf die Klagen des Vorrebners, daß der Eisenbahn- Bau Vertrauen können wir nicht haben, wenn unter den Räthen so artiger Natur als Stüge für später hiergegen zu zurückgehe, antwortend, bemerkt der Minister: Der Groß- wenig Katholiken sind. Die Erfahrungen des Kulturkampfes find thuende Schritte zu sammeln. industrie tann man nicht soweit entgegenkommen, daß eben noch nicht vergessen. Man sollte das Vertrauen im Volke Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, der Staat sie beschäftigt, wenn sie ohne Beschäftigung ist. stärken dadurch, daß man den Beschwerden desselben abhilft. daß mit den auffälligen Entscheidungen" solche gemeint Der Staat muß den Interessen einzelner gegenüber Abg. Dr. Friedberg( natl.): Wenn der Minister nach diesem sind, die den Rechtsanschauungen, oder richtiger gesagt, neutral bleiben und muß dann bestellen und taufen, wenn es Rezept verfahren würde, würde er bald vor neue Forderungen den Interessen der Bourgeoisie wider den Strich mit seinem Interesse harmonirt. Ich habe mich wohl gehütet, gestellt werden. Die Konservativen werden eingesehen haben, daß gehen. Und da hält man denn die heutige Zeit des Umfturges trotzdem es momentan gleichgiltig ist, ob ich ein Defizit vermehre es nicht vorwärts geht, wenn das Schulgesetz mit dem von oben für geeignet, um sich auf eine Minirarbeit gegen die oder vermindere durch Einführung einer Schul dentilgung, Bentrum gemacht wird, daß die Konservativen den An- neuen, unbequemen Rechtsanschauungen einzurichten, die die Position für die außerordentliche Schuldentilgung fallen zu schluß suchen müssen. Die Gründung einer auf dem Boden der Gewerbegerichte selbstverständlich gar feste Dor Tokales. " laffen. Ich will lieber jetzt eine Anleihe machen, als daß preußischen Partei bat Herr v. Eynern nicht empfohlen, oft im Gegensatz zu der gang und gäben Bourgeoisich diese Position vermindere. Die Frage der Schuldentilgung sondern nur die Gefahr einer solchen Gründung vorgeführt. indikatur erwachsen. Nicht so ungeeignet ist die heutige ift für einen Staat und namentlich für einen parlamentarisch In bezug auf die Parität widersprechen wir ganz entschieden der Beit zu derartigem Treiben. Man bat sich in der gründlichen regierten Staat ganz anders zu beurtheilen, als für Auszählungsmethode. Dadurch wird der Staat ganz und gar leberzeugung, daß weder fleine noch große fozialreformatorische einen Privatmann. Man bat meine Finanzreform auseinander gerissen. Wenn man sich auf die Säfuralisation Buckerbrode die industrielle Arbeiterschaft der Sozialdemokratie einen Automaten genannt. Das können nur folche berust, dann kann die evangelische Kirche auch eine Dechnung abspenstig machen tönnen, oben einmal wieder voll und ganz" Leute thun, die von der Sache nichts verstehen. Einer aufmachen. der Peitsche zugewandt. Da halten denn unsere Industriellen Schuldentilgung fann man sich wohl entschlagen, wenn man in Darauf wird die Debatte mit einer Reihe persönlicher Be die Gelegenheit für günstig, um auch für ihr Theil, umzustürzen", jedem Augenblick seiner selbst sicher ist, aber wir hängen von merkungen geschlossen. was ihnen im Wege ist. der Noth der Bedürfnisse und den momentanen Mehrheiten ab. Ein großer Theil des Etats geht an die Budgetkommission. Wenn ihnen bei dieser Umstürzerei der angeblichen fozial. Wenn wir feinen Zwang zur Schuldentilgung ha en, so wird Schluß 41/2 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. reformatorischen Prachtbauten nur nicht unversehens einige harte immer die Gefahr vorhanden sein, daß die Ueberschüsse für( Rechnungsvorlagen und die Gesetze wegen der Gerid, tskosten 2c.) Steine auf den verehrlichen Schädel fallen. andere Zwecke als für Schuldentilgung verwendet werden. Für Ueber den neuen Arbeitsnachweis des hiesigen Braumich ist das nicht eine rein finanzielle, sondern eine psychologische gewerbes findet sich in bürgerlichen Blättern folgende Meldung: Frage. Wir sind in den Parlamenten und Das Kuratorium für den neu errichteten Arbeitsnachweis in der Regierung nur Menschen, und e3 ist gut, daß die Menschen bisweilen Achtung, 6. Wahlkreis. Wiederholt haben die Partei- des hiesigen Braugewerbes hat zu seinem Obmann den Vors Schranten tommen, die sie nicht nicht beseitigen fönnen. genossen der ländlichen Kreise an die hiesigen Genossen das Er- fizenden der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt Berlin Der Abg. v. Eynern beklagt sich, daß wir zwar im Bundesrath suchen gerichtet, sie mit Broschüren zu unterstützen. Es ist und Vorsitzenden des Zentralvereins für Arbeitsnachweis Herrn eine Vorlage eingebracht hätten, nach welcher eine gleichmäßige bekannt, daß die traurigen Verhältnisse, unter dem das ländliche Dr. Freund und zu dessen Stellvertreter den Geheimen Besteuerung des Weines stattfinden solle, aber nicht des Proletariat vegetirt, daß wesentliche Hinderniß bilden, um es Regierungsrath Herrn Dr. 3acher, ständiges Mitglied des Bieres, und er hält das Bier für die Hauptfache. Darüber zum regelmäßigen Lesen unserer Parteipresse und sonstiger auf Reichs- Versicherungsamts, einstimmig gewählt. Das Kuratorium läßt sich streiten. Wenn aber die großen Städte sehr hohe Bier- lärender Literatur zu veranlassen. Da ferner infolge der Lokal- hielt am Sonntag feine erste Sigung ab und beschloß, den Arbeitsfteuern einführen möchten jetzt, wo wir zu einer Reform der verhältnisse der Abbaltung regelmäßiger Versammlungen be- nachweis heute zu eröffnen." deutende Schwierigkeiten entgegenstehen, so fällt auf den unent- So akzeptabel die Wahl des Herrn Dr. Freund erschienen staatlichen Biersteuer noch nicht gelangen können, so ist das eine geltlichen Vertrieb populär geschriebener Parteibroschüren ein ist, so wenig glücklich will uns die Wahl seines Herrn Stell große Bescheidenheit nicht. Die Kommunen sind bereit, wesentlicher Theil der Propaganda. Es ergeht daher an die vertreters bedünken. Der Geheime Regierungsrath Dr. Bacher Die Kommunen sind bereit, allerhand Steuern ชิน erfinden und ich bin ein wahres Kind dagegen.( Heiterkeit.) Parteigen offen des 6. Wahlkreises die Bitte, gelesene Bro- ist, wie noch erinnerlich sein wird, vor einer Reihe von Jahren Kultusminister Boffe: Das Lehrer Besoldung 3- chüren in möglichst großer Anzahl dem Genossen H. Raschte, Leiter der Berliner politischen Polizei gewesen und hat in der Zeit des Sozialistengefezes eine Arbeit über die Sozialdemokratie Gefes liegt mir fehr am Herzen; ich habe in der vorigen Hochstr. 32b, zuzusenden. Der Vertrauensmann. Etatdebatte die Gründe entwickelt, weshalb ein Schutzgesetz nicht Die Seelsorge" wollen die Geistlichen Berlins durch veröffentlicht, von der man nicht sagen kann, daß sie sich durch möglich ist. Aber gewisse Mißstände im Lehrer allerlei Maßregeln, z. B. Einrichtung kleinerer, je einem Geist- besondere Objektivität auszeichnete. Es ist möglich, daß die Besoldungswesen sind heute noch ebenso wie früher vor- lichen zu übergebender Seelsorgebezirke", wirksamer gestalten, übrigen Mitglieder des Kuratoriums bislang keinerlei Kenntniß handen; ihre Abstellung wurde von allen Seiten als nothwendig um dem weiteren Abfall von der Kirche vorzubeugen. Zu diesen von dem früheren Wirken des Herrn Dr. Zacher hatten.big bezeichnet. Ich habe den Versuch in Aussicht gestellt, diese Frage Bestrebungen wird in der Voff. 3tg." daran erinnert, daß der Ein ständiger Personenverkehr zu Wasser wird in ohne Anregung der fonfessionellen Gegenfäße zu regeln. Ich Prediger von Soden in der letzten Sigung der vereinigten Kreis- diesem Jahr zwischen Berlin und Friedrichshagen eingerichtet habe die Grundzüge eines solchen Gesezes, das ich nicht ver- iynoden ausgeführt hat:" Es ist ein offenes Geheimniß, daß werden. Es sollen Petroleum- Motorboote von der Jannowizsprochen habe, aufgestellt und vertraulich an die Provinzial- arme Eltern oft erst nach vielen Bemühungen einen Geistlichen brücke aus Ausflügler nach Wilhelmsbad" und" Fischerhütte" behörden versandt. Troßdem ist etwas davon in die Deffent- finden, der ihr Kind in den Konfirmandenunterricht auf führen. Vorläufig find 40 Boote in Aussicht genommen, von lichkeit gekommen, und da dem Landtage nicht sofort nehmen will, daß ferner mittellose Hinterbliebene oft von denen jedes 25-80 Personen faßt. Die Fahrt von Berlin nach eine Vorlage auging, so ergriff die Lehrertreife eine einem Geistlichen zum andern wandern müssen, ehe fie geist Friedrichshagen und zurück soll 50 Pf. toften. ouit sankbirol Bewegung der Enttäuschung; das ist aber nicht meine Schuld. liche Begleitung finden." In der Vossischen Zeitung" wird Die Gutachten sind abgegangen; ich habe die zweifelhaften dazu bemerkt: Der Referent hat keine Namen genannt, aber es Die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft. Gine an Bunkte noch einmal geprüft und dann meine Vorschläge an den ist wohl zu erwarten, daß sich die vorgesezte Behörde die Namen die Direktion gerichtete Beschwerdeschrift zirkulirt gegenwärtig Finanzminister weiter gegeben. Ich bin daher jetzt nicht in der dieser Pflichtvergessenen von ihm nennen läßt, damit gegen fie unter dem„ Stamm" der Passagiere der Pferbahn- Linie Unter Lage, über die schwebenden Verhandlungen Auskunft zu geben. eingeschritten werden kann." Nun bisher ist von einem Ein- den Linden Tegel. Bekanntlich sind auf dieser Strecke Waggons Ich hoffe aber immer noch, daß es bald gelingen wird, die schreiten der Behörden nichts bekannt geworden. Wenn ein mit Heizvorrichtung probeweise eingestellt, doch werden die Koupees Sache zum Abschluß zu bringen. Es handelt sich nicht folches überhaupt beabsichtigt wird, so hätte es auch schon nur dann geheizt, wenn das Thermometer se ch 3 Grad(!) Kälte darum, daß überall eine Erhöhung der Gefrüher erfolgen tönnen, da, was nach Herrn v. Soden oft" gezeigt. Wegen Aufhebung dieser Bestimmung und Inbetrieb hälter nothwendig ist; es muß eine Ausgleichung schehen ist und ein offenes Geheimniß" bildete, der aufsicht sehung der geheizten Wagen bei zwei Grad unter Null wollen stattfinden. Herr Bachem bemängelte die Ausgaben des Kultus führenden Behörde nicht entgangen sein kann. Uns sich die frierenden Passagiere an die Direktion wenden. Die Etats rücksichtlich der Parität. Den Dombau in Berlin fann ist es natürlich sehr gleichgiltig, ob und was eventuell Heizapparate follen sich gut bewährt haben. " " Eintrittskarte« zum Reichstag. Einzelne Abgeordnete werden vielfach bestürmt mit Gesuchen um Uebermittelung von Eintrittskarten zu Reichstagssitzungen. Die Gesammlheit von 397 Abgeordneten hat überhaupt nur 100 Karten für jede Sitzung zur Verfügung. Dieselben sind nach Maßgabe der Fraktions- stärke auf die einzelnen Fraktionen verlheilt. Hiernach verfügen die 46 Abgeordneken der sozialdemokratischen Partei insgelanimt nur über 12 Karten zu jeder Sitzung. Auch werden diele Karten erst am Tage der betreffenden Sitzung ausgegeben. Weiterbin sind noch 30 Karten reservirt für die Vorstandsmitglieder des Reichstags, die Präsidenten, Schriftführer u. s. w. Diese Karten sind auch nur denjenigen Vorstandsmitgliedern zugänglich, für welche dieselben reservirt sind. Außerdem werden insgesammt 60 Karten ausgegeben für die allgemeinen Zuhörertribünen. Hierzu müssen die'Meldungen bei dem Billetbureau des Reichs- tags erfolgen. Ueber das Schicksal des Botanischen Gartens will der Schöneberger Hausbesitzer-Verein die zuständige Behörde inter- pelliren. Es geht bekanntlich die Rede, daß nach vollzogener Verlegung des Gartens auf dem jetzigen Terrain Miethskasernen erbaut werden sollen. Die Anwohnerschaft wünscht den Garten natürlich als Erholungsort erhalten. Anonyme Denunziationen sollen, wie aus Schöneberg be- richtet wird, dort von jetzt ab keine Berücksichtigung mehr finden. Wie der Amtsvorsteher gester» der Gemeindevertretung mittheilte, hat die Zahl der anonymen Anzeigen nach und Nach so überhand genommen, und ist das Ergebniß der Untersuchungen, welche auf grund derselbe» oft unter großen Schwierigkeilen und mit vielem Arbeitsaufwand angestellt worden sind, fast regelmäßig ein so belangloses gewesen, daß der Amlsvorsteher nunmehr beschlossen hat, auf anonyme Denunziationen sich nicht mehr einzulassen, sondern sie ohne weiteres in den Papierkorb zu werfen. Na, na i Der Gemeinderath hat sich in derselben Sitzung mit 18 gegen 2 Stimmen gegen die theilweise Eingemeinduug in Berlin ausgesprochen. Die freie Wissenschaft in Prens?en. Die Auflösung der Sozialwissenschastlichen Stndenten-Ver- einigung, die so großes Befremden hervorgerufen, sowie die Neubildung einer ähnlichen Korporation, welcher vom Rektor die Genehmigung versagt worden war, wird den akademischen Senat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Diese Senats- sitzung sollte schon gestern stattfinden, doch mußte sie aus sehr wichtigen Gründen verschoben werden. Der Rektor und andere Mitglieder des Senats waren nämlich— zu einer Cour bei Hose geladen! Vom Aerzteproletariat. Ein Brief, den ein junger, erst kürzlich nach Berlin übersiedelter Arzt seinem Garderoben» fabrikanten geschrieben, wird in der bürgerlichen Presse ver- öffentlicht und mit vielem Spott glossirt. Auf einen Mahnbrief der betr. Firma hat der Mediziner nämlich um Stundung gebeten und dann geschrieben: „Am liebsten wäre es mir, wir glichen die Sache in der Weise aus, daß ich mich verpflichte, für die gelieferten Anzüge jeden der beiden Herren Kompagnons wie zwei Krankheiten zu behandeln. Sollte einer von Ihnen gleich bei der ersten Behandlung sterben, würde natürlich der Ueberlebende das Recht auf freie Behandlung in einer dritten Krankheil haben. Ich bemerke dabei, daß ich als Krankkeit nickt eine vorübergehende Indisposition, wie Husten, Schnupfen u. Vgl. auffasse, sondern nur ein reelles Leiden, wie Luiigevcntzüildnng, Tyvhus, Waffersuchl. Krebs u. s. w. darunter verstehe. In der Hoffnung, daß Ihnen diese Vorschläge akzeptabel erscheinen. daß Sie sich aber jedenfalls noch etwas gedulden, bin ich Ihr... u. s. w." Ein so erniedrigender Brief läßt auf eine äußerst verzweifelte Lage des jungen Arztes schließen, der gegenüber der hochmüthige Spott ivenia angebracht erscheint. Es ist bekannt, daß das ge- bildete Proletariat unter den Aerzten am stärksten vertreten ist und daß diese demzufolge auch ein verhältnihmäßig ansehnliches Koulingent zur Sozialdemokratie stellen. Die Zustände in der Charitee werden durch einige an- geordnete Verbesserungen reckt drastisch beleuchtet. Man beabsichtigt nämlich ernstlich, mit den noch vielfach im Gebrauch befindlichen Strohsäcken aufzuräumen und dafür neue Bettstellen mit Matratzen anzuschaffen! Auch soll für eine gekörige Lüftung der Zimmer und Säle Sorge getragen und zu diesem Zwecke die Lfenster der alten und neuen Charitee mit entsprechenden Vor- richlungen versehen werten. Zur Slusflikrung dieser„Reformen" find 60 000 M. in den Slaatshaushaltsetal pro 1895/96 ein- gestellt worden. Ein neuer Beweis von der Berechtigung der Stellung, welche die Zlrbeilerschaft zu diesem Institut in den letzten Jahren eingenommen hat. Tie Verfügung des Justizministers zur Beschkennignng von Strafsachen»st durch den Landrath des Niederbarninier Kreises anch den Polizeibehörden mitgetheilt worden. Einige Wahrnehmungen sollen die Annahme nahe gelegt habe», daß auch von den Polizeibehörden bei Bearbeitung schleuniger Straf- fachen nicht mit der wünschenswerthen Schnelligkeit verfahren werde. Ein geheimnisivoller Selbstmord beschäftigt seit Mittwoch Morgen die hiesige Kriminalpolizei. Als um ß Uhr B8 Minuten der Breslau Berliner Schnellzug in den Bahnhof Friedrichnraße eingelaufen war, fand ein Schaffner, der ten Zug begleitet balle, in einer Abtheilung erster Klaffe die Leiche eines etwa 30 Jahre alten Mannes vor. Reben d� Leiche lag eine aufgerollte Reise- decke und ein abgeschossener Revolver. Die auf dem Bahnhofe vorgenommene Besichtigung des Tobten ergab, daß der in die Kissen des Sitzes zurückgesunkene Kölper in einer große» Blutlache lag. Ferner wurde festgestellt, daß der Tod durch einen Schuß in die Herzgegend herbeigeführt worden war. Größere Gepäck- stücke wurden nicht vorgefunden. Ausweispapiere fehlten; da- gegen war ein an einen hiesigen Fabrikbesitzer S. gerichteter Brief vorhanden, auf grund dessen in dem Tobten der 30 Jahre alte Sohn Paul eines Fabrikanten Weiß aus Löbau in Sachsen er- kaunt wurde. Das Schreiben entbielt die Bitte, die Eltern des Verstorbenen zu benachrichtigen, gab aber über die Veranlassung zu dem Selbstmord keine Auskunft. Eine erbärmliche Rohheit bat sich am Dienstag in der achten Abendstunde der angebliche Kaufmann Große zu schulden kommen lassen: Er passirte zu gefachter Zeit die Chausscestraße und„rempelte" ohne weitere Veranlassung vor den, Hause Nr. 38 eine ihm entgegenloinmende Dame so gewaltig an, daß diese über die Bordschwelle des Trottoirs stürzte. Als ein zufällig des Weges kommender älterer Mann den rohen Patron über seine Handlungsweise in derben Worten zur Rede stellen wollte. erhielt er von diesem einen Faustichlag ins Gesicht, daß der Getroffene blulnberströmt mit dem Ausschrei:„O Gott, mein Auge!" zu Boden sank. G. wollte hierauf entfliehen, wurde aber an der Liesenstraßen-Ecke von einem Soldaten festgehalten und einem Echiitzmann überantwortet. Der schwer verletzte alle Mann, ein Arbeiter-Jnvalide B., wurde per Droichke nach seiner in der Reinickendorserstraße belegenen Wohnung geschafft. B. bat, wie ärotlich festgestellt, einige nicht unerhebliche Verletzungen am rechten Auge erlitten, da dein Bedauernswerthen durch den zu- gefugten Schlag die Gläser seiner Schutzbrille zertrümmert und die Glassplitler theilweise ins Fleisch gedrungen waren, von wo sie der Arzt erst nach vieler Müde entfernen konnte. Räch ärzt- lichei» Dafürhalten wird die Sehkrast des lädirten Auges auf Lebenszeit beeinträchtigt bleiben. Die von dem gebildeten Rowdy auf den Straßendamm gestoßene junge Dame, eine Klavierlehrerin Anna S., hat sich beim Fallen eine klaffende Slirnwunde zu- gezogen; sie wurde in ihrer der Schlegelstraße wohnhaften Mutter zugesührt. Eine vierte Apotheke wird demnächst Nixdorf erhalten und zwar soll dieselbe in der Falkstraße, zwischen der Ziethen- und Sleinmetzstraße, errichtet werden. Einer bedauerlichen Ausschreitung haben sich am Dienstag Abend gegen 8 Uhr drei Soldaten in der Hasenbaide schuldig gemacht. Sie gingen Arm in Arm den Bürgersteig entlang und rempelten, ob muthwillig oder nicht, möge dahin gestellt bleiben, eine des Weges kommende Frau derart an, daß diese gegen einen Baum flog. Als die Dame die Soldaten wegen dieser Unart zur Rede stellte, wußte einer derselben nichts Besseres zu thun, als sie mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Es gelang, einen der Uebelthäter adzusassen und ihn einem Schutzmann zu übergeben. Die Pulsadern der linken Hand durchschnitt sich am Dienstag Abend um 8 Uhr der 29 Jahre alte Handelsmann Karl Dreisch, der in der Eberswalderstr. 22 wohnte. Die That wird auf geistige Umnachtung zurückgeführt. Eine Schiestaffäre hat sich am Montag Abend in einem Hanse der Prinz Handjerystrabe abgespielt. Der Klempner G. gerielh mit einem seiner beiden Schlafburschen in Streit und als er demselben zu Leibe gehen wollte, flüchtete sich dieser in ein Nebenzimmer, dessen Thür er zuriegelte. G. schlug in feiner Wuth zunächst die Thürsullung ein und holte alsdann einen geladenen Revolver hervor, um damit den Schlafburschen nieder- zuschießen. Die Kugel verfehlte jedoch ihr Ziel und traf den zweiten, gänzlich unbetheiligten Schlafburschen R.. welcher a» der Stirn verletzt wurde. Während sich der Angeschossene von einem Heilgehilsen verbinde» ließ, wurde der Schießbold von Zivilpersonen festgenommen und nach dem Amtsbureau gebracht, wo derselbe vorläufig in Hast genommen wurde. Glücklicherweise soll die Verletzung des R. leicdter Ratnr sein. Den Tod anf de» Eisenbahnschienen suchte und fand am gestrigen Dienstag Abend ein junger Mann aus der Station Zoologischer Garten. In den Taschen des Selbstmörders fand man eine an einen Verwandten gerichlele Postkarte, in welcher letzterem die Mittbeilnng gemacht wird, daß Schreiber bei Empfang der Karte nicht mehr unter den Lebenden weilen werde. Das Motiv zum Selbstmord soll Liebesgram sein. Auf der Straste zusammengebrochen ist am Dienstag Nachmittag um 4 Uhr vor dem Hause Lützowstr. 24 ein un- bekannt gebliebener Greis. Er wurde nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht: wo er gleich nach der Ankunft starb. Einen Werthvolleu Fund hat ein Droschkenkutscher in seinem Wagen erster Klasse gemacht. Er hatte am Sonnabend zu später Abendstunde einen Fahrgast vom Halleschen Thor nach dem Hause Zimmerstr. 31 gebracht, als ihm später beim Nach- sehen des Wagens eu Brill antring in die Hände fiel. Obgleich der Kutscher in dem genannten Hause, wo er den Eigenthümer des Ringes vermuthete, die eingehendsten Erkundigungen ein« gezogen hat, ist das Werthstück, das auf über 300 M. geschätzt worden ist, bisher nicht unterzubringen gewesen. Polizeibericht. Am 22. d. M. vormittags wurde im Land- wehrkanal, am Cuvry-Ufer, die bereits stark verweste Leiche eines Mannes angeschwemmt.— In der Müllerstraße gerieth eine Fran unter die Räder einer Droschke und erlitt eine Quetschung der Rippen.— In dem Hause Lietzmannstr. 28 fiel abends ein Mann in der Trunkenheil von der Treppe und zog sich eine bedeutende Verletzung an der Stirn zu. Witteruugöiibersicht vom 23. Januar 1895. Wetter-Prognose für Toniierstag, 24. Januar 1895. Ziemlich kalies. zeitweise anfklärendes, vorwiegend trübes Wetter mit Niedn>hlüge» und frische» nordwestlichen Winden. Berliner Wetterburea». TTzeactev. Vom Parodie-Theater. In der Oranicnstraße mii Moritz- platz ist ein unscheinbarer Saal mit bescheidener, fast übermäßig einsacker Buhne. Wer den ureignen Berns dieser ipellbedeutendcn Bretter nicht kennt, mag die von Zigm rendampf erfüllten Räumlichkeiten für ei» Versaininlungslokal dritter Garnilnr halten oder für einen„Ballsaal", mit dessen Gästen, wie man sagt, es nur so so steht. Das Publikum aber, welches in Wirklichkeit das Parterre dieses Lokales anfüllt, ist in jeder Beziehung respektabel, und die Lichlgestalten der Bühne— ti, weih! Die find nicht allein i» bezug auf ihre künstlerische Repnialion über jeden Zweifel erhaben; nein, sie werfen auch in oft versckwenderischer Laune mit Kleinodien um sich, deren Besitz sich nicht jede Bühne rühme» kann. Das Brillantsener des Witzes funkelt im Parodie» lhealer gar oft bei weitem Heller, als an den Bühnen, allwo die Sterne erster Größe strahlen. Wer gestern in einer guten halben Stunde den Tann Häuser herunterhaspeln sah, der mußte, und sei er der dnragirteste Wagnerianer, herzhaft Lachidränen vergießen über die verblüffend romantische Art, wie hier n. a. das holde Lied an den Abendstern abgethan wurde. Leider kann man nicht sagen, daß die letzte große That des gestrigen Abends, die Aufführung der Weberparodie, sich an H-rnor mit der voraufgegangenen großen Oper messen kann. Die Schauspieler mochten dies selber suhlen, denn aus dem Prolog, mit dem das Stück„aus den vierziger Jahren des z w a n z i j} st e n Jahrhunderts" dem Verständniß des Publikums präpanrt wurde, klang sehr stark so etwas wie Emschuldigung hervor. Es ist gewiß an sich ein schwieriges Ding, das Elend zu parodiren, oder etwas geistreicher, als es im Parodie- Theater geschieht, hätte die Sacke doch angefangen werden können. Die Weber des zwanzigsten Jahrhunderts führen den großen Kladderadatsch herbei und der kühnste unter ihnen, der rolhe Bäcker, wandelt das Unternehmen des vertriebenen Fabrikanten in eine eingetragene Genossenschaft um. Bäcker ist Kassenführer und als solcher eifrig auf die Leerung des Genossenschasts-Geld- schranks und die Füllung seiner eigenen weilen Taschen bedacht. Zu diesem anmuthigen Tbun gesellt sich noch die entsprechende Ponion«freie Liebe" und Arbeiter- schindung. In seiner Gvttähnlichkeit leidet Bäcker aber an der Frau des Dreißiger Schiffbruch, die ihm bei einem töts- ä-täte den Kassenschlüssel entwindet. Der Gendarm Kntsckke aus Nixdorf ersckeint und will gerade den Verbrecher ins Zuchthaus abführen, als der vertriebene Dreißiger auf die Bildfläch« tritt und die allgemeine Amnestie verkündet. Jede», wird die Frei- heit wieder gegeben, sich von ihm wie vorhin ausbeuten zu lassen. So klapprig wie mit der Handlung der Parodie sieht eZ auch mit den eingestreuten Bonmols aus, die nur dort, wo sie frivol werden, Geist zeigen; im übrigen erheben sie sich nicht über die abgestandenen Albernheiten, die von den rückständigen Bekämpfern der Arbeiterbewegung vor zwei und drei Jahrzehnten gegen die rothen Wühler und Theiler ins Feld geführt wurden. Möge das Parodie-Theater, das in seiner Art Drolliges zu leisten vermag, bald mit einem besseren Fabrikat auf die Bilvfläche treten. Gerrrltks-Fleikung. Die bekannte Beleidigungsklage Dr. Pariser kontra Dr. Friedrich Lange wurde gestern vor der Berufungs-Straf- kaminer am Landgericht II zu einem vorläufigen Abschluß ge- bracht. Es wird»och in Erinnerung sein, daß Dr. Lange nach dem Hannoverschen Spielerprozeß in seiner Zeitung„Tägliche Rundschau" einen Artikel zur Vertheidigung der in dein Prozeß bloßgestellten Offiziere veröffentlichte. Dieses Artikels wegen ver- klaglen drei Mitglieder des„Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" nämlich die Herren Dr. Pariser, Dr. G i e s b e r g und Adolph Salomon den Verfasser Dr. Lange, weil sie sich oerpflichtet suhlten, die G e s a m m t« heit der Juden gegen die in dem Artikel ent- halteuen Beleidigungen zu schützen. Die Verhandlung, welche am IS. Oktober vorigen Jahres vor dem Schöffen- gericht am Landgericht II in dieser Angelegenheit stattfand, endigte mit der Verurtheilnng des Dr. Lange zu 100 M. Geld- strafe. Hiergegen hatte der Verurtheilte Berufung eingereicht. ivelche gestern die Berufnngs- Strafkammer beschäftigte. Nach kurzer Berathung verkündete der Gerichtshof die Aufhebung des frühereu Urtheils und sprach den Angeklagten Dr. Lange frei. Der Vorsitzende verkündete, daß der Gerichtshof den drei Klägern die Aktiv-Legitinialion zur Stellung der Klage habe absprechen müssen, da dem Verfasser des Artikels nach seiner eigenen Er- klärung, die Juden ohne Ausnahine zu verdammen, fern ge- legen habe. Getvaltthätiges Vorgehen gegen eine» Gehilfen hat dem Bäckermeister Otto M e i s e z a h l eine Anklage wegen ver- suchter Nölbigung und Freiheilsberaubung zugezogen, welche gestern vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l gegen ihn verhandelt wurde. Am>4. August v. I. gerieth der Angeklagte mit seinem Gehilfen Großmann in einen Wortivechsel, der damit endete, daß Meisezahl ihn auf der Stelle entließ. Großmann begab sich in seine Stube, um seine Sachen zu packen. Gleich darauf erschien der Meister, in der Hand ein Blatt Papier, welches Großmann unterschreiben sollte. Der letztere las den Inhalt durch. Es war eine Erklärung, daß er aus seiner Plötz« lichen Entlassung keinerlei Ansprüche gegen den Meister herleiten wollte. Großinailn weigerte sich, seine Unterschrift zu geben, der Angeklagte versperrte ihm aber den einzigen Ausgang und erklärte, daß Großman» nicht eher das Zimmer verlassen dürfe, bis er die Unterschrift geleistet habe. Nach Angabe des Zeugen Großmann ist er fast zwei Stunden von dem Angeklagten fest- gehalten worden, dann sei es ihm gelungen, durch einen kühnen Sprung zum Fenster hinaus die Freiheit zu gewinnen. Der brave Bäckcrmelster kam ungemein gelinde davon; er wurde vom Gerichtshof zu drei Tagen Geiängniß verurtheilt. In bezug anf 8 139 drS Strafgesetzbuchs:„Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Geivaltthätigkeiten gegen einander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 609 M. oder mit Gesängniß bis zu 2 Jahren bestraft"— hat das Reichsgericht, II. Slrassenat, durch Urlheil vom 29. Juni 1894 ausgesprochen, daß unter den„verschiedenen Klassen der Bevölkerung" in der Regel Personenkreise zu verstehe» sind, die sich infolge der gesell- scha tlicken Gliederung von anderen abgegrenzt haben; jedoch kann auch eine Gliederung nach anderen Gesichtspunkten, bei- spielsweise nach übereinstimmenden Bestrebungen und Interessen die Herstellung verschiedener Bevölkerungsklassen bewirken, vorausgesetzt, daß zur Zeit der Sttaflhal die unter sich ver- bunden'en Mehrheiten und die Unterschiede schon vorhanden sind, nicht ersf vom Thäler aufgestellt werden, und daß sie eine einigermaßen sichere Abgrenzung der Personenkreise zulasse».— In einer Druck- schrift, einem Gedicht, halte Z. die Besitzlose», die Arbeiter, in einer den vffenllichen Frieden gefährdenden Weise zu Gewalt- thäligkeiteil„gegen die Brotvertheuerer, gegen diejenige Be- völkeiungsklasse, zu deren gunsten die Brolvertheuerung wirke" öffentlich angereizt. Z. wurde von der Strafkammer aus§ 130 Str.-G-B. vcrurlheilt. Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das erste Urtheil auf, indem es begründend ausführte:„Ter Revision wird dahin beigetreten, daß unter den„verschiedeneu Klassen der Bevölkerung" in der Regel Personenkreise zu verstehe» sind, die sich infolge der gesellschast- lichen Gliederung von anderen abgegrenzt haben. Die Revision irrt aber, wenn sie einseilig die gesellschaftliche Gliederung bewnt und eine Gliederung nach anderen Gesichtspunkten, beispielsweise nach überciiistimmeiiden Bestrebungen und Interessen, grund- sätzlich außer belracht gelassen wissen will. Nolhwendige Voraus- setzung ist nur, daß zur Zeil der That die unter sich verbundenen Mehrdeilen und die Unterschiede schon vorhanden sind, nicht erst vom Tbäter aufgestellt werden, und daß sie eine einigermaßen sichere Abgrenzung der Personentreise zulassen. Mit dieser Auf- sassung steht auch das Urtheil des Reichsgerichts vom 4. Januar 1892 im Einklang. Indem dasselbe ausführt, daß man unter „Klassen der Bevölkerung" wesentlich die auf dem Boden der Gefellschaft emporgewachsenen Gliederungen des VolkS» organisnius habe begreifen wollen, schließt es die Mög- lichkeit nicht aus, daß unter besonderen Umständen in der Bevölkerung Klassenunlerschiede hervortreten können, die sich nicht auf eine gesellschaftliche Gliederung zurückführe» lassen.... Welche Personenkreise unter den„Brotvertheuerer»" und unter„derjenigen Bevölkerunasklasse, zu deren gunsten die Brolvertheuerung wirkt", gemeint sind, ist aus dem Urlheile nicht zu ersehen; es ist nicht einmal angedeutet, welche Maßregel nach Ansicht des Richters oder des Angeklagten eine Brolvertheuerung verursacht haben soll. Man wird daher zu der Annahme ge- drängt, daß der erste Richter au eine Klasseneintheilung gedacht habe, welche, der Phantasie des Verfassers des in Frage stehenden Gedichts eiitsprungen, in den Erscheinungen des wirklichen Lebens keinen Anhalt findet."(2116/94.) VerkÄtnntlungen. Eine demokratische Versammlung, abgehalten am Dienstag Abend imFey'schenLoknl in der Brunnenstraße, beschäftigte sich mit dein Verhalten der freisinnigen Volks- Partei zur U m st u r z v o r l a g e. Ter angekündigte Referent Abg. K r ö b e r- München(süddeutsche Volkspartei) war trotz bestimmter Zusage nicht erschienen; wahrscheinlich, hieß es, wolle er sich mit seinen Parteifreunden nicht in Gegensatz stellen. (Ruf: Da haben ivir's!) Dr. Grätzer bedauert, daß sich die freisinnige Volkspartei soweit vor der Regierung gebeugt habe, und auf eine Kommissionsberathuug eingegangen fei. Warum verwerfe man nicht prinzipiell jeden Kompromiß? Bei einer solchen Taktik bleibe einem volkssreundlichen Manne nichts übrig, als für die Sozialdemokraten zu stimmen.(Beifall und vereinzelter Widerspruch.) In ähnlicher Weise äußert sich der Vorsitzende des Berliner Arbeitervereins, Buchdrucker Roß. Das Drängen nach rechts werden die Freisinnigen theuer be- zahlen müssen. Ein anderer Redner fragt, ob man etwa wieder die Absicht habe Leute abzukoimnandiren?(Beifall und Unruhe.) Herr Wohlberg glaubte die von demokratischer Seite gemachten Vorwürfe dadurch entkräften zu können, daß er meinte, die freisinnige Partei könne aus die wenigen demo- kralischen Stimmen eventuell verzichten, worauf Roß entgegnete, zu Frankfurt a. M., im Januar 1895. Hochgeehrter Herr! Unseres Kaisers Geburtstag naht! Wollen Sie gut. beifolgende Festfarte à 2 M. behalten und dadurch, sowie durch Ihre Theilnahme an der Feier, unsere patriotischen Bestrebungen förden, die jetzt mehr denn je darauf gerichtet sind, die Liebe zu Kaiser und Reich zu heben und den Kampf gegen den Umsturz mit allen Kräften zu führen. Seien Ew. Hochwohlgeboren unseres wärmsten Dantes versichert. Mit aller Ergebenheit Kommando d. Unif. Landwehr- Vereins. Kruthoffer, Hauptmann, Ritter p. p. daß es weniger auf die Zahl der demokratischen Wähler an- kasse, die dann natürlich bald fo anschwillt, daß sob nicht vielleicht etwas Staatsge fährliches in ihnen stände Tomme, als darauf, daß die Demokraten den Wählern, die der mit leichter Mühe ähnliche Unternehmen, durch Geld geftüßt, Solche Visitationen in den Kasernen sind ja nichts Ungewöhnfreifinnigen Partei noch folgen, die Augen öffnen werden. An ins Leben treten können. Arbeit werden diese Genossenschaften liches, aber diese„ Einheitlichkeit" dürfte wohl noch nicht dader weiteren Debatte betheiligten sich von sozialdemokratischer sicher haben, denn sie„ tönnen" billiger arbeiten wie kapitalistische gewesen sein. In Frankfurt soll übrigens nichts Belastendes“ Seite August in und Mäther, die das Bild der frei Unternehmungen. Allerdings müffen sie sich möglichst vom gesunden worden sein. finnigen Volkspartei in wirksamſter Weise ergänzten; der Kommunismus fernhalten, dürfen keine Lohnarbeit einletztere führte den ,, Patriotisches!" Nachstehendes Zirkular mit beigelegten Vertretern derselben Gemüthe, führen und müssen höchstens, um eine gewiffe Gleichheit" 3" Rarten wurde dieser Tage an hiesige Einwohner geschict: daß ein nicht unerheblicher Theil der freisinnigen Reichstagsboten schaffen, einen Marimallohn festsetzen. In 6-8 Jahren, schäßt nur mit Hilfe der Sozialdemokratie in der Lage sei, dort einen der Herr Referent, wird sein Gewerbe, die Bau- Anschlägerei, in Platz einzunehmen.( Lebhafter Beifall.) Der Wille der Ber- dieser Weise umgetrempelt sein, und in 20 Jahren ist alles nach dieser fammelten gelangte in einer Resolution zum Ausdruck, worin es Methode geordnet und der Sozialismus ist praktisch heißt: Die Bersammlung verurtheilt jeden Kompromiß mit der durchgeführt!! Wenn man zeigen wolle, daß der Sozialis Regierung in bezug auf die sogenannte Umsturzvorlage und mus fein Wahngebilde, sondern eine sehr gute Idee sei, so müsse erwartet von jedem demokratischen Abgeordneten die einfache dieser Plan befolgt werden, der es ermögliche, daß sich auch Verwerfung einer derartigen Vorlage. neuere Kreise dem anarchistischen Sozialismus zuwenden. Vom neuesten Kurs in der Anarchie. Das viel: Tiefe Stille folgte dieser rednerischen Leistung. Dann traten versprechende Thema, die Umwandlung der Gewert- fechs Parteigänger des Referenten hintereinander auf das Podium fchaften in freie Arbeitsgenossenschaften hatte und mühten sich ab, denselben von seiner Jdee" abwendig zu auf die zunächst Betheiligten, die organisirten Arbeiter, so gut machen. Einige, wie Herrmann und Biester, verdammten von wie gar teinen Einfluß ausgeübt. Eine gähnende Leere zeigte der große Keller'sche Saal; im abnormen Verhältniß zu dem tläglichen Besuch stand die Zahl der Vertreter der Presse, die in der Erwartung neues zu hören, schmählich getäuscht wurden. Der Referent, Schlosser Wiese, ließ die Arbeiterbewegung in den letzten 30 Jahren Revue passiren, natürlich fand nichts Gnade vor feinen Augen: Die Agenten von Mary haben die gute Idee Lassalle's mit dem 100 Millionen- Thalerfonds durch List aus den Köpfen der ehrlichen deutschen Arbeiter entfernt und dafür das englische Gewächs, Streit und Boykott, eingepflanzt. Daß hierdurch nichts, garnichts erreicht werden kann, ist für den Herrn Referenten eine ausgemachte Sache. Mit dem Geschwäh von Sozialismus tommt man überhaupt nicht aus dem Sumpf des Kapitalismus heraus; prattisch muß die Geschichte Der Umsturz in den Kasernen. Am 21. Januar sollen angefaßt werden. Das Geheimniß des Erfolges besteht im ganzen Deutschen Reiche in den Kasernen Durch darin, daß man jedem den vollen Ertrag seiner Arbeit suchungen nach sozialistischen Schriften vorzusichert. Daß dies möglich, und in der heutigen genommen worden sein. In Frankfurt und Bockenheim, bei dem tapitalistischen Ordnung sogar sehr leicht 81. Infanterie- Regiment und 13. Husaren- Regiment z. B. fand möglich ist, zeigt Herr Wiese mit einer verblüffenden Fertig die Durchsuchung mittags 12 Uhr im Beisein der Kommandeure teit in folgendem: Zirka 20-30 seiner Berufsgenossen( Bau- und der Adjutanten statt. Die Untersuchung war eine sehr anschläger) faffen den Entschluß", den Unternehmergewinn, der genaue; sie erstreckte sich nicht nur auf den Inhalt der Spinden, nach Wiese'scher Berechnung ungefähr pro Kopf und Woche ans denen die Kleidungsstücke der Reihe nach herausgeholt und 3 M. beträgt, abzuschaffen; fie arbeiten auf eigene Rech Tasche für Tasche untersucht wurden, selbst die Zeitungspapiere, nung und sparen den Mehrwerth in eine große Zentral: die als Umschlag für Packete u. s. w. dienten, wurden gemustert, # vornherein eine solche Berirrung", andere beklagten, daß W. so urplöglich, ohne vorherige Information mit seinem Plan an die Deffentlichkeit getreten sei. Zustimmend äußerte fich niemand. Sozialdemokraten nahmen nicht das Wort.- Um 11% Uhr langten 2 M., hoffentlich besuchen sie dann das beabsichtigte 11/2 Hoffentlich zahlen alle Empfänger des Zirkulars die ver nahm die schon mehr als langweilige Debatte ein Ende. Sarbier- und Friseurgehilfen. Donnerstag, den 24. d. M., abends Tanzvergnügen, und hoffentlich hilft's auch gegen den U m ft urz. 10 Uhr, Admiralftr. 38, Sablabend. Der Bonentarif", Berein für Eisenbahnreform. Donnerstag, den 24. Januar, abends 8½ Uhr, im Restaurant Zum Schultheiß", Unter den finden 4a, Bersammlung. Tagesordnung: Die Behandlung der ärmeren Bevölkerung durch die Eisenbahnverwaltungen". Central- Theater Vermischtes. Urania Für den Inhalt der Inserate über- Alte Jakobrake Nr. 30. Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Anna Bäckers. Theater. Donnerstag, den 24. Januar. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Jahreszeiten. Schauspielhaus. Der gehörnte Siegfried. Siegfried's Tod. Deutsches Theater. Weh' dem, der ligt. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeldt. Leffing- Theater. Zwei Wappen. Neues Theater. Das liebe Geld. Residenz- Theater. Fernand's Ghefontrakt. Theater Unter den Linden. Der Probefuß. Schiller Theater. Hagar's Sohn. Bellealliance- Theater. Mein junger Mann. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. National- Theater. Die Braut von Messina. Alexanderplab Theater. Der wunde Punkt. Reichshallentheater SpezialitätenVorstellung. Spezialitäten American- Theate Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Sanfmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Freitag, 25. Januar, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Sonnabend, 26. Januar, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der zerbrochene Krug, Lustspiel in 1 Aft von Hein rich Kleist. Frauenkampf, Lustspiel in 3 Atten von Scribe. Sonntag, 27. Jan., nachm 3 Uhr: Der Veilchenfreer. Abends 8 Uhr: Prinz Fridrich von Homburg. Dichter- Abende. Jm Bürgersaale des Rathhauses findet diesen Sonntag kein Dichter- Abend statt. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Täglich Gr. Spezialität.- Vorstellung Auftreten von 20 Künstlern allerersten Ranges. Entree 30 Pf. Anfang Wochen. tags 71 2 Uhr. Concert 6 Uhr, Sonntags:{ Vorstellung 7 Uhr. Der ca. 5000 Personen fassende Saal steht den pp. Vereinen und Gewerkschaften zu Festlichkeiten zur Verfügung. Auch können an allen Tagen bis 3 Uhr nachmittags Versammlungen gehalten werden. ab Die Direction. Emil Thomas a. G. Josefine Dora. Zum 143. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Naturkunde. thi Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. National- Theater.& Große Frankfurteritraße 132. Undine, die Fürstin der Wellen. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke Großes Ausstattungsstück mit Gesang in 4 Aften und einem Vorspiel von Wollheim. Neu bearbeitet von Dr. Ed. in 15 lebenden Bildern Jacobsohn. Musik von G. Michaelis. Regie: Max Samst. mit transparentem Hintergrund. Raffenöffnung 6/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Musik von Romberg. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Volts Vorstellung zu Der Meister: Rob. Biberti bedeutend ermäßigten Preisen: Maria vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Stuart. # Linden Adolph Ernst- Theater Ben- Jeden Sonntag Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Zum 30. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen„ A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Infolge des großen Andrangs bleibt die Kaffe von Vormittags 10 Uhr ununterbrochen gröffnet. Kaufmann's Variété. Naucke ift da! F drohalb täglich ausverkauft. Keine Reklame, Thatsache! Haben Sie Naude als Pauline vom Ballet gesehen? Nein! Da haben Sie überhaupt noch nichts gesehen, denn es ist die unbebeschreiblich komischte Nummer, die ich je gefehen habe! Außerdem 16 Glanz- Nrn. Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! Die Dinka, Nachmittag Orientalische A- Familienvorstllg. Izu halb. Preisen. Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 18 Uhr. = Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine 8ahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. R. K. 59. Das ist eine Doktorfrage. In der Praxis wird wohl allgemein die Zeit des Händewaschens und Umkleidens nicht zur Arbeitszeit gerechnet. F. G. 50. Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Hausdiener, Spittelmarkt 7, täglich von 8-3 Uhr. Ungenannt, Berlin. Ja! Das Schuhmacher- Fachblatt" erscheint in Gotha. E. S. W. Sie müffen eine genaue Darlegung des Sachverhalts geben. H. S., Adalbertstraße. Sprechen Sie bitte auf der Redaktion vor. J. F. 50. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. W. A. 26. Wenden Sie sich an die Invaliditätsanftalt Klosterstr. 41. Peitz N.-L. Wir wünschen für einen seit zirka 4 Jahren vollständig erblindeten Parteigenossen, welcher schon unterm Sozialistengesetz für unfere Sache thätig war, eine gut erhaltene Drehorgel, wenn möglich auch einen Handwagen dazu, billig zu kaufen. 2313b Paul Petzold, Bertrauensmann. Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Die Weber. Tannhäuser. Anfang 1/28 Uhr. Vorher: Im Fluge durch die Welt. ,, Sanssouci“ Rottbuserarake 4a. Jeden Donnerstag u. Sonntag: Stettiner Sänger ( Meysel, Am Montag, den 21. d. Mts., vorm. 11/2 Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser guter Bater, Bruder und Schwager, der Zimmermann Franz Schulz im 57. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Schöneberg- Berlin, 23./1. 1895. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 25. d. Mts., nachm. 312 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Kirchhofes in der Marstraße aus, statt. 2318b Zentral- Krankenkasse der! Maurer, Gipser( Weißzbinder) u. Stuckateure Deutschlands ,, Grundstein zur Einigkeit". Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 27. Januar, vormittags 10 Uhr: Ordentliche Pietro, Mitgliederversammlung Britton, Eber us, Steidl, Röhl und Schrader.) Anfang Donnerstags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Vorverkauf 40 Pi.( siehe Plakate). Zum Schluß: in Teigmüller's Salon, Alte Jakob straße Nr. 48 a. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Raffirer? vom 4. Quartal 1894 und Bericht der Revisoren. 2. Innere Raffenangelegenheiten. 3. Etwaige Beschwerden gegen die örtliche Verwaltung. Mitgliedsbuch legitimirt. Circus Renz Circus- Bilder 200/10 Carlstrasse. Donnerstag, den 24. Januar, abends 7/2 Uhr: Konkurrenz- Gala- Vorstellung. Jede Nummer doppelt besetzt. 1. a. Doppel Jonglerie zu Pferde von Miß Agnes und Mr. Alfred. Auftreten der Damen Frl. Thora und Thokla am Doppel Rec. Grand double Pas de deux serieux zu Pferde von Miß Ensemble von Meysel. Freitag: Victoria- Brauerei. Die örtliche Verwaltung. J. A.: Der Bevollmächtigte. W. Garbe. Costümes fertigt von 10 M. an Wittke, Modist, Oranienstr. 161. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Mathilde Renz u. Mr. Fassio. Doppel- Sonntag, den 17. Februar, vormittags präzise 10 Uhr, Voltige der Herrn Fassio und Gustav. im ,, Elysium", Landsberger Allee 40'41: Agat, arab. Bollblut- Schimmel hengit, General- Versammlung. als Feuerpferd dress. und vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. El Bolero, geritten von 6 Damen und 6 Herren Tages Ordnung: B 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes und Rassirers. 2. Anträge auf 3. Erledigung eingegangener Berufung. in span. Original- Prachtkostümen, mit etwaige Aenderung des Statuts. 12 Schulpferden, angef. vom Direktor 4. Wahl des Vorstandes. Fr. Renz. Auftreten des Hrn. Gustav Zu dieser Versammlung werden hiermit sämmtliche Mitglieder der Hüttemann( als Gast) mit seinem Schul- Bundesvereine eingeladen. Bundes- Mitgliedstarte legitimit. pferde Cincinatus. Zum Schluß: Tjo 65/18 Der Vorstand. Ni En.( Beim Jahreswechsel in Beling.) bis spätestens den 2. Februar beim Vorstande einzureichen. Später gestellte Achtung! Es wird dringend ersucht, etwaige zu stellende Anträge D. O. Anträge finden teine Berücksichtigung. Neue Musik- Einlagen. Morgen, Freitag: Tjo Ni En. Sonntag, 27. Januar: 2 große Parade- Gala- Vorstellungen, nach mittags 4 Uhr und abends 7/2 Uhr. Fr. Renz, Rommissionsrath. Nur noch kurze Zeit! Circus G. Schumann. Friedrich Karl- Ufer. Texas Jack's American Prairie Life- Show. agli abends 7 Uhr: Greke Ringkampf Vorstellung. Die Riesen des dunkeln Erdtheils: zwischen dem Weisterschaftsringer der 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Welt Herrn Ernest Roeber und dem Meisterschaftsringer von Ungarn Herrn Selmy Hincz aus Budapest. Die Beleidigung, die ich wider Herrn Bäder Hoffmann, Kurfürstenstraße 9, Kistenmacher! Sonnabend, den 26. Jannar, abends 8 Uhr, in den Arminhallen", Kommandanten- Straße 20: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die Thätigkeit des Vereins. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest und vom 4. Quartal 1894. 156/13 Der Maskenball findet am 16. Februar bei Nieft statt. Billets à 40 Pf. sind in der Versammlung, im Arbeitsnachweis und bei allen VorF. Marten. standsmitgliedern zu haben. Ortskrankenkasse d. Buchbinder ete. Die Stelle eines Kassirers ist vom 1. Februar cr. ab zu besetzen, und zwar vom 1. Februar bis 1. Mai provisorisch. Die Raution beträgt 300 m., das Gehalt 1500 M. pro Jahr. Nur solche Rassenmitglieder, welche den Bestimmungen der§§ 56 und 57 des Statuts entsprechen, wollen schriftliche Hoffmann, Naunynstr. 38, einsenden. Weihnachts- Ausstellung ausgesprochen habe, nehme ich hiermit Offerten bis spätestens Gonnabend, den 26. d. M., an den Vorsitzenden, Herrn [ 75/18] Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beutbitrage 2, Der Vorstand. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 20. Die frauenrechtlerische Petition, das Vereins- und Versammlungsrecht des weib: lichen Geschlechts betreffend. Donnerstag, den 24. Januar 1895. 12. Jahrg. nach gleich. Die sozialdemokratische Presse hätte die Petition sich die Sozialdemokratie abfinden, aber fie hat jederzeit mit tritifitt, wäre aber feineswegs dafür eingetreten, daß die allen ihr zu Gebote stehenden gefeßlichen Mitteln dafür gekämpft, Genossen, daß klassenbewußte Arbeiter im Schlepptau bürger- daß der Volksvertretung werde, was der Volksvertretung gebührt. licher Elemente erscheinen. Warum unseren prinzipiellen Stand. Bu den wenigen Rechten und Befugnissen, welche das Parlament punkt der Politik der bürgerlichen Welt gegenüber ändern, weil im herrlichen Deutschen Reich befizt, gehört das Recht, Im lezten Sommer schlossen sich 22 frauenrecht zufälligerweise ein Akt dieser Politik von Frauen ausgeht, die nicht Initiativanträge zu ftellen, im Namen des Volkes zu Terische Organisationen zu einem Rütlibund zu für die sogenannte Gesammtheit eine Reform fordern, sondern fordern, statt bei einer Regierung zu betteln. fammen, welcher in einer Petition an den Kaiser das für das weibliche Geschlecht. Wollen wir unsere prinzipielle Die Petition meidet aber den einzig richtigen Weg an den gefegliche Verbot der Prostitution und die Haltung deswegen preisgeben, so geben wir gleichzeitig unseren Reichstag.") Proletarische Frauen können und wollen da nicht mits ftrenge Bestrafung der Prostituirten, Ruppler 2c. auf dem Standpunkt preis, die Frauenfrage nur im Zusammenhang der thun. Ueberhaupt nicht und am allerwenigsten gegenwärtig, wo Wege einer Rabinetsordre des Kaisers und der allgemeinen fozialen Frage zu erfassen und zu fördern.*) die Regierungen den schärfsten Rampf gegen das Vereins- und verbündeten Fürsten unterthänigst" erflehte. Die In Nummer 7 vom 9. Januar nahm der Vorwärts" der Versammlungsleben der Proletarierinnen veranlassen, gegenwärtig, Lataienhaftigkeit des in der Petition beliebten Tones Petition gegenüber eine durchaus forrekte Haltung ein. Er ver- wo die verbündeten Regierungen die Umsturzvorlage eingebracht fand ihr würdiges Gegenstück in dem sozialpolitischen zeichnete fie, fritisirte sie und wies darauf hin, daß sie eine alte haben. Proletarierinnen, welche von unsern Regierungen eine ihren Unverstand, den die Bitte" athmete, und in der Ansozialistische Forderung aufgreife. Leider und zu meinem großen Er. Intereffen entsprechende Reform der Vereins- und Versammlungs maßung, mit welcher die Organisationen zu bitten wagten", staunen hat der Vorwärts" über Nacht seine Haltung geändert. gesetze erwarteten, würden Feigen von den Dornen und Trauben daß gerade ihre Vertreterinnen als Sachverständige in Frauens Warum? Weil ihm mitgetheilt wurde, die Petition verdiene von den Disteln lesen wollen. fachen" vernommen würden. bezüglich ihrer Begründung die geübte Kritik nicht. Daß diese Wollten die bürgerlichen Frauen zu gemeinfamem Ziel ans Versicherung und der Hinweis auf die Ausführungen eines läßlich der Petition ein vorübergehendes Zusammenwirken mit Anschreibens" den Vorwärts" zu einem Frontwechsel be- den proletarischen Frauen, so war es doch selbstverständlich, ftimmte, muß ich entschieden bedauern. Außerdem bleibt troß daß die Petition derartig abgefaßt wurde, daß des Anschreibens" der erhobene Vorwurf mangelhaftester Be- beiterinnen dieselbe unterzeichnen können, ohne daß sie fich gründung gegen die Petition in voller Schärfe bestehen. Das und ihre Bestrebungen blosstellen. Eine solche Fassung " Jezt haben sich ganze drei Frauen gefunden, welche in einer Petition das Vereins- und Versammlungsrecht für das weibliche Geschlecht erbitten. Drei ganze Frauen ergreifen seitens der bürgerlichen Frauenwelt die Initiative behufs Gewinnung eines Rechts, dessen Nichtbesih gerade eins der kennzeichnendsten Merkmale für die soziale Unterbürtigkeit des weiblichen Geschlechts in Deutschland ist! 02 Die Petition wendet sich an die Frauen aller Parteien und die Frauen aller aller Klassen". Auch die Unterschriften der proletarischen Frauen, der Sozialdemokratinnen sind mithin willkommen. " " " " " = ArAnschreiben" hat nämlich mit der Petition selbst und ihrer hätte eine vorausgehende Verständigung mit Begründung nicht das Geringste zu thun. Es ist nichts ben Vertreterinnen der tlassenbewußten als ein Begleitschreiben, ein Birkular an die Personen, welche Proletarierinnen zur Vorausseßung gehabt. um Unterstützung bezw. Unterzeichnung der Petition ersucht Wie den Veranstalterinnen der Petition wohlbekannt ist, giebt werden. Hier heißt es: Unter den in der Petition der Kürze es in Berlin eine Frauen Agitationstommission. Ich will nicht untersuchen, ob es nöthig ist, daß proletarische halber nicht im einzelnen aufgeführten eigenen Interessen" der Warum sind die Veranstalterinnen der Petition an diese Roma Frauen eine Petition für das Vereins- und Frauen verlangen im besonderen die Erwerbsverhältnisse dieser mission nicht mit den zwei Fragen herangetreten: 1. Seid Jhr Versammlungsrecht in dem Augenblick unter eine Gesegesvorlage im Sinne der Petition."**) eventuell bereit, die geplante Petition zu unterstützen, und 2. wie zeichnen, wo die Partei, die ihre Interessen Soll der Paffus eine Belehrung sein über den Werth muß diese Petition gehalten sein, damit sie von den proletarischen ebenso gut wie die des männlichen Prole der Vereins- und Versammlungsfreiheit für die proletarische Frauen ohne Preisgabe ihres Standpunttes unterstützt und tariats vertritt, im Reichstag einen dies Frauenwelt? Wir danken für diese Belehrung, aber wir brauchen unterzeichnet werden kann? Ein derartiges Vorgeben bezüglichen Initiativantrag gestellt bat. fie nicht. Das Proletariat hat den Werth der Koalitionsfreiheit hätte selbstverständlich sein sollen und wäre Bekanntlich verlangt die fozialdemokratische Reichstags- für alle seine Glieder, ohne Unterschied des Geschlechts weit früher ein Gebot der Klugheit und Höflichkeit gewesen, Fraltion eine reichsgesehliche Neugestaltung der jetzt einzel- erkannt als die Verfasserinnen jener Petition. Und dieser Er- wenn man die Unterschriften der proletarischen Frauen wollte. ftaatlichen Vereins- und Versammlungsgeseze und mit dieser kenntniß gemäß fämpft das Proletariat für die Eroberung Die Fassung der Petition wie das Vorgehen ihrer Verfasserinnen Neugestaltung gleiches Recht für beide Geschlechter, gleichzeitig des fraglichen Rechts. Soll der Passus eine Versicherung ist fennzeichnend für die Auffassung bürgerlicher Frauen und ihr aber auch gefeßliche Bürgschaft für die unbeschränkte Ausübung sein, daß die Mütter der Petition sich der Bedeutung des Rechts Verhältniß zur proletarischen Frauenwelt. Man ist humanitär der Koalitionsfreiheit. Sie fordert also nicht blos das, um was und seiner Grundlage bewußt sind? Wir quittiren höflich genug, unter gewissen Umständen etwas für die ärmeren die Petition ersucht, sondern noch mehr. über dieses Zeichen einer sozialpolitischen Erkenntniß, welche Schwestern" zu thun, man ist tlug genug, unter allen Umden deutschen Frauenrechtlerinnen gemeiniglich abgeht. Aber ständen ihre Hand- und Spanndienste anzunehmen, aber eine Bedeutung für die Petition felbst hat der mit ihnen, als mit gleichberechtigten Machtfattoren Passus nicht. Für die Petition und ihre eventuelle Be- zusammenarbeiten, ia Bauer, das ist ganz etwas. rücksichtigung tommt nicht in betracht, was ihre Veranstalte- anderes. rinnen und Unterzeichnerinnen zu ihrer Begründung dachten, Die Veranstalterinnen der Petition werden auf ihre gute sondern welche Gründe sie zu ihren Gunsten geltend Absicht" verweisen, und geltend machen, daß ihnen ein bemachten. In der Begründung der Petition steht kein Wort wußter Gegenfaz gegen die Auffassung der proletarischen Frauen davon, daß für die Lebensinteressen der selbständig er durchaus fern lag. Aber das kann uns zu keiner andern Aufs werbenden Frauen der Besitz des Vereins- und Versammlungs fassung ihres Vorgehens veranlassen. Im Namen guter Abrechts von unabweisbarer Nothwendigkeit ist. Es fehlt in ihr fichten hat man von jeher nicht bloß die größten Verbrechen, gerade der Grund, kraft dessen das Proletariat auch die größten Dummheiten begangen. Und daß der Gedankenfür die Forderung eintritt. Es fehlt in ihr der gang der Petitionsverfasserinnen instinkt, unbewußt in einer der Grund, der für eine diesbezügliche Reform der Gesetzgebung fo proletarischen Auffassung diametral entgegengesetzten Richtung maßgebend ist, daß unwidersprochen gebliebenen Zeitungs- gelaufen ist, das ist ja kennzeichnend für die Kluft, die uns von nachrichten zufolge in Bayern Zentrumsleute in der nächsten ihnen trennt. Geision des Landtages einen Antrag einbringen wollen, welcher mit Rücksicht auf das Erwerbsleben der Frauen für das weib" Es mag nun dem einen oder andern, vielleicht auch vielen zweckmäßig" erscheinen die Zweckmäßigkeit lächelt ja auch in unserer Partei manchen holder an, als das Prinzip daß die Petition die Unterstützung der organisirten Arbeiter und die Unterschriften der proletarischen Frauen erhält. Eine der artig mit Maffenunterschriften unterstüßte Petition erscheint ihnen als eine treffliche Demonstration zu gunsten des sozialdemo fratischen Antrags, als ein Nachweis dafür, daß weiteste Kreise der Frauenwelt das dringende Bedürfniß nach dem Vereins und Versammlungsrecht empfinden. Meiner Ansicht nach ist auch ohne die Petition eine solche Demonstration in Permanenz vorhanden, der Nachweis für die Berechtigung der geforderten Reform wird seit langem, dauernd und nachdrücklich erbracht. Und dies in Gestalt des zähen und erbitterten Kampfes, den Polizei und Juristerei innig gefelt seit Jahren gegen das Vereins- und Versammlungsleben der proletarischen Frauen führen. " liche Geschlecht das Vereins. und Versammlungsrecht fordert. bas erlegenheit, wenn es in dem Anschreiben Es flingt wie der Frauen auf die Gesezgebung in bezug auf die Sittlichkeitsfrage" dringend geboten sei.***) Was die bürgerlichen Frauen im Punkte der Sittlichkeitsfrage" von der Gesetzgebung wollen, das erhellt aber zur genüge aus der eingangs erwähnten Anflebung des Kaisers. " Ich glaube, nicht nur in meinem persönlichen Namen zu sprechen, sondern in dem der Mehrzahl klassenbewußter proles tarischer Frauen, wenn ich erkläre: Diefer Petition teine proletarische Unterschrift. Stuttgart, den 12. Januar 1895. Klara Bettin. Kunst und Wissenschaft. Die Polizei bethätigt in diesem Kampfe die volle Schneidig teit, welche der Pflichttreue des deutschen Beamtentbums in den Augen der Besitzenden zur höchsten Ehre gereicht. Die heißt, der betreffende Grund wäre der Kürze wegen Juristen ihrerseits ihrerseits bethätigen eine Auslegekunst, welche in der Begründung der Petition nicht angeführt. Ja, der ſimple Wienschenverstand nicht immer zu würdigen weshalb hat denn die Rücksicht auf die rettende Kürze vermag. Auflösung proletarischer Frauen Organisationen nicht gehindert, in der Begründung besonders geltend z11 reiht sich an Auflösung, Verbot von Frauen- Versamm machen, daß ein durch die Vereinsfreiheit vermittelter Einfluß lungen folgt auf Verbot, die Ausweisung von Frauen Ein angebliches Zwischenglied zwischen Mensch und aus öffentlichen Versammlungen ist etwas Alltägliches, Strafen Affe, das der niederländische Militärarzt Dubois kürzlich be= gegen Franen wegen Uebertretung des Vereinsgefeyes bageln nur schrieben hat, bildete den Gegenstand eines von Professor so hernieder. Vom 1. Oktober 1893 bis 31. August 1894 mußten W. Krause in der letzten Sigung der Berliner Anthropologischen proletarische Frauen wegen derartiger Sünden 681 M. Strafe Gesellschaft gehaltenen Vortrages. 1891 wurde in einem Flußzahlen und dies nur in den Fällen, die zu meiner Kenntniß ge- Meines Erachtens fönnen proletarische Frauen, am wenig- bette auf Java ein Meter unter dem Trockenpegel des Flusses langt sind. Trotz alledem entstehen regelmäßig an stelle der sten aber zielbewußte Genoffinnen, eine Petition unterzeichnen, und 12 Meter unter der Ebene, in welcher der Fluß allmälig zerschmetterten Organisationen neue Vereine, wieder und wieder die mit Rücksicht auf die Kürze" mit Stillschweigen über den sein Beit ausgewühlt hatte, der Bahn eines großen Affen ge= drängen sich die Frauen zu den Versammlungen, wieder und wichtigsten Grund weggeht, welcher vom proletarischen Stand- funden. Einige Monate später fand sich in einem Meter Entwieder organisiren sie solche. punkt aus für die geforderte Reform spricht, und der Kürze" un- fernung davon ein Schädeldach eines großen Affen, das Die in Dürftigkeit, wenn nicht in bitterer Armuth lebende beschadet einen Grund hervorhebt, der von einer halbwegs nach Dubois' Berechnung zu einem Schädel von 980 Rubikproletarische Frau, die mit Arbeitslasten überbürdete proletarische flaren und geläuterten fozialpolitischen Auffassung als zentimeter Inhalt gehört hat. Das würde bei einem Frau bringt stets aufs neue die Opfer an Mitteln und Zeit, ein Ausfluß naivster Unkenntniß der sozialen Verhältnisse ver- Affen eine ganz gewaltige Schädeltapazität sein, da ein welche das Vereins- und Organisationsleben erheischt; fie feyt lacht wird. Proletarische Kreise haben nicht den geringsten großer Orangutangschädel nur etwa 500 Rubitzentimeter Inhalt fich muthig allen behördlichen Verfolgungen aus, sie trägt Anlaß, durch Solidarisirung mit einer Petition solchen Inhalts hat. 1892 wurde 15 Meter stromaufwärts von der früheren die Strafen, die von rechtswegen über sie verhängt ihrer sozialpolitischen Grienntniß ein Armuthszeugniß Stelle, aber in derselben( diluvialen oder jüngsttertiären) Schicht, werden. Diese Thatsache ist meines Erachtens die auszustellen. ein Oberschenkelknochen von 45 Zentimeter Länge gefunden. Diese unzweideutigste Demonstration dafür, daß ein Ein anderer Grund noch macht es unmöglich, daß drei Fundiücke gehören nach Dubois' Annahme zusammen und zwingendes Lebensinteresse und nicht die Lust zu die sozialistische Bewegung für diese Petition eintritt. Die stammen von einem menschenähnlichen Säuger, der, wie sich aus politischen Spielereien oder Vereinsmeiereien den Besitz der Petition fordert nicht den Reichstag, bezw. eine Fraktion der Größe und Beschaffenheit des Oberschenkelfnochens ergiebt, Koalitionsfreiheit für die proletarische Frauenwelt nöthig macht. desselben zu einer Gesetzesvorlage im Sinne der fraglichen Reform 1,7 Meter hoch war und aufrecht ging. Dubois bildet aus ihm Wenn Reichstag und Regierungen die kräftige, eindringliche auf, fie bittet ihn blos, an die verbündeten Regierungen eine neue Art und Gattung, die er Pithecanthropus erectus Sprache dieser Thatsache nicht verstehen, so werden sie noch weit das Ersuchen um eine diesbezügliche Gesetzes( der aufrechte Affenmensch) nennt. Prof. Krause führt nun aus, weniger geneigtes Ohr besigen für eine Petition. vorlage zu richten. Die Petition geht also mit Ignorirung daß der Zahn sowohl wie das Schädeldach in der That einem Nun wird hier vielleicht eingewendet:" Ja, wenn die Peti- der Kompetenz des Reichstages bezüglich von Initiativanträgen Affen angehört haben müssen; das letztere stimmt in seinem Bau tion auch nichts nüßt, so schadet sie doch nichts. Es handelt sich über diesen selbst hinweg und weist ihm die be. durchaus mit dem Schädeldach eines Gibbon( Hylobates) überein, wie um eine Erweiterung der Rechte des rechtlosen weiblichen Gefcheidene Rolle eines Portiers an, welcher ben auch Prof. Waldeyer und Prof. Nebring bestätigten. Weiter gab schlechts, ergo unterzeichen und unterstützen wir sie." Sehr schön, Betitionirenden den Zugang zu der hohen Re- Prof. Krause zu, daß die Schädelkapazität des betreffenden Affen sage ich darauf, aber wenn dieser Standpunkt gelten soll, so gierung öffnet. Ein solches Vorgehen kann die Sozial eine ungewöhnlich hohe gewesen sei und mindestens 900 Rubikmuß doch immerhin die Petition in ihrer Begründung demokratie nicht unterstüßen und mitmachen. Die Sozial zentimeter betragen haben müsse; dieser Annahme trat indessen unferer proletarischen Auffassung entsprechen demokratie hat zu allen Zeiten angekämpft gegen den Dualismus Prof. Birchow entgegen, indem er ausführte, daß zur Berechnung oder mindestens ich will bescheiden sein darf sie der gefeßgebenden Gewalten, wie er sich in Deutschland infolge des Schädelinhalts nicht die geeigneten Unterlagen gegeben seien. nicht in schroffen Gegenfaß zu unserer Auffassung des Umfiandes findet, daß unsere Bourgeoisie die Macht des Andererseits erklärte Prof. Krause, daß der gefundene Oberstehen. Dies ist keineswegs der Fall, im Gegentheil. Die Absolutismus nicht gebrochen hat, sondern feig mit ihr paftirte. schenkelfnochen unzweifelhaft einem Menschen angehört babe, worin Petition stammt aus bürgerlichen Kreisen, sie athmet durch Daß dieser Dualismus vorhanden ist, ja daß die gefeßgebenden ihm Geheimrath Waldeyer mit Entschiedenheit beipflichtete. Von weg bürgerlichen Geist, ja in manchen Einzelheiten sogar Gewalten- Boltsvertretung und Regierung einander nicht der Beschaffenheit des Oberschenkels hänge aber die aller übrigen einen beschränkt bürgerlichen Geist. einmal als gleichwerthige Machtfaftoren gegenüber stehen, daß Theile des Rumpfes und der Extremitäten ab; es müsse ein Es ist uns deshalb geradezu unerfindlich, weshalb sozial- vielmehr die erstere der letzteren untergeordnet ist, damit muß durchaus menschlicher Körper gewesen sein, von dem der Oberschenkel demokratische Zeitungen sich für diese Petition ins Zeug stammte, und auf diesem Körper hätte( die Zusammengehörigkeit Iegen, fie quafi offiziell den organisirten Arbeitern zur Unter*) Wir können das schwere Vergehen, das die Genoffin 3. der Stücke vorausgesetzt) ein Affenkopf gesessen. stützung, den proletarischen Frauen zum Unterzeichnen empfehlen. hier tonftruirt nicht anerkennen. Die Frauenwelt ist im Staat fei aber ein Fabelwesen, das lebhaft an die bundsköpfigen Seit wann gehört es denn zu den Gepflogenheiten der sozial- leider noch in einer ganz anderen Stellung als die Männerwelt, Menschen der Sage erinnere und nur in der Einbildung bestehen demokratischen Partei, Petitionen, die aus bürgerlichen Kreisen sie ist vollkommen rechtlos und soweit es die bürgerlichen Frauen- tönne. Dubois' Annahme, daß Bahn und Schädeldach von dem= hervorgehen und das Kennzeichen bürgerlicher Auffassung an freise anbetrifft, fogar politisch gänzlich ungeschult, ba ist jeder selben Wesen stammen wie der Oberschenkelfnochen muß aber der Stirn tragen, um deswegen zu unterſtüßen, weil sie etwas Schritt nach Selbständigkeit ein Fortschritt. Wir erinnern auch, zurückgewiesen werden; trotzdem sind die Funde an und für sich Richtiges erbitten, etwas, was die Sozialdemokratie auch und daß die Art, wie Herr v. Köller letzte Woche die hier kritisirte höchft bemerkenswerth; beweist doch der Schenkelknochen die awar seit langem fordert? Nehmen wir an, bürgerliche Demo Petition als ein Zeichen für das Wachsen der Umsturzbeftre. Gristenz von Menschen, deren Körperbau mit dem der heutigen traten hätten eine Petition veranlaßt, der vorliegenden Frauen- bungen" zu verwerthen suchte, der Genoffin 3. zeigen muß, daß in allem Wesentlichen durchaus übereinstimmit, in einer Beit, petition dem Zweck nach gleich oder ähnlich, dem Charakter es doch ein Unterschied ist, ob felbst eine Petition wie diese von die jedenfalls noch weit hinter unserer nordischen Eis Männern oder von Frauen ausgeht. Red. d.„ Vorw." zeit zurückliegt. Wenn dem erwähnten Affenschädel **) Es wurde uns nachgewiesen, daß die Petenten den von wirklich die von Dubois und von Professor Krause an *) Wir geben nachfolgendem Artikel Raum, ohne mit dem felben allen Theilen einverstanden zu sein. Wir bemerken vor uns gerügten Fehler doch nicht so gemacht haben, wie wir ge: genommene große Kapazität zufäme, so würde allem, daß wir ebenso gut über die Prinzipientreue in der Partei tabelt hatten. Wir forderten nicht zur Unterzeichnung auf, nicht so weit hinter einem Wahehe Schädel zurückstehen, wachen, wie Genoffin Zetkin und die„ Gleichheit". De scharfen sondern bemerkten, daß gegen die Unterzeichnung nichts einzu den Profeffor Virchow im Verlauf eines Vortrages über Geschosse der Genossin Bettin scheinen für den Kampf den sie wenden sei. Wir wußten, daß eine Anzahl zur Partei gehöriger die Anthropologie der Südafrikaner in der Sigung vorlegte. führt, nicht geeignet, sie sollten für erheblichere Angriffsobjekte Frauen die Petition schon unterzeichnet hatten. Red. d.„ V." ***) Auch wir tadelten dies, fanden aber eine, wenn auch aufgespart werden. Die angegriffene Petition ging nicht von Frauenvereinen oder einer frauenrechtlichen Organisation, sondern nicht genügende Entschuldigung darin, daß die Urheberin der von drei Frauen aus, von denen eine Mitglied unserer Partei Petition aus taktischen Gründen auf die Unterschriften bürgerist; die Petition wurde übrigens, bevor der Vorwärts" Stellung licher Frauen nicht verzichten wollte, aber auf diese hätte vergenommen hatte, von der Partei angehörigen Frauen unterzeichnet. zichten müffen, wenn die sie leitenden Gründe der Petition verDie Reb. des Vorwärts". Öffentlicht worden wären. " Das er gar *) Genoffin Bettin vergißt ganz, daß die Arbeiter sich in außerordentlich vielen Fällen an den Bundesrath und den Reichstanzler gewandt hatten, wir gehören sicherlich nicht zu denen, die diese Formen befürworten, wir fonnten aber hier nicht tabeln, wo unsere Genoffen oft das Gleiche gethan haben und die Partei sur Frage der Petitionen noch nicht Stellung genommen hat. Dieser Schädel zeigt ausgeprägte affenartige" Merkmale, wie suchende Thierarzt Drews bemerkte sofort, daß das Fleisch tuber. zurückfliehende Stirn, zurückliegendes Hirn u. s. w. und besitzt Gerichts- Beitung. tulos war und sah auch, daß die Tuberkel- Drüsen herausgeschnitten Die außerordentliche geringe Kapazität von 1055 Rubikzentimeter. waren, um dadurch den ( Zum Vergleich set bemerkt, daß z. B. Germanenschädel durch eine Konzession nöthig ist, lag gestern der 3. Strafkammer des vorschriftsmäßig Bettel daran heftete, entgegnete ihm der Die Frage, ob zum Verkauf von denaturietem Spiritus gesund sei. Als er nichein zu erwecken, als ob das Fleisch das Fleisch für tuberkulös erklärte und schnittlich 14-1500 Kubitzentimeter Inhalt haben.) Uebrigens betonte Prof. Virchow noch einmal, daß die zur Zeit in Landgerichts II zur Entscheidung vor. Der Grünkramhändler Angeklagte in sehr erregtem Zone, daß er( der Thierarzt) Caftan's Panoptikum weilenden Dinkas der anthroSchumann zu Friedenau war wegen Verkaufs von von der Untersuchung nichts verstände. Außerdem ge= pologisch interessanteste Besuch wären, der seit langer Zeit nach denaturietem Spiritus zur Anzeige gebracht, vom Schöffengericht brauchte er er noch ein gemeines Schimpfwort, so daß er Berlin gekommen sei, und daß auch die ursprünglich gehegten Getränk nicht zu verwenden sei, und somit nicht von den Be öffentliches Aergerniß erregte. Trotzdem er später sein Verhalten des Amtsgerichts II aber freigesprochen, weil dieser Spiritus als damit bei der Belebtheit der Untersuchungsstation Zweifel über ihre Herkunft gegenüber der unbedingten Zuverstimmungen der Gewerbe Ordnung berührt werde. Die tönig! dem Beleidigten gegenüber entschuldigte, wurde vom Kuratorium lässigkeit der körperlichen Merkmale zurücktreten müßten. Amtsanwaltschaft legte Berufung ein, mit der Begründung, daß des Zentral- Viehhofes Strafantrag gegen ihn gestellt. Im In die Fußstapfen des Schiller Theaters scheint eine das Gesetz in der Vorinstanz unter irriger Voraussetzung falsch gestrigen Termin fonnte er nur seine Erregtheit als Milderungshiesige Spekulanten- Gesellschaft treten zu wollen. In bürgerlichen ausgelegt sei. Die Strafkammer hob das erste Urtheil auf: grund anführen. Der Gerichtshof ging noch über die vom Blättern findet sich die folgende Annonce: 3wecks Gründung der Verkauf von solchem Spiritus gehöre zum Kleinhandel mit Staatsanwalt beantragte Strafe von 100 M. hinaus und vereiner Genossenschaft zum Betriebe eines der größten hiesigen Spirituosen; dazu sei eine Konzession nöthig und da Sch. eine urtheilte den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Theater nach den Prinzipien des Schiller- Theaters werden noch solche nicht besessen, auch die polizeiliche Anmeldung unterlassen, Geldstrafe von 200 m. event. zu 20 Tagen Gefängniß. Außereinzelne Betheiligungen nicht unter 3000 m. gesucht." so habe er gegen das Steuergesetz vom 24. Juni 1891 verstoßen. Dem wurde dem Beleidigten die Publikationsbefugniß in den Deshalb lautete das Urtheil unter Zugrundelegung des hinter beiden Organen der Schlächter zugesprochen. zogenen Steuersatzes von 15 Mart auf eine Geldbuße von 30 Mart. Ein sehr merkwürdiges und unserer Ansicht nach in hohem Grade anfechtbares Urtheil. 0 " " Deutsche Schauspielkunst in Paris. Dir. Meßthaler will in Paris mit seinem" Theater der Modernen" Ibsen's Gespenster" und Klein Eyolf"," Einsame Menschen" von Hauptmann, Jugend" von Halbe, sowie ein französisches Stück, Wegen Beleidigung des Thierarztes Drews stand heute Therese Raquin" von Zola, in deutscher Sprache, in Szene der Engros- Schlächter Hermann Schütz vor dem hiesigen gehen lassen. Für die Vorstellungen in Paris sollen auch deutsche Schöffengericht. Der Auflage lag ein Vorfall vom 6. Juli v. J. Gäfte herangezogen werden. Klein Eyolf wird von dieser Gesell- zu grunde. An diesem Tage hatte der Angeklagte auf dem schaft zur Zeit in Amsterdam aufgeführt. Zentral- Viehhof Fleisch zur Untersuchung vorgelegt. Der unterFreie Volksbühne. Sonntag, den 27. Januar, nachmittags 2½ Uhr: VI. Serie, II. Abtheilung( National- Theater): Kein Hüfung( Keine Heimstätte). ( V. Serie VII. Abtheilung, Sonntag, den 3. Februar.) Mitglieder, die der Vorstellung einer Abtheilung beiwohnen wollen, der sie nicht angehören, haben kein bestimmtes Anrecht auf den Einlak; sie erhalten Stehplätze, soweit Raum vorhanden ist. * Donnerstag, den 31. Januar, abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Gründel, Brunnenstr. 188: General- Versammlung. Zages Drdnung: = 1. Verwaltungs- und Kassenbericht. 2. Verschiedenes. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 300/1 Masken- Garderobe für Herren und Damen C. Ernst, 80., Köpnickerstr. 126, I. Vereine Preisermäßigung. Gelegenheitsfauf für Brautleute: Im Möbelspeicher Neue Königftr. 59, vorn I., sollen über 100 Wirthschaftseinrichtungen, turze Zeit verliehen gewefene u. neue Möbel spottbillig verkauft werden. Ganze Einrichtungen 100, 150, 200-1000 M. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleiderspinden 15, Küchenspinden, Kommoden 12, Sophas 15 M., Bettfiellen mit Sprungfeder- Matratzen 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30, Stühle Modistin empfiehlt sich in und außer dem Hause. Hammer, Admiralstraße 25. In Roh328M Tabaken und Utensilien für Cigarren Fabrikanten !! billigster Einkauf!! 3 Mark, hochfeine Muschelkeiderspinden W. Hermann Müller 40, Plüschgarnituren 60 Mart, Herrenschreibtische, Damenschreibtische 30, Cylinderbureaus, Schreibsekretäre 15 Mark, Garderobenspinden, Baneelsophas 75, Buffets, Trumeaus 65 M., Betten, Couliffentische, alles spottbillig. Auch einzelne Gegenstände werden zu Engrospreisen verkauft. Empfehle allen Herrschaften, mein größtes Möbellager Berlins zu be fichtigen u. sich von den staunend billigen Preisen zu überzeugen. Gekaufte Möbel Berlin Alexanderstr. 22. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. tönnen bis April fostenfrei stehen Milchkübel, Giebe, bleiten und werden durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. Presskohlen, anerkannt beste Heizkraft, wenig Asche gebend. Preise pro Januar: 92 Kannen, Satten, Maße, Tafelwaagen, Lampen, Kühlapparate, Buttermaschinen Butterkneter, Drehrollen. Jordan, R. Markusstr. 28. MöbelKanfgelegenheit Anläßlich des Streifs in der Meklenburgischen Waggonfabrik zu Güstrow, der im letzten Sommer wegen der hochmüthigen Haltung der Direktion großes Aufsehen erregte, war der Schlosser Grapentin wegen Verrufserklärung und Nöthigung zu zwei Wochen und drei Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Die von Grapentin eingelegte Revision wurde am Dienstag vom Reichsgericht verworfen. Nur 3 Tage! Mittwoch, Donnerstag u. Freitag, den 23.- 25. Januar: Nur 3 Tage! Corsets Stickerei Stück 90 Pf., 1,25, 2,00-5,00 Mark. Battist u. Madapolam. Mtr. 10 Pf., 20 Pf., 40 Pf. bis 2,00 Mark. Stickerei- Röcke Stick 1,50, 2,50, 3,50 bis 5,00 Mk. Die Extra- Preise gelten nur für diese 3 Tage. AusnahmePreise! A. Wronkow Oranienstr. 162 Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. [ 2145b Carl Mampe Berlin N Halb und Halb. Ueberall zu haben! Höchst Kostüme. Mampe mit Pomeranzen Feinste Champagnerflasche Likörmischung Mark1,25 Carl Mampe Berlin, Veteranenstr.24. Vereinen Preisemässig. Maskengarderobe Prinzessinnenst asso 15 Achtung! Babueriay, Auch Thellzahl, wöchentl. Möbel, Sandlung Rosenthaler: I Mart, Gudel, Laufißer Play 2, Straße 18. Elsasserstr. 12. Homöopath. Arlteste Maskengarderobe der Louisenstadt. Oranienstr. 49, I. 2. Geschäit: Weidenweg 22. Kostüme von 1 M. an. Vereine Preisermäßig. Arzt Dr. Hösch, Linientraße 149, 8-10, 5 bis bietet sich Brautleuten 2c. im Möbel: 7, Sonntags 8-10 Uhr. speicher, 13649* Rosenthaler Strasse 13, I. 1375L* Daselbst stehen täglich zum Verkauf: Meyer's Lexikon neue gediegene Möbel zu außergewöhn- u. andere Bücher kauft Hannemann, lich billigen Preisen, gebrauchte und Kochstr. 56. Fernfp. IV. 895. 339 Marke Centrum I, 18 Stm. Iang 6,50 m. verliehen gewesene Möbel zu wahrSenftenberger Jise, 18 Ctm. haften Spottpreisen. Theilzahlung ge- Damen Masken, privat, elegant stattet. Kleiderschränke 15, Küchen- und sauber, zu verleihen Waldemarspinde, Kommoden 12, Sophas 15, ftraße 46, 2 Tr. rechts. Bettstellen mit Matraßen 18 Mart, Nußbaum- Kleiderschränke, Vertikows 30, Stühle 3, Muschelspinden 40, Tru meaux 65, Paneelsophas 75, Plüschlang Beste Senftenberger Marie II, stärkeres Format, 16 Ctın. lang 7,-" . 5,75 " pro Tausend frei Keller mit Fuhrlohn und Packen. Probefohlen gratis frei Haus. garnituren 60 Mark. Herren- SchreibFrischeisen& Co., fche, Schreibetretäre, Buffets, Rout Muskauerstr. 4, nahe Görliger Bahnhof 2. Geschäft: Bergfir. 35a. Unter den Linden 29. tische, lissentische, Spiegel, alles staunend billig. Gekanite Möbel tönnen auf meinem Lagerspeicher bis April kostenfrei Ge23156 Bierdruck- Apparate Lager flüssiger Kohlensäure su herabgeschten Preisen( 1366L H. Reinhardt, = zwisch. Moritz- u. Oranienplatz. Filiale: Skalitzerst. 62. Möbl. Schlafft. Alexandrinenstr. 74, 23226 v. 4 Tr. bei Fuchs. 2 Läden m. Wohn., sowie kleine u. Mittelwohn. Rostockerstr. 14.[ 20336* Prinzenstr. 13, 1 Treppe, eine Lackirer Werkstatt sof. zu vermiethen. Arbeitsmarkt. Achtung, Tischler! Zuzug u. d Küchenmöbel- Fabrik von Oskar Springer, Generalstraße 8, Weißensee, ist unbedingt fern zu halten. 148/ 18* Die Kontrollkommission. Musikinstrumenten- ArbeiterStreik! Die Kollegen der Piano Fabrik von Görs& Kallmann gebraucht, fauft Möbel- haben infolge Waßregelungen und Lohnforderungen nieder. gelegt. Zuzug ist strengstens fernjuhalten. Roborbele de gebelieber But Rüstzeug ist zu verborgen Wittenbergplay 1, 3Bugowsky. 2320b Frisenreinrichtung verkauft Man teuffelstr. 89, v. 3 Tr. gr. 2310b Echaufgeschäft, gutgeb., anderweitig Unternehm. halb. zu verkaufen. Näh Rostockerstr. 21, Big.- Gesch. 2321b Festfäle Oranienstr. 180. Sonnabende und Sonntage zu Ver20136 fammlungen und Tanz frei. Gleichzeitig ist für die Branche Bu sammensetzer der Pianofabrik Kunze & Sohn, Blumenftr. 70, infolge Maßregelung laut öffentlicher Versammlung vom 13. Januar cr. die Sperre ver bängt worden. 198/13 Die Lohnkommission. Ein Farbigmacher u eine Vergolderin werden verlangt Manteuffelstr. 109. Vergolder, Vergolderiu, Moragläser, nur solche, die schon darauf gearbeitet haben, verlangt Warschauer Nachfl., Ritterstr. 41. Klavierspiel. Sonnabend u. Sonntag 23116 Empfehle allen Freunden und Befannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. Sprifegesdäft. Reichbalt. 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte 5 m., gef. Stalizerstr. 57. Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. Rein Ringbier. H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 128. Vereinszimmer Freitag und Sonnabend zu vergeben. 22756 Louisenstädtisch. Klubhaus, Annenstr. 16. Eine alte oeutsche Heuer- Versiche rungs- Gesellschaft sucht für Berlin und Bororte thätige Haupt- u. SpezialAgenten unter sehr günst. Bedingungen. unter P. 2. nimmt die Ereved. d. Bl. entgegen. Tüchtiger Schriftfcher 2314b Zwei Genoss find. möbl. Schlafstelle Holzmarktstr. 73, 4 Tr. b. Plettner. fucht Stellung als solcher oder als Expedient, zeichnender Redakteur Schlafstelle für anständ. Mädchen od. in einer Arbeiterzeitung. Offerten an 23126 Broihausgaie 9. Quergeb. 4 Tr. lagern und werden durch eigene 113 Brunnenstr. 113. gern bei Gichler, Brunnenstr. 176, G. Kirchner, Berbst i. Anhalt, spanne transportirt und aufgestellt. 176. Münchener Brauhaus Actien- Gesellsch. Wir beginnen Sonnabend, den 2. Februar cr., mit dem Ausstoß unseres diesjährigen BOCK- Bieres und halten dasselbe den Herren Restaurateuren bestens empfohlen. Bier in Flaschen führen wir nicht, geben solches auch in Gebinden an Private nicht ab. Berlin, im Januar 1895. Telephon- Amt III, 8035. Jobannisstr. 18/19. 1526L* Die Direction. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.