Nr.554 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 269 Bezugspreis: File ben Monat November 400,- ,, Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 550,- M., für das übrige Ausland 930,- M., Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Lugemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillez toftet 120,-M. Reklamezeile 600, ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruc Wort 30,- M.( zulässig zwei feti gedruckte Worte), jedes weitere Wor 24,- M. 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November 1918 wurde der A cht stundenta Die offizielle Erneuerungsliste ist jetzt veröffentlicht beftünde, konzentrierten sich alle Angriffe von rechts auf Hirsch. in Deutschland gesetzlich als Normalarbeitstag eingeführi worden. Sie bringt die Bestätigung der Nachricht, daß der Nun können die Schwerindustriellen und die Agrarier den Deutschland ging mit dieser revolutionären Verordnung bahnbisherige deutsche Gesandte in Kopenhagen, v. Rosenberg, doppelten Erfolg buchen, beide Männer zur Strede gebracht brechend vor. Nach einer Erhebung des Internation das ihm angebotene Amt angenommen hat und zum Reichs- zu haben. Sie aber find es, die den Inhalt der deutschen Note nalen Gewerkschaftsbundes unter den ihm angeminister des Auswärtigen ernannt worden ist. Außerdem ist vom 13. November an die Reparationskommission am stärt- schlossenen Berufsorganisationen und den internationalen Beaus ihr zu ersehen, daß der Staatssekretär im Reichswirtschafts- ften beeinflußten, jene Note, die bekanntlich auch das Repa- rufssekretariaten folgten in dieser Beziehung nach Deutschland ministerium, Prof. Dr. Hirsch, auf seinen Antrag in den rationsprogramm der neuen Regierung darstellen soll. Deutschösterreich und die Tschechoslowakei am 19. Dezember einstweiligen Ruhestand versezt worden ist. Benn die Parteien der Arbeitsgemeinschaft nächstens in 1918, Frankreich am 23. April 1919, Schweiz am 27. Juni, Der neue Reichsaußenminister entstammt der alten Schule offener Sigung dieses Programm ausdrücklich billigen wollen, Jugoslawien am 12. Dezember, Schweden am 17. Oktober, der Diplomatie und war schon in kaiserlicher Zeit im diplo- so bedeutet das eigentlich ein Vertrauensvotum für Schmidt Holland am 1. November und Bolen am 18. Dezember 1919, matischen Dienst tätig. Er gehört aber zu den Diplomaten und Hirsch, nicht aber für Cuno und Rosenberg und am Spanien am 15. Januar 1920, Luxemburg am 14. Dezember alten Stils, die den Erfordernissen der neuen Beit Rech- allerwenigsten für Becker- Hessen. Umgekehrt entsteht die 1920 und Belgien am 14. Juni 1921. In Dänemark, Großnung getragen haben. Auch bei früheren Krisen wurde er Frage, wie fich ein Vertrauensvotum für Becker- Hessen mit britannien, Italien, Canada und Ungarn war der Achtstunden1920 und Belgien am 14. Juni 1921. In Dänemark, Großwiederholt als Kandidat für das Ministerium des Aeußeren einer aufrichtigen Billigung jenes Programms vereinbaren britannien, Italien, Canada und Ungarn war der Achtstundengenannt. Man sagt ihm Sicherheit bei Verhandlungen nach, läßt. tag noch nicht gefeßlich eingeführt. feine parlamentarische Gewandtheit wird er erst beweisen Der neue Mann an der Spize des Auswärtigen Amtes müffen. weiß aus Erfahrung, was dem Deutschen Reich jener Zug von In allen Besprechungen über die umzubildende Regierung Untlarheit und 3 witterhaftigkeit, der seiner ist die Notwendigkeit anerkannt worden, ein reibungsloses Außenpolitit so oft anhaftete, geschadet hat. Hier ist die Klippe, Zusammenarbeiten zwischen dem Außenministerium, an der er scheitern fann, es fragt sich, ob er die Kraft haben dem Wirtschaftsministerium und dem Finanz wird, sie zu umsteuern. ministerium zu erzielen. Ein solches Zusammenarbeiten bestand bis in die letzte Zeit hinein zwischen den beiden lettgenannten Aemtern, wurde zu Schmidt und Hermes der richtige dritte Mann gefunden, so war das Ziel erreicht. Nun stellt sich das Dreimännerkollegium, das dazu berufen ist, das Reparationsproblem und die mit ihm zusammenhängenden Wirtschaftsfragen einheitlich zu be handeln, infolge der Regierungskrise ganz anders dar. Es heißt jetzt v. Rosenberg, Becker- Hessen, Hermes. Ob Herr Hermes in diesem Kollegium die Führung behalten wird, muß bei der ausgeprägten Eigenart des Herrn Becker- Hessen als zweifelhaft erscheinen, ebenso auch, ob Herr v. Rosenberg start genug sein wird, Herrn Beder ein Gegengewicht zu bieten. Biel wird natürlich auch von der Einwirkung des neuen Kanzlers abhängen. Die Berabschiedung des Staatssekretärs Dr. Hirsch ist weiter nichts als eine natürliche Konsequenz der neuen Entwidlung. Hirsch war neben Schmidt der von der Rechten am meisten gehaßte Mann. Als es noch so schien, als ob die Mög lichkeit, Robert Schmidt von seinem Posten zu entfernen, nicht Nachdem nunmehr auch die Ernennung des Außenministers erfolgt ist, wird das Kabinett Cuno heute nach der Reichskanzler die Parteiführer empfangen, um ihnen mittag seine erste Sigung abhalten. Morgen vormittag wird Kenntnis zu geben von dem Regierungsprogramm. Die Erflärung der Regierung im Reichstage wird, wie bereits angefündigt worden, nachmittags 2 Uhr erfolgen. Der sozialdemokratische Partei ausschuß tritt am Freitagvormitag zur Beratung der politischen Lage zusammen. Der neue Reichsminister des Innern, Dr. Deser, der bisher Landeshauptmann der Provinz Sachsen war, ist, wie die PPN, erfahren, von der preußischen Regierung auf 4 Monate beurlaubt worden, um die Leitung des Reichsminifteriums des Innern übernehmen zu können. Deser hat also Gelegenheit, während der kommenden 4 Monate immer wieder sein bisheriges Amt zu übernehmen. Forderungen der Labour Party. hier eintreffenden Meldungen aus Lausanne glaubt man an eine allgemeine Entspannung in den Verhandlungen mit der Condon, 23. November.( WTB.)„ Times" meldet, die Türkei, und man erblickt ein besonderes Symptom dafür in der Arbeiterpartei habe befchloffen, zu verlangen, daß fie als die bei verföhnlichen Aussprache, die Ismet Bascha im Laufe des vor weitem stärkste Oppositionspartei im Unterhause als offizielle Opposition mit allen Rechten und Vorrechten, die damit ver- habt hat. bunden find, anerkannt werden foll. London, 23. November.( WIB.) Den Blättern zufolge ist cine eigenartige politische Streitfrage zwischen der Arbei terpartei und den Asquith- Liberalen entstanden. Die Arbeiterpartei verlange für sich das ausschließliche Recht, die unterste Oppositionstant im Unterhause zu besetzen. Wenn fie diesen Anspruch durchsetze, würden die unabhängigen Liberalen in Zukunft nicht mehr einen Teil der Opposition ausmachen, sondern eine ifolierte Gruppe werden. Zwischen beiden Parteien hat ein Gedankenaustausch stattgefunden, ein Bergleich ist aber noch nicht crreicht worden. * troleumportommen vor. Nach den Wahlen von 1918 hatte die Arbeiterpartei, obwohl die stärkere der zwei Oppofitionsgruppen, den Asquith- Liberalen das Borrecht der Oppofition freiwillig eingeräumt. Die Entwiclung des gegenwärtigen Konflikts wird insofern von Interesse sein, Lausanne, 23. November.( WTB.) Die Führer der Dele als er vielleicht damit enden wird, daß mit dem total veralteten gationen der vier Balkanstaaten Jugoslawien, Rumänien, Bulga Brauche aufgeräumt werde, wonach es nur eine vollgültige Oppofi- rien und Griechenland hielten heute abend unter dem Borsiz des tionspartei geben darf. Es wird in der Tat allmählich an der Zeit, iugoslawischen Ministerpräsidenten eine mehrstündige Konferenz ab, daß die gänzlich fossile Geschäftsordnung des englischen Unterhauses allem in der thrazischen Frage, zu prüfen. Der Versuch eines um die Möglichkeit eines gemeinsamen Borgehens, vor den neuen Parteiverhältnissen angepaßt wird. Busammenschluffes der vier Balkanstaaten hat hier beträchtliches Aufsehen erregt. Für den Stand der Dinge ist die. gesetzliche Einführung insofern nicht ausschlaggebend, als sie verschiedentlich so unvoll. fommen ist, daß sie hinter der nichtgefeßlichen Regelung in anberen Ländern zurückbleibt. So wurde in Bulgarien der Achtstundentag zwar durch gesetzliches Defret festgelegt, infolge des Widerstandes der Unternehmer aber nicht durchgeführt. Die Arbeitszeit ist jetzt noch länger als acht Stunden, in der Textilindustrie beträgt sie 10 Stunden. In Dänemark wurde am 17. Mai 1919 zwischen den Unternehmern und den Arbeitszeit bis spätestens 1. Januar 1920 auf acht Stunden Gewerkschaften ein Abkommen getroffen, wonach die normale täglich oder 48 Stunden wöchentlich verringert werden sollte Seeleute, Landarbeiter und damit verwandte Berufsgruppen wurden ausgenommen, ebenso Kutscher, Heizer und andere. Die Unternehmer in den verschiedensten Ländern, wo die Arbeitnehmer sich auf den A cht stundentag in Deutschand berufen, gaben an, daß bei uns der Achtstundentag start überschritten werde, in Wirklichkeit also nicht durchgeführt gewiesen. Und zwar erstens durch den Bericht des ADGB., sei. Durch drei Berichte wurden diese Ausreden zurückweitens den Bericht einer holländischen Regierungskommission tallarbeiterverbandes. Leider muß gesagt werden, daß die Erund drittens den Bericht einer Delegation des belgischen Mehebungen im Frühjahr dieses Jahres in Deutschland noch ein günstigeres Bild boten, als wir es heute vor uns haben. Konnten die holländische Regierungskommission und die belgische Delegation feststellen, daß in der Metallindustrie in Berlin die wöchentliche Arbeitszeit 4612 Stunden betrage, so ist es damit zunächst vorbei. eingeführt. Dort war für die Metall- und die Textilindustrie In Holland ist die 45stündige wöchentliche Arbeitszeit gestrigen und geftrigen Tages mit Lord Curzon und Mussolini ge- bis Oktober 1922 eine Uebergangsperiode von der 48- StundenLausanne, 23. November.( Eca.) Die hier weilenden Ameri- Woche zur 45- Stunden- Woche festgesezt, doch sind auch hier faner haben mit Bertretern der Angora- Regierung über den Bau außer den landwirtschaftlichen Arbeitern die Handels- und und die Konzession von Eisenbahnen in Anatolien verhandelt. Schon Bureauangestellten, das Ladenpersonal, Hotel- und Kaffeefürzlich waren aus Konstantinopel Nachrichten eingetroffen, nach hausangestellte, Verpflegungsanstalten und ein Teil des denen Herr Chester, der Vertreter der amerikanischen Finanzgruppe Transportgewerbes ausgenommen. In Italien war der in Angora, dem Kommissariat für Wirtschaft und öffentliche Arbeiten Achtstundentag im Jahre 1919 auf gewerkschaftlichem Wege einen Plan für die Reorganisation Anatoliens vorgelegt hat. Ein für fast alle industriellen und landwirtschaftlichen ArbeiterTeil dieser Pläne sieht im Osten und Norden Anatoliens den Bau gruppen, sowie die Arbeiter der öffentlichen Dienstzweige einvon Eisenbahnen und die Ausbeutung der Grubenreichtümer in einem Umfreis von 20 Rilometern beiderseits geführt worden. Mussolini hat den Wünschen der italienischen dieser Eisenbahnen sowie die Ausnutzung der dort gelegenen Be Stinnesse" folgend damit aufgeräumt, nachdem die ArbeiterDer gleiche amerikanische Unter- fchaft genügend zersplittert war. In Canada ist der Achthändler foll gleichfalls einen großen Rekonstruktionsplan für die stundentag für den Bergwerksbetrieb durch Gesetz der Provinzzerstörten Gebiete und über die hebung des Aderbaues durch Ein- behörden eingeführt, außerdem im Baugewerbe an allen fuhr einer großen Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen vorgelegt größeren Blägen allgemein infolge Vereinbarungen, ebenso haben. Es dürfte sich bei den Lausanner Besprechungen wahrschein- für die Druckereien. Ungefähr 70 Proz. der industriellen Arlich um die gleichen Pläne handeln. beiter haben den Achtstundentag auch ohne Gefeß. Die Verordnung für Luremburg beschränkt sich auf die Arbeiter in und um Bergwerken, in Schächten, Gruben und auf Bergpläzen, in Schmelzwerken und Gießereien, sowie in Anlagen in Unternehmungen, wo Dampffraft oder elektrische Kraft vergefährlicher, ungesunder oder schädlicher Industrien, wie auch wendet wird, mit Ausnahme der Eisenbahner. In Bolen darf nach dem Gesetz Sonnabends nur 6 Stunden gearbeitet Die Lausanner Konferenz. werden. In Schweden besteht. die Achtstundenschicht für Englisch- französische Verständigung. fieben Tage mit 56 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit für gewiffe Unternehmungen mit durchlaufendem Tag- und NachtCondon, 23. November.( WTB.) Einer Blättermeldung aus Die Börse weiß nicht, was wird. betrieb, z. B. in Eisenhütten. In der Schweiz sind außer Kairo zufolge wird dort offiziös mitgeteilt, daß Frankreich beschlossen habe, Norbiprien zu behalten und es den Remalisten nicht ab- lich Am Berliner Devisenmarkt war heute das Geschäft ziem den Handelsbetrieben und Gastwirtschaften dem Fabrikgesetz zutreten. Aus Aleppo werde die Errichtung von Berteidigungsanlagen lich gering, die Stimmung jedoch etwas fefter als vorgestern. Alle die Gewerbebetriebe mit weniger als sechs Arbeitern nicht gemeldet. Der Beschluß Frankreichs ist, wie verlautet, ein Ergebnis beteiligten Streife beobachten vorläufig eine gewisse Zurückhaltung. unterstellt, sowie die Gewerbebetriebe ohne Maschinen und der legten Unterredungen zwischen Poincaré und Lord Curzon. Es überwiegt jedoch die Auffassung, daß die jetzigen verhältnis. iugendliche Arbeiter. Auch in Spanien läßt das Gefeß Der Sonderberichterstatter des Daily Chronicle" auf der Lau- mäßig niedrigen Rurse fich nicht lange halten werden. Der Dollar eine große Anzahl Ausnahmebestimmungen zu. In der fanner Ronferenz schreibt, das in letzter Stunde, anscheinend durch wurde gegen Mittag mit 6200 gehandelt. Tschechoslowakei find Ausnahmen insofern aufäffig, als eine übermenschliche Anstrengung Lord Curzons, gegen den hartfür eine Reihe von Gruppen an Stelle des Achtstundentages An den Effektenmärkten herrscht Wiederauftauftim die 192stündige Arbeitszeit innerha vier Wochen treten kann. nädigsten Widerstand Poincarés, erzielte englisch- franzöfifche Uebereinkommen werbe wohl allmählich im Laufe mung. Auf der ganzen Linie steigende Kurse unter dem Einfluß Im Bedienungsgewerbe( Friseure, Kellner und Dienstbotender Konferenz und auch wahrscheinlich auf der bevorstehenden Brüf- bedeutender in- und ausländischer Käufe. Bemerkenswert ist das personal) besteht meist 10ftündige Arbeitszeit. Aus Ungarn feler Reparationstonferenz zutage treten. rege Interesse, das die Spekulation in letzter Zeit den Attien ver- wird berichtet, daß in den meisten Industrien die 48- StundenParis, 23. November.( TU.) Poincaré erstattete gestern dem fchiedener Müllereibetriebe zuwendet. Es wird behauptet, Woche beſteht. Ministerrat über die Unterredung, die er in Lausanne mit Mussolini daß diese Unternehmungen bei den jüngsten Preissteigerungen am Die Erhebungen, denen sechs Fragen zugrunde lagen, und Lord Curzon sowie mit den Bertretern Rumäniens, Jugo- Getreidemarkt kolossale Ronjuntturgewinne erzielt erstreckten sich auch auf die Fragen, ob Regierung oder flawiens und mit Ismet Bascha geführt hat, Bericht. Nach den hätten. Parlamente die Arbeitszeit im allgemeinen zu ver Dollar 6200. " längern suchten, wie auch, ob die Unternehmer Frage einseitig die vermeintlichen Intereffen der Katholiken sammen aus der forporativen Mitgliedschaft der Städte und solche Versuche machten. Das Unternehmertum macht natür- veriritt. Nach dem katholischen Dogma darf es über Landgemeinden. Nach den Beschlüssen des 5. Deutschen lich allenthalben den Versuch, die Arbeitszeit zu verlängern haupt keine gesetzliche Lösung der Ehe gehen. Das Städtetages 1921 fönnen z. B. dem Deutschen Städtetag als und sucht daher auch die Parlamente und Regierungen in 3entrum begeht also Spiegelfechterei, wenn es gegen den so- ordentliche Mitglieder beitreten die deutschen Städte feinem Sinne zu beeinflussen. Ueberall beruft es sich auf zialdemokratischen Antrag ein katholisches Dogma ins Feld mit mindestens 10 000 Einwohnern und Kommunalverdie Wirtschaftslage und flagt, daß es in seiner Kon- führt, das sich gegen das bereits bestehende Gesez wendet. Für bände, in denen die Städte überwiegen. Städte mit furrenzfähigkeit auf dem nationalen und internationalen überzeugte Ratholiten wird dieses Dogma auch weniger als 10 000 Einwohnern fönnen sich als außer Markt durch den Achtstundentag beschränkt sei. In Schwe nach der Reform Geltung behalten. Will das Zentrum für ordentliche Mitglieder anschließen. Den ordentlichen den wurde das Achtstundentaggefeß im Laufe des Jahres fich das Recht in Anspruch nehmen, das katholische Dogma Mitgliedern stehen für die Tagungen des Deutschen Städte1921 wesentlich verschlechtert. In Holland fordert auch Nichttatholiken aufzuzwingen? tages bis zu 25 000 eine Stimme, über 25 000 zwei Stimmen, das Unternehmertum den Zehnstundentag genau wie Stinnes Ethische Bedenken gegen den Reformvorschlag fann über 50 000 Stimmen drei Stimmen und bei mehr als in Deutschland. In Jugoslawien ist es verschiedentlich die ,, Germania" nicht anführen. Wenn es in dem Artikel 150 000 für jede weiteren angefangenen 100 000 eine Stimme gelungen, die Arbeitszeit auf 10 Stunden zu verlängern, heißt: Das Wesen der Ehe liegt in dem festen Willen, die von mehr zu. Die außerordentlichen Mitglieder können einen während in Canada nur die unorganisierten Arbeiter auf der Natur vorgezeichnete Aufgabe des Ehebundes gemeinsam Vertreter ohne Stimmrecht entfenden. Die Vertreter den Neun- bis Zehnstundentag zurückgedrängt werden konnten. zu lösen", oder„ Ein Mann und eine Frau, die einem Kind werden gewählt von den Gemeindeparlamenten. Deswegen In Luxemburg und wohl auch anderwärts wird durch das Leben geben, tönnen nicht mehr frei über ihre persönlichen wird die parteipolitische Zusammensetzung der deutschen Ueberschichten und leberstunden das Ziel zu erreichen ver- Bestrebungen bestimmen, weil sie eben schon eine Pflicht auf Städtetagparlamente den Fraktionsverhältnissen der Stadtsucht. In der Schweiz wurde in einer Reihe von Einzel- fich genommen haben", so sind das Säge, die auch wir unter verordnetenversammlungen angemessen sein. fällen die 52stündige Arbeitszeit bewilligt und auch in fchreiben können. Um all das handelt es sich bei der Reform Eine in den Mitteilungen der Zentralstelle des DeutSpanien gelang es in der Praxis, den gefeßlichen Acht aber gar nicht. Sie will lediglich einem Zustand ein Ende schen Städtetages"( 1920 Nr 21) veröffentlichte Statistik über stundentag zu überschreiten. Da die Unternehmer des einen machen, der an sich unehrlich und unfittlich ist. Die parteipolitische Zusammensetzung der GemeindevertretunLandes fich darauf berufen, daß in Nachbarländern Leichtsinnige Antragsteller" und" Richter mit lagen Auf- gen könnte demnach einen ungefähren Maßstab bieten. Dabei längere Arbeitszeit bestehe, wurde auch die Frage gestellt, ob faffungen" finden auch heute ihre Gründe zur Ehescheidung. ist allerdings zu berücksichtigen, daß seit dieser Veröffentdie Unternehmer dafür Beweise anführen. In Bulgarien Die Moral, auf die sich das Zentrum stützt, ist gerade in diesem lichung vielerorts Stadtverordnetenwahlen statfanden, die die 3. B. sprechen sie nicht von den Nachbarländern, sondern be- Punkte eine Schein moral. Und der gilt der Kampf Verhältnisse geändert haben. Schäzen wir aber, um überrufen sich auf England, Frankreich und die Schweiz. In der Sozialdemokratie. Nur Mangel an Mut und Konsequenz haupt eine Borstellung zu ermöglichen, auf Grund jener StaDänemark erklärten die Unternehmer, daß in der ganzen tann das verkennen. fiftit etwa die parteipolitische Zusammensetzung des West= Welt die Tendenz zur Beseitigung des Achtfälischen Städtetages. Diefer Statistit gemäß stehen stundentages bestehe und in den Achtstundentagländern die bürgerlichen einerseits und die sozialdemokratischen Frakso viele Ausnahmen beständen, daß das Gesetz dadurch illuforisch gemacht sei. Man verwies auf Schweden, Deutsch- sturz geraten sind, von den einflußreichsten Kreisen der Daß die Wirtschaftsmisere, in die wir durch den Mark- vinz Westfalen wie folgt gegenüber: tionen andererseits sich in den wichtigsten Städten der ProDas Unternehmertum fordert überall Hebung der Schwerindustrie für ihre 3wede ausgenutzt, daß mit Absich: Produktion und Verbilligung der Produktion auf ihre weitere Ausdehnung hingearbeitet wird, ist bekannt. durch längere Arbeitszeit. Würde dem Verlangen Die Abneigung bestimmter Kapitalistengruppen gegen Deder Unternehmer überall stattgegeben, wäre die Arbeitnehmer- Difenverordnung, Martstabilisierung ist durch rein materielle schaft nicht start genug organisiert, um die Absichten des Interessen bedingt. Das Mäntelchen der Sachverständigkeit Unternehmertums zu vereiteln, dann wäre die Folge davon, ändert an der Interessiertheit dieser Kreise nichts. Es ist nur daß die Arbeiter in allen Ländern zwar länger arbei- felten, daß das offen zugegeben wird. Um so wertvoller ist ten, die Konkurrenzverhältnisse in den einzelnen die folgende Aeußerung der Neuen Leipziger Zeitung": Ländern jedoch die gleichen würden wie zuvor, worauf wiederum unter Berufung darauf eine noch längere Arbeitszeit herauszuschlagen versucht würde. Die privat tapitalistische Wirtschaftsweise, sucht durch ihre Vertreter allenthalben ihren Heißhunger nach Mehrwert zu stillen, der nie ganz zu stillen ist und dem deshalb die Schranke des Achtstundentags gezogen bleiben oder werden muß. land, Schweiz und Finnland. Zentrum und Ehescheidung. Die Germania", das offizielle Organ der Zentrumspartei, hat eine furchtbare Entdeckung gemacht. In Oregon City sind in den letzten beiden Jahren 980 Ehescheidungen gegen 711 Heiraten registriert worden. Seit dem 1. Juni dieses Jahres stehen gar 200 Scheidungsanträge 150 Heiraten gegenüber. Zu diesen Zuständen wird man auch in Deutsch land kommen, so ruft die„ Germania" händeringend aus, wenn es Sozialdemokraten und Demokraten gelingt, den Gesetz entwurf zur Reform der Ehescheidung durchzusetzen. Ganz verzweifelt ist fie darüber, daß auch die Deutsche Tageszeitung", das Organ der Deutschnationalen, in diefen umstürzlerischen Chorus mit einstimmt. Ein Geständnis. Münster Halle Sozialdemokraten Bürgerliche ETT Bielefeld Hamm Dortmund Recklinghausen Buer Bochum Gelsenkirchen Iserlohn 8 33 52 33 27 12 33 13 27 30 45 35 29 31 24 24 42 42 15 27 218 364 ,, Scien wir doch ehrlich, das offen auszusprechen, was die Entente ohnehin weiß, und deswegen sie uns auch der Unehrlichkeit eiht: Nämlich, daß die steuerlichen Sonderbestimmungen über die Rückstellungen zum Zwede notwendiger Erneuerungen, über das Die Verhältnisse liegen natürlich in Provinzen mit werbende Kapital usw., von weiten Kreisen dazu benutzt werden weniger zahlreicher Industriebevölkerung für uns nicht günstifann, um das eigentliche persönliche Steuersoll zu schmälern. Biel- ger. Hieraus erklärt es sich, daß die Städtetage und diesen fach sieht man es geradezu als ein Berdienst an, auf diese Weise zweckverwandten Organisationen ihren bedeutungsvollen Eindem Staate beträchtliche Summen zu hinterziehen, teils aus inner- fluß auf die kommunalpolitische Entwicklung, insbesondere auf politischer Opposition, teils aber auch wegen der Erfüllungspolitik die Gesetzgebung in den Ländern und im Reiche in der Richad abfurdum". Und daß aus diesem letzten Grunde von wirtschaft- tung der bürgerlichen Politit ausspielen können. Diese Tatlich mächtigen Gruppen geradezu eine forcierte Martentwertung auf fache sollte bei den im kommenden Frühjahr zu erwartenden dem Wege einer ins Ungemessene gehenden Devisenspekulation be- Kommunalwahlen in Preußen nicht unbeachtet trieben worden ist und noch betrieben wird, ist ebenfalls ein offenes bleiben. Bei der großen kommunalpolitischen Bedeutung der Geheimnis." Städtetage und verwandten Organisationen müssen unsere Vertreter in den Stadtparlamenten es sich dringend angelegen fein laffen, alle Möglichkeiten, Einfluß auf die Politik der Städtetage zu gewinnen, erschöpfend auszunutzen. Die Reichskonferenz sozialdemokratischer Gemeindevertreter wird voraussichtlich auf lange Zeit hinaus ein frommer Wunsch bleiben, obwohl in ihr ein starkes sozialdemokratisches Gegengewicht gegen den von bürgerlicher Politik beherrschten Deutschen Städtetag geschaffen werden könnte. Den provin ziellen und Landesstädtetagen hingegen fönnen wir bereits provinzielle fozialdemokratische Gemeindevertretertonferenzen entgegensehen, deren Ausbau wir uns sehr angelegen sein lassen müssen. Um so verständlicher und einleuchtender sollte auch bür gerlichen Kreisen es sein, wenn die Sozialdemokratie erklärt, daß sie nur eine solche Regierung unterstützen kann, die gegen diese wirtschaftlich mächtigen Gruppen" im Interesse der Gesamtwirtschaft radikale Maßnahmen gegen Devisenspekulation und für die Markstabilisierung unternimmt. Sozialdemokratie und Städtetage. Man kann nicht gerade behaupten, daß die ,, Germania" hoch von den Zentrumsanhängern denkt, wenn sie von einer Ehescheidungsreform eine Massenflucht aus der Ehe erwartet. Die Sozialdemokratie hat leider in den Bereinigungen der Aber hören wir, was das Zentrumsorgan gegen die Reform Städte und Landgemeinden und sonstigen fommunalen Fachsonst vorzubringen hat. Als Sachverständige auf diesem Ge- verbänden nicht den Einfluß, der ihr nach ihrer politischen biete führt sie den Pater Lehmkuhl und den Jesuiten Bedeutung zusteht. Parteipolitische Uebersichten über die ZuSchmidt an, die den Nachweis führen, daß die Eheschei- fammensetzung der Parlamente des Deutschen Städtetages, dung nach fatholischem Dogma unmöglich ist. bezieht sich weiter auf die Eingabe der katholischen der deutschen Länder und anderer kommunalpolitischer FachSie des Reichsstädtebundes, der Stadt- und Landgemeindetage Bischöfe Deutschlands vom 11. November, in der gegen die Reform Sturm gelaufen wird. Seltsam, daß das offizielle Organ des Zentrums, dasselbe Organ, das seinerzeit von der Entfonfessionalisierung des Zentrums Kunde gab, in dieser Die Geistigen und der Arbeitsmann. Bon Hans Bauer. • Für die Gemeinden. Der neue Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Landessteuergefehes, der zurzeit im Finanzpolitischen Gemeinden für Gehälter und Versorgungsbezüge von 60 Proz. vor. Ausschuß des Reichswirtschaftsrates zur Beratung steht, sieht eine Beteiligung des Reiches an den Mehraufwendungen der Länder und Inzwischen ist jedoch im Reichswirtschaftsrat eine Einigung dahin erfolgt, daß das Reich unter gewissen Sicherungen gegen eine ungerechtfertigte Vermehrung der Beamten und Angestellten in den Geverbände sind nicht vorhanden. Man kann daher nur auf einem Umwege über die Gemeindeparlamente zu. einer Schäzung der parteipolitischen Zusammensetzung jener Organisationen gelangen. Die Städtetage usw. setzen sich zu- meiden 75 Pro3. übernimmt. Opernfilme. Der historische Film ist tot. Oder so gut wie tot.| bei der Rückbeförderung der Truppen hingewiesen. Für die KoNiemand mag mehr von ihm wissen. Die Regisseure sind aber noch lonien selbst wird räumliche Trennung der Europäerquartiere und immer verliebt in die große Gebärde, in das Kostüm, in den Rahmen. der Einwohnerviertel für erforderlich erklärt; für Marseille und Ueberdies gehört es zu den Gepflogenheiten des Films, auf ein Paris die Errichtung folonialer Krankenhäuser für die aus den Den Geistigen geht es nicht gut. Ihr sozialer Zustand hat sich Schlagwort, auf eine Methode eingeschworen zu sein. Ueber Nacht Kolonien zurückkehrenden verlangt. Verschiedene Berichte über sozusagen hat sich ein Ausweg gefunden. Man dreht in Zukunft nicht die Berbreitung von Lepra, Trachom, Geschlechtstrankheiten, gegenüber der Vorfriegszeit nicht nur absolut, sondern auch relativ mehr historische Stoffe, man vertieft sich in die Operntertbücher. Je Wurmfrankheiten usw. in den Kolonien selbst lassen schließen, daß verschlechtert. Es ist eine Tatsache: der Durchschnitt der Geistigen theatralischer die Opernlibretti sind, desto filmwillkommener. Das die von dort nach Europa verschidten Eingeborenen gesundheitlich verdient weniger als der Durchschnitt der Handarbeiter. Trotz dieser führt natürlich zu einer Leere, die geradezu fürchterlich sein wird. bedenklich genug sein müssen; ein Vortrag behandelt ausschließlich sozialen Nivellierung, an der ja im übrigen weder der Handarbeiter Sind schon die alten Opernterte an sich Bergewaltigungen des Ge- die Tuberkulose unter den afrikanischen Truppen der Rheinarmee noch die Republit, sondern nur das Untalent der Geistigen schuld ſchmacks und des gefunden Menschenverstandes, wie erst werden ihre und schlägt besondere Maßnahmen vor. ift, ihre wirtschaftlichen Kämpfe mit den Mitteln des Handarbeiters, Borgänge, des musikalischen Rüdgrets beraubt, im Film lächerlich denen der Organisation nämlich, zu führen..., froß dieser Nivel. wirken. Nicht jeder Opernstoff enthält soviel dramatische Schlagkraft aller Art begleiteten den Dampfer Scythia von der Cunard- Linie Der Ueberfeedampfer als Begelhaus. Tausende von Bögeln lierung hat die Annäherung von Hand zu Kopfarbeitern feinen wie etwa" Carmen", die vor ein paar Jahren als hinreißend tempe- auf seiner legten Reise von New York nach England und ließen sich ramentvoller Film das Licht der Leinwand erblickte. Die Filmfirmen Fortschritt gemacht. Zum Teil liegt das an dem dummen Steh drohen bereits eine Reihe von Opernbilderbüchern an, u. a. eine Ber- in einer Entfernung von etwa 600 Kilometern von der amerikanischen fragenproletarierftotz der Kopfarbeiter, dem die Annäherung un- filmung des Fra Diavolo". Wie alle Filmmoden wird sich glück- Rüfte in so dichten Schwärmen auf das Schiff nieder, daß diejes erwünscht ist, zum Teil an dem Arbeiter. Der Arbeiter mißtraut licherweise auch diese Opernmanie bald überlebt haben. Jedenfalls zu einem schwimmenden Bogelhaus verwandelt wurde. Sie nisteten dem Geistigen. Auch dem fortschritlichen. Die Geistigen müssen sich die Kunst gewinnt bei dieser Methode nichts. Ebensowenig der gute sich selbst in die Salons ein, und einige fanden sogar den Weg in darüber klar werden, daß der Arbeiter ein Recht dazu hat. Es gibt Geschmack und auch nicht die technische Entwicklung. Und ob das den Maschinenraum. Die Vögel waren allem Anschein nach von den soundso viel Geistige, die zuweilen wiziger und formvollendeter das Ausland, vor dem ja der deutsche Film den größten Rotau macht, Südamerika überrascht hatten, getrieben worden und suchten auf dem heftigen Stürmen, die sie auf ihrer Herbstwanderung von Nord- nach gestaltet haben, was er von seinen Führern in der Versammlung sich gerade allzusehr für Opernfilme interessieren wird, bleibt zu Schiffe Schutz. Viele der kleineren Bögel gingen unterwegs an Erhörte. Aber wenn es dann hart auf hart ging, dann hielt der schöpfung ein, aber als die Scythia in Liverpool eintraf, hatte fie Führer stich und der Geistige versagte. noch immer eine große Anzahl der verirrten Bögel an Bord, die sich, nachdem das Schiff vor Anter gegangen war, bald in den Bäumer und Sträuchern der Anlagen des Landungsplages häuslich niederließen. Unter den Bögein, die die Reise als blinde Passagiere geund Brieftauben; besonders bestaunt wurden auch drei Zwergmacht hatten, befanden sich viele Kanarienvögel, Hänflinge, Drosseln ohreulen, die mit ihren fagenähnlichen Gesichtern einen unheimlichen Eindruck machten. Beispielsweise: Wie herrlich konnte der„ Simplicissismus" vor dem Kriege dem Arbeiter aus dem Herzen sprechen, wie entdeckte er Züge am Agrarier und am Militär, die selbst dem Arbeiter bisher entgangen waren. Das alles war nüanciert, geiftvoll, aber wir wissen nun auch, daß es charakterlos war. Die, wo sie sehen wollten, den Splitter eines Mienenverziehens entdeckten, die sehen heute nicht einmal den Balken des Fechenbach- Urteils. Der Arbeiter weiß nun: Ihr wolltet nicht die eine bestimmte Sache treffen, ihr wolltet, irgendeiner Sache ein hübsches Gewand geben. Euch fanr es auf die Form, uns fommt es auf den Inhalt an. mindest sehr, sehr fraglich. Wie wird der Winter? In weitesten Kreisen glaubt man, daß auf einen heißen Sommer ein strenger Winter folge, während einem fühlen Sommer ein milder Winter entsprechen soll. Das läßt sich aber in dieser Ausschließlichkeit nicht behaupten. Wie der bekannte ausführt, speichert ein sehr strenger Winter in Erde und Wasser soMeteorologe Prof. Kaßner in der Leipziger Illustrierten Zeitung" viel Kälte auf, daß dann im Frühjahr und Sommer große Wärmemengen nötig sind, um einen Ausgleich zu schaffen. Nach dem falten Winter von 1921/22 folgte daher ein kühler Sommer. Auf einen sehr milden Winter hin gibt es meistens einen warmen Sommer, weil dann die Kälteansammlungen nicht bedeutend find. Einem sehr warmen Sommer entspricht aber aus anderen meteorologischen Ostwinden. Nach einem mäßig warmen Sommer haben wir einen Gründen meistens ein folgender falter Winter mit unangenehmen mäßig milden Winter zu erwarten, und dies dürfte wohl in diesem Jahr der Fall sein. Schauspielhause vom Verein„ Berliner Breffe" und der Intendanz des Die Hauncle" eftaufführung. Am Sonnabend who hm Staatl. Staatstheaters zum 60. Geburtstage Bebart Hauptmanns eine Feitauffüh rung von„ Canneles Himmelfahrt" veranstaltet. Ihr geht das Vorspiel zu den„ Meistersingern", dirigiert von Mag v. Schillings, voraus. 51. Lebensjahre in Berlin gestorben. Besonders hat er gewisse Entartungen Dr. Jwan Bloch, einer unsrer bekanntesten Segualforscher, in im des Geschlechtslebens fulturhistorisch untersucht, so den Marquis de Cabe. Berbreitung fand sein populares Buch„ Das Serualleben unserer Zeit". Bon allgemeinerem Interesse war seine Geschichte der Prostitution". Groje " Und dann fühlt der Arbeiter auch dies: Das Geistige müßte bestimmt sein, die Erde besser zu machen, die großen, ewigen Ideen der Menschenliebe und Friedfertigkeit zu propagieren. Viele Geistige haben propagiert und propagieren. Die Geiftigen als Kategorie Die farbigen Truppen als Krankheitsträger. Kürzlich fand in tun dies aber keineswegs. Und wo sie es im allgemeinen tun, ver- marseille ein internationaler Kolonialfongreß für öffentliche sagen sie im besonderen. Es gibt soundso viel schlichte Leute, die Gesundheit und soziale Vorbeugung unter zahlreicher Beteiligung institut der Technischen Hochschule veranstaltet in Verbindung mit der Ukraine Woche an der Technischen Hochschule. Das Außennie cin Wesen von ihrem Weltgefühl gemacht, es vielleicht sogar hervorragender französischer Mediziner statt. Darüber berichtet die Deutsch- Ukrainischen Gesellschaft in der Zeit vom 27. November bis niemals in Worte gefaßt haben, aber trotzdem auch in den Monaten Klinische Wochenschrift": Es wurden viele Beiträge zur Hygiene 7. Dezember unter der Bezeichnung, Ukraine 23oche eine Vortragsder wildesten Kriegspsychose besonnen blieben. Selbst ein so großer der Tropenländer geliefert. So furz und zurückhaltent die bisher reibe. Die Vorträge finden im Saal 301 der Technischen Hochschule Dichter wie Gerhart Hauptmann aber ist zuweilen schwach geworden. vorliegenden Berichte in ihrer vorsichtigen Abfaffung sind, so geht( Erweiterungsbau) in der Zeit von 6-8 Uhr nachmittags statt. Selbst der Dichter der Weber" und des" Hannele" hat im Kriege aus ihnen scharf hervor, daß der lange Aufenthalt afrikanischer Die berechtigte deutsche Zola Ausgabe. Nach langen und böse und geschmacklose Verse geschrieben. Truppen in Frankreich gesundheitliche Gefahren für die dortige Beichwierigen Verhandlungen ist dem Kurt- Wolff- Verlag in München gelungen, Der Sozialistenmarsch ist nicht so gut gedichtet wie Lissauers tämpfen beginnt. 3war wird die Bedrohung durch Keimträger französischen Schriftstellers der Neuzeit, abgesehen von einigen rühmlichen völkerung hervorruft, die man ernstlich zu fürchten und zu be- die Autorisation für eine deutsche Zola- Gesamtausgabe zu erhalten. Damit wird der unwindine Zustand beicitigt, daß die Nomane des bedeutendsten Haßgesang gegen England. Wenn die Geistigen wollen, daß der verschiedener Art unter den eingeborenen Rekruten für Paris als Ausnahmen, nur in schlechten und verstümmelten Uebersetzungen zugänglich Arbeiter sie lieben lernt, so mögen fie einsehen, daß der Sozialisten- gering erflärt, froßdem wird empfohlen, an den im Kriege be waren. Die neue Ausgabe bringt vollfommen neue Hebertragungen marsch trozdem die bessere Dichtung ist. folgten Maßnahmen festzuhalten und auf amerikanische Vorbilder unserer besten Ueberseker. " Schulreaktion in Berlin. Der Fall Franz und die Presse. Müllabfuhr- Aktiengesellschaft" am 2. November wieder eröffnet Der Preußische Landtag beschäftigte sich heute zunächst mit der und die Arbeit am gleichen Tage aufgenommen wurde, noch nicht Mitteilung des Finanzministers über den Einspruch des Reichs:„ Ingenieur" Franz war das Gericht( auf Wunsch der beteiligten das nicht an den Mülltutschern, sondern daran, daß nicht ge= Ver dem Ausschluß der Deffentlichkeit im Prozeß gegen den gelungen ist, die Müllberge von den Höfen zu beseitigen, so liegt finanzministers gegen Biffer 156 der preußischen Besoldungs= vorschriften( betreffend Anrechnung der Anwärterzeit der Parteien) der Berichterstattung in weitgehendstem Maße entgegen. Berfügung stehen. Die Müllkutscher fönnen ihre Arbeitskraft aus nügend Eisenbahnwaggons zum Verladen des Mülls zur Stenographen und Hilfsbeamten beim Preußischen Landtag). Die gekommen. Die Presse erhielt Zutritt zu den Verhandlungen. Hier diesem Grunde nicht voll auszuzen, sie können anstatt 3 Fuhren Mitteilung geht an den Ausschuß für Beamtenangelegenheiten. aus erwuchs ihr die natürliche Verpflichtung zur größten Vorsicht nur 2 Fuhren täglich leisten. Wäre dieser Waggonmangel nicht, Danach werden gemeinsam beraien die Großen Anfragen und Korrektheit. Durch die Schuld der Presse selbst hat nun die ge- würde das Müll von den Grundstücken bald beseitigt sein. Die Müllder früheren Unabhängigen vom 27. August 1922, betref- famte Deffentlichkeit schwer zu büßen. Eine der Belastungszeuginnen. futscher haben selbst das größte Interesse daran, ihre Touren fauber fend die Fräulein H., führte in der Gerichtsverhandlung mit Recht Beschwerde zu halten, denn trodenes im Kasten befindliches Müll ist bedeutend Nichtbestätigung von 12 Berliner Gemeindeschulretforen darüber, daß sie durch die Nennung ihres Namens in der Presse sich leichter als durch Regen durchnäßtes. Müßten die Kutscher sich durch das Provinzialschulkollegium und der Kommunisten vom schwer beeinträchtigt fühle. die Kästen selbst vollschippen, so fönnte die tariflich festgesette 31. Mai 1922, betreffend die bisher nicht erfolgte Bestätigung der Wieder einmal ein fleiner Beitrag zu dem unerquicklichen Arbeitsleistung nicht ausgeführt werden. Aufgabe der Vermieter am 1. Oktober 1921 erfolgten Wohl des Studienrats Dr. Lier zum Kapitel: Justiz und Presse. Als könne man sich nicht ein für allemal ist es, solange Müll auf den Höfen lagert, für die Füllung der Kästen Direktor der Diesterweg- Realschule. darüber flar werden, daß die Gerichtsberichterstattung nicht den zu sorgen.#shibaited niedrigsten Instinkten des sensationslüsternen Publikums Borschub zu leisten habe, sondern dem Bedürfnis der breiten Massen der Beöfferung dienen müsse, einem Bedürfnis, daß in gleichem Maße Priminalpädagogisch wie sozialpsychologisch begründet ist. Der Fall Franz dürfte ein ganz besonderes Interesse für die Deffentlichkeit haben. Abgesehen von dem sensationellen Attendiebstahl und der nicht minder merkwürdigen Flucht aus dem Gefängnis sollten 3ustände zur Sprache fommen, die einen tiefen Einblick in die fittliche Verwirrung unseres öffentlichen Lebens und, im speziellen, in die mannigfaltigen Seiten der bestehenden Sexualverhältnisse gewähren mußten. Schon während der ersten Tage war es flar: Hier handelt Chefrau. Worauf es antommt, ist, daß die breite Deffentlichkeit aus es sich nicht allein um die Persönlichkeit des Herrn Franz und seiner diesem so kostspieligen Prozeß die nötigen Schlüsse zu ziehen in die age fäme und so, wenn möglich, auch dieser Fall wenigstens zu einer Gefundung unseres Lebens beitrage. hoben werden, daß es Abg. Leid( Scz.) begründet die erste Große Anfrage. Die Ber fagung der Bestätigung fei ein Mißbrauch des Aufsichtsrechts und eine Verfümmerung des ohnehin schon minimalen fommunalen Selbstverwaltungsrechtes. Seit anderthalb Jahren bestehe nun ein Provisorium. Da es sich durchweg um Angehörige der sozialistischen Partei handle, sei die Angelegenheit eine hochpolitische geworden. Der Ministerrat habe die Wahlen den Bezirksämtern übertragen. Offenbar sei er hierzu durch das Bezirksamt Tiergarten veranlaßt worden. Im Bezir? Tiergarten habe nämlich die Gefahr bestanden, daß eine sozialistische Studienrätin Leiterin einer Schule würde. Um dies zu verhüten, sei der neue Modus: Wahl durch die Bezirksämter, eingeführt worden. Das Provinzialschulkollegium habe also die zwölf gewählten Lehrer nicht bestätigt. Es müsse gegen das Provinzialschulkollegium der Vorwurf ernach polifischen Rüdsichten gehandelt habe. Seltsam sei, daß bei der Prüfung der Wahlen das Haupt" gewicht darauf gelegt wurde, die Gewählten als ungeeignet" zu fennzeichnen. wütende Sozialistenfresser habe man zu Bon größter Bedeutung jedoch für die Deffentlichkeit wären sachEraminatoren aufgestellt, um eben das Prädikat ungenügend" gemäße und dezente Berichte über die Sexualperhältnisse gewesen, die herbeizuführen. Für uns- betonte Genoffe Leid steht jedenfalls fich in dem Fall Franz in solcher Nacktheit offenbart haben. Die fest, daß die Nichtbestätigung der sozialistischen Lehrer zu Rektoren ganze Angelegenheit, einerlei wie sie für Franz und seine Ehefrau nicht aus sachlichen, sondern aus politischen Gründen auch enden sollte, ist nicht zu verstehen außerhalb des Rahmens der erfolgte. Unfere Große Anfrage hat nun eine Nachprüfung durch aktuellsten Fragen der feguellen Erziehung und Aufklärung der das Staatsministerium verlangt. Anscheinend ist auch eine gewisse Jugend, der sexuellen Heuchelei in Schule und Familie, der UnaufNachprüfung vorgenommen worden. Aber das Resultat scheint gleich Null zu sein, denn wir haben nichts davon gehört, daß irgendeine richtigkeit zwischen Eltern und Kindern, der ungefunden sexuellen Nichtbestätigung zurückgezogen wurde. Interessant ist auch, daß der Lüfternheit, die begünstigt durch übergroße, allein feligmachende Berliner Schulrat Paulsen bei der Prüfung der Dinge Strenge, die wunderlichsten Blüten treibt, des unglaublichen geübergangen wurde. Als er damals als Magistratsmitglied schlechtlichen Durcheinanders der Großstadt, einer Frage, die bereits zur Sache Stellung nahm, beeilte fich das Provinzialschulkollegium, ins Soziale hinüberspielt. Die Verweisung der Presse aus dem ihn schnell vor seinen Richterstuhl zu zitieren. Gerichtssaal unterbindet nun die Möglichkeit einer fruchtbaren ( Schluß im Morgenblatt.) fozialpsychologischen Ausbeute dieses interessanten Falles. Die Sieger der Zukunft" vertagen sich. Bor furzem berichteten wir von dem Plan, den gefallenen Angehörigen der Berliner Universität im Universitätsgarten ein Dentmal zu setzen, das die Inschrift tragen sollte:„ Invictis victi victuri" („ Den Unbesiegten die besiegten Sieger der 3u funft"). Jetzt weiß eine Korrespondenz zu melden, daß die für den Totensonntag geplante Einweihung dieses Erinnerungsmales vorläufig abgesagt sei, weil„ neue fünstlerische Beratungen nötig geworden" seien. 0 Wir wollen hoffen, daß sich diese Beratungen nicht nur auf die tünstlerische Seite der Angelegenheit beschränken, sondern auch die überaus anmaßende Inschrift, deren Verfasser übrigens Herr v. Wilamowiß- Möllendorf sein soll, einer ernsthaften Revision unterziehen. Mussolini gegen Deutschland. Causanne, 23. November.( EE.) Mussolini reiffe gestern abend nach Rom ab. Er erklärte den Journalisten, auf der Konferenz von Brüssel werde Italien bezüglich der Reparationsfrage feine Stimme erheben. Deutschland könne und folle bezahlen, und Italien werde sich jenen anschließen, die wollen, daß dies geschehe. Wäre es vielleicht doch nicht noch möglich, die Presse bei der Bernehmung der Sachverständigen und der Plädoyers wieder zuzulassen? Wie das Urteil auch ausfallen mag, die Richter des Ehepaares Franz werden, wie die Dinge nun stehen, sich nur vor ihrem Gewissen, jedoch nicht vor der breiten Deffentlichkeit zu verantworten haben. Diese wird den Spruch als gegebene Tatsache ohne Kritik hinnehmen müssen, um fich dann über seine Gründe fruchtlos den Kopf zu zerbrechen. Das hätte vielleicht doch vermieden werden müssen. Der Schatz im Walde. Frommer Zauber. Die Millionenunterschlagung des Kaffenboten Werner. hause Löwenherz werden noch folgende Einzelheiten. gemeldet: Zu der Aufklärung der Millionenunterschlagung bei den BankDer Kaffenbote Karl Werner und fein Bruder wurden gestern ven einem Wildunger Kommissar und einem Beamten nach Berlin gebracht. Sie befinden sich in der Stadtoogtei in Untersuchungsangestellt gewesen war, zeigte sich bei der Bank zunächst als ein haft. Beide sind geftändig. Karl Werner, der früher bei der Bost zuverlässiger Mann, spielte aber daneben die Rolle eines Lebemannes, die ihn mehr kostete als er einnahm. Go fam er auf Abwege und endlich zu den Unterschlagungen. Nach dem großen Streiche traf er sich sofort mit seinem Bruder und begab sich mit ihm in die Gegend von Finfenfrug bei Nauen. Hier vergruben die beiden in einem Sad aus Segeltuch und einer Blechbüchse einen Teil der Beute, Verschiebung der Brüsseler Konferenz? merkten sich die Stelle und traten dann von Spandau aus die Flucht Paris, 23. November.( Eca.) Die gestern abend hier einge- an. Gestern nachmittag fuhren Lerliner Kommissare und mehrere troffenen belgischen Minister Jaspar und Theunis sollen sich ameri- Beamte in einem Kraftwagen mit ihnen nach der Gegend von fanischen Korrespondenten gegenüber dahin ausgesprochen haben, vieler Mühe fanden die Brüder Werner endlich auch die Stelle Finkenkrug und suchten nach dem vergrabenen Schake. Mit daß sie fest gewillt seien, die Einladungen zur Brüsseler Konfe- wieder. Die Beamten gruben nach, entdeckten ihn unter Sträuchern renz nur dann auszusenden, wenn sie von vorn herein über etwa 4 Meter tief unter der Erde. Sack und Blechbüchse enthielten einen vollkommenen Erfolg dieser Konferenz Sicherheit 6000 Dollar und 3 Millionen in polnischen und hätten. Diese Nachricht scheint durch Ausführungen des Petit österreichischen Noten. Einige weitere Werte wurden in AbParisien bestätigt zu werden. Das Blatt hebt hervor, es sei viel- steigequartieren in der Gegend der Gitschiner Straße gefunden. Die leicht nützlich, vor dem endgültigen Zusammentritt der Konferenz sich Berhafteten haben außerdem noch mehrere Stellen bezeichnet, an zu vergewissern, ob die Alliierten, insbesondere Frankreich denen noch Geld verborgen ist. Hier wird von den Beamten noch und England, Aussicht hätten, sich über die Konferenz zu einigen. weiter nachgeforscht. Infolgedessen werden Theunis und Jaspar von den alliierten Regierungen verlangen, daß sie sich über die hauptsächlichsten Puntte des Programms der Brüsseler Konferenz einigen, ebenso wie die gleichen immer bestrebt, die Sünder zur Bußbank zu zerren, hatte gestern Die Heilsarmee, das ganze Jahr auf Buße eingestellt und Alliierten es auch für nötig befunden hätten, eine Einigung über ihren großen Tag. Zur offiziellen Feier der Buße verschreibt sie fich die Lausanner Konferenz herbeizuführen. Obwohl, so fährt der immer eine Größe in ihren Tempel in der Dresdener Straße. " Betit Parifien" fort, die englische Regierung in diesem Augen- Im vorigen Jahr war General Bramwell Booth in Berlin, in diesem blic sehr wenig auf solche Verhandlungen vorbereitet zu sein scheint, Jahre tamen Kommandeur Booth- Tucker und Frau. Und nach da Lord Curzon in Lausanne weilt, werden die beiden belgischen Bezahlung von 6 M. Eintritt und der fürsorglichen Unterbringung Minister fich doch nach London begeben, um dort auch über dieselbe durch freundliche Blazanweiser fonnte man die Begründer der Hells Angelegenheit zu verhandeln. Binnen furzem wird es also, so armeemissionsarbeit in Indien hören. Booth- Tucker, ein ehemaliger schreibt das Blatt, klar sein, ob der Plan der Konferenz von Brüssel englischer Richter in Indien, und seine Frau, die Tochter eines engnunmehr feste Gestalt annimmt, oder ob es vorzuziehen ist, diese die Worbe der Wahrheit". Das heißt, in die Wahrheit, welche die lischen Gouverneurs, erzählten von den Indern: fie bringen ein in Ronferenz auf ein fpäteres Datum zu verschieben, damit heilsfoldaten für eine solche halten. Denn, was ist wahrheit? Diese die Alliierten Zeit finden, eine neue Grundlage für die Konferenz Frage ist in diesem Falle wohl berechtigter denn je. Der eine trägt eben mit Maschinengewehren Kultur in ein fernes Wunderland und der andere sucht es durch religiöse Beeinflussung fich untertan zu machen. Aber diese Kultur- und Missionsträger sind von der unbedingten Notwendigkeit ihrer Arbeit überzeugt und andere halten sie für wichtig. So waren auch zahlreiche Zuhörer in den Tempel geströmt. Frau Booth- Tucker, schon durch ihre Uniform als etwas Käufer Berläuferohes" fenntlich, sprach mit einschmeichelnder Stimme in wohl berechneter Steigerung der Worte und des Organs. Sie sprach in Gleichnissen, 30g die einfachsten Dinge in den Betrachtungsfreis, 3. B. Kaffeefannendedel und Raninchenschwanz. Biele Rinder be 2418.93 2431.07 fanden sich unter den Zuhörern. Denen bietet das Drum und Dran 2234.40 2245.60 der Heilsarmee allerlei Kurzweil. Aber es ist immer dasselbe Bild: 428.92 431.08 die schlimmsten Sünder tommen nicht, die lassen sich eben nicht ein1142.18 1147.87 1122.18 1127.82 mal durch einen Bortrag über Indien, blizende Uniformen und 1226.92 1233.08 Mufit anloden. 1615.95 1624.05 vorzubereiten. Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Peso 1 norwegische Strone 1 holländischer Gulden 1 belgischer Frant 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanischer Peseta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tichechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Lema 1 jugoslawischer Dinar 23. November Räufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 2473.80 2486.20 2259.25 2300.75 419.94 422.06 21. November ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 1266.82 1273.18 1670.81 1671.19 161.59 162.41 154.61 155.89 2967.56 2982.44 Noch einmal der Müllberg. Der Kampf um die Schule. Am 13. November erging ein Erlaß des Provinzialschul follegiums Brandenburg, durch den den Schülern das Recht Jugendverbände teilzunehmen, und durch den für sämtliche erlaubten genommen werden soll, an Beranstaltungen verfassungstreuer Jugendverbände wie im alten Obrigkeitsstaate die Lehrertontrolle wieder eingeführt wird. Gegen diese Entrechtung der Jugend erheben die unterzeichneten verfassungstreuen republikanischen Jugendverbände den schärfsten Protest. Anstatt die republitanische Staatsgesinnung innerhalb der Schülerschaft pofitio zu fördern, hat die Unterrichtsverwaltung es für nötig gehalten, die daß sie die Lehrerschaft anweist, die Jugend in einem die neue republikanische Jugend hätte von den Unterrichtsbehörden erwartet, Zugehörigkeit zu verfassungstreuen Berbänden zu beanstanden. Die Staatsform bejahenden Sinne zu erziehen. Solange dies nicht geschieht, fönnen die unterzeichneten Berbände nicht darauf verzichten, die Jugend im republikanischen Geiste zu beeinflussen. Die unterzeichneten Berbände werden erst dann von ihrer Aufklärungstätigfeit Abstand nehmen, wenn sie die Gewißheit haben, daß die BeErziehung der Jugend zur Republik gewährleisten. Die republikahörden ihrerseits die notwendigen Maßnahmen ergreifen, die die nische Jugend erwartet von den republikanischen Parteien und Fraktionen, daß sie diese Forderungen unterstüßen und alle Kraft aufwenden, um ihre weitere Aufklärungsarbeit in Sinne der Reichsverfassung zu ermöglichen. Berein Sozialistische Arbeiterjugend. Republikanischer Jugendbund„ Schwarz- Rot- Gold". genannten Erlasses an ihrer Schule Mitteilungen an das Bureau Deutschdemokratischer Jugendverein. Die Verbände bitten alle Schüler, über die Ausführung des des Republikanischen Jugendbundes Schwarz- Rot- Gold", W. 35, Schöneberger Ufer 36a, gelangen zu lassen. " P Der Raub der Wäscherin. Brunnen, der auf dem Märkischen Platz vor dem Märkischen In der Nacht vom Dienstag zum Bußtag ist der WäscherinMuseum stand, gestohlen worden. Der Brunnen stellt eine Wäscherin dar, die in voller Arbeit ist. Die Figur der Wäscherin ist aus Bronze und steht auf einem Steinsockel. Die Diebe haben die Figur und den Steinsockel geraubt. Nach dem Raub der Enten in der Hardenberg- Straße und dem Diebstahl, durch den das Gänseliesel am Rifolsburger Platz um ihre Schüßlinge gebracht murde, ist dieser Brunnenraub wieder ein Beispiel schlimmsten Bandalismus. straße 3, II. of, lints II. Diejenig en Lefer, die ihre Bücher noch nicht abgeliefert haben, werden ersucht, es umgehend nachzuholen. Zur Ente geöffnet.it dem Ausleihen der Bücher fann noch nicht begonnen werden. gegennahme ist die Bibliothek Dienstags und Donnerstags von 5-8 11hr Nähere Betauntgabe erfolgt in furzer Zeit. Arbeiter- Bildungsschule. Die Bibliothet befindet sich jekt Lindenund Broletarische Feierstunden. Eine Gedenfjcier für unfere toten Stampfer ist die nächste, am Sonntag, den 26. November, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhause stattfindende Veranstaltung. Sie wird eingeleitet durch ein Präludium von Boch für Violine Tord Foleson. Orgel, der Berliner Schubert- Chor bringt russische Trauerlieder und Eintrittskarten à 40 Mart sind noch Stellen zu haben: Im Bureau der Arbeiter Bildungsschule, Lindenant folgenden ftraße 3, 2. Hof II( Bezirks- Bildungsausschuß); Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2; Buchhandlung Freiheit, Urbanitr. 7; im Großen Schauspiel Norden: Wöhlertstr. 7, Restaurant Friese; Burgdorf Ede Wildenowſtraße, bause, Eingang Karlstranc, in den Verkaufsitunden, beim Staftellan; Restaurant Barleben; Utrechter Str. 21, Restaurant stroll; 2ychener Str. 8, often: Adenſteiner Str. 7, im Laden bei Buse; Often: Petersburger Str. 5. Restaurant Hoffmann; Bornholmer Str. 4, im Laden bei Kolberg; NordRestaurant Wittichuk; Romintener Str. 46, Rigarrengeschäft Dietriá; Martusstr. 36 bei Peive; Südosten: Naunynstr. 9, Restaurant Lier; Nord. weiten: Gotlowsthstr. 34, Restaurant Kaiser; Westen: Steinmegstr. 23, born part., Döring, und bei den Funktionären. Die bestohlene Universität. Einbrecher haben dem Hygienischen Institut der Universi tät Tübingen für 4 Millionen Mikroskope, Untersuchungsapparate mit verschiedenen Linsen, Okularen und Objektiven und zwei Trommel apparate gestohlen. Die Mitrotragen in Goldbuchstaben die Zeichen H., I. und T., dahinter Hygienistope stehen auf hohen, 14 Pfund schweren gußeisernen Füßen und fches Institut, Tübingen. In die Füße find fortlaufende Nummern eingeschlagen. Die Verbrecher haben ihre Beute in einem grünlichen Vorhang weggeschafft, und werden ohne Zweifel versuchen, fie in einer Großstadt, vermutlich Berlin, zu Geld zu machen. Mitteilungen über den Verbleib und das Auftauchen der wertvollen Instrumente nimmt Kriminalfommissar Que es im Zimmer 96 bes Polizeipräsidiums entgegen. gemeldet, daß der englische Dampfer" Suian", der mit einer großen Seeräuber in der Maske von Reisenden. Aus Hongkong wird Anzahl europäischer und chinesischer Reifender auf der Fahrt nach Hongtong war, von 65 Reisenden 1. und 2. Klasse, die fich als Seeräuber entpuppten, überfallen wurde. Die Bande stand unter der Kontrolle einer Chinesin, schüchterte durch Revolverschüsse das Schiffspersonal ein und bemächtigte sich aller Wertobjekte der Reisenden, sowie der Schiffskaffe. Zwei Reisende wurden getötet und zwei verwundet. Auch der Kapitän, der erste Schiffsoffizier und der Steuermann wurden verwundet. Vor der Einfahrt des Dampfers in Hongtong gelang es den Räubern, auf Schiffsbooten zu ent kommen. Wetter für morgen. wiegend trübe und neblig. am Tage mils bei mäßigen westlichen Binden, Berlin und Umgegend. Zeitweise etwas aufflarend, jedoch überteine erheblichen Niederschläge. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Morgen, Freitag, den 24. november: Zu den fürzlich unter dieser Ueberschrift veröffentlichten Aufs291.76 293 24 führungen schreibt uns der Deutsche Transportarbeiter. verband, daß die Müllabfuhrfirma, Wirtschaftsgenossenschaft, 17. Kreis, Lichtenberg. Rommunal und Wohlfahrtskommiffion. 7 Uhr abends, 290.27 291.73 28179.37 28320.68 27531.- 27669.6271.78 6303.22 6159.56 6190.44 ihren Betrieb am 30. Oftober megen finanzieller Schwierigkeiten 451.36 453.64 461.84 463.66( die Hausbefizer verweigerten die Zahlung der Müllabfuhrgebühren) 778 85 781.15 768.07 771.93 geschlossen und sämtliche Arbeiter entlassen hat. Nicht die Müll1182.03 1187.97 1152.11 1157.89 futscher, sondern die Gesellschaft wollte mit der Stillegung der Müll472.56 479.44 942.63 Sigung im Rathaus, Möllendorfftraße 6. 8immer 25. Bortrag ber Genosfin Minna Todenhagen über: Jugendpflege". Bezirksvorsteher, Pfleger und Bezirksverordnete müssen erscheinen. abt. Abends 7 Uhr Gigung der kommunalpolitischen Rommission bei Rant, Geestraße 114. Bortrag des Genoffen Baschzit über: Die Grundlagen der Stäbtischen Selbstverwaltung". Die Genossen und Genoffinnen, die in fommunalen Ehrenämteren tätig sind oder in Zukunft tätig sein wollen, find freundlichst eingeladen. 947.37 abfuhr bezweden, daß am Magistrat die Hundertfäße für die Müll9 03 abfuhr von 50 Proz. auf 500 Proz. für die Monate Ofieber und abt. Steglig. Bortrag Lepére in der Heeſeſtr.:„ Außenpolitik" findet nicht statt. 195.90 November heraufgescht werden und daß den Vermietern durch ein 2.58 vom Magistrat zu erlossendes Ortsstatut es gestattet wird, die ge43.89 44.11 famten Müllabfuhrgebühren auf die Mieter umzulegen. Wenn es 97.75 98.25 bis heute, nachdem der Betrieb unter der neuen Firma Berliner! 8.97 200.99 202.01 195.01 2,56 45.88 48.12 • Jungfozialisten, Gruppe Süden. Donnerstag, abends 8 Uhr, im Jugendheim. Bärwaldstr. 64, unweit Sochbahnhof Prinzenstraße. Gerhart- Hauptmann- Abend, Referent: Genoffe Schred Bei Ankauf Fahrgeldvergüt. Unternehmer sich allzu sehr auf den Bundesgenoffen des Rapitals, Gewerkschaftsbewegung den Hunger, zu verlassen scheinen, find die Sammlungen, gemäß dem Streik bei der Hochbahn. Beschluffe aller Funktionäre, in Höhe eines Stundenlohnes gewissenhaft fortzusetzen. Demonstrationsstreik in den Konsumbäckereien. Zu der unter dieser Stichmarte in Nr. 552 des„ Borwärts" gebrachten Notiz wird uns von der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend geschrieben: Die Konfumvereine verlangen nicht die Wiedereinführung der Nachtarbeit für die Bäckergesellen, sondern die Einführung einer dritten Schicht zur Herstellung von Großgebäd in jenen Betrieben, wo die technischen Boraussetzungen dazu gegeben find. An der zweiten, am Bußtag im Hochbahnbetriebe vorgenomme en Urabstimmung beteiligten sich 2326 Beschäftigte. Davon ftimmten für den Streit 1853, für Arbeit 452, ungültig waren 21. Somit hat das Personal das zweitemal feinen Willen zur Arbeitsniederlegung befundet. Die sofort zufammengetretene Zentralftreifleitung beschloß, die Arbeit heute mittag um 1 Uhr einzustellen.( S.„ Borwärts" Nr. 548 vom Sonntag.) Aussperrung in der Berliner Metallindustrie? Der in dieser Sache vom Borstand des Zentralverbandes deutfcher Konsumvereine beim vorläufigen Reichswirtschaftsrat eingeDer Verband Berliner Metallindustrieller hat sich in einer reichte und vom Vorstand des ADGB. gebilligte Antrag lautet: Sigung am 21. November mit der übertariflichen Forderung der In der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ist die Her Metalldrücker bei der Firma Kulede u. Böhm befaßt. Er beschloß, stellung von Großgebäck denjenigen Betrieben gestattet, die einen daß falls diese Firma bis zum 25. November früh nicht die regelmäßigen Dreischichtenbetrieb mit 8 Stunden Arbeitszeit, einerforderliche Anzahl Drüder bekommen hat, sämtliche Arschließlich einer Bause von einer halben Stunde, eingerichtet haben beiter auszusperren, die bei den Firmen beschäftigt sind, und in jeder Schicht mindestens 4 Arbeiter beschäftigen. Die Arbeiter bei denen die Drüder ausgesperrt find. Von größeren dürfen nur in jeder dritten Woche zur Nachtschicht von 10 Uhr abends Firmen fommen in Frage: Erich u. Graeg, Auerlicht, Gebrüder bis 6 Uhr morgens herangezogen werden. Israel, AEG., Siemenswert sowie die Bergmann Elektrizitätswerte. Buder, Milch oder Fett enthalten und im Einzelstück mindestens Als Großgebäd gelten alle Gebäckarten, die feinen Zusah von 100 Gramm wiegen." Aussperrung der Metalldrücker und Polierer. Für uns in Berlin bedeutet dieser Antrag eine Erhöhung Der Verband Berliner Metallindustrieller hat beschlossen, fämt was dies bei der gegenwärtigen Lage auf dem Baumarkt bedeutet, unserer Produktionsmöglichkeit um zirta 50 Broz. liche bei Verbandsfirmen beschäftigten Arbeiter auszusperren. Und ist einleuchtend, wenn man bedenkt, daß die Errichtung einer neuen zwar deshalb, weil bei der Firma Kule di u. Böhm die Arbeiter Bäckerei mindestens 200 millionen tostet und eine Baueine Forderung ftellten. Sie hatten einschließlich der Teuerungszeit von 1% Jahren erfordert. zulagen einen Stundenverdienst von 175 M. Die neue Forderung betrug 55 m. pro Stunde. Der Unternehmer gestand selbst ein, nisch zu den vollkommensten und hygienisch zu den einwandfreiesten Ganz abgesehen davon, daß unsere vorhandenen Betriebe techdaß bei der außerordentlichen Schwere der Arbeit diese For- zählen, sieht auch der obige Antrag genügend Kautelen vor, um die dérung berechtigt fei. Er barf aber auf Grund des Beschlusses des Bäckergesellen vor jener Nachtarbeit, wie sie vor dem Kriege im BM3. nicht mehr zahlen. Daraufhin nahmen die Arbeiter ihre Bäderei- Kleingewerbe üblich war, zu schüßen. Entlassung. Am nächsten Tage wurde vom BBM3. eine Berhandlung gewünscht. Die Führung derselben lag in den Händen des Leiters der Aussperrungsidee, Herrn Beder, der die bedin gungslose Wiederaufnahme der Arbeit forderte. Die Arbeiter der Firma Kuledi u. Böhm lehnten dies ab, und stand es der Firma frei, neue Arbeitskräfte anzufordern. Entsprechend der Stellungnahme des Verhandlungsleiters mußte sich die Verhandlung zerschlagen. zu nehmen, für heute nicht ausführen. Zwei Bemerkungen feien uns . Weiteres möchten wir, um Ihren Raum nicht zu sehr in Anspruch aber noch gestattet: fabrikanten dem Antrag des Zentralverbandes deutscher KonfumNach dem Fachorgan des Bäckerverbandes haben sich die Brotvereine angeschlossen; in jenen Betrieben wird am 23. nicht gestreift. Nach obigem Antrag fommt die dritte Schicht für unfere RonBeschäftigten streifen aber am 23. November 1922 ebenfalls. ditorei und Pfefferkuchenfabrit nicht in Frage, die in diesem Betrieb Wirtschaft Die Aussichten des russischen Außenhandels. In einem Artifel der„ Ekonomitschestaja Shifn", in dem er die Aussichten des russischen Außenhandels bespricht, tennzeichnet Krassin dessen Entwicklung mit folgenden Zahlen: • 1920 1921 5 371 676 55 304 12 963 248 676 1085 21 240 424 1922 ( für 6 Mon.) 98 194 14763 279 219 25848 714 Einfuhr in 1000 Bud Ausfuhr, 1000 Wert der Einfuhr in 1000 Rub. von 1913 37 201 Ausfuhr desgl. Anfunft von Schiffen aus dem Auslande Krassin, der sich über die bisherigen Ergebnisse Lefriedigt äußert, führt weiter aus: Die Entwicklung des Exports muß eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Wirtschaftspolitik bilden. Wenn bisher die gemischten Export- und Import- Gesellschaften nicht die Berbreitung gefunden haben, die möglich wäre, so liegt der Grund dafür nicht im Außenhandelsmonopol, und nicht in der Unmöglichfeit des Arbeitens auf der Grundlage der gemischten Gesellschaften, sondern ausschließlich in den politischen Verhältnissen. Rußschaftlichen Blockade der Entente. land befindet sich eben noch immer unter der Einwirkung der wirt Die Kohlennot der Reichsbahn. Die Reichsbahn tämpft forgung. bekanntlich mit außerordentlichen Schwierigkeiten in der KohlenverEntente ist die Zuweisung inländischer Kohle an die Infolge der ungeheuren Rohlenlieferungen an die Reichsbahn völlig ungenügend und reicht keineswegs, um den Betrieb mit Sicherheit aufrechterhalten zu können. Aus diesem dieses Sommers gezwungen, hochwertige englische Kohle in Grunde sah sich bekanntlich die Reichseifenbahnverwaltung im Laufe größerem Umfange zu beziehen. Bei dem jezigen Stande der deutschen Mart bedeutet das natürlich eine gewaltige Ausgabenbelastung, soll doch, wie die PPN. hören, der Reichsbahn für das Ii arden Mark gegenüber dem Preis inländischer Kohle entstehen. laufende Rechnungsjahr ein Mehraufwand von 58 Milvereine in Hamburg es auf 172,3 Min. M. Gesamtumiaz. Davon Vierteljahr 1922 brachte die Verlagsgesellschaft deutscher Konsum Berlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine. Jm dritten entfielen auf die Erzeugnisse der Druckerei und der Papierwarenfabrit 152 Mill. m., auf das Versicherungswesen 19,75 mil. M. Die Branche lehnte es ab, einen Arbeitszwang auf die beund auf das Elektrizitätswert 564 160 M. In den drei Vierteltreffenden Mitglieder auszuüben und ihre Freizügigkeit zu unterjahren 1922, aljo Januar bis einschl. September, betrug der Gebinden. Sie muß den Angriff auf die Freizügigkeit ihrer Mitglieder jamtumia 258,4 mill. M., gegen nur 38 943 242 M. in ber abwehren und diese mit aller Macht in ihrem Kampfe unterstüßen. gleichen Zeit des Vorjahrs. Wie stark die in der allgemeinen PreisEine Bersammlung der Metalldrücker und Polierer am Diens feit Wochen und Monaten mit Hochdruck betriebene sogenannte rung des dritten Vierteljahrs ist, zeigt der Vergleich mit dem GeDer von der fommunistischen Parteizentrale eingeleitete und steigerung aber auch mengenmäßig begründete Umfassteigetagabend nahm zu der Aussperrung von 250 Mann Etellung. Reichsbetriebsrätefongreß hat heute in der neuen Welt" begonnen. famtumia vom zweiten Bierteljahr 1922, der, wie berichtet, Branchenleiter Gohl berichtete, daß die Aussperrung aufgehoben Die Bahl der Delegierten wird auf 1500 bis 2000 geschäßt. Auf 56,4 Mill. M. betrug. In den drei Vierteljahren 1922 wurden werden solle von dem Unternehmerverband, wenn der Firma welche Weise ein großer Teil von ihnen gewählt wurde, wieviele insgesamt 219,4 Mill. M. mehr Gesamtumsas erzielt als in der Ruledi u. Böhm die höheren Lohn zahlen will, aber nicht wähler, wieviele Arbeiter aus den einzelnen Industrien hinter ihnen gleichen Zeit des vorigen Jahres. darf!- Drüder zugewiesen würden. Der Standpunkt der Organi- stehen, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Wenn es nach den sation geht dahin, daß die Firma vom Arbeitsnachweis Drücker an- Ausführungen des zum Vorsitzenden bestellten Grothe Aufgabe wird der TU. mitgeteilt: Die Warschauer Meldungen, wonach die Oberschlesien behält die deutsche Mart. Von zuständiger Stelle fordern fann. Doch müsse es abgelehnt werden, die dort ausge des Kongreffes sein soll, den hungernden und frierenden Massen die polnische Regierung den alliierten Mächten vorgeschlagen habe, in tretenen Drüder zu zwingen, wieder anzufangen oder fie an anderer Wege zu zeigen, die aus dem Elend hinausführen, so ist eines flar, Oberschlesien die polnische Mart einzuführen, entsprechen nicht den Arbeit zu günstigeren Bedingungen zu hindern, die fie teilweise daß diefer Att der Zersplitterung von einer Gruppe, die Tatsachen. Es hat lediglich der schlesische Sejm einen Beschluß auf bereits gefunden haben. Die Ausgesperrten haben sich damit ein sich lediglich durch Zersplitterung innerhalb der Gewerkschaften zu Einführung der polnischen Mart gefaßt. Die deutsche Regierung verstanden erklärt, daß es anderen Kollegen freistehen soll, bei behaupten vermag, nicht geeignet ist, diese Wege einzuleiten. Am ist von einer Kündigung des Abkommens in dieser Richtung nichts Kuledi u. Böhm in Arbeit zu gehen. Auf keinen Fall dürfe von der Anfang des Weges steht der Wegweiser: Vereinigt euch! Der genannten Firma weniger gezahlt werden, als der letzte Schieds- Moskauer Wegweiser führt in die Tore. spruch für die Metallarbeiter ergeben habe. Soweit bekannt, habe die Firma auch bereits 6 Kollegen beim Arbeitsnachweis angefordert. Folgender Antrag wurde einstimmg angenommen: " Die Drücker billigen den Standpunkt der Branchenkommission und überlassen dieser alle weiteren Schritte." Betriebsrätekongreß. " 1 bekannt. Bayerns Kampf um das Schlachtvieh. Wiederholte Versuche Die Organisation in der feinkeramischen Industrie ist ziemlich des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums beim Reiche wollen die beiter und Arbeiterinnen zählt jetzt über 70 000 Mitglieder, und zwar beruft sich darauf, daß die Fleischversorgung in Bayern nicht schwiegeschlossen. Der Verband der Porzellan- und verwandten Ar- Wiedereinführung der Ausfuhrbeschränkungen für Schlachtvieh erreichen. Doch sind sie bis jetzt fehlgeschlagen. Das Reich 37 629 männliche und 33 128 weibliche. Hinzu kommen noch etwa 200 Mitglieder in neu gegründeten Zahlstellen. Es fehlen noch etwa riger fei wie auch die Vieh- und Fleischpreise nicht höher als in anBewegung in der Musikinstrumenten- Industrie. 2000-3000 Beschäftigte, die zwar ebenfalls organisiert sind, jedoch deren deutschen Ländern; es wird in Abrede gestellt, daß deutsches Da bei den Verhandlungen am Dienstag trotz ziemlich sechs- bei den Christen und Hirsch- Dunderschen, wo sie sich als Angehörige Schlachtvieh über das befeßte Gebiet nach Frankreich geschickt wird. ftündiger Dauer die Bugeständnisse der Unternehmer den Teuerungsarbeiterverband erst 16 972 Organisierte, worunter nur 3679 weib- Reichstag endgültig angenommen worden. ihrer Industriegruppe verfrümeln. Ende 1913 zählte der Porzellan- Der deutsch- finnische Wirtschaftsvertrag ist vom finnischen verhältnissen nicht entsprachen, mußten die Verhandlungen abge liche Mitglieder. Um so höher ist der Erfolg anzuschlagen, daß ins Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: brochen werden. Beide Parteien beabsichtigen, nach nochmaliger Rücksprache mit ihren Mitgliedern, am Sonnabend re: mittag einen besondere die Arbeiterinnen der keramischen Industrie den Wert der Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. 6. S.. Berlin. Drud: legten Berjuch zur Berständigung zu machen. Gämt Organisation erkannt haben. liche Funktionäre der Musikinstrumenten- Industrie versammeln sich am Freitag sofort nach Feierabend im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. Da am gleichen Tage die Generalversammlung stattfindet, ist pünktliches Erscheinen notwendig. In Luckenwalde stehen zirka 200 Klavierarbeiter im Rampf mit einem übermütigen, machtlüfternden Unternehmertum. 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