Nr.5SS4>AH.?ahrgattg Ausgabe A Nr. 274 BczugsvreiS: ssZr den Monat Novembci 4M,— M., vornus zahlbar. Unter itrcuzbanb für Deutschland. Danztg. Saar- und Memcljzcdlet lowle Oesterreich und Luxembura SN.— M., für das übrige Ausland SSO,- M., Postbest-llung-n , nehmen an Ntlzieu. Dänemari, England, Estland. Finnland. Frank- reich. Holland. Lettland, Luxemburg. Oesterreich, Schweden. Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. De:..Vorwärts" mit der Sonntags- beilage..Boll und Feit", der Unter- haltungsbcilage..Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochcntäglich zweimal. Sonntags und Montag, einmal. Tclearamm-Adreffe: „Sozialdemokrat Berlin� Morgen-Ausgabe Derlinev Volksblsltt ( 15 Hark) Anzeigenpreis! Die einspaltige Zlonpareillezeile lostet 120.-M. Rellamezeile S00.— M. „Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 00.— M.(zuläfstg zwei fett- gedruckte Worte), sedes weitere Wort 24,— M. 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Sein besonderer Sport war die persönliche Der» Der Verlesung wird eine zweistündige Pause folgen, um dann unglimpfung sozialdemokratischer Minister. Noch ist in Er» die Debatte sortzusetzen, die noch im Laufe des Sonnabend innerung seine über all« Maßen tiefstehende Red« gegen den drm.i» beendet werden soll. In der kommenden Woche tagt der. ligen preußischen Landwirtschaftsminister Genossen Otto Braun aus Reichstag wahrscheinlich nicht, da er der Regierung Gelegen hell zur Ein�rbellung geben will. Das Programm des Kabinetts Cuno ist. wie nach dem Soz.-Parlamentsdicnst verlautet, auf die Note vom 13. No- oember aufgebaut. IL a. soll es ein Bekenntnis zur Reichs- Verfassung enthalten, was nur selbstverständlich ist, im übrigen aber auf die Erfüllungspolttik nur kurz Bezug nehmen. Heul? vormittag sollen die Parteiführer von dem Inhalt des Pro- gramms in Kenntnis gesetzt werden. In Erkenntnis ihrer schwierigen Lage verzichtet die neue Regierung auf ein positives Vertrauensvotum. Sie will sich mit einer Billigungsformel begnügen, die das Wort„Ver- trauen" nicht enthält und die nach Absicht der Antragstelle: auch der Sozialdemokratie eine Zustimmung möglich machen soll. Diese K>rmel soll in der Parteiführerbesprechung gesuchl werden, ob sie gerunden wird, ist eine andere Frage. Die so- zialdemokratische Fraktion kann über die Regierungserkla- rung erst beschließen, nachdem sie im Plenum verlesen ist. Am Donnerstag nachmittag beschäftigte sich unsere Fraktion in, Müller ist der Dettrauensmann der rheinischen Agrarier, die immer einer fast dreistündigen Sitzung zunächst mit der Zusammen setzung des neuen Kabinetts, die allgemeine Miß- st i m m u n g hervorgerufen hat. Sicher ist, daß die Fraktion nicht daran denkt, einer positiven Vertrauensfotmel zuzustimmen. Sell den Iuniwahlen von IVA) fehlt es im Reichstag an einer festen Mehrheit, auf die sich die Regierung stützen kann. Vne solche Mehrhell wäre für die Regierung Wirth nach der Einigung der Sozialdemokratie vorhanden gewesen, leider hat sie es tr? zogen, durch die ultimative Forderung nach der großen Koalition ihren eigenen Sturz herbei-nfübren. Die Regierung Cuno hat erst recht keine feste Mehtheit, daher das qualvolle Suchen nach einer Formel, deren An- nähme ihren sofortigen Sturz verhindert. Ob eine solche Formel gefunden wird, wisien mir. wie gesagt, nicht. Sollte jedoch die sozialdemokratische Reichs- taasfraktion nach Anhörung der Regierungserklärung einer solchen Formel zustimmen— was wir dahingestellt sein lasstn —, so würde das nicht mehr bedeuten, als daß sie sich den Zeit- punki für einen entscheidenden Angriff selber wählen will. Dieser Zeitpunkt wird dann sehr bald kommen,'venu der Einfluß von Becker- Hessen und Müller-Bonn aus die Regierungspolitik sichtbar werden wird. Wie wenig die zurzeit maßgebende Regierungspartei, die Deutsch« BvUspartei. mit einer Unterstützung des Becker- Kabinetts durch die Sozialdemokratie rechnet, geht u. o. aus einer Düsseldorfer Rede des Herrn v. K a r d o r f f hervor, die in dem Bemichen gipfelt, zwischen Voltspartellern und Deutschnationalen den Liebesknoten zu schürzen. Das Verhältnis der Volkspartei zu der deutschnationalen P-rrte, hänge von dem Verhalten der Deutschnationalen ob. be« ihr bestände„stets Bereitschaft, mit den Deuts chnativna» len gemeinsame Wege zu gehen." Man darf ge- spannt sein, ob diese Bereitschaft schon in dem heute vorzu- lesenden Regierungsprogramm durchklingen wird. Der Klä- rung der politiscl�n Lage wäre dadurch sehr gedient! Als erster Fraktionsredner wird Gen. Vre lisch eid sprechen. Gen. Hermann M ü l l e r ist als zweiter Redner m Aussicht genommen. � Als Nachfolger des Ministerialdirektors Oskar Müller als Pressechef des Auswärtigen Amtes ist. wie verlautet, der frühere Herausgeber der Zentrums-Parlomcntskorrespondcn, und spätere Pressechef im Reichsernährungs. und Reichssinanzministerium, Herr Eggbring, in Aussicht genommen. Wer ist Nül!er-Sonn? In dem Kabinet- Cuno ist neben Herrn Dr. Decker-Hessen. der als Sachwalter der Schwerindustrie gelten kann, als Er nährungsminister ein Dr K a r l M ü l l e r(Bonn) emgetre� dem rheinischen Vauerntag im August 1920. Als Kostprobe Müller scher Polemik seien folgende Sätze wörtlich zitiert: .Otto Braun, den die Revolutionswellen in den Sessel des Londwirtschaftsministers gespült haben, einen Poster!, für den ihm jede Fähigkeit und, was schlimmer ist— seine Tätigkeit hat es bewiesen—.auchderWillezu vorurteilsfreier Ar» beii im Interesse des Berussstandes f« b l t. Der Wille fehlt ihm, well er aus seinem sozialistischen Parteidogma nicht mehr r,us kann... Dieser Mann betreut heute die Landwirtschast Preußensl Es ist allerdings leichter, in«in ehemalig kaiserliches Jagdrevier zu fahren, sich einen kapitalen Dierzehnendcr amtlich vorführen zu lassen und sich auf die Decke legen und sich bei der staunenden Mit- und Nachwelt als.Otto der Schütz" unsterblich zu machen, als Agrarpolitik zu betreiben." Ein Mann mit solchen polemischen Sitten betreut setzt da» Landwirtschaftsministerium im Reiche! Er ist nichts anderes als der junge Mann des Freiherrn von Loe, des Führe:» der rheinischen Agrarier, der bei jeder Gelegenheit die Regierung und die Republik herunterreißt, schllmmer als die Deutichvölkischan. wieder zum organisierten Wider stände gegen die Durchführung von Reichsgesetzen, vor allem der Gr- treidcumlage, aufgefordert haben, wenn sie ihrem Gewinnstreben nicht zusagte. Müller ist Angestellter der rheinischen Landwirtschafts. kommsr, derselben Kammer, die vor einigen Wochen demonstr.u:o einen von dem preußischen Innenminister abberufenen n'.onarchi ti- schon Regierungspräsidenten zu ihrer Führung berufen hat! Der jetzige Minister Müller stand oder auch in den engsten Be- Ziehungen zu den rheinischen Sonderbündlern, und zwar nicht nur dersenigen, die aus legalem Wege einen Rheinstaat im Rahmen des Reiches erstreben. Er war in einer Geheimsitzung im August 1919 zum Borsitzenden eines Aktionsausschusses gewählt worden, der die sofortige Volksabstimmung zur Loslösung der Rhein- lande von Preußen betreiben sollte. Das war ein Verfassung». widriges Unternehmen, well bi» zum Jahr« 1921 durch eine Sper». frist jede derartige Abstimmung im Rheinlande unterbunden war. Kein Wunder, daß jetzt schon entrüstete Proteste au» dem Rheinlands gegen die Ernennung dieses Mannes zum Reichsminister einlaufen. Er wird auch von vielen Zenttum»- anhängern mit sehr gemischten Gefühlen auf dem Minister- sessel begrüßt werden. Die rheinischen Zentrumsarbeiler wenigstens haben gegen ihn nicht geringeres Mißtrauen als wir. Man muß hoffen, daß noch vor dem Ende des� ohnehin wahrscheinlich kurzlebigen Kabinetts Cuno ein Wechsel im Er» nährungsministerium eintreten wird. Mit diesem heraus- fordernden extremen Agrarier, diesem rheinischen Separa- tssten, diesem Parteifanatiker und böswilligen Gegner der Arbeiterbewegung kann man nicht anders verkehren als in, schärfsten Kampfe._ Die Unabkömmlichen. Volkspartei und Wirtschaftler. Das offizielle Organ der Volkspartei, die„Zeit", schreibt den von ihr sonst so gefeierten Wirtschaftskapitänen folgendes ins Stammbuch: Als nach den Juniwahlen 1920 die Deutsche Dolkspartei an die führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirt- s ch a f t den Ruf erschallen ließ, sich der neuen deutschen Regierung zur Verfügung zu stellen, stieß sie fast überoll aus Ablehnung. Man wies darauf hin, daß die Lerantwortlichkeit der Leitung der großen Jndustriekonzerne nicht zulasse, sie für das politische Leben abzu- geben. Diejenigen geistigen Gruppen, die insbesondere für das „Primat der Wirtschaft" eintreten und lebhaft den Parla- mentarismus bekämpfen, erklären durch ihre Wortführer immer wieder, daß die Absage der Wirtschafter vor allem den Parteien al» solchen gelte, und daß man von den Männern, die an der Spitze des deutschen Wirtschaftsleben? stehen, nicht verlangen könne, daß sie sich unter die Führung der Parlamentarier stellten. Jetzt hat ......,___.........___. ein Mann der Wirtschaft, der zu diesen Führern ten. Für die Berliner Presse ist dieser Müller ein Neulinz gehört, den Ruf ergehen lassen, ihm bei der Bildung auf dem politischen Parkett, und sie bezeichnet ihn deshalb als eine» ilberpo rlapu nta rifchen Kabinetts beizustehen. Sein Ruf lst ein politisch unbeschriebenes' Blatt. Das aber ist ein schwerer � uagehörk verhallt. Noch in letzter Stunde haben Per- Irrtum. Der„Sozialdemokratische Parlamentsdienst" weiß � sö n li ch tei ten abgesagt, die berufen gewesen über ihn folgendes zu melden: IwSren, q n seine Seit« zu treten. Man wird also in Müller ist politisch und wirtschaftlich schwer belastet Er Zukunft davon absehen müssen, sich vorzustellen, daß diese Männer ist nichts anderes als der Bertraucnemann der extremsten rheinischen sich dem Staate bei der Regierungsbildung zur Verfügung stellen Zentrumsagrarier und darüber hinaus auch der Vertrauens- mann derrheinischen Sonderbündler im Reichskebi nett. Das hätten sich die Leute um Dorten schwerlich träumen lassen, daß eines Tages der antipreußische, bis nah« an den P u t s ch i s m u s aktive Sonderbündler Müller in die Rcichsrrzie- rung berufen werden wird.� Müller begann feine Laufbahn als Mittelstandsvertreter im Kölner Etadtoerordnetenkollegii'm. Do- neben betätigte er sich rednerisch- und journalistisch mit einer Ge- hässigkeit gegen die Sozialdemokratie, wie sie nach der werden. Die Wirtschastskapitäne wissen immer genau, wie es ge- macht werden muß, um Deutschland zu retten: leider aber haben sie keine Zeit, ihre Rezepte auszuführen. So müssen es also ihre jungen Leute probieren, die dann nickt schlecht angepsissen werden, wenn etwas, was sie tun, den Mächtigen nicht paßt. Sie selber ziehen es vor, in diesen schlechten Zeiten sehr viel Geld zu verdienen, was entschieden die angenehmste Art ist, sich patriottsch und national zu betätigen. Aktive Finanzpolitik. Nach Abschluß der Regievungskrise wird sich der Reichstag mit de? Durchführung des in der Rote an die Reparations- kommission niedergelegten Programms beschäftigen müssen. Dazu gehört auch die Neuordnung der Steuergesetzgebung des Reiches, die in der Note allerdings nicht ausdrücklich erwähnt ist. Wichtige Gesetzentwürfe liegen bereits vor, so eine Novelle zum Einkommensteuergesetz und eine Novelle zum L a n d e s st e u e r g e s e tz, die an sich schon den Versuch einer kleinen Finanzreform darstellen. Diese Vorlagen sind, obwohl sie zu den Erbstücken der alten Regierung gehören, weit davon entfernt, den sozial- demokratischen Wünschen zu entsprechen. Daß es unter der neuen noch viel schwerer sein wird, unseren Forderungen Geltung zu verschaffen, versteht sich von selbst. Aber auch als Oppositionspartei kann sich die Sozialdemokratie das Recht, fruchtbare Kritik zu üben, nicht nehmen lassen. Grundfehler der bisherigen Steuerpolitik war es, daß sie lediglich dem Prozeß der Geldentwertung nachhinkte, anstatt den Versuch zu machen, ihm entgegenzuwirken. Mit aller Schärfe ist das bei der Verabschiedung der Zwangs- a n l e i h e im Reichstage zutage getreten. Der Kampf um die Normierung der Zwcmgsanlage in Gold war in Wahrheit ein Kampf um eine aktive, im Interesse der Gesundung unserer Währung und unserer Finanzen unentbehrliche Steuerpolitik. Die bürgerlichen Parteien, unter der Führung des jetzigen nolksparteilichen Wirtschastsministers Becker- Hessen, haben sich damals einer so gerichteten Finanzpolitik mit aller Eni- schiedenheit widersetzt— mit klein Erfolg, daß. fiskalisch gesehen, die Zwangsanleihe ein völliger Schlag ins Wasser wurde, volkswirtschaftlich aber u n g e- mein schädlich wirkte, weil sie der Spekulation auf die Entwertung der Mark die stärksten Antriebe gegeben hat. Die beiden Gesetzentwürfe zeigen keine prinzipielle Um- stellung der deutschen Steuerpolitik. Die Novelle zum Ein- kommen st euergesetz will einige durch die Geldentwer- wng entstandene Härten ausgleichen und die Tarife ent- sprechend der Geldentwertung verändern. Der Gesichtspunkt aber, daß die Interessen der Reichsfinanzen für den Fall des Fortschreitens der Geldentwertung gewahrt werden müßten, daß Sicherungen geschaffen werden müssen gegen eine spekula- tive Entwertung der dem Reiche geschuldeten Steuerbettäge, tritt in dieser Novelle nicht hervor. Aehnlich ist es mit der Novelle zum Landes st euergesetz. Sie soll der-Notlage der Gemeinden abhelfen. Aber alle steuerpolitischen Mpß- nahmen, die sie enthält: Erhöhung der Anteile der Gemeinden an einzelnen Steuern, erhöhte Zuschüsse für Mehrbedarf an Beamtengehältem und Erhöhung der Umsatzsteuer von 2 auf 21/2 Proz. können lediglich vorübergehende Erleichte- rungen schaffen. Denn auch hier ist der Zusammenhang mit den Währungsverhältnissen vernachlässigt worden. Es läßt sich heute schon voraussehen, daß es im Reichstage wegen der Einkommensteuer zu heftigen Auseinandersetzungen kommen wird. Die große Härte, die die Anwendung der seit August unveränderten Abzüge für Existenzminimum und Werbungskosten für die Lohn- und Gehaltsempfänger bedeutet, . tritt so klar hervor, daß jetzt die bürgerlichen Parteien es wohl kaum wagen werden, der Erhöhung der Sätze für die Abzüge zu widersprechen. Die Beratung des entsprechenden Antrages der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion im Oktober haben allerdings die bürgerlichen Parteien verhindert. Neben fitr notwendigen Erhöhung der Sätze für die Abzüge vom Lohn- abzug enthätt der Entwurf der Regierung aber auch eine A b s ch w ä ch u n g d e s S t e u e r t a r i f s, dem die sozial- demokratische Fraktion unmöglich zustimmen, kann. Der bis- herige Tarif erreichte die Höchstgrenze von 60 Proz. bei Ein- kommensbeträgen, die 3 Millionen Mark überstiegen. Die Vorlage der Regierung erhöht rückwirkend für 1922 diese Grenze auf 7i/2 Millionen Mark, für 192.3 gar auf 12 Mil- lionen Mark! Das Fortschreiten der Geldentwertung macht es für den oeranlagungspflichtigen Einkommenzahler zu einem guten Geschäft, seine Steüerzahlung so weit als möglich hinauszuzögern, um schließlich, wenn die Zahlung unvermeid- lich wird, in entwertetem Gelde zu zahlen. Der Um- stand, daß im Laufe des Jahres vierteljährliche Dorauszohlun- gen für die laufende Steuerschuld zu entrichten sind, ändert �aran nichts. Demi diese Vorauszahlungen haben zu erfolgen auf Grund der Veranlagung des V o.r f a h r e s, bleiben also angesichts der Geldentwertung beträchtlich hinter der tatfäch- lichen Steuerschuld zurück. Wie lange die Zahlung der Ein- kommensteuer hinausgezögert wird, und welche Summen ver- spätet, also entwettet, gezahlt werden, geht aus folgenden amt- lichen Angaben hervor: Die Einkommensteuer für 1920 ist erst im Juni 1922 völlig ver. anlogt gewesen. Don einem Steuersoll von 28,5 Milliarden sind ein- gegangen bi» 1. April 1921 10,2 Milliarden, bis 1. April 1922 8,7 Milliarden, bis 1. August 1922 4,2 Milliarden, nach dem 1. August 192? verblieb also immer noch ein Rückstand von ».4 ZNilliordea Mark. Die Einkommensteuer für 1921 ist im Oktober dieses Jahre» völlig veranlagt gewesen. Bon einem Steuersoll wn 23,6 Milliarden Mart sind bis 1. April 1922 eingegangen 16,2 milliarben Mart, bis 1 1. August 1922 6,2 Milliarden Mart. Danach blieb also ein Rüdfland von 1,1 milliarden Mart. bleiben werden als 1920. d Die Note vom 13. November. Billigung durch die Zentralarbeitsgemeinschaft. Lenins Fortschritt durch Rückschritt. " Mostau, 21. November.( Ruff. Tel.-Ag.) Benin fagte in einer Rede über die Grundsäge der äußeren und inneren Politik Auf die Einkommensteuer für 1922 find bis Anfang September Der Zentralvorstand der Zentralarbeitsgemeinschaft der indu- Rußlands in den letzten anderthalb Jahren u. a.:„ Wir haben bei 15,8 Milliarden Mart eingegangen an Borauszahlungen und Lohn striellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutsch allen Staaten der Welt große Erfolge errungen, obwohl einige von steuern. Zieht man Tempo und Ausmaß der Geldentwertung in lands hat in diesen Lagen zu den schwebenden wirtschaftspolitischen ihnen mit uns noch nichts zu tun haben wollen. Trotzdem werden Betracht, so erkennt man ohne weiteres, daß für das Jahr 1922 die Fragen Stellung genommen. Das Ergebnis der Verhandlungen fie aber die wirtschaftlichen und nachher die diplomatischen Be Borauszahlungen weit stärfer hinter dem Veranlagungsfoll zurüd tann dahin zusammengefaßt werden, daß dem Zentralvorstand die ziehungen zu uns aufnehmen müssen, denn es droht denen, die sich Lösung der schwebenden Fragen in dem Sinne der letzten Mote weigern, daß sie zu spät kommen und dadurch in eine ungünstige Bei allen diesen Angaben ist zu bedenken, daß der Lohn der Reichsregierung an die Reparationstommission möglich Lage geraten. Tros allen mit der neuen Wirtschaftspolitik( russisch Nep", d. h. Nowaja etonomitscheffa Politika. Ret.) verbundenen abzug jet weit stärker ins Gewicht fällt als früher. Für erscheint. Schwierigkeiten hat die Erfahrung die Richtigkeit des neuen 1920 betrug der Lohnabzug nur ein Fünftel des GesamtDie Zentralarbeitsgemeinschaft stellt sich daher auf den Kurses gezeigt. Unsere Aufgabe ist, zurückweichend einen aufkommens, für 1921 aber bereits ein Drittel. Bei dem Boden des in der Note enthaltenen Programms. neuen Schritt vorwärts in der Richtung auf den Sozialismus vorbisherigen Aufkommen für 1922 wird er das läßt sich heute Sie erklärt sich bereit, die Regierung bei der Durchführung der ge- zubereiten. Wir müssen unseren Apparat derart umbauen und schon sagen weit über die Hälfte der Borauszah- planten Maßnahmen zu unterstügen und ihrerseits alles zu tun, unsere Gesetzgebung derart umgestalten, daß wir bloß ein Minimum lungen ausmachen. Das ist eine schwere Ungerechtig- um die deutsche Wirtschaft produktiver zu gestalten, In Anerkennung der negativen Seiten der neuen Wirtschaftspolitif, ihre ökonofeit gegenüber den Lohn- und Gehaltsempfängern. Sie der Gleichberechtigung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der mischen Vorteile aber im vollen Umfang verwirklichen. Das zahlen ihren vollen Steuerbetrag und vielfach mehr wöchent- Behandlung und Lösung von grundlegenden Fragen der Wirtschaft ist um so notwendiger, als viele bürgerliche Staaten fortfahren, uns lich oder monatlich. Die Veranlagungspflichtigen dagegen werden die in der Zentralarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen wir es erreichen, daß das Rußland der neuen Wirtschaftspolitik zum wirtschaftlich zu bontottieren. Durch gemeinsame Arbeit werden haben die Möglichkeit, durch eine spätere Bahlung mit ent- Berbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gemeinsamer wir es erreichen, daß das Rußland der neuen Wirtschaftspolitik zum Rußland des Sozialismus wird." werteter Mart nur einen Bru dyteil der Steuerbelastung Arbeit dahin wirken, daß Mittel und Wege gefunden werden, um zu tragen. Die Holzarbeiterzeitung" hat fürzlich die Vorschläge der Reichsregierung im einzelnen durchzuführen. Die eine interessante Berechnung veröffentlicht, die deutlich zeigt, Verbände werden sich dabei von dem Grundsatz leiten lassen, daß in Amerikanische Senatoren gegen Clemenceau wie ungeheuerlich der damit den Lohn- und Gehaltsempfän- der Wirtschaft, ebenso wie in allen Lebensäußerungen eines Bolkes, In seiner ersten Propagandarede im New Yorker Metrogern zugefügte Nachteil ist. Das Ergebnis dieser Berechnung das Gesamtintereffe dem Einzelinteresse poran- politantheater hatte Clemenceau das Gespenst der deutist, daß ein Arbeiter, der seine Steuern nicht laufend bezahlen, gehen muß. sondern ihre Zahlung für das Jahr 1921 bis heute hinauszögern würde wie das bei den Beranlagungspflichtigen der Fall ist gemeffen in Arbeitsstunden, nur vier Prozent Schwere Strafen im Darmstädter Prozeß. norgetragen.- Zweck diefer Hegrede war," Imerifa zur erihres Sollbetrages zu zahlen hätte! Die neue Geschäftsordnung. Darmstadt, 23. November.( WTB.) Nach zweitägigen BerDurch die Berzögerung der Zahlung um Jahresfrist oder handlungen wurde von der hiesigen Straffammer heute nachmittag gar noch länger gelingt es dem Cteuerzahler, sich start zu das Urteil gegen die an den Ausschreitungen vom 27. Juli entlasten zum Nachteil der Reichsfinanzen und im Gegen- Beteiligten verfündet. Gegen 16 Angeflagte wurden Gefäng. jag zu den Lohn- und Gehaltsempfängern, die immer stärker nis ftrafen von einem Monat bis zu einem Jahre die eigentlichen Stützen der Finanzwirtschaft des Reiches wer- verhängt. Es handelt sich um die Ausschreitungen, in deren Verden. Unter folchen Verhältnissen bedeutet der Versuch des lauf in den Räumen der Hessischen Landeszeitung" und des„ LägReichsfinanzministeriums, auch noch die Tarife für die Ver- lichen Anzeigers", sowie in den Wohnungen des Barons Helmolt. anlagungspflichtigen gewaltig herabzusehen, eine völlig Holtenfen und des Abgeordneten Dr. Osann Zerstörungen angerich unverständliche Begünstigung der höheren tet und bei welchen der Abgeordnete Dingelden mißhandelt worden Einkommen gegenüber den Lohn- und Gehaltsempfängern. war. An diesem Punkte hat eine aftive Finanzpolitik einzusetzen. Es muß bei der Zahlung der Einkommensteuer von den Veranlagungspflichtigen verlangt werden, daß sie die Borauszahlungen auf ihre Steuerpflicht leisten auf Grund Der Reichstag fegte am gestrigen Donnerstag die Beratung ihres wirklichen Einkommens im Kalender der Geschäftsordnung fort. Dabei beantragte Abg. Kunert( Soz.), jahr, nicht auf Grund ihres vorjährigen Papiereinkommens. daß Kleine Anfragen nicht von 30, sondern von 15 Mitgliedern Das Risiko der Geldentwertung muß vom Reich auf den unterstützt werden müſſen. Die Abgg. Roenen( Romm.) und Steuerpflichtigen gelegt werden. Die Durchführung dieser standes. Die Durchführung dieser standes.- Abg. Gener( Soz.) begründet nochmals den Antrag feiner Ledebour( U. Soz.) wünschen Beibehaltung des bestehenden ZuGesichtspunkte ist gefeggeberisch und verwaltungstechnisch mög- Frattion, dem sich Abg. Dr. Bell( 3entr.) anschließt. Es tommt lich. Auf diese Weise läßt sich erreichen, daß die Einnahmen zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Ledebour und Koenen, des Reiches sich in einem befieren. Berhältnis zu den mit der ber erflärt hatte, daß er bei Ablehnung des fommunistischen AnGelbentwertung steigenden Ausgaben entwickeln, als es bisher trages für den fozialdemokratischen stimmen, werde. Ledebour der Fall ist. Damit wird auch eine brauchbare Basis für die appelliert an das Haus, das Recht des einzelnen Abgeordneten Neuordnung der Gemeindefinanzen gewonnen, als es die Bor zu wahren. Der Reichstag beschließt gemäß dem Antrag Kunert, schläge der Regierungsvorlage find. und setzt weiter fest, daß Interpellationen in Zukunft von 30 Mit gliedern unterzeichnet werden müssen, ebenfalls Anträge auf Befprechung der Interpellation. Die abwartende Haltung des Finanzminifteriums ist eine der Ursachen für das Fortschreiten der Geldentwertung. Dadurch wurde jeder Steuerzahler, der nicht dem Lohnabzug daß das Petitionsrecht, das vornehmste Staatsbürgerrecht", nicht Zu den Betitionen wünscht Abg. Eichhorn( Komm.). unterliegt, an dem Fortschreiten der Geldentwertung eingeschränkt werde. Abg. Külz( Dem.) beantragt, zur Herabund an der Hinauszögerung der Zahlung feiner Steuerschuld fehung der Roften des Petitionswesens, einstimmig gefaßte Beintereffiert. Die Beseitigung diefes Zustandes unterstüßt die schlüsse des Petitionsausschusses nicht mehr bruden zu laen. Es Maßnahmen, die zur Stabilisierung unserer Währung ge- wird so beschlossen ** fchehen. Gewiß würde eine Stabilisierung der Währung auch Weiter beschließt der Reichstag, die für die Auskunftserteilung diesen unerfreulichen Zuständen ein Ende machen. Aber so- der Regierung über ihre Erledigung von Entschließungen des Reichs lange die Steuerpolitit den Kampf gegen diese Verhältnisse tags vorgesehene Frift von einem Vierteljahr zu streichen, und ebenso nicht aktis unterstützt, wird ein starker Antrieb zum weiteren die Bestimmung, daß die zu dieser Auskunft zu machenden Bemer. Sturz unserer Währung bleiben. Hier ist darum der fungen der Abgeordneten von 30 Mitgliedern unterzeichnet ſein Punkt, an dem die bürgerlichen Parteien Nach debatteloser Erledigung der Bestimmungen über die Blezeigen fönnen, ob es ihnen mit der Durchfüh- narsigungen vertagt sich das Haus auf Freitag 1 Uhr zur Ent. rung des in der Note an die Reparationstom gegennahme einer Erklärung der Reichsregie mission niedergelegten Programms ernst ist.rung.- Schluß 7 Uhr. Peter und die Eierfrau. In joner schönen Zeit, wo die Mandel Gier noch 70 Pfennige und das ganze Schock 2,80 Mart foftete, faß auf dem Marktplatz zu Dingsda jene hiftorische Frou, von der die Sage berichtet, daß fie reich und in Lugend gestorben ist und daß sie ihren Erben eine an fehnliche Summe hinterlassen habe. Doch das war niet ihr einziger Borzug. Denn Leute, die aus dem täglichen Brot der anderen und aus den nicht ausgetrochenen Rüden eine Erbschaft herausgewirt schaftet haben; sah bie Weltgeschichte des öfteren. Was diese Frau auszeichnete, war ihre fprichwörtliche Bescheidenheit und die freund liche Dienstbereitschaft, über die felten der Kummer ihrer forgen rufen hören:„ Gier, das Stüd 5 Pfennige. Habe felber 6 dafür vollen Lätigkeit seine Schatten breitete. Oftmals fonnte man sie gezahlt; faufen Gie, meine Herrschaften!" müffen. Lurussteuer in ihrer Ausdehnung auf Kunstwerte. In einer einstimmig angenommenen Entschließung hat die Bersammlung mit Befremden davon Kenntnis genommen, daß trotz des Reichstagsbeschlusses, bei Neuregelung der Lurussteuer die hochwertige deutsche Arbeitsleistung zu schützen, Reichswirtschaftsrat und Reichsrat die Steuer für das deutsche Kunstgewerbe aufrechterhalten haben. Wieder ist das Material und nicht die Qualitätsarbeit für die Frage der Befteuerung entscheidend geblieben. In einer Zeit, wo deutsche Künstler durch die wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen, mehr und mehr sich dem Kunstgewerbe zuwenden müssen, wo Qualitätsarbeit allein den Kampf auf den Weltmarkt bestehen fann, ist die dem Wunsche des Reichstages direkt zuwiderlaufende Neuregelung als eine gegen die Qualitätsarbeit geradezu feindliche und zerstörende tag die Nachprüfung und alsbaldige Abänderung der vom Reichsrat Maßnahme zu bezeichnen. Der Berband erwartet daher vom Reichs geschaffenen Regelung zugunsten endlicher Befreiung auch des KunstFragte man sie, wie sie denn die Eier billiger verkaufen als gewerbes von der fulturfeindlichen Lurussteuer. In Sachen der einkaufen fönne, so fab sie immer mit demselben Erstaunen auf im faß steuer fordert der Verband angesichts der geradezu er und sagte:„ Ja, ja, die Masse muß es halt bringen!" schütternden Berichte über die Notlage der deutschen Künstler, die Lange ist's her seitdem. Die Hühner legen heute Gier in Hoch bei der Entwertung des Geldes in absehbarer Zeit zu einer völligen valuta, und niemand bittet mehr, man foll sie laufen. Heute be- Berelendung der Künstlerschaft führen muß, die gänzliche Aufhebung schafft jeder Händler feine Ware teurer, als er sie vertauft. Das der Umsatzsteuer für Künstler, die neben der Einkommensteuer und menut man dann wiederbeschaffungspreis. Aber darum geht ja auch bei ihrer Erhebung vom Bruttoumfah im höchsten Maße unfozial der Handel zugrunde so fann man in taufend Rundgebungen wirft und geeignet erscheint, das im Bruttoumfah enthaltene lesen. Nur der Händler werden immer mehr.... Die Eierfrau ist nicht zugrundegegangen. Das macht, weil damals noch keine Revolution gewesen war und weil Wilhelm, der Reuvermählte, fie herrlichen Zeiten entgegenführte. Aber die brave Alte hat einen Nachfolger gefunden. Kein Geringerer ift's ais der Schwerindustrielle Klöckner, der große Beter, Beherrscher des Lothringer Hüttenvereins und vieler, vieler Werte, die sich von dem Magnetstahl, der in Raurel hergestellt wird, angezogen gefühlt haben. Diefer große Beter erklärte auf der Generalversammlung einer zu feinem Konzern, gehörigen Maschinenfabrik: Das Wert verkaufe billiger, als es produziere. Es müsse daher Schulden machen. Famos! Aber das sagen die Händler von heute ja auch... Doch ein Unterschied besteht zwischen dem großen Beter und den tieinen Händlern. Diese werden zugrunde gerichtet". Peter aber macht Schulben und verdoppelt die Dividende feiner Mafchinenfabrit. terffte was? Genau so hat's die Eierfreut gemacht. Sie hinterließ eine dicke Erbschaft. födner geht pleite, und mit feinen höheren Zielen wachen die Dividenden, die er als Großattionär schiudt. Hätte die brave Mutter in Dinsda das erlebt, daß einer der Milliardäre Deutschlands ihre Geschäftstüchtigkeit nachahmte fie wäre in Mührei zerflossen. 7. Es war ihr nicht beschieden. wünschten u. a. bie Stellung ber Ateliers unter 3wangswirt Künstlerhonorar gänzlich zu verbrauchen. Weitere Entschließungen schaft; die örtlichen wirtschaftlichen Berbände der Künstler follten bei Bergebung von Ateliers befragt werden, so daß in Zukunft Ateliers nur an Rünstler vergeben werden können. Im übrigen müsse auf eine bestimmte Anzahl neu erstellter Wohnungen ein Atelier erbaut werden. Ferner soll auf wesentliche Ermäßigung der Frachten für Kunstwerte, die auf Ausstellungen geschickt werden, hin. gewirft werden. Bei der jeßigen Teuerung der Frachten ist es fo gut wie unmöglich, für Ausstellungen Kunstwerke von außerhalb in größerem Umfange zu erhalten, und das Ausstellungswesen wird dadurch zu einem schweren Stillstande verurteilt. " schen Revanche an die Wand gemalt und die dümmsten Märchen über Deutschlands geheime Rüstungen mit Pathos neuten Teilnahme an der europäischen Politik zu veranlassen und insbesondere den in Versailles mit Lloyd Georgend Wilson veranlaßten, vom Kongreß jedoch abgelehnten Ga= ranticpatt aus seiner Verfenfung wieder herauszuholen. Diese Rede scheint aber genau die gegenteilige Wirkung ausgelöst zu haben, als von den Veranstaltern dieser Propagandareise beabsichtigt war: Paris, 23. November.( WTB.) Nach einer Meldung der Chicago Tribune" aus Waihington hat Senator Borab die Rede Clemenceaus in der New Yorker Metropeletan Oper als eine Beleidigung, als unerträglich und jeder positiven Note bar bezeichnet. Senator Hitchcod erklärte, die Rede gefalle ihm nicht. Senator Lodge lehnte eine Aeußerung ab. Wie der New Dort World" aus Washington gemeldet wird, hat die Rede, die Clemenceau in der Metropolitan Oper hielt, ein unvermutetes Edo gefunden. Seit der Debatte über den alten Bölterbund hat das Anfinnen an Amerila, sich stärker an den europäischen Angelegenheiten zu bebeiligen, noch nie eine so scharfe Kritit hervorgerufen. New Yort, 23. November.( WTB.- Funkspruch.) In einer in ber New Porter Handelskammer gehaltenen Rede fagte Clemenceau, England hätte im Weltfriege nie mehr tun können als sich selbst befreien. Die Amerikaner gingen weiter, fie wollten andere befreien. Er wünsche, daß fie in Europa eingreifen, denn sie hätten es zu früh verlassen. Er wünsche, daß sie die Ausflüge nach Europa machen und sagen: Was fehlt Ihnen, meine Herren? Wir werden ein wenig helfen." meine Herren? Wir werden ein wenig helfen." " 1 Gompers will keinen Friedenskongreß. Washington, 23. November.( Reuter). Gompers hat im Namen des amerikanischen Gewerkschaftsbundes die Einladung zur Teiltahme an dem vom Internationalen Gewerkschaftsbund einberufenen Friedenstongreß, der am 10. Dezember eröffnet werden wird, abgelehnt. Der amerikanische Gewertschaftsbund läßt dem Vorsißenden des Internationalen Gewerkschaftstundes mitteilen, daß die amerikanischen Gewerkschaften nicht bereit sind, eine Berpflichtung bezüglich eines internationalen Generalstreifs für den Fall, daß ein defensiver oder auch nicht defensiver Krieg erflärt wird, zu übernehmen. Sie feien ferner nicht bereit, die nationale Einheit aufzugeben, die Nationalisierung der Reichtümer des Landes zu erstreben oder an Versammfungen teilzunehmen, deren Tagesordnung zuvor festgelegt wurde. ift die uns überlieferte Erzählung eines englischen Kapitäns, der sich im Jahre 1846 eines Erlebnisses rühmen durfte, wie es nur wenigen Seeleuten beschieden ist. Er befand sich) 1846 mit seinem Schiff auf der Höhe der Insel Raritonga im Stillen Ozean, als sich ein Sturm erhob und eine furchtbare Welle aufwühlte, die die Insel im Sturz überflutete und beim Zurückprall das in der Fahrt befindliche Smiff in die Höhe hob und weit in das Inselland hineinschleuderte. Niemand hat zwar die Höhe diefer Sturzwelle gemessen, aber der Ka pitän berichtete, daß er auf der Höhe der Sturzwelle das Knirschen der Palmibäume, deren Wipfel den Riel des Schiffes scheuerten, gehört habe. Höheres Durchschnittsalter in Nordamerika. Bor zehn Jahren Kanada und den Bereinigten Staaten nur 46,6 Jahre. Seitdem ist betrug nach den Statistiken der amerikanischen Lebensversicherungsgefellschaften das durchschnittliche Alter eines Einwohners von das amerikanische Durchschnittsalter mit jedem einzelnen Jahrgang 55 Jahre im Jahre 1921. um fast ein weiteres Jahr gestiegen, und zwar bis auf fast genau Tausend der Bevölkerung im Jahre 1900 auf 11,7 pro Tausend im Die Sterblichkeitsziffer ist von 17,6 pro Jahre 1921 gefallen. Die„ American Bublic Health Association" ( Gesellschaft für Volksgesundheit) ist optimistisch genug, damit zu Jahrhunderts um weitere 20 Jahre verlängert werden fann und rechnen, daß dieses Durchschnittsalter innerhalb des nächsten halben ftügt diese Erwartung auf ganz bestimmte fyftematische Maßnahmen Jahrhunderts um weitere 20 Jahre verlängert werden kann und gegen abwendbare Lodes- und Krankheitsfälle, wie etwa auf die Nahrungsmittelgefeßgebung, auf die planmäßige Bekämpfung der Tuberkulose und anderer Boltskrankheiten, auf weitere medizinische Entdeckungen und Fortschritte, auf die Mutterschaftsfürsorge vor, lisationseinrichtungen und der Trinkwasserversorgung, auf die Unfallwährend und nach dem Wochenbett, auf die Verbesserung der Kanaverhütungsmaßnahmen und ähnliches mehr. Rathenau Briefe. 3weds Herausgabe folger Briefe von Dr. Walther Rathenau, die für die Allgemeinheit von Intereffe find, ergeht an deren Besitzer hiermit nochmals die Bitte der Mutter um umgehende leibweife Ueberlaffung in Driginal oder Abschrift an das Sekretariat Rathenau bei der AGG., Berlin NW. 40, Friedrich- Karl- Ufer 2-4. Echule, Beinmeisterstr. 16/17, Märchen, Trauer- und Schauergeschichten von Ernst Friedrich spricht am 25 abends 7. Ubr in der Aula SophienGespenstern, Soldaten, Königen und anderem Unfinn. Starten find an Bertheims Theaterkaffen und an der Abendkasse zu haben. Defterreichs, Belgiens, Danemarts ,, der Bereinigten Staaten, GroßEine Ronferenz von Bakteriologen Deutschlands, Frankreichs, britanniens, Japans, Polens, Rumäniens, Rußlands und der Schweiz ift unter Leitung der hygienischen Organisation des Böllerbundes in Paris eröffnet worden. Sie wird sich mit dem Serum für Dysenterie, Diphtheric, Starrtramps, Lungenleiden und mit der Serumdiagnose der Syphilis be schäftigen. Flutwellen. Wie bei allen Erdbeben in Küstengebieten hat auch bei dem jetzt in Chile stattgefundenen ein unheimlicher Einbruch der Gee feine furchtbare Zerstörungswut betätigt. Ein foicher Einbruch ist in feinen Begleiterscheinungen so schrecklich, daß er auch das Herz eines an alle Tüden des Ozeans gewöhnten Seebären erbeben läßt. bildet das Zurüdireten der See von der Küste. Die Grenzen dieses Das erste Anzeichen des Einbrechens der gefürchteten Flutwelle Zurückflutens find verschieden. Zuweilen erstreckt sich der Radius nur auf zehn bis zwölf Meter. Zuweilen aber hat mon beobachtet, daß die Gee bis auf 1½ Kilometer von der Küste zurücktritt. Auch die Zeit, die zwischen dem Zurücktreten der See und der Ankunft der gefürchteten Flutwelle vergeht, schwankt. Es dauert mitunter eine halbe Stunde und darüber, bis die Flut zurüdtommt, aber Eine Weltbücherei. Auf eine Anregung des Böllerbundes hin soll, Freuen wir uns, daß wenigstens wir die Seelenverwandtschaft man hat auch erlebt, daß die unglücklichen Bewohner der von Erd- wie in der Deutschen Berleger- Beitung mitgeteilt wird, ein Beltdepot ves großen Peter mit der historischen Eierfrau erleben dürfen. beben heimgesuchten Rüftengebiete schon im Berlaufe weniger Mi- aller erscheinenden Bücher eingerichtet werden. Frankreich will zu diesem F. Tufzet. nuten von der Flutwelle überrascht werden. Was die Höhe dieser Swed das alte Schloß in Vincennes zur Verfügung stellen. Die Bung Wellen anbetrifft, so fann man auf Grund der Erfahrung feststeilen, in Leipzig beweisen, die allein für deutsche Bücher im Zeitraum einiger Düfte aber viel zu flein fein, wie die Erfahrungen der Deutschen Bücherei Forderungen der biltenden Künfiler. Auf seiner Dresdener daß fie im allgemeinen 30 Meter nicht übersteigen, aber auch die Jahrzehnte einen ganzen Stadtteil von Gebäuden aufrichten wolite. Es Jahrestagung hat sich der Reichswirtschaftsverband bildender nur 25 Meter hohe Flutwelle, die nach den Erdbeben von 1755 gibt bisher atvei Weltfriegs- Büchereien, eine in Brüssel und eine in Stutt Rünftler ausführlich mit all den Fragen beschäftigt, die die wirt. Lissabon überschwemmie, reichte hin, um 50 000 Menschen zu ver- gart und schon eine vollständige Sammlung der Schriften aus dieser Zeitschaftliche Frage aufgeworfen hat. Boran steht da noch immer die nichten. Bezeichnend für die Gewalt dieser zerstörenden Flutmassent spanne wird auf eine Million veranschlagt. Kulturdebatte im Landtag. Die Personalpolitik vom Kultusministerium. Der Preußische Landtag behandelte gestern die beiden Großen Anfragen der Unabhängigen vom 27. April d. I. über die Nichtbestätigung von 12 Berliner Gemeindeschulrettoren durch das Provinzialschulkollegium und der Kommunisten vom 31. Mai d. J. über den Fall des Studienrats Dr. Lier, dessen Bestäti gung zum Direttor der Diesterweg- Realschule bis heute noch nicht erfolgt ist. Nach der Begründung der erstgenannten Großen Anfrage durch den Genossen Leid, worüber wir bereits im Abendblatt berichteten, und nach der Begründung der kommunistischen Anfrage ergriff das Wort der Minister Boelig: Am 1. April 1921 waren an den Gemeindeschulen von AftBerlin 36 Rettorstellen frei. Die alte Berliner Schuldepus tation hatte 36 Lehrpersonen ausgewählt und dem Magistrat zur Wahl vorgeschlagen, auch vertretungsweise ihnen bereits die Leitung der Schulen übertragen. Bor dec endgültigen Wahl ergab sich, daß nicht der Magistrat, sondern die Bezirksämter für die Wahl zuständig waren. In einem Erlaß an das Provinzialschulfollegium vom 29. November 1921 haben wir das näher erläutert und erhärtet.( Der Minister verlieft ben Erlaß.) Die Schuldeputation leitete nunmehr die Vorschläge den Bezirksämtern zu. In zwei von den sechs Alt- Berliner Bezirker wurden sämtliche Borgeschlagenen gewählt, im Bezirt I von zwei einer, im Bezirk III von zehn vier, im Bezirk V von neun zwei und im Bezirk VI von sieben zwei. Im übrigen wählten die Bezirksämter Persönlichkeiten, zu denen die Schuldeputation überhaupt noch nicht Stellung genommen hatte und deren fachliche Eignung von den berufenen Stellen noch nicht geprüft war. Gegen die Wahlen der Bezirksämter protestierte die Lehrerkammer von Berlin. Es wurde festgestellt, daß auch die Lehrförper entgegen einem Erlaß des Ministers Haenisch nicht gehört worden waren, und es wurde ihre Befragung angeordnet. Nur an einer Schule wurde mit 9 gegen 6 Stimmen die vom Bezirksamt getroffene Wahl gebilligt; alle anderen Schulen lehnten die Wahlen ab. Um so mehr hatte das Provinzialschulfollegium Anlaß, eine fachliche Nach prüfung auf die fachliche Eigrung der Gewählten vorzunehmen. Das geschah durch besondere Dezernenten des Provinzialschulkolle giums. Das Ergebnis war wenig erfreulich. Nur vier Behr personen erwiesen sich für das Reftorat als ausreichend geeignet, die übrigen zeigten erhebliche, zum Teil völlige Un zulänglichkeit. Fechenbach- Versammlung in Berlin. Justizrat Bernstein über das Urteil. Freiheit der Presse In dem Urteil heißt es: Auf Einladung des Schußverbandes Deutscher Schriftsteller, hielt alterliche Inquifition!) Eine gefährliche Stellung nimmt das C. am Donnerstag abend im großen Eizungsfaal des Herrenhauses richt gegenüber der Justizrat Dr. Mag Bernstein München, einer der Berteidiger im Prozeß Fechenbach, einen Vortrag. In seinen einleitenden Worten ein. betonte Justizrat Bernstein zunächst, daß er einer politischen Partei nicht angehöre. Weiterhin meinte er, daß der bayerische Staat das Recht haben müsse, feine Justizhoheit zu wahren, wie das auch jeder andere deutsche Bundesstaat tun müsse. Es scheint aber nicht nur die banerische Justizhoheit, sondern die Rechtseinheit und Rechtssicherheit des Deutschen Reiches Ein derartiger Zustand, daß das Ausland Nachrichten be tommt, verstößt nicht nur gegen die Autorität des Reiches und der einzelnen Länder, sondern er ist auch geeignet, dem Deutschen Reiche und den einzelnen Ländern schweren Schaden zuzufügen. Im besonderen sind die erstatteten Meldungen über Geheimorganisationen, Waffenlagern und dergleichen geeignet, bei der Regierung( der Vortragende darf wegen des Schweigegebotes den Namen nicht nennen) den Eindruck zu erweden, als ob die Reichsregierung dem Bersailler Vertrag zuwider gehandelt habe. in Frage zu stehen, und deshalb glaube er, das Recht und die Pflicht zu haben, auch außerhalb Bayerns über diese Angelegenheit zu fprechen. Es kann nicht die Rede davon sein, daß man es in diesem Das Ungeheuerliche und Unbegreifliche an den bayerischen Prozeß gar mit verbecherischen Richtern zu tun habe, sondern es Boltsgerichten ist, daß sie nicht nur nicht eine höhere Instanz, fonfann sich nur um ein vollkommen verfehltes Gesez, ein ebenso ver dern auch keinerlei Revision fennen. Das einmal gefällte fehltes Gerichtsverfahren und ein nicht minder ver. Urteil ist absolut und den Richtern damit das Zeugnis ausgestellt, fehltes Urteil handeln. man als mißratene Kinder der Revolution ansprechen. Die Volfs- tragt worden, eine Revision des Urteils einzuführen, und die Sozia Die bayerischen Boltsgerichte müffe daß sie unfehlbar sind. Im bayerischen Landtag ist jetzt beangerichte, wie sie heute arbeiten, bestehen seit dem Juli 1919. Das liften haben die Aufhebung der bayerischen Volksgerichte überhaupt Gericht im Fechenbach- Prozeß setzte sich aus zwei Berufs- und beantragt. Das Reich könnte zur Lösung der Frage nur beitragen, drei Laienrichtern zusammen. Dabei trat die wenn es die Strafprozeßnovelle zur Durchführung bringt, die die sogenannten großen Schöffengerichte einführt. Die bayerische Re gierung hat bereits erklärt, daß sie bei Einführung dieser Schöffengerichte die Boltsgerichte fallen lassen würde. Eines ist jetzt vor allem wichtig, der Kampf zur Abschaffung der Volks gerichte und darf nicht zu einer Parteifrage gemacht werden. Es muß die Aufhebung des Fechenbach- Urteils auch hier die Forderung der Reichsverfassung Geltung haben, daß das Volk in allen seinen Stämmen einig ist und befeelt von dem darf nicht zu einer Parteifrage gemacht werden. Es muß Gedanken, sein Recht in Frieden und Gerechtigkeit zu entwideln prozeßrechtliche Ungeheuerlichkeit zutage, daß der Untersuchungsrichter, der Wochen und Monate lang mit den Angeklagten eingehende Berhöre gehabt hatte, nicht nur Spruchrichter wurde, sondern sogar den Vorsiz des Spruchgerichts führte. Bei einer Besprechung der Einzelheiten des Urteils sah sich der Vortragende zu größter Reserve genötigt, weil das Boltsgericht bei jedem nur erdenklichen Anlaß ein Schweigegebot ein geführt hatte. Würde man aber den Schleier des Berbots lüften und die Dinge, die zu erzählen verboten sind, wirklich berichten, fo würde ein allgemeines Erstaunen entstehen, weil es sich durchweg um Dinge handelt, die durch Taufende von Zeitungs artifeln längst bekannt sind. Der Einwand der Angeklagten, daß fie gar feine Geheimnisse berichtet haben, ist vollkommen bereaftigt. und zu festigen. In der Aussprache nahm Genosse Robert Breuer das Wort, Dazu tam, daß acht von den Bezirksämtern Gewählte aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten waren; der mit scharfen Worten die großen Gefahren tennzeichnete, die bem freien Schrifttum durch die Brattifen der bayerischen Don diesen acht waren sechs freilich auch sonst wegen mangelnder fachlicher Eignung ausgeschieden. Das Provinzialfchulfollegium hat Boltsgerichte drohen. Es sei die Gefahr vorhanden, daß die baye13 von den 17 abweichend von den Borschlägen der Schuldeputation Bis zum vierten Berhandlungstage war es der Verteidigung nicht rischen Justizgepflogenheiten auch auf andere Länder überspringen, Gewählten die Bestätigung verfagt, und zwar nicht nur in der Volts möglich, die Frage beantwortet zu erhalten, welche denn die in dieser Gefahr müsse begegnet werden. Schulabteilung, sondern einstimmig auch im Plenum. Das Berfahren friminierten Nachrichten seien, die von den Angetlagten verbreitet Es wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt: des Provinzialschulkollegiums ist von sozialistischer Seite scarf ver worden waren. urteilt worden. Nach dem mir vorliegenden Bericht die zuständi. Tatsachen forderte, sah sich der Vorsitzende endlich am fünf. fäßen, die in der Verhandlung des Fechenbach- Prozesses vor dem Da die Verteidigung unausgesetzt bestimmte Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller erblickt in den Grundgen Stadtschulräte sind dabei hinzugezogen worden hat das Bro vinzialschulkollegium nach rein fachlichen und rein rechtlichen Eren( 9) Berhandlungstage veranlaßt, den Staatsanwalt aufzufor. Münchener Volksgericht zur Anwendung famen, eine schwere Gewägungen gehandelt. Für die Objektivität spricht schon die Tat bern, die inkriminierten Berichte zusammenzustellen. Als dann das fahr für die Rechtseinheit und Rechtssicherheit in Deutschland, sowie sache, daß unter den 23 Reftoren die es bestätigt hat, 5 Sozia Urteil, das 177 Schreibmaschinenseiten lang ist, fertig war, betamen eine Bedrohung der durch die Reichsverfassung verbürgten listen waren, und daß unter denen, die es selbst zu Rektoren er es zwar die Journalisten, nicht aber die Berteidiger( 1) schriftstellerischen Freiheit. Der Schußverband nannt hat, zwei Sozialisten sich befanden. Da, wo die Be zur Einsichtnahme. In dem Urteil finden wir Feststellungen über richtet an die Reichsregierung das dringende Er= stätigung versagt wurde, lag die mangelnde Qualifikation zutage. Es Dinge und Tatsachen, über die eine richterliche Autorität absolut fuchen, die notwendigen Maßregeln zur Wiederbesteht kein Grund, an der Sachlichkeit der Beurteilung zu zweifeln, nicht zu befinden hat. Wenn der Richter eine eigene politiche Mei. hersteifung von Rechtseinheit und Rechtssicher. und ich habe feinen Aniak, eine nochmalige Besichtigung der Nicht nung hat, so fann man sie ihm nicht verbieten, aber man muß es heit in Deutschland zu veranlassen. bestätigten durch Ministerialreferenten vorzunehmen. Nun zu den Fällen der Nichtbestätigung, weil die betroffenen sich entschieden verbitten, daß er seine politische Meinung Lehrer nicht mehr zur evangelischen Landeskirche gehören. Nach in bem. Irteil, bas liber bas Schifa ber angefagten en Anwaltschaft und Fechenbach- Prozeß. Schicksal entder Reichsverfassung besteht die Berechtigung, nach der Zugehörigkeit fcheidet, zum Ausdruck bringt. In dem Urteil findet sich eine zu einer Religionsgesellschaft zu fragen, fomeit davon Rechte und 17 Seiten lange Ausführung mit der Ueberschrift: Beiftesleben, Der Republikanische Anwaltbund billigt die KundPflichten abhängen. Solche Rechte und Pflichten find ohne Zweifel Psyche und Charakter des Angeffagten Hechenbach." In dieser gebung des Republikanischen Richterbundes zum Fall Fechenbach mit der Leitung einer Schule verbunden, die gesetzlich Schilderung ist auch eine für den Angeklagten außerordentlich und erklärt: als Schule eines bestimmten Betenniniffes feffgelegt charakteristische Stelle aus einem Brief an feine Braut, in der er 1. Das Urteil des Münchener Boltsgerichts ist ein un ift. Auch nach dem dem Reichstag vorliegenden Entwurf sollen an über die Unterbringung von 5000 bayerischen Rindern in der Schweiz erträglicher Fehlipruch, ein schwarzer Tag in der GeSchulen eines bestimmten Betenntnisses nur Lehrer dieses Bekennt schreibt: ,, Die lieben Kinderchen, die jetzt nach der schichte der deutschen Rechtsprechung. niffes unterrichten. Als Leiter für eine evangelische Schule darf Schweiz fönnen und nicht mehr hungern müssen, die sich freuen nicht jemand eingestellt werden, der dieser Kirche nicht angehört. fönnen an all dem Schönen, was es dort zu schauen gibt, die zügliche Entlassung der Berurteilten aus der 2. Der Republikanische Anwaltbund fordert: a) die unber ( Lebhaftes Sehr richtig! rechts. Andauernde Zwischenrufe des Kommunisten Scholem. Präsident Leinert ruft den Abg. freuen mich mehr als die ganze Revolution. Etrafhaft, b) die schleunigste Beseitigung der bayerischen Scholem wegen beleidigender Zwischenrufe on die Adresse des mi. Auf diese Feststellung des Charafters des Angeklagten Fechenbach Boltsgerichte und die Wiederaufnahme des Falles Fechenbach nisters zur Ordnung.) Ich bedouere, daß unter den acht Echul- antwortet das Münchener Boltsgericht mit elf Jahren 3ucht vor den ordentlichen Gerichten, notfalls durch Sondermännern, die nicht bestätigt wurden, mei tüchtige Kräfte fich be- haus.( Start Bewegung, Zurufe: Unerhörte Grausamkeit! Mittel gefet. fanden. Die anderen famen überhaupt nicht in Frage. Ich halte mich in der ganzen Frage an die Verfassuna, die in ihrem Artikel 174 bestimmt, daß bis zum Erlaß des Reichsschulgesetes es bei der bestehenden Rechtslage bleibt. Bei der Nichtbestätigung des Dr. Lier hat sein politisches Bekenntnis teine Rolle gespielt. Die Gründe liegen einzig und allein in seiner Bersönlichte it. Sie schien mir feine Gewähr für eine ersprießliche Arbeit als Direftor zu bieten. Abg. Bahlfe führt unter steigender Aufmerksamkeit des Hauses Abg. Gottwald( 3.) billigt die Haltung der Regierung. fchier sämtliche Fälle der Nichtbestätigung der Reihe nach auf. Die Abg. Otto( Dem.) erklärt, den Sozialdemokraten sei der Beweis, Fälle werden bis in die Einzelheiten hinein genau und eindringlich daß das Provinzialschulfollegium nicht objektiv fei, nicht gelungen. geschildert. Die Rechte wird ungeduldig. Das Haus füllt fich. Immer Er empfiehlt den Sozialdemokraten, die Einfeßung eines neues Material führt Genosse Bahlte ins Treffen. Ueberzeugend Ausschuffes zur Nachprüfung der Angelegenheit zu beantragen. führt er den Nachweis, daß es sich bei der Mehrzahl der nichtbeAuf fommunistischen Antrag wird die Besprechung der Großenratterpolle und beliebte Lehrer handelt. Tiefen Ein- find. Der Minister hatte es in der Hand, bei etwas gutem Willen ftätigten sozialistischen Lehrer um durchaus fähige, hawonach die Dissidenten Staatsbürger zweiter& lasse Abg. König( S03.): Wir haben heute in Preußen eine Lage, Anfrage beschlossen. brud macht es, als er darauf hinweiftt, daß in einem Fall der für einen Ausgleich zu schaffen. Der Herr Minister hat das nicht getan. den sozialistischen Kandidaten Nach den Abgg. Schwarzhaupt( D. Bp.) und Lutalfowitz( Dnat.) spricht Abg. Bahlte( Soz.): Er hat auch den Berliner Stadtschulrat Paulsen bei der Brüfung und Regelung der ganzen Frage übergangen, jedenfalls ihn nicht so herangezogen, wie das billigerweise gefordert werden konnte. günftig ausgefallene Personalbericht verschwand und nicht mehr aufgefunden wurde, und daß trotzdem in diesem Fall nicht eine Nachprüfung durch das Ministerium selbst erfolgt ist. Genoffe Bahite weist mit Nachdruck darauf hin, daß das lich eine Nachprüfung zugefagt, vertagt sich das Haus auf Freitag Nachdem der Kultusminister erflärt hatte, er habe Baulsen ledigKultusministerium viel entgegenkommender verfahren ist, wenn es lich eine Nachprüfung zugefagt, vertagt sich das Haus auf Freitag sich um Angehörige der Deutschen Boltspartei handelte. 12 Uhr: Weiterberatung, Kleine Gegenstände.- Schluß nach 6 Uhr. Es geht," ruft Genoffe Bahlte zur Ministerbant hinüber, herr Miniffer, wenn es fich um Ihre Leute handelt!" Für den Kommunisten Dr. LierDie britische Thronrede. Condon, 23. November.( WIB.) Der König begab sich heute vormittag in Begleitung der Königin zur Parlamentseröffnung nach Westminster. Sie wurden von einer großen Menschenmenge begrüßt. In der Thronrede des Königs heißt es: Ich habe Sie jufammenberufen, damit die Gesetzgebung, die für 3rland notwendig ist, sogleich Ihrer Genehmigung unterbreitet werden fann.Die Lage des Handels und der Industrie ift andauernd fehr beBefferung der Lage vorbereiteten Maßnahmen werden aufs neue Die von der vorigen Regierung zur untersucht. Sie werden ersucht werden, Maßnahmen zu ihrer Fortjehung und Ausdehnung zu ergreifen, ferner Maßnahmen für die Sicherstellung einer Anleihe entsprechend dem Plan des Völkerbundes zur Wiederherstellung Oesterreichs. 3ch hoffe, daß die Bemühungen meiner Minister in Causanne, die mit den Berführen möchten, dah der Friede wiederhergestellt werde und daß tretern unserer Bundesgenossen zusammenwirken, zu dem Ergebnis die Bewohner der Gebiete, die noch jüngst der Schauplah so schwerre Leiden waren, wieder in Sicherheit leben können. Benn Herr Boelig so weiterarbeitet, dann werden wir in Breußen bald banerische Zustände haben. Seit einem Jahr betreibt nun Herr Minister Boelig die Geschäfte im Minifterium für Kunst, Wissenschaft und Boltsbildung nach den Grundsäten der großen Stoalition. Und die Bilanz? Die Berfonalpolitik des Herrn Boelig vor allem verrät wenig von dem Charakter und dem Sinn einer vernünftigen Roalitionspolitit. Ja, wenn es sich um Bolts parteiler hanbelt, dann rappelt es nur so mit Beförderungen. betonte Genoffe Bahlfe ( Genoffe Bahlte zählt nun eine Reihe von Lehrern namhaft auf, die lege ich die Hand ins Feuer. Er ist ein geachteter und geliebter der Volkspartei nahe stehen und unter dem Regime des jezigen Lehrer in der Schule. Sein ganzes Berbrechen besteht darin, daß er Rultusminifters befördert wurden. Bon rechts kommt der Zwischen- früher einmal eine sogenannte Breffe aufgemacht hat. Wer unter ruf: Und Haenifch?) Sie( nach rechts) rufen: Und Haenisch? Was den Lehrern hat noch niemals Rachhilfeunterricht erteilt, ohne die Haenisch getan hat in der Beförderung von Sozialisten, das war Behörde gefragt zu haben? Wenn aber dieser Nachhilfeunterricht feine Bevorzugung, sondern wiedergutmachung. Oder follten nicht der Grund für die Nichtbestätigung ist, dann fragen wir: Warum vielleicht die alten schmußigen Ungerechtigkeiten von früher bis in ift Dr. Lier nicht bestätigt worden? Will man erst mit der An. elle Ewigkeit bestehen bleiben? Herr Minister Boeliz, bis jetzt find ftellung von Rommunisten und Sozialisten zu Schulleitern beginnen, Gie meistens über unsere Borschläge hinweggegangen, wenn gewenn man weltliche Schulen geschaffen hat? Für diese weltlichen forgniserregend. eignete Bersönlichkeiten vorgeschlagen wurden. Ihre Berfonalpolitit Schulen plant man, nur Schulleiter" anzustellen, nicht Ret. mußte auf die Sozialdemokratie erbitternd wirken. Kein Wunder, toren". Wir verlangen, daß, folange an den anderen Schulen menn unter biefen Umständen die untergeordneten Draane, die Rettoren" angestellt werden, bas gleiche für die weltlichen Schulen Barteigänger der Realtion, Morgenluft witterten und fich wohl gelten muß, ungeachtet unserer prinzipiellen Stellungnahme in dieser fühlten. Rein Bunder, wenn im Fall der Nichtbestätigung von Frage. Wir können nicht dulden, daß durch derartige Manöver Sozialisten zu Reftoren das Provinzialschulfollegium eben fo gearbeitet hat, wie es gearbeitet hat. Wir müssen mit aller Schärfe die weltlichen Schulen zu Schulen zweiter Klaffe gestempelf der Behauptung des Ministers, daß ihm ungeeignete Randi werden. Die Personalaften find öffentlich. Bill aber jemand von baten vorgeschlagen worden feien, widersprechen. Freilich, den linksstehenden Lehrern etwas einsehen, dann werden ihm wenn man den Gegenfandidaten, wie es vorgekommen ist, heranzieht, gerade die wichtigen Aften über die Beförderung und Anstellung vor. um ein Urteil abzugeben, dann braucht man sich nicht zu wundern, enthalten mit ber salomonischen Begründung, diese Atten seien eben wenn fähige Leute als unfähig bezeichnet werden. Uebrigens, wir feine Berfonalaften, haben ja auch den Fall, daß das Kollegium fich für den Kandidaten Herr Minister, meine politischen Freunde find nach wie vor der ausgesprochen hat. Trozdem wurde er abgelehnt. Es geht eben jo oder Meinung, daß mit dem Spruch des Brovinzialfchulfollegiums die fa. War an der Fähigkeit nichts auszulegen, dann war etwas an der Nichtbestätigung der Gemeindeschufrettoren nicht erledigt sein kann. Religion auszusehen und umgekehrt. Die Ansicht des Ministers, ir verlangen Nachprüfung, Klarheit und Ge baß teine Diffi benten Schulleiter an einer evangelischen Schule re figfeit.( Beifall Tints.) sein tönnen, bedeutet einen nedine Minister Dr. Boelih: Ich habe feineswegs die Diffidenten von Bruch der Reichsverfassung. heute ab für obgelfrei erklärt. Ich vermag nur als Minister vor Bisher fonnten übrigens doch Diffidenten als Cehrer an tonfeffionell dem Londe die Berantwortung nicht dafür zu übernehmen, Diffidenten eingestellten Schulen tätig sein! Seit der Amtstätigkeit des Herrn zu Rektoren evangelischer Schulen zu bestätigen.( Stürmischer BeiBoeliz nun auf einmal nicht mehr! Herr Boelig beruft fich auf das fall rechts, ebenso stürmischer Langandauernder Protest links.) Gegen Reichsschulgeset. Aber das Reichsschulgeleg ist noch nicht da. Mie über den Ausführungen des Borredners verlieft der Minister nun fann man fid, auf etwas berufen, tas noch nicht existiert. Dann, einige Revisionsberichte, die sich gegen die Befähigung des Lehrers wenn dieses Gesetz da ist, dann wird für die Dissidentenlehrer gesorgt Winter als Reftor aussprechen. fein. Heute ist das aber noch nicht der Fall, und deshalb ist die Als der Minister schließt, ertönen von links Rufe: War das Haltung des Ministers in diesem Bunft zu bedauern. lalles? Die türkischen Gebietsforderungen. Lausanne, 23. November.( WTB.) Ueber die von den türkischen Delegierten in der ersten Komission vorgetragenen Forderungen erfährt man: Die Türten fordern: 1 die Wiederherstellung der Grenze pon 1913, 2. den Einschluß des Bahnhofs Adriano pel- Rarafan in diese Grenze, 3. die Entmilitarifierung einer Zone zu beiden Seiten der Mariza unter der vollen Wahrung der türkischen Souveränität. Ueber die technischen Ginzelheiten sollen besondere Kommiffionen entscheiden. 4. Einen bulgarischen Bertehrs3ugang längs der Marija, über den auch eine besondere Kommission bestimmen wird. 5. 2 mung in Weftthrazien. Gewerkschaftsbewegung Wo bleibt der Demobilmachungskommiffar? Zur Aussperrung in der Metallindustrie. fällten Spruches zur Beurteilung der Deffentlichkeit wieder, der ein Schlaglicht auf die Unparteilichkeit dieser Instanz wirft. Der Betriebsrätekongreß. Die 1500 Personen, bie in der Neuen Belt" versammelt sind, Der Schlichtungsausschuß läßt dahingestellt, ob zwischen den feinerlei Drganisation vertreten und nichts hinter sich haben als die Streitteilen eine bindende Bereinbarung am 4. bzw. 6. d. M. zu Kommunistische Partei, die hinter den Kulissen die Drähte zieht, stande gekommen ist. Er ist zu der Auffassung gelangt, daß das bekommen u. a. Richtlinien" vorgelegt, die zum guten Leil bei den Festsetzungen in der Berhandlung vom 4. und 6. d. M. waschechter russischer Import find. An Maßregeln zur EriftenzDer Deutsche Metallarbeiter- Verband wandte sich am 15. Np. angenommene Maß der Verteuerung im Monat November sicherung der Arbeiterschaft wird die Beschlagnahme von pember an den Demobilmachungskommissar mit dem Ersuchen, d. J., auch wenn es nach Maßgabe der jezigen Leuerungsverhält- Lebensmittelporräten und ihre Berteilung durch die Gedie Differenz in bezug auf die Aussperrung beilegen zu wollen. nisse beurteilt wird, nicht so unrichtig getroffen wäre, daß bei den nossenschaften unter Kontrolle der Arbeiter verlangt, ferner BeAber der Amtsschimmel beim Demobilmachungstommissar arbeitete im Berkehrsgewerbe zu beobachtenden wirtschaftlichen Berhält fchlagnahme der Luruswohnungen und ihre Zuweiso schnell, daß bis zum 23. November noch feinerlei Mitteilung niffen eine meitere Erhöhung der Arbeitnehmereinfünfte vorge fung an Wohnungslose. Zur Brechung der Anbausabotage der vom Demobilmachungskommissar an die Organisation gelangt ist. schlagen werden könnte. Der Schlichtungsausschuß macht daher Großgrundbesiger wird die Kontrolle der Feldbestellung, Hat vielleicht der Herr Demobilmachungstommiffar feinen Mut, die Bereinbarung vom 4. bzw. 6. b. M. fich zu eigen und hiermit die Beschlagnahme des nichtbebauten anbaufähigen Landes weil es sich um eine der größten Scharfmachergruppen in Deutsch- zum Inhalt seines Schiedsspruches." und beren genossenschaftliche Bewirtschaftung durch die Bandarbeiter land handelt den Berband Berliner Metall- Industrieller-, von Der Spruch ist einfach unhaltbar. Reine der beteiligten Sör- verlangt. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Maßnahmen werden dann feiner Macht Gebrauch zu machen, oder stehen sonst Hinderniffe im perfchaften hat behauptet, daß die Verhandlung am 4. November bie bekannten Forderungen zur Sanierung der Finanzen, Erfaffung Wege? Ist doch der jeßige sehr gefchäftstüchtige Geschäftsführer des am 6. fand überhaupt teine ftatt eine bindende Bereinbarung der Sachwerte ufm. aufgestellt. Weitere Forderungen betreffen die BBMI., Herr Kantorowicz, früherer Demobilmachungskommissar, war; also tann es nicht dahingestellt bleiben. Annullierung des Versailler Friedensvertrages einer derjenigen Herren, die am meisten an dem Aussperrungsbe Wie die Arbeitgeberbeisiger mit dem Borsiger n zu der Auf- und den Wiederaufbau Europas. Berlangt wird eine gemeinsame schluß mitgewirkt haben. Sollte der Geift des Herrn Kantorowicz faffung gelangt find, baß die in der Berhandlung am 4. d. m, aut Konferenz Deutschlands, Sowjetrußlands, Desterreichs und der vielleicht noch in der Bittoriastraße ſpufen? gestellten Lohnfäße das Mak der Berteuerung ausgleichen, obwohl Türkei zur Annullierung des Bersailler Diftats und zur Bildung Der Deutsche Metallarbeiter- Berband hat nichts unversucht gefie unter dem Eristenzminimum liegen, ist uns unver eines Abwehrblods. Ferner die Einberufung einer Weltkonferenz laffen, die Differenzen beizulegen und fandte am 21. November ständlich. Löhne, die in der ersten Hälfte des Povember in ber der organisierten Arbeiterschaft zur gemeinsamen Regelung der erneut Drüder zu der Firma Kuledi u Böhm. Daraufhin haben Spize für ungelernte Arbeiter 112 m., für angelernte Arbeiter Wiedergutmachung, sowie die Gewährung eines langfristigen Aufdie Unternehmer am 21. November beschlossen, sämtliche Be 114 m., für Handwerker 118 M. für die Stunde betragen, find nicht schubes für die Bars und Sachleistungen. Ferner wird die Annultriebe, die dem Aussperrungsbeschluß unterliegen, zu schlie geeignet, die Teuerung auszugleichen. lierung aller volkswirtschaftlich schädigenden Abkommen und die Bes Ben, wenn bis zum 25. November tie Differenz bei der Firma Daß die wirtschaftlichen Verhältniffe im Bertehr. gemerbe teine fchlagnahme aller Auslandsguthaben sowie ihre Berwendung zu Ruledi u. Böhm nicht beseitigt ist. Dieser Beschluß der Unternehmer glänzenden find, ist auch uns befannt, trifft aber nicht für die Reparationszweden verlangt. Zur Bekämpfung der Konterrevolu entspricht vollauf ihrer Brutalität, die sie in jeder Beziehung ber Berliner hochbahn zu, die auf Grund ihrer Tarifpolitit tion wird schließlich die ridsichtslose Entfernung aller BeArbeiterschaft gegenüber an den Tag legen. Sie versuchen ganz nicht nur ihren Arbeitern die lebensnotwendigen Löhne vorenthält, amten in Heer, Polizei, Justiz und Behörden gefordert, die bewußt, die Arbeiterschaft zu provozieren. sondern auch die Berliner Straßenbahn dem Abarund nicht bedingungslos für die Berwirklichung Sie scheuen sich nicht, wegen sechs Drüder vielleicht 50 000 Lis entgegenführt und somit deren Arbeiter in turzer Zeit zu dieses Programms tätig feien, ferner die Auflösung und Ent60 000 oder 100 000 Arbeiter aufs Etraßenpflaster zu werfen. Sie Taufenden arbeitslos macht. In dem Spruch fehlt nur waffnung aller fonterrevolutionären Verbände, Verbot jeglicher fragen nicht tanach, ob durch ihren brutalen Beschluß Laufende von noch, daß man das Unternehmen als ein notleidendes bezeichnet, fonterrevolutionären Propaganda und die Bildung von Arbeiter. Rindern dem Hungertode entgegensehen. Hier hat die Aufsichts- wie es 3. B. im Juli d. I. geschah. Die Funktionäre des Bes wehren. behörde, der Demobilmachungsfommissar, ein sehr reiches Betäti- triebes, die sich mit dem Srrudh am 14. d. M. befaßten, lehnten ihn Die ganze Lächerlichkeit dieses Kongresses enthüllt die„ Rote gungsfeld. Wir hoffen, daß die Behörde umgehend eingreifen wird, ihrerseits ab und beschlossen, die Urabstimmung am 17. November Fahne" mit folgender Notiz, die am Mittwoch, am Tage vor Erum die Brutalität des Berbandes Berliner Metall- Industrieller auf vorzunehmen, die gleichfalls die Ablehnung des Spruches ergab... D, öffnung des Rongresses, erschienen ist: das richtige Maß zurückzuführen. nachdem ein Entgegenkommen der Hochbahn nicht zu erreichen mai, Die Berliner Kandidaten für die Wahlen zum Betriebsrätezum Streit führte. tongreß müssen morgen, Mittwoch, von 10 Uhr vormittags ab, im Lofal von Hummel, Sophienstr. 5, restlos erscheinen, um festzustellen, wer von ihnen zum Delegierten gewählt isi, und um ihre Delegiertenfarten abzuholen. Zum Streik der Hochbahner. Die Lohnbewegung der Hochbahner im Oftober endete wie jede monatliche Lohnbewegung bei der Hochbahn durch einen Spruch des Reichsarbeitsministeriums. Demnach erhalten im Spigenlohn die ungelernten Arbeiter 98 M. für die Stunde, die angelernten Arbeiter 100 m., die Handwerfer 103 m., die Arbeiterinnen 75 M., die Reinemachefrauen 71,40 M. Fahrkartenausgeberinnen erhalten 15 838 M. Das männliche Aushilfspersonal erhält 20 010 m., das weibliche Aushilfspersonal 15 430 m. für den Monat. Zu diesen Löhnen werden für die Frau 1 M. und für jedes Kind 3,50 m. pro Stunde gezahlt. Die Arbeitnehmer nahmen an, trotzdem die festgelegten Löhne Der teuren Zeit nicht entsprechen. Die Hochbahngesellschaft, refp. Der Arbeitgeberverband Deutscher Straßenbahnen, Kleinbahnen und Brivateisenbahnen, nahm den Schiedsspruch nur unter der Bedingung an, daß fofort die Lohnforderung für November eingereicht und verhandelt wird. Auch diesem Dittat fügte sich die Arbeiter schaft und verlangte für den Monat November auf die Oktoberlöhne 50 M. für die Stunde mehr. In der Berhandlung am 4. November fam nach ſtundenlangem Hängen und Bürgen eine Regelung, unter Borbehalt der Zustimmung der Arbeiterschaft zustande, die in der erften Hälfte des November für den Handwerfer 15 M., für den angelernten und ungelernten Arbeiter 14 m. für die Stunde vorfah. Für die zweite Hälfte des November sollte eine weitere Erhöhung um 20 M. für den Handwerker, 19 M. für den angelernten und un gelernten Arbeiter für die Stunde eintreten. Die Frauenzulage follte von 1 M. auf 5 M., für jedes Kind von 3,50 M. auf 8 M. erhöht werden. Am 7. November nahmen die Funktionäre sowie das Personal in einer Vollversammlung dazu Stellung. Beide Körperschaften waren geneigt, die Regelung anzunehmen, wenn derfelben ein schrift licher Zufaz beigefügt wird, der es der Arbeitervertretung erlaubt, am Ende des Monats November noch einmal in eine Prüfung der Löhne mit den bestehenden mirtschaftlichen Verhältnissen einzutreten. Die Klaufel einzufügen lehnte die Direktion der Hochbahn schon in der Verhandlung am 4. November mit aller Schärfe ab. is dies der Beleafchaft bekanntgegeben wurde, lehnte sie nicht nur das Angebst der Direttion ab, fondern fie erhöhte die Lohnforderung Don 50 m. auf 75 M. für die Stunde. Am 14. November wurde der Streitfall erneut vor dem Reichsarbeitsministerium verhandelt. Wir geben den Wortlaut des ges Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Dreher Paul Rohde uriner Straße 9 am 19 November gestorben ist. Die Einäicherung findet am Freitag, den 24. b. M., abends 6 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, ftatt Am 19. d. 902. starb unsere Rollegin Franziska Zwilling Die Einäscherung findet am Freitag, den 24. d. 502., abends 7 Uhr, im Kre matorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ferner starb am 21. Robember unfer Kollege, der Arbeiter Karl Warmuth Die Einäfcherung findet am Montag, den 27. November, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, ſtatt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 180/18 Die Ortsverwaltung. Rezirksverb.VSPD. 41. Abt.( Kreuzberg) Am 21. 11. vez schieb nach langem schweren Bei den unserGenoffe Reftor Richard Pauli von ber101 Gem Schule, Gneisenauftr.7, im47.Bebensjahre. Die Einäscherung fin Det am Sonnabend, abends 61 Uhr, in der Gerichtstr. 37,38 ſtatt Ehre seinem Andenken! Um rege Betetligung ersucht Der Vorstand Kugellager eben Boften Findling& Co..SW 11 Am Montag verschieb plöglich mein innigftge liebt.Mann, mein lieber Sohn, unfer herzensguter Bruder, Schwiegersohn, Schma ger, Onkel, Neffe und Cousin Walter Galow im 81. Lebensj 3m Namen ber trauernden Sin terbliebenen Martha Galow, geb. Meinz, Camphausenstr. 2 Cinäfcher Sonnabend nm. 1 Uhr im Krematorium Baumschulen wg Kiefholzstraße Kranzspenden bankend verbeten Deutscher Metallarbeiter- Verband Möbell Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Heute, Freitag, 24. november, nachmittags 4 Uhr, im Lotal von Boweleit, Joftystraße 7: Versammlunge aller Schwarzblechbetriebe Berlins. Tagesordnung: 1. Das Angebot ber Unternehmer. 2. Berschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. 130/14 Die Ortsverwaltung. Bar Teilzahlung Wohn, Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer sowie Einzelmöbel und farbige Küchen kaufen Sie heute noch billig weil ich noch ältere Lagerbestände besitze. Gekaufte Möbel können kostenlos lagern BEISER Lothringer Ata Das Putzmittel Henkel's Ata Strasse 67. Schegerpulver putrciles bliz blank wirkt bhne Zusatzyon SEIFE SODA Konflikt in der chemischen Industrie. Am Dienstag fanden Berhandlungen mit dem Arbeitgeberver. band wegen der Gehaltsregelung für den Monat November statt. In einer überfüllten Mitgliederversammlung des AfA- Bundes, die am gleichen Tage in der Neuen Philharmonie stattfand, berichtete Jungbiut über das Berhandlungsergebnis. Die Berhandlungen waren diesmal besonders schwierig, da die Arbeitgeber gleich bei Beginn der Berhandlungen betonten, baß eine gleichmäßige progentuale Zulage für alle Angestellten nicht in Frage fommen fönnte, die sog. fozialen Zulagen erheblich erhöht werden müßten und daß vor allen Dingen innerhalb der Industrie eine Fachgruppenunterteilung einzuführen fei, da bestimmte Indufiriezweige nicht in der Lage wären, die Gehälter zu zahlen, die in der reinen chemischen Industrie und Gummiindustrie gezahlt werden könnten. Nach jtun denlangen Verhandlungen wurde von den Arbeitgebern folgendes legte Angebot unterbreitet: Lehrlinge und jugendliche Angestellte in der Fachgruppe I 90 Broz. Aufschlag, in der Fachgruppe II 85 Proz. Aufschlag auf die Oftobergehälter. Die Gruppen 1-5 ber taufmännischen und technischen Angestellten in der Fachgruppe I erhalten 100 Broz., in der Fachgruppe II 95 Broz. Aufschlag, mit Ausnahme der ersten beiden Berufsjahre in den Angestelltengruppen 1 und 2, hier fom. men nur 95 resp. 90 Proz. in Frage. Wertmeister erhalten in der Gruppe I 100 Broz., in der Fachgruppe II 95 Pro8. Aufschlag. Beibliche Angestellte erhalten 90 Broz. der errechneten Säße. Zu ten neuen Gehältern fommt eine Frauenzulage von 10 Broz. und eine Kinderzulage von 5 Broz. Bei der Gehaltszahlung sollen die auszuzahlenden Beträge auf volle 50 m. aufgerundet werden. Bon dem Referenten wurde darauf hingewiesen, welche außer crdentliche Gefahr in der Fachgruppenunterteilung liege und daß die in der Seifenindustrie gewonnenen Erfahrungen in dieser Be. ziehung nur zur Warnung dienen fönnten. Für die Angestellten fchaft sei diesmal besonders lehrreich, daß die beamteten Bertreter der chriftlichnationalen( Gedag) und Hirsch- Dunderschen( GDA.) An gefteltennereine gegen bieje Borschläge der Arbeitgeber grundsäglish absolut nichts einzuwenden hatten. Nach einer sehr erregten Distuffion wurde von der Bersamm. lung das Angebot der Arbeitgeber einstimmig abgelehnt und der Tariftommiffion für alle weiteren Maßnahmen volle Hand. lungsfreiheit erteilt. Alfo 24 Stunden vor Eröffnung des Kongreffes mußten die Kandidaten unter sich austnobeln, wer als Delegierter aufzutreten habetC. Lorenz, Tempelhof. Montag 4 Uhr bei Spleser, Schulz Nachfl., Berfammlung aller Rollegen der Richtung Amsterdam. Tagesordnung mind in der Bersammlung bekanntgegeben. Angestellte bes Siemens- Werner- Berts. Freitag bei Marfand Ber Tammlung aller Angestellten, die Mitglieder der Bereinigten Partei find. Berbangestellte 4 Uhr. Bureauangestellte 5 Uhr. Mitgliedsbuch legitimiert. Budbruderei A. Seybel z. Co. Betriebsverfammlung Freitag mittag 1 Uhr im Gewertschaftshaus, Gaal 5, Engelufer 24. Tagesordnung: Bericht von der Verhandlung vor dem Tarifschiedsgericht. Bollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Buchbruder ber Bereinigten Partei Neuköllns. Sonnabend abend 7 Uhr im Lokal von Gohlfe, Hermannstr. 199, wichtige Gigung. Mit gliedsbuch und Bezirksbarte legitimiert. Der Aktionsausschus. Berantwortlich für den redalt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag 6. m. b. H.. Berlin. Drud: Hierzu 1 Bellage. Lidorius brauchen Powertf die Kraftkost für Kinder u. Erwachsene Die Rachenhöhle ist bie Eingangspforte für Erkrankungen der Luftwege. Bollen Sie fich nor Anitechungen schützen, so nehmen Sie bie ärztlich anerkannten Panflapin Baftillen. Angenehm von Geschmad. Bon ersten Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Hornhaut, Schwielen uWarzen Antirol beseitigt Schnell sicher u.schmerzlos In Apotheken u. besseren Drogerien erhältlich. Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol- Fußbad! CREME PERI Eine Sicherung gesellschaftlicher Vorteile ist die gepflegte äußere Erscheinung. 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CREME PERI Dr M.Albersheim Fabrik feiner Parfümerien Frankfurt M Gegt. 1892 Nr. 555 ❖ ZH. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Ireitag. 24. November 1422 Das/lbfti'mmungsverfahrenimStaötparlament Die Sozialdemokraten fordern mehr Unterstützung für die Armen. Die Stadtverordnetenversammlung, die so oft mit den Umständlichkeiten der Abstimmungen ihre Zeit hat vertrödeln müssen, beschloß gestern einige Aenderungen des Ab st im- mungsversahrens� Aber ein Versuch der Deutschen Volks- Partei, kleinen Fraktionen die selbständige Herbeiführung nament- licher Abstimmungen unmöglich zu machen, wurde durch die ver- einigte sozialdemokratische Fraktion vereitelt. Der von unseren Genossen eingebrachte Gegenantrag, die Unterschriftenzahl nicht auf 25, sondern auf 15 zu beniesten, drang mit knapper Mehrheit durch. Wie sehr im übrigen das Verfahren bei namentlichen Ab- st i m m ii n g e n in anderer Hinsicht längst abänderungsbedürftig war, sah man gerade gestern bei der Abstimmung über den deutsch- nationalen Antrag zu dem vielerörterten deutschnotional-kommu- nistischen Zirkuskrawall. Dieser Antrag wurde gegen die Linke mit ganz knapper Mehrheit von den bürgerlichen Parteien angenommen, aber hinterher stellten einige unserer Genossen fest, daß bei der Protokollierung sonderbare Irrtümer vorgekommen waren. Die Abstimmung wird in der nächsten Sitzung wiederholt werden müssen. » In der gestrigen Sitzung wurde zunächst in der Fortsetzung der Beratung der Anträge betr. die in der Frage der Besoldungs- ordnung vom Magistrat erlassene Sperrversügung ein Antrag der Sozialdemokraten angenommen, der mit Rücksicht auf die durch dos Schreiben des Oberpräsidenten geschaffene neue Si< tuation die Zustimmung zu den vom Magistrat daraufhin getroste- nen Maßnahmen ausspricht, für die weitere Klärung der Rechtslage ober neuerliche Verhandlungen in einer gemischten Deputation in Aussicht nimmt. Nachdem Genoste Dr. L o h m a n n diesen Antrag empfohlen, um dadurch die sofortige Auszahlung von Bezügen an di« Beamten zu ermöglichen, ließ der Magistrat durch den Stadt- syndikus Lange die Bereitwilligkeit zu weiterer Verhandlung erklären. Die Redner des Zentrums, der Deutschen Volkepartei und der Deutschnational-m sprachen sich für den Antrag aus.— Den Antrag der Deutschen Dolkspartei, statt der Auszählung Zettelabgabe einzuführen und gleichzeitig die Unterstützung für den Antrag aus namentlich« Abstimmung auf 25 Mitglieder festzusetzen, be- gründete der Vorsteher Dr. C a s p a r i. Don den Sozialdeniokratvn war die Herabsetzung von 25 auf 15 Mitglieder beantragt. Mit dieser Aenderung, welche"der Möglichkeit vorbeugt, die Kommunisten- fraktion, wie Dörr fürchtete, auf diesem Gebiete zu entrechten, gelangte der Antrag der Deutschen Volkspartei zur Annahme.— Die Dringlichkeitsvorlage des Mogistrats auf Aufnahme«iner 21 n« leihe von 300 Millionen zum Ausbau der Fleifch-Groß- Markthalle ging an den Hauptausschuß.— Mit 95 gegen 93 Stimmen nahm die Versammlung dann in namentlicher Abstimmung den Antrag der Deutschnationalen auf Sicher- stellung der Versammlungsfreiheit lim Anschluß an die Borgänge vom 15. Oktober am Zirkus Bulch) an, worüber am 16. November die Versammlung beschlußunfähig geworden war.— Heber die Satzungen nebst Richtlinien für das Zlachrlchienwesen der Stadt Berlin berichtete ausführlich F l a t a u(Soz.). Der Ausschuh hat dem am 6. März 1922 vorgelegten Entwurf zugestimmt und eine Anzahl von Erweiterungen empfohlen, die besonders die Ausgestaltung des Gcmeindeblattes betreffen. Genosse Dr. W e y l zollte der tüchtigen Arbeit des Ausschustes und seines Unterausschustes alle Anerkennung, empfahl daneben dem Magistrat für seine Verordnungen und Der- fügungen eine bessere, klare und einfach«, leicht ver- ständlich« Srach« und verlangte von ihm, daß er auf Angriffe gegen den Magistrat alsbald durch das Rachrichtenamt amtliche Berichtigungen folgen laste. Von Thomas(DVp.) wurde die vom Ausschuß befürwortete Einrichtung eines Inseratenteils beim Gemeindeblatt bekämpft, von R u t s ä tz sDnat.) tunlichste Sparsamkeit auch auf diesem Zweige der städtischen Verwaltung (�fordert und demgemäß die Schaffung neuer journalistischer Amts- tellen abgelehnt. Dave(Dem.l und Lange(Z.) sprachen di« Zustimmung zu den Ausschußoorlchlägen aus, von denen sie, ohne sich Illusionen hinzugeben, ein besteres Funktionieren des Noch- richtenamts sich versprechen. Bürgermeister Ritter hielt es für unmöglich, von Ausnahmefällen abgesehen, dem Verlangen des Dr. Wenl zu entsprechen, ebenso sei die Forderung der journalisti- schen Ausgestaltung des Gemeindeblattes zu beanstanden, schon au- � finanziellen Gründen. Dr. W e n l hielt den Rednern der Rechten' entgegen, daß die Vertreter der Rechten im Ausschuß für den Inst- ratenteil gestimmt hätten; gegen den Magistratsvertreter machte er geltend, daß es sich nicht um persönliche Empfindlichkeiten, sondern um das Slnsehen der Stadt Berlin handle. Die Ausschuhfassung wurde unverändert angenommen. Die Einrichtung von verkausshäuschen auf öffentlichen Plätzen, wozu der Ausschuß die bezüglichen Verträge mit 3 Unternehmern zu genehmigen beantragt, machte Linke (Dnot.) zum Gegenstand eines Einspruchs; wieder einmal habe der Magistrat die Versammlung llnks liegen gelassen und sie vor ein loit accompli gestellt. Auch Ka s e l o w s k'y(D. Vp.) verwahrt« sich dagegen. Ebenso protestierte die Wirtschaftspartei durch K i n s ch e r. Genoste P a t t l o ch(Soz.) hielt den drei Protestlern vor, daß die Gegnerschaft sich sehr einfach daraus erkläre, daß bei der öffentlichen Ausschreibung der eine oder der ander« ausgefallen sei. Am Alexanderplatz habe die Stadt Millionen dadurch gespart, daß dem betr. Reflektanten die unter- irdische Anlage der Bedürfnisanstalt auf seine Kosten zur Bedingung gemacht sei. Von Verschandelung könne ebensowenig mit Recht gesprochen werden wie von einem Herabgehen der Konjunktur. Der Demokrat R o s e n t h a l hielt den Gegenstand auch nicht für geeignet, zu einer Stoatsaktion aufgebauscht zu werden. Di« Vorlage und die Verträge wurden genehmigt. Dr. Steiniger (Dnat.) beantragte, die Borlage wegen Ausgabe von 2 Milliarden Berliner Notgeld an einen Ausschuß zu überweisen. Kämmerer Dr. K a r d i n g stellte fest, daß es sich dabei nicht um Aufnahme einer schwebenden Schuld, noch um Beschaffung von Betriebsmitteln handelt, sondern darum, dem Mangel an„klein ein" Papiergeld abzuhelfen, wogegen Sicherheit in barem Gelds von den beteiligten Firmen zu hinter- legen sei. Möglich sei ja, daß nicht alles Notgeld nach 2lblauf der Umlaufsfrist zurückfließe, sondern daß etliche Millionen dabei für die Stadt erübrigt werden. Daraus hin zog Dr. Steiniger seinen Antrag zurück, und die Dersammlung nahm die Vorlage gegen den Widerspruch der Kommunisten einfach zur Kenntnis.— Ein« G e- schäftsordnungsdebatte entstand, als Dr. Hertz(Soz.) konstatierte, in der Abstimmungsliste über den Antrag der Deutsch- nationalen betr. die Versammlungsfreiheit irrtümlich mi�„Ja" statt mit„Rein" aufgeführt zu fein. Stadto. S e i p k e(Soz.) stellt« fest, daß er laut und deutlich mit„Rein" gestimmt habe, während in der Liste ein Abstimmungsvsrmerk bei feinem Namen fehle. An- dererfeits wurde mitgeteilt, daß Herzog(Dnat.) als mit„Nein"' stimmend ausgeführt ist, während er unzweifelhaft mit„Ja" ge- stimmt habe. Nach einigem Hin und Her wurde das Ergebnis da- hin berichtigt, daß der Antrag mit 96 gegen 95 Stimmen an- genommen sei. Der Ausschuß zur Beratung d«r Verträge über die Nordsüdbahr. hat den Gesellschaftsvertrag mit der Hochbahn abgelehnt, so daß der schon früher genehmigte Betriebsvertrag bestehen bleibt; der Strom- lieferungevertrag wird genehmigt, dem Vertrag zwischen der Stadt und der Nordsüdbahn-A.-G. wird zugestimmt. Von Dörr lKomm) wird hierauf erklärt und von Koch kDnat.) bestätigt, daß auch D i t t m a n n(Soz.) in der Liste als fehlend aufgeführt ist, während er mit„Nein" gestimmt hat. Unter diesen Umständen nimmt der Vorsteher die Wiederholung der Abstimmunq für die nächste Sitzung in Aussicht. Dem..Phil» harmonischen Orchester" wird eine weitere Beihilfe von 700 000 M. gewährt.— Für die Errichtung einer Stadtschulinspektor- stelle in Treptow trat Genosse Dr. Lohmonn ein, während Dr. E a s p a r y besonders aus finanziellen Erwägungen für Ab. lehnung auch dieser Stelle plädierte, da von einer eigentlichen Schul- austicht hier keine Rede sei. Oberstadtschulrat P a u l s e n gab sich große Mühe, den Posten für Treptow bewilligt zu erhalten; Schul- Verwaltung und Schulaufsicht müßten in einer Hand liegen. Dr. Löwen st« in(Soz.) wies darauf hin, daß die Erfparnistaktit der Deutschen Dolkspartei sich nur im Groß-Berliner Osten bewähre, aber z. B. in Charlottenburg nicht geübt worden sei. Die Stelle für Treotow wurde mit 91 gegen 83 Stimmen abgelehnt.— Die Borlage wegen Erhöhung der Gewerbe- st euer ging an den Ausschuß zurück.— Di« Versammlung bewilligte schließlich den vom Magistrat angeforderten Betrag von 6 8 Millionen für die Verstärkung des Etats der offenen Armenpflege aus Anlaß der Teuerung und nahm gleichzeitig einen Antrag Heymonn-Dr. Wenl an, der die vom Magistrat in Aussicht genorn. mensn erhöhten Unterstützungshöchstsätze beträchtlich weiter erhöht. — Schluß HIO Uhr.____ Winter vor der Tür. Die Skunks, die Nerz, die Nutria-Pelze haben schon Hochsaison. Damen schwelgen im Glücke ihrer äußerlichen Schönheit und die Herrenwelt begeistert sich an der Pracht der Kostbarkeiten. Man hat das Gefühl, als seien wir Deutsche«in reichbegütertes Volk, und alle Pelzträgerinnnen und-träger täuschen sich über das pofi« tive Elend hinweg, etwa wie ein bankerott gegangener König. Die Welt muß sich selbst täuschen, um bei guter Gesundheit zu bleiben. » Noch haben wir im' Zimmer wonnige Wärme. Jene Wärme, die Sybariten gebrauchen, um sich wohl und mollig zu fühlen. Draußen geht ein eisiger Wind, so wie der Winter ihn aus- zuweisen hat und Tausende frieren im Gegensatz zu dir und mir. Das ist kein fybaritisches Leben, dos jene führen, das sind die Spuren einer zerrissenen Zeit. Zerrissen sind die Fetzen ihrer Kleider und in Stücke gegangen ist das arme, gequälte Gehirn der Obdachlosen, der Parias. Der Winter steht vor der Tür und graues Entsetzen wandert wie ein hohläugiges Nachtgespenst durch die Straßen der Großstadt, während Pelzverbrämte die frische, kalre Luft als gesundheitförderndes Mittel betrachten. * Die Schaufenster grinsen vor Wohldehagen... Das sind die Berge der Glückseligkeit... Warme Stoffe, Kleider, Mäntel, Pelzel Und geschickt geschichtet tausend Magenherrlichkeiten... Gibt es eine Not und wo ist das Entsetzen? Leierkastenton! Zwei Töne fehlen... Die Lunge des Instrumentes ist rissig, genau wie beim Besitzer. Flickt den Leierkasten, flickt den Bettler! Der Wind weht scharf und die Woltenschwaden jagen dahin; der Wind schlägt die kaligewordene Brust des Mannes und quält Gesicht und Händ« mit seiner rücksichtslosen Peitsche... Ein Bein von Fleisch und ein hartes, hölzernes! Der Magen knurrt und revolutioniert. Einer aus dem Asyl des Elends. Mensch!... Wärme, Imbiß... Das Wenige mir... man ist genügsam wie der Hund an des Reichen Tür... Der Winter lauert hinter der Ecke; die Menschen reden schon von der stillen Nacht, von der heiligen Nacht... sie rüsten mit Bienenfleiß... * Und Frauen und Männer in weichem Pelz gehen vorüber wie des Glückes Auserwählte. Was liegt ihnen an den Anderen?!— Und durch den winterlichen Herbstabend tönt der Leierkasten mit der Zerfetzten Lunge... Hegen üen Kohlenwucher. Eine bemerkenswerte Verordnung hat am gestrigen Tage der Landrat h es Kreises Teltow erlassen. Der Landrat Le» stimmt, daß Kohlenhändler eiwa auf Lager vorhandene Brikett» mengen, die von den Gruben noch vor dem 16. November 1922 abgeholt sind und mithin zum alten Preise eingekauft waren, auch noch zu diesem Preise verkauft werden müssen. Die neu«intreffenden Lieferungen sind getrennt von den alten Beständen einzulagern. Die neuen Kohlen- preis« sind auch erst mit dem heuligen Tage in dem Kreise Teltow in Kraft gelreren. Der Landrat gibt bekannt, wer gegen diese Verordnung verstößt, wird mit Gefängnis oder mit 200 000 Mark Geldstrafe bestrafl; auch wird dem Händler der Fort« berrieb des Handel« mitKoblen sofort entzogen.— Hoffentlich wird diese Verfügung bei der nächsten Preiserhöhung auch seitens der Berliner Behörden in ganzer Schärfe zur An- Wendung gebracht. Berufung in die wucherabkeilung. Der sozialdemokratische LandtagSabgeordneie Gärtig-Breslau ist zum Regierungsrat ernannt und der Wucherabteilung des Berliner Polizeipräsidium« zugewiesen worden. 22] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minute von vicki Baum. Abends, beim Schichtwechsel, warf die Fabrik Menschen aus ihrem Tor. In der Stadt wachten die Ruinen auf. Im Dunkel strich es zackige Gassen hin. klomm Treppen auf, lun- gerte um di« gotischen Winkel der großen Kirche. An d«n Staatsmagazinen pfiff«iner laut. Die Tore waren ver- schlössen, obwohl es keine Diebe mehr gab. Ein helles Fenster- auge blinzelte auf die Straße und den Platz. Vielleicht stand sogar ein Posten im Schatten.... Bernward pendelte unten durch die Straßenschlucht, er war vergnügt und am Arm hing ihm«ine Dame, ein unbc- greiflich vergesienes Wesen aus Rockrauschen, Schleierslattern, Fedeniwippen, Parsüm.„Heilige und Propheten!" sagte Bernward.„Hier wird man eine Gedenktafel errichten; bei diesem Stückchen feuchten Pflasters, über das du gehst, meine Schönste; hier ist zum erstenmal gemordet worden in dem ge- fesneten Paradies von Anselmus Gnaden. Nun fangen wir die biblische Geschichte von vom« an. Seligkeit, Radieschen- züchten und Grasfresssn— laß deine Nasenflügel in Ruhe, Isabell, ich kann dieses Gesicht nicht schen. Wann reist du mit mir in die Welt?" „Das weiß ich heute nicht. Bielleicht morgen. Oder viel- leicht gar ns." „Eine ausgezeichnet« Antwort, Liebchen. Es hat eine 'Zeit gegeben, wo man Theater baute und Opern aufführte, und in den Opern gab es weibliche Wesen, die ein ähnliches umfassendes Programm ihres Wesens entwarfen. Wann also, Isabell, Liebchen?" „Ich heiße nicht Liebchen" „Aergcrt dich das? Hübsch. Wo warst du die Woche lang? „Höre—"sagte Isabell und blieb stehen.„Ich tue muner, lvozu ich Luft habe. Ich gehöre dir nicht und nie- tttandem» merke es dir. Heute bin ich bei dir. Porige Woche war ich— anderswo. Anderswo. Es geht dich nichts an. Ich bin frei.". „O nein. Liebchen, nicht frei. Arbeitest du? Rein. Dienst du? Rem. Du bist keine Grasfresterm, du nicht. Wo- von willst du leben, süßes Drohnchen?. Wir sind ein aeord- peter Staat— sagt Anselmus/ Isabel! lacht« eine kurze blitzende Rakete.„Ich�ache— und man gibt mir, was ich brauche. Ich kann«ine Kunst, die ihr alle nicht könnt; Anselm nicht auf seine neue Art und du nicht auf deine alte Art. Ich kam glücklich machen— sage, du. kann ich glücklich machen? Weißt du nicht, daß sie da hinterm See ein senhastes Haus für mich bauen? Michael wird es bauen. Der Freuds, steht über dem Tor. Ich werde drinnen wohnen— wenn ich will. Bern, wenn ich will. Ich und die andern, die so sind wie ich." „So wie du sind keine andern." sagte Bernward, ver- finstert vor zorniger Begierde. Ilabell sah seine Zähne an und das Muskelspiel an den Schläfen.„So mag ich dich—" sagte sie leiser.„Das ist schön, das liebe ich so sehr; euch ohne Maske zu haben. Sonst bist du nur ein Narr, Bern, wie Anselm«in Narr ist; aber das in euren Augen mag ich. Es treibt mich zu vielen Männern: wenn ich einen sehe, dann denke ich, wie ist er, wenn er küßt? Eure Augen dann und eure Stimme, wenn ihr euch selbst vergessen habt— das ist schön. Einer schreit, wenn er mich spürt und einer zittert unll einer ist ganz stumm— das liebe ich an euch, ihr starken Tiere— „Du bist schamlos," murmelte er mit Schleiern vor den Augen. Ich bin schamlos? Gut. Laß häßliche Frauen Scham haben." Jsabcll warf die Arme in die Luft, ihre Hüsten schwangen sich unmerklich in beredter Drehung.„Komin." sagte der Mann erstickt. Schwarze Tarwölbung schluckte sie auf. In der nächtlichen Stadt pfiffen Schatten Signale, rattengleich über Ruinen huscheich. In dieser Nacht lag Anselmus wach und weinte lautlos in Lindes warmes Haar. Bor geschlossenen Augen sah«r den Mond, der über die Stadt wanderte und einen Augen- blick lang sein grünes Licht im dunkelfeuchten Blutmal der Straße widerspiegelt«. Die Fabrik lud Apparate und Börries-Ersindungen in die geleerten Salzschiffe, di« grenzwärts fuhren. Schon trieb ein plötzlich einbrechender Frühwinter ihnen erste Eisschollen ent- gegsen, flußabwärts und bis an die Ruinen der großen Brücke, an denen noch immer unkenntlicher Auswurf des Flusses sich staute. Freiwillige bargen dort Tpeibholz. das naß und grün daherfchaukelte, kostbar im holzarmen Land, sonst faul und wenig nütz. In den Hütten froren sie. Bei der Kohlenzuteilung stand wieder das Murren auf wie am Tag des Salzes. Anselmus, von einer Schlaffheit gestreift, leerte die Magazine, teilte alles aus; abends stieg Rauch aus allen Hütten, er atmete tief und konnte schlafen. Der kleine Staat fraß Kohlen. Die Fabrik fraß Kohlen, die i Herde im Dorf, die Krankenhäuser und Baracken am Stadtrand. Leonhardt der Doktor tauchte auf, seine Brillengläser waren vom Frost beschlagen. Er erzählte von Kindern, die hohes Fieber hatten und dabei frieren mußten. Anselmus gab ihm Kohlen. Christina erschien und war ernst, obwohl ihr rundes Kugelgesicht nicht anders tonnte als lachen, mit Backen, die glänzten und kleine Lichtreflere auffingen. Das Mutterhaus war im Spätherbst fertig ge- worden, da lagen nun Wöchnerinnen und Neugeborene, da gab es Kinder ohne Eltern und Mütter ohne Mann, alles wurde aufgenommen, das schutzlos war und gebar oder ge- boren wurde. Anselmus gab die letzten Kohlen dahin und ließ das Magazin dann offen stehen. Bernward strich vorbei und pfiff sich ein kleines Liedchen. Das Auto trompetete sich durch das Land. Bcrnward hatte«ine Dame neben sich, die hinter Mütze und Brille verborgen war. Das Auto kam wieder. An dem Tag, da eine Kolonne von tausend neuen Frei- willigen nach dem Kohlenwerk wanderte, wo die sechsstündige Schicht um zwei Stunden herausgesetzt werden mußte, wurde damit begonnen, neben Bernwards Haus ein Fundament aus- zuheben. „Ich baue«in Hotel," verhieß Bernward. Bermvard baute also ein Hotel, mitten in den Trümmern der zerbrochenen Stadt. Es arbeiteten zuerst zwanzig Män- ner für ihn. dann fünfzig, auch Frauen fanden sich ein. schlepp- ten Ziegel an und rührten in zischenden Kalkgruden herum. Mau lud Bernward vor. Man sagte ihm:„Das Gesetz ver- bietet, andere für sich-arbeiten zu lasten, weißt du das?" „Gewiß. Ich baue ein Haus, das kann ich nicht allein. Auch ihr habt euch bei euren'Hütten geholfen." „Unsere Helfer arbeiten steiwilliz." „Meine Helfer auch." „Der Staat gibt seinen Helfern für ihre Arbeit, was sie brauchen: Land, Saat, Heizung, Kleidung" „Run also. Wohlan. Auch ich bezahle meine Helfer/ „Das Gefetz verbietet Geld, Zahlmittel und bezahlte Arbeit." Kortschnug folgt.) Es Das Jugendamt Neukölln veranstaltet Donnerstag, den 30. Nov., nachmittags 3 Uhr, im Zentral- Theater, Alte Jakobstr. 30/32, eine Schülervorstellung. Zur Aufführung gelangt:" Der gefiieielte Kater", Vollsmärchen in 4 Aufzügen. Dichtung und Musit von Alfred Hermann. Eintrittsfarten sind durch die Schulen und im Rathaus, 2 Tr., Zimmer 280, zu haben. Ueberfall auf einen Güterzug. Not an Pflegeftellen. I großen Coup, in den Befiß einer größeren Geldsummer Für die Witwe Dummer find noch nachträglich eingegangen: zu fezen. Sie gaben deshalb am 20. Oftober in der Filiale einer Rathan Guttfeld 150 m. Gesammelt von A. Gattel 1500 m. Steigende Erhöhung der Pflegegeldfähe. hiefigen Zeitung in der Bülowstraße ein Heiratsinserat auf und er- Hyperion 100 m. Bisher quittiert 91 510,70 m. Insgesamt Während sich früher zahlreiche und gute Pflegeeltern fanden, hielten daraufhin einige hundert Briefe von Heirats= 93 260,70 m. Die Baisenfinder gegen einen Zuschuß zu den Kosten aufnahmen Iuftigen. Hierunter wählten sie sehr forgfältig diejenigen aus, und treu verpflegten, ist es, wie das Jugendamt der Stadt Berlin. bei welchen nach ihrer Ansicht das meiste Geld zu holen war. mitteilt, zurzeit faum möglich, Pflegestellen, ins- war dies die später Ermordete, die Privatiere Lucie Behnik in der besondere für Säuglinge zu finden. Es müssen daher Rottbuser Straße 15. Limbacher, welcher sich als Oberingenieur heute die meisten Waisenfinder in Anstalten und Heimen Unter- Heinz Büding ausgab, verabredete mit der 47jährigen Dame ein bringung finden, die trotz der besten Einrichtungen niemals Herz und Rendezvous im„ Kaisertaffee", an welchem Braat insofern teilnahm, Seele des Elternhauses so ersehen fönnen wie gute Pflegeeltern. als er von einem Nebentisch aus das Gespräch belauschte. Nachdem Der Rüdgang in der Zahl der Pflegeftellen ist sicherlich auf die lange Limbacher erfahren hatte, daß die Behniß über eine gut einge. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch wurde auf der Zeit nicht genügende Höhe des Pflegegeldes zurückzuführen. Nun- richtete Wohnung, zahlreiche Wertgegenstände und mehr hat sich das Jugendamt der Stadt Berlin zu einer wesent auch über erhebliche Geldmittel verfügte, beschlossen beide, Strecke zwischen Köln- Kalt- Nord und Grenberg ein lichen Erhöhung der Pflegegeldfäße ertfchloffen, die die Behnih in ihrer Wohnung zu berauben. Der angebliche Ober- Güterzug von einer im Grenberger Walde versteckten fünfzehntöpfigen Bande beschossen und zum Halten gezwungen. automatisch auf Grund der Reichsinderziffer mit der steigenden ingenieur begab sich am Spätnachmittag des 30. Oktober 1920 in die Bon Stalf herbeigeeilte Bahnpolizei geriet in ein Gefecht mit den Leuerung auch weiter Schritt halten werden. So zahlte die Stadt Wohnung der Dame, später kam dann Braak hinzu. Alle drei nahmen Angreifern, die in der Uebermacht und mit besseren Waffen ausgeBerlin an Pflegegeld für Oktober für jeden Waisenpflegling: auf dem Sofa Play. Als Fräulein Behnih dann Klavier spielte, rüstet waren. Ein Angehöriger der Bahnpolizei wurde schwer verwurde der Ueberfall ausgeführt. Nachdem beide die ganze Wohmonatlich täglich 76,- m. n für genesende Säuglinge 2280 m. 15 Kinder bis zu 2 Jahren. 2010 " " Knaben von 2 bis 4 Jahren 1491 • • " 77 Mädchen von 2 bis 4 Jahren 1326 Anaben von 4 bis 10 Jahren. 1209 " 67,40 49,70" 44,20" 40,30 34,60 " " 2 Mädchen von 4 bis 10 Jahren. 1038 17 Daneben wird noch Jahreskleidung und freie ärztliche Behandlung sowie Arznei gewährt. Das Jugendamt mendet sich daher an die Berliner Bevölkerung, die stets ein warmes Herz für die Jugend gehabt hat, mit der Bitte, es bei der BeSchaffung von Familienpflegestellen es fommen jährlich in AltBerlin jirfa 2500 Säuglinge zur Unterbringung nachdrücklichst zu unterstützen. Meldungen von Pflegestellen nehmen alle 20 Be zirtsjugendämter an, über deren Anschriften die in der Stadt aufgestellten sogenannten Berkehrsmarte Auskunft geben. Ein scharfer protest. Schneeftürme in Bayern. nung durchstöbert und alles nennenswerte sich angeeignet hatten, letzt. Der Ueberfall ist den Argreifern gelungen, doch ist man Ein Teil des geraubten Gutes überließen sie ihr Opfer seinem Schicksal. Fräulein Behnih wurde ihnen bereits auf der Spur. später als Leiche aufgefunden. Die gerichtliche Obduktion ergab als tonnte wieder herbeigeschafft werden. Todesursache Erstickung, da ihr durch den Knebel hr Gebißtief in den Hals hineingestoßen worden war. Die sehr schwierigen Ermittlungen der Kriminalfommissare Bünger Ein furchtbarer Schneesturm herrscht in den letzten Tagen im und Dr. Grünberg führten erst nach zwei Monaten zur Festnahme bayerischen Wald. Der Verkehr ist zur Unmöglichkeit ge= der Täter. Limbacher legte ein offenes Geständnis ab, in welchem worden. Infolge Beschädigung eines Elektrizitätswertes waren er den jezigen Angeklagten Braak als denjenigen bezeichnete, von mehrere Orte ohne Licht und Kraft.. Auf den höheren Bergen des dem der Plan der Tat ausgegangen sei und der auch den Mord selbst bayerischen Waldes liegt der Schnee meter hoch. verübt habe. Die Berhandlung nahm eine überraschende Wendung. Rechtsanwalt Dr. Weft wies darauf hin, daß auf das sogenannte Schwere Grubenerpfoflon in Nordamerika. Aus Birmingham Geständnis bzw. die belastenden Angaben des Limbacher nicht das geringste zu geben sei, weil dieser geistes=( labama, Nordamerika) wird amtlich berichtet, daß bei einer Erfrant und deshalb außer Verfolgung gesezt worden sei. Der Ber- plosion im Bergwert von Dolomite 70 Bergleute getötet teidiger wies ferner auf die Befürchtung hin, daß der Angeklagte und 50 verlegt worden sind. Braat, der feit über 2 Jahren in Untersuchungshaft fiße, in eine sogenannte Haftpfychose verfallen und selbst geistestrant werden fönne, wenn er noch länger in Haft behalten werde. Das Gericht fam dem Antrage des Berteidigers gemäß zu einer BerHaftbefehls, so daß der Angeklagte auf freien Fuß gesezt wurde. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Achtung, Kaffierer! Die neuen Beitragsmarken zu 12 m. und 6 M. find im Bureau eingetroffen. Die Raffierer, welche die Marten abholen fönnen, werden sehr darum gebeten. Alle bis Montag, den 27. November, abends 5 Uhr, nicht abgeholten Marken werden durch die Post zugestellt. J. A.: Alex Pagels. 3. Breßtommiffion. Die zu heute( Freitag) anberaumte Sigung findet erst morgen, Sonnabend, den 25. November, nachmittags 3 Uhr statt. Kreis. Webbing. Gennabend, den 25. November, 7 Uhr, im Gigungszimmer Schönstedtstraße, 3. Stod, Fraktionsfigung der Stadt- und Be zirksverordneten. Der Fraktionsvorstand eine halbe Stunde früher 4. Stod, Bimmer 122. reis. Lichtenberg. Die Abteilungsführer werden gebeten, umgehend bis spätestens 28. b. M. die genaue Mitgliederzahl der einzelnen Abteilungen an den Areisvorsigenden, Genoffen Günther, Wotanstr. 10, zu melden. Heute, Freitag, den 24. November: 17. Abt. 7 Uhr bei Nitschke, Triftstr. 6, Sigung der Funktionäre. Tagesord. 82, 83. unb 84. Abt. Die Fortlegung der Vortragsreihe des Genoffen Lepère mit dem Thema: Auswärtige Politit" im Gymnasium Heesestraße in Steglig findet nicht statt. nung: Einleitung für die Sahlabende am 29. d. M. Die Lehrerschaft gegen den Oberbürgermeister. Nach dem Bolksschullehrer- Diensteinkommensgesetz vom 17. Dezember 1920 müßte Berlin an jeder Gemeindeschule drei Kontagung der Berhandlung und beschloß außerdem die Aufhebung des reftorstellen einrichten. Wegen der erforderlichen Mehrausgaben( die betreffenden Lehrer fämen in die höhere esoldungsflaffe 9) segte der Magistrat die Durchführung aus, bis die Notwendigkeit nachgewiesen sei. Gegen diesen Beschluß rief der BerZum Streik an der 100. Gemeindeschule. liner Lehrerverband das Provinzialschulfollegium auf. Als Die Elternschaft der 100. Gemeindeschule( Reichenberger Str. 67), er danach durch Beauftragte auch beim Oberbürgermeister beren Kinder wegen der ungerechtfertigten Versehung des Lehrers norstellig wurde, wies der Oberbürgermeister sie auf die all- Splinter fireifen, nahm am Dienstag in der überfüllten Schulgemeine Not hin und nannte die Forderung der Lehrerschaft selbst- aula den Bericht über die Verhandlungen entgegen, die mit dem süchtig. Ein Teilnehmer der Unterredung berichtet darüber in der Provinzialschulkollegium geführt wurden. Das BSK. lla. Deutschen Lehrerzeitung": Es sei unerhört von uns( habe verweigert die Zurüdverfegung Splinters, weil gegen Splinter noch der Oberbürgermeister in erregtem Ton den Lehrern vorgehalten), in andere, schwerwiegende Gründe" sprechen sollen. Dem Elternbeirat 17. einer Zeit, in der der Magistrat meite Kreise der Berliner Bevölte- wurde vom PSK. gestattet, die Aften über Splinter einzusehen, um rung nicht vor dem Berhungern schüßen fönne, aus Selbst sucht so die Gründe kennen zu lernen. Es stellte sich aber heraus, daß man solche Forderungen zu erheben. Wir verlangten damit, daß für die gar teine schwerwiegenden Gründe" gegen Splinter Lehrerschaft auf Kosten der notleidenden Allgemeinheit etwas Be auszuspielen imftande war. Der schwerwiegendste" Grund war fonderes getan werden soll." Da die Verhandlung, obwohl Ober- der, daß Splinter einmal in einem Brief an einen Kollegen die Anstadtschulrat Paulsen eingriff und vermitteln wollte, zu feinem Er- rede. ,, Herr" statt Rollege" gebraucht hatte. In der Sigung der gebnis führte, so brachen die Lehrer mit einer gegen den Ober- Elternbeiräte mit dem Lehrerkollegium am 4. November enthielten bürgermeister gerichteten scharfen Erklärung die Unterredung ab. fieben Lehrer sich der Abstimmung über die Resolution, die um RüdIn einer dann vom Lehrerverband aus Anlaß dieses Zusammen- nahme der Verlegung Splinters bat. Hinterher schrieben sie an das stoßes einberufenen Mitgliederversammlung wurde ein- PSK., daß fie mit Splinter nicht zusammenarbeiten wollen! Anftimmig folgende Resolution angenommen:„ Der Herr Ober- gehörige des Landtages haben von den Vorgängen an der bürgermeister hat die Berliner Lehrerschaft in gröblicher Weise be- 100. Schule Kenntnis erhalten und werden sich damit beschäftigen. leidigt. Als die Lehrerschaft die Durchführung längst geltender 3e- Die Gewerkschaftsfommission unterstügt den Streit seze auch für Berlin forderte, stellte er die unverantwortliche und und hat Räume des Gewerkschaftshauses für die Kinder zur Berunbeweisbare Behauptung auf, die Lehrerschaft laffe sich durch fügung gestellt. Geprüfte Lehrkräfte werden den Kindern den Selbstfucht leiten. Die Versammlung weist diese unerhörte Unter notwendigsten Unterricht erteilen. Ein Bertreter der Freien Lehrer stellung, die an das Pflichtbewußtsein und an das soziale Gewiffen gewerffchaft gab befannt, daß diese den Kampf der Elternschaft der Lehrerschaft nicht heranreicht, gebührend zurück. Sie sagt ihren unterstüßen will. Mit Entrüftung nahm die Bersammlung davon Bertretern in der Unterhandlung für ihr würdiges und entschiedenes Kerninis, daß die dem Christlichen Elternbeirat angehörende Auftreten Dank. Sie hätte erwartet, daß auch ein Oberbürger. Mutter, die in der vorigen Elternversammlung erklärte, ihr Kind auch 22. meister von Berlin in Verhandlungen den Taft beobachtet, der sonst nicht mehr zur Schule zu schicken, von den anderen Mitgliedern des im öffentlichen Leben Pflicht ist. Herr Oberbürgermeister Böß hat Chriftlichen Elternbeirates ge maßregelt werden soll. Cine durch sein Verhalten das. Vertrauen der Lehrerschaft verwirft." Entschließung fordert, daß das betreffende Mitglied weiter im Amte 80. Inzwischen hat der Magistrat befchloffen, an jeder Ge- zu bleiben habe. Eine andere Entschließung ersucht Minister meindeschule wenigstens eine Ronreftorftelle zu schaffen. Die bel- Boelig, Lehrer Splinters Zurücverseßung anzuordnen. Im den anderen Stellen sollen nur an Schulen eingerichtet werden, die übrigen sei der Schulstreit weiterzuführen. has Bedürfnis nachweisen fönnen. Ein großer Coup". Der Raubmordprozeß Behnih vertagt. Der Raubmord an der 47jährigen Privatiere Lucie Behnig in der Kottbuser Straße, welcher seinerzeit durch die mit feltenem Raffinement vorgenommenen Vorbereitungen und spätere Ausführung großes Aufsehen erregt hat, lag einem Prozeß zugrunde, welcher gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann. Begen Raubmordes ist der Kaufmann Friz Braaf angeklagt. Der Mittäter Limbacher ist inzwischen in Geisteskrankheit verfallen und befindet sich in der Irrenanstalt Buch. Zu der Verhandlung sind eine große Anzahl von Zeugen und mehrere medizinische Sachverständige geladen worden. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr Fleisch ausreichend. Geschäft etwas flott. Fische Obst und Gemüse reichlich, Geaus reichend, Geschäft rege. schäft flott. Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 250-310 M., ohne Knochen 300-450 M. Schweinefleisch 500-700 M. Kalbfleisch 260-475 M. Hammelfleisch 275-450 M. Rückenfett 1100--1280 M. Rindertalg 1200 M. Schellfisch 150-200 M. Dorsch 100 M. Rotzungen 175-185 M. Flundern 80-95 M. Grüne Heringe 200 M. In Eis: Schleie 230-260 M. Hechte 220-275 M. Aale 650-975 M. Zander 200-300 M. Lebende Aale 1000-1175 M. Karpfen 350-360 M. Eler 66-71 M. das Stück. Naturbutter 1400-1600 M. Margarine 880-1000 M. Kartoffeln 65-78 M. zehn Pfund. Weißkohl 12-13 M. Wirsingkohl 18-20 M. Blumenkohl 20-30 M. der Kopf. 86. Att. Mariendorf. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula der 4. Gemeindeschule, Rurfürstenstr. 53-54. Thema: Die politische Lage". Ref. Gen. Rarl Seßscholb. 115. bt. tightenberg. 7% Uhr bei Ceibte, Scharnweber-, Ede Kronprinzenftraße, Ronferens der Funktionäre und Betriebsvertrauten sleute. 117. 20. Sichtenberg. 7 Uhr Borstandssigung beim Genossen Krüger, Türr fchmidtfiraße 33. Sämtliche Funktionäre und Elternbeiräte müssen er feheinen. 121. bt. Karlshorst. Die für heute angefehte Bffentliche Versammlung im Fürstenhaus ist bis auf weiteres verschoben. 6 Uhr Sigung Linden. Zentralausschuß der Elternbeiräte, früher USBD. ftraße 3( Juristische Sprechstunde). Jeder Verwaltungsbezitt muß einen Bertreter senden. Morgen, Sonnabend, den 25. November: t. 7 Uhr bei Radzay, Brüffeler Str. 43. Sigung der Bezirksführer mit dem Abteilungsvorstand. Roch fehlendes Material über die zur BSPD. übergetretenen Mitglieder muß zur Stelle sein. Der Bahlabend für die drei Lokale am Mittwoch, den 29. d. M., bleibt bestehen. Abt. Schöneberg. Pünktlich 7 Uhr bei Gürlich, Rubens, Ede Begas. ftraße, Funktionärsizung. Alle Genoffen und Genofsinnen, die an dem weiteren Ausbau unserer Organisation mitarbeiten wollen, sind hierzu eingeladen. 131. bt. Rieberschönhausen. 8 Uhr Funktionärtonferens bei Rlindt, Friedensplan. Jungjozialisten. Gruppe Brig. Reichstagsbesuch. Treffen 3 Uhr vor dem Portal 11. 29. Abt. Die Bezirksführer ber früheren USPD.- Genoffen werden erfucht, die noch fehlenden Mitgliedsbücher bis zum 27. November an den Genossen Grashold, Prenzlauer Allee 185, abzuliefern, wenn dieselben noch bis zum 30. November in den Mitgliederbestand aufgenommen werden sollen. Sport. Zweite Borkampf- Matinee im Zirkus Busch. Der Erfolg der erften Matinee im vorigen Monat bat den Veranstalter ermutigt, am fommenden Sonnabend nachmittag mit einem zweiten Versuch vor das Berliner borsportfreundliche Bublifum zu treten. Mit fünf hochinteressanten Begegnungen martet die diesmalige Beranstaltung auf, von denen besonders das Wiedererscheinen des starten Hannoveraners Rosemann, des Bes ficgers von Otto Flint, interessiert. Sein Gegner ist Nudi Wagener. Auch der deutsche Halbschwergewichtsmeister Walter Budszun wird wieder lampf gegen Paul Steffgen Düsseldorf. Braat und Limbacher, die sich durch einen Handel mit Seife und Schokolade ernährt hatten, waren eines Tages übereingekommen, Mohrrü ben 10-12 M. Kohlrüben 12-14 M. Grünkohl 16-18 M. Rot- im Ring erscheinen gegen Hans Dresler, ferner Adolf Wiegert im Repanchefich durch irgendein Gewalt mittel, gewissermaßen einen kohl 21-22 M. SUNNICHT GW. Unzählige Achteckstücke der altbewährten SUNLICHT SEIFE wandeen täglich aus der Fabrik auf den Waschtisch und ins Bad. Gegen Grippe (( SCHUTZMARKE) Schnupfen Goldfarb Gesundheitstabak und hilft Weinbrand Winkelhausen Alfe Reserve wa 213 Wirtschaft [ sundheit der heranwachsenden Jugend für außerordentlich gefahr| Borttag: Raft Marg". Moabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenserdrohend. Sie erachten es für dringend notwendig, daß sofort in straße 21, Bortvag: Die politischen Strömungen der Arbeiterbewegung". Bufammenarbeit mit dem Reichsernährungsministerium Maßnahmen Diskussionsabend: 8wed und Biele der Sozialistischen Arbeiterjugend". Niederschönhausen. Jugendheim Gemeindeschule Blankenburger Str. 69-70, Preisprüfungsstellen gegen die Teuerung. erwogen werden, welche geeignet sind, diese Gefahr abzuwenden. Norboften. Jugendheim Gemeindeschule Heinersdorfer Str. 18, Vortrag: Die Gesamtheit der in Hannover tagenden Preisprüfungsstellen unter dem Einfluß ungenügenden Angebots eingetretenen überDie Einfuhr von Gefrierfleisch ist zu fördern, um einer Wissenschaftlicher Sozialismus“. hat zu dem Problem der Kartellmacht, der Forderung der Wiedermäßigen Erhöhung der Inlandsfleischpreise entgegenzuwirken. beschaffungskosten und zu der Frage der Berfor gung der Bevölkerung folgende Entschließungen angenommen: Vorträge, Vereine und Versammlungen. Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 29. November bis Schulen im 4. Bezirt, Brenzlauer Berg einschl. Alexanderplatz und Hackescher 8nfammenkunft freiheitlicher Elternbeiräte und Eltern an den höheren einschließlich 5. Dezember 1922 166 900 vom Hundert. Markt am Freitag, den 24. November, abends 7% Uhr, im Königstädtischer Lyzeum, Greifswalderstr. 24-25. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Am heutigen Freitag deutschen Doppelschraubendampfer„ Kigoma" von über 8000 BruttoDie Hamburg- Amerika- Cinie faufte in England den ehemals regiſtertonnen zurück. Das Schiff wird unter dem Namen„ Toledo" zwischen Hamburg, Spanien und Merito verkehren. Aus der Partei. 1. Die sprunghafte Entwertung der Mart erhöht die Not der Maffen von Tag zu Tag. Die Preisprüfungsstellen sind bestrebt, insbesondere durch Hintanhaltung der Preisüberforderungen bei Landwirtschaft, Handel und Gewerbe der Allgemeinheit den von ihr mit Recht verlangten Schuh zu gewähren. Wie in den anderen Berufszweigen sind auch bei Berbänden( Kartellen) schwere Devisenfnrse. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende Mißstände hervorgetreten, deren Beseitigung bei der überwiegenden amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 öfterr. Stronen 9,12 Geld, Bedeutung der Kartelle für das ganze Wirtschaftsleben eine Lebens- 9,18 Brief; 1 ungarische Krone 2,76 Geld, 2,78 Brief; 1 jugofrage für das ganze Volt und seinen Fortbestand ist. slavischer Dinar 92,76 Geld, 2,78 Brief. 100 Polenmart gelten Dies verlangt nach der einstimmigen Auffassung der Preis-| im freien Verkehr etwa 39 M. prüfungsstellen, daß die Verbände zur Erkenntnis ihrer großen Berantwortung durchdringen und den Willen zur Beseitigung von Mißständen betätigen. Bon einer den Interessen der Gesamtheit des Volkes Rechnung tragenden und nicht nur privatwirtschaftlich eingestellten Politik der Verbände wird es abhängen, ob die Boltswirtschaft weiter besteht oder zusammenbricht. Organisationen von der Macht der Verbände sind in eine öffentliche Verantwortung hineingewachsen und haben damit auch eine öffentliche Aufgabe gegen über dem Bolt, die fie, in Zusammenarbeit mit den Behörden, er füllen müssen. Die in Gegenwart des Reichswirtschaftsminifteriums bersammelten Breisprüfungsstellen halten es für erforderlich, diese Berantwortung in ihrer ganzen Schwere einmütig festzustellen. Die Reichsregierung wird aufgefordert, darauf zu achten, daß das Berhalten der Berbände dieser schweren Verantwortung entspricht. Andernfalls sind unverzüglich Maßnahmen zu treffen, die die Behörden instand feßen, den Schutz gefährdeter Interessen wahrzunehmen. 2. Die Preisprüfungsstellen lehnen die Anwendung des 23iederbeschaffungspreises ab. Sie erkennen nach wie vor an, daß die Geldentwertung bei der Berechnung der Verkaufspreise berücksichtigt werden muß. Der auf normaler Marktlage beruhende Marktpreis ist als entscheidender Bewertungsmaßstab für die Angemessenheit des Gewinns anzuerkennen. 3. Zu der Frage der Bersorgung der Bevölkerung wurde folgende Entschließung gefaßt: Die„ Neue Zeit" bringt in ihrer neuesten Nummer einen Artikel von Walter Israel: Kautsky im Kampf mit sich selbst", dessen Methode zu polemisieren, den entschiedensten Widerspruch herausfordert. Wenn die Redaktion dieser Wochenschrift ihren eigenen verdienstvollen Vorgänger im Amte den persönlichen Angriffen eines jungen, wenig bekannten Autors ausfeßt, jo handelt fie nicht nur wenig geschmackvoll, sondern auch wenig flug, weil sie damit zu wehmütigen Vergleichen herausfordert. Daß die Redaktion in der Frage der Einigung ihren eigenen Standpunkt vertrat, hat ihr niemand in der Partei verübelt. Nachdem aber die Einigung dennoch vollzogen wurde, hat die Partei ein Recht, sich ihre Störung durch persönliche Stänfereien zu verbitten. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Kreis Prenzlauer Berg. Die Uebungsstunde des Gesangschors( zur Jahreswendfeier) findet zum ersten Male am Sonntag, den 26. November, abends 7 Uhr, beim Genossen Philipp Hummel, Gophienstr. 5, statt. Die UebungsGtraße 25 ftatt. abende finden sonst jeden Dienstag im Gesangsfaal der Schule Greifswalder Heute, Freitag, den 24. November: Charlottenburg. Jugendheim Rosinenstr. 4, Bortrag: ,, Thüringen, Land Salenfee. Jugendheim Gemeindeschule Joachim- Friedrich- Str. 35, Die Preisprüfungsstellen halten die Entwicklung der Milchpreise mit Rücksicht auf die Volksgesundheit, insbesondere die Ge- und Leute". Qualitätraucher A 7% Uhr im Bürgerfaal des Rathauses, Königstraße, Bortrag von Dr. Paul Arische über: Die Wurzeln des Pazifismus“. Distuffion. Freier Regler- Bund. Gründung des Bezirks Norden heute abend 8 Uhe im Restaurant Engel, N., Swinemünderstr. 56. Anschließend Sigung der Sporttommission. im Rathaus, Königstraße, Zimmer 63. Vortrag von Mag.- Oberschulrat Dr. Anna Freie Lehrergewerkschaft Deutschlands. Am 25. November 7. Uhr Sigung Giemsen über: Das Berufsschulwesen". Elternbeiräte willkommen. Zentralverband der Freibad- Bercine Groß- Berlin. 25. November, Herbstvergnügen im Saalbau Friedrichshain. Beginn 8 Uhr. Sonnabend, den Briefkasten der Redaktion. Rehfe, Jena. Boltsrecht", Zürich; Daily Serald", London; NewYorker- Boltszeitung"( fommunistisch); Vorwärts", Milwauke und ArbeiterBeitung", St. Louis( beide sozialistisch). 11 wiederholten im Norden stellenweise ergiebigen Regenfällen, an der Süste Wetter bis Sonnabend mittag. Mild, überwiegend trübe mit ziemlich starke, im Binnenlande frische bis mäßige westliche Binde, später zeitweise auftlarend und etwas fühler bei lebhaften nordwestlichen Winden. Das altbewährte Kräftigungsmittel für Körper und Nerven Sanatogen ift in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland G. m. Gertraudtenstraße 20-21. bevorzugen stets BATSCHARI/ BC CIGARETTEN Commerz- u. Privat- Bank SATE CUMU Aktiengesellschaft. Wir laden hiermit unsere Aktionäre zu einer außerordentlichen Generalversammlung am Dienstag, den 12. Dezember 1922, vormittags 11, Uhr, im Sitzungssaale der Bank in Hamburg, NeB Nr. 9, ein. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über Aufnahme von Banken im Wege der Fusion gemäß§ 306 H. G. B. 2. Beschlußfassung über Erhöhung des Grundkapitals unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre um a) 350 000 000,- Mark Stammaktien mit Dividenden- Berechtigung ab 1. Januar 1923. Ueberlassung der Aktien an ein Konsortium mit der Verpflichtung, sie den bisherigen Aktionären unserer Gesellschaft im Verhältnis von 6000,- Mark alten Aktien zu 5000. Mark neuen Aktien zum Bezuge anzubieten und die für die Fusionszwecke benötigten neuen Aktien den Aktionären der aufzunehmenden Banken zur Verfügung zu stellen. b) weitere 100 000 000,- Mark Vorzugsaktien mit begrenzter Dividende und mehrfachem Stimmrecht. 3. Aufsichtsratswahlen. Diejenigen Aktionäre, welche sich an der Generalversammlung beteiligen wollen, haben ihre Aktien spätestens am 8. Dezember 1922 während der üblichen Geschäftsstunden bei unseren Niederlassungen in Hamburg, Berlin und Magdeburg, unseren sämtlichen Filialen und Zweigstellen und außerdem in Berlin für die Mitglieder des Giroeffektendepots auch bei der Bank des Berliner Kassenvereins, in Cassel in Chemnitz in Cöln a. Rh. in Dresden in Falkenstein bei dem Hessisch. Bankverein Aktiengesellschaft. bei unserer Niederlassung und bei dem Chemnitzer Bankverein, bei unserer Niederlassung und bei Herrn J. H. Stein, bei unserer Niederlassung und bei dem Chemnitzer Bankverein, bei der Vogtländischen Credit- Anstalt in Frankfurt a. M. bei unserer Niederlassung und in Gera( Reuß) in Göttingen in Löbau in München in Weimar bei den Herren J. Dreyfus& Co., bei der Firma Gebr. Oberländer, bei dem Bankverein in Göttingen Aktiengesellschaft bei der Löbauer Bank, bei unserer Niederlassung und bei der Bayerischen Vereinsbank, bei unserer Niederlassung und bei der Thüringischen Landesbank Aktiengesellschaft einer isada del Vereinigung Internationaler Verlags- Anstalten Berlin GW 61. Planufer 17 Das neue fozialistische Märchenbuch Soeben erscheint: Hermynia 3ur Mühlen Märchen mit farbigen u. schwarzen Illuftrationen von Karl Holtz 70 Seiten/ Preis 5,- t. In Einzelbänden erschienen die Märchen: Warum?/ Der kleine graue Hund Der Spaß/ Der Rosenstock Alle mit farbigen u.schwarzen Illuftrationen v. Karl Hols Solide in Pappband gebunden/ Preis 1,40 bis 2,-mt. 3u beziehen durch alle Buchhandlungen! Die Schlüsselzahl, mit der diese Preise multipliziert werden milfsen, ist zur 3eit 150. erstkl zu hinterlegen und bis zum Schluß der Generalversammlung daselbst zu belassen oder die Hinterlegung bei einem deutschen Notar oder bei der Reichsbank dadurch nachzuweisen, daß sie der genannten Anmeldestellen spätestens am 8. Dezember d. J. einen ordnungsmäßigen Hinterlegungsschein der Hinterlegungsstelle in Verwahrung geben. Dieser Hintorlegungsschein gilt nur dann als ordnungsmäßig, wenn darin die hinterlegten Aktien nach Nummern genau bezeichnet sind, und wenn ne Don 200 überdies in dem Hinterlegungsschein selbst bescheinigt ist. daß die Aktien bis zum Schluß der Generalversammlung bei der ahl. Spez. Zähne ohne Gaumenplatte Hinterlegungsstelle in Verwahrung bleiben. Gegen Hinterlegung Hempel der Aktien oder Einreichung der notariellen Hinterlegungsscheine werden Eintrittskarten ausgehändigt. Die zu hinterlegenden Aktien können ohne Gewinnanteilscheine und Erneuerungsschein eingereicht werden. Hamburg, den 18. November 1922. GummiDer Vorstand. Saugerv 3 M.an, Gummischwämme sehr billig, Unterlagen, echte Gummiplatten, Meter 400 W, Waschbare la Damenbinden, Stüd 40 M., Gürtel dazu 3, 6 bis 30 9, Derbandwatte ea. 100 gr 60 m, Fieberthermometer, geprüfte, 40, 70, 90 M., Jerigatoren sehr billig, Eau de Cologne jehr billig, opfwaffer von 15 M. at, Hantereme 6, 12 M., Zahnpasta gr. Lube 6 u. 15 M, Sahnpulver 1 M, Haushaltseije Bib. 100 Tollettenfeife von 7,50 M. an Lanolin 1,-, 1,50 M, Haaröt 6 M. Brillantine 6 u. 50 M., Franzbranntwein, 40%. Liter 250 W 11. Flasche. Mundwasser- Tabletten Röhre 10 m, siengforg- Effenz 15, 25, 30 W., Prima Schuhcreme, Dose 6 u. 35 M, Geldtäschchen 3 M., Froffmiffel 3 u. 10 90., fowie andere billige Ge legenheitstäufe. Mengenabgabe vorbehalten. Greife nur für Borrat gültig. A. 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