Nr.559 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 276 Bezugspreis: Für den Monat November 400,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Buremburg 550.-M., für das übrige Ausland 930,- M., Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage., Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile Toftet 120, M. Steklamezeile 600, ,, Kleine Anzeigen das fettgebrudte Wort, 30, M.( zulässig zwei fette gedruckte Worte), jedes weitere Wort 24, M. Stellengesuche und Schlaf ftellenanzeigen das erste Wort 15, M., jedes weitere Bort 12,-91. 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Einmal gingen die Demokraten ganz davon und erlaubten feinem Minister im Amt zu bleiben. Im Mai 1921 fonnten wir fie gerade noch an den Rockschößen festhalten und ein drittes Mal haben sie nur Herrn Geßler als Streif posten im Kabinett zurückgelaffen. Es ist überhaupt interessant, daß uns seit Jahr und Tag vorgeworfen wird, wir flebten an unferen Aemtern; in dem Augenblic aber, wo wir zeigen, daß wir nicht fleben, geht das Gefchrei über unsere Flucht vor der Verantwortung fos. Ich halte es für meine Pflicht, im Interesse meiner Partei und im Intereffe der Zusammenarbeit der Parteien in der Zukunft die Legende zu zerstören, wir hätten das Kabinett Wirth gestürzt. Dazu lag für uns teine Beranlassung vor. Wir haben insbesondere aus mit Herrn Stresemann sind wir der Meinung, daß eine Gefundung außenpolitischen Gründen die Rabinettstrife bedauert. der europäischen Verhältnisse erft möglich ist, wenn zwischen FrankEs ist ein großer Kampf um die Macht, der hier reich und Deutschland ein Alford in irgendeiner Form zustandeHerrn Stresemanns Rede war interessant. Der ausgefochten wird, und von den geschulten Anhängern un tommt. Aus diesem Grunde haben wir zwar in der Vergangenvolksparteiliche Führer ist nicht nur ein guter Redner, sondern serer Partei ist zu erwarten, daß fie die Regeln diefes heit Berträge ähnlich dem Vertrag Stinnes- Luberfae bekämpft. Wir auch ein fluger Mensch; man hat nur leider den Eindruck, als Kampfes verstehen werden. Mit dem kommunistischen Schlacht: standen hier auf dem Standpunkt, den sowohl Dr. Birth als auch ob er felber nicht recht wüßte, wozu er seine Klugheit ge- gebrüll nach der Arbeiterregierung" ist nichts getan. Auf Dr. Rathenau früher vertreten haben, daß es Reparationsbrauchen foll. Herr Stresemann sieht alles Mahe flar, affes melchem Wege soll denn diese Arbeiterregierung zustande gewinnler nicht geben soll, daß die Kontrolle der GemertEntfernte aber desto verschwommener. Auffallend war die fommen? Auf parlamentarischem? Dazu fehlt die Mehrschaften bei diesen Berträgen eingefeht werden soll. Nachdem die. Schärfe, mit der er, der Führer der Industriepartei", sich nach heit! Oder auf außerparlamentarischem? Dazu fehlt de daß wir vielleicht auch auf diesem Wege zum Teil zum Biederauf Dinge aber nun einmal so gelaufen sind, haben wir die Erwartung, Mary gleichfalls gegen jene Wirtschaftler" wandte, die von Macht. Mehrheit ist noch nicht Macht, aber sie ist die einzige bau der zerstörten Gebiete tommen. Man muß uns zugestehen, daß unverantwortlicher Stelle aus die Politit zu beherrschen ver- folide Grundlage der Macht. Nur im Ringen um die Seele wir Schwierigkeiten gegen die Bestimmungen des Abfonumens, nachfuchen, aber fofort Ineifen, wenn man sie an verantwortliche unseres Bolles, das in feiner ungeheuren Mehrheit aus pro- dem es nun einmal da war, nicht gemacht haben. Wir hatten aber Stellen jegen will. Somit sieht Herr Stresemann sehr flar, letarischen Eristenzen besteht, kann der große Kampf gewonnen auch noch einen anderen Grund zu wünschen, daß Herr Dr. Wirth aber er scheint nicht zu sehen, daß es fich hier um einen tragi- werden. Dazu bedarf es aber flarer Ziele und durchführbarer am Ruder bleibt. In einer jo schwierigen Situation wie unserer fchen inneren Konflikt feiner eigenen Partei Forderungen. Mit der kommunistischen Konfusion fann es muß an der Spitze des deutschen Staatswesens ein so sicherer Republikaner stehen, wie es Herr Dr. Wirth stets war.( Sehr handelt, die auf der einen Seite eine Staats partei fein nicht gewonnen, sondern nur ganz sicher verloren merden. möchte, auf der anderen Seite aber eine Bartei des schwer Die Sozialdemokratie steht allen denen, die auf eine Fraktion würde die Frage nach der großen Koalition verneinen, und mahr! bei den Goz.) Wir haben immer angenommen, unsere industriellen Kapitals ist. Von allen Kapitalistengruppen sind Wiederaufrichtung einer kapitalistischen Klassenherrschaft hin haben dem Herrn Reichskanzler deshalb geraten, an feinem Kabinett aber die Schwerindustriellen die herrschfüchtigste; ihr Bestreben arbeiten, als tung gebietender Bene. gegen nichts weiter zu ändern als den. Posten des Außenministers zu bewar es ftets,„ der Regierung den Herren ftandpunkt über. Sie hat den weltgeschichtlichen Erschütterungen der fehen und eventuell einen neuen Boftminister zu ernennen. Wir ins Auge zu drücken". Sie erkennen nicht den Staat als Herr- legten Jahre standgehalten, sie hat ihre Spaltung überwunden haben dem Kanzier immer gefagt: 3hr Ruf nach Wirtschaft. scher über sich, sondern sie erstreben die Herrschaft über ihn. und ihre Einigkeit wiedergefunden. Sie hat das Kaiserreich fern wird ebenso unerhört verhalten wie der Diefe Abhängigkeit von den ertremsten Berfechtern der überlebt, und fle bleibt, auch wenn fie nicht mehr in der Regle- anderer Reichskanzler. Die Wirtschaftler sind noch nie vor tapitalistischen Klaffenherrschaft ist es, die von den Arbeiter rung fit, die ftärtste Stüge der Republik. Sie wird auch die Front gegangen, wenn sie gerufen worden sind. Sie bleiben mit den Schwierigkeiten, die sich aus der augenblicklichen poli- immer zehnmal lieber beim Geschäft, als daß fie in die Republik maffen als das Kennzeichen der Volkspartei empfunden wird, tischen Lage ergeben, fertig werden und dorthin, von wo sie hineingehen. Wenn sich aber einmal ein Wirtschaftler findet, der, und daher ihre Abneigung gegen eine Roalition der Sozial weggegangen ist, stärker wiederkehren. Reine Regierung wird er dafür ermordet.( Sehr wahrt bei den Soz-) Ich habe die wie Walter Rathenau, diese undankbare Aufgabe übernimmt, dann demokratie mit der Volkspartei wird sich als start ermeisen, die sich nicht auf sie als die Bar Ueberzeugung, daß der Herr tei der 3ufunft stügen fann. Leute, die auch in diesen schlechten Seiten den Humor demokratie das Vertrauen besteht, daß solche Fälle zur Regel" Heimatland" in München getrieben worden ist, daß zu Mord nicht verloren haben, behaupten, die Regierung Cuno werden könnten das ist bei der Zusammensehung dieser und Brandstiftung aufgefordert hat. Zu den Ausführungen, die hier habe gestern im Reichstag eine größere Mehrheit für sich Regierung ganz unwahrscheinlich- so wenig wäre es richtig, gewonnen, als irgendeine Regierung zuvor. Die erstrebte ihr jede Möglichkeit dazu von vornherein abzuschneiden. große Koalition von Stresemann bis Breitscheid sei weit über- Das Botum vom 25. November war nur der Ausdruck boten durch die Mammuttoalition von Helfferich bis Crifpien einer erst im Werden begriffenen ungeklärten Situation. Die oder von Hergt bis Levi. Und in der Tat: für die gestern hier Deutschnationalen haben durch ihre Haltung erkennen gekennzeichnete nichtsfagende Resolution Petersen lassen, daß sie eine Aufnahmestellung für die neue hat der ganze Reichstag geftimmt, bis auf die beiden fleinen Regierung vorbereiten. In dem Augenblic, in dem die Fähnlein um v. Graefe und Koenen, Nicht einmal Sozialdemokratie gegen die Regierung zum Generalangriff eine namentliche Abstimmung hat es gegeben, wie fie sonst übergeht, wird diese in der Lage sein, ihren Rüdzug in jene Doch bei allen wichtigeren Anlässen üblich ist. Es gab in dem vorbereitete Aufnahmestellung vollziehen zu können. Fraglich halbleeren Hause auch keine Spannung, mit der das Ergebnis bleibt nur, ob ihr innerer Zusammenhalt feft genug ist, um erwartet worden wäre, sondern es gab nur große Heiterfeit, einen solchen Rückzug auszuhalten. Sicher ist, daß die Führer als sich zur Unterstügung eines, fommunistischen Antrags auf der Mittelparteien mit großer Unruhe dem Augenblick entnamentliche Abstimmung nur die drei Aufrechten von ganz gegensehen, in dem der Zusammenschluß zum großen Bür rechts erhoben und Herr Wulle strahlend zu Höllein hin- gerblod gegen die Sozialdemokratie erfolgen überwinkte. So war man gestern wirklich einmal, von fleinen fcll. Sie befürchten mit Recht, daß in diesem Augenblick Splittern abgesehen, einig, aber nicht in der Unterstützung des breiten Schichten ihrer bisherigen Anhänger die Augen auf neuen Kabinetts, sondern nur in der Absicht, die Entschei- und übergehen könnten. dung über sie au vertagen. Reichskanzler Dr. Wirth nicht nach der großen Koalition gedrängt hat, und daß der Krisenherd, von dem die Kraftprobe ausging, in der Zentrumsfraktion zu suchen ist. Die Leute um Herrn Stegerwald hielten die Gelegenheit für günstig, die große Koalition durchzusehen, fofte es, was es wolle.( Sehr gut finfs.) Es wurde uns fategorisch erklärt, für das Zentrum tomme die alte Koalition nicht mehr in Frage.( hört, hört! bei den Goz) Und nun will man dem Beite weiß machen, wir hätten den Machtftandpunkt herausgefehrt und die Regierung Birth gestürzt. Man möge aus der Entstehung diefer Stelle die Lehre lehen, dah, wenn wir ja fagen, das Ja beflehen bleibt, und wenn wir nein fagen, das Nein gilf!( Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Das Bordringen der großkapitalistischen und agrarischen Klassenintereffen, das war es in Wahrheit, was das Bild der deutschen Reichsregierung so start perändert hat. In einer Der Abschluß der Programmdebatte. festen und männlichen Rede hat gestern Genosse Hermann Müller dieser so bestimmten Reichsregierung die„ s a ch Abg. Dr. Stresemann( D. Bp.)( fortfahrend): In Frankreich gibt liche Oppofition" der Sozialdemokratischen Bartei an- es Streife, die auf Deutschlands Untergang hinarbeiten und vergeffen, baß Deutschlands Untergang dem franzöfifcher gefündigt. Der Partei ist es auf ersten Anhieb gelungen, eine Frant basselbe Schifal bereiten mürbe, wie es der Der unerfreulichsten Erscheinungen auf der Ministerbant zum rufliche Nubet, die polnische Mark unb bie österreichische Krone Berschwinden zu bringen und damit den Beweis zu führen, erlitten haben. Benn bei uns jegt ein Haß gegen Frankreich be daß es keine Kleinigkeit ist, mit der politischen Vertretung der steht, so liegt das an der Fortlegung des Krieges nach dem Friedens deutschen Arbeiterschaft anzubinden. Schluß.( Buftimmung.) Cine Bolitit des Wiederaufbaues durch Man soll sich aber desmegen nicht einbilden, die sozial- Berständigung der deutschen Wirtschaft mit der franzöfifchen Schwer Demokratische Reichstagsfraktion fönne nun so ohne weiteres industrie ist nicht vereinbar mit einer Bolitit der Santtionen und einen Minister nach dem anderen oder sie alle miteinander maten und der Fortehung der Befahung im bisherigen Um fange. mit ihrem langen Busterohr wegblafen. Die Methode derrationsproblems. Das Programm der neuen Reichsregierung Wir brauchen eine definitive Lösung des Repa. fachlichen Opposition, die im Fall Müller- Bonn mit so billigen wir.( Lebhafter Beifall.) durchschlagendem Erfolg angewendet worden ist, fordert Abg. Leicht( Bayr. Bp.) bedauert, daß die Sozialdemokratte der differenzierte Behandlung. Die Regierung, mit der Regierung ferngeblieben ist, und begrüßt es, daß der Reichskanzler wir zu tun haben, ist durchaus uneinheitlich, neben sich für die Schonung der Eigenart der Länder und gegen die teine Ginigung über die Aufhebung der Zwangswirtschaft einzelnen Männern, denen kein objektiver Beurteiler Treue fchrankenlose Durchführung des Ginheitsstaates ausgesprochen hat. erzielt werden, die wir ablehnten, ebenso über den Abbau der beandere, die als rücksichtslose Berfechter tapitalistischer und Parteien für veralte und überlebt. Der Wiederaufbau Deutschlands man wird zugeben müssen, daß man auf Grund eines solchen Broagrarischer Intereffen bekannt sind der Reichskanzler felbft jüdischen Margismus. Dem Rabinett, das die afte Birth- Bolitit kann.( Sehr richtig! bei den S03.) Auch unsere Formulierung über fel unmöglich durch die kapitalistische Internationale und den gramms noch nicht ein Brogramm für die innere Politik mochen ift ein logenanntes unbeschriebenes Blatt". Er muß erft fortfehen wolle, fönnten feine Freunde ihre Unterstützung nicht die Arbeitszeitforderung weicht von dem ab, was im Programm zeigen, inwieweit er im'tande ist, die Intereffen des Reichs tethen. Abg. Müller- Franken( Soz.): Es ist immer só dargestellt worden, als ob in einem ernsten, heißen Ringen ein entscheidendes Programm für die Politik der ir haben nicht nur zu einer Reihe von Punkten erklärt, daß wir nächsten Zukunft geboren worden wäre. Das ist nicht der Fall. uns die endgültige Stellungnahme vorbehalten, fondern auch der Bertreter der Deutschen Bolkspartei hat das für einzelne Punkte ausdrücklich festgestellt. So konnte z. B. und die der Reichen auseinanderzuhalten. An feinen Taten fteht. Wir haben gefagt, daß das in erster Linie eine Frage fet, die mit den Bewertfchaften zu beraten sei mir haben auch immer foll man ihn erkennen, und fe nach feinen Taten wird sich Herr Graefe hat darauf hingewiesen, daß aus der völkischen Be- wieder die Auffassuna vertreten, daß das Primäre eine bie sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu ihm ftellen. megung heraus die Arbeit des Wiederaufbaues fommen würde. Wir Stüßungsaktion für die Mart sein muß. menn mir zu In dem Wesen einer fachlichen, den Boltsintereffen femmen diese voltischen Richtungen aus ihrer Arbeit in Bayern und einer Gesundung kommen wollen. Wir haben im Zusammenhang wahrhaft dienenden Opposition liegt es auch, daß sie nicht bloß in Oberschlesien. Nicht Arbeit ist daraus entstanden, Pferdediebe damit gefagt, daß wir feinerlei fiärfere Intensivierung der Arbeit Berionalveränderungen anstrebt, sondern vor allem auch auf und Straßenräuber sind daraus gekommen.( 3uftimmung links. erreichen, folange mir nicht ftabilere Währungsverhältnisse bekommen. fachliche Ziele hinarbeitet. Wahrung der Intereffen des Buruf links Rathenau- Mörder!) Zu meinem Bedauern hat Herr Es gibt Arbeiter, die sowere Feuerarbeit zu leisten haben und die rbeitenden Bolks, Schutz der Republik, Stabilisierung der Stresemann vom Abbau der Gefeße zum Schube ber bei den Böhmen, die sie nach Hause bringen, für sich und ihre FaMart, Lösung des Reparationsproblems, das find solche Ziele. feine Anschauung zu revidieren und sich zu fragen, ob es mit Breß Solange die Berhältniffe fa liegen, fann es nicht zu einer BroduktionsRepublit gesprochen. Ich möchte aber Herrn Stresemann bitten, mifien auf die Margarinestuffen felnen Belag fich leisten können. Es liegt an der Regierung felbst, ob sie ihr Berhalten so ein- freiheit und Meinungsfreiheit etwas zu tun hat, menn man verlangt, steigerung, au einer Intensivierung der Arbeitsleistung kommen. richtet, daß fie in besonderen Fällen auch die Unterftüßung baß einer folche Bergiftung der öffentlichen Meinung Herr Marg hat felbft zugegeben, daß die Widerstände, die in der Oppofition gewinnen fann. So wenig bei der Sozial- l abgestellt wird, wie fie z. B. in den legten Tagen wieder vom der Sozialdemokratischen Partei gegen die Verbreiterung der Re gierungsfrage vorhanden gewefen find, nicht unüberwindlich waren. Gewiß sigt in der Deutschen Volkspartei Herr Stinnes, aber ich habe schon in Görlig darauf hingewiefen, daß man es sich abgewöhnen müsse, Harrn Stinnes zum schwarzen Mann zu machen. Aber man muß auch auf der anderen Seite daran festhalten, daß Herr Stinnes überall da, wo er ist, nicht zu übersehen ist, und daß man draußen der Meinung ist, daß Herr Stinnes in seiner Frattion einigen Einfluß hat. Es ist bekannt, in welcher Weise Herr Stinnes auf die letzte Note des Kabinetts Birth eingewirkt hat, und wie er jenen Mann, der, folange er bei uns war, als literarischer Raufbold galt, in der Deutschen Allgemeinen Zeitung" gegen die jeweilige Regierung Raufboldpolitik treiben läßt. Das find Dinge, über die wir auch dann nicht hinwegzusehen vermögen, wenn die Gleichung richtig ist, daß die Deutsche Bellspartei nicht gleich Stinnes fei. Man muß begreifen lernen, wie die Arbeiter fich gegen den näheren und engeren Zusammenschluß mit einer Partei aufbäumen, in deren Reihen ein führender Politiker ist, dessen Weisheit lehter Schluß es ist, daß die Arbeiter auf zehn bis fünfzehn Jahre hinaus zwei Stunden mehr arbeiten müffen, ohne Mehrentschädigung für dieje zwei Stunden Ueberarbeit. Ich möchte auch nicht unterlassen, diejenigen Mitglieder der Deutschen Bolkspartei, die literarisch für die große Koalition eintreten, zu bitten, etwas verfichtiger zu sein. Wenn diese Herren der Auffassung Ausdruck geben, daß die große Koalition gemacht werden soll, um durch die Hintertür deutsch nationaler Politit eine Betätigungsmöglichkeit zu geben, so werden sie doch verstehen, daß wir das allergrößte Mißtrauen gegen eine solche Bolitik haben.( Sehr wahr! bei den So3.) Herr Hergt hat seiner Freude über die Umstellung der Regierung Ausdruck gegeben. Ich glaube nicht, daß diese Umstellung vorhanden ist, bin vielmehr der Meinung, daß die ganze Haltung der Deutschnationalen auf eine Umstellung schließen läßt. Der Fall Müller wäre dem deutschen Volke erspart geblieben, wenn man bei der Zusammenstellung der Regierung die Fraktionen gefragt hätte.( Allgemeine Zustimmung.) Damit ist m. E. ein für allemal der Beweis dafür erbracht, daß das System, das bisher bei der Regierungsbildung geübt worden ist, doch nicht so viel schlechter war als das System, dos man jetzt in Anwendung gebracht hat. Ich bin im übrigen der Meirung, daß die Geburts wehen des Kabinetts nicht länger gedauert hätten, wenn man nach dem Zusammenbruch der alten Koalition einfach die Arbeitsgemeinschaft mit der Bildung der Regierung betraut hätte. ( Sehr richtig! bei den Soz.) Ein solcher Wechsel der Regierung wird im parlamentarischen System immer wieder vorkommen. Auch die französische Republik hat den von dem Fürsten Hohenlohe und dem Grafen Münster in den siebziger und achtziger Jahren prophezeiten Grafen Münster in den siebziger und achtziger Jahren prophezeiten Niedergang des parlamentarischen Systems" überstanden, sie hat ihre ersten fünfzig Jahre hinter sich, sie hat sogar den Weltkrieg überwunden, und auch wir werden diese Zustände überwinden. Abg. Sollmann- Köln( Soz)[ persönlich]: richtig. Berschwiegen wird nur in dieser Zuschrift, daß der In der Erklärung der Reichsregierung zum Fall von Dr. Karl Reichskanzler Dr. Wirth ausdrücklich sofort selbst hinzugefügt Müller- Bonn stehen u. a. die Sätze:„ Auf Wunsch des Herrn Müller hat:" Das bedeutet aber nicht die große Koali hat nach einem Beschluß des Rabinetts der Reichsminister der Justiz tio n." Danach ist also der Reichskanzler Dr. Wirth unmittel in der vergangenen Nacht die gegen Herrn Müller erhobenen Bor- bar vor dem Ausbruch der Krise der Meinung gewesen, daß die würfe sofort untersucht. Hierbei hat Herr Abg. Sollmann er Herstellung der großen Koalition in diesem Augenblick nicht Närt, er tömme selbst nicht behaupten, daß Herr Müller zu irgend- möglich ist. Ist das aber der Fall- und der Reichskanzler einer Beit die Loslöfung der Rheinlande vom Reiche erstrebt oder Dr. Birth und alle übrigen Teilnehmer an der Sigung werden gewollt habe." sich dieses Sachverhalts erinnern, dann kann nicht die Sozialdemokratie schuld daran sein, daß die Regierungsfrise ausgebrochen ist, nachdem die anderen Parteien diesen Boden ver= lassen haben. Um den neuen Ernährungsminister. Da die Form diefer Erklärung zu dem Mißverständnis Anlaß geben fann, ich hätte irgendeine meiner Behauptungen zurüd genommen, ober auch nur gemilbert, habe ich folgendes im Rahmen einer persönlichen Bemertung festzustellen: Nach der gestrigen Reichstagssigung ließ mich Reichsjuftizminifter Dr. Heinze in das Amtszimmer des Reichskanzlers rufen, wo ich neben dem Reichsjustizminister Herrn Dr. Karl Müller vorfand. Später nahm an der Sigung, die bis gegen Mitternacht dauerte, der ReichsarbeitsDie Reichsregierung hat schon am Sonnabend Versuche minister Dr. Brauns teil. Ich habe aus Loyalität mich zu diesen zur Neubesetzung des Reichsernährungsministeriums uuterBesprechungen zur Verfügung gestellt. Ueber den Verlauf der Sigung habe ich für meine Berfon zu erklären: Ich habe eine genommen. U. a. wird auch Frhr. v. Loe als Nachfolger des drängte Skizzierung meiner Reichstagsrede gegeben und habe zurückgetretenen Ernährungsministers genannt. Hieran schreibt der Sozialdemokratische Parlamentsdeinst: fein Wort, teine Behauptung zurüdgenommen. Dr. Müller hat nicht eine einzige meiner Behauptungen widerlegen „ Herr Loe ist ebenso unerträglich wie der vergangene Reichskönnen. Ich habe in meiner Reichstagsrede behauptet, baß ernährungsminister. Loe ist Monarchist vom Scheitel bis Dr. Müller Vorsitzender eines Aktionsausschusses zur illegalen zur Sohle. Noch in allerjüngster Zeit hat er nicht nur die republiHerbeiführung der rheinischen Republik gewesen sei. Diese Be- fanische Staatsform öffentlich in unsachlicher Weise bekämpft, sonhauptung ist nicht widerlegt und nicht erschüttert worden. Ich dern sich auch gegen die geseglichen Maßnahmen der habe behauptet, daß in diesem Akionsausschuß unter dem Vorfiz Regierung Wirth mit aller Entschiedenheit gewandt. Bor Dr. Müllers intime Gesinnungsfreunde Dr. Dortens faßen. Das allem ist er Anhänger der freien Wirtschaft, wie sie von den deutschhat Dr. Müller bestätigt. Ich habe behauptet, daß diese Freunde nationalen Bauern aufgefaßt wird, ein Mann, dem von der ArDr. Müllers mit der franzöfifchen General Mangin über die beiterschaft kein Vertrauen entgegengebracht wird. Die Haitung der rheinische Republik zur Information der franzöfifchen Regierung Sozialdemokratie gegenüber einem solchen Mann ist daher von selbst perhandelt haben. Das hat Dr. Müller nicht nur bestätigt, fondern gegeben. Herr Cuno tut nur gut, sich Kräfte auszusuchen, deren hinzugefügt, daß Dr. Dorten, persönlich an dieser Reise der Freunde Dr. Müllers beteiligt war. Dr. Müller hat bestätigt, daß Bergangenheit ernsthaft mit dem Geist der republikanischen Berer von dieser Reise bei Gründung feines Attionsfomitees unter- faffung vereinbar ist. Handelt er dem zuwider, dann trägt er zu richtet war. Dr. Müller hat ferner zugegeben, daß in seinem einem noch schnelleren Ende seiner Regierung bei, als es in der Aftionskomitee sich Loslösungsbestrebungen vom Reich geltend Deffentlichkeit bisher vorausgesagt wurde." machten. Er hat feinen Angaben nach sich dann zurückge30gen. Dr. Müller hat jedoch nichts davon gesagt, daß er einen einzigen dieser ihm bekannten Verschwörer gegen das Reich dem Das„ Berl. Tageblatt" nannte gestern als Urheber des verStrafrichter ausgeliefert hätte. Mithin: Herr Reichsminister a. D. Dr. Müller stand im Sommer 1919 mit erklärten Mitkämpfern hängnisvollen Einfalls, Herrn Müller- Bonn zum Minister zu Dortens in einer Linie; er war Bertrauensmann der illegalen Atti- machen, den Staatssekretär im Reichsernährungsamt Busch". Hier Rheinlande scharf verurteilten putschistischen Aktionsausschusses. der Zentrumsabgeordnete und rheinische Bauernvereinsleiter Busch, piften; er war Vorsitzender eines von allen deutschen Parteien der muß es sich um eine Verwechslung handeln. Gemeint ist offenbar Darum war er als Reichsminister unmöglich. er als Reichsminifter unmöglich.( Lebh. Zu der eine Zeitlang parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtstimmung bei den Soz.) schaftsrat war. Dieser Busch hatte schon im vorigen Jahre Herrn Müller- Bonn zur Verwendung im preußischen Landwirtschaftsministerium empfohlen. Nach einer furzen Geschäftsordnungsdebatte, in der sich Abg. Roen en( Komm.) gegen die angebliche Vergewaltigung der Kommunisten durch den Schluß der Debatte wendet, wird der Antrag der Demokraten:„ Der Reichstag nimmt Kenntnis von der Erklä rung der Regierung. Er billigt, daß die Regierung die Note vom 13. November zur Grundlage ihrer Politik machen will" gegen die Stimmen der Kommunisten und der Ledebour- Gruppe angenommen. um Darauf vertagt sich das Haus auf Montag, den 4. Dezember, nachmittags 2 Uhr. Schluß: 3 Uhr. Auch wir werden zu einer gefestigten Republik kommen, meil Deutschland nur als Republik in der Zukunft leben kann.( Leb haftes Bravo! bei den Seg.) Wir mögen im einzelnen Fall zur Regierung, Cuno lehen, wie wir wollen; wir werden jederzeit bereit fein, wann und wo es notwendig ist, für die Republik mit unserer ganzen Kraft einzutreten.( Lebhaftes Bravo! links.) Wir betrachten die Regierung Cuno als eine verfassungsmäßige, wir sehen zu unferer Freude in ihr auch eine ganze Reihe von Herren, die mit Herrn Stinnes zu reden diskontfähige Unterschriften haben. ( Heiterkeit links.) Wir haben die Hoffnung, daß es dieser Regierung gelingt, bei der Durchfegung der Note dasjenige für die Stühung der Mart zu tun, was unserer Auffassung nach im Mittelpunkt der deutschen Politik stehen muß. Bon den Reparationsverhandlungen, die vor der Tür stehen, wird vieles für das Schicksal des deutschen Boltes abhängen. Wir werden deshalb alle Schritte der Regierung, die in der Richtung der Stabilisierung der Mart gehen, unterstüßen, wir werden überall dort, wo wir die Initiative der Regierung vermiffen, sie darauf aufmerksam machen, daß unserer Auffailung nach mehr getan werden muß. Wir werden dort, wo wir andere Wege eingeschlagen wissen wollen, diese Wege anzeigen. Aber wir werden den Boden der fachlichen Opposition nicht verlassen. Das ist die Ronsequenz des parlamentarischen Eystems, daß die Parteien, die nicht in der Regierung figen, als Opposition außerhalb der Regierung| stehen. Wo sich das parlamentarische System durchgesetzt hat, wird die Opposition niemals die Interessen des Landes ver leben. Denn die Opposition wird immer das Bestreben haben, die Regierung von morgen oder übermorgen zu sein. Die Massen werden unsere Stellungnahme begreifen, denn sie haben nach dem schmählichen Zusammenbruch des Obrigkeitsstaates beffer begriffen, als viele Parlamentarier in diesem Hause, was Parlamentarismus heißt.( Stürmischer Beifall bei den Soz.) Gräber. Bon Josef Maria Frant. Nochmals die Schuldfrage. Wer hat Wirth gestürzt? Zum Fall Müller- Bonn. Wenn übrigens jetzt geraten wird, ob dieser oder jener Müllers Nachfolger werden soll, so darf man wohl an den seinerzeit im Reichsrat gestellten Antrag erinnern, diesen Ministerposten einzuziehen und das Amt einfach an das Reichswirtschaftsministerium anzuschließen. An dem Play, an dem der letzte Ernährungsminister, Herr Müller- Bonn, saß, tönnte dann ein fleiner Dentstein aufgestellt werden. Verdoppelung der Postgebühren. Der neue Reichspostminister Stingl beruft die Mitglieder des Verkehrsbeirats beim Reichspostministerium zu einer Sigung Die Germania" bringt eine Zuschrift aus maßgeben- am 28. November. Zur Beratung fommen Sparmaßnahmen den Kreisen der Zentrumspartei über die Ursachen der letzten der Reichspost und Telegraphenverwaltung; Regierungsfrise. In dieser Zuschrift wird erneut versucht, der ein Antrag auf Einführung von Lebensmittelpaketen zu ermäßigter Sozialdemokratie die Verantwortung für den Sturz der Re- Gebühr; eine beabsichtigte Aenderung des Tarifsystems in Fern gierung Wirth zuzuschieben. Was darüber zu sagen ist, hat ſprechverkehr und eine Vorlage des Reichspostministeriums wegen der Genosse Hermann Müller in der gestrigen Sigung des Erhöhung der Post, Postiched, Telegraphen- und Fernsprech Reichstags ausführlich dargelegt. Wir haben deshalb teine gebühren. Infolge der Geldentwertung will die Reichspost die Beranlaffung, noch einmal auf diese Dinge einzugehen. Postgebühren möglichst zum 15. Dezember wieder erIn dem Artikel wird berichtet von der Sigung des Reichs- fich im allgemeinen wieder um eine Erhöhung von 100 Proz tur auf einen Bunft möchten wir besonders hinweisen. böhen. Bei den Post, Postiched- und Telegraphengebühren soll es fanzlers mit den Parteiführern am Tage der Abreise Barthous. Handeln; bei den Fernsprechgebühren will man die Grundgebühr In dieser Sigung hat Dr. Wirth angekündigt, daß er mit ge- auf der bisherigen Höhe belassen, die Gesprächs- und Nebeneigneten Männern des Wirtschaftslebens behufs Eintritts in gebühren jedoch verdoppeln und die Fernsprechgebühr um die Reichsregierung in Verbindung treten wolle. Das ist das 3 weieinhalb fache erhöhen. fchied durch einen operativen Eingriff der Reaktion!"," Hier schlum. I bas Maroon Schillings repräsentativ leitete. Und dann folgte mert geduldig der Schutz der Republik und der Republikaner, nach neu einstudiert, a nneles Himmelfahrt", dasselbe Drama, langem Leiden sanft in den Armen des Bureaukratius entschlafen", mit dem Hauptmann schon im faiserlichen Deutschland hier seinen Bon irgendwocher, über die geballten Dächer der Mietskafernen, und hoffen auf ein Wiederauferstehen am jüngsten Tage! Ihre damals, in sein Tagebuch zu schreiben:„ Ein gräßliches Machwerk, Hier ruhen Dünfel, Größenwahn, Liebedienerei und Ordensstern Einzug hielt. Aber diesmal brauchte kein Fürst zu Hohenlohe, wie in deren einer, oben, unter dem Dach, ich hause und grüble, flattern trauernde Mutter Monarchia!" Sch manderte weiter und gelangte sozialdemokratisch- realistisch, überhaupt einfach scheußlich", und nachdurch den eintönig tröpfelnden Novemberregen zwölf Glockenschläge. zu einem riesigen Gebäude, der Börse. An ihrer Stirne grinste die her durch Champagner und Kaviar sich wieder in Stimmung zu Ein neuer Tag wird den armen von Schicksalsschlägen und Sorgen Grabinschrift: Hier ruhen Kredit und Valuta, gestorben an ver- verfeßen. Diesmal fand die Verklärung des armen, von Not und zerquälten und von eigenen Blutsverwandten mißbrauchten Menschen schiedenen Blutvergiftungen, die infolge der gleichzeitigen Spielereien Seelenqual gehegten Mädchens nur ergriffene Hörer. Die Musik von ausgerufen, ein Tag neuen Jammers und neuer Sorgen, größeren mit den Schwertranten ihren Tod herbeiführten!" Darunter in Mar Marschalt und die szenische Ausstattung, an der Jürgen Leides, traurigsten Erinnerns Totensonntag! Ich blide hinaus auf die Häuser, die wie Gräber eines Riefen und steige der Dollar! Raffle, Agrarinski, Börsehnänerich und neu erwies, bereitete die rechte Atmosphäre. Sowohl die naturalifti Riesen- Streideschrift:" Ruhe fanft und kehr nicht wieder! Es blühe, wachse Fehling seine bereits in der Boltsbühne bewährte Meisterschaft firchhofes flamm und drohend sich rings in den Nevember himmel Michel v. Lande, G.. b. 5." ſteilen. schen Elendsbilder des Armenhauses in rembrandtschem Helldunkel Jetzt ruhen sie und schlafen sie, die armen Tretmaschinen des Hannele mit dem Glanz seiner Erhöhung und den endlich visionär wie die auf der Bühne vertörperten Phantasien des sterbenden Alltages, müde und für eine Nacht den Toten gleich; all das Leid und Elend, Not und Sorgen, die noch vor Stunden sie beschwerten, erschauten Schönheiten des Himmels boten den künstlerisch vollsind vergessen. endeten Rahmen für das erschütternde Gemälde der aus irdischer Qual in seine Wunschwelt flüchtenden Seele. Lucie Mannheim Noch einige Stunden und sie werden erwachen und sich des war Hannele Mattern, gang herb, von Not und Angst zerrüttet, traurigen Tages erinnern und dann an ihre Toten und Begrabenen wundervoll in der Sprache, alles Süße vermeidend, aber in ihrer denten. Und wem ein Grab in einem der vielen Kirchhöfe da Seligkeit doch nicht ganz aus der Starrheit gelöst. Aus dem Chor draußen ist, wird sich mit Blumen und Kränzen aufmachen, zum der Umwelt hoben jich plastisch ab Carl Ebert, voll schöner Friedhof wandeln und des Toten gedenken, der unten den rätselInnerlichkeit als Lehrer und Seelenbräutigam, und in prachtvoller haften Schlaf der von Qual und Leid, freffendem Leben zu wunder Urwüchsigkeit Seinrich Witte als Maurer Mattern. Die Regie fomer Ruhe erlösten Glücklichen schläft. Ausdrucks, und so wurde der Abend eine würdige Huldigung für den gab dem Leben wie den visionären Traumbildern gleiche Kraft des Dichter der Armut und des erlösenden Mitleids. Wo ist für mich, den Fremden, hier der Friedhof? Wo sind die Gräber? Ich denke nach und schließe die Augen, träume und grübele. Schauder ein Grab. Auf dem Steine des noch offenen fein Wort, fein Buch Inzwischen brach der Morgen herein. Bald sah ich nur noch stabe... Bon irgendwoher wimmerten dünne Gloden.... Dem Westen der Stadt näherte sich ein schwarzer Totenwagen, ohne Gespann, doch mit offenem Garge. Die Gestalt im Sarge lebt noch und zudt von Beit zu Zeit auf. Wen will man hier begraben...? Der Wagen schiebt sich näher und immer näher und ich erkenne: von tausend Geftalten wird er geschoben, von aufgepeitschten Fanatikern, Linksrabifalen und Rechtsraditalen, mit Sowjetstern und Hakenkreuz, getreu vereinft mit Schiebern und Wucherern, habgierigen Bauern und Denunzianten und unreifem Gesindel! Starr ergreift mich ein gewinngierigen Agrariern, lauen und laschen Bürgern, erbärmlichen wen will man lebendig begraben? Da springt einer Unendliche Traurigkeit ergreift mich. Ich sehe uns ertenne: der Hammer in der Fauft, fniet sich zu dem neben dem Grabe liegenden Dor, Haß und Rashgier im fanatischen Despotengesicht, Meißel und Kirchhof ist hier und nicht draußen, hier die Stadt selbst, wo jede Steine nieder und meißelt:„ Hier liegt Mietstaserne das Maffengrab von Familien, jedes Herz die Afchen- Republif!" begraben die urne irgendeiner Hoffnung, eines Wunsches, einer Sehnsucht ist! Und wie von einem Traumzustand ergriffen, durchwandelte ich noch lebende Gestalt im Sarge; die Kehle schnürt sich mir zusammen; Ich lese und fasse entfekt meine Schläfen; ich sehe die zuckende, von meinem Fenster aus die Straßen und Gänge dieses unendlichen ich presse stöhnend aus mir heraus" Hilfe! Hilfe!! Für die Was ist das für ein Dom? fragte ich mich, als ich meine Traum- Republif! Die fie begraben wollen!!! Hil- und erwache Gierig und feucht gleitet der helle Frühnebel um die Miets= pilgerschaft begann. Da las ich am Giebel des prunkvollen Ruppel- fajernen. Die Morgenglocken wimmern den Totensonntag ein; fie farges: Hier ruht die verstorbene Religiosität nebst ihren Kindern wimmern: Freiheit?!? Berfassung?!? Wahrheit?!? Demokratie?!? beriet man über den Antrag, der Not der Privatdozenten durch anDie Not der Privatdozenten. Im Hauptausschuß des Landtages Glaube, Liebe und Hoffnung! Sie starb an einer durch die Miß- Brüderlichkeit?!? Gräber.! handlungen der Großen, die sie als Werkzeug benutzt hatten, zugemessene Unterhaltsteihilfen sowie durch Erteilung von Finsteres Gewölt hüllt die Erde ein; Kälte und Gleichgültigkeit, Lehr aufträgen mit einer Vergütung in Höhe des Einkom gezogenen Schwindsucht!" Und daneben das Schloß, das auf die Mut- und Troftlosigkeit erstarrt in den Herzen, die einst voller Leben mens von Stufe 10 abzuhelfen. Die Forderungen wurden auch auf Stadt von oben herabsteht! Ist es nur ein Steleit vergangener und Sehnsucht waren, die nun auch zu einem großen Teile Gräber die Privatdozenten an den Technischen Hochschulen ausgedehnt. Der Jahrhunderte oder selbst ein Grab anderer Stelette? Und ich las: Hier begrub sich die Monarchie! Sie starb an den Folgen ihres find, über denen geschrieben steht:" Hier liegt die Hoffnung be- Antrag selbst wurde einstimmig angenommen. graben Größenwahns und einem novemberlichen Luftzuge!" Und hier zur Kameraden der Stunde und des Leides, der MenschenerniedriRechten...? Das Zeughaus? Hier ruht das geronnene Blut und das zerfetzte Fleisch einiger Millionen Menschen; ihre Leiber gung und Menschensehnsucht, denkt an die Gräber und öffnet die Augen! Denkt an die Republik, die sie begraben wollen, an eure Republik! Es ist Totensonntag... Denkt an das, was tot ift...! Totenackers sind in fremder Erde verfault!" Ich ging weiter, am Ministerium der Stünfte vorbei, und las: Hier suht die Kunst, die Lafaienverstand und Herrendünkel, Zensurschnüffelei und Gedankenfesseln fnebelten und preßten!" An den Theatern hatte ich gelesen: hier ruhen die Genies, die man im Leben" Hanneles Himmelfahrt" im Staatstheater. Nach all den hat verhungern lassen und nach ihrem Tode schändet!" Grab- anderen Bühnen hat nun auch das Staatliche Schauspiel inschriften über Grabinschriften an den Ministerien: Hier ruht die haus seine Hauptmann- Feier veranstaltet, und zwar als Festoorhalbe Nation! Sie starb an der anderen Hälfte!", hier ruht gott- stellung für den Berein Berliner Preffe". Weihevoll wurde sie einergeben und fanft die Demokratisierung der Berwaltung! Sie vere geleitet durch das Vorspiel zu den Meisterfingern non Nürnberg", 27 Theater in der Königgräherstraße. Der prachtvolle Hahnrei", tragische Posse von Ferdinand Crommelynd. Dieses Stück des jungen flamländischen Dichters erzählt mit vertrat zum Schluß spontanes Bischen entgegen. Demnach bedarf dieser zerrender Uebertreibung die Geschichte eines Eifersüchtigen, der seine Frau felber zu einem anderen schickt. Dem konventionellen Beifall Mißerfolg noch einer furzen fritischen Besprechung, die nachgetragen werden soll. -dt. Der Klassiterstep. Man schreibt uns: Plötzlich fühlst du im Konzert, daß einer in der Nähe tattmäßig mit der Stiefelspitze auf den Boden flopft. Wüßtest du, wer es ist, du fönntest ihm sagen, daß man bei Beethoven feinen Step tanzt. Indes fönnte der Zattvolle folchen Borirag als Tattlosigkeit empfinden, und so bist du machtlos, denn dein leises„ Sft" wird von dem Klopfer höchstens als unmusi falische Störung eingeschäßt, die ihn nicht zu beirren braucht. Wird freilich das Taktmaß durch Läufe und Lariationen etwas zurückgedrängt und so der Klopfbetrieb durch unbegreifliche Komponistenlaunen erschwert, so pausiert der Steper wohl rajche Thema wieder herauskommt, lächelt er strahlend in die Runde sowie aber das feiner Bewunderer: er fann wieder flopfen und fäumt nicht, forte Die Personalpolitik des Kultusministers. menig oder gar kein Berschulden haben. Es wäre deshalb auch dom Boelitz für Beibehaltung der Geheimakten? Der Preußische Landtag beschäftigte sich fürzlich mit der Personalpolitik des Unterrichtsministers Dr. Bo elig. Es handelte sich um die Nichtbestätigung des Studienrats Dr. Lier zum Direktor einer Realschule und um die Nichtbestätigung von 13 zu Reftoren vorgeschlagenen Lehrern. Der Vertreter der Sozialdemokratie sagte bei dieser Gelegenheit: Wenn Herr Boelig so weiterarbeitet, dann werden wir in Preußen bald bayerische Zustände haben." Es scheint aber, daß Herr Boeliz entschlossen ist, in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Wir erhalten folgende Buschrift: jüdischen Standpunkte ratsam, den Bogen nicht zu überspannen und vor allen Dingen von Zwangsmaßnahmen zum Schuhe des Judentums abzuraten. Zu der wirtschaftlichen Vergewaltigung, zu der fast völligen Verjudung von Presse, Literatur und Kunst und zu dem unheilvollen jüdischen Einfluß auf die Parteipolitik find in letzter Seit bei uns verschiedene behördliche Erlasse und Rundgebungen getreten, die sehr ernste Bedenken erregen." = Brüsseler Finanzkonferenz am 15. Dezember? Paris, 25. November.( Havas.) Entgegen der halbamtlichen. englischen Note hat die französische Regierung, sobald sie am Mittwoch erfahren hatte, daß Belgien geneigt sei, au ciner Borsitzung der alliierten Minister teilzunehmen, Cord Curzon unverzüglich in Caufanne davon in Kenntnis gefeht. Mithin ist die britische Regierung am Mittwoch von der Möglichkeit einer solchen Besprechung und von der Notwendigkeit, die Brüsseler konfe ren3 spätestens am 15. Dezember zusammentreten zu lassen, in Kenntnis gefeht worden. Hier wie in dem ganzen Artikel wird bewußt eine Bo gromstimmung vorbereitet, die die öffentliche Sicherheit in hohem Grade gefährden muß. Angesichts der ernsten Zeit, der wir entgegengehen, müssen derartige Preßerzeugnisse wie Paris, 25. November.( Havas.) Es findet ein MeinungsGift wirken. Es wäre deshalb zu erwägen, ob die Sicherheit austausch zwischen Paris, London und Rom staff zur Festder Republik durch diese Heze nicht gefährdet wird und ob der fehung eines Tages für die Zusammenkunft der Ministerpräsidenten Klassenkampfparagraph des des Strafgesetz- und Außenminister Frankreichs, Italiens, Englands und Belgiens buches uns nicht vor derartigen Importen aus dem Osten zur Festlegung der Grundlinien der Brüsseler Finanzbewahren kann. fonferenz in gemeinsamem Einvernehmen. * Nach dem Artikel 129 der Reichsverfassung ist den Beamten Einsicht in die Personalnachweise zu gewähren, darf die Eintragung der für sie ungünstigen Tatsachen erst vorgenommen werden, wenn ihnen Gelegenheit gegeben worden war, sich über sie zu äußern. Auf Grund dieses Artikels bat ein zum Direktor einer höheren Schule gewählter Berliner Studienrat in einer Eingabe den preußischen Unterrichtsminister Dr. Boeliz, ihm vor der Entscheidung über die Bestätigung der Wahl Einsicht in die Schriftstücke zu gewähren, die dafür in Betracht kämen. Denn jenes Recht sei den Beamten eingeräumt worden, damit ihnen nicht auf Grund einer einseitigen Darstellung ein Nachteil zu gefügt wird. Würde die Einsichtnahme erst nach der Entscheidung über die Bestätigung der Wahl gewährt werden, so würde das Ziel des Gesetzgebers nicht erreicht werden. Als Antwort erhielt der Studienrat die einfache Mitteilung, die Wahl wäre nicht be. stätigt worden; ein Grund wurde nicht angegeben. Als er nunmehr das Berliner Provinzialschulkollegium wieder um Einsicht in jene Schriftstücke bat, wurde ihm dies mit der Begründung abge lehnt, diese gehörten überhaupt nicht zu seinen Personal Die Zustimmung des Miniſters Boelig eingehoſt( Attenzeichen U II vertuschen, möte Judenpogromen Hamburg, 25. November.( Eig. Drahtbericht.) In Hamburg follte am Sonnabend abend eine öffentliche Bersammlung der Nationalsozialisten stattfinden, in der der berüchtigte Nationalsozialist Esser aus München sprechen sollte. Der Polizeipräsident von Hamburg hat indessen die Nationalsozialistische Vereinigung für aufgelöft erklärt und damit auch die geplante Versamm lung unmöglich gemacht. 10 041 III. IV). Wie gedenkt der Minister diese Auffassung zu rechtfertigen? Ein neuer Rechtsputsch Morgan vermittelt nicht. Paris, 25. November.( EE.) Pierpont Morgan hat, wie Amerika zurückgefahren. Damit wird die Meldung der„ Chicago aus Condon gemeldet wird, heute Condon verlassen und ist nach Tribune", wonach Morgan heute oder morgen mit dem franzöfifchen Finanzminister de Castenrie über eine Anleihe für Deutschland verhandeln wolle, hinfällig. Wie wir weiter hören, bestreitet die französische Regierung, daß Morgan irgendwelche Absichten in diefer Richtung überhaupt gehegt habe. London, 25. November.( Eca.) Die Abendpresse meldet aus New Bort, daß Elliot Wadsworth in einem Vortrag in der Alfademie für politische Wissenschaften erklärt habe, die Bereinigten Staaten hätten nicht die Möglichkeit ins Auge gefaßt, die euroift ganz offenbar von den Monarchisten zur Beseitigung der Republik besonderer Bedeutung, daß Elliot Wadsworth zum Vertreter päischen Schulden zu annullieren. Diese Erklärung ist dadurch von in Borbereitung.- Um die eigene Schuld am Elend des Boltes zu Amerikas auf der Pariser Konferenz bestimmt ist, die sich mit der Kulturschande fassen soll. man am liebsten of the offer og der offen für die Rheinland bejahung befür Deutschland bedeuten und an den Verhältnissen gar nichts ändern. Kann so nicht die Bestätigung einer Wahl durch jeden politi- Den kommunisten hilft diese hinterhältige Moropolitif Ein Kampffonds schen Gegner, jeden persönlichen Feind des Gewählten hintertrieben werden? Können so nicht den Behörden in einseitiger Voltes zur Beseitigung der demokratischen deutschen Republik ausnuten. bei ihren unheilvollen Bestrebungen. Auch sie wollen die große Not des Darstellung, wenn nicht gar in falscher, alle möglichen Vorgäng mitgeteilt werden, von denen der Beamte nie etwas er fährt? Wird es dadurch nicht den Behörden ermöglicht, über einen Beamten zwei Arten von Personalatten zu fülh ren, nämlich solche, die ihm gezeigt werden und solche, die ihm ver enthalten werden, weil sie unter einer anderen Bezeichnung geführt werden, die aber zu jeder Auskunft, zu jeder Beurteilung benugt werden können?" Auch uns erscheint es notwendig, diesen Fall öffentlich zu flären. Pogromstimmung. ist deshalb von der geeinten Sozialdemokratischen Partei geschaffen worden, um den schweren Kampf nach rechts und links energisch und erfolgreich führen zu können. Er bedarf dringend der wirksamen Unterstützung aller rechtlich denkenden Mitbürger. Freiwillige Beiträge für den Kampffonds fende man deshalb sofort auf Postschecktonto Berlin Nr. 487 43 an Alex Pagels, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sammelliffen für den Kampffonds find an derfelben Stelle zu haben. Um den Vorwärts"! In der Deutschen 3eitung" leistet sich Herr D. Schilling, der seine östlichen Manieren als wichtigstes Handelsobjekt nach Deutschland importiert zu haben scheint, einen antisemitischen Haßgesang, der an Verlogenheit und Gemeingefährlichkeit nicht leicht überboten werden kann. Wenn Die Not der deutschen Presse wird täglich fühlbarer. In un Die Sozialdemokratie nicht in der Regierung Cuno ver- heimlicher Eile steigen die Preise für die Rohmaterialien, die zur treten ist, so steht da zu lesen, so ist das auf ihre Ber- Herstellung einer Zeitung benötigt werden. Besonders die Papierjudung zurückzuführen. Wenn das Kabinett Cuno preise erleben eine so sprunghafte Entwicklung, daß faum eine an die Reparationsnote des Herrn Dr. Wirth vom 13. Novem- 3eitung noch in der Lage ist, von heute auf morgen regelrecht ihre ber anknüpft, so liegt das daran, weil die Berjudung Geschäftslage beſtimmen. unferes politischen Lebens so weit vorgeschritten ist, daß die Mehrheit nur noch in Parteien und in Klaffenkampf zu denken vermag. In dieser Tonart ist der ganze Erguß gehalten. Er gipfelt in folgenden Ausführungen: " Gegenwärtig sind jedoch nicht nur in Rußland, sondern bereits auch in Deutschland Licht und Schatten derart ungerecht verteilt, daß die Gefahr einer auch uns im höchsten Grade bedauerlich erscheinenden gewaltsamen Lösung der Judenfrage nicht mehr als gegenstandslos bezeichnet werden kann. Durch sie würden, wie die Erfahrung lehrt, am härtesten gerade diejenigen Juden betroffen werden, die zufahren. Manchmal endet ein Sak unvermutet und dann folgt ihm noch ein letzter Klopf wie jener Haydn- Symphonie der Baufenschlag. Immerhin, man muß noch dankbar und zufrieden sein, daß der Klopfgeist nicht ein richtiger Steptänzer ist, denn sonst würde er ja in gesteigerter Produktion auf vier Viertel 64 oder rmal 64 Klopftöne hervorbringen! Man wird diese Betrachtung an dieser Stelle begreifen, wenn man, wie ich, in legten schönen Kammermufiffonzert unseres Bildungsausschusses zu den vom Meister vorgeschriebenen Instrumenten auch noch das obligate Klopfon hörte. das also auch in unseren Kreisen Liebhaber hat; sie sind aber nicht die Mehrheit, und sollten sich demokratisch fügen! Das Kilo Zeitungspapier, in Borfriegszeiten etwa 20 Pf. wert, mußte in der ersten Oktoberhälfte mit 85 m. bezahlt werden und schnellte bereits in der zweiten Oktoberhälfte auf 99,50 m. hinauf. Im November wird das gleiche Kilogramm Zeitungspapier schon mit 187 m. bezahlt und für Dezember ist inzwischen eine weitere Steigerung auf 250 M. in Aussicht gestellt. Die Fabrikation von Zeitungspapier liegt heute ganz in den Händen von wenigen großen Konzernen, bei denen der StinnesKonzern mit den Ton angibt. Die leitenden Köpfe dieser Riesen unternehmungen unterhalten sich ganz offen über ihre Absicht, durch das Emportreiben der Preise die Linkspreffe zu er drücken und bedauern nur, daß es auch in ihrem Interessentenfreise einige wenige Außenseiter gibt, die nicht ohne weiteres jede fernere Erhöhung mitmachen wollen. Die Macht des Staates hat bisher gegenüber diesen großkapitaliftischen Konzernen vollkommen versagt. Ob es ihr gelingt, der Spefulation mit dem Schicksal der deutschen Presse Einhalt zu gebieten, hängt ganz von dem Eifer ab, mit dem besonders die sozialiftischen Arbeiter ihre eigene Presse unterstützen. " 1 Bon Reichskanzler Cuno im Reichsrat. Reichskanzler Dr. Cuno stellte sich am Sonnabend mit einer Ausdruck, daß die Aufgaben, die uns in der nächsten Zeit bevor furzen Rede dem Reichsrat vor. Er gab der Ueberzeugung stehen, nicht bewältigt und gelöst werden können von einem Kabinett allein in Zusammenarbeit mit dem Reichstag, sondern er dazu der Reichskanzler fündigte ferner an, bald die Ministerpräsiden verständnisvollen Zusammenarbeit mit den Ländern bedürfe. Der ten der Länder zu einer Aussprache nach Berlin zu bitten, die für die Arbeit des Kabinetts grundsäglich und grund legend sein soll. Dr. Cuno widerholt, was er bereits im Reichs. tag betonte, daß er im Rahmen der Verfassung die Eigenart und Selbständigkeit der Länder zu erhalten wissen werde und schließt Busammenschluß der Länder im Reichsverband sein möge. Alsdann mit dem Wunsche, daß die Frucht der gemeinsamen Arbeit der feste übernahm Reichsminister des Innern Dr. Defer den Vorfiz mit einer furzen Aussprache, in der er betont, er sehe zwischen dem Reich und den Ländern teine grundfäßlichen Meinungsverschieden heiten, sondern nur gemeinsame Interessen, die gemeinsam im Geiste gegenseitigen Verständigens und gegenseitigen Berständnisses gewahrt werden müssen. Nach Erledigung fleiner Anfragen begründet Ministerialdirektor Sachs den sechsten Nachtrag zum Reichshaushalt. Der Gesamtfehlbetrag im Haushalt hat sich von bisher 233,3 Milliarden auf 890,1 milliarden erhöht, wovon nur 45,8 milliarden aus dem Ertrag der 3 wangsanleihe gedeckt wurden. 844,8 Milliarden sind ohne Deckung, der Ueberschuß aus der Reichsverwaltung ist verschwunden. Nur Zuschuß von 47,9 Milliarden erfordert. Zur Begleichung der von die Eisenbahn deckt ihre Ausgaben, während die Poſt einen uns in diesem Jahre geforderten 720 Millionen Goldmark in bar und 1450 Millionen Goldmark in Sachleistungen mußten infolge der fortgeschrittenen Geldentwertung insgesamt 151,9 milliarden Papier mark in den Haushalt eingestellt werden. Die uns zugedachte Erleichterung brachte also eine Mehrausgabe von 16,9 Milliarden Mart. Das führte dann zur Ausgabe der Reichsschat= wechsel, zu deren Deckung 298 Milliarden Papiermark in den Mark für Sachleistungen, so daß wir insgesamt 264,5 MilHaushalt eingestellt werden müssen. Dazu kommen 101,5 milliarden liarden Papiermart mehr als die ursprüngliche Reparationsforde rung von 3 Milliarden Goldmart aufbringen müssen. Zur Her stellung des Gleichgewichts im Haushalt muß mit dem Abbau der Behörden Ernst gaben verursachen, müssen unterbleiben. gemacht werden. Alle gesetzgeberischen Maßnahmen, die neue Aus Da aber die Her stellung des Gleichgewichts angesichts der ungedeckten Forderung von über 600 Milliarden Mart zur Ausführung des Friedensvertrages un erreichbar ist, hat die Regierung für einen mehrjährigen Zeitraum Befreiung von allen Bar- und Sachleistungen aus dem Versailler Vertrag, wozu auch die ungeheuerlichen Lasten der Besatzung gehören, gefordert. Wenn das deutsche Volk bezieht monatlich 1,140 Millionen und ein en gitfcher General außer diesen Besatzungslasten- ein französischer General 4,6 Millionen Mart, wozu noch Kinderzuschläge bis zu 18 000 Mark hinzufommen seit dem Friedensschluß noch insgesamt Leistungen von 41 Milliarden Goldmark in bar und anderen Werten vollbracht hat, so gehört wahrhaftig viel Mut dazu, zu behaupten, Deutschland entziehe sich seiner Verpflichtungen. einem neuen dringenden Wunsche herantreten. Auch der Vorwärts muß jezt an seine Freunde und Leser mit Angesichts der fatastrophalen Entwicklung der Papier- und Male mit Caub! Die„ Laubgemälde" eines gewiffen W. J. Drudpreise sieht er sich genötigt, den Abonnementspreis für De King, die jetzt in London ausgestellt sind, erregen dort durch die zember auf 750 Mart herauszusetzen. Daß dieser Bezugspreis außer Eigenart ihrer Technik großes Aufsehen. Die Gemälde" stellen nämlich eine Art Mosait aus getrockneten Blättern und Blumen dar ordentlich niedrig ist, trotzdem er auf dem ersten Blick hoch er und erreichen eine Wirkung, wie sie sonst nur reich farbige Delbilder ſcheint, können die Leser schon daraus ersehen, daß bei dem gegen haben. Kings Palette besteht aus einer unendlichen Mannigfaltig wärtigen Umfang des Vorwärts" in diesen 750 mart allein 500 feit von getrockneten Blättern und anderen pflanzlichen Bestandteilen, Mart für Zeitungspapier enthalten find! Der Borwärts" foſtete Die Einnahmen des Haushalts die ihm alle möglichen koloristischen Zusammenstellungen gewähren. in der Vorfriegszeit bei einmal täglichem Erscheinen monatlich werden auf 438,1 Milliarden veranschlagt. Darunter find MehrEs gibt keine Farbenwirkung, feine feinste Tonnuance, die er nicht 1,10 Mart, für Dezember bei zweimal täglicher Ausgabe eingänge an Steuern von 150,3 milliarden, an Zöllen und Bermit feinem„ Malstoff" erreichen kann. King ist stolz darauf, daß es 750 Mart, das ist noch nicht das 700fache. Das Papier aber ist auf brauchssteuern von 139,3 Milliarden Mark. Die fortlaufenihm gelungen ist, die Schönheit der Natur mit Mitteln aus der mindestens das 1150fache des Vorkriegspreises geklettert! den Ausgaben steigen auf 396 Milliarden Mart, die einmaligen Werkstatt der Natur wiederzugeben". Die Bewunderung, die feine allen sonstigen unabwendbaren Ausgabenerhöhungen ganz abgesehen! Ertraordinariums fteigt auf 72,9 milliarden. Bei der Reichseisenbahn Ausgaben auf 41,3 Milliarden Mart. Der Anleihebedarf des Werte finden, gilt aber doch wohl mehr der großen Geschicklichkeit, mit der er feine originelle Technit ausgebildet und durchgeführt hat, bitten, gerade jetzt sich der alten Losung der Partei zu erinnern, die Ausführung des Friedensvertrages steigen auf 613,4 Milliarden So schwer es wird, müssen wir unsere Leser und Freunde besteht ein Anleihebedarf von 131,9 milliarden. Die Ausgaben für als dem künstlerischen Wert der Erzeugnisse, die die Deltechnik nach die sich in allen Kämpfen bewährt hat: Es gilt Opfer zu bringen Mart. Der Fehlbetrag steigt auf 567,6 Milliarden. Für den Geahmen, ohne neue Wirkungen aus dem neuen Stoff zu gewinnen. Eine Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Weltfrieges. Dieser für die Ueberzeugung, Opfer für die große Sache, der wir dienen samthaushalt ergibt sich der bereits erwähnte Fehlbetrag von 890 Lage ist der Deutsche Herausgeberausschuß für die von der Carnegie mit allen Fasern unseres Seins! Der Berlag des Borwärts" erleichtert Milliarden Mark. Unter Anrechnung der bereits bewilligten Kredite Lage ist der Deutsche Herausgeberausschuß für die von der Carnegie- den Genossen das Opfer nach Möglichkeit. Er bietet die Möglichkeit, foll ein weiterer Anleihekredit von 391,5 milliarden Mark zur BerStiftung in Angriff genommene, groß angelegte Wirtschafts- und Cozialgeschichte des Weltkrieges gebildet worden. Es bestanden be- den Abonnementsbetrag in zwei Raten von je 375 M. zu fügung gestellt werden. Die Ausschüffe beantragten, dem Nachreits Ausschüsse für Desterreich, England, Frankreich, Italien, Ruß- bezahlen. Aber darüber hinaus werden alle denkenden Genossen tragsentwurf zuzuftimmen. Der Reichsrat schließt sich diesem Borland, Belgien usw. Der nunmehr gebildete Herausgeberausschuß der Ueberzeugung sein, daß für die Preffe der Partei kein Opfer schlage an. für Deutschland besteht aus dem Reichskanzler a. D. Bauer, zu groß sein darf. Die Frage ist, ob die Großkapitalisten, die die Geheimrat Bücher, Geheimrat Duisberg, Dr. Carl Mel Papierfabrikation„ fontrollieren", mit ihrem Bestreben Erfolg haben chior, Professor Mendelssohn- Bartholdy und Professor Gering. Die deutsche Schriftenreihe wird noraussichtlich etwa follen, die jozialdemokratische Bresse niederzuringen, oder ob nicht 20 Bände umfassen. Der erste bibliographisch einführende Band sell vielmehr die deutschen Sozialdemokraten in altem Kampfesmut die Anfang nächsten Jahres erscheinen.- Die Gesamtleitung des Werkes Herausforderung beantworten mit der Parole:„ Nun erst recht! liegt in den Händen des Prof. Shot well von der Columbia- Bir laffen uns unser zweimal täglich erscheinendes Parteiblatt nicht Universität. rauben. Wir wollen alles aufbieten, um der Berliner und der zu erhalten und es auszubauen!" deutschen Arbeiterschaft ihr politisches Kampforgan in voller Stärke Am Totensonntag wird mittag 12 Uhr das Drcheiter des Deutschen Opernhauses unter Leitung von Eduard Mörile im Admiralspalast tongertieren. Die Frage stellen, heißt sie beantworten! Wir sind überzeugt, Neues Volkstheater. Bei der am Mittwoch stattfindenden ersten daß die Genossen in ihrem Eifer für die Parteipreffe nur bestärkt Aufführung von Brons Sardanapal" in der Bearbeitung von werden und daß sie auch im Dezember dafür sorgen, den alten Bilbelm Leyhausen und unter feiner Regie werden mitwirten: Karl Lud- Leserstamm zu erhalten und neue Leser hinzuzugewinnen! wig Achaz, Friedrich Domin, Frig Chur, Gustav Fröblich. Beter Ihlo, Arnold Rübler, Leonhard Steckel, Ernst Raden, Rose Lichtenstein, Annemarie Loose. Die Besatzungswillkür. Bor etwa zwei Monaten war in Köln, also in der englischen Bone, der Polizeiaffiftent Schönchen, sozialdemokratischer Stadtverordneter, von der französischen Militärbehörde wegen Spionageverdachts verhaftet worden. Jetzt berichtet die„ Rheinische Beitung", daß Schönchen aus beruflichen Gründen" sein Stadtver. ordnetenmandat niedergelegt habe. Hierzu erfährt eine Korrespon denz, daß er nach der Verhaftung ins Gefängnis nach Mainz gebracht wurde, und vor etwa drei Wochen gegen 20 000 m. Sicherheit wieder freigelassen worden ist, weil man ihm zwingende Belastungsmomente nicht nachweisen konnte. In der Parifer linksdemokratischen Zeitung„ Ere Nouvelle Die Reparationsfommiffion bat ihre Entscheidung über die teilt General Perein aus der bekannten Denkschrift des ReichsDie Wohltätigteitsvorstellung Middy Impekovens für das notHolzlieferungen Deutschlandsauf acht Tage- vertagt. finanzministeriums einige besonders tolle Fälle mutmilligster Schröpleidende Alter, die wegen Erkrankung der Künstlerin abgesagt werden mußte, Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags stimmte am Sonne fung der Reichskasse durch die luxuriösen Anforderungen der Befindet nun definitio am 3. Dezember, vormittags 11%, Uhr. im Blüthner abend einer Regierungsvorlage zu, welche die Grundlöhne für fagungsgenerale mit. Dabei rechnet der General zum damaligen Gaal statt. Die dazu bereits gelöiten starten behalten ihre Gültigkeit. Die Krankenversicherung auf 600. und 1800 9. erhöht Rurs in Franken um, wieviel auf diese Art der Reparation und Diese Matinee ist zugleich die Abschiedsvorstellung Niddy Impekovens. sowie die Versicherungsgrenze auf 720 000 M. fejtjeit. Idem Wiederaufbau Nordfrankreichs entgegen worden ist. 100 Gewerkschaftsbewegung Herunter mit den Löhnen! Kampfruf der Schwerindustriellen. 19 Sahlen darüber vorliegen, müffen wir auch heute wieder die Fest| schwerden der Bevölkerung entgegennehmn und Prishrabfehungen ftellung machen, daß die Löhne im Berhältnis zum Eristenzminimum erzwingen follen. Besondere Kommissionen sollen zur Heranimmer mehr zurückgehen. Bor 14 Tagen machten wir die ziehung der Schupo und der Reichswehr, der Kleinbauern und Feststellung, daß die tariflichen Minimallöhne für die große Mehr- Kleinbürger gebildet werden, um diese für den Kampf gegen die heit der Berliner Arbeiter qum zwei Drittel des Existenz- Leuerung zu gewinnen Dann hielt noch Rudolf, als Berminimums betragen. Für heute fönnen wir fagen, daß aus den treter der Roten Gewerkschaftsinternationale", eine Ansprache, in Die Deutsche Bergwerfs- Beitung", das Organ des Zechenvers vorliegenden Ziffern hervorgeht, daß der Durchschnitt der tariflichen der er die Bersammelten von ihrer ungeheuren Bedeutung zu überbandes, veröffentlicht in ihrer Nr. 275 vom 22., November an Minimallöhne im Verhältnis zum Eriftenzminimum eher gefun zeugen versuchte, Damit war der große" Betriebsrätefongreß leitender Stelle eine zuschrift, die den Titel trägt: Schluß mit ten ist. Auch heute muß die Feststellung gemacht werden, daß zu Ende. der Lohn Gleichmacherei!" Nachdem das Blatt der nicht eine einzige der angeführten Arbeitergruppen mit ihren Breistreiber und Markdrücker einige Krokodilstränen über die Minimallöhnen an das Eristena minimum heranreicht. Der Streif der Kohlenarbeiter und Kutscher ist beendet. Die Sozial- und Kleinrentner und alle jene Unglücklichen, die schutzlos Die Mehrheit der tariflichen Minimallöhne beträgt wenig mehr Arbeit wird am Montag früh 7 Uhr auf allen Plägen wieder aufder Preiswucherwirtschaft verfallen find, die das Blatt Bolfchemis- als die Hälfte des Cristenzminimums. Es gibt aber noch Ar- genommen. Folgende Lohnfäße sind auf der Grundlage des Vermus, wenn auch in verfeinerter Form", nennt, der mehr Opfer beitergruppen in Berlin, deren Tariflöhne gegenwärtig nur den gleichsvorschlages neu vereinbart worden: vom 3. bis 26. November fordere und von größerer Grausamfeit sei, als word und Totschlag dritten Teil des Gristenzminimums ausmachen. im tiefften Rußland, fommt es auf den eigentlichen Zwed diefer zunächst überraschenden Stilübung. M 22 Mit diesem erschreckenden Rückgang der Kauffraft der Löhne und Gehälter ist eine doppelte Gefahr verbunden. Zunächst in volks „ Es muß geprüft werden, ob die Löhne, insbesondere unver- wirtschaftlicher Beziehung, weil mit diesem Rückgang der Kauftraft heirateter Arbeiter, berechtigt find oder nicht Die Arbeit auch eine wachsende Arbeitslosigkeit sich einstellen muß. geber sind in den langen Kampfen zu nachsichtig Tatsächlich haben wir auch bereits eine erhebliche Zunahme der Argeworden, und wenn sie wirklich einmal Rein fagen, wie fürz- beitslosigkeit zu verzeichnen. Zugleich aber muß die Bolksge= lich im Kohlenbergbau und Baugewerbe, dann fommt das un- sundheit und zwar in jeder Beziehung unter dieser Berelendung partetische Schiedsgericht und macht zugeftändnisse über das der Lohn- und Gehaltsempfänger aufs schwerste leiden. Von allen Maß hinaus, das die Arbeitgeber für richtig halten." anderen Folgen und Gefahren, die sich aus diesem Umstande ergeben, Es ist allerdings ein startes Stück von einem Schiedsgericht, abgesehen, erwachsen daraus der Gemeinschaft neue Lasten. Es nicht in allen Bunften so zu entscheiden, wie es die Unternehmer ist also die höchste Zeit, daß mit der un gehemmten Preis. für richtig halten". treiberei Schluß gemacht wird. Dann folgt eine Schilderung der Orgien, die die Arbeiter mit thren hohen Löhnen, insbesondere aber die unverheirateten, feiern. Wein- und Schnapsgelage find an der Tagesordnung, die teuersten Zigaretten werden geraucht Lohnbewegungen in der Metallindustrie. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Verband Berliner MetallDi Schlußfolgerung?„ Es erscheint dringend notwendig, daß spruch, welcher am 18. November gefällt wurde, abgelehnt. industrieller in seiner Vollversammlung am Freitag den Schiedsdiese Verhältnisse, die sich mit jeder Lohnerhöhung verschärfen, end- Eine offizielle Mitteilung ist bis zur Stunde an den Deutschen lich abgestellt werden und daß Schluß gemacht wird mit un- Metallarbeiterverband oder an das Reichsarbeitsministerium nicht berechtigten Ronzeffionen an jugendliche Arbeitnehmer beiderlei Ge gelangt. Die Unternehmer wollen allem Anschein nach nur den schlechts Man darf sich nicht durch Drohungen, die von diesen Teil des Schiedsspruches annehmen, der eine E- höhung der Löhne jungen Elementen ausgehen, zurückschrecken lassen, man muab 20. November bis 3. Dezember für den Arbeiter in der Klaffe I auch einen Streit nötigenfalls mit in Rauf von 80 mt. pro Stunde bringt. Von dem anderen Teil des Schiedsnehmen... Also Schluß mit der Gleichmacherei und herunter mit den Löhnen spruches, welcher vom 13. bis 19. November eine Nachzahlung für den Arbeiter über 21 Jahre von 20 mt. pro Stunde vorsicht, wollen die Herren Arbeitgeber nichts missen. für diejenigen, die sie nicht zum Lebensunterhalt nötig haben, also nicht verdienen!" Der letzte Satz ist reichlich unvorsichtig von dem Unternehmerorgan. Wenn die Einkommen derer, die sie nicht zum Lebensunterhalt nötig haben, also nicht verdienen", beschnitten merden sollen, wo werden da die Tantiemen und Dividenden der Kohlen: barone bleiben? Freilich sagt das edle Blatt: Herunter mit den Löhnen! Dieser Kampfruf ist von einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Wir wollen uns mit dem Blatt nicht über die Wein- und Schnapsgelage" auseinandersehen. Diese Berhöhnung der wachsen. den Berelendung der Arbeiter wirft noch aufreizender als die Dividendenwirtschaft bie sichtbare und unsichtbare und die Preistreiberei der Schwerindustriellen, die es gerade bewirkt, daß der Arbeiter heute gar nicht sparen fann, weil die paar Papier mart, die er sich im günstigsten Falle beiseite legen fönnte, pon Woche zu Woche an Wert verlieren. Aber wir wiffen jest wenigftens, mit welchen Geanten sich die Scharfmacher der Schwerindustrie tragen. Es muß endlich einmal Schluß gemacht werden!" Wer hat diesen Ausspruch während Der letzten Jahre nicht schon gehört, wenn die Herren unter sich zu fein glaubten. Nun hören wir ihn in aller Deffentlichkeit. Die Zeichen mehren sich, daß die Unternehmer es zum großen Krach" treiben wollen. Es wird scharf gemacht. Aber allzu scharf macht fchartig, das sollten auch die Auftraggeber der Bergwerks- Beltung" nicht vergessen. Die Arbeiter werden den Kampfruf der Schwerindustriellen zu deuten wissen. Sie werden sich weder non rechts noch von links provozieren oder um ihre Errungenschaften bringen laffen. Für salle, die aber noch abseite stehen, muß diefer Stampfruf das Signal fein, fich in Reib und Glied zu stellen, um für alle Fälle bereit Bu fein. Lebenshaltungskosten und Löhne in Berlin. Nach den Mitteilungen der Gemertschaftskommission Berlins und Umgegend und des Ortskartells des Af- Bundes betrugen die Lebenshaltungstoften einer dreiföpfigen Familie in der Woche vom 13. zum 19. November 13 255 M. Gegen die zweite Oktoberhälfte beträgt die Teuerung der Ernährungsfesten allein 97 Prozent, die der Lebenshaltungsfoften 83 Prozent. Gegenüber 1914 ift die Teuerung um das 660fache gestiegen. Wie mir schon wiederholt bemerkt haben, handelt es sich hier um das Existenzminimum und nicht etma um einen Bergleich mit den Einkommen der Borkriegs geit. Die Steigerung ist eine fiärtere als in der porhergehenden Boche. Zieht man die Inbegaiffern der Großhandelspreise in Bes tracht, denen die Kleinhandelspreise unweigerlich folgen, dann find mir noch lange nicht am Ende der Springflut der Teuerung angelangt. Wie steht es nun angesichts dieser hemmungslosen Leuerung mit den Löhnen? Soweit uns gus der Statistit der Gewerkschaftstommiffion Es muß ausdrücklich hervorgehoben werden, daß der Schiedsspruch vom 18. November ein einstimmiger Schiedsspruch ist. Haben denn die Herren Pfeil, Kremener und Hasse nicht den Mut gehabt, in ihrer Vollversammlung für ihr Geistesprodukt auch die Berantwortung zu übernehmen? Standen doch die Herren auf dem Standpunkt, daß man in der Zeit vom 13. bis 19. November den Arbeitern eine wesentlich höhere Zulage gewähren müßte als die 20 Mt. Trotzdem wurde der Schiedsspruch in der Vertrauenskommission wie in der Hauptversammlung abgelehnt. Wie uns weiter mitgeteilt wird, hat die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes am Sonnabend, den 25. No Bember, mit den Geschäftsführern des Verbandes Berliner Metallindustrieller eine Vereinbarung getroffen, dahingehend, daß den Arbeitern die 80 Mt. Lohnerhöhung, welche im Schiedsspruch) vom 18. November festgelegt wurden, ab 20. November zur Auszahlung gebracht werden. Die Bereinbarung hat Gültigkeit bis zum 3. Dezember 1922. 240 Mt., vom 27. bis 30. November 270 Mt. und vom 1. bis 14. Dezember 335 Mt. pro Arbeitsstunde. Diese Verständigung bringt den Kohlenarbeitern und Kutschern noch einen Mehrlohn für November von über 2000 r., ajo mehr, als der Vergleichsvorschlag des Schlichtungsausschusses geboten hatte. Alle Streifenden werden wieder eingestellt. Betriebsräfe! den daraus resultierenden Entlassungen von Arbeitern und Angestellten sowie In Anbetracht der fortgesetzten Verschlechterung auf den Arbeitsmarkt und Betriebsabbrüchen und Betriebsstillegungen, beschloß der Bollzugsrat der Frei gewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin, in den nächsten Gruppenrollversammlungen diese Fragen auf die Tagesord nung au fegon, um den Betriebsräten die Möglichkeit zu geben, in gründlicher Aussprache alle einschlägigen Fragen zu flären. Die Vollversammlungen finden für die einzelnen Industriegruppen mie folgt ftatt: IIL Beleidungs- und Textilindustrie, X Rederindustrie am Montag abend 7 Uhr in den Sentralfestfälen, Alte Jakobstr. 32. VIII Zandwirtschaft und Gärtnerei, IX Lebens- und Genußmittelindustrie am Dienstag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 5. VI Graphisches Gewerbe am Mittwoch abend 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1. abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 4. XII Staatliche und kommunale Behörden, XIII Verkehr am Donnerstag II Bau und Steinindustrie am Freitag abend 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gcal 4. Tagesordnung: 1. Die Rechte der Betriebsvertretung bei Entlassungen, Betriebsstillegungen und Betriebsabbrüchen. 2. Freie Aussprache. Es iſt Pflicht sämtlicher Betriebsräte, in ihren Gruppenvolversammlungen zu erscheinen. is gegitimation dient die Betriebskarte und das Verbandsbuc. Freigewertschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbez. Gr. Berlin. C. Lorenz, Tempelhof. Montag 4 Uhr bei Spleger, Schulz Nachfl., Bersammlung aller Kollegen und Kolleginnen der Richtung Amsterdam. Tagesordnung wird in der Berjamlung bekanntgegeben. Bezirksamt Webbing. Beamte, Arbeiter und Angestellte der VSPD. Dienstag nachmittag 44 Uhr Sigung im Bezirksverordnetensaal im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, 5. Stod. Tagesordnung: Wirtschafts. und politische Fragen". Ref. Bürgermeister John. Parteiausweis legitimiert. Eingeführte Gäfte haben Zutritt. 15. Beziv, MB. Am Montag abend 7 Uhr bei Sachfe, Lindower Straße, am Bahnhof Wedding, Berjamlung sämtlicher Funktionäre der Richtung Amfterdam. Der Fraktionsvorstand. Verband der Cattler, Tapezierer und Portefeuiller. Achtung, Betriebsräte! Montag 7 Uhr Betriebsräteversammlung in den Zentralfeftfälen, Alte Jakob straße 32. Bortrag über:„ Stiflegung und Betriebsabbruch". Erscheinen aller linge und Jugendliche! Monteg 7 Uhr im Gewertschaftshaus, Gaal 9, VerBetriebsräte ist unbedingt Pflicht. Die Gruppenleitung. Achtung, Lehrfammlung. Bortrag des Kollegen Beder. Erscheinen aller Kollegen, und inge und Jugendlichen darauf aufmerksam zu machen. Die Abteilungsleitung. Jugendlichen unbedingt notwendig. Die Kollegen werden ersucht, die LehrDeutscher Solzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter. Dienstag abend Die Sähe des Schiedsspruches, wie sie ab 20, November 1922 5 Uhr Witgliederversammlung in der Neuen Welt, Sasenheide, Heiner Gaal Gültigkeit haben, find in der Wochenbeilage Nr. 47 vom agesordnung:„ Beschlußfassung über das neue Lohnabkommen" 25. Ravember veröffentlicht. Die Arbeiter, die bei der AkkordDie Branchenleitung, basis, wie sie in der Bereinbarung vom 23. Oftober festgelegt mar, Gofal von Rathmann, Wilhelmstr. 118, michtige Versammlung aller it afford Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Dienstag 15 Uhr im 50 Broz. über die Affordbasis verdient haben, ohne den festen stehenden Breffer. Bir ersuchen bie Betriebsräte refo. Bertrauensleute, die Stundenzuschlag, erhalten einen entsprechend niedrigeren Stunden- betreffenden Kollegen auf die Versammlung hinzuweisen. Die Branchenleitung. zuschlag. Dies trifft aber nur zu, wenn der Ueberverdienst bei Berantwortlich für den redalt. Teil: Bictor Schiff, Berlin: für Anzeigen: einer Gruppe von Affordarbeitern gleicher Lohnklasse und gleicher sh. Glace, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Tätigkeit erzielt worden ist. Als Berechnungsgrundlage wird die Bormärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindensie. 3 Reit vom 25. Ofteber bis 19. November zugrunde gelegt. Metallarbeiterverband wird im übrigen nichts unversucht lassen, um den Schiedsspruch auch in bezug auf die Nachzahlung vom 13. bis 19. November zur Geltung zu bringen. Schluß des Betriebsrätekongresses. Der Hierzu 2 Beilagen Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise Kallarmut bes Körpers ist die Ursache vieler Echwächezustände Unter allgemeiner Gleichgültigkeit, wie er begonnen batte, MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 ging der Betriebsrätefongreß, der von den Rommunisten mit fo piel Tamtam in Szene gefeht wurde, gestern zu Ende. Man fann fagen, daß der Streit der Hochbahner oder der Kohlenarbeiter die Deffentlichteit weit mehr in Anspruch genommen hat, als der famose Reichsbetriebsrätetongreß, der eine neue Aera einleiten follte. Es geht eben nicht ohne den organisatorischen disziplinierten Zusammenschluß der Massen, und hinter diefem Kongreß standen diese Massen eben nicht. Mit dieser Feststellung erübrigt sich ein meiteres Eingehen auf die Berhandlungen des Kongreffes. Der von uns erwähnte Generalftreitsantrag wurde dem Reichsausschuß der Betriebsräte" zur Durchführung überwiesen, was einem Begräbnis dritter Klasse gleichkommt. Am letzten Verhandlungstag sprach enning über die weiteren organisatorischen Aufgaben der Betriebsräte". Es wurden dann noch Organisationsthesen" angenommen, die die Wahl eines Reichsausschusses" von 60 Personen vorsehen. Man will überall Kontrollausschüsse" einsehen, alfa neue Instanzen, die die Be" 1 Ralzan beugt vor! In Packungen von 90 und 45 Tabletten in Apotheken und Drogerien erhältlich. Aufklärende Broschüren tostenlos durch Johann A. Wülfing, Berlin GB48, Friedrichstr. 231 Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterwalse Koch& Seeland 6: Gertraudtenstraße 20-21. 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November 1922 ist darauf zurückzuführen, daß der Bestand der Milchkühe zurückging. rationsarbeit en bereits ausgearbeitet wurden, die der Steige Bei der Preisbildung spielt der Zusammenhang mit Butter und rung der Produktion dienen und der drohenden Arbeitslosigkeit be Margarine natürlich eine große Rolle. Das ist unangenehm, aber gegnen sollen. Nach der Butsch- und Terrordebatte beriet der Landtag taum zu ändern. Die Regierungspräsidenten sind an gestern über eine große Reihe von Anträgen über Arbeitsgewiesen worden, alles zu tun, damit zwischen Erzeugern und Ber- handelt es sich dabei um eine Reihe von großen Projekten, durch Wie dem Sozialdemokratischen Parlamentsdienst mitgeteilt wird, Tosenfürsorge, Lebensmittelbefchaffung und brauchern ein erträglicher Milchpreis feftgefeßt wird. In einigen In einigen Rentnerfürforge. Der Eprecher der Deutschnafionalen Regierungsbezirken ist es auch bereits geschehen. Ich möchte zum melche in allen Provinzen Preußens Flüsse reguliert, die verlangt ermäßigte Tarife nicht nur für die Düngemittel, son. Schluß angesichts der schlechten Brotgetreideernte und der guten Böden verbessert, Dedländereien und Moore zu dern auch für die Lebensmittel. Er fordert ferner Aufklärung fartoffelernte dringend fordern, daß fartoffelmehl für die Brot- Kulturland verwandelt, Entwässerungen und Aufdes Volkes über die Ursachen der Teuerung. Zu der deutschnatio- bereitung hergestellt wird. Es ist notwendig, daß rechtzeitig dieses for stungen vorgenommen werden sollen. Man will auf diese nalen Forderung, Ausnahmetarife für Letensmittel zu schaffen, be- Mehl beschafft wird, denn wir wissen nicht, ob unser Brotgetreide Weise Hunderttausende von Hektaren Kulturland schaffen. Eine Zahl merkt der Demokrat Riedel, daß die Frachttarifermäßi. im Winter ausreichen wird. über den dadurch erweiterten Nahrungsspielraum Preußens fäßt sich gungen für Obft feineswegs eine Verbilligung des Nach weiteren Reden vertagt sich der Landtag auf Montag natürlich noch nicht geben, weil die einzelnen Meliorationen quali Dbstes gebracht haben. Der Demokrat begrüßt, daß das Reich 12 Uhr. durch Zuschüsse aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge die landwirtschaftliche Melioration und die in großen Industriebezirken möglichen Notstandsarbeiten fördern will. Abg. Brüdner( Soz.) betonte nachdrüdlich, daß Etaat und Gesellschaft alle Ursache haben, das heutige Elend einzudämmen und fommendem Arbeitslosenelend und hunger vorzubeugen. Wenn wir hunderttausend Arbeitslofe haben, so bedeutet das, daß über 600 000 Bolfsgenossen dem Elend preisgegeben sind. In vielen Industrien arbeitet man bereits heute nur noch mit verkürzter Arbeitszeit. Die Erwerbslosenfürsorge muß großzügiger ausgebaut werden; denn die Zahl der Erwerbslosen wächst. Jeder, der unverschuldet ohne Arbeit ist, muß Unterstügung befommen. Unter. stügung ist natürlich nicht das Allheilmittel, es gilt Arbeit zu schaffen. Es geht nicht, daß wir die Unterstützungen sozusagen in ein Faß ohne Boden schütten. Deshalb begrüßen mir es, daß der Haupt ausschuß die Pflicht, Meliorationen zu schaffen, allen anderen Aufgaben vorangestellt hat. Ranalbauten müssen fertiggestellt werden, Bahnen müssen gebaut werden zur besseren Erschließung der Wirtschaft, und schließlich muß auch für die Kulturgüter etwas getan werden. Wir haben eine Menge erwerbslose Buchbinder, und auf der andern Seite haben wir Bibliotheken, in denen die Bücher verderben. Produktionssteigerung ist nötig, aber nicht auf dem Wege der mechanischen Erhöhung der Arbeitszeit. Die großen Unternehmer täten gut, statt fich so viel um Baluta geschäfte zu fümmern, ihre Betriebe einmal etwas mehr zu ötonomisieren, die Maschinen zu verbessern usw. Die Sozial rentner find unter allen deutschen Bolfsgenossen am übelsten dran, noch übler als die Kleinrentner; denn diese haben wenigstens noch irgendein kleines Kapitälchen in der Hand. Die Sozialrentner und Erwerbslosen dagegen stehen dem Nichts gegenüber. Nach dem Abg. Hagemann( 3.), der die Preisbildung bei der Milch erstaunlich" findet, und dem Abg. Graf Stollberg( D. Bp.), der weitgehende Ausbildung der Landarbeiter fordert, erklärt Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für den nächsten Monat noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Wirtschaft Unrationelle Warenverteilung. Die tatio und quantitativ verschiedene Resultate zeitigen müssen. Kostenfrage macht natürlich erhebliche Schwierigkeiten. Man hatte die Kosten für die Pläne vor etwa einem Jahr auf 2,7 Milliarden angefeßt. Es wird heute das 3ehnfache angesetzt werden müssen. Augenblicklich ist wenig Geld auf dem Markt zu haben. Man wird an den Landtag herantreten, aber auch das Reich bemühen, Mittel zur Berfügung zu stellen. Die preußische Staatsregierung und besonders das Landwirt. schaftsministerium rechnen damit, daß sowohl der Landtag wie das Reich die erforderlichen Mittel bewilligen werden, damit die eines Tages hereinbrechende Arbeitslosigkeit die Bevölkerung nicht unvorbereitet trifft. Zusammenschluß von Hypothekenbanken. Wegen des steigenden Kapitalbedarfs und zur Herabdrückung der Unkosten verbinden sich die Preußische Central Bodentredit- Aktiengefellschaft in Berlin, die Deutsche Grundkreditbank in Gotha und die Rheinisch Westfälische Bodenkreditbant in Köln ab 1. Januar 1923 bei Erhaltung der einzelnen rechtlichen Selbständigkeit zu einer Interessengemeinschaft. Das Gesamttapital der Interessengemeinschaft wird nach Kapitalerhöhungen 165 Millionen betragen, wozu als weiteres Betriebsfapital die nicht unerheblichen Reserven treten. Der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen der drei Institute überschreitet den Gesamtbetrag von 1% Milliarden Mart. Zur Durch führung der Interessengemeinschaft findet ein wechselseitiger Austausch von Direktions- und Aufsichtsratsmitgliedern statt, und ein aus den drei Aufsichtsräten befchickter Gemeinschaftsrat foll die Einheitlichkeit der Verwaltung sichern. Die schwebende Schuld des Reiches betrug an distontierten Schatzanweisungen am 10. November 1922: 663,9 Milliarden Mart. Zu diefer Summe traten bis 20. November 101,8 Milliarden Mark hin8u. Sie erhöhte sich also auf 765,7 Milliarden Mart. Für Ausgaben zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen in ausländischer Währung in Ausführung des Friedensvertrages von Versailles sind in der Zeit vom 11. bis 20. November 42,2 Milliarden Mart aufgewendet worden. Es kann nicht eindringlich genug auf die Tatsache hingewiesen werden, daß in der Zeit der Geldentwertung Krankheitserscheinungen sich in der gesamten Wirtschaft eingestellt haben, die nur mit einer Stabilisierung der Mart geheilt werden können. Handel und Berkehr nehmen heute einen bedeutend erhöhten Teil vom Warenpreis für sich in Anspruch, nicht etwa deshalb, weil die Verkehrstarife zu hoch wären, sondern weil selbst bei steigenden Tarifen jebe Ware bedeutend länger transportiert wird als vor dem Kriege, und zwar ohne jeden zwingenden Grund es sei denn eben die Geldentwertung, bie es gestattet, Ware zurückzuhalten oder von einer Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff: Hand in die andere gehen zu lassen, dabei auch spazieren zu fahren, Keine Erhöhung der Frachten für Kartoffeln und Obst. Die Die Vorarbeiten für die Schaffung von Arbeit, um der Arbeitslosig. weil die steigenden Preise diese für den Verbraucher kostspieligen, zum 1. Dezember 5. 3. eintretende Erhöhung der Güterfeit entgegenzuwirken, find in meinem Reffort bereits getroffen. Es für eine verarmte Bolkswirtschaft geradezu verschwenderischen Mani tarife bezieht sich nicht auf Startoffeln und Ob it. Hierhandelt sich um großzügige Meliorationsarbeiten. Ich pulationen für die Warenverteilung immer noch profitabel machen. für bleiben die bisherigen Säße weiter in Strait. Zur Schohoffe, daß das Haus Entgegenkommen zeigen wird, wenn es gilt, Ein typisches Beispiel dafür bietet die Preisfeftfegung für nung des Expreßguttarife wird ferner das Mindestgewicht von 10 die dazu erforderlichen Mittel zu bewilligen. Die Verwendung 3uder, der in der Zeit der Fleisch- und Milchnot zu den mich auf 5 Kilogramm herabgelegt. Im übrigen ist mit Rüdsicht auf Pünstlicher Düngemittel in der Landwirtschaft ist erfreu- tigsten Nahrungsmitteln gehört. Danach foll nämlich ber durch den bie starte Tariferhöhung der letzten Monate in einem Unterausschuß lich gestiegen. In der Zeit vom 1. Mai bis zum 1. September d. 3. Handel in gebundener Wirtschaft an die Berbraucher gelangende der ständigen Tariffommission eine Aen berung der Güterwurden 141 000 Tonnen gebraucht, voriges Jahr 90 000 Tonnen, im Buder 120 Mart im Großhandel und mindestens 170 tlafiifitation beraten worden, die die Verbilligung Jahre 1913 nur 71 000 Tonnen. Aehnlich steht es mit der Vermen. Mart im Kleinhandel per Pfund foften, also das 615fache des der Frachten für eine Anzahl von Gütern, insbesondere für dung von Kali. Dieses Jahr 372 200 Tonnen, voriges Jahr 282 837 Borfriegspreises im Großhandel und das 755fache im Kleinhandel. 2ebensmittel, und die Ermäßigung für Stüd- und EilgutTonnen und im Jahre 1913 178 420 Tonnen. Bei der Verwendung 50 m. je Pfund oder 41,7 Prozent des Großhandelspreises beträgt frachten bezweckt. Die Zeit des Infrafttretens dieser Maßnahmen, von Phosphorsäure liegen die Dinge nicht so günstig, weil der Unterschied zwischen Groß und Kleinhandelspreis. Bor dem die noch mit den Verkehrsfachverständigen beraten werden, steht wir hier von der Einfuhr abhängig find. Ueberwiegend haben wir Striege toftete der Doppelzentner Buder im Großhandel 39,08 m., noch nicht fest. auch hier im gleichen Zeitraum vom vorigen Jahr zu diesem Jahr im Kleinhandel( in Berlin) 45 M., der Unterfchied also rund 6 M. Stinnes erfüllt. Nach einer Effener Meldung der Mölnischen ein Steigen in der Verwendung von Phosphaten. Die Wagen oder 15,4 Prozent des Großhandelspreises. Der Anteil der Zeitung" ist das Stinnes- Luberfac- Abkommen in der Durchführung gestellung für Düngemittel hat sich ganz erheblich gebessert. Transportfosten und des Berteilergewinnes ist begriffen. Seit etwa 4 Wochen rollen ununterbrochen große Zur Zeit des Kartoffeltransportes bestanden einige Schwierigkeiten. alfo von 15,4 auf 41,7 Prozent oder auf mehr als das 2%. Mengen von Baustoffen über die Grenze. Diese sind jekt weggefallen. Ueber die Ermäßigungen der fache gestiegen! Dazu ist von vornherein zu bemerken, daß Frachten für Düngemittel sind die Verhandlungen im Ganae. Die feinesfalls die Kosten der öffentlichen Bewirtschaftung, die ja nur Kartoffelernte war ausgiebig. Der größte Teil der Bevölfe. wenige Mart je Pfund betragen, eine solche Steigerung der Spesen unbeständig mit zahlreichen, meist geringen Niederschlägen bei frischen westWetter bis Montag mittag. Ziemlich fühl, vielfach biler, aber rung hat seinen Winterbedarf eingebeckt. Ein Kartoffelmangel wird der Warenverteilung herbeigeführt haben, auch die hohen Eisenbahn- lichen Winden. in diesem Winter nicht eintreten. Der Minister fam dann auf, den tarife find nicht entscheidend für eine derartige Erhöhung der Preisbereits bekannten Vorschlag Breußens beim Reichsrat zu sprechen, höheren Gewinn der Händler zurückzuführen fein, die aus geringerem spanne. In der Hauptsache dürfte sie also auf den prozentual ber für die Bezahlung der erhöhten Breife des Umlage getret. Umfag möglichst den gleichen Profit lösen wollen. Umlagegetret. ftoff dünger verlangt. Breußen hat- so betonte der Minister es für die beiden letzten Dri'tel die Lieferung von Stid. - diesen Vorschlag gemacht, weil es sich um eine Jogal Sicht Rheuma 3schias Best. 64.30 hervorragend bewährt bei: den meisten Gebieten der Warenverteilung feststellen. Die Nach Das ist nur ein Beispiel. Aehnliche Borgänge ließen sich auf Grippe Herenschuß fofortige Steigerung der Produffion teile, die dem Verbraucher daraus erwachsen, liegen auf der Hand. Nervenfchmerzen. handelt. Die im Inlande erzeugten Stickstoffmengen werten voll. Da die Behörden, die nur kraffen Mißständen auf die Spur kommen, og al stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausgeständig abgenommen. Eine Steigerung der inländischen Stickstoff diesen schon„ handelsüblich" gewordenen Mißständen gegenüber aber faft zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen apothefen erhältlich. produktion kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Hierfür find machtlos find, bleibt kein anderes Mittel der Abwehr, als den engen Acid. acet. salic.. 0406% Chinin. 12.6% Lithium, ad 100 Amylum; auch Milliarden notwendig. Wir brauchen eine schnelle Bersorgung Bufammenschluß der Verbraucher in den Genossenschaften. der Landwirtschaft mit Düngem tteln und deshalb wünschen wir die Diese haben die Möglichkeit, preisfenfend zu wirken oder aber, wo Einfuhr von Salpeter, damit wir im nächsten Jahr eine Million sie es aus bestimmten Gründen nicht tun, aus dem Mehrerlös Tonnen Getreide mehr ernten tönnen. Die Brotpersorgung Mittel zur Steigerung der Umfäße oder der genossenschaftlichen in diesem Jahre ist saver. Das Umlagegetreide kommt nicht so Eigenproduktion zu gewinnen, wodurch letzten Endes wieder eine schnell herein als wünschenswert wäre. Ein Teil der Landwirte hat Berbilligung der auf der Warenverteilung ruhenden Koften früher die Verzögerung deshalb eintreten laffen, weil er auf höhere Preise oder später eintritt. fpetulierte. Der Staatsfommiffar für Boltsernährung ist im übrigen angewiesen, alles zu tun, um das noch ausstehende Umlagegetreide, beffen Ablieferungsfrist abgelaufen ist, endlich hereinzubringen. Die Kommunalverbände müssen selbstverständlich in den Stand Landwirtschaftliche Produktionspolitik in Preußen. Der preußische Landwirtschaftsminister hat am Sonnabend im gesetzt werden, prompt zu bezahlen. Der Milch mangel Landtag erklärt, daß von Preußen große Pläne für MelioHausjoppe aus molligem Flauschstoff, mit Verschnürung wie Abbildung 9800.oder ähnlich... Schlafröcke und Hausjoppen aus Kamielhaar, Samt od.Seide in großer Auswahl Alle Weltraucht srael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. Herrenkleidung Herren- Beinkleider in dunklen Streifenmustern Herren- Gummi- Mantel .7400.in vorzügl. Verarbeitung... 16000.Loden- Mantel imprägniert 18000.vorzügliche Qualität... Herren- Gabardine- Mantel imprägniert... 38000.Sport- u. Touristen- Anzug vorzüglicher Lodenstoff 42000.** in bester Verarbeitung.. 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Kunstgewerbe. Achtung! Die Beerdigung findet am Montag, den 27 November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriebholes in Reinickendorf aus statt. Ferner den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Dreheraller in den Betrieben des Berliner Dienstag, den 28. November, nachmittags 4 Uhr. im legandriner" ( Gaal 1). Alegandrinenstr. 37a: Otto Juhre Boudeftr. 37 Juhrereptow, am 20. November geftorben ist. Die Einäscherung findet Dienstag den 28. b. m, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Riefholzstraße, ftatt. Ehre ihrem Anbenken! Rege Beteiligung erwartet 130/17 Sie Ortsverwaltung. Bekanntmagung. Die 13. und 14. Gagungsänderung der Rasse tst genehmigt. Die 13 Gagungs änderung bestimmt, daß die Beiträge ab Versammlung Kunstgewerbes befchäft. Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: 1. Bericht ven ben Tarifverhandlungen. 2. Distuffion. Das Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, 28. Novbr., nachm. 5 Uhr, in der Schulaula, Weinmeisterftr. 16/17 Versammlung aller in ber Knopf- und Korfett ftaugen Industrie beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Die Tagesordnung wird in der 1. Dezember 1922 auf 9 Sundertstel des Bersammlung bekanntgegeben. im 19 festgelegten Grundlohns bemeffen Dienstag, 28. Jovbr., abends 7 Uhr, in der Schulaula, Weinmeisterftr. 16/17. werden. Die Beiträge für Verficherungspflichtige find am Montag jeder Woche für die abVersammlung gelaufene Ralenderwoche fällig und müffen der Schnitt- und Knopfarbeiter. von den Arbeitgebern am Schluß eines jeben Ralendermona's ohne besondere Sufiowie aller Kolleginnen und forderung an die Raffe gezahlt oder toften- Kollegen aus der Stahlfedern Ios eingesandt werden. Stellt der Vorstand Industrie. recht. Referent: Rollege F. Jante. eine Beitragsrechnung file zuriidgelegte Tagesordnung: 1. Das neue Arbeits Monate zu, lo fann er außerdem von den Arbeitgebern eine sofortige Abschlage aahlung aur die für den laufenden Monat fchon fällig gewordenen Beiträge bis ur Höhe der Beitragsschuld für die gleichej Beit des abgelaufenen Monats fordern. 3000 MARK Likor Ist zu teuer uer Likör. Saltve 惑 Kauf Extrakt von Noa" dir, Mach dir deinen Schnaps allein, Wird er halb so tener sein. Kein Misslingen! Fordern Sie in Drogerien u.Apotheken Noa's Original- Extrakte zur Selbstbereitung von Likören usw. Rezeptbuch daselbst kostenlos, sonst von Max Noa G. m. b. H., BerlinN'ederschönhausen. EngrosLaner ' Gegründet 1894, Damen sparen Anzahlungen ExportLager Geld werden auf Weihnachtskäufe angenommen Sealseldenplüsch- Mäntel Braune Plüschbiberatt- Mäntel jetit noch zu sehr billigen Preisen. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ber- Flaschnegal 13500 3500 4200 Katzen- Jacken Donegal 13500 7500 4200 Katzen- Jacken 1850 12.500 schiedenes. 125 30000 8000 84000 240 12500 Mitgliedsbuch legitimiert. Backfisch 23' 0 7500 4750 3500 Kostüme Mittwoch, ben 29. November, nach- Affenbaut 13508750 Woll- Strick lacker 7500 5510 Die Beiträge für Versicherungsberettigte mittags 4 hr. im legandriner" find am ersten Tage eines jeden Monats( Saal 1), Aleganbrinenfte. 37a: für den laufenden Kalendermonat fällig und im voraus bet ber Staffe einzuzahlen oder Brauchenversammlung tostenlos einzusenden. Fir die tahnungen der Graveure und Zifeleure. werden Mahngebühren erhoben; diese werden wis Beitragsrildhände beigetrieben. Tagesordnung: 1. Bortrag über die Die Beiträge für u ständig Beschältigte betragen 9 vom Hundert des Ortslohns. Das Bersicherungsamt der Stadt Berlin hat folgende Mahngebühren genehmigt, die ant Tage der Bekanntmachung in Krajt filz einen Betrag bis zu 50 mt.. 2 Mr. mehr als 50 bis 200 t. freien: " 200 " " 500 " " 19 500 1000 • gegenwärtige wirtschaftliche Lage. Rejerent: Genosse Mag Groger 2. Berichterstattung über die legten örtlichen u Reichstarifverhandlungen. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berfchiedenes. Das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ift dringend erwünscht. " 6 " DF Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 8 " file jebe weiteren angefangenen 1000 Achtuna! Chirurgie- Mechanit. 5 SUZE. Die 14. Gagungsänderung tritt am Tage mittwoch. den 29. November, nachber Bekanntmachung in Kraft Abbrude miffags 5 Uhr, in den Sophienfälen, Dieser Sagungsänderungen sind ab 1. De Gophienstr. 17/18: zember im Raffenlo al zu haben 178 10 Allg.Ortskrankenkaffed. Stadt Berlin Branchenversammlung gez St. Nürnberg, gez P Doris, fämtlicher in der Chirurgie Borsigender. Schriftführer. Mechanik beschäftigt. Kolleginnen und Kollegen. Allgemeine Oristrantentaffe agesordnung: 1. Das neue ArbeitsBerlin- Pankow recht. Referent: Kollege Jante. 2. Branchenangelegenheiten Es ift Ehrenpflicht einer jeden Ordentliche Ausschußfihung Rollenin, fowie eines jeden Kollegen, pünktlich zu dieser Versammlung zu am Montag, den 4. Dezember 1922, erscheinen. abends 2 Uhr, im Rathaus, Zimmer 17 ( Eingang Schönholzer Straße), 1 Tr. Mittwoch, 29. Hovbr., abends 7 Uhe, Tagesordnung: 1. Berlesen der Nieder- in der Schule, Annenstr. 1 b fchrift der legten Stzung 2 Wahl des Branchenversammlung Rechnungsausschufies zur Prüfung der Jahresrechnung 1922. 3. Sagungsände rungen und Aenderung der Dienstordnung. 4. Anträge und Anfragen. 5. Berschiedene Raffenangelegenheiten. ( Anträge und Aniragen, die eine Ein der Mechaniker- Lehrlinge. Tagesordnung: 1. Das geltende Lehrlingsrecht eber Unrecht. 2. Branchenangelegenheiten. 24000 Gelegenheit haut strachan 16500 12500 Seiden 12000 Krimmer Mante 22.00 Wellen und Längen Spezialität: Extra tak rose Damen am Alexanderplatz, M. MOSczytz, Landsberger Str. 591 Treppe, Gerlin 1. annahands a. 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Die Aenberungen treten mit bem Gazungsnachträge sind ab 11. Dezem Invalidenstr.2.v.I rechts, kein Laden 27. Ropember 1922 in Straft Eingang Elisabethkirchstraße Kopenhagener Str. 9( Laden) 2 Min. v. Bahnh. Schönhauser Allee 178/11 ber 1922 in unserem Rassenlotal erhältlich Der Kaffenvorstand D. Gettel G. Bubbe Borsitzender Schriftführer Brillanten de Berlen, Edelmetall- Bruch tauft Sendelstraße 32 A. Fuss, haus Spittelm. geöffn. 8-1 und 2-5% Uhr decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, la Kernseifen, Seitenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. Salgo, N 54, Lothringer Str. 38, Hof Fernsprecher: Norden 1975 2. Geschäft: Berlin NO 18, Gr. Frankfurter Str. 115 Gold- und Silber- T zu höchsten Preisen verkauft man in der Trauringfabrik Alb. Thal& Co. 1. Geschäft: C 19, Seydelstr. 5( Spittelm.) Zentr. 5268 2. Geschäft Charlottenburg, Bismarckstraße 76 ( Untergrundbahn Sophie- Charl.- Platz). 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Dieser eine Soniiiag ist den Toten frei, und die Lebenden wallen hinaus zu den Stätten des Friedens, die die stillen Schläfer bergen. Friedhöfe sind nicht selten Sehenswürdigkeiten einer Stadt, nicht nur weil und wenn sie, wie vornehmlich in Italien,-sich durch die von Künstler- und Meisterhand geschaffenen Grabdenkmäler auszeichnen, sondern auch, und das kommt hauptsächlich bei Friedhöfen in Deutschland in Betracht, wenn sie durch ihre ganze Anlage und den Bestand alter Bäume parkähnlich anmuten. An solchen Friedhöfen, wie sie zum Beispiel alte Städte, wie Nürnberg, Augsburg, Rothen- bürg, Wetzlar, Königsberg u. a. m. aufweisen, hat Berlin Mangel. Der Irieöhof für olk. Aber eine Ausnahme muß hier genannt werden, das ist der berühmte interkonfessionelle Friedhof in Ariednchsseldc. wie man ihn früher nannte. In früheren Iahren, lange vor der Nevoultion und Republik, als unser ganzes öffentliches Leben, die religiösen Ver- Hältnisse und Ansichten nicht zum geringsten, durch allerlei schikanöse Fesseln verschnürt, als die Feuerbestattung in Preußen noch nicht ge- stattet war, konnten alle diejenigen, welche im Leben außerhalb der Religion gestanden hatten, nur in Fricdrichsfeldc die letzte Ruhestätte finden. Dieser Friedhof hatte damals für Berlin dieselbe Be- deutung wie der große Friedhof Mobtmartre in Paris, von dem man einen so wunderbaren Blick auf die Stadt hat, und wo seit jeher Christen, Juden und Heiden einträchtlich nebeneinander ruhten, ohne daß dadurch jemals Schaden angerichtet wurde! Unter den vielen Konfessionslosen aber, die in Friedrichsfelds beerdigt sind, ver- dient in erster Linie der große Führer unserer Partei Wilhelm Liebknecht genannt zu werden, und viele unserer Genossen werden sich noch des imposanten Leichengefolges erinnern, dos hinter dem -arg Liebknechts von seiner Charlottenburger Wohnung bis nach Friedrichsfelde einherfchritt und schier kein Ende nehmen wollte. Der Friedhof in Friedrichsfelde zeichnet sich durch hervorragend« gärtne- rifche Schönheit aus, und wenn man das Tor durchschritten hat und in der von uralten Bäumen flankierten Allee steht, glaubt man auf dem Weg zu einem Herrensitz und Schloß zu sein und nicht an der Stätte des Todes und der Verwesung. Zu den stillen Bewohnern dieses Friedhofes gehören von unseren Führern u. a. auch: Paul Singer. Zgnaz Auer. Emma Ihrer. Auch eine Reihe von Revolu- tionsopfern ruhen draußen, unter ihnen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.— Revolutionsopfern allein ist auch jene bekannte friedvolle Stätte im Friedrichshain geweiht, die die Kämpfer von und 1018 birgt und in jedem Jahr, und zwar jetzt nicht mehr im März allein, sondern auch am 31. Juli, 9. November und am Totensonntag das Ziel vieler Republikaner ist. Der Opfer des Weltkriegs aber, soweit sie in der Heimat zur Ruhe kamen, weist jeder einzelne Berliner Friedhof eine ganze Zahl auf, fast ausuahms- los in Ehrenstätten vereinigt. ?m Valöe von Stahnsdorf. Die Kirchhofsnot, unter d«r Berlin seit langen Jahren schon leidet— immer wieder mußten für di« Lebenden und die täglich neu aus dem Reich Zuziehenden Wohnungen gebaut und Bauplätze gewonnen werden, so daß für die Toten kein Raum mehr blieb—, zwang endlich die Behörden, einen großen Friedhof außerhalb Berlins anzulegen, der die Gewähr dafür bot, daß er in abiehbarer Zeit nicht völlig belegt sein wird. So entstand der Friedhof in Stahnsdorf, ein« sehr reizvolle Vereinigung von Wold und Park, die man ganz gewiß als eine Sehenswürdigkeit ansprechen darf. Da indessen früher schon den unbemittelten Hinterbliebenen eines Toten nicht zugemutet werden konnte, den Transport der Leiche bis hinaus nach Stahnsdorf zu bezahlen, schuf man in Holensce eine Leichensammclstelle mit Gleisanschluß an den Lahnhof Holensce. In dem kleinen, schlicht geschmückten Raum werden die Särge aufbe- wahrt und dann in einem Güterwagen transportiert, der sie, ange- hängt an den nächsten Güterzug» nach Stahnsdorf befördert. Diese Leichensammelstelle, oder richtiger gesagt ihr Bau, hat übrigens eine interessante Vorgeschichte, die bezeichnend genug dafür ist, was sich früher der brave Untertan bieten lasten mußte. Da die Leichen- fammelstelle nur an einem Ort gebaut werden tonnte, der Gleis- anschlug gewährleistete, war es nicht ganz leicht, einen geeigneten■ Platz für sie z» finden. Endlich entschied man sich für Glienicke und begann bereits mit dem Bau. Aber man hotte nicht mit dem Grundherrn von G�enicke, dem Prinzen Friedrich Leopold, gerechnet. Der erhob ganz energischen Widerspruch gegen den Bau, der nach seiner Ansicht die ganze Gegend..verschandelte", verhinderte unbekümmert um alle entgegenstehenden Rechts den Weiterbau, und man war gezwungen, abermals auf die Suche zu gehen nach einem geeigneten Platz für die Leichensammelstelle. Schließlich entschied man sich für die Paulsborner Straße in Halensee, unweit vom Güter- bahnhof Halcnsee.— Dann gibt es in Groß-Bcrlin noch einen Friedhof, auf dem die große, umgebende Natur zu längerem Verweilen und stillen Gedanken einlädt, das ist der Friedhof der Selbstmörder in Schildhorn, der ja Ausflüglern nach dem Grunewald bekannt ist. Alle, die im Grunewald freiwillig ihrem Leben ein Ziel gesetzt haben, und deren sterbliche Reste von keinem reklamiert wurden, fanden in Schildhorn den letzten Schlaf. Hier siebt man nicht Namen an Grabmonumcnten, nicht Erz und Marmor, sondern nur Holztäfelchen mit Nummern, und das alles redet eine tief er- greifende und erschütternde Sprache. kahle Grabhöge! in �lt-Serlin. Am Anfang dieser Ausführungen war von künstlerisch hervor- ragenden Grabdenkmälern die Rede, die in Italien zu finden sind. Berlin und seine Friedhöfe können natürlich auch nicht mit italie- nischen Aegräbnisplätzen verglichen werden. Im Gegenteil! Im Jahre 1798 schrieb ein Schilderer Berlins über die Friedhöfe:„Wo ich hier hinsehe, nur kahle Hügel von Sand, deren Inwohner in den Staub zurückkehren, in welchen sie eingehüllt in der Königsstadt umherwandelten. Nirgends finde ich eine Grabstätte, wo ich ver- weilen und aufrichtig wünschen möchte, beqraben zu werdeir, nirgends einen Platz, wo die Sonne nicht durch die Sandhaufen, wie durch glühende Oefen, die Gebeine zu Asche brennt. Mutwillige Knaben stehlen von den Gräbern die hölzernen Kreuze und spielen leichten Sinnes Ball damit." Später haben sich dann diese Verhältniste sehr zum Destern geändert. Die ehemalige königliche Elsengießerei in Verlin erfreute sich eines guten Rufes, und ihre Arbeiten waren sehr bekannt und gesckiätzt. Aus der Eisengießerei sind denn auch mehrere eiserne Grabdenkmäler hervorgegangen, die auf Berliner Friedhöfen stehen und besondere Erwähnung verdienen. Genannt seien hier nur das Grabmal. Osten-Sacken nach einem Entwurf von Schinkel, auf dem Friedhof an der Bergmannstraße, und das Eisen- kreuz am Grab des berühmten Astronomen Encke. nach dem der Encks-Platz seinen Namen hat, auf dem Friedhof der Ierusalemer und Neuen Kirche am Blücherplatz.» * Berlin besitzt dann noch eine Geschmacklosigkeit ganz großen Formats, die es zum zweitenmal in Deutschland nicht gibt. Das ist der Pferdcfnedhof des verflossenen Wilhelm im binteren Teil des Schloßparts von Monbijou, der diesen Pietisten in seiner ganzen widerwärtigen Gloriole zeigt. Hier sind seinerzeit, und ge- wiß mit der adligen Fröminlichkeit und Feierlichkeit— Morschallstab in der Hand und so— die edlen S.M.-Rösser beerdigt. Die teuren Toten haben richtiggehende Monumente erhalten, auf denen ver- zeichnet steht, was sie waren und werteten. Dieser Teil des Schloß- parks war früher für das Publikum gesperrt, jedenfalls damit die Ruhe der toten Pferde nicht gestört werde. Heute darf man auch dies«„geweihten" Stätten betreten, und seder. der sich so recht sinn- fällig davon überzeugen, will, wclcher Roheiten gegen das Gefühl der einstige Kaiser von Deutschland sähig war, sollte nicht verab- säumen, sie gelegentlich zu besuchen. Die Token des Weltkrieges. Wie bereits gemeldet, findet heute um 11 Uhr auf dem Militärfriedhof Hafenhcid« eine von der Arbeitsgemeinschaft Reichsoereinigung ehemaliger Kriegsgefangener veranstaltete Gedächtnisfeier, gewidmet den Toten des Kriegs, statt, bei der Genosse Erwin Barsanti die Totengedächttris- rede und Ernst Friedrich ein von Berta Lafk zu diesem Tage ver- faßtes Gedicht zum Vortrag bringen wird. Dieser Vormlttagsfeier folgt unter Teilnahme des Reichspräsidenten eine Abendfeier im Reichstage, wo Paul Löbe die Totengedächtnisrede hält. Tauben. Tauben sind im„Rofeuthaler Garten"(Rofentholcr Str. 12) auf einer Ausstellung zu sehen. Ein Beweis dafür, daß der kleine Mann, der sich jetzt so manchen Genuß versagen muß, an seiner Tierliebe unentwegt festhält. Von den in Berlin ansässigen Tauben, die meisten wohnen auf irgendeinen Haus- boden, vereinzelt steht zwar auch einmal«in Taubenschlag auf dem Laubengelände, sind wahre Prachtexemplare ver- treten. Manche Zucht ist inzw.scheu schon böse reduziert worden, aber der Züchter hält, was er nur eben Halten kann. Auf diese Weise wird er zum Betteuer volkswirtschaftlicher Werte. Die Preise für Tauben sind sehr schwankend und unterschiedlich. Für lange Tauben z. B. werden 5000, 10 000 M. und noch mehr verlangt. Es hält jetzt schwer, die Tiere durchzufüttern. Ein Zentner Futter kostet heute 15 000 M.. dabei frißt eine kleine Taube 00— 80 Gramm täglich und die große Taube V* Pfund den Tag. Berliner sind in allen Sorten vertteten, so blaulluntc, rot- und gelbstteifige, kurze blaue, perl- und isabellafahle, eulige, weiß- und schwingigschwänzige. Die Weißschwänze haben einen sehr üppigen Federkranz an den Füßen, sie beanspruchen daher einen stets sauberen Boden. Die Perücken- tauben sind mit einem großen Kopfsederkranz geschmückt, der sie so einhüllt, daß sie den Besucher kaum ansehen können. Schön machen sich immer die koketten Pfauentauben und die pommerschen Kröpfer, die mit zu den Fleischtauben gehören. Sie verstehen es, sich ganz gewaltig, richtig schieberhaft, zeitgemäß, aufzublasen. Die söge. nannten„Mövchen", kenntlich an ihrem kurzen Schnabel und dem reizenden Federjabot, werden auch seltener. Ebenso die schwer zu ziehenden Schwarzschecken und die sich im großen �zäusermeer recht heimisch fühlenden Silberschecken. Sie sind als Berttetcr aussterben- der Rassen anzusprechen. Aber da? ist eine Wissenschaft für sich. vie Schmucksachen einer«.Tänzerin Berliner Lebe- und Halbwelt vor Gericht. Der aufsehenerregende Selbstmord des in Spielerkreisen be« kcmnt gewesenen Rechtsanwalts Dr. Stefan Rosenfeld spielte in einer Verhandlung eine Rolle, welche gestern das Schöffengericht Berlin- Mitte beschäftigte. Angeklagt wegen Hehlerei war die Pfandleiherin Ida Friedländer. Die Anklage machte der bisher Unbescholtenen zum Vorwurf, sie habe von dem verstorbenen R.-Zl. Dr. Rosenfeld Schmuck- fachen im Werte von mehreren Millionen Mark, die dieser seiner Geliebten, einer unter dem Namen Hertha de L'Or be- kannten Halbweltdame, mittels Einbruchs entwendet hatte, unter Kenntnis dieser Tatsachen in Pfand genommen. Da die Angeklagt« � aus das ollerentschiedenste jede Schuld bestritt, war von R.-A. Dr. E. H. Treitel«in umfangreicher Entlostungsbewcis angetreten worden. Von dem Verteidiger wurde u. a. geltend gemacht, daß es sich hier lediglich um einen Racheakt der Verwandten der Angeklag- ten handele, welche eine von dieser beabsichtigte Heirat hintertreiben wollen. Die Belastungszeugin Hertha de L'Or, welche sich auch Nadja Medzynska nennt, heißt standesamtlich genau Elvira Guftke. Jin Alter von 13 Iahren, als sie noch zur Schule ging, wurde sie bereits Mutter.. Später bildete sie sich angeblich zur Tänzerin aus. Sie lernt« den Prinzen von Turn und Taxis kennen und knüpfte Beziehungen zu dem inzwischen verstorbenen be- rühmten Tenor Enrico Caruso an. Dann wurde sie mit dem bekannten französische« Filmschauspieler Linder befreundet, mit dem sie sich längere Zeit in Monte Carlo aufhielt. Ihr Name svielte weiter noch in dem Prozeß gegen den Grafen Wolfs-Met- ternich eine Rolle. Vor Gericht erklärte diese Zeugin, daß die Sttaftaten des R.-A. Dr. Rosenfeld unstreitig seien, da dieser sie selb st zugegeben habe. Cr habe, während sie ein Sana- torium aufsuchen mußte, eine Arnheim-Kassette von ihr zur Auf- bewahrung erhalten und dies« dann erbrochen, und die Schmucksachen, welche einen Wert von mehreren MiRionen hatten, bei der jetzigen Angeklagten Friedlöndcr versetzt. Diese habe Rosenfcld als Spieler gekannt und wissen müssen, daß er niemals über derartige Werte verfügen könne. Di« Angeklagte behauptete demgegenüber, daß das ganz« Sttafverfahren gegen sie lediglich durch eine Verwandte namens Eisenberg in Fluß gebracht worden sei. Die Zeugin Eisenberg, welche nach Erklärung des Vorsitzenden vermutlich als Vertrauenspcrfon der Polizei anzusehen sei, ver- 24] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Rlinuke von Dicki Baum. Sic gruben die Schienen wieder aus und die gesprengten Eisenbahnwagen. Börnes improvisierte eine Zugverbindung zum Bergwerk, Dampf wölkte hin und wider, mit schwarzer Ladung, schwarzen Menschen kroch ein schwarzer Kohlenzug nach dem andern durch die verschneite Ebene hin. Ein ruhi- ger Zugführer lenkte durch den Äcker, den er vor einem Jahr aus neugeborener Erde emporgepflügt hatte. In Bernwards Hotel schrie«in Grammophon. Nachts stieß etwas an Anselmus Stirne, daß er erwachte, im Dunkeln erschrak und nicht wußte wovor. Er hatte einen ungeheuren Schrei gehört: schon einmal hatte er diesen Schrei gehört und vergessen, wann und wo. Seine Hände zitterten, während er saß und ins Finstere lauschte. Dann kam der Schrei wieder und war nun. wo Anselmu's wachte, nur klein und nichtssagend. Die geflickte Lokomotive der Kohlenbahn stampfte am schlafenden Dorf vorbei und ließ Dampf aus- strömen. Trotzdem blieb Schrecken und Ungewisses um An- selmus Stirne._ � Er löste sich von Lindes Seite, verließ den Herdeduft ihres Bettes und betrat die Nacht, die vor der Hütte lagerte. Er ging, leicht wie auf Wolken und dennoch beschwert, zögerte, klopfte an Egidius Fenster und wartete. Traumhaft geschah es, daß Egidius sich zu ihm gesellte, mit Händsdruck, warm in der Kälte, ohne Fraae und ohne Wort. Die gefrorene Erde gab ihren Schritt im Einklang wieder. Sie schwiegen lange. Am Stadtrand hob sich erhellt init riesigen Fenstern, die wie Weißglut aussahen, die Fabrik auf. Ansclmus lächelte schwach, da er an Börries dachte. Wärme aus der Luft, Kraft aus dem Atom, Strahlen, unter denen Wälder aufwachsen— dachte er müde. Er ist mich nur ein Träumer, sagte er leise. Egidius strich ihm einmal über die Wangen, es war eine Ge- bürde wunderbarer Zärtlichkeit, da sie von einem Mann kam. Später sagte Anselmus:.Kennst du di- Stadt bei Nacht?" Schweigen. Und wieder später:„Ich habe Angst. Als Väre etwas geschehen." Es i st etwas geschehen, dachte Egidius. von dunklen Ge- sichten bedrängt. Aber er sagte nur:„Die in der Stadt sind die Aermsten. Sie haben den Ruf überhört. Ihnen ist nicht zu helfen." Ueber den Treppen lastete ungeheuer die Kirche. Die Nacht war ohne Schein und Stern, Nebel hüllte alles riesig ein. Hinter der Kirche stand ihr Schatten auf Nebelwände geworfen,«ine Faust, mit einem Finger zum Himmel auf- zeigend. Schritt hallte von Grabfließen wieder. Anselmus entzündete ein Licht, da lag das Hauptschiff da, zum Sitzungs- saal entgöttert. Gotische Säulen froren, strebten hoch und verloren sich. Knistern rann hin.„Horch," flüsterte Ansel- mus. Aber die Kirche antwortete Schweigen. Aus den Seitenschiffen waren die Altäre gerissen, in den Nischen lagen tote Dinge gestapelt. Anselmus stieg traumverloren die ge- wundene Treppe zur Kanzel hinauf. Unter seinen Händen fühlte er unendlich deutlich das alte Schnitzwerk des Geländers. Hier hatte er oft gesprochen. In der Wölbung hingen noch seine eisernen, glühenden, niederreißenden, aufbauenden Sätze.' Er stand stumm, und horchte Gewesenem nach. Er kniete auch nieder. Egidius holte ihn aus seiner versunkenen Berlorenheit und führte-ihn aus dem Dom. Pfiff schnitt über den Platz hinter der Kirche. Dann kam Stille wie ein tiefes Wasser. Das Tor der Magazine war offen, noch dunkler als die Dunkelheit atmete es Kälte aus sich und Korngeruch. Egidius bückte sich und hob einen Mann auf, der tot war.„Der Posten," sagte Anselmus und wunderte sich so wenig wie in einem Traum. Cr sah Egidius nicht mehr, der zurückblieb. irgendwo, helfend, stützend, blutige Wunden waschend. Er ging durch Leere. Die Magazine waren leer. Es gab wieder Diebe in der Welt, die allen gleich gehörte. Leer das Magazin mit Korn. Leer das Magazin mit Kartoffeln. Die Saat gestohlen. Das Salz gestohlen, das erkaufte' blutige Salz. Die Kohlen gestohlen, die furchtbaren Köhlen, an denen jeder Schrei des Landes hing. Leere. Anselmus legte sich auf den kalten Steinboden mit weiten gekreuzigten Armen und ein großes Dröhnen geschah um ihn her. In allem Zusammensturz war es ihm mit einemmal, als fühle er Lindes Hand auf seiner Schulter und ihre Stimme hinter seinem Haupt. Einen Blitz lang war es ihm, daß er wußte, dies alles sei nur Bild in der Dunkelheit, alles nur Gedankenqual. Nur eine fiebernde, lau, schende Sekunde in einem Gang tief unter der Erde. Schwärze. Er erwachte in Heidedust. Linde. Geliebter Atem in der Nacht. Und doch Qual. Und doch große Angst. Und schlimme Träume. Fressende Gedanken. Börries legte ein Gitter um die Magazine, das elektrisch geladen war, An einem bösen, wolteuschwangeren Morgen hingen Tote mit zerbrannten Händen in das Gitter ge- klammert. An einem Abend geschah ein Schachteinswrz im Kohlen- .werk und tötete vierhundert Menschen. Dann kamen keine Freiwilligen mehr. Sonne über der Welt. „Ist es wahr. Isabell? Kommst du über die Wiese zu mir gegangen?" „Ja. Ich komme über die Wiesen zu dir. Wie gefällt dir mein Kranz, Anselm?" „Schön bist du mit deinem Kranz—" „Ich habe dir Blumen gepflückt, unterwegs. Sie duften so herrlich nach Iunihitze und Mittag, siehst du sie an, Anselm?" „Nein. Ich kann nichts sehen. Ich sehe nur dich. Du bist schön. Ich sehe am Morgxn einen jungen weißen Birten- stamm, der sich biegt, das bist du. Isabell. Ich sehe abends eine Wolke am Himmel, sie hat Brüste und Arme. Isabell, sage ich, Isabell—" «Sehnst du dich nach mir?" „Ja. Ich liege in den Nächten wach und sehne mich nach dir—" „Ich bin durch die Mohnfelder gegangen, herrlich war es. Es schneit Blütenblätter dorten, sie wiegen sich und wcrsen ihre Röckchen ab, rot und weiß, und sieben mit ihrer kleinen grünen Nacktheit da. Ich babe die unreifen Früchte gepflückt, es hängt noch ein Tropfen Milch an jeder. Gift ist das. weißt du es? Du sollst es abends trinken und von mir träumen. Lieber. Wirst du es tun?" „Nein. Die Träume von dir verbrennen mich." „Willst du nicht verbrennen? Zeig deine Augen— du willst verbrennen. Da hast du meinen Mund—" Grillen singen Mittag. Die Senfe liegt hingeworfen zwischen hochstengligem Gras, Heuduft weht her-und süßer Klee. In jeder Blüte läuten Bienen. In jedem Kelch neigen sich verliebte Staubgefäße zu aufgereckten Stempeln. Zwei Libellen gaukeln vom Bachrand, gepaart für alle Stunden des Tages. Ein Schmetterling taumelt durch die Luft und stirbt ermattet und berauscht von Liebe. Ein kleines Ge- rinnsel zieht wiesenwärts, da tönt der dunkle und knarrende Laut, mit dem Frösche chre Liebsten anspringen. Im tieferen Wasser des Baches streifen Fische aneinander hin, reiben wollüstig und leise die silbernen Flanken, Laich bettet sich zwischen Seerosenstengel, die sich umschlingen wie Glieder. Im Sommerbcktt aus Heu und Blumen liegt Anselm mit ge- bretteten Armen und Isabell kniet über ihm. (Fortsetzung folgt.; Straße. Die politische Lage und die Teuerung". Ref. Erwin Barth. Gäste wil tommen. Das Bezirkssekretariat. 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr Schulaula Roonstraße. Thema: ,, Erziehung in Haus, Schule und Gemeinschaft". Ref. Dr. Kurt Löwenstein. 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr im Mufitfaal der 2. Gemeindeschule, Amtsstraße, 136. Abt. Reinidendorf- ft. 7% Uhr im Seebab, Refidenzftr. 49. Thema: wichtige Frauenversammlung. Bortrag der Gen. Seeger. 139. Abt. Zegel. 7 Uhr im Jugendheim Bahnhofstraße. Frauenfragen in der Tagespolitit". Ref. Frau Gertrud Hanna, M. d. 2. weigerte vor Gericht merkwürdigerweise ihre Aussage. Das Gericht| straße 26, ftatt. Der Genoffe Hermann Müller vom Barteivorstand| 104. Abt. Rieberschöneweibe. 7½½ Uhr Gemeindeschule Berliner Str. St. Thema folgte den Ausführungen des Berteidigers und erfannte auf Frei- wird Bericht von den letzten Berhandlungen anläßlich der Regierungsjprechung mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß die Beweis auf- frise geben. nahme nicht das Geringfte ergeben habe, was für eine nicht einwandfreie Geschäftsführung sprechen 4. Recis. Prenzlauer Berg. Montag, den 27. November, 8 Uhr, erweiterte fönne, geschweige denn für den Tatbestand einer Hehlerei. Kreisvorstandssigung im großen Sigungsfaale des Bezirksamts Danziger 6. Kreis. Kreuzberg. Montag, den 27. d. M., 7½ Uhr, engere Kreisvorstands figung mit Abteilungsleitern bei Reim, Urbanstr. 29. Montag, den 27. d. M., 7 Uhr, 50. und 68. Gemeindeschule Elternversammlung Schulaula Reichenberger Str. 45. Thema: Die Bertrümmerung unserer Boltsschule durch die Maßnahmen des Magistrats". Ref. Lehrer A. Koch. Streis. Citernbeiräte. Zum Obmann der Elternbeiräte für den Kreis ist Genosse Willi Schönherr, Steglis, Mentenftr. 4, gewählt. Alle Anfragen find nach dorthin zu richten. Streis. Tempelhof, Mariendorf. Montag, den 27. b. 2, 7½ Uhr, Frak tionsfigung im Rathaus Mariendorf, Rimmer 26. Mittwoch BezirksverDie Sachverständigen im Franz- Prozeß. Die Frage der Zurechnungsfähigkeit. Franz- Prozeß, der sich jetzt seinem Ende zuneigt, en gestern die Sachverständigen vernommen. Gefängnisarzt Dr. Hirsch, der sich über den Geisteszustand des Ehemannes Franz äußerte, bezeichnete ihn als starten Hysteriter, verneinte aber die Möglichkeit, den§ 51 bei ihm in Anwendung zu bringen. Auf die Frage des Rechtsanwalts Bahn erklärte der Sachverständige weiber, daß er an eine Betäubung bei den beteiligten Mädchen nicht glauben könne. Ihre angebliche Bewußtlosigkeit fönne auch auf andere Gründe zurückgeführt werden. Auf Antrag der Rechtsanwälte Bahn und Justizrat Wronker wurde dann noch einmal der Untersuchungsrichter in dieser Sache, Landgerichtsrat Amende, vernommen, der auf die Frage der Verteidiger, wie der frühere amtierende Staatsanwalt Steinbrecher, jetzt Staatsrat in Lippe, über die Schuldfrage in Sachen Franz geurteilt habe, erklärte, daß Steinbrecher die Sache milde aufgefaßt hätte. Er, als Untersuchungsrichter, habe eine Untersuchung der Vergiftungsfrage nicht für erforderlich gehalten, weil ihm das Material dazu nicht ausgereicht hätte. Darauf wurde der Hausarzt des Ehepaares Franz, Dr. Samuel, als Sachverständiger vernommen, der Frau Franz als vollständig willenlose Person schilderte, bei der die Boraussetzungen des§ 51 ebenso wie bei ihrem Ehemanne vor. liegen. Franz habe am pathologischen Größenwahn gelitten. Schließlich gab noch Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschfeld ein eingehendes Gutachten dahin ab, daß bei Frau Franz infolge segueller Hörigkeit die Voraussetzungen des§ 51 vorlägen. Bei Franz beständen begründete Zweifel an seiner vollen Zurechnungsfähigkeit, aber nicht für den Fall, daß Betäubungsmittel zur Anwendung gelangt feien. Auf Befragen des Rechtsanwalts Bahn bestätigte der Sachverständige, daß bei den geschilderten Situationen in der Franz'chen Wohnung die Mädchen mönlicherweise auch infolge eines Nervenfchods das Bewußtsein verloren haben tönnten. Nachdem noch weitere Sachverständine ihr Gutachten abgegeben hatten, wurde die Verhandlung auf Montag früh vertagt. Die Blädoyers dürften nicht vor Dienstag beginnen. Das Urteil wäre frühestens für Dienstag abend zu erwarten. 12. 13. 15. 16. 20. 5. 10. 14. reis. Montag, den 27. d. M., 7 Uhr, Kreisvorstandssitzung mit Abtei. Kreis. Köpenid. Montag, den 27. b. M., abends 7 Uhr, Sigung der Frat. Kreis. Reinidendorf. Montag, den 27., abends 7 Uhr, im Rathaus Wit tion, der Stadträte und des engeren Kreisvorstandes im Rathaus, 8imm. 19. tenau, erweiterte Kreisvorstandssigung. Borher um 5 Uhr Frattionszung. Aristidsbain, Dienstag, den 28. d. M., abends 7 Uhr, er. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. lungsleitern bei Pichter, Haffelwerder Str. 36. Kreis. Dienstag, den 28. d. M., 7½ Uhr, im Bezirksamt zusammenkunft weiterte Kreisvorstandssigung in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 368. der Bezirksverordneten und Bürgerdeputierten. reis. Reukölln. Lichtbildervortrag: Der Sozialismus in der Rarrifatur" Dienstag, den 28. b. M., 7 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums Raiser- Friedrich- Straße 210. Eintritt 5 M. Karten nur an der Abend. taffe. Schöneberg- Friebenau. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Selfer und Hel s. 57. 87. ferinnen treffen fich Dienstag pünktlich 7 Uhr im Jugendheim Ede Haupt und Rubensstraße. Im Interesse unserer Aufgabe Teilnahme aller Helfer erforderlich. Areis. Wilmersdorf. Kreismitgliederversammlung Donnerstag, den 30. d. M., Bittoria- Garten, Wilhelmsaue 114-115. Heute, Sonntag, den 26. November: Abt. Charlottenburg. Bon 9-3 Uhr in der 19. Gemeindeschule, Meibtreuftraße 43, Wahl der Elternbeiräte. Alle Eltern und Erziehungsberechtigten, die gegen die Schulreaktion find, stimmen für die Liste Giersch. Wahl. beteiligung ist Pflicht der Genoffen und Genofsinnen, desgleichen ihre Silfe bei der Wahlarbeit. Bahllotal: Thunad, Wielandstr. 4. Abt. Marienfelbe. Bir bitten alle Arbeiter, Angestellte und Beamte, fich heute nachmittag 2 Uhr an der Kranzniederlegung am Gedenkstein der Ge fallenen zahlreich beteiligen zu wollen. Redner Reichstagabgeordn. Frana Rinftler. Die Beteiligung der Genossen und Genoffinnen des Areifes ist fehr erwünscht. Handelt es fich doch, gegen die Provokation Stellung au nehmen, die von den Deutschnationalen bei der Enthüllung des Gedent. steins gegen die Arbeiterschaft verilbt wurde. Morgen, Montag, den 27. november: Arbeitsgemeinschaft der Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins. 7 Uhr in der Juriflischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof. Tagesordnung: 1. Der Streit an ber 100. Gemeindeschule"( Bert). 2. Wie haben wir uns zu den schulpolitischen Tagesfragen zu stellen?"( Rektor Sols, M. d. 2.) 3. Bon der Gigung des Hauptvorstandes"( Thauß). 9. Schulstreit gegen Junglehrerentlassungen? Die Junglehrerfündigungen haben in Elternfreifen Berlins Abt. 7 Uhr wichtige Funktionär nferenz bei Hübner, Wilsnader Str. 34. Erscheinen Pflicht, da sehr wichtige Tagesordnung. starle Erregung hervorgerufen. Schon haben verschiedene Eltern- 22. Abt. 7½ Uhr bei Radzan, Brüffeler Str. 43, Sigung der Bezirksführer versammlungen sich mit dieser Frage beschäftigt und in Refolutionen 13. st. 7% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei F. Liebsch, Birkenstr. 45, mit dem Abteilungsvorstand. unter Hinweis auf die zu befürchtende Schädigung der Ede Wilhelmshavener Straße. unterrichtlichen und erzieblichen Arbeit der 20. Abt. 7 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4, Funktionärkonferens. Schule die Zurücknahme der Kündigungen gefordert. Naum- 35. Abt. Achtung! Die Bezirtsführer merben hierdurch gebeten, bie Liften sur mangel berbietet uns, die uns zugegangenen Berichte über diese Feststellung des Mitgliederbestandes bis zum 29. b. M. beim Gen. Meisinger, Schreinerstr. 25, einzureichen. Versammlungen im einzelnen wiederzugeben. In einer Eltern- 46. Act. 7½ Uhr Sigung der Abteilungsleitung, Bezittstaffierer und Funkverfammlung der Berliner 33 Gemeindeschule machte ein in der 48. Abt. 7 Uhr bei Bisnewsti, Prinzenste. 110, Funktionärtonferens. tionäre bei Geißler, Staliger Str. 59. Jugendfürforge tätiger Genosse den Verfuch, einen anderen Weg 108. Abt. Köpenid. 7 Uhr im Borzimmer des Musibaals der 2. Gemeinde zur Eriparnis von Geldmitteln zu zeigen. Er hält für eher möglich, 125. bt. Weißensee. 8 Uhr Gigung bes Abteilungsvorstandes im Gigungsfchule Sigung des Attionsausschuffes der Elternbeiräte. den Etat der Jugendamter zu fürzen, und die Versammlung faal des Rathauses. Die Bezirksführer der Fraktion treffen fich zu einer ftimmte ihm bei Die hier einstimmig angenommene Resolution Fraktionsfigung um 6 Uhr ebenda. gegen Junglebrerentlassungen, Kohlenferien und Klassenzusammenlegungen droht mit dem Schulstreit zum 1. Dezember, falls der Magistrat seine Sparmaßnahmen im Schul- 2 wefen nicht zurüdnimmt Panik bei einem Hausbrand. Frauenvernaftaltungen am Montag, den 27. november: Reis, Tiergarten. 7½ Uhr bei Krüger, Butligstr. 10. Thema:„ Die Frau im politischen und wirtschaftlichen Tagestampf". Ref. Frau Klara Bohm. Schuch, M. b. R. 9. Areis. Wilmersdorf. 8 Uhr bei Pieper, Gasteiner, Ede Solsteinische Straße. Thema: Wohlfahrtspflege und Rinderfreunde". Ref. Gen. Bichert. 6. Abt. 7% Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Thema: FrauenIrantheiten". Ref. Dr. Löwenstein. bt. 7½ Uhr Baugewertschule Kurfürstenstr. 141, Bortrag der Genoffin bt. 7% Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11. Thema: JugendbeweWurm über: Die Frau in ber Gefeßgebung". gung". Ref. Genoffe Ollenhauer. Tobenhagen. Uebermorgen, Dienstag, den 28. November: 8. Abt.( 4. Difiritt). 7% Vorstandsfizung bei Ridert, Steinmegstr. 86a. 19. Abt. 7 Uhr in der Grauen Schule, 2. Eingang Gotenburger Straße, Mitgliederversammlung der Konsumgenoffenschaft der 50. Verkaufsstelle. Dic 24. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Winzer, Christburger Str. 9. Die Barteigenossen werden um Erscheinen gebeten. Tompletten Mitgliederverzeichnisse sind mitzubringen. Straße 39. 114. Abt. Sichtenberg. 4. Gruppe 1½ Uhr Zahlabend bei Börner, Biralſch 101. Abt. Treptow. 7 Uhr außerordentliche Generalversammlung im Spiel faal der Schule 1, Riefholaftr. 46. Referat des Gen. Künstler, M. d. R. Borstandswahlen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 28. November: 17. Areis. Lichtenberg. Besichtigung des Kinderheims in Mahlsbort. Treff. und 19. abt. 7% Uhr im Lebigenheim, Gajönstedtstr. 1 Thema: Die puntt 2½ Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg oder 3 Uhr Bahnhof Mahlsdorf. Alle Genoffinnen des Kreises sind eingeladen. 18. Frau im politischen und wirtschaftlichen Tagesfampf". Ref. Frau Band tagsabgeordnete Wohlgemuth- Rönigsberg. 91. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Mäuseler, Münchener Str. 28. Thema:„ Die wirtschaftliche Lage". Ref. Abg. Franken- Solingen, M. d. 2. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterfugend Groß- Berlin. Morgen, Montag, den 27. november: Friebenan. Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Der Zusammen bruch der mittelalterlichen Gesellschaft". Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Deutscher Bauarbeiterverband. Montag, den 27. b. M., 7 Uhr, Mitgliederversammlung in der Schulaula Rostocker Str. 32. Thema: Das Reichsmieten gefeh". Ref. Georg Schulz. Sozialistischer Studentenbunb. Montag, den 27. b. M., 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag des Genoffen Dr. Kurt Hiller über: Strömungen im gegenwätigen Pazifismus". 7 Neukölln, 14. Verwaltungsbezirt. Montag, den 27. Rovember, abends Uhr, bei Kliem, Hafenheide, große öffentliche Elternverfammlung. Tages ordnung:„ Massenkündigung von Sunglehrern und ihre Auswirkung auf die Schule. Touristenverein ,, Die Raturfreunde", Drtsgr, Berlin, e. B. Montag, den 27. November, abends pünktlich 7 Uhr, außerordentliche Funtionärsigung im Bezirksverordnetenjigungsfaal Ledigenheim, Brunnenplag, nahe Gesundbrunnen. Tagesordnung: Naturfreundehaus und Jugendpflege". Bercin der Freibenter für Feuerbestattung, Hermsdorf. Dienstag 7 Uhr öffentliche Berfammlung im Restaurant Forsthaus. Tagesordnung: Der Tung Dienstag, den 28. November, abends 7½ Uhr, in den Schulaulen: 1. Alte Rirchenaustritt eine proletarische Pflicht. Ref. Rarl Lenge. Mieterverband Greß- Berlin, Gruppe Süben. Deffentliche Mieterversamm Jatobftraße 127, 2. Dieffenbachstraße 51, 8. Belle- Alliance- Str. 80. Thema: Die Ausbeutung der Mieter und was ist zu tun?" Ref.: Abolf Herzog, Frans Schreiber, Ernst Urban. Mieterverband Schöneberg. Deffentliche Mieterperfammlung am Diens tag, den 28. Rovember, abends 8 Uhr, im Helmholz- Gymnasium, Rubensstraße ( Friedenauer Ortsteil). Thema: Reichsmietengeset und Mietezahlung cm 1. Dezember". Ref. Synd. R.-A. Dr. Engel. aula Halleschefte. 24-26, öffentliche Mieterversammlung. Ref. Fris Dzient über Mieterverein Berliner Beften, E. B. Dienstag, den 28. November, Schul Die neue Reichsregierung und bas Mieterschußgefez". woch, ben 20. Dezember, 7% Uhr, im Bartrestaurant A. Roffad, Buchhels, Mieterverband Buchholz und Umgegend. Generalversammlung am Mitt Sauptstr. 71. Tagesordnung: 1. Borftandsbericht, Raffenbericht und Entlastung. 2. Neuwahl des Berftandes. Maffenbefuch aller organisierten Mieter wird e wartet. Sport. Rennen zu Mariendorf am Sonnabend, den 25. November. 1. Rennen. 1. Nettl Treuberg), 2. Dr. Bingen( Mills), 3. Wafferte schmidt( Sauß fr.). Toto: 32: 10, Blat: 28, 20: 10. Ferner liefen: Brunhilde III, Lumpi, Bollug. 4 Menschenleben in Gefahr! Dieser Ruf alarmierte am Sonnabend abend in der neunten Stunde die Berliner Feuermehr nach 8. der Alexandrinenstraße 33, Ede Mathieustraße. Dort war 15. aus noch nicht aufgeflärter Ursache auf dem Treppenflur des alten 2. Rennen. 1. Mars III( Supplinger), 2. Sehnsucht I( Meinle) Hauses ein sehr gefährliches Feuer ausgefemmen. Die 16. bt. 7 Uhr bei Carus, Boltaftr. 37. Thema:„ Die Frau im wirtschaft. liefen: Belus, Falter, Erbschaft, Gradisca, Bilhelmina, Sigurd, Bechnelle 3. Webdigen( Nogowski). Toto: 35: 10, Plas: 16, 18, 46: 10. Ferner Flammen. Qualm und Hige versperrten den plöglich durch den 24. Abt. 7% Uhr bei Winzer, Christburger, Ede Winstraße. Thema: Die 3. Hartenfels( Frömming). Toto: 17:10. Bias: 13, 22, 20:10. Ferne: lichen und politischen Kampf", Ref. Gen. Krille. 3. Rennett. 1. Gaffenmädel( Herrmann), 2. Balfisch( Lesde, Feuerlärm gewarnten Hausbewohnern den Ausgang. Dadurch, Frau im wirtschaftlichen und politischen Rampfe". Ref. Genosin Minna daß einige die Türen zu den Wohnungen nicht schlossen, sondern auf: 26. Abt. 1% Uhr bei Bichmann, Beißenburger Str. 1. Thema:„ Gerhart liefen: Amorette, Clara I, 9pfilanti, Biltür, Deborah B., Libanon. stehen ließen, brang der die Rauch und die Sie auch in 4. Rennen. 1. Harry 2.( Caerson), 2. Jeffries jr.( Lemzer), die Wohnungen. Die Frauen riffen die Fenster auf und 27. unb 30. Abt. Der Frauenabend fäll aus. Hauptmann". Nef. Frau Abg. Wegscheider- 8iegler, M.. b. 2 3. Fafner J.( Hans Schleusener). Toto: 44: 10, Blag: 12, 13, 28: 10. riefen laut um Hilfe. Zum Glück rief man nun schnell die Feuer- 33. Abt. 7½ Uhr Schule Hohenlohestraße. Thema:„ Reichswöchnerinnenfür Ferner liefen: Bring Abbel, Fenelon, Minz, Bechfadel, Gawein. wehr. Als diese in wenigen Minuten erschien, waren zwei von den 34. t. 7 Uhr Rlassenzimmer 17 der Schule Litauer Str. 18. Thema: Die 3. Gerard A.( Schmidt) Toto: 17: 10, Blaz: 12, 14, 16: 10. forge und Hebammengefeh". Ref. Frau Abg. Ege, M. 5. 2. 5. Rennen. 1. Peter Duffy( Großmann), 2. Brofade( Dülemann). Hausbewohnern vor Angst schon aus den Fenstern ge. Ferner Frau im wirtschaftlichen und politifchen Rampf". Ref. Frau Dr. Herb. Tiefen: Brachtmädel, Duza, Monarchist, Araber, Madensen, Bufall, iprungen. Sofort wurden Sprungtücher bereitgehalten 35. t. 7 Uhr bei Drölfe, Schreinerftr. 18. Thema: Frauentrantheiten". Manteuffel. und Warnungen vor dem Herabspringen erlassen, die dann auch 36. Abt. 7 Uhr im Phyfitaimmer ber Gemeindefchule Betersburger Str. 43. Carla( Beiß). Toto: 35: 10, Blab: 14, 14, 12: 10. Ref. Dr. Hirschfeld. 6. Rennen. 1. Long Carl( Großmann), 2. Baul B.( Alb. Freundt). befolgt wurden. Feuerwehr und Beamte drangen sofort in das Bortrag des Gen. Riegmann. Thema: Tagesfragen ber Wirtschaftstrife". Ferner liefen: brennende Haus ein und sorgten für den Abzug des Qualmes. 37. Abt. 7 Uhr bei Gerasch, Ebertyftr. 10." Thema: Die Frau im wirtschaft. Cedrus, Teufelshart, Albatros, Biene III, Matador I, Evelyne. Andere löschten gleichzeitig, während Samariter die beiden aus dem 42. bt. 7½ Uhr bei Söhlke, Bergmannstr. 69. Thema: Gesundheitspflege". 3. Heiberose B.( Lichtenfeldt). Zoto: 123: 10, Blag: 21, 11, 13:10. Ferner lichen und politischen Rampf". Ref. Frau Remiz. 7. Rennen. 1. Aurel( Treuhera). 2. Fridolin III( Dolemann). Fenster gesprungenen Bersonen schleunigst nach dem Urban- Kranten- Ref. Gen. Miethke. haufe fchafften, wo man schwere Verlegungen und Ner- 43. t. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeste. 26. Thema:„ Die Entstehung der Bel- liefen: Duschabell, Agi, Grane, Alpenfeg, Tello. venschods feststellte. Es gelang, die Flammen auf den Treppen- 47. Abt. 7½ Uhr bei Steinte, Mariannenufer 7. Thema:„ Aus Hirkischer Ferner liefen: Peter I., Ottomar, Bingen jr., Hilda 2. 8. Rennen. 1. Jung Bergfried( Herm. Schleusener), 2. Anton ( Sozal), 3. Allenstein( Weidmüller). Koto: 59: 10, Plat: 25, 20: 10. flur zu beschränken. 48. Abt. 7 Uhr bei Regling, Waffertorstr. 70. Thema: Die Frau im wirtschaftlichen und politischen Rampf". Ref. Gen. Elfriede Rnned, M. d. R. 57. Abt: Charlottenburg. 7½ Uhr bei Arndt, Kantstr. 51. Thema:„ Der Rampf gegen die Schundliteratur". Ref. Frau Diekmann. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag Uhr im Neuen Theater am 8oo, Jebensstr. 2: Gyges und sein Ring" von Hebbel. Eine Kleine Anzahl Starten ist noch an der Stasse zu haben. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Die Sigung der Stadtverordnetenfrattion beginnt am Dienstag nachm. um 5 Uhr. Wegen der wichtigen Tagesordnung werden die Mitglieder darauf aufmerksam gemacht, pünktlich anwesend zu sein. Achtung, Referenten! Am Dienstag, den 28. d. M., abends 6 Uhr, findet eine Referentenzusammenfunft in den Bubisälen, Neue König. KON LINON ten". Ref. Frau Emma Dölz. Literatur". Ref. Gen. Erna Büfing. 80. Abt. Schöneberg. 8 Uhr bei Gürlich, Rubens-, Ede Begasstraße. Tages. ordnung: 1. Bortrag. 2. Unser Weihnachtsfeft. 81. Abt. Friebenan. Die Gruppenführerinnen der Frauen treffen fich 8 Uhr bei Ulbrich, Handjernstr. 86, au einer wichtigen Besprechung. Reukölln. 89. Abt. 7 Uhr bei Stahl, Sanderstr. 11. Thema: Das Jugend wohlfahrtsgefez". Ref. Hedwig Wachenheim. 94. Abt. 7% Uhr bei Taube, Weiseftr. 28, Literarischer Abend. Ref. Walter Schent. 96. Abt. 7% Uhr Jugendamt Nogafftr. 53. Thema: Die Frau im politischen und wirtschaftlichen Tagestampf". Ref. Frau Landtagsabg. Echifftens Aachen. 97. unb 98. Abt. 7½ Uhr in der 5. Gemeindeschule Mariendorfer Weg. Thema: Wohnungsnot und Bauabgabe". Ref. Gen. Gutschmidt. 102. Abt. Baumschulenweg. 7% Uhr bei saß, Baumschulenstr. 72. Thema: 103." Abt. Oberschöneweibe. 7 Uhr im Ronferenazimmer ber Roftmeyer- Schule, Aus Reuters Leben und Wirken". Ref. Gen. Hinrichsen. Eingang Frischenstraße, Hauptmann- Abend. Wahl der Leiterin. Der zweite Borkampfnachmittag im Zirfus Busch am Sonnt als der junge Hannoveraner Riemann legtbin den Berliner Flint abendnachmittag brachte die Sensation ganz am Schluß. Noch schneller Snodout geschlagen hatte, wurde Röjemann selber, auf den sich niele Hoffnungen vereinigt hatten, von seinem Gegner Rudi Wagenere Duisburg in der ersten Runde durch einen Stinnhalen glatt zu Boden und den Düsseldorfer Baul Steffgen. Bis wenige Sekunden vor geworfen. Der spannendste Kampf vereinigte den Berliner Adolf Biegert Schluß der letzten 10. Runde wogte der Kaupf hin und her. Biegert fonnte anfangs gegen den vorgebenden und hart zuschlagenden Düffeldorfer schwer auftommen, schließlich fiegte aber seine überlegene Technit und Ruhe. So start Biegerts Sieg bejubelt wurde, so sehr wurde als er, offenbar ichlecht trainiert, fich in der achten Runde von Hans Budszun ausgepfiffen, der feine große Anhängerschar schwer enttäuschte, Dreßler ausschlagen ließ. Der Kampf Bongher Bauer endele unentschieden. Gut Ding findet überall freundlichen Zufpruch. Nichts aber fördert eine Sache mehr als freiwillige, impulfive Empfehlung von Mund zu Mund. Das fei hier dankend anerkannt. Fitzi Masary eine Zigarette Don Rang mit Korkmundftück Nuze dein Herdfeuer! 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