Nr. 562 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 273 Bezugspreis: Für den Monat November 400,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luremburg 550,- M., für das übrige Ausland 930, M., Postbestellungen nehmen an Felgien, Dänemart. England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz. Eschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Gonntags. beilage ,, Boll und Zeit", der Unter haltungsbeilage..Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Aleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 120,-. Reflamezeile 600.-W. ..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 30, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 21, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 15, M., jedes weitere Wort 12,- W. 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Der französische Imperialismus, der jeden wahren Frieden unmöglich macht und neue Weltbrände vorbereitet, demaskiert sich in diesem Plan vollständig. In Frankreich gibt man fich hoffentlich keiner Täuschung darüber hin, mit welchen Gefühlen gerade auch die deutsche Arbeiter. fchaft bis auf den letzten Mann und die letzte Frau der gegenwärtigen Bolitif Frankreichs gegenübersteht. Paris, 28. november.( WIB.) Wie Havas berichtet, hat erheben, dem deutschen Wolf eine heilsame Warnung| Frankreichs zu betrachten, eine große internationale geffern vormittag im Elysée unter Borjih Millerands cine zuteil werden lassen. Nach dem„ Echo de Paris" werden die Anleihe, deren Ertrag zwischen Deutschland und Frankwichtige Konferenz stattgefunden, an der teilgenommen haben: verschiedenen Maßnahmen, von denen gestern gesprochen worden ist, reich geteilt werden solle, und eine Anmullierung aller Poincaré, General Foch, der Kriegsminister Maginot, der heute vormittag dem Ministerrat zur Bewilligung vorgelegt Kriegsschulden aus Kriegsmateriallieferungen zu erzielen. Aber Finanzminister de Casteyrie, der Minister für die befreiten Ge- werden. Ministerpräsident Poincaré tönne also von jezt ab von den wenn das wirklich das Ziel wäre, dann wäre der gewählte teite Reibel, der französische Delegierte bei der Reparations- ihm zur Verfügung gestellten Mitteln Gebrauch machen, wenn die Weg höchst sonderbar. Tommission Barthou, der französische Oberkommissar in den Stunde gekommen sei, um, wie er selbst erklärt habe, die wichtigen Rheinlanden Tirard, der Chef des Generalstabes Buat und der Entscheidungen zu treffen, von denen zum Teil Frankreichs Zukunft Generalinspektor der Bergwerte Cost e. abhänge. Der sozialistische Populaire" überschreibt seinen Artifel mit den Worten: Man bereitet Dummheiten vor." Das Blatt bemerkt, daß Deutschland es bis zum 31. Dezember nur mit Belgien zu tun habe, und wenn Maßnahmen gegen Deutschland ergriffen werden müßten, so könne das erst ab Januar sein. Bielleicht aber habe Poincaré inzwischen seine ministerielle Lage dadurch konsolibieren wollen, daß er den Scharfmachern des nationalen Blodes eine vage Befriedigung gebe. Journal" erflärt, die einzigen Männer, die Deutschland wieder hochbringen könnten, hätten in flarfter Weise ihren Willen bekundet, sich den Reparationszahlungen zu entziehen. Unter diesen Umständen bleibe den Gläubigern nur die Pfändung übrig. Das sei die Lösung, die die französische Regierung auf der Brüsseler Konferenz, wenn sie zufammentrete, vorschlagen wolle. Das sei die Lösung, die sie anwende, was auch tomme. Havas verbreitet über diese Sihung eine Meldung, in der es heißt: Sie glaube zu wissen, daß die Regierung sich augenblicklich damit beschäftigt, die Politik näher zu erläutern, die sie in bezug auf die Reparationsfrage annehmen will, und daß sie einen Affionsplan vorbereitet, den Poincaré feinen englischen, italienischen und belgischen Kollegen wahrscheinlich im Laufe der Vorbesprechungen zur Brüffeler konferenz zur Ratifizierung vorlegen wird. Die franzöfifche Regierung werde getreu der bei der lehten Londoner Konferenz von Poincaré aufgestellten These gewiß nicht auch nur teilweise Entbindung Deutschlands von seinen Berpflichtungen zugeben, wenn es nicht als gewöhnlicher Schuldner einen Gegenwert stelle. In der Tat würde die Beschlagnahme von Pfändern Indes wird sich die deutsche Politit von bloßen Gefühlen nicht leiten lassen dürfen. Hätte sie das im Mai 1921 getan, so stände der französische Imperialismus schon seit onderthalb Jahren am Ziel seiner Wünsche. Die neue Reichsregierung wird sich von demselben Grundsatz leiten lassen müssen wie die bisherige: alles zu tun, was den französischen Raubplänen jeden Borwand entzieht, alles zu unterlassen, den Alliierten unverzüglich Gelder bringen und dadurch das Reich in dieser Situation von selber stellt, ist die, ob Frankreich an immer wir zur gegenwärtigen deutschen Regierung stehen, Soweit die Pariser Meldungen. Die erste Frage, die sich sten Anschein moralisder Berechtigung gewähren könnte. Wie was ihnen in den Augen des Auslandes auch nur den geringzur Durchführung des Vertrages zwingen; denn das Reich werde dem obersten Grundsatz des Versailler Vertrages, an der Goes wird ein hohes Spiel gespielt. und wir haben den denn danach trachten, daß die Hypotheken aufgehoben werden. lidarität der Verbündeten festhält oder ob es ein Wunsch, daß Herr Poincaré es verliert. eines Die Ausbeutung der Staatsgruben im Ruhrgebiet jolle ins Auge gefaßt worden sein. Der italienische und der belgische Delegierte feien der Ansicht, daß zu diesem Zeitpunkt der franzöfische Borschlag ein Mittel enthalte, um die Durchführung der Sohlenlieferungen sicherzustellen. Schließlich behauptet Havas, daß auch die Britische Regierung die Kontrolle der Ruhrgruppen angenommen habe, jedoch nur für den Fall einer Berfehlung Deutschlands. Saat auf Hoffnung. isoliertes Vorgehen beabsichtigt. Nach den französisch- offiziöfen Meldungen scheint es, als ob Frankreich nichts ohne die Zuftimmung der Entente zu unternehmen gedächte. Nun hat die Entente durch den Wechsel der politischen Machtverhältnisse in London und Rom ein verändertes Gesicht erhalten, dessen zu den neuen Lehrplänen für die prenßische Volksschule. Züge sich erst langsam zu entschleiern beginnen. Bon Richard Lohmann. " Völlig unberechenbar ist das Italien Mussolinis. Der italienische Ministerpräsident von eigenen Gnaden hat fürzlich Das preußische Unterrichtsministerium unterbreitet heute Eine weitere offiziöfe nofe, die die gesamte Pariser Morgen- im„ Corriere della Sera" erklärt, Italien fönne auf Repara- einen neuen Bolksschul- Lehrplan der öffentlichen presse wiedergibt, besagt: Da die Brüsseler konferenz frog tienen nicht verzichten. Deutschland könne und müsse zahlen. Kritik. Damit sind zugleich die bisherigen sogenannten„ Alldes Wunsches der französischen Regierung vielleicht nicht stattfinden England scheint an dem forretten Standpunkt festzu- gemeinen Bestimmungen", das Wert des Jahres 1872, das werde, da sie möglicherweise tein Ergebnis haben werde, und ins- halten, daß weitere Maßnahmen erst ins Auge zu faffen noch gestern, 50 Jahre nach seiner Erschaffung. befondere deshalb, weil der Reichstag dem Reichstanzler wären, wenn die Reparationskommission eine Verfehlung 4 Jahre nach der Revolution in Geltung war, beCuno eine Mehrheit verschafft habe, die einmütig die Note Wirths Deutschlands festgestellt habe. Eine solche Verfehlung fann feitigt. Eine der schlimmsten Unterlassungsfünden der Revo über die Reparationen billige, d. h. dafür eintrete, daß Deutsch- aber unmöglich in Vorschlägen zu erblicken sein, die die deutsche lution ist dadurch endlich wiedergutgemacht. Aber die Zeit, land sich den Reparationsverpflichtungen ent- Regierung der Kommission auf ihren eigenen Wunsch die über dieser Wiedergutmachung vergangen ist, ist nicht 3iehe, so begreife man, daß die französische Regierung in ihrer gemacht hat. Eine Verfehlung könnte erst festgestellt werden, wiedereinzubringen. Der neue Lehrplan sieht heute schon nicht festen Absicht, Bezahlung zu erlangen, Wert darauf wenn die Kommission zu anderen, mit dem Bertrag verein unwesentlich anders aus, als er vor 4 Jahren hätte aussehen gelegt habe, zu untersuchen, welche Mittel ihr diese Möglichkeit ver- baren Forderungen täme und Deutschland sich weigern würde, fönnen. fchaffen tönnten. Wir glauben zu wiffen, seht die Note weiter aus- ihnen nachzukommen. Der Kenner der Berhältnisse bemerkt unschwer die vereinander, daß die Maßnahmen, die in Betracht gezogen In der gefirigen Unterhausfizung erklärte Bonar Law schiedenen Schichten, die bei diesem Bauwerk übereinanderwurden wir sagen nicht befchlofien wurden- und die man auf eine Anfrage, daß fein Abkommen bestehe, wonach Eng- gelagert wurden, bis ihm ein Ministerium des Go für geeignet für die Garantierung unserer Rechte erachtet, wenn land verpflichtet sei, die englischen Truppen am Rhein zu bewohl als auch seine endgültige Fassade gab. Der offiziöse man diese bestreiten würde, folgende find: lassen und außerdem eine allierte Politik der Besetzung deut- Berteidiger des Erlasses rühmt ihm im Zentralblatt der Unter1. Eine vollständigere Beschlagnahme der Rhein- fchen Gebietes zu begünstigen. Auf eine Anfrage Wedge- richtsverwaltung nach, daß der neue Lehrplan eine durchaus Iande, die Frankreich jetzt befeht hält, eine Beschlagnahme, die woods, ob die franzöfifche Regierung und Mussolini gebeten geradlinige Fortentwicklung der Gedanken von 1872 darstelle. namentlich in der Ersehung von deutschen durch fran- häiten, die Frage der interalliierten Schulden. auf das Ganz so boshaft möchten wir den vorliegenden Plan denn doch zösische Beamte zum Ausdrud kommen fönnte. Lausanner Programm zu sehen, antwortete Bonar nicht fritisieren. Erfennt man doch deutlich in ihm die Hand Law, daß dies den Tatsachen entspreche und daß die englische und nicht selten sogar den Geist von Männern, die wohl beRegierung volle Freiheit habe, diese Frage von allen Gesichts- fähigt gewesen wären, in solchen Richtlinien" unserer Boltspunten aus zu untersuchen. schule neue Bahnen zu weisen. In der Luft dieses Ministeriums aber fonnte aus einem zielweisenden Bekenntnis bestenfalls eine Feststellung des zurzeit geltenden und allgemein anerkannten pädagogischen Fortschritts werden. In dieser amtlichen Sanktionierung des bisher nur Geduldeten liegt der eigentliche Wert der neuen Richtlinien. - 2. Befehung von zwei Driffeln des Ruhrgebiets einschließlich Effens und Bochums, so daß die Frantreich von Deutschland auf Reparationskonto zu liefernden Kohlen und der für die französische Industrie erforderliche Hüttentots gefichert würden. Damit wird bestätigt, daß die Parifer Pläne zunächst als Vorschläge zu betrachten sind, die sich an die Berbündeten Nach dem„ Matin" soll die Ausweisung fämtlicher richten, und daß fie nur mittelbar eine Bedrohung Deutsch deutschen Beamten aus dem befeßten Gebiet ins Auge gefaßt lands darstellen. Frankreich wird bei den Verbündeten in worden sein.„ Betit Parifien" schreibt: Ohne daß die Lage Sachen der geplanten Sanktionen dringend und verlangt etwas Tragisches wie im August 1914 hat, ist es sicher, darüber eine fofortige Besprechung. Nach einer Havas- Meidaß ernste Stunden herannahen. Deutschland befigt seit einigen dung soll diese Besprechung nicht in Lausanne, sondern in Der offiziöse Kommentar rühmt besonders die FreiTagen eine Rechtsregierung, die sich für absolut außer Baris stattfinden, wohin Bonar Law zu kommen bereit sei, beit, die durch den Erlak nunmehr der Schule und ihren stande erklärt, ernstlich mit den Geldzahlungen vor drei oder vier wenn auch Mussolini und Theunis es wünsche. Es sei Lehrern gegeben fei. Wir könnten uns dem bis zu einem ge Jahren zu beginnen, und die außerdem sagt, daß diese Ausführung auch möglich, daß die Ministerpräsidenten Frankreichs, Bel- wissen Grade anschließen, wenn das Ganze als Ueberschrift fur beginnen tönne, wenn die Alliierten ihr 500 Millionen Gold- giens und Italiens nach London kommen würden. Bonar nicht Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen" trüge, fonmark zur Stabilisierung der Mark leihen, wenn sie ihre Zollgrenzen Law werde aber vorschlagen, daß die Frage der inter- dern ein Lehrplan selbst sein sollte. Aber uns graust, wenn niederreißen, um den deutschen Export zu erleichtern und endlich die alliierten Schulden die von dem Reparations- wir daran denken, mas nun der heilige SchulbureauZahlen der deutschen Reparationsschulden wesentlich herabfegen, problem untrennbar ist erst zur Sprache tomme, wenn die ratismus und das Schulbeamtentum durch seine d. h. die deutsche Regierung will in einem Monat eine letzte Anstren- Mission Baldwin ihre Arbeiten in Amerika aufgenom- Ausführungsbestimmungen und Lehrpläne wieder aus diesen gung machen, um sich dem größten Teil ihrer Finanz- men haben werde. ,, freiheitlichen" Richtlinien machen wird! Sagt doch der Erlaß Derpflichtungen aus dem Bersailler Friedens= Sicher ist, daß Poincaré, der gestern, auch den neuen felbst: Auswahl und Verteilung im besonderen sind Sache Dertrage zu entziehen. Es ist möglich, daß die deutsche französischen Botschafter in Berlin, Herrn de Margerie, der für die einzelnen Schulen aufzustellenden Lehrpläne, bei Großindustrie, die jetzt die Leitung des Reichs empfing, eine außerordentlich erhöhte Aktivität entfaltet und deren Gestaltung der Grundsatz der Bodenständigkeit beachtet übernommen hat, in letter minute über die unangenehmen auf die Verbündeten im Sinne seiner Fordrungen einen starten werden muß." 17 " Folgen hrer Widerspenstigkeit nachdenkt. Aber es ist doch wohl möglich, Druck ausübt. Von den Ergebnissen dieser Aktion ist zunächst Und dabei haben doch die Richtlinien an sich schon der wie Frankreich will, die im Bertrage vorgefebenen Santtionen nur das eine gewiß, daß sie in Deutschland eine ungeheure Bindungen genug. Sie bringen wieder eine tabellarische durchzuführen und einige Pfänder, die in Frankreichs Reich- Erregung über die französische Bolitit und ein Stundenverteiluna, die als unabänderlic) erscheint, weite liegen, zu nehmen. Im Hinblick auf diese lettere Eventualität meiteres Sinten der Mark hervorrufen wird. Wollte man weil so gut wie fein Wort von Bereinigungs- und Berschie hat der Ministerpräsident, ohne die Stimme, mehr als notwendig zu Daily Mail" glauben, so wäre es als die eigentliche Absicht tungsmöglichkeiten gefagt ist. Sie bringen wieder vier Re ligionsstunden neben beispielsweise zwei Geschichtsstundenn; ja, es scheint, daß sie diese vier Stunden auch den weltlichen Schulen als lebenstundlichen Unterricht aufzwängen wollen. Der Werf unterricht bittet mit 2 einge flammerten, d. h. also wahlfreien Stunden ganz bescheiden um Ginlaß. Der Nadelarbeitsunterricht der Mädchen wird dur Beschränkungen im Rechnen und in der Naturkunde ermöglicht. Was brauchen auch Mädchen ebensoviel vom Rechnen und Naturkunde zu verstehen wie Jungen! sunnes k1 linien" ringen diese Kräfte schon deutlich fühlbar um die Neu-| rungslage den Bergarbeitern nicht zugemutet werden können, Wir gestaltung der Schule unseres Volfes. Wir wünschen diesem haben deshalb in der Juni- Konferenz, an der die Minister Brauns neuen Eriaß einen fürzeren Bestand als dem alten. Er und Schmidt teilnahmen, und die die Ueberschichten ablehnte, auch zeigt uns die Bolksschule, wie sie i ft. Wir aber streben zu einer nur von zeitweisen Ueberschichten gesprochen. Das gleiche geSchule, die sein wird, zu einer Schule, die all die Keime Dort wurden Dezember und Januar als die Zeit bezeichnet, schah bei den Beratungen über das letzte Ueberschichtenabkommen. einer neuen Entwicklung, die wir hier inmitten überwinterter die evtl. überschichtenfrei bleiben fönnte. Diese lettere MitTreibhauspflanzen zum Lichte emporschießen sehen, zur vollen teilung wurde auch veröffentlicht, so daß die Bergarbeiterschaft mit und einheitlichen Entfaltung bringen soll. der Stundung im Dezember und Januar rechnete, ja zum großen Teil fie als Einlösung eines Bersprechens forderte. Deutsch und Barthou. 20 690 Mieterfragen im Landtag. Bon ben Entwicklungsmöglichkeiten der Schule zu Lebensgemeinschaften mit eigenwirtschaftlichem BeZu dem Artikel des Vorwärts" von heute morgen erflärt trieb, von Gartenarbeit und Unterricht im Freien, von Gesamt- Geheimrat Deutsch der Telegraphen- Union, daß er zwar an- Der Preußische Landtag befaßte sich heute zunächst mit zwei unterricht und dergleichen steht kein Wort in dem neuen Er- läßlich cines längeren Frühstücks sich sehr angeregt mit Herrn Großen Anfragen der Demokraten und der Deutschnationalen über laz. Bum mindesten hätte ein grundfäßliches Wort von der Barthou unterhalten habe, daß indes bei dieser Unterhaltung die Mietangelegenheiten. Die demokratische Anfrage Freiheit des Lehrers dem Lehrplan und den Ent mit feinem einzigen Wort von( irgendeiner Anwendet sich gegen eine Verfügung zur preußischen Ausführungsver widlungsmöglichkeiten der Schule gegenüber an den Anfang leihe die Rede gewesen ist. ordnung zum Reichsmietengesetz com 16. Juli 1922, in welcher der der allgemeinen Bestimmungen gehört, die sonst so schöne und Wohlfahrtsminister die Regierungspräsidenten angewiesen treffende Worte für den Geist und die Arbeit der Schule habe, gegen die Beschlüsse der Gemeindebehörden und Kreisausgefunden haben, wie dies, daß der Unterricht auf der Eigenschüsse Einspruch zu erheben, wenn die von ihnen festgesetzten tätigkeit der Schüler, der geistigen sowohl wie der förperHundertsätze der Zuschläge zur Grundmiete lichen, aufgebaut werden müsse, daß die 5) and betätigung in möglichst weitem Umfange nugbar zu machen sei, und daß es nicht auf flüchtige Berührung möglichst vieler Stoffe, sondern auf geistige Durcharbeitung weniger Stoffe antomme. Es soll auch unumwunden zugegeben werden, daß die Einzelpläne für die verschiedenen Fächer in der vorliegenden Form einen erheblichen Fortschritt über den bestehenden Zustand hinaus bedeuten. " Humor in ernster Zeit. „ ahren Die Beschlagnahme der Nr. 946 des Jatob" ist durch nachstehend abgedruckten Gerichtsbeschluß be. stätigt und bedingt aufgehoben. Beschluß des Untersuchungsrichters VIII vom 8. November 1922. In der Boruntersuchung gegen Enderling, wegen Bergehens gegen§ 111 Str.G.B., wird die durch Beschluß des Amtsgerichts Stuttgart Stadt angeordnete Beschlagnahme der Nr. 946 der Zeitfchrift„ Der wahre Jafob" bestätigt, mit der Maßgabe, daß die Befchlagnahme derjenigen Exemplare aufgehoben wird, be lich deren nach gewiesen ist, daß die letzten drei Zeilen des in der Zeitschrift veröffentlichten Gedichtes„ Dent an den 9. November", nämlich die Worte: Bein'gen aufs Blut dich die Preise, die dreisten, Schaffe du Ordnung mit spürbaren Fäusten, Wie damals am 9. November." unleserlich gemacht sind. Die Polizeidirektion Stuttgart wird ermächtigt, bem Berlag der Zeitschrift die beschlagnahmten Exemplare zur Vornahme der Unfenntlichmachung der bezeichneten Worte zu überlassen. Die Beschlagnahme gilt bei den Exemplaren als aufgehoben, bezüglich derer die Polizeibehörde die Bescheinigung ausstellt, daß die benannten drei Zeilen unleserlich gemacht sind. K. Württ. Landgericht Stuttgart durchstreichen muß! a) für Zinssteigerungen 5 Proz., b) für laufende Instandsetzungsarbeiten 60 bis 70 Proz c) für große Instandsegungsarbeiten 40 Pro3., d) für Verwaltungsfosten 15 Broz. übersteigen. Durch diese Berfügung werde die Festseßung höhe. rer Mindestsätze selbst dann verhindert, wenn Mieter und Mietervertretungen übereinstimmend höhere hundertfäße für notwendig halten. Es fönne feinem Zweifel unterliegen, daß die in der Verfügung angeführten Höchftfäße völlig unzureichend find. Die Große Anfrage der Deutschnationalen wendet sich dagegen, daß die bestehenden Wohn- und Mietgefeße zum Ruin des foliden Hausbefizes führen. Die Einrichtung der Mieteinigungsämter ohne Berufungsinstanz sei eine Quelle steigender Zwietracht. Die Reichspachtschuhordnung. arbeitet ist und in der Der Unterricht in der Muttersprache soll fortan auf die„ Spigfindigkeiten" der Rechtschreibung verzichten. Die befonderen Schreibstunden, eine der schlimmsten Qualen unserer Kleinen fallen fort; die Uniformierung der Handschrift nach Form und Lage der Buchstaben ist beseitigt. Das Lesebuch fann durch zusammenhängende Einzelschriften abgelöst Zu den wichtigsten fozialpolitischen Gefeßen der letzten Beit zählt die fürzlich erlassene neue Reichspachticukmerden, bei den Gedichten tritt freiwillige Auswahl des Schülers an die Stelle eines Ranons auswendig zu lernender ordnung vom 29. Juni 1922, welche ähnlich wie die Kleingartenordnung bor allem fleine landwirtschaftliche die Kleingärtner Bächter bis zur Größe einer selbständigen Adernahrung und die Berfe. Das Probediftat" ist fast aufs Altenteil verwiesen. Heuerlinge vor ungerechtfertigten Pachtzinssteigerungen und Hier also, wie auch sonst an vielen Stellen, ein beherztes Abschneiden alter Schulzöpfe. Daneben aber dann Es ist sehr zu bewillfürlichen Kündigungen schüren soll. wieder ein unsicheres Tasten und Steckenbleiben in Halbheiten. grüßen, daß die Buchhandlung Vorwärts eine Ausgabe der Bach: So namentlich im Geschichtsunterricht, wo natur- brei Zeilen an 1700 Eremplaren unleserlich ge noffen Strüger, Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium, beDie Polizeidirektion Stuttgart hat beftätigt, daß die benannten schugordnung veranstaltet( Preis 126 M.), welche von dem Gegemäß die Gegenfäße am härtesten aufeinanderprallen. Die macht sind. Kriegsgeschichte des bisherigen Schulbetriebes scheint übersowohl in der Einleitung wie in den Allen Freunden von Humor und Setire empfehlen wir die Anmerkungen die soziale Tendenz des Gefeßes ganz besonders wunden zu sein, wenn wir lesen, daß Kriege hauptsächlich Anschaffung dieser beschlagnahmt gewesenen Nummer des betont wird. Die fleine Echrift enthält auch den Wortlaut der nach ihren Ursachen und Folgen" zu würdigen feien. Die Wahren Jakob". Die Nummer fann durch alle Buchhandlungen aur Ausführung des Reichsgesetzes erlaffenen neuen Breußischen Staatsbürgerfunde erhält den ihr gebührenden Platz, die Be- und Expeditionen der Parteiblätter bezogen werden. Sie ist ein Bachtschusordnung vom 29. September 1922 und bereits die Ueberrüdfitigung des wirtschaftlichen und gefellwertvolles Erinnerungsstück an diese Tage, in der man vier Jahre gangsvorschriften vom 31. Oftober, bietet somit das gesamte Material schaftlichen Lebens wird ausdrücklich gefordert. Aber nach der Revolution auf Anordnung eines R. Landgerichts" schon zur zuverlässigen Beratung in allen Fragen des neuen Pachtrechts. unsere Freude wird gedämpft, wenn wir unmittelbar daneben das Gedenken des 9. November lesen, daß, wo es irgend angeht, bedeutende geschichtliche Per sönlichkeiten in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen find, oder daß von der Zeit des Großen Kurfürsten an die brandenburgisch preußische Geschichte in den Am Montag fanden, wie die PPN. erfahren, im Reichsarbeits. Verdergrund treien soll. Was unsere Lehrbuchfabrilanten und minifterium Berhandlungen über die Dezemberlöhne im Lehrplanaufzieher und endlich auch ein großer Teil unserer Bergbau statt. Die Erhöhung beträgt im Durchschnitt pro Mann Lehrer aus solchen Richtlinien" machen wir, braucht nicht und Schicht für das Ruhrrepier, Köln und Oberschlesien 750 ml., für erst gesagt zu werden. Von der Verfassung ist wohl die Rede, Niederschlesien, Aachen, Sachsen und Ibbenbüren 675 M., und für fogar vom Freistaat" Preußen, aber daß die Boltsschule vor Niedersachsen 637,50 M. Einbegriffen in diese Säße ist das erhöhte ellem und in erster Linie eine Schule der deutschen Re- Hausstands- und Kindergeld, das für das Ruhegebiet 100 m. beträgt. publik sein soll, daß fie nach Art. 148 der Reichsverfassung Die Verteilung der Erhöhung soll prozentual gleichmäßig auf alle ihre Kinder im Geiste der Bölferversöhnung zu er- bis Ende Dezember 1922. Sollte jedoch bei außergewöhnlicher Entziehen hat, davon lesen wir fein Wort. widlung eine Einhaltung dieser Frist den Berbänden nach Treu So wohnt überall Neues und Altes, wohnen Bergangen- und Glauben unmöglich sein, dann sind die Parteien verpflichtet, heit und Zukunft dicht nebeneinander. Die alten Bestimmun- einer Einladung des Reichsarbeitsministerums zu erneuten Bogn. gen des Jahres 1872 haben ein halbes Jahrhundert gelebt. verhandlungen m Dezember 1922 Folge zu leisten. Der offiziöse Kommentator des Erlasses wird es uns schon gestatten müssen, wenn wir über ihre Auswirkung etwas anderer Ansicht sind als er. Der glänzende Aufschwung" unseres Volksschulwesens, der noch nicht da ist, den wir aber erhoffen, wird aus anderen Kräften geboren werden, als denen, die an jenem Erlasse tätig waren. In den neuen Richt" Stundung des Ueberschichtenabkommens. Das Ueberschichten Abfommen vom 24. August 1922 wird im Hinblick auf die fommenden Feiertage vom 18. Dezember d. 3. bis 15. Januar 1923 einschließlich gestundet Es tritt am legtgenannten Tage felbfttätig wieder in Kraft. Bom Verbande der Bergarbeiter Deutschlands wird uns dazu noch mitgeteilt: Unser Verband hat nie an dauernde Ueberschichten ohne Unterbrechung gedacht, da diese bei der heutigen Ernäh und das Lied der Arbeit" ertönten. Die Ringstraße war nach jeder Räumungsattade gleich schwarz von Menschen. Man fah rote Fähn Börsenpanik. Der Dollar flettert auf über 8600. Auch am heutigen Börsenruhetage machte die Kurssteigerung der Devisen weitere Fortschritte. Der Dollar stellte sich gegen mittag auf 8625. Einen besonders ungünstigen Einbruck machen hier die Pariser Meldungen über den voraussichtlichen Inheit der zu erwartenden französischen Note an Deutschland. Man hegt besonders hinsichtlich des Rheinlandes ernfte Beforgnisse. Außerdem wirkten natürlich die Mitteilungen über die höhe des Defizits im Reichshaushaits noch stark nach. Stärke an. Es handelt sich teils um ausländische Käufe, besonders Die Nachfrage nach Effetten dauert mit unverminderter von den jeht in verschiedenen Ländern gegründeten Markverwertungsgefelifchaften, teils find die sprunghaften Steigerungen der Rurse aber auch auf Interessentäufe inländischer Gruppen und auf Borbereitungen zu neuen großen Fufionen in der Industrie- und Bantwelt zurückzuführen. Die Reparationstommiffion foil in einez Jote vom 25. November Streichung der den deutschen Reedern gewährten Gubsidien" aus dem Etat verlangt haben. So meldet Deta". Der deutschen Regierung ist aber eine derartige Note bisher nicht zugegangen. Gedenktag einer verschollenen Revolution hen auf den Dachigen der Straßenbahn auftauchen. Ein Schuhmann, zu wollen. Bie Geheimrat Stübben in der„ Deutschen Bauzeitung" Bon Richard Bernstein. Im Sommer 1897 erließ der österreichisch- polnische Minister. präsident Graf Badeni seine Sprachenverordnung, durch die gewisse Forderungen der Tschechen wegen der Gerichts- und Amtssprache erfüllt wurden. Daß diese Aenderung des Rechtszustandes burch Verordnung vergenommen war, nahmen die Deutsch bürgerlichen zum Anlaß einer Opposition, die fich bald zur Obstrut tion, d. h. zur Verhinderung jeder parlamentarischen Arbeit ftei gerte. Die Sigungen des Abgeordnetenhauses wurden völlig mit namentlichen Abstimmungen oder durch Namensaufruf und aulerhand sonstige höchst langweilige Schilanen ausgefällt. Die Regierung rächte fich außerhalb des Parlements durch Versammlungsverbote und Zeitungstonfistationen. der sich bei der Berfolgung auf den heiligen akademischen Boden der Universität verirrt hatte, tam als Schneemann wieder heraus die Mehlsäde der Kantine waren über ihn ausgelert worden. Bor dem Landesgericht ertönte tausendstimmig der Chor: Wolf heraus, Badeni hinein!" Der Ausnahmezustand hing in der Luft, als Sonntag, den 28., früh, die Gegend des Parlaments von Militär und Polizei starrte, aber auch von ungeheuren Menschenmassen voll düsterer Entschlossen. heit mimmelte. Da lentte Franz Joseph ein. Er entließ Badeni. Als mittags die Sonne heraustam, stieg Dr. Lueger, der chriftlichsoziale Führer und den Sozialdemokraten und Deutschradikalen tiefverhaßte Bür germeister von Wien, auf die Parlamentsrampe und verkündete den Rücktritt Badenis, dabei so tuend, als ob er erreicht hätte, was einzig und allein das Wert des Wiener Boltes war. blatt der Arbeiter"-Zeitung verzeichnete turz und bündig: Ein Extra 11 Uhr: Abzug Badeni. 12 Uhr: Abzug der Husaren. 1 lhr: Abzug der Bolizei. Und an einem späteren 28. November, dem von 1905, trug eine Biertelmillion Menschen das gleiche Wahlrecht über die Ringstraße zum Sieg. Wilhelm tauf. Auch im wohlverdienten Exil scheint der frühere deutsche Kaiser auf seine dilettantischen Liebhabereien nicht verzichten berichtet, hat er seinem House in Doorn durch allerhand An- und Umbauten den Charakter ernster Behaglichkeit" verlichen, ihm durch Errichtung eines Vorgebäudes, das die Wache, die Burcaus und die Dienstwohnungen enthält, eine weitere Ausdehnung gegeben, flankierende Edtürme, ein monumentales Einfahrttor ufw. hinzugefügt. Dem das Haus umgebenden alten Part ist er durch Auslichtungen und Freilegungen zu Leibe gegangen. Warum follte Wilhelm nicht? Seine Mittel erlauben ihm, in ,, ernster Behaglichkeit" zu leben, und da er für seinen Unterhalt nicht selber zu sorgen braucht, fann er sich den altgewohnten Spielereien hingeben. Wir aber find schon zufrieden, daß er nicht mehr in der Lage ist, durch seine architektonischen und gärtnerischen Künste unser Berlin und unseren Tiergarten uns zu verschandeln. Die Abschaffung des Pfennigs. Man muß lächeln; wenn einem das Sprichwort einfällt: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert." Denn wer fennt heute noch den Pfennig? Im gemeinen Leben hat er schon seit geraumer Zeit ausgespielt. Er findet sich vielleicht noch in den Eporbüchsen der Kinder, sobald diese seit Jahrn nicht gelerrt worden sind. Wo mögen die Millionen Pfennigs füde geblieben sein? Das ist tatsächlich ein Rätsel. Der Pfennig ist heute eine Sterilät, und der, der noch einen besitzt, beschaut ihn und denkt an seinen Münzwert. Nur bei den Behörden hat der Pfennig noch immer eine Rolle gespielt. Bei den Bostichedämtern wird er regelmäßig verbucht. Zumeist freilich wird, wenn er ausgezahlt werden soll, der Betrag abgerundet, weil eben feine Pfennig. ftüde vorhanden sind. Auch bei den Banken war die Pfennigrech nung bis heute üblich. Jegt aber gehen die Berliner Banten dem Pfennig auch zu Leibe. Es gibt feine Pfennigüberweisungen mehr, feine Pfennig- Binsberechnungen. Alles wird nach oben abgerundet. Der Pfennig war einmal. Inzwischen ist der Taler Kleingeld geworden, und man fönnte variieren: Wer den Laler nicht ehrt, ist den Tausender nicht wert." Indessen: Wer hat in lezter Beit einen folgte, aber er tam nicht in die Masse, obwohl eine große Menge Taler gefehen? Auch er ist verschwunden. Seine Ausprägung er hergestellt sein soll. Auch der taum miedererwachte Tafer ist verschwunden. Das Geld ist wertles, und schließlich ist der Hundertmarkschein heute das kleinste Geld, mit dem man rechnen muß. So fam Erregung ins Land, besonders in die nationalen Brenz regionen. Die Bevölkerung von Wien sah dem sonderbaren parla mentarischen Schauspiel mehr neugierig als bewegt zu. Die herrschende Partei der Chriftlichsozialen stand auch aus Abneigung gegen die antifleritalen Deutschbürgerlichen- eher noch zur Re gierung, während die Sozialdemokraten, die erst im März 1897 ins Barlament eingezogen waren, zwar die Regierung als unfähig und Es fam ein neues Ministerium Gautsch und es änderte fich nicht gewalttätig betämpften, aber als internationale Arbeiterpartei allzu viel, man wurstelte weiter, fam später wieber in D5ftruftionen, fie hatte beutsche, tschechische, polnische und italienische Abgeordnete fogar in viel übermütigere und unwürdigere, schließlich sogar auf in einer Graftion den Kampf der Bourgeoisie um die Beamten- die systematische Verfassungsbrecherei mit dem§ 14 unter dem tellen nicht mitmachte; denn darauf lief es hinaus. Grafen Thun, was zu erbitterter Auflehnung der Arbeiter und zu Run brauchte die Regierung aber bestimmte Geseze. Um Lobesopfern militärischen Einschreitens führte. Aber für's erste fie durchbringen zu können, hätte man den Deutschen die Obftruf. mar Ruhe und es ist auch nie wieder Polizei ins Abgeordneten. tion durch Aufhebung der Verordnung ablaufen müssen dafür haus einmarschiert. aber( wie fich später zeigte) nur die Obstruktion der Tschechen eingetauscht. Durch einen liftig- brutalen Handstreich änderte man Schließlich die Geschäftsordnung so, daß die Verlagen plößlich zur Berhandlung standen und überdies widerseßliche Abgeordnete aus. geschlossen werden konnten. Der Tiroler Kleritale Dr. Ka Staatsoper:„ Der Barbier von Sevilla." Wie stark muß ein threin legte das Präsidium des Hauses nieder, um sich nicht mit- hundertjähriges Opernwert sein, um in einer bedenklichen, matten, chuldig zu machen, der polnische Bizepräsident armenischen fast primitiven Aufführung der Staatsoper aus seinem eigenen Glaubens David v. Abrahamoviez machte die Sache und wurde musikalischen Leben heraus noch zu wirken! Es genüge also fest. dafür von unseren Genoffen und den Deutschradikalen aus dem Gaal zustellen, daß, von der Duvertüre angefangen, feines der vielen getrieben. So fette die Obftruftion Gewalt gegen Gewalt, und nun. Bravourstücke einschlug, daß das Bublifum von der schwächlichen ba es die Freiheit des Parlaments galt, der Tribüne, wo das freie Singefunft einer Viertel- Almaviva wie gelähmt faß und froh war, Wort allein noch eine Stätte hatte, stürmten die Sozialdemokraten sich durch ein paar Clownerien Bartolos und Bafilios über die Paul Gaffirer, Bilto: iaftr. 35, zeigt im Dezember Gemälde von in die vorderste Front. Am 25. November 1987 tam es zum Krach. Langeweile hinwegsehen zu können. In diesem Ensemble des Ber- Liebermann, Purimann, Kofofchla, Groi mann, Ulrich Hübner, Röbricht, der Deutschrobitale K. H. Wolf wurde ausgeschlossen und durch her falls fonnte die Rosine Mabel Harrisons wirklich hervor. Haller, Renée' Sintenis. Lehmbrud A. Strübe u. a.; aurei dem Bildwerke von Georg Kolbe, Kurt Edzard, beigerufene Polizei unter dem Vorsiz des Tschechen Dr. Kra- ragend genannt werden. Das füße Stimmchen erinnert in der Barlach, Koloidfa. Großmann, G. Ehrlich u. a. und neue graphische Blätter von marsch hinausgeschleppt. Als er am nächsten Tage, wieder erschien, mittleren Höhe ein wenig an Sigrid Arnoldsen, die schwedische Kurt Schwitters, der belanute Werzmaler und Dichter der„ Anna murde er ins Landesgericht abgeführt. Nachtigall. Mit den Keloraturen treibt die Gastin, die ihre Arien Blume" lieft am 29. in der Stuntausstellung Der Sturm, Potsdamer steht ihrem Wesen und Gefichtchen gut. In den höchstgestrichenen November- Bruppe veranstaltet am 2. Dezember, 8 Uhr abends, ihr dies. italienisch fingt, viel Sport, und das anglisierte Deutsch des Dialogs Strake 131 a, aus eigenen Berken. Kostümfest der November- Gruppe. Die radikale Künstlervereinigung Sopran- Noten wird das Stimmchen schrill und verliert seinen Glanz. jähriges Softümfeit im Kaiseriaal bes Zoo( Eingang Lichtenstein- Bortal). Auch sollte die sympathische Sängerin weniger mit dem Fächer Einladungen und starten durch die Geschäftsstellen: Twardy, Potsdamer dirigieren als förperlich mitspielen. Sie wurde bei der Anmut und Straße 12; Café Alschässcy, Ansbacher Str. 41, und J. B. Neumann, Kultur ihres Auftretens warm und herzlich empfangen. R. S. Surfürstendamm 232 in Graz, wo schon Blut geflossen war. Während drinnen im Saal Run gab's fein Halten mehr, zumal in der Provinz, besonders Sozialdemokraten und Deutschfroditale von Polizeifäusten gepackt und hinausgezerrt wurden, eilten Studenten und Arbeiter zum Parla. ment, Ertrablätter überfluteten die Stadt, Polizei- und Huforenattaden stürmten gegen das Bolt, aus dem„ Die Wacht am Rhein" „ Höhere Töchter." Im Prozeß gegen das Ehepaar Franz gab von den vernommenen Eachverständigen insbesondere der Kriminal tommissar Dr. Kopp ein sehr interessantes Gutachten ab, in weichem er u. a. ausführte: Die Aussagen von sogenann ten höheren Töchtern", sie seien des Opfer von Gewalt oder Betäubungsmitteln geworden, feien stets mit dem größten Mißtrauen aufzunehmen. Selche Angaben seien meist nur die Wiederholung der Entschuldigung ihres Luns vor den Eltern und als Noilüge in dem stärksten Sinne des Bertes zu bezeichnen. Was besonders die inwendung von Betäubungsmitteln betreffe, so handelt es fich hier, abgesehen von ganz verschwindenden Ausnahmen, um eine allerdings weitverbreitete Kriminallegende. In den Aussagen der das Ehepaar beleftenden Zeuginnen feien für den geübten Kriminalisten typische Unwahrhaftigkeitszüge erkennbar. Seit zwei Jahrzehnten habe er als Reiter der Erpressungsabteilung vom Ber. liner Bolizeipräsidium sehr häufig Gelegenheit gehabt, derartige Erzählungen von Mädchen über angebliche Attentate unter Anwendung von Betäubungsmitteln auf ihre Richtigkeit zu prüfen und sei dabei faft stets dazu gekommen, feftzustellen, daß es sich um unwahre Angaben der betreffenden Mädchen gehandelt habe. Der Sach verständige Mell ist nicht der Ansicht, daß die beteiligten Mädchen zur Bhantasie neigen. Es fäme auch öfter, als Kriminalkommissar Dr. Ropp behaupte, vor, daß junge Mädchen durch Betäubungsmittel in einen willenlosen Zustand versetzt würden. Er hätte des halb am Schluß eines Bortrages den anwesenden Damen gefagt, sie sollten sich davor hüten, mit einem ihnen unbe. fannten Manne Alkohol zu sich zu nehmen, weil die Gefahr der Anwendung von Betäubungsmitteln eine sehr große sei. Auf Borgalt des Juftigrats Bronter und bes Rechtsanwalts Bahn blieb der Sachverständige dabei, daß die Ohnmachten eine epileptische Grundlage hätten. Professor Krämer von der Charité bezeichnet den Angeklagten Franz als einen Binchopathen, insbesondere wegen einer Rüdenmarisperlegung, die er im Kriege erlitten habe. Der§ 51 finde jedoch auf ihn feine Anwen dung. Medizinalrat Dr. Etörmer fam in feinem Gutachten 34 einem gleichen Schlusse. Die Elternschaft für die Junglehrer. Kündigungsrücknahme oder Schulstreif! Der Potsdamer Bürgermeister bleibt. Oberbürgermeister Wosberg hat sein Pensionierungsgeiuch zurüdgezogen ind wird demnächst seinen Urlaub beenden und die Amtsgeschäfte wieder übernehmen. Alle Angriffe gegen das Stadtoberhaupt, die zum Teil von feiner Gattin, mit der er in Scheidung lebt, crhoben worden sind, haben sich als haltlos herausgestellt. zu nicht zulässig. Gewerkschaftsbewegung Die Hochbahndirektion als Verkehrshindernis. Bom Berliner Polizeipräsidium ist versucht worden, den Streit der hochtahner, der eine Erschwerung des Berliner Die Zuderkarte. Bon der Zuderfontrolifielle Groß- Berlin wird Wirtschaftslebens bildet, zu einem Ende zu bringen, indem ein darauf hingewiesen, daß ab 1. Dezember 1922 Zucker nur auf Bermittlungsversuch zwischen den beiden Parteien gemacht wurde. 3udertarten verkauft werden darf. Cin Berkauf von Zuder Während der Deutsche Verkehrsbund für die streifenden Hochbahner u dem von dann ab höchst bemessenen Preis ist im November noch seine Bereitwilligkeit aussprach, lehnte die Direktion der Hoch- und Untergrundbahn jede Verhandlung über die Behörden zu seinem 60. Geburtstage mit nachstehendem Telegramm lichkeit anmutende Standpunkt ist um so weniger berechtigt, wenn Gerhart Heuptmann hat den Gifdwunsch der städtischen Novemberlöhne a b. Dieser wie eine Herausforderung der Deffentbeantwortet:„ Die ehrenvolle und herzliche Begrütung der man weiß, daß die Löhne der Hochbahner im Durchschnitt des Stadt Berlin hat mich tief gerührt. Persönlich und durch meine Monats November um 43 m. pro Stunde ceer um nahezu 9000 M. Kunft unsertrennlich mit der deutschen Hauptstadt verwachien, für den Monat hinter den Löhnen der Gemeinde- und Staatsempfinde ich mit besonderer Freude, mit besonderem Stolz biefe artelter zurübleiben, die ihrerseits bereits teilweise hinter große Auszeichnung. Meine Kinder und Nindestinder werden das den in der Privatindustrie gezahlten Löhnen zurückſtehen. Wir Dolument heilig balten." müssen noch hinzufügen, daß die Berliner Hoch- und Untergrundbahn, trotz der Schmutzfonfurrenz, die sie der städtischen Straßenbahn gegenüber betreibt, ein durchaus rentables Unternehmen ist. murde von den Vertretern der Organisation über die bisher resultat, In der gestern stattgefundenen Bersammlung der Streifenden los verlaufenen Berhandlungsversuche Bericht erstattet. Es stellt fich immer mehr heraus, daß die Direktion der Hochbahn ein Verfehrshindernis ist, mit der einmal ein ernstes Wort geredet werden muß. Ueber die foziologische Bedeutung des Klaffenkampjes fpricht in einer öffentlichen Bersammlung des Sozialistischen Studentenbundes Mag Adler Wien cm Mittwoch, den 29. November, in der Aula des Friedrich Wilhelm- Gymnasiums, Rochstr. 13. Gäfte find ein geladen. Ein alter Funktionär, Adolf Schwarzburger, der seit 30 Jahren unserer Partei angehört, ist heimgegangen. Seit 30 Jahren ist er als Bezirfsführer tätig gewefen und hat gerade in der Kleinarbeit Verbildliches geleistet. Die Genossen werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Familienheim flatt Obdach. Der Magiftrat hat beschlossen, die Bezeichnung des im städtischen Obdach befindlichen Familiencbbachs Städtisches Familienheim" umzuändern. in " Der Berliner Schauspielerstreif. Im Streit der Berliner Schauspieler ist auch heute noch feine des Streits zu erwarten, da die Genossenschaft der Bühnenange hörigen der Auffassung ist, daß heute atend auch das Trianonwefentliche Veränderung eingetreten. Es ist eher eine Berschärfung Theater und das Theater am Kurfürstendamm nicht mehr spielen Schwannede, wurde von der Strafkammer des Landgerichts Bundes mit den fartellierten Verbänden über die weiteren StreifDer frühere Intendant der Münchener Staatstheater, Bittorier Bühnengenossenschaft der Borstand des ADGB. und des Afwerden. Im Laufe des heutigen Dienstages hat in den Räumen München wegen eines Bergebens der Untreue in Tateinheit mit maßnahmen beraten. Wie von der Streifleitung weiter mitgeteilt cinem Verbrechen der Privaturkundenfälschung zu wird, ist den befreundeten 5 Monaten Gefängnis und 100 000 m. Geldstrafe, eventuell deutschsprechender Länder, so dem Desterreichischen Bühnenverein, Schauspielerorganisationen anderer ein weiteres Jahr Gefängnis, sowie zur Tragung der Roften des den Berbänden der Bühnenangehörigen in der Schweiz und in der Berfahrens verurteilt. mittelt worden, die, entgegen den Beschlüssen der Genoffenschaft, Tschechoslowakei eine Liste derjenigen Berliner Schauspieler überals Streitbrecher tätig sind. Schwannede, der nach der Revolution einmütig von seinen Kollegen zum Intendanten gewählt wurde, nach Erstarten der Reotlion aber wieder ausschied und seitdem als Schauspieler in Berlin lebte, war teschuldigt, in der Berwaltung des von ihm geleiteten Klara- Ziegler- Theatermuseums zahlreiche Berfehlungen be. gangen zu haben. bei München hatten sich vor furzem trop des starten Windes Tödlicher Fallschirmabsturz. Auf dein Rennplage Dagifing Taufende von Bersonen eingefunden, um den für lekten Sonntag angesagten wegen schlechten Wetters verichobenen Fallschirmprodut tionen eines Erfinders, der unter dem Mamen Wi. Bu e. auftrat, beizuwohnen. Um 3 Uhr nachmittags hatte sich dann ein von einem Flugzeugführer gesteuertes Flugzeug bis zur Höhe von 2000 Meter erhoben. Wi. Bue, löfte sich nun mit feinem Fallschirm von dem Flugzeug los. Der Fallschirm öffnete fich aber nicht und Bi. Bue. stürzte mit ungeheurer Geschwindigkeit zum Entfeßen der Zuschauer in die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. Wie unsere Ware verschoben wird. Die Zollbehörde in Beuthen nahm die Millionärin Rothenstein aus Warschau fest. weil fie für zwei Millionen Mart Waren über die Grenze fchaffen wollte. Sie wurde dem Gerichtsgefängnis zugeführt, aber gegen Stellung einer Raution von sieben Millionen Mart wieder freigelaffen. Wieviel mag diese Frau wohl bei ihrem lutrativen Gewerbe verdient haben. Die für das Groß- Berliner Boltsschulmesen zu erwartenden fchweren Störungen und Schädigungen durch Entlassungen von Junglehrern wurden gestern in einer von Lehrern und Elternbciräten Neuköllns veranstalteten öffentlichen Elternver sammlung erörtert. Der große Saal von Kliem war lange vor Beginn überfüllt, so daß die Nachdrängenden in einen Nebensaal abgelenkt wurden und dort als Parallelverfammlung tagten. Die Junglehrer Hoffmann und Baara schilderten in ihren Referaten, wie die Junglehrer, denen oft nur unter größten Entbehrungen die Ausbildung möglich gewesen ist, durch von Halbjahr au Halbjahr sich wiederholende Kündigungen beunruhigt werden. Gerade dieser Lehrernachwuchs, der vom Geist fortge: schrittener Pädagogit erfüllt ist, geht zum Schaden der Jugenderziehung den Boltsschülern verloren, wenn die KünDigungen zu Entlassungen führen. Lehrerentlaffungen nötigen zu Riaffenzusammenlegungen und schädigen auch gefundheit. lich die Schulkinder, die schon durch Unterernährung ge schwächt sind, aber dann noch durch Umschulung zu längeren Schul wegen gezwungen wären und in überfüllten Klassenzimmern au fammengepfercht würden. Die Kündigung haben erhalten in GroßBerlin von etwa 12 000 Lehrern etwa 1000, so daß 50 000 Kinder ihren. Lehrer verlieren würden, in Neukölln allein von 900 Lehrern über 100, in einigen Neuköllner Schulen ziemlich die Hälfte der Lehrer. Betont wurde, daß in der Junglehrerfrage die Schulmänner Oberstadtschulrat Paulsen und Stadtschulrat Nydahl für das Frankfurt a. M. hat dem Vorschlag, den Bauls play, an dem die Plah der Republit in Frankfurt a. 21. Der Magistrat von Recht der Schule gegenüber dem Kämmerer Karding eintreten, historische Paulskirche liegt, fünftig Blah der Republik" zu nennen, der mit Oberbürgermeister Böß auf Sparmaßnahmen im Schul svefen tringt. Zwischenzife und Beifallslundgebungen zeigten feine Zustimmung erteilt. Hoffentlich bringen die bürgerlichen immer wieder, wie groß die Erregung der Elternschaft ist. In der Demokraten Berlins genug Mut und Kraft auf, um auch Berlin endDistuffion sprach eine lange Reihe von Rednern verschiedenster lidh feinen Platz der Republic" zu schaffen. Ridtungen. Zwei Elternbeirüte, ein fommunistischer und ein Schiffsunglüd in der Nordsee. Aus Norddorf auf Amrum hriftlich- unpolitischer", legten eine gemeinsame Resolution ver, die wird gemeldet, daß der deutsche Dampfer Albis gestrandet ist. das Borgehen des Magistrats unverantwortlich nennt, Rücknahme ber 18 Mann der Besagung sind gerettet. Kündigungen fordert und deren Durchsetzung mit allen Mitteln" androht. Nachher wurde ron anderer Seite eine noch schärfere Der farte Schneefall verursachte fowch! in Deutich mie in Resolution eingebracht. In ihr forbert die Elternschaft allet Bonifh- Oberfchlefien grope Störungen des Bahnver. Richtungen die Kündigungsrüdnahme bis 1. Dezember, ehrs. Lokomotiven mit Schneeflügen mußten erft Bahn brechen, andernfalls werde man vom 2. Dezember ab die Kinder so daß große Beripätungen eintraten. nicht mehr zur Schule schicken. Diefe Resolution wurde mit der Zusatzforderung, die schon Entfaffenen wiedereinzuftellen, cinstimmig unter stürmischem Beifall angenommen. Elternbeiräte der Sozialdemokratie, der Kommunisten und der„ Christlich- Un- trübe mit Niederschlägen und ziemlich starken weitlichen Winden. Berlin und lmgegend. Etwas gelinder, veränderlich, überwiegend politischen" fagten ausdrüdlich Unterstützung des etwa notwendig werdenden Schulstreits zu. Jugunflen des Verbleibens der Junglehrer und Junglehrerinnen in ihren Stellungen sprach sich der zur Nachprüfung der Angelegen heit eingesetzte Stadtverordnetenausschuß in seiner gestern statige" -Wetter für morgen. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Heute, Dienstag, den 28. november: Lohnkampf der Angestellten der Metallindustrie. Die AfA- Mitglieder in der Metallindustrie maren zu einer Vernehmen. Der große Ecal war schon vor der angelegten Zeit so fammlung am Sonntag nach der Brauerei Bökom eingeladen, um den Bericht über die Lohnverhandlungen für November entgegenzuüberfüllt, daß im fleinen Sacl noch eine Paralleloerfcammlung stattfinden mußte. Im großen Saale referierte Günther vom Butab. 3m fleinen Saale sprachen Hesse und Walther. Montag voriger Woche haben wir mit den Arbeitgebervertretern Günther führte in seinem Bericht etwa folgendes aus: Am über die Novembergehälter verhandelt. Aus rein technischen Gründen fam die Berhandlung zum Scheitern. Den Arbeitgebern erschien die Zahl unserer Vertreter 3 groß, fie mollten nur 12 Perjonen statt 14 zulassen. Man möchte uns vorschreiben, in welcher Kopfstärte mir am Berhandlungstisch zu erscheinen haben. Wir haben darauf das Arbeitsministerium angerufen und am Sonnabend ist verhandelt worden. Unsere Forderung war 150 Brez. auf die Oltebergehälter. Die Bertreter der Arbeitgeber boben erst 45 und dann 60 Proz. Das Schiedsgericht schlug 70 Broz. vor. Diefe Angebote mußten wir als unzureichend ablehnen. Das Schiedsgericht glaubte angesichts der gegebenen Situation von einem Spruch bland nehmen zu müffen. den Arbeitgebern stattgefunden. Sie boten wieder 60 Broz. Und Anschließend hat alsdann erneut eine direkte Berhandlung mit als wir erklärten, daß das Angebot mindestens über 70 Broz. liegen müffe, glauben die Zirbeitgeber eine Verständigung nicht mehr erreichen zu fönnen. Sie erklärten schließlich, am Ultimo das zahlen zut mollen, was fie für nötig befinden mürben. Offensichtlich mache das Unternehmertum Front gegen die sogenannten Bhantasielöhne"( Burufe: Hungerföhne!), obgleich diese erweislich nicht einmal für die nackte Existenz ausreichen. Wir sind Familie zu rüften.( Lebhafter Beifall.) gezwungen, uns zum Rampf um unsere Eristenz und die unserer Rommunisten Rühl stürmischen Unwillen der Bersammlung hervor. In der anschließenden Aussprache riefen die Ausführungen des Alle Redner ließen eine scharfe Rampfftimmung erkennen. Flatau hob hervor, daß es nicht genüge, das Wort Kampf immer im Munde zu führen, wie das der fommunistische Redner getan habe, auch das genüge nicht, zum Kempf aufzurufen und dann zu glauben, damit fchon die Borausseßungen für diesen Kampf gefchaffen zu haben. In seinem Schlußmort miss Günther darauf hin, daß nach Erschöpfung aller friedlichen Wege nichts anderes als das legte gewertschaftliche Mittel übrig bleiben werde. Löhne der Privat- Elektrizitätswerke. habten Sigung aus. Es wurde einstimmig beschlossen, der 9. st. Bris. 7, Ubr Broteftverfammlung gegen die Entlassung ber Junglehrer, nisten und Heizer und dem Arbeitgeberoerband der Elektrizitäts-, Stabiverordnetenversammlung vorzuschlagen, den Magistrat-umgehend zu ersuchen, die ergangenen Ründigungen schleunigst wieder aufzuheben. Nun hat der Magistrat das Wort. Wer hilft dem Zoo? Der Tertianer Carl Heinz Bopper tom Grauen Alofter brachte durch Sammlung in seiner Klasse und im Verwandten- und Be fanntenfreis feiner Eltern über 18 000 Mart zusammen und über. reichte sie einem der Direktoren des Gartens als Beitrag zur Fütte rung der Tiere. Zur Belohnung belam er etwas zu fehen, was dem Publikum sonst verwehrt ist, nämä eine gerade stattfindende Schlangenfütterung. Der Herr Ehrenobermeister. in der Aula der Gemeindeschule, Chauffeestraße. Morgen, Miffioh, den 29. November: 24. Abt. Abends 7, Uhr Bahlabend in folgenden Lofalen: Gomidt, Marten burger Str. 48; Stoner, Zinmanuellirchstr. 25; Winzer, Chriftburger Str. 6. mud Schii. 8eiterftr. 2. 17. Strels, latenteen. Abenbs 7 Uhr Gigung bes erweiterten Kreisvorstandes bet Händel, Gnbrunstraße. Wichtige Tagesordnung. Das Erscheinen sämtlicher Abteilungsführer ist unbedingt nötig. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Kanshaus Wilhelm Jofeph, Schöneberg, Hauptftr. 163, bietet im Inferatenteil unferes Blattes auch jeht in der wirtschaftlich so ichwierigen Lage jeitentsprechende, äußert vorteilhafte Qualitätswaren zum Verkauf an. holländischer Gulden Devisenkurse. In dem Prozeß gegen Chronobermeister Rahardt und Genoffen murde die Bernehmung der Angeklagten fortgefeßt. Der Angeflagte Hoffmann gab an, daß der verstorbene Baurat Erler vom Militärintendanturamt mehrfach hätte durchbliden laffen, daß er für eine Bescheinigung der Arbeiten besonders honoriert werden müßte. Darauf habe er, Hoffmann, Celer 3 meimal je 5000 Mart gegeben, nachbem er jedesmal vorher mit dem Präsidenten der Handmertstammer Rahardt Rücksprache genommen hatte. Angeklagter Rahardt bestreitet dies mit Entschiedenheit. Dieser Fall ist übrigens Gegenstand eines der Meineidsverfahren, die gegen Start Rahardt Schweben. Im meiteren Berlauf der Vernehmung brach I argentinischer Papier- Beso dann der Angeklagte Karl Rahardt plößlich zufammen. Er leibet 1 belgischer Frant fchon feit langem an Arterienverfaltung und hat durch die 1% jährige norwegische- Strone Untersuchungshaft schier gelitten. Der herbeigerufene Gefängnis dänife Strone. arzt Dr. Bürger erklärt nach furzer Untersuchung des Angeklagten Karl Rahardt, daß diefer an schwerer Arterioftlerose leide. Das Gericht befchich nach furzer Beratung. bie Verhandlung auf morgen früh 9% 1hr zu vertagen. Inzwischen soll der zuständige Gefängnisarzt beauftragt werden, den Angeklagten Karl Rahardt auf seinen Gesundheitszustand gründlich zu untersuchen. Ein Antrag cuf Haftenlassung wurde abgelehnt, da durch die Erkrankung des Angeklagten der Fluchtverdacht nicht befeitigt sei und außer dem eine Berdunkelungsgefahr bestehe. 1 1 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Den italienifde ire. 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 franzöfifcher Frank brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanischer Beseta 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tfchechische Krone 1 ungarische Krone 11 jugoslawischer Dinar Stärkere Benuhung der Straßenbahn. Infolge des Hoch bahnerstreits haben sich die Einnahmen der Straßenbahn wesent fich erhöht. Sie sind in den letzten Tagen auf über 30 Millionen Mort em Lage, durchschnittlich etwa 7 bis 8 millionen über 1 bulgarischer Lewa bas bisherige Tagesergebnis, gestiegen. 28. November 27. November Käufer Berkäufer Käufer Verläufer ( Beib-)( Brief-)( Gelb-)( Brief-) Rars Kurs Kuzs Aurs 3451.35 3168.65 8192.- 3208.556.10 558.90 1598.- 1604.1760,58 1769 42 2829.16 2340.84 521.19 523.81 Durch Verhandlung zwischen dem Zentralverband der MaschiGas- und Wasserwerte stellen sich die Löhne jetzt folgendermaßen: zu den bestehenden Löhnen folgender Satz gezahlt: Gruppe 1-4 Für die Zeit vom 15. bis 21. Nopember wird ais Ausgleich 1000 m., Gruppe 5( Mindererwerbsfähige) 800 M., Gruppe 6 ( Frauen) 750 St. 216 22. Movember bis 5. Dezember gelten fof gende Stundentehnfäße: Gruppe 1 230 M., Gruppe 2 223 M., Gruppe 3 220 M.. Grupe 4 200., Gruppe 5( Mindererwerbs. fähige) 162.. Gruppe 6( Frauen) 145 M. Die Frauenzulage beträgt ob 22. November 240 m., die Zulage für jedes Kind vom gleichen Zeitpunkt ab 336 M. je Woche. Fascistische Gewerkschaftsführer. Der Sekretär des italienischen Seeleuteverbandes und deren Produttivgenossenschaft, Garibaldi, hat fürzlich auf eigene Fauft einen Bündnisvertrag mit den Fascisten abgeschlossert. Dieles furz vor dem Staalsstreich zustande gekommene Abfommen nennt Mussolini den Exponenten des italienischen Fascismus, und Gabriele d'Annunzio bezeichnet er als das geistige Oberhaupt der italienischen Seeleute, zu dem der Hafcismus ebenfalls mit unbegrenztem Berirauen emporblidt. Vereinbart ist in dem Abtommen, daß alle Forderungen der Seeleute den Reedern oder dem Staat( 1) gegenüber erst die Zustimmung eines Bertreters des Fascis3152.10 3167.90 mus erhalten müssen. Ist diese Zustimmung vorhanden, dann ver2932.65 2947.25 pflichtet sich der Fascismus, für die Forderungen seine ganzen Kräfte zur Erreichung des Bieles mit den direkten Mitteln einzusehen 1471.31 1478.03 Das Ganze nennt fich Pazifizierungsvertrag" unb ist unterzeichnet: Garibaldi, Mussolini und G. d'Annunzio, der zu feiner 2160.39 Unterschrift noch eine poetische Bekräftigung hinzufügte. Der italienische Gewerkschaftsbund, dem der Seeleuteverband angeschlossen ist, 3790.50 3809.50 verlangt deshalb die Einberufung eines Verbandstages der Seeleute 416.45 418.55 384.08 383.97 zur Stellungnahme gegenüber diesem blommen. 89401.25 89598.75 36009.75 36190.25 Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Con jetzt ab wer8753.06 8796.94 80041.98 8045.07 ben jämtliche Geschäfte, auch die Kaffengeschäfle, nur Engelufer 24/25, 603.48 C06.52 568 58 566.42 Aufgang C, Simmer 98, erledigt; nur die Arbeitsvermittlung bleibt 1012.46 1017.54 Gormannstr. 13. Zuschriften von Mitgliedern der Geschäftsstelle 1491.26 1498.74 Groß- Berlin find nicht an unsere Hauptverwaltung Stelizer 1226.92 1233.08 Straße 47/48 zu richten, da sie von der Hauptvermaltung nicht er11.09 11.151/ 2 ledigt werden können und damit nur Zeit und Geld verloren geht. 250.37 Die Ortsverwaltung. 8.39 58.10 1640.88 1049.12 1620.98 1629.97 2149.61 199.00 200.50 251.63 8.41 58.40 Berantwortlich für den redatt. Teil: Wictor Schiff, Berkin; für Anzeigen: Th. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: 104.29 101.77 Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Einger u. Co., Berlin. Lindenstr. 3 Arb.- Athlet.- Bund 4. Areis. Allen Mitglie bern zur Kennt nis, daß der Mitbegründer Bundes, Kollege des Franz Keller Rentn- Klub, Armin", nach lan gen Leiden verichieden ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäiche= rung des Verstorbenen findet am Mittwoch, den 29, vorm. 11 U. im Krematorium in Baumschulen weg statt. Rege Beteiligung erwartet Der Kreisvorstand, Juwelen, Gold- Silber- Platin Ringe, Ketten, Löffel. Bestecks etc. Brillanten, Zabagebisse kauft höchstzahlend Erich Fuhrmann Gotzkowskystr. 13 Strickjacken allerArt, Jumper, Kimonos, Hausjäckchen Sportgarnituren, Schals und Mützen etc. kaufen Sie stets sehr preiswert und in bester Qualitätsware bei Bruno Richter Fabrik- Niederlage Thüring.Wollwaren Nächste Verkaufsstellen: Kopenhagener Str. 67 1. Fernruf: Humboldt 4016 Cold- und direkt an den Bahnhöfen Nordring u. Schönhauser Allee) Silber- Bruch Nur Einzelverkauf. Sin.- Pankow, Mendelstr. 361. Fernruf: Pankow 3723. kauft zum höchsten Tagespreis Leibhaus Zehden. Karlstr. 24. Gold Silber Platin Brillanten -Bruch kauft reell zu höchsten Tageskursen C. Käferle Uhrmacher- Juwelier Frankfurter Allee 278 Stoff- Reste- Haus A. M. Steinhardt 18 Koltbuser Damm 18 Preiswert: Leder Berthold Kuttner Lederhandlung BERLIN SO 26 Reichenberger Str. 14 Von 1-3 Uhr geschlossen. 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