Kr.SH4<>Zy.�ahrgang Ausgabe B Nr. 274 Bezugspreis: Für im Monat November 400,-®., voraus zahlbar. Unter Kreuzband fitr Deutschland, Danzig, Saar» und Memclxcblet sorvie Oesterreich und Luxemburg 550.— M.. für das übrige Busland 930,— M., Postbeftellungen nehmen an Belgien, Diinemart, England, Estland. Finnland, Frank» reich, Holland. Lettland. Luxemburg, Oesterreich, Schweden. Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volk und Feit", der Unter» baltungsbeilage„Scimwelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingartenerscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Bdresse: „Sozialdemokrat Berlin- Abend Ansgabe Devlinev VulKsblstt ( 8 Mark) Anzergenprels: Die einspaltige Ronpareillezeile kostet 120.-M. Rcklamezeile 000,— W. „kleine Anzeigen- das settgedcuckt« Wort 80,- SDl.(zulässig zwei fett» gedruckte Worte), jedes weitere Wort 24,— M. Stellengesuche und Schlaf» stellenanzcigen das erste Wort 15,— M., jedes weitere Wort 12.— M. 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Die wei- teren Meldungen verstärken den Eindruck, daß man sich auch in den englischen Regierungskreisen gegenüber den sranzösi- schen Anregungen äußerst reserviert verhält. Wie aus einem Bericht des„Daily Telegraph" über den gestrigen Besuch des französischen Botschafters St. Aulaire bei Bonar Law her- vorgeht, hat der englische Premierminister dem Wunsch Pom- carös nach einer baldigen Zusammenkunft der alliierten Re- xierungscheis zwar im Prinzip zugestimmt, aber gleichzeitig erklärt, daß er London nicht vor Mitte Dezember verlassen könne. Nun wird Poincarä sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen nach London begeben. Im übrigen ist aus der Mcl- dullg des„Daily Telegraph" noch folgender Passus interessant: Es sei zweifelbast, ob der eingehende Plan für Sanktianen und produktive Pscinder zusammen mit der Forderung nach einer riesigen internationalen Anleihe und einer französischen Beparataktion im Ruhrgebiet als Alternative einen günstigen Eindruck in England gemacht habe. Ens Anleihe in dem Umfange, wie sie verlangt werde, werde von allen Geschäftskreisen als reines Phantasiegebilde angesehen. Uebcr die Stellung der englischen Regierung liegen genauere Nachrichten nicht vor. Es dürfte zutreffen, was das linksdemokratisch« Pariser Blatt„Ere nouvelle" sarkastisch schreibt:„In England hat niemand eine genaue Idee über die Reparationspolüik. Lloyd George wußte nur, was er nicht wollte, und Bonar Law sucht, was er will." Auch die ftaltung, die Bonar Law gestern im Unterhaus einnahm, bestätigt dieses Urteil. Nach einer Meldung von „Turopa-Preß" spielte sich im Unterhaus folgendes Zwiege- sprach ab: Der Abgeordnete W a l l h e a d, einer der Führe» der Unab- hängigen Arbeiterpartei, sragte:„Sst die Besetzung des Ruhrgebietes durch Frankreich bevorstehend? Wenn ja, wird sie die militärische und moralische Unterstützung der englischen Regierung erhalten?" Bonar Law erwiderte:„Ich habe kein« Informationen darüber zu sagen, ob die Besetzung nahe bevorsteht, ich kann deshalb auf eine genaue Frage nicht antworten." Der Abgeordnete entgegnet«:„Weiß der Ministerpräsident, daß in der Press« Gerüchte umlaufen, datz die Besetzung des Nuhrgebiets nahe bevorsteht?"„Es ist möglich", sagt« Bonar Law, ,�ch habe in der Presse viel Gerücht? gelesen, ich kann ober versichern, daß bis jetzt keine Maßnahmen dieser Art beschlossen wurden." Wird durch die Haltung Bonar Laws der Eindruck ver- stärkt, daß der Chef der englischen Regierung vorläufig Zeit gewinnen will, ehe er eine endgültige Entscheidung trifft, so gewinnt man aus den Pariser Nachrichten mehr und mehr die Ueberzeuguna daß neben den kriegerisckien Stimmen sich auch andere Geltung verschaffen, die der Vernunft zum Siege ver- helfen wollen. Charakteristisch tft dafür die Beachtung, die die Ausführungen des früheren Wiederausbauministers L o u- ch e u r, die er in einem Bortrag in Zürich machte, in der fron- zösilchen Presse finden. Loucheur sagte: „Ganze Völker sehen ssch auf abschüssiger Bahn. In wenigen Monaten können wir flirchtbore Katastrophen erleben. Ich bin Op- timist, aber ich tarf den E r n st d e r T a t s a ch c n nicht verschweigen. Ich bin entschlossen, ihnen ins Angesicht zu blicken, weil ich die feste Ueberzeugung habe, daß wir diese Gefahr vermeiden können, unter der einzigen Bedingung, daß wir aufhören, die Weltpolitik immer nur durch das Fenster unseres eigenen Landes zu betrachten." In einer zu>?it«n Ansprache erklärte er:„Wir haben Deutschland nicht zerstört und wollen es nicht zerstören, aber wir wollen Gerechtigkeit und selbst nicht leer ausgehen. Jetzt ist die erste Aufgabe, b i e Mark zu stabilisieren, nicht bloß um die Reparationszah- lungcn möglich zu machen, sondern um die G-sahr zu vermeiden, die bei einer Katastrovhe in Deutschland alle anderen Völler bedroht. Um ei» Unglück zu verhüten, das alle Völker ge- meinsam treffen würde, müssen all« Völker solidorisch zu- fammengehrn. Ich glaube fest daran, daß die Stunde ge- komm c n ist. uns am Berotungstisch zu versammeln und mit ge- meinsamcm guten Willen an eine Tr�-"——<•— v-- werden muß und geleistet werden kann. Ganz offen tritt hier der Gegensatz zwischen der Haltung Loucheurs und Poincarös zutage, ein Gegensatz, der sicherlich auch in den breiten Kreisen der Bevölkerung seine Äuswir- kung findet. Die kommunistische„Humanit6" dürfte in diesem Falle wohl nicht allein die Stimmung ihrer eigenen Partei wiedergeben, wen sie schreibt: „.Zwei Fragen stellen wir: Wenn Poincare zu dieser Aktion greisen wird, wie werden dann England und Amerika reagieren? Was wird vor allem die internationale Arbeiterklasse tun, die wieder einmal als Kanonenfutter behandelt werden soll? Wir warnen die Regierung früh genua, damit sie die er- lcrubten Grenzen weder nach außen noch nach innen überschreitet." Doch welches auch die Motive Voincarös und seines„na- tionclcn Blocks" sowie die seiner Kritiker sein mögen, eines stebt fest: daß der in Paris ausgebrochene Sturm zu einem wesentlichen Teil auf jene deutschen Kreise zurückzu» führen ist, die die Unterstützung der französischen R e a k t i o n in Anspruch nahmen, um die Regierungsgewalt in Deutschland in die Hand zu bekommen. Der Pariser Kor- respondent des„Berliner Tageblatts" meldet: „Aus zahlreichen Aeußerungen in der Presse und Gesprächen geht hervor, daß in Paris tatsächlich mit p o s i t i o en Zahlungs- vorschlägen gerechnet wurde, wenn die Großindustrie Einfluß auf die deutsche Regierung gewänne, und daß die Enttäuschung ungeheuer groß war, als dann der Kanzler Cuno lediglich die Fortsetzung der Politik des früheren Kabinetts in Aussicht stellte. Mit aller Bestimmtheit wird hier behauptet, daß bei der Anwesen- heit der Reparationskommission in Berlin Herrn Barthou ganz feste Ve-r sprechungen gemacht worden seien. Namen werden genannt, denn das Angebot der Garantie für eine 2S-Mil- liarden-Anleihe soll ein sehr bekannter Bantdirektor erwähnt haben. Ueber die angebotene Sicherheit und die von deutscher Seite ge- forderten Zugeständnisse existieren angeblich schriftliche Auf- Zeichnungen." Die hier gemachten Mitteilungen bestätigen nicht nur die Anklage, die wir gegen die schwerindustriellen Politiker und ihren Anhang erhoben haben, sie stellen auch fest, daß der in Paris eingetretene Rückschlag mit allen seinen Verhängnis- vollen Nachwirkungen auf das Konto jener deutschen Kreise zu setzen ist, die die Schicksalsfrage des deutschen Bolkes zum Gegenstand ihrer egoistischen Treibereien und Intrigen ge- macht hoben. Es kann dem deutschen Volke und insbesondere der deutschen Arbeiterklasse nicht oft genug gesogt werden: Der Schwerpunkt der Reparationskrise liegt nicht allein in Paris. L o nd o n und Washington, sondern in wcseM- lichem Maße auch in Berlin. »Tiefe Sesorgnisse in Gnglanö". London, 29. November.(MTB.)„Times" hebt unter Hinweis auf die im Unterhaus eingebrachte Anfrage, ob eine sranzösische Besetzung des Ruhrgebietes„nahe bevorstehe", diF Gefahr hervor, daß jede Tendenz auf feiten Frankreichs, in diesem ernsten und schwie- rigen internationalen Problem eigenmächtig vorzugehen, zu tiefen Besorgnissen in England, und, wie die letzten Berichte aus Washington gezeigt haben, auch in Amerika Aniaß geben würden. Das Blatt fährt kort, England habe eine neue Regierung, die, wie Bonar Law am Montag erklärt habe, vollkommen frei sei, die gesamte Politik der Reparationen und der interalliierten Schul- den, wie sie in der Balsour-Note aufgeworfen wird,„von allen Ge- sichtspunkten" neu zu erwägen. Es müsse das Ziel der britischen Regierung sein, soweit wie möglich mit Frankreich zu gehen in der Richtung, die sowohl Frankreich wie auch England wünschten. Es würde für England schwer sein, nach Brüssel zu gehen, bevor der Boden mit den' Alliierten geprüft worden sei. Vorbereitungen dieser Art könnten nicht einseitig sein. Wenn die britische Regie- rung bereit sei. umfassende Vorschläge zu machen, die die Frage „von allen Gesichtspunkten" behandeln, so müsse die französische Re- giening ebenfalls bereit sein, ähnliche Vorschläge zu machen, und England nicht nur mit Plänen für Sanktionen und Pfänder kommen. Die französischen Staatsmänner und die ver- antwortliche französische öffentliche Meinung müßten einsehen, eben- sosehr, wie dies in England erkannt werde, daß die„vereinigte Front" der Alliierten mit Bezug auf Deutschland und die Wirtschaft- lichs Lage Europas von weit größerer und dauernderer Bedeutung sei, als die Beschlagnahme irgendwelcher Pfänder am Rhein und darüber hinaus. Das einzige Mittel, die Lösung des europäischen Wirlschastsprobleras zu beginnen, sei. das Znsammenarbeiten und das Zusammenwirken auf wirtschaftlichein Gebiet wiederherzustellen. Es könne kein Zweifel daran bestehen, daß eine eigenmäcistige Aktion zur Erzwingung von Reparationen, wenn sie auch technisch und so- gar moralisch noch so gerechtfertigt wäre, Europa noch weiter zer- setzen, statt seine Wiederherstellung fördern würde. „Westminster Gazette" schreibt, die britische Regierung werde gezwungen sein, klarzustellen, daß, wenn Frankreich in der ge- planten Richtung handeln sollte, es dies ohne Mitwirkung Englands tun würde. Wenn Frankreich so vorgehe, wie in den offiziösen Mitteilungen aus Paris angedeutet werde, so suche es eine Re- gelung auf einem Wege, auf dem England nicht mit ihm zusammen gehen könne. Man erwartet positive deutsche Vorschläge. Köln. 29. November.(Mtb.) Von einer Persönlichkeit, die von den Absichten der englischen Negierungskreise wohl unterrichtet ist, erfährt der Londoner Korrespondent der„Kölnischen Zeitung", daß die deutsche Note vom 14. November in den englischen maßgebenden Kreisen einen guten Eindruck gemacht habe. Sie erscheint aber nicht genügend. Ein Hauptfehler der Regierung Wirth war nach den Mitteilungen des Gewährsmannes, daß sie feit dem Lon- doner Ultimatum keinerlei positive Vorschläge machte, sondern eine rein abwartende Haltung einnahm, wodurch der Ver- dacht aufkam, die ganze deutsche Taktik sei darauf gerichtet, durch eine deutsche Passivität im Zusammenhang mit der sich steigernden Inflation die Verbündeten zu zwingen, die Entschädigungssumme herabzusetzen. Diesen Verdacht könnte Deutschland am besten dadurch entkräften, daß es einen festen Vorschlag über diesen Punkt unterbreitet. Der Gewährsmann der„Kölnischen Zeitung" glaubt versichern zu können, daß ein solcher deutscher Borschlag in England den günstigsten Eindruck machen würde und auch auf die Unter. stützung der englischen Regierung rechnen könnte. Du sollst nicht Schätze sammeln! Eine Tosichast aller schwel- zer i schen Bischöfe, in allen Kirchen verlesen, fordert die Glau- bigen auf, gegen die Vermögensabgabe zu stimmen, die von den Sozialisten gesordert wird: dies« Vermögensabgab« ver- stoße gegen dm christlichen Geist. Kommunisten und Regierung. Tie Verhandlungen in Sachsen gescheitert. Von Oskar Edel, Dresden. Wie wir an anderer Stelle ausführlich melden, sind die Verhandlungen zwischen unseren Par. teigenossen und den Kommunisten über eine gemein- sam« Regierungsbildung in Sachsen ergebnislos abgebrochen worden. Die ganze Zwiespältigkeit der kommunistischen Politik beleuchtet der sächsisch« Landtagsabgeordnet« Genosse Oskar Edel in fol- gendem Aufsatz, der vor den jetzt gescheiterten Wer- Handlungen geschrieben wurde. Es muß auffallen, mit welchem ganz besonderen Eifer die Kommunistische Partei ihre Bedingung für den E i n» tritt in die sächsische Regierung verteidigt, daß „den Vollversammlungen der Betriebsräte und den periodisch zusammentretenden Landesbetriebsrätekongressen von der Re- gierung alle für die proletarischen Interessen wichtigen Gesetze zu unterbreiten" sind. Sicher ist es doch auch den Kommunisten nicht entgangen, daß die große Mehrzahl der Betriebsräte kommunistischen Bestrebungen abhold ist. Wozu also der Auswand an Lungenkraft und Druckerschwärze?„Der Kämpfer erklärte die Betriebsräteforderung für die Kommuni- stische Partei als eine unerläßliche Bedingung. Der Landes- kongreß der sächsischen KPD. schloß sich dem an. Es ist noch nicht allzulange her, daß in der Kommunisti- schen Partei niemand von einer Regierungsbeteiligung in irgendwelcher Form sprechen durste, wenn er nicht verketzert werden wollte. Ja, es ist auch noch nicht allzuviel Zeit verstrichen, da die Kommunisten sogar die Beteiligung an den Parlamentswahlen ablehnten. In verhältnismäßig schnellem Wandel hat sich im kommunistischen Lager ein U m« stellungsprozeß vollzogen. Ein reichliches Jahr ist es her, daß R a d s k, dessen besondere Aufgabe es bekanntlich ist, die taktischen Strömungen des Kommunismus in der kommu- nistischen Presse in die den kommunistischen Machthabern ge- nehmen Bahnen zu leiten, seinen kommunistischen Freunden in einem Artikel das Folgende ins Stammbuch schrieb: „Manche Genossen hoben gesagt, sie können nur einer Räte- regierung angehören, aber niemand hat versucht, diese Behauptung zu begründen. Man kann sie auch nicht beweisen. Die Kommu- mstische Partei kann jeder Regierung angehören, die gewillt ist, ernst mit dem Kapitalismus zu kämpfen. Es gibt keinerlei prin- z i p i e l l« Gründe für die Teilnahme, keinerlei prinzipielle Hindernisse der Teilnahm« der Kommunistischen Partei an e'ner Regierung, die den Kampf gegen das Kapital zu führen genötigt ist. Eine Räterepublik, die Diktatur des Proletariats, ist in Deutschland nur möglich, getragen von dem Willen der Mehrheit des Proletariats." Diese Stellungnahme Radeks warf die bis dahin Herr- schende Auffassung der KPD. glatt über den Haufen. Er führte aus, daß eine sozialistische Regierung nicht„das letzte Bollwerk der Bourgeoisie" sei, wie das kurz vorher von der kommunistischen Zentrale in einer Entschließung behauptet worden war. Radek verlangte vielmehr Beteiligung der KPD. an der Regierung und Uebernahme der M i t v e r a n t- wortung. Kurze Zeit, nachdem der Artikel Rädels ver- öffentlicht worden war, fanden in Thüringen die VerHand- lungen über die Regierungsbildung statt. Dort betätigten die kommunistischen Vertreter allerdings das Gegenteil dessen, was Radek ausgeführt hatte. Sie erklärten, daß sie sich nur an einer Räteregierung beteiligen würden. Trotzdem müssen die Aeußerungen Radeks als Ausdruck einer geschicht» lichen Entwicklungsphase festgehalten werden. In S a ch s e n nahmen die Kommunisten vor zwei Iahren denselben Standpunkt ein. In ihren programmatischen Reden nach der Regierungsbildung oertraten sie ebenfalls den Stand- punkt, daß eine Regierungsbildung auf parlamentarischer Grundlage für sie nicht in Frage kommen könne. Sie seien nur ins Parlament eingetreten, um den Parlamentarismus zu diskreditieren. Sie unterstützten nur die rein sozialistische Regierung,„um die sozialistischen Parteien zu entlarven". Aber der Zwang der Verhältnisse wirkte doch gebieterisch auf die Kommunisten ein. Immer spähten sie in den rückliegenden zwei Iahren nach einer agitatorisch günstigen Gelegenheit, von der Pflicht, die Sozialisten gegen das Bürgertum zu unter- stützen, freizukommen. Sie fanden eine solche Gelegenheit nicht. Eist als sie infolge der großen Notlage und der Ereig- niste nach dem Rathenau-Mord zu der Meinung gelangten, die 1 Zeit sei ihnen nunmehr günstig, die ausgestreute Agitations- saat zu ernten, stimmten sie zusammen mit dem Bürgerwm � für die Auflösung des Landtages. Nun haben die Wahlen stattgefunden. Die kommunistische Kalkulation hat getrogen. Der Gewinn eines Mandates>- darüber lassen sie, wenn sie unter ssch sind, keinen Zweifel— lohnte die Anstrengungen nichtz die sie gemacht haben. Der Gewinn lohnte nicht, die rein sozialistische Regierung in Es- fahr zu bringen. Denn soweit ist nun inzwischen schon der Umstellungs- prvzeß im kommunistischen Lager fortgeschritten� diß man * wenigstens in verhältnismäßig einfichtigen Kreisen den Un- mit Gewißheit für die Ueberwindung der Tendenzen, die heute im gewerkschaftlichen Teil dieses Blattes ausführ ich mi der. terschied zwischen einer Regierung von Stinnes oder gar einer noch der kommunistischen Bewegung ihren Rückhalt geben. deutschnationalen und einer sozialistischen Regierung zu schäzen weiß. Man hat im Wahlkampf sogar die Parole der Arbeiterregierung herausgegeben und dadurch zu nächst theoretisch eine Umkehr von Bisherigem vollzogen. So mie es vor zwei Jahren vor Bildung der rein sozialistischen Regierung in Sachsen den Kommunisten als eine Unmöglich feit erschienen wäre, eine auf parlamentarischem Boden zu ftande gekommene Regierung zu unterstützen, so wäre es dann, als die Regierung doch unterstützt wurde, noch eine Unmöglichkeit gewesen, eine Arbeiterregierung zu propagieren. Die grundsätzlichen Antiparlamentarier machen Konzession auf Konzession an die Entwicklung der Verhältnisse. gegeben finden. Demnach hat der volksparteiliche Herr Geisler die Unternehmer angebettelt und Dresden, den 29. November.( Eigener, Drahtbericht.) hinzugefügt, daß um Gottes willen nichts davon bekannt Die Verhandlungen der sozialdemokratischen Landesorganisation werden dürfe. Außerdem hat er ein Bündnis mit den Sachfens mit den Kommunisten über die Regierungsbildung, die Kommunisten angestrebt, um mit ihnen gemeinsam die am Dienstag stattfanden, haben zu keinem Ergebnis geführt. Unfere Gewerkschaften zu zertrümmern. Herr Stegerwald, der GeGenossen legten gleich zu Beginn der Besprechungen Richtlinien werkschaftsführer sollte danach am ehesten begreifen, daß es vor, die als Grundlage für das Regierungsprogramm gelten sollten, für eine Arbeiterpartei gegen ein Bündnis mit de artei und die u. a. folgendes besagen: des Herrn Geisler auch Gegengründe gibt, die nicht ,, lediglich auf Parteiagitation" zurückzuführen sind. Die gegenwärtige Haltung der Kommunisten in Sach sen wird viel verständlicher, wenn man sich hieran erinnert. Sie können sich nicht völlig den Zeitumständen und den Macht verhältnissen verschließen. Dennoch sind sie nicht willens, ihnen von sich aus Rechnung zu tragen, und so suchen sie nach Auswegen. Ihre Forderung, die Regierungsarbeit auf der Tätigkeit der Betriebsräte aufzubauen, ist als Ausflucht zu werten. Auch sie müssen wissen, daß das Tätigkeitsfeld der Betriebsräte ein anderes ist als dasjenige, das die Regierung eines Landes zu bearbeiten hat. Sollen wir die Kommunisten als derart furzsichtig ansehen, daß wir annehmen müßten, sie wüßten nicht, daß die Uebertragung der Beratung von Gesezesmate rien dem Wesen der Betriebsräte widerspricht und von ihnen auch schon rein technisch nicht bewältigt werden kann? Auch den Kommunisten fann es nicht entgangen sein, daß die Regierung und die sozialistischen Parteien gewillt sind, in innigem Kontakt mit den Organisationen der Arbeiterschaft zu handeln, und daß die sächsische Regierung mit ihrem Arbeitnehmerfammergesehentwurf eine noch innigere Berbindung herstellen will. 1. Schutz der Republik mit allen gesetzlichen Mitteln, 2. Beschleunigte Neugestaltung der Gemeindegefeße, 3. Erlaß eines Amnestiegesetzes, 4. Ausbau und Erweiterung der Rechte des arbeitenden Boltes durch Schaffung von Arbeitnehmerfammern, Schutz des Achtstundentages, Schuß der Arbeitskraft, 5. Energische Einwirkung auf die Steuerpolitik des Reiches zur Entlastung der arbeitenden Bevölkerung, 6. Entschiedene Einwirtung auf das Reich in der Richtung der Bergesellschaftung der Produktions mittel und des Warenaustausches, 7. Förderung des Wohnungsbaues, bl 8. Bekämpfung des Wuchers, The und 9. Einwirtung auf das Reich zur Trennung von Kirche und Staat, 10. Reform des gesamten Schulwesens. Ein republikanisches Ministerium. Das Reichswehrministerium ist zwar nicht, wie das Innenministerium nach dem Ausspruch Desers, in erster Linie für den Schutz der Republik verantwortlich, aber ihm untersteht die Wehrmacht der Republik. Das Reichswehrministerium, das auch nach dem Kabinettswechsel Herrn Geßler untersteht, sollte deshalb les tun, um die Wehrm icht republikanisch zu beeinflussen. Nun prangte aber dieser Tage en dienstlichen Aushängetafeln des Ministeriums folgender Aushang Z. Nr. 569. 11. 22. Z. I. Berlin, den 23. 11. 22. Während bei der Beratung dieser Richtlinien unsere Bertreter An sämtliche Stellen des RBM., Heer und Marine. den besten Willen befundeten, alle im Rahmen der Reichs- und Gedenkfeier. Landesverfassung liegenden Machtbefugnisse anzuwenden, um ihren Am Sonntag, den 26. 11., 3 1hr nachmittags, in der KaiserForderungen Geltung zu verschaffen, verlangten die kommunistischen Wilhelm- Gedächtniskirche Hedengedächtnis- Gottesdienst für die im Bertreter, daß auch Forderungen, die an das Reich gerichtet werden Weltfrieg Gefallenen. Veranstaltet von dem Landesverband Großmüssen, durch den Appell an die Arbeiterschaft gegen das Reich zierbundes und des Verbandes nationalgefinnter Soldaten DeutschBerlin des Nationalverbandes Deutscher Offiziere, des Reichs- Offi durchgesetzt werden sollten, unbekümmert um die Konsequenzen, lands. die ein solches Vorgehen auslösen müßte. Da das ohne schweren Als Eintrittstarten gültige Programine 25 M. in der Ge Konflikt mit der Reichsregierung nicht möglich ist und dieser Konflikt schäftsstelle, Kleiſtſtr. 32, erhältlich. zum größten Schaden der Arbeiterschaft auslaufen müßte, mußten die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen werden. Die Kommunisten hatten für den Fall der Bildung einer Arbeiter. regierung" bereits ihre Mitglieder Brandler und Böttcher als Ministerkandidaten in Borschlag gebracht. Stegerwald gegen Hermann Müller. Ungewollte Selbstwiderlegung. = Im Entwurf, gez. Henrici. Für die Richtigkeit: gez. Möller, Ministerial- Kanzlei- Oberfefretär. Herr Henrici, der den Aushang gezeichnet hat, ist Oberstleutnant in der Zentralabteilungg des RMM.. die dem Minister direkt unterſtellt ist. Ein so hochgestellter unmittelbarer Mitarbeiter des Ministers ist doch wohl verpflichtet, die Gefeße zum Schuß der Republik zu fennen? Er ist doch wohl auch gehalten, nicht zufällig zu ,, vergessen", daß der Verband nationalgesinnter Soldaten" am 30. Juni d. J. durch Verfügung des preußischen Innenministers auf Grund dieser Schuggefeße verboten und mit allen feinen Teilen und Unterorganisationen aufgelöst worden ist. Wenn trotzdem sozusagen amilich für diesen verbotenen und aufgelöften Berband in einem so wichtigen Ministerium Retiame gemacht wird, so scheint das ein Fall zu sein, in dem die schleunigste Anwendung des Gesetzes zum Schutz der Republik vor antirepublikanischen Beamten geboten erscheint. Aus dem Landtag. In der Kommunistischen Partei wirbeln die Meinungen noch jetzt durcheinander, was zu tun sei. Auch das zeigte der legte Parteitag der KPD. sehr drastisch. Noch jetzt gibt es weitere Kreise, die, wie vor Jahresfrist die Kommunistin Heller es in dem Chemnizer kommunistischen Organ ausdrückte, darin, daß sich die KPD. bereit erflärt, fommunistische Minister zu stellen, voll Schaudern den Anfang des Weges nach ,, Der Deutsche", das Blatt Adam Stegerwalds, Görlig sehen. Um den durcheinanderwirbelnden Auffassun- fezt sich mit der legien Reichstagsrede des Genossen Hermann gen in der KPD. Rechnung zu tragen, wurde damals schon die Müller auseinander. Er verschanzt sich gegen Müller fpisfindige Unterscheidung zwischen Arbeiter= hinter Ebert, der doch die Ernennung des von Müller so scharf regierung und sozialistischer Regierung gezogen. angegriffenen Beder Hessen zum Wirtschaftsminister voll Eine Arbeiterregierung sei eine Regierung, so flang es damals zogen habe. Herr Stegerwald fennt offenbar die Berfassung mie heute, die nicht nur im Barlament ein formales Dasein nicht, in der es heißt, daß die Ernennung der Minister auf führt, sondern die sich auf die Organe der Arbeiterschaft stüht Borschlag des Reichskanzlers erfolgt. Weiter und von ihnen die Richtlinien ihrer Politik empfängt. Daß der wird gesagt: Willen der Arbeiter auch durch allgemeine Wahlen zum Der seitherige Reichskanzler Wirth ist, wie noch tein bürgerAusdrud kommt, das wird gefliffentlich übergangen. Daß licher Reichsfanzler vor ihm, in allen wesentlichen Fragen der So Stüßpunkte außerparlamentarischer Art auch ohne die Bezialdemokratie weit entgegengekommen. Er ist denn auch in den triebsräte vorhanden sind, das wird nicht erwähnt. Daß eine breitesten Rreifen weit mehr als Vertrauensmann der SozialdemoRegierung, die sich auf Arbeitervertreter stüßt, auch eine Ar- fratie wie sonstiger politischer Richtungen angesprochen worden. Ais beiterregierung ist, das wird sophistisch anders dargestellt. er aber in einer entscheidenden innen- und außenpolitischen Lage Daß schließlich auch eine Regierung, die mit Betriebsräten ar- von der Sozialdemokratie Entgegenkommen forderte, hat diese ihn, beiten würde, nicht über den Rahmen der Macht hinaus wirfen anstatt Gefolgschaft zu leisten, mit Fußtritten trattiert. fönnte, der seinen Ausdruck auch in allgemeinen Wahlen Diese Fußtritte sind eine alberne Erfindung zu agitato findet, das wird verschwiegen. Was Radek schon angeführt rischen Zwecken. Wirth hat die Sozialdemokratie gefcat. cb hat, daß auch eine Räterepublik von dem Willen der Mehrheit sie mit der Volkspartei eine Regierungstoalition enchen des Proletariats getragen sein müsse, das läßt man für die wolle. Darauf hat sie ein gefagt. Das war d. soge fozialistische Regierung nicht gelten. Es handelt sich also bei nannte Fußtritt". Wenn aber Herr Stegerwald Birty als dieser Forderung um nichts weiter, als um den Versuch, Bertrauensmann der Sozialdemokratie bezeichnet, so ist das den Bankrott einer Idee zu verschleiern, näm zwar fein Fußtritt", aber ein ganz netter, freundschaft: cher lich der, daß das„ bürgerliche Parlament" in feinem Fall der Stich. Interessenwahrnehmung der Arbeiterklasse dienlich sei. Herr Stegerwald findet jenes Nein ganz unverständlich, So bestimmt wie in Sachsen sind die Kommunisten selten er beruft sich dabei auf das bekannte Urteil verschiedener vor die Alternative gestellt worden. Wenn sie zu den bishèri- Parteigenoffen. In derselben Nummer feines Biautes verUeberfritte zur Sozialdemokratie. Die beiden fommunistischen gen erneut eine verpaßte Gelegenheit, ein geschicht öffentlicht er aber eine Enthüllung über das Treiben des württembergischen Landtagsabgeordneten ausel und Baier liches Verfagen oder Schlimmeres gefellen, so schädigen sie volksparteilichen Abgeordneten Geisler, find aus der KPD. ausgetreten und haben sich unserer Partei angenicht nur das Gesamtproletariat. Ihr Verhalten wirkt auch des Führers der nationalen Berufsverbände, die unsere Leser schlossen. Die Arbeitsleistung sinkt! Von Erich Schäffus. ㄓ Beratung über die Ausweisung des italienischen Rom Nachdem der Antrag der Kommunisten, die gestern abgefeßte munisten Ghezzi heute an erster Stelle vorzunehmen, gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt war, verlangte unfer 3 noffe Müller Hannover, den Gesezentwurf wegen Aenderung des Beamtendiensteintommengefehes vorwegzunehmen und in allen rei Lesungen ohne Aussprache zu verabschieden. Es soll dadurch cr möglicht werden, den Beamten die erhöhten Bezüge schen zum 1. Dezember auszuzahlen. Es wird so beschloffen. Hierauf begründet Dr. Kähler- Greifswald eine Große Anfrage der Deutschnationalen über die Einwanderung der Dfijuden. gestern die Immunität des deutschnationolen Abg. Bazille zweds Aufgehobene Immunität. Der württembergische Landtag hat Durchführung eines Disziplinar- und Strafverfahrens wegen der von dem sozialistischen Abgeordneten Reil im Reichstage gegen ihn erhobenen Beschuldigungen aufgehoben. dann nach einer Beranda, wo er auf dem Thron der alten ägyptischen Ralifen Platz nahm. Hier huldigten ihm die anwesenden Würdenträger. Dann fuhr er in einer Staatstarosse nach der Moschee Mohammeds des Eroberers. Das Gebet, in dem der Segen Allahs auf den neuen Ralifen herabgefieht wird, wurde zum ersten Male in türkischer Sprache gesprochen, statt wie früher in arabischer. Wieder fagt feiner ein. Wort. Doch die Mienen werden ver-| fich mit der Verwahrung dieser Koftbarkeiten betraut. Er begab sich drossener, verbissen. Der Blick fliegt zum Fenster hinaus, wo hoch bepadte Lieferwagen eben davonfahren, voll geladen mit dem, was des Arbeiters, des Angestellten Fleiß fertig brachte. Und man fennt Die Arbeitsleistung fintt. Die Grundbedingung für den Wieder doch die Lieferbedingungen, tennt die Beträge der Rechnungen, weiß aufbau der deutschen Wirtschaft ist vermehrte Produktion. Nur, doch wenn das deutsche Volt mehr noch als bisher arbeitet, fann es über Ein Plaz war bisher leer gewesen. Nun tommt der Rollege, die jetzige schwere Krisis hinwegkommen. Wird nicht mehr ge- müde, blaß, übernächtig, entschuldigt sich bei unserem Borsteher und arbeitet, dann treiben wir unaufhaltsam, unrettbar dem Abgrund zu. fezt sich dann still vor seinen Tisch. Schlägt ein Buch auf und stiert So oder ähnlich haben wir's morgens auf dem Wege zur Ar- vor sich hin. Dann beginnt er mit müder, leiser Stimme zu er beitsstätte in der Zeitung gelesen. Und das Gelesene flingt in uns zählen. Wie seine Frau plöglich mitten in der Nacht geschrien habe. nach, wenn wir unser Bureau, unsere Werkstatt betreten. Ein Ent- it kaum noch menschenähnlicher Stimme:„ Meine Kinder verschluß steht fest bei uns: Heute wollen wir zeigen, daß wir uns nicht unterfriegen laffen, wollen mit erhöhtem Fleiß und größter Ausdauer mehr noch als unser Tagwerb vollbringen. Nicht nur, um uns in den Augen unserer Borgefeßten in ein gutes Licht zu fetzen. Aus tiefer, innerster Ueberzeugung zum Besten des Gesamtwohls. Da sind wir nun mitten in der Arbeit. Ein gutes Stück haben wir schon geschafft, in furzer Zeit. Auf einmal, ohne erkennbaren äußeren Grund, wird unsere Aufmerksamkeit von ihr abgelenkt. Das vielleicht achtlos hingeworfene Wort eines Kollegen bringt unsere Gedanken in eine andere Richtung, in die eine, einzige: Wie wird die nächste Gehaltserhöhung ausfallen? Wie werden wir ausfommen? Der ewige Fridericus Reg. Die Stettiner Sänger, die sich im Reichshallen Theater produzieren, bringen als eine Programmnummer die lebenden Bilder Mitternacht in der Gemäldegalerie". Als lehtes Bild erscheint Fride ricus Reg". Unter Dommer und Bliz und den Klängen des hungern! Bib mir Brot für die Kinder! Du! Du bringst nicht ge- Hohenfriedberger- Marsches steigt er aus der Gruft. Links die nug Geld!" Dann hatte sie aufgelacht und mit der Fauft nach ihm Raiserstandarte, rechts den gezogenen Säbel, betritt er die Bühne gedroht. Dann war sie wieder in die Kiffen zurüdgefallen, in und hält eine monarchistisch- militärische Brandrede furchtbarster Schweiß gebadet, trafilos, fiebernd. Hatte" dagelegen mit einem Art. Auf dem Programm steht fettgedruckt zu lesen: lim den Seifen Wimmern. Effekt nicht zu stören, wird das Publikum höflichst ersucht, während Schnell hatte er die weinenden Kinder beruhigt und war dann dieser Nummer feine Streichhölzer oder Taschenlampen aufleuchten zum Arzt gelaufen. Der hatte nur die Achseln zuden fönnen: Ruhe zu lassen."- Streichhölzer und Taschenlampen leuchteten nicht auf, Ruhe, nicht grübeln, einige Tage lang nicht an die Sorgen denken!" wohl aber erhot sich ein Brüllen und Trampeln der Zuhörerschaft, Gast wie ein Hohn hatte es geflungen. Doch der Arzt hatte selbst das an gewisse Szenen der großen Zeit" erinnerte. Wir gönnen so tief ernst, so fummervoll dreingeschaut. denen, die nicht alle werden, ihre Erbauungsabende und ihren Der Kollege hatte schon längst aufgehört zu erzählen. Aber noch Kunstgeschmad, dem Arbeiterpublitum möchten wir aber dringend immer figt er still da. Das Buch liegt noch immer vor ihm aufgeraten, selbst in den Tagen des Schauspielerstreifs„ BergnügungsBorbei ist's mit den guten Borsätzen, vorbei mit allem Eifer. Schlagen, doch die Augen irren darüber hinweg. Mit dem ung: Stätten" zu meiden, in denen es derartigen Attentaten auf sein Die Buchstaben und Ziffern tanzen vor unseren Augen. Müde, heuren Ballast solcher Sorgen follte er Mut und Freude haben zur Denken und Empfinden ausgesetzt ist. forgende, gequälte Blide irren in ungewisse Fernen. Und die Ge- Arbeit? Wir andern fihen um ihn herum. Die Feder in der Hand. banten lommen, ungewollt, ungerufen, und zwingen uns in ihren Für den Augenblick find unsere eigenen Sorgen durch die größere, unheilvollen Bann. Es ist ungeheuer schwierig gewesen, im vergan- furchtbarere des einen etwas zurüdgedrängt worden. Wie lange genen Monat mit dem bargen Gehalt durchzukommen. Bird's im wohl? Schon in den nächsten Minuten kommen sie wieder. Bohrennächsten beffer werden? Zwar die Sumunen sind hoch, so hoch, daß der, nagender, zermürbender. Die Arbeitsleistung fintt! Ueberflüssig zu sagen, wie fie gesteigert man früher mer weiß was alles dafür bekommen hätte. Ja, früher! Aber heute fostet das Pfund Margarine 1000 m., heute noch, und werden könnte. das Brot Ach, nur feine Preise, nur nichts davon hören müssen, immer und immer wieder. Dann zuden wir plößlich zusammen und befinnen uns. Wir wollten ja arbeiten. Nun, hoffentlich haben die anderen nichts gemerkt von dem ,, Faulenzen". Borsichtig bliden wir uns um. Sehen, wie auch die Blicke der anderen schweifen, erkennen auch bei ihnen beat grübelnden, zerquälten Ausdruck banger Sorge im blassen Geficht. Dann sagt irgend jemand, ohne Einleitung: Die Verhandlungen find abgebrochen worden, 50 Brez. Zulage nur will man uns geben." Nur 50 Proz?" und jeder holt nun einen Zettel, einen Bleistift hervor und rechnet, rechnet, rechnet. Einer, der zuerst fertig gemorden ist, murmelt verzweifelt:„ Aber es ist ja gar nicht möglich, bamit auszulommen. Es ist doch alles auf das Doppelte, ja bas Drei- und Bierfache gestiegen, auch ber Preis unferer Erzeugnisse, und ums gibt man nur das." Die anderen niden stumm. Nur der eine, der die erste Mittet fung brachte, nimmt wieder das Wort: Ja, die Arbeitgeber er flären, auf feinen Fall mehr geben zu bönnen. Es würde zu wenig gearbeitet und dafür würden schon jetzt viel zu hohe Gehälter und Löhne gezahlt." Durch den Zehnstundentag sicher nicht! 16. Dezember findet auf Beranlassung des preußischen Ministers für Eine berufspädagogische Woche. In der Zeit vom 11. bis fitit in Berlin eine berufspädagogische Woche statt für Leiter und Handel und Gewerbe an der Deutschen Hochschule für Bo. schulen ber mittleren Brovinzen Preußens, wobei u. a. folgende Leiterinnen, Lehrer und Lehrerinnen an den Fach- und BerufsVorträge in Aussicht genommen find: Staatssekretär a. D. Dr. August Müller: Die Lage der deutschen Wirtschaft. Dr. Loehning: Arbeitslohn, Arbeitszeit, Arbeitsertrag.- Privat Die Welhe des Kalifen. Die Einfeßung des neuen Ralifen in bozent Dr. Hermberg: Arbeitslohn, Lebenshaltung und Index feine Würde als das Oberhaupt aller gläubigen Mohammedaner ist, problem. Staatsminister a. D. Siegerwald: Die deutse wie aus Konstantinopel berichtet wird, unter großer Brachtentfaltung Gewerkschaftsbewegung. Ministerialrat Dr. Derich: Betriebs vollzogen worden. Die Feier begann am frühen Morgen, indem sich rätegeses. Ferner werden Regierungs- und Gewerbeschulrat der neue Sultan Abdul Medjid aus dem Dolma- Bagscheh- Palast im Franzistet vom Minifterium für Handel und Gewerbe sowie Norden von Konstantinopel mit großem Gefolge nach dem alten Direktor Rühne und die Gewerbelehrer Fender und Schulz Serail in Stambul begab, wo er eine Abordnung der türkischen die praktische Auswertung der Referate im Unterricht behandeln. Nationalversammlung empfing. Die Deputation überregte ihm Zur Durchführung der Woche hat sich ein Arbeitcausfchuß gebildet, einen Brief, in dem verkündet wurde, daß er von den Bertretern der für die Unterbringung und Verpflegung der auswärtigen Teil des Boltes zum Kalifen erwählt worden sei. Bon Brinzen und Be- nehmer nach Möglichkeit Erleichterung schaffen wird. Zimmeramten umgeben, schritt der neue Sultan dann nach dem Pavillon beftellungen find von Lehrerinnen bis zum 25. November an des Mantels des Propheten", einem alten Bau, deffen Wände im Fräulein von Röffing, Berlin- Friedenau, Riedstr. 7, und von den Glanz fostbarer Fanencen erstrahlen. Hier übergab ihm der Führer Lehrern an Direktor Wernice, Berlin NO. 43. Georgenfirchstr. 43, der Barlamentsabordnung einen goldenen Schlüssel, und mit diesem zu richten. Unabhängig hiervon find alle Meldungen zur Leil öffnete er drei goldene Reliquienfchreine, die die heiligsten Gegen- nahme an der Veranstaltung an die Direktion der Deutschen Hochstände des Islam enthalten. Nämlich den Mantel des Bronheten, fchule für Politit, Berlin B., Schöneberger Ufer 36a, zu senden. ber von 40 seidenen Hüllen umgeben ist, sein Schwert, seine Fahne, Wilhelm Buich wird verfilmt. Die Hamburger Bera Filmmerfe einige Haare feines Bartes und einen heiligen Koran. Der neue werben, wie die Lichtbild- Bühne" mitteilt, Mar und Morit“ und„ Hans Kalif brachte diesen Reliquien seine Berehrung dar und wurde feier. Gudebein als Beichenfilme auf der Leinwand erstehen lassen England und Griechenland. minifter Lord Curzon nach Lausanne berufen worden sein. Protest Amerikas. Die Wohnung als Erbe. Fehlen der Unterschrift der Mitteilenden Rückfragen ausfließt, geht Causanne, 29. November.( WEB.) Die Meldung von der Früher waren es gewisse Sargfabrikanten, die mit größer Firig gebliche Wege kostbare Beit verloren, worunter wieder die Hilfsden mit der Nachprüfung beauftragten sozialen Kräften durch verHinrichtung der verurteilten Minister in Athen wurde gestern abend feit sich bei den Angehörigen soeben Verstorbener einstellten und den bedürftigen zu leiden haben. Es ist daher im Interesse sachgemäßer hier durch eine Reuter- Depesche befannt; fie erregte größte Sensation. Man befürchtet eine Verschärfung der Lage. Es entstand Auftrag zur Sarglieferung erbaten. Zuweilen kamen fie mit Hilfe wirklicher Not dringend geboten, solche Anzeigen, die selbstverständBearbeitung der Anzeiger und schnellerer Hilfeleistung in den Fällen fofort das Gerücht, daß Beniselos( der Auslandsvertreter Griechen- ihres Nachrichtendienstes noch schneller, als die Familie durch das lich vertraulich behandelt werden, stets mit Namen und Wohnung zu lands, jezt in Lausanne. Red.) zurüdireten roerde, da er sich nicht Krankenhaus vom Todesfall in Kenninis gesetzt war. Heute sind unterschreiben. mit den Athener Vorgängen identifizieren wolle. In unterrichteten Wohnungsuchende in solchen Fällen ebenso fig. Sie bieten große griechischen Kreifen weiß man jedoch nichts von solchen Absichten. Abfindungssummen oder bezahlen die gesamten hohen Be= Beniselos lehnte es bis jetzt ab, sich über die Vorgänge in Athen zu erdigungsfosten, um mit allerlei Schiebungen, die man in- lung IA des Polizeipräsidiums in der Friedrichstadt vor. Viele der Eine scharfe Ausländerkontrole nahmen Boamie der Abteiäußern, über die er noch nicht offiziell unterrichtet worden ist. haben die Chefs geheim beraten. Admiral Beatty foll zum Außen- frei werdenden Wohnung Besiß zu nehmen. Das Berliner 3en Schon früher wurden bei Streifen viele solcher Ausländer; die oit London, 29. november.( Eca.) In der Admiralität folge der Wohnungsnot begreiflich finden kann, als Erbe" von der Fremden handeln mit unbeweglichen und beweglichen Werten, be sonders auch, trotz aller Berbote, mit Gold und Edelsteinen. hat hierzu folgendes sind, ohne jeden beschlossen: Es war zweifelhaft, ob dem Wohnungsamt das Recht Ausweis und Aufenthaltserlaubnis angetroffen. Das wiederholte zusteht, Wohnungen zu beschlagnahmen, wenn der Hauptmieter ver- sich auch bei der letzten Kontrolle. Mehrere 100 Personen ftorben ist. Die von der Beschlagnahme Betroffenen erhoben regel- wurden angehalten und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Funfmäßig fofort Beschwerde beim Mieteinigungsamt. | vorsitzenden der Berliner Mieteinigungsämter haben sich daher wurden dem Richter vorgeführt und sollen über die Grenze gebracht Die Abtlungszig Mann, die entweder gar teine oder falsche Bässe hatten, dahin verständigt, daß ein Verfügungsrecht des Erben über die werden. Wohnung des Erblassers nur dann anzuerkennen ist, wenn der Der neue Gaspreis, den die Kohlenpreissteigerung zu einer fast Erbe zur Zeit des Erbfalles in der Wohnung ge- unmöglich scheinenden Höhe hat emporschnellen lassen, beträgt bei der wohnt hat und dort auch polizeilich gemeldet war. Gasbetriebsgesellschaft nur" 76 t. pro Rubitmeter, dagegen bei Borschub. Der Erbe fann bei zu erwartendem Tode des Erblassers Stadt und dem der Gesellschaft erklärt sich daraus, daß Das beseitigt aber nicht alle Unregelmäßigkeiten, leistet innen sogar den Gaswerten der Stadt, wie schon gemeldet, 90 mt. pro Kubilschnell in die Wohnung einziehen und sich polizeilich anmelden. bei der Gesellschaft die Preisfestlegung rückwirkend vor der Novemmeter. Der Unterschied zwischen dem Gaspreis der Andere, die viel länger auf eine Wohnung warten, haben dann das berstandaufnahme ab gilt, während die Stadt den neuen Preis von Nachsehen. der Dezemberſtandaufnahme ab eintreten läßt. Das heißt: die Stadt fordert für das von der Dezemberstandaufnahme ab erst zu verbrauchende Gas 90 M., die im Januar bezahlt werden müssen, die Gesellschaft aber läßt sich im Dezember schon 76 Mt. für das vor der Gas bezahlen, für das die Stadt im Dezember erit 41 Mt. einkassiert. Novemberstandaufnahine ab gelieferte und jetzt längst verbrauchte Die Gesellschaft ist also der Stadt in der Preisbemessung ein tüchtiges Stüd voraus. Washington, 29. november.( p.) Das State Department( Außenministerium) hat durch den amerikanischen Geschäftsträger in Athen, Caffery, gegen die Hinrichtung der griechischen Miniffer offiziell Protest erhseen. Poftreformen. Die Müllabfuhrkosten. Ungejehliche Mashenschaften. Der neue Minister für schärfere Bortoerhöhungen. Im Reichsverkehrsbeirat fand nach der Einführung des neuen Ministers Stingl eine eingehende Debatte über die Organisation der Post statt. Abg. Held( Bayer. Bp.) zugrunde, die folgende Forderungen und Anträge enthält: 1. 3urüdführung des Personals auf den Stand von 1913. 2. 2Bieberherstellung der Diensteinteilungen und des Beschäftigungsgrades wie vor dem Krieg. 3. Ueberzähliges Bersonal im geringwertigen Dienste! Keine Neuaufnahmen! 4. Ersaz des schematischen Achtstundentages durch den wirk lichen(?) Achtstundentag und Uebernahme der ReichsbahndienstWie der„ Borwärts" bereits am 8. November. ausführlich be: dauervorschriften auf die Bost. 5. Stait Entlohnung nach 3 eit richtete, hatte die Müllabfuhrgesellschaft die Absicht, die feinerzeit Bergütung nach Leistung. Einführung von Afford und Prä- vom Magistrat festgesezten Höchstzuschläge von 400 Broz. für die mien. Beförderung nach Tüchtigteit. Auslese besonders tüchtiger Müllabfuhr im November voll umzulegen. Die MüllabfuhrgesellBeamten für wichtige Posten. 6. Ausscheidung von Stompetenzen haft hat sich zwar nachher berichtigt, gibt aber nun eine 3 a hGegen Schantitätenvermehrung und gegen Nahrungsmittelaus dem Ministerium und deren leberweisung an die Oberpoft lungsaufforderung an die Hauswirte bzw. Verwalter her- vergeudung wendet sich die Schöneberger Alkoholgegner= Direktionen. 7. Minderung der Referate im Ministerium und Ein- aus, nach der die Müllabfuhrkosten in Höhe der von den städtischen woche vom 3. bis 10. Dezember. Eröffnet wird die Woche durch schränkung der hohen Beamtenstellen. 8. Vereinfachung der Kon- Störperschaften beschlossenen 400 Proz. der Grundmiete, die auf die einen Umzug der Schöneberger Alkoholgegner und aller derer, die trollen und Revisionen. 9. Bildung und Erweiterung der Fonds Mieter voll umzulegen sind", einzusenden sind. Dieses Vorgehen der in der ständig wachsenden Zahl der Schanfstätten eine Volksgefahr zur Ausnutzung der Ronjunttur zu Beschaffungen für die Müllabfuhrgesellschaft ist vollkommen ungefeßlich, hat sie doch selbst fehen, am 3. Dezember, nachmittags 2 Uhr, ab Bahnhof Ebersstraße. Acichspost. 10. Berechtigung für die Verwaltung, Ausgaben für in einem lichten Augenblid anerkannt, daß die Berechnung nur Im Anschluß an dem Umzug wird an demselben Lage, nachmittags Sachaufwände im Rahmen der bisherigen Aufwendungen vor der nach der Zahl der abgeholten Kästen erfolgen 4 Uhr, im Logenheim, Gustav- Freytag- Str. 5, ein Führungsvortrag formellen Bewilligung der Mittel vorläufig" aus feiften. 11. lleber- fann. Es wird deshalb erneut allen Mietern und Mietervertretern in der Wohlfahrtsausstellung stattfinden.( Redner: Dr. Kraut.) Die tragbarkeit und leberschreifbarbeit der einzelnen Haus- nahegelegt, die Rechnungen dahingehend zu prüfen, wieviel Rästen Ausstellung wird bis zum 9. Dezember von 3 bis 9 Uhr nachmittags haltsposten. 12. Pauschalabftriche im Bersonalauswand. 13. Inter- in den Monaten Oktober und November abgeholt wurden. Es geöffnet sein. Eintritt zur Untoftendedung 3 M. Für fachkundige eifengemeinschaften mit den Lieferungsfirmen der Reichspost und werden nur die wirklich abgeholten Räften bezahlt. Nach Führung ist Sorge getragen. Donnerstag, den 7. Dezember, findet nebergang zu einer die Preise der Privatproduktion kontrollierenden den Errechnungen des Wohnungsausschusses und den vorgelegten in der Aula, Kolonnenstr. 22/23, eine öffentliche Volksversammlung Gigenproduktion. 14. Größere Selbständigmachung der Berechnungen der Müllabfuhrgesellschaft find für einen Kasten Müll mit freier Aussprache statt.( Redner: Georg Davidjohn.) Schließlich Reichspoft gegenüber dem Reichsfinanzministerium. bei einmaliger Abholung in der Woche für den Monat bringt der 10. Dezember eine Probeabstimmung in der Sedanstraße In der Debaite äußerte sich der Minister Stingt dahin, daß Oftober 550 M., für den Monat November 600 M. zu zahlen. in Schöneberg über die Frage einer Einschränkung der Schankstätten. math feiner Meinung der bisherige Bostminister Giesberts vielleicht Weiter ist zu beachten, daß die Kosten für diese abgeholten Das Ergebnis wird am 12. Dezember, abends 7 Uhr, im Logenheim, cs nichtfachmann in feiner Gebührenpolitif die Inter- und nur mit 550 bzw. 600 m. berechneten Kästen für den Oktober Gustav- Freytag- Str. 5, öffentlich festgestellt werden. effen des Publikums allzu sehr geschont habe. Ein Ver- nur bis 50 Proz., im November bis 400 Prog. umgelegt werden treter der Reichspostverwaltung wies darauf hin, daß in Zukunft fönnen. Wo aus den Rechnungen die Zahl der abgeholten Kästen bei der Post stärker dezentralisiert und die Oberpoftdirek- und die Kosten des einzelnen Raftens nicht hervorgehen, ist die Betionen selbständiger gemacht werden würden. Eine Reihe von zahlung bis zur Klarstellung abzulehnen. Bostämtern werde aufgehoben und in Agenturen verroandelt. Im inneren Betriebe feien Maßnahmen zur Berein fachung des Rassen- und Rechnungswesens eingeTeitet. Der Kraftwagenbetrieb werde ausgedehnt. Der Abbau überIm Brozeß gegen Franz und dessen Ehefrau Hedwig flüffigen Personals werde mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. verzögerte sich die Wiederaufnahme der Verhandlung, da ein Gegenüber 410 000 Röpfen im Dezember 1921 feien am Geschworener aus Wittenau nicht erschienen war, weil bei 1. April 1922 nur ned 336 000 vorhanden demesen. Weitere Reinickendorf ein Güterzug verunglückt war, so daß der leberweisungen von Beamten an andere Reichsbehörden würden Personenverkehr bis nach 9 Uhr morgens auf dieser Strede ftattfinden. Der Minister erklärte sich grundsäglich für den acht stodte. Nach kurzer Bertagung wurde ein Erjakgeschworener filindigen Arbeitstag. Tros der beabsichtigten Portoerhöhungen eingesetzt und die Berhandlungen wieder aufgenommen. beträgt der Fehlbetrag der Reispostverwaltung augenblicklich Rechtsanwalt Bahn führte feine mehrstündige Verteidigungs75 Milliarden und wird für 1923 auf rund 200 milliarden rede fort und ging auf das Gutachten Brofessor Levins ein, veranschlagt. der seine Sachverständigenbefugnisse weit überschritten habe. Zum Schluß beschäftigte fich Rechtsanwalt Bahn eingehend mit der Frage, ob in dem Berhalten der Eheleute Franz überhaupt uppelei zu erbliden sei. Die ganze Anlage fei hinfällig und es müffe Freisprechung auf der ganzen Linie erfolgen. Darauf nahm Justizrat Bronter das Wort zur Berteidigung der Angeflagten. Die Geschworenen müßten berüdsichtigen, daß Franz ein sexuell schwertranter Mensch fei, daß aber auf der anderen Seite nichts Nachteiliges, als nur die frankhaften Reigungen vorgebracht seien. Die neuen Portosätze. Die Vorschläge der Berwaltung sehen u. a. folgende Grhöhungen vor: Fernbriefe: 25 M., über 20 bis 100 Gramm ind über 100 bis 250 Gramm 35 und 45 M. Ortsbriefe.10, 15 nd 25 M. Fernpostkarte 15, Ortspoftfarte 5 M. afete bis zu 5 Kilogramm Nahzone 125 M., Fernzone 250 m. Bei Bateten über 5 bis 10 Rilogramm für jedes Kilo Nahzone 25, Fernzone 50 M. zu der Gebühr des 5- Kilogramm- Bafetes. Bafete fiber 10 bis 20 Kilogramm Zuschlag 60 bzw. 120 m. für das Rilo. ostanweisungen doppelt so teuer. Reine Erhöhung der 3eitungsgebühren. Bostiched gebühren verdoppelt. Telegramme: Grundgebühr 50 M., Mortgebühr 20 m., Ortsund Breffeielegramme 20 und 10 M. Fernfprech gebühren: Brundgebühren für die Hauptanschlüsse unverändert, die Orts- und Bernsprechgebühren dagegen doppelt bis 2½fach. Ferniprechgebühr 3. B. bis 5 Kilometer 7., auf mehr als 500 bis 600 Rilometer 308 2. Ruhrindustriewerte steigen!! Der Franz- Prozeß. 2 Das Urteil dürfte in den späten Nachmittagsstunden zu er warten sein. Der Herr Ehrenobermeister. In der Sonntagsnachmittagsvorstellung des Bezirksbildungsausschusses am 26. November im Neuen Theater am 300 ist im Vorraum des Theaters ein Herrenschirm verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, ibn gegen Belohnung im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 8, abzugeben. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas fühler, zeitweise aufllarend, jedoch überwiegend bewölft mit wiederholten Niederschlägen und frischen westlichen bis nordwestlichen Winden. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Arbeitsgemeinschaft, Berfassungstarfus, morgen, Donnerstag. abends 7% Uhr, juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof part 17. Streis, Lichtenberg. Die erweiterte Streisvorstandsßigung findet heute unt Abt., Schöneberg. Die für Donnerstag in der Schulauia Frankenstraße an7 Uhr nicht bet Hendel, sondern bei Tempel, Gudrunstraße, slett. gefagte Bersammlung fällt ens. Die Mitglieder nehmen an der heute abend fattfindenden Mitgliederversammlung der 77., 78. und 79. Abteilung in der Schulaula Feurigftr. 57 teil. 77. so. 102. bt., Reuteun. Donnerstag 6% Uhr Bersammlung sämtlicher Funktionäre in der Kngbenmittelschule Donaufte. 120. st., Baumschulenweg. Donnerstag 7 Uhr bei Haß, Baumschulenstraße 72: Jungsozialisten, Gruppe Reulöän. Donnerstag abend, pünktlich) 7½ Uhr, im Wichtige Funktionärügung. Jugendheim, Rogatite. 25, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Kreisärbeit und Winteragitation. An unsere Leser! wurde die Berhandlung heute fortgeführt. Der Angeklagte Karl In dem Brozeß gegen Rari Rahardt und Genossen a hardt sieht sehr leidend aus und ist ziemlich apathisch auf der Freunden eine bedeutsame Pflicht. Dringender als je ist es Unmittelbar vor dem Monatswechsel erwächst unferen Anklagebant. Nach Eröffnung der Sigung wird der Gefängnisarzt heute nötig, der gespannten innen- und außenpolitischen Lage Dr. Hirsch vernommen. Er glaubt, daß es möglich sein werde, unter großer Schonung und, wenn man nicht zu lange verhandle, an der Hand eines zuverlässigen Führers zu folgen. Ein solcher das Berfahren weiterführen zu können. Rahardt selbst habe erklärt, Führer im sozialistischen Sinne ist der„ Borwärts". Aber auch Geringer Devisenkursrückgang. daß er das dringende Verlangen habe, daß diese Verhandlung zu er wird bedrängt durch die rasende Entwicklung der PapierNuhrbefehung? Ende geführt werde. Das Gericht beschloß, entsprechend einem An- preise, die zu einer absoluten Vorherrschaft der vom Großtrag des Rechtsanwalts Grünspach nochmals auf den Teil der kapital ausgehaltenen Bresse zu führen droht. Um so mehr Die etwas günftigere Bewertung der deutschen Mart an der Anklage einzugehen, der besagt, daß Rahardt zugunsten der Hand- müssen unsere Genossen es als ihre ehrenvolle Aufgabe begestrigen New Dorfer Börse rief im heutigen Berliner Vormittags- wertstammer eine doppelte Mietzahlung in Empfang ge- trachten, das einzige zweimal täglich erschei verfehr eine leichte Abschwäch ung der Devisenturse hervor. Im nommen habe, und zwar zum Schaden der Militärverwaltung, ob nende Organ der Vereinigten Sozialdemokratie in seiner verkehr eine leichte Abschwächung der Devisenkurse hervor. Im offiziellen Berkehr setzte der Dollar mit 8200 ein, flieg aber sehr wohl der Bächter bereits die Miete für ein Bierteljahr bezahlt hatte. vollen Schlagkraft zu erhalten und sie noch zu verstärken. Das bald wieder auf 8500 bis 8600. Die Lage des Devisenmarktes ist also im Vergleich zu gestern so gut wie unverändert. Die geschieht am wirkungsvollsten, wenn jeder Parteisreund in größer die Zahl der„ Borwärts"-Leser, desto stärker ist der feinem Kreise neue Leser des Bormärts" wirbt. Je Einfluß, den die Sozialdemokratie nach jeder Richtung für das schaffende Volk ausüben kann. Nachrichten aus Paris werden natürlich lebhaft besprochen. Die auffallenden Käufe in westdeutschen Industriepapie ren, insbesondere Montanwerten und chemischen Aktien, dauern an. Es handelt sich in der Hauptsache um Rauforders, die für franzö fische Rechnung über Holland und die Schweiz nach Berlin fommen. Der gesamte Effettenmarkt stand auch heute wieder im Zeichen der Hausse. 1 holländischer, Gulden ... 1 argentinischer Papier- Beso 1 belgischer Frant.. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 29. November Räufer Serkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Surs 3336.68 3353.37 8117.18 3182.82 525.67 531.88 1576.05 1583.95 1780.66 1739.84 ( Brief-) Kurs Wie man Wohnräume ihrem Zweck entzieht. Neubauten nicht in Gang fommen wollte, allerlei Notbehelfe anZur Milderung der Wohnungsnot sind, weil die Herstellung von gewendet worden, die Wohnungen zu mehren. Räume, die längst nicht mehr als Wohnungen dienten oder überhaupt niemals als folche gebient hatten, wurden in Eile wohnlich" hergerichtet. HausDarum: ans Werk! Jeder muß zum 1. Dezember böden, Lagerfeller, Schuppen wurden ausgebaut, und mancher Woh einen neuen Abonnenten des„ Borwärts" gewinnen! nimmt aber in Berlin auch das vor, daß Räume, die bisher als Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin S. 68, Lindennungssuchende war froh, fie als Unterkunft zu erhalten. Leider Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die ohnung gedient haben, durch erwendung als Bureaus oder als Lagerräume ihrem Zweck entzogen straße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins werden. In dem Hause Bülomstraße 60, das vor einiger Zeit ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) 28. November Säufer Berläufer an einen anderen Eigentümer übergegangen ist, hat der Verwalter ( Geld-) eine Rellerwohnung nach Auszug des bisherigen Bewohners in Kurs einen Gewerberaum umgewandelt. Die Wohnung wurde vor dem 3451.35 3468.65 Kriege, während des Krieges und nach dem Kriege bewohnt, aber 3192.8208.jcht wird Feuchtigkeit als Grund dafür angegeben, daß sie nicht mehr 556.10 558.90 in der früheren Weise benutzt werden soll. Der Verwalter selber, 1604. ein Malermeister, will sie für seinen Gewerbebetrieb benutzen, und 1760.58 1769 42 zu diesem Zwed ist sie bereits hergerichtet worden, wobei sie auch 2274.35 2285.70 2329.16 2340.84 ihre Mängel losgeworden sein dürfte. Es ist felbstverständlich, daß 203.98 205.02 216.95 218.05 pon der Umwandlung das zuständige Wohnungs3940.12 3959.88) 4214.43 4235.57 amt wissen muß. Daß es eingewilligt hat, darüber wundert 391.51 393,49 416.45 418.55 fich, wer die Wohnungsnot in Berlin fennt. 38104.50 38295.50 89401.25 89598.75 8354.06 8995.04 8753.08 8796.94 566.05 578.95 1021.48 1027.50 1598.1 finnische Mark. 1 japanischer Jen 1 italienise Lire 1 Bfund Sterling 1 Doñar 1 französiser Frant 1 brasilianischer Milreis 1 spanischer Beseta 100 österr. Kronen( abgest.) 1 tschechische Krone 250.37 551.63 269.32 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Rewa 3.49 62.84 1 jugoslawischer Dinar 1 Schweizer Frant. Anzeigen über Kindermishandlung. 603.48 606.52 Den Bezirks- Jugendämtern( Bezirksfürsorgestellen) der Stadt 1102.23 1107.77 Berlin gehen in letzter Zeit in größerem Umfange Anzeigen ohne 1551.11 1554.89 1640.88 1649.12 Unterschrift über Mißhandlung oder schlechte Behandlung von Rin1276.80 1283.20 1841.63 1548.87 dern zu. Die Aemter gehen, soweit es ihnen irgend möglich ist, 12.66 12.74 diesen Anzeigen nach. Das Jugendamt der Stadt Berlin teilt nun 270.68 mit, daß ein nicht unerheblicher Teil dieser Anzeigen unbegründet 351 st und daß in vielen Fällen wegen ungenauer oder unrich63.16 tiger Ramen und Wohnungsangabe die gemeldeten 111.72 112.28 Kinder überhaupt nicht ermittelt werden können. Da das " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage " Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage„ Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: Straße Nr. Dorn Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. lints- rechts bei Bewerkschaftsbewegung Das taktische Bündnis. „ Der Deutsche", das Blatt des Herrn Stegerwald, veröffentlicht gende Zuschrift: „ Es war mir möglich, Einsicht zu nehmen in einen Bericht über ne Sihung, die am 25. September d. J. im Monopol- Hotel in reslau stattgefunden hat. Einberufer der Sigung war der Abg. eisler. Außer ihm nahmen an der Sigung teil einige Areitgeber und einige Syndici von Arbeitgeberverbänden. n seiner Einleitungsrede fagte Herr Geisler u. a.: Er vertrete die ationalen Berufsverbände. Diese Berufsverbände feien bestrebt, ie ganze wirtschaftliche Auffassung der Arbeiter zu ändern. Sie ätten sich die Aufgabe gestellt, burch Belehrung und Belehrung die inzelnen zur Privatwirtschaft zurückzuführen. Geisler egte an, die Gelder der Industrie nicht allein für die reffe zu opfern, sondern sie auch seiner Bewegung" uzuführen. Er bat die Arbeitgeber dringendst, seinen Plan zu jegünstigen und die wirtschaftsfriedliche Bewegung" u unterstüben. Das alles müsse aber ffreng geheim or sich gehen, damit die Arbeitnehmerverbände einen Beracht schöpfen. Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamten. Für die Zeit vom 24. November bis 2. Dezember sind die Die im Juni 1922 gegründete Reichsgewerkschaft deutscher Kom- Löhne wie folgt festgesetzt: 205, 198, 168, 178, 195, 155 und 171 M. munalbeamten hielt am 18. und 19. November in Berlin ihren Auch die Löhne der Jugendlichen sind dem Schiedsspruch gegen ersten Verbandstag ab. Genosse Falkenberg( ADB.) wies in über erhöht werden. Der niedrigste Lohnsatz beträgt 57, der höchste feiner Begrüßungsansprache auf die Kernpunkte der vom ADB. 149 M. betriebenen Beamtenpolitik hin, die nur durch Idealismus, Opfermut und frohen Kampfgeist der Mitglieder verwirklicht werden 5 M., Berheiratete mit Kindern von 8 M. Berheiratete ohne Kinder erhalten eine Teuerungsaulage von fönne. Händeler rechnete in seinem Referat über die Kommu- Kolonnenführer, die Helfer beschäftigen, erhalten noch eine nalbeamtenbewegung im ADB. sehr energisch mit dem Komba" Sonderzulage von 5 M. auf den Stundenlohn. ab, der teine Mittel scheut, um seine immer schwächer werdende Pofilion zu behaupten. Die Beamtenschaft erkennt aber immer mehr, daß Standesorganisationen nicht in der Lage sind, ihre wirtschaft lichen Interessen zu vertreten. Bürgermeister Aßmann forderte die sofortige Regelung des Beamtenrechtes durch das Reich entsprechend Art. 80 der Reichsverfassung, die Gleichstellung der Kommunalbeamten mit den Staatsbeamten und eine Regelung des Anstellungsrechts der Gemeinde nach Befähigung, nicht aber nach der Abschlußprüfung einer Schule oder einer Staatsprüfung. Ferner forderte er die Hinzuziehung der Beamten zu den Verwaltungsausschüssen der Gemeinden und die Wahl der Beamten durch die Stadt- oder Gemeindeverordneten. Eine in diesem Sinne lautende Entschließung fand einstimmige Annahme. Bon den anwesenden Arbeitgebern wurde die Bitte Geislers mm Unterstügung seiner Verbände und seine Darstellung der deutchen Gewerkschaftsbewegung mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen. Einige haben sogar vor einer solchen Unterstützung bringend gewarnt. Weshalb Geisler erneut das Wort nahm und u. a. erklärte, daß die Unterstüßung durchaus nicht öffentlich erbeten würde. Das würde seinen Berufsverbänden ungeheuer schaden. Es sei nun doch einmal so, so bemerkte werkschaftsbewegung, der ADGB. und der ADB. sowie die Af Geisler, daß die Arbeitnehmer nichts von Verbänden missen wollen, die Unterstübungen von Arbeit. gebern annähmen. Er bitte noch einmal dringend, sich seinen Berbänden gegenüber nicht ablehnend zu verhalten, sondern sie nach Möglichkeit und unter Wahrung der nötigen Vorsicht zu unterstügen. Eine öffentliche Unterstützung dürfe aber unter feinen Umständen in Frage kommen, denn eine solche würde unendlich viel schaden. Entschiedenen Einspruch erhob der Verbandstag in einer Entschließung gegen die Absicht der Reichsregierung, das Reichssperr gesetz über den 31. März 1923 hinaus zu verlängern. Beschlossen wurde, eine eigene Verbandszeitschrift unter dem Titel " Der Kommunalbeamte" herauszugeben. Die Sagungen fanden zur Berbesserung der Gehalts- und Arbeitsverhältnisse unter Annach eingehender Aussprache Annahme." Solidarisches Vorgehen wendung aller gewerkschaftlichen Mittel" wird hier in Aussicht geftellt. Als solche gewerkschaftlichen Mitel werden die paffive Resistenz und der Streit bezeichnet. Ausgehend von der Ueberzeugung, daß eine soziale Befferstellung der Beamten nur in gemeinschaftlichem Kampfe mit den Arbeitern und Angestellten erreicht werden kann, wird gefordert, daß die drei Säulen der freien Geschnellstens einen Kartellvertrag abschließen und in allen forichtung verschiedener Unterstüßungsfaffen wurde beschlossen. Mit zialen und wirtschaftlichen Fragen gemeinsam vorgehen. Die Einder Wahl des Vorstandes, der sich aus zwölf Mitgliedern zusammen feht, und als dessen Vorsitzende Theet und Frohn fungieren, wurde der Verbandstag geschlossen. die Zerstörung der Gewerkschaften." Bom Arbeitsmarkt. Geisler scheint in Breslau feine Sache insofern etwas ungeschickt Die Zahl der unterstügten Erwerbslofen hat im Df vertreten zu haben, als er in der Sizung ernstlich einem tafti- tober 1922 die erwartete mäßige Zunahme erfahren. Sie ist vom schen Bündnis" zwischen seiner Bewegung" und den 1. Oktober zum 1. Noveniber von 16 300 auf 23 900, darunter Kommunisten das Wort redete, weil ja beide dasselbe 18600 männliche und 5300 weibliche gestiegen. Die Zahl der zu Ziel hätten: schlagsempfänger( unterstüßungsberechtigten Familienangehörigen Bollerwerblofer) betrug 27 000. Bei den Zahlen bleibt zu berücksichtigen, daß nach den geltenden Bestimmungen nur ein Teil der Arbeitslosen Unterstübung bezieht. Immerhin ist unverkennbar, daß der von manchen Seiten erwartete tatastrophale Rückgang des Beschäftigungsgrades bisher nicht eingetreten ist. Günftig hat dabei die Witterung gewirkt, welche die Außenarbeiten Landwirtschaft, Bauwesen, Binnenschiffahrt noch immer gestattete. Für die Folgezeit wird mit einer weiteren schrittweisen Berschlechterung des Arbeitsmarktes gerechnet mer. den müssen, einmal infolge der fortfareitenden Jahreszeit, sodann infolge der Unsicherheit der wirtschaftlichen Lage auf Grund der Balutaverhältnisse. Es wird niemand an dem fachlichen Kern dieser Darstellung den geringsten Zweifel haben. Daß der vollsparteiliche Abgeordnete und Führer der Gelben seine Bewegung" nur mit der Unterstützung der Unternehmer überhaupt über Wasser halten kann, ist ein öffentliches Geheimnis. Wenn Geisler glaubte, die Unternehmer wüßten nicht, daß die Arbeiter längst gemerkt haben, mit welchen Mitteln die wirtschaftsfriedlichen" Organisationchen gespeist werden, dann befand er sich eben auf dem Holzwege. Die Unternehmer verhielten fich eben deshalb zugefnöpft, weil sie wissen, daß das Geld, das ihnen Geisler abfnöpft, zum Fenster hinausgeworfen ist. Und deshalb schob Geisler die Kommunisten vor. Wir denken nicht daran, nun die Kommunisten zu beschuldigen, daß sie ein Bündnis mit den Gelben abgeschlossen haben. Solche Dis. fussionsmethoden überlassen wir den Anhängern Mostaus. Aber Geisler hat, auch das ist ein öffentliches Geheimnis, insofern recht, wenn er sagt, daß die Kommunisten, genau wie die Gelben, auf die Zerstörung der Gewerkschaften hinarbeiten. Und bei mehr als einer Lohnbewegung, besonders bei gewissen Beamten in öffentlichen Betrieben, konnte die Liebegemeinschaft zwischen Gelben und Kommunisten von denen ja viele por 1918 im gelben Lager standen festgestellt werden. Infofern hat der Stinnes- Mann wahr gesprochen, wenn er sich eines „ tafüschen Bündnisses" zwischen den Kommunisten und den Gelben rühmte. -Lohnregelung der Bauschlosser. In der Aussprache wurden zwar Bedenken gegen die Annahme dieser Lohnfäße erhoben, die den heutigen Teuerungsverhältnissen gegenüber als unzureichend bezeichnet werden müßten, schließ lich wurden sie aber von der Versammlung gegen eine starke Minderheit angenommen. Für die Angestellten in den Geschäfts- und Industriehäusern ist der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin vom 6. November, der die Novemberlöhne neu regelt, am 18. November mit Wirkung vom 1. November 1922 für verbindlich erklärt worden. Der Geltungsbereich erstreckt sich auf alle Geschäfts- und Industriehäuser Groß- Berlins. Abdrud ist bei den Funktionären und im Bureau, Bayreuther Str. 31, in Emfang zu nehmen. entlassen, die zu dem kommunistischen Betriebsrätefongreß nach Die Badische Anilin- und Sodafabrik hat die drei Arbeiter Berlin delegiert waren. Die Belegschaft ist daraufhin in den Streit eingetreten, so daß das Oppauer Wert voll. ständig stillgelegt ist, während im alten Werke in Ludwigslassung nicht auch ohne einen allgemeinen Streit zu erreichen war, hafen a. Rh. noch gearbeitet wird. Ob die Zurücknahme der Entfei dahingestellt. Doch so wenig sympathisch uns dieser Betriebsrätetongreß auch war, müssen wir schon sagen, daß es nicht Sache der Unternehmer ist, darüber zu bestimmen, zu welchen Tagungen die Arbeiterschaft oder ein Teil derselben Delegierte entfendet, oder gar darüber, ob sie überhaupt irgendwann und irgend wohin einige Vertreter schickt. Die Maßregelung ist jedenfalls ungehörig und unberechtigt. Sie ist aber auch selbst vom Arbeitgeberstandpunkt aus betrachtet in diefem Falle höchst unden vorauszusehenden Folgen der Berliner Betriebsräteverfammlung flug, da durch diese nicht aufrechtzuerhaltende Maßnahme und noch nachträglich ein besonderes Relief verliehen wird, ihr eine Be deutung zugemessen wird, die sie nicht hatte. " Verhandlungen zur Beilegung des Konfliftes find im Gange. Die Rote Fahne" verschweigt zwar, wieviel Delegierte benügt dafür aber auch diesen Anlaß, gegen die Gewerkschaftsführer von dem Riesenwert in Ludwigshafen und Oppau entfandt waren, im allgemeinen zu hehen und gegen die Gewerkschaftsbureaukratie des Fabritarbeiterverbandes" im besonderen, die sie verdächtigt, mit den Unternehmern Hand in Hand zu gehen. Als ob die Gewerkschaften sich jemals, wie es im tommunistischen Lager der Fall ist, von blindem Haß, anstatt von der Vernunft und ihrer grundsätzlichen Einstellung in solchen Dingen hätten leiten lassen! Die Hamburger Werftarbeiter haben den Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsministerium eingefeßten Sonderschlichtungsausschusses, der ihnen bis zum 1. Januar 1923 eine Lohnzulage von 70 Bro3. zugesprochen hat, in der Urabstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt, da sie sich mit der Bindung bis zum Ende dieses Jahres nicht einverstanden erffären konnten. Die Arbeitgeber haben dem Schiedsspruch zugestimmt. In der oberfchlesischen Montanindustrie sind die Löhne und Ge hälter der Arbeiter und Angestellten für den Monat November in einer auf Antrag. der Parteien vom Reichsarbeitsministerium ge leiteten Verhandlung teils durch Vereinbarung, teils durch Schiedsspruch geregelt worden. Die organisierten Buchdruder in Saarbrüden sind gestern in den Streit getreten, weil die Prinzipale die geforderte Zahlung Brinzipale hatten für die laufenden Woche 15 und für die folgende einer Zulage von wöchentlich 40 Franken abgelehnt. haben. Die Woche 20 Franken angeboten. In einer Versammlung der Bauschlosser und Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche am Montag in der Böhow- Brauerei wurde vom Branchenleiter Krüger über die am legten Donners tag vor dem„ Demo" geführten Boenberhandlungen berichtet. Der Demo" wurde angerufen, nachdem der Schiedsspruch des Schlich tungsausschusses von einer Branchenversammlung abgelehnt war, weil er zu niedrige Löbne und zu große Differenzen zwischen den Lohngruppen enthielt. Die Verhandlungen vor dem Demo" haben zu einer Verständigung der Parteien geführt. Ab 16. bis 23. Nobember sollen erhalten: Junggesellen im ersten Jahre 155, im zweiten 160, Transport H. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. V., Berlin. Drud: Selbständige Schlosser und Kolonnenführer 190, Helfer 183, arbeiter 180, Frauen 143 und Schweißerinnen 158 Mart. 12 Die Arbeitslosigteit in Dänemart nimmt weiter start zu. Sie betrug in der letzten Woche 1600 und beläuft sich jetzt zusammen auf 40 000 Röpfe. Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Wert 100 Mark in bar gegen Vorzeigung dieses Inserats! Wert 100 Mark in bar! Man staunt wie billig! Eilen Sie ch's zu spät wird! Noch verkaufen wir, soweit Vorrat reicht! // Anzüge Schlüpfer Winterpaletots Gummimäntel/ Hosen BF noch sehr billig! weit unter heutigem Gestehungspreis Kauferleichterung durch Anzahlung Hugo Simon Spezialhaus für erstklassige Herrenkleidung 133 CHARLOTTENBURG 133 Wilmersdorfer Str. an der Bismarckstrasse. Weitester Weg lohnend!! Wert 100 Mark in bar gegen Vorzeigung dieses Inserats! Zähne von 200 Sun Tu esti Perser- Teppiche Ginfauf von Brillanten, an Ausführ., Teilaabi. Spez. Zähne ohne Gaumenplatte Hempel Linienstr 220, nahe Schönh. Cor. 9-7. Sonntag 10-12 Klaviere, Flügel Perlen, Smaragde, Blatin, Gold- und höchfte Tagespr. zahlt Silberbrud, sowie Uhren, Netten u. 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