Nr.567 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 280 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 900,- M., flir das übrige Ausland 1280,-., Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 25 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillerile Loftet 160,-. Reflamezeile 800,-0. ,, Aleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 45, M.( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jebes weitere Wort 35, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen bas erste Mort 25,-M., jedes weitere Wort 20,-. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 50,- M. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 1. Dezember 1922 Londoner Vorkonferenz: 9. Dezember. darüber, daß der akute Ausdruck der Krise auch sonst in den nächsten Wochen für unvermeidlich angesehen wird. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Die Träger des Staates. Die Arbeiter zahlen, das Kapital wartet. Paris, 30. November.( WIB.) Wie Havas mitteilt, hat Zöllen und Abgaben liegt nunmehr für die ersten sieben Die Uebersicht über die Reichseinnahmen an Steuern, Bonar Law in Beantwortung der letzten Mitteilung Poincarés wiffen laffen, daß er geneigt ist, mit dem franzöfifchen, dem Monate des Rechnungsjahres 1921/22 vor. Sie gewährt Daß die Stellung Poincarés erschüttert ist und daß Louitalienischen und dem belgischen Premierminister am 9. und 10. De- che ur als sein verantwortlicher Nachfolger gilt, ist hier einen interessanten Einblick in die Berteilung der steuerzember zu einem Meinungsaustausch über die Reparationsfrage zu bereits vor einiger Zeit dargelegt worden. Auch dürfte es zu tal und Arbeit. Oft genug haben wir darauf hingecheur lichen Lasten auf Besik und Verbrauch, auf Rapisammenzutreten. Poincaré hat sich mit dem Zeitpunkt ein treffen, daß Poincaré durch die Ankündigung von Zwangs- wiesen, daß auch die sogenannten Besitzsteuern in Zeiten verstanden erklärt. maßnahmen nicht zuletzt innerpolitische Zwecke verMussolini perläßt Rom bereits am Sonntag. am Sonntag. Auch folgte Inwieweit aber Millerand, der jedenfalls bei der Geldentwertung von den Sachbefizern nicht getragen, Theunis und Jaspar begeben sich nach London. früheren ähnlichen Krisen( z. B. beim Sturz Briands) die sondern durch höhere Preise auf die breite Masse abgewälzt treibende Kraft war, jetzt eine bremsende" Tätigkeit werden. Aber selbst die Höhe dieser rein nominalen Beentfalten mag, entzieht sich unserer Beurteilung. sizsteuern ist im Berhältnis zum Gesamtaufkommen an Steuern, Zöllen und Abgaben erschreckend gering. Bon 183,2 Milliarden Reichseinnahmen find, wenn man die unmittelbar auf dem Verbrauch lastenden Steuern sowie die Lohnsteuer und die Exportabgaben abzieht, noch nicht 20 Milliarden, also knapp ein Neuntel, vom Kapitalbesig und Kapitalverkehr erhoben worden. der Reparationsfrage im Unterhaus. Die Einbringung dieses Antrags bedeutet die Aufrollung Der ausweichende Bonar Law. Die Edpfeiler des Steuersystems sind nach den letzten Finanzreformen immer noch die Einkommen, die Um faz und die Kohlensteuer. Aus diesen drei Steuerquellen Hinter den Pariser Kulissen. Gegensah Millerand- Poincaré? Ein Antrag der Arbeiterpartei. Der meist gut unterrichteten ,, Erpreß- Korrespondenz" wird London, 30. November.( WTB.) Im Unterhause brachte der folgender Bericht aus Paris gemeldet, für deren Richtigkeit Arbeiterführer Clynes einen Abänderungsantrag der Arbeiter. wir allerdings ihr die Verantwortung überlassen möchten: In den hiesigen offiziellen Greifen zeigt man sich über die Re- partei zur Erwiderung auf die Thronrede ein. In dem Antrag heißt fulfate der Londoner Bortonferenz außerordentlich peffi- das Ergebnis von vier Jahren verfehlter Politik fel, für die die Regle- al utagewinne. Die Ausfuhrabgaben erbrachten in es, angesichts der beispiellofen Arbeitslosigkeit, die zum großen Zeit Nicht viel anders steht es mit der Erfassung der mistisch. Man glaubt überhaupt in den französischen politischen rung als die beherrschende Partei in der früheren koalition verant- fieben Monaten des laufenden Jahres 16,8 milliarden Mark, Streifen nicht mehr recht an die Erfolge der Aera der Konferenzen. wortlich fei, fei feinerlei Borschlag für eine Ausnahme oder Sonder- infolge der Balutaentwicklung ganz bedeutend mehr als im Allerdings fürchtet man sich in parlamentarischen Kreifen vor dem behandlung der Opfer dieser Politit vorhanden und kein Anzeichen Borjahr, wo noch nicht 0,6 milliarden in der gleichen Zeit Sprung ins Ungewisse... Diese Unsicherheit wird erhöht einer Alenderung, um die europäischen Abnehmer Englands in den zwischen dem Elysée und der Minterpräsident ternationalen Handel wieder herzustellen und die internationalen ein Behntel der gesamten Steuereingänge wird von den dadurch, daß gleichzeitig die schon felt langem latente rise Stand zu sehen, wieder englische Waren zu laufen und so den in- eingegangen sind. Aber der Betrag ist lächerlich gering im Verhältnis zum gesamten Steuerauffommen. Noch nicht fchaft in der letzten Zeit sich verfchäft hat. Bei den bekannten Währungen zu stabilisieren. Beratungen, die vor wenigen Tagen im Elyfée ffattgefunden haben und die zu den gemeldeten alarmierenden Gerüchien Anlaß gaben, Balutagewinnen beim Warenerport bestritten. tam es zu farfen 3usammenstößen zwischen Millerand und Poincaré. Die Reparationsfrije ist infolge der außerordentlich schlechten finanziellen Cage Frankreichs für Frant- London, 30. November.( WTB.) Heute wurde im Unterhaus allein floffen in den ersten sieben Monaten d. J. 119,6 Mil reich nicht mehr nur eine Frage der äußeren, sondern auch der an Bonar Law wieder die Anfrage gerichtet, ob Großbritannien liarden Mart, also etwa zwei Drittel der gesamten inneren Polifit. Durch diese Rüdwirtung auf tie innere po- fich gegen einen Verfuch feitens. Frankreichs, die Rheinlande Steuereingänge. Run setzt sich die Einkommensteuer, aus lifit wird der Gegenfab jwischen Poincaré und Con- von Deutschland los3ureißen, widersehen würde. Der zwei durchaus verschiedenen Bestandteilen zufammen: der cheur außerordentlich verschärft, wodurch eine Annäherung Premierminister erwiderte, die Frage fei ganz hypothetisch Lohnsteuer und der durch Beranlagung ermittelten Einfomzwischen Millerand und Coucheur erleichtert wird. Diefe ganze Krife(?!), und es sei ihm daher nicht möglich, fie zu beantworten. mensteuer. Erstere wird in der vollen Höhe entrichtet, würde verschärft werden, falls wirklich die Londoner Verhandlungen Ein derartiger Borschlag sei der tritischen Regierung nicht gemacht da ihre Zahlung nicht hinausgeschoben werden kann. Wer am fehlschlagen sollten. In den Wandelgängen der Kammer spricht man worden. 1. Oftober oder an irgendeinem Wochentermin 1000 m. Lohnsteuer zahlt, entrichtet damit die tatsächliche Kaufnopel aufgeriffen wurde und der Orientegpreß enter hingegen erst ein Jahr später diesen Betrag zu enttraft, die an diesem Tage die bezeichnete Geldsumme hat. Der russische Außenminister Tschitscherin empfing am ber thrazischen Grenze im Zusammenhang steht, sei noch nicht fest deutend weniger auftraft, als der Steuertarif ergleist ist. Ob das Unglück mit lokalen türkischen Erhebungen an richten braucht, zahlt in entwertetem Geld, entrichtet also begestrigen Donnerstag abend in der russischen Botschaft zahlreiche gestellt. Die Wirren in Thrazien sollen ziemlich ernsten Charakter fassen wollte und sollte. So sind alle diejenigen, deren EinBreffevertreter und gab in einer furzen Ansprache auf englisch, be- haben. Die Gegend von Dedeagatsch( das von Bulgarien gefordert fommen aus Sachbefit oder aus dem Warenhandel entsteht, fonders über die Meerengenfrage und ihre Bedeutung für das wird) foll von einer 5000 Mann starken bewaffneten Bande be in der glücklichen Lage, ihre Steuern nur mit einem Bruchteil Schwarze Meer, die Ansichten seiner Regierung wieder: Rußland trete ein für volle Souveränität des türkischen Boltes über herrscht werden, die für Thrazien eine Bolts abstimmung derjenigen Kauftraft zu bezahlen, die der Arbeiter und Andas türkische Land und die türkischen Gewässer und Schließung der geftellte mit feinem Lohnabaug entrichtet. Auch die BorMeerengen für alle Kriegsschiffe, mit Ausnahme der türkischen, was Konstantinopel, 30. November.( TU.) Die Banif in der fchußzahlungen, die jetzt für Steuern erhoben werden, haben für die Wahrung des Friedens und der Sicherheit im Schwarzen europäischen Kolonie hält an. Viele Taufende an diesen Mißstand nicht beseitigen fönnen. Werden doch die Meer unbedingt notwendig fei. Das türkische Bolt würde auf die gefehener Kaufleute verlassen die Stadt, una fich anderswo eine Borschußleistungen erhoben auf Grund der Beranlagung Dauer auch nicht erlauben, daß ihm die souveränen Rechte über seine Existenz zu schaffen. Eine ganze Reihe franzöfifcher Firmen vom legten Steuerjahr, wo fast durchweg die Einkommen Gewässer weggenommen würden, und daß Konstantinopel für jeden hat liquidiert. Belästigungen der Europäer find häufig. bedeutend niedriger gewesen find als jezt, so daß tatsächlich Angriff der Seemächte offen bliebe. Ein Abkommen, das hierfür Konftantinopel, 30. November.( DA.) Der Direktor des Aus- nur ein winziger Bruchteil der Steuerpflicht durch die Bornicht Garantien böte, tönne nicht von Dauer fein. Diefe Garantie wanderungsbureaus erklärte, daß in den lehten drei Monaten schußleiftung eingeht. Der weitaus überwiegende Teil wird sei übrigens schon gegeben, in dem 170 000 Flüchtlinge Konstantinopel verlassen hätten, darunter mieder in schlechterem Gelde bezahlt. Man tann also im 110 000 Griechen, 15 000 Armenier, 12 00 Ruffen, 7000 Juben, großen und ganzen annehmen, daß der Ertrag der Einkom 6969 Türfen und 20 000 Angehörige verschiedener Nationen. mensteuer fast ausschließlich das Einkommen aus Arbeit Tschitscherin in Berlin. Moskauer Vertrag zwischen Rußland und der Türkei. Jeder Versuch der Einmischung in die türkischen Angelegenheiten würde von der türkischen nationalen Bewegung weggeschwemmt wer= den. Tschitscherin fuhr fort, er wage nicht zu versichern, daß Lausanne eine ent ültige Lösung bringen würde. Wie aber auch dort die Entscheidung falle, die nationale türkische Bewegung fönne nicht aufgehalten werden. Das russische Programm jei genau das felbe, was auch die Mächte in Lausanne beschließen mögen. Dann sprach Tschitscherin von der morgen beginnenden Abrüftungsfonferenz in Mosfau; Rußlands Borschlag geht dahin, zwischen den Nachbarstaaten Kontrollzonen verlangt. London, 30. November.( DA.) Im Unterhause fragte Abg. erfaßt. fultans zu übernehmen. Der Unterstaatssekretär für Aeußeres Mac Kellen, ob die Regierung die Absicht habe, wöchentlich 100 Bfund Bergleicht man die Eingänge an diesen drei Steuern Sterling für ben Unterhalt des nach Malta geflohenen Eg mit dem Vorjahr und stellt man zugleich die Einnahmen, bie Neill antwortete, daß die Frage zurzeit geprüft werde. Es werde nur im Oktober dieses und vorigen Jahres hereingekommen untersucht, ob der Sultan noch private Einfünfte habe oder nicht. finb, gegenüber, fo erhält man ein flares Bild, wie sehr sich Darauf fragte Abg. Burton( Arbeiterpartei): Benn es sich diese wichtigen, auf Arbeit und Verbrauch lastenden Steuern herausstellt, daß der Sultan eine finanzielle Unterstüßung braucht, der Geldentwertung angepaßt haben. Folgende Uebersicht wird er dann gezwungen werden, sich in die Liste der Arbeits- zeigt das deutlich: Iofen einzutragen? und Abg. Jones rief dazwischen: Natürlich, 15 Schillings die Woche und 1 Schilling für jede Frau!" Das Haus quittierte mit lautem Gelächter. Die Polonisierung Ost- Oberschlesiens. Einkommen Umsatze Kohlensteuer April- Dftober 1921 Oftober 1921 1922. . 1922 9.1 69.2 Milliarden Mark 5.4 38.8 2.8 16.6 1.8 21.9 0.7 7.3 0.5 8.0 9 zu schaffen, in denen nur Grenztruppen in einer von den Nachbarn festgesetzten Stärke bleiben dürfen, worüber gemischte Kommissionen machen follen. Das System sei bereits in Ausführung zwischen Rußland und Finnland, und es sei zu hoffen, daß es auch zwischen Den praktischen Vorschlägen anderen Nationen eingerichtet werde. Rußlands, die alle fünftigen Konflifte mit Nachbarstaaten nach Warschau, 30 November.( PE) Der Rechtsousfchuß bes ober. Innerhalb der ersten sieben Monate also ergibt sich eine Möglichkeit für alle Zukunft ausschließen sollen, stehe vorläufig schlesischen Sejms hat mit Stimmenmehrheit beschlossen, daß fowohl Steigerung auf das Sechs. bis Achifache, für Rumänien als größtes Hindernis im Wege. Tschitscherin hofft in den Plenar wie in den Ausschußsigungen nur polnisch ge- die beiden Monate Oktober ist die Erhöhung der Eintommenjedoch, daß die Konferenz trotzdem erfolgreich verlaufen werde. redet und protokolliert werden darf. Um 29 Uhr abends verließ Tichitscherin Berlin, um sich nach Optanten für Deutschland in Bosen und Bemmerellen die Einnahmen aus den 3öllen in die Höhe gegangen. Nach polnischen amtlichen Daten beträgt die Gesamtzahl der nämlich auf das Zwölf- bzw. Zehnfache! Aehnlich sind auch und der Umsatzsteuererträge sogar noch bedeutend größer, Lausanne zu begeben. Bor dem Breffcempfang hatte er noch eine 103 349 Bersonen, davon 6,2 Broz. Juden und 0,2 Bros.( 324 Ber. Diese sind infolge des mit der Geldentwertung in die Höhe längere Unterredung mit Reichskanzler Dr. Cuno. Lausanne, 30. November.( WTB.) Ein russischer Delegierter der Oplanten find Arbeiter, 24,9 Broz. Handwerker. 23.2 Broz. gegangenen Aufgeldes folgendermaßen gestiegen: in sieben fonen) Polen; legtere wohl aus wirtschaftlichen Rücksichten. 36,3 Broz. erklärte heute dem Generalsekretär der Konferenz, Maffigii, Landwirte, 15,4 Broz. Kaufleute und Angehörige freier Berufe. Nach Monaten 1921 mit 2,7 auf 13,6 Milliarden, in diesem Jahre die auf Freitag festgefekte Sizung über die Meerengenfrage auf der polnischen Bolkszählung von Ende 1921 wohnten damals in den also rund das Fünffache, von Oftober 1921 mit 0,7 auf Montag zu verschieben, damit Tschitscherin und die anderen beiden Provinzen 351 000 Deutsche gegen 680 000 nach der letzten 4,3 milliarden, im Oktober dieses Jahres also das Sechsfache. ruffischen Delegierten teilnehmen fönnien. Eine offizielle Antwort preußischen Volkszählung. ist noch nicht erteilt worden, doch steht fest, daß der Aufschub be Aehnliche, wenn auch teilweise nicht so starte Erhöhungen willigt werden wird. Die Einigung der englischen Liberalen. Nachdem sich sowohl Lloyd des Reichsbranntmeinmonopols. brachten die Abgaben auf Bier, Tabat und die Abgaben George wie Asquith für die Verschmelzung der beiden liberalen der Erträge sämtlicher Verbrauchssteuern, dazu Eine Zusammenfassung Paris, 30. November.( WTB.) In Ergänzung einer Meldung Flügel des Unterhauses ausgesprochen haben und auch die liberalen der Umfagsteuer, der Zölle und der Einnahmen aus den Mitglieder des Oberhaufes für den Gedanken der Einigung geder„ Chikagoer Tribune" über eine gegen Griechenland gerichtete monnen zu sein feinen, dürfte diese Einigung unmittelbar Eisenbahnverfehrssteuern ergibt die stattliche Summe von Aufstandsbewegung in Westthrazien meldet eine Nachrichtenagentur bevorstehen. Die Frage der Führerschaft ist bisher noch 146,5 milliarden für die ersten fieben Monate d. J. aus London, daß die große Eisenbahnlinie in der Nähe von Adria- nicht geflärt. Das ist der Anteil der Arbeit und des Ver= Aufstand in Griechisch- Thrazien. brauche» an den Steuereinnahmen des Reiches. Er be- trägt mehr als drei Viertel. Ihm gegenüber steht eine Steuerleistung von Besitz und Kapitalverkehr in Höhe von rund 2 0 M i l- l i a r d e n Papiermark, die für die besitzenden Steuerzahler tatsächlich nichts anderes als Papiermark sind, während sie für den unterbezahlten Lohnarbeiter tatsächlich Einbuße an Kaufkraft vorstellen, die sie nicht später einmal durch die Geldentwertung ausgleichen können. Eine wesenlliche Folge der Geldentwertung ist es, daß die Erträge der meisten Steuern bereits nach den ersten sieben Monaten dieses Jahres schon bedeutend größer sind, als man im Voranschlag für das ganze Jahr an Einnahmen erwartet hatte. Das gilt auffallenderweise nicht für die Erbschaftssteuer. Obwohl doch auch erhebliche Sach- werte vererbt werden, deren Wert in Pcwiermark ganz enorm gestiegen ist, bat sich der Ertrag der Erbschaftssteuer gegen das Vorjahr bis jetzt noch nicht einmal verdoppelt. Ganze S29,K Millionen wurden durch die Erbschaftssteuer auf- gebracht. Die gewaltige Schonung des Besitzes, eine Folge der Geldentwertung, nicht der Steuergesetze selbst, geht auch aus folgender Gegenüberstellung hervor: Die Zwangs- a n l e i h e hätte mit den 70 Milliarden Papiermark, die man von ihr erwartet, mehr als zwei Drittel des im Haushalt vorgesehenen Steuersolls aufgebracht. Würde der Betrag jetzt nicht erhöht, so wird sie noch nicht die Hälfte von dem aufbringen, was allein an Verbrauchssteuern und aus der Einkommensteuer einging. Uebrigens waren Ende Ok- tober dieses Jahres für die Zwangsanleihe erst 2,7 Milliarden Mark eingezahlt. Die ungeheure Belastung des arbeitenden Volkes durch die Steuern, der eine ebensolche Schonung des Besitzes gegenübersteht, zwingt zu einer durchgreifenden Reform der Steuergesetzgebung. Wir brauchen nicht neue Steuern, son- dern wirksamere Steuern auf den Besitz. Hierzu gehört in erster Linie die Einführung einer N a t u r a l st e u e r für die Landwirtschaft nach den Vorschlägen des oldenburgischen Ministerpräsidenten Tanzen und auch im übrigen eine un- mittelbare Beteiligung des Reiches an den Erträgnissen des Sachbesitzes. Die Naturalsteuer für die Landwirt- schaft wäre um so notwendiger, als man dadurch endlich ein- mal aufklären könnte, in welchem Maße schon jetzt die Leute, die mit Begeisterung eine Brotzuschußsteuer fordern, zur Deckung der Staatsausgaben und zum Ausgleich des Defizits beitragen. Die amtliche Steuerstatistik in ihrer jetzigen Form gibt darüber keinen Aufschluß. Wir glauben aber mit Recht annehmen zu müssen, daß sich da, wenn man die gegenwärtigen Steuern zugrunde legt, erschreckend niedrige Steuerleistungen der Großagrarier herausstellen wuroen. Jedenfalls geht es so wie bisher, wo die Besitzsteuern nur dem Namen nach existieren und auch dann nur einen win- zigen Bruchteil der Reichsausgaben decken, während die Ar- beiterschaft und die Verbraucher ein Uebermaß an Steuern zu leisten haben, nicht mehr weiter. Die Arbeiter und Ge- haltsempfänger tragen heute nicht nur wirtschaftlich, sondern auch steuertechnisch das Reich. Ihnen jetzt noch Aufgabe des Achtstundentages zuzumuten, ist angesichts dieser Steuerziffern eine besondere Dreistigkeit. bleiben. Nach dem Gesetz sollen ausländische Wertpapiere! Umlagepreis anliefernden Mengen auch tatsächlich abge- ohne inländischen Kurswert mit den Kursen oder Werten vom liefert werden. Die bürgerlichen Parteien haben sich bei der 3t. Dezember 1922 angerechnet werden. Bei Wertpapieren, die auf eine am 31. Dezember 1922 der deutschen gegenüber hoch- wertigen Währung lauten, ist für die U m r e ch n u n g in die inländische Währung der Durchschnittsturs der ausländischen Währung zugrunde zu legen, die ermittelt wird aus der durch drei geteilten Summe der Kurse am Ende der ersten Hälfte der Jahre 1920, 1921 und 1922 einerseits und aus den Kursen vom ersten Börsentage des letzten Vierteljahres des Kalenderjahres 1922 andererseits. Für die e r st e V e r- anlagung der Vermögens st euer sind inländische und ausländische Wertpapiere mit Durchschnittskursen zu be- werten, die nach demselben System ermittelt werden sollen. Die näheren Bestimmungen zur Ausführung dieser Vor- schriften soll der Reichsfinanzminister nach Anhörung von Sachverständigen erlassen. Bisher waren von der Zwangs- anleihe Vermögen bis zu 100 000 Mk. befreit. Diese Frei wurde bei einem Dollarstand von 200 letzten Korrektur der Umlagepreise nicht daran gekehrt, und es ist sehr zu befürchten, daß sie auch jetzt den Agrariern ohne wetteres nachgeben werden. Um so mehr wird die Sozial- demokratie darauf bedacht sein müssen, zu verhindern, daß der Lieferstreik noch durch Preisaufschläge begünstigt wird. Braunschweig für Zwangswirtschaft. Draunschwelg. 30. November.(WTB.) In der heutigen Sitzung des Landtages wurde ein sozialdemokratischer An- trag angenommen, der die Landesregierung beauftragt, bei der Reichsregierung auf Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände zu dringen: des- gleichen ein Antrag auf Entsendung einer aus Mitgliedern des Land- tages und Vertretern der Verbraucherfchast bestehenden Kommission nach Berlin, die mit der Reichsregierung über eine Besserung der Lage der am schwersten leidenden Bolkskreise oerhandeln soll. grenze wurde bei einem Dollarftand von'<200—»00 Mk. er-..„......___ rechnet und soll jetzt auf 200 000 Mk. erhöht werden. Eine Die kathottschen MvelterverelNe gegSN 1!.UN0 entsprechende Erhöhung der beiden anderen Freigrenzen von�(5ine Xogung der katholischen Arbeitervereine des 300 000 auf 600 000 Mk. und' von 1 Million auf 2 Millionen gj�irts Düsseldorf auf der 45 Bereine vertreten waren, nahm ist ebenfalls vorgeschlagen. Der G e g e n w e r t der Zwangs- �e Entschließung an. in der es heißt: anleihe wurde mit einer Milliarde Goldmark fest- � Der außerordentliche Bezirkstag der katholischen Arbeiterver- gelegt, und die Regierung hat den aufzubringenden Betrag eine 00n Düsseldorf Stadt und Land weist die Aufmerksamkeit der mit 60 Milliarden Papiermark angenommen und danach den gesamten Arbeiterschaft auf die verhängnisvolle wirtschaftliche und Tarif aufgestellt. In der Begründung zu dem vorliegenden poetische Entwicklung hin, die dazu angetan ist, die soziale Stellung Gesetzentwurf wird gesagt, daß die fortgeschrittene �r Arbeiterschaft herabzudrücken. Mit besonderem Nachdruck be- Geldentwertung nicht gestattet, an der gesetzlichen �,.1, wir. daß eine„Produttionspolitid'. die auf eine grundsätzliche Fixierung eines bestimmten Betrages festzuhalten. Außerdem �r praktische Beseitigung des Achtstundentages ab- sei der Grund für die Fixierung, sich auf jeden Fall einen unseren entschlossenen und entschiedenen Wi- Betrag von 70 Milliarden zu sichern, weggefallen, da infolge i h erstand finden wird. In den Betrieben sind Technik und Or- der Geldentwertung mit einer Ueberschreiwng gerechnet wer-! gmisation der Produktion zu verbessern, nicht zuletzt durch Mitarbeit den müsie. Aus diesen Gründen sollen im 8 1 des Zwangs-. der Betriebsräte. Die Zahl der Fabrikbeamten zur Beaufsichtigung der anleihegefetzes�die Worte„in Höhe�von 70 Milliarden"�und, Arbeiter ist zu vermindern. Die Einstellung alter Osfi im Z 27 die Bestimmungen über Nachforderung bzw. Rück- erstattung gestrichen werden. Der Gesetzentwurf soll mit rückwirkender Kraft vom 25.Juli 1922 in Kraft treten._ Neue Forderungen öes Reichslanöbunöes. Abbau der Umlage.— Allgemeine Brotznschuststeuer. Der Reichslandbund hat dem noch immer nicht ernannten Reichsernährungsminister, für den der deutsch- nationale Staatssekretär H e i n r i c i die Geschäfte führt, eine Reihe von Forderungen unterbreitet, deren� Endzweck die Verminderung der freien Getreidewirt allgemeinen Brotes ist. . zu mammm ziere in so hohem Maß« bei der Industrie, wie es heute geschieht, ist produktionsmindernd. Dem Kabinett Cuno steht die Arbeiterschaft ablehnend gegenüber. Es wird schwer halten, diesem Kabinett im Bolke festes Bertrauen zu verschaffen. Angesichts der unklaren Verhältnisse und dem Mangel an krafwoller Führung im deutschen Parteiwesen ist die bürgerliche Arbeitsgemein- schaft eine Gefahr für die demokratische und soziale Entwick- lung der Republik. Was man glaubte mit der bürgerlichen Arbeits- gemeinschaft erreichen zu können, wird nach unserer Meinung wirk- samer durch ein« Arbeitsgemeinschaft all-r sozial und republikanisch Gesinnten herbeigeführt werden.' �ienöerung der Fwangsanleihe! Dem R e i ch s r a t ist der Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Gesetzes über die Zwangsanleihe zugegangen. Der Entwurf enthält eine Reihe von Aende- rungen, die dürch die Geldentwertung notwendig geworden sind und sich auf die Bewertung der Wertpapiere, auf die Er- höhung der Freigrenzen und die Streichung der Vorschrift über die Nachforderung sowie Erstattung, je nachdem die Ein- nahmen aus der Zwangsanleihe den Bettag von 70 Milliarden um mehr als 4 v. H. übersteigen, oder hinter ihm zurück- Umlage, die Einführung der ch a f t und die Schaffung einer Brotzuschußsteuer zur Berbilligung des Bezeichnend ist dabei, daß die Landwirte diese Forderung aufstellen, obwohl in einer Reihe von Bezirken mit schlechteren Ernteergebnissen die Umlage bereits herabgesetzt worden ist, gleichwohl aber die Pflichtlieferungsmenge ttotz Verlängerung der Lieferzeit nicht zur Ablieferung gelangte/ Die Forderungen haben also offenkundig den Zweck, dem bis- her mit nicht unbettächllichsm Erfolg« geführten Lieferstreik die Krone aufzusetzen. Wir verkennen durchaus nicht, daß es �.......,..........,....____._.. Landwirte gibt, die im Interesse der Produktionssteigerung! Soldaten mcht �r aufgelöste und daher mcht ex.st.-r°nde„Verband glauben, die freie Wirtschaft fordern zu müssen. Von den maß- � naNonalgestnnte S-'ldaten 1 geblichen Führern des Reichslandbundes können wir das nicht Nur ein Schreibfehler! Dem Manne im Reichswehrministerium, der im amtlichen Aus- hang für den verbotenen«Verband nationalgesinnter Soldaten' Reklame macht, erwächst ein Verteidiger in dem östlichen Schriftleiter der antisemitischen«Deutschen Zeitung". Dieser Freund des Herrn aus dem RWM. stellt sich über den.Vorwärts' enttüstet und behauptet, eine einfache Anfrage im Reichswehrministerium würde uns überzeugt haben, daß es sich nur um einen Schreib- fehler handle. Gemeint sei der„Nationaloerband deutscher annehmen. Wären sie von der Unmöglichkeit der Umlage so überzeugt, so hätten sie es nicht notwendig gehabt, die E r n t d» statistik zu fälschen, indem sie ihre Anhänger zur Hinterziehung der notwendigen Angaben über Getreideanbau aufforderten. Eine neue Heraufsetzung des Umlagepreises ist unbegründet, solange die zum zweiten Drittel der »Umlage gehörigen Mengen nicht gegen den für diese fest- gesetzten Preis zur Ablieferung gelangt sind. Selbstverständlich kann man den Landwirten nicht das Recht zu der Forde- rung aberkennen, auch den Umlagepreis der mit der Geld- entwertung steigenden Produktionskosten zu erhöhen. Vor- aussetzung dafür aber ist, daß die. zu dem einmal festgesetzten Der deutschvölkische Vertrauensmann etwelcher Herren aus dem RWM. verrät in seinem Eifer zuviel. Was müssen das für repu- blikanische Gehirnstrukturen fem, die es zulassen, daß man gewisser- maßen gewohnheitsmäßig den Namen eines verbotenen Verbandes braucht, während man doch gerade einen harmlosen ver- wenden wollte! Es scheint, daß solche harmlosen Verwechselungen in der Wehr der Republik nicht ganz selten sind. Ein Ausschuh für Veamkenabbau. Der Hauptau-schuß des Reichstags hat einen Unterausschuß eingesetzt, der sich fortlaufend mit Abstrichen an der Beamienzahl, namentlich in den Ministerien, bc- schäftigen soll. Dem Ausschuß gehören an die Abgeordneten S t ü ck l e n(Soz.), Schmidt(Dnat.), K l ö ck n e r(Ztr.), Q u a a tz(D. Dp.) und W i e l a n d(Dem.). Der gute Gesthmack. Konzertumschau von Kurt Singer. Es gibt eine Reaktion gegen allerhand Modernismen und— sagen wir'« nur offen— Scheußlichkeiten der Musik. Die Ueber- treibungen nach der einen Seite hin, die etwa beim Kubismus, der färb- unb_ klanglosen Musik-Architektonik enden, provozieren einen gar nicht immer ungesunden und oft ganz Instinktiven Widerwillen des Publikums gegen alles Neu«. Das ist wieoerum eine große Ge- fahr, aber sie wächst mit der Unmöglichkeit, schnell Spreu von Weizen, Sonne von Nebel, Mache von Genie-Einfall im Musikantischen zu unterscheiden. Reaktion gegen Zöpfe und Puder ist gut: aber auch gegen erotisches und anderes Importparfüm. Man konnte so etwas von tiefer Sehnsucht nach bewährter und ewiger Kunst im letzten Konzert der Etaatsoperntapelle bemerken: dort begeisterte sich«ine — allerdings_ konservativ gedrillte— Gemeinde derart an einer Haydn-Sinfonie, daß Abendroth einen Satz wiederholen mußte. Am liebsten hätte man bei Furtwängler ähnlich das ganze Concerto grosso von Händel(v-Dur) noch einmal gehört. Diese 6 Sätze sind ckllerdings auch so voller Leben, Empfinden, Schönheit, Reinheit und Feierlichkeit, daß kein Mensch von Geschmack an ihnen vorbeihören kann. Sie holen sich ihr Material zum Teil aus der kleinen Cäcilien-Ode und zeigen in ihrer leuchtenden Durcharbeitung ganz moderne Züge. Das Streichorchester füllt di« Harmonien und Klangfarben so aus, daß ein Cembalo überflüssig wttd. Die Soli 'Ü? spielten van den Berg, Holst(Geige) und Kirchberger (Cello) höchst delikat. Ein« Händcl-Arie wurde dann von Erb stilistisch fein, aber ohne sehr viel Modulation oder gar Seele gesungen. Zu- letzt dirigierte' Furtwängler, von dem wir viel Großartiges gewöhnt sind, die Eharakierbilder zur Faust-Sinfonie Liszts so monumental, scharf umrissen, daß wirklich von der Staubschicht, die selbst auf diesem historisch bedeutsamen Werk liegt, alles, aber auch alles fortflog. Eine wahre Meist«rleistung. Es ist Zeit, daß die Mitglieder der Volksbühne diesen Mann, den einzigen Nachfahren Nikischs, einmal kennen lernen. Ist nun das olles wirklicher Publikumsgeschmack? Man sollte sich dessen freuen. Ein altdeutscher Volks! iederabend bringt altes, wertvolles Sangmaterial in den äußerst treffsicheren, gewandten Bearbeitungen von Heinrich Weinreis ans Tageslicht. Ein Tummelplatz für die nach froher und weher Melodie Suchenden. Ein paar köstliche Proben(1». bis 17. Jahrhundert) boten Herta Stolzenberg und Ludwig Heß, beide einfach, schlich», in Ton und Ausdruck, nerade hierdurch aber im Stil der Zeit und der Motive bleibend. Kahn begleitete graziös, und der Thielsche Thor übertraf sich wieder einmal selber. Sehr kühn warfen die Geschwister A m- st a d Aug' und Sinn auf atlitalienische Kammerduette und Arien. Wenn man die beiden Damen hörte, merkte man kaum die Schwierig- leiten dieser Arien. Menuetts. Duetts von Astorga. BononcinI, Le- grenzi, Searlatti usw. Ein Sopran(der nicht frei von Schärfe ist) und ein Mezzo-Sopran(der in der Alt-Tiefe ausdrucksvoller werden kann)«inten sich hier zu einer bis ins kleinst? durchdachten, klug abgestimmten und fein ausgeglichen«», einheitlichen Leistung. Das alles hatte Stil, besonders noch in der cembalistischen Unterstützung durch Frau Ehlers. Der große Konkurrent dieses Cembalo, das auf lange Zeit hinaus monoton klingt, der Flügel, wurde von vielen Berufen«» und Halb- berufenen bemüht. Sind Jacob R o o s und Rudolf Reuter gute pianistische Begabungen, ist L a m b r i n o«in kräftiger, baumeist» licher Liszt-Spieler, so ist Achron unter den Jüngeren der Besten einer. Wie er das Klavier liebt, so liebt es ihn wieder. Seine Haupt- stärke: russische Musik: Mischung aus starkem Griff und zartem Tasten, unfehlbare Technik und poesievolle, nachdenkliche Aus- arbsitung melodischer Werte lassen ihn selbst aus der Reihe der Be- rufenen noch um ein Stück herausragen. Manja B a r k a u bewährte sich wiederum als«ine Sopranistin von besten Vortragsmanieren und prachtvoller Musikalität: selbst den dramatischen Akzenten Trunkscher Liedpoeste wird sie gerecht, doch ist ihr hierin der temperamentvolle Begleiter Lollerthun noch über.(Die reizende Derlainesch« Allee, ein Da-capo-Lied Trunks, könnte auch heißen:«Wer will unter die Soldaten?" Dies nebenbei!) In Gluck- und Händel-Arien zeigte Asta D a l g a a r d zwar gutes Stimmaterlal, aber eine kaum unter- bietbore Gleichgültigkeit und Stumpfheit des Ausdrucks. Was noch zu verderben war, verdarb Dr. Gatz, der sich aber in reinen Orchester- stücken wieder routiniert herauspaukte. Die Gebrauchszeattale. Vielzuvielen, die in spekulativer Absicht jetzt die Hallen Nr Berliner Hotels bevölkern, haben natürlich durchaus nicht di« Absicht, traue Berliner zu werden. Wenn sie ihr« Geschäfte besorgt haben, fahren sie in die Heimat. Zu den Ge- schästen aber gehört es vornehmlich, sich mit allerlei schönen Ge- brauchs- und Luxusdingen vollzusaugen, die man heute nirgendwo so resolut und so valutarelativ billig bekommt wie in Berlin. All diese Dinge wollen nun freilich auch über di« Grenze gebracht werden. Zu diesem Zweck« müssen sie des Glanzes der Neuheil beraubt werden. So sieht man manchen durch die Berliner Hotel- hallen mit schmerzlich verkniffenem Gesicht hinken— er ttitt die Stiefel für seinen„kleinen" Bruder ein. Findige Köpfe bieten sich sogar den Aufkäufern an, neue Sachen wie— alt harzurichten. Ich weiß nicht, ob diese Allerweltshelfcr aus Nr Antiquitätenbranche kommen, in Nr man ja in der Antikisierung zeitgemäßer Erzeugnisse vor keinem noch so fern siegenden Jahrhundert zurückschreckt. Jeden. falls wenn nun bald de? Aufkäuferstrom verebbt sein wird, könnten sich diese auf Alt gestimmten Seelen mit Erfolg Nm Antikenhandel zuwenden. Besondere llehung haben sich die Altmacher auf dem Gebiete der Lederwaren angeeignet. LeNrjacken, Koffer, Reife- necessoirs. Ledcrkappen, dos erhält alles im Nu die Patina längeren Gebrauchs. Es en'wickeln sich geradezu Gebrauchszentralen, die, in verschiedenen Abteilungen spezialisiert, alle nur erdenklichen Ge- brauchegegenstände gegen angemessene Entschädigung auf Alt um- sttmmen. Die hier arbeiten, sind die Kollegen der berufsmäßigen Einkäufer. Sie haben es wie diese verstanden, aus der Not des LanNs eine Untugend zu machen. Wir stehen wirksich verkehrt. Einmal galt es als besonder« Kunst,, alles neu erscheinen zu lassen, heute bemüht man sich zünftig in Gebrauchszentralen, Neues in Altes zu verwandeln. Deuisch-cnglische Sullurbeziehungen. Der Sachverständige für Geschichte im Foreign Office, Heodlam M o r l e y, hiell im Von- doner King's College einen Dorttag über das Thema„Der deutsch« Einfluß auf die britische Geschichte'. Der deutsche Botschafter S t h a m e r, Nr den Vorsitz hatte, wies darauf hin, daß Morley ein genauer Kenner Deutschlands sei, daß er für Land und Leute Verständnis gezeigt habe und in feinem Buche über Bismarck Gründlichkeit mit Wahrheitsliebe vereine. In seinenr Bor trage schilderte Morley den jahrhunNrtelangen kulturellen Einfluß Nutschen Denkens und Nutscher Kunst auf Eng- land. Er sagte, Deutschland Hab« eine hervorragende und aus- gezeichnete Rolle gespielt, und England verdanke ihm vieles, was niemals verloren gehen könne. Der Borttagend« erwähnte in diesem tusammenhang dl« Sonaten Beethovens, die Bachschen Fugen, die yrik Goethes, die LieNr Schumanns und Schuberts und die Philo- sophie Kants. Der deutsch« Botschafter erklärte, seit dem 12. Jahr- hundert hätten die englische und die deutsche Nation in dauernder Berührung miteinander gestanden, und gute Beziehungen hätten nicht nur in Handel und Schiffahrt, sondern auch in kulturellen Fragen geherrscht. Es würde sich lohnen zu untersuchen, welches der beiden Länder mehr durct, dos ander« beein>.ußt sei, auf jeden Fall hätten beide durch diese Wechselwirkung gewonnen. Die Entscheidung darüber, ob sich die gegenseitige Beeinflussung auch in Zukunft wieder geltend machen werde, liege im Schoß? Nr Götter. Der Vorttag sei zu begrüßen als ein erster Schritt auf dem langen und stekken Wege, Nr vielleicht schließlich dazu führen werde, die beiden Nationen wieder in Berührimg miteinander zu bringen. Die Vollendung des Znnwerkes. Das Innwerk, Bayerns zweit- größtes Kraftwerk, geht nunmehr seiner Dollendung entgegen. Es ist zum Unterschied vom Walchen- und Mittleven Isarwerk durch private Initiative, durch die bayerische Aluminium-Aktiengesellschaft, ins Leben gerufen worden. Durch Ausnützung des Inngefälles zwischen Täging und Iettenbach wird die gewaltige Energie von 100 000 Pferdestärken gewannen, wodurch 465 Millionen Kilowatt Leistung erzeugt werden. Die Leistung ist also dreimal so groß wie die des Walcheusees, fast genau so groß wie die des Mittleren Isar- werks. Die umfangreichen Erdarbeiten, an denen seit 1919 zeih weise fast 7000 Arbeiter beschäftigt waren, sind fast vollendet. Die Entnahme des Innwassers erfolgt bei Iettenbach. wo der Inn durcki ein machiiges Wehr gesperrt wird. Ein 20 Kilometer langer Kanal fuhrt das Wasser dem Wasserschloß bei TSging zu. Das so ge- wonnen« Gefälle beträgt 84 Meter. Berichtigung. In unserem Artikel.Der S-rliner Tchaii. I vieler streil- ist durch Dnicksehler ein Satz vollllöndig entstellt und unverständlich geworden, der richtiggestellt iolgenderinasten' heißt:.Seit Iahren ist da» Ideal des deulscheu Schauspieles nicht mehl io rein ge- welen wie in diesem Augenblicke, da es das Materiellste aus sich nimmt: den Streik.' TPielPlonSnderung. In der Staatsoper wird wegen Erkrankung de« Herrn Zalin streitag statt des.Barbiers von Bagdad-.Die stauberstöte- gegeben. Anfang 7'/, Uhr. �' Conrad A» sorge ist schwer erkrankt und in« Krankenhaus gebracht mmwen. um das Konzert, das beule in der Philharmonie stnüsinden soll nickt in urage zu stellen, wird Frödsric Lamond sür den erkrantlen KoUegeu einspringen. Borträge. Freitag 7'!, Uhr beginnt Dr. Günther Just sür de» Monisten bund einen Vortragszyklus über.Den beutigen Stand der Abstammungslehre- Hohenstauseastr. 47/4S. Schluß mit Kein»Selbststhutzl Reden Severings und Rabolds im Landtag. Iin weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung erklärt« Innen- minister Smrlng im Landtag: Die heutige Debatte kann nur eine Nachlese sein zu alledem, was hier seit Juni politisch verhandelt war- den ist> Die Redner der Rechten behaupten, die Regierung wolle die nationale Gesinnung weiter Volkskreis« unterdrücken. Ich verwahre mich gegen diese Behauptung. Die Parteien der Neckten haben nicht das Nationalgefühl allein gepachtet; st« Kisten mit diesem Ton der Debatte dem Lande einen schlechten Dienst. Zwischen der P u t t- kamerschen und der heutigen Regierungspraxis besteht ein himmelweiter Unterschied. Damals hat man selbst Gesangver- eine und freie Hilfskassen drangsaliert. Heute ist von so kleinlicher Politik keine Rede. Für mich sind die Taten einer Vereinigung wie des„Jungdeutschen Ordens" oder des„Schutz- und Trutzbundes", nicht das entscheidend, was an schönen Worten über ihre Zwecke und Ziele in dem Programm sieht. Wohl müssen einzelne Ortsgruppen des„Jungdeutschen Ordens" anders als der „Schutz- und Trutzbund" beurteilt werden. Herr v. Lindeiner war schlecht beraten, als er die Rechtsprechung unier dem Sozialisten- ge'ctz rühmend hervorhob.(Lärm bei den Kommunisten.— Ruf: „Damals wurden keine Arbeiter ermordet!") Ihre(zu den Kom- munisten) Politik ist auf die Verführung der Arbeiter gerichtet, daher die zum Teil strengen Strafurteile.(Stürmischer Widerspruch bei den Kommunisten.) Sie überschätzen sich doch, Herr Kotz, wenn ausgerechnet Sie glauben, mich zum Reden zwingen zu können. Kontrollausschüsse dürfen sich keine behördlichen Ausgaben anmaßen; solche Ausschüsse der Kommunistischen Partei kann und werde ich nicht dulden.(Andauernde Zwi'chenrufe der Kommunisten.) Um die Volksernährung sicherzustellen, müsien wir alle Kräfte bereitstellen, damit die Anbaufläche im Interesse der Produktions- steigerung vergrößert wird. Das geschieht durch größere Belieferung der Landwirtschaft mit Kunstdünger und dadurch, daß die Pro- duktionslust der Landwirte gesteigert wird.(Ahal bei den Kommu- nisten.) Die Landwirte dürfen auch nicht durch Gewalttaten bei ihren Arbeiten gehindert werden. Im letzten Bericht des russischen Volks- kommistars wird lebhaft Klage geführt, daß auch im letzten Jahre di« Anbaufläche zurückgegangen sei. Ich will verhindern, daß wir zu rulsischen Zuständen kommen.(Lachen bei den Kommunisten.) Was Waffenfunde angeht, so beschränk« ich mich daraus, Waffen- lager unschädlich zu machen.(Erneutes Gelächter bei den Kommu- nisten.— Zuruf:„Da lachen selbst Ihre Parteifreunde!") Wer Wafsenläger unterhält und beschickt, ist ebenso gefährlich, wie es Or- ganisationen sind, di«, wenn auch nicht satzungsgemäß, so doch ihrer Bestimmung gemäß aufgerufen werden sollen, um gegen«inen an- geblich exsticrenden Feind im Innern zu kämpfen. Das gilt für links und für rechts. Alle Selbstschutzorganifakionen werden iu Preußen aufgelöst. Das geschieht nicht erst dann, wenn das Haus in Brand geraten ist, sondern schon vorher.(Beifall bei den Regierungsparteien.) In der Besprechung erklärt Abg. Rabold(Soz.): Die Programme der orgeschartigen Organisationen haben nur den Zweck, ihnen ihr Dasein zu sichern; sie mögen alle möglichen Ziele haben, nur nicht das der Sicherung der Verfassung, sie bezwecken alle, die V« r- fassung zu beseitigen, und zwar auf gewaltsamem Wege. Der„Jungdeutsche Orden" Hot zahlreiche Waffenschiebungen auf dem Gewissen, ganz besonders in Thüringen. Herr v. Lindeiner verlangte die Aufhebung der Gesetze zum Schutz der Republik; damit will man den Meuchelmörderbanden wieder freie Bahn schaffen, die monarchistisch? Hetz« wieder hemmungslos betreiben können. Jene Vereine und Gefellschaften sind gesetzwidrig und können daher ohne weiteres n-f Grund der Verfassung verbaten werden. Den Mordanschlag gegen Horden hat der deutsch- nationale Redner sich wohl gehütet, zu erwähnen; denn einer der Mordgesellen hat sich nach der Tat aus das B u r e a u d e r D e u t s ch- nationalen Partei begeben, um sich nach„befehlsgemäß" vcr- übter Tat Reisegeld zu holen.(Unruhe rechts.) Und statt ihn dort zu verhaften, gab man ihm Gelegenheit, zu verschwinden.(Lärm rechts. Rufe:„Lüge!" Geqenrufe links:„Lügner!" Rüge des Bräfidenten.) Die Urteile des Staatsgerichtshofs springen mit den Hochverrätern sehr viel milder um, als die preußischen Gerichte mit den Arbeitern oder d:« baneri'chen Dolksgerichte mit den Journa- listen, die für ausländische Blätter korrespondiert haben. Gewiß ist auf di? Dauer nicht mit Polizeiverbote, i zu regieren, aber das Schutz- gesetz für die Republik richtet sich ja gegen die Gruppen, welche G e- walt und Verbrechen auf ihre Fahne schreiben. Die Fest- lequng des republikanischen Gedankens muß schon in der Schult be- ginnen, und hier liegt noch fast alles im argen. Die Republik muß das Recht haben, sich zu wehren; nicht Aufhebung der Schutzgesetze. sondern Fortbestehen der ergangenen Darbote.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Im weiteren Verlauf der Sitzung stellt der Volkspart«iler Abg. Pinkeln eil die Unterstützung des deutschnationalen An- träges durch die Deutsche Volkspartei in Aussicht.— Freitag 12 Uhr Weiterberatung der kleinen Gegenstände. tvohm steuern wir! Die Rechtsprechung des Staatsgerichtshofcs. Das Reichsministerium des Innern hat eine Denkschrift ausgearbeitet, die über die bisherige Rechtsprechung des Staatsgerichtshoss zum Schutz der Re- publik Rechenschaft gibt. Der Staatsgerichtshof hat, wie sein Name bereits sagt, die Aufgabe, die Republik und ihre Interessen vor ungerechtfertigten Angriffen zu schützen. Er hat die Aufaabe, gegen jene Hetze anzukämpfen, die immer wieder zu Ministermorden und umstürzlerischen Geheimbünd- lereien geführt hat. Der Staatsgerichtshof war als letzt« und höchste Dollzugsinstanz des Gesetzes zum Schutze der Republik gedacht. Bon vornherein war zu erwarten, daß die Kreise und Organe, die eine bewußte Verunglimpfung der Republik zwecks De- feitigung der gegenwärtigen Staatsform betreiben, durch ver° änderte Taktik, ohne ihr Ziel auszugeben, den Paragraphen des Schutzgesetzes zu entgehen versuchen würden. Die Haupt- aufgäbe des Staatsgerichtshofes war es demnach, auch diese Art von Propaganda gegen die Republik überall da zu be- schneiden, wo sie Den Boden einer rein sachlichen Kritik überschritt. Der Staatsgerichtshof hat in wiederholten Beschlüssen starken Nachdruck daraus gelegt, daß nach dem Gesetz„bestimmte Talsachen" vorliegen müssen, um die Besorgnis einer Störung einer öffentlichen Ordnung zu rechtfertigen: die bloße Möglichkeit von störenden Vorkommnissen sei nicht ausreichend. In solchen Fällen könne di« Regierung Vorsorge treffen, daß während eines Vor- rrages im Fall« einer unzulässigen Handlung behördlich eingegriffen werde. Als solche„bestimmte Tatsachen" si«btz der Staotsgerichtshof die Identität des Personenkreises nicht an. Weim in einer Vereinigung ein hoch auf die Erzbergsr-Rkörder ausgebracht worden sei. so genüge das nicht, um die Besorgnis zu rechtfertigen, daß«in Jahr später in einer Veranstaltung desselben Personenkreises in der gleichen Art verfahren und damit das Schutz» qefetz verletzt werde. Ein strafbares Tun, das vor dem Er- laß des Schutzgesetzes liegt, kann nach Ausfassimg des Etaatsqerichts- Hofes zur Begründung eines Verbotes nicht herangezogen werden: denn dies würde gegen den Grundsatz verstoßen, kein« Strafe ohne Strafgesetz eintreten zu lassen. Die gegeniciiige Auffassung des preußischen»Innenministeriums, daß es sich bei dem Schutzgesetz vor allem um Maßnahmen polizeilicher Art handle und daß deshalb auch früher« staatsqefährdende Betätigung heran- gezogen werden könne, wird durch Beschluß vom lg. September aus- drücklich verworsea,� � Auch die Begriffe der Beschimpfung und Berleumdung von Mitgliedern der Regierung und Verherrlichung von Ge- w a l t t a t e n hat der Staatsgerichtshof einengend ausgelegt. So hat er entschieden, daß die Beschimpfung eines ermordeten Rkikgtiedes der Regierung nicht unter die Vorschriften des Schnßgsfehes fällt. Eine Ver- herrlichling der Mordtat könne auch nicht erbtickt werden in einem „vielleicht mißglückten oder wenig takwollen Berfuch, unter Ber- werfung der Tat doch den Tätern menschlich gerecht zu werden". Eine Berherrlichuna oder Billigung der Mordtat an Rath eng u ist auch nicht gefunden worden in den Worten:„Mag man vom fiktlichen Siandpunki aus das Verbrechen verurteilen, ein Work des Bedauerns wird man dafür nicht finden, daß das Wirken Rakhenaus ein End« genommen hat— der Jude Dr. Rakhenau war ein Schädling." Hier ist nach Auffassung des Slaatsgerichtshvfes nur der Meinung Ausdruck gegeben,„daß die wie immer geschehene Beendigung des Wirkens von Rathenau nicht bedauert werden könne". Viele Urteile und Beschlüsse des Staatsgerichtshofes beschäftigen sich mit den Begriffen der Beschimpfung. den das Gericht nur als gegeben ansieht, wenn eine Mißachtung in besonders verletzender und roher Form zum Aus- druck gebracht wird. Der Skaatsaerichlsßof hak dabei ausgesprochen, daß in den erregten Zeiten nach dem Rathenau-ZUord auch die Re» gieruvg gelegentliche Fehlgriffe in Zeikunge. und Versammlungs- verboten getan habe: es dürfe deshalb auch kein oefkrenger Rkahstab an die Form der äffenllichen Kundgebungen der Rechtsparteien und der Rechtsvresse gel-gt werden. Auck die schärfste Kritik der Er- tüllunospolitik oder irgendwelcher politischen Partei stelle keine Be- ichimpfung der Reoierung dar. wenn diese auch von den beschimpften Parteien gebildet sei. Der Vorwurf, die Regierung begünstige die parteipolitische Hetze, schür» durch ihre Haltung die Errequng und wage die Verantwortung für die zahlreichen Gewalttaten gegen rechtsstehende Kreils, kann nicht als Befchimvkung von Reqierungs- Mitgliedern aufgefaßt werden. Ebenso seien Svott und Hohn arund- fätzlich keine Beschimpfung. In einem Beschluß vom 25. Oktober wird dargelegt, daß auch eine Beschimpfung und Ver- leumdunq des Reichskanzlers die Anwendung des Schutz- gefetzes nicht rechtfertige, wenn kein Anhaltspunkt dafür ge- geben fei, daß auf diese Weis« die republikanische Staatsform als solch« beschimpft und herabgesetzt werden soll. Zur Auflösung von Vereinen genügt nach Auffassung des Staatsgerichtshofes die Frage d«s monarchistischen Gedankens oder der monarchistischen Tradition nicht, insbesondere auch nicht Anreden wie„Königliche Hoheit" oder dergleichen. Niemals kann die Besorgnis der Ruhestörung darauf be- gründet werden, daß anders Gesinnte sich hineinmischen und"die Veranstaltung stören könnten. Auch, daß dann Teilnehmer der Der- anstaltimg Ausschreitungen begehen könnten, sei ein« so entfernte Möglichkeit, daß sie nicht zu einem Verbot führen könne. Bon ganz besonderer Bedeutung ist endlich die regelmäßige Rechtsprechung des Staateqerichtshofes, daß periodische Druckschriften nur von der Landeszentralbehörde verboten werden können, in deren Bezirk sie erscheinen. Gegebenenfalls könne der Reichsminister des Innern die Landeszentralbehörde, m deren Bezirk die Druck- fchrift erscheint, um geeigwek Maßnahmen ersuchen, und wenn diesem Ersuchen nicht entsprochen werde, so greife die vom Schutz- gesetz vorgesehene Regelung Platz. Aus diesen Beispielen ergibt sich, daß der Staatsgerichts- Hof jlas Gesetz zum Schutze der Republik stark einschränkend ausgelegt hat. Schon heute ist in den Kreisen der Deutsch» völkischen die Kunst weit verbreitet, in maskierter Weife gegen die Republik zu Hetzen und zum Umsturz aufzufordern. Die Form des Kampfes ist stellenweise bedeutend gehässiger und gemeingefährlicher als vor dem Erlaß des Gesetzes zum Schutze der Republik. Man kann leider nicht sagen, daß der Staatsgerichtshof alles getan hat, um diesen üblen Gewässern einen festen Damm entgegenzusetzen. Die Befürchtung liegt nahe, daß unter dem Eindruck der Denkschrift, mit der man sich nach ihrer vollständigen Veröffentlichung noch beschästigen müssen wird, der unverantwortliche Kampf an Stärke noch zunehmen wird. „Zum Schutz der Republik." München, 30. November.(Eigener Drahtbericht.) Die Natio- nalsozialisten veranstalteten heute in den fünf größten Sälen Massenversammlungen, in denen gegen die drohende Besetzung des Ruhrgebietes protestier�, werden sollte. Den Veranstaltungen voran ging den ganzen Tag über ein« wüste Hetze mittels riesiger Plakate, die in mehreren Texten in der ganzen Stadt angeschlagen wurden. Ferner wurden etwa sechs verschiedene Flugblätter in Hunderttausenden von Exemplaren in den Straßen, deg Häusern und den Betrieben verbreitet. Die Kosten dieser Agitation werden von Fachleuten auf mindestens eine halbe Million Mark geschätzt. Es sprachen u. a. mehrere Redner aus der Tschecho- slowakei, was auf die Verbindung mit der dortigen naiionalsozia- listischen Pvwegimg hinweist, die bekanntlich von den habsburgisch gesinnten Großagrariern finanziert wird. Adolf Hitler fuhr in seinem von dem Gelde Hugenbergs gekauften Auto von einer Versammlung zur anderen und sprach in jeder einige Minuten. In den Flugblättern und Plakaten wird die Behauptung von der Entwaffnung Deutschlands durch die Novemberrevolution in allen Tonarten noch einmal aufgewärmt. Seit fünf Jahren sei die Nationalehre in Schmutz und Dreck gezogen, die Denkmäler alter Helden gestürzt und an ihrer Stelle Bedürfnis- an stalten errichtet worden. Obsrschlessen sei durch die Berliner Schwindler verloren geoangen. Jetzt käme die Reihe an das Ruhr- gebiet. Jetzt, wo die Erfüllungspolikik zur Katastrophe geworden fei. ziehe sich wirkh zurück. Der Parlamentarier habe sich gerettet, das deutsche Volk könne vevbla'.en. Erhard Auer, der infame Lügner, sei vom inlernattonalen jüdischen Börsenkapilal mit vielen Millionen gekallsl und Hetze gegen die nalionalsozialistische Bewegung,«m von den wahren Schuldigen abzulenken. Deutscbnationale gegen Konsumvereine. Die Deutschnationalen sind auf die Konsumvereine nicht gut zu sprechen. Deshalb richten sie an die P r e u ß i s ch e S t a a t s- regierung die Frage, wieso sie dazu komme, für 130 Millionen Mark Kredite den Konsumvereinen zu geben. Ferner fordern die Deutschnationalen Aufschluß über die Bedingungen, unter welchen diese Kredite bewilligt worden seien. Die Konsumvereine haben von der Preußischen Staats- regierung überhaupt keine Kredite bekommen. Die Deutsch- nationalen verwechseln anscheinend die Konsumvereine mit land» wirtschaftlichen Genossenschaften, die verschiedentlich Kredite z. B. für die Beschaffung von Futtermitteln zur Förderung der Milchproduktlon erhielten. Nicht die Konsumvereine, sondern die Großeinkaufsgenossenschaft hat— aber nicht von Preußen, sondern vom Reich— für die Kartoffelbeschaffung einen vorübergehenden Kredit von über 400 Millionen Mark erhalten. Stingis Teuerungsprogramm. In unserem gestrigen Bericht über die Sitzung des Berkehrsbcirats im Reichsposirninisteriuni ist infolge eines Uebermittlungsfehlers insofern ein Irrtum unter- laufen, als die dort angegebene Verdoppelung der Portosätze Nicht am 15. Dezember, sondern erst am 15. Januar in Kraft treten soll. Ab 15. Dezember gelten die im Mtttwoch-Abendblatt gemeldeten «Stze.________.._____ Wirtstchaft■ Zur Frage der Goldschahanweisungen. Wesentlich mit schuld an der geringen Wirkung der Devisen- Notverordnung war die Weigerung der Reichsbank, gleichzeitig ein wertbeständiges Anlagepapier einzuführen. Man be- hauptete u. a., das Reich würde bei fallender Mark die Goldschatz- anweisungen mit ungeheuren Verlusten einlösen müssen. Das ist durchaus irrig, denn die Finanzverwaltung würde für die eingelösten neue Schatzanweisungen zu dem erHöhlen Kurs herausgeben, und sie könnte nur gewinnen bei einer Besserung der Mark, weil sie dann zu einem niederen Kurs das Papier aufnehmen würde. Die Heraus- gäbe eines solchen Papiers würde den Aufkauf von fremden Zah- lungsmikteln, vor allem die Festlegung auf lange Zeit selbst für den reellen Bedarf zurückdrängen. Darauf kommt es aber jetzt an, denn der übergroße, durch die Spekulation gesteigerte Bedarf an De- vifen muß die Mark herabdrücken. Die Papiermark geht nach dem Ausland und wir nehmen fremde Zahlungsmittel herein für unseren Warenverkehr im Inland. Dieses Verfahren ist geradezu verbreche- risch vom Standpunkt der deutschen Volkswirtschaft. Der oldenburgische Ministerpräsident T a n tz e n ist in anderer Weise durch die Herausgabe eines Papiers, das den Roggenpreis als Wertmaßstab hat, dem Gedanken nähergekommen, per Versuch ist eigenartig und findet in Rußland einen Vorläufer.' Die olden- burgischen Roggenanweisungen lauten aus 125 Kilogramm Roggen, sie werden an der Börse gehandelt und notierten erstmals 30 945 M. Zugrunde gelegt war ein Roggenpreis von 12 000 M. für den Zentner und 378 M. Fracht. Der weitere Kurs wird sich nun danach richten, welche Aufnahme das Papier findet und welche Preisbewe- gung der Roggen macht. Ein anderes Beispiel. Eine Berliner Bank gibt K r e- d i t e, die sie nach dem G o l d a n k a u s s p r e i s, den die Reichs- dank wöchentlich bekannt macht, in Papier berechnet. Sie übernimmt allerdings kein Risiko, da sie im gleichen Betrage der Kredite Gold- schuldverschreibungen ihren Kunden anbietet. Die Schwankungen der Valuta werden mithin bei diesen Tansaktionen ausgeglichen. Diese Beispiele beweisen nur, daß�der Vorschlag des Genossen Schmidt im Reichswirtschaftsministerium, die Reichsbank möge, um den De- visenmarkt zu entlasten, Goldschatzanweisungen herausgeben, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch das Richtige traf. Würde nun weiter sofort ernstlich eine Stützungsaktion für Mark in der Weise unternommen, daß die Reichsbank einige Millionen Gold, gestärkt durch eine Anleihe im Ausland, zur Intervenierung aufwendet, dann darf mit Bestimmtheit angenommen weichen, wir kommen aus diesem auch durch eigene Schuld verschleierten Zustand unseres Wührungsdilemmas heraus. Diese Aktion kann nur durchgesetzt werden gegen die Schwerindustrie und das Finanzkapital; die wohl keine un- gemischte Freude am weiteren Fallen der Mark haben, aber eine viel größere Furcht vor den Verlusten bei einer Besserung der Mark. Die Verteuerung des stleinwohnungsbaues. Für eine Wohnung von 70 Ouadralmeter Wobufläche stellten sich die Baustoffpreise in Deutschland nach den Ermittelungen der „Sozialen Bauwirtschast' Anfang November wie folgt: B a u st o f f e 1. Juli 1914 1. Novbr. 1922 Mauersteine....... 700,— M. 426 300,— M. Zement......... 60,—„ 80 508,50, «tückenkalk....... 73,—„ 40 630,32, Gips.......... 12,50, 5 872,36, Dachsteine........ 243,50„ 131 445,—„ Rohrgewebe....... 23,50„ 15 084,—„ Kantholz........ 264,-, 347 727 50. Fußboden........ 152,50• 158 295,20, Zink.......... 65,50. 82 741,10. GlaS......... 84,—„ 30 712,50, Summa.. 1 668,50 M. 1 278 206,48 M. Tie Preise der hauptsächlichsten Baustoffe für eine Wolmung sind also von 1668,50 M. am 1, Juli 1914 auf 1 278 296,48 M. am 1. November 1922 gestiegen. Wird der Pteis vom 1. Juli 1914 gleich 100 gesetzt, dann ist hier eine Preissteiaerung von rund 76 613 eingetreten. Die Baustoffe sind aiso seit 1914 auf das 766fache und innerhalb des letzten Monats um rund 90 Proz, gestiegen. Preiserhöhungen überall. Unter Berufung auf die Kohlen- Preiserhöhung, die soeben erfolgt ist, hat der Stahlbund wfort seine Preise für Walzwerkcrzeugnisse heraufgesetzt, obwohl diese be- reits über dem Weltmarktpreis liegen, 1 Kilogramm Thomas- S t a b e i j e n kostet jetzt 243,30 M. Auch der R o h e i f e n a u s- schuh des Eisenwirtschaftsbundes kündigt die Herauf- setzung seiner Höchstpreise an, ohne bisher das Ausmaß der Preis- erhöhung anzugeben.— Der Benzoloerband hat seine Preise ebenkolls heraufgesetzt, und rwar kostete Motorenbenzol jetzt 750 M, — Die Stickstoffpreise wurden ebenfalls heraufgesetzt auf 1334,10 M. je Kilogramm Stickstoff in schwefelsaurem Am- m o n i a k(nicht gedarrt).— Die Glühlampenfabriken erhöhten ihre Teuerungszuschläge von 1100 auf 1900 Proz. Alle diese Preiserhöhungen erfolgen im Zeichen sinkender Devisenkurse! Die Ileberfrcmdung in den nordwestdeuischen Slädlen. Wie der „Norddeutsche Wirtschnftsdienst" von unterrichteter Seit« hört, Hot in letzter Zeit ein« ledhafte geschäfttiche Gründertätigkeit des Aus- landes in den größeren nordwe st deutschen Städten Platz gegriffen. So haben sich in Hamburg seit 1919 über 500 aus- ländifcki« Handelsfirmen niedergelassen, die namentlich im Im. und Exporthandel den alteingesessenen deutschen Geschäftsfirmen den Wirkungskreis mehr und mehr verengen. Neben englischen, ameri- konischen und nordischen Firmen sind es namentlich auch tschecho- slowakische und östliche Unternehmen, die sich in Hamburg mehr und mehr ausdehnen. So sind u. a. berekts 40 tschechoslowakische und 37 Firmen östlichen Ursprungs, die sich in Hamburg niedergelassen haben. Hand in Hand mit der geschäftlichen Ausdehnung des Auslandes geht auch die Ueberfremdung des Grundbesitzes in den Hansestädten. Die Grundstückstäufe des Auslandes in Hamburg haben in letzter Zeit einen derartigen Umfang nngenom- men, daß sich gegenwärtig bereits ein Zehntel des Hamburg!- schen Grundbesitzes in ausländischen Händen befindet. Unserer gestrigen kurstascl sind noch folgende amtliche Notie- rungen nachzutragen: 1 finnische Mark 193,51 Geld, 194,49 Brief: 1 japanischer Den 3690,75 Geld, 3709,25 Brief; 1 brasilianischer Milreis 937,60 Geld, 962,40 Brief: 1 spanischer Peseta 192,01 Geld, 1197,99 Brief; 100 österreichische Kronen abgest. 11,02 Geld, 11,03 Brief; 1 tschechische Krone 244,38 Geld, 245 62 Brief; 1 ungarische Krone 3.34 Geld. 3.36 Bries; 1 bulgarischer Lewa 57,10 Geld, 57,49 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 102,74 Geld, 103,26 Brief. Lekte Nackrickten. Güterzugentgleisung in Weitzcnsee. MTB. meldet: Gestern abend gegen 6K Uhr entgleiste der von Tegel kommende Güterzug Nr. 5 kurz vor der Einfahrt in den Jndustriebohnhos Weißensee zwischen Schon- und Roelkestraße. Die Feuerwehr wurde sofort benachrichtigt. Aus unbekannter Ursache war die L o k o m o t i v e umgestürzt und die beiden vordersten Wagen entgleist und zertrümmert. Der Loko- motivfllhrer Paul Gärtner aus T�gel, Schlieperstraße wohnhaft, geriet unter die Maschine und wurde am linken Unterarm schwer verletzt. Man schaffte ihn nach dem Krankenhaus Weißensee. Der Majchinenheizcr kam mit geringen Ver- letz un gen davon. Der Zugführer und zwei Begleiter des Zuges tonnten sich durch rechtzeitiges Abspringen retten. Die Kriminal- polizei ist mit der Untersuchung des Falles beschäftigt. Die Feuer« wehr tonnt« nach Inständiger Täiigkcit wieder abrücken. Gewerkschaftsbewegung Die kommunistische Aktion in der Rheinpfalz. Stadt- und Bezirksverordnete, Ibiefe als Streitunterstützung fchiden. Das Telegramm| Stellung zum Bericht der Tariffommission. Die Tarifverhand. fchließt:„ Wir haben ein Leben lang Hungerlöhne bezogen, räumt lungen mit den Arbeitgebern haben als einzigen Vorschlag der endlich damit auf." Arbeitgeber für November eine Gehaltsaufbesserung von 65 Proz. Ferner ist zu melden, daß die Regisseure Berthold Viertel auf die Oktoberfäße gezeitigt. Damit war feine Basis für eine vom Deutschen Theater und Karl Heinz Martin in den Vorstand Verständigung gegeben. Die Ausführungen der Berichterstatter Die Rote Fahne" behauptet in ihrer geftrigen Abendaus des Veranstaltungsfomitees eingetreten sind. Bubliz und Salis fanden bei den Veriammelten lebhafte 8ugabe, die Führer der Vereinigten Sozialdemo An Spenden sind eingelaufen: 30 Millionen österreichische Stimmung. Einstimmig wurden die 65 Broz. als außerhalb jeder fratischen Partei fielen den Streifenden der Badischen Kronen vom Desterreichischen Bühnenverein, 100 000 m. Diskussion stehend bezeichnet. Angesichts der katastrophalen EntAnilin- und Sodafabrik in den Rücken. Es mag bequemer fein von den russischen Stollegen, die im Apollo- Theater spielen. wicklung der Preise, die im Dezember noch eine weitere Verfür das zur Verschweigung der Wahrheit verpflichtete Kommunisten- 50 000 W. erfie Nate vom Bühnenflub. Der deutsche Faust- schärfung erfahren wird, können die Angestellten die Haltung der blatt, jetzt nur die BSPD.- Führer" zu verdächtigen, während es Arbeitgeber gegen ihre berechtigten Wüniche nicht verstehen. Sie vordem das Geschäft getrennt besorgen mußte, doch ändert das sind vielmehr der Meinung, daß die Preispolitik, die die Arbeitnichts an der Tatsache, daß die Parteiführer der Vergeber der Bekleidungsindustrie getrieben haben, ihnen sehr wohl einigten Sozialdemokratischen Partei mit den gewerkschaftlichen die Erfüllung der Wünsche der Angestellten gestattet. Die Organi befriedigendes Ergebnis zu erzielen. An den Arbeitgebern wird Weil der Vorwärts" jedoch die Tatsachenmeldung wieder Heute, Freitag, den 1. Dezember, abends 6 Uhr, im Berliner es liegen, ob das ohne Kampf möglich ist. gegeben hat, daß es sich hier um eine fommunistische mache Rathaus( Plenarsihungsfaal), Eingang Königfit.: Zusammenkunft. handelt, deshalb die Aufregung des Blattes. Wir fagten flar und deutlich, daß wir die Entlassung der drei Betriebsratsmitglieder Tagesordnung: 1. Wohlfahrtspflege. 2. Disfuffion. Referentin: Stadträfin Klara Weyl. megen ihrer Beteiligung an dem kommunistischen Kongreß, troz Urlaubsverweigerung, für unberechtigt und verfehrt hielten. Aber Wir ersuchen vollzählig zu erscheinen. Außerdem haben Zutritt mir mußten auch sagen, daß es verfehlt ist, wenn deshalb ohne die Mitglieder des Bezirksvorstandes, Vertreterinnen der Frauenmeiteres die ganze Belegschaft in den Streit getrieben wurde, in Wohlfahrtsausschüsse, Kinderschuhfommission, Kommunale Komeinen wilden Streif. Jeder Streit, der ohne Vorwissen und ohne mission( kreisvertreterinnen). die Zustimmung der beteiligten Gewerkschaften unternommen wird, ift wild", da die Gewerkschaften, die nicht gefragt wurden, auch feine Verantwortung dafür übernehmen können. Streits im allgemeinen und mit dem Ludwigshafener Streit im Magistrats- sowie Bezirksamtsmitglieder! besonderen überhaupt nichts zu tun haben. " Der Bezirksvorstand. fation wurde aufgefordert, alle Schritte zu unternehmen, um einz Ueble Lehrlingswirtschaft. " Wie uns mitgeteilt wird, beschäftigt die Firma Paul Mar rus, Monumentenstraße in Schöneberg, Hoflieferant a. D., bei etwa 50-60 Arbeitern ungefähr 35 Lehrlinge. Bis zum 4. November bekamen die Lehrlinge 30, 40, 50 und 60 Pf. in der Stunde im 1., 2., 3. und 4. Lehrjahre, seitdem aber 0,75, 1, 1,25 und 3,23 M. Davon gehen Steuern und Versicherungsbeiträge ab, so daß ein Lehrling im vierten Lehrjahre einen Wochenlohn fämpfer- Verband übermittelte durch den Obermeister Brenzel eine pon 142,65 m. nach Hause bringt. Falls er nicht das Malheur Die Ausdehnung des Streits zum Generalstreit", die Sympathieerklärung für die streifenden Schauspieler. Der Verband hat, etwas zu zerbrechen. Da die Fenster feine Schuhgitter haben, Aufforderung an die Geschäftsleute, ihre Lokale zu schließen, zeigt will Anfang nächster Woche einen Boylampf veranstalten zugunsten schlug ein Lehrling versehentlich eine Scheibe ein, wofür ihm so so deutlich die Kennzeichen fommunistischer Mache, daß fie auch von der Streittafie. lange das Koftgeld vorenthalten wurde, bis der Schaden vollständig der„ Roten Fahne" nicht abgeleugnet werden tann. Es paßt ganz beglichen war. Das wirft erzieherisch" und beweist erneut, daß in den Rahmen der kommunistischen Treibereien, daß die Streif Der frühere Kultusminister a enisch hat auf Anregung das Lehrverhältnis ein Erziehungsverhältnis" ift. Wie leitung sich an die Interalliierte RheinlandtomMoiffis versucht, die beiden Parteien zu neuen Verhandlungen zu die Eltern dabei bestehen, das geniert so große Firmen nicht. mission gewandt hat, um hier um gut Wetter zu bitten, veranlassen. Die Genossenschaft hat auf diese Anregung sich damit nicht etwa die große Aftion" gestört wird, die über die sofort zum zweiten Male bereit ertlärt, jederzeit aufvember stattgefundenen Delegiertenversammlung wurde zunächst Charlottenburger Gewerkschafistommiffion. In der am 28. NoRheinbrücke auf Mannheim ausgedehnt werden sollte, mogegen der Grundlage der von ihr aufgestellten Forderungen zu verhanfich eine Funktionärversammlung einstimmig gewandt hat. deln. Für gestern vormittag war bereits eine unverbindliche Vor- vom Vertreter des Vereins für Arbeiterunterrichtskurse, Herrn Immerhin ist es den Drahtziehern gelungen, in Ludwigshafen besprechung von Abgeordneten beider Parteien im preußischen Fritjof Rohr, ein Vortrag über diese Kurie gehalten. Studierende die„ Aktion" weiterzutreiben und die Arbeiter einer Pumpenfabrik Landtagsgebäude vorgesehen. Während die Streifleitung der Ge- der Berliner Hochschulen wollen in den Abendstunden Arbeitern, und einen Teil der Belegschaft des Elektrizitätswerks mit in den nossenschaft ihre Vertreter bereits zur Teilnahme an dieser Be- die ihr Wissen in den elementarsten Fächern der Volksbildung wie sprechung ermächtigt hatte, hat es der Bühnenverein ab- Deutsch und Rechnen wieder auffrischen und sich weiter bilden Damit der Streik ja nicht etwa bald beigelegt wird und die gelehnt, die Sigung zu beschicken. Um 10 Uhr abends, nach wollen, für ein geringes Entgelt Unterricht geben. In CharlottenArbeiter nicht zu geringen Lohnausfall erleiden, um sie in der dem der Bühnenverein feit 4 Uhr getagt hatte, teilte Herr burg soll im Monat Dezember mit den Sturien zu einem Teil benötigen Stimmung zu halten, wurden jetzt außer der Forderung Haenisch der Streifleitung mit, daß der Bühnenverein onnen werden. Anmeldungen aus Gewerkschafts- und Parteifreifen der Wiedereinstellung der drei entlassenen Kongreßbesucher eine foeben folgenden Beschluß gefaßt habe: Reihe von Forderungen gestellt, die so gehalten sind, daß die Direktion der Badischen Anilin- und Sodafabrik sie nicht erfüllen tann. Sie kann eine Lohnzulage machen, doch fann sie nicht die Preise für Lebensmittel herableßen, die Erfassung fämtlicher Lebensmittel besorgen und die sonstigen Beschlüsse des Berliner Kongresses der kommunistischen Betriebsräte durchführen. Das Ende dieses unverantwortlichen Treibens wird auch hier die der Enttäuschung der Mitläufer folgende Stärkung der gelben Bewegung. Wo irgend die kommunistischen Drahtzieher eine Aftion" betreiben, schlägt sie der Arbeiterschaft zum Inheil aus und schädigt die Gewertschaftsbe= wegung. Streit zu ziehen. Ortslohnzuschläge für Staatsarbeiter. Im Reichsfinanzministerium wurde gestern über die Ortslohnzuschläge für Arbeiter und die Beamten- Sonderzulagen verhandelt. Beide zuschläge werden in der Art und Weise gefunden, daß das Gesamteinkommen eines verheirateten Staatsarbeiters mit einem Kind dem Gesamteinfommen eines verheirateten Privatarbeiters der vergleichbaren Industrie gegenübergestellt wird. Die zwischen den Löhnen sich ergebende Differenz wird den Arbeitern als Ortslohnzuschlag, den Beamten als Sonderzulage gewährt. Bei den gestrigen Verhandlungen wurden für den Bezirk 21tona ten Staatsarbeitern Erhöhungen von 8 bis 41 Broz., für den Bezirk Karlsruhe 8 bis 37 Proz., für Trier 13 bis 25 Broz, für Effen 8 bis 34 Proz. und für Ludwigshafen 10 bis 31 Broz. zugebilligt. Heute werden die Verhandlungen für fünf weitere Bezirke fortgesetzt. Zum Schauspielerstreik. Die streifenden Schauspieler erhalten von allen Seiten außerordentlich hohe Summen zur Weiterführung ihres Streits. Im Laufe des gestrigen Tages find allein 5 Millionen eingegangen. Die Direttoren befreiben eine systematische Aussperrungspolitik gegen jene Bühnenarbeiter, die den streikenden Schauspielern zu Silfe lommen wollen. In den meisten bestreiften Theatern sind die Bübnenarbeiter von den Direttoren ausgeiperrt worden. Bei der Streifleitung ist von Mag Adalbert ein Brief ein. gelaufen, in dem er ausführlich seinen Standpunkt flarlegt und sich zu rechtfertigen veriucht. Der Brief schließt mit den Worten: " Ich ertläre hiermit, daß ich während des Streits nicht spielen werde und nehme meinen unbedingten Austritt aus der Bühnen genofienschaft hiermit zurüď". find an den Dbmann der Gewerkschaftsfommission, Genossen Otto lehnt es der Verein Berliner Bühnenleiter zurzeit einstimmig die Vorschläge des Ausschusses der Gewerkschaftskommission Berlins Angesichts der zahllosen Berdächtigungen und Verdrehungen Flemming, Bestalozzistr. 13, zu richten, der das weitere veranlagt. Sodann unterbreitet der Genosse Flemming der Veriammlung ab, feinen Mitgliedern zu gestatten, auch nur in unverbindliche und Umgegend zu einem neuen Regulativ für die Unterkommissionen, Borbesprechungen über Beitegung des Konflifts einzutreten." Ueberlegung, weshalb er sich nicht lange aufrecht erhalten läßt. töten. Er ging auf die Abänderungsvorschläge ein, die von einer Aus diesem Beschluß spricht mehr der Aerger als die nötige die nach feiner Meinung in einem Teile geeignet sind, das Gewertichaftsleben in den einzelnen Verwaltungsbezirken vollauf zu Der Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe. aus den Reihen der Unterkommissionen gewählten Kommission, verband Deutscher Versicherungsunternehmungen wiederum nur ftellten sich einmütig auf den Standpunkt des Gen. Flemming. Ein Den Schiedsspruch vom 24. November hat der Arbeitgeber ausgearbeitet worden sind und ein Minimum dessen bedeuten, was die Unterkommissionen verlangen. Sämtliche Diskussionsredner für die Sa chichaden und Rückversicherugsbetriebe Antrag, die neuen Kommissionsvorschläge als die Basis zu beangenommen. Für die Lebens-, Unfall- und Haftpflichtversicherungsbetriebe bat er lediglich feinen Mitgliedsgefellichaften anheim- trachten, worauf sich das gewerkschaftliche Leben in den einzelnen Bezirken aufbaut, wurde einstimmig angenommen. gestellt, die Säße des Echiedsspruches zur Hälfte zu gewähren. Die Mehrheit der im Zentralverband der Angestellten Deutscher Hutarbeiterverband. Das Weihnachtsfest steht vor organisierten Versicherungsangestellten hat sich für Annahme der Tür. Gedentt der zahlreichen Arbeitslosen. Sammelt in den Be des Schiedsiprudes ausgeiproden. Der Zentralverband trieben und liefert das Geld io bald wie möglich im Bureau ab, der Angestellten hat nunmehr die Verbindlichkeitsertladas jest Montage von 4-8 Uhr abends geöffnet ist. rung beim Reichsarbeitsministerium beantragt. Neuer Manteltarif im Gastwirt@ gewerbe. Die Arbeitgeber im Gastwirtsgewerbe haben den im vergangenen Jahre nach dem Streit im Gastwirtsgewerbe abgeschlossenen Tarifvertrag am 15. August zum 1. Oktober d. J. gefündigt. Die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Bertrages haben sich beträchtlich in die Länge gezogen, da die Arbeitgeber mit einem ganzen Bündel von Berschlechterungen antraten. Nachdem nunmehr die Verhandlungen zu einem Abschluß gelangt sind, haben in der vergangenen Woche fieben öffentliche Berfommlungen der aaft wirtschaftlichen Angestellten und die Generalversammlung des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten zu dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung genommen. Troh einiger bebauerlicher Verschlechterungen des Vertrages haben die Versammfungen den Angestellten empfohlen, dem neuen Manteltarif zuzustimmen, weil nach Lage der Sache ein anderes Ergebnis nicht zu erwarten war und weil die Wünsche der Unternehmer auf Verfchlechterungen auf ein erträgliches Maß zurückgeschraubt wurden. Es wurde den Angestellten empfohlen, alle Kräfte anzuspannen, um bei gegebener günstigerer Situation die Scharte wieder aus3uwezen. Bei der vorgenommenen Urabstimmung hat sich ergeben, daß die große Mehrheit, nämlich vier Fünftel der abgegebenen Stimmen, für Annahme des Manteltarifs entschied. Angestellte der Bekleidungsindustrie. Vom Marie Seebach Stift in Weimar ist eine Depesche eingegangen, des Inhaltes, daß die Infassen des Marie- Eine überfüllte Versammlung von Angestellten der BekleidungsSeebach- Stiftes auf die Patengelber für Dezember verzichten und industrie nahm am Montag abend in der Brauerei Königstadt| IVO PUHONNY A Die Ortsvertaltung Berlin. AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Seute abend 6% Uhr in den SophienSälen, Sophienstr. 17, wichtige Versammlung, Ausweis: Verbands- Functionär farte und Verbandsbuch. Metabeto- Mitglieder. Borbesprechung im selben Lokal nachmittags 5% Uhr. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Buchbinder- und Briefumschlagbranche: Montag 4 Uhr im Deutschen Sof, Ludauer Str. 15, Branchenversammlung. Bericht von den Lohnverhandlungen. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht das Erscheinen aller Branchenangehörigen aur unbedingten Pflicht und bitten wir die Vertrauenspersonen, dafür Sorge zu tragen, daß alle Mitglieder des Betriebes diese Versammlung besuchen. Branchenleitungen. Die Damenhut- und Reparaturbranche im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Deutscher Hutarbeiterverband. Montag 5 Uhr Uhr Versammlung ber Saal 10. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin: für Anzeigen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Th. Glocke, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Sierzu 1 Bellage. Milline nehmt " Porath" Kinder- und білствотоктор Sie ist ärztlich empfohlen als unbedingt zuverlässig Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterveise G. Koch& Seeland 6 m. Gertraudtenstraße 20-21. BATSCHARI bringt BC handgemachte CIGARETTEN in höchster Vollendung. Frisches Fleisch a.Wertheim Kalbskamma. Brust Pid. 250M Kalbsnierenbraten Pfd. 300M Kalbskeule ganz u. geteilt Pid. 300M Suppenfleisch Píd. 290M Schmorfleisch mit Knochen 350M Schweinebauchm.Blg. Pid. Blatt 550M Schweinerücken. .. Pid. 550M Pfd. Schweineschinken. Pid. 550M Gehacktes Fleisch. Pfd. 350M Im Erfrischungsraum ab 11 Uhr Stück Pfund Goldbarsche ohne Kopf 185m Frische Plötzen Pfund 210M Seelachs geräuchert.. Stück 350M Bücklinge... Pfund 390M Sowell Vorrat Delikatehkäse( Gervals Art) 55M Kochkäse Paket ca. 3/4 Pfd. 135M Camembert Goldstern Stck. 145M Stangenkäse Paket 10 Stck. 225M Quadratkäse. Pfund 360M Harzerkäse Karton 2 Pfund 670м Frische wilde Kaninchen gestreift u. ausgeworfen Pfund 280M Kopenhag. Bretzeln 150m Zwiebelleberwurst Pf. 500M Roiwurst....... Pfund 500M Sülzwurst.... Pfund 720M Magerer Speck, Pfund 1100M Obst u. Gemüse Kochäpfel b. H. ..... Pfund 8M 11M Efäpfel Goldparmänen... Pfund 18M Kochbirnen. Pastorenbirnen Kohlrüben.... Wirsingkohl Pfund 19M Pfund 25M Pfund 11M Pfund 17M Weißkohl dänischer... Pfund 16M Mohrrüben gewaschen.. Pfund 13M Zwiebeln O Pfund 950 Schmalzol Feines Kunstspeisefett Paket ca. 1265M 100% Fettgehalt 1 Pfund Nr. 567 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Gegen die Kohlenteuerung. Dringlichkeitsantrag der Sozialdemokraten. Freitag, 1. Dezember 1922 Der Freispruch im Falle Franz. Dame. Als der Herr eine Taschenlampe hervorzog, die die Form eines Revolvers hatte, mischte sich der Reichswehrsoldat Sieber Dom Nebentisch her in die Unterhaltung und zog seinen Revolver aus der Tasche, um die Formähnlichkeit zu vergleichen. Er hatte aber den Revolver faum in Lischhöhe gebracht, als ein Schuß losging, der den Oberschüßen Rappoldt in die linke Brust Die Deutschnationalen machen nicht mit. traf. Der Berlegte starb eine Viertelstunde später. In der Gerichts Die Stadtverordneten hatten gestern eine arbeitsreiche Sitzung. ftellung der Versammlungsfreiheit" in Berlin vorzunehmen. Eine Dr. Störmer, fest, daß der Tod des Rappoldt infolge Berverhandlung stellte der gerichtliche Sachverständige, Medizinalrat Es wurde über einen Dringlichkeitsantrag der verlange Geschäftsordnungsdebatte fnüpfte sich an die blutung eingetreten war. einigten fozialdemokratischen Fraktion verhandelt, Mitteilung des Vorstehers, daß sich nachträglich herausgestellt habe. Sieber wegen fahrlässiger Tötung eine Gefängnisstrafe von Der Staatsanwalt beantragte gegen der für Hausbrandtohle wesentliche Herabsetzung oder völlige daß die Abstimmungsliste ordnungsgemäß geführt worden sei. 6 Monaten. Das Gericht verurteilte ihn entsprechend diesem AnAufhebung der vom Reich erhobenen Steuer forderte. Auf die Schließlich erklärte die Versammlung in namentlicher Abstimmung trag und behielt sich bezüglich der Strafaussetzung eine Rücksprache Feststellung unseres Redners, Genossen Haß, daß auch die neue( b. h. die Annahme des Antrags der Deutschnationalen) gültig sei. mit 112 gegen 98 Stimmen, daß die vorige Abstimmung mit dem Truppenteil des Berurteilten vor. Regierung an der Markentwertung nichts hat ändern können, ant- Nach dieser Abstimmung, deren Geschäftsordnungsmäßigkeit von wortete die rechte Seite mit Lachen. Die Not des Volkes scheint den den Kommunisten sofort wieder angezweifelt wurde, überwies die Herrschaften die Stimmung noch nicht verdorben zu haben. Wie der Versammlung die Dringlichkeitsvorlage des Magistrats über die Oberbürgermeister mitteilte, plant der Magistrat bereits, sich wegen Schlemmersteuer dem Haushaltsausschuß und nahm den Ander Kohlenteuerung und auch wegen der Nahrugsmittelteuerung an trag betr. die Junglehrer gegen den Widerspruch der Wirtdie Reichsregierung zu wenden. Bei der Abstimmung versagten die schaftsparteiler an. Deutschnationalen dieser Erleichterungsaktion die UnterDie 300- Millionen- Anleihe ftügung, sie fonnten aber die Annahme des Antrages nicht ver- für Zwecke des Ausbaues der Fleisch großmarkthalle wurde hindern. Nach langen Berhandlungen über die eigenartige Ab- nach längerer Aussprache, in welcher auch Gen. Reuter für die stimmungsaffäre der vorigen Situng beschloß die Bewilligung eintrat, in zweiter Beratung genehmigt. bürgerliche Mehrheit, die Abstimmung nicht zu wiederholen. Dann den neuesten Ausschußbeschlüssen figiert werden foll, berichtete Stadtv. Ueber die Erhöhung der Gewerbesteuer, wie sie nach wurde durch einstimmigen Beschluß die Rücknahme der Jung Hermann Kunze. Gen. Dr. Lohmann: Wir haben es hier mit lehrer fündigungen gefordert. Sehr lange wurde noch über einer neuen Station des langen Leidensweges der neuen Gewerbedie aus dem Ausschuß zurüdkommende Magistratsvorlage betreffend steuer zu tun, ohne zu wissen, ob es die letzte sein wird. Von den die Erhöhung der Gewerbesteuer verhandelt. Genosse Extremen rechts und links wird nach wie vor die schärffte GegnerLohmann kennzeichnete die Demagogie der Interessenten. Die schaft herausgestellt; auch wir würden an sich grundsätzlich gerne Vorlage wurde in der Ausschußfassung angenommen. der Dritte im Bunde sein. Die Gewerbesteuer ist die ein zige bewegliche kommunale Steuer. Die neuesten Beschlüsse haben die Entlastung der schwächeren Schulfern einigermaßen sichergestellt, die Erhöhung trifft im wesentlichen nur die 1. Klaffe. Im Rheinland ist man nicht mehr beim sechsten Quartal, sondern schon beim achten. Effen ist schon beim zehnten angelangt. Die Daimler- Motorenwerte in Untertürkheim werden nach Berlin verlegt, weil hier die Gewerbesteuer so niedrig" ist. ( Hört, hört!) Das demagogische Treiben der Interessententreise gegen die Steuererhöhung ist unverantwortlich. feinen Anlaß, ihre oppositionelle Stellung aufzugeben und übide Müller Franten erflärte, feine Wirtschaftspartei habe ( Dntl.) sprach nochmals in ermüdender Breite über die GewerbeRämmerer wandte wieder einmal seine ganze Beredtsamkeit auf, steuer, der die Deutschnationalen nicht zustimmen können. Der um die Herren auf der äußersten Rechten eines Besseren zu belehren. In der weiteren Erörterung hielt Lange( 3.) den Herren um Lüdide entgegen, daß die heutige kommunale Misere schließlich eine Folge der Finanzwirtschaft Helfferichs Sodann lag Sihungsbericht. Die gestrige Sigung führte in ihrem ersten Teil zu mehreren 3wischenfällen, so daß fast 1% Stunden vergingen, bis an die ordnungsmäßige Erledigung der Tagesordnung herangetreten werden konnte. Zu Anfang ließ sich alles noch friedlich an. Ein Dringlichkeitsantrag der DVP., den Magistrat um seine Intervention zur Bermeidung der drohenden Einstellung der Mittags= schulspeisung zu ersuchen, tam zur Annahme, ebenso ein 2n trag des Sentrums auf Befezung der Ronrettorstellen. ein fozialdemokratischer Dringlichkeitsantrag vor, den Magistrat zu ersuchen, unverzüglich auf die Reichsregie rung einzuwirken, damit die Kohlensteuer von 40 Proz. für Hausbrandtohle aufgehoben oder wesentlich her ab gefegt wird. Die Dringlichkeit. wurde anerkannt. Gen. Haß begründete den Antrag, indem er auf die ungeheuerliche Steigerung der Kohlenpreise in jüngster Zeit hinwies und der Ansicht Ausdruck gab, daß es der Reichsregierung sehr wohl im Kriege ist, und wie die Deutschnationalen den Nöten der Bemöglich wäre, den Ausfall auf andere Weise, durch Steuerabzug völkerung abhelfen wollten, erfehe man aus dem Beschlusse bei den Besigsteuern zu decken. In der anschließenden längeren der Verkehrsdeputation. Angesichts der Notlage der Stadt Aussprache teilte Oberbürgermeister Böß mit, daß der Magistrat und da durch das Ausschußtompromiß die fleineren Betriebe etwas im Sinne des Antrags und zum Zwede der Entlastung der erleichtert feien, werde das Bentrum jetzt für dieses Kompromis Bevölkerung noch weit über den Antrag hinaus eine Eingabe stimmen. v. Ennern( D. Bp.) empfahl ebenfalls die Annahme an die Reichsregierung zu richten beschlossen hat; in gleichem Sinne des Ausschußvorschlages. Merten( Dem.) ließ nochmals die wolle der Städtetag vorstellig werden. Die Demokraten sprachen sich großen Bedenken feiner Partei gegen dieses Steuergesetzgebungswert durch Meyer für den Antrag aus, der darauf angenommen wurde. Revue passieren. Bulegt gab auch Herr Richard Kunze feine Ein fernerer Dringlichkeitsantrag ging aus von den Deutschnatio- steuerpolitische Weisheit zum Besten, indem er die Gewerbesteuer nalen, die gestern morgen in der Verkehrsdeputation persehent- für die ungerechtefte afler Steuern erklärte. Nachdem schließlich auch I ich für den 50- M.- Tarif auf der Straßenbahn gestimmt haben noch Dörr den ablehnenden Standpunkt der Kommunisten wieder und nun den Magistrat ersuchen wollen, weiteren Tariferhöhungen unterstrichen hatte, tam es zur Abstimmung. Nach Ablehnung eines nicht zuzustimmen, bevor durch Vorlegung einer Bilanz Klarheit demokratischen Antrages bezügl. des Schachtelgefehes wurde das gen Beratung wurde widersprochen. Schumacher( Komm.) stellte Kommunisten und den Deutschnationalen bestehende Minderheit anfest, daß die Deutschnationalen im Ausschuß für die 50 M. in der genommen. Meinung gestimmt hätten, die Sozialdemokraten würden dagegen stimmen; diese hätten aber Stimmenthaltung geübt, um der Auffaffung ihrer Frattion nicht dorzugreifen. Auf Anregung des Stadiv. Gen. Dr. Löwenstein nahm dann die Versammlung den einstimmig gefaßten Ausschußantrag in Beratung, der den Magiftrat ersucht, die Kündigung der Junglehrer ( Jahrgänge 1917/21) zum 1. Januar 1923 rüdgängig zu machen. Nachdem Troll( Dntl.) referiert hatte, wurde diese Berhandlung unterbrochen, um die als erster Gegenstand auf der Tagesordnung stehende Wiederholung der namentlichen Abstimmung über den deutschnationalen Antrag auf" Sicher28] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer minute von Bidi Baum. ,, Bielleicht," sagte Anselmus mit zerdrückter Stimme. Vielleicht? Onein, Anselm. Du spielst einen Narren, der du nicht bist. Du beantragst die zwangsweise Dienst pflicht ein ungeheuerliches Gefeß für einen Staat der völli gen Freiheit und freiwillgen Arbeitsteilung! Du bringst Bataillone von Arbeitern auf die Beine und hast keine Arbeit für fie? Was nühen dir Bergwerkssoldaten, wenn du die Gruben schließen mußt? Ach nein, Brüderchen, Bäterchen Anselm. Du verschaffst dir die Arbeiter und denfit in irgendeinem heimlichen Wintel deiner Seele: Bernward wird das übrige in Ordnung bringen. Nun denn auch ich sage: Vielleicht. Ich bin bevollmächtigt, dem Staat eine Berlegung feiner Grenze, das heißt, eine Bergrößerung seines Gebietes vorzu schlagen. Das Nachbarland ist bereit, unter gewissen Bedingungen den Klosterberg mit seinem gesamten Bestand an Hoch wald, Klosterbaulichkeiten, Obst- und Weinkulturen uns zu überlassen." Nach Erledigung einiger weiterer Borlagen von minderer Tragweite schloß um 10 Uhr die öffentliche Sihung; vorher nahm man noch in aller Cile ohne Aussprache einen Antrag aller Fraktionen betr. die Erhöhung der Diäten einstimmig an. Das Spiel mit dem Revolver. Nach fünfzehntägiger Verhandlung bedurften die Geschworenen nicht länger als einer Stunde, um die 42 Schuldfragen mit einem Laren Nein zu beantworten. Die Richter sind hier in den Grenzen der ihnen vom Gesetze gesteckten Aufgaben geblieben: sie waren nicht vor Fragen ethischer, sondern strafrechtlicher Natur gestellt. Nach eingehender Prüfung des so sorgfältig als nur möglich zusammengetragenen Beweismaterials fonnten sie scheinbar nach Lage der beendeten Notzucht, der Betäubung durch Biste und der Kuppelei Dinge nichts anderes tum, als den Tatbestand der versuchten und verneinen. Liegt ein Grund zum Gefühl der Befremdung seitens der Deffentlichkeit vor, ist die Möglichkeit eines Fehlurteils nicht von der Hand zu weisen? Beides erscheint ausgeschlossen. Gewissenhafter als es geschehen ist, fonnte das persönliche Leben der Angehafter als es geschehen ist, fonnte das persönliche Leben der Angeflagten nicht durchforscht, objektiver die Belastungszeugen nicht behandelt, sochlicher das Medizinische und Kriminalpsychologische des Falles durch Sachverständige nicht durchleuchtet werden. Im Berlauf der fünfzehntägigen Gerichtsverhandlung hätte ein Versteckspiel den Angeflagten nichts geholfen. Sie haben ihrem Richter Rede und Antwort stehen müssen, nicht nur mit Worten, sondern mit jeder Bewegung ihres Körpers Die Laienrichter blieben ihrem Eide treu fie urteilten nach bestem Wissen und Gewissen und spielten sich nicht zu sittlichen Richtern über die Angeklagten auf. Sie wollten nicht für sozial bedingte Krebsschäden unserer Zeit die Angeklagten allein verantwortlich machen. Deffentlichteit gezerrt wurde, ist dadurch nicht mehr Schaden als es nötig, daß das Intimfte der beteiligten Parteien in die breite Angesichts diefes Urteils ersteht die schwerwiegende Frage: War als Mugen geftiftet worden? Das Endresultat des Falles steht im der Entstehung der Sache Franz anhaftete, begleitete ihn auch in der Einflange mit seinem Anfang. Der Makel der Unzulänglichkeit, der Gerichtsverhandlung. Künstlich ins Leben gerufen durch den ehrlichen Glauben der Mutter an die Unschuld" der Tochter, der nichts anderes übrig blieb, als diese ihre Unschuld dem Bater gegenüber zu beteuern, verschleppt durch den Unverstand der Verwandten in die Detektiofioate des Herrn Piels, daselbst verunreinigt und aufgebauscht, kam die Angelegenheit über die Kriminalpolizei zum Staatsanwalt. Es war wohl fein Zufall, daß der Vorgänger des Anklägers und selbst der Untersuchungsrichter darüber im Zweifel waren, ob die Sache nicht niedergeschlagen werden sollte. Wäre der anklageführende Staatsanwalt weniger leichtgläubig gewesen, hätte er den fachverständigen Kriminalkommissar Dr. Kopp schon in der Voruntersuchung über die Glaubwürdigkeit höherer Töchter in ähnlichen Betäubungsfällen gehört und den anderen Sachverständigen Dr. Magnus Hirschfeld über das sexuelle Verhalten junger Mädchen in gleichen Anläffen befragt, so wäre vielleicht der Staatskasse viel@ Geld( wohl mehr als eine Million Mart) und den Angeklagten, den Belastungszeuginnen und ihren Eltern viel Qual und Kummer erspart geblieben. War die Affäre Franz mit all ihren fenfationellen fonnte die Preffe ihr gegenüber nicht Bogel- Strauß- Politik treiben. Hätte dieser Fall das Kabinett des Staatsanwalts nicht verlassen, so wäre der Gesamtheit vielleicht damit mehr gedient gewesen. Die Probleme der öffentlichen Sittlichkeit, der sexuellen Heuchelei und Brüderie und wie alle diese aktuellen Fragen heißen mögen, bedurften nicht erst noch der Illustration durch diesen Fall. Das Spezifische desselben jedoch gehörte in die Sigungen wissenschaftlicher Bereine und in die Spalten von Fachzeitschriften, nicht aber vor das breite Lesepublikum. Nach dem Freispruch sollen einige Geschworene der Frau Franz die Hand gedrückt haben. Dadurch ist das Gefühl der Richter zum Ausdruck gebracht worden, daß die Angeflagte nicht im geringeren Maße das Opfer ihrer angeborenen Anlage, der Erziehung und Umgebung geworden ist als ihre Rufine, die Hauptbelastungszeugin Der„ Ulap", der neue Bergnügungspart am Lehrter Bahnhof, war im vergangenen Sommer der Schauplaß einer Tragödie, die durch das unvorsichtige Spielen mit dem Revolver herauf beschworen worden war. Bier Reichswehrsoldaten hatten sich einen vergnügten Abend machen wollen und saßen in einem der Restau. rationen des„ Wap". Am Nachbartisch saßen ein Herr und eine im Prozeß. Nachbarn richten eine Luftlinie für den Verkehr über unserm zufrieden? Ohne Holz, ohne Kohle, Jammer an allen Eden. | Land ein. Sie fennen unsere brüderliche, friedliche Gesinnung, Du hast sechsmal nein gesagt, schön. Du kannst heute ja sagen." sie wissen, daß unser Gesez Waffen verbietet und daß mir alle ,, Nein," sagte Anselm ganz leise und es war doch ein derartigen Utensilien an einem Weihemorgen unter Absingung Schrei. Sein Blid war auf der Flucht. Die andern standen von Opferchören vernichtet haben. Möge es uns nie leid tun. wie Schatten an den Wänden umher, waren vielleicht gar nicht Amen. Daß man auch ohne Schießgewehr morden kann, hat wirklich. Sie schwiegen so tief. Vor ihm die Tischplatte sich leider ziemlich flar gezeigt. Die Luftschiffe aber hoffen, und dahinter der Widersacher, der ewige Widersacher, herumungefährdet über unser Gebiet fliegen zu können. Darum tastend in allen Stellen seines Herzens, die brüchig waren, also handelt es sich nicht. Man verlangt anderes." verzagt oder ohne Glauben. Ewiger Kampf der Nächte zwischen ich und ich nun an den Sitzungsfaal getragen. Stummheit. Lauern. Bernward wartete. Auch die anderen warteten und nun fahen sie alle nach ihm hin. ,, Man verlangt, in den alleinigen Besitz der Brandreflettoren zu kommen, die unser lieber Börries ganz nebenbei und ziemlich gegen seinen Willen erfunden hat." 11 -ww zögernd ,,, tann es nicht, fann es nicht. Könnt ihr es denn Ich fann nicht ja sagen," begann Anselmus leise und verlangen, daß ich unsern Menschen jedes Glück damit bezahle, Ein Rauschen von Köpfen, Händen, erregtem Atem. daß ich eine lieberzeugung von mir umbringe? Rönnt ihr es Cornel ruft einen fleinen unbeherrschten Schrei. Anselm, fehr verlangen? Meine Ueberzeugung ist alles, ich selbst bin meine blaß, indes Röte in zwei gezirkelten Flecken auf feiner Stirn Ueberzeugung. Nehmt mir meine Gedanken und ich bin nichts, steht, umfaßt mit einer gewaltsam verhaltenen Bewegung die nicht einmal ein Krüppel, ich eriſtiere nicht. Es ist SelbstKanten des Tisches. Nein," fagt er laut und heifer. Und vernichtung, was von mir verlangt wird, immer wieder, in nach einer Stille nochmals: Nein." jeder Sigung neu, für jede Notdurft meines Landes neu, für Bernward lächelt ein wenig, obwohl ihm nun, da es zum jede Freude meiner Menschen neu. Und nun dies. Dies. Kampf tommt, fleine Schweißtropfen aus der Haut quellen. Du sprichst mit mir wie mit einem Schwindler, Bernward Bernward setzte sich. Es war sonderbar, daß in diesem Börries aber läuft gefangen im Raum hin und her, Fäuste in und du kennst mich gut. Wer ist ganz echt, noch in seiner Augenblid feiner ihn anschaute, sondern daß in der tiefen die Kitteltaschen aebohrt und seine roten Augenränder find letzten und geheimsten Falte? Es gibt Träume, die sprechen so Stille, die hinter seiner Rede tam, alle Anselm ansahen, die nun blutig wie kleine Wunden. Seine Brandreflektoren sind wie du, und da es meine Träume sind, so muß wohl irgendwo Röpfe neigten sich ihm zu, wie von einem Sturm nach einer furchtbare Instrumente, Waffen, die noch nie benutzt wurden, tief in mir auch dieses sein: Zweifeln, Neinsagen, Lachen über Richtung geweht. Anselms Geficht, in einer letzten Raffung, in einer teuflischen Nacht ausgesonnen, in Wahrheit fast gegen mich selbst und der Wunsch, mirs leicht zu machen. Nun dies: trieb fnotige Muskeln an Schläfen und Kinn hervor. feinen Willen. Was er sucht, seit zehntausend fiebernden ich sage ja. Ich tue nichts, bewege feine Hand zum Schlimmen, Die Bedingungen?" fag'e er heiser. Bernward hatte Tagen und Nächten fucht, find Strahlen, die fegnen fönnen, fage nur ja. Ich kaufe einen Wald- und welches gefegnete, schon wieder seinen Bleistift und zeichnete Arabesten auf den mie Sonnenstrahlen, Strahlen, die wärmen, winters, und lebendige, unerhörte Wunder ist ein Wald ich kaufe mit Tisch, er lachte in sich hinein. un'er denen Pflanzen in Blüte fommen und Pflanzen doppelte meinem Ja: und morgen geht Bernichtung über zehn, hundert Ziemlich umfangreich. wenn auch leicht zu erfüllen," gab Früchte tragen und Menschen froh werden; ein Paradies von Wälder hin. Ich kann es, fann es nicht. O ja, Bern, ich weiß Wachstum und Fruchtbarkeit sieht Börries, wenn er seine es, ich sehe dich nicht einmal an und weiß, was du denfft. Wenn es sich um den Blan handeln sollte der Strahlen fucht. Was er fand, ist ein Mordwerkzeug von Ich habe mehr vernichtet als Wälder. Menschen, Städte, ein in der vorlekten Sihung abgeschlagen wurde: dem Nachbar- infernalen Sträften. Ein Strahlenbündel geheimnisvoller 3u ganzes Land. Ich durfte es, aus der Kraft des Geistes durfte land die Führung einer Bahnlinie durch unser Gebiet zu ge- fammenfegung, durch eine mächtige Linse wie durch ein Brenn ich es. Und weil ich es getan habe, darf ich heute keinen Käfer statten so würden wir uns heute veranlaßt sehen müssen, glas geleitet und zielend wie ein Geschoß, vermag es in der mehr zertreten. Wenn ich ja sage, dann bin ich nur ein Maffenin Verhandlungen über die Möglichkeit dieser Sache einzu- Entfernung von hundert Kilometern alles in Brand zu sehen mörder gewesen, ein bluttriefender Biglipuzli. Ich habe verflüsterte Anselmus. und zu vernichten. Dies ist sein Brandreflektor. nichtet, um zu erlöfen; glaubt mir, daß ich jeden Schmerz ge,, Sechsmal hast du bei mir angefragt," sagte Anfelmus spürt habe, als wäre es mein eigener( Ist es denn wahr? Ich habe dir sechsmal nein gesagt. Laß mich zufrieden." fragte tiefinnerst eine Klägerftimme), jezt laßt mich meine Die Bahn war eine Bagatelle du hättest sie ruhig be- ,, Laß mich zufrieden ist Redensart. Bist du denn zufrieden, Hände rein behalten." willigen sollen, Anselmus. Jezt tut es nicht mehr not. Die Anselm? Wenn ich nun aufstehe und es sein lasse, bist du dann er Antwort. treten" Aber Bernward schob den Plan einer Eisenbahn vom Tisch, als läge fie da wie ein Kinderspielzeug. leife. ( Fortsetzung folgt.) Die Pharisäer werden den Beschworenen ein Schuldig zu rufen: Mögen sie nicht vergessen, daß sie selbst die größte Schuld an den Fällen Franz" haben. Die triminal- und sozialpsychologische Seite dieses Falles Franz" verlangt noch eingehendere Beleuchtung. Straßenbahnfahrt 50 Mark. das Tagebüg einer Hausfrau Eine fleine Einzelheit wäre nachzutragen. Ein sozialdemokra-| 510 vom Hundert, bei der Versicherung gegen Feuer 400 vom tischer Lehrer, der auf der Geschworenenliste stand, war von der Hundert, bei der Versicherung gegen Glas- und WasserleitungsBerteidigung abgelehnt. Zu Unrecht. Schon nach den ersten schäden sowie gegen Haftpflicht 150 vom Hundert und endlich für Lagen der Gerichtsverhandlung äußerte er sein Bedauern darüber, den Fahrstuhlbetrieb 200 vom Hundert der monatlichen Grundnicht Richter sein zu können schon damals glaubte er behaupten miete. Die vom Mietseinigungsamt für große Instandzu dürfen, daß er das Ehepaar Franz hätte freisprechen müssen. fegungsarbeiten festzusetzenden 3uschläge dürfen insWas Wunder, daß die Geschworenen nicht mehr als eine Stunde gesamt 300 Proz der Jahresgrundmiete nicht zur Beratung bedurften. übersteigen. Die Höchst zuschläge, die bei der Errech nung der gesehlichen Untermiete zu der für den leeren Raum zu zahlenden Miete hinzuzurechnen sind, sind auf 150 vom Hundert Die Hausfrau ist heute mehr denn je die Zauberkünstlerin, die bei einfach möblierten Zimmern und Wohnungen auf 250 vom den knapper Lohn, das immer knappe Gehalt des Mannes mit der Hundert bei bürgerlich, und auf 500 vom Hundert bei elegant Wirklichkeit, mit den harten Zahlen des Alltags, wie sie sich in den möblierten Zimmern und Wohnungen festgefeßt worden. Die zu Preisen für den notwendigsten Lebensbedarf offenbaren, in Einder Miete für den leeren Raum hinzuzurechnenden Zuschläge sind flang zu bringen sucht. Sie vollführt in dieser Rolle rechnerische zwar gegenüber den bisherigen Säßen etwas ermäßigt worden. Kunststücke ohne gleichen, Dinge, die fast unmöglich scheinen. Das Da jedoch die gefeßliche Untermiete stets ein vielfaches der Miete Wert vollzieht sich sang- und flanglos, selten mit Beifall, öfter mit für den leeren Raum beträgt, bedeutet die Festsegung selbst der ermäßigten Sufchläge bei der erheblichen Steigerung der Miete Murren begleitet, unter Ausschluß der Deffentlichkeit, die wenig von für den leeren Raum eine nicht unerhebliche Erhöhung der gegen den Sorgen, den winzigen, aber laminenhaft anschwellenden, zu sagen wärtigen Säge der Untermiete. Die neue Bekanntmachung, die der weiß. Der Vorwärts" hat eine Hausfrau, Mutter dreier Kinder Oberpräsident genehmigt hat, ist in einer Sonderausgabe des Ge- im Alter von 4 bis 10 Jahren, geteten, ihm für die Zeit bis zum meindeblatts am 30. November veröffentlicht worden und tritt Weihnachtsfest ihr Tagebuch zur Verfügung zu stellen. Er wird es am 1. Dezember in Kraft. getreulich in seiner Schlichtheit, die die drückende Sprache der Not Ausländerkontrolle. Die Lebensquelle", der Reller unter der schaffenden Klassen ungeschminkt offenbart, Tag für Tag zum dem Café National an der Ede der Friedrich- und Jägerstraße, Abdrud bringen. Es ist ein Rechenschaftsbericht, ein Beweis für wurde von Beamten der Abteilung IA des Polizeipräsidiums auf den furchtbaren, mie ermüdenden Kampf mit der Not der Zeit. Ausländer kontrolliert. Unter den Gästen waren 25 Ausländer, von denen sechs wegen Baßvergehens dem Bolizeipräsidium eingeliefert wurden, um dem Richter vorgeführt und dann über die Grenze gebracht zu werden. Monatstarten von 3000 bis 8000 m. die bereits im geftrigen Abendblatt furz mitgeteilt, hat die Städtische Berkehrsdeputation mit Wirkung ab 1. Dezember folgenden Tarif für die Straßenbahn beschlossen: Einzelfahrschein für Erwachsene auf den Stammbahnen 50 M., im Bereich der Bororibahnen vormals Spandauer, Köpenider Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Grunewaldbahn 40 m., für Kinder von 6-14 Jahren, ferner( auf Berechtigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14-17 Jahren und für unbemittelte Studenten, fowie( auf Ausweis des Bezirks, Fürsorge- und Wohlfahrtsamts) für Kriegsbeschädigte und im Gehen saywer behinderte Personen 25 M. Die Einkommensgrenze für den Bezug von Berechtigungsscheinen für Lehrlinge und Schüler ist auf 60 000 m. jät lich( einschl. Naturalbezüge) erhöht. Die Ausfertigungsgebühr für den Berechtigungsschein beträgt 10 m. Umsteigefahrscheine, auch im Wechselverkehr mit der Hochbahn, 80 m., im Bereich der genannten Borortbahnen 50 m. die zweite Fahrt muß innerhalb zweier Stunden nach der durch Lochung auf dem Umsteigefahrschein gekennzeichneten Stunde angetreten werden; gelocht wird die angefangene halbe Stunde. Zu 1 und 2 werden die bisherigen Fahrscheine mit niedrigerem Preisaufdruck aufgebraucht und zu den neuen Tariffäßen ausgegeben. Monatstarten, vom Monat Dezember d. 3. ab: Stammbahnen eine Linie 3000 M., drei Linien 4000 m., alle Linien 8000 M., im Bereich der genannten Borortbahnen eine Linie 2000 Mart, alle Linien einer Vorortbahn 2500 M. Schülermon at se farten vom Monat Dezember d. I. ab 950 M. Wertmarken für Monatskarten des Monats werden erst vom 1. Dezember ab ausgegeben; die November- Monatsfarten gelten bis einschließlich 2. Dezember d. J. Arbeiterwochenfarten, vom 4. Dezember d. I. ab: Stammbahnen: 6 Wochenfahrten 250 m., 12 Wochenfahrten 500 m., 48 Wochenfahrten( Bierwochenkarte) 2000 m. Im Bereich der genannten Borortbahnen für 12 Wochenfahrten 400 m. Die Eintommensgrenze für den Bezug von Arbeiterwochenfarten wird auf 375 000 jährlich oder 7500. wöchentlich erhöht. Für gebühren pflichtiges Gepäd und für Hunde wird Fahrgeld wie für eine erwachsene Person erhoben. Das Strafgeld für Fahrgäste, die ohne gültigen Fahrschein betroffen werden, beträgt 100 m. Mit dem 1. Dezember werden auch die Omnibusfahr preise erhöht. Die Fahrpreise für die Teilstrecke betragen 50 M., für die ganze Strede 70 m. Erhöhung der Mietezuschläge. Jakrafttreten am 1. Dezember. Angesichts der weiterschreitenden Geldentwertung und der dadurch verursachten Erhöhung der Materialpreise, Löhne, städtischen Gebühren und Abgaben waren die seinerzeit in den Betanntmachungen vom 8. September und 27. Oftober d. I. festgesetzten Zuschläge und Höchstgrenzen einer Nachprüfung zu unterziehen. Der Berliner Magistrat hat nun gestern folgendes beschlossen: „ Apostel" Häußer endlich verhaftet. Der seit einiger Zeit stedbrieflich verfolgte Apostel Häußer wurde gestern abend in Hamburg in einer Bersammlung seiner Anhängerschaft verhaftet. Die Anwesenden seiten der Verhaftung Widerstand entgegen. 17 * * * 30. November. Die letzten Tage maren fnapp. Mein Mann wird heute sein Gehalt bekommen. Den Rest des alten Geldes verwandte ich gestern zum Einkauf von: % Liter Milch % Pfd. Fleisch( f. 5 Pers.) 310, 1 Brot. 120, Summa 557,50 mt. 127,50 Mr. 19 " hatte Pfarrer Strudmeier uns geschrieben( vergl. Nr. 565), daß er Reffor und Pfarrer. Zu der Sade Treder Strudmeier vom Provinzialschulfollegium nicht vernommen worden sei und eine Die Milch kaufe ich, weil das älteste der Kinder lungenkrant derartige Bernehmung auch ablehnen würde. Von anderer Seite ist und nur die Milch ihm nach Ausspruch des Arztes die Gesundwird uns jetzt mitgeteilt, daß Pfarrer Strudmeier zu der Unter- heit wiederbringen fann; Fleisch taufe ich zum ersten Male nach eine Erklärung abgegeben habe. Db er fie als Vernehmung" be- leer der Laden gegen früher ist. In der vergangenen Woche erzählte fuchung gegen Rektor Treder der zuständigen Behörde tatsächlich einer Bause von fast einer Woche. Man muß sich wundern, nie zeichnen laffen will oder nicht, ist sehr gleichgültig. Wichtiger wäre, der Schlächter allen Frauen, die es hören wollten, daß nun bald a wiffen, was er erklärt hat. In seiner Zuſchrift an uns fact alles billiger werden würde. Doch heute wußte er auf den EinPfarrer Struckmeier von diefer Erklärung nichts. Für uns ist wand, daß das Fleisch doch wieder teurer geworden ist, nichts zu erwidern. Ich erinnerte ihn an seine Aeußerung in der vorigen die Angelegenheit hiermit erledigt. in der Regierung feien. Er befam einen roten Kopf dabei. Die Woche, da doch nun die Leute, von denen er sich so viel versprach, neue Rechnung will ich morgen teginnen. Vergleiche ich die Preise, voraussichtlich geben wird, so bekomme ich's mit der Angst zu tun. die mir heute auffallen, mit dem, was mir mein Mann morgen Das Märkische Museum wird während der Monate Dezem ber 1922 und Januar 1923 für die Besichtigung geschloffen. Schauspieler fann die Aufführung des Unatol" von Schnitzler im Neuen Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Infolge des Streits der Theater am 800 am Sonntag, den 3. Dezember, nicht stattfinden. Wann die Borstellung nachgeholt wird, wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Freie Lehrergewerkschaft Deutschlands", Drtsgruppe GroßWeinmeisterftr. 16/17, abends 7 Uhr, eine Maffenversammlung der LehrerBerlin, veranstaltet heute, Freitag, in der Aula des Sophienlyzeums, und Elternschaft Berlins, um gegen die Sündigungen der Junglehrer zu protestieren. Jubiläen. Im Monat Desember 8. 3. feiern ihr 25jähriges Jubiläum bet der Firma Rudolph Herzog die Kaufmännisch Angestellten Dito Schmidt, Artur Sommerfeld, Gottfried 23 ill und die Handels. hilfsarbeiter Karl Bluhm, Baul Herbrich, Karl amin, Franz Noreisch, Robert Machu II. Der Kutscher Ferdinand mint 5 eine ununterbrochene Tätigkeit von 25 Jahren bei der Firma Müller Berlin, Beteranenstr. 7, blidt am Sonntag, den 3. Dezember d. S., auf u. Braun Aktiengesellschaft zurüd. Jugendveranstaltungen. abend: Mofes oder Darwin?" Briefkasten der Redaktion. LandsDie festen 3uschläge für die Steigerung der Zinsen und bie gesteigerten Kosten für die Erneuerung der hypothefarischen Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Belastungen werden auf 10 vom Hundert, der 3uschlag für die Mitgliederversammlungen am Freitag, den 1. Dezember: Berwaltungsfoften, worin die Kosten für das Hausreinigungs- Ablershof: Jugendheim Bismardstr. 12. Blankenburg: Jugendheim material mit eingerechnet sind, wird in einfachen Häusern ein- Gemeindeschule Triftstraße. Halensee: Jugendheim Gemeindeschule Joachim schließlich der Kosten für Hausangeftellte, die Hausreiniger, Heizer, bertel: Jugenbheim Grbinger Str. 49( Elbinger Klaufe).- Moabit: Friedrich- Str. 35-36. Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 5. Fahrstuhlführer und dergleichen auf 150 vom Hundert, in Häusern Jugendheim Gemeindeschule Waldenserstr. 21. berger Neukölln II: Jugendheim mit besonderen Einrichtungen auf 200 vom Hundert, und für nicht Rogatstr. 53. Niederschönhausen: Jugendheim Gemeindeschule Blankenburger gewerblich benutzte Räume in Geschäfts- und Industriehäusern Straße 69 70. Nordosten II: Jugendheim Chriftburger Str. 14, Diskussions ebenfalls auf 200 vom Hundert der Grundmiete festgesetzt. Für Schule, Frankenstr. 10. Göneberg II: Jugendheim Comeniusgewerblich( im Sinne der Gewerbeordnung) benußte Räume in Geschäfts- und Industriehäusern ist entsprechend der bisherigen Regelung ein fester Zuschlag von 100 Broz. nur für die Kosten der Berwaltung und des Reinigungsmaterials zu zahlen. Die Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Seber für ben Brief Löhne der Hausangestellten einschließlich der vom Bermieter zu fasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer zahlenden Beiträge für die sozialen Versicherungen können die bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, bisher bis zu dem jeweils vom Demobilmachungskommissar für 1. Sof part. links. vor. Schriftstilde und Berträge sind mitzubringen. verbindlich erklärten Höchstsaz auf die Mieter von Geschäfts- und 3. Stod, 8immer 359.3. 25. Ja, sofern die Frist zur Wegnahme noch nicht R. L. Durch Nachfrage beim Einwohnermeldeamt im Polizeipräsidium, Industriehäusern, soweit sie ihre Räume gewerblich nutzen, umgelegt verstriden ist. Fragen Sie bei der Kirchhofsverwaltung an. 3. N. 63. Richt werden. Zu bemerken ist, daß die Zuschläge für 3inien- ausgeschlossen, wenden Sie sich an das Wohnungsamt. E. H., Wusterhausen. dienst und Verwaltungstoften sowie der neu festgesetzte Zuschlag und für den zweiten Teil 550 M. 2. 500 m. file jebes Bierteljahr. 1. Bom 1. Januar 1923 ab für jedes Vierteljahr für den ersten Teil 500 Mt. für laufende Instandsetzungsarbeiten von 300 vom Hundert, die Sie sind insoweit unterhaltspflichtig, als 3hre geschiedene Frau ihren Unterin einem einfachen Haus zusammen 460 vom Hundert der Grund- halt nicht aus den Einkünften ihres Bermögens bzw. aus dem Ertrag ihrer miete ausmachen, von den Mietern bei der Mietszahlung in jedem frankenbasse. Diese ist uns nicht bekannt. Daher können wir Ihre Fragen Arbeit bestreiten kann. R. S. 51. Maßgebend ist die Gagung der LandFall gezahlt werden müssen. Außer diesen festen Zuschlägen hat nicht beantworten. 3. S. 86, 1. Die Weitergewährung der Krankenhilfe der Magistrat weiterhin die Erhöhung der für die Kosten der Müll wird vermutlich wegen Ablaufs der Unterstigungsdauer abgelehnt worden und Schlackenabfuhr, Versicherungen usw. festgesezten Höchstgrenzen fein. Die andere Krankenkasse tann nicht herangezogen werden. 2. Bean beschlossen. tragen Sie Ermäßigung. 8. Ja. Es beträgt nunmehr die Höchstgrenze, bis zu der die tatsächlich entstandenen Untoften auf die Mieter umgelegt merben fönnen, bei der Müllabfuhr 500 vom Hundert, bei der wölft und neblig, anfangs noch troden, später im Norden, besonders an Wetter bis Sonnabend mittag. Ziemlich mild, überwiegend beSchlackenabfuhr einschließlich der Kosten für die Kesselreinigung der Küfte wieder Niederschläge bet ziemlich frischen westlichen Winden. 1 $.%. 100. Was tatest Du? Welche Anstrengung hast Du gemacht, um zum Monatswechsel dem Borwärts" neue Lefer zuzuführen? Was haft Du getan, um Dein Parteiblatt gegen den An fturm des Großkapitals zu stügen? Bekannten vor dem verweichlichenden Einfluß der bürgerlichen Borin Bestand Deine Tätigkeit, um Deine Freunde und Klatschpresse zu bewahren? Biele unserer Freunde, die sich diese Fragen vorlegen, merben sie nicht mit freudigem Herzen beantworten fönnen. Sie sollten daran denken, daß es noch nicht zu spät ist, daß vielmehr für den Dezember noch immer Bestellungen auf den Vorwärts" entgegengenommen werden. 11 Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) 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