Nr.572 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 278 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750,- M., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Luremburg 900,-., filr Das übrige Ausland 1280,-M., Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Boll und Zeit", der Unter. haltungsbeilage ,, Seimmelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ranpareillezeile toftet 160,-. Reklamezeile 800,-?. ,, Kleine Anzeigen" das fettgebrude ort 45, M.( zulässig zwei fet: gedruckte. Borte), jedes weitere Bori 35,-. Stellengesuche und Schlaf. Stellenanzeigen das erste Wort 25, M., jedes weitere Wort 20,- 5. Worte über 15 Buchstaben zuten file zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 50,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Berlag: Döuboff 2506-2507 Montag, den 4. Dezember 1922 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36. Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Das Scheidemann- Attentat vor Gericht. Vor dem Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit lang an verschiedenen Orten herumtrieben, um schließlich in der haben sich heute jene beiden Burschen zu verantworten, die Nähe von Althammer bei Kofel unter falschem Namen als Wald feinerzeit auf unseren Parteigenossen, den Oberbürgermeister arbeiter Anstellung zu finden. Hier erfolgte dann ihre Berhaftung von Kassel, Philipp Scheidemann, das niederträchtige mit Hilfe eines starten Aufgebots von Schutzpolizei und Landjägern. Giftattentat ausführten, das mit Recht in der ganzen Welt streiten aber eine Mordabsicht, sie hätten vielmehr Scheidemann nur Beide Angeklagte find in vollem Umfange geständig, beAufsehen erregte. einen Denkzettel geben wollen. gehörte der D. C. an. alles ins andere Fahrwasser gekommen. Dehlschläger fragte mich direkt: Willst Du mit nach Kassel? fommen? Borf.( jedes Wort betonend): Also in der„ Deutschen Klause" haben zwei deutsche junge Leute vereinbart, einen dritten Deutschen, feitigen. Ja, ist denn das denkbar? Sind wir denn soweit geder ihnen politisch nicht genehm war, fallblülig durch Mord zu beIm Juni ist die Tat ausgeführt worden, also haben Sie diesen Gedanken von Ende April bis Anfang Juni erwogen. Wenn jemals von der überlegten Ausführung einer Lat gesprochen werden kann, dann hier, wo es sich um ein Schulbeispiel der Ueberlegung handelt. Wie sind Sie denn auf diesen Plan gefommen? Leute von Ihrem Bildungsgrad kommen doch nicht urplötzlich auf solche Gedanken. Angeft. Hustert: Wir sprachen auf der Toilette des Restaurants darüber. Allerdings noch nicht über die Ausführung des Planes. Es war am Nachmittag des Pfingstsonntag, als Genosse Der erste Angeflagie, Hans Hustert, ist am 1. Februar Scheidemann mit feiner Tochter in der Nähe von Wilhelms- 1900 in Elberfeld geboren und hat als Kriegsfreiwilliger in den höhe einen Spaziergang unternahm. Plötzlich murde, wie Jahren 1917 und 1918 gefämpft. Nach der Revolution war er in erinnerlich, von einem jungen Mann, der ihn überholte, aus Elberfeld bei der Sicherheits mehr und bei der politischen einer Gummisprige unserem Genoffen eine Flüssigkeit Bolizei tätig und trat dann im Jahre 1921 in Oberschlesien in ins Gesicht gefprengt, die ihn bewußtlos werden ließ. die Sturmtompagnie Roppe ein. Hier lernte er Dehl Auf den Zuruf seiner Tochter, die einige Schritte hinter ihm schläger kennen, der damals Maschinengewehroffizier war und mit war, hatte Scheidemann hinter dem flüchtenden Attentäter dem er auch später in Berkehr blieb, ebenso wie mit anderen Elbereinige Schüffe abfeuern können, die leider ihr Ziel verfehlten. felder Angehörigen der Sturmtompagnie. Nach seinen eigenen AnBorj.: Aber warum denn? Weshalb sollte denn ausgerechnet Die beiden an dem lleberfall Beteiligten enttamen, trotzdem saben steht er auf deutschvölkischem Boden und noch am selben Tage ihre Berfolgung aufgenommen. Oberbürgermeister Echeidemann beseitigt werden? Zur Berhütung worden war. Erst monatelang später wurden sie in Ober- ftammt aus Althammer bei Rosel. Er hat sich im Kriege zahlreiche Karl Dehlschläger, der am 5. März 1903 geboren ist, fünftigen Unrechts oder als Rache für früheres Unrecht? Angell. Hustert: Ich habe in Scheidemann den gesehen, der schlesien entdeckt und in Haft genommen, Man nimmt an, Tapferkeitsauszeichnungen erworben und trat dann nach vorüber vom Jahre 1918 an die Revolution vorbereitet hat, der daß auch diese beiden Mordbuben einer jener Geheim gehender Tätigkeit im Armeefon mando Ober- Ost in die Reichs die Meuterei der Marine felbst eingeleitet hat, der sich in Berlin organisationen angehören, die das deutsche Leben seit marine, und zwar in die Brigade Ehrhardt ein. Bis Januar an die Spike stellte und sich so zum Nuznießer der Revolution aufJahren unsicher machen. Wenn es ihnen nicht gelungen ist, 1921 war er dann in Ungarn, wo er dem Verein der erschwang und der dann schließlich später aus Angst vor der eigenen Scheidemann gleich Rathenau zu ,, fillen", wie der Fachaus- wa chenden Ungarn" angehört. Dann ging er nach Holstein Verantwortung zurüdtrat. druck Tillessens im Rathenau- Prozeß lautete, so lag das ledig ins Lodstedter Lager zu einer Siedlung der Eisernen Divi- Bors.: Selbst wenn diese einseitige Auffajfung richtig war, lich an der gefunden Konstitution des Ueberfallenen, der von lion und schloß sich im Mai 1921 dem Oberschlefifchen woher nahmen Sie sich denn das Recht, ihn dafür zu bestrafen? der Blausäure, die aus jenem Gummiball ihm ins Ge- Selbstschus an. Bon dort begab er sich nach Oberbayern zur Sind Sie denn so entartet, daß Sie sich einfach über Recht und ficht gefprigt wurde, zwar betäubt, aber nicht getötet murde. Arbeitsgemeinschaft Schmidt, die aus Angehörigen der Gefeß hinwegfeßen, wo wir doch in einem Staate leben, der Gott Man weiß, daß Sachverständige über die Gefährlich- 2. Marinebrigade gebildet war. Im Oftober 1921 erhielt er dann sei Dant wieder anfängt, an Ordnung gewöhnt zu sein?' feit auch nur geringer Mengen dieses Giftes Angefl. Hustert: Ueber das Strafrechtliche an meiner Handeine Stellung als Sicherheitsbeamter bei einer Elberfelder Firma, vollkommen einer Meinung sind. Und wenn den beiden An- bei der Hustert als Heizer beschäftigt mar. An der D. C. will fich Dehlschläger niemals direkt oder indirekt beteiligt haben. habe ich mir teine Gedanken gemacht. geflagten Hustert und Dehlschläger jetzt nicht voll= Borf.: Sie dachten sich also einfach: Politik endeter Mord, sondern nur ein mißlungener Bersuch alfo Recht beiseite! Der Angeflagte äußerst sich dann weiter über die Vorbereitundazu auf dem Gewissen lastet, so ist das nicht ihr Verdienst, fängnis verurteilten 11.gen des Attentates, die gemeinsame Reise nach Raffel, wo beide bei das ihnen mildere Beurteilung verschaffen tönnte. einer Frau v. Schlieben Wohnung nahmen, um von dort aus Borf.: Haben Sie nicht vor Ihrer Reise nach Raffel mal geWegen des Attentates auf Scheidemann schwebt ein Verfahren bekanntlich auch gegen den im Rathenau- Prozeß zu 3 Jahren GeKapitänleutnant a. D. Sarl Tillefsen, lungsweise Wir hoffen, daß der Staatsgerichtshof bei der Berhand- der jetzt seine Strafe im Gefängnis zu Rotibus verbüßt. Dieses Scheidemann beobachten zu können. lung mehr noch als im Techow- Prozeß hineinleuchtet in die Berfahren ist jedoch von dem gegen Hustert und Dehlschläger abgeäußert, ehe Gie nach der Türkei gehen und Deutschland verlaffen, Geheimbünde der Mörderorganisationen. frennt worden. " würden Sie noch einen mitnehmen". Angefl. Hustert: Das ist mir nicht erinnerlich. an Geldmitteln sein Monatsgehalt in Höhe von 3000 Mt. Auf weiteres Befragen gibt der Angeklagte bann an, daß ihm und 2000 mr. Ersparnisse zur Verfügung standen. In Kassel habe er zuerst gehört, daß Scheidemann in einem Berliner Sanatorium befinde, und als er wieder nach Kaffel zurückkam, daß er im " Pilsner Urquell" verkehre. Borf.: Haben Sie nicht Das ist schon deshalb notwendig, weil gerade das miß- In dem heutigen Prozeß vor dem Staatsgerichtshof vertritt glüdte Attentat auf Scheidemann der deutsch- monarchisti- Oberreichsanwalt bermayer die Anklage selbst, den Vorsitz fchen Breffe damals einen willkommenen Anlaß zu Spott- und führt diesmal Senatspräsident Dr. Schmidt, der Don feiner Hohnreden gab. Unvergessen ist die zynische Art, mit der die Tätigkeit in den Kriegsbeschädigtenprozessen her bekannt ist. Jin übri agrarische Deutfche Tageszeitung" von dem gen jetzt sich der Gerichtshof fast aus denselben Mitgliedern wie im Rathenau- Prozeß zusammen, nämlich aus den Reichsgerichtsräten Attentat mit ber klystierspriße" zu reden Döhn und Baumgarten, ben Beifikern Reichskanzler a. D. pflegte und damit den Ton angab, nach dem in der gesamten Fehrenbach, Prof. v. Calter, Zentralarbeiterfetr. 5 er mann Deutschnationalen Provinzpresse gepfiffen wurde. Die Absicht müller, Potsdam, Verbandsvorsitzenden M. d. L. Hartmann, lag tlar zutage. Man wollte den Ueberfallenen lächerlich Berbandsvorsitzenden Jaedel und dem württembergischen Gevor der Haustür Scheidemanns Posten gestanden machen und die Oeffentlichkeit einfullen, damit sie nicht die sandten Hildenbrandt. Die Angeklagten werden von den und sich dabei fehr zudringlich benommen? erforderliche Aufmerksamkeit den Mordorganisationen zu Rechtsanwälten Dr. Quetgebrune, Göttingen, Paul Bloch, Angefl.: Bir saßen auf einer Bank am Wilhelmshöher Blag, mende, die im Dunkeln weiter wirtschaften. Erst als die Berlin, und Justizrat eußner, Caffel, verteidigt. Als Neben die 120 Meter von Scheidemanns Haus entfernt war. Boft dort aus Kern und Genossen mit ihrem Anschlag auf Rathenaufläger ift Oberbürgermeister Scheidemann zugelaffen, dem haben wir dann beobachtet, haben aber Scheidemann nie gesehen. Rern und Genossen mit ihrem Anschlag auf Rathenau Justizrat Berthauer, Berlin, als Rechtsbeistand zur Seite steht. mit dem das Attentat später ausgeführt wurde? Borf.: Haben Sie damals schon den Gummiball gehabt, fchäumte, da verschlug es auch den hämischen Leuten von der gerichtet. Der Andrang des Publikums ist nicht übermäßig start. mehr Erfolg hatten, als die Voltsempörung damals über Justizrat Werthauer, Berlin, als Rechtsbeistand zur Seite steht. Im Reichsgericht ist der übliche polizeiliche Sicherheitsdienst ein Angefl.: Nein. Den bekam ich erst 10 Tage vor Pfingsten. monarchistischen Preſſe die Rede. In dem gegenwärtigen Pro- Nach Berlesung der Anklage, die beiden Angeklagten Mordverfuch Nur Dehlschläger hatte eine Biſtole, die aber damals defekt war. zeß wird der Staatsgerichtshof zu zeigen haben, daß das vorwirft, Dehlschläger außerdem noch unerlaubten Waffenbefit, er- Jch dachte zuerst, daß Dehlschläger selbst die Tat mit dem Sievolver Schutzgesetz für die Republik nicht nur ein Spielzeug ist, mahnte der Borfihende die Angeklagten, ihre Tat nicht zu beschöni- ausführen werde und daß ich ihm nur den Rücken decken sollte. das man nach Stresemanns Wunsch jetzt schon beiseite gen, sondern wahrheitsgemäß alles zu bekennen, wie es eines undfechzig gespielt? Wer verlor, follte die Rolle des Täiers aufBorj.: Haben Sie nicht über die Ausführung des Planes SechsTegen fönnte. Die Verhandlung. Mannes würdig sei. führen. Karten gespielt und Dehlschläger meinfe: Wir wollen darum spielen, Angefl.: Das war nur ein Scherz. Wir haben zum Zeitvertreib wer die Tat ausführt. Hustert selbst wies er darauf hin, daß er fürzlich in einer anderen Sache als Zeuge anscheinend die volle Wahrheit gesagt habe, Leipzig. 4. Dezember.( Eig. Drahtbericht.) Der Prozeß über Falle tun. Es fönne ihm nur zum Nutzen gereichen. Der Ange. und daß er, der Borsigende hoffe, Sustert würde es auch in diesem das Blausäureattentat auf den Genossen Scheidemann hat heute Bagte Sustert äußerte sich dann auf Befragen des Borsigenin arden man beim Kartenspielen entscheiden fann? Ich muß wirklich Borf.: Ist denn ein überlegter Mord ein Scherz, über schon einige sehr bemerkenswerte Tatsachen gebracht, so die, daß Um die Weihnachtszeit 1921, erklärte Sustert, fam zum erstenmal fagen, daß mir etwas derartiges in meinem ganzen Leben noch nicht Die beiden Morbgefellen fich eines Tages den Scherz geleiftet haben, gelegentlich das Gespräch darauf, republikanische Führer irgendwie vorgekommen ist. den Ausgang einer Partie Sechsundsechzig darüber polifisch zu beseitigen. Bon einem bestimmten Attentat war dabei Köln nach Kassei zurüdtam, zeigte mir Dehlschläger zum erstenmal Angefl.: Als ich dann von einer vorübergehenden Reise nach enischeiben zu lassen, wer Scheidemann umbringen sollte. Dieses den Gummiball, der sich in einer Blechbüchse befand. Er sagte, die Seugnis menschlicher Berrohung, das nach den Erfahrungen des Rathenau- Prozesses nicht mehr überraschen wird, wird ergänzt durch die andere Erklärung, daß sich die beiden Attentäter als Ehr hardt Leute betrachtet haben und als solche auch Angehörige der Organisation Consul zu sein vermeinten. Dabei bestreitet Hustert mit Hartnädigkeit, daß die D. C. mit der Sache etwas zu tun habe, daß überhaupt irgend ein Mensch außer ihm und Dehlfchläger von der Tat gewußt habe. aber noch nicht die Rede. Ich war Mitglied der Jugendgruppe des deutschoöllischen Schuß- und Trußbundes, stand auf deutschem Boden und nahm dasselbe auch von Dehlschläger an. Anfang 1922 ging ich dann nach Köln und im April besuchte mich Dehlschläger dort im Restaurant Deutsche Klause". Hier zeigte er mir N eine Schrift des Obersten Bauer über Scheidemann und Gen. während wir vorher gewillt waren, nach der Türkei zu gehen und in die Dienste Kemal Pafchas einzutreten, ist durch diese Schrift dann Dollar 8000-8300. Flüssigkeit darin vergaße und wirke tödlich. Allerdings habe sie diese Wirkung nur innerhalb von 6 Tagen, danach würde die Wirkung ausbleiben oder zum mindesten fraglich Antwort. fein. Auf meine Frage, woher die Sprize stamme, erhielt ich feine Borf.: Die Sprite stammt aus einer Münchener Apotheke( zeigt die Sprize, einen fleinen roten, spit zulaufenden Gummiball). Oberreichsanwalt Ebermayer: Die Sprize ist nicht aus einer Apotheke, sondern ist nur in der Münchener Gummifabrik Megeler angefertigt. Bor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik begann Bei Beginn der neuen Woche war das Geschäft am Devisen heute vormittag der Prozeß gegen die Angeklagten Hustert und Dehl. markte auffallend still. Die Rede des Reichsfanzlers beim geftrigen mit dieser Sprige ausführen. Kurz vor Pfingsten bekamen wir dann Angefl. Huffert: Dehlschläger, so war verabredet, sollte die Tat schläger, denen zur Last gelegt wird, am 4. Juni 1922 einen Mord- Preffeempfang im Reichstage hat feinen besonderen Gin, anschlag auf den Oberbürgermeister Don Raffel, Philipp Scheide drud gemacht. Der Dollar hielt sich ungefähr auf der Parität follten. Dehlschläger meinte: Jch werfe den ganzen Laden hin und aber Streit darüber, ob wir die Sache überhaupt noch ausführen mann, verübt zu haben. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, des New Yorker Martfurses vom Sonnabend. Er wurde gegen mache nicht mehr mit. Darauf antwortete ich: Laß mir die Sahen daß das Attentat felbft von Hustert ausgeführt, der Plan hierzu Mittag mit 8000 bis 8300 gehandelt. Um so lebhafter ging es und das Geld hier, dann mache ich es. jedoch von Dehlschläger erdacht war. Um die Lebensweise Scheide- jedoch am Wertpapiermarkte zu. Die Hausse segte sich im bisherigen manns beobachten zu können, hatten beide einige Wochen vor dem Attentat in Kaffel ein Zimmer gemietet, und zwar waren sie durch Tempo fort. Anscheinend liegen bei den Banken noch immer große das Wohnungsamt an eine Frauv. Schlieben gewiesen wor. Kauforders für ausländische Rechnung vor. Besonders rege war den, der sie sich als Kaufleute vorstellten. Nach der Tat verließen heute das Geschäft in Montanwerten, Schiffahrtsattten, Rafiwerten, fie Raffel und wandten sich nach Oberschlesien, wo sie sich drei Wochen Tegtilaftien und Petroleumpapieren. Borf.: Was war denn das für Geld? Angeki. Hustert: Dehlschläger hatte 20 000 m. in seinem Befih. Dehlschläger hat sich dann aber nicht darauf eingelassen, und so blieb es bei unserer Berabredung. Am nächsten Tag haben wir dann den Gedanken des Attentats überhaupt aufgegeben und wollten kurz nachh Pfingsten abreifen. Inzwischen waren wir von Frau v. Schlieben ausgezogen und übernachteten bei einem Regierungs rat p. Betta u. Pfingstfonntag sind wir dann mit dem Vorsatz von Hause weggegangen, den Ball zu vernichten. Wir wollten ihn im Freien verbrennen. würde. Borf.: Warum denn nicht im Ofen? Angefl.: Weil wir nicht wußten, welche Wirkung das haben Borf.: Scheuten Sie sich wirklich nicht, in letzter Minute ein berartig nuglofes Berteidigungsmittel zb gebrauchen? Angel.: Vor dem Hause Scheidemann sahen wir ihn plötzlich mit einer Dame und einem kleinen Mädchen herauskommen, was uns ganz überraschend war. Als er dann in die Elektrische nach Wilhelmshöhe einstieg, fuhren wir im Anhängewagen mit und folgten ihm, in Wilhelmshöhe angelangt, in etwa 200 Meter Entfernung. So find wir ungefähr eine Stunde lang gelaufen. Borf.: Ist es nicht ein furchtbarer Gedanke, mit diesem Entschluß eine ganze Stunde lang zu laufen, angesichts des unschuldigen fleinen Kindes? Ungeti.: In einem Hohlweg ließ Dehlschläger dann die Sachen aus dem Rucksack nehmen und, als wir 20 Meter von Scheidemann entfernt waren, fagte er plöglich zu mir: „ Da, geh' und mach'!" Mir fuhr es plöglich in den Kopf, daß Dehlschläger fnei. fen wollte. Das Blut stieg mir zu Kopf und blizschnell nahm ich den Ball, lief zwischen Scheidemann und seiner Tochter durch und sprigte ihm die Flüssigkeit nach dem Kopf, nachdem ich vorher den Schußdeckel entfernt hatte. Cuno und die Rechte. Ueber die tattische Behandlung der Regierung Cuno bestehen innerhalb der Rechten starte Meinungsverschiedenheiten, die auch in der Presse zum Ausdruck kommen. Im deutschnationalen„ Tag" bricht Erich Schwarzer für die neue Regierung mehrere Lanzen, er hat die Unverschämtheit, von einem Ansturm der Sozialisten und der Fran 3ofen" zu sprechen, den abzuschlagen er alle vernünftigen Leute in Deutschland" auffordert. Das Geraune über die Schwäche des Kabinetts sei blöde Kinderei". In der völkischen„ Deutschen Zeitung" höhnt dagegen Oberfinanzrat Dr. Bang über die" Taktiker der mittleren Linie" Die Vorgänge der letzten beiden Wochen, das heißt die Hoffnungen des Bürgertums auf Cuno, hätten die politische Kindlichkeit der Deutschen bis in die sog. Rechts freise hinein wieder einmal in helles Licht gestellt. Wann fommt ein Retter diesem Land?" ruft Bang pathetisch aus und gibt damit zugleich der Meinung Ausdruck, daß Cuno dieser Retter eben nicht ist. # Rabinetts habe ich bisher noch nichts erfahren. Das einzige Motiv, das mich an meinem Blaze sein läßt, ist die tiefempfundene Pflicht zum Vaterlande!( Bravo!) Sie kennen die Not der mittleren und unteren Wirtschaftsschichten unseres Boltes, auch die Uebergriffe, die von einzelnen begangen werden. Sie wissen, wie tief und grundsäglich die Ulm schichtung aller Boltsschichten und Vermögensklassen ist, und wie neue Reiche sich vielfach zwar der Rechte, aber nicht der Pflichten des Reichtums bewußt sind( sehr richtig!), wie Spiel und Tanz eine ungebührliche Rolle spielen, während Tausende und aber Tausende unserer Bolfsgenossen in bitterer Not verfümmern, da fehlt es an dem richtigen Vertrauen des einen zum anderen, an der richtigen Hilfsbereitschaft, an der richtigen Moral!( Sehr richtig!) Darum appelliere ich an alle im deutschen Bolte, die über das Maß dessen haben, was zum Leben nötig ist, und sage ihnen und bitte sie: Helfen Sie und denken Sie daran, daß wir alle Deutsche sind, und daß die werktätige Hilfe des einzelnen zum Bolfsgenossen mehr, unendlich mehr leisten und unendlich mehr Gutes tun fann, auch für die Zusammenfassung aller Kräfte, und die Wiederherstellung des Bertrauens unter uns und zu uns allen, als es Regierungsgefeße und-handlungen tun können.( Lebhafte Zustimmung und Bravo!) Nicht nur unter uns, nein, der Welt fehlt das Vertrauen, und das ist der Grundstod alles Uebels. Die Welt muß wissen, daß wit, ein Bolf in tiefster Not, ehrlich bestrebt sind, eine klare Lösung der außenpolitischen Fragen zu finden, eine Lösung, die uns Arbeit und Eristenz unter Erfüllung der vereinbarten Verpflichtungen ermöglicht. Als ich vor neun Tagen hier sprach, habe ich den Bersuch gemacht, in aller Offenheit und Einfachheit und ohne jeden rhetorischen Effett, einem solchen Verhältnis des Vertrauens und des Glaubens an Ehrlichkeit und Wort zu dienen und die Dinge so einfach darzustellen, wie sie sind und wie sie von allen verstanden wer den können. Das hat man nicht überallio aufgenommen, wie es gemeint und wie es gewollt war. Man hat namentlich in franzöfifchen Streifen gefunden, daß die Erklärungen zur Reparationsfrage enttäuschen, und daß man den Willen vermiffe, auch nur in dem Umfange zu leisten, in dem es damals begrenzt war. Das ist irrig! Der Grundsatz, daß wir nicht mehr als im Rahmen der Note vom 13. November leijlen können, täuschen. Und eine weitergehende Erklärung hätte nur einen Unfann den Verständigen, der die deutsche Wirtschaft kennt, nicht entverständigen, der die deutsche Wirtschaft nicht kennt, täuschen können. Das Problem ist auf einen einfachen Kern zurückzuführen. Sie sehen einen Schuldner, der nicht leisten fann, weil er das legte, was er notwendig zur Eristenz braucht, fortgab. Sie sehen einen Gläubiger, der aus dem Schuldner möglichst viel herausholen will. was für Nugen hätte es, wenn der Schuldner fagen würde: ich fann dir, Gläubiger, in furzer Frist soviel zahlen, obwohl er weiß, daß er das nicht leisten tann? Auch geschäftlich ist es flug und notwendig, die Grenze der Wahrhaftigkeit nicht zu überschreiten. Noch deutlicher wird der Berliner Korrespondent der Diese Wahrhaftigkeit, ohne die die Lösung nicht gefunden München- Augsburger Abendzeitung". Cuno setze die werden tann, nehme ich für mich in Anspruch. Ich stehe seit länge. Anbiederungsversuche an die Sozialdemo- ren Jahren in der internationalen Arbeit und habe eine Reihe von tratie fort. Becker wolle durch Erhöhung der Zwangs- Berträgen und Abmachungen geschlossen, die dem Geiste und dem anleihe Deutschland das Betriebskapital entziehen, er zeige orbe nach unverkürzt erfüllt worden sind. Allerdings, das Ver durch eine große Geste den Franzosen, was sich alles noch trauen vom einen zum anderen wird nur geschaffen werden können, herauspreffen lasse. Das sei die dimm ste Politif. In wenn man in offenen Verhandlungen von Mann zu Mann der amerikanischen Botschaft mache man besorgte Gesichter, man habe von Cuno eine Ablehnung der Bolschewisierung" man habe von Cuno eine„ Ablehnung der Bolschewisierung" erwartet und fühle sich enttäuscht. Also, man wirft sich gegenseitig blöde Kinderei und politische Kindlichkeit vor, und was der eine alle vernünftigen Leute zu unterstützen auffordert, das ist nach der Meinung des anderen die dümmste Politik. Verhandlungsangebot an Frankreich. Sine Rede des Reichskanzlers. Bei dem Empfang, den der Verein Berliner Preffe" am geftrigen Eonntag im Reichstag veranstaltete, hielt der Reichs. tangler eine längere Rede. Nachdem er über die Bedeutung der Bresse und ihrer Arbeit gesprochen hatte, sagte er u. a.: Niemals ist im Kabinett etwas laut geworden, was im leiseften daran zweifeln ließe, daß dieses Kabinett auf dem Boden der Verfassung steht, auf die wir alle vereidigt find und wir sind gewohnt, unseren Eid zu halten! Bon Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Winterschlaf. Bon Peter Scher. Bornehme Leute, die so romantisch veranlagt sind, einen Laubfrosch zu halten, haben eigens eine gläserne Billa für ihn mit täuschend imitiertem Moos und echten Steinen, die in verblüffender Nachahmung unechte vortäuschen. Ein goldenes Springbrünnchen läßt ein Strählchen 4711 in ein fristallenes Badewännchen fallen, und alles ist so, daß das Fröschchen ein Niveauchen bekommt. Nicht so beim Schriftsteller, der das Tier in einem Einmache glas wohnen läßt, damit gleichzeitig zum Ausdruck bringend, daß er sonst nichts einzumachen hat. Immerhin: auf unechten echten Steinen zwischen elend natürlichem Moos vergrabend hockend, so daß nur das breite Köpfchen mit den halbgeschlossenen schwarzen Augen sichtbar war, phantafierte der Laubfrosch des Schriftstellers an einem trüben Herbstmorgen wie folgt: Jetzt wird es Zeit zum Winterschlaf. Die Fliegen sterben aus. Seit drei Tagen habe ich keinen warmen Löffelstiel im Mund gehabt. Wie schön ist's doch im Einmacheglas des Schriftstellers. Wollte Gott, er hätte es auch so gut wie unfereiner und könnte, sobald nichts mehr zu fressen da ist, schlafen, schlafen, schlafen bis die Sonne und die fetten Fliegen wieder kommen. Ach, wie ich die Lider fallen mir zu übrigens sonderbar, daß der liebe Gott nicht auch den Menschen die praktische Möglichkeit verliehen hat, zu schlafen, wenn sie teine Nahrung haben sonder bar sonderbar. müde bin Falsch gedacht! • Ueber Nacht kam der Föhn. Von seinem warmen Atem geweckt, erwachte die halberstarrte Natur Die Sonne brannte plo lich wieder wie im dicsten Sommer; die Mücken schwärmten; die betäubten Fliegen famen zu sich und wirbelten, fich fopfüber gegen die Fenster stürzend, noch einen eingebildeten Sommer lang wie besessen umher. Sogar die Menschen fielen auf den Bluff herein und waren einen Tag lang neu belebt. Da erwachte der Laubfrosch in seinem Einmacheglas. Er rieb sich die Augen mit beiden Pfoten, schnappte heftig mit dem breiten Maul und brach in die bittere Reflexion aus: wahr „ Eine schöne Borsehung! Ich begebe mich, meinem Instinkt zufolge, in den Winterschlaf. Die Leute stellen, auf meinen Jn stinkt vertrauend, das Einmacheglas beiseite und denken scheinlich mit Reid- Der hat es gut der ist's auf lange los... und jetzt bin ich wach und höre die didsten Fliegen brummen, die mir niemand fängt. Wo ist da Sinn und Ordnung, lieber Gott? Was fang ich an? Die Welt ist aus den Fugen. Darüber kommt fein Laubfrosch weg!" Note über Passau und Ingolstadt, wie die zum Teile wieder dementierten Absichten und Stimmen, die aus Baris herüberdrangen, das alles flingt nicht, als ob wahrer Friede und förderndes Verständnis für eine Zusammenarbeit der Bölfer schon eingezogen wären( Sehr richtig!) und erfüllt uns mit schwerer Sorge. Den Einmarschdrohungen gegenüber und den besonderen Maßnahmen, die im Elysée- Balast besprochen worden zu sein scheinen und die im Rheinlande beunruhigen, einem Lande, wo jeder Stein von deutschem Leben spricht, allen diefen Drohungen gegenüber wollen wir nur erneut erklären, daß das Rheinland fest zu Deutschland gehört und Deutschland fest zum Rheinland steht.( Beifall und Hündeklatschen.) Wir fönnen und werden nicht zulassen, daß Rheinprovinz, Pfalz, Rheinhessen und Saargebiet jemals preisgegeben, ihre Befreiung gefährdet oder hinausgeschoben wird.( Erneuter Beifall u. Händeflatschen.) Kommt man überall zur befreienden Politik der Sachlichkeit und werden die Schwierigkeiten und Hemmnisse endlich überwunden, die einer fachlichen Regelung der Reparationsfrage entgegenstehen, dann wird der feste Punkt gefunden sein, die Wirtschafts- und Preisfragen der Gesundung entgegenzuführen. Entschlossen, schon vorher feinen Blick von diesem Problem zu lassen und alles zu tun, was möglich ist, erhebe ich den Appell an die Welt, endlich zuzulassen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß wir unser Bolk und seine notleidenden Schichten aus dem Wirbel und dem sprunghaften Steigen aller Breife, der Verteuerung und Verschlimmerung unserer Lebenshaltung durch die Stabilisierung der Mark endlich retten fönnen. Mehr fast als ein anderer Beruf leidet die Presse. Aus Hunderttausenden von Haushalten schwinden Zeitung und Buch. Soll wirklich zur materiellen die geistige Verarmung tommen? Mag die Welt ein armes Deutschland sehen, ein seelisch verarmtes Deutschland, ein Deutschland, das weniger geistig und weniger deutsch ist, als das Deutschland voriger Beiten, foll sie nicht sehen.( Bravo!) Im Reichstag einigte sich die große Mehrheit auf das fachliche Arbeitsprogramm. So hoffe ich, daß Sie alle eins find in dem einen großen Gedanken, der Errettung unseres Boltes aus seiner Not. Dem deutschen Lande, das jetzt niedergedrückt, beherrscht und besezt, Boltes zu ertragen und noch heute die Ungewißheit auf seinen aus tausend Wunden blutet, dem deutschen Volke, das vier Jahre, nachdem die Waffen ruhen, noch heute das schwerste Schicksal eines Schultern lasten hat, dem Lande und dem Bolte gelte unfere gemeinsame Arbeit!( Anhaltender stürmischer Beifall und Händeflatschen.) Der Veranstaltung wohnten auch der Reichspräsident und der Reichstagsptäfident bei. Georg Bernhard als Vorsitzender des Vereins hatte programmatische Begrüßungsworte gesprochen. Die Kommunistenerschießung in Wörmlih. Leutnant Hoppe zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Schwurgerichtsprozeß in Halle, über dessen Anlaß und Verlauf wir berichtet haben, verneinten die Geschworenen bei Pohl sämt liche Schuldfragen, Leutnant Hoppe bagegen wurde der mittelbaren Täterschaft des versuchten Tolschlags( unter Bubilligung mildernder Umstände) schuldig gesprochen. Leutnant hoppe wurde zu einander gegenübersteht und sich fagt, wie weit und aus welchen 2 Jahren Gefängnis verurteilt, Gefreiter Bohl wurde frei Gründen man nicht weitergehen kann. Wenn es zu Verhandlungen gesprochen. fommt, werde ich mich in teiner Weise etwa Frankreich gegenüber anders als irgendeinem anderen Partner in der Welt gegen- Boltsbegehren auf Vermögensabgabe wurde mit 725 000 gegen Verwerfung der Schweizer Vermögensabgabe. Das sozialistische über benehmen, denn wir müssen mit Frankreich in Ord- 110 000 Stimmen bei 85 Prog. Beteiligung abgelehnt. Die Kapita nung tommen, wo immer die Möglichkeit von Verhandlungen listen jubeln. geboten wird. Nur durch folche Verhandlungen können die Grenzen des Möglichen, innerhalib deren wir leisten können, abgesteckt Die badische Regierung hat gegen den Vorstand des Badiwerden, nicht durch Ultimatum und Einmarschdrohungen. Chrlich chen Landbundes ein Strafverfahren beantragt, weil bereit, jede Arbeit zur Ausführung und Ausfüllung der Note vom diefer sich in einem Beschluß gegen jede Getreideabgabe 13. november zu fun, werden wir uns bemühen, den Weg zur ausgesprochen hatte. Lösung der Reparationsfrage zu finden, in engster Fühlung mit Parlament und Wirtschaft. Wir werden nicht die Hände in den Schoß legen und einfach warten, auch nicht auf das Mitleid anderer. Ob der Erfolg eintreten wird, hängt nicht von uns ab. Noch unserer Worte, den wir beanspruchen dürfen, und immer erleben fehlt es am Glauben an die Aufrichtigkeit und die Ehrlichkeit wir, wie der Friede, den das deutsche Bolt sucht und dem es ehrlich dient, auf der anderen Seite noch nicht waltet. Die Vertennung der von uns abgegebenen Erklärungen, Geist und Wortlaut der neuesten Schülerräfe und Schulgemeinden an den gewerblichen Fortbildungsschulen diefe Forderung der Arbeiterjugend hat die sozials demokratiche Gemeindeverwaltung von Wien erfüllt und als Fach organ ist jetzt der„ Der Schülerrat" zum erstenmal erschienen, herausgegeben in zwangloser Folge vom sozialistischen Schülerräte österreichs zur Modernisierung des Lehrplans und der Erziehung fomitee des Verbandes der sozialistischen Arbeiterjugend Deutschbeizutragen, für Ordnung und Hygiene in den Schulräumen, für das Vorhandensein der Lehrbehelfe au sorgen, das sind die Hauptaufgaben der Schülerräte. Bezirksschulräte und ein Schülerräte furs werden errichtet. Die nun Die Streifenden spielen! Auch im Schauspielgewerbe ist der| Indes die Richtung, die sich mit einer Erneuerung der Akademie Unternehmer im Besize der Produktionsmittel. Damit kann er begnügen wollte, gewann die Oberhand. Die neuen Mitglieder, die jedoch nichts beginnen ohne die Arbeitskraft der Künstler. Diese unter dem Ministerium Haenisch hineintamen, sezten das Reformaber fönnen auch einmal ohne die glänzenden Kunsttempel mit all mert von innen heraus fort. Die Genossenschaft der ordentlichen ihren modernen Bühneneinrichtungen ihre Kunst zeigen, wie das Mitglieder der Akademie, Sektion für die bildende Künste, hat jetzt die streifenden Schauspieler Sonntag abend auf den sehr dürftigen die diesjährige Neuwahl von Mitgliedern wiederholt, nachdem zu Brettern der Bühne in der Böhow- Brauerei bewiesen haben. Beginn des Jahres der Konflikt bei der Wahl eingetreten war und ir spielen beute nicht um Gelb, sondern um unser das vorgefehte Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Recht und um die Freiheit der Kunst", verhießen die Streitenden daraufhin einen neuen Bahlgang angeordnet hatte. Die besten Kräfte hatten sich zur Darstellung von Schillers Rabale Danach treten neu in die Afademie ein: als ordentliche Mitglieder durch den Mund von Wilhelm Dieterle in ihrem Streit prolog. erfolgten Neuwahlen fanden foeben die Bestätigung des Ministers. und Liebe" eingesetzt. Eine bessere Befehung tonnte Schillers die Berliner Maler E. R. Weiß und Mar Pech st ein, die Bildaufwühlendes Jugenddrama nicht finden: Wilhelm Dieterle gab hauer Wilhelm Gerstel und Ernst Bend, die Architekten Hans den Präsidenten, Baul Hartmann den Ferdinand, Mar Güls- Boelzig und Heinrich Straumer, der Graphiter Emil Orlit. dorff den Hofmarschall. Die Lady Milford murde von Maria 3u auswärtigen Mitgliedern find gewählt worden: von Deutschen ein, Wurm von Werner Krauß, der alte Miller von Heinrich der Maler Oberländer in München, der Maler Thomas Theovon Paul Gra eß gegeben. Und wer nicht mitspielte, der suchte München, dann von Dresdnern der Bildhauer Karl Albiker und George, Luise von Rene Stobrava und der Kammerdiener dor Heine ebenda, der Bildhauer Josef Waderle, gleichfalls in fich an der Kaffe oder sonstwo nüglich zu machen. Die Mängel der der Architekt Heinrich Tessenow. Bühne beachtete niemand, das Spiel diefer Darsteller riß alle mit, man fühlte, daß es heute wirklich nicht um Geld ging. Die Besucher Die Schweizer Fürsorge für deuffche Kinder. Ueber das segens Dieser Borstellung erlebten einen Runstgenuß, an den fie für immer reiche Wert der Fürsorge für erholungsbedürftige deutsche Kinder denfen werden, fie dankten den Künstlern mit nicht endenwollendem durch die Schweiz wird von seinem Organisator Prof. Abderhalden Beifall. Und um dieselbe Beit mußten fich die zahlungsfähigen in einer Zusammenfassung berichtet. Bon Juli 1919-1921 wurden Kreise der Rotter- Bühne mit den Darbietungen von Kräften be- 72 Transporte mit insgesamt 30 000 Rindern durchgeführt, von gnügen, die man sich aus Tetschen- Bodenbach verschrieben hatte. benen rund 3000 tuberfulöfe Kinder in Schweizer Heimen, die übrigen in Schweizer Familien untergebracht wurden. Der Erfolg wurde an Rörpergewicht, Körperlänge und Blutfarbstoffgehalt ges messen. Die in Heimen untergebrachten Kinder nahmen durchschnittlich 2,5 Kilogramm an Gewicht, 1,85 Zentimeter an Körperlänge und 8,5 Proz. an Blutfarbstoffgehalt zu. Aehnlich günstig waren die Ergebnisse bei den anderen Kindern. Bei einem durchschnittlich achtwöchigen Aufenthalt, der nur bei den tuberkulösen Kindern auf drei Monate ausgedehnt wurde, bedeutet dies einen außerordent lichen Erfolg. Die Streifenden wollen, solange der Streit währt, auch weiter hin in den Berliner Arbeiterbezirken ihre Kunst dem Wolfe vermitteln und so auch ihrer Streiffaffe einige Munition mit zuführen. unseren Lefern fönnen wir nu: raten, sich die Gelegenheit solcher einzigartigen Darbietungen nicht entgehen zu laffen. Die ftreifenden Schauspieler, die beweisen, daß es auch ohne die Direktoren geht, weisen der Entwicklung ben Weg: Einst wird das Theater den Dichtern, den Darstellern und d.m Volke gehören! " Das Theater der Schauspieler. Die ftreifenden Schauspieler geben zunächst folgende Vorstellungen: Dienstag, 5. d. M., 128 Uhr: Kabale und Petersburg oder Petrograd? Die Sowjetpreffe wirft wiederum giebe", Bögonbrauerei, Prenzlauer Allee 242; Minna von Barnbelm", die Frage auf, wie die Newa- Hauptstadt heißen soll: Petersburg Schwechteniaal. Mittwoch, 6. d. M., abends 18 Uhr: Minna von Barn- oder Betrograd? Es wird auch vorgeschlagen, das volkstümliche helm". Schwechtenſaal; Shakespeare:" Pericles". Brüdervereinshaus, Stur Biter" zum amtlichen Namen zu erheben. Eine Buschrift in den Neuföln: Beric! cs", Brüdervereinshans. Freitag, 8. d. M., abends 1/8: flärt, daß die 1914 vom Zaren vollzogene Umbenennung eine Folge fürstenstraße. Donnerstag, 7. d. M., abends 8 Uhr: Faust" ene e t." Isweftija" verlangt die Rückkehr zum historischen Namen und er" Faust", Neue Welt, Neuföln; Rabale und Liebe", Bozombrauerei, Brenzlauer Ace 242; Schillers Parasit", Brüdervereinshaus. Sonnabend, 9. b. M., 3%, Ulbr:" Der zerbrochene King", Apodotheater. des damaligen Kriegschauvinismus gewesen sei. Bekanntlich hatte Sonntag, der Petersburger Sowjet Ende 1920 den Gebrauch des aus zari10. b. W., 8%, Uhr:„ Der zerbrochene Strug", Apollotheater. stischen Zeiten stammenden Namens Petersburg" verboten. und Neuinizenierungen find im Werfe u. a. wie Tollers Wandlung" Masse Menich", Bronners Vatermord", Kornfelds Himmel und Sölle", kleifts Familie Schropfenfiein", Braut von Mesfina". Als steg fffeure wifen mit: Ludwig Berger, Jürgen Febling, Heinz Goldberg, Karlheinz Martin, Berthold Viertel, Friz Bendhausen. " Das Abschiedskonzert von Rudolf Laubenthal findet am 6. Dez im Blüthnerfaal statt. Albrecht Schaeffer wird Mittwoch 8 Uhr im Vortragssaal des Ernst Rowohlt- Berlages, Potsdamer Str. 123 B III, aus eigenen Werken lesen. Novemberrevolution wurde auch die Umgestaltung der fofilen Alta- nunmehr behoben, da die beiden Dpern auch bei dem berabgefekten Etat, Russische Theaternotizen. Die drohende Gefahr der Schließung der Die Auffrischung der Akademie der Künste. Im Gefolge der etersburger Oper und der Moskauer Staatsoper it demie der Künste zur Erörterung gestellt. Die raditaie Forderung mit gewissen Einschränkungen, ihren Fortbestand sichern tönnen. lautete: fort mit der Akademie! Sie hat weder in ihrer alten noch 9. Dezember findet im Moskauer Revolutionstheater die russische Erft in ihrer reformierten Form Bedeutung mehr für das Kunstleben. aufführung von Ernst Zollers Masse Mensch statt Am Die Londoner Vorkonferenz. Nachdem fämtliche in Frage kommenden Ministerpräsidenten def Die Winterpaufe des Zoo. Der Magistrat spart. ordentlich gefährlich, wenn die Hypnose von Laien ausgeübt werde. Der Zustand der Hellsichtigkeit von Versonen ist auf eine fabelhafte Beobachtungsgabe zurückzuführen. Es gibt noch viele Dinge, die der Erklärung harren, die aber der Mensch bei seiner Zielstrebigkeit finden wird. Gewagte Experimente waren in Lichtbildern, die an und für sich wieder als gewagt anzusprechen sind, festgehalten. Es wurden Medien gezeigt, die Lichterscheinun gen erzeugten. Die Versammlung war bald in zwei Lager geteilt. Etliche hätten, wenn die Zeit nicht so vorgeschritten gewesen wäre, sicher noch stundenlang von Spuffällen erzählt, und andere lehnten sich gegen diese Erscheinungsmöglichkeiten auf. Der Redner, an solche Situationen gewöhnt, vertrat vermittel und verbindlich Beginn der Alkoholgegnerwoche. Zusammenstöße in Schöneberg. Guttempler durch Blafate und Flugblätter die Deffentlichkeit auf ihre Bestrebungen aufmerksam zu machen. Die gewöhn. die Bolizei zunächst im allgemeinen gewähren. Unbers verhielten lich vereinzelt geherden Plakatträger und Flugblattverbreiter ließ sich Bertreter des Alkoholgewerbes. Gie durchstreiften einige Zu den Mitteilungen über den Haushalt des 300, die uns aus englischen Regierung ihre Bereitwilligkeit mitgeteilt haben, der Ein- dem Betriebsrat gemacht wurden( vergl. Nr. 566), erhalten mir von labung Bonar Laws Folge zu leisten, ist die Abhaltung der onder Direktion eine Erwiderung. Gegenüber dem Hinweis auf den doner Bortonferenz gefichert, und zwar foll fie am tom lächerlich geringen Preis der Attiennebenfarten und auf die sehr menden Sonnabend vormittag beginnen. Ihr Verlauf und Ausgang niedrige Bacht für Restaurant und Ausstellungshallen hebt sie herist jedoch noch sehr ungewiß. Eine Havasnote erklärt den Borschlag vor, daß über die Erhöhung der Aktionärbeiträge die nächste Gene Bonar Laws, Deutschland ein weiteres 3 meimonatiges ralversammlung entscheiden müsse( ein folcher Antrag wird ihr vor Moratorium zu gewähren, für überholt: diese Anregung habe gelegt werden) und daß ein höherer Bachtertrag aus Restaurant und nur für den Fall gegolten, daß die Ententeregierungen vor Ablauf Ausstellungshallen nur von einer langwierigen Klage zu erwarten des gegenwärtig noch laufenden Moratoriums, d. h. vor dem sei. Die Mehrzahlung für Nebenfarten werde vielleicht ½ Million 31. d. M. feine neue Entscheidung treffen würden. Durch die Tat mart bringen, fönne aber erst im Frühjahr in Wirkung treten, feinen Standpunkt. sache der Londoner Vorfonferenz sei jedoch diese Sorge hinfällig. während der 300 jezt jeden Monat etwa 8 Millionen Mark brauche. Die Times" laffen sich aus Brüffel melden, daß die Regierum Die Schließung erspare für den Winter etwa 10 Millionen, selbst gen Frankreichs und Belgiens übereinstimmend unter Berücksichtigung der entgehenden Eintrittsgelder, fie sei alfo der Ansicht seien, daß in der bevorstehenden Londoner Bortonferenz dringend geboten gewesen, um das Unternehmen zu retten. Mit eine Lösung der Reparationsfrage auf der Grundlage einer aus dem jezigen Personalstand könne man den 300 nicht offen halten, woche" in Schöneberg mit 3usammenstößen zwischen Absti Am gestrigen Sonntag begann die 21toholgegnet ländischen Anleihe gefunden werden wird, von der Frant die Notwendigkeit der Aufsicht und der Pflicht zur Wegereinhaltung nenten auf der einen Seite und Gastwirten auf der anderen Seite, reich den Betrag seiner Reparationen und Belgien den Betrag feiner Prioritätsrechte erhalten würden. Romme diese Lösung nicht( 3. B. wegen der Haftpflicht bei Schnee und Eis) mache das unmög. Von Augenzeugen wird uns darüber folgendes mitgeteilt: Da der zustande, denn würde Frankreich seine Handlungsfreiheit lich. Die Löhne seien bisher noch immer nach dem Septembertarif geplante Umzug vom Polizeipräsidenten auf Grund des allgemeinen beanspruchen und Pfänder ergreifen, d. h. inbesondere das Ruhr. gezahlt worden, weil die Mittel nur dafür zureichten. Doch habe Berbots untersagt worden war, versuchten abstinente Arbeiter und gebiet belegen. Von der Verwendung diefer auswärtigen Anleihe die Berwaltung fast in jeder Woche 2000 bis 3000 m. ertra zur zur Stabilisierung der Mart ist in diesem Drahtbericht der Tilgung von Lohnrückständen gezahlt, wie eben die Beihilfen aus „ Times" feine Rede... Ob wirklich die Ansichten Frankreichs den Sammlungen einliefen. Sie selber beklage am meisten, daß der und Belgiens so nollkommen übereinstimmen, darf allerdings be- 300 feine Leute bisher nur in dieser schleppenden Form bezahlen zweifelt werden. Indeffen wird dem„ Deuvre" aus Brüssel gemeldet, fonnte. Aber die Verhältnisse seien stärker als der befte Wille. daß die Regierung Theunis erschüttert sei und noch vor der Brüsseler Konferenz beseitigt werden dürfte. Da als Nachfolger des Ministerpräsidenten der jetzige Finanzminister Jaspar genannt wird, der sich stets als ein sehr gefügiges Werkzeug der franzöfifchen Politif gezeigt hat, während Theunis sich seit Genua meit mehr von den rein belgischen Interessen hat leiten lassen, würde eine Regierungstrife in Belgien den französischen Wünschen entsprechen. Dowohl natürlich die Haltung Belgiens in London von höchster Obwohl natürlich die Haltung Belgiens in London von höchster Wichtigkeit für die dort zu treffende Entscheidung sein wird, zumal Stalien, im Gegensatz zu den letzten drei Jahren, jezt das französische Spiel unterstützt. Trogdem sieht es feineswegs so aus, als ob England ohne weiteres den Forderungen Poincarés nachgeben werde. Es ist erstens noch nichts darüber bekannt, daß sich Bonar Law die französische Auslegung seines Vorschlages auf Gewährung eines zweimonatigen Moratoriums zu eigen mache. Biel wahrscheinlicher ist es, daß er Moratoriums zu eigen mache. Biel wahrscheinlicher ist es, daß er diefe Anregung keineswegs als hinfällig betrachtet, da eine definitive Regelung des Reparationsproblems auf der Bortonferenz doch nicht zu erwarten ist. Bekanntlich will die englische Regierung die Repas rationsfrage auf alle Fälle mit der der interalliierten Schulden verquicken, d. h. zumindest teine weittragende Beschlüsse fassen, ehe sie nicht in der Frage der Interalliierten Schulben flar fieht. Deshalb wartet sie auch die Rückkehr des Finanzministers Baldwin aus Amerika ab, und da dieser erst gegen Ende des Monats nach England zurückkommen dürfte, wird Bonar Law seinen Bo- schlag gar nicht als hinfällig ansehen. Uebrigens zeigt sich die englische Presse nach wie vor sehr ablehnend gegenüber den Forderungen Poincarés. Observer" hebt die Bedeutung der Londorer Bortonferenz hervor, deren Scheitern das Ende der Entente und die Wertlosigkeit eines jeden neuen Drientabkommens Ledeuten würde.„ Daily News" stellt fest, daß der bisherige Streit um die Reparationen Europa in einen chaotischen Zustand versetzt habe, so daß die öffentliche Meinung die Fähigkeit und den Willen der Regierungen bezweifle, diese Frage zu lösen. Jedenfalls würden die französischen Bajonette weber die beutiche Mart noch die franzöfifchen Finanzen wiederherstellen können, son dern nur Deutschland in den Zustand Desterreichs und in die Arme des Bolschewismus treiben. Bankkrach in Mähren. Straßen Schönebergs in Gruppen und überfielen die ruhig ihres Begs gehenden Alkoholgegner. Als ein paar Arbeiterabftinenten mit recht instruktiven Plakaten wie„ Der Junker Fufel häft's Bolt Mit Energie versucht der Berliner Magistrat unter der Füh- in Dufel" und" Im Befreiungskampf meidet den Alkohol" von der rung des Kämmerers feiner Finanznot auf den Leib zu rücken. Hauptstraße aus in die Tempelhofer Straße einbogen, ging Kürzlich fonnte er Mitteilung davon machen, daß die Abwid. ein Trupp angetrunkener Gastwirte zu brutalen Gewalttätig. lungsstelle der Kriegsverwaltungen" fich zu Ende teiten über. Mii Fäusten und Städen wurden die Biatatträger abgewidtbelt habe. Jetzt hat er bei seiner Suche nach Sparmöglich bearbeitet, Blafate und Flugblätter wurden ihnen entrissen und von Kleidungsstüden aus der früheren Bekleidungsstelle der Er die Brutalitäten der Alkoholfreunde. In einer Gruppe tobender teiten folgenden schönen Tatbestand entdect: Etwa 16 000 Käufer vernichtet. Die Schupo ftand untätig daneben und verhinderte nicht werbslosenfürsorge schulden insgesamt noch rund 1,9 millionen Budiker befand sich ein angetrunkener, der sich als„ KriminalschutzMarf. Die ratenweise Einziehung dieser Schuldbeträge liegt mann" ausgab und in der roheften Weise auf die Arbeiterabftinen einer besonderen, der Kämmereieinziehungsabteilung angegliederten ten losging. Nach langen vergeblichen Versuchen gelang es, die Stelle ob, die mit 12 Beamten( 1 Stadtinspektor, 1 Stadtober Personalien dieses Mannes jestzustellen: er steht tatsächlich im fefretär, 2 Stabtaffiftenten und 8 Hilfskräfte) befeßt ist. Dieser Dienste der Bozizei und heißt Braune, wohnt in der umfangreiche Apparat arbeitet scheinbar sehr vergnüglich und opfer- Gustav- Müller- Straße. Er wurde nicht fiftiert, wohl aber eine millig an feiner ungemein wertvollen Aufgabe, tropfenweise die große Zahl Alkoholgegner, die sich gegen diesen und andere Radau Gelder für die Stadt einzuziehen. Vielleicht hat der eine oder der brüder zur Wehr sehten und die Polizei zum Einschreiten veranandere um stillen Herzen gehofft, daß die armen Schuldner der faffen wollten. Wir glauben, daß die Alkoholgegner einen wohl. Stadt noch moglichst lange mit der Bezahlung warten möchten, begründeten Anspruch auf Schutz und Hilfe feitens der Polizeiorgane auf daß ihnen nicht das harte Schicksal der endgültigen 2 bhaben, wenn sie von wildgewordenen Gastwirten und anderen ähn widlung" zuteil werde. Aber schließlich hat das Auge des lichen Leuten mit Gewalt an gesetzlich erlaubter Agitation gehindert Rämmerers oder seiner bösen Revisionsgehilfen die Schweinerei werden. doch entdeckt. Und so liegt denn den Stadtvätern eine Borlage zur Beschlußfassung vor, in der der Magistrat ergebenst ersucht: Die Versammlung genehmigt die Niederschlagung der von etwa 16 000 Einzelfchuldnern ausstehenden Restlaufgelder von rund 1,9 millionen Mark für Kleidungsstücke aus der früheren Bekleiüberflüssigen Beamten und Hilfskräfte werden der Ausgleichsstelle dungsstelle der Erwerbslosenfürsorge." Die armen, nun gänzlich überwiesen. Ob es nicht noch manche Möglichkeit gäbe, aus dem Streichen von Schulden einen materiellen Gewinn für die Stadt zu ziehen? „ Deutsche Künstlerhilfe". Ein groß angelegter Wohlfahrtsschwindel im Ausland. Ein großes Schwindelunternehmen, durch das nicht nur eine Reihe von Leuten finanziell geschädigt worden ist, sondern auch die deutsche Kunst im Auslande start gelitten hat, ist von der Kriminal. polizei jegt aufgehoben worden. Der Urheber des ganzen Schminbels, ein Maler Rotho Maro, ist bei seiner Anbunft in Blanten burg im Harz, wohin er sich von Berlin begeben hatte, verhaftet worden. Der Zauberkünstler im Spielzeugladen. Geschwindigkeit ist feine Hererei! Auf dieser banalen Wahrheit beruht bekanntlich der ganze Erfolg des Zauberkünstlers. Diese Berufsgattung ist jetzt auch, sobald ihre Angehörigen sich aus Deutschen warten. Dabei find biefe am schwierigsten, meil sie die meiste Gezusammenfeßen, darauf angewiesen, mit leinen Sachen" aufzuschicklichkeit erfordern. Die sogenannten großen Nummern, die in den Varietés durch ihre Ausstattung und das ganze Drum und Dran die Blicke von den Händen des Artisten ablenfen, sind daher für diesen immer die leichtesten. Doch bringt die große Nummer bas Milfchleppen von Gepäd mit sich, und das fann sich heutzutage, infolge der hohen Transportkosten, der deutsche Artist kaum mehr erlauben. Aber auch fleine Nummern verfehlen nicht ihre Wirkung. Das sieht man im Kinderparadies", Botsdamer Str. 123, wo der Zauberfünftler Ernin täglich seine kleinen Zuschauer erfreut und entzüdt. Er bringt ein schwieriges Ballspiel, zeigt allerlei wikige und luftige Kartentunststückchen, und zum Schluß präsentiert er, nachdem er aus Bapierfetzen einen Ruchen gebaden jede Hausfrau fann - zwei lebende Tauben. ihn um diese Fertigkeit beneiden Die Rattenbekämpfung am 9. und 10. Dezember. Um den Bor einiger Zeit war von namhaften bildenden Künstlern ein durch Ratten verursachten erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen und Brünn, 4. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die„ Mährisch Berein" Mühle" gegründet worden, der u. a. auch den Zweck ver. Geinndheitsgefährdungen vorzubeugen, hat der Polizeipräsident Schlesische Bant" ist zahlungsunfähig geworden. Die Paffiven be- folgte, durch Bertrieb deutscher Kunsterzeugnisse im Auslande Mittel wie bereits furz mitgeteilt- für Sonnabend, den 9., und Sonntragen nach Zeitungsmeldungen zwei Millionentschechische zu schaffen, um notleidenden Künstlern Unterstützungen zukommen tag, den 10. Dezember. eine abermalige Nattenvertilgung in Berlin Kronen( 520 Millionen papiermark); diese Angabe wird zwar Kronen( 520 Millionen papiermark); diese Angabe wird zwar zu laffen. Der Berein löfte fich aber wieder auf, als der Maler angeordnet. Eine Bekanntmachung, die alles Wissenswerte bestritten, aber unter allen Umständen übersteigen die Passiven um Rotho Maro, der bei der Gründung eine führende Rolle gespielt hatte, über die Entnahme und Auslegung des Rattenvertilgungsmittels cin Vielfaches das Aktienkapital. Zwei Direktoren der Bank wurden sich Beruntreuungen zufchulden tommen ließ. Kurze Zeit nach der enthält, wird den Verpflichteten durch die Brottommiffionen verhaftet. Die Bant ist eine ausgesprochene Gründerbank und Auflösung der Mühle" gründete Rotho Maro nun selbst einen Verbes Magistrats ausgebändigt werden. Schuld an dem Zusammenbruch dürften Ueberbeteiligung an Neu- ein, den er" Deutsche Künstlerhilfe" nannte und dessen Zweck nach gründungen, schlechte Verwaltung, unvorsichtige Gewährung höherer den Statuten derselbe sein sollte, wie die Mühle", in Wirklichkeit Die Ermodrung des Teppichhändlers Neißer. Vor dem SchwurKredite und wahrscheinlich nicht richtige Bilanzierung für 1921 jein, aber als ein reines Schwindelunternehmen bezeichnet werden muß. gericht bes Bandgerichts begann heute die neue Berhandlung in wo noch bedeutende Gewinne auserwiesen wurden, so daß jetzt Ber. Rotho Maro fandte nun an auswärtige Bertreter des dem Mordprozeß gegen Frau Helene Spanier und Genossen wegen waltungsräte ihre Tanfième juridzahlen. Deutschen Reiches Mappen mit Gemälden, Radierungen und Mordes, begangen an dem Teppichhändler Neißer, die im FrühHierzu wird uns noch mitgeteilt, daß die größeren Banten der Beichnungen, die die Namen erster Künstler trugen und an- Jahr dieses Jahres wegen des Ausbleibens wichtiger Beugen abTschechoslowakei durchaus fest und in ihrer Zahlungsfähigkeit unbe. geblich Driginale waren, mit der Bitte, fie dort abzusetzen, um aus gebrochen werden mußte. Es find weit über 100 Beugen geladen dem Erlös notleidende deutsche Künstler zu unterstützen. Auf diese morden. Den Borsiz führt Landgerichtsdirektor Stelzner. Mit Der Krach des Brünner Bantunternehmens hängt Weise wurden auch viele Bilder umgefeht in einigen Län- Rüdsicht auf das Fehlen des Kriminalkommiffars Trettin ist der netürlich mit der schweren 205lah. und Produktionsfrife zufammen, bern in jo großer Zahl, daß sich die bortigen Künstler an ihre Be Prozeß zunächst vertagt worden. die das enorme Steigen der Tschechentrone zur Folge gehabt hat. hörden wandten und über den deutschen Kitsch Beschwerde Der Weihnachtsmarkt im Verwaltungsbezirk Berlin- Mitte foll führten. Es handelte sich nämlich auch gar nicht um Originale, son auch in diesem Jahre auf den Bläzen und in den Straßen, wo dern um zum Teil sehr schlechte Nachahmungen, die Rotho er früher stattgefunden hat, abgehalten werden. Händler, die nicht Maro selbst oder andere für ihn hergestellt hatten. Das Auswärtige im Befig eines polizeilichen Erlaubnisscheines und der darauf angeDie Mordjustiz gegen die Minister und Heerführer Ronstantins Amt, bei der die Beschwerden einliefen, sehte sich mit der Kriminal brachten Quittung des Verbandes deutscher Händler und reifender hat böse Folgen, auch ohne britische Strafmaßnahmen. In der polizei in Berbindung, die den Schwindel alsbald aufbedte. Die Gewerbetreibenden, Ortsverwaltung Groß- Berlin, Kaiser- Wilhelmthrazischen Armee gehts drunter und drüber; ob sich die Türfen bas" 3entrale" in Charlottenburg war die Wohnung einer Frau, die Straße 34, sind, fönnen nicht auf die Zuweisung eines Plages rechnen. nicht zunuze machen und auch Westthrazien infurgieren werden, muß autgläubig ihre Schreibmaschine und ihren Telephonanschluß dem Rotho Maro zur Verfügung gestellt hatte. Die Export- und Aus fich bald zeigen. Jetzt hat man in Athen gegen Konstantins Bruder, stellungsleitung in Niederschönhausen ist die Adresse eines Stubenten, den Prinzen Andreas, verhandelt, weil er, dessen Truppen schon der für den Maler einige schriftliche Arbeiten geleistet hat. Die Abreffe geschlagen waren, einen Angriffsbefehl nicht befolgt hatte. Das des Professors in Spandau, an die Zahlungen zu leisten waren, war foll zur Niederlage bei Gatheria geführt haben. Andreas wurde die feines Schwiegervaters, der von dem Unternehmen feines nur zum Chargenverluft und zu lebenslänglicher Berbannung Schwiegerfohnes gar feine Ahnung hatte. Die Aufdeckung des droht sind. verurteilt. Konstantins Bruder verbannt. Devisenkurse. 4. Dezember 2. Dezember Räufer Berkäufer Käufer Verkäufer ( Gelb.)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Sturs Kurs 8107.20 3122 80 540.14 542.86 1501.23 1508.77 1655.85 1664.15 1 holländischer Gulden 1 argentinischer Papier- Beso. 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 schwedische Strone 1 japanischer Den 1 italienische Lire 406 98 409.02 1 dänische Krone. 1 finnische Mark 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frant 1 brasilianischer Milreis 1 Shweizer Frant. 1 spanischer Peseta 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarischer Lewa 1 jugoslawischer Dinar Kurs 588 65 2164.57 2175.43 Schwindels erregt besonders in Künstlerfreifen großes Aufsehen. GeSchädigte fönnen sich noch beim Kriminalfommissar Streme melden. Dem deutschen Ansehen im Ausland ist durch diesen frechen unver antwortlichen Schwindel wieder einmal ein empfindlicher Schlag versetzt worden. Zum Kampf um die städtischen Betriebe. Zu diesen Ausführungen in Nr. 463 legt Genoffe Bolenste Wert auf die Mitteilung: baß er in der Versammlung der kommunalen Betriebsräte nicht gefagt hat: Der 3wed der Umwandlung ist nur der, daß das Brivatkapital nach und nach die Goldwerte der Betriebe für Papiermark zu bekommen fucht. Er habe vielmehr erklärt, daß bei der Umwandlung der städtischen Betriebe in eine andere Wirtschaftsform nach den bisherigen. Erfahrungen die Rechte der städtischen Arbeiter geschmälert werden. Unsere Genossen würden den schärf. sten Widerstand leisten, wenn die Umwandlung obigem 3wed dienen follte. Liebesgaben aus Norwegen. Aus Kristiania ist foeten ein Ertrazug mit 15 Waggons Lebensmittel und Rleiber nach Berlin und Wien gefandt. Mehrere Züge werden später erwartet. In Berlin werden die Liebesgaben durch das deutsche Rote Kreuz und in Wien durch ein norwegisches Hilfskomitee verteilt. Geister auf der Leinewand. Offultismus und Spiritismus gewinnen auch in unserer Zeit ihre Anhänger. So war auch der Aufklärungsvortrag, den der Mervenarzt Dr. med. E. Aigner im Kölnischen Gymna8816.68 8338.82 8231.90 8248.10 fium hielt, recht gut besucht. Im allgemeinen war eine sehr jugend. 30.12.45 3027.55 liche Zuhörerschaft anwesend. Wer etwa hoffte, daß er restlos Auf- Das Lagergeld für Reisegepäd ist von 24 m. auf 48 m. erhöht 541.85 flärung erhalten werde, tam nicht auf feine Kosten. Der Referent worden, ebenso die Aufbewahrungsgebühr für Gepäd; 1506.22 1513 78 unterschieb erfreulicherweise zwischen Offultismus und Spiritismus. fie beträgt nun 24 m. für die beiden ersten Tage, 24 M. für jeden M. 1638.40 1641.60 Die Wissenschaft hat häufig eigenartig veranlagte Personen beob. folgenden Tag. Eine Bahnsteigtarte loftet 8 m. 207.48 208.52 achtet und festgestellt, daß es offulte Dinge gibt, die an bestimmte Das Standgeld für Eisenbahnwagen ist von 900 m. auf 2250 3940.12 3959.58 Personen in gewissen Altersklassen gefnüpft sind. Uns unnatürlich Mark für die ersten 24 Stunden erhöht morden. Für die zweiten 899.- 401 erscheinende Bewegungsformen, die man z. B. bei dem 24 Stunden beträgt es nunmehr 3375 m. und für jede weiteren 87057.10 37242 90 36907.50 37092.30 befannten Tischrüden usw. oft in nächster Umgebung wahr. 24 Stunden 5625 M., d. h. für drei Tage hat man 11 250 M. Stand. 8229.87 8270.63 nehmen fann, haben nichts mit einer Einwirkung von Geistern, also geld zu zahlen. 681.04 588.96 mit dem Spiritismus zu tun, der schon unglaublich viel Un997.50 1002.50 hell angerichtet hat. So erwähnte der Referent, daß im Allgäu eine 1546.12 1553.88 1266.82 1275.18 ganze Familie ins Irrenhaus gebracht wurde und wartete dann noch mit einer ganzen Reihe von haarsträubenden Fällen auf, die ihm 262.16 aus eigener Bragis bekannt waren. Er sprach ferner von der Hyp 8.54 nofe, die eine Aenderung des Bewußtseins mit sich bringe. 61.66 Heilhypnose, von den Aerzten angewandt, tönne den Patienten in 112.21 112.76 gesundheitsfördernder Weise beeinflussen, dagegen sei es außer 8829.12 8370.88 588.53 586.47 11.52 11.58 260.84 3.52 61.34 Die Eine öffentliche Elternversammlung findet am Dienstag, 5. Dez. 7 Uhr, in der Aula ber 100. Gemeindeschule Reichenberger Strake, Ede forster Str., statt. Tagesordnung: Unier Sulitreit." Erscheinen aller Interessenten notwendig. Beim Genossen Loose, Liegniger Str. 19, gingen zur Unterstützung des Schulstreits an ber 100. Ge meindefoule folgende Beträge ein: Firma Gundlach durch Stiblewski 2930 M. Firma Stempermann durch Brezel 489 M. Fredersdorfer Eisen Liste Bette 235 M. werke durch Hoppe 825. Liste Loose 385 M. Sammlung Schulberi. am 21. 11. 22 1126 M. Liste Beder 125 M. Lifte Jente 450 M. Sammlung d. Gen. Grün 2115 M. Summa 8680 m. Gewerkschaftsbewegung Die Berliner Metallarbeiter. Niederlage der Kommunisten. Bum Raffierer wurde Tirpit und zu Revisoren Holz, Köhler, Schneider, Tischmann und Müller wiedergewählt. Den streifenden Schauspielern wurde volle Sympathie ausgesprochen. Bevorstehende Tenerungsaktion der Beamten und Arbeiter. Auf Einladung des Deutschen Eisenbahnerverbandes treten die Die Gneralversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes risverwaltung Berlin) am Sonntag im Gewerkschaftshaus nahm Spizenorganisationen der Beamten und Staatsarbeiter heute nach zeitweise einen sehr stürmischen Berlauf. Die tommunistischen mittag zu einer Borbesprechung zusammen, um sich über die neuen Delegierten versuchten in langen Reden und durch Anträge den Gehalts- und Lohnforderungen für den Monat Dezember schlüssig erwünschten Einfluß auf die Stimmung der Bersammlung zu ge- zu werden. Alle Meldungen über die Höhe der neuen Forderungen beruhen auf Kombinationen, da bisher endgültige Beschlüsse noch minnen, hatten damit aber feinen Erfolg. von feiner Seite gefaßt worden sind. Der Kaffenbericht für das 3. Quartal wurde von Wilhelm Schmidt erstattet. Die Hauptfasse schloß in Einnahme und Ausgabe mit 38 709 176,78. ab und hatte am Quartalsschluß einen Bestand von 5 104 027. Die Lokaltasse schloß mit 20 305 366,34 Mart und hat einen Bestand von über 5 Millionen Mart. Die Debatte über die Wahl eines zweiten Bevoll mächtigten gestattete sich sehr umfangreich. Borgeschlagen waren der bisherige Bevollmächtigte Ulrich und von kommuniftischer Seite Niederkirchner. In einer sehr langen Rede sprach Nawrodi( Kommunist) fich gegen die Wiederwahl Ulrichs aus, dem er vorwarf, nicht genügend scharf den Kampf für bessere Lohnbedingungen geführt und auch die Berlängerung der Arbeitszeit nicht genügend bekämpft zu haben. Dem„ Vorwärts", aus dem er vielfach zitierte, und der Bereinigten Sozialdemokratie warf der Redner insbesondere vor, zu wenig gegen die Teuerung getan zu haben. Diese Beschuldigung erweiterte er auch auf die ganze Orts: perwaltung. Schließlich juchte er den Kongreß der Kommunisten in der Hafenheide als ein großes Ereignis hinzustellen. 3immermann entgegnete dem fommunistischen Redner, doß auch er und seine Partei nicht in der Lage sei, die Geldentwertung und Zeuerung zu beseitigen. Dazu gehöre die inter nationale Gefchloffenheit der Arbeiterschaft aller Länder, die durch die Kommunisten gefchwächt, verhindert oder zerstört werde. Was ein Müller oder Shulze über den Achtstundentag gesagt habe, fomme gar nicht in Frage. Keine Gewerkschaft fönne gegen den Achtstundentag fein. Aber nicht bloß für die Erhaltung dieser Arbeitszeit, sondern auch gegen das Ueberstundenunmefen merde jede Gewerkschaft fämpfen. Leiber sei gerade bei den Nohrlegern die Ueberarbeit start perbreitet. Ihm habe ein Lohnzettel vorgelegen, auf dem über 85 Arbeitsstunden verzeichnet waren. Die Bauarbeiter hätten sich schon an die Organisation um Hilfe gegen die Leberarbeit der Rohrleger gewandt. Wenn Nieder firchner als Branchenleiter der Rohrleger nicht einmal ein startes Maß von Ueberarbeit verhüten fönne, dürfe er auch nicht zum Bevollmächtigten des Verbandes geeignet erscheinen. Als er Zimmermann) nach einer Arbeitsstätte der Rohrleger gehen wollte, um dem lieberstundenunwesen entgegenzutreten, habe Niederfirchner erflärt: Behe lieber nicht hin, denn es wird nichts nügen." Urich erklärte, daß er stets seine ganze Kraft für die Erha tung des Achtstundentages und gegen das lieberstundenunwesen eingesezt habe. Er habe sich auch bei den Beschlüssen im Beirat mit dem Rollegen Biska solidarisch erflärt. Wie die Sache jetzt liege, bleibe allerdings recht wenig Zeit für Aufklärungsarbeit übrig, benn in einem Zeitraum von vierzehn Tagen bis zu vier Wochen habe der Verband 90 Tarife mit größeren Firmen und 146 mit einzelnen Arbeitgebern abzuschließen. Heute schon fönne er den Kollegen mitteilen, daß ab Montag( also heute) bis zu Mitte dieses Monats für die erste Gruppe ein Stundenlohn von 270 und für die zweite Hälfte des Monats von 325 M. festgelegt sei. Niederkirchner schob der Ortsverwaltung die Schuld zu, daß die Organisation der Rohrleger in ihren Bestrebungen zurüdgegangen fei. Dem Kampfeswillen derselben sei nicht freier Lauf gelassen worden. Im übrigen fei er gegen jede Arbeitszeitverlänge rung. Die Behauptung, daß er abgeraten habe, gegen das Ueberftundenunwesen vorzugehen, fei nicht wahr. Auf Verlangen fommunistischer Redner wurde zunächst darüber abgestimmt, ob die Wahl sofort durch die Versammlung oder in Urabstimmung erfolgen folie. Die Urabstimmung wurde von der Berfammlung abgelehnt und Ulrich gegen etwa 10 Stimmen wiedergewählt. Die Rommunisten verließen hierauf unter großem Lärm geschlossen den Saal. Eine Auszählung ergab aber, daß noch 465 Delegierte anwesend maren. Die Generalversammlung war demnach beschlußfähig. Der BlaueVogel Zahngebiffe Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich& Uhr: Das neue dritte Programm. Vorverkauf bei Wertheim, an all. Theaterk. u. an der Kasse d. Th. v 11-2 u. ab 6 Uhr abends Strickjacken allerArt, Jumper, Kimonos. Hausjäckchen Sportgarnituren, Schals und Mützen etc. kaufen Sie stets sehr preiswert und in bester Qualitätsware bei Bruno Richter Fabrik- Niederlage Thüring.Wollwaren Nächste Verkaufsstellen: Kopenhagener Str. 67 L. Fernruf: Humboldt 4016 58. Antaur Fahrgeldvergul. sowie Gold-, Silber-, Platin- Bruch zerbroch. Gegenstände genau denselben Wert kauft und zahlt höchste Tagespreise Barbeine Edelmetallverwertung Urabstimmung im Großhandel. fammlungen erwartet die Leitung. Berband der Galtier, Tapezierer and Bortefeuiller. Mittwoch 6 Uhr Branchenversammlung in der Königsbant, Große Frankfurter Str. 119. Bericht von den Bundeslohntarifverhandlungen. Bollzähligen Besuch in beiden BerBund der technischen Angestellten und Beamten. Fachgruppe Tiefbau: Heute abend 8 Uhr im Bundeshaus, Werftstr. 7, wichtige Fachgruppenversammlung. Bericht über die Tarifverhandlungen. Fachgruppe Hochbau: Donnersteg Uhr im Weißen Gaal des Nordischen Sofes, Berlin, Invalidenstr. 126, wichtige Fachgruppenversammlung. Bericht über Tarifverhandlungen. Sport. Winterrennen in Mariendorf. Der Trabrennverein Mariendorf, der mit erhöhten Rennpreisen und für die startenden Pferde ausgefeßten Haferpreisen Winterrennen wagt, hatte mit seinem ersten Tage einen vollen Erfolg. Die meisten auswärtigen Ställe ließen nämlich ihre Pferde In einer imposanten Bersammlung der Angestellten des Textil- in Berlin, und am Totalisator wurde ein Refordumfah erzielt, da großhandels, des Baumwoll., Leinen- und Kleiderstoffgroßhandels das rennfreudige Publikum trotz der Ungunst der Witterung in und des Samt- und Seidenwarengroßhandels berichtete Mehner Scharen hinausströmte. Den Advents- Preis holte sich Constanvom 3d2. über die Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß- tine the Great, dem der Sieg durch Peter Duffys Abwesen Nach den Schiedssprüchen sollen in den beiden erstgenannten heit leicht gemacht wurde, wenn ihm auch in Brachtmädel eine ernste Branchen die Lehrlinge und Jugendlichen 70 Proz., die Gruppe 1 Gegnerin eruchs. bis 5 80 Pro3. Buschlag auf die Oktoberfäge für November erhalten, während im Samt- und Geidenwarengroßhandel Zuschläge von 31, 38, 45, bis günstigenfalls 65 Proz. als zeitgemäß" erachtet werden. Die übrigen Forderungen fanden zum Teil feine, zum Teil unge nügende Beachtung. Die Zuschläge von 70 und 80 Broz. bildeten feinen Ausgleich gegen die Teuerung. Der Schiedsspruch für den Samt- und Seidenwarengroßhandel muffe direkt als Fehlspruch bezeichnet werden. Die Antwort der Angestelltenschaft tönne nur sein: Einstimmige Ablehnung. Alle Diskussionsredner sprachen im Sinne des Referenten. Beschlossen wurde, eine Urabstimmung in den Betrieben vorzunehmen. " Die Firma Gebrüder Simon, Baumwoll-, Leinen- Großhandel, ist vom Arbeitgeberverband mit der höchsten statutarischen Geldstrafe belegt worden, weil sie einen Vorschuß auf die kommende Lohnbewegung gezahlt hat. Der Arbeitgeberverband befindet sich in einem großen Irrtum, wenn er glaubt, mit Gewaltpolitik Eindrud zu machen. Tarifvereinbarung für die Schuhindustrie. Durch Vereinbarung wurden die Löhne für die Schuhindustrie ( Ortellaffe 1) festgesezt für die Zeit 275,50 M., vom 1. bis 15. Dezember Mindestzeitlohn 252,- M., Alford vom 16. bis 31. Dezember Mindestzeitlohn 300,- M., Alford 326 50 M. Mit den Schuhmacher- nnungen Groß- Berlins wurde ein neuer Zarifvertrag abgeschlossen, gültig ab 4. Dezember 1922 bis 31. März 1924. Der Tarifvertrag ist auf der Basis der Etüdzeit aufgebaut. Die Mindestlöhne im Zeitlohn betragen pro Stunde für die Zeit bom 4. bis 17. Dezember: für männlice Arbeiter in orthopädischen und mechanischen Betrieben 192,50 M., in anderen Betrieben 175, M., für Arbeiterinnen in allen Betrieben 157,50 M.; im Alford für orthopädische Betriebe: für neue Arbeiten 192,50 M., für Reparaturen 157,50 M, in anderen Betrieben: für neue Arbeiten 175, M., für Reparaturen 157,50 M. Für die Zeit vom 18. bis 31. Dezember erhöhen sich diese Säße um 32 Proz. Die Tarife sind im Verbandsbureau, Engel ufer 24, und in den Bezirksversammlungen am Montag erhältlich. Arbeiterfeindliche Gastwirte! Im Hause Kommandanten. straße 72, Ede Beuthstraße, wird von dem Gastwirt Schmid ein hade peter" betrieben. Wie Herr Schmid der Arbeiterschaft gesinnt ist, hat er schon während des Streifs bewiesen. Die um ihr Recht tämpfenden Angestellten wurden gemaßregelt und dafür Streitbrecher und Gelbe eingestellt. Der Herr erlaubte sich, die organisierten Angestellten, Arbeiter und deren Vertreter als verfluchte Strolche" zu bezeichnen. Solidarische Ehrenpflicht der Arbeiter und Angestellten ist es, diesen Betrieb zu meiden und Herrn Schmid und seinem gelben Anhang" nicht mit ihrem Gelde zur Last zu fallen. 1. Rennen. 1. Prinz Kudud( Lichtenfeld), 2. Hoffnung II, 3. Manila I. oto: 16:10. Blab 12, 16:10. Ferner liefen: Argentaria, Brünhilde III. 2. Rennen. 1. Hartenfels( W. Frömming), 2. Allertony, 3. Gaffenmädel. Zoto: 124: 10. Plat: 23, 20, 81: 10. Ferner liefen: Cavatine, Billfür, Deborah W., Walfisch, Amorette, Schlips, Zeitgeist, Bechnelle, Clara I, Crocus. 3. Nennent. 1. Baron Arworthy( Lichtenfeld), 2. Paula Bingen, 3. Fajner J. Toto: 54:10. Blat: 23, 33, 18:10. Ferner liefen: Hochftapler, Dollyja, Ballonkönigin, Mailönigin I, Coronna, Bechfacel 4. Rennen. Constantine the Great( Großmann), 2. Brachtmädel, 3. Fafner Woodline. Toto: 15:10. Blat: 12, 16:10. Ferner liefen: Marschall, Hindenburg, Bute, Monarchist. 5. Rennen. 1. G. Studlids Grasdisca( Weiß), 2. Weddigen, 3. Friedensware. Toto: 23:10. Blag: 14, 17, 18: 10. Ferner liesen: Marika, Magimum, Tello, Dünaburg, Bassander, Wilhelmina. 6. Rennen. 1. E. Bleis' Edmann( Ringius), 2. Langufte, 3. Josef. oto: 23:10. Blaz: 14, 25, 22:10. Ferner liefen: Barde, Biene III, Schlips, Kriegsminister, Filmdiva. Evelyne, Prefuser, Karl Kuser. 7. Rennett. 1. A. Bolles Aurel( E. Treuherz), 2. Elärchen M., 3. Agi. Toto: 47: 10. Blat: 17, 21, 15: 10. Ferner liefen: Huschabell, Bärbel, Heiderose B., Alpen, er, Adullah Silver. 1. Stall Rolands Allenstein( Steger), 2. Carla, Toto: 72:10. Blaz: 16, 13, 12:10. Ferner liefen: Die este, Mars III, Anton, Flora Bingen, Gudrun II. 8. Rennen. 3. Peter I. Das Jubiläumsfest des Deutschen- Rennfahrer- Verbaudes im Sportpalast gestaltete fich zu einem vollen Erfolg. Das ist um fo erfreulicher, als die Einnahmen der Unterstügungstaffe verunglückter Rennfahrer zufliegen. Neben dem rennmäßigen Teil des Programms nahm auch der fünstlerische und humorvolle seinen Platz ein. Eingeleitet wurde das Rest durch ein Stinderfahren( sechs Knaben, vier Mädchen), auf Heinen Holz- Fahrrädern. Dann lieferten sich die Helfer und Pfleger der Renn fabrer ein höchst belustigendes Wettlaufen. Die Nadrennen, an denen alle hervorragenden Fahrer teilnahmen, verliesen spannend und lampfreich. Leider ereigneten sich auch einige Stürze: Neinas, Dstar Tiez und Tade ald waren die Leidtragenden. Schrefeld, der roherweise den Sturz von Dstar Ties verursacht hatte, mußte auf Proteit Auch Saldo to s des Publitums aus dem Rennen genommen werden. aftit, das fortwährende Abdrängen nach außen, machte wieder einen recht unportlichen Eindrud. Es wäre an der Zeit, daß der Protest des Publikums gegen unfairen Stampi auch einmal durch die Sport Preise die so notwendige Unterstütung findet. Jubiläums Malfahren, Ergebnisse: Endlauf I über 10 Runden: 1. Caldom 2 Min. 34, Set, 2. Bauer, 3. Ad. Huschke, 4. Schrage( Raddefekt). Endlauf II über 10 Runden: 1. R. Huichke 2 Min. 42, Cet., 2 Häusler, 3. Aberger, 4. Münzner. 60 Runden Bunttefahren: 1. Lewanom 14:30( 14), 2 Sa wall( 8), 3. Reinas( 7), 4. Stohl( 5), 5. Schröder( 5 Punkte). 8 weites 60 Runden Bunttefahren: 1. Hahn 14:33( 14), Otto Ties( 7), 3. Siepel( 6), 4. Betri( 5), 5. Manthey( 5 Punkte). 2 Runden: und Pfleger über Bettlaufen für helfer 1. Jahn, 2. Techmer, 3. Giefede. auptfahren, 10 Runden: 1. Teglaff 2:33, 2. Stellbrinf. 3. Peter, 4. Zadewald( gestürzt). Bunttefabren, 30 Runden: 1. Zechmer( 8), 2. Hoffmann( 6), 3. Schwab( 4), 4. Pawke( 2 Puntte). W Wetter für morgen. Erstes Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, ziemlich trübe und neblig, mit geringen Niederschlägen und mäßigen westlichen Winden. Der Betrieb ist für organisierte ga ft wirtschaftliche An- Verantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: gestellte gesperrt. Verkäufe Teppiche, herrliche Bersermuster, Divandeden. Brüden, billige Gelegenheit. Neukölln, Reschte, Raifer- FriedrichStraße 5 III. 181/ 17* Belzwaren- Weihnachts- Berkauf begon nen! Alastafilchfel 4500.-! Kreuzfüchfe! Sobelfüchse! Gilberwölfe! Ragenjaden! Invalidenstr.2.v.I rechts, kein Laden olmaren! Spottpreife! StaunenerreEingang Elisabethkirchstraße Kopenhagener Str. 9( Laden) 2 Min. v. Bahnh. Schönhauser Allee Brillanten Perlen, Edelmetall- Bruch tauft ( direkt an den Bahnhöfen Nordring u. Schönbanser Allee) A. 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