Nr.579 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 286 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 900,- M., für das übrige Ausland 1280,- M., Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 25 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Stonpareillezeile foftet 160,-M. Reklamezeile 800,-. Kleine Anzeigen" das festgedrukte Wort 45,- M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 35, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 25,-M., jedes weitere Wort 20,- M. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 50,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 8. Dezember 1922 Bürgerblock gegen Regierung. Die Beschlüsse des Steuerausschusses. ,, Darüber, daß auch schwerste Opfer der Lei stungsfähigen nicht gescheut werden dürfen, ist die Regierung mit diesem hohen Hause einig." So hieß es in der Regierungserklärung am 24. November. Diese Einigkeit ist rasch in die Brüche gegangen. Schon gestern, am 7. Dezember, haben alle bürgerlichen Parteien im Steuerausschuß gegen den entschiedenen Widerspruch der Regierung und der Sozialdemokratie die Steuersäge für die großen Einkommen herabgesetzt. Nach der Regierungsvorlage sollten im Jahre 1923 von Einkommen über 12 Millionen Mark 60 Proz. als Steuer erhoben werden. Ein Antrag der bürgerlichen Parteien verlangte, daß dieser Höchstsatz erst bei 18 Millionen zur Anwen dung fommen solle. Gegen diesen Antrag wandten sich der Vertreter der Reichsregierung, Staatssekretär 3 a pf, die Vertreter der preußischen, württembergischen und sächsischen Regierung sowie die Genossen Dr. Herz und Bernstein. Trotzdem wurde der von der Regierung befämpfte Antrag mit allen bürgerlichen gegen die 11 Stimmen der Sozialdemokraten und eines Kommunisten angenommen! Abzüge entsprechend der Geldentwertung für sie erst im neuen Jahr wirksam wird, während die Veranlagungspflichtigen, die den größten Teil ihrer Steuern erst noch zahlen, obendrein noch rückwirkende Ermäßigungen erhalten. Das sind die schwersten Opfer", von denen die Regierung Cuno sagte, daß die Leistungsfähigen vor ihnen nicht zurückschrecken dürften. Und das ist die schöne„ Einigkeit", die in diesem Punkte, dem empfindlichsten von allen, zwischen der Regierung und ihren Regierungsparteien besteht! Der Steuerausschuß des Reichstages feste am Donnerstag folgende Einkommensteuerfäße für 1922 feft: Für die ersten angefangenen oder vollen 300 000 M. 10 Proz. weiteren " weitere Beträge 300 000 400 000 500 000 15 " 20 N 25 " 500 000 30 " 500 000 35 ' 1000.000 40 " 1 000 000 45 " 1.500 000 50 " 55' 60 1 500 000 " Wenn zugleich eine Neuregelung der Abzüge bei der Lohnsteuer entsprechend der Geldentwertung vorgenommen wurde, so war das eine Selbstverständlichkeit. Die Begünstigung der großen Einkommen ist aber feine Selbstverständlichkeit, sondern eine Ungeheuerlichkeit, zumal Abzugsfähig sind: Sterbefaffenbeiträge bis zu 2000 m.; angesichts der Tatsache, daß die Höherbesteuerten durch spätere Lebensversicherungsbeiträge usw. bis zu 16 000 M.; für den SteuerZahlung bei fortschreitender Geldentwertung ohnehin schon pflichtigen und die Ehefrau bis zu einem Einkommen von 300 000 Mart je 340 M. und für Kinder 610 m., bei einem Einkommen bis begünstigt sind. zu einer Million Mart. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheck konto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Entscheidende Stunden. Nur noch ein Tag trennt uns von dem Beginn der Lon doner Vorkonferenz, auf der die Ministerpräsidenten Englands, Frankreichs, Italiens und Belgiens versuchen wollen, zu einer einheitlichen Auffassung über die Reparationsfrage zu gelangen. Bisher herrscht, soweit sich die Dinge flar übersehen lassen, nur über einen Bunft Einmütigkeit: nämlich, daß die europäische Finanzkonferenz, deren Einberufung nach Brüssel in diesem Herbst grundsätzlich beschlossen worden war, nur dann veranstaltet werden dürfe, wenn eine Einigung auf dieser Londoner Vorkonferenz erzielt wird. Alles übrige, betreffend die Entwicklung der Dinge in London, läßt sich nur sehr schwer voraussagen. Bersucht man indessen, ein einigermaßen deutliches Bild der Ansichten und Absichten der einzelnen beteiligten Regierungen zu gewinnen, so gelangt man zu etwa folgenden Ergebnissen: Frankreich. Die Regierung Poincaré ist erschüttert; gelingt es ihr nicht, auf dieser Vorkonferenz ihren Standpunkt durchzusehen, dann steht sie vor der Alternative, entweder zurückzutreten oder jene Drohungen wahrzumachen, die in der bekannten offiziösen Havas- Note nach dem Kriegsrat im Elysée ausgesprochen wurden. Frankreichs finanzielle Lage ist zweifellos pretär; das Gespenst der Rückzahlung seiner Kriegsschulden an England, wie sie durch die Balfour- Note in diesem Sommer überraschend gefordert wurde, und an Amerika, das von einer Streichung nichts hören will, hängt wie ein Damoklesschwert über dem Haupt eines jeden französischen Steuerzahlers, ganz abgesehen von dem 6 bis 7 Milliarden Frank betragenden Defizit im laufenden ordentlichen Etat. Der Kurs des Frank ist in letzter Zeit nicht unerheblich gesunken und droht weiter zu fallen. Es ist daher über die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands besonders erbittert Pichologisch durchaus begreiflich, daß die Franzosen Deutschland nicht nur ein Moratorium, sondern auch noch eine sind und wenig Verständnis dafür aufbringen können, daß Deutschland nicht nur ein Moratorium, sondern auch noch eine ausländische Anleihe zwecks Stabilisierung der Mark zu erhalten versucht. Poincarés Standpunkt gegenüber der deutschen Note vom 13. November dürfte daher sein, daß Deuthland nur dann ein Moratorium erhalten dürfe, wenn Was der Steuerausschuß in dieser Beziehung beschlossen hat, das hat die schlimmsten Erwartungen übertroffen. Die Ab 1. Januar 1923 gelten folgende Steuerfäße: Für die erfte Regierung hatte eine Auseinanderziehung des Tarifs vorge angefangene oder volle Million Mart 10 Proz., steigend mit schlagen, die die Höchstgrenze der Besteuerung bei 7% Millio- jeder weiteren angefangenen oder vollen Million um 5 Proz. bis nen Mark für 1922 und bei 12 Millionen Mark für 1923 an zu 25 Pro3.; für die weiteren angefangenen oder vollen 2 Millionen statt 4 Millionen Mark bisher eintreten ließ. Die Regierungs- 30 Proz., steigend mit jeden weiteren angefangenen oder vollen parteien haben diesen Tarif ersetzt durch einen anderen, der 2 Millionen um weitere 5 Broz bis 40 Broz.; für die weiteren es vorerst Sicherheiten gewährt. Ueber die Art dieser für 1922 zwar nicht die Höchstgrenze hinauffezt, der aber bei angefangenen oder vollen 3 Millionen 45 Broz., steigend für die es vorerst Sicherheiten gewährt. Üleber die Art dieser, den Einkommen zwischent 900 000 m. und 8 Millionen Mark weiteren vollen oder angefangenen 3 Millionen Mark um weitere Sicherheiten bzw. Pfänder scheint er in London mit sich reden noch niedrigere Steuersäge vorsieht, als sie die Regierung in 5 Proz. bis 50 Proz.; für weitere Beträge 60 Pro3. Die Sterbelassen zu wollen. Das, was er auf früheren Konferenzen verthrem Tarif für das Jahr 1923 eingesetzt hatte. Für das Jahr tassenbeiträge sind vom 1. Januar ab bis zu 8000 m., die langt hat( Ausbeutung von staatlichen Gruben und Forsten, 1923 aber wollen die bürgerlichen Parteien die Höchstgrenze Lebensversicherungsbeiträge bis zu 48 000 m. abzugsder Besteuerung auf 18 Millionen hinaufgesetzt haben gegen fähig. Die Abzüge für den Steuerpflichtigen und seine Ehefrau alle Beschwörungen der Regierung! Für das Jahr 1922 bleibt werden auf 2400 m. bei Einkommen bis zu 1 Million und für Kinder es bei dem Zustande daß die Arbeiter im laufenden Jahre ihre auf 12 000 m. bei Einkommen bis zu 2 Millionen vom Steuersoll Steuern voll gezahlt haben, und daß die Neuregelung der heraufgesetzt. Gegen den Kohlentribut. Bergarbeiterinternationale und Reparationskommission. Wie bereits furz berichtet, wurde eine Delegation der Bergarbeiterinternationale am 29. November von der Reparationstom mission empfangen, um entsprechend dem Beschluß des Internationalen Bergarbeitertongresses in Frankfurt auf die Ermäßigung der deutschen Kohlenlieferungspflicht hinzuwirken. Dem Empfang ging voraus eine Besprechung der deutschen mit der belgischen und der englichen Delegation, in der man sich gegen die Ueberschwemmung anderer Länder mit Kohlen wandte, die zugleich Deutschlands Produktionskraft schwächt, dagegen die Lieferung der nachweislich in folge von Kriegszerstörungen den alliierten Ländern fehlenden Kohle als berechtigt anerkannte. Die französischen Kameraden stimmten diefer Auffassung zu. dergleichen) ist zwar von den übrigen Alliierten seinerzeit ab3wangsbeteiligung an der deutschen chemischen Industrie und dergleichen) ist zwar von den übrigen Alliierten seinerzeit abgelehnt worden, dürfte jedoch in dieser oder in ähnlicher Form von ihm neuerdings gefordert werden. Die Frage ist nun, ob er jezt mehr Aussichten hat, mit seinen Plänen durchzudringen, als vor zwei Monaten. England. Poincarés Forderungen waren das letztemal an Lloyd Georges Widerstand gescheitert. Inzwischen ist Bergarbeiterorganisationen zu den Untersuchungen die Koalition erledigt, Lloyd George gestürzt und eine absolute über die Rohlenlage zugezogen werden müffen. Barthou war zu- fonservative Mehrheit regiert jetzt unter Führung Bonar nächst der Meinung, daß keine neue Institution geschaffen werden Laws mit dem sichtbaren Bestreben, Frankreich soweit wie fönne, die im Friedensvertrag feine Stüße habe. Die Darstellung möglich entgegenzukommen und die Entente aufrechtdes Ausschusses, daß es fich nicht um eine Einrichtung mit Entschei8u erhalten. Bonar Law selbst hat sich in dieser Frage bisdungsrecht, sondern um einen Ausschuß zur Untersuchung der Fra- her auffallend zurückgehalten. Seine wenigen Aeußerungen gen handle, dessen Resultate die Reparationstommiffion verwerten zu dem Reparationsproblem haben zwar eine relativ günſtige fönne, wurde von Bradbury anerkannt und dann die Zulässig Aufnahme in Frankreich gefunden, indessen deutet die Tatfeit eines solchen Verfahrens von Barthou bestätigt. Ueber die 3u- sache, daß Lord Curzon Außenminister und Bradbury ziehung der Bergarbeiterorganisationen wurde natürlich in der Delegierter in der Reparationskommission geblieben sind, zu= Sizung nicht entschieden, da sie nur einen informatorischen Charakter mindest auf die Absicht einer gewissen Kontinuität in der hatte, nachdem aber zugegeben wurde, daß der gutachtlichen oder englischen Außenpolitik hin. Allerdings wird die wiederholte untersuchenden Tätigkeit von Vertretern der Grubenbefizer und der Erklärung Bonar Laws, daß sich seine Regierung frei von Bergarbeiterinternationale keine aus dem Friedensvertrag oder dem früheren Bindungen betrachte, in Frankreich dahin ausgelegt, Statut der Reparationsfommission zu folgernden Hindernisse im daß England bereit sei, die Balfour- Noterückgängig An dem Empfang bei der Reparationstommiffion nahmen teil Wege stehen, darf man wohl annehmen, daß diese Buziehung erfolgt. zu machen, d. h. die Rückzahlung der französischen Anleihen die englischen Bergarbeiterführer Herbert P. Smith, Stephen Am Schluß der zweistündigen Sigung dankte Smith für den einstweilen weiter zu stunden, ein Entgegenkommen, das naturWalsh, W. P. Richardson, Frant Hodges; von Belgien Empfang und wies noch einmal nachdrücklich auf die unhaltbare Lage gemäß bis zu einem gewissen Grade die Lage entspannen Dejardin und Delattre; von Deutschland Husemann und hin. Er sagte:„ Wir haben den Eindruck: Was Deutschland herunter- fönnte. In den Kreisen des britischen Handels und Limber; als Uebersetzer Kollege Sage vom„ Peuple" in zerrt, zerrt auch uns herunter. Wir englischen Bergleute fragen uns der britischen Industrie sind jedenfalls die Aussichten über das Brüssel. oft, wer den Krieg gewonnen hat. Wir haben das Gefühl, daß wir Reparationsproblem die gleichen geblieben. Das beweist ein Barthou, der Vorsitzende der Reparationsfommission, be- ihn wenigstens nicht gewonnen haben. Wir englischen Berg- Bericht, den der Vollzugsraf der britischen Hanfonte einleitend den nichtamtlichen Charakter der Konferenz. Nach arbeiter hatten Hunderttausende der Unseren im Krieg, und heute delskammer am Vorabend des Zusammentretens der einer furzen Einleitung des Borsitzenden des Internationalen Aus- haben wir 70 000 Arbeitsloje. Es leuchtet uns nicht ein, warum die Londoner Konferenz verfaßt hatte und der in folgenden FordeSchulfes, Smith, trug Hodges die Ansichten des Ausschusses vor. deutschen Bergarbeiter in Ueberstunden arbeiten sollen, währungen gipfelt: Ueber die vorgetragenen Wirkungen der deutschen Kohlenlieferungen rend wir nicht genug Arbeit haben. Was wir wollen, ist bessere Dekonomie." Der Harden- Prozeß. 1. Eine Reparationsfumme muß festgesetzt werden, die Deutschland in absehbarer Zeit leisten kann, ohne den Handel der Verbündefen zu schädigen. 2. Deutschland braucht unbedingt für eine Reihe von Jahren ein Moratorium. 3. Irgendein Drud, der auf Deutschland auszuüben ist, um die Reparationszahlungen zu erzwingen, muß zwischen den Verbündeten verabredet und ins Wert gesetzt werden, damit der gegenwärtigen Unsicherheit ein Ende gemacht wird. auf die Kohlenindustrie der anderen Länder entspann sich eine Debatte, in welche Bradbury, Delacroig, Bemelmans und Bonden eingriffen. Einzelne vom Ausschuß vorgetragene Zahlen wurden angezweifelt, Behauptungen, die von Mitgliedern der Reparationsfommiffion aufgestellt wurden, wurden von den BergZu dem am tommenden Dienstag vor dem Schwurgericht des arbeitervertretern ebenfalls beanstandet. So wurde u. a. mitgeteilt, Landgerichts III beginnenden Prozeß gegen die Garden daß neuerdings ein Befriedigungsprozentjak errechnet Attentäter ist auf Veranlassung der Verteidigung als facbberworden sei, wonach der Kohlenbedarf der einzelnen Länder im Ver- ftändiger Zeuge für die publizistische Bedeutung Hardens der Hauptgleich zum Frieden in den Jahren 1921/22 gededt gewesen sei in schriftleiter des Berliner Tageblatts" geladen worden. 4. Eine internationale Anleihe für Deutschland ist unDeutschland zu 84,57 Proz.(!), Italien zu 78,75 Broz., Frankreich Seitens des Nebenklägers ist für die gleiche Frage die Ladung des mittelbar notwendig, doch ist die Vereinigung der Handelskammern zu 68 Proz. und Belgien zu 62 Proz. Hodges erklärte auf diese Mit- Geschichtsprofessors v. Möllendorf beantragt worden. Die nicht dafür, daß die englische Regierung für die Höhe der Anteilung, daß er zwar im Augenblick nicht beweisen fönne, daß diese Angeklagten hatten übrigens gegen den auf Antrag Hardens vom leihe bürgt. Bahlen falsch feien, da ihm das Material nicht befannt fei, aber daß Gericht verfügten Beschluß. Maximilian Harden als Nebenkläger Sie erklärt ferner die Zurückziehung der militäbie 3ahlen falsch seien, halte er für sicher. zuzulassen, Beschwerde beim Kammergericht eingereicht, die jetzt rischen Befehung aus Deutschland, soweit sie sich mit der aber zurüdgewiesen worden ist. Sicherheit vereinbaren läßt, für wünschenswert. Die Aussprache war eine Bestätigung der Auffassung, daß die W Daß die„ Rote Fahne" Plünderungen will, glauben wir Ferner fommt in Betracht, daß die englische Arbeiter| Becker, die den Industriekreisen so nahe steht, daß man sie bei-| partei im neuen Unterhaus numerisch und geistig außer- nahe als Fleisch von ihrem Fleisch bezeichnen könnte, wird nun nicht. Ueberall, wo die Kommunisten während der Revo ordentlich erstarkt ist, was natürlich geeignet ist, der Regie- zu zeigen haben, ob sie die Kraft befigt, bei der Industrie eine lution porübergehend die Herrschaft erlangten, gaben sie sofort rung in ihrem Widerstand gegen französische Forderungen den aftive, fonkrete Beteiligung an der Politik der versuchten Er- den Befehl heraus:" Plünderer sind zu erschießen". Rücken zu stärken bzw. ihren etwaigen Umfall bedeutend zu füllung durchzusetzen. Daß dies nicht ohne schwere Wider- Im Musterland des Kommunismus, in Rußland, gibt es erschweren. Aus diesen verschiedenen Gründen ist es, trotz stände innerhalb der beiden Rechtsparteien und der diver neuerdings auch wieder glänzende Schaufenster und seit jeher des inzwischen eingetretenen Regierungswechsels, faum an- gierenden Interessentengruppen der Industrie vor sich gehen hungernde Massen. Daß aber in Rußland das Eindrücken von zunehmen, daß Poincarés Aussichten auf Erfolg nach der eng- dürfte, versteht sich von selbst. Wenn aber gerade der schwer Schaufenstern und die Wegnahme der ausgestellten Waren lischen Seite hin diesmal größer sind als im Herbst. industrielle Stinnes- Flügel, der bisher sowohl die erlaubt sei, haben wir noch niemals gehört. Dort werden Belgien. Für die belgische Regierung ist die Frage Stabilisierung der Mark wie auch die sogenannte Erfüllungs- Plünderer noch ganz anders angefaßt als in Berlin, wo einder Prioritätsrechte bisher immer ausschlaggebend ge- politik der früheren Regierung so hartnäckig bekämpft hat, fach ihre Festnahme angeordnet wird. Konfusion und Gewissenlosigkeit geben ein explosives Gewesen. Sie hat es auch durchgesetzt, daß einstweilen nur ihr plöglich auf den Plan tritt, wie es heißt auf der Grundlage eigenes Land Zahlungen von deutscher Seite erhält, und zwar eines schwerindustriellen wirtschaftlichen Zusammenschlusses misch. Aber damit wird man nicht den Kapitalismus in die durch die Distontierung deutscher Schazan zwischen Deutschland und Frankreich( Bildung eines Montan- Luft sprengen, sondern es werden, wie bisher immer noch bei weisungen, die von der Bank von England gewährleistet frusts und dergl.), so haben wir aus wirtschaftlichen und poli- allen fommunistischen Experimenten, nur arme Proletarier auf wird. An sich hat Belgien also kein Interesse daran, daß tischen Gründen allen Anlaß, die Entwicklung dieser Dinge der Strecke bleiben. Sonst machen sich ja neuerdings bei den Maßnahmen beschlossen werden, die die Abwicklung dieser mit äußerstem Mißtrauen zu verfolgen. Denn die Verwirt- Kommunisten erfreuliche Ansäge zur Vernunft bemerfOperation gefährden. Andererseits hat Belgien seit drei lichung solcher Pläne könnte zwar an sich eine Entspannung bar, es ist nur schade, daß man in den Parlamentsfraktionen Jahren in allen ähnlichen Fällen die Rolle des Vermitt der außenpolitischen Lage mit sich bringen, allein es tommt und im Zentralorgan so gar nichts von ihnen sieht. Iers zwischen England und Frankreich gespielt und es dürfte darauf an, wer die Kosten dieser Lösung tragen würde: sich auch diesmal bemühen, einen Ausgleich herbeizuführen. Jede Regelung, die anstatt der Industrie Opfer aufzuerlegen Jedenfalls hat der belgische Ministerpräsident Theunis als ihr neue materielle Gewinne und weiteren politischen Machterster energisch den Standpunkt vertreten, daß die Brüsseler zuwachs verschafft, kann nur auf dem Rücken der ArKonferenz nur nach vorher erzielter Einigung stattfinden darf, beiterklasse erfolgen, obwohl diese bisher immer die und somit ist er als der geistige Vater des Gedankens der Lon- Hauptlaft der Reparationen getragen hat. Und gegen eine doner Vorkonferenz zu bezeichnen. folche Regelung wird sich die Sozialdemokratie mit aller Entschiedenheit und mit aller Macht zu wehren wissen. = Die Sühne für Passau. Müller- Bonns Ernennung. Eine Spritfabrik als Bindeglied? In einer Berliner Korrespondenz heißt es über die mißglückte Ernennung des Herrn Dr. Müller- Bonn zum Reichsernährungsminister: Der Reichsfinanzminister Dr. Hermes hat Dr. Müller Italien. Nach der italienischen Seite hin haben sich dem Reichskanzler für diesen wichtigen Posten empfohlen, und zwar die Chancen Poincarés unzweifelhaft bedeutend gebessert, seitauf die Veranlassung des Reichstagsabgeordneten Busch. Herr dem der Fascistenführer Mussolini herrscht. Mussolini Busch hatte noch vor zirka drei Jahren an der Schaffung eines beist von Natur aus Draufgänger, außerdem seit jeher deutschsonderen Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft feindlich gesinnt, und er hat bereits in Lausanne Poincaré Die Reichsregierung will für Bayern zahlen. durch Abzweigung der in Frage kommenden Materien vom Reichswissen lassen, daß er seinen Standpunkt unterstüßen wolle. Der Gedanke, der ihn dabei leitet und den er übrigens offen Die Reichsregierung ist von der anfänglichen Absicht, die wirtschaftsministerium, sowie an der Befegung des neuen Reichsernährungsminifteriums mit Dr. Hermes tatkräftig mitgewirkt. Die ausspricht, ist allerdings der, daß Italien bisher zu wenig von der Entente geforderte finanzielle Sühne der Städte naheliegende Frage, welche Interessen bei der Berufung des Reparationen erhalten habe und daß daher möglichst viel von Passau und Ingolstadt einem internationalen Schieds- Dr. Müller- Bonn mitgespielt haben, dürfte also dahin zu beantwor Deutschland herausgepreßt werden müsse, um den eigenen gericht in Genf oder im Haag zur Entscheidung zu überweisen, ten sein, daß rein sachliche oder fachliche Motive für seine Ernennung Anteil zu erhöhen. Er hat sogar zu diesem Zweck versucht, abgegangen. Sie beabsichtigt, jetzt nicht nur die geforderten zum Reichsminister wohl kaum ausschlaggebend gewesen sind. Bon bisher allerdings erfolglos, den im Sommer 1920 in Brüssel moralischen Genugtuungen" zu geben, sondern auch die Interesse dürfte es hierbei sein zu erfahren, daß die Fäden zwischen und Spa vereinbarten Verteilungsschlüssel zu finanziellen Forderungen von 1 Million Goldmark zu Herrn Busch und Herrn Dr. Müller auch geschäftlicher Natur zu sein gunsten seines Landes abzuändern. Ein neuer Vorstoß dieser erledigen. Die Note wird voraussichtlich am Freitag abend scheinen. Beide Herren gehören zu den Begründern der„ heiArt ist auf der Londoner Konferenz von seiner Seite zu er- abgesandt. nischen Preßhefe und Spritmerte A.-G." in Köln, die warten, was natürlich das Gesamtproblem komplizieren und Die Reichsregierung will damit vor allem die Inter die Mannheimer Spritwerke, eine mit 11 Millionen Mart erfolgte auch den Schacher in den Kulissen noch ärger gestalten dürfte. effen der Rheinlande wahrnehmen, deren Schicksal staatliche Gründung der Kriegszeit, Ende April 1921 für 8 Millionen Außerdem dürften Franzosen und Italiener in London ge- durch eine Verweigerung der Genugtuung zunächst bedroht mark übernahmen. Von diesem Kapital brachte Reichstagsabgeordmeinsam versuchen, die Reparationsfrage mit dem Orient- wäre. Someit wird sie die Billigung aller finden, die nicht neter Busch, früher Postverwalter, dann Staatssekretär im Preußiproblem zu verquiden, um England mürbe zu machen. auf jeden Fall einen gewaltsamen 3usammenstoß schen Landwirtschaftsministerium, die Summe von 1600 000 Mark in mit der Entente herbeiführen wollen. Aber die Frage ist, ob diese Aktiengesellschaft ein, und Dr. Müller, der nicht mit Kapital das Reich auf die Dauer die Provokationen der bayerischen beteiligt ist, fungiert bei dieser der Reichsmonopolverwaltung unterNationalisten noch nachträglich mit barem Gelde bezahlen soll stehenden Gesellschaft als Mitglied des Aufsichtsrates. und vor allem, ob die bayerische Regierung, von der doch direkte Entschuldigung gefordert wurde, diese zu leisten beabsichtigt oder nicht. Dies wäre in furzen Zügen die voraussichtliche Haltung der beteiligten Ententemächte. Formell liegen die Dinge einst weilen so, daß die Reparationsfommission die Entscheidung über die Note der Regierung Wirth vom 13. November zu treffen hat. Es wird nun mitgeteilt, daß bei der Reichsregierung eine Note der Reparationsfommission ein getroffen ist, in der ergänzende Auskünfte über die Absichten Deutschlands verlangt werden. Dies dürfte wohl der formale Beg sein, den die Regierung Cuno beschreiten wird, um jene positiven Vorschläge an den Mann zu bringen, von denen in den letzten Tagen in Berlin so viel die Rede gewesen ist. Soweit durch allerhand Indiskretionen befanntgeworden. ist, beabsichtigt die Reichsregierung, eine internationale Anleihe in Verbindung mit einer inneren Anleihe vor zuschlagen, deren Erträgnisse teils den eigenen Bedürfnissen ( Stabilisierung der Mark), teils den französischen Reparationsforderungen zugute fämen. Dies dürfte natürlich nur eine provisorische Lösung bedeuten und es steht zu hoffen, daß dieser deutsche Vorschlag, der wohl ohne weiteres auf englische Unterstützung rechnen darf, die Basis eines Kompromisses zwischen den Ententemächten in London bilden wird. Natür lich wird auch hier die Frage der Garantien entscheidend sein, die Deutschland anzubieten vermag, und der am nächsten liegende Gedanke ist der, daß die deutsche Industrie diese Garantien erteilt. " Plünderung und Kommunismus. Die eingezogene Spritze. " Der Schlußsatz des Leipziger Urteils gegen die beiden Scheidemann- Attentäter wird von den meisten Lesern mit heiterem KopfMit allen Albernheiten der„ Roten Fahne" uns ausführ- schütteln aufgenommen worden sein: Die zur Tat benutte lich zu beschäftigen, hindert uns die Enge des Raums und der Sprize wird eingezogen." Mag sein, daß das StrafgeErnst unserer Aufgabe. Wenn man z. B. im fommunistischen fezbuch den Richtern vorschreibt, daß fie im Urteil über einen Bentralorgan liest, der Borwärts" unterstütze die Pläne von Mordanschlag auch über das Schicksal des Mordinstruments ver Poincaré- Stinnes" zur Aushungerung des Proletariats, so fügen, für den Laien ist die Beschlagnahme eine Selbstverständlichgeht jeder vernünftige Mensch darüber zur Tagesordnung über. feit, deren besondere Erwähnung unmittelbar nach den ZuchthausErnster aber muß es genommen werden, wenn jenes Blatt strafen auf ihn etwas lächerlich wirken muß. Dem Ernst der Andurch eine zweideutige Haltung beinahe schon zu fünde gelegenheit wird jedenfalls dadurch ebensowenig gedient, wie der rungen ermuntert, indem es gegen Behörden hetzt, die Würde des Gerichtshofes. Wenn es aber schon nicht anders ging, als die Sprize im Ura pflichtgemäß Vorbeugungsmaßnahmen gegen Plünderungsfrawalle treffen. Das geschieht 3. B. in der letzten Nummer teil zu erwähnen, so glauben wir, daß es viel awedmäßiger geder„ Roten Fahne" wegen eines Befehls, den der Kommandeur wesen wäre und ergieberischer gewirft hätte, wenn der der Berliner Schußpolizei im Auftrag des Polizeipräsidenten Staatsgerichtshof folgendes bestimmt hätte: Richter herausgegeben hat. Der Befehl verlangt nichts anderes als erhöhte Wachsamkeit und Festnahme der Täter im Fall vor tommender Erzesse. An diesem Erlaß fönnte eigentlich niemand etwas auszusehen haben, der nicht selber Blünde Bisher hatte sich die Industrie von den Opfern gedrückt, die von ihr verlangt wurden. Die Regierung Cuno-| rungen will. Dollarfluch. Bon Erna Büsing. Vor dem Weltkriege führte die Kleine Hafenstadt ihr arbeits. reiches Dasein bei ausreichenden Einkommensmöglichkeiten. Man handelte, aber man raffte nicht, man sah die Angehörigen faft aller Nationen, die man als Gäste willkommen hieß, man hatte weder Ausplünderungsabsichten noch die Sucht, sich vor ihnen zu beugen. Schwer rang man mit den Elementen. Jedes Stückchen Bauland zwang man dem Wasser ab und man mußte hoch in die Luft bauen, da man an Raum so begrenzt war und die Ausdehnungsmöglich feiten für Hafengelände bereithielt. Tacitus beschrieb diesen Erdstrich als das schwimmende Land, und Nansen bewunderte die hohen Bauten auf dem dem Meere abgerungenen Boden. Die Bevölke. rung arbeitete und lebte, gewohnt, alles schwer zu erkämpfen, gewohnt, mit den Schätzen der ganzen Welt zu handeln, ohne fie auf ihre Wucherfähigkeit hin zu untersuchen. Wie sollte man auch! Eine Ware foftete in Tofio ungefähr dasselbe wie in Berlin. Die deutsche Mart galt in Pefing und in London, und Amerita rechnete nach Dollar, doch das regte niemanden sonderlich auf. " die Bewohner des Dollarlandes; bort vielleicht Hungerleider, hier Reiche, die sagen fönnen: Was foft die Stadt?" Wahllos kauften fie, Papageienbauer und Gummifragen, Bahnbürsten und deutsche Schäferhunde. Es war ja alles so billig, so billig für sie. Die Schiffahrt tam wieder in Betrieb. Ehemalige deutsche Schiffe fuhren unter fremden Namen. Da lebte ein ganz eigen artiger, nämlich der vom Dollar inspirierte Geschäftsgeift in der Stadt auf. Der Stand des Dellars wurde das ausschlaggebende Wertverhältnis für alle Dinge. Für das lebernachten nahm man einen Dollar, für eine Auto- cder Wagenfahrt griff man eine -beliebige Zahl heraus und hing recht viele Nullen daran. Man lebte von den Fremden und für die Fremden. Die Anfässigen wurden von vielen sogenannten Geschäftsleuten und namentlich von den Hausbesitzern scheel angesehen. Warum beanspruchen die Einge borenen auch Wohnungen? Wie schön tönnte man die als Fremdenpensionen gebrauchen! So machten die geschäftstüchtigen Deutschen selbst die kleine Hafenstadt zur Kolonie des Dollars. Inzwischen entwickelte sich ein regelrechter Balutaverkehr, der etwas ganz besonderes zu bedeuten hat und gigantische Formen an. nahm. Ist ein Dampfer als eintommend gemeldet, dann hat das Dann fam der Krieg, und die feine Hafenstadt starb. Sie Telegraphenamt erhöhten Ansprüchen gerecht zu werden. In alle wurde zur Totenstadt in des Wortes vollster Bedeutung. Im Hafen Winde gehen die Telegramme und beordern die Dämchen, die mit lagen, das rote Kreuz weithin sichtbar, etliche Lazarettschiffe, Stahl- ihrem Weibsein Geschäft zu machen verstehen, in die fleine Hafen troffe hielten Vorpostenboote wie spähende Hunde an der Kette, und Stadt. Der Mann wird dort nicht nach seinem Aeußern betrachtet, die Laternen waren blau verstrichen wegen Fliegergefahr. Die sondern nur nach dem Inhalt seiner Brieftasche. Hat er nur ein Wirtschaften, die Schnellplättereien, die Ueberseegeschäfte usw. paar Dollar, dann braucht er sich nicht zu waschen und nicht zu schlossen, denn es kamen ja teine Fremden mehr. Wir haben zu lämmen, dann fann er im schmierigen, ölfledigen Anzug im Theater eigenem Gedeih einander nötig, diefes Lied sangen die jalousie in der Fremdenloge fitzen und hat die herausgeputztefte Schöne mit verbundenen Schaufensteraugen der kleinen Hafenstadt. schwarzem Spitzenabendkleid, heilen Florstrümpfen und nachgezoge. Gleich nach dem Kriege kamen Amerikaner und mit ihnen nen Augenbrauen neben sich. Einige Restaurants haben im Schau Lebensmitteltransporte. Die hatte man mit 3agen und Bangen, fenster ein Blakat: Hier wird kein Balutaverkehr geduldet". Dort mit Gier und Heißhunger erwartet. Aber auch das Hinterland fißen, am ungedeckten Tisch, bei herabgeminderter Beleuchtung, die harrte auf diesen Ernährungszuschuß. Und bis an die Zähne be- Eingeborenen, angefüllt zu einem Drittel vom Zeitjammer, zum waffnete Mannschaften bewachten die Transporte, und die Spec- zweiten Drittel von fittlicher Entrüstung und zum dritten Drittel fiften wurden mit aufgepflanztem Gewehr begleitet, wie das sonst von dem nagenden Gedanken, was man sich alles leisten könnte, bei Schwerverbrechern und Fürstlichkeiten üblich war. Die Ameri- wenn man nur einen einzigen lumpigen Dollar hätte. faner hatten Speck und die Bewohner der Hafenstadt Hunger. Da Mitunter schafft sich die angesammelte Empörung etwas gewalt wachte in ihnen der Handelsgeist auf, aber sie hatten feine Gegen- fam Luft. Da fieht man beispielsweise morgens auf einem Straßenwerte zu bieten. Indessen einige Amerikaner schwärmten für Kriegs- laternenpfahl einen hocheleganten Damenhut thronen und darunter andenken, und es wurde das Eiferne Kreuz zur gangbaren Münze. ein Blafat mit der Aufschrift: Hier wurde ein Balutamädchen verSie tamen, die in den Lazaretten halb verhungerten Einarmigen hauen. Um Nachahmung wird gebeten." und Einbeinigen und tauschten ein, das Eiferne Kreuz für eine Seite Sped und ein Stückchen Toilettenfeife, denn die Kriegsfeife trieb Sand in die Poren und Schrammen ins Gesicht. und des einzelnen. " Der Dollarfluch frißt sich tief hinein in die fleine Hafenstadt. Er erschüttert die Wirtschafts- und Lebensgrundlagen der Maffe Hört man doch auf die Frage„ Wie geht's Bald erschienen die ersten Dollars. Man wunderte sich, daß Ihrer Tochter?" mütterliche Aussprüche, wie:„ D, früher arbeitete sie so hoch standen und daß man so viel für sie bekam. Doch be- sie bei den Fischen, da langte es nie, aber, das hätte sie man schon achten tat man das gerade nicht. cher tun sollen, nun geht's thr gut, jetzt ist sie nämlich bei der Hernach aber sehte das Ramschen ein. Sie famen in Massen, Baluta!" „ Die zur Tat benutzte Sprize wird als Ehrengeschenk dent Herrn Paul Baeder, Mitglied des Preußischen Landtages und Chefredakteur der„ Deutschen Tageszeitung", zur dauernden Erinnerung an seinen Artikel„ Das Das Attentat mit der listiersprige" überlassen." Warum Scott umkam. Die feinerzeit erschienenen Tagebücher des unglücklichen Südpolarforschers Rapitän Scott werden jetzt durch ein Buch ergänzt, das einer der Teilnehmer an der so tragisch verlaufenen Expedition, Apsley Cherry- Garrard, unter dem Titel„ Die schlimmste Fahrt, die je gemacht wurde" in London hat erscheinen lassen. Die Tagebücher enthalten vor allem eine ergreifende Schilderung des heroischen Streifzuges, den CherryGarrard in Begleitung seiner später umgekommenen Genossen Bowers und Wilson nach den Brutstätten der KaiserPinguine im tiefen antarktischen Winter unternahm. Was es tatsächlich bedeutete, fünf Wochen lang, oft in pechschwarzer Finsternis und stets ohne eigentliches Tageslicht, ein Terrain zu überschreiten, das sich nur mit den von Spalten zerrissenen Gletschern der Schweiz vergleichen läßt, dazu Temperaturen, die öfter bis auf 75 Grad Kälte herabgingen, wird erst aus den Schilderungen des Berfaffers flar. Sie wirken um so tiefer, als Cherry- Garrard seine Empfindungen nicht beschönigt und die Stunden, da die tapferen Männer dem Verzagen nahe waren, nicht mit Stillschweigen übergeht. Der Verfasser spricht sich auch ganz leidenschaftslos und sehr entschieden über die Gründe aus, die Scotts Mißerfolge herbeiführten, während Amundsen sein Ziel erreichte. Nach Cherry- Garrards Meinung ist es Scott einzig deshalb nicht gelungen, heimzukehren, weil die Lebensmittelvorräte der Expedition unzureichend waren. Erschöpfung aus Nahrungsmangel war die Ursache des Unterliegens in dem verzweifelten Kampf mit dem Tod. Gie hatte zuerst den Zusammenbruch von Evans, dann den von Dates zur Folge und hielt die Teilnehmer solange auf, daß sie ohne Rettungsmöglichkeit dem furchtbaren Blizzard"( Schneeſturm) zum Opfer fielen. Die Feffelnde Bilder entwirft das Buch von der Tier- und Pflanzen. welt verschiedener Gebiete, die die Expedition berührte. So fchil dert es padend die Scharen von Landkrabben, die die Insel Süd- Trinidad bevölkern, auf der die Expedition landete. Tiere machen einen gespenstigen Eindruck. Von jedem Stein aus, aus jeder Rize schauen sie den Menschen an. Ihre stieren Totenaugen folgen jedem seiner Tritte, als wollten sie sagen:" Fällst du erst nieder, so besorgen wir das übrige." In der Tat wäre es Selbstmord, sich an irgendeiner Stelle der Insel zum Schlaf nieder. zulegen. Die Krabben, von denen behauptet wird, daß sie sich auf Friedhöfen zu den Leichen durchnagen, versuchten fogar, während wir aufrecht standen, unsere Stiefel anzufnabbern, während sie uns dabei in einemført starr ansahen. Sie sind gelb und rot, nächst den Spinnen das ekelhafteste Gezücht auf Gottes Erdboden." Bon Scott felbst gibt Cherry- Garrard eine sehr anziehende Schilderung. Der Mann, der in seinem Vaterland als ein Held verehrt wird, tritt dem Leser auch hier als Mensch nahe. Sein Mut fontraftiert mit feiner menschlichen Zurüdhaltung und Scheu und mit einer Weichheit, die ihn leicht bis zu Tränen gerührt sein ließ. Auch physisch war Scott nicht sehr start; er war sogar in seiner Jugend ein schwächliches Kind, dem man teine lange Lebensdauer vorausfagte. Zum Leipziger Attentatsprozeß. Eine Erklärung Scheidemanns. Genosse Scheidemann schreibt uns: Heute erst habe ich einige Berichte über den Leipziger Prozeß überfliegen fönnen. Es liegt mir natürlich vollkommen fern, der Preffe Richtigstellungen zugehen zu lassen. Ich möchte aber bitten, mich nur verantwortlich zu machen für das, was ich in Leipzig tatsächlich gesagt habe, nicht aber dafür, was über meine Ausführungen berichtet wird. Die wenigen politischen Ausführungen machte ich an Hand meines Buches („ Der Zusammenbruch"). Andere pofitive Angaben machte ich auf Grund früherer gerichtlicher Feststellungen und beeideter Zeugen aussagen. Protest im Reichstag. Die Verschwendung der Besatzungsarmee. In der gestrigen Reichstagssigung wurde zunächst der Gefeßzentwurf zur Renderung des Lichtspielgesetzes in allen drei Lesungen verabschiedet. Durch ihn wird die in dem Gesetz vor handene Lücke der Erzwingung der Borlegung eines Bildstreifens zu erneuter Prüfung an die Oberprüfungsstelle ausgefüllt. Mit dem Gefeßentwurf findet eine Entschließung des Bildungsausschusses Annahme, in der die Reichsregierung um die beschleunigte Borlegung eines neuen Lichtspielgesetzes ersucht wird, das verschärfte Waffen gegen Schund und Schmuz bietet. Der Gefeßentwurf über die 2 enderung des Postgefeßes wird ohne Aussprache in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Durch ihn werden die Bestimmungen über den Ersatz verloren gegangener Postsendungen den veränderten Geldverhältnissen angepast. Darauf setzt das Haus die zweite Lesung des 7. Nachtragsetats Darauf setzt das Haus die zweite Lesung des 7. Nachtragsetats beim Haushalt des Reichspostministeriums fort. Da zu liegen zwei Entschließungen des Ausschuffes vor, die ein ein facheres und billigeres Frantierungssystem bei den Behörden befürworten und die Ueberweisung von über zählig merdenden Ministerialamtmännern an andere Ministerien empfehlen. teilnehmern. Reparationsdebatte im Ausschuß. Erhöhte Säße für Wochenbeihilfe. Diese Ausführungen wurden in bezug auf Belastung der Gemeindeetats durch Sozialrentner, Kleinrentner- und ArmenunterNach der Rede des Reichsfinanzministers hielt zunächst Selffe ftüßungsempfänger noch von Oberbürgermeister Mitzlaff und rich die übliche Rede, in der er gegen die Politik der Erfüllung pole- Vogt- Frankfurt ergänzt. Mizlaff machte den unhaltbaren Bormisierte und dieser Politik die Schuld an allem Elend gab. Er ver- schlag, der Reichstag möge die Umsatzsteuer von 2 Proz. auf fangte, daß weder Sach- noch Geldleistungen neu versprochen werden. 2½ Broz. erhöhen und außerdem den Gemeinden ein Zuschlags Es sei die Pflicht der Regierung, mit der Politik des Fortwurstelns recht von mindestens 2 Broz. einräumen. endlich zu brechen. Ihm erwiderte Genosse Hermann Müller, der darauf hinwies, daß die folossale Geldentwertung erst feit Juli datiert und zeitlich mit der Ermordung Rathenaus zusammenfiele. Wie würde die deutsche Valuta heute stehen, wenn im Jahre 1921 das Ruhrgebiet besetzt worden sprechend, erhöhte der Sozialpolitische Ausschuß die Säße für die Einem Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion entwäre, fragte er Herrn Helfferich. Die deutschen Arbeiter wüßten die Familien, Wochenhilfe und Wochenfürsorge wie Sie foderten vor allem bringenb Markstabilisierung. Die behandlung 4000 m., Bauschalbetrag bei Entbindungen und Lasten der Politik der versuchten Vertragserfüllung einzuschäben. folgt: Pauschalbetrag bei Erstattung des Wertes der freien ArztPolitik der Regierung auf Grundlage der Note vom 13. November Schwangerschaftsbeschwerden 2000 m., Wochengeld 50 M., Stillgeld sei besonders im Interesse der besetzten Gebiete notwendig. Die 120 M. Der Gesamtaufwand des Reiches erhöht sich dadurch auf Sozialdemokratie würde die Regierung in ihrer Reparationspolitik 6272 Milliarden Mart. Die Zulagen in der Unfallversiche. nur so lange unterstügen, als sie auf dem Boden der Note vom rung wurden in der Weise erhöht, daß die Versicherungsgrenze auf 13. November bliebe und versuche, die Mart zu stabilisieren. 1 200 000 m. heraufgesetzt wird. Die Drittelungsgrenze erhöht sich Die Abgg. Rießer( D. Bp.) und Gothein( Dem.) erflärten, auf 260 000 m., das Sterbegeld auf 30 000 m. daß das Reich weiter weder Sach- noch Geldleistungen tragen fönne. Die Zwangsanleihe im Reichsrat. ab. Angenommen wurbe eine Novelle zu dem Gesetz über das Der Reichsrat hielt gestern abend eine öffentliche Sigung Berfahren in Bersorgungssachen. Dabei handelt es fich um eine Bermehrung der Hilfsrichterstellen, die durch Bermehrung der Hilfssenate bedingt ist. Bis zum 31. Dezember 1926 hofft man mit der Durchführung des Reichsversorgungsgefeßes fo weit zu sein, daß dann die Senate wieder abgebaut werden können. Ferner werden in der Novelle Erleichterungen für die vorzeitige Auszahlung der Gebührnisse getroffen und die Ordnungsstrafen etwas erhöht. Angenommen wurde eine Novelle zum Weingefeß, worin dem Grund des Versailler Vertrages eine genaue Bezeichnung franzö Verlangen Frankreichs und Portugals entsprochen wird, daß auf fifcher und portugiesischer Weine stattfindet. Der Gefeßentwurf, ber den Reichsfinanzminister ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats Zuschläge zur Kraftfahrzeugsteuer zu erheben, wurde angenommen. Der Tarif dieser Steuer foll der Geidentwertung angepaßt werden. Abg. Barh( Komm.) bringt eine Reihe von Fällen zur Sprache, in denen Postbeamte trotz ihrer reaktionären Betätigung und troß Der Beschimpfung der Republik und ihrer Träger nicht bestraft wor den find. Solche Burschen sollten dahin befördert werden, wohin sie gehören. Die Bevorzugung der Streitbrecher muß aufhören. Die Reduzierung der Bahl der höheren Beamten sollte der erste Schritt zur Reform der Postverwaltung sein. Statt dessen entläßt Der Reichsrat beschloß auf Grund der Beratungen feiner Aus. man aber Unterbeamte, Aushelfer und sogar die Witwen von Kriegsschüsse Abänderungen des Gesetzes über die 3 wangsanleihe, Darauf wird der Nachtragsetat mit den beiden Entschließungen passen, mußte zunächst eine Aenderung des§ 1 eintreten, worin das wie folgt: Um das Zwangsanleihegefeh der Geldentwertung anzudes Ausschusses angenommen. Ergebnis auf 70 Milliarden Mart limitiert war. Diese Grenze wird aufgehoben. Der§ 2, der Erleichterungen für die Vorausbezahlung und Zuschläge für eine spätere Bezahlung vorfah, wird folgender maßen abgeändert:" Für die in der Zeit vom 1. Oftober bis zum 2. Februar 1923 gezeichnete Anleihe soll der Zeichnungspreis 100 Dom Nennwert betragen. Soweit bis dahin nicht gezeichnet ist, er= höht sich der Zeichnungspreis für jeden angefan genen, dem Monat Februar 1923 folgenden Monat, um 10 Prozent des Nennwerts." Die Freigrenzen sind durchweg verdoppelt worden. Jetzt sind zu zeichnen von den ersten 200 000 Mart des Bermögens i Prozent, weiter steigend bis zu 10 Prozent. Beändert wurde auch§ 24 hinsichtlich der Bewertung der Wertpapiere nach dem Börsenkurs. Bisher wurde für die Bwangsanleihe und für die Vermögenssteuer der Kurs errechnet nach dem Durchschnitt der Kurse am Ende der ersten Hälfte der vor ausgegangenen drei letzten Jahre; es sollten alfo bie Kurse vom Juni der Jahre 1921 und 1922 zu einem Drittel eingesetzt werden. Nunmehr wurde noch ein weiteres Vergleichsmoment eingefügt, nämlich der Kurs vom 3. Oftober 1922 foll zum Durchschnittsturs der drei Jahre hinzugerechnet und davon die Hälfte als Kurswert dieser Wertpapiere in Ansatz gebracht werden. Beim Nachtragsetat für das Reichsschahministerium teilt Abg. Erfing mit, daß bei diesem Haushalt feine Streichungen norgenommen werden fonnten, sondern sogar neue Stellen bewilligt werden mußten, weil durch die Ansprüche der Besatzungstruppen der Reichsvermögensverwaltung eine solche Fülle von Arbeit erwachse, daß die vorhandenen Beamten nicht mehr ausreichen. Unter stürmischen Entrüftungsrufen des ganzen Hauses weist der Berichterstatter auf die schon mitgeteilten übertriebenen Ansprüche der Be sagungstruppen hin. Während das deutsche Bolt nicht einmal für seine Kranten und Kinder genug forgen fann, müssen Wein-, Seft- und Liförgläser, Teppiche und Damenfchreibtische in unerhörter Menge für die Offiziere der Entente geliefert werden. Diese wahn wigige Verschwendung sei mit schuld daran, daß für die zer störten Gebiete Nordfrankreichs nicht genug geschehen könne. Deutschland appelliere an die ganze Welt, diesem Wahnsinn baldigst ein Ende zu machen.( Lebhafter Beifall.) Der Nachtragsetat wird bewilligt. Darauf vertagt sich das Haus auf Montag, den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr.( Interpellation der Deutschnationalen wegen der Maßnahmen der fächsischen Regierung bezüglich der Milch- und Butterversorgung, fleinere Vorlagen, Nachtragsetats.) Die Verdoppelung der Postgebühren. Der Postgebührenausschuß des Reichstags stimmte am Donnerstag ben neuen Bost- und Telegraphengebühren, die im wesentlichen eine Verdoppelung erfahren, zu. Preffetele gramme werden nur um die Hälfte ermäßigt und der Teuerungszuschlag zu den Fernsprechgebühren auf 2900 Broz, erhöht. Angenommen wurden Entschließungen zur Vereinfachung der Organisation des Baubetriebes, zur Erleichterung von Anmeldungen für Bressegespräche und auf fünftige Berücksichtigung der wirtschaftlich Schwachen. Das Gefeß über die Gesellschaften mit beschränkter Haftung wurde dahin abgeändert, daß das Mindeststammkapital auf 500 000 Mart, die Mindeststammeinlage auf 10 000 Mart und die Mindesteinzahlung als Voraussetzung für die Eintragung auf 5000 Mart festgesetzt wurde. Die Not der Gemeinden. Städtetag und Reichstag. Der Geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Städte tages hatte sich erboten, in inoffizieller Sigung dem 11. 2 us. fchuß des Reichstages feine Wünsche bezüglich der Gestaltung des Landessteuergefeßes, des fünftigen Finanzausgleichgefeges" Schauspielerstreit und Bolfsbühne. Von der Streitleitung vorzutragen. der Bühnengenossenschaft geht uns folgende Erklärung zu: Bas der Oberbürgermeister der Stadt Berlin hier vortrug, muß auf weniger eingeweihte Kreise geradezu fatastrophale Wirkung ausüben. Böß führte ungefähr folgendes aus: Türkei gegen Ausländer- Sondervorrechte. Die Beratung der Kapitulationen in der dazu eingesehwartete Klärung nicht gebracht, obwohl man auch die Bertreter ten Unterfommission der Lausanner Konferenz hat gestern die erSpaniens, Dänemarts, Hollands, Norwegens und Schwedens hin zuzog. Alle diese Staaten stellten mit den Alliierten und gegen den Protest der Türkei die Forderung auf, daß das neue System den Ausländern die gleichen Rechte bringen müsse, wie das frühere System der Kapitulationen. Auf die Frage, wie sich die Türkei dazu stelle, erklärte der türkische Delegierte sich bereit, die Türkei dazu stelle, erklärte der türkische Delegierte sich bereit, den Fremben alle möglichen Erleichterungen zu gewähren unter der Bedingung, daß diese Erleichterungen mit den türkischen übereinstimmen. Diese Erklärung befriedigte natürlich nicht, da sie Gesetzen und Verordnungen, die noch eventuell eingeführt würden, die Sonderrechte der Ausländer beseitigen will und die Türken vor. läufig nicht daran denken, nachzugeben. Reichswehr und Republit. Der Kommandeur des Reichswehrinfanterieregiments 18, Graf v. Stillfrieb, Paderborn, ist wegen der in seinem Regiment vorgekommenen antire publi. tanischen Vorgänge verabschiebet worden. Die neue spanische Regierung. Marquis de Alhucemas hat ein liberales Ministerium gebildet. In ihm übernimmt Alba das Auswärtige, Herzog Almodovar das Innere, Graf Romanones die Justiz, Alcala Zamora das Kriegsministerium, Salvatella den Unterricht und Gaffet die öffentlichen Arbeiten. Wirtschaft Die Auslandskäufe cm Grundstücks- und Aktienmartí. 9 Eine eigenartige Entwicklung zeigt gegenwärtig der Grundftücsmartt. Durch die Zwangsmieten sind die Preise der Grundstüde niedrig gehalten. Mit dem neuen Mietengeset trat eine lebhafte Bewegung aufwärts ein und ein Verkauf von Grundstücken in einem Umfang, der überraschen muß. Man behauptet, vom Ausland werden Mietshäuser aufgekauft. Das wird zutreffen. Bei einem Dollarstand von 8000 fauft der Ausländer ein Zweimillionen- Objekt für ungefähr 250 Dollar. Und dennoch wird er für dieses Geld feine Berzinsung erlangen, denn die Mieten sind für einen solchen Kaufpreis piel zu niedrig. Der Ausländer und auch mancher Käufer im Inland wird also mit einer baldigen weiteren Lockerung der Zwangswirtschaft rechnen. nur dann wäre ein Geschäft zu machen. Den großen Lärm, daß die Ausländer den städtischen Grundbesitz auftaufen, sollte man nicht allzu tragisch nehmen. Wir brauchen nun einmal ausländisches Kapital, und im übrigen fönnen die Aus. länder Grundbesitz und Häuser nicht nach dem Ausland ausführen. Wir sollten uns nur hüten, die Wohnungszwangswirtschaft weiter zu Todern; im Gegenteil, es muß für die Instandhaltung der Häufer ein Betrag aus der Miete sichergestellt und die Rechte der Mieter müssen erweitert werben. Dann fann der Auffauf der Grundstüde durch die Ausländer feinen Schaden anrichten. Auch im Effettenmarkt sollen die Ausländer ebenfalls umfangreiche Käufe vornehmen; der Anreiz dazu liegt im Stand des Dollars und englischen Pfunds; deutsche Aktien werden trag des Mit Bedauern und Erschütterung nehmen die streitenden Schauhohen Kursstandes billig aufgekauft. Dieser Vorgang ist bedenkspieler davon Kenntnis, daß die beiden Berliner Bolts: bühnen durch den Ausstand schwer in ihrer Existenz bedroht licher, da wir immer mehr nach dem Ausland verschulden. sind. Die Schauspieler haben als gewerkschaftlich organisierte ArDas 2StG. berücksichtige nur in bescheidenem Maße die Fi Aber es liegt nahe zu fragen, ob nicht durch diesen starken Verkauf Eine durchgreifende Besserung, wie sie deutscher Werte unsere Zahlungsbilanz eine derartige Erbeitnehmer in den Tagen ihres von ihnen nicht gewollten, nur aus nanzlage der Gemeinden. der Not geführten Lohnkampfes diefe Not der Kunststätten für das bei der augenblicklichen Lage überhaupt möglich erscheine, wäre nur leichterung erfährt, daß ganz automatisch eine Besserung der Mark werktätige Bolt stets vor Augen gehabt und niemals vergessen. zu erwarten, wenn erstens fein Abbau der Einkommen eintreten müßte. Da davon nirgend etwas zu spüren ist, muß man Die Streifleitung erklärt, daß sie nach wie vor gewillt ist, den steuer, sondern im Gegenteil die Erhebung kommunaler Zuschläge annehmen, daß das fremde Kapital in deutschem BeSchauspielern die Arbeit an beiden Berliner Volksbühnen zu ge- hierzu durch Gesetz beschlossen würde, zweitens die limfassteuer fit festgehalten wird und nicht in den Verkehr statten. Das Theater am Bülowplaß und das Neue Volkstheater eine Erhöhung erführe und wuch der gemeindliche Anteil hinauf- tommt. Die fremden Zahlungsmittel werden gehamstert. Würde nun statten. Das Theater am Bülowplaß und das Neue Volkstheater könnten sofort unter den gleichen Bedingungen weiterspielen wie die gesetzt würde und drittens die Besoldungszuschüsse des Reiches an das Reichswirtschaftsministerium die Devisenverordnung aufheben, bisher nicht geschlossenen Theater. Die Boltsbühne müßte nur prin- die Gemeinden erheblich erhöht würden. Das Finanzelend, be- so würde der Weg freigemacht für ein ganz unkontrollierbares Aufbisher nicht geschloffenen Theater. Die Boltsbühne müßte nur prinzipiell die Forderungen der ausständigen Schauspieler anerkennen. sonders der Großstädte und der schnell aufgeschossenen Industrie- taufen von Devisen und für das weitere Eindringen fremder ZahBei einem späteren Termin der Einigung mit allen Berliner gemeinden müßte alle größeren fulturellen, sanitären und hygie lungsmittel in den inländischen Berkehr. Die Folge müßte sein, Theatern könnten dann die belden Boltsbühnen mit den Schau- nischen Aufgaben zurückstellen. Die Kontrolle durch die Aufsichts- daß der Zustrom zum Devisenmarkt abermals zunimmt und weiter spielern in Sonderverhandlungen eintreten, die zu Sonder behörden fei zwecklos, eine ausgedehnte Einzeltonirolle erfordere die Mart geworfen wird. abmachungen führen und der besonderen künstlerischen, einen Riesenbeamtenapparat. Die Pulturellen und wirtschaftlichen Lage der Bolts. bühne Rechnung tragen würden. Die streifenden Schauspieler der Boltsbühne legen aber Wert darauf, vor dem Vorstand oder noch besser vor der Vollversamm lung der Boltsbühnenmitglieder ihre Sache persönlich zu vertreten. Sie sind fest überzeugt, daß damit die in Arbeits- und Ausstandsnöten wohl erfahrenen Mitglieder der Boltsbühnen das Recht ihrer arbeitenden Kunstkollegen anerkennen und mit ihrer nachdrücklichen Hilfe unterstützen werden. 1790fache Zölle. Für die Zeit vom 13. bis einschließlich 19. Dezember beträgt das Gold zollaufgeld 178 900 v. 5. Gemeindefinanzen find längst am Ende angelangt. Die Gemeinden müssen zum guten Teil ihre laufenden Ausgaben aus den zurüdbehaltenen Reichssteuern Die Bekämpfung der Devisenfpefulation in Jugoslarolen. Der bestreiten. Wer Gelegenheit nehmen wolle, sich von dem geradezu füdslawische Finanzminister hat eine neuerliche Berordnung unglaublichen Elend zu überzeugen, der möge einmal die feelische erlassen, in der wiederholt das Berbot ausgesprochen wird, daß die und leibliche Not der unteren Bolksklassen in den öffentlichen Speise. Banken im Auslande Dinars verkaufen. Die Verordnung stellt in anstalten Berlins und anderer Großstädte persönlich in Augenschein Aussicht, daß nicht nur die gegen das Berbot sich vergehenden nehmen oder möge auch die unendlich vielen, durch Unterernäh Banten bestraft werden, sondern auch die Direktoren und rung heruntergekommenen Gestalten bei Arbeitsschluß vor den Beamten werden persönlich zur Rechenschaft Das Standbild Wilhelms I., das jetzt den Kuppelraum der in der Ackerstraße sei dasselbe, wie bei den Farbmerken in Höchst großen Industrieetablissements betrachten. Das Bild vor der AEG. gezogen. Reichstags- Wandelhalle verunziert, soll an einen anderen Platz ge oder Industriewerfen andererorts. Jede Hilfsaktion für die Minder- Ford in Triest. Der amerikanische Automobilfabrikant Ford schafft werden. Der Ausschuß für die Ausschmückung bemittelten müßte an den Finanzen scheitern, Abbau von Fortbil hat im Freihafen von Triest ein Magazin gemietet und in eine Werkdes Reichstagsgebäudes hat dafür in Aussicht genommen; entweder die fogenannte„ Wallot- Halle", b. b. die Halle bei Portal 4, entweder die fogenannte„ Wallot- Halle", d. h. die Halle bei Portal 4, dungsschulen, Entlassung von Junglehrern, Angestellten, Arbeitern statt umgewandelt, wo in Amerika hergestellte Einzelteile zu Autoin der das Standbild des Erbauers des Reichstagsgebäudes steht, usw. bei den verschiedensten städtischen Betrieben sei unumgänglich, mobilen und Maschinen zusammengestellt werden. Ford will auf oder die Halle bei Bortal 2, in der das Denkmal den Abschluß der bygienische und fanitäre Einrichtungen müßten fallen. Andererseits diese Weise nicht nur den italienischen Markt, sondern ben ganzen Denkmäler der alten deutschen Kaiser bilden würde. europäischen Markt seinen Fabrikaten erschließen. beginne das Arbeitslosenheer bedenklich zu steigen, Der Ausschuß, der für die Ausschmückung des Reichstags Gorge trägt, täte beffer, diefes Standbild gänzlich zu beseitigen. Nicht weil es sich um den alten Wilhelm handelt, sondern weil die fünstlerisch wertlose Plastik dem Gebäude an teiner Stelle zum Schmuck dienen tann. Die Freie Vereinigung deutscher Künstler hat eine Stun st ausstellung im Charlottenburger Rathaus veranstaltet, die bis zum 20. täglich 10-4 Uhr geöffnet ist. Die Galerie Dr. Goldschmidt. Dr. Wallerstein, one berger ufer 36a, bringt im Dezember eine Stollettiv- Ausstellung von Paul Klee, die ältere und neue Gemälde, Aquarelle und Graphit bereint. „ Erinnerungen, Briefe und Dokumente 1877-1916" des Generalobersten v. Moltke erscheinen im Stuttgarter Verlag, Der tommende Lag. Das Buch folt namentlich wichtige Mitteilungen über den Kriegsausbruch enthalten, und zwar in Aufzeichnungen, die ursprünglich nur für die Gattin Molttes bestimmt waren. Wintermonaten unvermeidlich. in Berlin find es in wenigen Wochen bereits 50000 gemoreiner Zusammenstellung des Obersten Volkswirtschaftsrates waren in Die Berpachtung von Staatsbetrieben in Sowjetrußland. Nach den. Hunderte von Bauten find allein in Berlin stillgelegt, für Motstandsarbeiten mangelt es an den geringsten Mitteln. Bolfsver- Sowjetrußland, ohne die tautafischen Republiken, von den zur Bertretung und Regierung möchten nicht bie letzte Warnung umbeachtet pachtung bestimmten 7113 Betrieben( ohne Mühlen) bis zum 1. Nolassen, sonst erscheine eine gewaltsame Explosion in den nächsten den Großstädten. Davon entfielen auf die Nahrungsmittel. Dember 3847 mit 67 917 Arbeitern verpachtet, die meisten davon in industrie 981 Betriebe mit 8830 Arbeitern, die Lederindutrie 591 mit 7683, die Metallindustrie 376 mit 8648, Holzverarbeitungsindustrie 336 mit 5040, Chemische Industrie 343 mit 4116, Textilindustrie 186 mit 13 600, Tonerdeindustrie 237 Betriebe mit 2844 Arbeitern usw. Bon den verpachteten Betrieben sind im Jahre 1921 nur 1167 in Betrieb gewesen. Wenn auch keine Statiftit am Hunger buchstäblich zugrundegegangener möglich sei, so ist doch deren Zahl unendlich größer, als allgemein angenommen wird. Viele von den Infaffen der Irrenanstalten seien infolge der Hungerpsychose dorthin gelangt. Die Ge meindefinanzen durch Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuern aufzuhelfen, sei nicht durchgreifend. Große Teile des gewerblichen Mittelstandes feien bereits über Gebühr belaftet, eine Erhöhung der Grundsteuer würde restlos auf die Mieter abgewälzt. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 österr. Kronen, abgeſt., 11,22 Geld, 11,28 Brief; 1 ungarische Krone 3,45 Geld, 3,47 Brief; 1 bulgarijer Lewa 59,35 Geld, 60,15 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 106,73 Geld, 107,27 Brief. 100 Bolenmart galten im freien VerBöß forderte zum Schluß seiner mit einem Unterton gegen die inte gespickten Rede in bezug auf die Umfagsteuer, man möge so schnell als irgend angängig den Gemeinden Geld und Geldquellen eröffnen, um eine Ratastrophe im kommenden Winter hintanzuhalten. tehr etwa 46,50 Gewerkschaftsbewegung Die Gewerkschaften in Polnisch- Oberschlesien. Aus Raatowiz wird uns geschrieben: auch die Streifenden auf dem Standpunkt stehen, daß sie in der augenblicklichen Lage eines Solidaritätsstreits der Staatstheater nicht bedürfen. Zum Streit bei Obersky. Die zuständigen Behörden aber, Landratsamt, Kreisausschuß und wenn nötig, der Minister des Innern, müßten auch in der Altmark nach dem Grundsatz verfahren, daß behördliche Trudjamen und amtliche Blätter nur in tariftreuen Drudereiem hergestellt werden dürfen. Bom Deutschen Bekleidungsarbeiterverband wird uns geschrieben: Lohnbebewegung in der Landschaftsgärtnerei. Die mit dem Die Teilung Oberschlefiens hat ihre ungünstige Auswirkung auch Geht man durch die Straßen Berlins, so findet man Korsett Arbeitgeberverband am Mittwoch geführten Berhandlungen ergaten auf die Gewerkschaftsbewegung ausgelöst. Die bisher innige Vergeschäfte, welche wohl fast jedem Berliner bekannte Firmennamen fein endgültiges Resultat. Von den Arbeitgebern wurde ab 4. De bindung mit den Hauptverbänden konnte in der bisherigen Form tragen, wie W. u. G. Neumann, Arnold Obersty usw. Vergleicht zember eine Bulage von 40 Proz. geboten. Dies Angebot wurde nicht mehr aufrecht erhalten werden. Hinzu kommt, daß auch die man aber die Verdienste der Beschäftigten es find dies faft durch vor der Lohnfommission als unzureichend erklärt. Eine am SonnGenfer Abmachung der Betätigung der Gewerkschaften gewiffe weg weibliche, so stehen diese geradezu in einem schreienden tag stattfindende Versammlung wird zu dem Verhandlungsresultat Schranken auferlegte. Nach Artikel 163 hat die deutsche Regierung Mißverhältnis zu dem, was dem Auge und der Gefallsucht ge- Stellung nehmen auf deutsche Arbeitnehmervereinigungen, die auch im polnischen Teile boten wird. des Abstimmungsgebiets tätig sind, dahin einzuwirken, daß sie ihre und Die Firma Obersty hat es nach ihren eigenen Angaben Aus dem Versicherungsgewerbe. Ein vom Reichsarbeitsministe im polnischen Teile des Abstimmungsgebiets tätigen Gliederungen fertiggebracht, ihren eigenen Arbeiterinnen in der Zeit vom rium eingesetzter Schlichtungsausschuß fällte am 6. Dezember unter verselbständigen. War die Umgruppierung der Gewerkschaften Polnisch- Ober- 17. Auguft bis 29. Oktober d. I. insgesamt nur einen prozentualen Borfiz des Herrn Unterstaatssekretärs a. D. von Möllendorff einen fchlesiens durch die oben genannten Bestimmungen des Genfer Ab- Zuschlag von 70 Proz. zu zahlen. Viel beffer steht es bei der Schiedsspruch, mit dem die Gehälter für die Angestellten bei Berfommens allein schon bedingt, so haben die Umgruppierungs- Firma W. u. G. Neumann auch nicht. Für November waren beide waltungs- und Provisionsgeneralagenturen für Oktober und NoDie Erklärungsfrist bestrebungen infolge der Borgänge in Polnisch- Oberschlesien in mirt- Firmen so vornehm", im Durchschnitt 22% Proz. Zuschlag zu pember ebenso festgesetzt wurden, wie sie für diesen Zeitraum für fchaftlicher als auch politischer Hinsicht eine Förderung erfahren. zahlen. Ob die Nachbelastungen in den Filialgeschäften dieser die Direktionsangestellten festgelegt waren. In der vor kurzem stattgefundenen Tagung der Delegierten des Firmen auch nur 22% Proz. betrugen? Erhalten doch 20 Jahre über Annahme oder Ablehnung läuft am 11. Dezember ab. Neue Löhne der Transportarbeiter im Graphischen Gewerbe. Bundes der technischen Angestellten und Beamten, des Zentralver- lang tätige Arbeitskräfte den horrenden Wochenlohn von 5024 m. Zentralver- Dieses bandes der Angestellten und des Deutschen Werkmeisterverbandes Dieses ist der Höchstlohn, der uns bekanntgeworden ist. Der Afford: Für die Transportarbeiter folgender Gruppen: Buchdruckereien, Zeitungsverlagsanstalten, Briefumschlagwurde nach vorhergegangenen getrennten Tagungen in einer gemein- verdienst beträgt bei Obersky im Durchschnitt 2800 m. und ist bei Buchbindereien, famen Rundgebung einmütig die Bildung der neuen Einheitsorgani-. u. G. Neumann um zirka 1000 m. höher. Die Bezahlung der Luruspapierfabriken sind die Lohntarife für den Monat Dezember sation beschlossen. Die neue Organisation führt den Namen: Allge Jugendlichen ist geradezu empörend. Heimarbeiterinnen verdienen zum Abschluß gekommen und können im Bureau des Deutschen meiner freier Angestelltenbund( Afa- Bund) Polnisch- Oberschlesien". einen Stundenlohn von 40 M., und wenn es hoch kommt, 50 M. Transportarbeiterverbandes, Engelufer 24/25, 3immer 31, vorn Der Siz dieser neuen Einheitsorganisation befindet sich in Kattowiz. Die Firmeninhaber„ begründen" diese elende Entlohnung damit, 2 Treppen, gegen Mitgliedsausweis in Empfang genommen werden. Der Allgemeine freie Angestellenbund( AFA- Bund) Polnisch- daß sie nicht in der Lage seien, höhere Löhne zu zahlen, scheinen Der Streif in Ludwigshafen. Seit gestern vormittag finden. Oberschlesien wird das freigewerkschaftliche Programm in seiner voll- aber zu vergessen, daß ihre Geschäfte das Gegenteil beweisen. Obsten Reinheit verförpern und zu verfechten wissen. Die Aufgaben, wohl der Deutsche Bekleidungsarbeiterverband wiederholt an die zwischen den Werkleitungen sämtlicher von dem wilden Streit be die feiner harren, find gewaltige. Sozialpolitik, Wirtschaftspolitit Arbeitgeber zweds Abschluß eines Tarifvertrages herangetreten ift, troffenen Betriebe und den Führern der Gewerkschaften neue Berund Gewerkschaftspolitik müssen schon mit Rücksicht auf die veränder- lehnten diese stets ab, wohl wissend, daß dann der Ausbeutung handlungen des von den Kommunisten angezettelten wilden Streifs ten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von der neuen Organi- ihrerseits gewisse Schranken gezogen sind. Bedauerlicherweise haben statt. Ueber den Stand der Verhandlungen fann zur Stunde noch sation vollständig selbständig bearbeitet werden. Polnisch- Oberschlesien sich die Beschäftigten erst spät in ihrer Mehrheit gewerkschaftlich nichts mitgeteilt werden, doch ist auf beiden Seiten des Bestreben hat durch den schlesischen Sejm eigene Gesetzgebung. Die deutschen organisiert. Die Firmeninhaber suchten dies durch brutales Ver- porhanden, die Verhandlungen, bei denen die kommunistische wilde fozialpolitischen Gesetze mußten wohl übernommen werden, werden halten ihren Beschäftigten gegenüber zu verhindern, was ihnen Streifleitung nicht vertreten ist, nach Möglichkeit zu beschleunigen. In einer großen Anzahl von Betrieben, deren Arbeiter vorige Woche aber durch eigene Gesetze später abgelöst. aber nicht gelungen ist, die Folge war vielmehr, daß bei der Firma Aus all den oben angeführten Gründen mußte die bisherige Obersky die Arbeiterinnen bis auf drei Streitbrecher die Arbeit in den Sympathiestreit getreten sind, ist die Arbeit, wie die Verbindung mit den Mutterverbänden aufgegeben werden. Pfälzische Post" berichtet, bereits wieder aufgenommen worden. Die niederlegten. Leider finden sich auch aus den Kreisen der kauf- 3n anderen Betrieben soll die Arbeitsaufnahme heute erfolgen. Zentralverbände waren infolge der politischen Grenzziehung auch männischen Angestellten einige Elemente, die den Streifenden in nicht mehr in der Lage, die vollen fagungsgemäßen Leistungen der den Rücken fallen. Es sind dies des Nähens kundige Verkäuferinnen. polnisch- oberschlesischen Mitgliedschaft gegenüber zu erfüllen. Die| Berhandlungen, welche bereits zwischen dem Organisationsverneue Organisation muß deshalb, auf eigene Füße gestellt, alle bisher treter und dem Vertreter der Firma Obersty stattfanden, haben zu den Zentralen zustehenden Arbeiten selbständig erledigen. feinem Ergebnis geführt, da der Inhaber der Firma es stritte ablehnt, einen Tarifvertrag abzuschließen und nur willens ist, auf seine elenden Löhne 30 b3m. 35 Pro3. Buschlag zu zahlen. Mit dem freigewerkschaftlichen Verband der Industrie- und Privatangestellten Dst- Schlesiens in Bieliz hat der neugegründete Allgemeine freie Angestelltenbund( AfA- Bund) Polnisch- Oberschlesien ein Kartellverhältnis abgefchloffen. Beide Berbände geben gemeinsam eine zunächst 14tägig erscheinende gewerkschaftliche Zeitschrift Der Angestellte" in deutscher und polnischer Sprache heraus. Die Lebenshaltung in Ländern mit stark entwertetemGeld. Auf der vierten Internationalen Arbeitskonferenz wurde die Frage aufgeworfen, ob eine entwertete Valuta auch eine niedrige Lebenshaltung im Gefolge hat. Mit 59 Stimmen( ohne Gegenstimmen) nahm die Konferenz eine Entschließung an, welche das Internationale Arbeitsamt mit der Vornahme einer Erhebung beauftragt, die Licht auf diese wichtige Frage werfen soll. Die Entschließung lautet: " In Anbetracht der starken Beunruhigung der Arbeiterschaft infolge des jüngsten Sintens der Lebenshaltung in gewissen Ländern; in Anbetracht der Tatsache, daß dieses Sinten mit der andauernden Geldentwertung in manchen Ländern, wie z. B. in Deutschland, fortschreitet; in Anbetracht der weiteren Tatsache, daß in diesen Ländern der Niedergang der Lebenshaltung die Bevölkerung, also auch die Arbeiter, in icredliche Not bringen und selbst die kommende Generation gefährden kann; in Anbetracht dessen, daß dieser Zustand eine große Bahl von Arbeitern betrifft und daß er sich auf andere Länder ausbreiten. fann; in Anbetracht, daß in Teil 18 des Vertrages von Versailles bon der, Gewährleistung angemessener Löhne" die Rede ist, beichließt die Konferenz, das Internationale Arbeitsamt mit der Vornahme einer Erhebung zu beauftragen betreffend die Lebenshaltung der Arbeiterschaft in Deutschland und anderen Ländern mit stark entwertetem Gelde und das Ver hältnis dieser Lebenshaltung zu jener der Vorkriegszeit, um so auf die Lage Licht zu werfen und die in jenen Ländern bereits durch geführten oder geplanten Maßnahmen zur Gewährleistung angemessener Löhne festzustellen." Wir appellieren an die Beamten, Angestellten und die Arbeiterfchaft, die Streifenden der Firma Obersty in wohlwollender Weise unterstüßen zu wollen. Die Löhne der Bauanschläger. Deutscher Bauarbeiterverband, Bezirksverein Berlin. Das von der Tariffommission getroffene Lohnabkommen ist von den beteiligten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen angenommen worden. Der erhöhte Lohn gelangt erstmalig am Freitag, den 8. Dezember, zur Auszahlung. Die neuen Verhandlungen sind am tommenden Dienstag. Der Vereinsvorstand. Gummifabrit Rübler, Reinidendorf, Sonntag vormittag 9½ Uhr: Bersammlung aller Anhänger der Amsterdamer Internationale im Restaurant Sachse, Lindower Straße, Nähe Bahnhof Wedding. Eintritt gegen Ausweis. Weitere Auskunft beim Genossen Ernst Schäfer. machen. Die Sektionsleitung. Die am Mittwoch stattgefundene Branchenversammlung der Bauanschläger nahm zu den zwischen dem Schuhverband Berliner Schlossereien und dem Deutschen Metallarbeiterverband stattgefunde- fettion! Seute abend 7½ Uhr: Bersammlung. Erscheinen aller taubstummen Verband der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller. Achtung, Taubstummennen Verhandlungen Stellung. Danach betragen die Löhne für die Kollegen ist unbedingt erforderlich. Die Kollegen in den Betrieben werden Branche der Bauanschläger pro Stunde: vom 3. bis 17. Dezember: ersucht, die taubstummen Kollegen auf diese Versammlung aufmerksam 340 M. Stundenlohn, bei Akkord das 380fache des Tarifs vom Jahre 1912; vom 18. bis 30. Dezember: 400 m., bei Akkord das 450fache des Tarifs vom Jahre 1912. Die Landzulage für Sonnund Feiertage beträgt für die Zeit vom 3. bis 30. Dezember 900 m. Obwohl das Verhandlungsergebnis die Kollegen bei den enorm gesteigerten Lebensmittelpreisen in feiner Weise befriedigte, stimmten die Kollegen, nachdem die Verhandlungskommission die Annahme wiederholt empfahl, demselben zu. Neue Löhne in der Lederwaren- Industrie. Wertmeister Deutscher Werkmeisterverband. Bersammlung aller Werkmeister und technischen Angestellten der 8igarettenindustrie: heute nachm. 5 Uhr im Restaurant Schrader( Bürgerheim), Alte Schönhaufer Str. 23/24. der Wagen- und Karofferie brande haben heute abend 7 Uhr Berfammlung in Haverlands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. ner. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Eektion der Landschaftsgärt Sonntag vormittag 11 Uhr: Bersammlung im Reichenberger Hof" Reichenberger Str. 147. Bericht von den Lohnverhandlungen. 3. Groß- Berliner Partei- Nachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Kreis. Wedding. Zu der am Sonnabend, 9. Dezember, abends 6 Uhr stattfindenden Fraktionsfigung tritt der Vorstand zu einer wichtigen Bor besprechung um 25 Uhr pünktlich im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, 4. Stod, Zimmer 122, zusammen. Vorstandssigung an bekannter Stelle. In der am Mittwoch in der Königsbank stattgefundenen Bersammlung erstattete Blume Bericht über die Bundeslohntarifverhandlungen. Dem ist zu entnehmen, daß in zwei Hälften für den Monat Dezember abgeschlossen wurde. In den ersten beiden Lohnwochen des Dezember beträgt der Mindestlohn für Kollegen über 23 Jahre 300 M., in den letzten beiden Lohnwochen 355 M. Hilfs- 14. Kreis. Neukölln. Heute, Freitag, 8. Dezember, abends 7½ Uhr, erweiterte arbeiter bekommen 273 m. bzw. 323,05 m., Arbeiterinnen über 20 Jahre 156 M. bzw. 184,60 m., Stepperinnen 204 m. bzw. 241 m. Lehrlinge erhalten im ersten Jahre 1350 m., im zweiten Jahre 1650 m., im 5. Halbjahr 2100 m. und im 6. Halbjahr 2250 m., in der zweiten Hälfte 1597,80 m., 1952,50 m., 2485 m. und 2662,50 Mart pro Woche. Diese Zulagen find allgemein, so daß jeder Arbeitnehmer auf seinen bestehenden Lohn in der ersten De zemberhälfte 50 Broz. zu bekommen hat. Heute, Freitag, den 8. Dezember: 70. 6t. Wilmersdorf. 79. 7 Uhr: Versammlung sämtlicher Funktionäre bei Pieper, Holsteinische Str. 60. Aeußerst wichtige Tagesordnung. bt. Schöneberg. 7½ Uhr: Erweiterte Borstandssigung bei Groß, Sedan 128. bis 130. Abt. Bantow. 7½ Uhr: Borstandssigung mit sämtlichen FunkZelte und Plänesattler: Löhne ab 1. bis 15. Dezember für Handwerker 325 M., Hilfsarbeiter 286 M., Maschinennäherinnen 56. Diese Frage wurde von dem schwedischen Arbeiterdele 247 M. und Handarbeiterinnen 215 M. Linoleumleger: 58. gierten zur Konferenz in Fluß gebracht, und zwar in Gemäßheit 1. bis 15. Dezember: Linoleumleger 300. M., Teppichstopferinen mit einer Entschließung des lezten schwedischen Gewert- 252 M., Mäherinnen 233 M.; zweite Dezemberhälfte: 365 m. bzw. schaftstongresses, welche dahin ging, das Internationale 307 m. bzw. 283 M. Autosattler: erste Dezemberhälfte 330 M., Arbeitsamt zu einer Erhebung dieser Art zu veranlassen und ihre zweite Hälfte 403 m. Ergebnisse zu veröffentlichen. Herr Thorberg begründete auf der Konferenz die wichtigkeit der Angelegenheit vom Standpunkte der Arbeiter seines Landes und wies auf die Gefahr hin, die aus Arbeitsgelegenheit für Buchdrucker! " Der Buchdruckereibefizer Th. Schulz in Osterburg( Altden Währungsverhältnissen und der niedrigen Lebenshaltung mart) wundert sich darüber, daß in Berlin so viele Buchdrucker mancher Länder auch für andere Länder erwachsen können. Doch Stellung juden, toährend er feinen finden fann. Der Mann ist betonte er, daß er nicht wünsche, es sollen Maßnahmen zur Er- allerdings offenherzig genug, io daß er auf der uns zugesandten zwingung einer Lebenshaltung ergriffen werden, welche den all- Postkarte felber des Rätfels Löfung gibt. Er flagt, daß seine gemeinen Wirtschaftsverhältnissen der fraglichen Länder entsprechen. weiturenschnellpresse bereits seit Oftober still steht. Aber", sagt ( Wir erwarten, daß das Ergebnis diefer Erhebung, wenigstene Herr Schulz, verheiratet kann der Buchdrucker nicht gut fein", weil soweit es die Verhältnisse in Deutschland betrifft, auch in bei ihm noch der patriarchalische Soft- und Logisawang deutscher Sprache veröffentlicht werden wird. Red. d.„ Vorw.".) besteht und„ den Tarif habe ich nicht anerkannt." Da Herr Th. Schulz in Osterburg auf der Karte auch angab, daß er über der Druderei ein Echlafzimmer mit fünf Betten und dahinter eines für zwei Betten babe, das dem Gehilfen zur Verfügung steht, rief er die Vermutung wach, daß neben dem einen Gehilfen, der ihm noch fehlt, die übrigen fünf Betten für Lehrlinge bestimmt sind. Auf unsere Erfundigungen hin wurde uns denn auch mitgeteilt, daß Herr Schulz schon bis zu 10 Lehrlinge mit einem Schlage auszubilden versucht hat und gegenwärtig nur etwa acht Lehrlinge hält. Zum Schauspielerstreik. " straße 17. Alle Funktionäre müssen erscheinen. tionären im Jugendheim, Breite Str. 32. Morgen, Sonnabend, den 9. Dezember: Holzendorffstr. 14. bt. Charlottenburg. 7½ Uhr: Funktionärversammlung bei Schneider, bt. Charlottenburg. 7½ Uhr: Sigung der Abteilungsfunktionäre bei Fregin, Joachimsthaler Str. 7/8. * 17. Abt. Die Funktionärversammlung findet erst Dienstag, 12. Dezember, ftatt. Die Bezirksführer müssen die Mitglieder zu Mittwoch, 13. Dezember, einladen. Außer dem Referat findet eine Fahnenweihe statt. 42. Abt. Die geplante Funktionärtonferenz fällt aus. Jugendveranstaltungen. Röpenid. Köpe Landsberger Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Mitgliederversammlungen am Freitag, den 8. Dezember: Blankenburg. Jugendheim: Gemeindeschule Triftstraße. Jugendheim: Grünauer Str. 5. Bortrag:„ Wir und unsere Gegner." Biertel. Jugendheim: Elbinger Klause", Elbinger Str. 49. Bortrag: Die nider Biertel. Jugendheim: Gemeindeschule Manteuffelftt. 7. Entstehung der Erde nach Sage und Wissenschaft." Moabit. Jugendheim: Gemeindeschule Waldenserstraße. Vortrag: ,, Gemeinschaftserziehung. Neukölln 11. Jugendheim: Nogatstr. 53. Vortrag: Die sozialistische Breffe." Norbring. Jugendheim: Gemeindeschule Scherenbergstraße. West. Jugendheim: Kinderhort, Auguste- Bittoria- Allee. Bortrag: Was will Steglig. Jugendheim: Albrechtstr. 46. Bortrag: die pasififtische Jugend?" Weißensee. Jugendheim: Ledigenheim, Boeldpromenade. ,, Lassalles Leben und Wirken." Wetter bis Sonnabend mittag. Hierzu 1 Beilage. Reinidendorf Zu der Erklärung der Bühnenleiter veröffentlicht die Streifleitung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger eine im verföhnlichen Tone gehaltene Erwiderung, in der ausdrücklich betont wird, daß die Forderungen der Schauspieler nicht als unabMild, überwiegend trübe, mit inderliche, sondern als Verhandlungsgrundlage aufzufassen seien. An anderer Stelle veröffentlichen wir eine Antwort der Streifleiwiederholten, vielfach ergiebigen Niederschlägen bei frischen westlichen Winden. tung auf die von uns veröffentlichte Erklärung des Vorstandes der Verantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Freien Volksbühne. Wir können hier nur den dringenden Wunsch Wenn er nicht einmal den einen Gehilfen dazu findet, den er Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: aussprechen, daß alles getan wird, damit die Kunststätten des ar beschäftigen will, so liegt das wesentlich an der Begehrlichkeit" Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 beitenden Bolles von Berlin, die wirklich Vorbildliches geleistet der stellungslosen Gehilfen, die solch glänzende Kondition an haben, nicht die Opfer dieses Rampfes werden. einem amtlichen Kreisblatt ausschlagen. Dabei bot Herr Schulz Ivor der letzten Lohnregelung, 1000 M. Wochenlohn bei Redner und Sänger, furz alle, die ihre Stimmbänder start anstrengen freier Station und Bett. Da der Tariflohn damals 6326 M. be- müssen, schligen sich vor Reizungen der Schleimhäute durch Banflavin- Paſtillen. Sie find angenehm von Geschmack und grei en den Magen nicht an. Bon ersten trug, wovon die Hälfte für Kost und Logis angerechnet werden Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. fann, mußte Herr Schulz immer noch 3163 M. Wochenlohn zahlen, für Herren- u.Damen- Bekleidung anstatt 1000 M., wenn er nicht so vorsichtig" wäre, den Tarif beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise nicht anzuerkennen. Da jedoch die Buchdruckergehilfen in diesem Punkte ebenfalls vorsichtig sind, wird Herr Schulz bis auf weiteres Koch& Seeland G. m. mit feinen Lebrlingen allein bletben. Im übrigen ist man in der Genossenschaft eifrig damit beschäftigt, weitere Streifvorstellungen zu organisieren. Zu diesem Zweck sollen nicht nur Säle in allen Teilen Berlins, sondern auch einzelne Theater zur Verfügung gestellt werden. Die Mitglieder der Staatstheater hielten Mittwoch abend eine Versammlung ab, die bis in die Nachtstunden andauerte und sich mit der Frage eines Solidaritätsstreits beschäftigte. Soweit bisher bekannt, dürfte je doch eine solche Sympathiekundgebung nicht in Frage kommen, da KON NON Massary Stoffe Delft Gertraudtenstraße 20-21. edel wie der Name b. H. Str. 579 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Deutschnationaler Rathausradau. Eine Attacke auf die Betriebsräte. Einschränkung der Rettungswachen Freitag, 8. Dezember 1922 seien geheim, Indiskretionen seien seitens dieser unberufenen Teilnehmer begangen worden. Betriebsratsmitglie. der hätten sich unverschämter Aeußerungen gegen Deputationsmitglieder schuldig gemacht. Weiterhin tam der Redner auf den Terror der Betriebsräte der Straßen bahn zu sprechen, der sich gegenüber nicht freigewerkschaftlich Dre ganisierten bei den jezigen Straßenbahnerentlassungen sehr stark bemerkbar gemacht habe, und erregte damit Stürme der EntDie gestrige Stadtverordnetensihung begann ruhig| rüstung bei den Kommunisten. Die Gegenrede des Komund endete stürmisch. Ein paar Stunden hindurch wurde fachlich erläuterte Gen. Dr. Weyl. Der Ausschuß hat der Schließung munisten Dörr, der einen Antrag von genau der entgegengesetzten über eine Reihe wichtiger Dinge verhandelt, über die Altersgrenze der Wachen in der Holzmarkt- und in der Gaudy: Tendenz vertrat, wurde zu Anfang von der Rechten im für Beamte und Festangestellte, über das Rettungswesen und die straße zugeftimmt, der letzteren jedoch nur, fofern es gelingt, im eigentlichsten Sinne des Wortes niedergeschrien. Regelung des Dienstes der Aerzte, über die Zuschüsse an Vereine Ambulatorium auf dem Ererzierplatz eine Hilfsstelle zu errichten. Als Dörr nachwies, daß das Gefeß keineswegs die zufür Kindergärten und Kinderhorte. Für die Kleinrentnerfürsorge be- Daneten aber schlägt der Ausschuß vor, die Kündigung des jeßigen laffung der Betriebsräte verbiete, hielt der betäuwilligte die Versammlung fast ohne Debatte einstimmig weitere Bertragsverhältnisses mit den Aerzten der Wachen und die An- bende Lärm, in den auch die Tribüne einstimmte, längere tellung von je 3 Aerzten für die 20 Wachen auf Grund 3eit an. Die Aussprache über die beiden Anträge soll erst in der 10 Millionen Mark. Zum Schluß aber kam ein seit vielen Monaten eines Privatdienstvertrages und zu festem, gleichbleiben- nächsten Sizung stattfinden und der Schluß der Sizung fand unter restierender Antrag der Deutschnationalen heran, zu dessen Be- den Honorar mit Verpflichtung zu täglich achtstündiger Dienstzeit in allgemeinem Tumult ſtatt. gründung der Stadtverordnete Roch eine Schimpftanonade die Wege zu leiten. Daneben wird eine lange Reihe von Vorschlägen gegen die Betriebsräte veranstaltete. Die Tribüne war gemacht, welche das Rettungswesen finanziell günstiger gestalten großenteils mit seinen Leuten besetzt, die eigens für diese Sizung sollen; schließlich soll geprüft werden, welche Rettungsstellen hinbestellt zu sein schienen, und so fand der tobende Pastor das ge- werden können. Nach der Darlegung des Referenten würde auf an Sonntagen nach dem Musier der Apotheken geschlossen wünschte Echo. Mitverhandelt wurde ein denselben Gegenstand be. diesem Wege das Rettungswesen erhalten und auf treffender Antrag der Kommunisten. Nach seiner Begründung wurde eine tragfähige finanzielle Basis gestellt werden können, statt die Debatte auf die nächste Sigung vertagt. 164 Aerzte würde man mit 60 austommen. Natürlich sollten diese Aerzte anständig und austömmlich bezahlt werden; der Ausschuß habe über die Besoldung keinen Beschluß gefaßt, die in der Presse darüber gemachte Mitteilungen feien irrtümlich. Situngsbericht. In der geftrigen ordentlichen Sißung, die vornehmlich der Erledigung von Magistratsvorlagen gewidmet fein sollte, wurde zuerst eine Anfrage der DBP. wegen Einrichtung einer Ausgabestelle für billiges Brennmaterial = der Ausschußanträge stehe, über die Besoldungsfrage werde man sich Stadtrat Busch gab befannt, daß der Magistrat auf dem Boden verständigen. Die Ein schauriger Fund. Ermordung eines Schuhmacherlehrlings. Mit einem geheimnisvollen Todesfall, durch den ein blühendes Menschenleben vernichtet worden ist und dem aller Wahrscheinlichkeit nach ein Verbrechen zugrunde liegt, beschäftigt sich die hiesige Kriminalpolizei. In der Nacht zum Donnerstag um 11 Uhr 30 Minuten wurde auf der Strecke Hermsdorf- Wittenau furz vor der Einfahrt des Zuges Mann zwischen den Schienen tot aufgefunden. Der Tote in den Bahnhof Wittenau von einem Eisenbahnbeamten ein junger lag mit dem Kopf auf dem Gleis, ein Arm war ihm abgefahren. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt Rettungswachen verlangten 76 Millionen Mark Zuschuß. und nach dem Schauhause in Wittenau gebracht. Die Ermittlungen Das vertrage sich mit der jetzigen Finanzmifere nicht. Stadtergaben alsbald, daß es sich um den 16 Jahre alten Schuhmedizinalrat Rabnom dementierte seinerseits mit allem macherlehrling Mar Mann handelt, der in Berlin in der Nachdrud die erwähnten Pressenachrichten; die Besoldungsfrage solle Tiedstraße bei dem Schuhmachermeister Borchardt als Lehrling be aufs genaueste in der zuständigen Deputation geprüft werden. In schäftigt war. Bei den dort gestern von der hiesigen Kriminalpolizei der Diskussion sprach sich Kirchner( Dnatl.) im allgemeinen für angestellten Nachforschungen hat sich folgendes herausgestellt: Bei die Ausschußvorschläge, aber gegen den Achtſtundentag für die Aerzte dem Schuhmachermeister war am Mittwoch nachmittag eine diesem aus. Dr. Faltenberg( D. Vp.) nahm völlig für die Aerzte- unbekannte Frau erschienen, die ihm sagte, daß sie erfahren habe, organisation Partei, die den Bontott über die Rettungs- daß er Kohlen benötige Sie gab an, in der Lage zu sein, ihm diese machen verhängt hat, und lehnte das System der festbesoldeten zu verschaffen, und man tam überein, daß der Lehrling mitgehen Aerzte ab; Berlin fönne sich den Lupus der bisherigen Rettungs- solle, um sie zu übernehmen. Da der Meister statt des geforderten wachen nicht mehr leisten. Die Demokraten Sprachen für die Aus- Kaufpreises von 9600 m. nur 4000 m. im Hause hatte, erklärte sich schußvorschläge, ebenso die Wirtschaftsparteiler und für die all die Frau auch mit dieser Anzahlung zufrieden. Der Lehrling gemeinen Reformvorschläge auch die Kommunisten. Dr. Beyl für die VSPD. ebenfalls erflärt hatte, dok fie für den ich munden. Von dem Gelde, das der Meister dem Lehrling Nachdem hat dann die Frau begleitet und war seitdem ver Ausschuß votiere, und den Widerstand der Aerzteschaft auf deren mitgegeben hatte, wurde bei der Leiche nichts mehr Furcht vor der Sozialisierung des Heilwesens zurückgeführt hatte, gefunden. In seinen Taschen wurden noch 20 m. gefunden. wurden die Ausschukoorfchläge zum Beschluß erhoben. Allem Anschein nach ist der junge Mann einem Verbrechen zum Auf Antrag von Richard Kunze nahm dann die Bersamm Opfer gefallen. Kriminalfommissar Galzow, der mit der Aufklärung Lung vormeg die Vorlage wegen Bewilligung eines 3uschusses des geheimnisvollen Todesfalls beschäftigt ist, fahndet auf die unbe von 10,6 millionen Mark zur fannte Frau; sie ist etwa 31 bis 32 Jahre alt, mittelstart, hat an der Oberlippe eine nach der Nafe führende Narbe, trägt Lodencape bekleidet und hochschwanger. Mitteilungen über das Haar nach hinten zurückgefämmt, war mit einem grünlichen diese Frau oder über den Aufenthalt des jungen Mannes nach Berlassen seiner Lehrstelle mit dieser Frau nimmt Kriminalkommisjar Galzow im Zimmer 88 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 115 und 407, entgegen. 4 Unterstützung nofleidender Kleinrentner in den westlichen Bezirken durch Stadtbaurat Horten dahin beantwortet, daß in den letzten Tagen solche Stellen errichtet worden find. Bon den unerledigten Magistratsvorlagen hatte diejenige wegen Einführung einer Altersgrenze den Bortritt. Gen. Flata u referierte. Der Ausschuß hat die Vorlage mit Stimmengleichheit abgelehnt. Vem Magistrat war die Uebernahme des bezüglichen preußischen Gesetzes( Altersgrenze von 65 Jahren) auf die Stadt und ihre Beamten und Festangestellten mit der Maßgabe vorgeschlagen, daß in Einzelfällen auf Be: schluß des Magistrats Ausnahmen ftatuiert werden können; auf Magistrats und Bezirksamtsmitglieder soll das Gefeß feine Anwendung finden. Von unserer Partei war die Annahme der Borlage mit der Ergänzung beantragt, daß bei den Ausnahmen auch die Bersammlung mitzusprechen hat; die DVP. wollte die Altersgrenze auch auf die Magistrats- und Bezirksamtsmitglieder ausgedehnt wissen und über die ersteren den Magistrat und die Stadtverordneten, über die letteren die Bezirksforporationen entscheiden lassen. In der Aussprache erklärte Dethleffsen, daß die Deutsch nationalen an der grundsätzlichen Ablehnung festhalten. Stadträte und Bezirksamtmitglieder will er von der Altersgrenze nicht ausge schlossen wissen. Gen. Bubli vertrat den Antrag auf Wieder herstellung der Vorlage. Man könne nicht verantworten, daß die Stadt durch die Beibehaltung überalterter Be amter bis an deren Lebensen de belastet werde, auch stehe das Erfordernis der Wirtschaftlichkeit des Betriebes diesem Ausnahmerecht der Beamten entgegen. Das Recht der Versammlung, bei den zu statuierenden Ausnahmen mitzu sprechen, dürfe nicht beschränkt werden.- Rafelowsky empfahl den Antrag der DVP. Dove( Dem.) sprach für einfache Ablehnung des Magistratsvorschlages, dem andererseits Lange für das Bentrum zustimmte. Der Zentrumsredner lehnte mit den Sozialdemokraten die Einbeziehung der Magistratsmitglieder ab, da die Wahlbeamten nach dem Sinn der Städteordnung für eine bestimmte Zeit gewählt werden und für diese Zeit dem städtischen Dienst erhalten bleibn sollen; jede Abweichung hieße die Selbstverwaltung unterminieren. Dem Hinweis Doves auf die Möglichkeit der Zwangspenfionierung nach dem 65. Jahre trat Gen. Bublitz mit der Bemerkung entgegen, daß das ein even tuell jahrelang dauerndes regelrechtes Disziplinarverfahren erfor dere. In der Abstimmung wurde die Ergänzung nach dem Antrag Heimann- Went mit großer Mehrheit und in dieser Fassung die Borlage mit 85 gegen 83 Stimmen angenommen, nachdem vorher Genosse Wissell führte etwa folgendes aus: Es war im Jahre der Antrag v. Ennern mit 96 gegen 69 Etimmen gefallen war. 1918, als der Präsident Wilson seine bekannten 14 Punkte aufstellte. Die sehr detaillierten Ausschußvorschläge des Ausschusses für tam. Herr Koch behauptete, die Erfahrungen dieser 11 Monate Die deutsche Arbeitnehmerschaft billigte vollkommen diese die Anträge der Deutschnationalen und der Kommunisten über die hätten den Deutschnationalen redyt gegeben. Die Berhandlungen Punkte, wurde aber schwer und bitter enttäuscht, als 34] 11 Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minute von Vidi Baum. Wer nicht arbeitet, bekommt nichts zu essen", sagte Lorenz neben ihm gutmütig und gab seiner Hade einen er munternden Stoß. Und weiter: Schwung, Hieb; Schwung, Hieb; Schwung, Hieb. " Kundgebung für das Rheinland. in Beratung und verabschiedete sie fast ohne Erörterung. Die Vorlage megen Neuregelung des Zuschusses an Privatvereine, welche Kindergärten, Horte und Krippen unterhalten ( an die Stelle der bisherigen Pauschalbeträge tritt ein Zuschuß zu den Besoldungen), gelangte in der Ausschußfassung zur Annahme. In der Aussprache begründete Genosse Battloch einen Zusatzantrag, der die Zustimmung an die Bedingung fnüpft, daß bis zum Ende des laufenden Etatsjahres vom Magistrat Richtlinien über die Arbeits- und Urlaubszeit und über die NeuDer Reichsverband der Rheinländer hatte am gestrigen Abend einstellung des Personals aufgestellt werden, während nach dem Aus- zu einer Kundgebung im Reichstage für das bedrängte Rheinland fchußantrag das Jugendamt nach Anhörung der Vereine solche Richtlinien aufstellen soll. Nach längerer Aussprache wurde der Antrag geladen. Redner des Abends waren Genosse Rudolf Wissell der Sozialdemokraten mit 87 gegen 84 Stimmen abgelehnt. für die Freien Gewerkschaften und die Herren Wieber für die ChristRoch( Dnat.) hatte hierauf den Antrag seiner Freunde zu lichen Gewerkschaften, Dr. Ing. Sorge für die Industrie, Dr. Kronebegründen, der, vor fast einem Jahr, am 3. Januar, gestellt, den Ma- Münzebrock für die Landwirtschaft, Dr. Herrmann und der Vizegiftrat auffordert, feine Verfügung aufzuheben, die den präsident des Reichstages Geheimrat Dr. Rießer für das Handwerk Betriebsräten, Angestelltenausschüssen und Beamtenausschüssen und den Mittelstand. In scharfen Worten wandten sich die einwider das Gesetz die Teilnahme an den Sizungen der Verwaltungs- zelnen Redner gegen die Machtpolitik Frankreichs und Deputationen zugestand. Bei der provozierenden Art Kochs war es gegen die schwarze Schmach und fanden warme Worte für kein Wunder, daß es alsbald zu die bedrängten Brüder und Schwestern im besetzten Gebiete. tobenden Lärmizenen zwischen Deutschnationalen und Kommunisten ein Husten an seiner schmalen Gestalt; er frümmte sich zu-| die Arbeit. Schwung, Hieb; Schwung, Hieb. Schweiß über fammen und preßte die Hände an die Lippen, aus denen ein allen Gliedern. Ruß in den Augen, Staub in der Kehle, wenig Blut fchlüpfte. Noch bevor Lorenz zugreifen fonnte, Kohlendunst ums Gehirn wie einen Reifen. Schmerz der zwang der Stumme seine eiserne Wasserflasche dem Knaben Glieder, Hunger, Müdesein, unfägliches zerbrechendes Müdean den Mund. Aber der Knabe wehrte sie mit zusammen- sein. gebiffenen Zähnen ab und trant nicht. Der andere wartete Nach einer Ewigkeit änderte sich das Lärmen des Bergnoch eine Sefunde mit dem uralten Gram im Antlitz; dann werks. Schritte trappten weither. Stimmen wanderten, Un fanten seine Schultern mit einer hoffnungslosen Gebärde, und ruhe füllte den Stollen. Komm, Bruder," sagte Lorenz ,,, die er ließ sich wieder zu der Kohlenwand fallen. Gleich darauf Schicht ist fertig. Wir können schlafen gehen. Kannst deine raste er wieder im Schwung der Hacke an das Gestein. Knochen krachen hören? Schauſt aus, als wärst du ohnmächtig, Kamerad. Ja, so geht es allen am ersten Tag im Bergwert. Und die durstige Minna gibt uns teinen Zucker zu Anselmus, der stumm der kurzen, stummen Szene zugesehen hatte, schob sich näher an den Knaben heran; es tam ihm ein wenig Wärme, ein vertrauter Hauch entgegen. " Ich kenne dich? Ich habe dich schon gesehen?" flüsterte er. Der Knabe nickte. " Johannes...?" sagte Anselmus leise und streckte eine Hand aus, zaghaft und wie ins Leere greifend. ,, Nein. Ich bin nicht Johannes. Aber Johannes war mein Bruder." " Wie heißt du?" Meine Was soll der Name, hier, unter der Erde? Mutter nannte mich Francis. Aber meine Mutter ist gestorben." Und wo ist Johannes?" " Tot." „ Ja. Ja. Ich weiß es" flüsterte Anfelmus.„ Eine fleine Wunde auf der linken Brustdachte er; es war ein scharfer und wacher Schmerz dabei. lecken." Anselmus taumelte den Stollen entlang, von Lorenz ge führt, wie im Halbschlaf. Von weit rückwärts tamen noch Hammerschläge daher. Und der?" fragte Anselmus und wartete noch auf den Namenlos. ,, Der fommt nicht," sagte Lorenz, und fein großes schwarzes Gesicht vergaß einen Augenblick das Lachen. Der hat für zwei zu arbeiten." * Ueber dem Schacht war Himmel winzig wie ein Stern und ganz im Fernen. Er wuchs und wuchs ihnen entgegen, während der Korb sie aufwärts trug zwischen den andern müden schwarzen Larven. Das Dröhnen der Schläge füllte lange Zeit sein Hirn, daß er nichts anderes wußte. Dann holte Lorenz ihn zum Frühstück. Sie setzten sich auf eine erhöhte Stelle des Gesteins, 30gen die Füße aus dem schwarzen Schlamm an sich ins Trockene und holten das Brot hervor, das jedem in der Gemeinschaftsküche vor der Einfahrt eingehändigt wurde. Feuch tes Brot, warm vom Schweiß des eigenen Körpers. Und der?" fragte Anselmus, mit dem Kinn auf den Namenlos deutend, der noch immer mit dem Werkzeug gegen die Wand raste. Lorenz streďte feinen langen Arm hinüber und sagte: " Gönne vir Ruhe, Bruder- Doch es fam feine Antwort, als das immergleiche Auffallen der Hacke. Wieder nahte das Rollen heran und hielt ein. Der Knabe löfte seine Hände von den Wagen, schwer, als wären sie da angeschraubt und lebten nicht, und ließ sich neben Lorenz hinsinfen. Es war etwas von äußerster Erschöpfung in seinem Gesicht. Als der Knabe faß, hielt auch der Stumme mit seiner Arbeit ein, und die Oben empfing fie Luft wie eine Seligkeit. Während sie Hacke entglitt ihm, als höre ein Krampf auf. Er trat gebückt dem Badehaus zuschritten, waren sie nur ein Zug von schwarheran und verneigte sich wieder mit der Stirn bis zur Erde, zen, übermüdeten, verbissenen Gespenstern. Aber drinnen in zuerst vor dem Knaben, dann vor den anderen; dann brachten den Sälen, wo das warme Wasser aus hundert Wannen feine Hände fein Brot hervor, das er unter dem Hemd trug, dampfte, wurden sie Kinder. Zur Küche trabten sie mit nassen wie alle im Berg. Mit einer wunderlich demütigen Gebärde gesträubten Haaren, und waren hungrig wie Wölfe. Blumen legte er es dem Knaben vor die Füße. Der aber stieß es standen auf allen Tischen. Anselmus zwischen ihnen lachte. shimm wie der andere mit einer furzen und fonderbaren Die freundlichen Einrichtungen waren von ihm ersonnen. Aber Bewegung fort. Es fam ins Rollen, glitt vom Stein herab, fich die Genoffen erwiderten sein Lächeln nur halb und ließen ihn verschwand im Schlamm des Grundes. Der Namenlose sah Da erkannte Anfelm auch hen Mörder. einsam. Selbst Lorenz war unsichtbar geworden. Im Leseihm nach mit einem Ausdruck un tillbaren Grames, wie ihn Sein Herz ging schmeren Schlag. Einen Atem lang ver- faal verweilte er noch, wo ein paar müde Menschen über manchmal gefangene Affen in ihren alten Gefichtern tragen. fant er ganz in sich, da dachte er: Dies alles geschieht in mir. Büchern beinahe schliefen. Er verließ das Haus, es war ihm Er fazte nach den Füßen des Knaben fie waren nackt, sah Wir sind nicht im Bergwerf: was sich so dunkel wölbt und wunderlich und doch gewohnt, daß alle in Gruppen heimginAnselmus nun und nahm fie fast zärtlich in seine Hände. zweigt und Gänge führt, pochend, hämmernd Tag und Nacht, gen und er allein. Um die niedrigen Baradenbauten war der Da die nackten schwarzen Füße fich nicht wehrten, streifte er ist Herz und Ader von mir selbst. In mir spielt sich dies ab: Bersuch geschehen, Gärten zu pflanzen, aber die Erde gab fein Hemd mit einer schnellen Bewegung herunter und rieb Mörder und Rächer. Ich trage sie in mir. Darum malt die nichts her im Umkreis der Zeche. Sonderbar mar es, die damit die Füße, bis sie trocken und warm schienen. Der Knabe Wand unfere Schatten so gleicher lächelte erwachend. vielen Krüppel zu sehen, die geschäftig an ihren Krücken um faß norgebeugt und fah mit finsterem Geficht dem Stummen Die Bauje ist aus", sagte Lorenz. Schon rollte Francis alle Dinge pendelten, als Köche, Badediener, Herbergsväter, zu. Als der sich wieder verneigte, schob er ihn fort, feindselig, wieder schwer über seine Laft gebückt davon. Schon fühlte Gärtner. mie er das Brot fortgeschoben hatte. Gleich darauf schütterte Anselmus wieder das Holz in seiner Faust und warf sich in l " Man hat ihn ermordet", sagte der Knabe neben ihm finster. „ Ich weiß es. Ist das lange her?" " Lange. Am Tage der Salzschiffe." Anfelmus folg'e feinem finstern und verhängten Blid, der au hob und zu dem arbeitenden Bruder Namenlos ging. ( Fortseßung folgt.) Das Tagebüg einer Hausfrau 7. Dezember. Tumult bei den Boxkämpfen im Sportpalast. Im Sportpalast fam es gestern abend um 10 Uhr, gelegentlich des Borkampfes Wagner- Duisburg und Guiseppe Spalla Italien, zu einem Tumult, wie ihn Berlin seit langem nicht erlebt hat. Die Ursache war, daß Wagner nach drei maliger Verwarnung in der vierten Runde disqualifiziert wurde, so daß der Kampf abgebrochen werden mußte. Im Augenblick, als dieses dem Publikum mitgeteilt wurde, erhob sich ein Der heutige Tag ist noch völlig mit Waschen ausgefüllt. Es ohrenbetäubendes Pfeifen und Toben, das durch kein Mittel gemildert werden konnte. Die Kämpfer mußten den Ring verlassen, während ein Teil des Publikums sich in immer wüsteren Rundgebungen gefiel. Der Tumult dauerte etwa zwanzig Minuten, und als man den letzten Kampf Naujoks gegen Hönscherli, stattfinden ließ, dauerte der Tumult noch weiter an. Es wurden auf die Kämpfer faule Alepfel und die unmöglichsten Gegenstände herabgeschleudert. Die Polizei war völlig machtlos und konnte nur zu einer langsamen Räumung das Ihrige tun. Es dauerte jedoch fast eine Stunde, bis der Sportpalast sich gänzlich geleert hatte, die Waffenstillstandsbedingungen und der Friedensvertrag von Versailles bekannt wurden. Dieser Bruch des feierlichen Versprechens des Präsidenten Wilson steht einzig in der Weltgeschichte ba. Ohne lange zu fragen, trennte man Millionen Deutsche vom Reiche ab. Und Millionen werden der wohltuenden deutschen sozialen Gefeßesbestimmungen ferngehalten, weil es den französischen Machthabern nicht paßt. Sm 2tugenblid ist man dabei, die Rechte der deutschen Staatsbürger im Rheinlande noch mehr zu beschränken. Von französischer Seite wird mit der Ruhr besehung und der Annexion des Rheingebietes gedroht. Millionen Deutscher sollen rech tund schuhlos gemacht werden. Das ist das Ziel. Die deutsche war ein riesiges Stück Arbeit. Jezt aber bin ich zufrieden, daß Arbeiterschaft erhebt dagegen flammenden Protest. die Wäsche auf dem Trockenboden hängt. Ich mußte sehr früh Die deutschen Arbeiter waren es, die den Ruf erhoben: Nie aufstehen. Es macht keine Freude, in der zugigen Waschküche zu wieder Krieg!" Sie haben sich als die stärksten Träger des arbeiten, der zu allem Unglück eine Scheibe im Bodenfenster fehlt. demokratischen Gedankens erwiesen und sind gewillt, sich voll Die Kinder waren sich heute den ganzen Tag allein überlassen. und ganz an dem Wiederaufbau zu beteiligen. Erfolgt die Be- Als ich nachmittags herunterfam, halten sie sich wieder einmal ge fegung des Ruhrgebiets, so ist das deutsche Wirtschafts- prügelt. Das ist aber nicht so schlimm, denn sie vertragen fich ja leben der Zerstörung preisgegeben. Die Lebenslage der bald wieder. Der Große mußte heute einholen. Er besorgte: deutschen Arbeiter und überhaupt der weitesten Bevölkerungsfreise ist dann auf das tiefste Niveau herabgedrückt und wird einer chronischen Hungersnot gleichen. Mit der Frankenpolitik versucht man im besetzten Gebiet Röder auszuwerfen. Aber die Rheinländer missen, was das bedeutet, und sie werden darauf nicht hineinfallen. Die deutsche Arbeitnehmerschaft drückt deshalb in diesen schweren Tagen ihren Arbeitsschwestern und-brüdern im besetzten Gebiet ihre wärmste Sympathie aus. Sie ist überzeugt, daß die Bedrängten im Kampfe um das Recht nie ermüden werden. mischer Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen, Am Schlusse der Kundgebung nahmen die Versammelten eine Entfchließung an, in der sie ihre Treue zu den bedrängten Bolfsgenossen fchließung an, in der sie ihre Treue zu den bedrängten Volksgenossen warm und entschieden zum Ausdruck brachten. Stür 1 Liter Milch i Brot. 3/4 Bfund Leber 1 Stüd Waschseife. 90 M. 286" 450 • 180 aufammen 956 M. Der Raubmord an der Altfiherin Bergmann in Liebenwalde. Bor dem Schwurgericht des Landgerichts III stand zur Berhandlung wegen Mordes und schweren Raubes der Hausdiener Wilhelm Schmidt aus Berlin. Das Urteil gegen Schmidt lautete megen Beihilfe zum Totschlag, schweren Diebstahls bzw. schweren Raubes auf 10 Jahre 3uchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Dabei passierte dem Jungen, der sonst so zuverlässig ist, ein fleines Mißgeschich. Ich hatte ihm 1000 m. mitgegeben und er hätte mir 44 W, wiedertringen müssen. Er brachte aber zu meinem Erstaunen 144 M. Ich hätte das Geld ja gut behalten können, aber Die Unterschlagungen bei der Lebensversicherung Deutscher ich will meinen Kindern fein schechtes Beispiel geben. So mußte er wieder umkehren und in den Geschäften nachfragen, wo man Lehrer fanden vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte gestern thre sich verrechnet hatte. Er brauchte nicht weit zu laufen. Im Milch- Sühne. Der Buchhalter Georg Bahr hatte Unterschlagungen im laben war schon der Irrtum bemerkt worden. Das Mittagessen Gesamtbetrage von 366 000 m. begangen, die sich bis auf das Jahr dürfte einschließlich Fett, Feuer und Kartoffeln etwa 600 M. fosten. 1910 zurückführen lassen. Das Gericht erkannte auf eine GefängnisOltwig v. Hirschfeld als Zenge. Der frühere Fahnenjunker Oltwig v. Hirschfeld, der durch sein zum Abend gibt es heute Stulle und Suppe und den Rest der strafe von brei Monaten Kartoffeln vom Mittagessen. Attentat auf Erzberger bekannt geworden ist, mußte gestern Einen Ausnahmetarif für Weihnachtsbäume führt die Reichsvor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg als Zeuge erscheinen. bahn für die Zeit vom 7. bis 31, Dezember 1922 ein, durch den die Die Veranlassung dazu bot eine Verhandlung, die sich gegen nichtungsmittel gibt es verschiedene. Ein gut bewährtes Mittel ist Fracht zu den Sätzen und Bestimmungen der Klasse E statt C seine eigene Mutter megen Diebstahls richtete. Frau die Phosphorlatmerge oder Phosphorbrei, der auf Brot- berechnet wird. Dies entspricht einem Frachtnachlaß von Das Auslegen muß so erfolgen, rund 30 Pro 3. Um so unverantwortlicher ist die Preisv. Hirschfeld perfehrte bei einer Frau Hansen. Dieser waren stücke dünn aufgetragen wird. Gegenstände wiederholt wertvolle abhanden daß Haustiere nicht herantönnen. Auch die meer wiebel hat treiberei auf dem Weihnachtsmarkt, der von den Aufgekommen, und der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen sich bewährt. Will man ihre Präparate auslegen, so muß man sich sichtsbehörden mit aller Energie ein Riegel vorgeschoben Frau v, Hirschfeld. Eine Haussuchung, die in der Wohnung der alte Handschuhe überziehen, weil der Saft der Meerzwiebel ein werden sollte. Im vorigen Jahre war dasselbe Treiben festzustellen, Berdächtigten abgehalten wurde, förderte zwar die vermißten Gegen- starkes Brennen und Jucken verursacht. Arsenik und Strychnin ohne daß eine merkliche Abhilfe geschaffen wurde. stände nicht zutage, es wurden aber eine Schirmhülle und eine sind wegen ihrer starten Giftigkeit nur mit größter Vorsicht ausServiettentasche gefunden. Die Bestohlene, Frau Hansen, zulegen. Hanstiere und Geflügel halte man in den Tagen der erklärte, daß diese Serviettentasche bestimmt ihr Auslegung von den Räumen fern. Nur durch strenge Beachtung Eigentum set, denn eine Freundin habe sie gestickt und werde aller von den Behörden angeordneten Maßnahmen ist eine Abbestimmt bekunden können, daß es ihr, Frau Hansens, Eigentum nahme der Rattenplage zu erwarten. Die Mietervertretungen tun fei. Von Rechtsanwalt Bahn war als Gegenzeuge der Sohn der deshalb gut, nicht nur die Ausführungen der bebördlichen BerordAngeklagten, Oliwig v. Hirschfeld, geladen worden. Zu seiner Ver- nungen zur Bekämpfung der Mattenplage zu überwachen, sondern nehmung tam es jedoch nicht, da das Gericht die Bertagung bes nach träften tätig mitzuhelfen. schloß, um zu dem neuen Termin Frau Hansen als Zeugin zu laden. Bum dritten Male gegen die Ratten. Das Brot wird schon wieder teuerer. In einer großen Bersammlung der Groß- Berliner Bädermeister wurde gestern von dem Sachverständigen beim Berliner Er nährungsamt Obermeister Grüßer mitgeteilt, daß in fpätestens vier Wochen eine sehr bedeutende Preiserhöhung des Mehls bevorstehe, und zwar, wie verlautet, auf 100 000 m. für den Doppelzentner, der heute 45 000 bis 50 000 m. tofte. Aus diefem Grunde würde auch bas Brot ab 1. Januar neuerdings ganz erheblich teurer werden. Die Bädermeister schieben die Schuld auf die hohen Frachten, die Gefellenföhne, die Umfaßsteuer und die Reichsgetreideftelle, so daß nach ihrer Meinung das Bädergewerbe nicht der brotperteuernde Faktor set. Die Rattenbekämpfung, die jest erneut zum dritten Male in Groß- Berlin stattfinden soll, ist nicht allein, wie man vielfach anzunehmen scheint, eine Angelegenheit der Wirte, sondern auch eine persönliche der Hausbewohner selber, weil die Natte tatsächlich im Begriff ift, den Berlinern ihre fargen Wintervorräte an Startoffeln, Rüben usw., die sie in Kellern und Lauben einge lagert haben, aufzufressen. Deshalb muß die gesamte Bevölkerung an der Durchführung des Feldzuges gegen die Untiere mithelfen. Wie schädlich die Matte ist, gebt daraus bervor, daß sie in einem einzigen Jahr 5-6 mal je 8-15 Junge wirft, die wieberum nach vier Monaten geschlechtsreif sind und sich in derselben Weise fortDie erste Probefahrt auf der Nordfüdbahn pflanzen. Eine einzige Natte fann in einem Jahr bis zu 500 Nachfommen haben und im folgenden Jahre an die 25 000. In den wird voraussichtlich Ende nächster Woche von der Seestraße bis Vereinigten Staaten von Nordamerika bat man den Schaden, den zur Gneisenaustraße stattfinden. Der Innenausbau der Nordiüd die Ratte anrichtet, auf zwei Dollar pro Tier und pro Jahr berechnet bahn hat in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Am und da man glaubt, dort mit etwa 100 Millionen Ratten rechnen Halleschen Tor wird an der Uebergangsverbindung vom Unter zu müssen, so ist der Schaden, den die Volkswirtschaft erleidet, grundbahnhof auf dem Belle- Allianc- Plaz zum Hochbahnhof Hallesches nach unserem Papiergeld berechnet, ganz unermeßlich. Der Ver- Tor gearbeitet. IVO PUHONNY Wollen Sie einen Anzug oder Schlüpfer kaufen? so besichtigen Sie vor anderweitem Kauf meine Riesenläger!- In diskreterWeise auf Kredit Das Neueste in Jackett- u. CutawayAnzüge Ulster Schlüpfer Gummi- Mäntel. Damen- Konfektion MöbelEinrichtungen in 4 Etagen A. DAMITT RosenthalerStraße 46-47. A BC Eingetr. Firma ges. gesch. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute abend pünktlich 74, Uhr Sibung des fleinen Ausschusses im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., Zimmer 8. Anwesenheit aller ist dringend erforderlich. Infolge des Streits der Schauspieler kann die Anatol" von Schnißler am Sonntag, den Aufführung des 10. b. M., nicht stattfinden. Wann die Vorstellung nachgeholt wird, wird rechtzeitig im„ Borwärts bekanntgegeben. Die Vortragsreihe des Genossen Dr. Zreitel:„ Einführung in den Dienst des Schöffen" ist beendet. Flugzeugtatastrophe in England. Nach einer Neuter- Meldung aus Newport News( England) fanden bei einem Zusammenstoß zweier Flugzeuge zwei Offiziere und vier Soldaten den Tod. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas lebhafter. Fische knapp, Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 380-520 M., ohne Knochen 500-615 M. Schweinefleisch 575-850 M. Kalbfleisch 375-600 M. Hammelfleisch 390-680 M. Rückenfett 1400-1500 M. Schellfisch 190-245 M. Kabeljau 200-275 M. Rotzungen 210-250 M. Grüne Heringe 285-800 M. In Eis: Schleie 360-400 M. Hechte 530-385 M. Lobende Karpfen 375-425 M Schleie 400-490 M. Naturbutter 1500-1625 M. Margarine 1000-1100 M. Schweineschmalz 1450-1500 M. Kartoffeln 68-78 M. 10 Pfund. Weißkohl 15-18 M. Wirsingkohl 22-26 M. Grünkohl 20-23 M. Spinat 50 bis 60 M. Mohrrüben 11-14 M. Kohlrüben 12-14 M. Rotkohl 32 bis 36 M. Zitronen 40-50 M. das Stück. Zwiebeln 20-25 M. Kochäpfel 18-28 M. Kochbirnen 20-30 M. BATSCHARI bringt handgemachte CIGARETTEN Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold- u. Silber- Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen, Bestecken die renommierte Firma Juwelier H. Wiese Artilleriestraße 30 5 Min vom Bhf. Friedrichstraße u. Passauer Str. 12 ( Ecke Augsburger Straße) 5 Minuten v. Wittenbergpl.- Zoo Tel, Norden 1.30. 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Dezember 1922 hat u. a. beschlossen, das Stammaktien- Kapital der Gesellschaft um einen Betrag bis zu M. 350 000 000.- zu erhöhen durch Ausgabe bis zu 330 0 0 Stück vom 1 Januar 1923 ab dividendenberechtigten auf den Inhaber lautenden Stammaktien über je M. 1000.Nachdem der Beschluß, über die Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen ist, bieten wir namens und im Auftrag eines Konsortiums einen Betrag von M. 170 000 000.- unseren Aktionären unter nachstehenden Bedingungen zum Bezuge an: Allg. 1. Auf je M. 3000 alte Aktien können drei neue Aktien über je M. 1000.zum Kurse von 300% frei von Stückzinsen unter Entrichtung der Börsenumsatzsteuer bezogen werden. 2. Die Ausübung des Bezugsrechtes hat bei Vermeidung des Ausschlusses bis zum 28. Dezember 1922 einschließlich zu erfolgen, und zwar: in Frankfurt a. M. und in Berlin bei der Mitteldeutschen Creditbank ferner bei sämtlichen Zweigniederlassungen der Mitteldeutschen Creditbank an anderen Plätzen außerdem: in Coblenz u. Köln in Leipzig in Meiningen in München in Stuttgart in Tübingen In Hechingen und in Sigmaringen bei der Bankfirma Leopold Seligmann bei der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt ( Abteil. Becker& Co.) bei der Bank tür Thüringen vorm. B. M. Strupp Aktiengesellschaft) bei den Bankfirmen H. Aufhäuser und Moritz Schulmann bei der Bankfirma Doertenbach& Cie., G. m. b. H. bel der Bankkommandite Slegmund Well 3. Bei der Anmeldung sind die Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeübt werden soll, nach der Serien- und Nummernfolge geordnet ohne Gewinnanteil- und Erneuerungsscheine mit einem ausgefertigten Anmeldeschein, wovon Vordrucke bei den Bezugsstellen erhältlich sind, einzureichen. Die Ausübung des Bezugsrechtes ist provisionsfrei, soweit sie am Schalter der Bezugsstelle erio gt. Wenn dte Ausübung auf brieflichem Wege erfolgt, wird die übliche Bezugsprovision in Anrechnung gebracht. Die Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeübt ist, werden mit einem die Ausübung des Bezugsrechtes kennzeichnenden Stempelautdruck zurückge eben. 4. Der Bezugspreis von 300% M. 3000.- für jede Aktle ist zuzüglich Börsenumsatzsteuer bei der Anmeldung bar einzuzahlen, Ueber die Einzahlung wird dem Einreicher eine Kassenquittung erteilt. Die Bezugsstellen sind bereit, die Verwertung und den Zukauf von Bezugsrechten zu vermitteln. 5. Die Aushändigung der neuen Aktien, über deren Erscheinen besondere Mitteilung ergeht, erfolgt gegen Rückgabe der Kassenquittung bei derjenigen Anmeldeste le, die diese Quittung ausgestellt hat, egen Empfangsbestätigung. Die Bezugsstelle ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Vorzeigers der Kassenquittung zu prüfen. Frankfurt a. M. Beriln im Dezember 1922 Mitteldeutsche Creditbank Gold und Silber E zu höchsten Preisen verkauft man in der Trauringfabrik Alb. Thal& Co. 1. Geschäft: C 19, Seydelstr. 5( Spittelm.) Zentr. 5268 2. Geschäft: Charlottenburg, Bismarckstraße 76 ( Untergrundbahn Sophie- Charl.- Platz). Griskrankenkasse Berlin- Norden Deutscher Metallarbeiter- Verband Einladung zur Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. ordentlichen Ausschußigung Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Offert. mit Preis an am 20. Dezember 1922, 5 Uhr nachmittags, Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. G. Deibel, Dresden- A. Bankstr. 17 II Tel.: 151 45. Zinn im Kreishause in Berlin, Fiebrich Rarl- Ufer 5( Kreistagssigungsfaal), Tagesordnung: Beschlußfaffung Achtung! Borzeichner. Achtung! über Aufstellung des Boranschlages für Sonntag, 10. Dezember, vorm.10Uhr, Gold, Silber- Bruch bes Rechnungsausschusses für bie Brüfung das Jahr 1923. Sagungsänderung. Wahl im Lokal von Sachse, Lindower Straße 26: Quecksilbere Jahresrechnung für das Jahr 1922. usw. Berschiedenes. Blei, Kupfer, Platin Berlin, ben 5. Dezember 1922, Nenbeder, Borfigender. Für fauft z. 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