Nr.580 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 282 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750,- 902., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Oesterreich und Luxemburg 900,- 2., für das übrige Ausland 1280,-M., Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant. reich, Holland, Lettland, Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolf und Zeit", der Unter. haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Gozialdemokrat Berlin* SW Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle to ftet 160,-. Reflamezeile 800,-. ..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 45, M.( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 95, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 25, M., jedes weitere Wort 20,- 9. Morte über 15 Buchstaben zähren file zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 50,- DR. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dünboff 2506--2507 Freitag, den 8. Dezember 1922 Uebergabe der Sühne- Note. Französische Absichten. Die Reichsregierung hielt heute vormittag eine& a bi- den vorliegenden Umständen sei es unzweifelhaft das beste Ber nettssigung ab, um endgültig die Antwort auf die fahren, die diplomatische Erledigung der besorgniserregenden Lage, Sühnenote der Botschaftertonferenz über die in der sich Griechenland befinde, zu beschleunigen. Vorfälle in Passau, Ingolstadt und Stettin festzustellen, nachdem die bayerische Regierung und die bayerischen Regierungsparteien zu den Abmachungen zwischen der Reichsregierung und dem bayerischen Ministerpräsidenten Stellung genommen haben. Wie die PP. hören, dürfte diese Antwort jedoch erst im Laufe des Sonnabends nach Paris überfandt und dort am Montag übergeben werden. Ihre Beröffentlichung ist infolgedeffen vor Montag nicht zu erwarten. Vor der Londoner Konferenz. Amerikas verstärkte Aktivität. London, 8. Dezember.( WIB.) Gestern fand eine Bolsitzung des Kabinetts statt, die 1% Stunden dauerte und auf der die Repa rationsfrage erörtert wurde. Der belgische Ministerpräsident Theunis wird morgen vormittag erwartet, Poincaré und Muffolini follen morgen nachmittag eintreffen. Moratorium und Pressionsmittel. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postfcheckouto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Genossenschaften und Umsatzsteuer Von Franz Feuerstein. PT Im Laufe der fommenden Woche wird im Steuerausschuß des Reichstages und in diesem selbst über die Erhöhung der Umfaßsteuer von 2 auf 21 Proz. Beschluß gefaßt werden. Aber nicht nur darüber, sondern auch über Befrei= ung der Genossenschaften von der Umsatzsteuer überhaupt. Dies gibt Veranlassung, der Frage nochmals einige Bemerkungen zu widmen, obwohl sie schon einmal in diesem Jahre Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen im SteuerParis, 8. Dezember.( Eca.) Der gewöhnlich gut informierte ausschuß sowohl als auch in der Genossenschaftspresse gewesen Leitartikler des Petit Parisien", Millet, beschäftigt sich in ist. Nicht so im Reichstage selbst, wenn man von den kommufeinem heutigen Artikel mit der voraussichtlich auf der Londoner nistischen Eraltationen absieht, die auch hierbei losgelassen Konferenz zu behandelnden Materie. Es würden in der Hauptsache wurden, um Anhänger in den Genossenschaften für ihre bedrei Fragen aufgeworfen werden: 1. Kann man die deutsche Schuld fondere Gattung von Genossenschaftspolitik zu werben und die reduzieren? 2. Soll man einem Moratorium zustimmen? 3. Welche Sozialdemokratie schlechter als schlecht" zu machen. Bedingungen soll man für die Gewährung eines Moratoriums| Die damalige Entscheidung über die Umsatzsteuer stand im stellen? Die Erledigung des zweiten Punktes würde nach Ansicht Zeichen des Steuerkompromisses, d. h. unter zwangsläufigem Millets die wenigften Schwierigkeiten bereiten. Aus einem Brunnen, außenpolitischen Einfluß. Cannes brachte mit einer verhältder trocken fei, fönne niemand Wasser schöpfen. Frankreich würde nismäßigen Erleichterung der Reparationsleistung das Dikfich in dieser Frage zweifellos darauf beschränken, zu verlangen, tat einer Steuererhöhung, über die in der Zeit daß Deutschland nicht für eine lange Zeit von allen Zahlungen von 14 Tagen Beschluß zu faffen war. Die französische Politik befreit werden würde. Nach französischer Meinung würden vielleicht schieri unter Briand vor einem Wendepunkt zu stehen und 2 Jahre genügen, um die deutschen Finanzen wieder vollkommen Poincaré stand vor der Tür. Wollte die Sozialdemokratie in Ordnung zu bringen. das Steuerkompromiß nicht decken, so übernahm sie dafür die Verantwortung für den Sturz der Regierung Wirth, und man fam zu einer Lage, die nicht zu verantworten war. So kam das Steuerkompromiß zustande. Nebenbei bemerkt: Auch ohne das Steuerkompromiß, das also eine Sache von höchfter außenpolitischer Bedeutung war, wäre die Befreiung der Genossenschaften von der Umsagsteuer nicht durchzufegen gewesen, nachdem sich eine Einheitsfront da= gegen von den Demokraten und dem größeren Teil des Zentrums über die Deutsche Volkspartei bis zu den Deutschnationalen gebildet hatte. „ Star" schreibt, man erwarte, daß die Stimme der Bereinig ten Staaten die Entscheidung der Premierminister beeinflussen Was den ersten und dritten Punkt betrifft, so sei es schon merde. Das Blatt legt die Erklärung des amerikanischen Botschafters schwieriger, hierüber zu einer Einigung zu gelangen. Millet weist Harvey in seiner bereits gemeldeten Rede, daß Entscheidungen ge- in diesem Zusammenhange auf die Schwierigkeiten auf die Tilgung troffen werden könnten, gegen die Amerila Einwendungen würde er der alfiierten Schulden hin und meint, es sei die natürlichste Folge heben müssen, dahin aus, daß Amerifa nicht die Absicht habe, die An dieser Schwierigkeiten, daß Frankreich gewisse Mühe haben werde, wendung von Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland zu unterstützen. fich mit England über die endgültige Regelung der Reparationsfrage Paris, 8. Dezember( WTB.)" Liberté" schreibt über die Mög- zu einigen. Diese ernsten Schwierigkeiten liegen auch für die Belichkeit eines Eingreifens der Bereinigten Staaten in die Londoner handlung der dritten Frage vor. Die Haltung Frankreichs wird von interalliierten Berhandlungen, der Botschafter der Bereinigten der Logit der Ereignisse diktiert werden. Staaten Oberst Harvey habe Aeußerungen getan, aus denen die englische Bresse den Schluß ziehe, daß er von seiner Regierung beauf tragt wäre, gegen gewisse Entscheidungen der vier alliierten Regie rungen, z. B. Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland, Einspruch zu erheben. Möglicherweise fürchte man auch in Amerifa, daß die Streichung der Schulden wieder aufs Tapet gebracht werde. Auf alle Fälle ließen die ziemlich geheimnisvollen Borte des Oberst Harben und die Ankunft der amerikanischen Botschafter aus Deutschland und Belgien vorausfehen, daß die Verhandlungen zwischen Poincaré, Bonar Law, Theunis und Mussolini von den Bereinigten Staaten scharf überwacht werden, was sie nicht erleichtern werde. Eine Erklärung Bonar Laws. Condon, 8. Dezember.( WTB.) Bonar Law teilte gestern auf eine Anfrage Lloyd Georges im Unterhause mit, er werde sein Möglichstes tun, um zu ermöglichen, noch vor der Vertagung des Hauses eine Erklärung über die Politik der Regierung in der Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden abzugeben. Die Bertagung des Parlamentes findet am Freitag nächster Woche statt. Reparationen und Schuldenfrage im Unterhause. London, 8. Dezember.( WTB.) Der Parlamentsberichterstatter der„ Times" schreibt, die Erörterungen über die Reparationsfrage und die interalliierten Schulden würden am Donnerstag nächster Woche beginnen. Sir John Simon werde die Aussprache eröffnen, der Premierminister werde sie beantworten. Lord Curzon in der Klemme. Die englische Mitschuld an der grichischen Katastrophe. Lonton, 8. Dezember.( WTB.) Einiges Aufsehen erregie im Unterhause eine Anfrage an die Regierung, die emea von Guna. ris im Februar dieses Jahres an Bord Curzon gerichteten Millet entwickelt dann die französische Ansicht, daß Deutschland den Beweis feiner Unfähigkeit und feines schlechten Willens geliefert habe, und daß man infolgedessen ein längeres Moratorium nur unter besonderen Sicherheiten für die zu funft gewähren fönne. Man fönnte z. B. Deutschland eine Reihe von Reformen auferlegen, ähnlich wie sie man für Defterreich gefunden hat. Durch Ergreifung von Pfändern fönnte man die Durchführung dieser Reform sichern. Neben dem alten Projekt der Beschlagnahme der Zölle täme der Plan einer Besetzung des Ruhrfohlenbedens in Frage. Die Befehung brauche nicht über die neutrale Zone von 40 Rilometer östlich des Rheines, wie sie der Bersailler Vertrag festgesezt hat, hinauszugehen, trotzdem gerade dort die Kohlenbergwerfe liegen. Außerdem werde diese Besetzung, folange Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommt, den Alliierten feineswegs das Recht geben, sich selbst bezahlt zu machen. Sie werde nur dazu dienen, eine wirksame Bression auf die deut fchen Großindustriellen, die fich zu zögernd verhalten, auszuüben. Ein Mittel zur Preffion, nicht ein Mittel zur Zahlung, dies sind die praktischen Borschläge, die Frankreich voraussichtlich den Alliierten, sei es in London, sei es in Brüssel, machen wird. Türkische Zusicherungen an die Christen. Konftantinopel, 8. Dezember.( TU.) Die Angora- Regierung hat Konstantinopel, 8. Dezember.( TU.) Die Angora- Regierung hat den Führern aller christlichen Körperschaften in ihrem Gebiete zuge sichert, daß die chriftliche Bevölkerung dieselben Rechte und denselben Schutz wie die türkische genießen sell. Gleichzeitig bat fie die christliche Bevölkerung um ihr Verbleiben im Staate. Die Christen haben diese Zusicherungen mit Befriedigung entgegengenommen. Anders liegen die Dinge diesmal. Die Sozialdemokratie ist frei von außenpolitischem Zwang und daher frei in ihrer entschließung. Sie wird erstens gegen eine weitere Erhöhung der Umsatzsteuer stimmen und zweitens den bereits wieder eingebrachten Befreiungsantrag der Genossenschaften aus steuerrechtlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Gründen mit der ganzen Wucht ihrer 180 Mann starten Fraktion unterstügen. Dieser Unterstügung wird Bor schub geleistet durch den Umstand, daß der Finanzausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates den Befreiungsantrag der Genossenschaften bereits angenommen hat. Will man den Reichswirtschaftsrat als eine nur aus Sachverständigen bestehende, also unpolitisch orientierte Körperschaft gelten lassen, so muß man einem solchen Beschlusse Rechnung tragen. Allerdings: der Reichstag ist parteipolitisch orientiert, und so wird die Entscheidung teilweise unter anderen Gesichtspunkten gefällt werdan. Die Erhöhung der Umsatzsteuer von 2 auf 21% Proz. ist nicht gerechtfertigt, so sehr man auch anerkennen muß, daß die erhöhten Zuwendungen an die Gemeinden durch das dem Reichstag vorgelegte Landessteuergesetz, das die Umsatzsteuer neben anderen Steuern enthält, für die Gemeinden lebens notwendig find. Wenn aber die Regierung bei einer Erhöhung annimmt, und es fann ihr nachgewiesen werden, daß dieses um 1/2 Proz. ein Mehr aufkommen von" nur" 75 Milliarden Mehraufkommen 300 Milliarden beträgt, so entfällt jede Notwendigkeit, ihrem Vorschlage zu folgen. Vor einem halben Jahre tam die Regierung bei 2 Proz. Steuer zu einem rechnungsmäßigen Erträgnis von 20 Milliarden, bei den damals schen geforderten 21 Proz. zu 25 Milliarden. Da nur von damals bis heute und dies heute" ist schon wieder überholt die Warenpreise um durchschnittlich das 15fache gestiegen sind, so muß das Soll entsprechend höher, allo mit 300 Milliarden bewertet werden. Dabei ist zu beachten, daß damals die Regierung mit einer„ Berflüchtigung“ von 49 Proz. des Soll- Ertrages durch interziehung der beteiligten Kreise" rechnete. Diesmal ist davon keine Rede. der sollte die Regierung stillschweigend annehmen, daß nun 75 Proz. sich verflüchtigen", weil sie nur 75 statt 300 Millierden errechnet? " Dollar 7500-7600. Geldknappheit.- Devisenverkäufe.- Berlufte. Die sich immer mehr verschärfende Geldknappheit übt Brief sowie die Antwort Curzons auf diesen Brief tetraf. Die An- nunmehr auch einen starken Einfluß auf das Börsengeschäft aus. frage ging von dem früheren Privatjekretär Lloyd Georges, Sir Ebenso wie der Warenhandel genötigt ist, zur Beschaffung flüssiger Edward Grigg, aus und lautete, ob irgendein Dokument vorhanden Mittel größere Mengen Waren auf den Markt zu werfen, sehen sich sei, aus dem hervorgehe, daß dieser Briefwechsel den Kollegen Lord Handel und Industrie gezwungen, Devisenverkäufe vorzuCurzons mitgeteilt und vom Rabinett erörtert worden sei. Bonar nehmen, um sich die nötige Liquidität zu sichern. Das Angebot aus Lam antwortete, die Note Gunaris vom 15. Februar und die diesen Kreisen drückte merklich auf den Markt. Es kommt hinzu, Antwort darauf sei dem Kabinett vorgelegt worden. Blond daß angesichts des deutschen Reparationsvorschlages wenig Neigung George fpradh feine leberraschung über diese Erklärung aus, u Devisentäufen besteht. Der Dollar wurde mit 7500 bis 7600 worauf Bonar Law hinzufügte, das Foreign Office habe ihm mit bei fleinen Umfäßen gehandelt. Noch stärker als am Devisenmarkt geteilt, daß das Datument unter den Mitgliedern des Kabinetts it der Stimmungsumschwung an der Effektenbörse in die Erzur Kenntnisnahme zirkuliert habe. scheinung. Heute bedeckten sich bald nach Beginn der offiziellen Im Oberhause befundete Zorb Birkenhead, daß er niemals Börse die Maklertafeln mit Minus- Minus- Zeichen, die eine starke ein solches Dokument gesehen habe und betonte, daß vielleicht die die schon seit einigen Tagen ihre Engagements abbaut, ist augen- worten. Kursreduktion erwarten ließen. Die Börsenspekulation, Ereignisse einen ganz anderen Gang genommen blicklich auf Grund der ermäßigten Kurse noch fest gestimmt. Immerhätten, wenn das gesamte Rabinett von der Ansicht Gunaris' über hin fommt aber aus der Provinz ein ziemlich beträchtliches der Konsumvereine, anbelangt, so ist hier folgendes zu er Was nun die Befreiung der Genossenschaften, insbesondere die militärische Lage in Kleinafien Reninis gehabt hätte. Nach Angebot heraus, das vorläufig nur zögernd aufgenommen wird. wägen. Die Genossenschaften erleiden schweres steuerliches einem Wortgefecht mit Salisbury verlas dann Lord Birkenhead den Das spekulierende Publikum dürfte heute erhebliche Unrecht; denn nicht nur die Genossenschaft als solche", Wortlaut der Antwort Lord Curzons auf die Note von Gunaris, Berlufte zu buchen haben. Besonders start rückgängig waren sondern auch deren Mitglieder müssen je für sich die Umsatzin der dieser erklärte, die Griechen würden nicht imftande sein, ihre die in legter Zeit sprunghaft gestiegenen Montanwerte und ver- fteuer bezahlen. Die Verwaltung der Genossenschaft Stellung in Kleinafien ohne Heereslieferungen und ohne finanzielle fchiedene Aktien der chemischen Industrie. Unterstügung zu halten. Die Antwort Lord Curzons gibt der Hoffnung Ausdrud, daß die militärische Lage in Anatolien nicht so unHinzu kommt die ungeheuerliche Verschlechterung der Lebenslage des Voltes, soweit es aus Lohn- und Gehaltsempfängern mit ihren Familien, insbesondere aber aus proletarischen Mittelstandseristenzen, Kleinrentnern, Invaliden, Kriegsbeschädigten afw. besteht. Eine weitere Verschlechterung durch Erhöhung der Verbrauchssteuern ist nicht zu verant fauft doch nur mit den Geldernder Mitglieder und nur für diese Waren ein, verkauft" fie demnach nicht, mittelbar tritisch fei, wie die Note von Gunaris andeute. Unter in eine Brivattiinit begeben. Genoffe Scheidemann hat sich zur Heilung eines Darmleibens fondern verteilt sie nur an die Mitglieder. Es müssen also die Genossenschaftsmitglieder beim einmaligen Einkauf die Umsatzsteuer zweimal bezahlen: das erstemal beim seiner Barteistellung nicht fragen. In Desterreich habe die Sozial anderweitig. Unterverpachtung ist nur zugunsten der Arbeiter und Einkauf der Ware durch die Verwaltung, das zweitemal bei demokratie das Spiel vorerst verloren; sie möge fich hüten, Angestellten zugelassen. Die Regierung hat das Vorlaufsrecht auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Kon der Verteilung der Ware an die Mitglieder. Wenn daß sie es nicht auch in Deutschland verliert. eine Gruppe zahlungskräftiger Leute, oder Schieber, in Ob Herr Erkelenz bei dieser väterlichen Ermahnung an die 3effionärs zu Weltmarktpreisen, wobei für Betreide die Preise der Monats- oder Jahresmengen vom Fabrikanten oder Groß- fczialdemokratische Adresse unbewußt die Stimmung an- Rotterdamer Börse maßgebend find. Das Eigentum des weder tonfisziert noch händler Waren beziehen, so bezahlen sie die Umsatzsteuer- gedeutet hat, die in seiner eigenen Bartei herrschend ist, ver- Ronzessionärs darf nur einmal. Das Genossenschaftsmitglied, weil es seine Ver- mögen wir nicht zu erkennen. Indessen der elegische Schluß fequeftriert werden. seiner Rede deutet auf schwere Konflikte innerhalb der demowaltung mit dem Kauf beauftragt zweimal! " Das Wesentlichste an diesem Bertrage ist die Tatsache, daß sich Daß dies Unrecht ist und die Befreiung der Genossen- fratischen Partei hin, in deren Mitte eine kleine Gruppe von die Sowjetriegerung der Mitwirkung des marfantesten Bertreters schafts mitglieder von der Steuer nur normales Recht Angestellten und Arbeitern um Geltung ringt geger" ber der deutschen Schwerindustrie bedient, um, geftüßt auf das englische bedeutet, da die Genossenschaft, die sie bilden, schon einmal dem vorherrschenden Bank- und Handelskapital. Erie..nz Rapital, einen landwirtschaftlichen Großbetrieb auf staatlichen Lände bezahlt hat, zeigt ein Urteil des Reichsfinanzhofes vom fragt nämlich, wann endlich die Steuerreform fomnien reien zu errichten. Damit gibt sie öffentlich ihre Unfähigkeit zu, 14. Februar 1922( V A 259/21) über die Umsatzsteuerpflicht werde, die dafür sorge, daß alle Steuerzahler ihre Steuern nach felbst auf dem fruchtbaren Boden des Dongebietes aus eigener von Bezugsgemeinschaften, welches die Blätter dem gleichen Geldwerte zahlen. Arbeiter, Angestellte und Be- Rraft einen landwirtschaftlichen Großbetrieb zu organisieren. Nicht für Genossenschaftswesen" fürzlich veröffentlichten. Es heißt amte häften im Jahre 1921 als Einkommensteuer zu übersehen ist auch die Tatsache, daß die Berpachtung großer barin: rund 126 Stundenlöhne gezahlt. Wenn fie jetzt die fruchtbarer Landflächen an einen ausländischen Unternehmer bei --Nach den Feststellungen der Borinstarz schließt die liefernde selben Steuern erst zahlen müssen, brauchten sie nur acht den russischen Bauern, die die eigenen Großgrundbefizer verjagt und Firma Kaufaufträge mit den einzelnen, Kohlen abnehmenden Bahn- Stundelöhne aufzuwenden. Darin drücke sich die ste udas Herrenland unter sich aufgeteilt haben, weitgehende politische bediensteten ab, die bei dem Vertragsabschlusse der Zeche gegen erliche Bevorzugung derjenigen aus, die ihre Steuern Konsequenzen nach sich ziehen kann. über erstmals durch ihren Vertrauensmann vertreten werden. Das erst später zahlen. nach findet auch eine einzige Lieferung der Rohlen von der Zeche an die Vielzahl von Käufern statt. Bei dieser Sachlage liegt nun ein einziges Umfaßgeschäft zwischen Zeche und den Bahnbediensteten vor. Die Berteilung der Kohlen unter den Bahn. bediensteten nach Maßgabe ihrer Bestellungen ist kein selbständiges Imsakgeschäft, sondern stellt sich als die Abwicklung des vom Be auftragten im Namen seiner Auftraggeber in einer nach außen hin erkennbaren Weise abgeschlossenen Geschäfts dar." Das Absurde ist mun, daß derselbe Reichsfinanzhof die ,, Genossenschaft" als juristische Berson" den Mitglie bern der Genossenschaft gegenüberstellt, zwei verschiedene Rechtssubjette fonstruiert und so die Umsatzsteuerpflicht der Genossenschaft und ihrer Mitglieder, also doppelte Umfah steuerpflicht herstellt. W Benn diese juristisch schlüssige", für den gesunden Menschenverstand unbegreifliche Formulierung, die ein fraffes steuerliches Unrecht zur Folge hat, aufgehoben wird, so ergibt sich daraus noch lange teine Bevorzugung der Genossenschaften, sondern nur eine flare Sachlage durch Beseitigung der Doppelbesteuerung. Bedenkt man noch, daß diese Doppelbesteuerung des genossenschaftlichen Leztverbrauchers auch dadurch verschärft wird, daß bei ihm die Steuer restlos hereingebracht wird, während sich beim Privathandel das Soll um mindestens 40 Proz. verflüchtigt", so sprechen alle Gründe dafür, das Unrecht der Doppelbesteuerung bei den Genossenschaften zu beseitigen. Demokratische Klage. Erkelenz über die Regierung Cuno. Ehrhardts Getreue. Run wird Herrn Erkelenz inzwischen nicht unbekannt geblieben sein, daß im Steuerausschuß des Reichstages sämtliche bürgerlichen Parteien gegen die sozialdemokratischen Nachdem es endlich gelungen ist, den seit Jahren steckbrieflich Vertreter und trop des dringenden Abmahnens der Regierung verfolgten, aber von deutschnationalen Freunden fürsorglich gedie Steuerlast für die Rieseneinnahmen sehr schützten Hochverräter Ehrhardt zu fassen, haiten es die Deutschwesentlich herabgemindert haben. Auch die Ver- nationalen für geboten, offen ihre Sympathie mit diesem treter der Demokratischen Partei machten diese Arbeit Hochverräter und mit dem Kapp- Butsch auszusprechen. Im März zum Schuhe der Großfapitalisten getreulich mit. 1920 allerdings, als der Butsch zusammengebrochen war, erklärten Wenn Herr Ertelenz und die ihm folgenten Arbeiter und An- sie das Ehrhardt- Unternehmen für ein wahnsinniges Verbrechen" gestellten mit solcher Steuerpolitit einverstanden sind, ist das und taten entrüstet, wenn man auf die innige Berbindung der Kapp, ihre Sache. Aber sie sollten nicht darüber klagen, daß die Ludendorff und Ehrhardt mit den Deutschnationalen verwies. Die Sozialdemokratie nicht auch noch dafür die Verantwortung führende deutschnationale 3eitung in Pommern, die" Bommfersche übernehmen will. Tagespost", fühlt sich berufen, heute noch für Ehrhardt eine warme Lanze" einzulegen, indem sie schreibt: Krupp in Rußland. Seit einiger Zeit gingen Nachrichten durch die Presse, daß die Firma Krupp eine großen landwirtschaftliche Konzession in Sowjetrußland erworben habe. Nun werden Einzelheiten des Bertrages bekannt, der zwischen dem Leiter der russischen Handelsvertretung in Berlin Gto moniatoff und dem Borstandsmitglied der KruppWerte Dr. Sorge abgeschlossen worden ist. Es handelt sich nach diesem Bertrage um die Verpachtung von zirfa 25 000 Heffar Land an die Krupp- Werte, die auf dem gepachteten Boden einen landwirt. fchaftlichen Großbetrieb eröffnen will. Das Betriebsfapital für dieses Unternehmen wird in Höhe von 75 Broz. von englischen Rapitalistengruppen zur Verfügung gestellt. Ueber den Inhalt des Abkommens werden noch folgende Einzelheiten befannt: Die Dauer der landwirtschaftlichen Kenzession teträgt 36 Jahre. Die Sowjetregierung garantiert, daß es sich um staatliche Ländereien handelt Im Laufe von 6 Jahren ist der Konzelfionär verpflichtet, die Gesamtfläche der Konzession in BearbeiAuf einem demokratischen Parteitag für den Bezirk tung zu nehmen. Die Regierung verpflichtet sich, ihn in jeder Weise Düsseldorf- West hat der Vorsitzende des Vorstandes der De- zu unterstügen. Weng nach Ablauf von 3 Jahren, ohne daß vom motratischen Partei, Abg. Erkelenz, eine bemer- Ronzessionär unabhängige Hindernisse eingetreten wären, nicht tenswerte Rede gehallen. Bekanntlich stammt Herr Erkelenz 40 Proz. der Arbeiten ausgeführt sind, ist die russische Regierung aus der Hirsch- Dunderschen Arbeiterbewegung und es ist daher berechtigt, dem Ronzeffionär die Sonzeffion zu entziehen oder ihm begreiflich, wenn er dem Drängen feiner Partei nach der bür eine Konventionalstrafe aufzuerlegen. Alle 6. Jahre fönnen die gerlichen Arbeitsgemeinschaft mit zumindest einem naffen Parteien vom Vertrage zurücktreten. Der Ronzessionär hat das Auge gegenübersteht. Er machte denn auch in Düsseldorf kein Recht, den Prozentsaz des Getreides, den er als Zahlungen an die Hehl aus seiner Auffassung, daß er sich mit dem Ministe- Regierung abzuliefern hat, durch andere landwirtschaftliche Prorium Cuno durchaus nicht befreunden fönne. dufte oder durch Geldzahlungen zu ersehen, die nach den WeltmarktDie Der Ministerwechsel habe außer dem Ausscheiden der Sozial preisen berechnet und in ruffischem Gelde ausgezahlt werden. demokratie auch das Ausscheiden des legten Ar- Regierung hat das Recht auf buchhälterische Kontrolle der Geschäfts. beiters aus dem Kabinett gebracht. Damit hätten bücher. Der Konzessionär ordnet sich allen Gefeßen der Sowjetwir das erste arbeiterreine Ministerium jeit regierung unter. Alle Arbeits. und Sozialversicherungsgesche sind Ottober 1918. Erkelenz bescheinigt der Sozialdemokratie, daß für den Konzeffionär obligatorisch. Das Arbeitsfommiffie feit 1918 oft eine große Verantwortungsfreudigkeit be fariat stellt dem Konzessionär die Arbeiter zur wiesen habe. Er glaubt aber, daß die Sozialdemokratie jetzt Verfügung. Die Zahl der ausländischen Arbeiter darf 50 Pro3., von der Verantwortung zurüdschrecke. Aus diesem Gedanken gang fügt er hinzu: Bringen die Arbeitermaffen nicht die nötige Entschlußtraft auf, de schwere Arbeit, die jetzt noch zu tun ist, mitzuverantworten, dann verlieren sie die Republik! Denn das Bolt werde letzten Endes dem zujubeln, der das Land gesund macht, und es werde nach Kind und Puppe. Dabei ist immer im Auge zu behalten, daß selbst Ehrhardts Tat entschuldbar erscheint durch die Tatsache, daß es bis dahin toll genug zugegangen war an der Spree und anderwärts, najdem ber Umsturz alle Bande frommer Scheu gelöst, das Autoritätsgefühl untergraben, ja, restlos beseitigt hatte. So einfach, wie der Berwärts" das meinen mag, läst fich folches nicht wieder lange nicht bewiesen, daß sie wirklich die Beseitigung der Berfassung lange nicht bewiesen, daß sie wirklich Beseitigung der Verfassung anffrebien. Das gleiche Blatt hat die Freundlichkeit, den„ Borwärts" aufzufordern, aus einem gewissen Gefühl der Dan barkeit" heraus Ehrhardt in Echuß zu nehmen, weil es angeblich" Ehrhardt und seine Streiter waren, die sich Anfang 1919 für die Regierung der Boltsbeauftragten schlugen". Das Blatt wird aber wohl kaum felbst glauben, mit einer solchen Bemerkung irgend jemand überzeugen zu fönnen. Aus all dem Gerede leuchtet nur die eine Sorge hervor, daß es vor dem Staatsgerichtshofe dem Führer der Landtnechtsbrigade nicht gelingen möchte, eine gleich milde Beurteilung zu finden wie die Jagow, Wangenheim, Schiele vor dem Reichsgericht gefunden haben. Auch die Kreuzzeitung" glaubt es jetzt an der Zeit, jede Verhüllung fallen zu lassen. Gie veröffentlicht eine Korrespondenz aus München, in der es heißt: In ihm( Ehrhardt) sieht man hier den ganzen deutfchen Mann, man vergißt ihm nicht, daß er bei der Befreiung Münchens von der Räteherrschaft eine hervorragende Rolle spielte. Auch der Kapp- Putsch, der Bayern nur unmittelbar berührte, ist hier sehr gut ausgeschlagen, hat er doch den Sturz des fozialistischen Ministeriums Hoffmann herbeigeführt und Herrn v. Kahr ans Staatsruber gebracht. So hatte man hier trotz aller Ungefchidlichkeiten immer nur eine ftarle Sympathie für die Kappiffen und bedauert es ernsthaft, daß gerade in Bayern der lapfere Marineoffizier ins Garn gegangen ist. Es ist notwendig, sich diese Zeugnisse innerster Herzensgemeinschaft zwischen den Deutschnationalen und den offenen Hochverrätern gewissenhaft zu merten. Dieselben Kreise, die sich nicht genug an Berdammungsurteilen wider die Repolution leisten können, preisen den Revolutionär, wenn er zufällig die Republit stürzen und die Monarchie wieder aufrichten will. Ihre einzige Trauer ist, daß diese Kapp Revolution nicht gelang, und daß der Butschist zu allem Ueberfluß auch noch ins Garn ge gangen" ist. die der ausländischen Angestellten 75 Proz. der Gesamtzahl nicht überschreiten. Die Regierung ist verpflichtet, das für den Wiederaufbau der Gebäude notwendige Holz zu den billigsten Breifen zu liefern. Die Regierung hat das Recht, nach vorheriger Ankündigung zu staatlichen Zwecken Teile des in Konzession vergebenen Areals unentgeltlich zu enteignen, entschädigt jedoch den Konzessionär Die Mode ist dem Bersuch entschieden günstig, tommt es doch haupt- Der neue Stern. Zu Beginn dieser Woche ist von dem rumä sächlich auf den Charakter an, der dem Gesicht des Kunstwertes ver- nischen Astronomen Prof. 3irical ein neuer Stern im Bilde der In lebhafter Erinnerung ist mir ein Fall: einen Säugling be- liehen wird. Im übrigen ist alles pappweich, Arme und Beine find Beler entdeckt worden, der bei seiner Auffindung schon die Helligsuchend, unterhielt ich mich mit der Mutter; eine fleine Dreijährige aus Bapier fest zusammengedreht, Rumpf und Kopf entstehen aus feit eines Sternes erfter Größe hatte. Infolge der zurzeit in faft scheinend nur in vereinzelten Fällen möglich gewefen, das neue Gespielte im Bimmer, quälte und ärgerte sich mit einem länglichen zusammengeballtem Papier mit Stoff bezogen. Im vergangenen ganz Europa herrschenden dichten Bewölkung ist es bisher an Etwas ab, schalt und verprügelte den Gegenstand. Lachend er Jahre faufte ich solch eine weiche Puppe, sie ist afrobatenhaft gestirn zu Gesicht zu bekommen; allein aus London liegen Meldun Härte die Mutter, die Kleine habe ihr den Muslöffel abverlangt fenfig, trägt ein derbes graues Bauernfitteichen, ein rotes ge- gen von der Beobachtung der Nova, und zwar von der Greenwicher - es wurde gerade Pflaumenmus gefecht, ihn in Zeitungs- strictes Mieder, darunter ein weißes Hemdchen, eine gelbe ge- Sternwarte vor. Dr. A. C. Crommelin, Assistent an der Sternpapier eingeschlagen, das sei die Windel, der Löffel ihr Rind, und flochtene Schnur frönt als Schneden das Köpfchen das ist der werte zu Greenwich, bezeichnet die Helligkeit des neuen Sterns als da das Löffelbalg sich naß gemacht habe, befäme es eine Tracht ganze Zauber. Wohl schaut die Unfchulb ein wenig melancholisch glänzend; nähere Beobachtungen und spettrostopische Untersuchun Brügel. Dabei faß eine hübsche, große Puppe unbeachtet in ber brein, boch liegt das eben an ihrem" Charafter", ben ihr die Ser- gen haben anscheinend auch in Greenwich bisher noch nicht angestellt Sofaede. Vor einigen Tagen schleifte ein kleines Mädel mit stellerin auf ihrem Lebensweg mitgegeben hat, und steht es jedem werden können. Die Nova Lyrae steht im 282. Grad gerader Aufviel Geschrei:„ Tut- tut- töff- töff" einen invaliden Pappfarton hinter frei, das Geficht mehr oder weniger pifant zu gestalten. Jedenfalls steigung und 28. Grad nördlicher Abweichung vom Aequator, also straße. Das neue Gestirn bildet mit Vega, dem hellen Hauptstern sich her, die Infassen waren ein ganz verhuzelter Teddy, zwei Mur- ist der Phantasie weitester Spielraum gelassen. Ich könnte mir im südlichsten Teil des Sternbilds der Leier und inmitten der Milchmeln und ein abgegessenes Apfelferngehäuse. Was sich das Kind denken, wenn sich einige Frauen zusammensetzen zum Zwecke der der Leier, und Albireo, dem bekannten Doppelstern im Schwan, der bei dieser Fuhre gedacht hat, wer tann es erraten? Ich weiß nur Selbstfabrikation solcher Puppen, daß dabei manch originelles Ge- gleichzeitig den Fuß diefer ein großes Kreuz darstellenden Konftellaeins: es war glüdlich. Als Achtjährige schnitte ich mir einmal bilde zustande käme und, abgesehen vom Spaß und Vergnügen, fon bezeichnet, einen rechten Wintet mit der Nova als Scheilel ein Stück Holz zurecht, malte auf die Breitfeite ein Gesicht und zog Kindern eine Freude gemacht werden könnte, Kindern, die sonst punft. Es ist weiter nicht verwunderlich, daß der neue Stern inner. die Latte an mit Kleidern, vornehm wie eine Prinzessin, als Er- verzichten müßten. Wenn auch keine Käthe- Kruje- Puppen dabei halb der Milchstraße aufgetaucht ist; fast alle diese Neuerscheinungen faß für eine Puppe, die mir der Weihnachtsmann" wegen Mangel auftande fämen, so würde es doch geschickten Frauenhänden, von der Firsternwelt leuchten innerhalb der Milchstraße auf; interessanter etwas Kunfifinn geleitet, gelingen, die Troftlosigkeit eines puppen- ist der Umstand, daß die Nova Lyrae fast genau die gleiche gerade an Bravheit nicht gebracht hatte. Rinder leben ihre Welt für sich. Seht euch die Hosentaschen armen Weihnachtsfestes zu mildern durch Herstellung von„ weichen" Aufsteigung wie die im Suni 1918 erschienene Nova Aquilae hat. Nach dem neuen Stern im Perseus vom Jahre 1901 und dem neuen der Jungen, die Hamster fästen der Mädels an Gestirn im Adler von 1918 ist die Nova Lyrae der dritte Etern Nicht die Kleider, nicht die Namen machen die Puppen. begriffen, ruhen darin Herrlichkeiten, die sie nicht um ein Königerfter Größe, der im 20. Jahrhundert aufgeleuchtet ist. Hoffentlich reich, auch nicht um eine Republik, hergeben. Und nun gar die lichtet sich in den bevorstehenden Nächten wenigstens zeitweilig der Himmel auf, damit weitere Beobachtungen möglich werden. Gegen Buppen? Ein Kind ohne Puppe welche abgrundtiefe Armut! 9 Uhr abends hat man den neuen Stern tief am Nordnesthimmel Ist es nicht bezeichnend, daß alle unsere Adoptiveltern, ausnahmslos, ihren neuen Pflegefindern als erstes Geschent, als erste Liebeszu suchen, wird ihn aber zu früherer Stunde mehr im Besien und gabe Buppen bescherten? Ein Kind ohne Buppe- da friert das Gemüt! " von uns uns Puppen. 2. R. bat ber Magiftrat ber Stadt ei tow beltoffen, ciner in der Geehofer Gerbart- Hauptmann- Ehrung. Auf Borschlag des Bürgermeisters Eledlung gelegenen neuen Shake die Bezeichnung„ Gerbart- HauptmannStraite" beizulegen. Der Dichter hat die ihm gewordene Ehrung mit Dank angenommen. Und Berlin? Neues aus der Nationalgalerie, Jm Kronprinzenpalais, in der modernen Abteilung der Berliner Nationalgalerie, wurde eine Ausstellung von Aquarellen und Handzeichnungen von Künstlern der in größerer Höhe wahrnehmen können, Gegenwart eingerichtet, die für die Sammlung neu erworben worden find. In zwei Räumen des obersten Stockwerts, die sich an die AusBenige Wochen nur trennen uns von dem Fest, das ohne stellung der Bilder von Franz Mare anschließen, sind die Blätter zu Puppen faum denkbar ist. Nicht allen Schenkenden kommt der ehen. Da hängt eine Folge von Landschaften, besonders von Strand: tiefere Sinn dabei zum Bewußtsein. Wo aber ein Kind im Hause bildern, Erich Heckels; darunter ist auch das Aquarell der Alpenland ift, da muß auch eine Puppe sein. Schon wetteifern die Auslagen schaft, das dem fürzlich für die Galerie erworbenen Delbild Heckels der Schaufenster um den Preis, die schönsten Puppen auszustellen. zugrunde liegt. Eine zweite Folge wurde von August Macke er. worben, dem im Kriege gefallenen jungen rheinischen Maler, dessen Erfreulich ist die Feststellung, daß den blöden Puppengesichtern Gedächtnisausstellung das Kronprinzenpalais feinerzeit veranstaltete. anscheinend die Sterbeftunde geschlagen hat. An ihre Stelle sind unter den Blättern sind besonders reizvolle von der Reise, die Made die„ Charafterpuppen" mit wirklichem findlichen Gesichtsausdruck furz vor dem Kriege nach Nordafrika unternommen hat. Eine dritte getreten. So uffig- nett, daß man seine helle Freude an den Folge von Aquarellen erwarb die Galerie von Karl Schmidt- Rottluff. Wunderwerken haben kann. Freilich Laufende von fleinen Das übrige find ein pear Blätter von Rudolf Großmann aus der Mädels werden in diesem Jahre verzichten müssen auf ein solch Sportwelt, zwei Aquarelle von Mag Kaus, zwei der gart angelegten herziges Puppengebilde und sich, wie einst auch ich, mit Ersatz be- Aftzeichnungen von Alexander Archipenfo und ein in Wasserfarben helfen. Denn für viele Eltern werden dic Preise unerschwinglich gemaltes Stilleben des alten Christian Rohlffs. fein, zumal ja andere Dinge bitter nötiger sind. Das ist bedauerlich, benn Kind und Puppe ist ein unzertrennlicher Begriff. Im alten Hause der Nationalgalerie ist man zurzeit bei der Einrichtung des großen Feuerbach- Saales, wofür der quer gelagerte, früher der Plastit vorbehaltene Eingangsraum der Samms Wie tönnte dieser Not, die eine Not des Gemütes bedeutet, lung bestimmt ist. Der Saal wird für die Aufhängung des„ Gaftabgeholfen werden? Doch nur, wenn die Mütter sich selbst hin- mahls des Plato" hergerichtet. Eine neue Gestalt erhielt auch im feßen und versuchen, für ihre Mädels eine Puppe zu fabrizieren. mittleren Geschoffe der frühere erste Cornelius- Saal. Ein Verband der Zeitschriften: Medakteure wurde in einer vom Reichsverband der Deutschen Bresse einberufenen Bersammlung gegründet, Der Verband will die gesamten geistigen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder wahren. Die„ Bereinigten Musikpädagogischen Verbände hielten in Berlin ihre Jabresversammlung ab. Der Vorsitzende wies in seinem Sabresbericht auf die bedeutenden wirtschaftlichen Erfolge des Großverbandes bin, dem es gelungen ist, durch die Aufgebung der Lugusiteuer für Klaviere, den Sperrparagraphen gegen die Ausfuhr gebrauchter In strumente und durch die großzügige Mujitalienver billigung seinen Mit gliedern greifbare Vorteile zu verfchaffen. Zu Vorsitzenden wurden Arnold bel und Biof. Ed. Dehm wiedergewählt, als Beirat Musikdirektor Starl Holtidneiber- Dortmund bestätigt. Die Galerie Alfred Flechtheim, 2ütow User 13, zeigt in ihrer Winterausstellung( Dezember und Januar) Gemälde, Graphiten und Plastiken aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Schnee und Matsch. Wo bleiben die Kohlen? Gewerkschaftsbewegung Eine Erhebung über die Arbeitslosigkeit. ratung beschloß der Gerichtshof unter Borsiz von Landgerichtsdirektor v. Wedel- Parlom die Verkündung des UrGrau, neblig, unendlich trübe ist das Wetter in dieser Woche teils auszulegen. Sie findet am 13. Dezember, 9% Uhr, gewesen. Feinster Regen rieselte herab, und als es gestern aus. ftatt. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten in diefer Angelegen nahmsweise einmal troden war, atmete mancher wohl erleichtert heit wurde aufgehoben. cuf. Aber mit des Geschickes Mächten.. Gegen Abend begann Die dritte Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz hat es plöblich wieder zu tröpfeln, das Pflaster wurde wieder schwarz das Internationale Arbeitsamt beauftragt, eine„ besondere Erund glitschig. Almählich mischten sich Schneeflocken in den Regen gericht des Landgerichts III. Eine augenblicklich sehr aktuelle Anklage beschäftigte das Wucher- hebung über die Gesichtspunkte der nationalen und interWegen Bergebens gegen die Ver- nationalen Arbeitslosigkeit zu veranstalten und Mittel und in. der Nacht hing die Luft voll dicker Schneewoffen. Bald war ordnung betreffend die Koblenversorgung waren der Koblen zu ihrer Bekämpfung zu suchen. Die Erhebung foll rasch durch alles weiß in Weiz gehüllt. Leider schwankt die Temperatur händler Frizz Wronte und dessen Ehefrau aus Friedrichshagen geführt werden unter Erbittung der Mitarbeit der Wirtschafts- und immer um den Gefrierpunkt herum, und so sette in den ersten angeflagt. Beide wurden beschuldigt, Kohlen zurück gehalten inatzabteilung des Völkerbundes zur Regelung der durch die Morgenstunden, als der Schneefall etwas nachlich, das berüchtigte au haben, bis eine neue Steigerung der Preiie eingetreten war. Erhebung aufgerollten wirtschaftlichen und finanziellen Fragen". Zauwetter ein, dem alsbald wieder Frost folgte, der bald wieder Die Anzeige rührte von mehreren Werionen her, denen die An- Als Teil der Ergebnisse der Erhebung hat nun das Inter ciner leichten Erwärmung weichen mußte: Schen im Morgen geklagten den Verkauf von Koblen verweigert hatten. Vor Gerint nationale Arbeitsamt eine Schrift( in französischer und grauen arbeitete bie städtische Straßenreinigung, um Berkehrsoll bestandes an Kohlen geliefert worden feien und fchiedenen Staaten bisher angewendet wurden, um die von der erklärte der Angeklagte W., daß ihm nur 26 roz. ieines englischer Sprache) vorgelegt, die zeigt, welche Mittel in den verstörungen zu verhindern. Aber ein neuer Schneefall, der um 8 Uhr er für diese schon bestimmte Abnehmer gehabt babe. Nach einer Arbeitslosigkeit betroffenen Bersonen zu unterſtügen, die vorhandenen einfette, machte einen großen Teil der Arbeit wieder zunichte. So amtlichen Auskunft der Kohlenstelle ist ein Koblenbändler jedoch Arbeitsgelegenheiten zweckmäßig zu berteilen und neue Arbeitstraten denn vielfach, insbesondere bei der Straßenbahn Berkehrs- verpflichtet, unter allen Umständen Koblen an diejenigen Käufer gelegenheiten zu schaffen oder die wirtschaftliche Tätigkeit in einem Störungen ein. Allenthalben waren teilweise aus Arbeitslofen ge- abzugeben, die sich die Kohlen selbst vom Lager abholen wollen. gewissen Gleichmaße zu erhalten. Es wird in der Schrift u. a. bildete Kolonnen tätig, um die mit Matsch bededten Straßen zu Unter Bezugnahme hierauf wies der Verteidiger darauf hin, daß fäubern, eine Arbeit, die in den verkehrsreichen Straßen der Groß- tatsächlich der Nachweis nicht erbracht sei, daß der Angellagte diefen stadt nur mit großer Mühe durchzuführen ist. Auf der Stadtbahn fogenannten Selbstabholern die Herausgabe von Koblen verweigert hatte man sich ebenfalls gerüstet, um bei Verkehrsstörungen ein- der Beweisaufnahme jener Nachweis. nicht erbracht worden sei. habe. Das Gericht fam daraufbin zu einer Freisprechung, da in greifen zu können. Aus allen Zeilen des Reiches werden BerkehrsStörungen gemeldet. Nach der Ansicht unserer Wetterkundigen haben wir in den nächsten Tagen Regen, Schnee- und Graupelschauern zu erwarten, wobei es jedoch nicht ausgeschlossen ist, daß der Himmel zwischendurch auch einmal ein freundliches Geficht macht. Störungen im Fernsprechverlchr. Der starke Schneefall, der am gestrigen Abend ein etzte und bis in die Morgenstunden andauerte, hat überall im Reiche erhebliche Stärungen im Fernsprechperfehr zur Folge gehabt. Besonders mitgenommen wurden die Fern leitungen in Süd- und mittelbeutschland. Bollständig unterbrochen war der Berkehr mit Paris, Basel, Bien, Karlsruhe, München, Nürnberg, Frankfurt a. M., Kassel, Erfurt, Bremen und Liegnitz. Verstecktes Geld. „ Nur noch einmal mit der Brauf fanzen." Die Aufdeckung der Milliardenschwindeleien, die, wie wir mit teilten, der verhaftete Kaufmann Samuel Roseneck durch Fälschung Don Goldscheinen verübte, wirft wieder einmal ein grelles Licht auf des Treiben gewisser Kreise in Berlin. Rosened wohnte angeblich bei einer Frau in der Köpenicker Straße. Tatsächlich war er auch dort polizeilich angemeldet. Die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben jedoch, daß er sich bei der Frau auch nicht eine Stunde aufschalten hat und daß seine angebliche Wirtin von seiner Existenz nichts wußte. Die polizeiliche Anmeldung ist mit der Unterschrift des Hauswirts und dem Namen der Untervermieterin gefälscht worden. den Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteilen: Im Zusammen. Wittstock an der Doffe. Der preußische Kultusminister läßt durch hang mit der Frage der parteipolitischen Betätigung der Jugend, soweit sie noch schulpflichtig ist, ist die Frage, wiederholt aufgetaucht, ob die Schule befugt ist, in das Bestimmungsrecht der Eltern, ihre Kinder in parteipolitische Beranstaltungen( Borträge, gesellige Abende) mitzunehmen, verbietend einzugreifen. Das preußische Kultusministerium steht auf dem Standpunkt, daß die Schule nicht in der Lage ist, den Eltern, gleich viel welcher politischen Richtung fie angehören, dieses Recht zu wehren. „ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Proletarische Feierstunden. Sonntag, 10. Dezember, borm. 11 1hr, findet im Großen Schauspielhaus die nächste Veranstaltung ftatt. Das Leitmotiv dieser Feieriunde heißt: Großstadt. Drgelmusit leitet die eier ein, es werden dann Dichtungen von Hermann Lingg, Rainer, Maria Nilfe und Emile Verhaeren gesprochen. Orgel und Violine bringen zu Gehör die Romanze G- dur von Beethoven und die Sonate Teufels triller von Zardini. Der Sprech- Chor spricht das Chorwert: Großitadt farten a 50 W. find an den bekannten Verkaufsstellen und auch am von Bruno Schönlant. Die Ansprache hält Felig Stöffinger. Eintritts. Sonntag vormittag im Theater zu haben. Die Veranstaltung geschieht mit Zustimmung der Leitung der streifenden Schauspieler. Vereinigung für Schul- und Erziehungsfragen Berlin- Treptow. Deffentliche Bersammlung beute, Freitag, 8 1hr, im Zeichensaal Wilden bruchstr. 53: Anlage und Erziehung"( Herr H. Stölling). Bluttat eines Besatzungssoldaten. Rosened ist vor etwa 2 Jahren nach Berlin gekommen. Er Ein deutscher Beamter niedergeschossen. begann sofort den Auftauf von Edelmetallen und gehört allem Anscheine nach zu einer weit verzweigten SchmugglerFrankfurt a. M., 8. Dezember.( WTB.) Nach einer Meldung bande, die Goelmetalle aller Art über die Grenze schaffte. der Frankfurter Beiung" aus Ludwigshafen wurde gestern Cin Tell biefer Freunde des Verhafteten ist, bevor die Kriminal nachmittag ber Beamte der Ludwigshafener Geschäftsstelle der polizei fie faffen fonnte, jeht, mit Bäffen verfchen, nachweislich nach Reichsvermögensverwaltung Emil Hartmann in der Wohnung Danzig abgefahren. Wahrscheinlich haben diese Leute auch des französischen Sergeanten und Regimentsschneiders einen Teil des Silber- und Goldfchages, den Refened für feine Moulz von diesem durch einen Bauchschuß lebensgefähr Fälschungen beschafft hatte, mitgenommen. Andere Werte haben lich verlegt. Der Grund zu der Tat ist noch nicht bekannt. die Kriminalbeamten bei fünf Betannten und Freunden Rojened's Hartmann befand sich, wie vermutet wird, in Ausübung seines in einen Roffern mit Gilber und Gold, Uhren, Berufs in der Wohnung des Sergeanten. Sigaretten, Ctuis, Armbändern, Broschen, Stodgriffen usw. beschlag: Berufs in der Wohnung des Sergeanten. nahmt. Alle diefe Ecchen sind mehrscheinlich von Dieben und Ein bredern aufgetauft worden. Man glaubt, daß Rosened auch in anderen Behausungen noch weitere Schmudsachen unter gestellt hat. Vermutlich hat er unter falschem Namen und vielleicht auch unangemeldet noch Unterschlupf gehabt. Go fogte er felbft, daß er eine hochwertige Brillantennadel gern als Kaution zur Ver fligung stelle, wenn man ihm Gelegenheit gebe, nur noch einmal mit feiner Braut einen Tanza bend zu besuchen. Er erbot sich aud), bie Nadel sofort zu besorgen, wenn man ihm zu diesem Zwecke auf freien Fuß feze. Stolened gibt zu, die Probescheine der Deutschen Gold und Silberscheideanstalt, vormals Roeßler, in der Surstraße 80, in der geschilderten Art gefälscht zu haben. Er will aber die Blankofcheine nicht selbst gestohlen, sondern von einem Manne, der früher bei der Anstalt angestellt gewesen sei, getauft haben. Nachforschungen noch dieser Richtung sind im Gange. Ber über Rosened irgendwelche Mitteilungen machen fann, wird gebeten, sich beim Kriminalfommissar Müller, Bolizeiamt Hallesches Tor, Am Belle- Alliance- Play 5, zu melden. Aushebung einer Lafterhöhle. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Beitmeise beiter, jedoch überwiegend be. wollt mit geringen Schneefallen und frischen nordwestlichen Winden. Temperatur um den Gefrierpunkt schwankend. 52. Groß- Berliner Partei- Nachrichten Abt. Charlottenburg. Sonnabend den 9., abends 8 Uhr, Funktionärstzung bei der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Babe, Kaiserin- Augusta- Allee 52. 138. Abteilung, Reinickendorf- Oft. Seute abend 7% Uhr in der Jugendhalle Seebad, Residengite. 49, Funktionärsigung. Sport. gefagt, daß faum ein Monat vergeht, ohne daß in einem oder dem anderen Lande neue Anregungen zu Maßregeln gegen die Arbeitslosigkeit gegeben werden. Es ist von größter Wichtigkeit für jedes Land, die in dieser Beziehung im Auslande unternommenen Schritte fennen zu lernen, Dem Zwede, die Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kennen zu lernen, dient die neue Schrift des Deutscher Sprache lesen fönnten. D. Red.) Internationalen Arbeitsamts.( Die wir in Deutschland nur Steifnadige Unternehmer. In Der Stand des Streits bei Sarotti ist unverändert. Das Ultimatum der Firma an die einzelnen Arbeiter, daß fie bis Donnerstag morgen die Arbeit aufzunehmen hätten, anderenfalls sie entlassen feien, hat wie vorauszusehen nicht die erhoffte Birtung er zielt. Es waren nur einige uninformierte junge Mädchen erschienen, bie nach Aufklärung der Sachlage fofort wieder umfehrten. Das Reichsarbeitsministerium sowie das Gewerbegericht haben sich jedes für sich im Laufe des geftrigen Tages bemüht, die Parteien einander näherzubringen. Der Widerstand scheint weniger bei der Firma als beim Arbeitgeberverband zu liegen. Heute nimmt erneut eine Unternehmerversammlung zu dem Streit Stellung. Die Streifenden ihrerseits treten zur Betriebsversammlung am Sonnabendvormittag 10 Uhr in der Bockbrauerei zusammen, wo über den Stand der Dinge Bericht erstattet wird. Dezemberlöhne der Metallformer, Die Metallformer und Berufsgenossen nahmen am Donnerstag abend in einer gut besuchten Versammlung Stellung zu dem Lohnabkommen für Dezember. Branchenleiter Bredom referierte über das Resultat der Verhandlungen mit der Vereinigung Berliner Metallgießereibefizer. Die Vertreter der Arbeitgeber erklärten, von den fleinen und mittleren Betrieben fönnten höhere Löhne nicht mehr aufgebracht werden. Sie würden aber etwas mehr bewilligen fönnen, wenn fünftighin 48 Stunden ftctt 46% wöchentlich gearbeitet werde. Diese Zumutung wurde von den Vertretern der Arbeiter entschieden abgewiefen. Endlich machten die Arbeitgeber folgendes Bugsständnis: Für die Zeit ab 4. Dezember, und zwar auf zwei erste, 82 m. für die zweite und 78 m. für die dritte Lohnklaffe ge= Wochen, soll eine Stundenzulage in Höhe von 84 M. für die zahlt werden. Hierzu soll für die zweite Hälfte des Monats eine weitere Zulage in Höhe von 55 bzw. 54 und 53 m. tommen. es fei nicht möglich gewesen, auf frieblichem Wege mehr zu erlangen. Als befriedigend fann das Erreichte nicht angesehen werden, aber gekündigt worden. Der Rahmenvertrag ist von den Arbeitgebern zum 31. Dezember Die Aussprache zeigte eine starte Unzufriedenheit mit dem Berhalten der Arbeitgeber, doch wurde das Zugeständnis schließlich angenommen. Den Schluß der Bersammlung bildeten Aussprachen über den Arbeitsnachweis und das Lehrlingswesen. Es soll Darauf gehalten werden, daß Arbeitskräfte nur durch den Nachweis beschafft werden sollen und daß den Lehrlingen mindestens die Sätze zu gewähren sind, die von den Metallindustriellen bezahlt werden. Die zurückliegenden vier Wochen seien den Lehrlingen nachzuzahlen. Koftgeld der Lehrlinge im graphischen Gewerbe. Weshalb die Handwerkerorganisationen fich mit Händen und Füßen gegen eine tarifliche Regelung der Lehrlingsbezüge, des sogenannten Koftgelds, wehren, wird ohne weiteres flar, wenn man die tariflich geregelten Bezüge mit dem vergleicht, was sonst im Kleingewerbe gezahlt wird. Nach dem Buchdruckertarif beträgt das Koftgeld in der Zeit Der Kampf Spalla- Wagner, der gestern Abend im Sportpalast, bom 2. bis 81. Dezember im ersten Rebrjahr 1151 bis 1445 m., wie bereits tura miteeteilt, zu einem Radau sondergleichen führte, verdient im zweiten Lehrjahr 1150 bis 1445 M., im dritten Lehrjahr 1161 noch einige Woite. Spalla batte sich einen Schiedsrichter Rothenburg bie 1470 M und im vierten Lehrjahr 1166 bis 1480 wöchent aus Hamburg mitgebracht, der die Regeln etwas schärfer handhabte, als es lich. Die höchsten Beträge von 1445, 1455, 1470 und 1480 M. in Unter dem Aushängeschild eines Massage., Hand- und in Berlin üblich ist. Dagegen wäre an und für sich nichts einzuwenden den vier Lehrjahren gelten nur für Berlin und Hamburg. Diese Fußpflege Instituts" unterhielt eine Frau Schmidt im mal laut dem Publikum zur Stenntnis gegeben hätte. Das geschab nicht, fie für das Kleinhandwerk noch als vorbildlich gelten. gemelen, wenn dieser Herr die dreimalige Berwarnung Wagners jedes Kostgeldfäge sind nicht einmal besonders boch. Immerhin müssen zweiten Stock des Hauses Potsdamer Str. 62 einen Betrieb, der umio erstaunter war die Menge als plöglich die Disqualifikation Wagners lediglich der gewerbsmäßigen Unzucht diente. Diese Anstalt hat fchon erfolgte. Das war die eine Ursache der iofort einiekenden Radauszenen. micberholt bie Deffentlichkeit und die Strafbehörden beschäftigt. Ein Die andere Ursache war, daß sich ein Teil des Publikums ziemlich unbe- Die Jugendbewegung im Zentralverband der Angestellten. Strafverfahren gegen Frau Schmidt mußte aber wegen man mündet auf den riesigen Wagner eingeschworen hatte und dessen Unter gels an Beweifen jetesmal wieder eingestellt werden, weil legenheit dem entschieden technisch befferen und gewandteren palla nicht Die Jugendbewegung des Verbandes hat einen großen Auffeine Zeugen mehr zu ermitteln waren. Neuerbings zeigte eine zugeben wollte. Auf jeden Fall muß das Berhalten der Publikumsprotestler schwung genommen. Im Jahre 1921 hielt der Zentralverband der Frau an, daß ihre 15jährige Tochter von Heifersheifern in Diner Selbstfritif bar und sportlich un. Angestellten in Eisenach seinen ersten Reichsjugendtag ab. Benn das„ Institut" verschleppt worden war und infolge von unzüchtigen fich Wagner dem temperamentvolleren Spalla gegenüber zunächst recht gut, auch damals die organisatorische Gliederung der Jugend innerhalb Handlungen, die dort an ihr vorgenommen worden sind, erließ aber bis zur 4. Runde mertlich nach. In der 5. Runde erfolgte dann bes Verbandes noch nicht ganz durchgeführt war, so fonnte man franfte. Das Mäbchen liegt jetzt noch darnieder. Gestern nun die Disqualifitation nach dreimaligem Colagen mit der Sandfante. doch feststellen, daß auch die faufmännische Jugend erkannt hatte, machten drei Beamte ber Eittenpolizei des Polizeipräsidiums bei Wagner legte gegen die Entscheidung des Schiedsrichters Protest ein. Ein- daß nur eine starte und gut ausgebaute Organisation ihre Interessen Frau Schmidt wieder einen überraschenden Befuch. Sie trafen vier geleitet wurde der Abend durch den Stampf Boltmer Bremen gegen wahrnehmen fann. Bon Eisenach nahmen die Helfer und die Mädchen von 15 bis 25 Jahren und eine Ehefrau von 37 Jahren gegen den Züten Wa zlo um, wobei der Türfe als Buntisieger ertiärt Haufe. Die Anregungen haben sie mittlerweile in die Tat umNolauf Berlin, der unentschieden endete. Hierauf folgte unge Jugendlichen selbst wertvolle Anregungen für ihre Arbeit mit nach an, die sich feineswegs zu Manicure und Bedicurzweden bei ihr wurde. Der letzte Stampf( nach Wagner- Spalla) Naujots gegen aufhielten. Alle fünf wurden mit der Inhaberin des„ Instituts" öniherle spielte fich unter dem Gejoble ber enttäuschten Wagner- gesetzt und in fast allen Ortsgruppen wurden Jugendgruppen geZur Wache gebracht und festgestellt. 3wei Mädchen waren voll. En thufiaften ab. Naujoks fiegte hier in der 4. Stunde. ftändig entkleidet, als die Beamten eintraten. Frau Schmidt wurde abermals verhaftet und ihre Räume polizeilich geschlossen. Strolche! Unter Anklage der Ministerbeleidigung. Das Cefetz zum Schutze der Republik führte heute den aus Bayern stammenben früheren Studenten Kurt Mayer Lori bor bie neunte Etraffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte diszipliniert bezeichnet werden. Was den Stampf betrifft, so hielt . Devisenkurse. war im Frühjahr d. J. nach Berlin gekommen und hatte Beschäf 1 holländischer Gulden tigung bei der AEG. gefunden. Am 29. Juli wurde er dabei abge- 1 argentiniiche: Papier- Beso faßt, als er die bekannten Blafate antisemitifden 3n. 1 belgischer Frant. haltes in den Räumen der AEG. und an Häusern antiebte. Auf 1 norwegische Krone diefen Plakaten war ein Jude mit abstoßendem Aeußern darge- 1 dänische Krone. stellt, der einen Arbeiter an einem Nasenring hinter sich führt. 1 schwedische Strone Darunter stand:„ Deutscher Michel, das lind Deine finnische Mark. Führer!" Der Angeflante felbft batte mit der Hand noch unter 1 javanischer gen die Figur geschrieben:„ Rathenau und Genossen." Er 1 italienische Lire ist deshalb wegen Bergehens gegen das Gesetz zum Schuß der Re- 1 Bfund Sterling publik vom 26. Juli b. 3. angeflact. Zu seiner Verteidigung er. Dollar Härte mener, daß ihm zwar das Gefeß befannt gewesen sei, daß 1 franzöfifcher Frank er aber noch nicht gewußt habe, baß es in Kraft getreten fei. Der 1 brasilianischer Milreis Beklagte, der feit dem Sommer in Haft ist, benutte diese Gelegen- Sweizer Frank. heit, um eine alte Strafe von vier Wochen Gefängnis 1 ipanischer Beseta megen Unterschlagung zu verbüßen. Es war ihm damals 100 österr. Stronen( abgeft.) eine Bewährungsfrist gewährt worden. Qurch das neue Bergehen 1 tichechische Krone ist jedoch die Strafe rechtsgültig geworden. Etaatsanwaltschaftsrat 1 ungariide Strone Dr. Burchardi beantragte gegen den Angeklagten eine Strafe 1 bulgarischer Lewa von vier Monaten Gefängnis. Nach fast einstündiger Be- 11 jugoslawischer Dinar bildet. Der Zentralverband der Angestellten hat sich zur Aufgabe gemacht, die Berufsbildung feiner jugendlichen und Lehrlingsmitglieder zu fördern, fie, aber weiterhin auch mit den großen Ge bieten der Wirtschaft und des Wissens vertraut zu machen. Er will, ausgehend von der Erkenntnis, daß nur der Tüchtigste im Beruf Aussicht auf ein Fortkommen hat, in Kursen und sonstigen bildenden Veranstaltungen die Lücken, die die Schulbildung hinterlaffen hat, ausfüllen. Neben den Bildungsfragen wird auch der Geselligfeit der Jugendlichen Rechnung getragen. 8. Dezember 7. Dezember Käufer Berkäufer Käufer Berläufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 8117,18 8132.82 3211,95 3228.05 Die Zahl der im Zentralverband der Angestellten organisierten 2922 67 2937.23 3022.42 3037.58 Jugendlichen beträgt über 30 000. Sie könnte noch viel größer fein, wenn der Zentralverband der Angestellten von den Eltern die 1431 41 1438.59 1511.21 1518.79 nötige Unterstützung bekommen würde. Wir bitten deshalb die Bureau 1576.05 1583.95 Eltern ber faufmännischen Lehrlinge und 2063.81 2080.19 angestellten, darauf hinzuwirken, daß sich ihre Söhne und 201.49 202.51 Töchter unverzüglich der freien Gewerkschaft, dem 382., anschließen. 521.69 524.81 1635.90 1644.10 2144.62 2155.38 3865.31 3884.69 891.51 898 49 35511.- 35689.- 38809. 7880.25 7919.75 559.59 502 41 401.99 404.01 Bellegung des Schweizer Budbruderstreits. Nach einer Mit86191.- teilung des Schweizerischen Arbeitsamts haben in den letzten Tagen 8079 75 8120.25 zwischen dem Schweizerischen Buchdruckerverein und dem Schweize 568.57 571.48 rischen Typographenbund Verhandlungen stattgefunden, die mit der 967.57 972.43 2lusarbeitung eines Entwurfs eines Bräliminarabkommens endeten. 1506.22 1513.78 Nach diesem ist der Kampf einzustellen und die Arbeit am fommen1241.88 1248.12 ben Montag wieder aufzunehmen. Das Abkommen sieht Bestim 11,22 11.28 mungen über die Arbeitszeit, die Ferien usw. vor. Eingehende Ber. 258.64 handlungen sollen am 11. D. M. beginnen. 252.36 8.45 8.47 59.85 Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: 60.15 Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: 106.73 107.27 Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Linhenftr. S Weihnachts- Verkaufs Damen- Konfektion imit. Katze. 9500 . indemann& 6950 Damen- Sportjacken Damen- Mäntel as molligen Win erstoffen 7500 Glegante Mäntel aus modefarb. Plausch 19750 Damen- Jacken imit. Lammfell auf Futter 27500 Reinwollene Cheviot- Kleider Treenitur Serie 1.9500 Serie III 19750 Serie 11 15500 aus gutem Foulétuch, jadefarben mit 4950 Jumper schwarzer Stickerei. Strandjackch. u. Kimonos mit langem 5900 aus Trikot mit 1675 aus Halbtach 1275 Unterröcke Moirévolant Extra- Angebot! 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