Hr. 595 ♦ ZH.�ahrgatig Kusgabe A Nr. 294 Bezugspreis: I?llr den Monat Dezsinber 7Z0 M. voraus zahlbar. Unicr Kreuzband fiir Deutschland, Danzig, Saar- und Mcmelgcblct sowie Oesterreich und Luxeinbura l2A M., für das übrige Ausland 1730 M. Postbestcllunge» nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland. Finnland, Frank- reich, Holland, Lettland. Luxemburg, Oesterreich. Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volk und Zeit", der Unter- baltungsbeiloge„Scnnwelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adressc! „Sozialdemokrat Berlin" Sonntags-Ausgabe Devlinev Volksvl�tt ( 40 Mark � Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeil« kostet 2Zl> M. Reklamezeile lllöd M. „Kleine Anzeigen" dag settgedruclie Wort 75 M.(zulässig zwei fett- gedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 M. Stellengesuche und Schlaf- stellenanzeigen das erste Wort <0 M.> jedes weitere Wort Z0 331. 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Der Täter hat schnell hintereinander drei Renolverschnsse gegen den Rücken des Präsidenten abgegeben, infolge deren der Präsident einige Zftinuten später verschied. Der Täter ist ein Kunstmaler namens hicwiadoniski, der festgenommen wurde. Räch der Verfassung übernimmt der Sejm- Marschall Rataj inzwischen das Amt des Präsidenten. Er wird sofort die Rationalversammlung einberufen, welche die Wahl des neuen Präsidenten zu vollziehen hat. Narutowlcz wurde am S. Dezember, nach vier ergebnislosen Wahgängen, als Nachfolger Pilsudskis mit 289 Stimmen der Linken und der Minderheiten gegen 227 der Nechten zum Staatspräsidenten gewählt. Seine Wahl rief Wutausbrüch« der übenlakionaliftifchen Reaktionäre hervor. General haller rief die Bevölkerung Warschaus zum heftigen Kampfe gegen Narutowicz auf und sprach vom Recht der Bevölkerung auf Waffengebrauch und zur Selbsthilfe. Es kam dann am Montag und Dienstag zu Strohendcmonstrationsn, die Narutowicz zur Abdankung zwingen sollten. Es fanden wiederholt Schießereien statt, fo anlaßlich der Eidesleistung vor dem Parlament, dessen linksstehende Mitglieder verhindert werden sollten ,' ln die Sitzung zu gelangen. Narutawihtz wurde am Tage der Eidesleistung von Studenten schwer belästigt. Der Feier der Eidesleistung war die Rechte ferngeblieben. Di« ?lniwort der Regierung war die Verabschiedung des Generals haller. was die Wut der Reaktion noch vermehrte. Die polnische Gesandtschaft in Berlin hat auf unsere Anfrage die Nachricht oon der Ermordung bestätigt und teilt weiter mit: Der Attentäter hat längere Zeit in Paris und Petersburg zuge» bracht und sich in letzter Zeit fast ausschließlich mit K u n st p ä d a- g o g i k beschäftigt. Er ist 1869 in Warschau geboren und hielt sich erst seit wenigen Jahren wieder in Warschau ständig aus. 1918 erlitt er auf der Straßenbahn einen Unfall, der eine schwer« Gehirnerschütterung und eine Nervenkrankheit her. beiführte.— An dem außerordentlichen Kabinettsrat hat auch Mar» schall P i l s u d s k i, der Vorgänger Narutowicz', teilgenommen. » Warschau, 16. Dez.(Eca.) Im Senioren konvent beantragten die Rechtsparteien(!), den Sitz der Nationalversammlung in die Provinz zu verlegen. Der Antrag wurde mit der feindlichen Stimmung eines Teiles der Bevölkerung gegen Landtag und Senat begründet. Der englische Gesandte in Warschau Miller, der Augen- zeuge des Attentats war, erklärte dem Korrespondenten einer amen- kaniscben Zeitung, daß er wenige Minuten vor dem Attentat dem Präsidenten seine Glückwünsche anläßlich der Uebernahme seines hohen, aber schwierigen Amtes ausgesprochen habe, wobei er gleich- zeitig seinem Bedauern Ausdruck gab, daß er infolge seiner Erkran» kung sein« Glückwünsche nicht habe früher darbringen können. Der Staatspräsident habe ihm geantwortet, es wäre wohl angebrachter, idm zu dem übernommenen Amt das Beileid als die Grotu- lation auszusprechen. Die Leiche des Präsidenten wurde mit der polnischen Flagge bedeckt und mit einer Ehreneskord« ins Belveder« übergeführt. Sikvrski mit üer Regierungsbilöung beauftragt. Warschau, 16. Dezember. Der stzllvertretendL Staatspräsident hat die Kabinettsbildung dem General Sikorski, dem bisherigen Sencralstovsches. übertragen. General Sikorski hat den Aus- trag ,ur Kabinettsbildung angenommen und beabsichtigt, das porteseuille des Innenministers zu übernehmen. Narutowicz hatte den Arbeitsminister Darowski mit der Kabinettsbildung betraut. * Das politische Drama, das sich in den lesiten Tagen an- läßlich der Wahl des Staatspräsidenten durch die National- Versammlung abspielte und die Parteileidenschaften aufs höchste aufpeitschte, hat einen tragischen Ausgang genommen. Präsident Narutowiez wurde von einem angeblich irrsinnigen Kunstmaler erschossen. Mit diesem politischen Mord hat der polnische Faseismus eine verhängnisvolle Bahn betreten, die das kaum wieder auferstandene Polen den Gefahren eines Bur- gcrkrieges aussetzt. Vergebens werden die nationaldemokra- tischen Kreise die Blutschuld von sich abwälzen wollen. Der- gebens werden sie darauf hinweisen, daß sie die von ihnen entfachte aufständische Bewegung durch beruhigende Aufrufe an die Bevölkerung selbst beizulegen versucht haben. .Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los!" Mag der Attentäter auch tatsächlich vathologisch belastet sein, die öffent- liche Meinung Polens wird die moralisch» Schuld an dem Verbrechen dem Hetzkaplan, dem Hetzgeneral und dem Hetz- Politiker, dem Trifolium Lutoslawski, Haller und K o r f a n t y zuschreiben. Vergeltungsakte schlimmster Art sind zu befürchten, wenn es den Sozialdemokraten nicht ge- lingt, die berests durch die Angriffe auf D a s z y n s k i und L i m a n o w f k y aufs höchste gmizten Arbeitermasfen zur vorbildlichen Einhaltung- des legalen Weges zu bewegen. Man erinnert sich an die Vorgänge, die zu dieser furcht- baren Entladung des Parteihasfes geführt haben. Die Na- tionaldemokratie, die durch eine Koalition mit ver- wandten Elementen im Sejm zur Macht zu gelangen hoffte, war unterlegen. Eine aus den Sozialdemokraten, den Bauern und den nationalen Minderheiten zusammengesetzte demokra- tische Majorität hatte den liberalen Demokraten Narutowicz zum Nachfolger Pilsudskis gewähst. Nun glaubten die nationaldemokratijchen Extremisten, die Eides- leistung des Präsidenten verhindern und ihn zum Rücktritt bewegen zu können, indem sie Straßentumulte organisierten, die Abgeordneten blutig schlugen, ihnen den Weg zum Sejm- gebäude sperrten. Kaum einen Tag lang hatte der„Hallerismus", der „weiße Bolschewismus", wie die fortschrittliche Warschauer Presse diese antistaatliche Bewegung nannte, sich ungehindert entfalten können. Mit einer Energie, die unter den gegebenen Umständen von großem Mut zeugte, stellte das Kabinett Nowak, zweifellos bereits vom Präsidenten Narutowicz inspiriert, die Ordnung wieder her. Der Innenminister mußte demissionieren, General H a l l e r— zurzeit Abgeordneter— auf feine Stellung in der Armee verzichten. Unverzüglich wurde ein.Gesetz erlassen, das den Kampf gegen die stapts- rechtliche Ordnung mit den härtesten Strafen bedroht. Und dafür, daß er nicht nur gegen den Witten der Nationaldemo- traten die Präsidentschaftswürde angenommen hatte, sondern auch die Störer der Ordnung zu maßregeln wagte, mußte Narutowicz büßen. Polen wird diesen Verlust nicht leicht tragen. Nach dem freiwilligen Rücktritt Pilsudskis galt Narutowicz der Majorität der polnischen Demokraten als die berufenste Pc. sönlichkeit für die Präsidentschaftswürde. Auch das Ausland für das Narutowicz keine unbekannte Persönlichkeit war teilte diese Anschauung. Schon durch sein vieljähriges Wirkei als Lehrer an der Züricher'Polytechnik hatte dieser hervor ragende Techniker sich Anerkennung in der inter- nationalen Welt erworben. Sein Ansehen stieg, als c zum Präsidenten der interterritorialen Rhemregulierungs kommission gewählt wurde. Als Vertreter Polens auf dc Konferenz von Genua und als Außenminister trat Narutowic mit den internationalen politischen Kreisen in Fühlung un bekundete schätzenswerte Qualitäten. Sein langer Aufentha! in der Schweiz hatte ihn zum echten Demokraten gemach Seine Weltanschauung war freisinnig und fortschrittlici Zweifellos hätte er in der Stellung des Staatspräsidenten ei Gegengewicht gegen die dunklen Mächte gebildet, die Pole auf die Bahn eines nationalistisch-kierikalen Imperialismus z drängen bemüht sind. Wenn man etwa in diesem Lager durch die Beseitigun Narutowicz' den Weg für die eigenen Aspirationen freizu machen glaubte, so gab man sich doch wohl einer große:' Täuschung hin. Die demokratische Bewegung, die bereits ii der Nationalversammlung den Sieg davongetragen hat, wir durch diesen Meuchelmord eine moralische Stärkung erfahren Der Nachfolger Narutowicz' kann. nur ein Politiker de gleichen Richtung sein...' Davon zeugt schon der Umstand, daß der Stellvertret. des ermordeten Präsidenten, Sejinmarschall Rataj, den Eh des Generalstabes, G e n e r a l S i k o r s k i, mit der Bildun des neuen Kabinetts betraut hat. Der aus den polnischen Lc gümen hervorgegangene Sikorski ist ein naher Freund Pü sudskis und gleich ihm fortschrittlich und födere listisch gesinnt. Es ist gut für alle, wenn aus dem gegewärtigen Kampfe die Demokratie siegreich hervorgeht. De: die Gegner der Demokratie in Polen sind auch die Gegn ihres eigenen Vaterlandes und seiner friedlichen Entwicklui!. Die Aktion Amerikas. Die Ententepresse verzeichnet die Gerüchte, daß Harding eine internationale Konferenz in Washington einberufen wolle. Die Hälfte oder zwei Drittel der von den Bankiers geplanten Anleihe von IVz Milliarden solle zur Zeichnung in Amerika aufgelegt, der Rest auf die anderen Nationen verteilt werden. Als Sicherheit für diesen Kredit werde die amerikanische Regierung eine Hypothek auf alle deutschen Einnahmequellen einschließlich der Ein- und Ausfuhrabgaben vorschlagen. Mit arideren Worten, die alliierten Regierungen sollen auf einen Teil ihrer Pfänder aus dem Friedens- vertrag verzichten, um den Forderungen der internatio- nalen Bankiers gerecht zu werden. Reuter meldet aus Washington: Von offizieller Seite ist wenig darüber zu erfahren, was die angeblichen Regie- rungspläne wegen der europäischen Angelegenheiten bestätigt. Indessen wurde gestern im Weißen Hause endgültig an- erkannt, daß Amerika seinen Einfluß als Glaubiger Europos nicht ungenutzt lassen dürfe. Das Staats- departement hat mitgeteilt, daß über die Frage einer Anleihe an Deutschland in offizieller Weise nicht verhandelt wurde. Indessen wird der Besuch des deutschen Botschafters im Staatsdepartement als bedeutmigsvoll angesehen. Im Staatsdepartement in Washington wurde, wie Reuter weiter mitteilt, von zuständiger Stelle erklärt, daß die Frage der Anleihe für Deutschland dem Departement n i ch t in irgendeiner offiziellen und formellen Weise vorgelegt worden sei. Botschafter W i e d f e l d t reist« bald nach seinem Besuch im Staatsdepartement nach New Park ab. New Aork, 16. Dezember.(WTB.) Die Blätter bringen aus Washington ausführliche Berichte, nach denen das Kabinett in seiner gestrigen zweistündigen Sitzung sich hauptsächlich mit der Frage der deutschen Anleihe beschäftigt habe. „New Bork World" schreibt, daß nach der Sitzung eine hohe amtliche Persönlichkeit erklärt habe, der Erfolg einer Anleihe hinge davon ab,"welcher Gebrauch mit ihr gemacht würde. Andere maßgebende Kreise seien der Ansicht, daß eine Anleihe von 2 Milliarden Dollar in Amerika flüssig gemacht iverden könne, wenn die Erfüllung aller deutschen Verpflichtungen von ihr abhing e. „New N o r k Time s" berichtet aus Washington, daß nach Ansicht unterrichteter Kreise die Hauptschwierigteit darin besteh«, wie die europäische Loge wiederhergestellt werden könne. Eine Anleihe könne Deutschland erhalten, wenn die Summe seiner Repara tiönszahlungen seiner Zahlungsfähigkeit entspräche. E werde gesagt, daß Amerika in dieser Richtung bereits E r t u n d gungen in Deutschland eingezogen habe. „A s s o c i t« d Preß" berichtet aus Washington, daß vo nichtamtlicher Seite der Vorschlag gemacht worden sei, das eine Kommission, die aüch amerikanische Sachvcrstän d i g e einschließe, in Deutschland Ermittlungen über die deutsch Zahlungsfähigkeit anstellen solle. Diese müßten vo, England und Frankreich als maßgebend betrachtet werden. Es er scheint sicher, daß das Staatsdepartement ernstlich Betrachtunger darüber angestellt habe, ob eine Teilnahme Amerikas an der Ron ferenz für winschaftliche und finanzielle Fragen in Brüssel möglic fei. Ein Wilglled des Bankhauses Morgan erklärte, er wisse oc einer Anleihe nichts. Die Verhandlungen üer Regierung. Konferenz mit de« Parteiführern. Die Verhandlungen der Reichsregierung mit maßgebcn den Bankiers und einzelnen Industriellen, unter den«: sich Herr Stinnes nicht befand, hatten bisher nur vor bereitenden Charakter. Neues hat sich im Laufe des Sonn abend nicht ereignet, so daß die Regierung auch nicht in de) Lage war, in der Parteiführerbesprechung, dö am Sonnabend nachmittag 3 Uhr stattfand, Mitteilungen zi machen, die über das bisher aus der Presse Bekannte hinaus gehen. Die Einberufung des auswärtigen Ausschusses wurdc deshalb vorläufig nicht in Aussicht genommen: jedoch behielten sich die Parteiführer vor, je nach.Zweckmäßigkeit eine Einberufung zu beantragen. Bei den kommenden Verhandlungen über das Repara- tionsvroblem hänat natürlich viel von dem deutschen Garantie- angebot für ein Moratorium ab. Die Rcichsregierung wil bekanntlich Garantien anbieten, und sie ist ferner bereit, auc! einen Plan auszuarbeiten, der die endgültige Lösung der Re parativnsfrage vorsieht. Die Industrie hat also jetzt Gelegen heit, die von ihr seihst vielgerühmte„Opferbereitschaft" Z' zeigen. Newpork: Dollar S5D0. Roch dem Rewyorker Schlußkurs vom gestrigen Som abend standen dort 100 Mark auf 0.189; das entspricht einet Dollarkurs oon 5900 Matt der künftige Srotpeeks. Zu unseren Mitteilungen über die bevorstehende Er» höhung der Umlagepreise, die sehr bald auch«ine Verteuerung des Brotes herbeiführen muß, meldet WTB.: In der Presse ist die Nachricht oerbreitet worden, daß der Preis für das Umlagegetreide auf 170000 bis 180000 Mark erhöht werden würde und daß demgemäß das 4-Pfund-Mart«nbrot ab 1. Januar ungefähr 600 M. kosten dürste. Wie wir dazu von unterrichteter Seite hören, treffen dies« Angaben nicht zu. E» ist, wie bereits angekündigt, eine beträchtlich« Erhöhung der Preise für das dritte Sechstel der Getreideumlag« notwendig. Ueber das A u s m a ß der Erhöhung ist jedoch endgültig C n t s ch e i- dung noch nicht getroffen. Uebrigens würde selbst dann, wenn man von den angegebenen Getreidepreisen ausgehen will, dieser Preis keineswegs auf die Brotpreise in dem Maße einwirken, daß sich daraus eine Erhöhung auf 600 M. errechnet. Endlich ist zu bemerken, daß der 1. I a n u a r als Termin nicht in Betracht kommt, sondern frühestens Mitte Januar. Soweit sich diese Meldung auf die mutmaßliche Höh« b«s Umlagegetreides bezieht, macht sie keinen Versuch einer Wider- legung unserer Darstellung. Sie betont nur, eine e n d g ü l- t i g e Entscheidung sei noch nicht getroffen. Das war auch nicht behauptet. Wir sprachen lediglich von einer Bor» läge, die dem Reichskabinett zugegangen ist und haben Grund zur Annahme, daß ein Kabinett Cuno sich den Forderungen seines Ernährungsministers nicht widersetzen wird— was das Dementi nicht zu bestreiten versucht. Wenn das Ernährungsministerium die Brotpreis» erhöhung um 14 Tage hinausschieben kann, so ist das erfreu- sich, besagt aber nichts gegen die von uns behaupteten Wir» tungen der Umlage. Bleibt also höchstens der Streit über die Höhe des Brotpreises. Dieser errechnet sich unter der Vor- aussetzung, daß zur Hälfte inländisches und zur Hälfte aus» ländisches Getreide oder solches des freien Marktes benutzt wird, auf den von uns angegebenen Betrag mit der Maßgabe, daß man die Spnmmg zwischen Mehlpreis und Brotpreis vor dem Krieg« zugrunde legt. Jede andere Rechnung ist irre deutfthaatloaale Separatisten. Die Amtsenthebung von zwei schwerbelasteten deutsch- nasionalen Landräten in den Kreisen Gerdauen und Stuhm durch das Preußische Staatsministerium benutzt die deutsch- nationale Press« Ostpreußens zu einer üblen Hetz« gegen die preußische Regierung, teilweise sogar zur Propaganda des Rufes„Los von Preußen!"—„Los vom Reich!" So schreibt z. B. das in Preußisch-Holland erscheinende„Ober- länder Volksblatt" unter der Ueberschrist„Die Autonomie Ostpreußens" u. a. folgendes: „Es ist ei'ie gebieterische Forderung der Zeit geworden, Ost- preußen entweder als Kolonie oder als Bundesstaat selbständig zu gestalten und«ine Volksabstimmung für oder wider entscheiden zu lassen. Daß Ostpreußen von Berliner Zentralstellen über polnisches Gebiet hinweg sozusagen drahtlos regiert wird, erscheint j« länger, je mehr untunlich. Ostpreußen wird im Fall der Not auf sich allein gestellt sein. Darum gebührt es sich, daß es allein zu stehen lern«, ganz abgesehen von der Mißachtung demokratischer Prinzipien, die nirgends so eklatant hervortreten, als gerade in Ostpreußen bei der Regiererei von Berlin aus." Diese Aufforderung zum Hochverrat begeht«in deutsch- nationales Blatt, das genau wissen muß, wie Polen darauf lauert, ein selbständiges Ostpreußen in der kürzesten Frist zu verschlucken und wie dadurch die polnisch-französische Politik nach völliger Abschnürung Ostpreußens von der deutsche Re der üeutsthe Zoll drepfus. Eine Schrift über de« Fechenbach-ProzeH. In dem Augenblick, in dem die Welt als geschichtliches Er- gebnis eines nicht ganz geglückten völkischen Meuchelmordes sie- beneinhalb Jahre Gefängnis, verteilt auf zwei Ange- klagte, registriert, ist es nützlich, daran zu erinnern, daß im Fechen- bach-Prozeß drei Angeklagte wegen angeblicher landesverräterischer Preisgab« von Staatsgeheimnissen zu 33 Iahren Zuchthaus verurteilt worden sind. Dieser Erinnerung dient die im„Verlag für Sozialwissenschaft" erschienene Schrift„Der Fall Fechenbach. Eine Darstellung nach den Akten", die von dem Verteidiger Fechenbachs, Dr. Max Hirsch- berg, verfaßt ist. Sie gibt einen leider nicht vollkommenen Ein- blick in die Einzelheiten jenes geradezu ungeheuerlichen Verfahrens — einen nicht vollkommenen deshalb, well die vom Boltsgericht den Verhandlungsteilnehmern auferlegten Schweigegebote mit peinlicher Gewisienhaftigkeit befolgt werden. Di« Schrift ist trotz ihrer erzwungenen Lücken unenbehrlich für jeden, der über den Fall Fechenbach ein eigenes Urtell gewinnen will. Durch Bei- fügung des Artikels Dr. Thimmes aus dem„Vorwärts" wird ihr Wert noch erhöht. Indes hat das deutsche Volt ein Recht, über diesen Münchener Prozeß die ganze Wahrheit zu erfahren. Der Auswärtig« Ausschuß des Reichstags, der einen Unterausschuß mit dem Studium der Akten beauftragt hat, wird zu entscheiden haben, ob publik gefordert wird. Neuerdings gesellt sich zu diesem Per- das bisher gewahrt« Geheimnis wirklich einem Reichsinteresie dient rat am Loterland« noch die Auftorderung maßgebender deutschnationaler Agrarier zum Lieferstreik. Hier wird also der beste Beweis erbracht, daß die Vaterlandsliebe derjenigen, die sich sonst rühmen, das Nationalbewußtsein allein zu be- sitzen, nur bis zum Geldbeutel oder bis dahin reicht, wo ihre anderen Interessen nicht gefährdet erscheinen. völkische Grenz-Wacht. Nachklange zum Harden-Prozeh. oder ob es nur dazu dient,«inen Justizmord zu bemänteln. Abgelehnte Velfenwünsche. Vorläufig keine Abstimmung in Hannover. Der Antrag der Deutsch-Hannoverschen Partei auf Zulasiung einer Dorabstimmung in oen preußischen Regierungsbv. zirten Stade und Lüneburg, ob diese Regierungsbezirke aus Preußen ausscheiden, um im Zusammenschluß mit _......... benachbarten wirtschaftlich und kulturell zusammenhängenden Gebie- Den Völkischen ist ein Stein von ihrem schuldbewußten cin Land zu bilden, wurde vom Reichsminister des Innern zu rung auf den übrigen Gebieten sich noch nicht der Brot- und Mehlteuerung angepaßt hat, sie wird aber mit jeder neuen Kohlenpreis- und Lohnerhöhung hinfällig. Zuzu- geben ist, daß durch die neue Markbesserung die Rechnung heute anders aussehen würde»— aber ohne Schuß) des(Er- nährungsministers. Das Dementi bestätigt also die Befürchtung, baß mit einer gewaltigen Erhöhung des Brotpreises binnen kurzem zu»echnen ist, daß man also im Reichsernährungs Ministerium über den von den Verbrauchern zugestandenen Umlagepreis weit hinausgehen will. Diese— die Verbraucher— hoben die Notwendigkeit einer Preiserhöhung für Umlagegetreid« auf etwa das Dreifache anerkannt. Das Ernährungsministerium hat die Absicht, die Landwirte erheblich mehr zu begünstigen. Es erfreut sich dabei der Unterstützung der bürgerlichen Parteien. Es wird aber darauf ver- zichten müssen, die Unterstützung der Sozialdemokra- ten für«ine derartige Maßnahme zu finden. Diese hat all« Veranlassung, gegen die neuerliche Verteuerung des Brotes namens der verbrauchenden Massen schärfsten Protest zu erheben und wird sich darin teinesfalls beirren lassen. und Weicharbt nur wegen.Beihilfe zur Körperverletzung",«chen Dorschristen erfolgen, weil in der zur Abstimmung zu stellen- «rurtellt haben, mcht aber trotz klarer Beweise und eigenen den Frage die Grenzen des neu zu biWenden Landes nicht Eingeständnisses wegen versuchten Mordes. Und so werden die deutschen Helden wieder munter. In der„Pommerschen Tagespost�, dem offiziellen Organ der Deutschnattonalen, lefftet sich«in Jemand diese dreiste Verhöhnung der Gesetze zum Schutz der Republik: Aber nun dies Urtell gefällt ist, wollen wir nns noch einer anderen Begebenheit entsinnen, die wir schon im Sommer brond» markten. Wir erinnern uns denn doch noch zu gut der beiden Maueranschläge, die z. B. in Stettin am Bahnhof nebeneinander sasiungsmäßiger gutachtlicher Aeußerung zugehen lassen. Dem Vor» bezeichnet und überdies 5000 eigenhändig abgegebene Unter. schristen nicht beigebracht waren. Preußens Etat für 1�23. In diesen Tagen wird der preußische Finanzminister den Eni- wurs de» Haushaltsplanes für 1923, der bereits die Zustimmung des Staatsmmisteriums gefunden hat, dem Staatsrat zu ver- prangten. In dem einen war damals, bei einem Dollarstande von S00, eine Belohnung ausgesetzt von 300 000 M. für die Ermittlung der Leute, die den Juden Horden ge» rlchtsnotorisch mißhandelt hatten. Daneben aber war eine Belohnung von damals 30 000 M. ausgesetzt für Ermittlung von Mördern an einem deutschen Staatsbürger. Damals war da» „Schutzgesetz der Republik" in Kraft getreten, damals hat es sich den Beinamen dos.Schutzgesetz de? Juden' erworben. Dieser Herzenserguß ist das typische Beispiel der verloge- nen völkischen Agitation. Der Ueberfall auf Horden war ein Gßed in der Kette völkischer Mordtaten. Und wenn Internationaler Sozialiftentongreß. Hamburg 1923. Auf einer zweiten gemeinsamen Sitzung der beiden,____________ W________ Exekutiven der Zweiten und der Wiener Internationale, die Geschworenen von Moabit« über sich gewinnen konnten, bericht sind folgende Angaben auszugsweise entnommen: Für das Rechnungsjahr 1928 sind die E l n n a h m e n auf................ 149 360 376 000 SK. die dauernden Ausgaben auf......... 150298748000 M. die einmaligen Ausgaben auf......... 11 047628000 TO, AUiammen auf 161 846 376 000 M. veranschlagt. Die Ausgaben übersteigen mithin die Einnahmen um.......... Dieser Fehlbetrag ergibt sich, trotzdem ein Betrag von 3,2 Milliarden Mark 11986 000 000 M. unter die Einnahmen ..■-.. M rxn-O v i l u u oun o*£ als Einnahme aus einer Harben nicht getötet wurde, so lag das ebensowenig an den Steuer vom Grundvermögen eingestellt ist, mit deren Wünschen der„Herren aus München", wie der Umstand, daß Eingang aber erst gerechnet werden kann, wenn der dem Landtag Echeidemonn dem Blausäureattentat nicht erlag. Daß die vorliegende Gesetzentwurf verabschiedet ist. während des Weltfriedenskongresses im Haag stattfand, wurde beschlossen, den Internationalen Sozialistischen Kongreß in Hamburg in der Woche nach Pfingsten stattfinden zu lassen. Die Eröffnungssitzung ist einstweilen für den 28. Mai 192Z vorgesehen. Das zehngliedrig« gemeinsame Aktionskomitee soll vom 5. bis 7. Januar in Köln tagen, um Tagesordnung. Ein- ladungsbedingungen und Organisation des Hamburger Kongresses festzusetzen. einen so klar siegenden Mordversuch, wie den der Grenz Weicharbt, in«ine.Körperverletzung" unzubiegen. gibt dem deutschnationalen Blatte Pommerns Anlaß, von.gerichts- notorischer Mißhandlung" zu sprechen. Da» ist eine Zweck- l ü g e. wie sie im Luche steht. Sie wird auch nur angewandt, um auf» neu« die Judenhaß betreiben zu können, die den Sußersichen Anstoß zu neuen Attentaten gibt, die dann heuch- lerisch von den deuffchncttional-völkischen Rockschößen abge- schüttest werden. Nach dem vorliegenden Haushaltsplan für 1923 sind die Aus- gaben gegenüber dem Fricdenshaushast von 1914 auf das 3 0 f a ch e gestiegen, während die Mark nach ihrer inneren Kaufkraft im Otto- der 1922 nur noch etwa lttn de» Dortriegswertes betrug. Die Haushaltsansätze für 1923 sind also der Geldentwertung nur etwa zum?. Teil gefolgt. Di« in Borberettung befindliche Umstellung der"erg- Verwaltung auf«in« andere Betriebsform wird durch besonderes Gejeg geregelt werden. Da noch nicht übersehbar ist, ob die Umstellung bis zum 1. April 1923 geregelt sein kann, ist der Haushaltsplan zunächst noch in der alten Form vorgelegt. Cin Sohn der Zeit. Don Victor Roack. Wie die Distel war er gewachsen, au» Oedland heraus, wurzelnd bn Niedern, Säfte aus dem Mutterboden saugend, di. bitter« Hänge und Gelüste treiben: Begehrlichkeit, Neid, Haß nnb Rachsucht. Aber wie auf der Distel zähem Stengel krönend die herrliche Blüte sich wiegt, blühte sein« Sehnsucht in bunten Träumen gen Himmel. Vor der Böse» brauenden Nacht seiner Knabenjahr« war noch dämmernde Fröhlichkeit. Kaum erinnerungsfähig so jung noch— war er, als der Krieg ihm den Vater nahm und kleinbürgerliches Glück zerbrach. Danach war's«ine Kellerstub«, wo er ein Knaben- alter lang lebt«: ein Loch, das die Sonne mied, mit verschimmellen Wänden und hinter Schauerleisten lauernden Schwaben, voll Moder- geruch: benachbart dem Lagerteller de» Krämer», wo Petroleum- fäsier. Heringstonneu und Kösekisten standen. Drei eisern« Stufen stiegen zum Laden über das Fenster hinauf, da» einzig« Fenster, das dem Tisch der Fomlli« Licht und Lust geben sollt«, ver Tisch war Küchentisch. Eßtisch und Arbeitstisch,«n ihm schimpften di« Hungrigen, an ihm schufteten Mutter und Tochter in Heimarbeit� fron, an ihm sah der Knabe mit Schularbeit. Ueber der kleinen Platt« brandet« das Elend, knurrte der Fluch, flössen Tränen. Und ein kampfmüdes Mädchen drückt« die Stirn dagegen. Bebende Hände schoben Geld drüber hin, das zwischen ihren Fingern brannte. Später wuchsen aus der Tischplatte— wie ein sozialer Ausschlag— Fläschchen mit stark riechender Medizin, jodoformdurchträntt« Watte und Binden, schmutzige Bündel. An dem Tisch saß der Knabe und sein- Blick« hingen an den Stufen, wenn Frauen und Mädchen dar- über stiegen. Der Armenarzt schrieb den Totenschein an dem Tisch. bevor er den Knaben allein ließ mit dem kleinen, dürren Leichnam aus der Bettstelle. Grau wie Novemberregen war diese, Ende. Da, war der wimmernd« Sang seiner Kindheit. Die Blutwelle 1918 trieb ihn. Rache, Rache am Kapitalisten! Rache für. Mutter und Schwest«. Heiseres Brüllen. An die Laterne di« Reichen! Rot« Schärpe um die Lenden, die Flinte t« der Faust, der Haarschopf in aufwühlendem Winde, aufgerissen da, Hemd über der pochenden Brust. Heißa— wie stark ist das Sebent Rur nicht zurück in fronend« Arbeit! Freiheit! Freiheit! Das gab seltsame Schlafgenossen: Intellektuelle, Bourgeois. söhnchen und»töchter mit feinen Allüren und zarter Wäsche, in Pelz gekleidet und reizend« Schuhe. Da» Feldgeschrei gegen die Reichen verflog wie der Schrei abziehender Krähen. Im kahlen i Wald« lag ein Aaa», auf das sie sich stürzten, da» zuckend blutende »olk. Geldgier schwärte in ihren Seelen. Raffen, raffen! Und er war dabei! Er haßte und liebte da« Geld, haßte den Besitzer und liebte den Besitz: haßte in jedem Reichen den Mörder der Mutter und Berführer der Schwester, den Düsterer seiner Jugend und ver- langte doch selbst Besitz zu genießen. Er haßt» und liebt« die Armen, haßt« sie als Erinnerung, die ihn quälte und liebte st« als seines- gleichen. Er siebte leidenschaftlich da» Leben und siebte di« vom Leben Betasteten. Geschlagenen, von Lebensnarben Bedeckten, unter den Bissen des Leben» Blutenden. Er haßte di« Reichen in ihren Töchtern und Frauen und begehrt« sie. Er rüttelt« als Liebhaber und Rächer an ihren Nerven und verderbt« sie mit dämonischer Leidenschaft. Ihre zarten Hände hoben ihn in den Glanz de» Reich. tum«. Lichtvoll« Wohnungen, strahlend« Hotel» waren Lampen in der Nacht, gegen die er anflog wie«in« Fledermaus. Run war er«in Gent. Seine Haut streichelt« seidenes Hemd. Sein Fuß kokettierte in flordünnem Strumpf und belacktem Schuh. Sein Finger tändelt« mit sprühendem Ring. Sein« Stimm« war sanft, sein« Gesten gerundet, sein Haar duftend und weich gepflegt. Sein Gang wurde wiegender Tanz. Seht, welch«in Lesthri! Sie nannten ihn„Schieber": er lächell«: ja. Aber es kreisten dämmernde Stunden um seine Seele,«rinne- rungsvoll und quälend. Mitten im Genuß griff dürre Hand an sein Herz, daß«, stillstand vor Schmerz. Der Mutterboden ht-ll sein« Wurzeln fest, zog ihn unwiderstehlich zurück. Dann saß er zerlumpt in Kaschemmen bei schwelender Lampe, rauchte schlechten Tabak, goß Schnaps in di« Kehl« und würfelte mit Bettlern um niedrigen Einsatz und schämt« sich vor ihnen tiefst innerlich. Wenn «r betrunken war. schrie er ihnen zu:„Ein elender Komödiant bin ich!" Ei« grinsten arglos und lallten:„Befoff'n bist'«,— ha— ha— olle Saufteekel"-- Da kam einer, wie einst er einer war. Aber jenen hatte nicht die Well« von 1918 hochgeschwemmt. Cr kam zu ihm in einer Rächt, da kiesharter Schnee an die Scheiben trieb. Bor dem Raubtier- gesicht schwarze Maske, schlich er wie aus Katzen sohlen, so leise: und trug dabei ein glühende» Auge in der Hand. Jäh erwachend au» arglosem Schlummer fuhr er vom Pfühl. Da tötet« ihn der ander«. Sterbend— wie Vergebung erbittend, streckt« er dem Mörder die Hand hin und hauchte erlöschend: .Kamerad—_ Menschenökonomie. Deutschland ist wie der Mann im Evangesium unter dl« Räuber gefallen. Ausgeplündert, bettelarm steht es da. Der barmherzig« Samariter zeigt sich ober nicht, und Deutschland wird sich Haupt- sächlich selbst helfen müssen. Di« Richtung, di« nun die Selbsthilfe«ingeschlagen hat, ist in der systematischen Produktion» st, igerung gegeben. Da» Pro- blem der Hebung der Produktion wird jetzt von allen Kreisen, denen di« Befreiung Deutschland» aus tiefer wirtschaftlicher Knechtschaft am Herzen liegt, mit großer Lebhaftigkeit erörtert, nicht zuletzt von der deutschen organisierten Arbeiterschaft. Technisch.wissenschaftlich ist die Lösung dieses Problems von Taylor mit großem und gretflichem Erfolg angebahnt worden. Aber Taylor bettachtet, wie Genosse Dr. L l f r e d Beyer in seiner Schrift:„Menlchenökonomie" (I. H. W. Dietz Nachf., Berlin und Stuttgart) lichwoll nachweist, den Arbeit« gleichsam nur als„lebendes Betriebsmittel*; Taylor wertet den Arbeiter„mehr von energetischem Gesichtspunkt* als„von bio- logisch-pfychologifchen Boraussetzungen" aus. Dr. Beyer untersucht gründlich die wirklich entscheidende Frage:„Wie kann man die physischen und seelischen Kräfte de» Menschen im Interesse der Pro- duktionssteigerung planmäßig entfesseln? Und in diesem Punkte springt er mit sein« feinen Selbstbeobachtung«in. Wa» rc mit hellen Augen gesehen hat, das erzählt« so frisch und lebendig, daß man mit gespannter Aufmerksamkeit seinen Ausführungen folgt. Dr. Bey« sttebt ein« gründlich« Vertiefung der bisherigen „Arbeitswistenjchaft" an, die oft über da» Seelisch« im Menschen im Handumdrehen vorüberging. Gegen die heute vielfach recht mecha- nisch arbeitenden Berufsberat« erhebt er entschiedenen Einspruch. Er betont einmal mit Recht, daß der auf Erwerb angewiesene Beruf»- berat«»von eigenen Gnaden" in seinem eigenen Interesse nur zu leicht geneigt sei,„den W«t d« Verarbeitung und rein quantitativen Erweiterug ursprünglich wissenschastlch« Ergebnisse gewaltig zu überschätzen". Einige hervorstechende Resultatt de« Taylorsystem». da» vom Standpunkt des tiefgründigen, den wirklichen Menschenwert erfassenden Seelenforfch«« kritisch gewürdigt wird, ttägt Dr. Bey« objektiv vor. Im Bethlehem Stahlwerk z. B. tonnte durch Einführung von verschiedenen Schaufellypen für die verschiedenartigen Mate- rialttn und durch Anwendung organisatorisch« Maßnahmen die Zahl d« Arbeit« um 400 bi» 600 auf 140 oerringert w«den. Die Durchschnittsleistung des Manne» stieg von 16 aus 59 Tonnen. Die Kosten für das Verladen fed« Tonne v«ringerten sich von 29 Pf. auf noch nicht einmal 14 Pf. Dl« jährlich« Ersparnis durch die ge- nannten Maßnahmen bettug 80 000 Dollar. Wenn da, neu« arbeit». sparend« System bei allen Eisenbahnbettieben der Bereinigten Staaten eingeführt würde, so bedeutete dies eine Ersparnis von 1 Million Dollar täglich. Sehr beachtenswert sind folgende, den reichen Inhalt der .Menfchenötonomie" widerspiegelnde Kapitel: Arbeit und Arbeit»- Wissenschaft, Intelligenz, Berufsarbeit und Glück. Automatisi«rung. Erziehung und Schule, gewerbliche Gesundheitspflege und Psycho- logie. di« angewandt« PsycholoKi« im täglichen Leben. Das ganze Buch unseres Genossen Berger ist ganz auf die Höh«entwickluna des Menschen eingestellt. S«der an sich arbeitende G-noss« wird reiche Anregungen und gründliche Belehrung aus dem Werke schöpfen. _ Paul Kampffmeyer. V«.-v°rb,«" w der Dolk-op«. Daß der Text d« Buffo- Op« lustig-st. wissen alle. Die wenigsten ab« fühlen, wie glitzernd, faing. lustig und sprühend diese Musik ist. Die Dolk»- op« jetzt emo matte, viel zu ausgedehnte schleppende Aufführung in ihr Repertoire. Groß« Teile w«d«n undeutlich gesprochen od« gesungen, die Pausen sind endlos, zwischen den Bombenarien sind be- Reichstagsschluß. Besatzungskosten und Zwangsanleihe. In der allgemeinen Besprechung zur dritten Lefung des fiebenten Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für 1922 bemerft ftoffe( 3ement, Ralf, Ziegel, Glas usw.) durch zweckmäßige Maßnahmen gemäß den Beschlüssen des Wohnungsausschusses zu beein fluffen, um deren Berbilligung baldigft herbeizuführen. Im Intereffe einer einigermaßen ausreichenden Wirkung hält der Reichstag Die Austernesser. Lloyd Georges Antwort an Poincaré. Lloyd George setzt sich in inem neuen Artikel mit Beincare es für geboten, daß ein fester Holzpreis, etwa das Hundertfache auseinander, der jetzt kein Annegionist sein will. Er erint daran, des Friedenspreifes, für 5 Proz. des Holzeinschlags zugrunde gelegt mit welcher Energie Foch die Rheingrenze forderte und wie Abg. Dr. Helfferich( Dnat.): Durch diesen Nachtragsetat wächst Steigerung des Bauholzpreises nach sich zieht, die das Dreihundert Rat gefolgt!" Die Idee der freien" Rheinrepublik tennzeichnet werde, zumal die Anfuhr und Ausarbeitung des Holzes eine weitere Poincaré zu ihm sagte:„ Ach, Herr Marschall, wäre man nur Ihrem die Summe unserer Ausgaben auf 1332 Milliarden an, denen nur 442 Milliarden Einnahmen gegenüberstehen, das Defizit beträgt rund fache des Friedenspreises wahrscheinlich übersteigen wird. 890 Milliarden. Die Ausgabe für die Ottupation berechnet sich jährnimmt gleichzeitig noch eine weitere Entschließung des Wohnungs- stenz, indem er sie mit dem Meffer von der Schale loslöſe. Das Haus tritt dem Ausschußvorschlag ohne Debatte bei und Austerneller fage, er verhelfe der Aufter zu einer selbständigen EriLloyd George als einen Schwindel ungefähr wie wenn ein lich auf 1680 Millionen Goldmart,( hört! Hört!) Auch die Kosten für die Kontrollkommission sind ungeheuer erhöht worden. Die Be- ausschusses betr. Bereitstellung von Mitteln zur Fertigstellung ge Das Bild ist gut gewählt. Die erste Auster heißt Saarland, züge eines gemeinen Soldaten find doppelt so hoch, als die Diäten meinnüßiger Wohnungsbauten an. Es folgt die Beratung des Antrags der Abgg. Hergt Dnat.) u. aller Not des Augenblicks sind die deutschen Bevölkerungen der mit die zweite Rheinland, die dritte Ruhrrevier. Aber trog eines Reichstagsabgeordneten. Wir verlangen Klarheit darüber, ob die pollen Belagungsfcften zu Lasten Deutschlands gehen.( Buruf Sen, die Reichsregierung zu ersuchen, schleunigst einen Gelegent- Lostrennung bedrohten Gebiete zum Glüd boch nicht wie die Auſtern des sozialdemokratischen Abgeordneten Schred, über den sich auf der murf vorzulegen, wonach vom 1. Januar 1923 der Ankauf von Edelmetallen und Juwelen sowie Altmetallen der Rechten ein Sturm der Entrüstung erhebt, der von der Linken Erlaubnis bedarf und Zuwiderhandlungen mit empfindlichen Freihilflos! mit stürmischen Gegenrufen erwidert wird.) Die vom Ausschuß zu diesem Nachtragsetat beantragten Ent. heitsstrafen und hohen Geldbußen zu ahnden sind. schließungen werden angenommen, diejenige wegen Abfindung der zu entlassenden verheirateten Beamtinnen unter Beseitigung des in dem Antrag festgesetzten Termins. Gegen den im Nachtrag zum Haushalt des Reichswehrmini steriums angeforderten neuen Konteradmiral polemisiert. Abg. Kuhnt( Soz.): Nicht weniger als neun Admirale ftehen an der Spige der ganzen uns noch verbliebenen Marineherr lichkeit. Angeblich will man mit folchen Forderungen das Ansehen der deutschen Offiziere wieder heben. Ist es etwa Sparsamkeit, für eine solche Rumpfmarine die Zahl der Admiralstellen zu vermehren? Die Position für den neuen Konteradmiral wird in nament licher Abstimmung mit 170 gegen 136 Stimmen geneh migt. Dagegen stimmen die Sozialdemokraten und Rommunisten. Der Rest des Nachtragsetats wird im einzelnen angenommen, ebenso das Etatsgesetz. Nunmehr wird die von den Sozialdemokraten beantragte namentliche Abstimmung über§ 27 der Novelle zum 3 wangs. anleihegefeß vorgenommen, den die Sozialdemokraten in der Faffung beizubehalten beantragen, daß eine Goldflaufel eingefügt wird. des 1. Januar beseitigt und statt Anlauf" Kleinhandel" gesetzt wird. Der Antrag wird in der Fassung angenommen, daß der Termin Bon der Denkschrift über die selbsttätig gleitende Ge= Ersuchen an die Reichsregierung, die Frage der gleitenden Gehalts. halts und ohnstala nimmt der Reichstag Kenntnis mit dem stala für Beamte und ihre Entwicklung dauernd im Auge zu behalten. Anträgen der Ausschüsse ist die Tagesordnung erschöpft. Nach Erledigung einer großen Reihe von Petitionen gemäß den rat vom Hause die Ermächtigung, die nächste Sigung selbst zu bePräsident Löbe erbittet im Einvernehmen mit dem Aeltestenrufen und die Tagesordnung festzusetzen. In Aussicht genommen sei, baß die Sigung zwischen dem 10. und 17. Januar festgesetzt werde, je nachdem die Gesetzgebungsarbeit der Regierung fortschreite oder die internationale Bane eine Sigung erfordere. Der Präsident möglich ist, ein frohes Feft. Schluß nach 1½ Uhr. münscht schließlich den Mitgliedern, soweit es in diesen trüben Zeiten De fozialbemotratife Antrag wird mit 183 gegen Die antisemitische Mordhehe 135 Stimmen( Soz. und Komm.) abgelehnt, 2 Stimmfarten waren ungültig. In der Gesamtabstimmung wird das Zwangs anleihegesetz gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Nunmehr beantragt Abg. Hofmann- Cudwigshafen( 3.), die Reichsregierung möge das Verkehrsministerium anweisen, den Kirchengemeinden, die im Krieg die Glocken abliefern mußten, beim Rüderwerb ift im Harden- Prozeß faft ftraflos ausgegangen. Das Neh der Verschwörung ist noch nicht zerriffen. Die Anflifter sind noch in von Bayern nach dem übrigen Deutschland werden immer verwegener. Freiheit und Sicherheit. Die Vorstöße der reaktionären Sturmtruppen Grauenhaften Zuständen Seipel gegen Wien. Entsprechend dem Berlangen der christlichsozialen Partei, die jedoch in der Wiener mien, 16. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Dr. Seipel den Bürgermeister Genossen Reumann als LandesStadtvertretung in der Minderheit ist, hat der Bundeskanzler Prälat hauptmann des Bundeslandes Wien beauftragt, die bevorstehende Betriebseröffnung der städtischen Zeichenverbrennungsanstalt zu Derbieten. Ungarische Schandgesetze. Die Kgl." ungarische Regierung hat dem Parlament einen neuen Gefeßentwurf betreffend den gesteigerten Schutz der öffentlichen Ordnung" unterbreitet. Danach soll jeder,„ dessen Tätigkeit oder Berhalten vom Gesichtspunft der inneren Ordnung, der öffentlichen Sicherheit oder der äußeren Politik bedenklich ist, des Landes verwiesen, unter Polizeiaufsicht gestellt oder in ein Arbeitshaus gebracht werden" fönnen. Unter Polizeiaufsicht gestellte Personen dürfen ihren Aufenthaltsort nur mit Erlaubnis der Polizei verlassen und an öffentlichen Bersammlungen nicht teilnehmen; ihre Korrespondenz, ihr Telegramm und Telephonverkehr wird unter Rontrolle gestellt. In einem Arbeitshaus untergebrachte Personen sind mit einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeit zu richt an eine arbeitsame und ordentliche Tätigkeit zu gebeschäftigen und durch religiösen und moralischen Unterwöhnen". oder Beschaffung einer Glocke Frachtfreiheit zu gewähren und die gehen wir entgegen, wenn sich nicht alle redlich Denkenden zu gemein- Als für die Intereffen des ungarischen Staates bedenklich gelten für solche Zwecke bereits vereinnahmten Frachten den Kirchen- famer Abwehr aufraffen. Die Vorbereitung der Abwehr koftet aber Geld! gemeinden zurüdauerstatten. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Sozialbemo. traten und Kommunisten angenommen. Ein Kampffonds ist deshalb von der geeinten Sozialdemokratischen Der Antrag des Ausschusses für Boltswirtschaft, die Partei gefchaffen worden. Er bedarf dringend der Unterstügung. Reichsregierung wolle umgehend die Verordnung über den Berkehr mit 3uder im Betriebsjahre 1922/23 im Sinne einer zenFreiwillige Beiträge tralen Bereinfachung und Verbilligung so umge- fende man daher fofort auf Postichedkonto Berlin Nr. 487 43 an stalten, daß der Bevölkerung die genügende Menge Mundzuder zu erschwinglichen Preisen geliefert wird, gelangt ohne Aussprache zur Annahme. Alex Pagels, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Sammelliften für den Kampffonds find daselbst noch zu haben. Ebenfo werden Beitrittserklärungen zur Partei dort sofort erledigt. Die Reichsregierung zur Rede Poincarés. Ramens des 24. Ausschusses erstattet Abg. Dauch( D. Bp.) Bericht über den Gefeßentwurf zur vorläufigen Regelung der Bah lungen auf Grund des Reichsausgleichsgefeßes( Ausgleichszwischengefeß). Der Ausschuß hat die Borlage in abgeän Berter Faffung zur Annahme empfohlen; der Borschlag der Reichs. regierung, ihm rückwirkende Kraft zu verleihen, ist abgelehnt worden. Das Gefek foll am Tage nach feiner Berfündung in Kraft treten. Es ist ein Irrtum, wenn Poincaré annimmt, daß für die ReZu der Rede Poincarés erfährt WTB. von berufener Seite: Nach der Aeußerung des Berichterstatters ist keine Bartei, cuch die parationsverpflichtungen das deutsche Nationalvermögen haftet. Der Regierung nicht, von den Ausschlußbeſchlüſſen voll befriedigt, es habe sich eine Lösung nur im Sinne der Annahme des fleineren allein in Frage kommende Artikel 248 des Berjailler Vertrages verUebels finden lassen. pflichtet sowohl im englischen wie im franzöfifchen Wortlaut Deutsch Nach einer Erklärung des Genossen Dr. Levi, daß die sozial. land, das Vermögen des Reiches und der Länder, aber nicht demokratische Fraktion gegen das Gefeß stimmen werde, und nach Der Artikel 248 gestattet aber den Alliierten nicht eine Beschlag. bas Privatvermögen zu den Reparationszahlungen zu verwenden. einer furzen Gegenbemerkung des Abg. Dr. Rießer( D. Bp.) wird nahme von Staatsvermögen, also einen unmittelbaren Zugriff, fei der Entwurf nach den Ausschußvorschlägen in zweiter Lesung und es durch Errichtung einer Zollgrenze, sei es durch irgendeine Konfofort auch in dritter Lesung angenommen. Der 13. Ausschuß bringt an das Haus eine Entschließung, wo. Gag des Zivil. und Bölkerrechtes hinstellt, daß das Vermögen des trolle der Produktion gewiffer Gebiete. Wenn Poincaré es als einen nach die Reichsregierung ersucht werden foll: a) auf die Länder und Gemeinden einzuwirken, den a emein- Schuldners ein Pfand für die Gläubiger sei, so gilt ebenso der nügigen Wohnungsbau durch verbilligte Bereit. Dies ertennt der Bertrag von Bersailles überdies ausdrücklich an, Grundfaz der Sicherstellung der eigenen Lebensnotwendigkeiten. ftellung von Bauholz aus staatlichen, kommunalen und privaten indem er den notwendigen Waldungen zu fördern; b) die Preisfestsehung für die übrigen Baufremdende Lücken und überall fehlt noch der letzte Schliff. Die Rosine der Berta Maltin ist plump und bürgerlich, ihre Rolo ratur fist noch nicht, und die Stimme, hübsch und klar, ersetzt das fehlende Temperament nicht völlig. Doch ist sie ein Bultan gegen den Eisberg Almaviva, Oskar Eisenberg. Er braucht eine Stunde, um aus dem Säuseln herauszukommen, und auch dann trägt die Stimme nur sechs Parkettreihen weit, bis ein Kampf mit der Verzierung oder ein Schrei auch noch Fehler der Technit offen bart. Da ist Guttman ein anderer Kerl, luftig, beweglich, immer in Laune und faft zu pointenreich in Spiel und Gefang. Er wird lebertreibungen abstoßen und mit seiner erstaunlichen Musifalität balb ein ganz vorzüglicher Figaro fein. Mantler und Sauer absolvierten thre derb fomischen Parteien mit allen Be haglichkeiten und Humoren der altbewährten Rollen. Der Rapell meister Bratorius brachte Dom ersten Taft an nicht die füdliche Temperatur, in der diese Partitur erst zu blühen anfängt. R. S. Verteidiger. Menn im Teutoburger Walde Sturm die Eichenwipfel schwingt Und der blondgelockte Stalde Hehre Heldenlieder singt: Wie man grimm den Umfturz roch Wer flatscht Beifall? Schiff und Bloch. Wenn der völkisch reine Rede Blaugift aus der Sprize drückt, Rugeln aus geballtem Drede Auf den Judensprößling zückt, co Und wenn dann der Schutzmann pfiff, Wer muß helfen? Bloch und Schiff. Wenn die Scheiterhaufenflamme Den Republikaner fengt, Wenn einst am Kurfürstendamme Man die Galizianer hängt, Ei, wen freut's am meisten doch? Ausgerechnet Schiff und Bloch. Lucian. solche Personen, aus deren Aeußerungen die Behörden die Ueberzeugung haben, daß diese Personen mit auf den Umsturz der Verfassung oder der gesetzlichen Ordnung gerichteten Bestrebungen offenfundig einverstanden sind; ferner Personen, die Handlungen begehen, die geeignet sind, das Gebiet des Landes oder die staatliche oder nationale Einheit zu gefährden, oder die an der= das Ansehen des Staates oder die Nation, den Kredit, die Tradi artigen Bewegungen teilnehmen; ferner Personen, die die Berfassung, tion des Staates und der Nation, das patriotische oder religiöse Empfinden verlegen, oder das Ansehen der Behörden herabfeßen; ferner Personen, die zu innerpolitischen Zweden aus. ländisches Geld sammeln, die öffentlichen Zustände des Landes bewußt ungünstig darstellen oder bewußt unwahre Daten verbreiten, die geeignet sind, diese Zustände in einem ungünstigen 50. Lebensjahr zu persönlichen Dienstleistungen heranErnährung und Sicherheit soll jeder Staatsbürger vom 18. bis gezogen werden fönnen. Zum Schuße der inneren Ordnung oder, egen sjahr zu persönlichen Dienstleistungen heranfalls außenpolitische Interessen des Landes dies erfordern, ist die Kontrolle des Post, Talegraphen- und Telephonverfehrsund die Anforderung von Tieren und Berkehrsmitteln gestattet. Gründung neuer Zeitungen ist an die Konzession des Minister. präsidenten gebunden. Die Kaution der periodischen Zeitschriften mird auf das Zehnfache erhöht. Der Minister des Innern ist bieten, wenn sie das Interesse des Landes, die öffentliche Ordnung berechtigt, Zeitungen auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zu vers ober die öffentliche Moral verlegen. Licht erscheinen zu lassen. Im Interesse der öffentlichen Gesundheit, Die geheuerlichkeit noch zwischen Obstruktion und Mandatsniederlegung. Die Opposition im Parlament schwankt gegenüber dieser Un Neue Sowjet- Todesurteile. Lebensbedürfnissen des deutschen Boltes den Borrang vor den gegenüber der Entente gibt. Wieweit sich die unmittelbare Berfol finanziellen Leiftungspflichten gung von Reparationsansprüchen durch die franzöfifche Regierung mit den Machtbefugnissen der Reparationstommiffion in rebolutionäre find 5 zum Zode und 22 zu Gefängnisstrafen ver Von den 28 Angeklagten im Batuer Prozeß der Sozial Einklang bringen läßt, ist früher bereits hinreichend erörtert worden. urteilt worden. Bedauerlich wäre es, wenn die einfegende Entwicklung verständnisvoller Zusammenarbeit beider Teile durch das gewaltsame Eingreifen eines Reparationsgläubigers unterbrochen der wegen groben Unfugs angeflagt war, weil er gelegentlich In München wurde der sozialdemokratische Stadtrat Schilling, würde. Was die Behauptung betrifft, daß Frankreich bis Ende dieses der Demonstration vom 25. Juni auf der Straße einige BarteiJahres bereits 100 Milliarden Franken zu Lasten Deutschlands vor- genossen auf den ehemaligen Bolizeipräsidenten Böhner aufgeschossen habe, so hat Loucheur in der französischen Rammer merksam machte, vom Schöffengericht freigesprochen. Im am 7. November b. 3. es als einen 3rrtum bezeichnet, daß bereits Urteil wird ausgesprochen, daß sich das Gericht nicht auf die 90 milliarden für die verwüsteten Gebiete ausgegeben wären. Bis Berichte der Polizei fügen fonnte, da diese gewiffe 30. Juni d. 3. feien verausgabt 45 milliarden Franken, und zwar Uebertreibungen enthielten. Die Beweisaufnahme habe feinen Anin der Hauptfache für Penfionen, und damit dem eigentlichen halt gegeben, daß Schilling irgendwie provozierend vorgehen wollte. Wiederaufbau der zerstörten Gebiete entzogen. Die offiziöse Ermiderung sagt dann, daß die Profite der Induftrie, auf Goldmart umgerechnet, gar nicht standalös seien, wie fie Poincaré genannt hat. Dezemberrate bezahlt. Der Staatsgerichtshof in Leipzig haf die Beschwerde des Herausgebers der Zeitschrift Der Hammer" und die Beschwerde gegen bas Berbot der Tilsiter 3eitung" verworfen. Die deutschen Kriegsgefangenen in Toulon find sämtlich begnadigt worden. Sie werden noch vor Weihnachten nach Deutschland zurüdbefördert werden. Paris, 16. Dezember.( EP.) Die Reparationstommiffion teilt mit, daß die deutsche Regierung heute der Kommission den gestern verfallenen Reparationsgutschein im Betrage von 52 087 000 Goldwart zu begreifen, ermöglicht das Studium der Schriften Don Die schwierigen Finanz- und Wirtschaftsprobleme der Gegenmart überreicht hat. Damit hat Deutschland die für das Jahr Dr. N. Kuczynski. Deshalb hat die Buchhandlung Bor 1922 festgesette Reparationssumme von 720 Millionen Goldmart märts, Berlin S. 68, das alleinige Berlagsrecht der nachvollständig bezahlt. folgenden Schriften von Dr. R. Kuczynski foeben erworben: Die Ermordung Narutowicz'. Trauerkundgebungen. 1. Schulden, Steuern und Valuta"( Preis: Grundzahl 10 Pf.). 2." Das Eristenzminimum"( Breis: Grundzahl 60 f.). 3. Berbrauchernöte und Baluta"( Breis: Grundzahl 60 Pf.). " 4. Wiedergutmachung und deutsche Wirtschaft"( Preis: Grundzahl 30 Pf.). 5. Bor der Revision"( Preis: Grundzahl 50 Pf.). 6. Ein Ausweg"( Preis: Grundzahl 25 Pf.). Diefe zulegt genannte Schrift enthält den GesegesvorWarschau, 16. Dezember.( Eca.) Aus dem ganzen Lande treffen Nachrichten über große Niedergeschlagenheit ein. In Rratau standen um 5 Uhr nachmittags die Straßenbahnen still; das elektrische Licht erlosch. Vor dem Denkmal des Dichters Midie- fchlag Kuczynskis zu einer Bermögensabgabe, der wicz fanden Ansammlungen und Kundgebungen statt. Alle Theater- durch die auffehenerregende Rede des französischen Abgeordneten vorstellungen wurden zum Zeichen der Trauer abgesagt. In Reynaud neuerdings wieder erhöhte praktische Bedeutung gewonnen Czenstochau wurden die Fabritarbeiter durch Sirenenalarm hat. Die unter 2-5 angeführten Schriften find für sich abgeschlossene von dem Attentat benachrichtigt. Die Arbeiterschaft versammelte sich Bände des Jahrbuchs der finanzpolitischen Korrespondenz" und unter freiem Himmel und gab ihrer Empörung Ausdrud. Ebenso- ftellen gewissermaßen bas Tagebuch eines der fchärfsten und besonders für die Ferien. Die Eintrittspreise find fo niedrig gehalten, daß noch in den späten Nachmittagsstunden wollte man den eintreffen Republik bar. Die Allgemeinheit, nicht nur Berufspolitiker, sondern In der Urania find Nachmittagsvorstellungen eingerichtet, große Niedergeschlagenheit und Empörung herrscht in atto wig. geiftvollsten wissenschaftlichen Beobachter und Kritifer der finanzwirtschaftlichen Entwicklung in der deutschen vor allem Familien mit Kindern sie besuchen können. Die Zeiten 4, 5% und den Meldungen feinen Glauben schenken und berief sich auf Gerüchte jeden Staatsbürger intereffieren diefe Bände vor allem auch des 6 Uhr werden allen Wünschen gerecht. Das Bublifum fann so anschließend aus Warschau, denen zufolge die Nachricht über das Attentat demen- wegen, weil sie die vollständige Sammlung der sonst nur in Zeian feine Berufsarbeit die Borstellung besuchen. Während der Weihnachts- tiert sein sollte. In Bialist of herrscht gleiche Entrüftung. Alle tungen verstreut auffindbaren berühmten Stuczynskifchen 3u. ferien werden für die Kinder Märchenvorführungen veranstaltet( 20., 22., 27., 29. Sörfaal, 4 und 6 Uhr: Safe und Swinegel 28. Hörsaal, 4 und 6 Uhr: Tischlein bed' dich.) Außerdem 18., 30., 1., 4. Aschenbrödel. 21., 26., Vorstellungen wurden auf drei Tage abgesagt. fammenstellungen des Gristenzminimums enthalten. Sörsaal, 4 und 6 Uhr: Winterfreuden in Schnee und Eis. Danzig, 16. Dezember.( WTB.) In der Beltstagssigung wurde Schon darum dürfte feiner dieser Bände in der Bibliothet eines BeBlüthner Orchester. In dem Sonntagstonzert am 17. abends mit lauten Pfuirufen aufgenommen. Auf Antrag sämtlicher arbeitenden Stände zu bekümmern. In Rücksicht hierauf hat der die Nachricht von der Ermordung Narutowicz' vom ganzen Hause find, fich um die Leber.shaltung und um die Tarifbewegungen der triebsrats, eines Mannes oder einer Frau fehlen, die dazu berufen 8 Uhr, im Blutbner Saal, gelangt erstmalig namato", ein Liederkreis rach japanischen Dichtungen für Sopran und Drefter von Camillo Parteien vertagte sich das Haus zum Zeichen der Trauer auf eine Berlag Buchhandlung Borwärts, Berlin, die Preise für diese Bände Hildebrand, zur Aufführung. Colistin ist grau Henny Hildebrand- Linkenbach. Stunde. außerordentlich niedrig angesetzt. Gewerkschaftsbewegung Zum Streik in Ludwigshafen a. Rh. Das Zentralfomitee des Alrussischen Verbandes der Chemiker, ber angeblich 200.000 Arbeiter umfaßt, verkündet, daß die chemischen Arbeiter Rußlands mit gespanntester Aufmerksamkeit den Kampf der Anilinarbeiter für die Erhaltung des von der Arbeiterschaft nach erbitterten Kämpfen errungenen Achtstundentages" verfolgen. Die„ Rote Fahne", die diese Kundgebung verbreitet, schreibt dagegen in derselben Nummer ihrer gestrigen Abendausgabe, worauf es den Streifenden ankomme, hätten unsere Parteiblätter in Mannheim und Ludwigshafen immer noch nicht begriffen. Die kommunistische Arbeiterzeitung" in Mannheim aber fage es ganz deutlich:" Für uns ist die Hauptsache die Erhal tung des Selbst- und Mitbestimmungsrechtes der Arbeiter und ihrer Bertreter in den Betrieben!" Da der Streit mit dem Achtstundentag nicht das geringste zu tun hat, feint man in Rußland schlecht informiert worden zu sein. Großen Geistern fommt es schließlich auch auf solche Kleinigfeiten nicht an. Das französische Kommunistenblatt' Huma nité" berichtet, die Badische Anilin- und Sodafabrik habe die drei entlaffenen Delegierten des tommunistischen Betriebsrätetongreffes zu 12 000 M. Geldstrafe verurteilen lassen, im Umfreis von 20 bis 25 Kilometern sei die ganze Papier- und Textilindustrie still gelegt, von einem bestreitten Wert aus sei auf die Streifposten geschossen worden, in einem anderen Bert seien 200 Kisten mit Repolpern und Kriegsmunition gefunden worden. Solche fa u ftdide Lügen werden in die Welt gefeßt. Familienzulage bezogenen Teuerungszuschlag von 150 m. mit Wirkung vom 1. Dezember auf 3000 Proz. zu erhöhen, was einer Bulage von rund 66 Proz. auf die Novembergehälter gleichkommt. Ferner foll allen Tarifangestellten mit Ausnahme der Wochenlöhner am 22. Dezember eine Abschlagszahlung auf das Gehalt in Höhe von 5000 M. geleistet werden. Die Gewerkschaften sollen aber dafür eintreten, daß Zahlungen außerhalb der regelmäßigen Gehaltszahlung in Zukunft nicht mehr gefordert werden. Wir haben erflärt, dieser Bersammlung das Angebot unterbreiten zu wollen. Die anschließende Aussprache ließ eine große Ünzufriedenheit mit dem Zugeständnis der Arbeitgeber erkennen und einige Redner befürworteten die Ablehnung. Schon die Novemberzulage sei hinter der Inderziffer zurückgeblieben und auch das für Dezember vorliegende Angebot bleibe hinter der Teuerung zurüd. Nach einem Schlußwort des Referenten fand das Angebot die Zustimmung der Versammlung. Zur Erhöhung der Beamtengehälter. Am Donnerstag morgen berichtete der Vorwärts", daß eine Erhöhung der durchschnittlichen Dezemberbezüge gegenüber den durchschnittlichen Novemberbezügen um etwa 44 Broz. erfolge. In der gestrigen Morgenausgabe brachten wir eine Tu.- Meldung, nach der zuverlässig" mitgeteilt wurde, daß die Erhöhung nicht 44 Proz., fondern 64,7 Broz. betrage. Diese angeblich zuverlässige Mitteilung hat sich jedoch leider als unrichtig erwiesen. Die Erhöhung beträgt nur 44,5 Pro 3. Hoffentlich sind nicht auf die angeblichen 64 Proz. Erhöhung hin die Preise inzwischen um weitere 100 Proz. erhöht worden. Kommunistische Rechenkunft. Deuficher Metallarbeiterverband. Berwaltungsmitglieber der mittleren Ortsverwaltung müssen wegen wichtiger Besprechung hente 9 Uhr im kleinen Saal der Brauerei Friedichshain bestimmt anwesend sein. Achtung, Funktionäre des Metallarbeiterverbandes! Folgende wichtige Fraktionsversammlungen finden statt: Bezirk 8a: Montag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25( Saal 5); 14. Bezirk: Dienstag 4½ Uhr in der Schulaula Rostoder Str. 32; 15. Bezirk: Dienstag 4% Uhr bei Sachse, Lindower Str. 26; 23. Bezirf: Mittwoch 4% Uhr in Spandau, Germania- Säle, Strefowplag. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die legten Borkommnisse in den freien Gewerkschaften; die lehte Generalversammlung des DMB. 2. Fraktionsangelegenheiten. Das Erfcheinen sämtlicher Funktionäre, einschließlich Betriebsräte und Generalversammlungsdelegierte, der Richtung Amsterdam ist unbedingt er forderlich. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Bekleidungsarbeiter Charlottenburgs. Wichtige Bersammlung fämtlicher Kolleginnen und Kollegen der Richtung Amsterdam am Montag, den 18. Dezember, abends 7½ Uhr, bei Thundt, Wielandstr. 4. Barteiund Gewerkschaftsausweis legitimiert. Die Fraktion. Berwaltungsbezirk Treptow( Treptow, Baumschulenweg, Nieder- und Oberschöneweide, Johannisthal, Adlershof, Alt- Glienice). Dienstag 7 Uhr in Niederschöneweide, Schule, Berliner Str. 31, Zimmer 11, Berfammlung aller im Bezirk wohnenden Gewerkschaftsfunktionäre, Betriebsräte, Betriebsvertrauensleute, Gewerkschaftsangestellten und Kartelldelegierten der Richtung Amsterdam. Tagesordnung: Partei und Gewerkschaften". Referent Genosse S. Leo. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. BSPD. Betriebssekretariat. 3. A.: Holz, Reinine cht. " Buchdruckerei Seydel u. Cie. Montag 2 Uhr Restauszahlung der Unterftüungsgelder im Lofal Giet, Teltower Str. 45. Kollegen, welche nicht anwesend find, verwirken dadurch ihren Anspruch. 3. A.: Feigc. Goldleiften- und Bilderrahmen- Branche. Montag 6 Uhr Vollversammlung aller in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen in den AndreasFestfälen, Andreasstr. 21. Um 5 Uhr treffen sich die Funktionäre der Branche in denselben Räumen. Um pünktliches Erscheinen ersuchen die Arbeitnehmerorganisationen. AfA- Funktionäre der Gesundheitsindustrie. Montag 7½ Uhr im Empfangsraum des Butab, NW. 52, Werftstr. 7, Versammlung.( Aufstellung der Dezem Ber- Gehaltsforderungen.) 8entralverband der Schuhmacher. Stepperei und Vorrichterei in und außer dem Sause für die Hausschuhindustrie: Montag 6 Uhr Köpenider Str. 127a. Bersammlung der Bellschuhmacher: Montag 5% Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Für unsere arbeitslosen Mitglieder beginnt am Montag die Auszahlung der Weihnachtsunterstützung täglich von 9-12 Uhr vormittags, und zwar am Montag für die Mitglieder mit den Anfangsbuchstaben A- E, Dienstag F- K, MittGaales Sentralverbandes der Angestellten, Berlin, Belle- Alliance- Str. 7-10, Als die Gewerkschaftssektion der fommunistischen Internationale Die Gewerkschaftsführer haben sich alle erdenkliche Mühe ge- im vorigen Jahr in Moskau ihren Weltfongreß" abhielt, behauptete geben, die Differenzen beizulegen. Sie erreichten denn auch in Herr. Losowski, daß ihr nicht weniger als 17 Millionen Mitglieder einigen Bunkten eine Abänderung der Unternehmerbedingungen, die angeschlossen seien. Auf dem diesjährigen Weltkongreß" war Herr jedoch immer noch Bestimmungen enthielten, die es ihnen unmög Losowski schon etwas bescheidener geworden, denn er sprach nur Aber selbst wenn man in Belich machten, fie anzuerkennen. Da den Bertretern der bestreiften noch von 11 925 000 Mitgliedern. Betriebe der Kamm geschwollen ist, so daß sie zu annehmbaren Betracht zieht, daß in diese Zahl auch die Zwangsgewerkschaften in dingungen für die Wiederaufnahme der Arbeit nicht zu bewegen Sowjetrußland einbegriffen sind, so darf man trotzdem annehmen, woch LQ, Donnerstag R-- U und Freitag V- Z. waren, mußten die Gewerkschaftsvertreter ihre Bemühungen als daß auch von dieser niedrigen Zahl ein beträchtlicher Teil abzuziehen ift, wenn man der Wahrheit näherkommen will. Der Rechenmeister AfA- Vertrauensleute der chemischen Industrie. Dienstag 16 Uhr im Roten gescheitert betrachten. Endlich sah sich auch das bayerische Sozialmini. der Gewerkschaftsfektion der Dritten Internationale hat nämlich anBericht über das Ergebnis der Tarifverhandlungen. Brande der Bickler, Isoliere, Kollektorbauer, Transformatorbaner, sterium veranlaßt, vermittelnd in den Kampf einzugreifen. Ge- gegeben, daß in Schweden 75 000 Anhänger seiner Richtung vorBatteriehanden seien. Ferner sollten im Norwegischen Arbeitsmänner- Imprägnierer, und Elementarbauer. Die Bertrauensmännerlingt es auch seinen Bertretern nicht, die Werkleitungen von ihrem Berband 33 000 Kommunisten vorhanden sein. der Branche am Donnerstag bei Göhling, Brunnenstr. 79, Dabei hatte tonferenz foll dic endgültig beschließen über geplante Abhaltung Herrenstandpunft abzubringen, dann fällt den Wertleitun allgemeinHerr Losomsti Losomski das Bech, zu übersehen, daß der ge- verständlicher, belehrender Lichtbildervorträge. Diese erfordern efwa gen die volle Berantwortung für das Scheitern der Berhandnannte Berband im ganzen nur 16 000 Mitglieder 6 Doppelstunden und eine Teilnehmergebühr vorläufig insgesamt lungen zu. Berband 21 000 Kommunisten gefunden haben, obgleich dieser Ber- Donnerstag zu machen. Zur Konferenz müssen alle Funktionäre erscheinen. hat. Ebenso wollte er im Norwegischen Eisen- und Metallarbeiter 200 m., welcher Betrag zusammen erhoben werden muß. Meldungen zur Teilnahme find bei den Bertrauensleuten oder den Betriebsräten ois spätestens band nur 14000 Mitglieder hat. Der Norwegische HolzDie Branchenleitung. arbeiterverband, dessen Gesamtmitgliederzahl 5700 beträgt, follte 9000 Kommunisten enthalten. Alles in allem hatte Herr Losowski Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: nicht weniger als 100 000 Anhänger seiner Richtung in den norwegi Borwärts- Buchbruckerci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co... Berlin. Lindenstr. 3 Th. Glode. Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b.$., Berlin. Drud: schen Gewerkschaften herausgerechnet, obgleich die ganzen norwegiHierzu 2 Beilagen und Die Bücherschau". schen Gewerkschaften nicht so viele Mitglieder haben! Treiben sie den Kampf auf die Spize, dann fann es dazu kommen, daß die Gewerkschaften mit eingreifen müffen. Die Dummheit, in der die Anilinarbeiter auf die fommunistische Attion hereingefallen sind, darf nicht derart von dem Unternehmertum ausgenügt werden, die Streifenden durch Hunger zur Verzweiflung zu treiben, um sie dann vollständig zu fnebeln. So weit geht es denn doch nicht! " Fadföreningsrörelsen", die Wochenzeitschrift des Schwedischen Gescheiterte Lohnverhandlungen in der Holzindustrie. Gewerkschaftsbundes, deren Nummer 47 wir diese Mitteilungen entDa das Lohnablommen im Berliner Holzgewerbe abgelaufen, nehmen, bemerkt dazu mit treffendem Spott: hat der Holzarbeiterverband auf Grund einer Forderung auf LohnDaß Herr Losowsti 100 000 Bewertschaftsmitglieder in erhöhung von 50 Proz. am 15. Dezember verhandelt. Die furze Aegypten hat, ferner 27 000 in Niederländisch- Indien, 200 000 in Man würde auch nicht Frist vor Weihnachten veranlaßte die Arbeitgeberkommission, weitere Bolen ufr., bezweifelt natürlich niemand. fehr erstaunen, wenn er noch über ein halbes Hunderttausend da Zugeständnisse in der Lohnfrage abzulehnen. Das von ihr gebroben in Grönland verfügte. Die russischen Bolschewiftenführer find machte Angebot wurde von den Arbeitnehmerbertretern einmütig abgelehnt. zumal eine Festlegung verlangt wurde, die über den Antrag der Arbeitnehmer wesentlich hinausging. Die Verwaltung des Verbandes hat daher den Schlichtungs. ausschuß angerufen. Die Mitglieder in den Betrieben werden versuchen müssen, betriebsweise mit ihren Arbeitgebern Lohnborschüsse auf Grund des neuen Abkommens zu vereinbaren. Sobald ein neues Ergebmis vorliegt, wird den Funktionären des Holzarbeiterverbandes sofort Bericht erstattet. Dezembergehälter in der Metallindustrie. eine wunderbare Sorte. Herr Lenin unternahm fürzlich, von den Rubelscheinen drei Nullen zu streichen. Herr Losowski hält dagegen Losowski fich verwandtschaftlich zu ihnen hingezogen fühlt?" an seinen Rullen feft. Das beruht doch wohl nicht darauf, daß Herr In der Goldleiften- und Bilderrahmen- Branche fanden neue Berhandlungen am Freitag statt. Nachdem weitere minimale Zugeständnisse gemacht worden sind, ist es notwendig, daß die in der Branche Beschäftigten sich über Annahme oder Ablehnung in der Beriammlung am Montag entscheiden. Ausfperrung in der schlesischen Holzindustrie. Nachdem die Die AfA- Funktionäre der Metallindustrie waren am Freitag einen Streit getreten sind, wurde gestern über sämtliche Betriebe Tischler einer größeren Anzahl von Betrieben am Mittwoch in sehr zahlreich im Lehrervereinshaus versammelt, um Stellung zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen mit dem Verein Berliner des Landesverbandes Schlesien der Holzindustrie die Aussperrung Metallindustrieller zu nehmen. Rothe vom Werkmeisterverband verfügt. erstattete den Bericht. Ausführlich ging er auf den Gang der Ber handlungen ein, insbesondere auf die sehr langwierigen Auseinander fegungen mit den Vertretern des VBMI., die zunächst wenig geneigt waren, ein annehmbares Angebot zu machen. Endlich erklärten sie sich bereit, den auf die Grundgehälter und den Grundbetrag der gehen. RUDOLPH HERTZOG BERLIN C. BREITESTRASSE Die Stodawerte in Pilfen stellen in der Zeit vom 24. bis 31. Degember den gesamten Betrieb ein, so daß in dieser Zeit 10 000 Arbeiter beschäftigungslos werden. Nach Neujahr werden die Werke mit der Kündigung von einigen weiteren hundert Arbeitern vorhervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Jogal Sicht Rheuma 3schias Best. 61,3% og al stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausgezeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. 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Dezember, von 1-5 Uhr Hr. 595 ❖ 39. Jahrgang !♦ Heilage Zes Vorwärts Sonntag, 17. Dezember 1922 Wirt schuft Sesserung üer Mark. Die Kurse fremder Zahlungsmittel an der Berliner Börse haben gegen Ende der letzten Woche einen empfindlichen Stoß erhalten. Poincares Mißerfolg in London, die Gerüchte von der Absicht der amerikanischen Regierung, Deutschland durch eine große Anleihe zu � helfen, vor allem aber die angespannte Lage des Geldmarktes haben diese Wendung herbeigeführt, von der man heute noch nicht sagen kann, ob sie von längerer Dauer ist. Soviel jedenfalls steht fest, daß die Voraussetzungen für eine Besserung der Mark heute g ü n st i g e r s i n d als je. Das Reparationsproblem drängt zwangs- läufig zu einer Lösung. Die Politik des Kabinetts Wirth beginnt jetzt allmählich ihre Früchte zu tragen. Der innere Geldmarkt aber I steht unter dem Zeichen der Kreditnot und der Absatzschwierigkeiten. Die Unsicherheit darüber, wie die Mark in der nächsten Zeit stehen wird, hat das Interesse am Warenimport erlahmen lassen. Keiner weiß, ob er die heute teuer eingekauften Rohstoffe zu Waren ver- arbeiten kann, die er mit Gewinn verkaufen wird. Die Folge davon ist, daß die Rohstoffversorgung der. Industrie nachläßt, und aus der anderen Seite zwingen die mächtig hinaufgeschraubten Preise zur Inanspruchnahme großen Betriebskapitals, das jetzt nur außerordentlich schwer zugänglich ist. Andererseits ist auch die Kauf- traft der Bevölkerung noch von der letzten Katastrophe der Mark her schwer in Mitleidenschaft gezogen, so daß die Händler nicht in der Lage sind, ihr« Absatzpreise beliebig heraufzusetzen. Die Kämpfe, die sich jetzt in der Konfektion zwischen Lieferanten und Händlern abspielen, sind nur ein Symptom der Lage, wie sie bald auch auf andere Märkte überzugreifen droht. So leiden die Kleineisen- industrie, die Tabakindustrie, aber auch das Nahrungs- und Genuß- mittelgewerbe unter einem Rückgang des Beschäftigungs- grab es, erstere vor allem deshalb, weil die Ueberteuerung der Rohstoffe Eisen und Stahl, die weit über den Weltmarktpreis hinausgetrieben worden stnd, eine rentable Produktion bei der ge- schwächten Kaufkraft des Inlands und den Hemmungen des Exports nahezu unmöglich macht. Alle diese Umstände wirkten zusammen, um den Kurs des Dollars von rund 83l>0 auf rund 6300 innerhalb einer Woche zu senken, nachdem die Schwankungen der Mark in den letzten Wochen meist wesentlich geringer gewesen sind. Selbswerständlich wäre es verfrüht, jetzt schon daraus weitgehende Schlüsse zu ziehen, da weitaus die meisten Warenpreise des Kleinhandels stch viel lang- samsr dem Dollaroufftieg angepaßt haben und erfahrungsgemäß auch bei einem Sinken des Dollarkurses erst allmählich herunter- gehen. Immerhin wäre es gerade für die Aermsten nicht die schlechteste Wcihnachtsfreude, wenn diejenigen Waren, die sich automatisch dem Volutastand anpaßten, insbesondere Fett waren, Mehl des freien Verkehrs usw. in der Weihnachtswoche einen Rück- gang erfahren. Ohnehin droht sich die Teuerung auf manchen anderen Gebieten wieder verschärft auszuwirken. So steht eine ge- ivaltige Erhöhung des BrotpXises mit dem Beginn des nächsten Jahres bevor, und die Preise vieler Bedarfswaren, die noch nicht mit der allgemeinen Teuerung mitgegangen waren, rücken unauf- haltsam nach. So ist es unangebracht, aus dieser Markbesierung vorläufig weitgehende Schlüsie im Hinblick auf die Teuerung zu ziehen. Die nächsten Tage erst werden zeigen, ob die Kurssenkung des Dollars von einiger Dauer ist. Viele Anzeichen sprechen dafür. Die schlechte Lage des Geld- Marktes hat die D e o i s e n h a m st e r e r aller Art veranlaßt, Devisenverkäufe vorzunehmen. Auch die Industrie, die ihre Reserven vielfach in fremden Werten angelegt hat, erscheint als Verkäufer am Devisenmarkt, um sich so das fehlende Betriebskapitäl zu ver- schaffen. Viele, die in der letzten Zeit der Markverschlechterung sich noch mit fremden Zahlungsmitteln und Rohstoffen eingedeckt hoben, NeZls« 3tanl Ha i An unsere postabonnenten!? vom 1. Januar f. I. ab ist bei der deulscheu Post der „vorwärts" nur durch ZNonatsbezug zu erhalten. während bisher der Briefträger das Bezugsgeld nur von Vierteljahrsbeziehern einzog und die Monatsabonneuten ihre Bestellung jeden Monat am poslfchalter erneuern mußten, wird in Zukunft der Bezugspreis nicht mehr jür«in Vierteljahr, sondern für den einzelnen Monat vom Briefträger bei jedem Abonnenten einkassiert.— Gleichzeitig sührt aber die Postbehörde am ll. Januar kommenden Jahres auch das Bestellgeld wieder ein, d. h. sie erhebt für die Zustellung der Zeitung ins hau» wieder eine Gebühr. Diese beträgt bei täglich zwei- maligem Erscheinen des„Vorwärts" pro Monat etwa lS M., bei täglich einmaligem Erscheinen S M.— Bei Abholung v o m S ch a l t e r w er d« a V e- stellgebühren nicht erhoben. 3n Anbetracht der Einführung der obengenannten Neuerungen, welche naturgemäß zuerst eine Mehrarbeit bei den Postämtern bedeuten, bitten wir unsere postabonnenten, die Er- Neuerung Ihrer Zeilungsbestellung für den Monat Januar koinmenden Jahres sofort vorzunehmen. Rur dadurch kann eine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung vermieden werden. Gleichzeitig ersuchen wir alle diejenigen vostabonnentea um postwendende Einsendung der Rachzahlung für die Monate Rovember und Dezember dieses Jahres, welche dieselbe bis jetzt noch nicht eingeschickt haben. Da die Bezuaspreise„freibleibend" von der Post bezeichnet wurden, sind die postabonnenten zur Rachzahlunq verpflichtet. =j..vomiZils"-Verlag, verliv SMS. MevMeZ. j= DCira—........... Illllllil1 IHl—WMCliaD' bisher ziellos steigen. Diejenigen aber, die infolge der Minderung ihres Realeinkommens schon bisher vom Warenmarkt so gut wie ausgeschlossen waren— so der ganze sogenannte frühere Mittel- ! stand und Arbeiter wie Festbesoldete, deren Papiermarklöhne mit der Teuerung längst nicht Schritt hielten—, sind nach der letzten Lohn- � erhöhung kaum in der Lage, in absehbarer Zeit den Ausfall an l Käufern zu ersetzen, der bei einer Senkung der Warenpreise eintreten i muß. Es kommt hinzu, daß innerhalh der anarchischen kapila- listischen Wirtschaft jegliche Uebersicht über die Warenvorräte, sowohl die der Händler, wie die der zahlungsfähigen Verbraucher der bisherigen Warenhamsterer fehlt. Wohl ist es richtig, daß die Umsätze und das Betriebskapital in der letzten Zeit vielfach Einbuße erlitten haben, daß mithin also auch im großen Durchschnitt die Warenläger des einzelnen Kaufmanns zurückgegangen sind. Auf der anderen Seite aber ist die Zahl der am Handelsgeschäft be- teiligten Personen und Firmen bedeutend g e st i e g e n, so daß die Vermutung nicht unberechtigt ist, die vielen kleinen Vorräte der einzelnen stellen einen erheblichen Bestand dar. Wenn das aber der Fall ist, so ist die Gefahr einer Ueberproduktion, einer Ueberfüllung des Marktes in bedenkliche Nähe gerückt. Wohl haben große Massen des Volkes einen gewaltigen Warenbedarf, ja einen ausgesprochenen Warenhunger, den sie nicht befriedigen konnten� Aber ihnen fehlt die Kaufkraft. Der überwiegende Teil des Einkommens muß für die dringendste Lebensnotdurft aufgewandt werden. Ohne Kaufkraft aber kann der Bedarf niemals zur Nach- frage werden, und ohne Nachfrag« kommt kein Absatz zustande. So ist trotz des großen Warenbedarfs breiter Massen zu befürchten, daß die Vorzeichen der Absatzstockung, die man jetzt vereinzelt beobachten kann, zu einer M a r t t k r i s e führen müssen. Diese Gefahr besteht zweifellos. Aber immer wieder muß man sich vor Augen halten, daß ohne eine solche Marktkrise eine G e- s u n d u n g der deuffchen Wirtschast nicht möglich ist. Noch vc r kurzem schien es, als sollte diese Krise in eine Zeit steigender Warenpreise fallen. Jetzt droht die Gefahr von der anderen Seit« � her, von der Besserung der Mark oder mindestens von ihrer Stabili- � sierung, die zwangsläufig einen Stillstand oder eine Senkung � wenigstens eines Teiles der Preise zur Folge hat. Sollt« jetzt wirk- sich eine Arbeitslosigkeit größeren Stiles einsetzen, so wäre das ein | Zeichen beginnender Genesung, im anderen Falle wäre sie eine Der- � schlimmerung des Valutaelends gewesen. Aufgabe der Behörden bleibt es unter allen Umständen, wirksam« Maßnahmen zu treffen, durch die ein« Ausbreitung der jetzt schon rorhandenen Erwerbslosigkeit nach bester Kraft vermieden wird. » ver Schlußkur» für die Mark betrug au der gestrigen Rem Porter Börse 1.89 Cents— 100 M. oder 1 Dollar— 5500 M.! sind jetzt von der Gefahr erheblicher Verluste bedroht und werden natürlich, wenn nicht eine unerwartete außenpolitische Wendung ein- tritt, weiter versuchen, chre Gewinne in Sicherheit zu bringen und ihre Vorräte abzustoßen. Wenn diese Bewegung auch nur kurze Zeit anhält, so würde das genügen, um auf dem Warenmarkte den größten Wirrwarr zu entfesseln. Wiederholt schon haben wir darauf hingewiesen, daß die zahlungsfähigen Käufer sich nach Mög- lichkeit auf lange Zeit im voraus eingedeckt haben in der Angst vor höheren Preisen. Dieser Teil der Käufer verschwindet automattsch für längere Zeit vom Warenmarkt, wenn die Preise nicht mehr wie Die Stromversorgung der psaiz gefährdet. Die Pfalzwerke in Ludwigshafen machen bekannt, daß die Stromversorgung wegen. , Mangels an Betriebsmitteln infolge der Geldentwertung vor dem Zusammenbruch steht, wenn nicht die Konsumenten cnt- sprechend« Geldmittel aufbringen. Allein für Dezember sind für die Anschaffung von Kohlen über 260 Millionen Mark notwendig. Dazu kommen die Gehälter und Löhn«. Auch Haanover schafft wertbeständige Anleihen. Der Pro« vinztalauSschuß hat hier der Hannoverschen Landeskreditaiistalt die Ermächtigung erteilt, Roggenschuldverschreibungen auf Vj bis 10 Zentner Roggen auszugeben. Nur die Reichsbank ver- steht sich auf derartige Kreditoperationcn nicht. . Morgenrock i\ y}»u» molligem ,=1. Trikotstoff 1/ 7500.- Zum Weihnachtsfest bevorzugt die sparsasne Hausfrau unsere allseilig gerühmte Voll-Milch täglich frisch, gereinigt pasteurisiert und tief gekühlt Margarine täglich friieh, vorzüglich im Geschmack und sehr ergiebig Butter tSglich frisch Cocos-Sahne ifigllch frisch, verfeinert den Kaffee Verwendung wie Natursahne rum Kochen u. Backen loghurt tSglich frisch, bekömmlichste Sauermilch Erhältlich in allen einschlägigen Geschäften, in unseren Verkaufsstellen und an unseren Wagen Meierei C. Bolle Aktien- Gesellschafft N'M Aus der Partei. Ein Lebensbild von Otto Hue.( Herausgegeben vom Borstand des Bergarbeiterverbandes Bochum.) Otto Hue war immer ein Mann der Tagesarbeit. Ruhelos und raftlos rang er nach Vermirklichung dessen, was Tag und Stunde im Dienste der Bergarbeiter und im Interesse der Gesamtarbeiterbewegung ihm als not menbig galt. Und so hat er auch einen Biographen gefunden, der in der Haft der Tagesarbeit ein Lebensbild dieses Mannes geschildert hat. Nikolaus Ost eroth übernahm die Arbeit. Der Bergarbeiter vorstand hätte teine beffere Wahl treffen tönnen. Osteroth hat Hue gefannt und fennt die Bergarbeiter. Nicht Quellenstudien brauchten erft unternommen zu werden, sondern aus dem Leben heraus, aus bee indienen. Stop der intimen Keentnis der Dinge ist frisch und lebendig das Buch| in die Hände, denn auch für uns gilt, daß große Menschen durch niedergeschrieben worden. Im Hintergrund erscheint vor unserem ihr Beispiel erzieherisch wirken. Vielleicht tönnte man an dieser geistigen Auge jene gewaltige Emanzipationsbewegung der oder jener Einzelheit der Darstellung Osteroths mit Kritit einsetzen. Menschen aus der Liefe. Wir erleben noch einmal so vielerlei Er- Denn Hue war ein Eigener, tein Nachbeter. Er war nicht mur eignisse aus der Borkriegszeit: parlamentarische Kämpfe, das eine starte Persönlichkeit, sondern auch als Mensch und Führer Ringen um Lie Freiheit der Bergarbeiter in Gesez und Wirtschaft, fompliziert, so daß er seinen nächsten Freunden oft Rätsel aufgab. dann besonders nach der Revolution: Irrungen und Wirrungen der Die Psychologie des modernen Arbeiterführers in all ihrer Mannig grollenden Masse selbst, mühseliges Aufbauen und hingebungsvolle faltigkeit ist noch nicht erfaßt, Otto Hue tann darüber viel zum Nac Sicherungsarbeit, auch dem Bergmann die Stellung zu schaffen, denten anregen. die er haben muß. Als Handelnder aber tritt uns überall Otto Hue entgegen. Geschicht weiß Ofteroth den Lebensgang von Otto Hue mit feiner Lebensarbeit zu verbinden. Die Herkunft und Umgebung, wie er wurde, wie er rang mit seiner Aufgabe, welch ein reiches, volles Leben rollt sich hier auf! Gebt dieses Buch unserer Jugend Qualitätraucher BATSCHARI Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 6% Uhr: 7 Uhr: Rosenkavalier Mein Leopold Schauspielhaus 2: Maria Stuart Mtg. 7: Verschwender Komische Oper ( 712) Dir.: James Klein( 712) allabendlich d. große intern.Revue Lessing- Th. Europa spricht davon 7: Peer Gynt Lessing- Th. 7% Uhr: Der sch. Theat. Königin Christine Der 2: Die Büchse Montau 7% der Pandora Biberpelz 71 Gespenster Dienst.u.Mittw. 1 ( Alexander Moissi) Königin Christine Mont, 7 Simson Donnerst. 7: Faust eder Scham u. Ftg. 7 Königin Eifersucht Christine Sonnab. 7: Der Kammerspiele Biberpeiz Sonntag geschloss 2% Uhr: Der Raub 1. Feiertag 7: der Sabinerinnen KaniginChristine 8 Uhr: Timotheus 2 Feiertag 7: in flagranti Der Biberpelz M12.5: Timotheus Mittwoch 1%: in flagranti KöniginChristine ar.Schauspielh. Deut. Künstler- Th. ( Karlstraße) Heute bis Mittw.7% 2 Uhr: Orpheus Käthe Dorsch in: in d. Unterwelt 7 Uhr: Luther Liebelei. Die Lore ( die Nachtigall v. Do. 7 Uhr z. 1. Male: Wittenberg) Großmama( Darsch) Mtg 7 U: Luther Ab Freit. allabendl. ( die Nachtigall v. 7, U Großmama Wittenberg) Theater i. d. Residenz- Th. Königgrätz. Str. Heute& Uhr und Nachm. 3und& Unr: täglich: Wund. Geschichten Wiederauftreten d. Kapelim. Kreisler Tilla Durieux' Komödienhaus in Fedora 30.: Prinzessin Olala 8: Der prachtvolle Kleines Th. Hahnrei Maria Orska Otto Gebühr Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen Berliner Th. Sonnt. nachm. 4 U. 7.15; Madame Nur ein Traum Pompadour Trianon- Th. Fritzi Massary a. G. Roberts, Wirl, Haskel Täglich 48 Uhr: Deutsch Opernhaus Lissi 7 Uhr: Aid a die Kokotte Mtg. 7 Freischütz Pers.unter 18 Jahren Große Volksoper haben keinen Zutritt im Theat.d. Westens 6% Tristan.Isolde Central- Theater 2 U. bei kl. Preisen 71/2: FamilieHaunemann Raub d. Sabinerinn. Min. 1: Barbie rvon Sevilla 3: Der gestief. Mater Intimes Theater 4 U.: Gustave es blitzt! usw. Walhalla Theat. 8 Uhr: Die Leiter Täg. Die tolle Lola Die Peitsche und... 7 8 Lustspielhaus Musik von H. Hirsch Der Mustergatte Molly Wessely Adalbert- Servaes Metropol- Theater Paul Heidemann 3 U.: Die Bajadere SCALA 75 NewYork- Berlin Neues Operett.- Th. 74: Die schwarze Rose Noues Th. am Zoc 72 Uhr: Dorine und der Zufall Operette v. Gilbert Neues Volkstheater Tägl. 8 Uhr Internat. Varieté Sonntag 3.30 zu halben Preis. das volle Programm 7 Uhr Sardanapal Urania Renaissance- Th. Theater 8 U.: OherHardenbergstr. 6. 71/2: Drai ammergauer Pas sionsspiele Strindberg- Einakter Schiller- Th. Charl. Kl. Saal 5% u. 8 U.: Die Alpen im Film * U.: Roseomontag Teil il. Mte. 8: Rose Bernd Thalia- Theater 3: Der müd. Theodor The Prinz Don Juan Uhr Th. a. Nollendorfpl. 3% Uhr: Vetter a. Dingsda ..Dein Mund... Apollo- Theater Russisches Theater is 4.Kommandant. Str Romantisch.Theater 7 U. Der Schrei Telephon: Kurf. 696 aus der Straße Russ, Ballett Wallner- Theater vom ehem. kaiserl. 8 U.: Die kleine Theat.in Petersburg Sünderin Regie: Operette v. Gilbert Boris Romanoff m.Quido Thielscher Anf7% Ende 10%, U. Theater des Ostens Casino- Theater ( Rose Theater) Der neue Schlager! 8 Uhri 7% Uhr: Menschen Mullers Prinzeßchen von heute in Originalbesetzung Margit Suchy, Rose Felsegg. Balzer Lichtenstein, Max Landa, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Alb. Kutzner, Mizzi Metelka, Else Reval, Spira, Bartels, Walters. Auftreten Mr. Jacksons vom Alhambra Theater London mit seinen englischen Girls. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Der BlaueVogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich 8 Uhr: Das dritte Programm. Vorverkauf bei Wertheim, an all. Theaterk, u. an der Kasse d.Th. v. 11-2 u. ab 6 Uhr abends. CHA A BC Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN America. 3. Jan. 7. Febr. President Harding. 6. Jan. 14. Febr. President Roosevelt 17. Jan. 28. Febr. George Washington 21. Febr, 28. März Southampton u. Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES Berlin W8, Unter den Linden I NW 40, Invaliidenstr. 93 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen S56 Aus der Versammlung des Reichsverbandes der Rheinländer im Reichstag am 7.12. 22. Präsident Kaufmanni Wir... rufen in alle Welt, daß die Rheinländer deutsch sind und deutsch bleiben werden. Dr.- Jng. Sorge, Vorsitzender des Reichsverbandes der deutschen Industrie: Die Rheinlande in Gefahr! Das Vaterland in Gefahr! Reichstagsabg. Wissell erklärt für die Gewerkschaften: Die deutschen Arbeitnehmer im Reich versichern ihren bedrohten Brüdern im Rheinlande ihre Treue! Generalsekretär Hermann namens des deutschen Handwerks und des deutschen Mittelstandes: .. das deutsche Handwerk und der deutsche Mittelstand mit ihren deutschen Stammesgenossen in der Pfalz und am Rhein unlöslich verbunden! Reichstagsabg. Wieber, Vors.. des Christl. Metallarbeiter- Verbandes, erklärte ebenfalls, die Arbeiterschaft des Rheinlandes wird sich niemals von den deutschen Volksgenossen trennen! zum Geh. Rat Dr. Riesser, Vizepräsident des Reichstags: Alle Welt muß wissen, daß der Rhein Deutschen Reich und das Reich zum Rhein gehört! Der Film des Tages: Deutschlands Strom in Vergangenheit und Gegenwart. DER RHEIN mit Gesangsvorträgen von Rheinliedern. Täglich! KAMMERLICHTSPIELE IM UFAHAUS POTSDAMER PLATZ Wochentags: 6 und 19 Uhr Vorverkauf für die 6- und 129- Uhr- Vorstellung Sonntags: 4, 5, 70, 9 Uhr vormittags von 11-1 Uhr an der Theaterkasse. Die hervorragendsten Instrumente und Künstlerplatten Grammophon Ludwig Berliner 9 Tauentzienstrasse 9 DIE IMME SEINES HERRN Aber das sind Einwendungen, die nicht den Stern der Sache berühren fönnen: Der Bergarbeitervorstand hat in diesem Büchlein Otto Hue ein würdiges literarisches Dentmal gefeßt, und dem Berfaffer gebührt herzlicher Dant für seine Arbeit. Den Bergarbeitern, allen Kreisen der Arbeiterschaft aber sei biefes Buch aufs wärmfte R. Woldt. zu empfehlen. bevorzugen stets CIGARETTEN • GRASS NO PUHONNY CAFKAHLBAUM AKT- GES BERLIN SEIT 1818 Kahlboum Siföre Weine UFA- PALAST AM ZOO Gloria- Film der Ufa Der falsche Dimitry Ein Zarenschicksal von Hans Steinhoff und Paul Beyer. Regie: Hans Steinhoff. Heute 3 Vorstellungen. 1/45, 7 u.9 Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr Wien- Berlin Unterhaltungs- Varieté Jagersin 4 Uhr 8 Uhr Das neue Programm ADMIRALS- PALAST -WELT am Bahnhof Rauchen gestattet 730 ARISTE Friedrichstr. Restauration aut allen Plätzen 730 Das unübertr. nene Varieté- Programm Sonntags 31 Uhr: Vorstellung zu kleinen Preisen WINDGREN HEUTE 2 Vorstellungen Nachm: 3% Uhr Ermäßigte Preise Abends 71% Uhr: Variete- Spielplan Ranken gestattet! Etablissement Café 10000 Mk. Erfinder Aufti Anreg, g. Ber dienstm. biet. Brosch. grat. b. F. Erdmann& Co. 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Leiser Sonntag sind unsere Geschäfte ab 1 Uhr für den Verkauf geöffnet Einladung Deutscher Metallarbeiter- Verband Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter zur ordentlichen Ausschußigung Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Metalldrücker u. Polierer Groß- Berlins. Dienstag, den 19. Dezbr., nachmittags Filiale Groß- Berlin Dienstag, den 19. Dezember, abends 5%, Uhr in den Andreas- Jeftjälen, Andreasstr. 21: 3 Agt, in Relgenberger of Bersammlung der Berbanosfunktionäre 5 Uhr, im Sof", Reichenberger Straße 147: Branchenversammlung Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Tagesordnung: 1. Beitragsfragen. 2 Euffommunalisierung. 3. Berbandsangelegenheiten. der Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin am Freitag, den 29. Dezember, nachm. 5 Uhr, im Rathause zu Berlin, Rönigftraße 15/18, Eing. Jüdenstraße, Zimmer 63. Tagesordnung: 1. Beschlußfaffung über Aufstellung Voranschlages für das Jahr 1923 10, 21, 22, 36. bes Bur Teilnahme berechtigt und verpflichtet sind alle im§ 8 bes Orteftatuts benannten Funktionäre, und zwar die Mitglieber 2 Sagungsänderung zu den§§ 2, 3, 9, Achtung! Gijendreher. Achtung! ber Berwaltungskörperschaften inkl. Generalversammlungsdele gierte, Revisoren, Tarisfommission, Bibliothektommission, Ber- 3. Dienstag, den 19. Dezember, abends trauensleute, Beitragsfammler und Betriebsräte. 7 2hr, im Berbandshaus( 8immer 7) Wir erfuchen um vollzähliges Erscheinen. Zutritt nur gegen Linienftr. 83-85: Mitgliedsausweis. Die Bersammlung wird panftlich eröffnet. Die Ortsverwaltung. Kommissionsfitung. 5/14 Das Erscheinen aller Kollegen ist Bflicht. Dicastag, 19. Dezbr., abbs. 61, Uhr, 11 Verbandshaus( Sigungsfaal), Linienftr. 83-85: Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin R. 54, Linienste. 83/85. Geschäftszeit Weibliche Vertrauensmänner- Konferenz.hr bis nachm. 4 Uhr. Teleph.: Rorben 833, 834, 835, 836 Wahl des Rechnungsausschusses für bie Prüfung der Jahresrechnung für das Jahr 1922. 4. Berschiedenes. Anfragen oder Beschwerden zu deren Erledigung Atteneinficht oder anderweite Feststellungen erforderlich find, müssen mindestens drei Tage vorher beim Borsigenden des Borstandes eingereicht werden. Bor der Sigung findet bie um 3 2hr in demselben Zimmer des Rathauses e übliche Borbesprechung unter den Aus, bilbern: Die Zuberkulose und thre schußmitgliedern statt. Bekämpfung. Ref.: Frau Dr. ErdBerlin, 13. Dezember 1922. 2. Berbandsangelegenheiten mann. Auch in diesem Jahre hat die Ortsverwaltung wiederum Der Vorsitzende und Verschiedenes. eine Weihnachtssammlung veranstaltet, die an alle arbeitslose des Borstandes der BetriebstrantenDasErscheinen aller Kolleginnen iftpflicht. Kollegen und Rolleginnen zur Auszahlung gelangen soll, flir taffe der Stadt Berlin Zu 6 gen. BKK. 22, die folgende Richtlinien gelten: 2agesordnung: 1 sortrag mit sichtung Weihnachtsunterſtüßung! Achtung! tebern flott. Autoreparatur- Kleinbetriebe Gr.- Berlins Unterftligung erhalten alle Rollegen und Rolleginnen, die in den Boruffia- Sälen, Aderstraße 7,8: 6 Wochen Mitglied, für diese Zeit ihre Beiträge entrichtet unb 174/15 Dienstag, 18. Dezbr., abends 7 Uhr in der Woche vom 13.- 19. Desember 1922 arbeitslos ober erwerbs Allgemeine Ortstrantentafe Vollversammlung. mit dem Anfangsbuchstaben- am 20. Dezember, mit den für den Stadtbezirk Göpenid. unfähig Invalide find. Die Auszahlung erfolgt für Mitglieber Möbel KommanditGesellschaft Elsasser Strasse 1-2 am Rosenthaler Platz m Hause der Commerzbank Ständig. Ausstellung stilgerechter Speisezimmer Herrenzimmer Wohnzimmer Schlafzimmer farb. Küchen Klub- Garnituren in Leder u. Gobelin Unsere Preise richten sich. nicht nach dem Dollarkurse u. sind demzufolge stets sehr niedrig. Grosse WeihnachtsAusstellung für Klein Möbel Heute von 1 Uhr ab geöffnet. Händler Weihnachtsschlager 1 Million SEIFEN EN GROS Sagesordnung: 1. Stellungnahme Buchstaben 3- R am 21. Dezember und mit den Buchstaben Durch die Berordnung vom 1. Dez. 1922 zur 48- Stundenwoche in den Auto- 5-8 am 22. Dezember in der Zeit von 9-2 Uhr im Berbands ist die Krankenversicherungsgrenze auf mobil Reparatur Kleinbetrieben. 2. haus, Linienftr. 83/85, Parterrefaal. 720 000 m Jahreseintommen erhöht worden. Gruppenangelegenheiten und Ber Ausweis über Erwerbslosigkeit und bei Jnvaliben über Diese Verordnung ist mit dem 11. Deschiedenes. Erwerbsunfähigkeit nebft Mitgliedsbuch ist bei der Kontrolle gember 1922 in Kraft getreten, und zwar Alle Rollegen, besonders bicDorzulegen. bergestalt, daß Bersicherungspflichtige, die jenigen der Interessengemeinschaftsbetriebe, Mitglieder. bie infolge Erwerbsunfähigkeit in Heilanstalten, bie maßgebende Berdienstgrenze von münen erscheinen. 13772 Siechenhäusern und Armenanstalten untergebracht sind, haben 720 000 m. überschreiten, ohne ihren Arbeit die Bescheinigung über den Anfenthalt in den betreffenden An- geber oder ihre Stellung zu wechseln, eritz mit dem ersten Tage des vierten Monats zubringen. Ohne genügenden Ausweis erfolgt teine Auszahlung. aus der Berficherungspflicht ausscheiden. Die Ortsverwaltung macht ausdrücklich darauf aufmerksam, Die Arbeitgeber werden deshalb ersucht, baß die aufgerufenen Termine innegehalten werden müssen, um alle bei ihnen beschäftigten Personen, welche eine genaue Uebersicht über die Zahl der zu unterstützenden Mit- am 11. Dezember 1922 ein Einkommen glieber zu haben, nach der sich auch die Höhe der Unterstügung biefem Tage ab spätestens bis zum bis zu der obigen Höhe bezogen, von Reelle höchste Bezahlung für Die Ortsverwang. Algemeine Ortstrantentaffe stalten ebenfalls nebft Mitgliedsbuch in der feſtgefeßten Zeit bei nach Ueberschreiten der Berdienstgrenze für den Berwaltungsbezirt XI Berlin Schöneberg- Friedenau. Bekanntmachung. richtet. Auf Grund der Berordnung über Ber ficherungspflicht usw. vom 1. Dezember 1922 136/12 gestalten sich die Lohnstufen und Beiträge Dom 18. Dezember 1922 mie folgt: Rassenmitglieder Grund- Beitrag Lohn mit einem Tages lohn täglich stufe A 1 12345678 8 10 entgelt von M. Lehri. ohne Entgelt bis 120,- einschl. 120,01 bis 250, M. 50,- 4,50 100,- 9, 200, 18, 250,01 450,- 400, 36, RT 450,01 " 650,01 650, 850, " 600,- 54, 800, 1850,01 AF 100, 1000, 1050,01 1250,01 72, 90, 1250, 1200, 108, 1450,- 1400, 126, 9 1450,01 1650, 1600, 144, 1650,01 und mehr 1800,- 162, Als Krankengeld wird die Hälfte des Grundlohnes gewährt; entsprechend der Erhöhung der Grundlöhne steigen auch die übrigen Barleistungen der Krantentaffe. Ruglieder, beren Grundlohn die bisher bei der Kaffe vorgeschriebene Höchstgrenze übersteigt, haben auf die ihrem neuen Grundlohn entsprechenden höheren Raffenleistungen erst vom 43. Tage nach dem Intrafttreten der Aenberung, alfo vom 30. Janunt 1923, ab Anspruch. Auf Versicherungsfälle, die beim Intrafttreten biefer Borschrift bereits eingetreten find, Fat die Aenderung des Grunbichns teinen Einfluß Ab 11. Dezember 1922 unter egen der Krantenversicherungspflicht Betriebsbeamte, Bertmeister und Angestellte in ähnlich gehobener Stellung. Sandlungs und Apothelengehiifen, Bühnen und Orchestermitglieber, Lehrer, Erzieher und Hausgewerbetreibende, wenn ihr regel mäßiger Jahresarbeitsverdienft 720 000. ( monatlid) 60000 02.) nicht übersteigt Soweit diese Personen nicht schon der Krantentaffe angehören, find fie von den Arbeitgebern umgehend zur Anmeldung zu bringen. Die übrigen Be fchäftigten bleiben ohne Beschränkung ber Berdienstgrenze versicherungspflichtig. Für Bersicherte, welche bisher ber Lohnftufe 20 angehört haben und deren Tagesentgelt über 450 m. der Kranten taffe auf Grund von Meldungen, Tarif beftimmungen um. befannt ist, wird die Buteilung zur Lohnfture 10 von der Krantenfasse vorgenommen, Für diese Berionen find Ummeldungen nicht nötig Someit die Zugehörigkeit der Beficherten zu den Lohnfturen 4 bis 9 in Betrachi fommt, werben bie Arbeitgeber hiermit aufgefordert, bie zur Berechnung der Bei träge erforderlichen Lohnangaben mittels der üblichen Formulare möglichst balb bei der Hauptstelle Schöneberg, Grunewald ftraße 30, bam bei der Geschältstelle Friedenau, Rheinftr. 9, zu machen. Drud fde über bie neuen gefeglichen Beftim mungen und die Einteilung der GrundTöhne stehen in den Raffenlokalen aur 174/15 Berfügung. Der Borstand A. Schuldt, Borf F. Senss, Goriftf. S Toilette- Seifen, Weihnachtskarton, 4 St. Inhalt à 180.- M. Ständiges Lager und roßer Posten pr.Waschseife, ca 1 Pfd. 145.-M. 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Wenn an Berlins verschiedenen Brücken und Plrsyen die Christ- baumhändler mit ihren Tannenbäumen anrücken, aus alten Kisten- brettern mit Säge und Messer Christbaumständer zimmern, die Bäume hincinstuppsen— die Prachtseite natürlich den Kunden zu und„wo die Zweige fehlen" nach hinten—, so langsam die Preise bochschrauben und auss Geschäft warten, wenn die verschiedenen Tonten mit ihren mit vollem Recht gefürchteten Ueberraschungen bange machen, wenn die armen, bedauernswerten Väter mit gc- sträubtcm Haupthaar oder bei dessen Fehlen mit vor Angstschweiß glänzender Glatze in die Brieftaschen greifen und an die„schon ge- hobten" Vorschüsse denken,— dann kommt auch der Leipziger Platz zu seinem von der Tradition geheiligten und jedem Berliner sattsam bekannten Recht, nämlich zu seinem Weihnachtsmarkt. Wie öer Markt entsteht. Es ist lustig, zu verfolgen, wie er so langsam wird: erst war es nur ein fliegender Händler mit Füllfederhaltern, der von der Friedrichstraß« nach hier auswanderte; dann kam/ einer mit Hosenträgern, dann kamen drei gleichzeitig: einer mit Unioersalkitt, der zweite mit Gummiabsätzen und der dritte mit einem geschmierten Dreimännerbaß, der im Tempo von„Goldparmänen— Mürbe Ware— Prima Aepfel— Fünfzig Mark" unentwegt„Lametta— L'chia— Wundakerzen" sang. Seine Frau hatte er übrigens auch m't; sie war leine Scheinkonkurrenz und sang drei Töne höher: „Lichthalta— Engelshaar— Christbaumkugeln?— Die Da— am«..? — Christbaumkugeln?— Was soll's denn sein.. Und während der Hosenträgermann unaufhörlich seine Hosenträger zu Strippen auseinanderzoz, der Füllfederholterfritze seinen Füllfederhalter auf und zu schraubte, einpackt«, auspackte und wieder von vorne anfing: „Also, wenn ich's den Herrschaften nochmals zeigen darf.. und während der Kttionkel Tassen entzweidepperte, �usammenkittede, wieder In Scherben schlug und seinen Kitt raiend los wurde, hämmerte und zimmmc man schon um sie herum, baut« man Bude an Bude, zankte man sich um zehn Zentimeter Platz und wurde über Nacht der alte, liebe Weihnachtsrummel vom Leipziger Platz wieder lebendig. Zwischen üen Suüen. Auf ihren Auslegettschen liegt all der liebe und teure Krims- krams, ohne den Weihnachten„nischt is'" und der diesmal so mäckrig und unterernährt aussieht, wie unsere liebe Frau ohne Unterleib, unsere schwergeprüfte Valuta. Sehr viele Buden, die— ein Symptom unserer Zeit— diesmal nur Gebrauchsartikel, alltägliche Dinge sthren, die aber jetzt für viele, deren Portemonnaie von der allgemeinen Schwindsucht befallen ist, zu praktischen Weihnachts- gefchenken aufrangiert sind. Da kommt eben ein Tonnenzweig darauf und ein rotfcidenss Bändchen drumherum, und dann sieht es schon nach etwas aus. Auch die vielenBüchcr stände fallen auf. Dazwischen aber stehen sie, die dem ganzen Markte sein eigentliches Ge- präge geben: Buden mst Hampelmännern, Blechtrompeten, Puppen, Puppenstuben, Stehaufmännchen, armseligen und besseren Flausch- und Fclläffchen, die teils an Spiraldröhten auf und ab baumeln, teils, wenn man� irgendwo drückt, sogar an einem Reck turnen. Es sind primitive Sächelchen, größtenteils armseliges Masssn'pielzeug. Jnter- cssiert halte ich vor einer Bude, wo es ganz eigentümliche Hunde aus Karnickelfell gibt, die hinten einen Schlauch mit einem Gummiball haben, auf den man drücken kann, woraus dann der Hund einen Satz nach vorn macht und quietscht, was der Händler „bellen" nennt. Der Spaß kostet„nur" wie mir der Bubenbesitzer verrät— ltzlll) Mark! Ich drücke mich durch das tolle Gedränge und Geschiebe und bunnnele an den anderen Buden vorbei, an Kreiseln aus Blech,„auf denen die janze Erde wie uff'm besten Ilobus ustjemalt Is", zu 200 M., probiere eine Tüte geröstete Schneeslocken, denke an meine schönen Flegeljahre und konstatiere, daß die Schneeflocken damals entschieden besser geschmeckt haben. Im Vorbeigehen lasse ich mir noch von einem Fleckenstein-Fritzen den allen Fettflecken aus meinem Mantel entfernen, worauf der be- treffende Fritze wütend wird, da ich nämlich keinen Flcckenstein bei ihm kaufte und ihm erklärte, daß ich nu' doch keinen mehr brauche. Und dann bummle ich langsam weiter: In den Buden viel Gold und Silber, dos glänzt, aber kein Gold und Silber und höchstens Slaniol ist, ohne dos aber ein Tannenbaum eben nur ein Tannenbaum und kein Christbaum ist. Eine schmalzige Duftwolke mit„Warmem W2rstchen".Odeur lieblich gemischt steigt mir in die Rase; die Schmalzkuchenbäckerei steht brav neben dem Wurstmaxe. Das ist zwar nichts, um an den Weihnachtsbaum zu hängen. Aber sie machen desto trotz auch Geschäfte, sogar scheinbar gute, trotzdem man im allgemeinen über schlechte Geschäfte klagt. Ich beobachte dort ein Pärchen: der Kafalier spendiert„ihr" 2 Pckar Würstchen und dann gewissermaßen als Dessert einen Spritzkuchen zu 150 M. Paar Schritt weiter gibt es die Spezialität, die obligaten Lebkuchen mit den zuckrigen Inschriften, den Namen der zu Bcspendenden oder liebevollen minnigen oder sinnigen Sprüchen,"wie z. B.:„Oller sei friedlich, dann wird's Weihnacht gemütlich!"„Meinem süßen Mann- chen!"„Hast Du wieder mal'n Kater, mach zu Hause kein Theater!" „Olle, stänkere nicht!"„Männe, zieh kein schief Gesicht, dein Kost- geld reicht noch immer nicht!"„Dieser Kuchen schmecke Dir, wie der erste Kuß von mir!"„Nächsten? mehr, mein liebes Kind, wenn mal bessere Zeiten sind!"„Ob die Valuta steigt, ob fällt, meine Liebe denselben Wert behält!"„Ob die Zeiten trüb, ob heiter, Liebling,! lieb' mir ruhig weiter!" Und daneben liegen auch die Herzen mit den Namen in weißem Guß mit roten Röschen darunter. preise öa staunste. Es sind tatsächlich Preis«, die man hier verlangt; man nimmt, auch hier von den Lebendigen, wie Tante Malchen sagt, da die' Toten doch nichts zahlen; zum Davonlaufen sind die Preise, und doch bleibt man und tauft man, weil hier alles im Verhältnis noch billiger wie im Warenhaus ist. Aber trotzdem...1 Ein Durchschnitts- Hampelmann aus beklebter Pappe zirka 100 M., eine Blech- trompete 150 M., ein kleines Holzwägelchen mit kleinen, einfach aus einem Brett gestanzten und lackierten Pferdchen 800 bis 1200 M., ein kleines baumelndes A« f f ch e n 250 M., ein turnen- des 500 M.; ein Lebkuchen mit Spruch 200 M., das kleinste Herzchen 50 M; Christbaumschmuck wie Kerzen und Lichibalter kost- spielig:«in mieser„Stern von Bethlehem" z. B. schon 500 M. Und das andere erst: Kunstscidenschals 5000 M., W o l l j u m p e r noch viel mehr usw., daß die Haare selbst Kopf stehen. Also auch hier erhält man nichts geschenkt. Die Preise drücken aus die Markt- besucher, die meist nur einfache Leute sind, nicht gewohnt, mit größe- ren Summen umzuspringen. Der Weihnachtsmarkt ist zum guten Teil der Markt der armen Leute, deren Kinder mit einem Knarr er. einem Hampelmann oder, wenn es hoch hinausgeht, mit einem Wägelchen und Pferdchen zuftieden fein müssen, während im Villen- viertel draußen die Protzenkinder auf Perserteppichen mit elektrischen E-senbahnen und Dampfmaschinen spielen und dazu Pralinen und Kueben knabbern, die allein schon soviel kosten? wie die ganze Weih- nachtsfreude der armen Leute. » Man soll auf dem Weihnachtsrummel nicht sparen; schließlich ist ja nur einmal im Jahr Heiligabend und einem jeden dann etwas mehr zu gönnen, als an den anderen 35-l Tagen. Wir werden zwar olle diesmal mit einer Riesenebbe in der Brieftasche rechnen müssen, wir, die wir nicht vorsichtig in der Wahl unserer Eltern gewesen waren oder noch nicht einmal ein Bankkonto besitzen, aber— lieber die Ebbe, als ein« triste und traurige Weihnacht! Dann fängt ja wieder ein neues Jahr an und dann— na, dann— dann wird es eben wieder werden!* Kostbares Kleinvieh. Der Weihnachtsgäns« wird der gewöhnliche Sterbliche in Deutschland seit dem Weltkriege nur noch im Tvgüme habhaft. Der kleine Mann kann sie nicht einmal mehr ziehen, weil die Futter- kosten zu hoch sind. Daher glänzen sie auch auf einer Kleintierschau, die zurzell in Lichtenberg(Bellevue, Hauptstr. 2) stattfindet. durch Abwesenheit. Dort stößt man überhaupt auf die Not der Zell in gar eigentümlichen Bekundungen. So sieht man an den Käsigen von prämiierten Tieren Anschläge wie„Verkäuflich für M Zentner Körnerfutter". Und manches wertvolle Zuchttier wird für die Volkswirtschaft unausgenutzt in den Suppentopf irgendeines Reichen wandern. Das ist um so bedauerlicher, als unser« Zucht solch schönen Aufschwung nahm. Wer mit seinen Futteransprüchen bescheiden ist, steht heute in Gunst. So wendet man sich jetzt vielfach den Zwerg- Hühnern zu, die verhältnismäßig große Eier legen und da die Tiere nicht stark scharren, auch gute Gartenhühner sind. Ferner lebt die Zucht der Hermelin-Kaninchen auf. Man Ist jetzt eifrig bemüht, ihnen kleine Ohren beizubringen. Da man aus- gerechnet bei ihnen die großen für unschön hält. Vielleicht werden sie dem Züchter auch diesen Gefallen tun. Sie sind ja sowieso schon ein Tier nach seinem Herzen, beanspruchen wenig Raum und nähren sich von Küchenabsällen. Das kann man von den großen Rassen nicht sagen, die unbedingt Körnerfuttsr beanspruchen. Durch gute Exemplare vertreten, werben die einzelnen Rassen um Liebhaber für sich. Man erblickt Belgische Riesen, Französische Widderkaninchen und Französische Silberkaninchen, Feh- wnd Angora-Kaninchen, deren Felle Kostbarkeiten sind, kunterbunte Japaner, Schwarzloh und Havanna, die ihrer Farbe nach an Zigarren und Schokolade er- innern. Ein« zweite, sehr großzügig aufgemachte Schau ist in den P o st- Hörsälen, A r t i l l e r i e st r. 10, zu sehen. Dort sind Vögel ausgestellt. Einheimische und Exoten, alles ist vertreten. Auch die Besitzer dieser Tiere haben mit der Schwierigkeit der Futterbe- schaffung zu kämpfen. 1 Pfund Würmer kostet 6000 M., vom Körnerfutter ganz zu schweigen. Den Liebhabern einheimischer Vögel sei verraten, daß man für einen Dompfaff 1800 bis 2000 M. fordert, ein Lieder pfeifender Dompfaff jedoch 40 000 M. kostet. Für einen Star, einen ganz allerliebsten Kerl, der Nachtigallenlieder flötet und auch noch spricht, wurden 100 000 M. geboten. An Hörens- und Sehenswürdigkeiten seien nur erwähnt Kanarienvögel, die wie Nachtigallen schlagen, ein weißer Kanarienvogel mit schwarzen Augen und ein« weiße Amsel mit schwarzen Augen. Unter den Exoten fällt ein Rosenkakadu im Werte von 150 000 M. auf und ein weißer Kakadu, der sich andauernd den Kopf kvaueln läßt und dafür nimmermüde„küßt", sowie ein roter Aras, der fortwährend „Schokolade" verlangt. Pietät. Nicht wahr, wir hören doch von jenen Trommel- und Säbelakrobaten und ihrem Anhang das Wort immer wieder: Die wahren pietätvollen Hüter des Andenkens unserer im Weltkrieg Gefallenen sind die politisch rechts gerichteten Kreise. Das geht zweifelsfrei auch aus der folgenden Ankündigung hervor: „Der'Dfer-Helden-Gedächtnis-Hort, bekannt durch seine vor- jährige Gedächtnisfeier in der Berliner Garnisonkirche, veranstaltet am 3. Weihnachtsseiertag, den 27. Dezember/ abends 8 Uhr, im Marmor- und Bankcttsaal des Zoologischen Gartens einen ö f s en t- lichen Weihnachtsball zum Besten des Andenkens der im Herbst 1914 an der Pser Gefallenen. Dem Ball, der unter Mitwirkung des„Reichsverbandes für Tanzsport" stattfindet, geht ein patriotisches Konzert voran. Re« servierte Logenplätze zu 500 M. und Saalkarten zu 300 M. sind an der Abendkasse und im Vorverkauf an den Theaterkassen von A. Wcrtheim, Bote u Bock. Jnvalidendank erhältlich." Mütter, deren Söhne im grauenvollen Feuerregen an der Pser verbluteten, wie wird euch? Weihnachten 1922 tanzt man in Berlin „zum Vesten des Andenkens der Gefallenen". Dazu gehört auch ein „patriotisches Konzert", und der Reichsverband für Tanzsport wirkt sreundlich mit. So ehren gewisse Kreise in Deutschland pietätvoll und feierlich sein« toten Helden. Großfeuer in öer Dresdener Straße. Bier Feuerwehrleute an Rauchvergiftung erkrankt. Ein Großfeuer kam gestern abend in de? sechsten Stunde aus noch nicht ausgeklärter Ursache in der Knopffabrik von H. Röftn- bund. Dresdener Str. 85 und A n n e n st r. 40, zum Aus- bruch und verursachte der Feuerwehr stundenlange gefährliche Ar- ! bcit. Als die Feuerwehr aus der Fischerstraße aus sechsmaligen : Alarm an der Brandstell« erschien, schlugen die Flammen bereits � aus dem vierstöckigen Fabrikgebäude an der Annenstr. 40 zum Himmel empor. Der Angriff der Wehr gestaltete sich ungemein schwierig. Alle Eingänge durch eiserne Türen waren fest verschlossen und kein � Schlüssel vorhanden. Ueber vier mechanische Leitern drangen Feuer- ; wchrleute in das zweite, dritte.und vierte Geschoß ein. Mit Sauer- stofsgebläse mußten die Türen und Schlösser gewaltsam aufgeschnitten werden. In den oberen Geschossen, besonders im Dachstuhl, erfolgten Explosionen, einmal sechs hintereinander. Stichflammen schössen kreuz und quer Die Luft war mit Oualm und Wasserdämpfcn, besonders ober mit Kampfer und Zyankalidämpfen, so durchschwängert, daß man nur schwer atmen konnte. Die Explo- I sionen sollen von Zelluloidvorräten, die dort lagerten, herrühren. i Vier Angehörige der Hauptwache: der Oberseuerwehrmann G r a p c l und die Feuerwehrmänner Gehre, Wilh. H e r r m a n n und W us so ck, erlitten Vergiftungsanfälle und mußten nach der Hauptwach« gefahren werden. Zwei andere erkrankten bald I darauf. Mit 6 B- und 10 C-Rqhren von Dampf» und Motor- 42] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Winuke von Dicki Baum. Er bewegte sich kaum, als Anselmus neben ihm nieder- sank, er nahm nur den Kopf des Vaters, bettete ihn auf feine Brust, und dann spürte Zlnsclmus die kleinen Hände, die ihm über Stirne und Haar streichelten, immer wieder, immer wieder. „Warum weinst du, Väterchen," flüsterte später das Kind. „Ich weine nicht, mein Liebling. Ich bin froh—" „Jetzt weiß ich, was Wipfel sind," flüsterte das Kind! wieder. „Ja. Weißt du jetzt, was Wipfel sind? Weißt du es jetzt? So war nicht alles umsonst—" Dann lagen sie lange. Sie waren ganz allein auf der Welt. Oben gingen die Wipfel, sangen Frieden. Anselmus richtete sich auf und über den Augen des Kindes fragte er leise:„Wo ist deine Mutter, Konrad?" Der Knabe schüttelte langsam und wie verwundert den Kopf und fragte: „Wie heißt meine Mutter? Hab« ich denn eine Mutter?" „Linde." sagte Anselmus; aber zugleich glitt ihm etwas norbei, ein Schatten ein Erinnern.„Linde?" wiederholte er ungewiß und lauschte dem Klang in feinem Herzen nach. „Ich weiß nichts von meiner Mutter." sagte das Kind. Es schloß die Lippen, seme Augen versenkten sich und er flüsterte:„Horch!" Anselmus horchte. Da hörte er es wieder. Es kam aus der Ferne, und näher, fiel mst der Dämmerung vom Himmel, klang Erinnerung. Ueber allen Gipfeln ist Ruh. In allen Wipfeln spürest du Kaum einen Hauch... Sie lagen reglos, lange, und ließen den Klang über sich binrinnen, schweben und wieder fort sein, aufgelöst im sinken- den Abend. Das Kind schloß die Augen, und wie ein Hauch sagte er:„Geh zu ihr. Sie weint." „Wohin?" fragte Anselmus. Er folgte der winzigen Wendung des Kopfes, die der Knabe machte, ohne zu sprechen. Da sah er unfern eine Frau stehen, es war, als verstecke sie sich hinter einem Baum. Sie stand mit einer seltsam sehnsüchtigen, oorgeneigten Haltung dort, und dann kehrte sie sich ab. mit einer Bewegung, die Anselm süß vertraut war. Langsam ging sie davon, mit un- hörbaren Schritten ins tiefe Gras einsinkend. Slnselmus folgte ihr. Er kannte das Lied, er kannte die Tränen, er kannte die Frau. Als er ihr folgte, war es Linde. Die scheue und zarte Linie ihrer Schullern war ihm vertraut und auch ihr Gang auf langen, adeligen Sohlen. Sie ging langsam, und er ging schnell: dennoch gelang es ihm nicht, sie einzuholen. Noch sah er sie da und da vor sich und doch blieben immer Weite zwischen ihnen. Und während er sie verfolgte, immer ungeduldiger. sehnsüchtiger werdend, oerwandelle sich ihr Umriß im sinkenden Abend. Er erblickte den gleitenden Schwung der Hüsten, sein Herz schlug hart, und nun war es nicht mehr Linde. Seltsam floß ihr Bild mit einem anderen, heißer umfaßten in eins, j und seine Arme, die er nach ihr ausstreckte, begannen zu beben. Aus der Luft, dieser surrenden, mit rätselhaften Kräften erfüllten Lust, ftel Rausch über ihn. Die Frau riß ihn hinter sich her, über Wiesen, eine Steinmauer entlang, und wieder unter Baumkronen hin. Noch sah er sie Stufen ersteigen, dann war sie fort. „Der Freude" stand über dem Tor, an dem er schwindlig anlangte. Es öffnete sich von selbst vor ihm, drinnen tanzten junge, unbeschwerte Stimmen durch eine geschwungene Säulenhalle. Bunte Lichter hingen in Ketten aufgespannt und ihr Schein rann opalen auf eine Gruvpe zierlia>er Mädchen, die sich nun umwandten und ihm entgegensahen. Sie verstummten eine Sekunde, hüllten sich unmerklich fester in ihre feinen Schleier, dann kam ein goldener Ball neckend zu ihm geflogen. Er fing ihn und stand schwer und unbeholfen da. Fernerher tropfte Musik. Ein junges Mädchen, sehr süß und schlank in ihrem mohnroten Schleier, kam näher und sagte, ihn mit wachen Augen betrachtend:„Komm. Du sollst gebadet werden." Er folgte ihr benommen und seltsam seines Gewichtes ent- ledigt, über die grünen Steinfließen. Ueberall war das tan- zende Licht der vielfarbigen Lampen, sie dufteten fein nach Wachs und ihr Schein machte alles verwischt und unwirtlich. In einem überkuppclten Raum entströmte zwei Bronce- delphinen Wasser, kaltes und heißes, und mischte sich in dem Bassin über den grünen Steinen lau und wellig.„Komm," sagte das Mädchen wieder, und begann ihn mit den leichten geschickten Griffen ihrer Hände zu enttleiden wie' ein Kind. Er schämte sich, als er mit seinem harten, nackten Arbeiter- körper vor ihr stand, sie schaute weg, als sie es bemerkte. Das Wasser nahm ihn warm und freundlich auf. Das Mädchen kam wieder, brachte Kräuter und Blüten, die sie in sein Bad warf.„Wie heißt du, Mohnblüte?" fragte er, leichter und leichter werdend und' zart berauscht. Sie lag auf der Matte am Badrand, spielte mit ihrer herabhängenden Hand im Wasser. Doch als er aufgestellt nach ihr griff, lachte sie hell und verließ den Raum. Er wartete noch, er preßte die Hände gegeneinander, da spürte er seinen Puls schlagen, das Blut kreiste warm und sanft erregt durch ihn. Da man ihn allein gelassen hatte, ent- stieg er dem Bad und fand einen dünnen hellen Kittel gerichtet. Der Vorhang des Raumes schlug zurück und ein anderes Mädchen, reifer und frauenhafter als die erste, stanp da und sah ihn an. Sie hatte schwere Augenlider und einen wunder- baren üppigen Mund. „Ist die kleine Mohnblüte fort?" fragte Anselm und spürte sil�j vibrieren. „Ja. Du gefielst ihr nicht. Sie will einen anderen Ge- fährten für die Nacht. Deine Augen haben ihr Angst ge- macht. Sie will nicht mit dir tanzen." „Wird denn getanzt? Ich bin kein Tänzer— nein." „Doch," sagte die Frau und trat ganz nah an ihn heran, ihre Brust streifte ihn fast.„Doch. Du wirst mit mir tanzen. Zeig deine Augen � ja, es sind Augen, die sich nicht freigeben wollen. Willst du es'nicht lernen: Vergessen? Es ist so schön—" „Bergesien"— sagte Anselmus sehnsüchtig. Ein schwache? Taumel kreiste ihn ein und er gab seinen Mund dem ihren. der ihn aufnahm wie ein Bett. Gleich darauf löste sie sich von ihm und sagte:„Du bist last, Anselm. Erfriert man. wenn man Führer ist?" „Bielleicht"— sagte er; er begann zu lachen und griff nach ihr.„Wirst du mich nun auch allein lassen?" murmelt: er. Sie zog ihn mst sich lort. ------—.....(Fortsetzung folgt.) sprizen fonnten schließlich die Flammen auf die oberen Geschosse p beschränkt werden. Der Da ch stuhl ist völlig niedergebrannt. Die Metallschleiferei von G. Petrich blieb im ersten Stock verschont, dank der massiven Deckenkonstruktion. Nur Wasser war von außen eingedrungen. Die übrigen Betriebe von Hoffmann u. Sohn und von Fromm haben dagegen sehr gelitten. Die sehr bedrohten Nachbargrundstücke( Mietshäuser) konnten wirksam geschützt werden. Erst in später Abendstunde konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Wucher mit Weihnachtsbäumen. Energisches Eingreifen der Schupo. Auf Veranlassung der Schutzpolizei wurden die Verkaufsstände tür Weihnachtsbäume am Tempelhofer Felde revidiert. Das Publifum ersuchte dabei um Feststellung des 37 Jahre alten Händlers Bruno Sch. aus Neukölln, der den Christbaumverkauf plöglich eingestellt hatte, nachdem er mehrere Bäume zu Preisen von 500, 600 und 700 m. verkauft hatte und wegen der hohen Preise bedroht worden war. Wie sich herausstellte, hatte Sch. die zulässigen Preise erheblich überschritten, da ihm an Hand der Belege nachgewiesen werden konnte, daß er Wucherforde rungen gestellt hatte. Die Bäume wurden nun von den Schuz polizisten pro Stüd mit 373 m. verkauft und der Gesamterlös in Höhe von 66 800 M. der Polizeihauptkasse überwiesen. Der Mann mit dem Doppelmagen. Im Zirkus Busch läßt sich zurzeit ein Mann sehen, der es sich zum Beruf gemacht hat, alles das zu verschlucken, was andere Leute nicht gern in den Mund nehmen mögen. Also Harry Morton ( nicht aus London oder New York, sondern aus Leipzig) raucht ein paar Züge aus seiner Zigarette, verschluckt ein ganzes Ei, eine rohe Kartoffel, eine Taschenuhr, unterhält sich gemütlich mit seinen Zuschauern, räuspert sich ein bißchen, und Ei, Kartoffel, Taschenuhr schlüpfen wohlbehalten aus dem Gehege seiner Zähne. Morton hat nämlich, wie er erzählt, einen sogenannten Vormagen, der ihn in den Stand setzt, zu produzieren, daß ein Mensch als Wiederkäuer eine etwas feltsame Rolle spielt. Dieser Magenartist kapriziert sich dann noch darauf, Frösche, fleine Goldfische und sogar Mäufe zu verschlucken und nach einer Rundreise durch den Magen wieder gefund und munter ans Tageslicht zu befördern. Das alles bietet eine angenehme Abwechslung in dieser Zeit, wo ein Teil der übrigen Menschheit darunter leidet, daß ihre unzeitgemäßen Durchschnittsmägen täglich aufs neue gefüllt werden müssen und doch immer leer find. 3m Prozeß Klante wurde in der Beweisaufnahme fortgefahren. Der Zeuge Runzler gab an, daß er bei Durchlefung des Prospettes durchaus darauf vorbereitet gewesen sei, daß ein Verlust vorkommen könnte. Er hätte auch gewettet, wenn er gewußt hätte, daß vorübergehend infolge einer Bechsträhne" etwa Atlante gezwungen gewesen wäre, die Prozente aus Neueinzahlungen zu decken. Auch der Zeuge Adler bestätigte, daß bis zum Schluß zu Klante allgemeines Vertrauen geherrscht habe. Klante legte in längeren Zwischenausführungen immer wieder dar, daß, wenn es nicht zur Beschlagnahme der Gelder gekommen wäre, er jein Unternehmen hätte liquidieren und den an ihn gestellten Forderungen hätte gerecht werden können. Vor dem Urteil im Rahardt- Prozeß. Am Montag werden nun endlich die Plädoyers im Prozeß gegen den Ehrenobermeister der Handwerkskammer, Rahardt, beginnen. Für den Dienstag und Mittwoch sind die Entgegnungen der Verteidiger vorgesehen; am Donnerstag dürfte also das Urteil erfolgen. 3n dem Tod des Gutspächters von Rahnsdorf wird noch mit geteilt, daß nach den protokollarischen Vernehmungen sowohl die Ehefrau des Toten wie auch der Glebe entlassen worden sind, da feinerlei Beweismaterial dafür vorliegt, daß für den Tod des Pächters irgend ein Verschulden vorliegt. Schließung der Steuerfaffen. Alle Steuerfaffen, die Reichseinfommensteuer erheben, werden zum Zwecke des Jahresabschlusses vom 21. bis 31. Dezember d. 3. für den Publikumsverkehr geschlossen. Bereits fällige Steuerbeträge müssen zur Vermeidung gezahlt werden. Ausgenommen von der Schließung sind die Berwaltungsbezirke Steglig und Zehlendorf. Das Tagebüy einer Haubfrau 16. Dezember. vorstand, zwei weitere Vertreter der Kreisvorstände, die Abteilungsleiter, ihre Stellvertreter und die Abteilungsfaffierer. Jede Abteilung muß vertreten sein. Die Anwesenheit der Kassierer ist Pflicht. Bezirkssetretariat. Weißensee. Montag, den 18. Dezember, 7 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums, öffentliche Versammlung. Oberschulrätin Genoffin Dr. Wegscheider, M. d. 2., spricht über Das Geschlechtsleben und seine Höherentwicklung im Rampfe gegen die Ungunst der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände". Alle Genossinnen und Genossen, ferner die Eltern der weltlichen Schule, sowie die Mitglieder des Arbeiter- Elternbundes und der Freien Schulgemeinde sind eingeladen. den 18. Dezember, pünktlich 1½ Uhr, Versammlung der Rinder zur Weihnachtsfeier in der Turnhalle, Rochstr. 13. Die Helferinnen mit Ausweistarten müssen zur Stelle sein. Heute gab es nun etwas Besseres zu Mittag, was auch die Kinder mögen: Mohrrüben und grüne Erbsen, und sie freuen sich ja eigentlich jeden Tag auf das Mittagessen und entwideln immer recht guten Appetit dabei. Manchmal gibt es Streit Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschugkommission. Montag, darüber, wer den Kochtopf austraßen darf. Ich sorge dafür, daß jeder mal herankemmt. Sie haben eben immer Hunger, vielleicht tommt das daher, weil man jetzt nicht die Zutaten herannehmen 6. Kreis Kreuzberg. Elternbeiräte, die an dem Bildungskursus des Streifes fann, die von Rechts wegen darangehören. Aber sind wir Großen nicht auch immer hungrig? Also ausgegeben habe ich heute: 3/4 Liter Milch 1 Brot 2 Pfd. Mohrrüben 1/2 Pfd. Knochen. 2 Päckchen Nelken 1 Bund Majoran 1 Bund fl. Holz 1 Pfd. grüne Erbsen 3 Pfd. Mehl. 142,50 M. 286, 36, 50, 40, 8, " 85, 300, 735, Zusammen 1632,50 M. im Januar teilnehmen wollen, senden Adressen dem Obmann der Abteilung oder an Octavio Müller, Mittenwalder Str. 16. 14. Kreis Neukölln, Briz, Budow und Rubow. Montag, den 18. Dezember, 7 Uhr, im Rathaus Neukölln, Saal 1, Sigung der Fraktion. 15. Kreis Niederschöneweide. Montag, den 18. Dezember, 7½ Uhr, in der Schulaula, Berliner Str. 31, Rreisvertreterversammlung. Referat des Genossen Jäckel. Neuwahl des Vorstandes. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 18. d. M., 7½ Uhr, Fraktionsfigung im Rathaus Reinidendorf, Hauptstr. 38. 1. Kreis Mitte. Dienstag, den 19. Dezember, 6 Uhr, Sigung der Zeitungs. tommission in der Spedition Obst, Aderstr. 6-7. Pünktliches Erscheinen unbedingt notwendig. 19. Kreis. Dienstag, den 19. Dezember, 6 Uhr, Fraktionssigung mit sämtlichen Bürgerdeputierten im Rathaus, Zimmer 17. Pünktliches Erscheinen Pflicht. Heute, Sonntag, den 17. Dezember: 47. Abt. 5% Uhr Weihnachtsbefcherung bei Wollschläger, Adalbertstr. 21, unter Mitwirkung der Arbeiterjugend. Gäste willkommen. 77. Abt. Schöneberg. Die gestrige Notiz, betreffend die Weihnachtsfeier im Birkenwäldchen, Tempelhof, ist nicht für die 77., sondern für die 79. Abt. Schöneberg bestimmt. 79. abt. Schöneberg( nicht 77.) Pünktlich nachmittags 4 Uhr Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung im Birkenwäldchen, Tempelhof. Eintritt frei. Mitgliedsbuch legitimiert. Zum Abendbrot gibt es Grießbrei. Ich bin jetzt tüchtig beim Reinemachen; was es da alles so zu tun gibt! Es ist ein Stück Arbeit, aber man freut sich denn auch wieder, wenn alles fauber ist. Oft genug muß ich natürlich die Arbeit unterbrechen. Mar und Hermann habe ich heute zur Gemeinschaftsschule angemeldet. Ich bin doch froh, daß wir uns dazu entschlossen haben. 133. Abt. Buchholz. Nachmittags 4 Uhr im Restaurant Raehne, Berliner Str. 30, Die Bibliothek der Arbeiter ildungsschule ist im Sigungsfaal des Bezirksverbandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, neu aufgestellt worden. Sie steht allen Genossen und Genossinnen und den Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend unentgeltlich zur Berfügung. Die Bibliothek ist Dienstag und Donnerstag abends Don 6 bis 8 Uhr geöffnet. Die Weihnachtsausstellung im Jugendheim, Lindenstr. 3, ist heute, Sonntag, den 17. Dezember, ununterbrochen von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends geöffnet. Verkauft werden Bücher ( Romane, Jugendschriften, Erzählungen), Bilder, Kunstmappen, Musikinstrumente und Banderausrüstungsgegenstände, Aluminiumwaren, Stutzen, Hemden, Manchesteranzüge, Rucksäcke u. a. m. Außerdem finden Ausstellungen in der Gemeindeschule, Hohenlohe ftraße, und im Jugendheim NO., Chriftburger Str. 14, statt. Dieselben sind heute von 4-8 Uhr nachm. geöffnet und an den Wochentagen von 6-8 Uhr abends. Weihnachtsfeier, bestehend aus Kinderbescherung, Theater und Festrede des Genossen Möbus. Eintritt ist nur den Mitgliedern mit ihren Angehörigen und den mit Ausweis eingeführten Gästen gestattet. Morgen, Montag, den 18. Dezember: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins. 7 Uhr Gigung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Tagesord nung: 1. Unsere Stellung zu den politischen Tagesfragen". Referent Genosse Holz, M. d. L. 2. ,, Unsere Stellung zum Entwurf eines Schulprogramms( f. d. Parteiprogramm). Referent Genosse Dr. Herring. 3. Das Gesez über die Lehrerbildung. 4. Aus der Hauptvorstandssigung. Referent Genosse Thang. 36. Abt. 7 Uhr Weihnachtsfeier in der Schulaula, Petersburger Str. 4. bt. 127 Uhr Gigung der fommunalen Rommission in der Schule Reichenberger, Ede Forster Straße( Oberklaffe). Sämtliche in der Armen-, Baifenund Schulkommission, sowie Kinderschuß und Jugendpflege tätigen Genoffey und Genossinnen und die Elternbeiräte müssen erscheinen. Referent Genoffe Gottschalt. 45. 57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Arndt, Kantstr. 51, Funktionärsigung. Mittwoch, den 20. Dezember, Abteilungsversammlung bei Thunad, Wie. Tandstr. 4. 128.- 130. Abt. Pantow. 6 Uhr Weihnachtsfeier und Kinderbescherung ber Erwerbslosen in der Aula, Bollantstr. 131. 8ahlreicher Besuch wird erwartet. Frauenveranstaltungen am Montag, den 18. Dezember: 9. Kreis Wilmersdorf. 8% Uhr bei Pieper, Holsteinische Str. 60, Bortrag des Genossen Kurt Riezmann über ,, Gerhart Hauptmann und seine Werke". Die Funktionärinnen werden gebeten, zu einer wichtigen Besprechung schon um 7 Uhr zu erscheinen. 25. Abt. 7½ Uhr bei Lemte, Elbinger Str. 49. 48. Abt. 7% Uhr bei Redling, Baffertorstr. 70, gemütliches Beisammensein. Lautenspiel und Rezitationen des Genoffen Walter Schent. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für die heutige Dpernaufführung Der Evangelimann" wird ein Zuschlag von 50 M. pro Karte erhoben. Die im Dezember geblanten Anatol"-Auf führungen tönnen infolge des Streits der Schauspieler erst im Monat Januar stattfinden. Die für Dezember gelösten Karten find ungültig. Für die Januar- Aufführungen werden neue gebrudt. Die Borstellung am 25. Dezember(„ Die fünf Frantfurter") im Schiller Theater findet statt. Für die Vorstellung wird ebenfalls ein Buschlag von 50 M. erhoben. Weihnachtliche Mufit am 1. und 2. Feiertag in der Alten Garnisontirche, Nene Friedrichstraße. Starten à 35 M. zu haben im Bureau warm empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. des Bezirksbildungsausschusses und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Proletarische Feierstunden am Dienstag, den 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag), im Großen Schauspielhaus, Karten à 70 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Starlitraße. und in den bekannten Lokalen. 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Dezember 1922 einschließlich bei unseren Niederlassungen in Hamburg und Berlin, sowie bei unseren sämtlichen Filialen und Zweigstellen und denen des Chemnitzer Bank- Vereins, der Löbauer Bank, der Vogt ländischen Credit- Anstalt, des Hessischen Bankvereins, der Thüringischen Landesbank und des Bankvereins Göttingen, in Frankfurt a. M. bei unserer Niederlassung und den Herren J. Dreyfus& Co., in Gera bei der Firma Gebr. Oberlaender, in Köln bei unserer Niederlassung und bei dem Bankhaus J. H. Stein, in München bei unserer Niederlassung und bei der Bayerischen Vereinsbank zu erfolgen, und zwar provisionsfrei, sofern die alten Aktien nach der Nummernfolge geordnet ohne Dividendenscheinbogen mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, wofür Formulare bei den genannten Stellen erhältlich sind, während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden eingereicht werden. Soweit die Ausübung des Bezugsrechtes im Wege der Korrespondenz erfolgt, werden die Bezugsstellen die übliche Bezugsprovision in Anrechnung bringen. Die alten Aktien werden abgestempelt zurückgegeben. 2. Der Bezugspreis von 750% zuzüglich Schlußscheinstempel ist bei der Anmeldung in bar zu entrichten. Die Bezugsstellen sind bereit, die Verwertung oder den Zukauf von Bezugsrechten zu vermitteln und evtl. sich ergebende Ball, Wilhelmstraße 46 Metallbetten Spitzen zu regulieren. Marken Spez.Behdl. nur für Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. kauft Markenhandlung Neu! Billige Seifen Kosack, Burgstraße 13. Ischias in Hüft., Gesäß u.Bein in 15 Tagen beseit. Invalidenstr 106, v. 9-11.4 6.Jacoby. Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, Ia Kernseifen, Seitenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. 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In besonders reichem Masse enthält sie Stoffe, die nicht unmittelbar zum Aufbau und Betrieb des menschlichen Organismus verwendet werden, die aber zum Leben und Gesundsein derart unentbehrlich sind, dass ihr Fehlen schwere Krankheit und Tod hervorrufen kann. Die Erkrankungen, deren Ursachen schon längst in einseitiger Ernährung vermutet wurden und deren Folgen teilweise Lähmung, Nervenstörung und Verkrüppelung Sind, ergeben sich aus dem Mangel solcher lebensnötigen Stoffe. Wissenschaftlich gab man ihnen den Namen Vitamine oder auch Nutramine und Eutonine. Klar deutsch sind sie als Ergänzungsstoffe oder Nährstoffe mit eigenartiger Nutzwirkung zu bezeichnen. Bei reichlicher Verwendung der Hefe im Haushalt wird dem Körper der nötige Bedarf an Vitaminen zugeführt. Jede erfahrene Hausfrau weiss, dass Hefe seit alters her zum Backen verwendet wird. Die Zutaten werden durch Hefe am besten ausgenützt. Der Bäcker verwendet und verkauft täglich frische Hefe. 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