Nr. 603 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 298 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 1250 M., für das übrige Ausland 1750 M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit". der Unter. haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Mark Azzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Loftet 250 M. Reklamezeile 1250. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 75 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Mort 50 M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 40 M., jebes weitere Wort 30 M. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 80 1. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: GW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Tönhoff 2506-2507 Freitag, den 22. Dezember 1922 Der Senat für Poincaré. niemals in Uneinigfeit ausarten. Man werde es verstehen, zwischen den Alliierten die Beziehun gen intakt zu halten, die nicht nur die der Brüderlichkeit, sondern auch Beziehungen seien, die der Glaube an die Gerechtigkeit und die Freiheit geschaffen habe. gesprochen hatten, wurde der Regierung mit Handaufheben bas Nachdem noch die Senatoren Francois marsal und Ribot Vertrauen ausgesprochen. Ein gefährlicher Plan. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenfasse Lindenstraße 8 Neudeutsches Siedlungswesen. Bon Otto Albrecht, Mitglied des Borl. Reichswirtschaftsrats. Das geltende Recht über das Siedlungswesen wird durch eine Anzahl von Reichs- und besonderen Landesgelegen sowie durch Reichs- und Landesausführungsbestimmungen geregelt, durch Reichs- und Landesausführungsbestimmungen geregelt, die in ihrer Bielheit es dem Laien außerordentlich erschweren, sich mit dem Stoff vertraut zu machen und jeweils das herausReichsgesehen sind zurzeit vorhanden: das Reichszufinden, worauf es in einem gegebenen Falle ankommt. An fiedlungsgesetz vom 11. Auguſt 1919, das Reichsheimstättengesetz vom 10. Mai 1920, die Kleingarten- und Kleinpachtlandn der Fassung vom 29. Juni 1922. Mit in Betracht kommen ordnung vom 31. Juli 1919 und die Reichspachtschutzordnung im besonderen noch die Verordnung zur Behebung der drin gendsten Wohnungsnot nom 9. Dezember 1919 und die Befanntmachung des Reichskanzlers über den Berkehr mit landwirtschaftichen Grundstücken vom 15. März 1918; die beiden Paris, 21. Dez. Der Senat begann in später Nachmittagsstunde ich bin sicher, baß die Berhandlungen in einem Gefühl des Einver. mit der Beratung der vorliegenden drei Interpellationen nehmens und des gegenseitigen Bertrauens fortgesetzt der Senatoren Gaudin de Villaine, Japy und Chaste- werden. Wenn Meinungsverschiedenheiten auftamen, net über die auswärtige Politik der Regierung. Senator Gaudin werde man darüber wachen, daß sie de Villaine ist krant. Ministerpräsident Poincaré erflärt, er stehe dem Senat zur Verfügung. Der Borsitzende des Senats. ausschusses für auswärtige Angelegenheiten Doumergue schlägt vor, die Beratung der Interpellation um acht Tage zu ver tagen. Das Haus spricht sich dagegen aus. Zur Begründung feiner Interpellation ergreift sodann Senator Japy das Wort. Er fagt, es sei unnötig, das Ruhrgebiet zu bejezzen, es genüge, wenn man Deutschland hindere, irgend etwas ohne Erlaubnis der Alliierten aus dem Ruhrgebiet herauszubringen. Wir werden vielleicht so in Deutschland Unruhen hervorrufen. Redner zieht jedoch vor, Unruhen in Deutschland anstatt in Frankreich(?) zu haben. Auf alle Fälle sei das die einzige Möglichkeit, die Wäre der Manchester Guardian" nicht eines der beDeutschen zum Nachgeben und zur Sanierung der franzöfifchen deutendsten und bestinformierten Blätter der Welt, so hätte gulegt genannten Gesezgebungsafte stehen zurzeit in BearbeiFinanzen zu zwingen. Die Kohlenfrage und die Lieferung von man seine Pariser Meldung über ein englisch- franzötung für je ein besonderes Gesetz. Auch die Berordnung über Brennstoffen feitens Deeutschlands an Frankreich fei für die oft- fisches Kompromiß in der Moratoriumfrage das Erbbaurecht vom 15. Januar 1919 ist in dieser Zusam als eine Tatarennachricht gleichmütig aufnehmen dürfen. Wenn menfassung mit anzuführen. Die Landesgeseße find noch erheblich zahlreicher; sie gehen rechtskräftig zurück feils aber ein Blatt wie dieses eine solche Nachricht als aus sehr bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, sind zuzuverlässiger Quelle" stammend wiedergibt, so wirkt das unter rüdliegend allerdings vielfach durchlöchert und tragen nicht allen Umständen alarmierend. Denn der Weg, der hier vorgezeichnet wird, ist fein Weg des billigen Ausgleichs und der menig dazu bei, den einfachen Menschenverstand zu verwirren. Berständigung, sondern ein Weg des Zwangs und der Gewalt. Wer in der Beurteilung einer Rechtslage sichergehen will, muß Wenn Deutschland in diftatorischer Form die ausländische fich schon eines Sonderstudiums befleißigen oder sich von einer daß man nach einer neuen Lösung fuche. Er glaube, er fönne sich Finanzkontrolle auferlegt wird, wenn Gruben, Domänen und Stelle Auskunft holen, die sich berufsmäßig mit der Behandauf furze Erklärungen beschränken, da er feine Erklärungen in der Wälder im befekten Gebiet beschlagnahmt werden sollen und lung von Siedlungsangelegenheiten beschäftigt. Kammer vor dem Senat aufrechterhalte, von denen er nid, ts zu- wenn für den Fall der Nichterfüllung dieser Bedingungen Braris der Siedlungsbestrebungen zu erschweren und vieles Die angeführten Umstände tragen erheblich dazu bei, die rüfzunehmen, und benen er nichts hinzuzufügen Frankreich das Recht zur Ruhrbesezung eingeräumt der Großindustrie hätten sich auf Roften des deutschen Volkes feinen rechten Fortgang nimmt und daß die unzufriehabe. Deutschland beharre bei seinem Fehler. Seine Magnaten zu vereiteln, was in der Absicht der neuen Geseze liegt. Man darf sich darum gar nicht wundern, daß die Siedlungspraris bereichert. Die Inflation sei in beträchtlichem Maße gestiegen und die wirtschaftliche und finanzielle Miswirtschaft könne in Deutschdenheit der Siedlungsluftigen immer stärker fand die beklagenswerteste Ratastrophe nach sich ziehen. dazu beigetragen, die Hemmungen zu steigern und beabsich anwächst. Die allgemeine Geldentwertung hat ein übriges Deutschland habe vor allem zu niedrigen Preisen erpor tieren wollen und habe sich systematisch ruiniert, um der Repadazu beigetragen, die Hemmungen zu steigern und beabsich rationszahlung zu entgehen. Deutschland führe seine Verpflichtun igte sowie eingeleitete Unternehmungen einfach zum Stillstand zu bringen. gen nicht aus, und der Zahlungsplan vom Mai 1921 fei 3um fofen Buchstaben geworden. französische Industrie eine Lebensfrage. Die Franzosen hegten in ungeheurer Mehrheit zu Boincaré Bertrauen.(!) Dieser werbe ein solches Vertrauen zu rechtfertigen wissen. Senator Chaften et verzichtet auf die Begründung seiner Interpellation, damit Boincaré sofort das Wort ergreifen tönne. Poincaré führte aus, es sei natürlich, daß angesichts der Berfehlungen Deutschlands die Geister beunruhigt seien, und daß den annexionistischen Bestrebungen Frankreichs, wenn werden soll, so bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als auch in verschleierter Form, ein Freibrief ausgestellt wird. mußt, daß der französische Imperialismus darauf ausgeht, die Auch ohne das Zeugnis Lloyd Georges hätten wir gedeutsche Staatsgewalt im besetzten Gebiet zu entwurzeln, um das heißhegehrte Land mehr und mehr der französischen Einflußsphäre anzugliedern. In der Beschlagnahme der Gruben, Domänen und Forsten würde niemand In Wirklichkeit bemühe sich Deutschland, alle Reparationen hineine rein wirtschaftliche Maßnahme erblicken, sie würde sofort auszuzögern. Sei das vielleicht der Augenblid, um Deutschland ohne Gegenleistung ein neues Moratorium zu bewilligen? Man fündige neue deutsche Vorschläge an. Es werde fich wahrscheinlich um ein elastisches Moratorium handeln. Aber werde Deutschland das Moratorium dazu benutzen, um feine Finanzen zu fanieren? Die Bergangenheit müffe mißirauis machen. Man müsse ment im Artifel 155 der neuen Reichsver. Das neuzeitige Siedlungswesen findet sein Hauptfundafassung. Es gliedert sich nach den einschlägigen Gesezen als eine politische Aktion erkannt werden zu dem Zwecke, die in Wohnsiedlung und Wirtschaftssiedlung, führt in der Braris Rheinlande von Deutschland loszulösen. Widerstand gegen jedoch auch zu Gemischtformen diese Loslösungsbestrebungen soll aber mit Ruhr belegung Was das Wohnsiedlungswesen anbetrifft, fo bestraft werden, das heißt mit einer Maßregel, die außerhalb bestimmt das Retchsheimstättengesetz, daß das Reich, bie Ländes Friedensvertrags liegt und völkerrechtlich nur als eine der, die Gemeinden und die Gemeindebehörden Grundstücke, feindliche Invasion bezeichnet werden kann. 3u die aus einem Einfamilienhause mit Nutgarten bestehen, als fammengefaßt würde das heißen, daß Deutschland unter Kriegs- Wohnheimstätten zu Eigentum ausgeben fönnen; in Aus Deutschland einer effeftiven Kontrolle unterwerfen. brohung gezwungen werden soll, Maßnahmen zuzustimmen, nahmefällen kann eine derartige Ausgabe auch für FamilienUebrigens, selbst wenn Frankreich sich gedulden wolle, die auf eine Preisgabe seiner Souveränität und auf seine Zer- häuser ohne Nuggarten sowie für Grundstücke erfolgen, die tonne es das nicht. Am 31. Dezember werde Frankreich reißung hinauslaufen. für Deutschland etwa 100 milliarden bezahlt haben. Man Daß ein solcher Plan in allen Kreisen des deutschen Bolles Laubenland) bestimmt sind, in dem letzteren Falle mit der für nicht gewerbsmäßige gärtnerische Nuhung( Kleingärten, tönne tatsächlich die franzöfifchen Staatsbürger nicht unbegrenzt mit Empörung aufgenommen wird, versteht sich von selbst. Maßgabe, daß die Grundstücke von vornherein zur späteren ohne Wohnungen lassen. Die kommende Kampagne müsse also für den Wiederaufbau und für die nationale Bieber. Darüber hinaus ist er geeignet, allen Friedensfreunden Eu- Bebauung mit einem Wohnhause vorgesehen werden. Die erhebung entscheidend fein. Das begonnene Wert müsse zu Ende ropas und allen, die für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Kleingartenordnung sorgt für den Kündigungsgeführt werden, deshalb müsse Deutschland zahlen. Deutschland arbeiten, tiefe Besorgnisse einzuflößen. Denn das ist und Bachtpreisschutz von Kleingärten, die unabhängig von tabe Domanialgüter, über die nach Artikel 248 des Friedens. ein Blan nicht zur Befriedung der Welt und zu ihrer Kon- einem Wohnungsmietertrage verpachtet sind, sowie zur Bevertrages die Altierten ein Brivileg ersten Ranges befäßen. folidierung, sondern ein Plan zur Aufpeitschung der Leiden- schaffung von Kleingartenland nötigenfalls im Wege der, Dieses Privileg sei für ihn( Boincaré) eine tontrete Realität. fchaften und zur allgemeinen Zerrüttung. Wenn man drüben Er werde von den Alliierten verlangen, mit Frankreich_diese eine Politif fortzusehen gedenkt, die von Katastrophe zu KataPfänder zu nehmen oder Frankreich fie für gemeinsames Konto strophe schreitet, dann wirkt die Forderung nach Stabili nehmen zu laffen. fierung der Mart wie Hohn. Einstweilen bleibt die Hoffnung erlaubt, daß die Mel dung des Manchester Guardian" in der Form, wie fie uns telegraphisch übermittelt wurde, auf Irrtum beruht. Andern fells ständen wir alsbald in einer ähnlichen Situation wie Washington gegen Ruhrbesetzung. Derseite Artikel des Friedensvertrages gestatte den Alliierter, durch die Reparationsfommission die Ausfuhr von Gold aus Deutschland zu verbieten. Deutschland habe diese Klausel nicht respektiert. Es besige aber mobile Berte, die als Pfand für die Forderung an Deutschland dienen müßten. Boincaré wenbet fich gegen die, wie er fagt, lächerliche Berleumdung, als im Mai 1921. molle Frankreich Deutschland niederdrüden. Wir wollen Deutschland, so fagt er, nicht ruinieren, wir wollen aber auch nicht, daß es in einigen Jahren, nachdem es sich heute hinter feine Armut verstedt, über unsere tatsächliche Armut fich fuftig machen farn. Unter dieser Reserve werden wir uns nicht den Bemühungen Deutschlands widerfeßen, feine Währung zu stabili fieren.( 1) Wir würden glüdlich fein, went es innere ober äußere Anleihen abschließen kann, die es ihm geftatten, seine Schuld zu mobilisieren. Es sei wünschenswert, daß Deutschland Rapital erlange, aber das wolle nicht besagen, daß die Reparationsfrage In die Hände der Baufiers übergehen solle. New Yort, 21. Dezember.( Juntspruch.) New Bort Tribune" erfährt aus Washington von einer hohen amtlichen Verfönlichkeit, daß die amerikanischen Truppen jofort vom Rhein zurüdgezogen werden würden, wenn Frankreich das Ruhrgebiet befehe. Es wurde mitgeteilt, daß die Regierung eine Befehung des Ruhrgebiets durch Frankreich unter den gegenwärtigen Umständen nicht billigt. Schlußwort der Botschafterkonferenz. Am 2. Januar werden wir auch über die inter qlliierten Der von IB. veröffentlichte amtliche Wortlaut der neuen Schulden sprechen. Poinccré behauptet, daß er weitgehen. des Entgegenkommen hierin gefunden habe, und daß man von Boincaré unterzeichneten Note in Sachen Passau usw. nicht mehr auf Amerita warten wolle, um die Frage der europäischen deckt sich im allgemeinen mit der nach einem Pariser Telegramm Schulden zu regeln. Frankreichs Kriegskosten hätten sich auf 145 der" Eca"-Agentur in unserer Donnerstag- Abendausgabe veröffent Milliarden Frant belaufen. Barthou und Loucheur hätten in lichten Inhaltsangabe. 3wangspacht. Da die Kleingärten zumeist auf schon erschlossenem oder der Erschließung harrendem Baulande eingerichtet sind und werden und die nachgewiesene Bauabsicht den Pachtvertrag rechtskräftig zu lösen vermag, ist der Schuß dieser Gärten mur zeitlich bebingt. Es sind darum nicht aussichtslose Bestrebun gen im Fluffe, die darauf abzielen, durch ein Reichsgesetz Dauertleingartengelände in Verbindung und in unmittelbarem Anschluß an den vorhandenen Stadttern zu schaffen und so allen gartenlosen Wohnungen einen Rechtsane fpruch auf eine Kleingartenparzelle als erweiterte Wohnung für eine wirksame Gefundheitspflege und teils auch für füchenwirtschaftliche Nutzung zu sichern. Gleichzeitig foll vorge schrieben werden, daß außerdem für alle in Großhäu fern neugeschaffenen Wohnungen ebenfalls Gartenland im Bebauungsplan vorzusehen ist, womöglich im Rahmen des einzelnen Baublods. Die Großstädte bedürfen in ihrer Wohndichtigkeit drin gend einer Entlastung; eine weitere Bergrößerung ihres Ge famtbereichs sollte möglichst verhindert werden. Die weitere Umgebung sollte erst jenseits der Kleingartenzone mit Neubauten belegt werden dürfen, und zwischen diesen neuen Wohnsiedlungen sollten gartenbauliche Bollsiedlungen( als Berufswirtschaften) entstehen, auch Landwirtschaftsbetriebe sollten nach Möglichkeit als folche erhalten bleiben. Dazu käme noch, wo möglich, eine Wald- und Wiesenihrem Bericht über den Friedensvertrag bedauert, daß die Alliierten In dem Ton diefer zweiten Note ist ein gewiffer Fort. gürtelung. Es erscheint geboten, diese ganzen Materien ebennicht die Kriegslaft Frankreichs erleichtert hätten. Wenn auch das fchritt gegenüber der ersten unverkennbar. Soweit sie noch falls reichsgesehgeberisch zu behandeln. nicht geschehen sei, so fei es doch wohl verständig gewesen, daß die schärfere Bendungen und Forderungen enthält, fo ift dem wohl Reporation der Kriegsschäden eine privilegierte Schuld dar keine größere Bedeutung beizulegen: es handelt sich für den Ad dem Reichssiedlungsgesetz in drei Formen vor: Als Anlieger-, Die Landwirtschaftsfiedlungen fommen nach stelle. Es würde also unzulässig sein, wenn Frankreich seine pokaten Boincaré anscheinend mehr darum, in diesem Notenkampf Schulden bezahlen müßte, bevor es selbst Entschädidas letzte Wort zu behalten. Die Eache fettft tann jetzt als endlich als Neu- und als sogenannte Arbeiterfiedlungen. Die Angung erlangt habe. beigelegt angesehen werden, denn die noch geforderten Aus liegerfiedlung bezwedt eine Auffüllung fleiner Betriebe bis Boincaré schloß mit den Worten: Die Aufnahme, die ich in fünfte und Schritte dürften weder hüben noch drüben besondere zur Größe einer selbständigen Adernahrung, ein Gedante, Bondon gefunden habe, war außerordentlich herzlich, und Aufregung hervorrufen. Der für die Praris traftvollster Unterstützung wert ist. Neu Roßbach unter Anklage. Der Staatsanwalt in Schwerin hat jetzt gegen den Ceutnant siedlungen lassen sich zurzeit nur sehr schwer schaffen; man prätendentschaft des fatholischen Herzogs wird ba neue Mittel anwenden und neue Wege einschlagen Albrecht. Der Korrespondent spricht von bedrohlichen Machenmüssen, wenn man diese Neuwirtschaftsbildungen überhaupt fchaften, mit denen das Zentrumsministerium Graf gegennoch fortsetzen will. Vor allem ist dahin zu wirken, daß an wärtig die württembergische Polizeiverwaltung ben Roßbach die Anklage wegen Fahnenflucht erhoben. die Stelle des privaten Bodeneigentums das Gemeineigentum Deutschnationalen in die Hände spielt. Das Es handelt sich bekanntlich um den Uebertrift der Roßbach- Truppe mit einem neuzeitlich fundierten Erbpachtrecht tritt, das übrt ganze bisher tommunale Polizeiwesen wird verstaatlicht und ins Balfifum im Jahre 1919. gens auch für das Zuteilungsland auf Anliegersiedlungen zu als oberste Leiter werden nur stramm deutschnatio übertragen wäre. Dazu sollte weitreichendste Beleihung der nale Personen bestellt. Gebäude und ausreichende öffentliche Kredithilfe treten, Daß das eine Gefahr für die innere Entwicklung werden um die mit tüchtigen Wirtschaftern belegten Stellen wirklich fanm, liegt auf der Hand. Man darf deshalb erwarten, daß lebens- und entwicklungsfähig zu machen. Es ist durchaus die württembergische Zentrumspartei, die sich mit Demokraten nicht so zwingend, mur wirkliche Berufslandwirte mit ein- und Sozialdemokraten in der Regierungskoalition befindet, bringbarem Gelbtapital anzusehen; die nachzuweisende Tüche sich zu den Anklagen äußern wird, die von dem demokratischen tigkeit allein sollte als ausreichendes Kapital genügen. Dann Blatte erhoben werden. merden sich dafür sicherlich in Massen tüchtige Landarbeiter bewerben. Ebenso follten bisherige Kleingärtner mit in Betracht gezogen werben, die auf ihrem Kleingartenlande den landwirtschaftlichen Befähigungsnachweis erbracht haben. Besonderes Augenmer? verdient auch das landwirtschaft. liche Kleinpächterwesen. Hier liegen sehr wichtige Anfänge für räumliche und rechtliche Bervollständigung dieser Be triebe zu Vollwirtschaften im Sinne des geltenden Reichsfied Lungsgesehes vor. Zu diesem Behufe wäre die nur zeitlich ( bis 1924) begrenzte Reichspachtschutzordnung in das Reichs Siedlungsgesetz felbft hineinzuarbeiten und seine Bestimmun gen müßten als Dauerpachtschuh ausgebaut werden, so daß sich auf deren Grundlage eine Kleinbauernpachtsiedlung entwideln tann. Hitler vom bayerischen Industriellen- Verband finanziert. München, 21. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Auf die Anfragen der Süddeutschen Demokratischen Korrespondenz" an Dr. Ruhlo, das geschäftsführende Präsidialmitglied des Bayerischen Industriellen- Berbandes, über seine Beziehungen zu den National sozialisten find bis heute Antworten nicht eingegangen. Die genannte Rorrespondenz erklärt nun: Die neuen Erwerbslosensätze. Der Reichsrat lehnte in feiner Donnerstag- Sihung die Beschwerde Sachsens gegen die vom Reichstag fürzlich beschlossene enderung des Einkommensteuer- Gesetzes ab und stellte fich auf den Boden der Reichstagsbeschlüffe. Berabschiedet wurde ich auf den Boden der Reichstagsbeschlüffe. Berabschiedet wurde bas Gesetz über die Arbeitslosenversicherung und die Aenderung des Schwerbeschädigten- Gesetzes in der Regierungsfassung. Ferner wurden folgende täglichen Unterstütungsfäße für die Erwerbslosen beschlossen, die im wesentlichen dem Antrage der fächsischen Regierung und dem Berlangen der Sozialdemokratie entsprechen. Ortellasse A Für männl. Erwerbst. über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines anderen leben Für männl. Erwerbslose, sofern sie im Haushalt eines anderen leben. B C DE . 507. 202. M. 360 335 290 250 225 200 175 100 85 250 Für männl. Erwerbsl. unter 21 Jahre, sofern 125 115 Für weibl. Erwerbslose über 21 Jahre, sofern fie nicht im Haushalt eines anderen leben 125 • 275 250 225 200 fie im Haushalt eines anderen leben Für weibliche Erwerbsloje über 21 Jahre, sofern sie im Haushalt Neuerungen im Versorgungsverfahren. ir stellen diefes Schweigen, das eine beutlichere Antwort ist ats fie die Taubeste Grwiderung hätte geben fönnen, ausdrücklich vor aller Deffentlichkeit feft. Um aber feinen Zweifel aufkommen zu laffen und um Herrn Dr. Kuhlo nochmals Gelegenheit zur Stellung nahme zu geben, erklären wir auf das kategorischste: Es ist so, wie wir in unseren Fragen angedeutet haben. Herr Dr. Kuhlo hat neben Die Arbeiterpachtsiedlung des Reichsfiedlungs- einigen anderen prominenten Mitgliedern des Bayerischen Judu- eines anderen leben, ermäßigen sich die Säße im Vergleich zu den gesetzes fann in ihrer Aufmachung ebensowenig zu dem Ziele striellen- Verbandes Herrn Hitler sehr namhafte Summen zur Jinan männlichen Erwerbslosen in jeder Klaffe um 75 m. führen, bas ihr gesteckt ist, wie frühere zu solchen 3wede gezierung der Nationalsozialistischen Partel gegeben. Herr Dr. Ruhlo. Weiter erklärte sich der Reichsrat mit dem Gefehentwurf über Schaffene Gelegesbestimmungen. Man muß da erst einmal hat in über die bisher vorgeschriebene Bachflandgrenze( Bachtland nalsozialistische Arbeiterpartei geworben. Herr Dr. Kuhlo hat mit ist daraus, daß die Krankenkassen zu Trägern dieser Versicherung über die bisher vorgeschriebene Bachtlandgrenze( Bachtland hat in den Kreisen des Industriellen- Berbandes Gelder für die Nation Arbeitslosenversicherung einverstanden. Hervorzuheben für eigenen Familienbedarf) hinausgehen und gleichzeitig Hitler persönlich verhandelt, um die Nationalsozialisten als Schutz- gemacht werden. Den Gegenstand der Versicherung bildet die BerMöglichkeiten erschließen, baß solche Arbeiterstelle sich un truppe für gewisse Unternehmerkreise zu gewinnen. Das sind Tat- forgung in Krankheitsfällen und die Arbeitslofenunterſtützung. mittelbar zu einer vollen Kleinbauernsiedlung entwidein tann, wieder nach Bodenrechtsgrundlagen und fachen, die nicht widerlegt werden können und für die Zeugen von Grundfäßlich muß der Arbeitslose auch anderweite Arbeit annehUnterstügungsgesichtspunkten, die oben zu den Anlieger- und absoluter Zuverlässigkeit zur Berfügung stehen. Wir verstehen daher, men, aber nur unter gewissen Voraussetzungen. Die Wartezeit beNeusiedlungen gefordert find. wenn Herr Dr. Ruhlo auch nicht einmal den Versuch einer Biber- trägt mindestens 26 Wochen. Die Ausbringung der Mittel ist derWir wollen und wir dürfen ganz gewiß Großlandwirt legung macht. Im übrigen erschöpfen diese Feststellungen feines art geregelt, daß zwei Drittel durch Beiträge der Arbeitgeber und fchaftsbetriebe nicht wahllos zerschlagen. Sie sollen und wegs unfer ganzes Wissen über die Beziehungen zwischen Indu Arbeitnehmer, ein Drittel durch Zuschüsse des Reiches, der Länder Die Beiträge werden vom milffen im Gegenteil als folche erhalten bleiben, wenn es ftriellen- Berband bzw. Herrn Dr. Ruhlo und den Nationalsozialisten. und Gemeinden bestritten werden. Mufter und Berfuchsgüter sind, und wenn ihre überlegene Wir begnügen uns heute nur mit der Feststellung, daß schon der Reichsarbeitsminister festgefeßt. Gewählt ist das Umlageverfahren. wirtschaftliche Ergiebigkeit unanzmeifelbar feststeht. Anderer- Borgänger des Herrn Dr. Rublo, Herr Roell, Hauptleiter der feits wird aber auch diefe Ueberlegenheit zu häufig dort an- Filiale der Deutschen Bant in Würzburg, die Beziehungen zu den genommen, wo fie gar nicht vorhanden ist. Die Arbeiterfied Nationalsozialisten aufgenommen und sehr viel, fagen wir finan Der Reichstag bat am 18. Dezember dem abändernden Geset lung, entsprechend aufgezogen, follte den Großbetrieben mett- zielles Verständnis für die Ideen und Pläne des Herrn Hitler gebewerbend auf den Hals geschickt" werden. zeigt hat. Herr Dr. Rublo hat diese Beziehungen noch weiter aus entwurf über das Verfahren in Versorgungsfachen Nur eine Boffentfaltung der verfügbaren Fachkräfte in gebaut und Syftem in die Sache gebracht, besonders die Frage der zugestimmt. Nach geltendem Recht erhält der Kläger, dem vom Berbindung mit zeitgemäßer Technit follte in den Einzelfällen finanziellen Unterstübungen in großzügigfter Weise organisiert. Bir Bersorgungsgericht Versorgungsgebührniffe zugesprochen worden beweisträftig dafür werden, welche Betriebsgrößen die zwed- wollen Herrn Dr. Rublo in diesem Zusammenhange nur an ge- finb, bis zur Erledigung des vom Reichefietus eingelegten Refuries dienlichsten sind. Darum wäre es ratjam, gegebenenfalls auch wiffe vertrauliche Rundschreiben an die Mitglieder bes einen Teil der ihm zuerkannten Gebührniffe vorläufig ausdie auf nur eine selbständige Adernahrung" bemessenen Industriellen- Berbandes erinnern. Wir hoffen, er wird uns ver- gezahlt. Eine solche vorläufige Zahlung fann ferner von den Kleinbetriebe sich zu größerem Umfange entwideln zu lassen. stehen. Sollte das nicht der Fall sein, so find wir zu näherer Aus- Versorgungsgerichten und dem Reichsversorgungsgericht angeordnet tunft gern bereit. Herr Dr. Ruhlo wird dann noch mehrere Fragen werden, wenn sie nur dem Grunde nach erkennen oder die Sache zu hören bekommen, auf die ihm ble Antwort sicherlich nicht leicht an eine Vorinstanz zurüdverweisen. In allen Fällen beschränkte fein wird, wie auf unsere eben angeführten bis heute von ihm sich jedoch die vorläufige Zahlung auf die Grundrente und die Schwerbeschädigtenzulage, bei Hinterbliebenen auf die Der Borstoß der nationalsozialistischen Sturmtrupps auf unbeantwortet gebliebenen Feststellungen." bas Württemberger Gebiet gibt dem Stuttgarter Mitarbeiter Die Münchener Boft" bemerkt zu diesen Ausführungen:„ Dirfen Sinterbliebenenrente, während z. B. die Ausgleichs, die Pflege-, der Beffischen Seltung" Beranlassung, auf fehr verwir vielleicht hier etwas nachhelfen und an den Schwiegervater des bie Kinder und vor allem die Teuerungszulage zunächst nicht gedächtige Beziehungen der Nationalsozialisten zu ein Herrn Dr. Kuhlo, Herrn Geb. Kommerzienrat Duft, die Frage sablt wurde. Nach dem neuen Gefeß werden auch die Ausgleichsflußreichen württembergischen Stellen hinzuweisen. Er macht richten, ob ihm befannt ist, weshalb in der legten Zeit feine Be die Stinder- und die Pflegeaulage ohne weiteres gezahlt. Darüber darauf aufmerksam, daß die Nationalsozialisten auch in den mühungen, weitere industrielle Gruppen zum Anschluß an feinen hinaus fönnen nach den nunmehr vorgenommenen Anregungen des Streifen der württembergischen Industrie fehr Verband zu bewegen, ergebnistos blieben? 3ft ihm bekannt, baß Reichsarbeitsministeriums im Falle der Bebürftigteit auch tapitalträftige Gönner haben müssen, denn ohne diefer Anschluß fogar schon mit der Begründung abgelehnt wurde, die fämtlichen jonftigen Gebührniffe, insbesondere thre Hilfe wäre die mit großen Mitteln arbeitende Agitation daß die Mittel des Industriellen- Berbandes in„ unsaubere Rabie im Bergleich zu den anderen Gebührniffen sehr beträchtliche nale" fließen? Wenn die öffentlich angefragten Persönlichkeiten Leuerungszulage, bewilligt werden. Für die Beteiligten bedeutet noch weiterhin in ihrem Schweigen zu verharren gedenten, so be. bas einen erwünschten Fortschritt. balten wir uns vor, nähere Einzelheiten über diese Borgänge zur öffentlichen Renntnis zu bringen. Hitlers Freunde in Schwaben. im Lande nicht möglich. Sehr bemerkenswert erscheinen ihm aber gewisse Borgänge in der württembergischen Regierung und im Parteileben. Das schwäbische entrum habe unter Führung des Innenministers Graf und des Justizministers Bolz eine ge= wisse Schmentung zu den Deutsch nationalen vorgenommen, vielleicht im Zusammenhang mit der Thron Vom technischen Fortschritt. Bon fly Mobus. Bemerkenswert ist, daß die gesamte Münchener bür gerliche Breffe bisher von der Angelegenheit noch nicht die geringste Notiz genommen hat Der heffische Finanzminister Henrich hat in einer Besprechung mit dem Staatspräsidenten Ulrich erflärt baß er bei feiner Rud. trittserflärung verharre. Er ist indeffen bereit, die Finanzgeschäfte bis zur Ernennung feines Nachfolgers fortzuführen, die voraussichtlich erst nach Weihnachten erfolgen wird. weite in statisch einwandfreier Weise unter Berwendung von Holz| chend, aber auch eingebildet, stolz und arrogant; ausgeführt worden. ibre Demut ist ebenso abgefchmadt, wie ihre AnJapan hat den Ruhm, in Lofio das höchste Maffivbaumaßung unerträglich. Die Künfte hat man hier noch nie wert der Erde, einen Funfenturm aus Elsenbeton von fultiviert, und allem Anschein nach wird es auch nie geschehen." 201,30 Meter, zu besigen. Der äußere Durchmesser des in Form Am 8. Auguft: Wir gehen mit unserem Müßiggang und un eines Schornsteins errichteten Turmes beträgt am Erdboden ferer Langenweile ganz gemächlich spazieren. Beide sind, wenn ich 18,5 Meter und verjüngt sich in luftiger Höhe bis auf 1,5 meter. nicht irre, die Schuhgötter von Königsberg; denn die Leute, die Zu seiner Herstellung wurden 4630 Rubikmeter Beton und man hier sieht, und die Luft, die man hier atmet, scheinen einem 425 Tonnen Stahl verwendet. Nur wenigen Leuten ist befannt, nichts anderes einzuflößen. Hierzulande ist ein Mädchen, daß der Siemens- Turm ber Berliner Siemens- Werte die größte nur dadurch von einer Stute unterschieden, daß es auf zwei und Uhr Europas trägt. Die vier Ziffernblätter bedecken bei je blefe auf vier Füßen geht. 7 Meter Durchmesser eine Fläche von 38,5 Quadratmeter. Die Und endlich am 10. August:„ Dieses Land, das so fruchtbar an großen Beiger find 3 Meter, die feinen 1,75 Meter lang. Ein 3eiger- Pferden, so gut angebaut und so bevölfert ist, bringt nicht ein ein paar wiegt faft anderhalb Zentner. ziges denkendes Wesen hervor. Ich versichere Ihnen, blieb ich Der mag. Cine hübsche Geschichte weiß von einem Schüler zu erzählen, der es lebhaft bedauerte, in einer Zeit geboren zu sein, in der es wach seiner Meinung nichts mehr zu erfinden und zu entdecken gäbe. Der gute Junge wußte noch nicht, daß es teinen Stillstand gibt, daß jebe neue Erbenntnis zu neuem Forschen zwingt, so daß die einzelnen Wiffensgebiete hier ins Grenzenlose wachten. So wird es dem einzelnen Menschen, unb möge er felbst ein Geiftesriefe fein, unmöglich gemacht, in alle Fachgebiete tiefer einzubringen. Wir be gnügen uns daher, auf wenigen Gebieten Tüchtiges zu leiften, und freuen uns, wenn wir von Zeit zu Zeit die Ergebnisse auf anderen In Amerika find groß angelegte Bersuche ausgeführt worben, Ian ge hier, so perlöre ich noch den wenigen ge weigen menschlichen Schaffens erfahren, ohne uns jedoch um die bie bezwecken, das elettrische Schweißen für ben 3u- funben Menschenverstand, den ich etwa haben Methoden und die Arbeit zu tämmern, die zu biefen Ergebnissen fammenbau von Schiffstörpern zu perioenden. führten. Schiffsrumpf wird zunämst durch Bunktschweißung zusammen Ratürlich bestanden die Kreise, mit denen der preußische Thron Eine Reihe von Jahrbüchern hat die dankbare Aufgabe übergeheftet, so daß er sich selbst tragen fann. Dann werden die Blatten, folger in Berührung fam, ausschließlich aus hoffähigen" Personen, nommen, in fnappfter Form über bie lekten Fortschritte zu berichten. Spanten ufto, durch Lichtbogenfchweißung endgültig verbunden. in erster Linie aus Mitgliedern des oftpreußischen Landabels. Und Das Jahrbuch der angewandten Naturmiffen. Sollte fich dieses Verfahren bewähren, so würde das einer Redo mer diese Schicht fennt, wird bestätigen können, daß das Urteil, das fchaffen") registriert in feinem 82, Jahrgangs die Hauptereig- lutionierung des Schiffsbaues gleichkommen. Für die Arbeiterschaft der alte Frig vor fast 200 Jahren fällte, auch heute noch zutrifft. niffe auf diesem weiten Gebiete, bas der heutigen Seit fein Gepräge ist diese Methode von großer Bedeutung, denn viele Bohrer, Nieter gibt. Gin großer Teil des faft 400 Getten starten Buches, in dem und Stemmer müßten alsdann mit anderen Arbeiten beschäftigt Medizin und Fortirishoft sowie auch ble Geographie und Astro werden. Die älteste im Umlauf befindliche Mänge. Seit dem Jahre 1158 nomie ausführliche Berüdlichtigung gefunden haben, ist der Tech- Muf dem Gebiete der Radiotechni? find wichtige Arbeiten bildet bas fund Sterling in England die Münzeinheit, die mit gewidmet. m Abschnitt Bautechnik werden die Pläne pon gelungen. Es möge auf die drahtlose Drisbestimmung auf See unter deshalb als die älteste der Welt anzusehen ist. Das Pfund war Broswaifertraßen bargelegt, bie quer durch den deutschen Berwendung einer fleinen Rahmenantenne fotoie auf ben funten uriprünglich eine Silbermünze im Gewicht bes gegenwärtigen Bfunds Süden som Rhein zur Donau laufen sollen, der Rhein- Main- Donau telegraphischen Zeitungsdienst hingewiesen werden. Auch im Fluge und von etwa 930 Taufendstel Feinheit. Es war in 20 Schilling Sanal unb bie thein- Neckar- Donau- Berbindung. Durch bie Berzeug- und Luftschiffbau wird emfig gearbeitet, wenn auch geteilt, aber diese Teilungszahl erfuhr unter den verschiedenen Kö wirklichung dieser Bauten, für die auch in den Ententeländern ber Bersailler Bertrag den Fabriken viele hemmende Bestimmungen nigen Englands mannigfache Wenderungen, die bis zu 288 Schilling großes Interesse besteht, würde eine ununterbrochene Wasserstraße auferlegt, die es ihnen nicht gestatten, mit anderen Ländern in Bett- gingen. Der Name„ Sterling" entstand vermutlich im 13. Jahr. von der Rheinmündung bis zum Schwarzen Deer gefchaffen werden. bewerb au treten. Doch zeigen die Beistungen auf der Segelflug hundert im 3ufammenhang mit dem lebhaften Handel, den die Auf ihr könnten alsdann Schiffe von 1200 bis 1500 Tonnen ver- fonfurrenz in der Rhön, baß trok der Hemmungen, die furzsichtige Städte der deutschen Hansa mit England unterhielten. Der Name, Politiker hier aufgetürmt haben, erfolgreiche Arbeit geleistet werden auf den man die Münze von Osten" getauft hatte, lautete zunächst Durch die Ausnützung der assertraft tönnen nach den tann Gasterling", denn der Bund der Hansa stand bei den Engländern neuesten Schägungen auf dem Erdball etwa 745 Millionen Pferdes in hohem Anjehen und aus diesem Grunde wurden seinen MitPräfte gewonnen werden. An biefer Summe ist Deutschland mit gliedern auch mannigfache Privilegien eingeräumt, darunter das Ein Hohenzoller über Ostpreußen. etwa 5 Millionen Pferdefräften beteiligt, und es fönnten durch bie Borrecht, Münzen zu prägen. Da diese Münzen vom Often famen, Rubbermachung der flüffigen weißen Roble" wohl 20 Millionen Die ostpreußischen Nationalisten" find gennwärtig am Werte, fo wurden fie Easterling genannt, eine Bezeichnung, die später in fester schwarzer Roble erfpart merden. Hier liegt noch ein weites die Provinzen vom übrigen Deutschland, abzufrennen. Ein Motiv, Sterling vertürzt murde. Nach einer anderen Bersion stammt der Arbeitsgebiet vor uns. Die Kraftwerke in Süddeutschland, wie das das bei diesen Bestrebungen wesentlich mitwirkt, ist der Haß gegen Name daher, daß die Münzen zuerst von Münzmeistern geprägt Bayernwert und das am Balchenfee, find vielversprechende Anfänge. die Republik und die Hoffnung, am Ende wieder unter die Regie wurden, die man zur Berbesserung der englischen Münze aus Deutich Im Zeitalter des Eisens wird, so parabog es flingen mag, neuer rung des angeftammten Herrscherhauses zu gelangen. Belber hat die land und den Niederlanden tommen ließ. Seit 1817 besteht das bings zu manchen Ronstruktionen, die wir uns nur noch aus Elfen Liebe, die sie diesem Hause entgegenbringen, nicht immer auf Gegen. Pfund Sterling als britische Münzeinheit aus Feingold und führt gebildet vorstellen tonnten, Holz mit großem Erfolg verwendet. So feltigteit beruht, und es ist lehrreich zu sehen, wie einer der intelli- den Namen„ Sovereign". Gin Londoner Blatt weist jetzt darauf stellt man nun auch in Europa Holzrohrleitungen von genteren Hohenzollern, der alte Frig, über feine getreuen Unter- hin, daß der ehemalige deutsche Reichstriegsfchat im Spandauer großem Durchmesser her, die tilometerweit über das Land geführt tanen jenseits der Weichfel urteilte. Im Auguft 1739 beachte er Juliusturm, der im Jahr 1872 von der franzöfifchen Kriegswerben und die, aus einzelnen Stäben zusammengefeßt, Drude bis als Kronprinz zum erstenmal Rönigsberg, und er faßte in tontribution von 5 Milliarden abgezweigt und als Referve zurüdzu 15 Atmosphären ertragen fönnen. Diese Rohre sind bedeutend Briefen an feinen Freund Jorban die empfangenen Eindrücke von gelegt wurde, zum großen Teil aus englischen die Münzzahl 1872 leichter zu verlegen als schwere Eisenrohre gleichen Durchmessers, Land und Leuten folgendermaßen zusentmen: tragenten Sovereign bestand. Als dieser Goldschah im Jahre 1915 da sie erst an Ort und Stelle zusammengebaut werden. Ferner find Unter dem 3. Auguft: So wär ich denn in der Hauptstadt eines in Umiouf gefeht wurde, floß das Gold über Standinavien nach EngDachkonstruktionen und Fußgängerbrücken bis zu 60 Meter Spann- Landes, wo man im Sommer gebraten wird, und wo im Winter land zurück. Die Goldmünzen aus dem Jahre 1872 waren von die Welt vor Rälte springen möchte. Es fann besser Bären auf funteinagelneuem Gepräge und befanden sich in vielen Fällen noch *) Jahrbuch ber angewandten Raturwissenschaften" 1920/21. sieben, als zu einem Schauplage der Wissenschaften dienen. Die in denselben Säden, in denen fie 43 Jahre vorher die Bank von 32. Jahrg. Berlag Herber u. Co. G. m. b. H., Freiburg i. Breisgau. Einwohner sind demütig, schmeichlerisch und tries England verlassen hatten. tehren. " P " 1 Schwurgerichte. Drei Urteile, die ein Urteil fordern. Einige Schwurgerichtsurteile der letzten Zeit, die fich mit politischen Berbrechen zu beschäftigen hatten, ver dienen noch einmal nebeneinandergestellt zu werden: 1. Das Berliner Schwurgericht verhandelt gegen zwei pöllische Verschworene, die in sorgsamer Borberitung und gegen Bezahlung einen Mordversuch gegen einen jüdischen Schriftsteller unternahmen, den sie irrtümlich für einen Repräsentanten der Republik hielten. Beide werden von der Ane flage des Mordverfuchs freigesprochen und nur wegen Beihilfe zur Körperverlegung verurteilt. 2. Die Geschworenen in Cassel sprachen die studentischen Arbeitermörder von Thüringen frei, die Geschworenen von Halle verurteilten einen Offizier, der einen solchen Arbeitermord befohlen hatte, zu einer gelinden Gefängnisstrafe. # 3. Die Geschworenen in Effen hingegen faßen über einen Arbeiter zu Gericht, der in den blutigen Rämpfen zur Abwehr des Kapp Putsches ein Revolutionstribunal" gebildet hatte und in diesem zwei Personen zum Tode verurteilen ließ. Dieser Arbeiter, der glaubte, im revolutionären Recht zu sein, als er Bluttaten mit Bluttaten beantwortete, wird von den Essener Geschwore nen zwei Jahre später zum Tode verurteilt. Von der Anwendung des Amnestiegeseges von 1920 war keine Rede. Es ist also Rechtens in Deutschland, daß völkische Geheinbündler, die planmäßig einen Mord vorbereiten und ihn auszuführen verſuchen, nur wegen Beihilfe zur Körperverletzung verurteilt werden, daß Offiziere und Studenten, die Arbeiter hinter rüds erschießen laffen, freigesprochen werden. Daß andererseits aber Arbeiter, die in der Hiße und Erregung blutiger Schlachten, wie sie sich damals im westlichen Industrierevier abspielten, zu einer Abwehraktion hinreißen ließen, die sie für revolutionär hielten, da für mit dem Tode bestraft werden. Die Gegenüberstellung diefer Urteile zeigt, wie weit wir seit der Revolution bereits zurüd entwickelt sind. Und daß die Urteile von Geschworenen, nicht von militärischen Standgerichten gesprochen wurden, macht fie noch schlimmer, als sie ohnehin sind. Bir dürfen aber der Erwartung Ausbrud geben, daß in dem Effener Fall nachträglich das Amnestiegesetz zur Anwendung tommt. Gegen die Not der Presse. Die Forstbesiger wollen weiter wuchern. verwandt werden, um stellenlos gewordenen Redakteuren den Ulleber-| Abwesenheit veranstaltet haben. Es wurden daraufhin in Flo gang zu einem andern Beruf zu erleichtern. Mit 10 gegen 6 renz in den Lokalen der dortigen Republikaner HausStimmen wurde der Entwurf mit dem Antrag Bernhard ange- fuchungen vorgenommen und Schriftstücke beschlagnahmt, aus denen nommen. hervorgeht, daß ein Kriegsinvalide namens Piani eine Partei ber. Bei der Beratung weiterer Ausführungsbestimmungen zu dem roten Hemben gegründet hat. Man fand auch einen Borrat dieser Gesetz wurde ein Antrag Tarnow einstimmig angenommen, der die perräterischen Kleidungsstüde und eine Liste der ParteiUnterstüßungsberechtigung auch für die offiziellen Dr. anhänger. In Mailand wurde das Bersammlungshaus der Arditi. gane der allgemeinen und fachlichen Berufsvertretungen,( Frontkampftruppen) von der Polizei befeßt und eine Menge von soweit sie nicht aus Anzeigen oder anderen Quellen ihre Selbsttosten Waffen und Munition beschlagnahmt, sowie der Sekretär des Verbeden, anerkennt. Die so abgeänderte Berordnung wurde gegen die eins verhaftet. Aus Turin wird ergänzend gemeldet, daß die Stimmen der Arbeitgeber der Forstwirtschaft an- afciften sich mit Waffengewalt mehrerer Stommunisten bemächtigten, genommen. die fie in die Folter verschleppten und sie dort solange mißhandelten, Es ist bezeichnend, mit welchem Nachdrud gerade die Ar- bis sie starben. In einer Straße von Turin hat man die beitgeber der Forstwirtschaft gegen eine wirksame Hilfe für die Bresse Leichen mehrerer Sozialisten gefunden. Im ganzen find auftreten und jedes Opfer dafür ablehnen, obwohl für Holz geradezu bisher fieben Todesopfer der Fascisten gefunden worden. phantastische, über den Weltmarktpreis hinausgehende Bucherpreise erzielt werden. Der Egoismus dieses Teiles der Unter nehmer geht hier so weit, daß man eher den Kulturfaftor Preffe vernichten als das Geringste von den lebergewinnen des Holzwuchers zur Linderung ihrer verzweifelten Notlage opfern will! Eine deutsche Kohlenwährung? Ein Vorschlag des Temp3". follte die Mark dadurch stabilisieren, daß man ein KohlenDer Temps" stellt neuerdings die Forderung auf, man geld schaffe. Es schwebt ihm dabei offenbar das Muster der badischen Kohlenanleihe vor, über die wir an anderer Stelle berichten. Er verlangt, daß eine Stabilisierungstaffe gegründet werden soll, die über 70 Broz. der in Deutschland geförderten Kohlen in natura zu verfügen hätte und die auf diese Kohle Anweisungen ausgibt. Diese Anweisungen sollten an Stelle des Geldes treten.„ Dant dieser höchst ein fachen Einrichtung würde dann Deutschland das erste Muster einer gleichzeitig nationalen und gefunden Währung besigen." Erstaunt fragt fich der Laie, warum denn nicht Frantreich zu diesem höchst einfachen" Mittel der Stabilisierung des Franken greift; denn auch der Franken leidet ja unter verhältnismäßig großen Wertschwankungen. Zwischenfall in Lausanne. Außer der Arbeitskammer haben die Fascisten in Turin aud) den neuen Siz des kommunistischen Organs Ordine Nuvo" somie mehrere fommunistische Klubs und ein Erholungsheim der Gisenbahner in Brand gesteckt. Die Haussuchungen der Fascisten bei ihren Parteigegnern dauern an. Unterstaatssekretär de Bechi soll den Fascisten von Turin telegraphisch seine Soli darität ausgedrückt haben.. Der neue Reichshaushaltsplan. Der Reichsrat nahm in feiner öffentlichen Sigung vom Donnerstag abend, die vom Minister Defer geleitet wurde, den Etatvoranschlag für 1923 an. Türkischer Botschafter in Berlin wird auf Befchluß der Nationalversammlung in Angora der Abg. Sarchan Djelal Ben. Das Barla ment bewilligte 16 Millionen fürf. Pfund zum Bau von Rüstungsbetrieben. Wirtschaft Die badische Kohlenanleihe. Aus Baden wird dem Soz. Parlamentsdienst geschrieben: Unter den süddeutschen Ländern steht Baden an der Spitze an dem Ausbau seiner Wasserkräfte. Die Wasser des Oberrheins und der Bergbäche und Seen des Schwarzwaldes weisen einen Wafferreichtum auf, aus dem in einer nicht allzu fernen Zukunft jährlich eima 3 Milliarden Rilowattstunden Kraft gewonnen werden kann. Dabei sind die Ausbaubedingungen die denkbar günstigsten. Ein großes Wert am Oberrhein oberhalb Bafels und der erste ausgebaute Teil des fogenannten Murg- Kraftwerks im nördlichen Schwarzwald versorgen bereits weite Teile des Landes mit elektrischem Strom. Im Bau befindet sich zurzeit die zweite Ausbaustufe des Murg Wertes, die für eine jährliche Leistung von 45 000 Kilowattstunden berechnet ist. Als nächstes Wert foll der im füdlichen Schwarzwald gelegene Schluch see der Stromerzeugung dienstbar gemacht werden. Die bereits bestehenden und die auszubauenden Werke sind zusammengefaßt in dem sogenannten Badenwerk, das in Form einer Aktiengesellschaft sich im Alleinbefiz des badischen Staates befindet und vom Arbeits- und Finanzminifterium gemeinsam verwaltet wird. Es ist selbstverständlich undenkbar, auf einer Ware, an der Deutschland Mangel leidet, deren Breis von den verschie densten Faktoren abhängen, und die sie nicht beliebig zum Ausgleich der Zahlungsbilanz verwenden kann, wie etwa das Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschafts- Gold, eine Währung aufzubauen. Das so entstehende" Gold" rates beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Gesezentwurf zur würde nicht einmal ausreichen, den dringendsten Menderung des Gefeßes über Maßnahmen gegen die wirt 3ahlungsmittelbedarf zu befriedigen. Die Phanta schaftliche Not der Presse. Die Abgabe von Holzver- fien des„ Lemps" müssen daher zurückgewiesen werden, mintäufen der zur Gewinnung des Holzes von forstwirtschaftlich te bestens solange nicht Frankreich, das ja über viel mehr Kohle nugten Grundstücken Berechtigten foll von% auf 1% Bro8. verfügt, das Erperiment vorgemacht hat. erhöht werden. Zur Begründung führte ein Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums aus, daß sich die Lage der Preffe in der legten Zeit wesentlich verfchlechtert habe. Diese Entwicklung sei hauptsächlich durch das Emporfchnellen der Papierpreise non Causanne, 21. Dezember.( TB.) Im Unterausschuß für Die ungeheure Geldentwertung der letzten Monate hat nun 19,50 M. im Jufi auf 405 m. pro Kilo im Dezember begünstigt Minderheitenfragen wurde heute in verschiedenen auch den geplanten großzügigen Ausbau der badischen Wasserkräfte worden. Bei der, neuen Erhöhung fann mit einem jährlichen Ertrag Buntten Uebereinstimmung erzielt, so über die politische gefährdet Bisher hat das Badenwert seinen Geldbedarf durch von 13,5 Milliarden Mart gerechnet werden, so daß bei Berüd- und bürgerliche Gleichberechtigung und die Schulen in den Minder- Obligationsanleihen gedeckt, die es in den Jahren 1921 und 1922 fichtigung des Ertrages der Ausfuhrabgabe monatlich) 1275 Millionen beitsgebieten, über die Freizügigkeit der Angehörigen von minder mit großem Erfolg aufgelegt hatte. Aber infolge des Cintens des Bertes der in diesen Anleihen angelegten Gelder schreckte die Befür Rückvergütung an die Zeitungen zur Verfügung stehen. Bei heiten mit Beschränkung zu Kriegszeiten für alle türkischen Staats- pölferung in jüngster Zeit davor zurüd, weiterhin Geld in diesen einem Berbrauch von 15 Millionen Kilo Drudpapier im Monat ent- angehörigen. In anderen Fragen fonnte jedoch noch keine Ber- festverzinslichen Bapieren anzulegen, weil dadurch der einzelne Infallen auf das Kilo Drudpapier 85 M.( bisher 35 m.) Rückvergütung. ftändigung erreicht werden, vor allem nicht über die Auslegung des haber der Obligationen sein Bermögen einbüßte. Sollte der Ausbau Die Arbeitgeber der Forstwirtschaft erhoben Begriffs Minderheiten, da die Türkei darunter die nicht der Wasserkräfte, der in der heutigen Zeit der Kohlenknappheit von gegen diese Belastung Einspruch, während die Arbeit; mohammedanischen türkischen Staatsbürger versteht, während allergrößter Wichtigkeit ist, nicht innerhalb absehbarer Zeit eingestellt nehmervertreter unter Hinweis auf die ungerechtfertigte das alliierte Projekt teinerlei Unterschied der Raffe und werden, so mußte man auf einen neuen Anreiz, Gelb für das staat. Breissteigerung des Holzes eine Erhöhung auf 3 Pro3. der Ab- der Nationalität anerkennen will. Solange hierüber fein Einver- liche Unternehmen zu geben, verfallen. Um welche Summen es sich gabe beantragten. Das wurde abgelehnt. Annahme fand ein Antrag nehmen hergestellt ist, sollen die bereits angenommenen Artikel des Bernhard, der fordert, daß die Rückvergütungsfasse bis zu 5 Proz. Minderheitenprojekts nur unter Borbehalt der späteren Klarder ihr zugehenden Beträge abzuzweigen und den in Betracht stellung des Begriffs Minderheiten gelten. tommenden Verbänden zur Unterstüßung der durch die Net der Breffe stellenlos gewordenen Arbeiter, Angestellten oder Redakteure zur Verfügung zu stellen hat. Diese Gelder sollen insbesondere auch = dabei handelt, ersieht man am besten daraus, daß allein der zweite Ausbau des Murg- Werks einschließlich der notwendigen Ueberlandleitungen nach dem heutigen Geldwert etwa 30 milliarden Marf erfordert. Die badische Regierung hat nunmehr ein mertDie Sigung endete mit einem sehr lebhaften 3 wifchen beständiges Schuldpapier des Badenwerts geschaffen, und der fall über die Frage des Auswanderungsrechtes für An- Badische Landtag hat der entsprechenden Borlage zugestimmt. Nach reiflicher Ueberlegung hat man sowohl von dem Plane einer Ausgehörige der Minderheiten, das die Türfet ablehnte. Benizelos sprach beredt sein Erstaunen darüber aus, landsanleihe wie einer innerdeutschen Goldanleihe Abstand genom. daß die Türken, die Hunderttausende von Griechen vertrieben men, sondern hat dem neuen Papier des Badenwerkes die Kohle Ban Goghs Grab. Vincent van Gogh wird immer mehr hätten, denselben Griechen das Recht zur freien Auswanderung als ertmaßstab zugrunde gelegt, die Kohle, die, wie jeder als einer der größten Schöpfer der germanischen Kunst der Neuzeit nehmen wollten, worauf Riza Nuri Bei erwiderte, daß die weiß, im Wirtschaftsleben der Nachfriegszeit von bestimmendem erkannt. Obmohl er fo lange in Frankreich gelebt und zu 2 uvers Türfen die Griechen nicht verjagt hätten, sondern daß die griechischen für das Badenwert, das die Anleihe auflegt und für den AnleiheAusschlag bei der Preisbildung ist. Indem der jeweilige Rohlenpreis fein Grab gefunden hat, ist Wefensart und Kunst dieses Holländers Heere fie gewaltsam auf ihrem Rückzuge mitgeschleppt hätten. zeichner sowohl bei der Zeichnung wie bei der Binszahlung und der doch ganz germanisch. Die immer wachsende Beschäftigung mit seinem Leben hat nun auch dazu geführt, daß man sich näher mit Nach heftigen Auseinandersetzungen, in die der Präsident des Aus- Rückzahlung zugrundegelegt wird, fallen Berluste für alle Beteiligten feinem Grabe befaßt hat. Wie ein Berehrer seiner Kunst Henri schusses, Montagna, vermittelnd einzugreifen versuchte, mußte aus. Die Kohlenpreis- Anleihe wird immer ihre etwa gleiche Kauffraft behalten. Zeichnet z. B. jemand 1000 Kilo Kohle mit 30 000 m. Cottereau in der Zeitschrift der Galerie Flechtheim ,, Der Querschnitt" bie Sigung abgebrochen werden. entsprechend einem Kohlenpreis von 30 000 m. pro Zonne ausführt, war es ihm sehr schwierig, das Grab des großen Malers auf dem Friedhof zu Auvers zu finden. Die Einwohner der Stadt fennen es nicht; niemand kümmert sich darum. Van Gogh liegt Wojcziechowicz' Eidesleistung. Fascisten unter einander. den Monaten: So beträgt bei 5prozentiger Berzinsung der Zins den Wert von 50 Kilogramm Kohle. Steigt der Kohlenpreis von 30 000 auf neben seinem Bruder Theodor beerdigt, der ihm im Leben der treueste Warschau, 21. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Energie 40 000 m., fo steigt der Zins entsprechend mit. Ift bis zur RüdFreund war und ihm die Schöpfung seiner Werte ermöglichte. Nun der neuen, inzwischen aber wegen der Staatspräsidentenwahl formell zahlung die Tonne Kohle 8. B. von 30 000 auf 50 000 2. gestiegen, wächst das Gras mild und verwahrloft auf dem Doppelgrab, und wieder zurückgetretenen Regierung hat auf die Rechte ihre Wirkung so erhält der Zeichner für die ursprünglichen 30 000 m. entsprechend das Ganze bietet ein trauriges Bild des raschen Vergessens. Auf nicht verfehlt. Der neue Staatspräsident fonnte ohne nationalistische der Veränderung des Kohlenpreises 50 000 M. zurück. Fällt der diese Ermahnung an die Berehrer van Goghs hat der Sohn des Anpöbelung nach seiner Bereidigung den Weg zum Sarge seines bie Kaufkraft des zurückgezahlten Geldes ist eine entsprechend höhere Rohlenpreis, so fällt allerdings auch die rückzahlbare Summe, aber Dr. Gachet, der van Gogh während der letzten Toge pflegte, mitgeworden. So find die Zeichner dieser staatlichen Kohlenanleihe, geteilt, daß die Berwahrlofung des Grabes abfichtlich sei, benn eine Borgängers und später zum Schloß Belvedere zurücklegen. General a. D. Hall er, der als der geistige Urheber der Er- ähnlich mie bei den neuen Roggenpapieren, gegen jeden Schaden aus beffere Pflege, widerspricht dem Geist van Goghs und dem Willen der Frau Theodor van Gogh". Aber auch wenn man diesen Willen mordung des Staatspräsidenten Narutowicz bezeichnet wird, will ber Geldentwertung geschützt. Dadurch erhält diese neue Art von der Nächsten ehrt, so wäre es doch nicht zu viel, wenigstens ein paar seine Antläger verklagen. Jetzt wird bekannt, daß er selbst fasci- Anleihe ihren Anreiz als wertbeständiges Papier und fann volts. von den herrlichen Blumen des Südens auf diese Hügel zu pflanzen, it ische Instruktionsturse abgehalten und einen Bund de- wirtschaftlich von großer Auswirkung sein. Denn während bei der von denen der Maler so leuchtende und unvergeßliche Bilder ge mobilisierter Offiziere gegründet hat, hauptsächlich zum Schuße des Anlage auf der Sparkasse die Kaufkraft des Geldes sich mit der fchaffen. polnischen Großgrundbesitzes. Daneben besteht noch ein anderer polnischen Großgrundbesitzes. Daneben besteht noch ein anderer artentwertung verflüchtigt, ist hier eine Möglichkeit gegeben, Belo Koftfpielige Orthographie. Wir haben zwar bereits aus unserer Bund zur Erledigung landwirtschaftlicher Streits mit bewaffneter anzulegen, wobei man vor Berlust gesichert ist. Rechtschreibung eine große Menge von Buchstaben herausgeworfen, macht. Die Kohlenförderung des Ruhrbedens. die ganz überflüffig find, aber noch immer schleppt unsere OrthoDie Kohlenförderung des Ruhrgebiets betrug in graphie und noch mehr unsere Interpunktion allerlei mit sich, was überflüffig ist. Bedenkt man, welche Kosten diese überflüssigen BuchGesamt Babl ber arbeitstägliche staben und Zeichen bei dem heut so teuren Drud verursachen, so beRom, 21. Dezember.( DA.) Ein Fascist namens Braniche förderung Arbeitstage Förderung greift man, daß der Kampf gegen alle nicht unbedingt notwendigen unternahm in Mailand ein Bombenattentat gegen eine fascistische November 1922 8 596 214 Tonnen 241 Oftober 1922 8827 126 Dinge in der Drudschrift eine außerordentliche praktische Bedeutung November 1921 7 772 658 hat. Mehrere mathematische Sachverständige haben die Aufgabe Bersammlung. Er wollte sich dafür rächen, daß er aus der Partei übernommen, festzustellen, wieviel Druckkosten jährlich in der eng- ausgeschlossen worden war. 6 Personen sind schwer, 30 leicht verleht November 1918 8 982 276 lifchen und französischen Sprache durch die überflüffigen Zeichen worden. Der im November 1922 zu verzeichnende Ridgang ist lebigverursacht werden. Der Bericht stellt fest, daß auf diese Weise in Frankreich und England allein 8 Millionen Pfund Sterling heraus. Mussolini scheint der regulären Armee nicht recht zu trauen. fich darauf zurückzuführen, daß im November 1% Arbeitstage weniger geworfen werden. Man hat berechnet, daß sich in allen Zeitungen Er stellt neben der regulären Truppe feine Milig von 70 000 Mann. waren. Die arbeitstägliche Leistung ist gegen den Oftober 1922 um und Zeitschriften, die in Frankreich in einem Jahre veröffentlicht Damit will er feine Machtposition auf Jahre hinaus sichern, zumal 14 978 Tonnen gestiegen. Das ist auf startere Beteili werden, im ganzen 108 milliarden Buchstaben befinden; non tiefen sollen nicht weniger als 14 Milliarden 200 millionen fein innerpolitisches Programm bei den Staatsarbeitern und An. gung an den Heberigichten und auf Belegschaftsvermehrung zurückzuführen. Da das Leberarbeitsabfommen überflüffig sein. Um diese unnötigen Buchstaben zu drucken, braucht gestellten auf Widerstand stößt. Zunächst follen 40 000 bis 50 000 vom 18. Dezember bis 15. Januar fortfällt, ist mit einer niedrigeren man allein Druckerschwärze im Werte von 12 Millionen Frant. Für Eisenbahner einschließlich Beamte entlassen werden, die Pen Förderung zu rechnen. Die Gesamtbelegschaft war Ende November die englischen Druckschriften hat man berechnet, daß die Bergeudung stonen will man erheblich fürzen, und der Achtstundentag soll so 561 065 Mann gegen 556 808 Enbe Oftober 1922, mithin eine Zuan Druderschwärze 1½ Millionen Pfund Sterling im Jahre aus ausgestaltet werden, daß der Bereitschaftsdienst nicht mehr als nahme um 4257 Mann. Die Belegschaft hatte Ende November die macht. Der Raum, der von den überflüffinen Zeichen eingenommen Arbeitszeit angerechnet wird. bisher höchste Ziffer( 561 158 Ende Februar 1922) ungefähr wieder wird, bedeckt eine Bapiermenge von 25 millionen Frank in Frank. erreicht. reich und von 4 millionen Pfund Sterling in England. Mussolinis Privatarmee. " " 26 241 28 854 488 Tonnen 339 505 820 522 886 261 " " " Leider ist die Gewertschaft der Eisenbahner und Bostbeamten durch die Taktik der Kommunisten geschwächt und daher gegenwärtig 1870fache 3ölle. Für die Zeit vom 27. Dezember 1922 bis ein. faum imftande, der Absicht Mussolinis Widerstand zu leisten. Aber schließlich 2. Januar 1923 beträgt das Goldzollaufgeld 186 900 vom da die Not auch geschwächte Organisationen stärkt, braucht Hundert. Mussolini feine Stnüppelgarde. Blüthner Orchester. Am erften ethnatsfeiertag findet im Blüthner Saal abends 8 1hr ein Richard Banner- Abend statt und am zweiten Beihnachtsfeiertag veranstaltet das Blüthner Orchester einen Opern bend. Dirigent: Camilo Hildebrand. Ueber die letzten Schandtaten der Fascisten wird noch gemeldet, Ueber die Gidriefenhöhle im Tennengebirge foricht Dtta baz Mussolint bei seiner Rückkehr aus London fich lebhaft über Satoto am 26., abends 8 Uhr, im ubert- Saal, Ballowfie. 104. die Rundgebungen beflagt hat, die Gegner des Fascismus in seiner Devisenkurse. Unferer gestrigen Rurstafel sind noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 öfterr. Kronen 9,62 Geld, 100 polnische 9,68 Brief: 1 ungarische Krone 2,90 Geld, 2,95 Brief. Mart galten im freien Berkehr etwa 38,50 m. Gewerkschaftsbewegung Die Finanzkraft der deutschen Gewerkschaften. Die Schuld an den hohen Brotpreisen. Bom Zentralverband der Bäcker und Konditoren wird uns geschrieben: Die hohen Löhne find schuld an den hohen Preisen", fagen alle bürgerlichen Blätter. Seht stößt auch die" Rote Fahne" in dasselbe Horn. Bringt sie doch am Mittwoch abend die Mitteilung, daß der Brotpreis auf 310 M. durch den Magistrat erhöht sei, da ein Schlich tungsschiedsspruch die Löhne der Bädergesellen erhöht habe. Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? POSTABONNENTEN Der Vorwärts ist jetzt monatlich zu bestellen und zu bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wert auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts legt und eine Unterbredbung der Zustellung vermeiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges so fort bei seinem zuständigen Postamt vornehmen Eine wichtige Auswirkung der Geld- und Preisentwicklung der legten Jahre ist die Schwächung der Finanzfraft der Gewerf schaften, die natürlich im gewerkschaftlichen, sozialpolitischen Leben deutlich spürbar ist. Die Jahresabrechnung der großen Gemertfchaften zeigt, daß die nominelle Steigerung der Einnahmen und Bei der Brotpreisfestlegung vom 4. Dezember 1922 war ein Bermögen in feinem Berhältnis zum Steigen der Sachausgaben Kohlenpreis von 1175 m. je Doppelzentner angenommen worden, da und zur Geldentwertung steht, insbesondere, wenn man dabei die der zu erwartende Preis noch nicht bekannt war, der sich dann aber Steigerung der Mitgliederzahlen gegenüber der Vor- auf 1545 m. stellte. Diese Kohlenpreiserhöhung macht nun pro Brot friegszeit in Anrechnung stellt. Die Mitgliederzahl des Allgemeinen rund 6,25 m. aus, wozu noch rückwirkend für 2 Wochen 8,48 m. Deutschen Gewerkschaftsbundes z. B. ist von 2,6 Millionen im Jahre 1913 auf 7,6 Millionen 1921, also etwa um das 2% fache ge= ftiegen. Die Einnahmen betrugen 1913 82,2 Millionen Goldmart, 1921 dagegen 1249,2 Millionen Papiermart. Bei gleicher Mitgliederzahl wie 1921 hätten die Einnahmen 1913 205,5 Millionen Goldmark betragen, die Einnahmen von 1921 würden also nur eine fechsfache Steigerung aufweisen. Ende 1921 betrug aber die Entmertung der deutschen Mark bereits das 50fache, die Steigerung der Großhandelspreise das 40fache, davon stellt die Steigerung der Einnahmen des ADGB. ein Siebentel dar. An Bermögen verzeichnet der ADGB. für 1913 88,1 Millionen, 1921 508,7 Millionen, also eine Steigerung um das 5.7fache. Die ungeheure und sprunghafte Geldentwertung und Breissteigerung des laufenden Jahres hat diese Berhältnisse zweifellos noch viel ungünstiger gestaltet. Wieweit dies auf die Kampffähigkeit der Gewerkschaften bei Finanzie rung großer Kämpfe zurückwirken muß, haben wir bereits in unferem Artikel:„ Die Lehre von Ludwigshafen" angedeutet. Bir tommen, so daß sich je Brot burch Kohlenpreis eine Erhöhung von schrieben:„ Die Geldentwertung macht es nicht nur den Arbeitern 15 M. ergibt. Hierzu fommt noch eine Breiserhöhung für Salz und unmöglich, irgendwelche Rücklagen zu machen, sie schwächt auch Streumehl. Der Arbeitslohn beträgt etwa 9 M. pro Brot, die Finanzkraft der Gewerkschaften und damit die Fähigkeit, große jedoch nicht nur für die Bäckergefellen, sondern auch für die Bere Kämpfe von langer Dauer zu führen." Die„ Rote Fahne", die fäuferinnen. Auch die Umsatzsteuer, die das tägliche Brot der in ihrer standalöfen Heze gegen die Arbeiterorganisationen um alle Aermften im günstigsten Falle nicht unter fünf mal im Preis Besinnung gekommen ist, zitiert diefen Saz, um hinterher in ihrem erhöht, kommt noch hinzu. Kommentar zu schreiben, wir hätten behauptet. ,, die Gewerkschaften Aus diesem allen dürfte fich ergeben, daß nicht der Arbeitslohn hätten nicht mehr die Fähigkeit, große Kämpfe zu führen." das Brot verteuert, trotzdem er allerdings mitbestimmend im Preise Eine gefchwächte Fähigkeit und feine Fähigkeit ist für Leute wirkt, sondern daß es immer noch so liegt, daß durch die hohen mit fünf gefunden Sinnen bei weitem nicht dasselbe. Breise die Löhne gesteigert werden müffen, da bei jeder Steigerung die Lebenshaltung des Arbeiters fintt. Es ist beshalb den Zeitungen von der„ Roten Fahne" bis zum„ LokalAnzeiger" zu sagen, daß sie die Schuld für das teure Brot schon anderwärts suchen müssen." Im übrigen haben alle Gewerkschaften die nötigen Gegenmaßnahmen ergriffen, indem sie die Beiträge einem Stundenlohn gleich fetzen, wodurch die Einnahmen sich automatisch der Geldentwertung in dem Maße anpassen, in dem die Löhne steinen. Aber diese Anpaffung ist eine unvollkommene, weil die angefammelten Summen thren Wert fortgefeht einbüßen und weil die Löhne der Teuerung im weiten Abftande folgen. Die Gewertschaften müssen also ein bebisher produftiv zu vermalten. Jedenfalls haben sie die Pflicht, Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Der Streit bei der Firma Arnold Obersky. Hierzu wird uns geschrieben: Die Arbeiterinnen dieier Firma fteben jegt in der britten Stunden, sondern 24 Stunden ohne Unterbrechung unter dem Regime hervorragender Kommunistenhäuptlinge. Bo führt eine derarige Handlungsweise hin? Die Unternehmer haben auch schon längst erkannt, daß die kommunistischen Betriebsräte für sie feine Gefahr bilden, denn in der Praxis find sie reformistischer wie diejenigen, die sie des Reformismus bezichten." Wir erheben diese Vorwürfe etwa nicht nur, um den Kommunisten am 3eug zu flicken, sondern vor allem um der Sache des Achtstundentags willen. Denn nichts ist schädlicher für den Achtstundentag als die elende Ueberstundenwirtschaft, die jede Solidarität untergräbt und den brutalen Egoismus, die Geldgier, triumphieren läßt. Es ist daher unbedingt notwendig, daß die Anhänger der Kommunistischen Partei veranlaßt werden, ihre verwerflie Achtstundentagpragis mit der überheblichen Theorie in ein weniger schreiendes Mißverhältnis zu bringen. Daß die größten Schreier gegen die Gewerkschaftsbureaukratie" nicht immer die besten Gewerkschaftsbrüder find, das mußte ja in der fommunistischen Breffe mehrfach zugegeben werden. Dhne die so verächtlich gemachte gemertschaftliche Kleinarbeit, vorab die Erziehungsarbeit zur gewerthaftlichen Solidarität, geht es nun einmal nicht. Selbstverständlich verwerfen wir die nicht unbedingt notwendige Ueberstundenmacherei nicht nur bei den Kommunisten, sondern bei allen, die sie betreiben. Jahreskongres der japanischen Gewerkschaften. In den ersten Oftobertagen fand in Osata der Jahreskongres der Nippon Rodo Scdomci", der einflußreichsten Bereinigung japanischer Bewertschaften statt. Es sei daran erinnert, daß die erwähnte Organisation aus der ehemaligen, 1912 gegründeten Duai Kai hervorging, die hauptsächlich unterstüßungs- und Bi!. dungszwede verfolgte. Ihre Umwandlung in eine den Brinzipien der modernen Arbeiterbewegung entsprechende Kampforganifation vollzog sich erst in den letzten Jahren. Auf dem Kongreß von 1921 wurde diefe Umwandlung auch äußerlich vollzogen, inden die " Duai Kai" den Namen„ Nippon Rodo Sodomei"( Japanischer Gewertschaftsbund) erhielt. Der Dem Rongreß wohnten Delegierte von 43 Bewertschaften bei. Die" Nippon Roto Sodomei" sprach sich einmütig gegen die letzte Internationale Arbeitskonferenz und ihre Anerkennung aus. Japanische Gewerkschaftsbund hat seine Auffassung in dieser Sache noch vor Abhaltung des Kongresses in einem Manifest niedergelegt, in dem u. a. gefagt wird: " Die japanischen Delegierten auf der Internationalen Arbeitskonferenz waren von Beginn ab feine Ar beitervertretung, und ihre Absendung erfolgte nicht durch die Ars beiterorganisationen, fondern durch Gruppen von Arbeitern, und vollzog sich unter dem Druck der herrschenden Klassen. De Kongreß formulierte eine Reihe von Arbeiterforderungen. sonderes Augenmert darauf verwenden, ihre Einnahmen mehr als 3oche im Streit, um sich bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen Es wurden Resolutionen angenommen betreffend den Achtstunden. ihre Kämpfe mit der größten Sorgfalt vorzubereiten und zu erfämpfen. Es ist noch nicht abzusehen, wann die Firma zu tag im allgemeinen und den Sechsstundentag für die Arbeit in Bergwerfen. Der Kongreß sprach sich ferner für die Festsehung von Minur dort ihre ganze Straft mit voller Bucht einzusetzen, wo Berhandlungen bereit sein dürfte. Der amtliche Schlichtungsnimallöhnen und die Abschaffung der Nachtarbeit aus; die PolizeiLebensinteressen der Arbeiterschaft auf dem Spiele ftehen. Termin anberaumt, um durch seine Vermittlung eine Einigung ordnung wurde als Gefahr für den Bestand der Arbeiterorgani ausichuß der Bekleidungsindustrie einen sation richten. fationen der wirtschaftlichen wie politischen- bezeichnet und ihre herbeizuführen. Der Vertreter der Firma, Herr Direktor Matthes, Reichswehr und Arbeitslosigkeit. lehnte jede Berhandlung ab. Da aber der Schlichtungsausschus Abschaffung gefordert. Als weitere Forderungen stellte der Kongreß die unbedingte troßdem tagte, blieb auch der Firmenvertreter da. Die Bermitt und sofortige Räumung Sibiriens durch die japanischen Truppen Vom Deutschen Transportarbeiter- Verband wird uns geichrieben: lungsaftion des Schlichtungsausschusses scheiterte jedoch. Von der Firma Friz Schrader, Berlin. Planufer 3, werden und die Anerkennung Sowjetrußiands. Die Entschließung über die Als am Mittwoch der Organisationsvertreter bei der Firma Maifeier bestimmt eine Feier mit allgemeiner Arbetsruhe, soweit der Speditionsfirma Paul Sour, Berlin, Alte Jakobftr. 149, anfragte wegen einer Aussprache, erklärte fich Direttor Matthes eine solche durchführbar ist. Es verdient vermerkt zu werden, daß ständig eine Anzahl Lohngespanne zum Abfahren von Bapiertollen bazu bereit. Nach einer halben Stunde erfolgte aber die Erklärung der Kongreß fie pegen jebe Agitation für das allgemeine Wahlrecht Da die Nachfrage nach Lohnfuhrwerken bei der Firma durch Telephon, daß die Aussprache nur 3wed habe, wenn die aussprach. Der Kongreß bekräftigt seinen Willen zur Fortlegung Schrader zurzeit erheblich start ist, kann sie wahrscheinlich den An- Organisation die 48 ftündige Arbeitszeit anerkennt. Die ber Aftion zugunsten der gewerkschaftlichen Einheit in Japan und forderungen für die Firma Schur nicht genügen und, anstatt solche Einstellung der Streifenden erfolge nach Belieben der Firma, alio beruzleitt alle Bestrebungen, die sich gegen das Brinzip der ZentraliAufträge an andere Unternehmungen zu vergeben, läßt sie die Maßregelung. Ueber die Erhöhung der Löhne wolle man Arbeiten von Reichswehrfoldaten ausführen. Wie bekannt sprechen, aber der Abschluß eines Tarifvertrages werde abgelehnt. Bei Beurteilung der Beschlüsse des japanischen Gewerkschaftsgeworden ist, hat sich Herr Schrader an das Reichswehrkommando Das Telephongespräch endete mit der Erklärung des Herrn Direktors, bundes muß man notwendig mit den speziellen Berhältnissen des gewandt und eine Anzahl Geipanne erbeten. Das betreffende der Organisationsvertreter sei ihm viel zu wenig und er verzichte Randes Rechnung halten. Die moderne Arbeiterbewegung ist in Reichswehrkommando hat, ohne weitere Feststellungen ob eine Not auf eine Aussprache. Japan in ihrem Anfangsstadium; wozu noch kommt, daß Japan ri lage besteht, dem Aniuchen des Herrn Schrader Rechnung getragen. Was hat den Herrn fo erregt? Der Schlichtungsausschuß war Seit einigen Tagen fann man nun beobachten, daß Eisenbahn erstaunt über die niedrigen Löhne bezw. Akkordverdienste, die bei ziemlich isoliert ist von den großen Freiheitskämpfen der Arbeiterschaft, die die Industrieländer des Westens erschüttern. Indes find waggons von Reichswehrfoldaten mit Fuhrwerken der Reichswehr der Weltfirma, der Korjettfabrit Arnold Obersty, auch in Japan in dieser Richtung unleugbare Fortschritte zu ver. zur Entladung kommen. gezahlt werden. Der Verbandsvertreter wies nämlich nach, daß zeichnen. Den erwerbslosen Arbeitskutsern und Speditions- bie tüchtigsten Arbeiterinnen, die etwa 20 Jahre im arbeitern ist damit die Möglichkeit einer Befchäftigung genommen. Beruf arbeiten, nur 5000 m. wöchentlich im Alford verdient In einer großen Anzahl von Fubrbetrieben muß schon seit Wochen berfürst gearbeitet werden, so daß die dort beschäftigten Kutscher und Arbeiter mit Verdiensten von drei bis vier Tagen aufrieden sein müssen. Viele Fuhrunternehmer müssen ihre teueren Geipane ohne genügende Beschäftigung durchhalten. In Rücksicht auf solche Zustände ist es unbegreiflich, wie es möglich fein tann, daß die schon ohnehin tnappe Arbeitsgelegenheit noch durch das haben, trotzdem die Firma no 400 m. zugeschrieben hat für nicht geleistete Arbeit, so daß der tatsächliche Wochenverdienst, rund gerechnet, 4600 m. ausmacht. Den anderen Arbeitskräften hat man 800 M. hinzugeschrieben. Dies war dem Herrn natürlich außer ordentlich peinlich. Das selbstherrliche Regiment möchte die Firmen leitung aufrechterhalten wissen. Darum geht der Kampf weiter. Die Erbitterung der Streifenden ist groß und gerechtfertigt. Einsetzen der Reichswehr weitere Verminderung erfährt. Aufgabe Der Borfizende des Angestelltenrates würde beffer daran tun, des Reichswehrministers ist es, die hier gerügten Fälle zu unter- fich nicht in die Angelegenheiten der Streifenden hineinzumifchen. fuchen und sofort zu veranlassen, daß derartigen Vorgängen ein Seine Reuterungen rufen leicht den Gindrud hervor, als ob er das Ende gemacht wird. Das Reichswehrkommando ist anzuhalten, Berhalten der Firma begünstige. Um dies zu vermeiden, würde er ihre Fuhrwerke und Mannschaften, die sie der Firma Schrader zur sich besser jeder Aeußerung enthalten. Verfügung gestellt ist, sofort zurüdzuziehen. lauten: Kommunistische Achtstundentagtheorie und praxis. Die neuen Gehaltstarife der faufmännischen Angestellten im Berliner Einzelhandel find gedruckt erschienen und im Verbandsbureau des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- AllianceStraße 7/10, erhältlich. Die Mißffimmung der Eisenbahner. Eine Bersammlung der Ortsgruppe Köln des Deutschen Eisenbahnerverbandes bezeichnet die Sugeständnisse der Regierung an die Arbeiter und Beamten der Staatsbetriebe als durchaus ungenügend und nahm eine Entfchließung an, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Eisenbahner die Zugeständnisse als Hohn betrachten und nicht gewillt find, sich diefe Provokation gefallen zu lassen. Vom Borstand wird Anwendung der letzten Kampfmittel gefordert. Mit den Forderungen der Berliner Eisenbahner erklärte sich die Bersammlung solidarisch. Cattler, Tapezierer und Portefeuillerverband. Den Kollegen der Lebermarenbrandhe zur Mitteilung, daß die beiden Beihnachtsfeiertage fowie der Neujahrstag nach dem tatsächlichen Berdienst bezahlt werden müffen. Aus. feben infolge Inventur wird ebenfalls bezahlt. Am Mittwoch, den 27. d. M., Die Ortsverwaltung. ist das Bureau gefchloffen. Aus der Partei. dieses Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Nach den Auslaffungen der kommunistischen Bresse gibt es teine Auf der vierten Internationalen Arbeitskonferenz( Genf 1922) eifrigere Berfechter des Achtstundentages wie die Kommunisten. Das stimmt schon deshalb nicht, weil Gewerkschaften und Sozialwurde über die Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bet demokratische Partei die Verkürzung der Arbeitszeit in lar.gen handelt. Der Ausschuß, der diefen Gegenstand vorzubereiten hatte, schweren Stämpfen allmählich errungen haben, während die Komempfahl der Konferenz eine Entschließung, die in etwas veränderter munistische Partei bei ihrer Gründung den Achtstundentag bereits Form angenommen wurde. Deren wichtigsten Bestimmungen als gesetzliche Anordnung vorfand, und um zu zeigen, daß sie radi- Jeder vierte Mann sozialdemokratisches Parteimitglied taler fei, den Sechs- und Bierstundentag forderte. Der Kom „ Die Stonferenz beschließt, daß das Internationale Arbeitsamt munistischen Partei ist es weniger um den Achtstundentag an und stolze Ergebnis treuer Parteiarbeit tönnen unsere Biener Gefortzufahren hat mit seinen Arbeiten betreffend die Sammlung für sich zu tun, sie wertet ihn vielmehr als ein recht brauchbares noffen aufweisen. Vom 1. Juli 1921 bis zum 30. Juni 1922 ſtieg und internationale Einordnung von Mitteilungen über Arbeits- Mittel für ihre Agitationszwede. Selbstverständlich muß fie bes- bie Zahl der männlichen Barteimitglieder von 139 742 auf 151 491 losigkeit, wie es früheren Beschlüssen der Internationalen Arbeits- halb mit den Achtstundentag publizistisch verfechten. Soll aber ihr( von 603 000 Wienern über 20 Jahre) und die der weiblichen von fonferenz entspricht. Insbesondere soll bei Durchführung der Er- Eintreten für die Aufrechterhaltung des Achtstundentags ernft ge- 48 637 auf 53 207; das find 68,9 Proz. der Männer- und 23 Proz hebung des Internationalen Arbeitsamtes auf die Schwankungen nommen werden, dann muß sie wohl oder übel auch ihre An- der Frauenstimmen, die die Partei im Oktober 1920 bei der National in der Produktion und im Verbrauch der verschiedenen Arten von hänger dazu erziehen. Davon ist sie heute aber noch recht ratswahl erhalten hatte. Die Zahl der Bertrauenspersonen war Gütern Bedacht genommen werden. Die Konferenz beschließt weit entfernt. Denn es ist fozusagen gerichtsnotorisch, daß gerade 8784. In würdigem Verhältnis zu dieser Stärke der Partei steht ferner, daß das Internationale Arbeitsamt, um im Kompf gegen die eifrigsten Kommunisten in den Betrieben die die der Jugendorganisation, der Sport, Kinderfreunde- und Stor die Arbeitslosigkeit mitzubelfen, beauftragt wird, in Bufammen größten Ueberstundenschieber find. So wird uns aus fumentenorganisationen. arbeit mit der wirtschaftlichen und finanziellen Abteilung des Gotha, einer Hochburg der Kommunisten, berichtet: Bölkerbundes das Problem der Arbeitslosenttisen und ihrer Wieder Obwohl die reformistischen" Gewerkschaftsführer dauernd tehr zum Gegenstand besonderen Studiums zu machen, die Er- gegen das Ueberstundenwesen auftreten, fümmern sich die tommu gebnisse der bereits ausgeführten Erhebungen zusammenzustellen nistischen Betriebsräte darum sehr wenig; fie leisten nicht nur auf und die Maßnahmen befannt zu machen, welche der Erhaltung der Furze Zeit leberstunden, sondern auf Monate hinaus. Stetigkeit der wirtschaftlichen Tätigkeiten dienen und geeignet find, Ohne die Organisationen zu befragen, geben sie ihre Unterschriften den Arbeitsmarkt zu stabilisieren." zur Leistung von Ueberstunden. Sie arbeiten nicht bloß einzelne IVO PUHONNY A BC Zum Parteitag der ungarischen Sozialdemokratie ist von unferem Parteivorstand Genofie Abolf Braun, von unserer banischen. Bruderpartei Genoijin Nima Bang entiandt. Verantwortlich für ben rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin: file anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: Borwäris- Budbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3 Hierzu 1 Bellage. BATSCHARI bringt handgemachte CIGARETTEN in höchster Vollendung Kleide Dich billig, elegant! Gehpelze, Sportpelze, Schlüpfer im Leihaus Moritzplatz 58 a Cutaways, Jackett- Anzüge, Damen- Kostüme, Mäntel, Wäsche, Teppiche, Gardinen, enorm billig! 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Ein zu Beginn der Sitzung ernannter und auch sofort zusammengetretener Ausschuß zur Dorberatung ihres Antrages wegen der Ernährungsschwierigkeiten war er- gebnislos auseinandergegangen, weil die Kommunisten auf Hinzu- Ziehung ihrer„Slontrollousschüsse" bestanden. Bei dem Versuch, nunmehr in der.Stadtverordnetenversammlung diese Aktion fortzu- setzen, kam es zu einem lebhaften Auftritt zwischen dem angeblich „zur Geschäftsordnung� redenden Kommunisten Schumacher und dem Vorsteherstellvertreter Fabian.' In dem ausbrechenden Tumult wußte Herr Fabian sich nicht anders als dadurch zu helfen, daß er die Sitzung schloß. So hatten wieder einmal die Kommunisten die Be- ratung ihres eigenen Antrages sabotiert. '•« Der Deginn der auf pünktlich S Uhr einberufenen ordentlichen Sitzung verzögerte sich bis Uhr: seit 4 Uhr tagt« die sozialdemo» kratische Fraktion. Ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten ver- langte angesichts der großen Notlage namentlich der Sozialrentner und der Erwerbslosen sofortig« Maßnahmen des Magistrats, um diesen Kartoffeln, Milch und Kohlen zu ermäßigten Preisen zuzu- wenden, sowie die Schulspeisung ohne jede Einschränkung durchzu- führen. Da der Antrag bei der Rechten aus Widerspruch stieß, forderten di« Kommunisten, daß ihr Dringlichkeitsantrag vom 20. November betr. die Sicherfkellung der Ernähnrnz der Berliner Bevölkerung einem Ausschuß überwiesen würde, der während der Sitzung über den Antrag beraten solle. Dieser Antrag erlangte schließlich eine Mehrheit. Die von Koch lDnat.) angeschnittene Deckungssrage gab Herrn Richard K u n z e Gelegenheit, sich mit feinem„bisher immer abgelehnten" Vorschlage, das olle ehrliche Arbeit ausbeutende Ka- pital gehörig zur Deckung heranzuziehen, wieder einmal in empfch- lende Erinnerung zu bringen. Eine Maaistratsvorlage zur Aufhebung des Gcmeindebeschlustes von l&W über die Gewährung eines Geldgeschenks von S Talern zum SOjährigen Gesellcnjubiläum wurde angenommen, nachdem ein An. trag der Deutschnationalan, dieses Geschenk beizubehalten und fort- azr övW M. zu gewähren, mit 00 gegen 88 Stimmen gefallen war. Die Zlbänderung der Beherbergungssteuer wurde im wesentlichen noch den Auslchußoorsch'äqen angenommen. Die erste Struerswffel wurde gemäß einem Antrage der Sozialdemokraten umgestaltet. Ueber die Vorlagen wegen Gewährung einer weiteren Beihilfe von 150 000 M. an die Volkshochschule©tofj-Berlln für 1922 und wegen Entsendung von weiteren 0 Stadtverordneten in die Mitgliederversemmlung der Volkshochschule erstattet« den Ausschußbcricht Gen. Dr. L o h m a n n. In der Aussprach« ver- langte Merten, daß mit gleichem Maße gemesten werde, wenn es sich um die AufrechterbaNung der Bildung?- und Kunststätten handle, und fragte, warum für das Blüthner-Orchester nichts geschehe. Die Sprecher der Rechten plädierten für Ablehnung. Die Abstimmung wurde ausgesetzt. Eine eingehende Aussprack)« zeitigt» wiederum die Frage der Erhöhung und Staffelung der Schulaeldsähe für di« Schüler der städtischen höheren Lehr rnstalten und Mittel- schulen. Die neue Vorlage des Magistrats vom 5. Dezember geht da- hin, ab Neujahr 1923 das Schulgeld für die Vollanstalten auf 4000, für die Realschulen und Mädchci.mittelschulen auf 2400 M. zu erhöhen.(Auswärtige 20 Proz. Zuschlag.) G e st a f s e l t werden soll dergestalt, daß bei einem Einkommen unter 20 000 Mark der Schulbesuch für alle Kinder unentgelt-� l i ch ist, während bei einem Einkommen von 20 000 bis 40 000 M. für das erste Kind%, für das zweite 34, für das dritte 14 des Schulgeldes zu zahlen sind, bei 40 000 bis 60 000 M. für dos erste Kind voll, für das zweite 04, für das dritte 34 gezahlt werden soll: tn der vierten Staffel von 60 000 bis 80 000 M. sollen die ersten beiden Kinder voll, die nächsten drei ober?4,'A, 14 zahlen. Ueber 80 000 M Einkommen ioll das Schulgeld in voller Höhe getragen werden. Das Auslündcrschulgeld an V o l k s sich u l e n soll 3000 M. betragen. Die Festlegung der Schulgeldsätze soll � immer nur auf die Dauer eines Vierteljahres, vorbehaltlich weiterer- Erhöhung nach Ablauf dieser Frist erfolgen. Der Ausschuß hat die neue Staffelung abgelehnt und auf den früheren Vorschlag des Stadtv. Dr. Tropfke lD. Vp.) zurückgegrissen, auch das Schulgeld von 4000 auf 3600 M. herabgesetzt Gen. Kreuziger sprach sich gegen die rückständigen und unsozialen Ausschußvorschläze und für die Vorlage aus, auch für das Zugeständnis der 4000 M., sofern eine wirklich den sozialen Gesichtspunkten gerecht werdende Stafseluna beschlossen würde. In dieser Hinsicht treffe die Vorlage das Richtige. In der zweiten Staffel solle man aber die dritten Kinder frei lassen und in einer Einschließung den Magistrat ersuchen, in Grenzfällen beson- deres Entgegenkommen walten zu lasten Die Heranziehung der Ausländer mit 3000 M. Volksfchulgeld sei eine nicht zu billigende Härte: es sei doch nur im deutschen Interesse gelegen, diese Kinder mst deutscher Kultur vertraut zu machen. Mit besonderer Schärfe zog Merten(Dem.) geoen die Magistratsstaffel zu Felde, und fand dabei die verständnisvolle Zustimmung des Deutschnationalen H e r tz o g, während Dörr lKcmm.) der Vorlage als dem kleineren tlebel den Vorzug gab.— Nachdem noch Galle(Z.) und Richard Kunze gesprochen hatten, wobei letzterer den Magistrat auffordene, eine Statistik der„neuen Reichen" zu veranstalten, wurde in der Abstimmung der Antrag der Sozialdemokraten, betr. das Auslönderschulgsd, aboelehnt. Für die 4000 M. stimmte, da die Rechte die von den Sozialdemokraten gewollte Verkoppelung dieses Satzes mit der Magistratsstaffelung nicht zuließ, sondern ge- trennte Abstimmung verlangte, niemand: der ermäßigte Satz von 3,6 0 0 M. wurde dann mit großer Mehrheit genehmig t. Die von den Sozialdemokraten beantragte Entschließung fiel mit Stimmengleichheit(93 gegen 93). Mit einer von Galle(Z.) bean- tragten Ergänzung kam dann die Vorlage im ganzen zur Annahme. Die vorher ausgesetzte Abstimmung über die von der Ausschußmchr- heit empfohlene Bewilligung der 130 000 M. für die Volkshochschule ergab, da auch die Demokraten dagegen stimmten, die Ablehnung mit 94 gegen 92 Stimmen. Nack) diesen Abstimmungen war der Sitzung ein unvorhergesehenes vorzeitiges Ende beschieden. Schumacher verlangte zur Geschäftsordnung, daß nunmehr in die Beratung des kommunistischen Antrags betreffend die Ernäh- vungskatastrophe eingetreten würde. Der eingesetzt« Ausschuß Hab« zwar getoat, ober nicht zugelassen, daß die Vor'chläge der kommu- niskischcn Fraktion unter entscheidender Mitwirkung proletarischer Kontrollorgane durchgesprochen wurden. Die Ausschußmehrheit sei nicht bereit, den kommunistischen Anträgen genügende Beachtung zu schenken, di«. Nolla»e der arbeitenden Berölkerung sei ihr gleichgsi!- ich. Di« Kommunisten seien nicht gewillt, dies« Provokation still- schweigend hirziunehmen und so werbe er jetzt den Antrag Schwenk- Dörr begründen. Vorsteher-Slellvertreter Fabian: Der Ausschuß ist zusammen- getreten und hat sich konstituiert. Als Sachverständig« draußen- stehende Personen Hinzuziehen, wie die Kommunisten beantragten, hat er abgelehnt. Die Herren sind trotzdem hereingekommen und haben trotz gütlichen Zuredens des Vorsitzenden das Lokal nicht ver- lasten. Darauf hat der Vvrsttzende die Sitzung gechlosten. Nicht die Auschußmehrheit hat di« VcrhariMung gestört, sondern Herr Schumacher, der dies« Leute herrinbrachte. Nach.weiterem Wortgefecht zwischen dem Sladwerordnetenvor- steher und dem Stadtverordneten Schumacher wurde di« Sitzung unter unbeschreiblichem Tumult gegen 8 Uhr geschlossen. Feitungspreise im neuen Jahre. Die Zeitungen sind leider nicht in der Lage, ihren Lesern eine angenehme Neujahrsüberraschnng bereiten zu können. Im Laufe des Dezember hat die Teuerung abermals rapide Fortschritte gemacht, die sich bei der Festsetzung der Zeitungs- preise für Januar bemerkbor machen müssen. Zu Anfang des laufenden Monats fand jeder„Vorwärts"-Leser den monatlichen Abonnementsprers von 75v M. abenteuerlich hoch, ober— fast jeder zahlte ihn dennoch: der Abgang von Abonnenten blieb überraschend gering und wurde im Laufe des Monats zum Teil wieder wettgemacht. Was noch vor drei Wochen groß war, erscheint aber jetzt schon wieder klein, und„die gute alte Zeit", in der der„Dar- wärts"„nur" 730 M. kostete, liegt leider schon wieder weit hinter uns. Alle Berlage sind jetzt mit der Berechnung des neuen Abonneme-ntspreises beschäftigt, und jetzt schon kann ge- sagt werden, daß der Preis für ein zweimal erscheinendes Blatt im Januar an 2000— zweitausend!— Mark nahe herankommen wird. Die genaue Zahl, die der Verlag natürlich so niedrig wie möglich zu halten bemüht ist, werden wir noch rechtzeitig mitteilen. Trotzdem sind wir überzeugt, daß unsere Leser auch dies- mal das Zeitungsabonnement als lebensnotwendige Ausgabe in ihren Etat einkalkulieren werden. Und wer weiß, ob nicht auch diese Ausgabe noch vor Ablauf des Ja- nuar als n i e d r i g erscheinen wird I Der Januar muß ja— bei gewaltig erhöhten Brotpreisen— avch wieder neue Lohn- und Gehaltszulagen bringen. Wenn wir unsere Leser auffordern, ihrem Blait und damit d e r S a ch e, die es ver- tritt, treu zu bleiben, so ist das wahrhaftig keine Aufforderung zum„Leichtsinn". Niemand weiß heute, wie es weiter kommt und was er in vierzehn Tagen brauchen wird: das Notwendige muß aber doch herangeschafft werden, und zu diesem Not- wendigen gehört eben auch der alte Hausgenosse und Mit- kämpfer: der„V o r w ä r t s!". Der Irauenmorö in üer Wranaelstraße. Noch keine weitere Aufklärung. Das Kapitawerbrechen in der Wrangelstraße ist noch nicht weiter aufgeklärt. Die Mutter der Ermordeten Frau Hertel kehrte, wie erwartet, mst ihrer kleinen Enkelin aus Ost- preußen zurück und wurde gleich auf dem Bahnhof von Kriminal- beamten empfangen. Hier spielte sich, als die Frau von dem ge- waltsamen Tode ihrer Tochter erfuhr, e-ine herzergreifende Szene ab. Die Mutter kann nur bestätigen, daß ihre Tochter ein einwandfreies Leben geführt hat. Wegen Erkrankung konnte sie feit 14 Tagen nicht mehr arbeiten. Der Mörder ist von mehreren Personen gesehen worden. Er fiel namentlich durch seine großen Füße und die Inncnstcllung und dos Nachschleppen des rechten Fußes auf. Wie er in die Wohnung der Ermorheten gekommen ist, ließ sich nicht scststellcn. Es ist möglich, daß Frau Hertel ihren Mörder für einen Mann hielt, den ihr Flurnachbar Reichert erwartete, und ihn deshalb ahnungslos einließ. Geraubt hat der Mörder Kleidungsstücke und zwei Decken. Dazu kommen außer dem Rucksack noch ein Paar alte G u m m i z u g st i e f e l, ein schwarzer etwas ins grünliche schimmern- der Winterpaletot mit verdeckter Leiste und schwarzem gut er- '< haltcnen Samtkragen, ein grauschwarzer einreihiger und einfarbiger Sommerüberzieher mit verdeckter Leiste und zwei Bund Schlüssel. Der Mörder wird wahrscheinlich die geraubte Klei» dung anziehen. Aus seine Ergreifung ist für zweckdienliche Mit- teilungcn aus dem Publikum eine Belohnung von 10 000 M. ausgesetzt. Besonders wichtig sind Angaben darüber, wann und wo in der letzten Zeit Frau Hertel mit einem Manne zusammen gesehen worden ist und über die Person des beschriebenen Mörders. Alle Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt der Mordbereitschastsdienst, die Kriminalkommissare Tegtmeyer und Dr. Koch, im Zimmer 89.� des Polizeipräsidiums, Hausanruf 435 und 321, entgegen. 46] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Minule von vicki Baum. Faule Tage kommen, heiße: da gehe ich bergab zum Bach, bade, sitze dann lang am Ufer und höre zu: eine Ringelnatter fährt schlank über grüne Steine: es sprüht über Brombeeren und wilde Hopfcnranken: im stilleren, tiefgrünen Wasser stehen reglos die Forellen mit ihren silbernen Flanken. Ich sehe zwei Libellen zu— und darüber vergeht ein Tag. Ein Tag vergeht damit, eine Stadt aus Wolken zu bauen: sie wandern, wandern daher, türmen sich auf, Linien, Fahnen und wehende Standarten: am Nachmittag wird die Stadt grau, wie aus Schiefer: dann kommt ein Gewitter, brennt, brüllt, prasielt die Wolkenstadt nieder. Wunderbarer erster Atemzug im gebadeten Wald, während am fernsten Horiwnt ein Regenbogen steht! Sommernächte gibt es, da wird es gar nicht dunkel, kein Tier schläft, und der Mensch kommt aus seiner Hütte und schaut in den Flimmer der Milchstraße. Sterne, liebe Sterne. schickt eine Frau den kleinen Weg zu mir herauf, eine schöne Frau mit lebendigen, runden Nasenflügeln: ein Weib in dem Kleid, das wie eins blaue Flamme ist---- Erdbeerduit läuft mit den Windwellen von der Lichtung der durch die Nacht: die Haut blüht; es ist, als würde jede Pore sich öffnen wie eine Knospe: das Herz klopft dunkel in der Brust. Horchen Warten. Sehnsucht. Schön ist eine Sommernacht voll Sehnsucht, Linde. Isabell.... Ein Igel kommt breitbeinig angelatscht auf seinen dum- men Plattfüßen: er ist auf Liebesabenteuer aus die ganze Nacht. Inzwischen frißt er, maßlos, bedachtsam, verzehrt schmatzend und unschuldig,, was ihm vor das Rüsielchen kommt. Totes und Lebendes Surrende Kugeln, Maikäfer schießen zielbewußt durch die Luft, tief im Sommer: Frösche reden die ganze Nacht; der ganze Wald ist auf Abenteuer aus, liebt, kämpft, tötet die ganze Nacht Wie unschuldig ist Gottes Kreatur! Wie schuldig hat man uns Menschen gemacht. Linde! Es gab eine Zeit, da schrien alle Stimmen um mich: Mörder. Der Käfer, den ich zertrat, schrie es. Mein Leben schrie es mir zu in jeder Stunde: Mörder. Das ist nun lange vorbei. Allein mit mir habe ich das ewig? Muß jedes Wesens begristen. An einem Mittag, mitten im Sommer, wirft mein Ahorn das erste goldene Blatt herab. Die junge« Eichhörnchen sind ausgewachsen, sie necken mich und werfen junge, grüne Föhrenzapfen herab. Die Preißelbeeren reifen;.bald blüht das Heidekraut auf der Erdbeerlichtung. Eine winzige Spinne fegest auf langem Faden in den Himmel hinein. Der Herbst geht in einer Srurmnacht durch den Wald: ich sah ihn wohl, ein alter Mann in buntgeflicktem Mantel; er bricht Zweige und letzte Blumen. Die Ebereschen stehen ohne Bläster, und ihre glühroten Dolden warten auf den ersten Frost. Der Hirsch schreit nachts. Und wieder an einem Morgen ist die Welt aus Glas. In den nackten Zweigen kleben schwarze Klumpen: Krähen, die einen Familienzwist austragen, daß der ganze Klosterberg es hört. Wenn du den Weg zu mir heraufkommst, Linde, dann siehst du den blauen Rauch vom Kartoffelfeuer und abends den Kienschein aus meiner Hütte. Auch die graue Waldmaus erwartet dich, die meine Wintcrqenossin ist. mit ihren klugen Augen und dem empfind- samen Schwanzspitzchen. Kennst du mich noch, Linde? Kennst du den entsündigten Menschen, der in der Einsamkeit Gottes Atem vernommen hat?, Ueber weiße Schneetage hin rundet sich das Jahr. Jeder Zweig ist allein im Wald, jeder hat feine eigene Gestalt, nun die Btätterkleider gefallen sind und weißes Kristall sie über- wächst. Jeder Zweigschatten liegt blau und zierlich für sich allein im Schnee. Schon sind klein und zart die Keimknoten hingezeichnet von einem meisterhaften Maler. Die Welt ist schweigsam geworden, ganz in sich versunken, wie eine ge- segnete Frau. Die Tiere schlafen: ich schließe meine Hütte und schlafe im Laubbett wie sie. Meine Träume sind gut; ich träume wie ein Tier, einfache Dinge: Sonne, Warmsein, Sattsein. Auch eine Frau träume ich und ein Kind. Biele Kinder, die der Frau gleichen und meine Stirne haben und die stark und unschuldig sind. Aber an einem Tag, noch tief im Winter, riecht die Lust nach Veilchen. Das ist es noch nicht, nein. Aber wieder an einem Tag tropft es auf mein Schilf- dach, die Bäume lösen sich, sie werfen das Weiße ab und stehen nackt da, ohne zu frieren. Laßt sehen, ihr Bäume! Sie wiegen sich: die Luft bewegt sich nicht, doch die Bäume wiegen sich; es treibt Saft in ihnen aufwärts. Uebermorgen werden die Zweigspitzen klebrig glänzen. In einer Woche blüht die erste Anemone zwischen verfärbtem Laub vom Vorjahr. Der Bach tobt über seine Steine, viele Tage lang, verrückt vor Freiheit. Wenn er stiller geworden ist, hörst du den ersten Vogel singen. Die Saat auf meinem Acker grünt. Ich stehe abends lang vor meiner Hütte mit zufriedenen Händen. Frieden, Frieden über aller Welt. Dies ist der Wald. Dies ist die Einsamkeit. Run aber die Menschen vom Klosterberg! Es knackt durchs Unterholz: es kommt ein knotiger Stock vorauf gewandert und hinterher ein Mensch, der etwas ge- bückt geht, mit zu langen Armen, ein Wurzelwesen mit sehr hellen Augen tief im Kopf. Er wirft seinen Schatten auf meinen kleinen Acker und bleibt stehen. „Gesegnete Arbeit, Bruder Anselm!" „Dank dir, Bruder Namenlos! Ich sah dich lange nickt. Wie lebst du?" „Gut lebe ich.. Ich lebe gut, Bruder." „Wohin die Wanderschaft?" „Hinauf zum Kloster. Mein Feuer ist ausgegangen beim großen Nachtregen. Der Schwarze muß mir neues Feuer geben." Der Schwarze ist unser aller Freund am Klosterberg. Es ist ein Riefe, der am Gipfel haust in dem alten Klosterbau. Egidius hat ihn zum Vogt über uns gesetzt: er ist gut. stark und streng, denn er hat im früheren Leben schwere Schuld getan. „Nimm dir einen Span von meinem Feuer, Bruder Namenlos, und raste bei mir." „Ein hübsches Dach hast du dir gebaut in den letzten zwei Jahren", sagt er und bewundert mein Werk. Ich werde warm vor Stolz. Ich prahle ein wenig. Namenlos schaut mich mit seinen beruhigten hellen Augen an und fragt leise:„Hast dtr das Bergwerk vergessen?" „Ich weiß nicht, von welchem Bergwerk du sprichst. Bruder. Ich habe vieles vergessen aus meinem Leben." „Auch ich", sagt Namenlos; dann schweigen wir ein wenig in den Wald hinein. � Namenlos läßt seine Augen wandern und fragt mich: „Glaubst du vielleicht, daß ich Vögel mit Ruten fange und brate?" „Nein, das glaube ich nicht." „Oder glaubst du vielleicht, daß ich Vogeleier ausnehme und esse?" „Nein, auch dies glaube ich nicht." Namenlos legt zu- frieden die Hände um seinen Knotenstock und schüttelt den Kopf:«ick tue es nicht, Bruder", sagt er. Dann beginnt er zu lachen und d-ts sieht wunderlich aus in seinem entwöhnten Gesicht.„Glaubst du, daß man einen jungen Fuchs im Schnee finden kann und ihn pflegen und zähmen, bis er treu ist wie ein Hund?" fragt er. (Fortsetzung folgt.) Der Topf der Not. Die neuen Fernsprechgebühren. Rrieg ben Aufschub der Reparaturen ergwang und diese nach dem Kriege mit ungeheuren Kosten nachgeholt Im Esplanade ist Fünfuhrtee! Auf filbernen Platten, von werben müssen. Gegenüber den jetzt sehr bedeutenden Umfagbeträgen der meisten balancierenden Kellnerhänden getragen, schwirren die Mokka- und Teefännchen durch die Luft; auf feinen Porzellanen lächeln herab- Markthallenhändler fallen die Standmietenerhöhungen bei weitem laffend und vornehm wie die Snobs und Modeweibchen, die bei nicht so ins Gewicht wie die hohen Eisenbahnfrachten. einem Liför von Ruf ihre gepflegten Fingernägel beäugen, Törtchen Eine dringliche Eingabe des Magistrats hat den Reichsverkehrs- Hauptanschlusses( ohne Gesprächsgebühren) vom 1. Januar 1923 an und Torten; wie ein Monotelblid, überlegen und selbstbewußt, minifter auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Frachten der wich funkeln die filbernen Kuchengabeln in das Flirren der Lampen und tigsten Nahrungsmittel wirksamer zu ermäßigen, damit wenigstens Lämpchen. Im Esplanade ist Fünfuhrtee! Und die Tausende fliegen bei den Massennahrungsmitteln die Preise nicht eine unerträgliche elegant auf die Tische; und die Snobs lächeln bezahlenderweise Höhe erreichen. gleichgültig dazu und flopfen nachlässig die Asche von ihrer 50- Marke Bigarette auf die echten Berserteppiche. Sie haben es ja, und was follen sie sonst damit anfangen, mit diesen Fezzen, auf denen 1000 Mart" steht! Was geht sie die Welt an, die draußen ftöhnt! Wie unästhetisch für sie: an den armen Leuten flebt ja modriger, muffiger Geruch, wie nach Schweiß, alten Kleidern, Armeleuteküche. Draußen, am Potsdamer Plaz, steht ein Dreiangel: in der Mitte hängt ein Topf, fo ein richtiger Emailletochtopf, mit einem Drahte geflecht über der Deffnung; im Geflecht ein langer Schlig, fo wie in Sparbüchsen und Sammelfästen; unten ein Schild: Haltet den Zopf am Rochen!"" Gebt für die Aermsten Berlins; spendet für ihr Weihnachten!" Ueber allem die Fahne der Heilsarmee; daneben ein Heilsarmeejolbat, den Hallelujablid in ben himmlisch- wasserblauen Augen; das Hallelujalächeln um den blassen und schmalen Mund. Dem gegen die Standmietenerhöhung angekündigten Händler streit darf, wenn es überhaupt dazu fommen follte, mit geringerer Sorge entgegengesehen werden. Er fönnte für einige Zeit die zu fuhr hauptsächlich von Rohl und Kohlrüben vermindern, aber da wäre Erfah durch andere Nahrungsmittel möglich. Freuen würden sich über eine Betriebseinstellung der Markthallen die Inhaber von Laden standinhaber wahrscheinlich gefchäften. Urgroßmutter als Verteidiger. Bater fann Weihnachten feiern. Den herzbewegenden Borten einer 76jährigen Urgroßmutier hatte es ein Angeklagter zu verdanten, daß er gestern vor dem Schöffengericht milde Richter fand. Die Berhandlung entrollte eine sehr traurige Sittengeschichte. Ein Ortsgespräch 15 und 30 Mart. Die Fernsprechgebühren sind durch die Berordnung vom 7. De zember 1922 neu festgesetzt worden. Danach beträgt die Jahresa Grundgebühr für die Ueberlassung und Unterhaltung eines in Drisneßen mit nicht mehr als 50 Hauptanschlüssen 11 400 m. Die Höchstgebühr ist in Orten von 150 000 bis 200 000 Drtsanschlüssen wie z. B. in Berlin zu zahlen. Sie beträgt 22 800 m. Die Gebühr für ein Ortsgespräch beträgt vom 1. Januar 1923 an von einer Teilnehmerstelle aus 15 Mart. Für die Benußung der Fernleitungen ist vom 1. Januar 1923 an zu zahlen: für ein Gespräch von nicht mehr als drei Minuten Dauer bei einer Entfernung bis zu 5 Kilometern einschließlich 15 m., von mehr als 5 bis 15 Kilometern einschließlich 45 m., von mehr als 15 bis 25 Kilometern einschließlich 90 m., von mehr als 25 bis 50 Kilometern einschließlich 150 m., von mehr als 50 bis 100 Kilometern einschließlich 210 m., über 100 Rilometer für jebe angefangenen weiteren 100 Kilometer 90 m. mehr. Bei öffentlichen Sprechstellen beträgt vom 1. Januar 1923 an die Gebühr für ein Gespräch von nicht mehr als drei Minuten Dauer im Orts. verfehr und im Fernverkehr auf Entfernungen von nicht mehr als fünf Rilometern 30 Mart. Einen Vorteil erlangen die Teil nehmer durch die neue Bestimmung, daß eine Mindestgebühr für monatlich 40 Drisgefpräche nicht mehr erhoben wird. Wer seinen Anschluß aus Anlaß der Gebührenänderung nicht be. halten will, fann ihn bis zum 28. Dezember 1922 auf den 31. De. 3ember 1922 fündigen. Auch im Adlon ist Fünfuhrtee! Auch im Bristol! Und im Raiserhof, nicht zu vergessen! Und dann im Westen, wo sie sogar Der Angeklagte mar längere Zeit im Felbe gewesen und hatte, zum Tee tanzen und fichernd Erotik in das Geigengewimmer hinein wie er vor Gericht ausfagte, hier bas„ Saufen" gelernt. Nach Be feufzen! Ueberall dieselbe Mischung: die Herren wie aus den endigung des Strieges habe er, wie so viele, das traurige Schicksal Den Schedfchwindel im Großen betrieb ein Raufmann Willi Juustrationen der„ Dame" entstiegen, die Damen wie Indianer der arbeitslosen Kriegsbeschädigten teilen müssen und oft nicht ge- Unruh, der jetzt von der Kriminalpolizei in München unschädlich weibchen in phantastischen Fellen und Mokassins und bunten Federn wußt, wie er den Hunger feiner beiden Kinder stillen könnte. Hin- gemacht wurde. Der Schwindler, der gern als Freiherr ober und glitzerndem Tand! Ueberall girrende Mufit und das Lachen in der Luft:„ Was kostet die Welt!"; ringsum die gedachte Bru- zugefommen sei, daß seine Frau erkrankte, so daß er schließ- Baron von Unruh auftrat, pflegte Gesellschaften zu talität:„ Was fönnen wir dafür, daß es den anderen schlecht geht!", lich nicht mehr aus und ein gewußt habe. Endlich war es ihm ge- grünben, die nur darauf berechnet waren, Bankgeschäften und die Philosophie:„ Wie kann man bei Kuchen und Konfeft verslungen, eine Stellung als Hausbiener in einem großen Delikatessen Geldleuten bedeutende Mittel abzulocken. Besonders gab er Schecks hungern?!? Die bummen Armen! Dann sollen sie doch Kuchen unb appetitlich aussehenden Schlackwürfte täglich habe verpacken 50 000 Dollar lauteten, erwiesen sich als von Anfang bis zu hungern?!? Die Dummen Armen! Dann sollen sie doch Kuchen geschäft zu erlangen. Als er hier die goldig glänzenden Spicbrüfte auf amerikanische Banken. Alle Sched's, bie über 1000 bis' effen, wenn fie fein Brot haben!" müffen, set ihm plöglich der Gedante an feine hungernden Kinder Ende gefälscht und ungedeckt. Der Echwindler machte sie entweder gekommen. Er habe unüberlegt sich einen großen Korb mit ganz zu Geld oder ließ sich bedeutende Borschüsse darauf geben. Delikatessen, weinen und Likören zusammengepact So erbeutete er ungeheure Beträge. Die Dienfistelle B. II. 1. und fei damit nach Geschäftsschluß nach Hause gegangen. In der im Berliner Bolizeipräsidium beschäftigt sich mit der Angelegenheit Berhandlung trat bie Urgroßmutter feiner Rinder als fein und nimmt Mitteilungen über bie Betrügereien des Berhafteten Berteidiger auf und erzählte weinend, wie ihr Enkelfind, das entgegen. Bädereiarbeit zu Weihnachten und Neujahr. Der Minister für früher stets für fie und alle Angehörigen geforgt habe, erst durch ben Krieg perroht sei und sich dem Trunt ergeben habe.„ Karl ist kein schlechter Mensch, bloß der verdammte Suff, wenn er an den Handel und Gewerbe hat sich, wie der Amtliche Preußische Pressetommt, dann ist es mit ihm vorbei," so erklärte die Greifin. Als der dienst mitteilt, nach Ridsprache mit den Vertretern der Arbeitgeber Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten mit Rücksicht auf und Arbeitnehmer des Bäcker- und Konditorgewerbes damit einden hohen Wert der gestohlenen Waren beantragte, trat die alte berstanden erklärt, daß zur Sicherstellung der Brotversorgung der Frau vor den Richtertisch und erklärte: Herr Gerichtshof, laffen Sie Bevölkerung nicht der 2. Feiertag, sondern der Sonntag bor meinen Karlemann wieder raus, damit er wenigstens vor Weih- Weihnachten( 24. Dezember) und außerdem der Sonntag vor nachten noch ein paar Mart verdienen fann. Ich glaube, der hat für Menjahr( Silvester) für die Arbeit in den Bäckereien und Kondito immer genug, der stiehlt auch nicht mehr. Ich glaube, der fäuft auch reien freigegeben wird. Die Beschäftigung des einzelnen nicht mehr. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe Arbeiters dars jedoch an diesen Tagen nicht länger als 8 Stunden Don 4 Wochen, billigte dem Angeklagten jedoch eine Bewäh- bauern und nicht über 4 Uhr nachmittags ausgedehnt werden. rungsfrist und hob den gegen ihn erlassenen Haftbefehl auf. Und überall die Dreiangel: Haltet den Topf am Rochen!" Jetzt fahren die Fünfuhrtee- Helden und-Heldinnen in ihren Autos durch die Straßen; aber kein Auto hält, feiner steigt aus, um den Topf mit einem Tausender fochendheiß zu feuern! Wie fame man auch dazu! Man fände bas banal und überspannt; und außerdem: es sind ja so viele, die mit Scheinen und Scheinchen den Topf im Rochen halten: alle die Fußgänger, die sich fein Auto leisten fönnen, alle die Einfachen, die noch nie einen Fünfuhrbee erlebt haben, alle die Armen, die für die Aermften das Feuer unter dem Topf schüren! Ueberall schreit das Schld: Haltet den Topf am Kochen!" So foll es fein! Haltet ihn am Kochen: den Topf, in dem die Erkenntnis brodelt für euch Erniedrigte und Beleidigte, die Erkenntnis, daß euch niemand anders hilft als ihr selbst, fein Stöhnen und fein Halleluja, nur: ihr felbft! Um die Markthallenstandmiete. Die Standinhaber drohen mit Streit. In den Markthallen stoßen die sich wiederholenden Erhöhungen ber Standmieten bei den Händlern auf wachsenden Widerstand. Schon vor mehreren Wochen veranstalteten die Händler am Rathaus eine Demonstration, bei der sie die Standmietenfteigerungen als übermäßig hoch hinstellten. Gegen die neueste Steigerung drohen feht die Obst- und Gemüsehändler mit Streit zum 1. Ja nuar, wenn nicht bis dahin ihrem Berlangen nach Mieteermäßigung entsprochen wird. Hierzu erfahren wir an sufiändiger Stelle, daß die durch an dauernde Mehrung der Marfthalten unfosten not wendig geworbenen Standmietesteigerungen, die zur Dedung des für 1. April bis Mitte Dezember schon 35 Millionen Mart betragenden Defigits noch nicht mal ausreichen, hinter der Geldentwertung und der allgemeinen Breis ftet. gerung weit zurückbleiben. Keine weiteren Kohlenferien. Der Krawall vor dem Zirfus Busch, der sich am 15. Oftober b. J. ereignete, hatte auf Beranlassung des Staatsanwaltes zur Einleitung eines Strafperfahrens wegen Landfriedensbruches geführt. Zwei derartige Verhandlungen sollten bor der 9. Straf Ein Erlaß bes Rultusminifteriums an die nachgeordneten Betammer des Landgerichts I aur Aburteilung fommen. Das Gericht hörden beschäftigt sich mit der an verschiedenen Orten hervorgetrete hielt es nad längerer Beratung für notwendig, noch weitere Be nen Abficht, aus Sparfamteitsrücksichten den Weihnachtsferien noch weiserhebungen anzustellen und fam zu einer Bertagung. Kohlenferien von beträchtlicher Dauer anzufügen. Nachdem das Ministerium durch Erlaß vom 18. November mit Rücksicht auf die Rnappheit und Teuerung der Heizstoffe eine Berlängerung der Beih nachtsferien um fünf Tage angeordnet hat, kann, wie der Amtliche Preußische Pressedienst erfährt, Anträgen auf weitere Ber längerung der Weihnachtsferien nicht entsprochen werden. Das Tagebüs einer Hausfrau 21. Dezember. Wenn man beim Reinemachen ist, wird man überhaupt nicht fertig. Wenn mein Mann abends nach Hause fommt, fragt er immer ganz erstaunt, was ich denn eigentlich den ganzen Tag über gemacht hätte. Es ist mein stiffer Aerger, daß er nicht von der Mühe, die Hausarbeit macht, zu überzeugen ist. Ich bin heute etwas bescheidener mit dem Geldausgeben gewesen, trotzdem es zu Mittag Beefsteat gab. 9ther schließlich hört sich das großartig an, denn Pfund Fleisch für 5 Personen ist ja nicht allzuviel. Stadtrat Busch als Vorsitzender des Markthallenausschusses und Markthallendirektor Morawski teilen uns mit, daß vom 1. August 1914 bis zum 1. Dezember 1922 die Mieten je Quadrat meter und Tag gestiegen sind, bei den Ständen für Fleisch, Wild, Geflügel von 45 Bf. auf 40 m., für Süßwasserfische von 35 Pf. auf 30 M., für Seefische von 25 Pf. auf 26 M., für Obst, Gemüse, Eier non 25 Pf. auf 26 M. Stände für Butter, Fett, Käse sind aus der damals billigsten Gruppe in die teuerste gerückt, so daß hier die Miete von 25 f. auf 40. gestiegen ist. Bom 1. Januar ab sollen die Dezemberfäge weiter um 100 Proz. erhöht werden, wozu in den Zentralmarkthallen noch ein Sonderzuschlag von 30 Pro3.( aber nicht für Stände der Gemüseproduzenten) tommt, der durch ihre den Händlern günstige Lage und durch Ersparung bedeutender Transportfoften reiflich aufgewogen wird. Bom 1. August 1914 bis 1. Ja nuar 1923 steigt demnach die Miete je Quadratmeter und Tag 3. B. bei Obst und Gemüse von 25 Bf. auf 52 m., d. h. auf das 208fache ( in den Zentralhallen auf etwa 60 M., das 272fache), bei Fleisch usw. Don 45 Bf. auf 80 m., b. h. auf das 179fache( in den Zentralhallen. Ich laufte heute: wie jede 104 m., das 231fache). Demgegenüber sind gestiegen Hausfrau weiß, weil sie es täglich an ihrem Geldbeutel spürt die Preise z. B. für Gemüse auf das 400 face, 500 fache und mehr, für Fleisch auf das 600-1000fae, für Butter und Eier auf das 1200 fa che, für Schmals auf das 4000fache und mehr. Bären die Standmieten den allgemeinen Leuerungsverhältnissen regelmäßig angepaßt werden, fo hätten sie, wie uns an zuständiger Stelle gefagt wird, schon viel früher die heutige Höhe erreicht und heute ständen fie auf einer noch viel bebeuten deren Höhe. Eine raschere Anpassung der Standmieten wäre nötig gewesen zur Dedung aller Ausgabenerfordernisse des Markthallen betriebes, deren gewaltige Mehrung fich nicht nur aus der allgemeinen Breissteigerung, sondern auch daraus erklärt, daß der Liter Mil 1 Bfd. gebadtes Fleisch. Malzlaffee 1 • 142,500. 300, 265.Summa . → 707,50 97. In diefem Monat babe ich bis heute 35 656,90 W. auegegeben. Infer Vater hat ein Bäumchen mitgebracht. Klein, aber niedlich Er sagte, daß er bald gar feinen Die Freude ist groß darüber. Aber er wollte den getauft hätte, da die Preise zu hoch feien. Rindern nicht die Freude verderben. Nun müssen wir noch Lichte Lametta, Bus und anderer Schmuck ist noch von früher besorgen. da. Die Kinder freuen sich auf das Fest und schließlich werden auch wir Großen noch von ihrer Freude angesteckt trop aller Rot. Ein neues Varieté am Aleganderblah. Am 1. Beihnachtsfeiertag eröffnet Direttor Beter Sachse im Lehrervereinshaus am Alexanderplatz ein neues Rabarettbarieté, das den Namen Hansa- Barieté tragen wird. P Ein Dampfer im Mittelmeer gesunken. Der Dampfer, Sestri", der bon Genua nach Neapel aus gelaufen war, scheint verloren zu sein. Die lezte Botschaft von biefem Dampfer war ein drahtloser Hilferuf, den der Dampfer Porto di Sabona" auffing. Als die Porto di Sabona" an der bezeichneten Stelle anlam, war von der„ Sefiri" nichts mehr au sehen. Baffagiere und Mannschaften, etwa 100 Perfonen, scheinen ertrunten zu sein. Die Sestri" war ein 5869 Tonnen großer Dampfer, der vor vier Jahren gebaut worden war. Ueberfall auf einen Eisenbahnzug in 3rland. Wie aus Dublin gemeldet wird, ist ein Schnellzug Belfast- Dublin vergangene Nacht unterwegs von bewaffneten Männern angehalten und in Brand gesteckt worden. Ein aus Dublin kommender Güterzug stieß mit dem brennenden Zuge zusammen. Nördlich von Dembracht. bale wurde ein weiterer Güterzug zum Entgleisen geAuch noch ein Germanisches Museum. In einem Thüringer Städtchen fursiert folgende reizende Geschichte: Der Direttor bes Germanischen Museums in Nürnberg berührte die Stadt, dabei erinnerte er sich, daß in S. eine Sehenswürdigkeit aus der Wendenzeit aufbewahrt werde. Deshalb ging er zum Bürgermeister, um sich die Erlaubnis zur Besichtigung zu holen. Er fraf den wortfargen Ortsgewaltigen zu Hause und stellte fich vor:„ Ich bin der Direktor des Germanischen Museums und wollte bitten... Der Bürgermeister ließ ihn nicht erst ausreden: Wird nich jenähmigt!" erflärte er. Der Direttor war sprachlos und ver suchte einzuwenden: Ja, aber erlauben Sie mal..." Darob der Hüter der Stadtordnung:„ Ich erloobe jar nischt! Bird nich je= nähmigt und damit Punttum. Bor 14 Tagen' ne Menagerie, vorige Woche en Panoptikum, diese Woche' n Raruffell und nun noch en Germanisches Museum? Wird nich je nähmigt!" und ließ den verblüfften Direktor stehen. Eine MARKE SALAM ANDER LAMAND Weihnachtsfreude! Der gute Salamander Stiefel Groß- Berliner Parteinachrichten. 131. Abt. Rieberschönhansen. 8 Uhr bei Rubasch, Uhland-, Ede Trescowftraße, wichtige Funktionärtonferenz. müssen aber sämtliche restierenden Beiträge einholen. Heute abend, pünktlich 6 Uhr: Wichtige Sigung des Be- 42. Abt. Die Zahlabende fallen in diesem Monat aus. zirtsvorstandes und der Preßkommission im Konferenziaal des Parteivorstandes, Lindenstr. 3, 1. Hof Aufgang II, 4 Treppen. Die Mitglieder der Preßkommission sind eingeladen. Die zu 5 Uhr anberaumte Sitzung findet nach der Beratung mit dem BeBezirkssekretariat. zirksvorstand statt. 4. Areis. Brenzlauer Berg. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Sonn abend, den 23, Dezember, abends 6 Uhr, Weihnachtsfeier in der Schulaula Greifenhagener Str. 58. 14. Rreis. Die Genossen veranstalten am Mittwoch, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), in dem als Alpenlandschaft dekorierten großen Gaal ber Neuen Welt" einen Familienabend. Bon der Arbeiterjugend und dem Arbeiter- Rinderchor Neukölln gelangen Boltstänze und Märchen zur Aufführung. Als Abschluß findet geselliges Beifammensein und Tanz statt. Jugendveranstaltungen. Arbeitersport. Städtewettkampi Nordwest- Berlin gegen Halle a. b. S. Am Montag, den Die Bezirksführer 25. Dezember( 1. Feiertag), findet im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefiir. 24, großer Gaal, ein Städtewettkampf im Ringen zwischen Halle a. d. S. und Nordwest- Berlin ftatt. Ein 8weifampf im Seben zwischen dem Rekordstemmer Rich. Pugmann und dem Sieger beim Arbeiter- Sportfest in Leipzig beenden das Sportprogramm. Anfang 4 Uhr nachmittags. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute, Freitag, den 22. Dezember: Moabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenferstr. 21, Bortrag: Großstabtjugend". Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Frankenstr. 10, Bortrag: Weihnachten". Steglig. Jugendheim Albrechtstr. 46, Vortrag: Was ist Kultur?". Eintrittskarten 25 M. einschl. Steuer in den Vorwärtsspeditionen und an Vorträge, Vereine und Versammlungen. der Abendkaffe. Anfang 6 Uhr. Heute, Freitag, den 22. Dezember: Mieterverband bes 14. Berwaltungsbezirks. Am Freitag, den 22. d. M., abends 7 Uhr, findet in der Schulaula bes Raiser- Friedrich- Realgymnasiums 11. t. 7 Uhr bei Kaifer, Gozkowskyftr. 84, Funktionärkonferens. Die Reutöln, Raifer- Friedrich- Str. 233, eine Mieterausschußigung der 3., 4. und Borstandsmitglieder erscheinen eine halbe Stunde früher. 5. Abteilung statt. Tagesordnung: Die Auswirkung des AMG. auf unsere Mietzahlung. Der Gemischte Chor Norden( Mitglied d. D. A.-G.-B., Gau Berlin) ver anstaltet am Montag, den 25. b. M., nachmittags 4 Uhr, in der Hochschulbrauerei, Geeftraße, ein Konzert, bestehend aus Gesang, Rezitation und Bieber zur Laute. Rad) bem Ronzert Ball. Morgen, Sonnabend, den 23. Dezember: 109. Abt. Friedrichshagen. Pünktlich 7½ Uhr Weihnachtsfeier im Brauerei Ausschant. Gäste und Mitglieder mit ihren Familien haben freien Eintritt. Weihnachten 24 DEZEMBER steht vor der Tür! Die gute MASSARY Zigarette URTEILEN SIE SELBST! MARGRAF Juweliere Freie, Schwimmer Norden. Gegr. 1893. Am Mittwoch, den 27., abends 47 Uhr, Weihnachtsfeier bei Feibet, Rolberger Straße. Eltern der Schüler und Schülerinnen als Gäste willfommen. Sonntag, den 7. Januar, nachmittags 3 Uhr, Generalversammlung im Vereinslokal Gerichtstr. 71. Wichtige Tagesordnung. Neuwahl des Borstandes usw. Vollzähliges Erscheinen unbebingt erforderlich. Briefkasten der Redaktion. 1. Sof part. links. vor. Schriftftüde und Verträge find mitzubringen. Briefliche Austunft wird nicht ertetit. Jeder für den Briefaften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 6. St. 46. Auskunft über die drei Fragen erhalten Sie beim SutarbeiterRe. 55. Gemeinnütige verband, Engelufer 24-25, Aufgang B, 2 Treppen. Gesellschaft Saustat", Schöneberg, Sachfendamm 44. Wetter bis Sonnabend mittag. Mild, zeitweise auftlarend, jedoch überwiegend trübe, im Besten und Nordwesten ergiebige, in Südost gertuge Regenfälle bei frischen füdivestlichen Winden. & Co. Berlin, Unter den Linden 21 Kanonierstr. 9 Tauentzienstr. 18a Juwelen- Perlen * Reichhaltiges Silberlager Good Besondere Ankaufs- Abteilung oood Inserate im Vorwärts verbürgen Erfolg! Möbelfabrik Rob. Seelisch Berlin 0 112, Rigaer Str. 71-73 a, 5 Min. vom Bhf. Frankfurter Allee empfiehlt zu bekannt billig. Preisen bei sollder Ausführ. Gegründet 1876 Komplette Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer einfachen und besseren Genres Küchen farbig und naturlastert Fugenlose in allen Preislagen. Zur Verlobung rauringe billiger Duk.- Gold 900 gest., 6 Gramm schwer St. 35 000 M., einfache Trauringe, gest., von 2000 M. an. Prelse fest nur am Tage des Erscheinens! Fast alle Preislagen am Lager. Namen u. Etui umsonst. Umarbeitungen und Anfertigungen von Trauringen bei Goldzugabe in 24 Stunden. Garantieschein für gesetzl. Goldgehalt! 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Bestellungen nach außerhalb bitte ich rechtzeitig vornehmen zu wollen, damit bei der Fülle der Bestellungen keine Verzögerung eintritt. Sonntag, 24. Dezember, von 1-5 Uhr geöffnet. Theater, Lichtspiele usw. 0000000000 6pernhaus Volksbühne 71 Uhr 7 Uhr: Der Barbier v. Bagdad Mein Leopold Schauspielhaus Lessing- Th. 72 Unr Hidalla 74 Uhr: Königin Christine Deutsch. Theat. Sonnab. 7: Der 7½ U: Trommeln Biberpelz in der Nacht Sonntag geschloss Sbd. 7 U: Hamlet Mont. u Dienst. 7/ ( Alexander Moissi) Königin Christine Mittwoch 7 Dér Kammerspiele Biberpelz 8 Uhr Das Glas Deut. Künstler- Th. Wasser Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 72) allabendlich die große internationale Revue Europa spricht davon In 25 Bildern Auftreten Mr. Alfr. Jacksen v. AlhambraTheater, London, mit seinen engl. Girls Balzer- Lichtenstein, Max Landa, Bruno Kas ner, Arnold Rieck, Alb Kutzner, Erna Alberty, Mizzi Metelka, Rosa Felsegg, Pauly, Reval, Bartels, Walters. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Sbd. 7 U z. 1. 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Die Vorschriften der§§ 2 und 7 find mit dem 11 Dezember 1922 in Kraft getreten, während die übrigen Aenderungen laut Borstands- und Ausschußbeschluß und Vorstellung zu balb. Die Todes- Berständigung mit dem OberversicherungsKassenpreisen mit teilw. neuem Progr. Abendvorstelig wie gewöhnl. um 7% U. UFA PALAST A. ZOO Casino- Theater Der falsche Dimitry) TAUENTZIENPAL. FRIEDRICHSTRASSE Phantom KURFURSTENDAMM Hallo, mein Jange( Chaplin als Pseudo- Graf MOZARISAAL Cha lin- Woche VOLLENDORF PLATZ Tabea, stehe ant KAMMER- 1ACHTSP. Der Rhein ALEXANDERPLATZ Am Rande der Großstadt WEINBERGSWEG Das Walsenkind SCHÖNE BERG HASENHEIDE Der blinde Passagier Der neue Schlager! 8 Uhr: Mullers Prinzeßchen Urania Theater 8 Uhr: Geheimnisse im Schlangenreich Kl. Saal 4 u. 6 U. Hase u. Swinegel. Aschenbrödel HIND BRIEN VarietéSpielplan Rauchen gestattet! Reichshallen- Th. 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