Nr. 607 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 300 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luremburg 1250 M., für das übrige Ausland 1750 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage., Bolt und Zeit". der Unter. haltungsbeilage..Seimmelt" und der Beilage,.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin" Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 40 Mark Anzeigenpret8:. Die einspaltige Nonpareillegefte toftet 250 M. Reklamezeile 1250 9. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 75 M.( zulässig swet fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 50 M. Stellengefuche und Schläf. Stellenanzeigen das erfte Bort 40 M., jedes weitere Wort 80 9. 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Nun ist noch einer dazu gekommen Generaloberst v. Mostte: Erinnerungen, Briefe, Dokumente", herausgegeben von Eliza v. Moltke im Verlag„ Der tommende Tag", Stuttgart. " Armee tommt nicht vorwärts. Ich sehe es kommen, daß sie| Moltkes Wiederfehr ins Amt bemüht) als Sturmbod gegen Am 14. Januar schreibt Moltke geworfen wird." 3. September: Mit den Desterreichern geht Falkenhayn eingesetzt. es schlecht." Der 9. September bringt dann diesen schicksals- an ihn: Ich weiß, wie schwer Ihrem tönigstreuen Herzen fchweren Brief: Es geht schlecht. Die Kämpfe im Osten von Paris werden zu| es geworden ist, den Gedanken, den Sie über General v. Falkenhayn unseren ungunst en ausfallen. Die eine unserer Armeen muß haben und Ihr Urteil über ihn in die Tat Ihres Schreibens an zurüdgehen, die anderen werden folgen müssen. Der so hoff- Se. Majestät den Kalfer umzuseßen. Gott gebe, daß Ihr Bornungsvoll begonnene Anfang des Krieges wird in das Gegenteil gehen Erfolg habe. Dieser Mann stürzt uns alle, Thron und Vaterumschlagen. Ich muß das, was geschieht, tragen, und werde mit land ins Berderben. meinem Lande stehen oder fallen. Wir müssen erstiden in dem Kampf gegen Oft und Weft. Wie anders war es, als wir vor wenigen Wochen den Feldzug so glanzvoll eröffneten die bittere Enttäuschung tommt jegt nach. Und wie werden wir zu zahlen haben für alles, was zerstört ist. Der Feldzug ist ja nicht verloren, ebensowenig wie er es bisher für die Franzosen war, aber der französische Elan, der auf dem Punkt stand, zu erlöschen, wird mächtig aufflammen, und ich fürchte, unser Bolt in feinem Siegestaumel wird das Unglüd faum ertragen tönnen. Wie schwer dies mir wird, fann niemand besser ermessen als Du, die Du ganz in meiner Seele lebst. Am 27. September geht es so weiter:„ Wir brauchen einen Erfolg an irgendeiner Stelle, und er tommt und fommt nicht." 24. Oftober:" Es ist, als ob uns nichts mehr glücken sollte." 26. Oftober:" Der Feldzug quält sich hin wie ein ftagnierenber Sumpf." 28. Oktober: Diese öster reichische Niederlage ist der schwerste Schlag, den wir erleiden konnten." Das Bolf las inzwischen die offiziellen Kriegsberichte und hängte Fahnen heraus. Moltke aber wurde abgefeßt, Falten hann fam an feine Stelle, und damit beginnt ein neuer Abschnitt des Kriegs nämlich der Krieg Molttes gegen Falkenhayn. " Es folgt nun der Sturmangriff vom 17. Januar 1915. Brief Molties an Seine Majestät:„ Als ältefter, treueſter Diener Em. Majestät muß ich" usw. Und nun geht es los. Falkenhayn fei ganz ungeeignet; er treibe eine Strategie der verpaßten Gelegenheiten, darauf sei der schmere Mißerfolg an der fer zurückzuführen. Falkenhayn habe so menig Vertrauen in der Armee, daß unter seiner Leitung keine weiteren Operationen unternommen werden dürften. Moltke, der Neffe, war vom September 1905 bis einige Tage nach der Marneschlacht als Schlieffens Nachfolger Generalstabschef der Armee. Er übernimmt das Amt mit schweren Sorgen, denn mit der Erziehung der Armee liegt es im argen. Es graut mich, wenn ich all diesen Unfug mit anfehe." Die Uniformen merden immer glänzender, ein Gewirr von Schnüren hindert die Handhabung des Gewehrs, lebungen werden zu Paradestücken, bekorativ ist die Am 29. Januar schüttet er dann Lubendorff sein Losung des Tages und hinter all diesem Firlefanz grinst das Gorgonenhaupt des Krieges". Der Raiser führt KriegsHerz aus. Er selbst sei ausgeschaltet, mit Füßen getreten, verleumdet". Kein Mensch, weder der Kaiser noch sonst jeSpiele und Manöver, wobei„ Se. Majestät immer fiegen muß", die unwahrscheinlichsten Schlachten werden geschlagen und ge= mand, frage noch nach ihm. Und min welcher Zustand. In wonnen, das Bertrauen der Offiziere zu ihrem Allerhöchsten fre velhafter eise find die Hilfsquellen des Kriegsherrn ist aufs tiefste erschüttert.( 1905!) Moltte hat Landes vergeudet.... Das ist teine Rriegden Mut, dem Kaiser das alles ins Gesicht zu sagen; er wird führung mehr, das ist ein vollständiges Fiasto." Das Bolt las inzwischen immer noch die offitroßdem Generalstabschef.( Aber wird es nun beffer?) Dann fommt der Krieg. Moltke hat den Schlieffen ziellen Kriegsberichte und hängte schwarzweißrote Fahnen aus. Nach Falkenhayn fam Ludendorff, und damit be schen Plan umgearbeitet. Nur über Belgien, nicht über Bel gien und Holland. Der Grundgebante aber bleibt: erst muß ginnt ein neuer Abschnitt des Krieges nämlich der Krieg ber rasche Sieg über Frankreich errungen werden, dann alle 3 mifchen Ludendorff und Bethmann. In ihn Kraft gegen Rußland. Am ersten Mobilmachungstag tommt hat Molite nicht mehr eingegriffen; er war zuvor, 1916, gestorben. Und als alles zu Ende war, da schrieb Ludendorff Moltte zu Wilhelm und Bethmann und hört, daß England für die Neutralität Frankreichs Garantien übernehmen Am 12. Januar 1915 schreibt Moltke an einen führenden ein Buch, in dem er bewies, daß der Kopf- nämlich der wolle. Das war das bekannte Mißverständnis des Lichnowsky- General: Man müsse den Kaiser über die gegen Falfenhayn feine-glänzend gewesen sei, die Nation aber miserabel. Telegramms. Folgerung: Es darf in Luxemburg nicht ein herrschende Stimmung aufklären. Die Ergebnisse der und seitdem hört man es in allen Tonarten: Es war nicht marschiert werden, weil das wie eine Bedrohung Frankreichs Kriegsführung in den letzten Monaten feien er Wilhelm, nicht Tirpiß, nicht Moltke, nicht Falkenhayn, nicht aussehen würde. Der Eindrud dieser Nachricht, die, wenn sie i chreckend. Es werde nur gemurstelt". In schrecklicher Ludendorff- es war der gemeine Mann im feldgrauen wahr gewesen wäre, das größte Glüd für Deutsch Weise ist unsere militärische Kraft verzettelt. Fragen Sie ein- Rod und in der Arbeitsblufe, der das Baterland verraten und I and bedeutet hätte, auf den Generalstabschef ist unbeschreib- mal die ehrlichen und urteilsfähigen Leute im Generalstab.... den Krieg verloren hat. Der gemeine Mann, der vier Jahre lang blutete, hungerte lich. Mir war zumute, als ob mir das Herz brechen Sie werden entsegt sein, wenn diese Ihnen offen ihre follte.... Ich war wie gebrochen und vergoß Tränen der Ansicht sagen. Das Bertrauen ist zum Teufel!" und vertraute..... Und der nie Rache genommen hat an der Berzweiflung." In der Nacht klärt sich das Mißver Inzwischen ist auch schon Hindenburg( der sich um hochmütigen Gauklerbande, die ihn vier Jahre lang betrog. ständnis auf, und es wird an die 16. Division telegraphiert, daß sie nach Luremburg einmarschieren soll. Moltke aber hat ,, die Eindrücke dieses Erlebnisses nicht überwinden können". 17 Cunos Weihnachtsspruch. für die Echaltung der Reparationsfähigkeit Deutschlands notwendigen Ausgaben den Borrang die Zahlungspflicht ihre Grenze jeweils an der Leistungsfähigkeit und an den Lebensnotwendigkeiten Deutschlands finden soll. Die Es ist in der Tat erschütternd. Wir sehen auf der einen Reichskanzler Dr. Cunp verbreitet durch WTB. eine Reparationsfommission ist nach Art. 234 verpflichtet, peripSeite an der Spiße des Reichs zwei Männer, die sich in einem politische Weihnachtsbetrachtung, in der auf die bevorstehenden disch unter Anhörung deutscher Bertreter die Mittel und die LeiDelirium der Angst haltlofen Illusionen hingeben, und auf der anderen Seite einen dritten, der zwar an der schwersten Entscheidungen hingewiesen und weiter gesagt wird: ftungsfähigkeit Deutschlands festzustellen und erft danach die ZahDamit wird zugleich die Entscheidung darüber fallen, ob die lungsfristen zu bestimmen. Nach Art. 251 sollen die Ausgaben für Richtigkeit ihrer Auffaffung nicht zweifelt, aber über das wirtschaftskraft Deutschlands vor dem Zusammenburch gerettet, für fowie allgemein die die Bersorgung Deutschlands mit Lebensmitteln und Rchstoffen Unglüd, daß Frankreich neutral bleiben will, Tränen der uns und für bie Welt nugbar gemacht, oder ob sie neuerlich zum Berzweiflung" vergießt, weil ihm damit fein Aufmarsch Schaben des deutschen Schuldners wie feiner Gläubiger durch einen plan taputt gemacht wird. Dieser Aufmarschplan ist ein herrlicher Mechanismus: man braucht nur auf den Knopf Politischen Tendenzen dienenden 3wang genebelt vor allen finanziellen Berpflichtungen haben. Das Ultimatum vom zu drücken, und es geht nach zwei Seiten los. Ein anderer werben foll, der gegen den Vertrag von Versailles verstößt und 16. Juni 1919 stellt ausdrücklich fest, daß die Bestimmung über die Blan, der nur nach einer Seite losgeht, ist nicht vorhanden, den hinzunehmen keine vom Volkswillen getragene Regierung bereit Berücksichtigung der Zahlungsfähigkeit lediglich vorgefehen ist, um jede Ueberschreitung von Deutschlands Leistungsfähigkeit zu verhin daher ist der Zweifrontenkrieg militärisch notwendig, wenn fein fann. Was immer in unseren Kräften steht, um der Welt schwerstes bern. Wenn die deutsche Regierung eine Nenderung des unausführauch politisch der Einfrontfrieg möglich wäre. Man stelle sich einmal vor, Frankreich hätte wirtlich neutral bleiben Unheil zu ersparen und den Beltfrieben zu vermirtbaren Londoner Zahlungsplanes beantragt und Borschläge für eine was hätte es ihm genügt, wo wir doch nur einen lichen, soll geschehen. Wir sind entschloffen, schwere Opfer an den deutschen Fähigkeiten tatsächlich entsprechende Regelung macht, beliebige Bedingungen geknüpft werden könnte, sondern sie macht Aufmarschplan hatten, der nach zwei Seiten losging? Tragi- Gut und Geld auf uns zu nehmen, um der Freiheit deutschen Blutes to erbittet fie damit nicht eine Bergünstigung, deren Gewährung an und um der Gleichberechtigung und der friedlichen Arbeit mit von einem Rechte Gebrauch. fomödie des militaristischen Stumpffinns. Poincaré behauptet, daß Frankreich durch Nichtzahlung ohne anderen Bölfern willen. Im besonderen gebenten wir dabei des Landes am Rhein. weiteres in die Lage verfekt werde, fich deutsche Pfänder zu nehmen, nichts, was Deutsche dort noch mehr als bisher unter fremde Macht weil Artikel 248 den Gläubigern Deutschlands die Befugnis gebe, brächte, kann Deutschland zugestehen; alles, um fie aus diefem bei Nichtzahlung unmittelbar deutsches Staatsvermögen 3wang zu lösen, muß es versuchen, bis zu den äußersten zunehmen. Der Artikel 248 jagt, und zwar nach der franzöfifchen Grenzen, die die Wirtschaft und Wahrhaftigkeit ihm ziehen. Fassung, daß für die deutschen Reparationsverpflichtungen ein BerDie hier ausgesprochenen Grundsäze find allgemeiner Zu- recht ersten Ranges auf das Staatsvermögen bestehen soll; danach ftimmung sicher, über ihre Ausführung spricht Gen. Hilfertönnen die Alliierten verlangen, daß bei Nichterfüllung der deutschen bing an anderer Stelle. wollen Man wird einwerfen: Da Frankreich ja doch nicht neutral bleiben wollte, ist der ganze Streit gegenstandslos. Aber dieser Einwurf ist falsch. Der unabänderlich zweiseitige Aufmarsch plan hat zwar fein friedenswilliges Frankreich zum Krieg gezwungen, er hat aber den Anschein erwedt, als ob Deutschland fich mit unanständigem Eifer in den Krieg gegen alle stürzte. Hätte man abgewartet, ob Frankreich aus freiem Entschluß dem Zarismus au Hilfe eilte, und wäre Frankreich dann Deutschland in den Rüden gefallen, so hätte sich eine ganz andere, für Deutschland ungleich günftigere poli tische Lage ergeben. Der starre Zweifrontenplan hat Deutschland gezwungen, angriffsweise gegen Frankreich und Belgien vorzugehen, und so lag schon in ihm der Reim der Rata trophe. wegBerpflichtungen das dem Vorrecht unterliegende Bermögen mit Borzug vor anderen Gläubigern zur Befriedigung ihrer Forderun gen zu verwenden ist. In welcher Weise jedoch diese Verwendung zu erfolgen hätte und das ist hier der ausschlaggebende Punkt barüber sagt der Bertrag nichts. Rechtlich haben die Alliierten einen Einfluß auf die Entscheidung über den Weg der Verwen dung. Noch weniger können sie diese Berwendung einseitig dadurch herbeiführen, daß sie unter Berlegung der deutschen Souveränität deutsches Staatsvermögen nehmen. Der Artikel 248 feßt nur eine Rangordnung der verschiedenen deutschen Gläubiger feft. Er entbält aber Zur Senatsrede Poincarés. Erividerung der Reichsregierung. Durch das Bolfische Telegraphenbureau wird eine Erwiderung Der Krieg beginnt. Am 29. August 1914 schreibt der auf die Rede des Ministerpräsidenten Poincaré im franzöfifchen GeGeneralstabschef seiner Frau:" Ich bin froh, für mich allein nat vom 21. d. m. verbreitet, der wir folgendes entnehmen: zu sein und nicht am Hofe. Ich werde ganz frank, wenn Boincaré fagt, daß jedes Zurückbleiben Deutschlands hinter ich dort das Gerede höre; es ist ber33 erreißenb, wie bem Zahlungsplan bes Londoner Ultimatums ein Moratorium benichts von einem Recht auf 3wangsvollstreckung. ahnungslos der hohe Herr über den Ernst der deute, und daß der Versailler Bertrag im Falle eines solchen Zurüd. bleibens Frankreich das Recht gebe, sich Sicherheit und Pfänder zu Bage ift. Schon tommt eine gewisse Hurrastim verschaffen. Poincaré geht damit auf die vertragsmäßige Grund. In dem Ultimatum der Alliierten vom Juni 1919 wird aus dem mung auf, die mir bis in den Tod verhaßt ist." 2. September: lage der Reparationspolitik zurück. Aber der Berjailler Vertrag Artitel 248 lediglich das Recht gefolgert, ihre Bezahlung mit Vor„ Der Raiser fam heute von den Truppen zurück, in Surra begründet nicht nur die Berpflichtung Deutschlands zur Zahlung recht vor der Regelung aller anderen Schulden, des Reichs, oder stimmung. JR Desterreich geht es schlecht. Die von Reparationen, fondern legt in unzweideutiger Weise feft, daß der deutschen Länder zu erhalten. Selbst wenn also eine Ber0 lchung der deutschen Znhlunqspflichien vorläge, würde sich daraus zugunsten der Pfänderpaliti? Poincares eine Rechtsgrundlage nicht ergeben. Pfänderpolitit wäre Vertragsbruch und Gewalt. Ein einseitiges Vorgehen Zrankreichs würde einen Vertragsbruch bedeuten. Welches auch die Rechte sind, die der Dersailler Vertrag zur Durchführung der Reparation gegen- über Dcutschland�gibt, so besteht doch kein Zweifel darüber, daß diese Rechte niemals von einer einzelnen der an der Reparation beteiligten Mächte geltend gemacht werden können. Die Durch- führüng der Reparation ist ausschließlich in die Hände der Repa- rationskommission gelegt. Keine der alliierten Mächte kann Reparationsanspi'üche sür sich allein gegen Deutschland er- lieben: sie haben sich vielmehr zu diesem Zweck an die Revarations- kommission zu wenden. Ebensowenig wie aber die einzelne Macht unmittelbar Rcparationsansprüche erheben kann, kann sie für sich allein Zwangsmaßnahmen zur Durchführung dieser Ansprüche er- greifen. Sonst würde sich die widersinnige Folg« ergeben, daß ein Staat Ansprüche beitreiben oder durch Pfand sichern könnte, die ihm garnicht zustehen. Das gilt auch für die Handhabung des Artikels 248, der als allein zuständige Instanz ausdrücklich die Reparalionskommission bezeichnet. Stickftoffrcparation. WTV. meldet: Bei Besprechungen im Reichsministerium, für Wiederaufbau über Stickstofflieferungen an Frankreich, wobei Sach- verständige beider Länder anwesend waren, wurde die französische Forderung nach(50 000 Tonnen reinen Stickstoffs, über Reparations- konto zu liefern, von der deutschen Regierung mit der Begründung abgelehnt, daß die deutsche Produktion bei weitem nicht zur Deckung des eigenen Inlandsbedarfes ausreiche. Auch über einen von der französischen Regierung vorgelegten Kompromiß- Vorschlag konnte ein« Einigung nicht erzielt werden. Noraussichtlich werden in nächster Zeit Verhandlungen zwischen deutschen und fron- zöstschen Düngemittelinteressenten einsetzen, um zu prüfen, ob«in Ausgleich zwischen der deutschen und französischen Düngemittel- Wirtschaft möglich ist. Wofür mau Geld hat. London, 23. Dezember.(WTB.) Auf Anfrage teilte der Luft- fahrtminister im Unterhause mit, daß die Stärke der britischen Luftstreitkräfte in Europa einschließlich der Abteilungen in Konstantinopcl ungefähr IS Geschwader von durchschnittlich je 12 Maschinen beträgt. Frankreich besäße 100 Geschwader zu je 9 Maschinen, Belgien 14 Geschwader zu je 10 Maschinen. Sie armen GPziere! Weil der.Vorwärts" die Summen veröffentlichte, die den Offizreren des alten kaiserlichen Heeres von der Republik als Pen- sionen ausbezahlt werden, fühlt sich die.Kreuzzeitung" berufen, uns»ine Moralpredigt zu halten. Sie behauptet, wir veröffsnt- lichten diese Zahlen nur, weil wir wieder einmal eine Osfiziershetz« veranstalten wollten. Wenn von einer solchen.Hetze" gesprochen werden soll, dann muß doch daran erinnert werden, daß, soviel bisher bekannt, die intensiv st e Hetze gegen die deutsche Republik gerade von einem Teil sehr prominenter Offiziere des alten Regimes getrieben wird. Also von Leuten, die es nicht unter Ihrer Würde halten, von der Republik sehr erhebliche Summen als„Ruhegehalt"»inzu- stecken, Hschon sie im Herzen immer noch Diener des.Obersten Kriegsherrn" von Doorn sind. Wenn sie schon ihr Ruhegehalt be- kommen, sollten sie so verständig sein, Ruhe zu halten und nicht immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Vielleicht tonnen sie auch Erinnerungen schreiben— die- an anderer Stelle behandelten Niederschriften des Generalobersten v. Moltke sind immerhin verdienstvoll—, aber sie sollten nicht ihre sehr erheblichen Einkommen, die sie nicht für Arbeit beziehen, Jbazu benutzen, ihr Kriegshandwerk gegen die Republik zu üben. Daß ihr Einkommen heute geringer ist, als es vor dem Kriege betragen liaben würde, ist zweifellos richtig. Aber wo ist ein Angestellter, Beamter oder Arbeiter, dessen heutiges Paptcrgeld-Einkommen dem der Dorkriegs» zeit entspricht? So rührend die Sorge des deutschnotionalen Organs für das Wohlergehen der ehemaligen Ecneräle und Oberstleutnants ist, wo bleibt die Sorge um die Existenzmöglichkeiten der Prole- weihnachtslieS. von Arth Zstuche, Melallarbeiter. Schlafe, du, den die Tlot regiert. Du. dem die Zeil nur Elend gebiert, schlafe! Schlafe, brausten ist die Not! Draußen übers stille Land, Silberweist ist fein Gewand. Eis und Hunger fein Gebot. Schleicht der Winter, schleicht der Tod, Schlafe, müde Seele, schlafe! Schlafe, schlafe einen Tod, Der dein Tun vergessen macht. Schlafe deine heil'ge Nacht, schlafe-- Schlafe— oder wache auf! Nur nicht länger Träumer fein. Nur nicht länger jenes Dulden, Jene» Murren müder Wut, Raffe dich doch endlich auf, Jordre von der Zeit Tribut! Lenke selbst den Zeilenlaus, Denn durch deine Hände rollk Alle Arbeit, alles Gold. Brich die Heilen deiner Not Oder schlaf den ewigen Tod. Eine Veihnachtslegenöe. Bon Julius Zerfaß. Auf den blutgetränkten Feldern Flanderns siel im Kriege txn Reitersmann, der sehr an seinem Leben hingi denn er hatte in sein« Heimat am Rhein ein hübsches Mädchen zurückgelasien. deren schwarze Augen im Schimmer der Winterlampa glühten wie edler Wrin. Der Soldat wer dem Rufe de« Kaisers gefolgt, der gesagt hatte, bis die Blätter fielen feien alle tapferen Helden wieder zu Haus«. Das hatte auch jenes jugendfrische Mädchen gehört und«» freut» sich: glaubte es doch bestimmt, daß fein Reitersmann zu den Wiederkehrenden, zu den gefeierten Helden gehören würde. Und dann hatte es Ihm einen Talisman, ein Amulett mit dem Bildnis der heiligen Mutter an einem silbernen Kettchen um dt« Brust ge- hängt. Nun war es emsig dabei, Ueberraschungen für ihren 5)srz° allerliebsten vorzubereiten, die auf dem Weihnachtstisch prangen sollten. Allerlei mit eigener Hand gefertigte Sachen und Sächelchen, für den künftigen, glückverheißenden Ehestand vorbestimmt. taricrfamilien? Wo das Mitleid mit den Arbeitsinoaliden, den Unfallrentnern usw., die ost in ebenso langer körperlicher Fron Werte geschaffen haben, als die Herren Generäle unproduktive militärische Dressur betrieben? Deutschnotionale, deren Sprachrohr die„Kreuzzeitung" ist, treten mit Eifer für jede Verteuerung der Lebenshaltung ein, wenn sie den Landwirten zugute kommt. Sie bekämpfen täglich die Arbeiter und wollen sie zu längerer Arbeitszeit zwingen. Aber sie schreien über„Hetze", wenn man feststellt, daß taufende rüstiger Leute enorme Pensionen beziehen, ohne etwas dafür zu arbeiten, ja möglicherweise neben den Pensionen noch sehr erheb- liche Einkommen haben. Geheimbündelei in ffamburg. (sntentekontroNe in der Polizeikaserne. Hamburg. 23. Dezember.(Eigener Drahtbcricht.) Am 18. De- zember, abends gegen 8)4 Uhr, wurde in einem Fabrikkontor des Stadtteils Ottensen, wie wir bereits meldeten, eine Versammlung von 23 Teilnehmern aufgelöst. Leiter der Versammlung war der Fabrikbesitzer Rickel, der als Mitinhaber einer Ottenser Schokoladenfabrik seine Kontorräums seit Monaten für diese geheimen Zusammenkünfte zur Verfügung gestellt hatte. Die Teil- nehmer, fast durchweg ehemalige Offiziere, dem Berufe nach Kausleute, Bankbeamte, Studenten, ein Lehrer, ein Oberzoll- sckretär gehören zweifellos einer Verbindung an, deren Daseins- Verfassung und Zweck vor der Staatsregierung geheimgehalten werden sollte. Umfangreiches Belastungsmaterial, wie Schriftstücke über Geheimhaltung der Organisation und ihr Ausrüstungsmatcrial, wie ein Klappenschrank, 12 Feldtelephone, Armrekabeln, Füllelemente, Jnfanteriestiefel, Leuchtpistclen, Leucht- Munition, Signalhörner, Jnfanteriespaten und Bellpicken, wurden vorgefunden. Sämtliche angetroffenen Personen wurden vorläufig festgenommen, dem Polizeigefängnis zugeführt und nach Abschluß der polizeilichen Ermittlungen teils dem Gericht vorgeführt, teils wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei den in Hamburg wohnenden Mitschuldigen wurden insgesamt 17 Gewehre, 2 Handgranaten und weitere Beweisstücke vorgefunden. Wegen Verheimlichung bzw. Weiterocrschicbung von 180 weiteren Gewehren werden sich die Teil- nehmer außerdem noch zu verantworten haben. Dos gesamte Material wird der Staatsanwaltschaft vorläufig übergeben, jedoch dem Oberreichsanwalt in Leipzig überwiesen werden, da bereits feit einem halben Jahre gegen Rickel und Genosien ein Straf- verfahren wegen Geheimbündelei beim Staatsgerichtshof in Leipzig schwebt. Hamburg. 23. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonn- abendoormittag ließ sich überraschend eine aus englischen, sran- zösischen und belgischen Offizieren bestehende E n t e n t e k o m- Mission bei dem Hamburger Polizeipräsidenten melden und vcr- langte, daß ihr eine sofortige Dur 6z suchung der Ordnungs- polizeikaserne gestattet würde. Die Durchsuchung fand sofort statt, es wurde auch auf Verlangen des französischen Mitgliedes«ine Decke durchbrochen. Es ergab sich jedoch bei die>er wie bei mehreren anschließend vorgenommenen Untersuchungen keinerlei Grund zu irgendwelchen Beanstandungen. Sesatzungsansprüche. München, 22. Dezember.(TU.) Eine amtliche Zusammen. stellung lehrt, daß das französische Militär in de? Pfalz beschlag- nahmt hat für Flugplätze 127,130 Hektar Ackerland(Kosten i 70,3 Millionen), ferner sür einen Flugplatz, einen Truppenübung«- platz und einen Bombenabwurfplatz 32L1 Hektar Wald und Ackerland(Kosten 439 Millionen), sür Munitionsplätze, Flieger- barocken usw. 5 Hektar Land. Unter den beschlaznahmton G«- b ä u d e n befinden sich 14 öffentliche Gebäude. Um die beschlag- nahmtcn Gebäude frei zu machen, werden e r r i ch t e t: 37 Bauten (Kosten 13S7 Millionen). An Privatbauten sind beschlagnahmt 893 Wohnungen, außerdem 81? Einzelzimmer. Zur Entlastung werden gebaut S71 Wohnungen für Offiziere, 329 Wohnungen für Unter- ofsizier«(Kosten 2771 Millionen). Vorstellungen der Regierung bei der Rheinlandtommission hatten nur in ganz wenigen Fällen Erfolg. Statt des Bräutigams kam ober am Tage des Friedensfestes. dos feuriger, bruder- und fricdenmordender Krieg umtobte, die Nach» richt, daß der Reitcrsmann den Heldentod für's Vaterland gestorben sei. Ein letzter Brief von ihm, de? fast gleichzeitig eintraf, ver« fluchte dieses Vaterland samt dem Kaiser, der seine Soldaten belogen »nd betrogen.'„Denn"— so stand an einer Stelle de»' Briefes— „wer all das Schreckliche erlebt und gesehen da draußen im Kriege, werde ewig ein Ausgestoßener sein und der ewige Friede sei seiner Seele fern!" Die frommen Leute, die diesen Brief vor Schrecken fast aus den Händen fallen ließen, waren entsetzt über diese Vcr- heerungen in einem Menschengeist, und es wurde für recht befunden, daß man dein toten Krieger eine �Seelenmesse lesen lieh. Damit und mit manchen recht bitteren Tränen schien der Fall erledigt. In Flandern aber, wo der Soldat gekämpft und gelitten hatte und wo er gestorben war, begann sein eigentliches Heldenleden mit seinem Tode. Man kannte dort die näheren Umstände seines Endes: Ms Meldereiter hatte er den Befehl bekommen, von dem Turm der Dorfkirche aus den Feind zu beobachten und dem gläubigen Ehrsen war mehr aus Entsetzen denn aus Wiyersetztichkeit eine Weigerung über die Lippen gesprungen. Und well man ihn nun weniger sür gefährlich als für religiös übergeschnappt hielt, war die Strafe noch den Begriffen derer, die sie verhängten, müde: Er mußte auf den Turm. Eines Tages freilich blies• feindliches Mißtrauen den Kirch- türm um und begrub den Reiter unter feinem Schult. Dos war am Tage vor dem heiligen Christfest. Die Nacht darauf aber soll, wie Hellsichtige und Hellhörige wissen wollen, folgendes geschehen sein: Der Turm richtete sich mit einem Ruck auf und oben erschien der blutige Kopf des Soldaten. Man tonnte deutlich sehen, wie er mit dem Munde das Glpckenseil zog: Arme und Beine fehlten ihm. Die kleinen Glocken sandten in dieser Nacht«inen Klang hinaus wie nie zuvor. Sie Huben an mit Stöhnen und Wimmern, das zuweilen wie ein zitterndes Weinen ausklang. Dann wieder tönte es gleich einem abgehackten Drohen und Murren und aus einem jammernden Flehen wurde zum Schluß ein lautes Schreien, daß die Menschen sich verkrochen. Langgezogen tönte es über die Schneefelder, endlos wie das Leid, schmerzhaft wie die Not:„Mörder! Marder! Mörder!" Und ein Gesicht will beobachtet haben, daß ein Leutnant in den Turm stieg und eben dem verstümmelten Glöckner den Kopf ab- hieb. Nun aber seien die Schreie in ein schauerliches Gellen über- geschlagen und die Glocken hatten, immerzu weiterralend, ins Land gerufen:„Kain! KainI Äain!" Von dem Leutnant aber Hab« man nie mehr etwas gesehen. Am anderen Tage war das flandrische Feld wieder weiß, ein riesiges Sch: eeseld Von dem unendlichen Leid �ast nicht» zu sehen: e» hatte sich ja in Höhlen und Gräben verkrochen. Oft noch wurde der Flecken Erde dort vom Menschenhaß mit Menschenblut. gedüngt. Dann kam der Friede. Man baute die Kirche wieder auf. Aber, so wird berichtet, in jeder Christnacht sehen die Leute, Seipe! gegen öie Verfassung. Wien, 23. Dezember.(Eig. Drahtbcricht.) Der Vorstand des Sozialdemokratischen Abgeordneteuverbandcs hat heute vom Bundes- kanzlcr die Zurückziehung der Verordnung über die Erhöhung dcr Zölle verlangt, da sie verfassungswidrig fei. Dcr Bundeskanzler lehnte dieses Verlangen ab. Daraufhin hat unser Fraktionsvorstand beim Präsidenten des Nationalrats, Dr. Weiß- kirchncr, die Einberufung des Parlaments auf den 30. Dezember beantragt. polnische Einheitsfront? Warschau, 23. Dezember.(Mtb.) Die polnische Nationalpartci har unter dem Vorsitz Seydas beschlossen, alles zu versuchen, uni eine nationale Mehrheit unter unbedingten Ausschluß der nationalen Minderheiten zu bilden. See Antisemitismus in Polen. Warschau, 23. Dezember.(Eigener Bericht.) Nach der amtlichen Statistik sind von dcr 27 Millionen betragenden Bevölke- rung Polens über 30 Proz., in Wirklichkeit etwa 40 Proz., blicht- polen. Unter diesen stehen nach den Ukrainern die Juden mit über 3 Millionen an zweiter Stelle. In mittteren und kleineren Städten machen sie häufig die Hälfte oder sogar 80 bis 90 Proz. der Be- völkcrung aus. Warschau mit etwa 360 000 J>ll>en ist die größte Judenstaot des europäischen Kontinents. Die jüdischen Massen sind im allgemeinen in einer e l e n de n sozialen Lage. Als die stärkste bürgerliche Partei Polens, die der National- demotraten, nach der russischen Revolution 1904/1906 dos Ideal der Unabhängikcit Polens zugunsten einer Autonomie unter russischem Zepter preisgab, suchten sie nach anderen pro- grammatischen Forderungen, mit denen sich aus die Masse wirken ließ. Sie fand diese Forderungen in dem Deutschen- und Judenhaß. Di« Ereignisie der letzten Monate haben in Polen eine neue Hochflut des Antisemitismus gebracht. Es begann mit dcr Wut der Chaiioinisten, als die Minderheiten in Verteidigung gegen die perfide Wahlordnung sich zu einem Wahlblock zufammenschlosien. Daß dieser Block bei den Wahlen gut abschnitt, insbesondere die Jaden wegen des ukrainischen Wahlboykotts in Ostgalizien im Sejm allein fast 40 Mandate erlangten, steigerte die Hetze. Ihren Gipfelpunkt erreicht« ober die Agitation, als am 9. Dezember Naru- towicz gegen den Kandidaten der Nechien mit Hilfe der Stimmen dcr Juden und der anderen Minderheiten zum Staatspräsidenten gewählt wurd�. Der verhetzte nationalistische Pöbel war nicht mehr zu halten. E» kam zu blutigen Ausschreitungen gegen jüdische und sozialistische Abgeordnete und schlicßlicki siel der neugewählte Präsident am 16. Dezember von Mörderhand. Hatte man doch dcr breiten Mals» sogar einreden wollen, Narutowicz sei nicht nur dcr „Präsident der Juden", er sei selbst Jude. Es gäbe für Polen ein sehr einfaches Mittel, den größten Teil der unliebsamen Minderheiten loszuwerden:- Es brauchte.nur die llnnektiertcn Gebiet« im Osten und Westen freigeben, die überwie- gend von N i ch t p o l« n bewohnt sind. Die Verhandlungen über die Reform des juristischen Studium» in Preußen sind wcsknttltb sorlgeschniten: insbesondere ist über ei ne neue Ordnung für die R e f e r e» d a r p r ü f u n g cm vrcußi- scheu Kabinett Einvernehmen erzielt worden. Mit dem baldigen A b s ch� u h der Verhandlungen darf gerechnet werden. Erhöhte Arbeitsbclvhnung sür Gefangene. Vom 1. Januar 1923 ab wird sür Preußen dcr Höchstbetrag der Arbcitsbelohnung, die einem Gefangenen gutaelchrieben weroen kann, für Zucht- hausgefangene von 4 M. auf 40 M., für Gefängnis-- ins asten von S M. auf 60 M. für den Arbeitstag festgesetzt. Genosse Tsiax Schippet, der bisher Vorsteher des Sächsischen Landesomls für Gemcinwirtschaft mar, ist zum ordentlichen Pro- fessor an der Technischen Hochschule in Dresden ernannt worden. Er wird dort hauptsächlich über Sozialpolitik lesen. Sein� Nach- salger im Landcsomt für Gemeinwinschaft wird Genosse Edmund Fischer, der frühere Rcichstagsabgeordnete für Zittau. Di« Voruntersuchung gegen Müllcr-vrandenbarg. den früheren Befehlshaber dcr thüringischen Lande-polizei, ist auf Veranlassung des Oberreichsanwalt« eingestellt worden. L...... LLL.IIULI.I.-J-I----------------.------------------------— die dem Krieg ins Auge geschaut, wie sich urplötzlich neben dem neuen der alte Turm straff aufrichtet. Ein blutiges Haupt erhebt sich, der Mund faßt nach dem Glockcnscil und ein Wimmern, Stöhnen, Weinen tönt au» den Glocken, daß den Menschen da» Herzblut stockt. Und drese grauenhaften Klänge steigern sich zu wilden Schreien und deutlich hört man die Worte:„Mörder! Mär- der! Mörder!" Obwohl man dem toten geisterhaften Glöckner monallich ein» Seelenmesse lieft, sei, wie die Geisterseher behaupten, noch in jeder Christnacht, wie«in warnender, anklagender Finger, der Turm mit dem blutigen Haupte aufgestanden. Und die Schreie höre man bis tief zum Rhein, wo das schwarz- braune Mädchen in der Christmette für das Seelenheil des Reiters betet. 9 Gobinoaus„Saoonarola". Nach langen technischen Äor- bereitungen hat das Theater in der Königgrätzer Straße unter Ausnutzung seiner Patent-Film-Krelslerbühne sich an(So- bin«aus Sprechszcnen„Saoonarola"' gewagt. Am Ende hielten sich Zischen und Klatschen die Wag». Die Zischer hatten dieses Mal nicht unrecht. Ende des 16. Jahrhundert» predigte in Florenz ein fanatischer Mönch gegen die Sittenlosizkeit und Unsrcm nheit der Kirche, der Fürsten, des Volkes, Ein merkwürdiger Zufall, daß dieser(Lirolamo Savonarcla gleich dem deutschen Eiferer Luther ein Dominikaner- manch war. Mehr noch als Luther kümmerte er sich auch um dl» volittschen Verhältnisse, erreichte es, daß die leben»- und künstefrohm Medici oerjagt wurden und der französische Eindringling Karl> III. mit seinem Heere Florenz wieder verlassen mußte. Im Gegensatz zu Luther blieb Savonorola innerhalb der Grenzen der alten Kirche, konnte nicht die Bannbulle des befehdeten Papste» verbrennen, da Florenz schließlich von ihm abfiel. Das brutale Leben, die nicht zu unterdrückende Sinneafreude des Italiens der Renaissancezeit, die Macht des sehr weltlichen Papstes Alexander VI. waren stärker als der Asket. Saoonarola wurde verbrannt und gehingt. Sein Leben Hot viele Dichter gelockt, auch unseren schwerblütigen Nikolaus Lenau. Einen Dramatiker hat es noch nichj, gefunden. Der französische Graf Gobineou war e» am wenigsten, er war Diplomat, Orlentol'st, em geistvoller Essaylchrciber. Die Zeit der italie-nischen Renaissance hat er in einer Reihe historischer Szenen eingefangen, an deren Anfang er den umfangreichen„Saoonarala" stellte. Ihm kam c» aber viel weniger darauf an, Entwicklung und innce» Tragik k«- redegewaktigen Mönches zu schi'dcrn. als die Atmosphäre jener glänzenden Epoche. So la t er ka'cidoskopart'-, sämll!'' de- deutende Persönlichkeiten im'r Zett au't'cten: Pavst. König Karl VIII,. die Ssorzcs, Medkis. Mschekmwelo. Leonardo da Vinci, Machiovell, Pilviophen, Hellenisten. Archltckten. Kriegsführer. Dramatischer Pulsschlag ist rnr�ends zu sp�csn? tn den mebr als 30 Svmen kein einzmer Zufarnmenprall zwischen zwei Gegnern. i?ter hätte da Theater in der Körn�rotzer Straß* mit seiner Bearbeitung �tn9it.,en fnuj[?n. Die Gestalt Saoonar�as galt es herauszuheben. Einhard und Bernauer gingen ander« Wege. Sie schnitten das lseistige ab, drängten, trotz ihrer die raschesten Der- Vvndlungen ermöglichenden Patentbühne das ganze auf 10 Szenen Notwendige Entschlüsse. Zur Endlösung des Wiedergutmachungsproblems. Von Rudolf Hilferding. der Wirtschaft, die Herstellung normaler Handelsbeziehungen, schaftskreise, forderte: Wir gehen aufs Ganze; nur teine halben die Beseitigung des uns und die anderen gleichmäßig schädi Lösungen! Wenn es zur definitiven Regelung tommt, find genden Balutadumping, furz eine neue industrielle Prosperi- wir bereit. Nun ist der Augenblid da. Die Bereitschaft ist tät, ist meitaus einträglicher als Reparationszahlungen. notwendig, um die letzte und vielleicht gefährlichste Bedrohung Gerade deshalb aber ist in England und noch mehr in deutschen Landes, deutscher Einheit abzuwenden. Es ist zuZwischen lähmendem Pessimismus und optimistischer Er- zu einer endgültigen Lösung des Reparationspro- Kabinett Cuno. Eine lezte, politische Erwägung stellt den Bereinigten Staaten die Tendenz immer stärker geworden, gleich die politische Schicksalsfrage für das wartung pendelt die politische Stimmung in Deutschland, so blems zu gelangen, und so auf die Dauer feste, stabile Ber- sich noch ein. oft eine neue Arise des Reparationsproblems hältniffe zu schaffen. Kein Zweifel, daß die definitive Regelung Frankreich begründet sein hartes Borgehen immer wieder fich ankündigt. Und beides ist gleich gefährlich, weil es das vom wirtschaftlichen Standpuntt aus weitaus vorzuziehen ist. mit der Notwendigkeit der Sicherung. Ein finanziell zerverhindert, mas allein helfen tann: das eigene Erkennen und Kein Zweifel aber auch, daß die politischen Schwierig rüttetes, schuldenbelastetes Frankreich würde bald, so fürchten das eigene Handeln. Wenn je, so erfordert die augenblickliche feiten, die ihr entgegenstehen, bedeutend find. viele Franzosen, einem wirtschaftlich erstarkten Deutschland Situation größte Aktivität und stärkste Anstrengung, um die ihr entspringenden großen Gefahren zu verhindern. Was tann geschehen? Es handelt sich nicht um die Reparationslasten, um die Zahlungsverpflichtungen an sich. Es ist einem wiedergesunde ten Deutschland möglich, Zahlungen zu leisten, die auch die wirtschaftlichen und finanziellen Bedürfnisse Frankreichs in weitem Umfange berücksichtigen. Weil diefe Gefahr groß ist, muß die Regierung handeln, muß sie zeigen, daß Deutschland bereit ist, an die äußerste Grenze zu gehen, um mitzuarbeiten, der Welt den Wirtschafts frieden, Frankreich die Erfüllung seiner berechtigten Forde rungen, dem deutschen Bolte selbst Rettung vor dem politischen und wirtschaftlichen Verfall zu bringen. Wirtschaft Rüdgang des Verbrauches. Eine endgültige Lösung ist nur möglich, wenn die phan- gegenüberstehen, allen Gefahren ausgesetzt, die stärkere Volkstastische Summe von 132 Milliarden Goldmark auf ein ver- zahl, größere Wirtschaftskraft des Gegners ihm bringen nünftiges Maß reduziert wird. An eine Zahlung in diesem fönnten. Es ist gerade vom deutschen Standpunkt aus ein Umfange glaubt kein ökonomisch Denkender. Aber Frankreichs Verhängnis gewesen, daß der englisch- amerikanische GarantieFinanzlage ist außerordentlich prefär. Seine innere Ber- vertrag mit Frankreich nicht zustande gekommen ist. Und schuldung beträgt ungefähr 100 milliarden Papierfrank. Die nichts läge mehr in unserem Interesse, wenn England zu einem äußere Schuld an England und Amerika beinahe 30 Mil Defensivbündnis mit Frankreich sich bereit erklärte. Was liarden Goldfrant. Es ist verständlich, daß die französische Deutschland politisch tun könnte, um in Frankreich das Ge= Es handelt sich auch nicht um den Zahlungs willen. Regierung zu der Herabsehung der deutschen Schuld sich nur fühl der Sicherheit zu verstärken, dazu wäre die überwältigende Die Sozialdemokratie hat von Anfang an den Standpunkt verstehen will, wenn England und Amerika auf die französische Mehrheit bereit, sei es durch Beitritt zu einem solchen Sichevertreten, daß die Zahlungen eine politische Notwendigkeit Schuld ganz oder größtenteils verzichten. Dieser Ausgleich rungsvertrag, fei es auf dem Wege des Eintritts in den find, daß darüber hinaus die Wiederherstellung der zerstörten der interalliierten Schulden hat sich aber bisher Böfferbund. Nur gegen einen Weg der Sicherung würde Gebiete Frankreichs und Belgiens eine moralische Berpflich als unmöglich erwiesen. Die Schwierigkeit rührt daher, daß die äußerste Kraft des deutschen Volkes sich wenden, gegen den tung darstellt. Der Standpunkt hat sich durchgesezt. Er ist zum es sich für die beiden Gläubiger nicht nur um eine wirtschaft Weg der Losreißung deutschen Landes oder der Lockerung Inhalt jeder möglichen deutschen Regierungspolitik geworden. liche, sondern auch um eine eminent politische Frage handelt. seiner Einheit. Es handelt sich aber um die Art, wie die Leistungen Es ist das wichtigste Druckmittel, um die französische Politik begrenzt und die Zahlungen ermöglicht werden sollen, nachdem zur Einschränkung der See- und Landrüstun Yer bisherige Weg zur Berschärfung der Weltkrise, zur gen zu bringen. Ungeheuer gestärkt sind die Bereinigten Stockung im Belthandel, zur völligen Zerrüttung der deutschen Staaten und das englische Imperium aus dem Weltfrieg her Finanzen und zum Verfall der deutschen Währung geführt hat. vorgegangen. Ihr Interesse ist die Wahrung, Festigung und Es müssen also andere Methoden versucht werden. Welche Konsolidierung ihres Besihstandes. Daher das Streben, neue können das sein? gefährliche weltpolitische Konflikte zu verhüten, die stärkste Die Regierung Wirth hat, gestützt auf die große Mehr Militärmacht zur Rüstungseinschränkung zu drängen. Die heit des Reichstages, eine wischenlösung vorgeschlagen. Die Einziehung der Schulden ist dabei das wirksamste ökonomische Regierung Cuno hat diele Politik übernommen und in einem Drudmittel. Dazu kommt, daß England auf seinen Anteil an ersten Versuch den Inhalt der Note Wirths unmittelbar vor der französischen Schuld schwer verzichten fann, wenn die VerDer letzten Londoner Beratung der alliierten Ministerpräsiden einigten Staaten nicht ihrerseits England, ihrem stärksten Die Wirtschaftslage fennzeichnet sich in nichts besser als in dem ten etwas tonkretisiert und erweitert. Die deutsche Regierung Wirtschaftskonkurrenten, beträchtliche Zugeständnisse machen. völligen Bersagen des Weihnachtsgeschäftes. Der hatte sich bereit erflärt, äußere und innere Anleihen aufzu= nehmen. Die äußere Anleihe sollte ganz, die innere zur Hälfte Solange England und die Vereinigten Staaten in der Warenmarkt steht im Zeichen einer Lähmung der Kauffraft, wie wir den Reparationszweden dienen. Der auf Deutschland ent- Frage ihrer Schulbenregelung äußerste Burüdhaltung zeigten, fie feit Jahren nicht erlebt haben. Solange die Preise sprunghaft fallende Anteil aus der Anleihe sollte zusammen mit Reichs war eine Zustimmung Frankreichs zu einer erheblichen Herab- ftiegen, fam das Tempo, in dem der Wert der Mark fant, noch nicht bankgold der Stabilisierung der Mark dienen, der unumgäng fegung der Reparationsschuld und damit die endgültige Lösung so sehr den Verbrauchern zum Bewußtsein. Man starrte wie gelichen Voraussetzung für das Gleichgewicht im Staatshaushalt ausgeschloffen. Die Londoner Konferenz hat aber auch gezeigt, bannt auf den Dollar und fand sich refigniert damit ab, daß nun und der Ordnung der Handels- und Zahlungsbilanz. Als daß in dieser Hinsicht eine gewisse Auflockerung stattgefunden auch die Warenpreise davonliefen. Jetzt steht der Dollar fast unGarantie für die Anleihezinsen hätten Reichseinnahmen, z. B. hat, daß die Einsicht wächst, nur eine allgemeine Erleichterung bewegt, und zwar auf einem Stand, der noch verhältnismäßig die Zölle dienen können. Der Plan ist in London abgelehnt der internationalen Schuldverpflichtungen könne ökonomische günstig ist, wenn man sich daran erinnert, daß er zeitweilig mehr als 9000 M. gefoftet und auch da noch steigende Richtung zeigte. morden. Er hat aber immerhin die ernste Absicht bewiesen, Gesundung herbeiführen. zu einer Lösung zu tommen und hat so sicher den anderen die Aussicht eröffnet, daß über eine definitive Lösung ge- die Breife nun finten werden. So hat sich seit der Londoner Konferenz zum ersten Male Er hielt sich in der letzten Woche unter 7000. 2tles glaubte, daß Teilnehmern der Konferenz den Widerstand gegen den fran- sprochen werden kann, ohne Biffern nennen zu müffen, die zöfifchen Blan der Ruhrbesetzung erleichtert. nur Fette Bon den eigentlichen Verbrauchswaren find billiger geworden. Auf dem gesamten übrigen Die Londoner Ronferenz hat aber damit das eine über jede deutsche Leistungsmöglichkeit hinausgehen. Da eine etwas aber noch Preiserhöhungen im Gange, flar gemacht, daß ein gemalijames militärisches Vorgehen folche Lösung aber augleid) im internationalen wie im stärksten Warenmarkt find aber Frankreichs auf starten Widerstand nicht nur feiner Ber. Intereffe Deutschlands liegt, ist es notwendig, daß wir mit die fich in letzter Zeit verfchärft auswirken, weil die Rauftraft der Bevölkerung zu fehr geschwächt ist. So tam es, daß die amtliche bündeten, sondern auch der Vereinigten Staaten stoßen würde. einem ganz fontreten Plan für die definitive meBaiffer Der Großhandelspreise am 15. Dezember zwar eine geDie Gründe liegen auf der Hand. Die Ungelöstheit des Re- Regelung an die Allierten herantreten, um nicht wieder ringfügige Senkung aufwies, daß aber die Waren des Kleinhandels parationsproblems verewigt die wirtschaftliche Unsicherheit. vor. Dittate und Ultimaten gestellt zu werden. Die Gefahr einer akuten Lähmung der deutschen Wirtschaft Die Aufgabe ist furchtbar schwierig. Sie wäre es schon tationsgang durchmachen müssen, ist diese auffallende Erschei durch einen militärischen Borstoß in das wichtigste mittel- in normalen Zeiten. In den Zeiten des Budgetwirrwarrs und nung daraus zu erklären, daß die Schwächung der Stauftraft der europäische Wirtschaftszentrum verschärft die Weltfrise. Dieser des Währungszerfalls wird die Schätzung der deutschen breiten Maffe fchon früher außerordentlich nachgelaffen hatte; BerRustand wird schließlich für alle Staaten unerträglich. Der Leistungsfähigkeit zu einem ungeheuren Wagnis. arbeiter und Händler mußten sich bemühen, die Berbilligungsrate, Welthandel, der im Frieden ungefähr 175 Milliarden Gold- Aber müssen mir es nicht versuchen, und können wir es nicht die in den am Weltmarkt gemeffen niedrigen Löhnen stedt, mart betrug, ist um ein Biertel, soweit es sich um den Handel noch immer leichter als irgendwelche außerdeutschen Sach in einem Preise auszudrüden, der hinter dem Weltmarktpreis zu rückblieb. Das wollte nicht nur der Gesetzgeber so, der sich entschiemit industriellen Rohstoffen und Fertigfabritaten handelt, um verständigen? Bleibt uns etwas anderes übrig, um der den gegen den von allen Seiten geforderten Wiederbeschaffungsein Drittel zurückgegangen. Die Weltfrise hat England und drohenden Gefahr einseitigen gegnerischen Urteilsspruchs zu preis" mandle, auch der Markt selbst machte auf den meisten Amerita durch die außerordentliche Einschränkung der Pro- begegnen? Gebieten die Forderung nach Goldpreisen zunichte. Die Umfäße duftion weit mehr gefoftet, als je durch Reparationsfummen Unter allen Umständen wird die Regierung eines ner schrumpften zusammen, so daß die Kleiderhändler, die noch kurz vorerfegt werden fönnte. Daher das Bestreben der City, das meiden müssen: fie darf Deutschland nicht zum zweiten Male her für sich selbst den Wiederbeschaffungspreis verlangt hatten. Diesen Bestreben der amerikanischen Farmer, endlich 23 irtschaft seiner Situation aussehen, der wir im Frühjahr 1921 in London ihren Lieferanten gegenüber verweigerten, nicht aus Liebe zum durch das ungenügende und unvorbereitete Anerbieten der Verbraucher, sondern weil Absatzmangel und Kapitalknappheit dazu rung wird an die äußerste Grenze der deutschen viele Konfektionswaren trok ihres für den Berbraucher nahezu unzusammen, ließen die Atmospäre verdunsten und stellten ihre Sache Leistungsfähigkeit gehen müssen, ohne sich durch erschwinglichen Preisstandes billiger, als die Stoffe, die zu ihrer auf Farbenpracht, Drgelflang, Glodengeläute, Opernhaftes, lebende ten Drud interessierter Wirtschaftskreise oder unpolitischer und be in ihnen stedt, wollte man fie heute eintaufen. Aus allen diefen Herstellung notwendig sind, diese wieder billiger als die Baumwolle, Bilder, fabelhafte Architetturgebilde und noch fabelhaftere Rostüme. Der junge Russe v. Tichelitscheff, der im„ Blauen Bogel" feine unverantwortlicher Draufgänger beeinflussen zu lassen. Es Gründen gibt es heute noch viele Marktgebiete, die meit hinter dem fultivierten Farbenzusammenstellungen zeigt, schuf allerfeltsamste muß eine Summe angeboten werden, die einigermaßen der Stand der heutigen Gelbentwertung zurückbleiben. Die Breise diefer Bilder. Jedes Bild für sich hatte Reize, aber just die Renaissance. Borstellung entspricht, die im anderen Lager auch von den Waren rüden nun mit steigenden Löhnen, Frachten usw, noch immer zeit verträgt diese Art Reize nicht und just Gobineau nicht. Was jenigen erwartet wird, die sich von wirtschaftlichen Ermä- in die Höhe. Ein wirklicher Breisabbau ist erft zu erwarten, menn die den Blauen Vogel" ziert, verschmiert den Eavonarola. Go trug gungen leiten laffen. Ein gewiffer Anhaltspunkt bietet sich Industrie zu erhöhter Wirtschaftlich feit und zu besseren der Mailänder Regent Sforza ein Wagenrad auf dem Kopf, andere dafür in dem Londoner 3ahlungsplan felbft. Diefer Saltulationsmethoden übergeht. Noch wehrt sie sich dagegen. Es Schleppten drapierte Riften unterm Hals, fteife Notenrollen hat die Gesamtschuld von 132 Milliarden in drei Abschnitte find bereits Anzeichen vorhanden, daß eine Krife am Warenmarkt fowippten oben, vorne, hinten febernd durch die Luft. Die Ge zerlegt: Serie A Don 12, Serie R von 38 und Serie C von fe zu einer Einfehr zwingt. Eine solche Krise ist aber für die Armänder waren Architektur, hemmten die Bewegungen, Bewegungen 82 Milliarden. Auf die sofortige Berzinsung der letzten Serie geren Breifen auch eine erhöhte Arbeitslosigkeit zu erwarten ist. beiterschaft von höchft fragwürdigem Nuken, weil dann mit billimaren überhaupt perpönt bis auf die von Nußfnadern. Lebende Bilder wurden gestellt, die Bersonen standen statuarisch versteinert ist in dem Zahlungsplan felbst verzichtet worden. Das zeigt oft während der ganzen Saene. Bapst 2lerander mar ein riesiger immerhin, daß schon damals den Alliierten diese Summe un dickbäuchiger Buddha. Das Ganze, um es fraß auszudrücken, flirren realisierbar erschien. Anders steht es nach deren Meinung der Schnidschnad, heroische Pappmaché. Von den Spielern ift nur mit den beiden ersten Abschnitten. Sie geben einen Anhalt, Ernst Deutsch als Savonarola zu nennen. Die Innerlichkeit wie drüben die deutsche Leistungsfähigkeit beurteilt wird. Dieses Künstlers ift gering, zwischen den pappenen Berfonen und Die zweite Gefahr, die zu vermeiden ist, besteht in dem Requisiten fchten er eine Innerlichkeit zu befigen. Und doch waren Verlangen nach produttiven Pfändern. Die frandas Wesentliche seiner Darstellung nur die fanatischen Augen, zösische Regierung erflärt, daß sie unmittelbar greifbare Ga rantien dafür haben muß, daß Deutschland, fei es bei der definitiven, sei es bei der Zwischenlösung, die Zeit benutzt, um die Mark zu stabilisieren, das Budget zu ordnen und so seine Bahlungsfähigkeit für die Zukunft zu sichern. weiter steigen. Bei allen Waren, die einen längeren Fabri frieden in Europa zu schaffen; denn die Wiederbelebung Regierung Fehrenbach- Simons ausgefegt waren. Die Regie- awangen, auf niedrigere Preise zu dringen. So sind heute noch Scheret. Diese doppelte Erfenntnis ist es, die uns mit so lebhafter Sorge erfüllt. Die Preiswelle ist längst noch nicht am Ende angelangt, und schon machen sich in vielen Zweigen der Industrie und des Handels Abfahstörungen bemerkbar, die Kurzarbeit oder Bea triebsstillegung zur Folge haben. Solange mit den steigenden Breisen die Beschäftigung sicher schien, gab es immer noch die Hoffnung, daß die Löhne wenn auch unter einer tatsächlichen Einbuße an Reallohn sich einigermaßen den gestiegenen Breifen anpassen würden. Heute wächst die Zahl der Arbeiter, die feine Beschäftigung finden oder mit Derkürzter Arbeitszeit arbeiten müssen, in die Höhe. ww Die Kammerspiele brachten gestern Schöne Frauen" von Etienne Rey in Reinhartscher Inszenierung. Das alte Schwere nöter- Thema der Bariser Schwänke wird hier ohne halsbrechende Das ist tein erfreuliches Bild. Doch es wäre finnlose SelbstErfindungen mit überlegener, gutmütig liebenswürdiger Bonhomie Hier liegt die größte unb atuteste Gefahr. täuschung, wollte man sich die Gefahren der gegenwärti behandelt. Der Ehemann des Stückes wandelt die verbotenen Bege tels mit den allerbefter. Borfäßen und unter enthusiastischer Bera Geringere Widerstände als einem militärischen Vorgehen stehen gen Lage verhehlen. An alle Welt, an das ganze Bolk muß jetzt liebtbelt in feine eigene junge Frau. Nur daß ihm regelmäßig dieser Forderung entgegen. Denn Gläubigerrecht ist es, vom der Ruf nach Abwehr der drohenden Not ergehen. Boraussetzung immer wieder auch andere gefallen. Hermann Thimig brachte Schuldner Sicherheit für Zahlungsaufschub oder Erleichterung jeder Gesunbung der Wirtschaft ist die Stabilisierung der die hübsche Dummejungenfomit mit großer Graöhlichkeit heraus. zu verlangen. Wir aber müssen fürchten, daß es sich bei der art. Es fann uns nichts mehr nügen, wenn etwa ein neues Seine Naivitäten hatten etwas verblüffend Zündendes. Er hielt franzöfifchen Forderung gar nicht um Erwägungen, sondern Anziehen der Devisenkurse vorübergehende und betrügerische Erdas Haus den ganzen Abend über, auch in der zweiten, schwächeren um dieselbe Bolitit handelt, die nach der Besetzung des Ruhr leichterung durch Anpeitschung des Exports und durch erneute AnBartle in animierter Stimmung und gab überall Gelegenheiten, gebiets und nach der Aufrechterhaltung der Rheinlandsbe regung von Hamsterkäufen der Bahlungsfähigen schafft. Deutschland mit Verstand zu lachen. Auch die Frauenrollen waren durch jagung trachtet. Und die„ friebliche Durchdringung", die durch hat den Krieg wirtschaftlich noch nicht liquidiert. Die amtliche Margarete Christians, Johanna Lerwin und die Berpfändung der Staatsbergwerte und Staatsforsten ein- 3wangswirtschaft ist fast burchweg abgebaut. Die Brivatwirt. Anny Mewes flott vertreten. bt. geleitet würde, fönnte unter Umständen gefährlicher werden, fchaft aber taumelt noch im Rausch der Kriegs- und Rachkriegsgewinne, bie an dem Mark des Volkes zehrten, Der Berliner Bolts Chor( Dir. Dr. Ernst Zander) veranstaltet als gewaltsames Borgehen. amt 2. eihnachtsfeiertag, abends 8 Ubr, in der Garniion Deshalb ist es notwendig, daß die Regierung felbft fie hat noch nicht einmal den fefteren Boden einer flaren und nüch firche. Rene Friedrichstraße, ein Beihnachtsfonzert unter Mitwirtung hinreichende Garantien anbietet für die Innehal ternen Kaltulation wiedergefunden, während der ferne Besten sich von Frau Reichner Heiten( Gelane), Serrn Briebe( Drgel) und her tung unferer Bahlungsverpflichtungen. Ein Teil dieser Ga bereits nach leberwindung der Weltwirtschaftskrise günstiger enta cappella Beseinteuna bes Bolta. Chora. Zur Aufführung gelanot Weihnachtsmufit aus alter Beit,( Stilde für Solo- und Chorgefang aus rantien tann in Reichseinnahmen, z. B. in 3öllen bestehen. wickelt. Der Arbeiterschaft stehen erbitterte Rämpfe um ihr Recht ber Mufifliteratur bis zu Bob. Sebaſtian Bach). Ginlahtarten an der Aber das genügt nicht. Die französische Forderung geht nach auf Leben bevor. Die gemeinsame Gefahr sollte ihr Grund genug privatrechtlich gesicherten, nach produktiven Pfändern. fein; einig im Rampfe gegen die wirtschaftliche Reaktion, die jett Die Charlottenburger Liebertafel veranstaltet ihr 2. inter Soll das Staatseigentum vor der Erfassung bewahrt bleiben, Morgenluft wittert, zu ihren Organisationen zu halten. tongert am 27.( 8. Belbnachtsfeiertag) abends 8 Uhr in der Schlo muß eine andere, ökonomisch gleichwertige, fhule für Mufit. Sfinnes ift, mie die Leipainer Neuesten Nachrichten" erfahren Deutsche Bochschule für Wolttik. An der amelten älfte bes aber politif unbedentlichere Garantie geBintersemesters beabsichtigt der frühere Meichskanaler Dr. Birth in einer geben werden können. Reihe von Vorträgen die entridlungsfragen des deutschen Barla bürgerliche Regierung, die Regierung, deren Diskontfähigkeit. Boba u. Co., Verlag und Druckerei, die gegenwärtig u. a. Das ist die Leistung, die jetzt bie baben wollen, mit mehreren Le piger Firmen in eine Intereffengemeinschaft eingetreten. Es handelt sich dabei um die Firmen mentarismus zu behandeln. Reichsjuftizminister a. D. Brofeffor durch keine Unterschrift eines sozialistischen Ministers gemindert für die Reichsfinanzverwaltung auch Geldscheine druckt, und um Dr. Nadbruch wird die Broblemeber Rechtsreform", darlegen und Dr. Rudolf Stiler bina eine offence Borlesung über ist, von den zahlungskräftigen Trägern der Wirtschaft fordern die Großbuchbinderei Böttcheru. Bongarz und F. A. Barthel. ährungspolitit abbatten. Bom 2. Januar ab tönnen diese Bor- muß. Die haben immer erklärt. so oft die Regierung Wirth mit anderen Leipaiver Firmen schweben, wie das genannte Blatt Tejungen im Gefretariat( Einfelplas 6), bon 10 bis 3 Uhr belegt werden. das sichtbare Opfer des Besizes", die Unterstützung der Wirt weiter behauptet, Berhandlungen. Abendkasse. Gewerkschaftsbewegung Löhne und Lebenshaltungskosten in Berlin. Lohnbewegung in der Bekleidungsindustrie. Ferner stimmte der Ausschuß einer Eingabe des Bundes der Am Freitag nahmen die Angestellten der Bekleidungsindustrie Runstgewerbeschulmänner zu, die eine Hinzuziehung ihrer BerStellung zu dem Angebot der Arbeitgeber in bezug auf das Dezember- treter zu Lehrlingsprüfungen in denjenigen Gewerbezweigen, die gehalt. Als ihnen mitgeteilt wurde, daß allen Ernstes ein Bor- auf den Kunstgewerbeschulen ihre Weiterbildung erhalten, fordert. schlag von 25 Proz. Lohnerhöhung gemacht wurde, herrschte große Empörung. Die Angestellten wiesen eine Aussprache über dieses Angebot zurüd, weil sie es als eine unerhörte Zumutung seitens der Arbeitgeber betrachten, ein derartiges Angebot überhaupt zu unterbreiten. Es wurde in der Diskussion auf die eigenartige PreisDie unterstützten Erwerbslosen im Reich. Die Entwicklung des Arbeitsmarftes im November 1922 hat die erwartete mäßige aber fortschreitende Verschlechterung gebracht. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im Reiche ist von rund 24 000 auf 42 000 gestiegen, und zwar die der männlichen von 19 000 auf 34 000, die der weiblichen von 5000 auf 8000. Die Zahl der Zuschlagsempfänger( unterstüßungsberechtigten AnFreunde! gehörigen Bollerwerbslofen) hat fich von 27 000 auf 50 000 erhöht. Das Griftenzminimum der gefamten An unsere Leser und Freunde! Die Zahlen liegen immerhin noch bedeutend unter denjenigen früheBetriebsräte! Funktionäre! Die Preissteigerung setzt sich im Einzelhandel weiter fort, obwohl in den Großhandelspreisen ein Stillstand und fogar, wie wir an anderer Stelle mitgeteilt haben, ein fleiner Rückgang eingetreten tit. Immerhin ist die Steigerung der Lebenshaltungskosten eine weniger starte als in den letzten Wochen. In der Woche vom 11. bis 17. Dezember sind die Lebenshaltungskosten in Berlin gegenüber der zweiten Novemberhälfte um 51 Broz. gestiegen. Gegen den ganzen Monat November beträgt die Steigerung für die Lebenshaltung 83 roz. Lebenshaltungskosten einer dreiföpfigen Familie betrug in der angezogenen Woche 22 100 m. Gegenüber der Vorkriegszeit sind die Der im November von uns in Aussicht genommene Drudpapier- rer Jahre( 1. November 1921 150 000 unterstüßte Erwerbslose). Kosten der Lebenshaltung unter Berücksichtigung einer 20prozentigen preis von 250 m. pro Kilogramm für Dezember, den wir unserer Jetzt wie damals find allerdings lediglich die unterstüßten ErQualitätsverschlechterung auf rund das Elfhundertfache geKalkulation für das Dezemberabonnement zugrunde gelegt hatten, werbslofen von der Statistik erfaßt, die bekanntlich nur einen Teil stiegen. Nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes betrug ist weit überholt. Die Papierfabrikanten haben den Papierpreis der Erwerbslosen überhaupt barstellen. Dadurch verliert die Stadie Großhandelsinderziffer am 15. Dezember das 1468fache. Da bie auf 445 2. pro Kilogramm für Dezember festgesetzt, das 2225fache fiftit jedoch an Wert, zumal die Erteilung von ArbeitslosenunterAleinhandelspreise den Großhandelspreisen unweigerlich folgen, ist des Vorfriegspreises. Hinzu kommt eine ganz unerwartet starte stügung heute enger als früher gezogen wird. trog des Stillstandes der Großhandelspreise mit einer weiteren Erhöhung des Drudpreises, so daß die Herstellungskosten des VorSteigerung der Kleinhandelspreise und somit der Lebenshaltungs- wärts" für Dezember die Einnahmen aus Abonnement und Inferaten um ein Beträchtliches übersteigen. Der Januar bringt nach den uns Der neue Unterrichtsabschnitt der Betriebsräteschule wird in toften zu rechnen. Bie verhalten sich nun die Löhne zu dem Existenzminimum? gemeldeten enorm steigenden Papierholzpreisen und den sich not- wenigen Wochen beginnen. Wiederum sieht er über 50 Hurje aus Soweit uns darüber Zahlen vorliegen, gibt es in Berlin auch nicht wendig erhöhenden Löhnen weitere für die Presse drückende Aus- den Gebieten des Arbeitsrechts, der Betriebs- und Privatwirtschaft, einen einzigen Beruf, wo die Tariflöhne das Eristenz- gaben. Wir sind deshalb gezwungen, den Abonnementspreis für der Volkswirtschaft, der Sozialversicherung und der Hygiene vor. minimum zu dem angegebenen Zeitpunkte erreichen. Auch die best- anuar auf 1600 m. festzusetzen, werden aber, um unseren Für Anfänger sind von besonderer Bedeutung die Einführungsfurfe, bezahlten Arbeitergruppen stehen noch erheblich mit ihren Tarif- Lefern die Zahlung zu erleichtern, den Betrag auf Wunsch in vier die eine grundlegende Einführung in allgemein notwendige Wissens löhnen hinter dem Existenzminimum. So betrugen die Durchschnitts- Wochenraten zu je 400 m. einziehen laffen. gebiete, vor allem aber eine Anleitung zu eigener geistiger Arbeif Die meisten der in Berlin ericheinenden politischen Zeilungen geben sollen. löhne der Maßschuhmacher 16 450 M., die der Autofattler 18 740 m., der Musikinstrumentenmacher 18 998 m., der Klavierarbeiter werden diesen Preis übersteigen. Um so mehr müssen wir an den Daß die Schulung von Jähigkeiten und die Erarbeitung von 18 009 m., der Holzarbeiter 15 479 M., der Möbeltransportarbeiter Opfermut und die Ueberzeugungstreue unserer Kenntnissen notwendig ist, um den übernommenen Verpflichtungen 16 500 M., der Lederarbeiter 15 840 M., der Buchdruder 15 423 M. Freunde und Genoffen appellieren, daß sie froß diefer gewiß be- in der Arbeiter und Angestelltenbewegung gerecht werden zu Das sind die best bezahlten Gruppen in den verschiedenen Bedeutenden Erhöhung des Bezugspreises für die Beibehaltung des tönnen, wird allgemein anerkannt. Zu wenig beachtet wird jedoch, rufen. Es gibt aber noch eine erhebliche Anzahl von Berufsgruppen, 2bonnements und die weitere Werbung von Abonnenten in allen daß eine solche Schulungsarbeit, um zu wirklich fruchtbarer Auswo die Tariflöhne nur zwei Drittel, teilweise sogar weniger als reisen, besonders in den Betrieben tafträffig wirken. Es ist eine wirkung zu gelangen, nicht nur bei den Betriebsräten und Funkdie Hälfte des Eristenzminimums betragen. Trotz der geringeren Lebensfrage für unsere Partei, ihr Jentralorgan, den Vorwärts, tionären zu erfolgen hat, sondern bereits bei den noch jüngeren Breissteigerung ist also eine Annäherung an das Eriftenzminimum zu erhalten und zu stärken. Es ist auch eine politische Notwendig- Kolleginnen und Kollegen. Hier die notwendige Aufklärungsarbeit noch nicht zu verzeichnen. Man fann bestenfalls die Feststellung feit, ihn 3 weimal täglich erscheinen zu lassen, um fowohl die zu leisten, ist die vornehmste Pflicht der Betriebsräte und Funkmachen, daß die Anzahl der Berufsgruppen, die weit hinter dem Parteigenoffen durch Information über alle politischen Vorgänge fionäre. Cristenzminimum zurüdbleiben, etwas zurüdgegangen ist und daß stets auf dem Laufenden zu hallen, wie auch den Gewerkschaften in die Gesamtheit der Berliner Arbeiterschaft zwar noch nicht das ihren Kämpfen jederzeit zur Seite stehen zu können. Existenzminimum erreicht hat, aber sich diesem in den letzten Wochen Berlag und Redaktion des Vorwärts". vielleicht etwas genähert hat. Die Berliner Arbeiter sind aber noch sehr weit entfernt, ihre Löhne gleichfalls auf das 1100fache der Borfriegslöhne entsprechend der Steigerung der Lebenshaltungstoften gehoben zu haben. Soweit die Angestellten in Frage fommen, find in der uns vorHegenden Statistik aus jedem Tarif die höchstbezahlten Gruppen und innerhalb dieser das höchste Gehalt ausgewählt worden. Die Fa milienzulagen, wo folche gezahlt werden, sind gleichfalls für die Frau und 1 Kind hinzugerechnet. Trotzdem gibt es nur wenige Gruppen in der uns vorliegenden Statistit, die für den Monat Dezember das Existenzminimum überschreiten. Es gibt aber noch Gruppen, wie die Angestellten in den Privatgärtnereien, die mit einem Dezemberhöchstgehalt von 44 000 m. noch nicht die Hälfte des Existenzminimums erreichen. Also auch hier, wie bei den Arbeitergruppen, wird es auch weiter die Aufgabe der Gewerkschaften sein, mit Zusammenfassung. aller Kräfte für die Anpassung der Löhne und Gehälter an die Teuerung einzutreten. Für alle Lohn- und Gehaltsempfänger ist es meiter ein dringendes Gebot der Selbsterhaltung, für den solidarischen Zusammenschluß in den Gewerkschaften restlos einzutreten. Die geplanten Kündigungen bei der Reichsbahn. Zu dem von uns gestern darüber veröffentlichten Artikel verbreitet das Bolff- Bureau folgende Mitteilung: Die starte Belastung der Wirtschaft durch die Reichsbahntarife, bie zur Erhaltung des Gleichgewichts im Einvernehmen aus Aus gaben erforderlich, verlangt, wie in der Deffentlichkeit anerkannt wird, auch durchgreifende Maßnahmen in Ersparnissen an Material und Personal. Die durch eine grobe Indiskretion in der Breffe gelangte Mitteilung über einen Abau von 25 000 Beamten und Arbeitern ift in den Einzelheiten noch feineswegs festgelegt, doch entspricht ein derartiger Abbau den Abfichten des Reichsverkehrsminifters. Selbst verständlich sollen von dem Abbau nicht diejenigen Teile des Unternehmens betroffen werden, bei denen die nötige Arbeitsinten. fität erzielt ist, sondern es sollen die noch vorhandenen unpro buttinen Kräfte erfaßt werden. Der Abbau wird sich nicht nur auf die Arbeiter, sondern auch auf solche Teile der Beamten erftreden müffen, die erst verhältnismäßig furze Zeit als Beamte eingestellt sind und bei denen noch fein unfündbares Verhältnis vorliegt. Die Einzelheiten der noch zu treffenden Maßnahmen wer den in den ersten Januartagen mit dem Hauptbetriebs- und dem Hauptbeamtenrat erörtert werden. Diese sind von den Absichten der Berwaltung, monach das feit faft zwei Jahren eingeleitete Abbauprogramm unter allen Umständen weitergeführt werden muß, bereits in Renntnis gefeßt. 99 bildung in der Branche hingewiesen und auf die enormen Berdienste, die die Arbeitgeber in diesem Jahre gemacht haben. Angesichts dieser Tatsache lehnten es die Angestellten ab, das Risiko einer vorübergehenden Schwierigkeit in der Branche allein auf fich zu nehmen. Sie beauftragten die Organisation, umgehend neue Berhandlungen nachzusuchen, in denen ein Resultat erzielt werden muß, das den berechtigten Wünschen der Angestellten einigermaßen entgegenkommt, wenn nicht schwere Erschütterungen in der Branche eintreten sollen. An den Arbeitgebern wird es liegen, dieses zu vermeiden. Angestellte der Gesundheitsindustrie. Der AfA- Bund, Dristartell Groß- Berlin, teilt mit: Die Berhandlungen mit dem Arbeitgeberverband im Rohrlegergewerbe von Berlin und Umgegend über die Festsetzung der Angestelltengehälter für den Monat Dezember haben zu feinem Ergebnis geführt. Den Forderungen der Angestellten standen völlig unzureichende Angebote der Arbeitgeber gegenüber. Insbesondere Gruppen von den Arbeitgebern verlangt oder eine erhebliche Erein diferenzierter Zuschlag für die unteren und höheren höhung der sozialen Zulage unter entsprechender Herabsetzung der generellen prozentualen Erhöhung. Aus diesem Grunde mußten bie Berhandlungen abgebrochen werden. Der Schlichtungsausschus ift fofort von uns angerufen worden. In einer Versammlung der AfA- Mitglieder der Gesundheitsindustrie, welche sofort nach Tagung des Schlichtungsausschusses ein berufen wird, soll über den Ausgang der Berhandlungen vor tem Schlichtungsausschuß berichtet werden. Wir bitten unsere Mitglieder, den Vereinskalender in der nächsten Woche verfolgen zu wollen. Lehrlingsbeihilfen des Reiches. Weift daher in den Betrieben vor allem die jugendlichen Rollegen und die Lehrlinge auf die Kurse der Betriebsräteschule hin. Schickt sie in die Lehrberatungs- Sprechstunde der Schule( Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr), wo mit ihnen eingehend der für fie zweckmäßigste Bildungsgang besprochen wird. Betrieberätet Funktionäre! Sorgt dafür, daß der Berliner Arbeiter- und Angestelltenbewegung in den Betrieben ein geschulter Nachwuchs er Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. wächst! Zentralverband der Giafer. Die nächsten Zahlabende find am 28. Dezember und 2. Januar. Da der Eintritt in den Baugemerisbund am 1. Januar er folgt, müffen alle Verbandsbild er an den beiden Tagen abgegeben werden. Die noch ausstehenden Rechnungen sind möglichst bis 8. Januar einzureichen. Die Ortsverwaltung. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Weihnachtsfeiern am Dienstag, den 26. Dezember: Rezitafionen, Mufit, Ansprache, Lieder zur Laufe u. a. m. Gesundbrunnen. In der Aula der Gemeindefchule Gotenburger Str. 2. Reinidendorf- Df. Jn den Jugendhallen am Seebad. Anfang 6 Uhr. Beißensee. Im Lotal Grüner Baum, Berliner Str. 204. Anfang 6 Uhr. 14. Kreis. In der Aula bes 1. Engeum, Berliner Str. 10. Anfang 6 Uhr. Am Mittwoch, den 27. Dezember: renalaner Borstadt. Die Weihnachtsfeier, nur file Mitglieber, findet um 7 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Danziger Str. 28 ftatt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Drtsverein Steglik. Am 1. Feiertag nachmittags 5 Uhr findet in den Gesamträumen des Bartrestaurants, am Bahnhof Gildende, die diesjährige Weihnachtsbescherung der Kriegerwaifen statt. Es finden Ausführungen ber Theatergesellschaft Röppte statt. Die Festansprache hält Gauferretär Willi Boeisch. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Vietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Glade, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Col. Berlin. Lindenstr. 3 Hierzu 2 Beilagen Jogal Dr.med. Roeckerath, Friedrichstr.30 hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Sicht Rheuma 3schias Der Bildungsausschuß des Reichswirtschaftsrats beriet in seiner legten Gizung am 19. Dezember 1922 über die Bewilligung von Die Suggestiv- Heilmethode besitigt Gemüts, Sexual. u. nervos.obl. 3-4 Lehrlingsbeihilfen durch das Reich. Es lag eine Berfügung des Reichsarbeitsministeriums vor, wonach aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge für die Ausbildung von Lehrlingen des Bauhandwerks eine Million Mart zur Berfügung gestellt worden sind. Die Mitglieder des Ausschusses äußerten fich übereinstimmend dahin, daß gr und fäglich eine Bewilligung von Lehrlings. beihilfen durch das Reich zu begrüßen jei und durchaus der Absicht des Artikels 146 Abs. 3 ber Reichsverfaffung entspreche. og al stillt die Schmerzen und scheidet die Sarnsäure dus. Ausge Es dürfe aber nicht nur ein einzelnes Gewerbe biese Wohltat gezeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apothelen erhältlich. Best. 64.3% nießen, sondern fie müsse allen Gemerben zugute fommen. Acid. acet. salic. 0406% Chinin. 12.6%, Lithium, ad 100 Amylum. Auch seien die vorgesehenen Beihilfen ganz unzureichend; es fei die Behauptung des Scherl- Blattes, es handle fich um arbeitsun- linig dieser Beihilfen dürfe zudem nicht allein Berufsämtern über. dann unterstützen. luftige und unbrauchbare Clemente, zu bestätigen scheint. Wir trogen werden, sondern müsse unter Mitwirkung der paritätisch zufagen scheint, denn die Mitteilung des Reichsverkehrsminifte fammengesetzten Berufsvertretungen, zu beren Aufgaben werben. MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 riums spricht von Einrichtungen und nicht von Personen. Aufsicht über das Lehrlingswesen gehöre, vorgenommen Diese Mitteilung bestätigt, was wir selbst über diese Angelegenheit schrieben. Im übrigen haben wir es bei dieser Mitteilung des Reichsverkehrsminiſteriums mit einer Geheimratsarbeit zu tun, bie bar aber mirtlich ausreichenb, zu unterfuigen. Die Bertel: Erstklassige Herrenbekleidung NYsrael 0 GEGR.1815 BERLIN C KÖNIGSTRASSE SPANDAUERSTRASSE Heute Sonntag, den 24. Dezember, geschlossen Der Inventur wegen bleibt das Kaufhaus Donnerstag, den 28. Dez., geschlossen Freitag, den 29. Dez., wird um 3 Uhr geöffnet * Der Inventur- Ausverkauf beginnt Dienstag, den 2. Januar Neu! Billige Seifen Spez auch die Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe e fertig und nach Maß Billige Preise -Gas bei Kohlenmangel. Vor dem Kriege führte Deutschland fehr große Mengen Kohlen aus. Durch die Lasten des Friedens bertrages haben sich die Verhältnisse so geändert, daß Deutschland infolge der Lieferung von rund 480 Millionen Zentnern Kohle an die Entente jegt genötigt ist, für den Inlandsverbrauch große Mengen ausländischer Roble einzuführen, die Dollars und Pfunde fosten. Deshalb muß Roble gespart werden. Run wird aber die Roble im Rocherd nur eiwa zum zehnten Teile ausgenutzt, der Rest geht verloren. Auch im Gewerbebetrieb. 3. D. in der Schmiede, kommt nur der zehnte bis zwanzigfte Tei qur Geltung, während bei der Zimmerheizung immerhin die Hälfte Der Rohle wirkiam wird. Diese Berluste werden febr bedeutend verringert, wenn die Kohle vor dem Gebrauch in Gas umgewandelt wird. Denn bei der Entgafung der Stohle wird die Heizkraft der Kohle bis zu 75 b.. alfo zu bh. erhalten. Dabei entstehen außer dem Gaie selbst noch die wertvollen Produkte Kots, Teer, Ammoniat und Benzol. Vor allem aber läßt sich Gas wirkungsvoller und rationeller im täglichen Gebrauch anvenden als die Kohle. Wenn 1 Zentner Steinfoble( Preis heute 2850 m.) im Haushalt zur Speisebereitune und zur Heizung verbraucht wird, so kann dieselbe Leistung mit 9 cbm Gas( Breis heute 810 M.) erzielt werden. Für diefe 9 cbm Gas aber find im Gaswerf nur/ Bentner Steinkohle erforderlich. Dabei werden jedoch dem Verbrauch später noch 1 Bentner in Form von Rols zurüdgegeben, so daß für die 9 cbm Gas tatsächlich nur Bentuer Steinkohle nötig waren. Das Gaswert fann alio mit der gleichen Kohlenmenge rund dreimal so viel Abnehmer befriedis gen, als der Kohlenhändler. Ganz ähnlich liegt der Fall bei den induftriellen Feuerungen weshalb das Reichsverkehrsministerium im Frühjahr d. J. bereite Die Eisenbahnwerkstätten angewiefen hat, die vorhandenen Roblen feuer tunlichst durch Gasfeuer zu erseßen. Wer also Koblen sparen, damit den Ankauf von Devisen verin Hift., Gesäß u.Bein in Ungehener Alle Lebensmittel u. Beringern und die Kauffraft der Mark stigen will, muß stait Kohlen Behdl. Ischias Str 10%, v.9.11.46 Jacoby darisartikel Kleine Anzeigen billigt Gas Genugen. eigener u. anderer Fabrikate. Berlin C, nur für Dirckenstr. 20, am Bhi. Alexanderpl 15 Tagen beselt. Invalidengestiegen im Preise sind m Vo. wärts sind immer noch Wollen Sie einen Schreib maschin. aller bekannten Systeme, auch experifähige, Reisemaschinen, Neue schreibende Addiermaschinen Rechenmaschin. Partofrankiermaschinen Schäfer& Clauß Berlin, Leipziger Str. 19 Ztr$ 211. 9230 Anzug oder Schlüpfer Marken- Zigaretten kaufen? so besichtigen Sie vor anderweitem Kauf meine Riesen In läger! diskreterWeise auf Kredit Jackett- u. CutawayAnzüge Schlüpfer Das Neueste in Angebot an Wiederverkäufer und Verbraucher unter Banderolen preis, belieb. Quant. Dobschiner Usedomstraße 25 Sumboldt M436. Reste- Haus Ulster C. Peiz Gummi- Mäntel. Damen- Konfektion MöbelEinrichturgen in 4 Etagen A. DAMITT RosenthalerStraße 16-47. Heute 1-5 Uhr geöffnet! Rottbuser Str. 5 Anzugstoffe Kostumstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mantel, Kostame Röcke 2% Rabalt! Nr. 60739. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Das Weihnachtsfest eines Alten. Es war durchaus nicht behaglich in den Stuben und Stübchen bes städtischen Altmännerheims da draußen im Osten Berlins, denn der Dezemberwind pfiff durch alle Rißen und Spaiten des alten Gebäudes, und den alten Männern waren die Kohlen spärlich zugeteilt. Die Männer und Männíein hatten sich bis auf ein paar Ausnahmen das Schimpfen und Räfonieren längst abgewöhnt. Mit dem Krieg hatte die Not begonnen und war nach ihm nicht besser gewor= den. Und wenn sie, wieder bis auf ein paar Ausnahmen, auch nicht ergeben ihr Schidjal hinnahmen, so doch als bescheidene Philosophen des Alters mehr oder minder ergeben. Da faß so ein Alter, 64 Jahre alt, im Zimmer Dr.26. Außer dem Hausverwalter fümmerte sich niemand um ihn. Nun saß er, tief hineingedrückt in den eingesessenen Ohrenstuhl, aus dem überall schon die Seegraspolsterung herauszwängte, und fann mit seinem feineswegs alten Geist hin und her. Es wollte ihm gar nicht passen, daß er am Weihnachtsabend so ganz allein und ohne Festglanz sein sollte. Er hatte zwar in seinem unterften Kommodenfach noch einen ganz unwahrscheinlichen Schah verborgen, 300 Mart in schönen blauen Reichsbanffaffennoten mit der progigen forpulenten Germania darauf und dem wilhelmnischen KriegsschiffSpielzeug. Aber wenn er auch nur gelegentlich einmal eine Zeitung erwischte, soviel wußte er doch, daß er mit seinen 300 Mart sich nicht viel würde kaufen können. Immerhin, so finnierte er, müßte es doch möglich sein, sich etwas dafür zu beschaffen. Für Aepfel und Bferfferkuchen brauchte er nicht zu sorgen, denn der Berwalter hatte bereits angekündigt, daß die Stadt jedem Infaffen eine gute Handvoll Mepfel und auch einen Pfefferkuchen spenden würde. Der Einkauf. 3wei Tage vor dem Heiligen Abend ging der Alte auf den Behnachtseinfauf. Aber nach drei Stunden bes Herumgehens fam er zurüd, ohne etwas in Händen oder in den Taschen zu haben, tief enttäuscht und ergrimmt. So hatte er sich die Verhältnisse denn doch nicht vorgestellt. Er hatte es zunächst einmal auf ein Tannen bäumchen abgesehen, aber da war er schön angelaufen. 300, 400 und 500 Mark wollten sie von ihm haben, und als er sich endlich nicht mehr halten konnte, und feiner Entrüftung Ausdruck gab, da jagte so ein richtiger schnoddriger Kerl zu ihm:" Opapa, Du paßt nich in die Zeit. Ich man hin un laß Dir uf Deine ollen Tage ver: brennen. Da haft et noch mal scheen hell und warm." Was war da zu tun? Der alte Tischler saß wieder in seinem Stuhl und über legte. Dann flopfte er mit der mageren Hand auf die Lehne, ganz energisch. I wo, er ergab sich nicht so rajah. Daran war gar nicht zu denken! Er wird es noch einmal versuchen. Ein Bäumchen mußte er unbedingt haben, sonst war es eben fein Weihnachten. Am Tage ror dem Heiligen Abend war der Badere früh auf den Beinen und heraus. Aber er hatte sich feinen Blan anders zurechtgelegt. Baum, Bichte, Tabat und einen fleinen Seelenwärmer", den wollte er jekt gemeinsam taufen. Er ging allo von Laden zu Laden, vom Laden zum Stand und so fort. Das erste, was ihm glückte, war ein Bädchen Tabat. Das erhielt er für den unwahrscheinlichen Preis Dor 60 Mart, für, ihn allerdings eine gewaltige Ausgabe. Er war nämlich in einen fleinen Papierladen hincingeraten, denen Inhaberin, ein älteres Fräulein, auch von irgendeinem früheren Einfauf her ein paar Zigarren, Zigaretten und einige Päckchen Tabak hatte für den Fall, daß einmal etwas gefragt wurde. Hier erstand " 1 Sonntag, 24. Dezember 1922 17 liche Frau fam herangemalzt und sagte vertraulich:„ Na, alter H. wat woll'n Se denn jutwillig jeben? Se wissen ja, det is allen. een Jelejenheitsjeschäft vor uns fleene Leite und zu vaschenten han wa ooch nischt!" ,, a," sagte der Gefragte fühn, fünfzig Mart." „ Soll'n Wort sin, alter Herr," rief die Frau, da ham Ge'n, unt ' n paar Zweije noch dazu." Ueberglücklich zog er ab. Den Refi mußte er aber auch noch anlegen, und da es Heiliger Abend war, an dem doch alle Menschen ein bißchen weicher find als sonst, so fand er einen Destillationsrat, der ihm ein Quäntchen Rum für die restlichen fünfzig Mart ließ. Jm Sorgenstuhl der Weihnacht. er Und als dann ringsum diè Glocken zu läuten begannen und überall in den Häusern die Tannenbäume aufleuchteten, da fiel auch aus dem Altenstübchen Nr. 26 ein Teifer feiner Lichtschimmer auf die Straße. Der geliebte Ohrenstuhl stand dicht an dem Ofen und daneben eir. Tischchen. Auf dem stand, in eine Flasche gestedt, das Bäumlein, das ja eigentlich eine Krone war, geschmückt mit Engelshaar, Silberfugeln und goldenen Sternlein und dem blizenden Lichtlein. Darunter ein Teller mit sechs schönen refenwangigen Aepfeln, einem braunen Lebkuchen, einer Tafel Schokolade und dem großen Stück Napftuchen. Neben dem Teller ein Glas mit ampfen dem bräunlichen Getränk. In den Oyrenstuhl eingefuldheit saß unser Alter und entlockte, zum erstenmal feit langer Zeit, seiner Pfeife in wohligen Zügen große Dampfwolfen. Er lehnte sich zurück und bedachte ein stilles fleines Weihnachtsfest. War es ihm im Grunde nicht dadurch nur möglich geworden, daß fremde Menschen, er auch für das Bäumchen, das er noch immer nicht hatte, eine die er gar nicht kannte, fich seiner angenommen hatten? Bai das Docke filbriges Engelshaar, ein paar golbbezogene schimmernde wirklich notwendig im Lauf der Dinge? Den Alien im Lehnstuhl Sterne und ein Weihnachtslicht. Allerdings mußte er zu seinem übertam plöglich ein peinigendes Gefühl. War er nicht Zeit seines Uber freilich, mas Entsetzen dafür auch 40 Mart anlegen. Die größte Sorge machte Lebens fleißig und arbeitsam gewesen? ihm der Weihnachtsbaum, denn überall, wo er fragte, hörte er erarbeitet hatte, das war auch wieder drauf gegangen. Hatte er, ganz unmögliche Preile. Und ehe er den Baum nicht hatte, wollte hatten die hunderttausend anderen, denen es ebenso ging, nicht ein aber auf seine alten Tage ein bißchen ledrig geworden und bei dem geben zu werden, statt von einem gelegentlichen Aufwallen des Miter auch nicht an den Seelenwärmer" herangehen. Unser Alter war Anrecht darauf, am Fest der Liebe von ein flein wenig Liebe umHerumgehen auch vor jedem Bäckerladen stehen geblieben. Einen leids? Was hatte man sich zu der Zeit, als er jung war, alles für Pfefferkuchen spendierte ihm zwar die Stadt, aber so ein Stüd 300 Mart foufen können? Und jetzt mußte man beinahe betteln, Die arbeitenden richtigen Napffuchens, das gehörte doch zum Fest, und so tappte wenn man für 300 Mart etwas haben wollte. er endlich in einen Laden hinein. Der war voll von Käuferinnen. Menschen aber waren heute nicht weniger arbeitsam als früher. Gine dice Madam wirtschaftcte da mit zwei netten Berkäuferinnen Etwas stimmte nicht in der Rechnung. Es war ja doch gar nicht um hinter dem Ladentisch. Endlich war er an der Reihe, und da er die der Geschenke willen. Es war etwas ganz anderes. Man ließ eben Ohren gespitzt hatte, wußte er, wieviel er anzulegen hatte und was die Armen nur noch ärmer, die Einsamen noch weit einsamer werer bekommen würde, Hundert Mark wollte er ausgeben. Eigentlich den, weil man nicht Liebe genug hatte war es ja verrückt, denn für das Geld befom man früher 30 ganze Richtige. Die Menschen redeten in diesen Logen viel von Liebe und Napftuchen, aber je und je, die Welt war nun einmal so. Als er Friede, aber es waren doch nur Worte. Und dem Alten vor seinem der Verkäuferin seinen Wunsch sagte und sie auf die Seite ging, Bäumlein wurde plötzlich alles fo flar und einfach: Erst die werkfolgte er ihr und flüsterte dem Mädel verschmitt zu: Fräulein, tätig helfende Liebe der eigenen Klassengenossen, nicht jener Brozen, wenn es fein tann, einem alten einsamen Mann ein nicht zu fleines die großmütia in 23ohlfahrt machen. war imstande, den Menschen Stück!" Das Mädchen, das schon das Messer angesetzt hatte, sah auf, ein wahres Chriftfest zu bereiten. Jenes Chriftfest, um das die warf einen scheuen Blid zur Meisterin, rückte das Messer um das Pfaffen hochtönende Worte branden lassen, es wird aus ihrem Geiſte Doppelte weiter und schnitt heftig ab. Hochbeglückt ging der Käufer nicht entstehen. Es wird geboren aus der Gemeinschaft jener, die fich Brüder fühlen in Kampf und Not. aus dem Laden. Ein Tannenbaum. Als er heraustrat, ftreifte ihn ein Mann, der einen Tannenbaum trug. Da fel es dem Alten schwer auf die Seele. Bas hatte er nur getan? Er hatte ja seinen Weihnachtsbaum vergessen. Nun rechnete er nach und fand, daß er rund 100 Mart übrig behielt. Wenn er auf den„ Eeclenwärmer" verzichtete, müßte es doch toll zugehen, wenn er für das Geld nicht ein winziges Bäumchen bekommen follte. Da es aber fpät und der Wandersmann müde gemorden, verschob er den Baumeinkauf auf den nächsten Tag, den Heiligen Abend. Und an diesem legten Tage war es, als ob er gar fein Glüd mehr haben sollte. Straß' auf und Straß ab wanderte er, aber die Berfäufer wollten vom Nachlassen im Preise nichts wissen. Das Billigste war immer 200 Mart Hoffnungslos blieb er vor einem Stand stehen, vor dem eine hochelegant eingepelzte Dame fich einen munderschönen Baum ausgesucht hatte und ihn von dem Händler fofort in einer Hutsche, die das Mädchen mitgebracht hatte, befestigen ließ. Der Baum mochte wohl irgendwo einen verborgenen Anar haben, denn als der Händler ihn bog. gab es ein scharfes Splittern, und der obere Teil mit drei Zweigetagen brach ab. Bütend schleuberte der Mann den Baum beileite. In dem Augenblick trat der Afte hinzu und fragte bescheiden: Darf ich mir wohl die Spizze nehmen?" Der Händler, über den Verlust noch immer empört, brüllte ihn an:" Det Se sich nich unterstehen, den Boom angefaffen!" Der Alte prallte entsegt zurück. Jezi griff die Dame ein und sagte gönnerisch: Geben Sie dem Mann den ganzen Kram auf meine Rechnung. Schon wollte der Händler zugreifen, da hatte sich der Tischler gefaßt und sagte ruhig: Entschuldigen Sie, meine Dame, ich bin fein Bettler und nehme von Ihnen nichts gefchenft. Ich wollte von dem Händler auch nichts geschenkt haben." Die Dame tat gefränkt, der Händler aber stuzte und sah sich den Sprecher, der so ftola war, genau an. Dann rief er lauf: Marie, tomm doch mal und bedien Du mal." Damit wandte er sich brüst ab. Cine runt " Ja, das war wohl das Das alles tam wie ein Traum über den alten Mann, der weise geworden war in dieser Christnacht, als das Licht am Baum langsam berglimmie. WENESTI RUND ORIENT WENESTIV RUND ORANGE WENESTI RUND PRÜFEN SIE QUALITÄT U. PREISE UNSERER MARKEN WENESTI ZIGARETTENFABRIK A.G. BERLIN KARTELLFREI! 10000 LUXUS WENESTI RUNDI Schokolade Münzen Erfinder Giniauf von Brilanten, tassenweise wochentags von 4-7 nachm. Café Zielka Friedrichstr. 59,60, Ecke Leipziger Str. Mufti Anreg, g. Ber- Berlen, Smaragde, Blatin, Gold- und kauft Münzenhandlung bienftm. blet Brosch Silberbruch, fowie Uhren, Retten u. Ninge Ball, Wilhelmstraße 49. atat. 7. Erdmann à ce chapiro. Rene Röntofte 19a, im Laden. Berlin, Ric grizer Straße 71 Marken Jiate im kauft Markenhandlung nferate Worwarts Kosack, Burgstraße 18.fichern Erfolg! Brillanten Perlen, Edelmetall- Bruch tauft A. Fuss, haus Spittelm geöffn. 8-1 und 2-5 Uhr Seydelffrage 32 GLASS CAFKAHLBAUM AKT- GES BERLIN SEIT Kahlbaum Ditore Weine 1818 Die erste Nordsüdbahnfahrt. M Schwerverbrecher, der aller Wahrscheinlichkeit nach außer| Knaben und Mädchen, wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. anderen vielen Straftaten auch noch mehr Kapitalverbrechen auf Der Jugendchor und das Jugendorchester der Ortsgruppe des dem Kerbholz hat. Zentralverbandes der Angestellten sorgten mit gutem Gelingen für Jn 17 Minuten: Hallesches Tor- Seestraße. Erste Fahrt auf der neuen städtischen Nordsüdbahn! Um 5 Uhr Er hatte sich der Frau Hertel unter dem angenommenen fünstlerische Unterhaltung. Der Gipfel der Feststimmung wurde versammeln sich die Stadtväter: Berkehrs- und Tiefbaudeputation, Namen Robert Fröhning genähert, unter dem er hier in der erreicht, als den Kleinen die Geschenke überreicht wurden. Warme der Nordfüdbahnausschuß, Magistratsvertreter und Bauleitung. Die Charité und auch in Hameln i. W. im Krankenhaus gelegen hat. Sachen, Anzüge, Stoffe, dazu Pfefferkuchen und Aepfel bildeten die Frau Hertel hatte nun aus einem Krankenhaus in Köln- Lindenthal Gaben der hilfsbereiten Spender. Zum Bericht über die Weih= Bresse hat man nicht eingeladen( aber die weiß sich auch so zu helfen). einen Brief von einem Peter Elbers erhalten, in dem dieser sie nachtsbeicherung im 302. merden wir noch ersucht, mitzuDer Bahnhof Belle Alliance Plaz, drei Treppen tief, um Geld zur Befreiung des in die Hände der Fremdenlegion ge- teilen, daß 641 erwerbslose Verbandsmitglieder und deren Kinder schaut auf den ersten Blick noch etwas unfertig aus. Bald sieht man fallenen Fröhning ersucht. Dieser angeblich am 5. Oftober 1896 mit Gaben bedacht werden konnten. Inzwischen ist diese Zahl aber, daß das nur Schein ist, der trügt. Alles Wesentliche ist da. zu Eifen i.. geborene Peter Elbers ist, wie die Nachforschungen durch nachträgliche Anmeldungen, die noch berücksichtigt werden Mit einfachen Mitteln ist der Eindruck freundlicher Geräumigkeit ergeben haben, mit Fröhning personengleich. Der Täter hatte fonnten, auf annähernd 700 gestiegen. In Niederschönerzielt. Der Zug fährt pünktlich vor. Wagen der alten Hoch- und in der Wohnung der Ermordeten ein Paar alte Schuhe zurück- hausen fand eine Bescherung von 34 Drtsarmen durch den Untergrundbahn, neu aufladiert, in frischem Gewande. An der gelassen. Mit diesen Schuhen hat die Kriminalpolizei nun in allen aubentolonie Berein Alte Baumschule E. B." statt. Herbergen und Raschemmen nach dem Eigentümer gefahndet. Dabei In der von einem Vorstandsmitgliede gehaltenen Ansprache wurde Seite sind sie durch eine 25 cm Holzleifte erweitert, da der Bahnsteig wurde festgestellt, daß der frühere Besizer und vermeintliche betont, daß die Gaben, die der Berein heute den Armen gäbe, nicht schon für die neuen um so viel breiter und geräumigeren Wagen Fröhning ein Mann ist, der in Verbrecher freisen eine als Aimofen empfangen würden, sondern eine Gabe darstellen, die berechnet ist. Wir fahren von Bahnhof zu Bahnhof. Die Tunnel- große Rolle spielte. Besonders befannt war er in den Ka- mit freudigem Herzen den notleidenden Brüdern und Schwestern strecken sind vollkommen ausgebaut. Den Bahnhöfen sieht man an, chemmen dadurch, daß er„ Kollegen" Unterricht erteilte, wie man überreicht würde, um wenigstens einen kleinen Teil der Not zu daß fie in 14 Tagen aufgeräumt sein können, denn am 16. Januar Personen leicht und ohne Gefahr für sich fesseln fönne, so daß selbst lindern. Die Gaben selbst beftanden aus Kartoffeln, Mohrrüben, foll die Bahn dem Betrieb übergeben werben. Es Entfesselungstünftler fich nicht befreien fönnen. Diese Fesselung hat Kohl, Mehl, Bohnen, Zuder, Streichhölzern, Breßtohlen, Schuhfehlt nur noch der letzte Schliff. Auf die vornehme Berkachelung er auch bei der Frau Hertel angewandt. Die verschiedenen Kranten creme, einer Weihnachtsstolle, einem Geldgeschent und in einer Befreilich mußte verzichtet werden. Nur der Bahnhof Leopoldplay, häuser hat der Berbrecher anscheinend immer nur aufgesucht, um wirtung mit Raffee und Kuchen. eine Zeitlang unterzutauchen. Er verschwand aus ihnen immer oben am Wedding in der Nähe des Krematoriums, hat noch das wieder heimlich kurz vor der Operation, die feines Ohrenleidens fonnte durch Vermittlung des Bezirksamtes 660 bedürftigen 3m Verwaltungsbezirk Wedding Glück gehabt, so früh gebaut zu werden, daß man sich die Kacheln wegen vorgenommen werden sollte. leiften fonnte. Jeder Bahnhof hat seine besondere Farbe, Mer über diesen Menschen, der noch vorgestern in Rindern aus einer Spendensammlung eine Weihnachtsfreude damit der Fahrgast sich schon halb im Schlaf, und selbst am frühen Berlin war und mit seinen Spießgefellen in die Gegend von bereitet werden. Gesammelt wurde besonders in Großbetrieben, und Morgen, wenn's noch schwer fällt, zurechtfinden kann. Bernau fahren wollte, um Treibriemen zu stehlen, irgendwelche den größten Teil des Gesamtertrages lieferte die Arbeiterschaft selber. An der Leipziger Straße führt eine lange Treppe zur Mitteilungen machen fann, wird unter Hinweis auf die ausgesetzte Auch aus Norwegen fam ein erheblicher Geldbetrag, der von alten Untergrundbahnstrecke, die die neue im 3uge Legimener und Dr. Roch zu wenden, die auch während der schenke, hauptsächlich leider, Bücher und Spielzeug, wurden den Belohnung ersucht, sich unverzüglich an die Kriminalkommissare Arbeitern einer dortigen Fabrit beigesteuert worden war. Die Geder Mohrenstraße kreuzt. Bahnhof Friedrichstraße Feiertage ununterbrochen die Nachforschungen nach den Mördern Familien durch die Pflegerinnen des Bezirksamtes ins Haus ge unter der Stadtbahn ist mit dem knappften Raumausmaß zum fortfeßen. tragen, so daß die Eltern den Kindern daheim einen WeihnachtsUebergang auf die Stadtbahn ausgebaut. Aus dem tisch herrichten fönnen. Bei Gelegenheit einer vom Bezirksjugendamt am Sonnabend veranstalteten gemeinsamen Weihnachts= Stadtbahnbogen an der Georgenstraße schauen wir aus dem Dunkel feier erhielt dort jedes Kind noch eine Stolle samt Aepfeln und in den Betrieb der Werkstatt. Im ganzen 17 Minuten wird man Pfeffernüffen. Die Feier, an der auch viele Eltern teilnahmen, von der Geestraße bis zum Halleschen Tor fahren können. Und es fand als musikalisch- deflamatorischer Unterhaltungsabend in dem soll nicht viel teurer werden als die alte Untergrundbahn. Da ein schönen Saal des Berufsschulhauses in der Grünthalerstraße statt. großer Teil der Bahn früher gebaut ist, spielt Berzinsung und Der Dezernent des Bezirksjugendamtes, Stadtrat Rulisch, geAmortisation des Kapitals heute faum noch eine Rolle. Biel ratiodachte in seiner Begrüßungsansprache der Spender, im besonderen neller ist die Untergrundbahn natürlich als die arme Straßenbahn, der Freunde aus Norwegen. Ein fleiner Sängerchor und ein ziem fich startbefehtes Jugendorchester, beide unter Leitung des Jungfür die jeder gute Berliner jetzt Fachmann ist, und auf die er darum auch alle Tage weidlich schimpft. Ihre Verwaltung rechnet, daß fie lehrers left, erfreuten durch ihre Vorträge. Das Jugendorchester mit 500 Mann weniger auskommen wird, wenn die Nordfüdbahn besteht nur aus schulpflichtigen Anaben, meit aus solchen der Boltsfie„ entlastet". Dafür wird die neue Bahn im ganzen etwa 180 Mann schulen. Den brav geigenden fleinen Mujifanten war es sichtlich eine Freude, zum Gelingen der Feier beitragen zu fönnen. Unter beschäftigen, also den dritten Teil. Kein Wunder, daß man sie den Gästen waren Männer und Frauen aus der Jugend- und Wohlrentabel machen, ja Ueberschüsse aus ihr erzielen kann. fahrtspflege des Bezirfes, an ihrer Spike der Bürgermeister Leid. Uebers Hallesche Tor hinaus geht der U.- Tunnel bis zum Raiser Friedrich Play am Beginn des Hasenheide. Im Laufe des nächsten Jahres wird auch dieses Stüd betriebsreif werden. Dann fehlen nur noch 1200 Meter Berbindung bis zum Neuköllner Tunnel, der vom Hermannplatz bis zum Ringbahnhof führt. Diese 1200 Meter Verbindungsstrede müssen um jeden Preis gebaut werden. Sie erst erschließen den Rest der Strecke, der allein nicht betrieben werden fann, und verbinden den industriellen Norden mit der Arbeiterstadt Neukölln. Ein neuer Frauenmord. Erstochen und erwürgt. Eine Zur Linderung der Not. Weihnachtsfpenden des arbeitenden Bolles. Die Zahl der Weihnachtsfeiern ist in diesem Jahre in Berlin außerordentlich groß gewesen. Hervorzuheben ist die tatkräftige Hilfe, die die selbst mit der Not der Zeit ringenden Arbeiter und Angestellten mehrerer Behörden, Werke und Großfirmen ihren not leidenden Klaffengenossen zuteil werden ließen. So gedachte die Arbeiterschaft der EisenbahnHauptwertstatt Berlin 2, wie alle Weihnachten, auch in diesem Jahre der Altpensionäre und Witwen. In der Kantine der Werkstatt fand eine Weihnachtsfeier für etwa 160 Altpenfionäre und Eisenbahnermitmen statt. Durch musikalische Vorträge, Gesang und Rezitation wurde für Unterhaltung gesorgt. Jeder der Anwesenden erhielt dann ein gutes Mittagessen. Infolge der ungeheuren Geldentwertung war es leider nicht möglich, diefe notleidenden Veteranen der Arbeit so zu unterstügen, wie es notwendig gewesen wäre. Es und Kantinenüberschuß aufgebracht wurden.- Eine freundliche und wurden im ganzen 262 400 m. ausgegeben, die durch Sammlung reichliche Weihnachtsbescherung veranstalteten auf Anregung ihrer Betriebsvertretung die Angestellten und Arbeiter ber Firma Hermann Gerson in den Musikerfestfälen. 45 Kinder, Dob Yogabil einer Haubfran 23. Dezember. Weihnachten steht nun vor der Tür. Heute wird mein Mann den Baum zurechtmachen. Die Kinder sind dabei behilflich und reichen den Baumschmud zu. Werner freut sich, ist bald hier, bald da und bricht auch mal etwas entzwei. Dann tam als WeihnachtsDorfreude der Basmann und erleichterte uns um 1186 Mart. Aber es ist doch nicht anders, was man verbraucht hat, dafür muß man auch bezahlen. Ich habe jetzt noch reichlich zu tun, denn die Arbeit wird ja nie alle. Meine Ausgabenrechnung ist heute ziemlich hoch, es gab Grießbrai, Kartoffelm mit Bulctten, so darf es nicht alle Tage gehen: 3 Liter Mild. 1 Bfund Fleisch. 1 Brot 142,50 M. 300, 286, Gasrechnung 1186, Alaun, Zahnpulver 30, Lametta 50, Lichte Kleinigkeiten 400, 70.Bei den Kindern ohne Religion". Die von der Freien Schulgemeinde Kreuzberg" nachtsfeier im großen Saal des Gewerkschaftshauses fand eine ers für ihre vom Religionsunterricht freien Rinder veranstaltete Weihfreulich starte Beteiligung von Kindern und Eltern. Kinder und Jugendliche sorgten für die Unterhaltung und waren mit Eifer und Erfolg bemüht, ihre Sache gut zu machen. Durch Gesangsvorträge und Rezitationen wehte der Geist des Dichterwortes:„ Der Heiland ist noch nicht erstanden, der in die Welt die Freiheit bringt". In einer Ansprache wandte die Gemeindeschullehrerin Beck fich gegen die irrige Ansicht, daß eine Weihnachtsfeier ohne Religion nicht möglich sei. Schulen veranstalten Weihnachtsfeiern mit start religiöser Färbung, unbefümmert um die vom Religionsunterricht befreiten Rinder. Demgegenüber zeigt die Weihnachtsfeier der Freien Schul. gemeinde, daß den Kindern auch zu Weihnachten teine Freude verloren zu gehen braucht, wenn sie vom Reli gionsunterricht sich ausschließen. Freude und lauter Jubel erregten bei der im Gewerkschaftshaus versammelten Kinderschar besonders die aufgeführten Weihnachtsfestspiele, die gut eingeübt waren und in überraschend flottem Zusammenspiel trefflich gelangen. Manch mal war das, was da auf der mit einfachsten Mitteln hergerichteten Bühne geboten wurde, dem natürlichen Spiel von Kindern so ähn lich, daß man den Eindruck voller Echtheit hatte. Es entspricht ganz' den Anschauungen neuerer Pädagogik, daß die kleinen felber als Schaffende und Gebende vor die Zuhörerschaft hintreten durften. Wünschen muß man, daß für solche Weihnachtsfeiern der Religionslojen eine reichliche Auswahl geeigneter Weihnachtsfestspiele zur Verfügung stände. Wann schafft ein begnadeter Dichter uns ein nid) treligiöses Sonnenwendmysterium, das von aufstrahlendem Licht und beglückender Freude erfüllt ist und hinter der chriftlichen Weihnachtssage an Romantik und Lieblichkeit nicht zurüdsteht? " Ein neues Rapitalverbrechen rief den Mordbereitschaftsdienst gestern nachmittag nach dem Grunewald. Dort war von einem Spaziergänger in einem stark bewaldeten Teil, halbwegs zwischen der Bahnstation Stadion und dem Rennplay Ruhleben, ungefähr 300 Meter von der Chaussee entfernt, die Leiche einer Frau aufgefunden worden, die eine flaffende Schnittwunde im Geficht hatte. Von der Berliner Kriminalpolizei begaben sich die Kriminalfommiffare Galzow und Bünger mit ihren Beamten und der Gerichtsarzt Dr. Straßmann jun. an den Fundort. Die Besichtigung ließ erkennen, daß die Frau zweifellos das Opfer eines Verbrechens geworden ist. An der linken Gefichtsfeite hatte sie eine tiefe, von der Nase bis zum Mund reichende Schnitt. oder Stichwunde und um den Hals einen blauroten, weiß neftreiften Schal, mehrmals festgeschlungen. Wie der Arzt feststellte, trat ihr Tod wahrscheinlich durch Erstidung infolge der Erdrosfelung mit dem Schal ein Der Fundort ist nicht der Tatort gewesen. Dieser befindet sich auf einer Anhöhe in der Nähe, wo In Nr. 591 des Vorwärts" vom 15. Dezember war mitgeteilt viele Spuren erfennen lassen, daß die Frau dort von dem Täter worden, daß ein ehemaliger Zögling des Waisenhauses Rummels niedergestochen worden ist. Das Werkzeug, ein abge= burg, der heute in Hoboken( Amerika) lebt, dieser Anstalt eine Das brochenes Rüchenmesser, wurde nach gefunden. Million Mart zur freien Verfügung überwiesen habe. große Bluthpur zeigt, daß die Frau dann noch etwa 30 meter die Nachrichtenamt der Stadt Berlin gibt nun folgenden Brief beSchlucht hinuntergelaufen und dann an einem Baume zusammenfannt, den der Spender an das Waisenhaus sandte:„ Werte Waisengebrochen ist. Vielleicht ist sie auch dort von dem Täter eingeholt hausverwaltung! Da wir in Amerita im allgemeinen lesen, daß die und abermals niedergeschlagen worden. Dieser hat ihr endlich den Im Laufe des Tages fam dann noch etwas Freudiges. Eine Waisenhäuser in Deutschland sehr der Unterstützung bedürftig sind, Schal um den Hals geschlungen und, wie eine Schieiffpur und verfchöne Geldspende der Vorwärts"-Redaktion als Entgelt für die möchte ich meinem lieben Waisenhaus in Rummelsburg bei Berlin fchiedene Knöpfe und andere Sachen, die die Tote dabei verloren täglichen Berichte aus meinem Tagebuch. Ich war hocherfreut und und den Kindern eine fleine Freude zu Weihnachten bereiten. Ich hat, zeigen, nach der Schlucht hinuntergeschleift. An einem wußte zuerst gar nicht, was ich sagen sollte. Nun fann ich doch möchte Sie bitten, diese Summe nach Ihrem eigenen Gutachten zu Baune der Rennbahn wurden auch noch zwei blutdurchtränkte Hand- noch etwas für die Kinder und uns Großen faufen. Ich habe mich verwerten. Mit Gruß von einem ehemaligen Waisenknaben aus fchuhe aus Ramelhaarwolle gefunden, die fehr start geftopft find. felten so gefreut. Es war ein richtiger Sonnenstrahl zum Beih- bem alten Hause." Es ist ganz besonders erfreulich und dankens Diese scheinen Eigentum der Toten gewesen zu sein. Ein blut nachtsfest. Wir geht es nun gut, und ich fann mir denken, daß es wert, daß aus den Reihen der ehemaligen Kameraden den Waisen durchtränktes Taschentuch, das an dem Baume, wo die Ermordete viele Leser und Referinnen gibt, die nicht aus den Sorgen heraus findern Freunde und Helfer erstehen. Sind doch die finanziell zufammengebrochen ist, gefunden wurde, scheint dagegen dem Täter ein so fröhliches Fest haben werden wie ich. Werden sie neidisch schwer bedrängten Gemeinden fcum noch in der Lage, ihre hilfs. gehört zu haben. Es ist dies ein weißes Herrentaschentuch, das in fein, nachdem sie drei Wochen hindurch meine Haushaltsrechnung bedürftigen Kinder ausreichend zu versorgen. rotem Plattstich die Buchstaben M. R. trägt. Ueber den Täter gelesen haben? Gewiß mag es einigen beffer gehen als mir, aber fehlt noch jede Spur. Ber diefen; wahrscheinlich am Freitag abend, unendlich vielen noch schlechter. Wenn ich jetzt schließe, wünsche ich in Begleitung der eben beschriebenen Frau im Grunewald oder in auch diesen, daß ihnen das neue Jahr Besseres bringen möge, und der Nähe gesehen hat, wird unter Hinweis auf die ausgefeßte Bevor allem den Mut, tapfer zu bleiber.. Allen aber zuerst ein frohes lohnung von 20 000 mart ersucht, sich unverzüglich bei den Weihnachtsfest. Kriminalfommiffaren Galzow und Bünger im Zimmer 88 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Auch an den Feiertagen werden Nachrichten von den Beamten zu jeder Zeit entgegen genommen. Die Feststellungen der Mordlommission in der Mordfache Hertel haben eine überraschende Wendung ergeben. Der Täter, der sich bis jetzt der Festnahme entzogen hat, ist ein gewerbsmäßiger CANDE " Busammen 2164,50 W. Ein Raubüberfall wurde vorgestern abend auf den Stadtverord neben Genossen Mag Remniß, als er auf dem Nachhausewege den Nettelbedplay passierte, verübt. Genoffe Remnik wurde. niedergeschlagen und fanf bewußtlos zu Boden. Ihm wurden Brieftasche, Uhr und Attenmappe geraubt. In der Die Berliner Hausfrau, die ihr Tagebuch für den Vorwärts", Mappe befanden sich Schriftstücke, die für den Zentralverband der wie vorgesehen, mit dem heutigen Tage abschließt, hat in ben mehr Töpfer, beffen Ortsleiter Genosse Remntz ist, unerfeßlich, für andere als brei Bochen, in denen die Leser ihre Wirtschaftsführung der Personen aber gänzlich wertlos find. Der lleberfallene bittet da folgen fonnten, 38 936,50 2. ausgegeben. Eine zufammenfassende her den oder die gegenwärtigen Befizer diefer Papiere, fie nicht zu und abschließende Betrachtung über diese 23 Tage Kampf mit den vernichten, sondern sie ihm nach seiner Wohnung, Schliemannstr. 28 Breifen wird der Vorwärts" in wenigen Tagen veröffentlichen. oder nach dem Verbandsbureau im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Aufgang C., Zimmer 96/97, zu fchiden. " Die Redaktion. Lave Sigaretten Don bekannter Oute Geschlechtskranke Syphilis, Männerschwäche, Frauenleiden. Hart. näckige veraltete Ausflüsse tinden schnelle Hilfe ohne Berufsstörung durch Phorosanos neues deutsches Reichspatent Tausende, auch die schwers.en Fälle, die anderweitig jahrelang ohne Erfolg behandelt waren, wurden d Phorosanos kurz ristig geheilt. Täglich viele Danksarungen u Dankschreiben. Untersuchung und Aufklärung kostenlos. Tellzahlung. Gewissenhafte ärztHiche Leitung. Phorosanos Hellanstalten: Potsdamer Str. 109, nahe Steg itzer Str., Brunnenstr. 191, Getrennt für He ren und Sprechst. 10 bis 7 Uhr tägl. Sonntags 10-12 nahe Rosen ha er Platz Damen. Kreuz, Si.ber Seehundjacken, Zobel- Füchse zu wirklich billigen Preisen. J. Jägermann, Prinzessinnenstr. 14,.Ecke Oranienstraße, am Moritzplatz.- Telephon: Moritzplatz 151 05. PELZWAREN Kreuzfüidise, Silberfüchse, Alaska-, Zobel-, Weißtüchse, Wölle Seal- Elektrik- Mäntel, un Auffallend billig Extra- abielluns in Herren- u.Damenkonfektion. Keine Lombardware: Leihhaus Moriizplatz 58a. Zuckerkartenbelieferung. Eine dänische Journalistenspende. Kopenhagener Mitglieder des Berlagsgenossenschaft Freiheit". Wir weisen die Genossen der Die Zuderkontrollstelle für Groß- Berlin macht das Bublifum Dänischen Journalistenverbandes haben einen Ge- Berlagsgenossenschaft Freiheit" darauf hin, daß den Anteilzeichnern, die und die Einzelhändler darauf aufmerksam, daß der Sonderabschnitt B samtbetrag von 1133 Kronen( etwa 1½ Millionen Mart) gesammelt, ihre Anteilscheine zum 31. Dezember d. J. gekündigt haben, der Betrag in den erfien Januartagen durch Postscheck zugeht. Die bisherigen Bureauräume per Buderfarte für dieſen Monat nicht beliefert wird. Im Monat die für bedürftige deutsche Journalisten bestimmt stronprinzenufer 27 find geschlossen; alle etwaigen Zuſchriften find zu Dezember darf Zucker nur auf die beiden Abschnitte A und B sowie find. Der Betrag ist nach den Bestimmungen der Spender durch richten an den Vorsitzenden des Aussichtsrates S. Koppe, auf den Sonderabschnitt A mit insgesamt 3 Pfund Zuder geliefert den hiesigen dänischen Gesandten Graf Molite dem Reichsverband R 113, Rodenbergstr. 27. der deutschen Presse", dem Verein Arbeiterpresse", fowie Die Juristische Sprechstunde fällt am Mittwoch, den auf besonderen Wunsch eines Gebers einem einzelnen Zeitungsillustrator übergeben worden, so daß die Spende noch rechtzeitig zum 27. d. 2., aus. Weihnachtsabend zur Verteilung gelangen fonnte. werden. 27 Im Prozeß Klante wurde nach erregtem Wortgefecht zwischen der Berteidigung und dem Vorsitzenden wegen der Haft Ein Frauenmord in Königsberg. In ihrer bei Königsberg im entlassung des Angeflagten Profeffor Dr. Strauch Die Milch wird nicht teurer. Das Ernährungsamt der Stadt Borort Juditten liegenden Wohnung wurde die sechzigjährige über Klantes Krankheit vernommen. Er bezeichnete ihn als einen Berlin teilt mit, daß auch für die am Montag, den 25. Dezember Witwe eines Bahnassistenten von Oldenburg mit gefesselten haftunfähigen Menschen, dem die Teilnahme an einer dieses Jahres beginnende Woche der Preis für Vollmilch wie Händen und Beinen unter dem Bett ermordet aufgefunden. fagelangen Gerichtsverhandlung, während der er sich zudem in Haft bisher 190 m. je Liter, für in Berlin gewonnene Magermilch Da anscheinend nichts geraubt ist, bleibt der Beweggrund zur Tat befinde, unmöglich sein müsse. Der Gefängnisarzt Dr. Hirsch 90 m. je Liter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 60 m. je noch unflar. schloß sich diesem Gutachten voll an. Nach kurzer Beratung faßte Liber beträgt. das Gericht den Beschluß, dem erneut gestellten Haftentlassungsontrag des Rechtsanwalts Bahn nicht flattzugeben, weil trop des Krankheitszustandes Flucht verdacht bestehe. Das Gericht sei der Ueberzeugung, daß Klante bei gutem Willen fehr wohl verhandlungsfähig sei, er. wolle aber diesen guten Willen nicht aufwenden, sondern die soweit vorgeschrittene Sache, die für ihn ungünstig stehe, zu Fall bringen. Die Berhandlung wurde daraufhin auf Mittwoch früh 9½ Uhr vertagt. Für das Berliner Rettungswesen hat der von der Gesundheits heputation eingefeßte Ausschuß eine Regelung getroffen, die auch den Wünschen der Aerzteschaft genügen dürfte. Den Aerzten soll eine Entschädigung von 40 oder 50 Proz. des Gehalts der Gruppe gewährt werden, so daß auf jeden diensttuenden Arzt je nach der Länge der Dienstzeit eine entsprechende nach dem Gruppenfah steigerungsfähige Entschädigung von 400 000 bis 500 000 m. entfällt. Dabei fönnen die Aerzte felbft beftimmen, ob in jeder Rettungsstelle 4 oder 5 Aerzte tätig sein sollen. Danach wird sich has Ausmaß der Dienstzeit, die aber pro Tag nur vier Stunden im Höchstmaße betragen foll, regeln, so daß die Aerzte daneben noch Privatpragis betreiben fönnen. Die Rettungsstellen sollen in Uebereinstimmung mit den Bezirksverwaltungen auf das nötige Maß vermindert werden. Dem Magistrat wird nunmehr vom Ausschuß diese Neuregelung, die nahezu einstimmig beschlossen wurde, vorgeschlagen werden, damit sie zum 1. Februar 1923 in Kraft treten fann. Für den 78jährigen Arbeitsinvaliden Franz Kleber, Steffiner Str. 46, gingen meiter ein: M. T. 6000. M. S. 100.-. Summa 6100.Rette Duittung 2770 und 6100= 8870 m. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für die Vorstellung im siller heater( Die fünf Frankfurter) wird ein Zuschlag von 30 m. erheben. Montag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachmittags 3, Uhr. in der alten Garnisonfire, Neue Friedrichftraße, 3. Feftfonzert Weihnachtliche Mufit", 2. Serie, rote Karten. Dienstag, den 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag), nachm. 33% Uhr, in der Alten Garnisonfirche 3. eftfonzert„ Weihnachtliche Mufit", erite Serie, gelbe Karten. Für beide Konzerte wird ein Zuschlag von 20 m. pro Karte erhoben. Einzelfarten zum Preise von 35 M. pro Stüd sind in der Cafriftei zu haben. Mittwoch, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag). abends 7%, Ubr, in der Lazaruskirche, Romintener Straße, Weihnacht Iie Musik". Starten zu 35 M. find noch in der Safristei zu haben. " Die Borwärts- Buchhandlung, Lindenstraße 3, ist heute von 1 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. 6 Senff- Georgi wird nur am zweiten Feiertag, abends 8 Uhr, im Beethoven- Saal fein lustiges Schlagerprogramm Durch Did und Dünn" zum legtenmal darbieten. SP Die Weihnachtsausstellungen in der Lindenstr. 3 und im Jugendbeim NO, Christburger Str. 14, sind heute, am Sonntag, den 24., noch in der Zeit von 1-4 Uhr geöffnet. Eine Weihnachtsfeier mit auserlesenem Brogramm veranstaltet das Bezirksamt Friedrichshain am Mittwoch, den 27. Dezember, 28 Uhr, in der Lazarus- Kirche, Romintener Straße. Qualitätraucher BATSCHARI Die Verlobung ihrer Tochter Christel mit Herrn Willi Schmidt zeigen an Weihnacht 1922 H. Maybauer u. Frau Frida geb. Modigell Christel Maybauer Willi Schmidt Verlobte. Verein Berliner Buch drucker u. Schriftgießer Der Beitrag beträgt ab 31. De zember 1922 für Vollmitglieder 500 M., für Gewerkschaftsmitglieder 405 m., für Invalidengen) 90 M., und ift erstmalig zahltassenmitglieder(§ 6a der Satzunbar in der Woche bis 30. Dezember. Der Gauvorstand Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Montag, 25. Dezember( 1. Weihnachtsfelertag), im Saalbau Friedrichshain: Die Verlobung unserer Tochter Erna mit Herrn Hermann Kiene zeigen hiermit an Hermann Kotlarski u. Fran Krause Ausbau der Pianos Kinderfürsorge zur Alt- Metall- Miete Ankauf zu höchst. 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Camnitzer, 8 1250 1450 1400 140 1450 1650 1600 160 " 180 Kunstabend des U.E.G.- Bezirks bestehend in Konzert, Gesang, 9 Rezitation und Tanz. 10 über 1650 1800 Billetts à 80 M. find an der Rasse zu haben. Drittel bes in Stufe 1 feftgefesten Beitrages. Lehrlinge ohne Entgelt zahlen zwei Mitglieder, deren Grundlohn die bisher Achtung! Außenmonteure. bei ber Rafie vorgeschriebene Höchftgrenze übersteigt, haben auf bie ihrem neuen Dienstag, 26. Dezember( 2. Weihnachts Grundlohn entsprechenden höheren Raffenfeiertag), vorm. 10 Uhr, im Verbands- leiftungen erit vom 43. Tage nach bem haufe( Sigungssaal), Linienstraße 83-85: 3ntrafttreten bez Aenberung, also vom 5. Februar 1923 ab Anspruch. BerficheAußenmonteur- Berfammlung. rungsjälle, die bei Intrafttreten diefer Vorschrift bereits eingetreten find, werden Tagesordnung: 1 Ausfprache über hiervon nicht berührt. Die prinzipielle Aenderung der Felt Bom 11. Dezember 1922 ab unterfegung der Auslösungsfähe. 2. All- liegen der Krantenversicherungspflicht Bert gemeine Monteurangelegenheiten. meister, Betriebsbeamte, Technifer, HandDas unbedingte Erscheinen aller lungs und Apothekergehilfen und sonstige Ungestellte in ähnlich gehobener Stellung auswärtigen Monteure ift Pflicht. sowie Orchestermitglieder, Lehrer, HausDonnerstag, 28. Dezember, abends gewerbetreibende, wenn ihr regelmäßiger 7 Uhr, in der Brauerei Rönigstadt, Jahresarbeitsverdienft 720 000. nicht übersteigt Diefe Personen find fofort Schönhauser Allee 10/11: wieder als Pflichtmitglieder zur Krantentigten bleiben ohne Beschräntung der Ber Beider Bauschlosser und der Betriebe bienftgrenze versicherungspflichtig tragstabellen mit den neuen Grundlöhnen für gelochte Bleche. 1. Bericht der und Beiträgen ftehen ben Arbeitgebern Branchenfommiifion. 2. Neuwahl des unentgeltlich im Raffenlotal, Schalter 10, Branchenvertreters. 3. Berschiedenes. zur Berfügung.. Das Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Branchenversammlung affe anzumelden. Die übrigen Beschäf Tagesordnung: 137/9 Mitgliedsbud) legitimiert R. Engelhardt, Die Ortsverwaltung. 175/8 Berlin- Wilmersdorf, 15. Dezember 1922 Der Borstand Fr. Wiemann, Schriftführer. Borfizender. Schönh. Allee 82, Ecke Wichertst. Hochb. Nordr. Auf Wunsch Zahlungser leichterung Aufklár. Buch m. 50 Bild. über uns hilfebring Orig. System daas" b. Rückgratverkrümm hoher Schulter u. Hüfte( keine Berufsstörung) Zu bezieh. geg Eins. von 5 M od. Nachn. von Franz Menzel, Berlin W 7, Magdeb. Str. 25 Willst du Arbeitsnadiweisgefciz Winter mit Nebenbeftimmungen erläutert von Dr. jur. et phil. BERGER Oberreglerungsrat im Reichsarbeitsminifterium und W. DONAU Regierungsrat im Reichsamt für Arbeit.vermittlung En unentbehrliches Hilfsmittel für Behörden, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur praktischen Einführung u. Anwendung des felt 1. Oht. d. J. in Kraft getretenen Gefetzes. Preis M. 1300 BUCHHANDLUNG VORWARTS, BERLIN SW, LINDENSTR. 2 A BC Stillegung einer eleffrischen Kreisbahn. Die Stadtverordneten versammlung in Düren lehnte einstimmig die Weiterführung des Betriebes der elektrischen Kreisbahn der unerschwinglichen Soften wegen ab. Algemein kam das Bedauern über die bittere Wirtschaftslage und den Untergang eines so wichtigen Werkes zum Ausdrud. Wetter bis Montag mittag. Ziemlich mild, zeitweise heiter, aber beränderlich. Im weftlichen Küftengebiete leichte Regenfälle, sonst meist roden, bei frischen südlichen bis südwestlichen Binden. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! bevorzugen stets CIGARETTEN Die elegante Mey's Stoffräsche fürden Weihnachtsfifch Keine Waschund Plättkosten Mey& Edlich, Leipzig- Plagwitz Bezugsquellen werden nachgewiesen. RADBRUCH Kulturlehre des Sozialismus Preis 300- M. Buchhandig. Vorwärts SW 68, Lindenstr. 2 Max Busse Neu eröffnet! Gegründet 1878. Ankaufsabteilung für Neu eröffnet! Gold-, Silber-, Platin- I joppen Brillanten kaufen, mußt zu Hosen- Anders laufen. A. 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Inspektion Nord: Platz 1 Reinickendorf- West, Aug.- Vikt.- Allee 16( Fernapr. Refa. 3513). Platz Ia Tegel, Velthstr. 5( Fernspr. Reinickendorf 8318). Platz 2 Reinickendorf- Ost, Granatenstr. 31( Fernspr. Rein. 3315). Platz 8 Reinickendorf- Ost, Kopenhag. Str. 92( Fernspr. Rein. 3515). Platz 4 Niederschönhausen, Kaiser- Wilhelm- Str. 25. Platz 5 Pankow, Wilh.- Kuhr- Str. 82. Inspektion Ost: Platz Rummelsburg, Hauptstr. 4( Fernspr. Lichtenberg 1020), Platz 2 Karlshorst, Dönhoffstr. 80( Fernspr. Lichtenberg 1020). Platz 3 Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 9( Fernspr. Lichtenb. 1020). Inspektion Südost: Platz 1 Adlershof, Radickestr. 35( Fernspr. Adlershof 234). Platz 2 Niederschönewelde, Grünauer Str. 12( Fernspr. Adlershof 234). Platz 8 Oberschöne weide. Luisenstr. 33( Fernspr. Oberschöneweide 3317). Platz 4 Friedrichshagen, Friedrichstrasse 96-97, Inspektion Süd: Platz 1 Neukölln, Oberhafen, Köllnische Allee( Fernspr. Neuk. 9918). Platz 2 Tempelhof, Kais.- Wilhelm.- Str. 15, Ecke Werderstr.( Fernspr. Südring 3445). Platz 3 Marlendorf. Rathausstrasse 60-72( Fernspr. Südring 8445), Platz 4 Britz, Chausseestrasse 50. Inspektion West: Platz 1 Schmargendorf- Wilmersdorf, verläng. Falkensteiner Str.( am Bahnhof Schmargendorf). Fernspr. Rheingau 1379. Platz 2 Charlottenburg. Spreestrasse 60, an der Caprivibrücke. Inspektion Nordwest: Platz 1 Spandau. Südhafen, an der Schulenburgbrücke. Auf Wunsch Vertreterbesuch. Berliner Brennstoff- Zentrale G. m. b. H., Berlin W. 9, Linkstrasse 25. Fernsprecher: Nollendorf 8986-8369. Magistrat Berlin 083. Schlesische Str. Zahngebisse kauft 550000 Gold-, Silber-, Platin- ,, Schmelze Christionat 39 Köpenicker Str. 3 Schlesisches Tor bis M. u. sämtliche Metalle 1 Fahrgeld. Vergütung! HaltestelleAdalbertstr. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Geschlossen Montag 6 Uhr: Carmen Volksbühne Heute geschlossen Montag u. Dienstag 72 Uhr: Dienstag 6 Uhr Mein Leopold Auber Abonnement Tannhäuser Lessing- Th. Schauspielhaus Geschlossen Königin Christine 1 u. 2. Feiertag 7 Montag u. Dienstag Mittwoch 7% Der 7% Ur Hidalla Biberpelz Deut. Künstler- Th. Deutsch. Theat. Montag u. folg.Tage Heute geschlossen 7% Uhr: Montag 2: Frah- Käthe Dorsch in: lings Erwachen 1 U.: Der lebende Leichnam Großmama Weihnachts- Spielplan der Meinhard Bernauer- Bühnen Theat der KöniggrätzerSt. Komödienhaus Berliner Theater Am 1., 2. and 3. Feiertag, 8 Uhri Das Schauspiel: Savonarola Zehn Szenen nach Gobineau. Musik von W. v. Baizow Am 1. und 2. Feiertag, naohm. 2 Uhr ( kleine Preise): Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler Urania Heute geschossen. Theater 8 U: ( Alexander Moissi) Residenz- Th.m Kampi m. dem Dienst 22: Kabale und Liebe 7 Uhr: Hamlet ( Alexander Moissi) Täglich 8 Uhr Berge auch Weihnachten: Dienst.. Theat. 8 U.: Ibsen- Zyklus Kammerspiele Hedda Gabler Heute geschlossen Tilla Dorieux Montag 2% Das 7: Schöne Frauen Vesuv u. Pompeji KI. Saal 8 U.: Aus der Wunderwelt des Mikroskops Casino- Theater Glas Wasser Trianon- Th. Der neue Schlager! 8 Uhr: Dienstag 2: Raub Täglich 8 Uhr Mollers Prinzeßchen der Sabinerinnen auch Weihnachten: 7 U: Trommeln in der Nacht Gr.Schauspielh. Lissi die Kokotte Pers.unter 18 Jahren ( Karlstraße) haben keinen Zutritt Heute geschlossen Montag 22: Das Schwarzwaldmädel Kleines Th. Apollo- Theater 7 Uhr: Orpheus Tägl. 8 Uhr in d. Unterwelt auch Weihnachten Dienstag 2: Das Schwarzwaldmädel 73 Uhr: Orpheus Die Unin d. Unterwelt moralischen Theater i. d. 1. u. 2. Feiertag 4 U: Königgrätz. Str. Nur ein Traum An den Feiertagen Central- Theater 8 Uhr Das grandiose Schauspiel aus der 7 Uhr Renaissance: Der Bigamist Rus isches Romantisch.Theater Telephon: Kurf 696 Russ. Ballett vom ehem kaiserl. Theatin Petersburg Regie Boris Romanoff Anf.7%, Ende 101 U Am 1., 2. und 3. Weihn.- Feiert. 3 Uhr NachmittagsVorstellung zu halb. Kassenpreisen mit Savonarola. u. 2 Feiertag 3 U.: Abendvorstelig wie Nachm. 2 Uhr: Die Rosmersholm Wund. Geschichten Theater des Ostens d. Kapelim. Kreisler Komödienhaus An den Feiertagen ( Rose Theater) 73 Uhr: Menschen von heute 8: Prinzessin Olala Walhalla- Theat. Tägt. 15/4: 8: Der prachtvolle Die tolle Lola Hahnrei MariaOrska, Gebühr Musik von H. Hirsch Molly Wessely Paul Heidemann Berliner Th. SCALA 7.15: Madame Tägi. 8 Uhi: Pompadour Intern. Varieté Fritzi Massary a. G. Roberts, Wirl, Haskel Heute Sonntag bleiben similiche Theater geschlossen Deutsch. Opernhaus Morg abend 7 Unr: Tannhäuser Heiligabend geschlossen! An beid.Feiertag. 2 Vorstellungen 3.30 za balben Preisen das volle Programm Diensta abend 7% Metropol- Varieté Oberon Mittw. 7 Uhr: Aida Groß. Volksoper Im Theat.d. Westens Morgen 7 Uhr: Lohengrin Dienstag 11 Uhr: Tanz Matinee Lucy Kieselhausen 7% Samson.u.Dali'a Mw. 6: Tristan a. Isolde An belden Feiertagen 21 Uhr: Raub d. Sabinerinn. Intimes Theater An beid. Feiertagen 4 Uhr: Spelunke etc. 74: Die Leiter stt. 10% Freundinnen Jeder die Hälfte! Lustspielhaus An beid. Feiertagen 32: Der Werwolf 8 Der Mastergatte U.: Metropol- Theater Behrenstr. 54. 7 Uhr HeiligabendVorstellung mit Otto Reutter teilw. neuem Progr. gewöhnl. um 7%, U. Hansa Kabarettvarieté LehrerVereinshaus enfa Jöneland Heute Eröffnung! LH MBR Variété Das große WeihnachtsProgramm! Grablissement INTERIEN Café ielka Besitzer u.Leiter Robert Zielka Varieté, Kabarett, Billardsale, Restaur., Konditorei Haute 24.12. geschi.! An den beiden Feiertagen je Z Vorstellungen Nachm: 81, Uhr Ermäßigte Preise Abends 7 Uhr: An beid. Feiertagen Friedrichstr.59.60 Varieté- Spielplan 3 U.: Die Bajadere U.: The New York- Berlin Neues Operett.- Th. An beid. Feiertagen 4: E. Prachtmädel 7% Die schwarze Rose Neues Th. am Zoo An beid. Feiertage 3% u. 7 Uhr: Ecke LeipzigerSt. Heitere Spiele a. Margaretensaal 4% 0.7% Ubr Heiligabend und an ailen Dorine u. der Zufall 3 Feiertagen Operette v. Gilbert in erster Besetzung Neues Volkstheater Morgen 7: Michael Kramer Dienstag 7 Sardanapal Schiller- Th. Charl 8 Uhr: Rose Bernd Morgen Dienstag 3 Uhr. Die fünf Frankfurter 8 U. Alt- Heidelberg Mittw. 3: Wilhelm Tell 8 Uhr: Rose Bernd Renaissance- Th. Ab morgen täglich 71% Uhr: Russ. Ensemble- Gastspiel Eermanowa, Scharoff Thalia- Theater großes WeihnachtsProgramin Josefine Dora Paul Rochelli Richard Schwarz Stolzenfelz- Quart Erna Mader An beid. Feiertagen Geschw.Leonard 3: Der müd. Theodor Luise Wehner 7/2 Uhr Prinz Don Juan Renate Ravenstein Th. a. Nollendorfpl. An beid. Feiertagen 3% Uhr: Vetter a. Dingsds U.Dein Mund... ealer in d.Kommandant. Str n beid. Feiertagen 3 U.: Schlemihl 1½ U. Der Schrel aus der Straße Wallner- Theater Ab morgen täglich 8 Uhr: Die kleine Sünderin 1. Feiertag 3 Uhr: 2 2 Balletts Erna Gagelke Elisa Reiche Marg. Reinhardt 2 Kapellen 2 Dirigenten: J. Birnbaum und C. Tamborini Zum Silvester in allen Säien Rauchen gestattet! Relchshallen- Th. 1. Am 1.. 2. und 3. Feiertag, 8 Uhr: Am 1., 2. und 3. Feiertag, 715 Uhr: Der prachtvolle Hahnrei mit Maria Orska Olto Gebühr Johannes Riemann, Frieda Richard, Hermann Picha Madame Pompadour mit Fritzi Massary a. G. Ralph Arthur Roberts Erik Wirl Leonhard Haske Charlotte Ander Wally Koch Ernst Benmer Aus der Versammlung des Reichsverbandes der Rheinländer im Reichstag am 7.12. 22. Präsident Kaufmanni Wir... rufen... in alle Welt, daß die RheinTänder deutsch sind und deutsch bleiben werden. Dr.- Jng. Sorge, Vorsitzender des Reichsverbandes der deutschen Industrie: Die Rheinlande in Gefahr! Das Vaterland in Gefahr! Reichstagsabg. Wissell erklärt für die Gewerkschaften: Die deutschen Arbeitnehmer im Reich versichern ihren bedrohten Brüdern im Rheinlande ihre Treue! Generalsekretär Hermann na ens des deutschen Handwerks und des deutschen Mittelstandes: das deutsche Handwerk und der deutsche Mittelstand mit ihren deutschen Stammesgenossen in der Pfalz un am Rhein unlöslich verbunden! Reichstagsabg. Wieber, Vors. des Christl. Metallarbeiter- Verbandes, erklärte ebenfalls, die Arbeiterschaft des Rheinlandes wird sich niemals von den deutschen Volksgenossen trennen! Geh. Rat Dr. Riesser, Vizepräsident des Reichstags: Alle Welt muß wissen. daß der Rhein zum Deutschen Reich und das Reich zem Rhein gehört! Der Film des Tages: Deutschlands Strom in Vergangenheit und Gegenwart. DER RHEIN mit Gesangsvorträgen von Rheinliedern. Täglich! KAMMERLICHTSPIELE IM UFAHAUS POTSDAMER PLATZ Wochentags: 6 und 19 Uhr Sonntags: 4, 5, 7, 91 Uhr ADMIRALS- PALAST WELT am Bahnhof Rauchen gestattet 730 76 A YARIETE Friedrichstr. 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Du seist einmal ein studierter Mann gewesen, wurde gesagt, ein Doktor gar, hättest eine schöne Frau gehabt und überhaupt alles, was ein Mensch sich an irdischen Gütern wünschen kann woran wohl etwas sein mußte, denn ich erblickte einmal in deiner Riste griechische und lateinische Bücher; die Schrift, die deine große rauhe Hand führte, war gebildet und flar, nie sah ich einen gemeinen Zug auf deinem leuchtend spöttischen, männlichen Gesicht... ach, Henner, du warst der wirklichste Mann, der beste Wanderer, der mir in der Welt begegnete, treu, hart und schweigfam! ich fürchtete, er könne weglaufen, und wo hätte ich ihn dann suchen sollen? Er trant schweigend seinen Grog und rauchte, was mir an ihm neu war, eine Zigarre. " ,, Gefällt es dir nicht hier, Henner? Wollen wir zu deinem Per Nickels gehen?" Er sah mich lange an, verstand nicht gleich: Boll! Ich will es stiller haben. Gehen wir los!" Es war mir auch ganz recht, wenn ich auch ein wenig gern getanzt hätte, auf Henner fam es mir doch an. Er fand sich in den engen Gaffen gut zurecht, und bald hatten wir Per Nidels Stube gefunden. Hier Die antisemitische Mordhehe ist im Harden- Prozeß fast straflos ausgegangen. Das Netz der Verschwörung ist noch nicht zerriffen. Die Anstifter sind noch in Freiheit und Sicherheit. Die Borstöße der reaffionären Sturmtruppen von Bayern nach dem übrigen Deutschland werden immer verwegener. Grauenhaften Zuständen Damals, in der Nacht vor jenem Heiligen Abend, hatten wir gehen wir entgegen, wenn sich nicht alle redlich Denkenden zu gemein. gemeinsam die Bordwache. Der Wind ging stark und eifig, in regel- famer Abwehr aufraffen. Die Vorbereitung der Abwehr kostet aber Geld! mäßigen Schlägen rauschte die Flut über das Vorderdeck. Wir hatten flare Luft, die Sterne standen hoch und fremd, die LeuchtEin Kampffonds bojen der Fahrstraße blinkten frostig und verschlafen. Manchmal ist deshalb von der geeinten Sozialdemokratischen kam ein Pfeifen aus den Tiefen der Nacht, die klagende Ruhlosigkeit partei geschaffen worden. Er bedarf dringend der Unterstüßung. der Weltwinde, das Winseln der Sturmhunde vor dem Stuhle Gottes Freiwillige Beiträge wir trabten uns gleichmütig warm, und wenn wir uns auf der Luvseite trafen, wußten wir, daß wieder eine Biertelstunde sende man daher fofort auf Postschecktonto Berlin Nr. 487 43 an vergangen war. Einmal, ich lehnte gegen die Reeling, Wasserstaub Alex Pagels, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 stach mir ins Gesicht, schlug mir der Wind Töne an das Dhr, einen Sammellisten für den Kampffonds find dafelbst noch zu haben. seltsamen Melodienfall: Henner sang. Eine starte Stimme und Ebenso werden Beitrittserklärungen zur Partei dort sofort erledigt. doch weich, wie ich sie von ihm nicht kannte, gebogene Laute Bergnügt, Henner? Romisches Lied!" Er lachte ein wenig, fast verlegen: Hast du es gehört? Es ist ein Lied aus der Südsee. War eine verdammt schöne Zeit, als ich es lernte... Morgen wirds Nebel geben!" hodten die Alten, die nicht viel aufs Tanzen gaben, die Philosophen mit dem Grogverstand und der Ellbogenphantafie. Sie redeten ihr Inselplatt, das nicht zu verstehen war, und sangen Lieder vom Störtebeker und seinen Beuten: ,, Klaus nahm fich der Pfefferfäce an oho! Barf sie furzerhand über Bord oho! Oh! Oh! Oh! Störtebeker hatte eine lange große Hand!" Per Nickels stand wie ein Mastbaum himer dem Ladentisch und zwinterte mit den Kugelaugen und klingette mit den Löffeln, bevor er sie in die Gläser tat. Wir beide tranten viel und hatten bald so rote heiße Köpfe wie die anderen. In der Ede saßen wir allein; Henners Augen hatten einen schönen Glanz bekommen, er begann zu sprechen, zuerst so leise, daß ich ihn em Lärm nicht verstand, dann hörbarer: . Er hatte recht. Am Nachmittag legte die ,, Alte Liebe" an der Insel an, die wir erst sahen, als wir dicht vor ihr aufkreuzten; sie trat plötzlich aus der grauen Nebelwand, wie Riesenochsen brüllten die Wetterhörner, aber sonst blieb es still. Die Inselleute hockten in ihren fleinen Häusern, warm zwischen Weib und Ofen, wie es schien, und spekulierten mit ihrer Gicht auf das Neujahrswetter. Die Luft war wie Watte vor den Augen, das Wasser tropfte vom Eisenzeug und wußte nicht, sollte es frieren oder nicht. Henner, die zwei Holländer und ich beschlossen, den Abend am Land zu verbringen, Henner tannte die Insel( was tannte er wohl nicht?) und meinte, da wäre einer, der Per Nickels hieße, der löte den steifften Grog östlich von Greenwich, zu dem wollten wir also hin und Weihnachten feiern. Es war längst finster, als wir ins Boot gingen, Henner fchien aufgeräumter als fonft, er pfiff den Yanteedoodle und flopfte mich auf die Schulter. Ich freute mich mächtig, denn wir hatten schlechte Tage hinter uns, mit mehr Arbeit, als dem Menschen zu träglich ist, dazu noch böse Laune des Schiffsführers, Hagelschlag, fuflrige See und Havarie obendrein. Das war nun also für furze Beit vorbei, wir würden andere Gesichter sehen, den tauben Schädel einheizen, Seemannsgarn spulen und, wer weiß, vielleicht gar eine langhaarige Sache erleben. Wir liefen durch das scharfe tote Gras, eng hinter einander, um uns in der dicen Luft nicht zu verlieren, armselig kämpfte sich das Licht des Leuchtturmes in die fetten Schwa ben hinein, in denen es verfoff: da begannen die Gleden der Insel firche zu läuten, so treftvoll und nah, daß wir alle auf einmal stehen blieben. Ein ganzes Weilchen standen wir so, und ich merkte, daß es Augenblicke gibt, wo Jahrzehnte von einem abfallen und Männer wieder Kinder sind, die fürchten und hoffen; ein solcher Moment das. Dann spuckte einer laut und heftig fein Briemwasser weg und wir liefen weiter. Lichter tamen heran, Musik war zu hören, in dem Haufe stampfte und schlürfte es richtig so, tanzen wollten wir auch. Wärme und Rauch schlugen uns an, gesungen wurde, es roch nach Rum und Gin, Weiberchens schrien, das wollte was für uns werden! Raum, daß wir Blah fanden, um uns aufzu- Da polterte es durch die Tür: die Müßen im Genic, brüllend wärmen. Nach einer halben Stunde gingen die Holländer ins Ge- und lachend, ungebärdig und vollgetrunken, dänische Seefahrer, die wühl, tanzten mit heißen Gefichtern, griffen breittagig die Weiber, Augen rot unterlaufen. Nickels fniff ein Lid zusammen und stellte aber Henner tat nicht mit. So blieb ich auch bei ihm sitzen, weil die Flaschen unter den Tisch. Die„ Danskes" wollten Platz und 48] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer minute von Bidi Baum. Wo sind wir, Linde? Ber schreit in der Finsternis? Nichts. Wald. Stille. Ich dachte an meine Kindheit. Man jagt, daß Sterbende so denten, so schnelle Bilder sehen, daß ihnen so das Leben noch einmal vorbeirast. Ich lebe, Linde. Brudererst als ich wußte, daß alles eitel ist, fonnte ich leben, natürlich, weil mir nichts mehr was antum fonnte. Alles geht vorüber, Tausendfahr sind vor ihm wie ein Tag und wie eine Nachtmache. Der Mensch ist ein aussichtsloser Fall, er fann machen, was er will, er wird immer zufurz springen. Nur sein Wille und seine Ausdauer sind rührend und seine Einbildung ist tomisch, es ist schade um das Material. Eine merkwürdige, schief gebaute Ameise ist der Mensch. Glaubt, er sei mehr als die Blumen, die Algen, die Winde und das Meer, wenn er das nicht mehr fertigbringt, wird er schwermütig und fehnt sich danach, zu sterben. Der Mann ist schlimmer dran als die Frau. Die seltenen Frauen haben ein Licht in den Augen, das kein Mann erwerben und ganz verstehen kann; wer es ahnt, der wird frant davon, sehnsuchtskrant, der hat die Flamme Gottes gesehen. Ich habe einmal ein Frau gehabt, die sah aus, wie... fennst du die ,, Madonna im Rosenhag" nein?... fo war sie. Jahrelang lebte ich mit ihr, wir hatten sogar Kinder mit einander, aber glaubst du, daß ich sie gekannt habe? Glaubst du, daß du und ich jemals eine solche Frau verstehen können? Weißt du, welche Gewalt wir ihnen antun, die überhaupt nicht bestimmt find, auf dieser Erde zu leben?. 44 ... Sonntag, 24. Dezember 1922 Schnaps haben, hauten die Fäuste auf den Schanttisch, soffen ans fremden Gläsern und schickten sich an, die Alten von den Stühlen zu werfen. Der sich zuerst wehrte, ein weißhaariger Fischer, erhielt eine Breitſeite ins Gesicht und fiel lang hin. Durch Henner fuhr ein Ruck, eine dide Ader troch wie ein Wurm über seine Schläfe dann sprang er über den Tisch, Köpfe trachten gegeneinander, die Lampe zerbrach, im Dunkeln tobte der Kampf weiter, mit Stühlen, Knütteln, Flaschen und Messern. Er dauerte eine volle Stunde und die Gloden flangen wieder, als wir henner ins Boot luden und zur Alten Liebe" hinüberfuhren. Dort lag er in der Kabüse, unter dem Berbande fickerte ihm das Blut über die Wangen in den Hals. Die schaukelnde traurige Lampe sang, Henners Gesicht war friedlich und hell. Träumte wohl von der Madonna im Rosenhag und dem Licht in ihren Augen... Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Kreis. Prenzlauer Berg. Donnerstag, den 28. Dezember, 7 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung im Gizungssaal des Bezirksamts Danziger Straße. Heute, Sonntag, den 24. Dezember: 94. st. Neukölln. Achtung, Rassierer! Die Abrechnung sämtlicher Marken, der Einigungsmarten und Sammellisten, findet von 11 bis 1 Uhr beim Gen. Tschierski, Weisestr. 21, statt. Alle Kassierer müssen erscheinen. Morgen, Montag, den 25. Dezember: 19. Streis. Bantow. Am 1. Beihnachtsfeiertag abends 6 Uhr findet bei Lindner, Breite Straße( Rasinosaal), die Bannerweihe der Abteilungen 128 bis 130 fiatt. Feftrede des Genossen Rubig. Gäste willkommen. 5. Abt. Die Genossinnen und Genossen erscheinen zwischen 6 und 7 Uhr im Bürgerheim zur Weihnachtsbescherung der Rinder. Anschließend gemiltliches Beisammensein. 121. Abt. Karlshorst. Am 1. Weihnachtsfeiertag nachmittags 5 Uhr im Fitr ftenhaus Trescow- Allee, Weihnachtsfeier. Aufführung von Reigen. Eintritt 40 M. Erwerbslose und Kinder frei. 8ahlreiche Beteiligung wird erwartet. Uebermorgen, Dienstag, den 26. Dezember: 57. Abt. Charlottenburg. Am 2. Weihnachtsfeiertag pünktlich 6 Uhr Weihnachtsfeier bei Thunad, Wielandstr. 4. Mittwoch, den 27. Dezember: 19. Kreis. Pankow, Niederschönhausen, Rarow, Seinersdorf, Buch, Buchholz. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Am 3. Weihnachtsfeiertag in Ban tom, in der Aula der 2. Gemeindeschule, Grunowstraße, 5% Uhr Weihnachtsfeier. Alle Genossen beteiligen sich. 3. Abt.( Stadtbezirke 129-144). 7% Uhr zwanglose 8usammenkunft der Genoffinnen ohne Trinkzwang im Lotal Krüger, Engelufer 23. Vortrag und Rezitationen des Gen. Hinrichsen über: Frik Reuter". Gäste willkommen. 11. Abt. Der Diskussionsabend fällt in diesem Monat aus. Die Bezirksführer milffen bis zum 29. Dezember beim Abteilungstaffierer Gen. Herrmann, Alt Moabit 78, Portal 11, 4 Sr., alle Marken abrechnen. 15. st. 7 Uhr Bahlabend bei Sunze, Aderstraße, Anderson, Stralsunder 25. br gablabend in folgenden Lotalen: Gott, Aniprobe-, Ede BarStraße 19 und Obiglo, Stralsunder Straße 11. 28. delebenstraße, Lembke, Elbinger Str. 49, Scheibe, Pasteurstr. 2, Avamer, Cotheniusstraße. 45. Abt. 7 Uhr Sahlabend der Gruppen in den bekannten Bezirkslokalen. 185., 186., 187., 188. und 195. Bezirk bei Mogwig, Barnimstr. 13. Vortrag des Genossen Frommte. Die Mitglieder sind einzuladen. tt. Die gablabende fallen aus. Dafür Abteilungsleitung- und Bezirksführersigung bei Bertsch, Wiener Str. 38. 48. bt. Die Sablabende fallen in diefem Monat aus. Die Bezirksführer werden ersucht, die reftierenden Beiträge zu taffieren und am 29. 5. M. abzus rechnen. Briefkasten der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde fällt am Mittwoch, den 27. d. M., aus. E. Ech. 13. 1. Leipzig, Gustav- Freytag- Straße. 2. und 8. Das Werk ist fofern dem Hauswirt von diefem Beitpunkt an die gefegliche Miete zustand; unferes Wiffens noch nicht erschienen.-G. 9. 27. 1. Nur vom 1. August ab, andernfalls erst vom 1. Oktober ab. 2. Ja, wenn es sich um Ausbesserungen pon Defen und Kod herden handelt. 3. Der Hauswirt. R. R. 1879. 1. Sa. weisen. Es genügt allerdings, daß der Vermieter die Eigentumsübertragung 2. Nein. Der neue Eigentümer muß sich den Mietern gegenüber gehörig ausbem Mieter mündlich oder schriftlich anzeigt. B. A. 5099. Die Verwaltungs maßgebend. Evtl. müssen Sie sich mit dem Hauswirt in Verbindung segen. toften milffen Gie zahlen. Im übrigen sind die vertraglichen Bestimmungen .., Neukölln, 51/52. 1. Bis zur Höhe von 100 Pros. 2. Jn voller Höhe. 3. Die Müllabfuhr besorgt die Gemeinde. 4. Das sind diejenigen Häuser, in denen die Müllabfuhr den Hauswirten bzw. der Müllabfuhrgesellschaft obliegt. 5. Etwa 18 Proz.-M. B. 07. Lehnen Sie das Verlangen des Pflegeheims ab. D. G. 2. 1. Ja. 2. Ja, für Betöftigung, Die Inderziffer steigt doch weiter. nicht aber für Bebienung. 3. Nein. 4. Doppelbesteuerung liegt nicht vor. 5. Dis 1. Oktober 50 Proz.; von da ab 100 Proz J. 22. 1. Der Wirt. 2. Die Zahlung eines Hundertfazes für große Instandsetzungsarbeiten tommt erit in Frage, wenn das Mieteinigungsamt den Sundertsag festgefeht hat. 3. Das ist Sache des Hauswirts. 4. Die Verhältniszahl ist immer dieselbe. Maßgebend ft bie Söhe der an den Fälligkeitsterminen zu zahlenden Grundmiete. 5. Rein. einigungsamt entscheiden. Für Dezember ist der Preis auf 1750 M2. für jeder Staſten festgelegt worden.- S. E. 75. Zurzeit fehlt noch jede gefegliche RegeYung. Wia. 9051. Die Gache bedarf noch weiterer Klärung. Laffen Sie das MietWelt mit diesem Geil. Es wurde mir immer schwerer, seinen| das Nachbarland jenseits der Flußgrenze. Es lag schlafend harten, eisernen Umfang zu umspannen, immer schwerer, sein und schwarz in der Tiefe. Dann war ganz in der Ferne ein Hinsausen und Zittern zu bändigen, die Welt drehte sich, winziges Licht, das warf einen dünnen Lichttegel in die Höhe. schwang, schwang, riß übermächtig an meiner Kraft. Dann Er suchte zielend durch die Luft, wie der Strahl eines Scheinließ ich los. Da hörte ich einen einzigen, furchtbaren, langen Schrei... Das habe ich geträumt, Linde. Jetzt ist es vorbei mit folchen Träumen. Ich lebe im Wald. Ich sehe den Weg hierunter, den du einmal kommen wirst. Ich liege neben dem toten Bruder und habe Sehnsucht danach, still zu sein wie er. Sie sagen, Egidius ginge manchmal abends durch den Klosterwald; ich habe ihn nie gesehen. Ich size vor meiner Hütte und schaue verfunken in den großen Himmel, da höre ich, daß einer mich fegnet. Welt. Leuchtendes Gottesantlig. Frieden. * werfers, suchte, fand den Klosterberg, legte eine freisrunde Helle auf die Lichtung. Im nächsten Augenblick stieg dünn weißer Qualm von den Spigen der jungen Tannen, dann Rot, dann gelbes 3üngeln, dann blaues fausendes Brennen und tötende Hize. Anfelmus stand noch im Dunkleren, auf einer verschonten Stelle, er spürte noch den Nachttau im Gras; er schaute den Kegel von Licht und Hike an, der wieder von neuem zielte, nun die Weingärten des Klosters traf und fraß: Glut fraß sich in seine Wimpern und blendete ihn. Da begriff er und stieß einen einzigen langen, hohen Schrei aus. Die Brandreflektoren. Aber der Namenlos ist tot. Ich weiß nicht mehr, wieviele Jahre wir am Klosterberg hausten. Aber als ich einmal an feine Hüte tam, war er ein alter Mann und lag im Sterben. Er hatte alles ordentlich gemacht in seinem Haus und lag und hielt die Hände gefaltet und die Augen geschlossen. Er fonnte Den Tieren nach, die von der brennenden Lichtung bergnoch sprechen; er fagte: so gehört es sich, wenn einer allein Aus friedvollem Traum, aus Ser legten Raft, die ihm abwärts flüchteten, taumelte er zutal. Hinter ihm jagte blau zum Sterben fommt und hat feinen, der ihm die Augen vergönnt war, schraf Anselm auf. In der Dunkelheit um ihn das Brennen her. Es übersprang weite dunkle Waldstellen, schließt und die Hände faltet. Aber mun bist du ja hier, war etwas, ein Feindliches; ein furchtbares Näherkommen. tehrte um, nagte Wipfel nach Wipfel fort, duckte sich und schlich Er lauschte und starrte. Es tam ein Saufen daher, ein felt durchs Unterholz, gelb, niedrig, fagenhaft gestreckte lange Dann lag er die ganze Nacht und atmete immer schwerer. fames, berstendes Eingen. Er suchte um sich und fand sich Flamme. Bald tam auch aus der Tiefe Schein und Hize Als die Vögel zu fingen anfingen, flüsterte er noch einen im Wald. Ein zuckender Schein riß manchmal die Wände herauf, unerschöpflich, wie aus einem Keffel. Anfelmus zacie Namen, den ich nicht verstand. Dann war es aus. Die Sonne feiner Einsiedlerhütte aus dem Dunkel. Die Luft war un- den Fluchtweg feitmärts aus, atmete con Mal zu Mal in fam durch die Bäume gegangen, die Wipfel wachten auf über heimlich; lebendig, förperhaft stieß sie an seine Haut. Anselm einer dunkleren Stelle, die noch verschont war, und im Widerdem Dach. Ich saß bei dem Toten und fah ihn an. Er hatte richtete sich auf, ferner Lärm wuchs heran. Im Wald schrien schein des Feuers sah er manchmal fast zärtlich den nachteifengraues Haar und eine große, stille Stirn. Die Sonne Tiere. Irgendwo stürzten proffeind Bäume zusammen. Der feuchten Halm, die fleine Blüte aufglänzen. malte den Schatten seines Gesichtes an die Wand und meinen Schein schwoll auf und lebte. Große Schatten von Stämmen Dann traf das Brennen ihn selbst. Schatten daneben. Wir glichen uns, wie wir uns schon früher und 3meigen waren auf die Hüttenwand geworfen. Ersticken Sein Gewand warf versengten Geruch aus und im näch einmal geglichen hatten. Mein Haar ist grau geworden, qualmte unter dem Schilfdach. Anselm sprang aus der Hütte sten Augenblic flammte es auf, fraß sich heiß in ihn hinein. Linde; ich bin ein alter Mann. Ich legte mich neben den in den freien Kreis feiner Bilanzung und schaute in den Er spürte sich selbst wie eine Fadel in die Tiefe sausen durc Bruder, mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen, und Himmel. Der war frant, rot entzündet, gelb troff es aus den den sausenden Waldbrand, er wußte nichts mehr von sich, es bann löschte alles in mir aus. Totsein ist ein wunderbares schiebenden Wolfen über den Wald hin, und war doch fein war ihm, der ungeheuerliche Schmerz schleudere ihn, die Bett, Linde. Gewitter. Ungeheurer Aufruhr trieb vom Gipfel abwärts. brennende Fackel Anfelmus, durch eine Weite in ein Nichts. Dies träumte mir einmal: Ich stand in einem ungeheuren Anfelmus warf sich dem singenden und fnisternden Sau- Er fiel zur Erde, rollte den Abhang hinunter, die Erde war Maschinensaal, es war der Saal, in dem ich als Junge gear- fen entgegen, aufwärts, bergan, dem Kloster zu. Plötzlich heiß, aber sie erstickte die Flammen an ihm. Längst schon beitet hatte, und doch ein anderer, ungeheuerlich größerer. ftand vom Gipfel her eine ungeheure Helle auf, eine Garbe spürte er das Brennen nicht mehr als Schmerz, nur als eine Die Räder schwangen und schwangen singend in den Trans- von Feuer und Rauch schoß in die Wolfen. Das Kloster eisige, freffend eisige Kälte. Zugleich mit versengten, heulenmissionen. Einer fam und zeigte auf ein Rad, das in der brannte. den Tieren wurde er von der letzten steilen Bergfentung in den Fluß geworfen, der unten hinspülte. Noch fühlte Anselmus sich in einem großen sausenden Untersinken vergehen, dann schwamm er wieder über rote und gelbe Wellen, fant, tam hoch, wußte nichts mehr. ( Fortsetzung folgt.) Ferne schwang und gab mir ein eisernes Seil, das war start, Der Wald brannte. Hize bog die Bäume. Anselmus daß ich beide Arme brauchte, es zu umspannen. Es war in nahm den Weg zum Bergbach, den Tieren folgend, die ein rafender Bewegung um das ferne Rad geschlungen. Ich Instinkt in Herden vor dem Brand hintrieb. Wo sich der spürte es in meinen umspannenden Armen bebend hinsausen Bach im Fall die Lichtung an der steilen Berglehne hinunterund ohne daß einer sprach, wußte ich: ich halte das Rab der warf, raftete Anselmus ohne Atem, da sah er das Land unten, Kriegsanleihe wird zu 90%, nur gegen Legitimation in Zahlung genommen. Sonntag geöffnet 1-5 Uhr! Nur soweit noch Vorrat!! Nur gediegene Konfektion!! Ganz außergewöhnlich billig! 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