Nr.61039.Jahrgang Ausgabe A nr. 301 Bezugspreis: Für den Monat Dezember 750 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und emelgebiet sowie Oesterreich und Lugemburg 1250 M., für das übrige Ausland 1750 M. Postbestellungen nchmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowafei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Reit". der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezelle toftet 250 M. Reklamezeile 1250 M ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 75 M.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 40 M., jedes weitere Wort 30 M. Worte über 15 Buchstaben zädten für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 80 m. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 28. Dezember 1922 Gewerkschaften gegen Steuerunrecht. 72 Proz. der Steuern durch Lohnabzug aufgebracht! Die Vorstände des Allgemeinen Deutschen Gehört, die sich selbst einschätzen, dann mußte er seine Steuer für 1921 wertschaftsbundes und des Allgemeinen etwa im September 1922 voll gezahlt haben, das war damals ein freien Angestelltenbundes haben dem Reichstanz- Arbeitslohn von 11,5 Stunden. Ende Oktober war es nur noch der ler Cuno am 23. Dezember d. J. eine Denkschrift zur Arbeitsertrag von 8,2 Stunden, und Anfang November konnte die Einkommensteuer unterbreitet, in der die Reichsregie gesamte Steuerschuld mit dem Ertrag von noch nicht 6 Arbeits rung aufgefordert wird, auf Grund der ihr im Einkommen- ftunden abgegolten werden. Der erste Borsitzende der Demokratischen Steuergesetz erteilten Vollmacht sofort in Gemeinschaft mit dem Partei, der Abg. Ertelen 3, hat fürzlich in einer öffentlichen BerSteuerausschuß des Reichstages die Erhöhung der sammlung festgestellt, daß die Lohn- und Gehaltsempfänger im Werbungskosten und sonstigen Steuer abzüge Jahre 1921 ihre Steuern mit dem Ertrage von etwa 120 Arbeitsfür die Lohn- und Gehaltsempfänger herbeizuführen. Die stunden abgelten mußten. Sie hätten etwa nur 8. oder 10 Arbeits. Gewerkschaften begründen gleichzeitig die Dringlichkeit einer stunden nötig gehabt, wenn sie zu den gleichen Terminen hätten grundlegenden Reform im Einziehungsverfahren der Ein zahlen tönnen wie die sonstigen Beranlagungspflichtigen. Der fommensteuer von den sogen. Veranlagungspflichtigen in der Deutsche Gewerkschaftsbund hat in einer Eingabe vom September Richtung, daß auch bei den Besigenden künftig der Tag d. 3. darauf hingewiesen, daß der Händler mit dem schlechten Belde der Steuerzahlung und damit der tatsächliche Geld von 1922 die gute Steuer von 1920 zahle; der Staat und die zu mert maßgebend sein muß für die Höhe des zu entrichtenden sofortiger Zahlung verurteilten Lohnsteuerpflichtigen seien dabei die Geldbetrages. Die Denkschrift, die dem wachsenden Unwillen Ceidfragenden. der arbeitenden Volksschichten über das Steuerunrecht Ausdruck verleiht, hat folgenden Wortlaut: „ Die jüngsten Verhandlungen des Reichstages über die Eintommensteuer veranlassen uns, der Reichsregierung und dem Steuerausschuß des Reichstages folgenden Antrag zu unterbreiten: Es ist auf Grund des§ 46 2bf. 8 des Gesetzes zur Aenderung der Einkommensteuer vom Dezember 1922 mit Wirkung vom 1. Februar 1923 eine Neuseftfehung der Abzüge der Lohnsteuerpflichtigen zur Einkommensteuer vorzunehmen. Begründung: Durch die jüngsten Beschlüsse des Reichstages find die mit dem Grundfaß der steuerlichen Gerechtigkeit und mit fozialen Erwägungen unvereinbaren Widersprüche noch verschärft worden. Der Tarif der Reichseinkommensteuer wurde mit rüd wirkender Kraft für das ganze Steuerjahr 1922 erheblich ermäßigt. Die Anpassung der steuerfreien Abzüge der Lohnsteuerpflichtigen an die Wahrheit und Wirklichkeit soll aber erst vom 1. Januar 1923 ab gelten. Im Antrage Nr. 444 der Reichstagsdrucsachen hat die Deutsche Bolts partei nachgewiefen und ausführlich belegt, Nach den Wochenausweisen der Reichsbank vermehrt sich der daß diese künstliche Niedrighaltung des Werbungstoftengesezes den Notenumlauf unter dem Druck der fieberhaft steigenden schwebenden Finanzämtern automatisch vermehrte Arbeit einbringen muß. Den Schuld des Reiches immer beängstigender. Zum Teil beruht dieser sich bei uns täglich vermehrenden Anfragen, die fast immer auf jene 3wang zur Inflation darauf, daß gegen den schleppenden Steuer- lingerechtigkeit hinweisen und Rat verlangen, können wir nur eine eingang nichts Ernsthaftes unternommen wird. Die Gewerkschaften Antwort geben: Stellt auf Grund des§ 46 Ziffer 3 beim zuständigen aller Richtungen fordern nicht erst seit heute, daß die Reichsregie- Finanzamt den Antrag auf Erhöhung des Werbungskostenfahes. Wird jene Ungerechtigkeit nicht befeitigt, so werden die Finanzämter rung durchgreifende Schritte unternimmt, die die wahrscheinlich mit diesen Anträgen überschwemmt werden. Unser Antrag gründet sich im besonderen darauf, daß durch die neuesten Beschlüsse des Reichstages die Werbungskosten und die stenerfreien Abzüge für den Steuerpflichtigen und feine Ehefrau in geringerem Maße erhöht wurden als die Abzüge für Kinder, und alle drei Abzüge in wesentlich geringerem Maße eingefeßt wurden, beschleunigte Einziehung aller Steuern, insbesondere aber der Einkommensteuer der sich selbst Einschätzenden, gewährleisten. als die Geldentwertung dies erfordert. Die sofortige Herauffehung der stenerfreien Abzüge für die Steuerpflichtigen und ihre Ehefrauen sowie der Werbungskosten iff dringend erforderlich. Neben der Gefahr, daß die inflationistische Wirkung der schlepNeben der Gefahr, daß die inflationistische Wirkung der schlep penden Steuereinziehung in der Welt als deutsche Böswilligkeit er scheint, muß das Versagen der Steuergesetzgebung gegenüber den leistungsfähigsten Schichten die Reichsfinanzen zerrütten. Damit wird auch die Wirtschaft zerstört; die Preise gehen in die Höhe, die Kauftraft der Arbeiter und Angestellten wird geschwächt, die zur Wirtschaftsfrise treibenden Strömungen werden begünstigt, alle Versuche der Stabilisierung der Mark müssen dann scheitern. Bei dieser Regelung müßte die für 1922 bestehen gebliebene steuerDie Steuergesetzgebung, in Zeiten leidlicher Stetigkeit der Geldverhältnisse aufgebaut, muß dem schwankenden Geldwerte der Papiermark angepaßt werden, wenn sie nicht selbst zum finanziellen Zusammenbruch mithelfen will. In Beiten schwankenden Geldwertes das gilt auch für eine zu er hoffende Zeit der steigenden Mart- ist für die Höhe und die Ge rechtigkeit der Steuerlast nicht der nominelle Steuersatz entscheidend, sondern der Zeitpunkt der Steuerzahlung. Heute sind die Lohn- und Gehaltsempfänger in Deutschland die ein zigen, die in erheblichem Maße in vollwertiger Steuermart ihrer Pflicht gegenüber dem Staat Genüge leisten. Derjenige, der sein Einkommen erst nach Jahresfrist versteuert, leistet nur einen ge• ringen Bruchteil dessen, wozu er verpflichtet ist. Auch die sogen. Vorauszahlungen der sich selbst einschätzenden Veranlagungspflichtigen ändern an diesem Tatbestand nur wenig. Rommen wir einmal in eine Zeit der steigenden Mart, dann werden die sich selbst einfchähenden Veranlagungspflichtigen aus den Gründen der Deflation nicht in der Lage sein oder wenigstens vorgeben, nicht in der Lage zu sein, ihrer Steuerpflicht zu genügen. Das Reich bleibt bei der derzeitigen Methode der Steuerein. ziehung, ganz gleich, welche Entwicklung die Mart nimmt, immer der Betrogene. liche Ungerechtigkeit gegenüber dem Lohnsteuerpflichtigen im Sinne des sozialdemokratischen Antrages Nr. 5 der Reichstagsdruckfache Nr. 5392 in etwas seinen Ausgleich finden. Zusammenfassend möchten wir nochmals betonen, daß die der zeitige Steuerpolitik bei den Lohnsteuerpflichtigen die bedenklichsten Wirkungen auslösen muß. Die Berechtigung dieser Stimmung ist nicht abzustreiten. Die Lohnsteuerpflichtigen verweisen auf die jüngsten Beschlüsse zur Aenderung des Gejeges über die 3wangs anleihe, die u. a. feftigen, daß die Effekten nur zu einem Bruchteilweniger als 10 Broz. ihres Kurswertes nach dem Stand vom 8. Dezember zur Zwangsanleihe herangezogen werden. Sie verweisen auf die gewaltigen Steuerhinter 3iehungen, die der an fich völlig ungenügend ausgebaute Buch prüfungsdienst bisher schon festzustellen vermochte. Sie erinnern fich der Worte des Herrn Oberbürgermeisters Böß, der feststellte, daß in Berlin 95 Proz. aller Steuern zwangsweise eingezogen werden müssen. Die Lohnsteuerpflichtigen verweisen aber im befonderen darauf, daß der von ihnen getragene Anteil der Reichseinkommensteuer im Jahre 1920 20 Proj., 1921 33% Proz., in diesem Oktober aber schon 72 Proz. betragen hat. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Nadelstichpolitik. Bon Albert Faltenberg. Nadelstichpolitik wird nicht nur von der Entente Deutschland gegenüber getrieben, auch die Politik der deutschen Regierung den breiten Arbeitnehmerschichten gegenüber beginnt mehr und mehr aus einer Politik der Fürsorge hinüberzugleiten in eine Politit der Berärgerung. Die Berbitterung, die mit der neuesten Einkommensteuergefeßgebung in die Reihen der Lohn- und Gehaltsempfänger hineingetragen worden ist, ist in demselben Maße im Wachsen begriffen, als jene Kreise erkennen, daß sie allein durch die ungerechtfertigte Beteiligung am Gesamtaufkommen der Eintommensteuer immer weniger in der Lage sein werden, ihre Wirtschaft zu balancieren. Der Allgemeine Deutsche Ba mtenbund hat soeben eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, in der die schwere Mehrbelastung der Festbesoldeten durch Anwendung des Abzugsverfahrens bei jedem Lohn- und Gehaltsempfang sowie durch die Erfüllung der Vorauszahlungspflicht nach§ 42 des Einkommensteuergesetzes und endlich infolge der beabsichtigten neuen Verschärfung ihrer steuerlichen Pflichten durch sofortige Entrichtung anfälliger Steuerteile bei Abgabe der Steuererklärung geschildert und eine entsprechende Reform der Einkommensteuer gefordert wird. Die amtliche Statistik erweist, daß die Lohn- und Gehaltsempfänger bereits im Oktober 1922 mit 71,97 Broz. am Gedem gibt die Regierung dem Drucke der bürgerlichen Parteien famtaufkommen der Einkommensteuer beteiligt waren. Trognach und nimmt die Ermäßigung der Einkommen steuer für die Veranlagungspflichtigen vor. nehmer- Arbeiter, Angestellte und Beamte tragen den Schaden dapon, und zwar nicht nur als Angehörige einer Berufsschicht, sondern vor allem auch in ihren gewerkschaftlichen Berufsorganisationen. Die Arbeit Es gilt, grundsätzlich die Macht der Gewertfchaften zu schwächen. Was bei den freien Arbeitern nicht gleich gelingt, läßt sich unter Anwendung obrigkeitlicher Methoden bei den 23 e a m ten schon leichter erreichen. Ein Musterbeispiel für Nadelstichpolitik hat der Reichsverfehrsminister geliefert mit seinem bekannt gewordenen Rundschreiben an Sie obersten Reichsbehörden, in dem für den Abbau des Erholungsurlaubs geworben wird. In einer Zeit, in der die Sparsamkeitspragis bei den Ressorts nur theoretisch hoch im Kurse steht, läßt es sich begreifen, wenn wenigstens dort praktisch Sparsamteit geübt wird, wo Gegenmaßnahmen ernsthaft nicht zu befürchten sind, nämlich bei den Angehörigen der unteren Besoldungsgruppen. Es ist geradezu bewundernswert, mit welcher Sorgfalt in dem erwähnten Schreiben des Reichsverkehrsministers alles herausgesucht morden ist, um mit der Begründung des Abbaues des Erholungsurlaubs für 1923 gerade die 2 n gehörigenderunteren Besoldungsgruppen zu verlegen, ja zu verhöhnen und ihnen zu zeigen, daß man anfängt, fich allmählich wieder ouf der alten Höhe des Borgefeßtenbewußtseine obrigkeitlicher Observanz zu fühlen. Von diesem Standpunkt aus wird aus. drücklich empfohlen, die Auseinandersetzung mit den Beamtenorganisationen nicht zu scheuen. Wer mit dem Gefühl behördlicher Ueberlegenheit in die Berhandlung mit den Organisationen fommt, fann, so meint anscheinend der Reichsverkehrsminister, von vornherein mit jeinen Behauptungen etwas weitherziger verfahren. So lassen denn auch die in dem Schreiben aufgestellten Behauptungen ausreichenden Spielraum für die den Organisationen gegenüber noch zu erweisende behördliche Debattierkunst. Es wird u. a. festgestellt: daß die zurzeit gültigen Urlaubsdauern von vornherein für die unteren Gruppen zu hoch bemessen wären" daß die vielleicht früher einmal zu Recht gewährten Urlaubszeiten jetzt nicht mehr zu rechtfertigen find, nachdem„ die zu Beginn des Jahres 1921 noch start unter der Nachwirkung der Kriegsverhältnisse stehende Ernährungslage sich wesentlich gebeffert" hat. Aber die allgemeine Teuerung? wird der gegen Die steigende Proletarisierung anfämpfende Beamte fragen. Gleich ist der Reichsverkehrsminister mit der Antwort zur Gie betrachten es als eine Berhöhnung ihrer ehrlich erfüllten Steuer Stelle:" Die allgemeine Teuerung kann in diesem Zusammenpflicht, fie fühlen sich nach den Worten des Abg. Helfferich als die Die eben geschilderten Tatsachen haben in den Kreisen der Lohn- bummen Rerle", daß ihre Steuerleistungen, die im lleber- hang nicht berücksichtigt werden, da den erhöhten Preisen auch steuerpflichtigen um so größere Erregung verursacht, als bei ihnen weisungsverfahren an die Finanzämter abgeliefert werden, monate- erhöhte bzw. zu erhöhende Bezüge gegenüberstehen, die eine die Geldentwertung unter allen Umständen gerade umgekehrt wirkt lang in den Händen der Unternehmer liegen bleiben und dort sich viele Unrichtigkeiter, um nicht ein schlimmeres Wort zu ge entsprechende Lebenshaltung ermöglichen." So viel Worte, so and sich in immer stärker werdender Belastung ausdrückt. Es muß in privat- egoistischen Vorteil umsetzen. brauchen. beachtet werden, daß So muß der Gebante der Quellenbesteuerung, dessen Ist dem Reichsverkehrsminister wirklich bisher nicht be die steuerliche Leistung eines Angestellten, Entwicklung zu fördern auch die Reichsregierung feierlich zugesichert fannt geworden, daß Tausende seiner unteren Beamten der verheiratet ist und fünf Sinder hat, im Jahre 1922 bei einem hat, völlig zerschlagen werden. Mitte September erklärte die Lei immer noch nicht im Genuß des Existenzminimums sich Januar- Einkommen von 2800 m. und einem Dezember- Einkommen tung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, daß die Ungerechtigkeiten befinden? Weiß man im Reichsverkehrsministerium wirklich Don 88 000 M. von 1,6 Proz. auf 9,3 Broz. gestiegen ist. Im des Lohnabzuges auf die Dauer den Gedanken des Steuerabzuges nicht, daß alle wohlgemeinten Besoldungserhöhungen nicht verGegensatz dazu gewinnt auch der einfachste Gewerbetreibende überhaupt nicht mehr vertreten lassen. Der Allgemeine Deutsche Ge- nicht, daß alle wohlgemeinten Besoldungserhöhungen nicht verauf dem Rücken des Staates an jeder Mart Steuer, die er, durch wertschaftsbund und der Allgemeine freie Angestelltenbund müssen mögen, den durch die Geldentwertung entstandenen Schwund das Gesetz begünstigt, erst um Jahr und Tag verspätet abzuliefern heute dazu sagen, daß weite Kreise ihrer Mitglieder jetzt Gegner der der Kauftraft des Geldes einzuholen? Sind wirklich, wie ebenfalls in dem angezogenen Schreiben behauptet wird, die WirLohnsteuer geworden sind, und daß es ihnen auf das äußerste er tungen des Krieges soweit behoben, daß für die Erhaltung schwert wird, diesen Etrömungen wirksam zu begegnen, wenn keine der Arbeitsfähigkeit entsprechend gekürzte Urlaubsbauern ausAenderung der Gesetzgebung eintritt." braucht. Das derzeitige Reichsrinkommensteuergefeh legifimiert fo den Betrug am Staat. Aus der Holzarbeiterzeitung" Nr. 45 vom 11. November 1922 ist zu ersehen, daß ein Hamburger Tischler, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, im Jahre 1921 einen Steuerabzug trug, der 145,5 Stundenlöhnen entsprach. Hätte bieser Tischler zu denen ge Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes: gez. Th. Leipart. Der Borstand des Allgemeinen freien Angestelltenbundes: gez. Aufhäuser. reichen? Als es sich seinerzeit darum handelte, den Ursachen des Februarstreits der Eisenbahner nachzugehen, haben wir in anderem Zusammenhange auf die falsche Personalpolitik des ehemaligen preußischen Eisenbahnministers hingewiesen. Wer Hennig als Enthüller. Kriegserklärung an die Deutschnationalen. von diesem Schreiben des Reichsverkehrsministers Renntnis gerade Gegenteil von dem, was das Reichsverkehrsministerium erhält, fann nur feststellen, daß der frühere Kurs des fordert. Urlaubszeiten wie die den Angehörigen der unteren Herrn von Breitenbach überholt worden ist. Ganz und mittleren Besoldungsgruppen bisher gewährten( I- IV im Sinne der ehemaligen obrigkeitlichen Bureaufratie wird 21-28 Tage, V- VIII 24-31 Tage) fönnen wahrhaftig nicht hier an Tatsachen vorbeigesehen, deren Auswirkungen gerade als zu hoch bezeichnet werden, wenn man die Urlaubsgewäh- splitterten Deutschvölkischen mit erhobenen Händen um gutes Better hei der Festsetzung der Urlaubszeiten an erster Stelle Berück- rung als hygienische und sozialpolitische Maßnahme wertet, bittet, reist der Abg. Hennig im Lande herum, um gegen die fichtigung verdienten. die untrennbar mit einer erfolgreichen Personalpolitik ver: Deutschnationale Partei das Kriegsbeil zu schwingen. Am 21. DeWährend die deutschnationale Presse Berlins bei den abgeMit der Meinung des Reichsverkehrsministers, daß sich bunden bleibt. Zeitgemäße Personalpolitik läßt sich aber nicht zember sprach er in Halle über die Gründung der Deutschvölkischen die Ernährungslage„ wesentlich gebessert" habe, steht u. a. die treiben unter Zugrundelegung vorkriegszeitlicher Rormen. Freiheitspartei", die im Kampf gegen die Deutschnationalen erfolgt Tatsache im Widerspruch, daß nicht einmal die Voraussetzungen Weil die Urlaubsdauer für die Angehörigen der unteren sei. Als tennzeichnend für den systematischen Ausschluß der Bölfür eine wesentliche" Berbesserung der Lebenshaltung im Gruppen vor dem Kriege zu niedrig bemeffen war, find fie Pischen aus der Helfferich- Partei führte er einen Ausspruch eines Laufe des letzten Jahres gegeben waren. Die Ausfuhr von eben nach der politischen Umwälzung von 1918 so wesentlich Führers an, der folgendermaßen lauten foll:„ Wenn nicht Fleisch aus Amerika nach Europa bleibt für die Monate Ja- heraufgefekt worden. Jetzt aber die Herabjegung damit. zu endlich die Bölkischen rausgeschmissen werden, nuar bis September 1922 hinter den entsprechenden Monaten begründen, daß man sagt, die Urlaubdauern für jene unteren bann bekommt die Deutschnationale Partei von des Vorjahres um 20 Broz. zurück. Die Gesamt getreide- Gruppen feien unverhältnismäßig reich bemessen" worden, der Industrie feinen Pfennig mehr." Die heutige Recusfuhr weist für den gleichen Zeitraum einen Rückgang von heißt doch nichts anderes, als nicht nur alle bisher für die gierung bezeichnet Hennig als ein geistiges Bordell", das nur zu 25 Broz. auf( für Weizen und Mehl allein rund 50 Broz.). Derzeitige Herauffegung der Urlaubsdauern geltend gemachten überwinden sei, wenn man nach Bayern schaue und sich die Ein starker Rückgang ist auch bei kondensierter Milch zu ver- Gründe verleugnen, sondern gleichzeitig auch sich wieder auf Taten der Kunze und Hitler zum Vorbild nehme zeichnen. Der Ausfall für die amerikanische Ausfuhrbilanz den ehemaligen Borgeseztenstandpunkt zurückzu- In der Diskussion wurde bedauert, daß feine Bertreter der beträgt allein für Deutschland 65 Millionen Dollar. Besteht entwickeln. Darum auch das Ersuchen an die Reichsrefforts, Deutschnationalen Volkspartei anwesend feien,„ der man doch so im Reichsverkehrsministerium etwa die Auffassung, daß wäh- die Auseinandersetzung mit den Beamtenorganisationen" nicht manches ins Gesicht schleudern müßte". Ein Landwirt rend des letzten Jahres an Stelle der ausfallenden amerikani- zu scheuen. · schen Produkte der Einkauf der gleichen inländischen Waren- Diefer Nadelftichpolitit gegenüber, die nicht magte, in forten hätte treten fönnen? Die Ergebnisse der Besoldungs- offener Feldschlacht" mit den" Errungenschaften der Revopolitik des letzten Jahres haben doch wahrhaftig am aller- lution" aufzuräumen, deren Verteidiger aber nur zu gut ver wenigsten die Beamten der unteren Besoldungsgruppen in den stehen, im Wege systematischen Abbaues schon gewonnener Stand gesetzt, sich die Lebenshaltung zu gestatten, die nötig Fortschritte jeden freiheitlichen Kurs der Beamten abzudrehen, gewesen wäre, um den vom Reichsverkehrsministerium befür- fann von den Beamten nur der eiserne Wille, zusammenzu worteten Abbau des Erholungsurlaubs rechtfertigen zu können. stehen mit den übrigen Teilen der Arbeitnehmerschaft, entgegen Aber steht denn das Reichsverkehrsministerium auch sonst gesetzt werden. Die Bahn für diesen Zusammenvollkommen außerhalb der Wirklichkeiten des Lebens? Hat fchluß ist frei. In den Verhandlungen, die zwischen dem es feinen Vertreter zu der Kundgebung der medizinischen geschäftsführenden Borstande des Allgemeinen Deutschen BeWissenschaft in der neuen Aula der Berliner Universität am amtenbundes und den Vertretern des ADGB. und des Afa15. Dezember 1922 entsandt? Dort wäre manches zu hören Bundes vor kurzem über die Frage des organisatorischen Zu gewesen, was doch nicht so ganz mit der Weisheit des Reichs- sammenschlusses geführt worden sind, hat das Erkennen der verkehrsministeriums in Einklang zu bringen ist. U. a. der Notwendigkeit des Einanderverstehens den Ausschlag für den Hinweis des Geheimen Obermedizinalrats Prof. Rubner erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen gegeben. Die auf den Ernst der durch die wirtschaftliche Katastrophe" ge- Beichen mehren sich, daß die Zeit nicht mehr fern ist, in der die schaffenen Lage. Prof. Rubner prägte u. a. den Say:„ Die Einheitsfront der Arbeitnehmer wirksam werden nach Aufhebung der Kriegsblockade eingetretene Befferung der wird. Unsere Behörden tun alles, um das Herannahen dieses Ernährungsverhältnisse und des Gesundheitszustandes ist schon Zeitpunktes zu beschleunigen. 1921(!) wieder durch neues Ernährungselend abgelöst wor den." An anderer Stelle seiner Ansprache heißt es:" Den Aerzten sind die Wirkungen des neuen Ernährungselends nur zu deutlich erkennbar." Das Reichsverkehrsministerium aber Die Gewerkschaften haben bekanntlich in Anbetracht der stellt sich tot, und verfügt die wesentliche Besserung gespannten wirtschaftlichen und politischen Lage eine Bespre der Ernährungslage. Diese Methode ist aber wenig geeignet, chung mit dem Reichskanaler verlangt, bie jetzt end den Forderungen der in der Kundgebung vom 15. Dezember gültig am Freitag stattfinden soll. Dem Brief, der dieses Ber. zum Wort gekommenen wissenschaftlichen Kapazitäten gerecht langen zum Ausdruck brachte, fügten die Gewerkschaften einen zu werden. Sie haben nicht nur mit Gefühlsmomenten ge- Fragebogen bei, der von der Regierung am Freitag beant arbeitet, sondern ihre Darlegungen auf statistisches Material wortet werden soll. Die fünf gestellten Fragen besagen unter angeftüßt, das allen Hörern zeigt, welche Verbreitung Rachitis, derem folgendes: Zuberkulose und die zahlreichen anderen Leiden der breiten 1. Inwieweit hat die Regierung Borsorge getroffen, daß für Maffen infolge von Unterernährung erneut gefunden haben. die tommende Brotpreiserhöhung ein Ausgleich in den Wenn der Geheime Sanitätsrat Dr. Dippe u. a. meint, daß Löhnen und Gehältern auch der Privatindustrie geschaffen wird? 2. Inwieweit hat die Regierung dafür Gorge getragen, baß die man das deutsche Bolt, nicht nach dem Treiben in den Hauptstraßen der Großstädte"" beurteilen solle, dann darf vielleicht der Entente angebotenen Maßnahmen innerwirtschaftlicher dem Reichsverkehrsminifterium empfohlen werden, die Lebens- Art in den Kreisen der Wirtschaft teinen Widerstand haltung der Angehörigen der unteren Besoldungsgruppen zu erwarten haben, und inwieweit ist die Regierung bereit, bei nicht an den Bezügen der Angehörigen der höheren und höchsten der Vorbereitung diefer innerwirtschaftlichen Maßnahmen auch Besoldungsgruppen zu messen, sondern sich für die Erfüllung Sachverständige aus den Reihen der Gewerkschaften zu der Forderung des Geheimen Medizinalrats Prof. His ein hören? Fünf Fragen. zusehen, der von Gemeinden, Ländern und vom Reich alles 3. Ist die Regierung bereit, die Ungerechtigkeiten des Reichsau. tun verlangte, was in ihren Kräften stände. Er führte in eintommensteuergesetes, insbesondere für die Lohndiesem Zusammehange u. a. aus:„ Auf wirksame Tuberkulose- steuerpflichtigen, bei ihren in Arbeit befindlichen Ergänzungsent bekämpfung ist bei der Wohnungsnot und den Heilstättentoften würfen zum Einkommensteuergesetz auszugleichen? 4. Welche Absichten hat die Regierung zur Bekämpfung faum zu hoffen, jede Seuchenbekämpfung ist erschwert, die hygienischen und sozialen Fortschritte der der Wohnungsnot; insbesondere, inwieweit will sie auf eine legten Jahrzehnte sind bedroht." Läßt sich dieser Kontrolle der Baustoffpreise hinwirken? Gefahr besser begegnen als dadurch, daß die Widerstandsfähig 5. Was gedenkt sie zur Bekämpfung des Wuchers zu feit des menschlichen Körpers durch rationelle Urlaubsaus- tun? Will sie dafür sorgen, daß die rechtliche Grundlage der nuzung erhöht wird? Dazu ist aber vor allem aus- Bucherbekämpfung, im besonderen die Frage des Wiederbeschaf reichende Urlaubsgewährung notwendig, also das fungspreises bald eine Klärung erfährt? Mufil- Ausklang 1922. Bon Dr. Kurt Singer. richtete an feine Berufskollegen den Appell,„ nichts an das Judentum zu verkaufen". Im Schlußwort richtete Major Hennig scharfe Angriffe gegen den Vorstand der Deutschnationalen Boltspartei, der es den deutschvölkischen Abgeordneten verbot, Bersammlungen abzuhalten, weil die Wählerschaft„ von der völkischen Idee nichts wissen" wolle. mancher Kommunist würde sich schämen, mit solchen Mitteln zu arbeiten. Herr Hennig erzählte u. a. auch folgende Geschichte:„ Bei einem Zusammensein im Dessauter Garten zu Berlin gab es eine Auseinandersetzung über den Krieg, und plötzlich lümmelte fich der Abg. Graef Antlam in flegelhafter Weise zu unserem Tisch herüber und sagte: " Nicht die Juden, sondern die Offiziere sind am Zusammenbruch Deutschlands schuld. Bon Hindenburg an waren sie alle Sch.... er und politisch unreif." Diese Aeußerung soll Hergt mit der angeblichen Truntenheit von Graef- Antfam entschuldigt haben. Versprochen wurde, daß Graef fein Amt als Geschäftsführer niederlegen müsse, jetzt aber sei dieser Mann sogar neugewählt worden. Zur Frage der Staatsform erklärte der Redner:„ Es tann uns gleichgültig sein, ob Monarchie oder Repubit, die Staatsform wird sich ergeben, wenn wir eine völlische Regierung haben." Auf die Frage, ob man als Mitglied der Nationalsozialisten auch gleichzeitig Mitglied der Bölkischen Partei fein tönne, antwortete er: Bleiben Sie bei Ihrer Organisation und wirken Sie im völkischen Sinne. Wir wollen den einzelnen Berbänden nicht ihre Mitglieder abtreiben, sondern die Gesamtorganisationen zu uns herüberziehen. Die Einzelorganisationen finden, falls man sie auflöst, jederzeit bei uns Unterschlupf". Natürlich„ dentt" Herr Hennig nicht an einen Butsch, aber dennoch äußerte er:„ Wir müssen uns organisieren und nicht davor zurückschreden, unsere Fäuste zu gebrauchen. Wer es wagt, unsere Versammlungen zu stören oder zu sprengen, friegt Dresche. Wenn bei einem Streit Arbeitswillige durch die bezahlten roten Streifposten belästigt werden, dann sollen sie durch einige unserer Hundertschaften vor diesen Lümmels geschützt werden." Diese letzte Aeußerung läßt darauf schließen, daß die J1buftriegelber doch nicht fampflos der deutschnationalen Konfurrenz überlassen bleiben sellen. Schiebungen mit deutschem Kali. Wie das Rigaer Blatt ,, Jaunaas Ginas" berichtet, hat die deutsche Gesandschaft die Aufmerksam. feit des lettischen Außenministeriums darauf gerichtet, daß mehrere Firmen in Riga aus Deutschland große Mengen von Kali einführen, das von Riga nach Skandinavien exportiert wird. Der deutsche Gesandte hat erfucht, diesen Transit zu verhindern, da durch ihn die Spefulation gefördert werde. Weihnachtsamnestie in Jrland. Die irische Regierung beschloß, alle politischen Gefangenen zu befreien, wenn sie sich verpflichten, fünftig nicht mehr mit der Waffe gegen den Staat zu fämpfen. zugleich. Die Massen, die den Riesenraum bis zum Dach füllten, gaben sich jedoch willig und freudig dem mit großer Liebe gefügten Wert als Ganzen hin, und deshalb soll auch dem Leiter des Sprech chors Albert Florath ein besonderes Wort der Anerkennung und Ermunterung am Jahresschluß nicht vorenthalten bleiben. tr. ebenso leicht vergessen, wie im nachgebeteten der äußere Glanz und die erlesene Mache versagen. Die Oper zeigt das am raschesten, wie sie denn, fürstlich pruntend, an einem Haltepunkt, an einem Berfallspunkt angelangt scheint. Im sinfonischen Wert wiederum ist der intellektuelle Aufstieg noch träftiger als der rein mufitantische, Ein letzter Blick auf das Mufifjahr 1922. Freube, daß fo und die Idee, vorgefaßt, wuchert über den Zauber des Klangs Das ruffische Romantische Theater bringt jetzt in seinen Nach manche gute Kraft der Not erfolgreich trotte, daß überhaupt wieder und der Form und des Baues. mittagsvorstellungen, von denen die ersten in den Weihnachtstagen Mufit belebend, aufhellend, neu und zukunftsfroh aufflingt. Daß Berwirrung der Gemüter, bas war die Signatur des kämpferi stattfanden, nach dem bereits bekannten Tanzgemälde„ BojarenAltes respektiert und geliebt, Neues nicht verachtet, Problematisches fchen Jahres 1922. Eie fann durch Verirrung hindurch zum Glanz ho ch 3 eit", als Neuheit eine Zusammenstellung von Solotänzen, geduldet, Gewaltsames, Explodierendes, Glühendes auch im Ueber- und Sieg führen. Zwar nicht, wenn ein merikanischer Bramarbas bei denen die besten Kräfte des Ensembles mitwirken. Auch hier fchwang gehört und beachtet wurde. nicht, wenn eine Geigerin M. mit allen Unerzogenheiten der Kon- find es die Smirnowa, die Pawlowa und Elsa Krüger, fervatoriftin das E- Dur- Konzert von Bach mordet, aber vor dem sowie Boris Romanoff und A. Obuchoff, die das Publikum durch ihre temperamentvolle Kunst bezaubern. Stürmischen Beifall letzten Strich noch lautlos und versteinert stecken bleibt; faum auch, fanden vor allem die russischen Nationaltänze von Elſa Krüger und wenn eine rechte Begabung, wie Ilfe Beda D. die Teufelstriller der Matrosentanz von Romanoff. Baganinis zerfragt und zerspaltet. Sicher aber, wenn die Have manns sturillen Neutönereien Strich und gefühlten Ton leihen, Zur Freude gefellt sich der Schmerz. Der Kühnheit des Schaf wenn die Klinglers spielen, wenn Furtwängler für modisch Gefens find Grenzen gezogen in unserer Not. Gut, daß viel Untraut prägtes, felbft menig Geliebtes eine Lanze einlegt, und wenn verdirbt in steinigem Boden. Bitter, daß auch das Schöne flanglos irgend einer Mut und Kraft und Geift aufbietet, die Technik und aum Orfus verfintt. Daß das Mittelmaß des Ausländischen besseres die Idee eines mufitantischen Jahrzehnts in einem einzigen Wert Ausmaß heimischer Kunst verdrängen fonnte. 3ft Hoffnung auf zu' adeln oder niederzureißen. Wagner, Brahms, Mahler, Brudner, Ende der Krise? Taufende atmen ihr entgegen, Hunderten wird die Strauß das waren die lehten, die wir erlebten. Wer wird sie Fadel des Ruhms nicht mehr leuchten, viel Talent wird versanden, um den Namen eines Gottes bereichern? Die Tore des Jahres ohne Licht verblühen. Die Kunst stellt sich in den Schuß des Staa. 1923 find weit geöffnet. Mit Hoffnung, doch ohne Zuversicht treten tes, sie frankt auch an seinem Leidenslager. Nie waren so sehr wir über seine Schwelle, Musik und Musiker gefettet an das Leben und Gedeihen eines crstehen und eine wirkliche Vertrüderung der Weltpioniere im Reich der Musit sich anzubahnen. Was blieb uns denn in unserer Not? Was schüßt uns noch vor der Verzweiflung? Der große heilige, zum Himmel tragende Alford, die ewige Melodie, der flügelleichte, hebende, anfeuernde Rhythmus, die Harmonie schöner und edler Klänge. Staates, niemals noch gingen Kunst und Bolitik so geschwisterliche Barallelwege. Wo führt das neue Jahr uns hin? Wird uns das Eine proletarische Feierstunde fand am zweiten Weihnachtsfeier. Chaos den tanzenden Stern gebären? Wird Friede wirken auf tag wiederum im Großen Schauspielhaus statt, und Der Erde? Noch ist entfeglicher Kampf um Brot und Wärme, Dem Schöpfungen von Beethoven, Brahms, Bach und Liszt, Goethe und Lurus find für den Arbeitenden die wollüftigen Arme verbunden. Herder hätten vollen Glanz über die festlich erregte Menge ausAber sehnsüchtig harrt er einer andächtigen Feierstunde der Musik strömen fönnen. Leider kamen die Hauptwerke, die den Wert der entgegen. Doppelte Berantwortung, nur das höchste an Wollen Veranstaltung ausmachen sollten, nicht zur restlosen Entfaltung. Das und Können dem Ohr zu bieten. war besonders peinlich in dem„ Entfesselten Prometheus" mit der Die wir allabendlich dem Gesamtflang des Berliner Musik- Mufit von Liszt, bei dem es dem Dirigenten 3ander nicht möglich lebens lauschen wollen, sind gezwungen, aus dem Erreichbaren bas war, Chor und Orchester zusammenzubringen. Der Chor, zwar wie Gesunde, Fortschrittliche, das Erlebnisschwere herauszuheben und immer mit voller Hingabe bei der Sache, aber das Blüthner. im Bort Unausdrückbares der Mufit wieder Wufit werden zu laffen Orchester spielte mertwürdig zäh gedehnt und intereffelos, offenbar im Wort. Das Allzuviele entgeht uns, und von dem Guten selbst nicht willens, sich der Taftführung Meister Zanders hinzugeben. haftet nur das Beste. An ihm verschreibt der Chronist sein Herz- So war der Dirigent, der zudem ungünstig placiert war und feinen blut dankbar, im innigen Bestreben, andere herzulocken, und nie Chor nicht übersehen fonnte, gezwungen, alle Energie für das chne Respekt vor der Leistung, nie ohne ernste Prüfung des Ge- Orchester aufzuwenden. Infolgedessen gerieten die Einfäße des Chors miffens, Aber was ist Arbeit in der Kunst? Ein Anfang, fein Biel, saghaft und schüchtern. Einzelne Teile, wie der zweite Ofeaniden ein Boden, fein Bau, eine Dämmerung, fein Licht. Der Arbeitende Chor und die Chöre der Schnitter unbb der Winzer, gelangen recht fei gefördert der Suchende gelobt, der Anbahner gepriesen, der gut. Auch in Beethovens Coriolan- Ouvertüre pflückte fich das Pfuscher verdammt und das Genie angebetet. Und wenn einmal Blüthener- Orchester feine Lorbeeren. Der Sprechchor, bisher ei die Welt der Musiken anfängt, sich zu bewegen und zu erregen, Sprachrohr medernsten Ausdruckwillens, schien fich bei Boethe nicht wir wollen inbrünstig die treibenden Kräfte suchen und den Geift, sonderlich wohl zu fühlen, hatte natürlich auch feine Gelegenheit, das Erflamatorische seines Wesens( den Schrei aus der Tiefe") zur dem ste gehorchen. Im Strom des Gehörten, Gelefenen, Erlebten faßt Euch nicht Geltung zu bringen. Die recht gedankenreiche Ansprache von Proirre machen. Das Schlagwort tilgt aus eurem Gedächtnis. Es feffor Leo Kestenberg mußte vorgelesen werden. Lothar tötet den Geist. Richtungen und nach Richtungen empfangene müthel sprach voll Hingabe die verbindenden Worte im BromeWerte sind oft nur historische Stationen, furzlebig Es gibt nur theus und Heinrich Witte mit seinem ftarten Temperament die Im wahrhaft er. Soloworte des Goethe- Wertes, Paula Weinbaum fang zur Orgel gute oder schlechte Musit, in allen Stilarten. lebten Wert werden altmodische Richtung und mäßige Technit und füllte den weiten Raum mit ihrer Stimme, die jüß und start A. S. Die verheiratete Lehrerin in England. Nach einer in London veröffentlichten amtlichen Statistit wird von je 33 im Dienst der städtischen Schulen stehenden verheirateten Lehrerinnen nur eine einzige im Jahre Mutter. Berheiratet sind überhaupt von den an städtischen Schulen tätigen Lehrerinnen 26,6 Proz. Dhe Schuldepu tation der Londoner Grafschaft hat aber jegt einen Antrag eingebracht, wonach die Anstellung von Lehrerinnen in Zukunft von deren Berzicht auf die Ehe abhängig gemacht werden soll. Eine Ausnahme foll nur bei bereits verheirateten Frauen gemacht werden, deren Ehemänner dauernd außerstande find, für den Lebensunterhalt ihrer Frauen zu sorgen oder die von ihren Männern verlaffen worden sind. Die bereits im Dienst befindlichen Lehrerinnen sollen von dieser neuen Bestimmung nicht berührt werden. Bon ihnen haben sich seit Oktober 21 verheiratet, eine Anzahl, die erheblich unter dem normalen Prozentsatz bleibt. Hilferuf auf See. Jedes Schiff in Geenot sendet heute, gleich viel welcher Nation es angehört, als Hilferuf die Buchstaben SOS aus. Da dieser Ruf unter Umständen jedoch durch andere drahtlose Depeschen unwirksam gemacht werden fann, so stellt man jegt in England, wie in der Umschau" berichtet wird, Bersuche an, ihn durch ein selbsttätiges Notsignal zu ersehen, das eine andere Wellenlänge hat, als fonft im Schiffsverfehr üblich ist, bei dem also eine Ueber. freuzung nicht möglich ist. Die Wellen des Notrufes löfen auf allen Schiffen, die sich in seinem Wirkungsbereich befinden und die mit derselben Vorrichtung ausgerüstet sind, selbsttätig eine Alarmglode aus, worauf sich der Funker in der üblichen Weise mit dem in Not geratenen Schiff in Berbindung feßen fann. Bei diesen Versuchen wurden bis auf eine Entfernung von 185 Kilometern befriedigende Ergebnisse erzielt. Behn englische Schiffe haben bereits diese selbst. tätige Alarmvorrichtung und weitere 25 werden jetzt damit ausgerüstet. Staatsoper. Begen Erkrankung zweier Künstler mus statt„ Fredigundis" am 29. Bohême" gegeben werden. Richard Strauß soll an der Wiener Musikakademie, die demnächst den Rang einer Mufiluniversität erhalten soll, mit der Zeitung der Meisterschule für Kompositionslehre beauftragt werden. Grokes Schauspielhans.( m 3. Januar bält der Schriftsteller Maximilian Harden zugunsten des Schußverbandes deutscher Schrift. stelle: einen Bochtag im Anschluß an seinen Prozeß, Das holz als Vorwanö. Französische Koufliktsmache. Die Nepzroüonskommissicm veröffentlicht eine amtliche Mit- teilung, wonach die Kommission einstimmig festgestellt hat, daß Deutschland die Frankreich geschuldeten Holzlieferungen nicht ge- leistet hat. Sie hat mit 3 gegen 1 Stimme(Bradbunj) entschieden, daß diese Nichtausführung der Lieferungen eine vorsätzliche Verfehlung Deutschlands darstellt und hat beschlossen, dieses unverzüglich den interessierten Regierungen mitzuteilen. Paris, 27. Dezember.(MTB.) Havos beschäftigt sich in einer längeren, offenbar beeinflußten Note mit dem gestrigen Beschluß der Reparationskommission, betreffend di« deutschen Holzliefe- r u n g e n. Nachdem zuerst festgestellt wird, daß es dek französische De- legierte B a r t h o u war, der infolge von Weisungen des Mi- nisterprösidenten die gestrige Entscheidung herbeigeführt hat, heißt es in der Mitteilung, es fei nicht zweifelhaft, daß Po in rare anläßlich der interallnerten Beratung vom 2. Januar seine Kollegen über die Maßnahmen unterrichten werde, di« die französische Regierung infolge der Verfehlungen Deutschlands bei den Holzlieferungen für notwendig erachte. Diese neue Lage könne übrigens nur die stets von der franzö- fischen Regierung unterstützte These bestärken, daß Deutschland kein neues Moratorium ohne sofortige produktive Pfänder gewährt werden könne. Nach dieser Richtung scheine sich in der diplomatischen Lage, was mit Befriedigung festzustellen fei, ein Fortschritt zu zeigen. Ueber die endgültige Absicht B o n a r L.a w s sei man zwar noch nicht vollkommen unterrichtet, man wisse aber, daß kein« Meinungsverschiedenheit in der Reparationsfrage das Pariser und das Brüsieler Kabinett trenne. Auch von Rom komme das Gerücht einer progressiven Annäherung des italienischen und des französischen Standpunktes. Nach den letzten Nachrichten wünsche Mussolini persönlich nach Paris zu kommen, um eine realistische Politik zum Siege zu führen, die den berechtigten Wün- schen seines Landes Befriedigung gebe. Der italienische Delegierte in der Reparationskommission d'Ameglio, der Mussolinis voll- kommenes Vertrauen genieße, arbeite seit der letzten Konferenz in diesem Sinne. Italien soll der Kontrolle der Domanialforsten und Staatsgruben des Ruhr» gebiet s, der Beschlagnahme der Zolleinnahmen, sowie der Emission einer innerdeutschen An- leihe von 3 Millarden Goldmark, garantiert von Banken und Industriellen, günstig gesinnt sein. Auch sollen interalliierte Sanktionen automatisch erfolgen, wenn Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Man sehe also, daß die italienische Auffassung keineswegs von der französischen These abweiche, die ebenfalls die Kontrolle der Ruhrgruben ins Aug« fasse, wenn sie auch nicht die Anwesenheit einer Minderzahl von Truppen für diesen Zweck verlange, die in Frankreich für not- wendig gehalten werde. Eine Erklärung Jaspars. Drüsiel, 27. Dezember.(WTB.s Meldung der Agence Belg«. Im Senat erklärt« der Minister des Aeußeren I a s p a r im Hinblick auf die Anfang Januar in Paris stattfindend« Konferenz: Es Ist un- möglich, Deutschland ein einfaches Moratorium ohne Garantien zu gewähren. Die belgische Regierung wird dem nicht zustimmen. Hin- sichtlich der Garantien möge der Senat dem Ministerpräsidenten und mir Vertrauen entgegenbringen. Kein Leiter eiper alliierten Regierung hat sich über diesen Punkt genau auslassen wollen. Ich würde gegen die Pflichten meines Amtes verstoßen, wenn ich nicht ebepso Stillschweigen beachtete. Wir messen dem den größten Wert bei. daß die Maßnahmen, die in Paris getroffen werden, auf Grund eines Abkommens zwischen allen Gläubigern beschlossen werden. Die Pariser Konserenz erscheint in einer gün- stigen Atmosphäre. Ich hoffe, daß es uns gelingen wird, auf ihr eine Regelung zu treffen, welche die interalliierte Entente und die Lage aller Gläubiger Dcutschsands sicherstellt. Anleihe und Ruhrbesetzung. Eondon, 27. Dezember.(EP.) Die„Daily News" schreiben in bezug auf die Pariser Konferenz, daß die Beschlüsse dieser Kon- ferenz so berechnet werden müssen, daß dadurch die deutsche Zeih- lungsfähigkeit nickst aufgehoben wird. Vorläufig werde dies nur durch eine internatio.nale Anleihe r öglich sein. Die beiden Länder jedoch, die jetzt allein imstande seien, an Deutschland Gelder auszuleihen, nämlich England und Amerika, seien der Ansicht, daß durch die Besetzung der Ruhr die Aussichten für das Zu- ftandekommen einer Anleihe gefährdet werden, oder daß dieselbe dadurch überhaupt unmöglich werde. Die Alternative, vor der die Alliierten sich befänden, liege klar vor aller Augen. Es werde sich nun darum handeln, ob Frankreich sich für einen Irrtum entschließen wolle, dessen Folgen unberechenbar wären. Eine Anklage �ouhaux'. Paris, 27. Dezember.(WTB.) Der Führer der französische» Gewerkschafien, Leon I a u h a u x, spricht sich in dem Gewerkschafts. blatt„2e Peuple" über die Bemühungen der deutschen Arbeiter seit August 1919 aus, am französischen Wiederaufbau beteiligt zu wer- den. Iouhaux schreibt: Im August 1919 fanden in Bcrsaillcs Verhandlungen statt, an denen Vertreter der französischen und der deutschen Regierung und Delegiert« der Arbeiterorganisationen der beiden Länder teilnahmen. Die Berichte der beiden Gewerkschaftszentralen schlössen mit deut- schen festen Vorschlägen für die Verwendung deutscher Arbeiter zum Nutzen der Geschädigten und unter Aufsicht der gewerkschaftlichen Organisationen. Zum ersten Male bekundeten die deutschen Ar- beiterverbände ihren Willen, gemeinsam mit der französischen Arbeiterschaft wieder aufzubauen. Dieser Bericht habe nicht einmal die Ehr« einer Prüfung gehabt. Man sei auf den Widerstand der Regierung gestoßen. Die Regierung habe, um die Gründe ihrer Weigerung nicht öffentlich bekanntzugeben, vollkommenstes Stillschweigen gewährt. Trotzdem seien im Oktober 1919 in Amsterdam anläßlich der Bau- arbeiterkonfcrenz die Verhandlungen wieder ausgenommen worden, und wenige Wochen später hätten in Paris in Anwesenheit der deut- schen Gewerkschaftsvertreter Päplow und Silberschmidt nochmals Verhandlungen stattgefunden. Die Arbeiter feien einig gewesen, die Regierenden aber seien siumm geblieben. Hierauf habe man beschlossen, unter Führung des Allgemeinen Arbeitsamtes zu verhandeln. Di« Konferenz habe im Januar 1929 stattgefunden und mit einem allgemeinen Abkommen geendet, das die gcwerkfchafllichen Bedingungen für die Verwendung deutscher Ar- beiter enthalten habe: Ein Protokoll sei der französischen und der deutschen Regierung übermittelt worden. Alles fei also für eine nützliche und effektive Zcksammenarbeit mit den deutschen Arbeitern und den deutschen Lieferanten von Rohstoffen für den Wiederaufbau vorbereitet gewesen. Erhöhung üer Postgebühren um ISOproz. 12000 Dienstposten werden eingezogen— Defizit 1023: 380 Milliarden. Der Reichspostminisdcr hat den Mitgliedern des Verkehrs- beirats jetzt feine Dorschläge für die bereits zum IS. Januar angekündigt« neu« Postgebührcnerhöhung zugehen lassen. Im Durch- schnitt sehen die Vorschläge eine Erhöhung von 199 Proz. vor, so daß asso ab IS. Januar der gewöhnliche F« r n b r i e f S9 M., im Ortsverkehr 29 M., die Kart« im Ortsverkehr 19 M., un Fernverkehr 2S M. kosten. Für gewöhnliche Telegramme wird eine Grundgebühr von 89 M. lMd eine Wortgebühr von 49 M. in Dorschlag gebracht. Presse- und Ortstelegramme sollen die Hälfte dfeser Sätze kosten. Ein« weitere Erhöhung der Fernsprech- gebühren soll nicht vorgenommen werden. Neu geplant ist die Abführung einer sogenannten Abgabe- gebühr für Pakete, d. h. auch jeder Paket«mpfänger, der feine Patete selbst abholt, muß in Zukunft für ein Paket bis 19 Kilo- gramm 2S M., über 19 Kilogramm 59 M. und für jedes zweite Paket IS M. zahlen. Ferner ist die Einführung des Drei-Kilo- Pakets neu. Das Paket kostet in der Nahzone 299 M., in der Fernzone 499 M. Der Preis für die Beförderung der Fünf-Kilo- Pakets ist in Zukunft in der Nahzone 399 M., in der Fernzone 699 M. In einer Denkschrift» die der Reichspostminister seinen Vor- schlügen beigelegt hat, wird das Defizit der Reichspostverwaltung für das Rechnungsjahr 1923 auf 33S,6 Milliarden Mark beziffert. Diese Summe glaubt man durch Sparsamteitsmoßnahmen um 78,7 Milliarden verringern zu können. Bis zum 31. ZNSrz 1S2Z sollen weitere 12 990 ständige Dienstposten eingezogen werden. Rund 49 999 Personen sind im Verlauf der letzte» beiden Jahre bereits entlassen worden. �_ Die Heimkehr üer Letzten. Die letzten vier Kriegsgefangenen, di- in Frank- reich zurückgehalten wurden, sind in den Weihnachtstagen endlich nach Deutschland zurückgekehrt. Damit kann die Reichsver- cinigung ehemaliger Kriegsgefangener ihren dreijährigen unermüd- liehen Kampf für die in Frankreich internierten Gefangenen ein- stellen, gm Juni des Jahres 1929. als di« Bemühungen der Re- gierung zu keinem xositwen Ergebnis führen wollten, veranstaltet« der Rcichsvcrbond feine erste große Aktion, den sogenannten „A o i g n o n. S o n n t o g*. 32 Kriegsgefangene wurden daraufhin begnadigt. Di« dann auch mit französischen Kreisen eingeleiteten Verhandlungen und die zweite große Dezemberkundgebung der Kricgsgefangenenorganisation, bei der in Berlin Rcichstagspräsident Lobe sprach, sührte dazu, daß die französische Liga für Menschenrechte sich dieser Angelegenheit marin annahm. Die weiteren Bemühungen der Rejcheveremigung brachten dann weitere Teilbegnadigungen im Jahr« igZg der dann im Oktober/November die Begnadigung von 22 Kriegsgefangenen und letzt endlich di« der letzten 4 folgte. Litauen ist von itt Botichafterkonferen» de iure anerkannt worden. Die Anerkennung ist auf Grund einer Note Litauens über die Jnternatronalisierung de» Memelflufses erfolgt. Was üie Zeitungen kosten. Die Hamburger Blätter haben bisher für den Monat Januar folgende Bezugspreise festgesetzt: Hamburger Fremdenblatt(zweimal täglich)... 2299 M. Hamburger Nachrichten(zweimal täglich).... 2299., Hamburgischer Correspondent(zweimal täglich). 2S99„ Hamburger Echo(einmal täglich)....... 1599„ Der„Vorwärts" kostet bei zweimaligem Erscheinen am Tage für den Monat Januar nur 1690 M. Im Vergleich mit den Preisen,, die für andere Blätter gleichen Umsanges gefordert werden müssen, ist unser Bezugspreis also immer noch niedrig bemessen. Um so mehr werden unsere Genossen die Notwendigkeit erkennen, dem„Vorwärts" auch für das neue Jahr neue Freunde zuzuführen. Erhöhung üer Steuerabzüge. Amllich wird mitgeteilt: Der Steuerabzug erfährt vom 1. Januar 1923 ab eine wesentliche Aenderung. Bisher haben die Beträge, um die sich der von dem Arbeitslohn einzubehaltcnde B« trag von 19 v. H. minderte, auf den Monat g.-rechnet, je 49 M. für den Steuerpflichtigen und für seine zu seiner Haushaltung zählende Ehefrau, 89 M. für jedes zur Haushaltung zählende Kind ohne eigenes Arbeitseinkommen oder jedes nicht über 17 Jahre alte Kind mit eigenem Arbeitseinkommen und 99 M. zur Abgeltung der Werbungslosten und scnstigen Abzüge betragen. Diese Beiträge erhöhen sich vom 1. Januar 1923 ab-für den Steuerpflichtigen und für seine zu seiner 5zaushaltung zählende Ehefrau auf je 299 M monatlich, für jedes zur Haushaltung zählende minderjährige Kind ohne eigenes Arbeitseinkommen oder jedes nicht über 17 Jahre alte Kind mit eigenem Arbeitseinkommen aus 1999 M. monatlich und zur Abgeltung der Werbungskosten und sonstigen Zlbzuge eben falls auf 1999 M. monatlich. Im übrigen— abgesehen von diesen ziffernmäßigen Aenderungen— ist der Arbeitgeber nach wie vor an die Eintragungen, die von der Gemeindebehörde oder dem Finanz- amt auf dem Steuerbuch hinsichtlich der Zahl der bei dem einzelnen Arbeitnehmer zu berücksichtigenden Familienangehörigen gemacht sind, gebunden. Die �trbeitslosenfrage in Englanü. London, 27. Dezember.(EP.) Beipi Empfang einer Arbeitslosen- delegation in Glasgow soll Lonar Law den Arbeitslosen erklärt haben, daß es der Regierung nicht möglich fein werde, allen eng- tischen Arbeitslosen Arbeit zu verschaffen, so lange die wirtschaftliche Lage Europas nicht, normal fei. Die Regierung fei aber bereit. die private Initiativ« zur Linderung der Arbeitslosennot zu unter- stützen, wenn es sich z. V. um den Bau von Schulen handle, fei die Regierung bereit. 75 Proz. der Kosten zu tragen. Der Führer der Delegation der Arbeitslosen erwiderte darauf, daß die Erklä- rung Bonar Laws nur die Unfähigkeit der Regierung wider- spiegle, für die Arbeitslosen überhaupt etwas zu tun. Begnadigungen in Südafrika. Der Generalgouverneur beschloß, alle Personen, die im Zusammenhang mit dem Aufruhr im Rand- gebiet zum Tode verurteilt wurden, zu Gefängnisstrafen von ver- Huden« Vau« zu begnadigen. Wirtschaft Die Großhandelspreise über dem Dollar. Der Großhandelsindex der Industrie- und Handelszeitung für die dritte Dezemberwoche beträgt 1642,28. Die deutschen Großhandelsmärkte standen in dieser Woche(beginnend mit Sonn- abend, den 16. Dezember und endend mit Freitag, den 22. Dezem- ber) unter dem Einfluß einer nicht unerheblichen Berbilligung der ausländischen Zahlungsmittel, so daß sich auf der einen Seite die börsenmäßig notierten Waren, im Preise zum Teil erheblich er- mäßigten, auf der anderen Seite für die gebundenen Preise, die von den Ringen und Syndikaten diktiert werden, keine Erhöhungen vorgenommen wurden. Das Verharren der Kohlenpreise sowie die Preiserhöhung einiger wichtiger Nahrungs- mittel schwächte die zum Teil sogar erheblich aus der Mark- befferung resultierenden Preissenkungen einiger Produttenmärkte ab. Andernfalls wäre die Ermessung des Wochenpreisniveaus zu einem noch niedrigeren Ergebnis gelangt. Die auf dem Dollar- kursniveau der drei Vorwochen basierende schematische Normierung des Goldzollaufgeldes ergab ein 18-!Sfachss Zollaufgeld für den 16. bis 23. Dezember, während das Dollarkursniveau auf dem nur 1S87fachen und das Großhandelspreisnioeau auf dem 1642fochen der Vorkriegszeit stand, so daß in der Berichtswoche ein den Waren- und Devisenpreisfestsetzungen gegenüber viel zu hoher Goldzollzuschlag bezahlt werden mußte. Trotzdem zeigt für die Berichtswoche der Großhandelspreisindex doch noch einen Rückgang von 1792,12 auf 1642,28, d. h. um 8,4 Proz. gegenüber der Bor- woche: die zugrunde gelegten 44 Waren wiesen also das 1642fache ihres Vorkriegspreisstandes(Ende 1913 gleich 1) auf. Der Dollar- mittelkurs in Berlin betrug im Durchschnitt der Berichtswoche 6662,59 M., so daß sich gegenüber dem Durchschnittskurse der Bor- woche von 8974,58 für einen Dollar ein Rückgang um 17,5 Proz. ergab. Während die Preise also das Steigen des Dollars mit- machten, haben sie es mit dem Sinken weniger eilig. Sapilalverwässerung. Der auf den 25. Januar 1923 einbe- rufenen außerordentlichen Generalversammlung des B a r m e r Bankvereins soll vorgeschlagen werden, daß die bisherigen 199 Millionen Mark Schutzakrien ab 1. Januar 1923 dividenden- berechtigt an ein Bankenkonsortium abgegeben werden sollen. Ferner soll die Erhöhung des Aktienkapitals um 599 Millionen Mark vor- geschlagen werden. Bon diesen Aktien sollen 259 Millionen Mark den alten Aktionären im Verhältnis von 2: 1 zu einem noch fest- zusetzenden Kurs« angeboten und die restlichen 259 Millionen Mark als Schutzaktien mit 25 Proz. Einzahlung von einem Banken- konfortium übernommen werden. Der Verein deutscher Eisengießereien, Gießereiverband in Düsseldorf, ermäßigte entsprechend der durch die Roheifenpreis-Er- Mäßigung eingetretenen Verminderung der Gestehungskosten die Gußwarenpreise für Lieferungen im letzten Dezemberviertel um S Proz. 3n Zugoslavien ist der Verkehr mit Devisen vom 31. Dezember ab freigegeben. Jeder Importeur mit eingetragener Firma, der seine Steuern bezahlt hat, kann in Zukunft ohne Erlaubnis Waren einführen und Devisen kaufen. Devisenkurse. Unserer gestrigen Tabelle sind noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 1 spanischer Peseta 1157,19 Geld. 1162.99 Brief: 199 östcrr. Kronen obgest. 19,34 Geld, 19.43 Brief; 1 tschechische Krone 234.41 Geld, 235.58 Brief; 1 ungarische Krone 8,99 Geld. 8,11 Brief; 1 bulgarischer Lewa 59.37 Geld, 59.63 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 79,39 Geld, 79,79 Brief. Zolgt ihrem Seispiel! In wenigen Monaten vollendet das„Berliner B o l k s b l a t.t", dessen Fortsetzung der heutige„Bor- w ä r t s" bildet, das 39. Jahr seines Bestehens. Es wird dann in das 40. Lebensjahr eintreten. In den- schwersten Zeiten des Sozialistengesetzes, nachdem alle Parteiblätter unterdrückt waren, unternahmen die Berliner Genossen den waghalsigen Versuch, enifs neue eine Zeitung herauszugeben, die die sozialistischen Ideen verbreiten und die Interessen der werktätigen Bevölkerung vertreten sollte. Welche Opfer die einzelnen der Genossen in jenen schwieri- gen Zeiten für ihr Blatt brachten, das vermag die heutige Generation kaum noch nachzufühlen. Aber sie kann sich an jenen heute noch ein Beispiel nehmen. Auch gegen- wärtig wird die Existenz der Zeitungen aufs schwerste be- droht, wenn auch nicht durch die Staatsgewalt, so doch um so stärker durch den Papierwucher und die ungünstigen wirt- schaftliche.n Verhältnisse. Aber gerade diese Not, die besonders hart die sozialistische Presse trifft, wird unsere Genossen ver- anlassen, um so eifriger für die Erhaltung des �vorwärts" zu sorgen und ihm neue Mitstreiter zuzuführen. Jeder in der Partei muß sich der Schwere seiner Verantwortung be» wüßt bleiben: Wenn das vierte Jahrzehnt unseres Blattes vollendet sein wird, soll niemand auftreten dürfen und sagen: Die Alten haben die Opfer gebracht und ihr Organ mühevoll aufgerichtet, die jüngere Generation aber hätte durch Lässig» keit den Bau verfallen lassen. Darum, ans Werk! Zum 1. Januar müssen neue Leser gewonnen werden dem„Berliner Volksblatt", dem -Vorwärts". Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts". Berlin SW. 68. Linden» straße 3. einzusenden.(In Orten außerhalb Groß-Berlins ist der„Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) Ich abonniere den„Vorwärts" mit der Illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", der Unterhaltungsbeiloge „He Im weit' und der 14tgglg erscheinenden illustrierten Bei- tage„Siedlung und Kleingarten" in Groß-Berlin täglich zweimal frei Ins Hau». Name Wohnung: -Straße Nr- vorn- Hof— Quergeb.— Seitcnsi.— Tr. links— rechts bei Gewerkschaftsbewegung Konferenz der Gauleiter freier Gewerkschaften. Tarnow und Robert Schmidt über Wirtschaftsfragen. Gestern tagte im Gewerkschaftshaus eine Konferenz der Funktionäre der freien Gewerkschaften für die Provinz Brandenburg, die vom Kartell der Gauleiter für die Provinz einberufen war. Als erster Redner sprach Genosse Tarnow über„ Die Ursachen der Geldentwertung"." Nachdem er die Ursachen( Inflation und Spekulation) näher gekennzeichnet hatte, trat er in seinen weiteren Ausführungen energisch für die Stabilisierung unserer Mark ein und verbreitete sich über die Wege, die hierfür beschritten werden müßten. Mit einem Moratorium allein werde der Zweck nicht erreicht werden, eine internationale Anleihe werde aber erst Erfolg haben, wenn es gelinge, die Reparationsverpflichtungen zu regeln. Ob die Goldreserve der Reichsbank die Stüßungsaktion der Mart fördern könnte, sei eine Frage, über die große Meinungsverschiedenheiten vorherrschen. Schließlich bestehe die Möglichkeit, eine Art Doppelwährung zu schaffen, indem neben der Papiermark ein Behelfungswert als Goldwährungserfa eingeführt werde. Bom Großhandel und der Großindustrie werde schon seit längerer Zeit in Goldwährung fafturiert. Die Theorie, nach der die heutige Lohnbewegung infolge der Geldentwertung zwecklos fei, müsse als gänzlich unzutreffend zurückgewiesen werden. Tatsächlich liege die Sache so, daß die Lohnbewegungen viel Elend verhindert und große Not gemilbert haben. Hierauf sprach Genoffe Robert Schmidt über wirtschaftliche Fragen. Die sehr umfangreichen Ausführungen des Redners laffen wir zufammengefaßt hier folgen: Die bürgerlichen Kreise haben es endlich zur Aufhebung der Zwangswirtschaft gebracht, von der fie dem Bolle eine Verbilligung der Lebenshaltung versprochen haben. Was die Aufhebung gebracht hat, wissen wir aus der Erfahrung. Selbst die wenigen noch der Zwangswirtschaft unterstellten Produkte möchten sie lieber für die freie Wirtschaft haben. Daß wir bezüglich unserer Ernährung ganz erheblich vom Ausland abhängig sind und die Preise für die im Inland erzeugten Nahrungsmittel durch die freie Wirtschaft den Auslandspreisen angepaßt werden, ist von unseren Gegnern verschwiegen worden. Eine starte Entwicklungstendenz der Zusammenfassung großer Wirtschaftsgebiete vom Rohstoff bis zur Fertigstellung zeigt sich im deutschen Wirtschaftsbetriebe. Hier ist die freie Konkurrenz bis zu einem gewissen Grade ausgeschaltet. Eine ungeheure Kraft des wirt schaftlichen Einflusses zeigt sich auch gegenüber der Arbeiterbewegung. Diese wird mit dem Einfluß zu rechnen haben, wenn eine rüd läufige Konjunktur eintreten sollte. Raum ein Land dürfte eine so rapid aufsteigende große Wirtschaftskonzerne zu verzeichnen haben wie Deutschland. Großindustrie und Großhandel heimsen ungeheure Gewinne ein. Beträgt doch der Lohn des deutschen Arbeiters meniger als die Hälfte des Lohnes des englischen, und die deutschen Fracht tarife find trotz mehrfacher Erhöhung immer noch niedriger als die Tarife des Auslandes. Durch die zu niedrigen Ausfuhrabgaben haben wir nicht nur eine Schädigung der steuerlichen Einnahmen, sondern auch erreicht, daß die Konkurrenzländer sich mit Schuhmauern in Gestalt von Zöllen umzogen haben. Man hat durch Kaltulationen beweisen wollen, daß die Abgaben niedriger sein müssen, um fonkurrenzfähig zu bleiben. Die Kaltulationen sind aber nicht stichhaltig. Nirgends hört man von nennenswerten Korfurfen. Auch der Unfähigste macht heute sein Geschäft. Dabei redet man von Scheinkonjunktur! Das ist Unsinn! Diese ist nur bei den Arbeitern, nicht bei den Industriellen vorhanden. Man spricht auch bei den Unternehmern von dem bescheidenen Gewinn. Man saat, die großen Dividenden hätten nichts zu bedeuten, da ja nur in Papier bezahlt werde, vergißt dabei aber mitzuteilen, daß die Aktien auch nur mit wenig Bapier erworben sind. Man verschleiert und versucht die Arbeiterschaft zu täuschen. Das wird auch versucht durch die Behauptung, der Export sei zurückgegangen. Das ist unzutreffend. Die Ausfuhr von Fertigfabrikaten hat Das ist unzutreffend. Die Ausfuhr von Fertigfabrikaten hat sich in der letzten Zeit sogar noch erhöht. Etwas zurückgegangen ist nur die Ausfuhr von Roh- und Halbfabrikaten. Allerdings ist ge= messen an früheren Zeiten der ganze Welthandel zurückgegangen. Das dürfte erklärlich erscheinen, weil der ganze Handel im großen Often verloren gegangen ist. Leider kommen wir immer fiefer in die ausländische Währung hinein und verschlechtern damit unsere Mart. Das Rennen nach der fremden Währung bringt das Ausland dazu, die deutsche Mark immer niedriger zu bewerten, Wir können an einer Stüßungsaktion unserer Währung nicht vorübergehen. In dem Augenblick, wo der Dollar sich fenft, werden auch die Marktpreise zurückgehen. Sollten gewissenlose Kreise dadurch um ihre Spekulationsgewinne fommen, so werden wir ihnen feine Träne nachweinen. Wenn wir nicht alles einsehen für eine beffere Währung, fann unsere Wirtschaft nicht gefunden. In den Nuf, durch Mehrarbeit die Produktion zu steigern, fann ich nicht einstimmen. Und es ist überhaupt fraglich, ob das durch eine längere Arbeitszeit zu erreichen wäre. Gegen eine solche Zumutung würde ich mich auch mit aller Entschiedenheit wehren. Mit dem Standpunkt von Kalisti und Kohn haben wir nichts zu tun. Als Sozialdemokraten bekämpfen wir jede Absicht ,, die dahin geht, die Schultern der Schwachen noch stärker zu beladen, und wir find davon überzeugt, daß die deutschen Gewerkschaften sich mit uns in diesem Kampfe einig fühlen werden. In der anschließenden Diskussion fam es zwischen den Referenten HERMANN Dann hielt Herr Dermigel, Direktor des ehemaligen Landesarbeitsamtes Brandenburg, einen sehr ausführlichen Vortrag über das Reichsarbeitsnachweisgefeh. Auch diesem Vortrag folgte eine Aussprache, an der sich die Genossen Alo3, Raspar und Vollmerhaus beteiligten. 3 zu einer längeren Aussprache über die Frage, ob es ratsam sei, für| binderverbandes ist. Diese zogen aus, um von den Bevollmächtigten die Arbeiterschaft Löhne in Golt mährung zu fordern. Tarnow bis zur letzten Hilfsarbeiterin ihre Leute durchzudrücken und erhielten sprach sich dafür, Robert Schmidt dagegen aus. mit Hängen und Bürgen einen Mitbevollmächtigten, dessen Bosten durch die Nichtbewährung des bisher tätigen Kollegen Rothe frei ge worden war. Die jetzt offiziell herausgegebenen Zahlen der Wahlen beweisen, daß die große Mehrheit des Buchbinderverbandes es a b= lehnt, den fommunistischen Phrafen und Parolen nachzulaufen. Die Rote Fahne" fann es nicht verschmerzen, daß der Bevoll mächtigte, Peter Kaspar, aus seinen Erfahrungen in der KPD., fo beim Osterputsch und dem Gewerkschaftshausfrawall im vorigen Jahre, sich gegen diese Partei wendet und sie als schädlich und verant wortungslos brandmarken mußte. An unfere Doftbezieher Huf verfchiedene Anfragen geben wir nochmals bekannt, daß der Differenzbetrag zwifchen Poft- und tatsächlichem Bezugspreis für die Monate November und Dezember d.J. für deutfche poftabonnenten, welche für das vierte Vierteljahr, refp. die Monate November und Dezember den Abonnementsbetrag zufammen voraus bezahlt baben, M. 650 beträgt. Monats abonnenten, welche für den Monat November, refp. Dezember den Bezugspreis beim Poltamt einzeln entrichtet haben, haben für November M. 150 und für Dezember ebenfalls M. 150 nachzuzahlen. Vorwärts- Verlag 6. m. b. D., Berlin Lohnbewegung der Berliner Musiker. In einer gut besuchten Versammlung nahmen die Berliner Musiter Stellung zu den Vorgängen, welche sich bei den Verhandlungen mit den Gastwirten abgespielt haben. Der 1. Vors izende des Deutschen Musikerverbandes, Drisverwaltung Berlin, gab bekannt, daß sich die Arbeitgeber am Freitag weder dem gejez lichen Schlichtungsausschuß, noch dem zum Abend vereinbarten Schiedsgericht gestellt haben. Sie haben eine neue Verhandlung zwar zugesagt, jedoch erst am Sonnabend nachmittag. Die Verfammlung erblidt bierin eine Verschleppungstaltit. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die VSPD. hat keinen Verlust zu verzeichnen. Der frühere Gustav Mitbevollmächtigte Rothe gehört der BSPD. nicht an. Plant, der weitere Kandidat der BSPD., blieb nur mit 242 Stimmen hinter Gaebel zurüd. Otto Gaebe! wird sich nun zu entscheiden haben zwischen verantwortungsvoller notwendiger Arbeit der Gewerkschaft, der. Durchführung politischer Forderungen im Rahmen der gewerk schaftlichen Organisation, der Möglichkeit ihrer Durchführung auf der einen Seite und den kommunistischen Parolen und verantwortungs lofen Aktionen auf der anderen Seite Als die Vorwärts"-Enthüllungen im Dezember vorigen Jahres über den Osterputsch in Mitteldeutschland und die Rolle der Kommunistischen Partei und ihrer Leitung im besonderen flarlegte, entstand bekanntlich die Protestbewegung der 128 Parteifur ftionäre. Unter diesen war auch Otto Gaebel und unter den wenigen, die umfielen und zu Kreuze frochen, war wieder Gaebel. Zum Angestelltensfreif bei Saroffi wird berichtet, daß der Ver band der Bäder und Konditoren, der mit der Firma Sarotti im Tarifvertragsverhältnis steht, eine Vermittelungsaktion eingeleitet hat, die heute vor sich geht. Alle bisherigen Verhandlungen, auch die vor dem Demobilmachungskommissar, scheiterten an der Haltung des Arbeitgeberverbandes. Die Arbeitslosigkeit im Tabafgewerbe bat eine beängstigende Höhe erreicht. Von den am 30. November erfaßten 127 123 Arbeitern und Arbeiterinnen waren 20 519( 15,78 Proz.) vollkommen arbeitslo 8. Nur 42 422 Arbeiter und Arbeiterinnen, also 32,63 Proz., arbeiteten noch 48 Stunden in der Woche, wovon die meisten für den Export. Die übrigen 64 182, alio 51,37 Proz. fammlung der Berliner Mufiterschaft protestiert aufs energischste werkmeisterverband gemeldet, daß etwa 1000 3igarrenwerfmeistern " Die am 23. Dezember 1922 in den Sophiensälen tagende Ber- arbeiteten mit verkürzter Arbeitszeit, wovon die meisten nur bis zu 24 Stunden in der Woche. Außerdem wird vom Deutichen gegen die willtür der Unternehmer im Gastwirts- zum 1. Januar gefündigt worden ist. Diese beispielloie Arbeitsgewerbe. Sie legt vor allen Dingen gegen das zu wiederholten losigkeit wird sowohl von den Arbeitern wie von den Unternehmern Malen und insbesondere gelegentlich der letzten Versammlungen über Schaffung eines neuen Manteltarifes sowie Festießung der zurückgeführt auf den Rückgang des Tabattoniums, der wieder eine Dezemberlövne gezeigte diktatorische Verhalten der Unternehmer zolls und der ständig steigenden Banderolensteuer ist Folge des Rückganges der Mart, des Eingangs- und Goldaufgeldschärfste Verwahrung ein." Die Versammlung bevollmächtigt die Vertreter des Deutschen Mufiterverbandes zu neuen Verhandlungen und ermächtigt sie, den über die Dezemberlöhne noch zu fällenden Schiedsspruch ohne Einichränkung abzulehnen, sofern diefer Schiedsipruch den dringenden Lebensbedürfnissen der Berliner Ensemble- Musiker nicht genügend Rechnung trägt. Die Berliner Ensemble- Musilerichaft stellt sich geschlossen hinter die Verhandlungskommission des Deutschen Mufiter Verbandes und erklärt sich bereit, jeder Maßnahme zuzustimmen, welde derfelbe aur Erreichung der berechtigten Forderungen der Musikerschaft für notwendig erachtet. Die Versammlungsteilnehmer verpflichten sich, dafür einzutreten, daß im Berufsinteresse sämtliche berufstätigen Kollegen zur Erreichung unserer Ziele dem Verbande zugeführt werden." Magistrat und Hilfskräfte. Weihnachtsfest die Dienststellen angewiesen, am 20. Dezember eine Man schreibt uns: Die Reichsregierung hat im Hinblick auf das Akontozahlung auf die erhöhten Löhne zur Auszahlung zu bringen. Der Magistrat Beriin hat jedoch eine solche Atontozahlung für die Hilfskräfte unter Hinweis darauf abgelehnt, daß feine Mittel vorhanden find. Mit dem Tarifvertragsamt ist die Abmachung getroffen, daß die Abschlagszahlungen an die städtischen Hilfskräfte in derselben Höhe erfolgen, wie im Reich und in den Staaten. Der Magistrat Berlin fommt also dieser Abmachung im vorliegenden Falle nicht nach. Die Kommunal be a mten dagegen haben bereits vor einigen Tagen die Nachzahlung der Gehaltserhöhung für Degember und, soweit fie ein Konto bei der Sparkasse besitzen folches hat die größte Zahl der Beamten, das Gehalt für das erste Quartal 1923 erhalten. Eine so unterschiedliche Behandlung der verschiedenen Gruppen der kommunalen Arbeitnehmer wird für die Deffentlichkeit underständlich bleiben. Klappern gehört zum Handwerk. Aus Buchbinderfreisen schreibt mon uns: ein Die Rote Fahne" gab zu dem Ergebnis der Angestelltenwahlen der Zahlstelle Berlin des Verbandes der Buchbinder und Papier verarbeiter Deutschlands den Anschein, als ob das Resultat der Wahlen ein besonderer Sieg der KPD. bedeutet. Verwunderlich ist das weiter nicht. Die KPD.- Zentrale diktiert auf Anweisung Mosfaus Eindringen in die Gewerkschaften und verlangt Parteiarbeit auf verantwortungsvollem Posten in der großen gewerkschaftlichen Bewegung. In dieser Parteiabhängigkeit und um seine Auftraggeber nicht zu enttäuschen, täuscht man die Oeffentlichkeit und schmindelt einen Sieg mit gewaltiger Stimmerzunahme der fommunistischen Liste vor. Tatsache ist, daß die Enttäuschung über den Ausgang der Wahlen nirgends größer als bei den Kommunisten des BuchDeutscher Bekleidungsarbeiter- Berbanb. Heute abend 7 Uhr in der Aula, Niedermallstr. 12, Bersammlung aller Kolleginnen und Kollegen, die Mitglieder der vereinigten Partei sind. Stellungnahme zur Delegier tenwahl. Verschiedenes. Wir ersuchen alle Genófsinnen und Genossen, eifrig für diese Versammlung zu werben. Der Frattionsvorstand. Achtung, Metallarbeiter der Amsterdamer Richtung! Heute abend 6% Uhr Versammlung sämtlicher Funktionäre des DMV. der Amster. damer Richtung in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Die Borgänge in Ludwigshafen und die Stellungnahme der Gewerkschaften. Da von der KPD. versucht wird, die Vorgänge in Ludwigshafen vollständig entstellt wiederzugeben, ist das unbedingte Erscheinen aller Kollegen der Amsterdamer Richtung Pflicht. Partei- und Gewert. fchaftsbuch legitimiert. Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin. Lindenstr. 3 Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Bel DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Korpulenz- Fettleibigkeit. sind Dr. Hoffbauer's ges, gesch. Entfettungs- Tabl. ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Ausführl. 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Die des Eisenbahnfistus einen 3aun um die Blumenhalle Die Entdeckungsfahrt eines Gemüsezüchters. Ein kleinsiedler aus der Umgebung Berlins, der Gemüse in fleinerem Maßstabe züchtet und es an Händler für den Berliner Markt verkauft, sendet uns die folgenden überraschenden Feststellungen gelegentlich eines Rundganges durch einen Berliner Wochenmarkt. D. Red. Schon vor Jahren pflegte ein vielgewanderter amerikanischer Zeitungstorrespondent zu sagen: Es ist rätlicher, die Werke des Lukull zu studieren als die des Horaz. Er wies damit hin auf den Unterschied in der Bezahlung der großen Hotel"-Direktoren, die er aus seinem Wanderleben gut fannte, und der Entlohnung der geistigen Arbeiter. Auch heute wird dieses Wort wiederholt werben fönnen im Hinblick auf die„ enormen" Gewinne der Gemüsezüchter und die prekäre Stellung der Kopfarbeiter, Künstler usw. Markt- Gewinne! Einäicherung findet am Donnerstag, den 28. Dezember, nachm. 42 Uhr, im Krematorium, Berlin, Gerichtstraße, statt. Zur Wahl des Stadtverordnetenvorstehers. verordnetenvorsteher in Vorschlag gebrachte Genoffe Wilhelm Der von der sozialdemokratischen Rathausfraktion als StadtDittmann hat foeben an den Vorstand der Fraktion den folgenden Brief gerichtet: ,, Nach der Neuwahl der Stadtverordnetenversammlung im Herbst des Borjahres habe ich im Plenum der Versammlung den Standpunkt vertreten, daß die stärkste Fraktion den Vorsteher zu stellen habe, loyalerweise aber vor der endgültigen Nominierung ihres Kandidaten über seine Wahl mit den übrigen Fraktionen in Fühlung treten solle. bauen wollten und sich außerdem anschickten, die alle ab zureißen. Erst auf den energischen Protest der Inhaberin unterblieb die Ausführung dieses von dem Eisenbahnfiskus versuchten Gemaltmittels. Die Sachlage ist nun die, daß tatsächlich der Eisenbahnfiskus ein Urteil in der Hand hat, welches er nicht vollftreden kann. Klante und seine drei Automobile. In der gestrigen Verhandlung des Klante- Prozesses, zu der in einer Bahre in den Sigungsfaal gebracht, erstattete der Konkurs. Klante sich etwas erholt zu haben scheint, denn er wurde nicht mehr verwalter Wunderlich ein bis in die fleinfien Einzelheiten gehendes Gutachten. Einen breiten Raum in dieser Aussage nahmen die Erörterungen über den von Klante betriebenen Aufwand ein, in welchem die Anklage ein besonderes Delift des KonAn diese meine Haltung wurde in amserer Fraktionssizung vom fursvergehens sieht. Der Konkursverwalter erklärte, daß er bezüg= nominiert hat, in zustimmendem Sinn erinnert. Leider ist durch im Sinne der Konkursordnung erblicken fönne. Etwas 19. d. M., die mich in meiner Abwesenheit als Vorsteherkandidaten lich des einen Automobils, welches Klante benutzt habe, um die verschiedenen Rennpläge besuchen zu können, feinen Aufwand die vorzeitige Mitteilung des Fraktionsbeschlusses in der Morgen- anderes sei es jedoch bezüglich des zweiten Autos, einem luguriös presse des nächsten Tages vereitelt worden, daß nach dieser Auf- ausgestatteten belgischen Ercelsior- Waqen. Auch das dritte Autofaffung verfahren werden konnte. Die übrigen Fraktionen fahen mobil, ein schwerer 90- PG.- Mercedes- Wagen, von ausgesprochenem ich wieder vor eine definitive Kandidatur gestellt, ehe mit ihnen Rennwagentyp der in der Stadt überhaupt nicht zu fahren sei, sei Fühlung genommen wurde. pöllig überflüssig gewesen. Auf Befragen der Verteidiger gibt der Ronkursverwalter zu, daß es sich bei allen drei Wagen um Angeklagte Klante erklärt hierzu, daß er die Wagen tatsächlich nur fehr billige Gelegenheitsfäufe gehandelt habe. wollen und der Kauf nichts weiter darstelle wie ein gut ge= als Grundstock für ein späteres Automobilgeschäft habe verwenden glücktes Spefulationsgeschäft, durch welches feine seien. Was die persönlichen Ausgaben Klantes anbelangt, so erGläubiger in feiner Weise benachteiligt worden flärte der Zeuge Wunderlich weiter, daß diese ganz erheblich den Rahmen dessen überschritten hätten, was man als normale Geschäftsspesen und Ausgaben für Propaganda usw. bezeichnen könne. Die Verhandlung geht am Donnerstag weiter. Marites in Berlin W. begibt und die bei den Gemüseständen vor Ja, man schaudert, wenn man sich in das Getriebe eines handenen Preiszettel mustert. Rolfohl Pfund 50 m., Weißtohl 25 M., Grünkohl 35-40 M., Mohrrüben 16, 18, 20 m., Kohlrüben 20 M., Sellerie 80 M., Porree das Bund 100 m. Das sind Breise, bei denen ja den armen Hausfrauen auch der wohl habenden Kreise die Augen übergehen müssen. Ich mustere den Borree, dieses prächtige Gemüse, das ich in Dänemark wie Spargel gefocht und mit weich gemachter( nicht zerlassener) Butter überdeckt als ein sehr schmackhaftes Gericht kennengelernt habe. Ich mustere wie gesagt das Bündel, und der Gedanke fommt: Die Beene tennst du ist das nicht dein Porree, den du vor wenigen Tagen doch!" deinem Händler mit 12 m. pro Pfund verkauft hast? Deine Fachfenntnis setzt dich in den Stand, das Gewicht eines solchen Bundes bewerkstelligt. zu tagieren: es werden 1% Pfund sein. Aljo Produzentenerlös: 1 × 12-18 m.( noch vor kurzem gab es nur 10 M. pro Pfund). Jetzt Konsumentenpreis 100 m., also Differen3: 100-1882 2. Wer steckt den Gewinn ein? in Um die dadurch möglichen Komplikationen zu vermeiden, sollte unsere Fraktion deshalb die Wiedereinsehung der Sache in den vorigen Stand herbeiführen, indem sie unter Aufhebung ihres Beschlusses vom 19. d. M. erneut auch in personeller Hinsicht voller Freiheit zur Vorsteherwahl Stellung nimmt und in unmittelbarem Anschluß die Fühlungnahme mit den übrigen Fraktionen Unser Fraktionsvorstand müßte demnach mit den übrigen Frak tionen sofort eine Verständigung suchen über den Termin einer Sigung des Weltestenausschusses, die sich an unsere Fraktionsfizung anschließen müßte. Nachdem im Aeltestenausschuß die Eignung des DON uns vorgesehenen Kandidaten zum Vorsteheramt besprochen Der Händler, der die Ware vom Produzenten abholt und fie worden ist, kann unsere Fraktion dann ihre endgültige Entscheidung dem Großhändler in der Stadt zuführt, dann der Großhändler und treffen. endlich der Kleinhändler, also drei Arten von Zwischengliedern Da der Borsteher bei seiner Amtsführung des möglichst allzwifchen Produzenten und Konfumenten. Berteilen wir die 82 M. feitigen Vertrauens in seine Eignung, insbesondere in seine Objetauf die drei, so hat jeder 27 M. Verdienst na, das ist nicht das tivität bedarf wobei sein politischer Standpunkt nicht in Frage richtige Wort- seien wir gerecht! also beffer gefagt 27 M. Ein fommt scheint mir angesichts der Zusammensetzung der Stadt nahme. Und der Produzent hat 18 M. Einnahme! Ist das nicht verordnetenversammlung der hier vorgeschlagene Weg um so mehr zimm Heuten? Beweist das nicht, daß etwas faul in der heutigen geboten zu ſein, als ja auch noch über die Wahl der Vorsteherstell Wirtschaftsorganisation ist? Und ein zweites Beispiel: Mohrrüben vertreter, der Beifizer und der Beisikerſtellvertreter eine Verſtändi Produzent erhält 6 M. pro Pfund Konsument zahlt 18-20 m. gung unter den Fraktionen herbeigeführt werden muß, wenn sachEin drittes Beispiel: Grünkohl Produzent erhält 8 m. Kon- lich unnötige Reibungen vermieden werden sollen." jument zahlt 35-40 2. Ein viertes Beispiel: Kohlrüben Pro- Durch diesen Brief ist die Stadtverordnetenfraktion in die Lage duzent 6 M.( rangieren wie Mohrrüben im Preis", fagt mein Händler) Konsument 20 m.!!! Ich habe diese vier Gemüsearten herausgegriffen, weil sie sich am leichtesten bis tief in den Winter hinein halten Borree und Grünkohl steht ja auch noch jetzt draußen im Felde das Risiko für die Einwinterung und Aufbewahrung also am geringsten ist. Und doch solche enormen Zwischengewinne. Auch Rotkohl hält sich besser als Weiß- und Wirsingtohl, er hat ja ftets, auch vor dem Kriege, höher im Breise gestanden, aber die jezige Preisdifferenz ist denn doch zu fraß! 1 -O versetzt, die Kandidatenfrage aufs neue zu prüfen und sich schlüssig zu werden, ob sie die von Dittmann angeregte Verständigung mit den übrigen Parteien anstreben will. Die standhafte Blumenhändlerin. Ein Urteil, das nicht vollstreci werden kann. Ein beinahe spaßhaft zu nennendes juristisches Kuriosum hat fich anläßlich eines Prozesses abgespielt, den der Eisenbahnfistus gegen die Inhaberin der Blumenhalle vor dem Potsdamer Bahnhof, eine Frau Michaelis, geführt hat. Einschränkung der öffentlichen Tanzlustbarkeiten. Der Das Polizeipräsidium teilt mit: Entsprechend den Richtlinien des Ministeriums des Innern über die allgemeine Einschränkung der öffentlichen Tanzluftbarkeiten, hat der Polizeipräsident für GroßBerlin verfügt, daß bis auf weiteres neue Lanzerlaubnisse für Lokale jeder Art nicht erteilt werben sollen. Dem Ernste der wirtschaftlichen und politischen Lage unseres Baterlandes entsprechend wird ferner der Fünfuhrtee", der Tanz in Cafés, Bars, Dielen usw. vom 15. Januar 1923 ab allgemein verboten. Diese Frist wird gegeben, damit die Betriebe sich rechtzeitig darauf einrichten fönnen. Ab 15. Januar 1923 wird allgemein ein öffentlicher Tanz erst ab 9 Uhr abends erlaubt. Gegen unerlaubte Veranstaltungen öffentlichen Tanzes, insbesondere auch unter dem Deckmantel von Lanzflubs und dergleichen, wird als dann auf das schärffte vorgegangen werden. Die Interessenten werden deshalb gut tun, sich streng an die neuen Vorschriften zu halten, da sie bei Zuwiderhandlungen ohne weiteres Serabsehung Lotals und Handelsuntersagung zu gewärtigen haben. Die Verder Polizeistunde auf längere Zeit oder sogar Schließung ihres treter der beteiligten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen haben bei einer Besprechung diesen durch die gegenwärtige Notlage gebotenen Maßnahmen volles Berständnis entgegengebracht. Das Schulgeld in Preußen. Und wie soll man es ändern? Der einzelne ist machtilos; denn wenn er feine Ernte direkt selbst verkaufen wollte, so fräßen die Spesen so viel weg, daß ein Vorteil für Konsument wie Produzent nicht rest Alt- Berlins in Gestalt eines fleinen Friedhofs mit alten, längst Bekanntlich befand sich vor dem Botsdamer Bahnhof ein leberherausschaut. Nur auf dem Wege der Genossenschaft ist es zu verfallenen Gräbern. Dicht daneben hatte eine Frau Michaelis, die machen, wie Holland gezeigt hat. Aber die Einigkeit fehlt wir übrigens blind ist, auf fistalischem Grund und Boden auf Grund Borbehaltlich der gesetzlichen Regelung der Schulgeldfrage hat leben doch im lieben deutschen Land!! einer por vielen Jahren erteilten Erlaubnis eine der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Also bleibt es beim alten. und der Konsument zahlt die Zeche. Blumenhalle errichtet. Vor einigen Jahren tauchte nun der Plan im Einvernehmen mit dem Finanzminister bestimmt, daß mit auf, jenen Friedhof zu beseitigen, da er ein Verkehrshindernis dar- Wirkung vom 1. Januar 1923 ab an allen höheren Lehrstaatlichen und nichtstaatlichen stelle. Nachdem die Eisenbahnbehörde diesen Plan nach vielfachen anstalten Friedrich Beinkämpen tot. ein Schulgeld bon Widersprüchen ausgeführt hatte, blieb aber noch jene Blumenhalle jährlich 4000 m. erhoben wird. Bei nichtstaatlichen höheren Am Donnerstag vergangener Woche verstarb nach langem übrig. Der Fiskus verlangte nun die Beseitigung dieser Blumen- Lehranstalten kann mit Genehmigung des Provinzialschulkollegiums Leiden der Genosse Stadtrat Friedrich Beintämven in Brandenhalle. Rechtsanwalt Bahn protestierte im Namen der Inhaberin ausnahmsweise ein Schulgeld bis zu 6000 m. burg a. d. H. Genosse Beinlämpen, der seit 1913 Angestellter des hiergegen und das angerufene Mietseinigungsamt entschied, daß festgesetzt werden. Bei einem Schulgeld von mehr als 6000. Deutschen Metallarbeiterverbandes, Bahlstelle Brandenburg a. d. H., einer Klage auf Räumung bei dem Amtsgericht nichts im Wege jährlich ist die Genehmigung des Kultusministers nachzusuchen. und seit dem vergangenen Jahre befoldeter Stadtrat in Branden- stände, weil es sich nicht um eine Wohnung, sondern um einen Ge- Von dem gesamten Schulgeldauffommen fönnen bis zu 15 Broz. burg a. d. H. war, stebt seit über einem Menschenalter in der vorder- schäftsraum handelte. Das Amtsgericht verurteilte Frau M. zur zu Freistellen und Schulgeldermäßigungen verwendet werden. An ften Reihe der Arbeiterbewegung. 1919 als Abgeordneter des Räumung. Auf die von ihrem Vertreter eingelegte Berufung be- den mit den Obarlyzeum verbundenen Uebungsschulen ist von dem stätigte das Landgericht dieses Urteil mit der Maßgabe, daß es gleichen Zeitpunkt ab ein Schulgeld von jährlich 1600 M. zu er Wahltreises Potsdam in die preußische Landesversammlung ge nur vollstredbar wäre, wenn die Inhaberin der heben. Für auswärtige Schüler und Schülerinnen kann an den wählt, hat er in den schwierigsten Stunden, die die Parteiorgani Blumenhalle nicht Eigentümerin derselben sei. nicht staatlichen höheren Lehranstalten ein Zuschlag bis zu 25 Broz. sation während der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt, seinen Mann Da dies aber der Fall ist, so könne das Urteil nicht vollstrect werden. I erhoben werden. 49] Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer minute von Bidi Baum. Warum? fragte jemand. Schlangen richteten sich auf und legten sich wieder träge zur Ich weiß es nicht mehr, antwortete er und befann sich Berdauung. Die Apparate furrten unermüdlich über das leere mühsam. Land. Anselmus fand feinen Menschen. Er traf Hütten an, auf jedem Dach surrten die Strahlen, aber die Hütten waren leer. Anfelmus fieberte. Er spürte das Fieber füß in seinem Blut hintreiseln, Bifionen zogen vorbei, und er hungerte sehr. Bann? wurde er gefragt. Ich weiß es nicht. Jemand sagte zu ihm: du bist ihr Führer. Er blieb stumm am Ufer fizzen. Gedankenleer legte er Manchmal lachte er laut und erregt, er dachte Verwirrtes, das fühlenden Lehm auf die Brandwunden seiner Arme, obwohl ihm flug und spaßhaft zugleich schien. Mit aufgerissenem er feinen Schmerz fühlte, und horchte. Aber es tam nichts Mund lachte er die Strahlen aus, die einen verrückten, übermehr. Gleichgültig murmelte der Fluß, trieb vorbei, trieb mütigen und ängstlichen Zwerg zwischen übermäßig gewachseporbei mit Leichen von Tieren, Bäumen, Menschen, ver- nen Dingen aus ihn machten. schwisterten Geschöpfen. Bist du bereit? wurde er später gefragt. Ja, erwiderte er. Kommst du nun? Ich fomme, sagte er laut, und erhob sich. Am Tage erst fand er sich aus dem Bewußtlosen zu sich selbst. Er lag jenseits des Flusses im braunen Lehmboden ber Uferböschung. Er fand verkohlte Lappen um seine Glieder, fand Bart und Wimpern und Brauen abgesengt, fand Wunden an sich. Aber er spürte feine Schmerzen. Der Fluß atmete Kühle und seltsam sterbenden Duft zu ihm ans Ufer. Er hob den Blick und suchte den Berg und erinnerte sich dumpf Weiter ging Anfelmus, nichts wissend, nichts denkend, on ein Leben ohne Sünde und voll Frieden und vergaß es zunichts erkennend. An den Zäunen wachten hohe Pflanzengleich auch schon. Der Berg brannte noch, aber der Lag webel mit gezackten Blättern; Anselm streifte achtlos vorüber machte etwas fonderbar Ernüchtertes aus dem, was nachts und schrie auf. Seine Hand glühte in einem scharfen Schmerz, entjeßlich gewesen war. Ein dünner weißer Rauch verhüllte schwoll auf, er hob sie vor seine Augen. Da faßen lange das, was jenseits des Flusses geschah; wie ziehende MorgenAm Fluß entlang wuchs eine Au mit moraftigem Grund Stacheln in der Haut, aus denen scharfer giftig brennender nebel lag es um Baum und Kuppe. Dahinter war das Brennen dünn, blau, kränklich in der Helle. Manchmal leckte und schweigfamen Bäumen, die Schlingpflanzen feltfam ver- Saft träufelte. strickten. Anselmus fämpfte sich durch zähen Grund, hieb Anselmus dachte nach und lachte laut. Brenneffeln, sagte eine rote Flamme hervor, die sah sonderbar steif und förper- Ranken durch, riz Dorngesträuch beiseite, immer flußauf- er. Eine große Müdigkeit fiel ihn inmitten des Fieberns an haft aus inmitten der sonneglänzenden Weite. Ueber den Fluß her trieb der Wind den beißenden Brandgeruch und wärts, seiner Stadt entgegen. Ihm war alles fremd gewor- und warf ihn unter Bäumen, die er nicht fannte, in aufirgendwo brüllten Tiere, waren vom Feuer eingeschlossen, den, er fannte den Fluß nicht wieder, so hatte er die Au noch wuchernde und safttriefende Pflanzen hin. nie gefehen, das Gerante war ihm unheimlich und die Bäume brüllten in Todesangst.... Als er erwachte, begann schon die erste Dämmerung. fchienen ihm fremd; er wußte Art und Namen nicht. Er traf Durch das erstorbene Dorf flang ein flägliches Weinen her, im Sumpf auf ungeheure Pilze, und in den Zweigen wohnten hoch und schneidend. Anselmus Herz flopfte lebendiger und Bögel, die groß waren und lachten. Seltsam schien ihm dies zog ihn hinter dem Jammern her. Da fand er ein Haus, das er dunkel erkannte. Er fam in einen Saal, da standen viele Wann habe ich diesen Brandgeruch gespürt? dachte Anfelmus; mann hörte ich die Tiere brüllen? Gestern noch. Gestern? alles. Nach Stunden entließ ihn die Au, da fand er einen Weg fleine Betten, manche waren leer und in manchen regte es Mit den Wellen trieben seine Gedanken vorbei, nicht zu und erkannte den lockeren Staub wieder. Eine furchtbare Er- fich. Er beugte sich über die Kinderbetten; aber er fab feine erfaffen, nicht zu halten. Der Fluß fam und brachte Fracht plosion hatte ihn einmal über das ganze Land gestreut. Lange Kinder. Es lagen in den Betten fleine, greisenhafte Wesen Stromab. Tote Tiere trieben daher, Anselmus tannte sie alle, Taumelschritte durch den Staub ziehend erreichte er das freie mit großen alten Gesichtern und wissenden Augen voll ihr Leben, ihr Sterben; er grüßte feine toten Freunde vom Feld und hörte, ra tend, das Surren, das hohe Apparate dar- Kummer. Es waren welche dabei, die flagten nur mit den Klosterberg und sein Herz war aufgetaut in Rummer und Mit über hinwarfen. Die Apparate spielten, fogen Kräfte aus der Augen, aber andere hoben gefaltete tleine Hände auf und leid. Die Wellen glitten. Anderes tam flukab geschwommen, Luft, aber die Felder waren nicht bestellt. Brach und geil flehten um etwas, das er nicht begriff. gebunjene Inseln, schaufelnd, mit steifen Gliedern, langsam trieben sie ungeheuerliches ungeordnetes Wachstum aus der Ich habe euch lieb, murmelte er über jedem Bett, und hinziehend, unförmige Gesichter dem Himmel zugewendet. ermüdeten Erde. Kornähren schoffen mit baumhohen Halmen fein Herz zitterte vor Leid; ich habe dich lieb und dich und Leichen, zwei Leichen, drei, viele; dann wieder leeres Mellen hervor und trugen feine Frucht. Das Gras wuchs über dich. Jedes liebe ich, als wäre es mein eigenes. Was hat gleiten und wieder furchtbar aufgeschwollene Leichen, Unge- feinen Kopf hin, jah frant aus, gelblich und hart. Er ergriff man euch getan? Was bittet ihr? Was wollt ihr von mir? tüme, verfärbt, nicht mehr menschenaähnlich. einen Halm, gleich floß ihm Blut über die Finger vom scharfen Aber sie fonnten nicht sprechen. Schnitt der Konte. Wie ein 3merg schlich er unter der Eine Thür öffnete sich und ein Geschöpf wälzte sich unwuchernden Pflanzen hin und erschraf vor aufgeschwollenen förmig herein und lachte ihm zu hit gedunsenen Boden. Es Blumen und untenntlichen Tieren. Riesenheuschreden nagten hob Willkommenhände, weiß und felt, da erkannte er Christine. on Schäften, es lief ein lautes Knistern vor ihnen her. Große ( Fortsetzung folgt.) In der Stadt ist ein großes Sterben, faqte jemand zu Anfelmus. Er hörte zu, als fpräche ein Fremder mit ihm. Ja. In der Stadt sind Hunderttausende gestorben, gab er gehorsam der Stimme Antwort. Festesabschluß. Das diesjährige Weihnachtsfest stand noch mehr als die der anderen Jahre im Zeichen der fintenden Konjunktur. Bei der ständig wachser.den Teuerung war der großen Masse des Volkes das Mißverhältnis zwischen Einkommen und Preisen besonders fühlbar. Wie viele verzichteten auf den Weihnachtsbaum. Ihre Geldtasche war nicht so gefüllt, daß sie ihn sich leisten konnten. Viele von denen, die fich dazu aufschwangen, die teuren Preise anzulegen, begnügten sich mit dem allerbescheidensten Aufputz, der zum Teil noch aus vergangenen Jahren stammte. Wie gering der Umfag an Weihnachtsbäumen in diesem Jahre war, das geht am besten daraus hervor, daß diejenigen, die mit dem Ankauf von Bäumen bis einige Stunden vor dem Fest gewartet hatten, Bäume für ein Drittel des Preises erhielten, der noch am Sonnabend für sie verlangt worAuch in anderen Waren waren die Umsätze geringer als in den Vorjahren. Am besten gingen noch die Lebensmittelgeschäfte. Auch in diesen Waren hatten sich die meisten mit dem, was nicht dem Verderben ausgesetzt ist, in der Erwartung starker Preissteigerungen schon Monate vorher versorgt. Biele mußten ihre Ansprüche herab schrauben, teils in Qualität, teils in der Menge. Wer sich im vorigen Jahre noch eine Gans leisten konnte, begnügte sich mit einem Stück als Braten hergerichteten Fleisches. Die Lebensmittelhändler hatten mit einem derartigen Minderabjazz gerechnet und infolgedessen nicht fo viel angeschafft, wie in anderen Jahren. Biel gekauft wurden in diesem Jahre alle Spirituofen, obwohl gerade fie doch alles andere den war. als billig sind. Die Versorgung mit Tabafwaren zum Weihnachtsfeste erfolgte ziemlich früh, so daß das Weihnachtsgeschäft sich auf einige Nach zügler beschränkte. Sehr beliebt als Weihnachtsgeschenke waren praktische Kleidungsstüce. Sie wurden zum Teil erst im letzten Momente gekauft, unter Zuhilfenahme von hier und da gewährten Weihnachtsgratifitationen. Möbel, Nippessachen und Geschenkartikel, die nicht unbedingt erforderlich sind fürs Leben, lonnten nur von wenigen mit Glücksgütern besonders gut Gesegneten angeschafft werden Alles in allem ein Weihnachten der Reichen. Zu dem Frauenmord im Grunewald GL Arbeiter- Sport A Das neue Jahr und der Volkssport. Der Arbeitersport wird im neuen Jahre in erhöhtem Maße die Mithilfe der Arbeiterschaft brauchen. Vor allem ergeht aber an die Jugend der Ruf: Kommt und helft mit! Schafft Radfahrerwege! Die Kosten der Turnhallen betragen pro Abend 400 bis 1000 m., die der Schwimmhallen 3000 m., für Sportpläge wird im fommenden Sommer auch eine Miete gezahlt werden müssen, wenn sich nicht fapitalfräftige Wohltäter finden! Turnen und Sport wird zum Lurus, und darunter leidet die Arbeiterschaft am meisten. Abhilfe Bor kurzem fand im Berliner Sportpalast eine Konferenz fann vor allem dadurch geschaffen werden, daß sich die vielen kleinen statt, zu der außer den Vertretern der Fahrradindustrie und den Bereine an größere Organisationen anschließen und dadurch zu einer Händlervereinigungen, den bürgerlichen Sportverbänden, auch der Arbeiter- Radfahrerbund" Solidarität" feine" Bertreter entfandt Minderung der Kosten beitragen. Einen weiteren Weg hat das Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität" seine Bertreter entsandt Berliner Arbeitersportkartell durch den Vorschlag gewiesen, daß die hatte. Gegenüber dem Referenten, Herrn Ing. Trung, der die NeuUnternehmer für jeden beschäftigten Jugendlichen einen laufenden gründung eines Vereins für Radfahrwege" befürwortete, befundeBeitrag an die Stadt abliefern sollen, jedoch wird ohne gesetzliche ten die Vertreter des Bundes Solidarität" in der Diskussion ihren Handhabe dieser Vorschlag nicht durchzuführen sein. Die Unter- ablehnenden Standpunkt zu einer solchen Neugründung! Die genehmer gründen lieber Betriebssportvereine und geben waltige Entwicklung des ARB.„ Solidarität" beweise, daß das Fahrfür diese unproduttiven Gebilde große Summen aus; im selben rad immer mehr das Verkehrsmittel der werftätigen Bevölkerung Sinne handelt die Eisenbahnverwaltung! Und die wird. Es könne keine Rede davon sein, daß die Arbeiterradfahrer, Lehrerschaft? Sie hat bereits meit über 100 Sulver die als Lohn- und Gehaltsempfänger steuerlich bis an die Grenze eine gegründet, die unentgeltlich mit einem Dugend Jugendlicher des Erträglichen erfaßt sind, auch noch zu Ertrasteuern für die die Turnhallen benutzen, ohne daß von einem rationellen Turn- Schaffung von Radfahrwegen herangezogen werden könnten. Auch betrieb die Rede sein kann. Diese Vereinsmeierei schädigt nicht nur die Mittel, die von der Industrie aufgebracht würden, bezahle letzten die Stadt, sondern auch den Arbeitersport. An alle Arbeitereltern Endes doch wieder der Berbraucher. Mit Recht wurde darauf hinund die Jugendlichen ergeht daher der dringende Ruf: hinein in gewiesen, daß die Schaffung von Radfahrwegen im die Arbeitersportvereine! Helft mit an der Erhaltung allgemeinen Interesse des Verkehrs liege und bei der Körperkultur! einigermaßen gutem Willen ohne besondere Kosten durchgeführt werden könne. Wir fordern die gleichen Rechte für das Fahrrad, Das neue Jahr bringt eine Reihe von Sfiturfen wenn Betrus für den nötigen Schnee sorgt. Die Berliner wollen nach mit den Reitwegen, die gesundheitsschädlich, plagraubend find und wie sie andere Verkehrsmittel für sich in Anspruch nehmen. Hinweg dem Harz und dem Broden einen Besuch abstatten. Ferner findet nur spärlich benutzt werden. Ein geschlossenes Vorgehen aller interein Anfängerkursus in Geising- Altenberg im Erzgebirge am effierten Kreise und der Presse müsse die maßgebenden Stellen 31. Dezember und 1. Januar, ein Kursus für Fortgeschrittene vom darauf hinweisen, daß wir aus dem Zeitalter der Postkutsche heraus 20.- 23. Januar in Johanngeorgenstadt statt. Ein weiterer Kursus sind und daß beim Wegebau der Neuzeit Rechnung zu tragen ist. wird auf dem" Stutenhaus"( den Naturfreunden Thüringens ge- Fußgänger und der gesamte Wagenverkehr gewinnen, wenn dem hörig) im Thüringer Wald vom 6.- 10. Januar abgehalten. Radfahrer bestimmte Wege freigehalten werden. le Surfe bestehen aus theoretischen Einleitungen und praktischen ARB." Solidarität“ eingebrachte Resolution wurde einstimmig Uebungen im Laufen, Hindersnislaufen, in Schwüngen und angenommen. Die Bereinsgründung wurde zurückgestellt und Sprüngen. eine Kommission gebildet, die die weiteren Arbeiten in die Hand nehmen soll. Die 3entralfommission für Arbeitersport und Rörperpflege" siedelt von Leipzig nach Berlin W., Kurfürstenstraße 48 IV, über, in welchem Hause auch der Reichsausschuß für wird mitgeteilt, daß gestern bei der Absuchung des Tat- und Leibesübungen", die Zentrale der bürgerlichen Verbände, ihren Siz Fundortes teine weiteren Sachen mehr gefunden worden sind. hat. Die Bureaus sind von der Reichsregierung eingerichtet, um Die Kragwunden, die sich bei dem verhafteten Radom zeigen, enge Berbindung mit den beiden Zentralen zu haben. Die Deutsche sind keine Verlegungen von einem Dorngestrüpp. Arbeiter- Sport- Beitung" soll von Berlin aus im neuen Gewande Am 3. Juni findet der Reichs- werden. wie er anfangs behauptete, sondern richtige Kragherausgegeben werden. wunden, die sich Rackow im Kampfe mit seinem Opfer zugezogen Arbeiter- Sporttag in ganz Deutschland statt. bat. Daß ein solcher Stampf stattgefunden hat, zeigen verschiedene In Dresden foll mit 32 Millionen Marf ein Stadion erBlutipuren an mehreren Stellen des Tatortes. Radow wird weiter baut werden. 30 Millionen wurden dazu von einem Apotheker gebelastet durch die blutbefleckten Handschuhe, die nicht spendet. Das Stadion foll eine Laufbahn von 410 Meter Länge Die seiner Frau, sondern ihm selbst gehören. Hätte Frau Radow sie, und 7% Meter Breite und 30 000 Zuschauerplätze erhalten. als sie ermordet wurde, getragen, jo hätte der Handschuh der linken Leitung des Baues hat Stadtbaurat Wolf, der bereits das Stadion Hand die gleiche Schnittverletzung haben müssen, die sich an der in Hannover erbaut hat. Die Einweihung soll 1923 anläßlich der Hand der Ermordeten zeigt. Mackow selbst hat die Handschuhe bei Ausstellung„ Spiel und Sport" stattfinden. der Ausführung des Verbrechens getragen und sie weggeworfen, nachdem sie mit Blut besudelt worden waren. Städtische Forsten als Helfer der Straßenbahn. Der Magistrat beschloß in seiner heutigen Sigung, aus verstärktem Holzschlag der städtischen Forsten eine Milliarde Mart als einmalige, die Wirtschaftlichkeit hebende Ausgabe der Straßenbahn zur Verfügung zu stellen, nachdem die Straßenbahn in eine. städtische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt ist. Die Eagung ist von der Deputation weiter zu beraten. Von einem Schuhbeamten erschossen wurde der 16 Jahre alte Fürsorgezögling Paul Wannagatin, der aus der Anstalt ent= wichen und bei seiner Mutter in der Petersburger Straße Unterschlupf gefunden hatte. Beamte des 81. Reviers wollten ihn dort festnehmen. Der Berfolgte stieg aber auf das Dach und lief über mehrere andere Dächer, um sich der Festnahme zu entziehen. Dabei wurde er von Passanten beobachtet, die einen anderen Schuhbeamten aufmerksam machten, weil sie glaubten, einen Einbrecher vor sich zu haben. Der Beamte stellte den Fliehenden auch auf dem Grundstück Thaerstraße 41, wo er sich in einem Berschlage vertrochen hatte. In der Dunkelheit forderte er ihn mehrmals auf, aus seinem Berstedt zu fommen. 21s er dann sah, daß dieser die Tür öffnete und die Hand mit einem Gegenstand herausftredte, gab er einen Schuß ab, der den Burschen in die Brust so fdywer traf, daß er bald darauf verstarb. Der Fall bedarf der näheren Aufklärung, die ergeben muß, ob der Gebrauch der Schußwaffe hier zu rechtfertigen war. Die Vorarbeiten für die internationalen Olympischen Spiele 1925" in Frankfurt a. M. find im vollen Gange. Das Internationale Bureau hat einen Entwurf der Sagungen zur Distuffion gestellt. Als Einleitung veranstaltet der Arbeiter- Turn- und Sportbund in diesem Jahre einen Wettkampf um die Bundesmeisterschaft an den Geräten, der dann alljährlich abgehalten werden soll. mittelten jetzt diese Stäuber in den jungen Burschen Walter Degner| und August is opti, der im Auguft bereits einem hiesigen Gefchäfte 51000 m. unterschlagen hatte. Eine vom Für den Bau der Bundesschule in Leipzig hat der ArbeiterTuru- und Sportbund das neben dem Bundeshaus gelegene Grundstück für rund 1 Million Mark erworben. Als Grundstock zu den Baukosten stehen 2 Millionen Mark Ueberschuß vom Bundesfest zur Berfügung. Weitere Gelder sollen durch Sammlungen aufgebracht Bom Reichsschahministerium find der Bundesschule 50 Betten und Deden preiswert zur Verfügung gestellt worden, Arbeiterwintersport, Interessengemeinschaft. Die Neujahrsfahrt nac) Werni gerobe findet eingetretenen Tauwetters wegen nicht statt. Berliner Schwimm- Union 1913. Die Generalversammlung ist am Donners. bag, den 11. Januar, abends 7 Uhr, im Vereinslokal von Torno, GO. 16, Michaeltirchstr. 28. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder über 17 Jahre ist unbedingte Pflicht. Anträge sind bis zum 31. Dezember an die Geschäftsstelle des Vereins, Erich Wendt, D. 34, Libauer Str. 16, zu senden. Die Vorstandssigung ist am Donnerstag, den 4. Januar 1923, abends 7½ Uhr, im selben Lokal. Athletil- Sport- Club, e. B. Geschäftsstelle: E. Heinaz, Neukölln, Weisestr. 9. Jahresversammlung am 5. Januar( nicht am 4., wie bisher bekanntgegeben), abends 8 Uhr, bei Linsener, Mühlenstr. 58. Anschriften für die Hockey- Abteilung an W. Breet, Baumschulenweg, Baumschulenstr. 68. Borstandssigung am 2. Januar bei Linsener. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Bezirk Webbing: Weihnachtsfeier ant 30. Dezember im großen Saale der Germania- Feftfäle, Chauffeestraße. Großes Programm. Anfang 7 Uhr. Mädchenabteilung Bezirk Silben: Weihnachts. feier am 30. Dezember in der Rottbuser Klause, Rottbuser Damm. Gäste willkommen. Marken und Listen mitbringen. 44. Abt. 5-8 Uhr abends Abrechnung bei Schmolinsky, Naunynſtr. 4. Alte 135. Ast. Rarow. 7½ Uhr Lichtbildervortrag bei Betndt, Dorfstraße. Jungfozialisten. Gruppe Tempelhof- Marienborf: 7% Uhr im Lokal Sansen, Tempelhof, Borussia, Ede Neue Straße, Arbeitsgemeinschaft. Die Jugend und die Ankaufsstellen für Altmetall. Die Fürforgerinnen des Bezirks Treptow haben beobachteten fönnen, daß gerade unsere Jugend ständiger Kunde in den Ankaufsstellen für 13. Altmetall ift. Oftmals forschen die Inhaber dieser Geschäfte nicht nach der Herkunft des Altmetalles. Deffentliche Gebäude scheinen gerade von diesen Dieben für ihr Handwerk ausersehen zu sein. Das Bezirksjugendamt Treptow hat deswegen das Polizeiamt Treptow dringend gebeten, gegen solche Händler vorzugehen und sie den Beſtimmungen der Reichsgewerbeordnung über den Trödelhandel zu unterstellen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 11. Kreis. Ronfumgenossenschaftsmitglieder: Für die 12., 13., 41., 43., 56., 68., 98., 134. und 143. Berkaufsstelle findet heute, Donnerstag, den 28. d. M., 7 Uhr, in der Hohenzollern- Schule, Belziger Str. 48-58, eine sehr wichtige Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Teuerung und Konsum. genossenschaft. 2. Aenderung der Statuten. 3. 6. Areis Webbing. Freitag, den 29. b. M., 6 Uhr, engere Borstandssigung im Lebigenheim, 5 Treppen, 8immer 15. Kreis Kreuzberg. Bildungsausschus: Freitag, ben 29. Dezember, 7 Uhr, juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Die Tegten Borwärts"-Quittungen mitbringen. Heute, Donnerstag, den 28. Dezember: 14. Morgen, Freitag, den 29. Dezember: Abt. 7% Uhr Bahlabende in folgenden Lokalen: Bezirke 704, 705, 714 und 715 bei Bausch, Bredow, Ede Wiclefstraße; Bezirke 708 und 709 bei. Liebsch, Birkenstr. 44; Bezirke 716, 717 und 718 bei Teichert, Lübecker Str. 8; Bezirke 719 und 720 bei Schmidt, Stromstr. 41; Bezirle 721-726 bei Rrüger, Butligstr. 10. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferens bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. Gämtliche Funktionäre oder deren Bertreter müssen erscheinen. 21. Abt. 7 Uhr bei Kroll, utrechter Str. 21, Abrechnung der Bezirksführer mit dem Raffierer. 28. Abt. 7 Uhr Sigung fämtlicher Vorstandsmitglieder bei Hahn, Wörther Straße 15. 30. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärsigung bei Mahnkopf, Carmen- SylvaStraße 123. Abrechnungsmaterial mitbringen. Die Betriebsvertrouensleute und Bezirtsführer inüiffen unbedingt erscheinen. 40. Abt. Die Bezirksführer müffen bis zum 29. d. M. abrechnen. 80. Abt. Schöneberg. Pünktlich 6 Uhr in der Menzel- Alause, Menzel, Ede Thorwaldsenstraße, Weihnachtsbeicherung mit geselligem Beifammenfein. Die Kinder der Parteigenossen find herzlich eingeladen. Eintritt frei. 96. Abt. Neukölln. 7 Uhr im Jugendheim, Nogatstr. 53, Sigung fämtlicher Bartei und Gewerkschaftsfunktionäre. 168. Abt. Söpenid. 7 Uhr bei Schlag, Rieger Str. 6, Sigung des Gesamtvorstandes. Jugendliche Räuber. Ein Raubüberfall, der am 20. Oftober d. J. in der Prenzlauer Allee verübt wurde, ist jetzt von der Kriminal polizei aufgeflärt worden. Ein Junge erhielt damals von seiner Mutter 3000 M., um eine Rechnung zu begleichen. Als er auf der Straße das Geld noch einmal nachzählte, beobachteten ihn awei Wetter bis Freitag mittag. Beitweise beiter, in den Tagesstunden Burschen. Diese Iodien ihn auf den Flur des Hauses Nr. 214, ziemlich mild, aber veränderlich, im weitlichen Rüstengebiet weit verbreitete, sprangen ihm an die Kehle, entrissen ihm die 3000 W. 7. Abt. Abrechnung der Bezirksführer bis zum 31. Dezember beim Raffierer fonft nur vereinzelte, größtenteils geringe Niederschläge bei mäßigen, süd Lehmann, Bergstr. 22. Einigungsmarken und Gammellisten mitbringen. I westlichen Winden. In der Nacht zu Freitag vielfach Frost. und entflohen mit der Beute. 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Die Nationalfilmgesellschaft machte im Rahmen einer Pressevorführung in ihrem hübschen und wohltuend unaufdringlichen Borführungsraum mit zwei recht ungleichwertigen Filmen bekannt: mit dem indistutablen Birtusfitsch Die Küsse der Jra Toscari", in dem eine sehr frische, ganz filmunverdorbene Darstellern Irmgard eß angenehm auffiel, und mit dem Ausstattungsfilm" Die Schneiderkomtes". Dieser lettere Film vertritt die sehr vernünftige Ansicht, daß auch in feudalen Nichtstuerkreisen Arbeit keine Schande bedeuten darf. May Mac, Stenner und Könner der Filmregie, bringt in Bildern von der Rennbahn startes Leben; er trifft die Kontraste des Milieus und hält die Darsteller zu befeeltem Eifer an, vor allem die schöne, sehr falentierte Marha Reiko. ,, Monna Banna". Am Anfang war die historische Legende. Dann lamen die hundert In den Räumen der Landlichtgesellschaft lernte man die Bariationen der Ueberlieferung. Und dann fam Maeterlinc mit der hauchersten Guido Herzfeld Filme fennen. Aus der Dede der bei staltung des Monna- Banna- Motivs, der Geschichte von der Frau, die um zarten, traumverschleierten und doch von innerer Bucht durch hellten Ge uns scheinbar unausroftbaren, with- und phantafielosen Pseudo- Filmluftig das verzweifelte Bolt von Bisa zu retten, in das Lager des Kondottiere feiten führen diefe fleinen, dichterisch ersonnenen Lichtspiele auf den Weg Vitelli gebt, nur mit einem Mantel befleidet, und rein zurüdfommt, als der Veredelung. Freilich wollen sie nicht mehr fein, als tultiviertes Bei- Heilige verehrt. Und endlich famen Reinhold Ortmann und Dla Aisen programm. Die Absicht zur Dimension fehlt ihnen. Aber diese märchen- und machten einen Wonna- Vanna Film. Sie ließen sich den Gehalt Filmchem von dem Landstreicher Bonifazius Trott" find mebr meri. Eituationsreiz entgehen, sie pin elten nicht, sie tünchten den Stoff auf die haft erdachten und in frischem, unverdorbenem Märchenton ausgebreiteten der Legende, ließen sich manchen, von innerer Dramatik durchglühten als mancher Behn- stilometer- Schmarren. In der vbantastischen Handlung Leinwand. Berauscht von Filmdimensionen, von Filmmöglichkeiten. Das ist stedt rübrende, aber gar nicht veriüßlichte Menschlichkeit, steckt Wig und immerhin ein Beg und ein Ziel. Nicht das eben fünstlerisch reizvollste, Sumor und unaufdringliche, erzieherische Absicht. Guido Herzfeldt nicht gerade das filmgerechteste, aber ein wirlfames. Ihrem Wunsche solgle ein Darsteller von zwingender Echtheit, ganz Seele des fleinen, von Glück der Regisseur Richard Eichberg. Wenn der historische Film, der Prunt und Macht genarrten, aber nie gebrochenen Menschen, unterstützt diese Ab- der Renaissanceaktionen, die Massenwälzung, wenn das alles noch fichten einfach wunderbar; die Photographie aber bleibt manches schuldig. zu übertreffen war, Eichberg hats getan. Es ist alles, was man auf diesem Immerhin ein sehr schöner, neuer Weg, der zu Augenspaziergängen lodt. Gebiet bisher sah, noch um einen Atzent starter, noch um eine Pedal Der Film„ Tabea, stehe auf!" man fab ihn im UT., Nollendorf- schwellung voller genommen. Menschenzahlen find ins fast Gigantische blaz bat den Bearbeiter, Adoli 2an, völlig auf den Spuren des multipliziert, Schlachtenbilder mit einer auch unsere filmhistorisch schon über Romans von Margarete Böhme wandeln lassen. Allzu sehr dem Driginal schwemmten Augen verblüffenden Eindringlichkeit gestellt. Darüber vergißt hingegeben, überfah er die bildhaften Notwendigkeiten, blieb episch wo er Gichberg nicht, die Einzelizene, das Typische, das Lyrische, das Motivischhätte dramatisch und filmhaft werden müssen. Anständige Arbeit, titschfern, Begründende liebevoll und organisch richtig und wichtig auszumalen. Brunt aber ziemlich reizlos. Der Regisseur Robert Dinesen folgte wieder dem mit Seele. Würdigster Abschluß der bistorischen Filmepoche. Unüberbiet vom Bearbeiter vorgezeichneten Weg; auch er blieb im Sauber- Storreften barer Bildgipfel. Nicht, dramatischer Gipfel. Denn diefer Film geht in die stecken, auch er wurde breit statt fonzentriert. Die blonde Freundlichkeit Breite, er tobt in Situationen, stürmt durch Erpositionstäler, strafft sich der Lotte Neumann, Guido Herzfelds wahrhaftiges und Baul selten zum Sturm auf die dramatische Höhe. Gleichwohl, das MenschenDttos immer interessantes Epiel halsen zu sehr nachdrüdlichem Publikums- ichidjalhajte leuchtet stark durch. Und doch mehr Renaissanceatem als erfolg. p- s. Monna- Vanna- Legende. Die Innenarchitektur mustergültig, die Bauten CREME PERI Zeichen der Gesundheit vermittelt uns die systematische Pflege der Haut mit« Crème Peri». Haben wir eine gesunde Haut, so verspüren wir gesundes Leben in unserem Körper. Die Hautatmung ist sehr wichtig und« Crème Peri» unterstützt sie. In ihrem hohen Gehalt an dem von den Ärzten so sehr geschätzten Hamamelis- Extrakt liegt der Grund für die verblüffende Wirkung bei roter, spröder und rauher Haut, bei Wundsein, Wundlaufen, Sonnen- und Gletscherbrand, Insektenstichen. Sie lindert und kühlt, ist fettfrei und zieht sofort trocknend unsichtbar in die Haut ein. Zu jeder Tageszeit anwendbar. .Crème Peri" in reinen Zinntuben und eleganten Porzellandosen M M Peri Talkum- Puder Überall erhältlich! CREME PERI Dr M Albersheim Fabrik feiner Farfümerien Frankfurt M. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 1 Uhr: Volksbühne 72 Uhr: Hänsel u. 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Dezbr., nachmittags 5 2hr, in der Schulaula, Pantstraße 41 ( Eingang Böttgerstraße): Bekanntmachung Branchenversammlung Der vom Ausschuß beschlossene 12. Sagungsnachtrag ist vom Oberverfiche- aller in der Geldschrankindustrie rungsamt genehmigt worden Geändert beschäftigten Arbeitnehmer. merden bie$ 81, 6, 19, 20. 26, 34, 36, 49, a gesordnung: 1. Bericht der Branchenkommission. 2. Neuwahl des Branchenleiters. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. 82 und 96. Die Gagungsänderung tritt mit dem 1. Januar 1923 in Kraft. Bon biefem Tage ab gelten daher folgende Beiträge: Lohn stufe Tagesentgelt wr. A o. Entg. beschäft. Lehrl. Grund- Beitrag John pro Tag M. wr. 60 6 1 bis einschl. 120 100 10 2 über 120 250 200 20 " 250 450 400 40 " " 450 650 600 60 12 " 5 650 850 800 80 " 850 " 1050 1000 100 " 1 7 1050 1250 1200 120 " 8 1250 1450 1400 140 " 9 1450 1650 1600 160 BP " 10 1850 Bekanntmachung Die 15, 16. und 17. Gagungsänderung, nach welchen die S$ 1, 6, 19, 20, 25, 32, 47 und 79 der Gagung geändert werden, find vom Oberversicherungsamt genehmigt woorden und treten am 1. Januar 1923 in Arait. Druckstücke dieser Aenderungen find ab 2. Januar 1923 in un ern Aus gabestellen tostenlos zu haben. 175/4 Berlin, den 27. Dezember 1922. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. Rt. Nürnberg Borsigender 1800 180 Mitglieder, deren Grundlohn die bisher bei der Kaffe porgefdiebene Höchstgrenze übersteigt, haben auf die ihrem neuen Grundlohn entsprechenden höheren Rassen- merte P. Dorig Schriftführer Die Firma Berlin- Borsigwalder Metall Leiſtungen erit vom 43. Tage nach dem Löwenberg Attiengesellschaft Infrafttreten der Aenderung, also Dom 12. Februar 1923 ab Anspruch. Berfiche- beabsichtigt ble Aufstellung eines Luft rungsjälle, die bei Intrafttreten dieser hammers in Berlin- Bittenau auf ihrem Borschrift bereits eingetreten find, werden Grundftüd Breitenbachstraße, hiervon nicht berührt. Soweit die 8ugeEtwaige Einwendungen gegen diese hörigkeit der Versicherten zu den Lohn- Anlage find bei dem unterzeichneten Stadi ftufen 4-9 in Betracht tommt, fordern wir ausichuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach hiermit auf, bie zur Berechnung der Bei der Beröffentlichung ab gerechnet, schriftlich träge erforderlichen Lohnangaben mittels in doppelter Ausfertigung oder zu Protocoll der üblichen Formulare über Beränderun- anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist gen im Arbeitsverdienst möglichst bald bei tönnen Einwendungen nicht mehr erhoben Der Raffe zu machen. Abdruce der werden. Beschreibung und Beichnungen der Gagungsänderung find im Raffeniofal er- geplanten Anlage liegen in unserem Bureau, hältlich. Dortfelbst wird auch nähere Aus- Berlin C. 2, Baisenstr. 27, 1 Treppe funft erteilt. 175/5 Bimmer 25, an den Geschäftstagen in der Beit von 9-2 Uhr während der oben ben Berlin- Steglit, 27. Dezember 1922, zeichneten Frist zur Einsicht aus. Der Vorstand Liehr, Borsigender. Bur mündlichen Erörterung der recht zeitig erhobenen Einwendungen wird vor Berrn Stabtobersekretär Runde auf Der Steckbrief hinter dem Rorvetten Donnerstag, den 11. Januar 1928, vor fapitän a. D. Georg Helmut Hermann mittags 9 Uhr in unserem Sigungsfaala Ehrhardt, geboren am 29. November 1881, ift zurüdgenommen. Leipzig, den 20. Dezember 1922. Der Oberreichsanwalt Ebermayer Der gute KapitänKautabak ist in den meisten ZigarrenC. Röcker, Berlin, Lichtenberger geschäften erhältlich. Straße 22,- Kst. 3861. Baifenfic. 27, 1 Treppe, ein Termin an beraumt, zu bem die Unternehmerin sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Aus bleiben mit der Erörterung der Ein wendungen vorgegangen wird. Berlin, den 19. Dezember 1922. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. L Schneider. Brillanten Perlen, Edelmetall- Bruch tauft A. Fuss, Sahaus Spittelm. Seydelstraße 32 geöffn. 8-1 und 2-5% Uhr allzu ersichtlich Stulisse, die Photographie ftellenweise zu wenig scharf. Wegener als Kommandant von Bila voll, brutal, winselnd in der Not, von männlichsten Schicksalen und Prüfungen durchrüttelt. Man muß diese unerhörte Leistung gesehen haben. Lee Barry als Madonna Giobanna, mehr lieblich as beilig, mehr Taube als Tragödin. Gleichwohl eine starte Rönnerin. Olaf Fjord bildhaft schön, prachtvoll nobel, Steinrüd, Salmonova, Grach, Knapp, interessant. Es war einer der stärksten Filmerfolge des Jabres. Der Film wurde im Marmorhaus gezeigt, der Regisseur mit Recht gefeiert. p- s. " Hallo, mein Junge", ein amerikanischer Film, der Biola Dana als Kleinigkeiten. Der zweite Art hat, wie fönnte es auch anders fein, gum Ste Schluß die berühmte Hezjagd, die sehr geschidt aufgemacht ist. Im DeuligBorergirl zeigt, läuft zurzeit im U. T. am Kurfürstendam m. sieht sehr niedlich aus und entzüdt wiederum. Leider wurde das Manuflript Film fährt man an Bord der Najade über Bremerhaven nach Helgoland ohne die geringsten geistigen Unkosten hergestellt. Man war gar zu frampf- und Norderney. Das bei filmte Meer übt starten Reiz aus; man verspürt haft bemüht, alles auszunugen. So wird, obwohl der Regisseur vieles in ihm einen Hauch seiner Größe und Unendlichkeit. direkt für den Film gesehen hat, die ganze Sache auf die Dauer fast un erträglich langweilig. Chaplin stolpert als Pfeudograf dem Publikum etwas vor. Der erste Att hat zu wenig Tempo. Chaplin selbit bringt wieder urkomische Leciferrin flüssig und in Tabletten Nervenstärkend- bluibildend Sylvester, Ballund GesellschaftsSchuhe Lackschuhe, Atlasschuhe- schwarz u farbig, Gold- und Silberbrokatschuhe einfarbig und dezent gemustert, Goldkäfer Chevreauschuhe, feine IDildleder. schuhe in verschiedenen Farbtönen, auch mit moderner Stahlstickerei Zu jedem Kleid der passende Schuh! Zu jedem Schuh der passende Strumpf! Überstiefel für Abendschuhe sind unbedingt notwendig zum Schutz gegen& rkältung nach den festlichkeiten. Große Auswahl eleg. 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