Nr. 613 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 29$ Bezugspreis: File den Monat Januar 1600 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. rci, Holland, Lettland, Luxemburg, Oesterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin NO Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronpareillezetl toftet 250 M. Reklamezeile 1250 Wi ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 75 M.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erfte Wort 40 M., jedes weitere Wort 30 M. 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Dezember.( WTB.) Der gut unterrichtete Lon- nisse der Regierung eingeschränkt würden. Irgendeine Weltwirtdoner Sonderberichterstatter des Manchester Guardian" schreibt zu fchaftskonferenz muß folange wertlos bleiben, als die Schuldender Verzugserklärung Deutschlands durch die Reparationsfommis fonfolidierungskommission nicht größere Bewegungsfrei- des vorigen Jahres ihr Haupt drohend erhob, steht heute siegfion, die Londoner Regierungsvertreter sähen die Ereignisse in Ba heit hinsichtlich der Festsetzung der Bahlungsfristen und des Zins. reich da: nicht als der Starke, dem die Krone des Sieges im fußes für die Kriegsschulden erhält. Wenn der Kongreß schweren Kampfe zufiel, sondern als der Parvenu, der kampfgewöhnliche taffische Vorbereitung etwas tun wolle, so tönne er seinen Beschluß los die Ohnmacht weggedrängt hat. Die Ohnmacht der libefür eine so wichtige Konferenz, wie es die Januarfonferenz sein widerrufen, durch den Amerita sich aus der Reralen Bourgeoisie, die faul war in der Wurzel, und die Ohnwerde, an. Andererseits werde in amtlichen Londoner Kreisen nicht parationstommiffion zurüdzog. Aber als der Kon- macht des uneinigen, enttäuschten, vom Razzenjammer des verheimlicht, daß sich die Aussichten auf Erzielung einer Verein greß den Friedensvertrag mit Deutschland ratifizierte, faßte er aus. ruffischen Rausches befallenen Broletariats. Und die Sieger, aus barung nächste Woche faum verbessert hätten. Denn obgleich drücklich den Beschluß, daß Amerika in der Reparationskommission denen das ganze Land den Sieg so wohlfeil gemacht hat, die französische Regierung ihre Forderung nach einer sofortigen Be- nicht vertreten sein solle. Die Vereinigten Staaten fönnten es nicht fühlen sich heute als Sachwalter einer Reaktion, die viel weifegung des Ruhrgebiets aufgegeben habe, fönne ein fast ebenso auf sich nehmen, einem Volle zu sagen, was ein anderes zahlen ter zurückgreift als auf die Zeit vor dem Erwachen des proernstes Hindernis für ein lebereinkommen geschaffen werden, wenn solle, und einem anderen, was es als Zahlungen annehmen müsse. letarischen Klaffenbewußtseins, die zurückgreift auf die Beriode Boincaré auf den extremen Maßnahmen finanzieller Kontrolle be. Ich warne den Senat, Anregungen zu geben, die nicht erfüllt por den Errungenschaften des bürgerlichen Liberalismus und stehe, die vor kurzem am Quai d'Orsay als die Grundlage des fran- werden können, bevor nicht die übrigen Völker ihre Bereitwilligkeit freiheit, nach dem Versammlungsrecht und dem Recht der die die Hand ausstreckt nach der Gedankenfreiheit und Breßdie die Hand ausstreckt nach der Gedankenfreiheit und Breßzösischen Standpunktes festgesetzt wurden. ausdrücken, mit uns zusammenzuarbeiten." Bonar Law werde jedenfalls Poincaré gegenüber erklären: Koalition, die das Parlament ausschaltet und jede Kritik Nachdem Lodge den Brief Hardings verlesen hatte, er mundtot macht. Wir sind bereit, der Forderung produktiver Garantien zuzuflärte er, daß er den Standpunkt des Präsidenten in der ft im men, vorausgefeßt, daß sie wirklich produktiv in wirtschaft Schuldenfrage unterstütze. Es müsse sich darum handeln, die lichem Sinne sind und nicht eine verhüllte Form politischen Druces, Atmosphäre aufzuklären, bevor die englische Schuldentomund vorausgesetzt, daß ein Druck auf Deutschland, irgendwelche Be- mission in Unterhandlungen mit dem amerikanischen Konjoli zahlungen, Obligationen oder Reparationsfachlieferungen zu leiften, dierungskomitee eingetreten fei. Nach seiner Ansicht sei es die nicht in Frage kommt, die in Wirklichkeit das vorgeschlagene Moratorium zu einem Truge machen würden. Mit anderen Worten, " die Deutschland auferlegten Bedingungen müßten derart sein, daß Deutschland einen wirklichen Aufschub der Reparationszahlungen erhält, der es in die Lage verjeht, sich wirtschaftlich zu erholen und so die Grundlage für die Bezahlung nach Ablauf des Moratoriums zu legen. Der wirkliche Unterschied zwischen der franzöfifchen und der bri tischen Politik sei der, daß erstere Deutschland mißtraue und sich von den Grundsäßen des Zwanges leiten laffe, während die letztere selbst in den Händen einer konservativen Regierung Wohlwollen und Vernunft als ein wirksames Werkzeug ansehe, um eine gerechte Entschädigung von Deutschland zu erhalten. Englischer Kabinettorat. längst hinweggeschritten sein wird über die Gewalttaten und Und als Dokument, das bleiben wird, wenn die Geschichte die Schwächen der heutigen Sieger und der heutigen Besiegten, das bleiben wird als der ungeheuerlichste Anschlag, den das Italien dieser Jahreswende auf jenes unsterbliche Italien Aufgabe Ameritas, Europa zu helfen; aber die Erfüllung der Weltgeschichte ausgeführt hat, das die Mutter des Rechtes dieser Aufgabe müsse dem Ermessen des Präsidenten Harding war und ist, als Dokument, das die heutige Episode trennt überlassen werden. In der Debatte, die auf die Berlesung von der geschichtlichen Vergangenheit hat die fascistische des Briefes folgte, erklärte Lodge weiter, daß der Präsident Regierung dem Volke eine Amnestie auf den Weih cine Annullierung der interalliierten Schulden nicht begünstige, nachtstisch gelegt, die die Gefängnistüren nur denen öffnet, dagegen wünsche er eine Verlängerung der Zahlungsfristen die auf fascistischer Seite standen. Ein römisches Blatt der und eine Herabsehung der Zinsen. mechanischen Industriellen schreibt, der ,, Balken der Amnestie" achtenswerter, als sie offensichtlich den Boden für die in den Aber der aufsprigende Kot einer solchen Maßnahme reicht Diese Aeußerungen Hardings und Lodges sind um so be- wäre ,, auf den Sumpf des römischen Umsturzes niedergesaust". nächsten Tagen beginnenden Verhandlungen mit dem eng- schon höher. Er besudelt Rechtsbegriffe und Grundsäge, die lischen Schazkanzler Baldwin vorbereiten sollen. Da auch die im Patrimonium eines Landes mehr zählen als Gold und Bariser Verhandlungen im engsten Zusammenhange mit der Brot. interalliierten Schuldenfrage stehen, müssen die Vorgänge in Washington mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt werden. Verschärfung der Orientkrise. London, 29. Dezember.( WTB.) Reuter meldet aus Malta, die britische Mittelmeerflotte ist nach Konstantinopel abgefahren. In dem an den König gerichteten Schreiben, das das Amnestiediftat einleitet, heißt es: London, 29. Dezember.( EP.) Die Frage, welche Stellung England an der Barier Konferenz einnehmen wird, wird heute in einem Kabinettsrat entschieden werden. Bonar Lam hat sich gestern während des ganzen Tages mit den Sachverständigen besprochen und wird heute dem Kabinettsrat den Plan vorlegen, den Paris, 29. Dezember.( TU.) Einem Mitarbeiter des Matin" er an der Bariser Konferenz vorbringen wird. Die Vorschläge gegenüber hat Ismet Pascha sich über den augenblicklichen Bonar Laws sind, wie an zuständiger Stelle verlautet, ganz auf der Verhandlungen sind auf allen Gebieten schwierig, aber die Frage Stand der Lausanner Berhandlungen ausgesprochen. Er sagte: Die Anullierung der Kriegsschulden aufgebaut, was mit von Mosful, die plößlich auf das Tapet gebracht wurde, hat sie einer er absehung der deutschen Reparations nahezu hoffnungslos gemacht. Die englische Abordnung, schuld Hand in hand gehen würde. Der Plan bestimmt außerdem die anerkannt hat, daß eine Einigung in der Mosfuffrage nicht möggewiffe Finanzreformen, die Deutschland durchzuführen lich ist, versucht die Verhandlungen auf ein anderes Gebiet zu überhätte, er sieht aber feinesfalls Sanktionen oder die Ergreifung von tragen, um die anderen Mächte auf ihrer Seite zu haben, falls ein Pfändern vor. Während jedoch Bonar Law etwaige Sanktionen Bruch unvermeidlich wird. Die türkische Abordnung hat flare Be- gütig niedersteige, um einen Strich zu ziehen unter der Vergangenauf dem linken Rheinufer unter gewissen Bedingungen nicht abge- weise ihres aufrichtigen Friedenswunsches in der Frage der Meerneigt wäre, so steht er solchen auf dem rechten Rheinufer ablehnend engen abgelegt. Wir haben zugegeben, daß die Meerengen jedem gegenüber und ist entschlossen, dieser Forderung in Paris den bef- augänglich sein sollen. Wir haben nur verlangt, daß die Kontrollfommissionen in Ronstantinopel nichts anderes als die Einfahrt der tigsten Widerstand entgegenzusehen. Bonar Law wünscht vor allem, Schiffe in das Schwarze Meer kontrollieren sollen und daß sie nicht mit Frankreich zu einem Einvernehmen zu gelangen, ohne die öffent- eine Art von alliierter Regierung in Konstantinopel darstellen dür liche Meinung Englands gegen sich aufzubringen. Die italienische Delegation für Paris. Rom, 29. Dezember.( EE.) Die Nachricht, daß Mussolini nicht persönlich der Bariser Konferenz beiwohnen werde, bestätigt sich. Der geftrige Ministerrat faßte den Beschluß, daß Italien auf der Pariser Konferenz durch seinen Botschafter in London, Della For retta, durch seinen Botschafter in Paris, Avezzana, und durch die beiden italienischen Delegierten in der Reparationskommission, Salvagio Raggi und Demeglio, vertreten sein soll. Amerika und Europa. fen. Man war nahe daran, sich zu verständigen. Ebenso haben wir in der Frage der Minderheiten alle Forderungen nach Kontrolle angenommen, die von den Zentralstaaten Europas angenommen worden waren. Man hätte sich auch in diesem Punkte verständigen können. Henderson kandidiert. London, 29. Dezember.( WTB.) Henderson hat sich bereit er flärt, für den Wahlkreis in East Newcastle zu fandidieren. Er sagte, er stelle die Arbeitslosigkeit an die Spitze seines Programms, und trete für Einigkeit in der Arbeiterbewegung ein. Heute, wo die jüngsten politischen Ereignisse es erlauben, den innern Swiespalt zu beseitigen und die Nation zu sicherer und dauernder Ordnung zu führen, erscheint es nützlich, um den Eintlang der Seelen zu erhöhen, Bergessen zu breiten über viele Geschehnisse, die in der Krise der Neugestaltung das staatliche Zusammenleben gestört haben, und die strafrechtliche Verantwortlichkeit derer auszulöschen, die unter dem Feuer der LeidenGesetze, zum Schuße der öffentlichen und privaten Rechte, dem Tun schaft sich verleiten ließen, jene Grenzen zu überschreiten, die die des Einzelnen und der Parteien ziehen. Die Ausdehnung und Bedeutung der Erschütterungen und der ausnahmsweise Ernst der Umwälzungen, die zur Errichtung der heutigen Regierung geführt haben, machen es ratsam, daß das Wort der Milde umfassend und heit und eine neue Zukunft friedlichen Zusammenlebens der Parteien einzuweihen und fruchtbarer Zusammenarbeit der Klaffen, für die juristische und wirtschaftliche Wiedererstehung des Landes. Nach dieser Einleitung, in der man das Vorwort zu einer wirklichen Amnestie sehen kann, kommt die Beschränkung der Maßnahme auf die Handlungen, die ,, pon nationalen Zwecken eingegeben waren". Der italienische Justizminister schreibt hier wörtlich: Unter Umständen fann die verbrecherische Tat dem politischen 3wed nicht entsprechen oder für den angestrebten Zwed wirkungslos fein und auch in der Praigs unopportun oder übertrieben sein ( sic!); das psychologische Motiv muß auch in diesem Falle zur Andie Zwede und höchsten Intereffen des Staates betrifft, auf die das wendung der Amnestie auf den konkreten Fall führen. Und was Individuum abzielte, so liegt es auf der Hand, daß diese in Hin blid auf die heutige politisch- soziale Ordnung abzuschäßen sind, so daß die auf den Umfturz der herrschenden Institutionen gerichtete Handlung, die eine neue Ordnung oder ein neues Regime einzuführen strebt oder Grundfäße und Theorien zu verwirklichen sucht, die der heutigen Auffassung von Staat und GeHarding gegen eine Weltwirtschaftskonferenz. Die Stärke der einzelnen Fraffionen im polnischen Parlament Der Antrag des Senators Borah auf Einberufung einer Nationaldemokraten 98, Bolkspartei( Witos) 70, bürgerlich- raditale sellschaft zuwiderlaufen, absolut von der Amnestie auszuschließen verteilt sich nach ihrer endgültigen Konstituierung wie folgt: Weltwirtschaftskonferenz, der seit einigen Tagen im Mittel- Partei„ Wyzwolenie" 48, Chriftliche Demokraten 43, Sozia- find. punkte der amerikanischen Politik steht, hat nun zur ersten offi- liften 41, Juden 34, Chriftlich- Nationale Bartei 28, Ukrainer 20, ziellen Verlautbarung des Präsidenten Harding in dieser Nationale Arbeiterpartei 18, Deutsche 16, Weißruthenen 11, Utra- Fascisten begangene verbrecherische Handlung, auf die Er= Die Amnestie erstreckt sich weiter, außer auf jedwede von Frage geführt. In der gestrigen Senatssigung verlas der Vor- inische Landwirte 5, bäuerlich- raditale Partei( Okonj) 4, Kom- zeffe der Polizei und der Truppen bei öffentlichen figende des Auswärtigen Ausschusses, Lodge, ein Schreiben munisten 2, Wilde" 6, darunter 1 Russe. Somit verfügen die Unruhen, auf Verbrechen, die bei rein wirtschaftlichen BeweHardings, in dem es nach einem von Reuter wiedergegebenen Rechte über 169, das Zentrum( Witos- Partei) über 70, die Linte gungen begangen wurden, und auf einige Hebertretungen. Auszug heißt: Schließlich folgt ein Strafnachlaß für alle, der die Gefängnisstrafen um drei Monate verkürzt. über 113, die Minderheiten über 87 Stimmen. Dollar 7300. „ Ich halte den Wunsch des Rongresses, eine Weltwirtschaftsfonferenz einzuberufen, für ungefchidt und unglücklich, weit durch einen derartigen Beschluß in Europa ein falscher Eindruck entstehen Man macht ja nun mit Recht geltend, daß praktisch die Amnestie nichts ändert, da ja ohnehin der Mannesmut der und auf unser Bolt ein schlechtes Licht geworfen werden könnte. An der heutigen Börse war das Geschäft in ausländischen italienischen Geschworenen alle Fascisten freisprach Seit Monaten gibt die Lage in Europa dem Staatsdepartement be Zahlungsmitteln ziemlich ruhig. Der Dellarturs eröffnete und alle Sozialisten und Kommunisten verurteilte. Es reits Anlaß, Fühler auszuftreden. Aber in einer fo mit 7300, d. h. wesentlich unter der Barität des gestrigen New scheint aber fraglich, ob es dem Namen eines Landes zuträgheiflen Situation fönnen nicht täglich Bulletins ausgegeben werden. Yorker Markkurses. Im Verlaufe der Börse trat eine leichte lich ist, als Norm vom Justizminister vorschreiben zu laffen, Die Angelegenheit würde auch nicht gefährdet werden, wenn der Steigerung der Devisen ein. Am Effettenmartte war das Geschäft was als freiwillige Knechtseligkeit gerade unwürdig genug Kongres irgendwelchen Beschluß faßte, durch den die Machtbefug- um so größer. Die Hausse in Kaliaftien nimmt ihren Fortgang. war. Wir vsrsLshen, daß heute die Parteilerdenschäft in Italien eine Schärfe erreicht hat, wie nie vorher. Wir hätten es also verstehen können, daß die Partei der Sieger, ohne Edelmut zu zeigen, einen gewissen Anstand gezeigt hätte. Das italie- nifche Recht sieht außer der Amnestie, die alle Folgen der ver- drecherischen Tat auslöscht, den Straferlaß(condono) vor, der die Nebenfolgen der Verurteilung bestehen läßt und nur die Freiheitsstrafe erläßt. Wir hätten es begreiflich gefunden, wenn sich die Fascisten die Amnestie vorbehalten hätten und den Sozialisten und Kommunisten den Straferlaß. Mussolini hat seine Regierung als.„das Reich des Geistes" bezeichnet. Er ist gottesglänbig und christlich gesinnt: aus diesem Geiste wurde die Weihnachtsamnestie geboren.— So steht das italienische Proletariat am Jahresausgang vor einem Kampf aufs Messer: ein Kamps, in dem ihm nie- mand Pardon geben wird. Durch einen Weifen und Schrift- gelehrten ist bekanntgegeben worden, daß dieses Reich wenig- stens 20 Jahre dauern wird. Bis jetzt dauert es zwei Monate und hat viele Maßnah- wen gezeitigt, die die Schwelle bauen sollen zu dem zwanzig- jährigen Reich. Da iit zunächst die Abrüstung eines Teils der Polizei und die Schaffung einer f a s c i st i s ch e n ,.M i l i z f ü r d i e n a t i o n a l e S i 6? e r h e i t", die 100 000 Mann stark werden soll. Diese Miliz wird den offiziellen Rachrichten zufolge(andere gibt es ja nicht) persönlich vom Ministerpräsidenten abhängen und in Zeiten ihrer Mobil- machung, die auf Grund ausnahmsweiser Verhältnisse ange- ordnet wird, nom Staate besoldet werden. Man wird alt? in Italien einen Teil der Funktionen von Polizei und Militär der Leibgarde des Ministerpräsidenten übertragen sehen, die vom Staate nur infofern abhängt, als er ihren Sold bezahlt, im übrigen aber dos Organ einer Partei bleibt, mü Varteikriterien gegründet wurde und geleitet wird, und per- sönlich von einem Manne abhängt, der möglicherweise nicht auf Lebenszeit Ministerpräsident ist. Diesen Prozeß, durch den man Staatsfunktionen an Par- teiorgane überträgt, nennt man den der„I d e n t i f i z i e- rung von Fafcismus und Staa t". Man könnte ihn auch als die Nutzbarmachung des Staates zu Partei- zwecken bezeichnen. Hier kommen wir auf den so oft behan- delten Unterschied von Staat und Partei. Wenn in unserer Partei sich die Genossen gegen die Parteidisziplin auslehnten. so pflegte man ihnen entgegenzuhalten: Man tritt aus freiem Willen in eine Partei ein, weil man ihre Leitsätze annimmt: man kann aus ihr austreten, wenn die auferlegte Disziplin einen Grad von Zwang einzuschließen scheint, den man mehr als Hemmung empfindet, als man die Einheit der Leitsätze als Förderung fühlt. Wie aber, wenn der Staat, aus dem man doch nicht austreten kann, dem Einzelnen eins Parteidisziplin vor- schreibt? Wird man sie wirklich mit Gewalt den Widerstre- benden einbläuen, zum Besten der Nation? Will man den ntchtfascistischen Bürger rechtlich und moralisch so stellen, wie die Juden in Rumänien vor dem Kriege standen, will man ihn zum„Ausländer ohne Konsularschutz" machen? Was der Arbeiterbewegung in Italien noch an Kräften bleibt, das sucht die Regierung lahmzulegen. Sie erläßt ein Gesetz, das die Registration der Gewerkschaften obligatorisch macht: diese müssen die Listen ihrer Mitglieder der Präfektur vorlegen und ihre Derwaltungsmaßregeln prä- nentiv bewilligen lasten. Die nicht registrierten Gewerkschaf- ten sollen aus den Vertretungen in allen beratenden Körper- schaften des Staates ausgeschlossen sein, so aus dem Reichs- arbeitsrat, dem Ausschuß für die Kooperation usw. Und da man fürchtet, daß sich die„freien Gewerkschaften" zur Regi- stration verstehen könnten, um nicht auf ihre Existenz zu ver» zichten, beantragen die fascistischen Gewerkschaften ganz ein- fach den Ausschluß aller„nicht nationalen" Gewerkschaften von dem Recht, Verlreter in die Regierunoskörperschasten zu entsenden: sie fordern auch die Auflösung der bereits bestehen- den Slusschüfse, um sie in„nationalem Sinne" neu zu bilden. So büßt heute das italienische Proletariat schwer und bitter eigene Schwäche und Irrtümer seiner Führer. Viele. die sich um unsere roten Fahnen scharten, als sie das tausend- „Arbitrage/ Don Hans Dauer. Arbitrage ist eiwe der lustigsten Sachen der Welt. Arbitrage ist so: An der Leipziger und der Berliner Börse beispielsweise wird irgendein Aktienpapier gleichzeitig gehandelt. Dienstag nachmittag um 2 Uhr wird sein Kurs in Berlin mit 4S00 festgesetzt. Das heißt: Eine über 1000 Mark lautende Aktie kostet 4S 000 Mark. Um 5�3 Uhr wird der Kurswert der gleichen Aktie in Leipzig mit 48 000 Mark festgesetzt, was sehr leicht möglich ist und welche Unterschiede tatsächlich oft noch viel erheblicher stnd. Der Arbitrierende, der vielleicht in Dresden wohnt, sitzt nun im Leder- sessel seines Kontors, nimmt per Telephon von seinem Berliner Vertreter den Berliner, von seinem Leipziger Vertreter den Leip- ziger Kurs entgegen, arbitriert, das heißt: vergleicht die beiden Kurse, meist seinen Berliner Vertreter an, von einem Berliner Besitzer des Papiers 10 Stück zum Tageskurs zu kaufen, und seinen Leip- ziger Vertreter, einem Leipziger Kauflustigen 10 Stück zum Tages- preis zu verkaufen..., und weiß, daß er innerhalb von 60 Zi- garrenzügcn zehnmal die Differenz von 48 000 zu 46 000, daß er also 30 000 Mark„verdient" hat. Uder so ist Arbitrage: Unser Dresdener Freund erfährt vemtag« feiner ausgezeichneten Geschäftsverbindung, daß in Schmalkalden bis 6 Uhr 16 abends ein Posten Klosettpapier, Muster Sb/C, zu verkaufen ist. Preis 600 000 Mark. Und er weiß, daß in Borna l-mans bis 6 Uhr 26 einen Posten Klosettpapier, Muster 3b/C, für 650 000 Mark kaufen würde. Er hat keine Ahnung, wo Schmal- kalden oder Borna liegt. Glücklicherweise hat die Post eine Ahnung 'davon, und er darf nach dahin telegraphieren, daß er tauft, nach dcrthin, daß er verkauft. Er hat auch keine Ahnung, was Klosett- papier 3b/C für eins ist. Glücklicherweise aber scheinen di>e in Schmalkalden und die in Borna ein« zu haben. Das einzige, wovon sr Ahnung Hot, ist die Tatsache, daß 660 000 Mark minus 600000 Mark einen Saldo von 60 000 Mark zu seinen Gunsten ergibt. Ein Arbitragegeschäft ist ein Zug-um-Zug-Geschäst. Ein Gleich. zcitigkeitsgeschäst von Kauf und verkauf. Ad:r darüber hinaus ist ein Arbitragegeschäft noch mehr. Es ist das Destillat, der Extrakt des kapitalistischen Denkens. Es ist das ideale Geschäft überhaupt. Es ist eben in dem Maße das ideale Geschäft, wie es eine Groteske ist, daß es überhaupt ein Gc-schäft fein kann. Arbüriercn ist das große Kolumbus-Ei, die Synthese aus den Ännehrnlichkiten des Arbeiters und den Annehmlichkeiten des Unternehmers. Der Arbeiter hat die Schufterei, aber immerhin kein Risiko, wenn er sich verdingt. Der Unternehmer hat ein gewisses Risiko, aber nicht die Mühseligkeiten einer beschwerlichen Arbeit. Der Arbi-treur hat weder Arbeit noch Risiko. Er hat nur den Ber- dienst. jährige Reich von Rußland ermrhten, trogen heute das schwarze Hemd und erwarten hnsselce Wunder von Mussolini. Unsere Partei hat durch diesen Wunderglauben, den sie nicht zu zerstören den Mut und die Kraft hatte, ihre schwerste Nie- derlage erlitten. Heute i't er eine? der Grundpfeiler der iascistischen Herrschaft: diese hat aber auch andere Grundpfeiler in der mächtigen Koalition des industriellen und Agrartapitals, und in den Organen des Staates, deren sie sich bemächtigt. Freilich da, wo heute ihre Kraft liegt, könnte morgen ihre Schwäche liegen.... Die Steuersorgen üer Milliaröäre. Wie unzureichend das Kapital durch unsere Steucrgesetz- gebung erfaßt wird, zeigen folgende Beispiele: Wenn ein Besitzer eines Pakets von Aktien der AEG. im RennwertvoneinerMillion diese nach den heutigen amtlichen Kursen bewertet, so ergibt sich für ihn ein Besitz von 60 Millionen Papiermark. Nach dem amtlich festgesetzten Steuerkurse, der für die AEG.-Aktien 400 Proz. beträgt, repräsentiert diese Aktie nur einen Wert von 4 Mit- lionen Mark. Angenommen, der glückliche Besitzer dieses Aktienpakets habe auf diese Effekten eine Bankschuld von 10 Millionen Mark aufgenommen, so ergibt sich unter Zu- grundelegung des Steusrkurses das merkwürdige Bild, daß er 4 Millionen Mark schuldig ist, also kein„Vermögen" besitzt und nicht zur Zwangsanleihe herangezogen werden kann, während in Wirklichkeit sein Ber- mögen in AEG.-Aktien allein einen Wert von 60— 10= 50 Millionen Mark repräsenliert. Angenommen, ein Besitzer von 1 Million von Harpener Aktien im Nennwerte von einer Million, d. h. nack) den heutigen Kursen von 600 bis 6 50 Millionen Papiermark, habe auf diesen Besitz 20 Millionen Mark bei einer Bank geliehen, so braucht er, da bei einem Steuerkurse von 885 dieses Aktien- paket offiziell nur einen Wert von 8,85 M i l l i o- nen repräsentiert, ebenfalls keine Zwangsanleihe zu zeichnen, denn er steckt ja nur mit 11,15 Millionen Mark in der Bankschuld. Deutlicher lassen sich die Auswüchse unseres Steuerwesens kaum illustrieren. Man fragt sich unwillkürlich, welchen Zweck denn die Beratungen des Reichsfinanzministeriums mit den Sachverständigen der Bankwslt gehabt haben. Offenbar hat man sich in den maßgebenden Stellen gründlich über den Löffel barbieren lasten. Eine SiUion Mark öanknotenumlauf. In der Sitzung des Zentralausschustes berichtet« der Präsident des Reichsbankdirektoriums über die Entwicklung des Standes der Reichsbant in der Zeit vom 7. November bis 16. Dezember dieses Jahres und erwähnte, daß der L a n t n o t e n u m l a u f in den letzten Tagen die Ziffer von einer Billion Mark er- reicht habe. Im weiteren führte der Präsident u. a. aus: Diese Entwicklung des Lankstatus macht es unbedingt notwendig, in der Kritik des angebotenen Kreditmoterials hinsichtlich des Vsrwen- dungszweckes noch erheblich strenger Zu werden als bisher und ge- eignete Maßnahmen zur Beschränkung der Kredite zu ergreifen. Die Darlehnstasscn beobachten das gleiche Verfahren. Es würde unser Geldwesen völlig ruinieren, wenn 5?andel und In- dustri«, Länder und Gemeinden, Hypothekenbanken und Genostcn- schaften ihre Verwaltung und Wirtschaft in großem Umfange mit dem Kredit der Reichsbank und der Darlehnskasten, d. h. durch Be- schaffunz von fiktivem Gelbe zu betreiben suchen. Der gesamte gegenwärtig« W e ch s e l b e st a n d der Reichsbank von 352 Milli- orden Mark erreicht zwar an der inneren Kaufkraft der Mark g«. messen kaum die Hälfte ihres Wechselbestandes vor dem Krieg«, be- trägt aber fast die Hälfte des gesamten Wechselumlaufs gegen kaum ein Achtel desselben vor dem Krieg«, und der Andrang des Wechsel- Materials ist in weiterer stürmischer Aufwärtqdewegung begriffen. Auch das Schatzanweisungskonto der Reichsbank und der Darlehnsbestand der Darlehnskasten kommen ebenfalls zu einem erheblichen Teil der privaten Wirtschaft zugute und bedeuten auch eine Unterstützung der privaten Wirtschaft durch die Rxichsbank. Und das soll allerdings zugestanden sein: Um den Gedanken des Arbitragegefchäfts zum erstenmal in die Well zu setzen, dazu war ein gowistes Genie erforderlich: das Geschäft zu eigenen Nutzen und zum Schaden der Allgemeinheit mit Erfolg auszuüben, vermag aber heutzutage auch der größte Dummkopf. Das Steglitzer Schloßpark-Theater gibt jetzt ein Stück:„N a ch Bagdad", dessen Versasscr sich aus dem Zettel L o r e n z o Azcrtes nennt, ober vermutlich ein deutscher Landsmann von jugendlichem, zu dramatischen Verfehlungen besonders geneigtem Lebensalter ist Das Milieu— Ingenieure, die auf vorgeschobenem Posten am Bau der Bagdadbahn beschäftigt sind— mag dem Autor aus eigener Anichauung bekannt fein. Doch der Verjuch, dasselbe in draniatischer Bewegung aufzurollen, bleibt in naiven Unbehoifen- hellen stecken. Das reichlich drei Akte füllend« Gerede ist nur ge- eignet, im Hörer ein Bedauern zu erwecken, daß die romantischen Begebenheiten nicht in der Form von stummen Kinobildern am Auge vorüberziehen Ein paar Textworte auf dem Vorhang hätten genügt, und die Geschichte der hochherzigen Wüstentochter Maimauna scheint wie gcschasscn, weiter. ausgesponnen die Sen- sntionen eines Films zu liefern. Der Derzicht auf solche äußere Buntheit, den die Dramatisierung verlangt, ließ die inner« Leere nur um so empfindlicher hervortreten- Einzelne charakteristische. Wendungen, die die durch Tropenglut, durch Abgefchnittensein von aller Welt, durch sexuelles Ausgehungertscin und Alkohol erzeugten Zustände und Stimmungen beleuchten, konnten über dte Gewaltsam- leiten in der Konzeption des Ganzen nicht hinweghelfen. Auch der Ausbruch des Krieges— die Handlung soll im Herbst 181.4 vor sich gehen— wird herangezogen. Maimouna fällt durch eine Kugel, und ihr Geliebter, der junge, human gesinnte Engländer, wird Kriegsgefangener seiner früheren deutschen Freunde. In der Auf- führung, die bei dem Text de» Stückes den Darstell-rn nirgends dankbare Aufgaben bot, interessiert am meisten Paul Hencksls, der ciiKn der jungen Ingenieure mit sehr lebendiger Individuali- sierung spielte.«lt. Alax Grube, der zwanzig Jahre lang als Oberregisseur und Darsteller im Schaufpielhaus am Gendarmenmarkt wirkte und der, nachdem er sich Wilhelms„allerhöchst« Ungnade" wegen einer Lapalie zugezogen hatte, als Privatmann lebt, kann jetzt auf eine fünfzigjährige Bühncntätigkcit zurückblicken. Aus diesem 2lnlaß gab er gestern im staatlichen Schauspielhaus ein Gastspiel, in dem er die weisen Worte sprach, die L e s s i n g seinem Nathan in den Mund legt. Worte und Spiel des Jubilars riefen sich immer wiederholenden Beifallssturm hervor. Lessings Werk aber hat nichts von seiner„Aktualität" verloren. Die abgeklärte Weisheit, die in jedem menschlichen Wesen vor allem den Menschen sucht, und die alles Dogmalijche, alles Nationalistische ablehnt, ja selbst die Bande des Blutes hinter denen des Geistes und Herzens zurücktreten läßt, hat leider nur immer in wenigen erleuchteten Köpfen Wurzel fassen können und man möchte wünschen, daß alle, die bei diesen Szenen begeistert Beifall klatschten, nicht nur von der Darstellung, sondern auch vom Inhalt des Gesprochenen ergriffen waren. Otto Lau- binger spielte den Sultan etwas sehr jugendlich, Mathilde Die Reichsbank hat in einem einzigen ViertelZahr mehr als eine Billion Mark Kredite gewährt. Dies beweist, daß die Reichsbank unter voller Ausnutzung ihrer Altions. kraft weitherzig den Bedürfnissen der deutschen Wirtschast gerecht zu werden sucht, soweit sich das mit den Aufgaben und den Grenzen der Poliii? einer zenrrolen Notenbank überhaupt verträgt. Die bis- herigen Diskonterhöhungen hatten den Zweck, Warnungssiznale zu sein, in allen Kreisen des In- und Auslandes zu zeigen, in welcher Notlage dt« deutsche Volkswirtschaft sich zurzeit befindet und welcher Berarmungsprozeß am deutschen Geld- und Kapitalmarkt vor sich gegangen ist. In der gegenwärtigen Situation Deutschlands ist die größtmögliche Beschränkung und Sparsamkeit auch auf dem Gebiet der Kreditinanspruchnahme unbedingt not- wendig. Der Präsident schloß mit der Bitte an die Vertreter der Danken und an die anderen im Zentralausschutz vertretenen großen Wirtschaftsgruppen, sich der Gefahren unserer kreditwirtschaftlichen Loge bewußt zu sein und auch ihrerseits die notwendigen Matz- nahmen zu treffen, wenn verhindert werden soll, daß der deutsche Kreditapparat eines Tages versagt. Der Kampf um üie Dienstüauer. Di« Dienstdauervorschriften des Reichsverkehrs- Ministers haben sowohl bei dem Personal wie bei den Eisenbahn- direktionen vielfach eine Auslegung gefunden, die vom Minister nicht beabsichtigt war. Infolgedessen hat sich bei dem Personal eine starke Erregung bemerkbar gemacht, die zu einer scharfen Opposi- tion gegen die Dienstdauervorschristen führte. Am Donnerstag trugen die beteiligten Gewerkschaften im Reichsverkehrsmimsterium ihre Wünsche auf Zurückziehung der Dienstdauervorschristen oder die Herausgabe genauerer Richtlinien vor. Die Besprechungen werden heute mittag fortgesetzt und man hofft zu einem vorläufigen Ergebnis zu kommen. Nach Neujahr dürfte in neuen Verhandlungen versucht werden, diese Streitfrage endgültig zu regeln. Die Gehälter üer Staatsbeöienfteten. Im Reichsfinanzmimstcrium beginnen am 8. Januar neue Ver» Handlungen mit den Spitzenorganisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches, der Länder und der Gemeinden über die Erhöhung der Gehälter und Löhne. Es handelt sich dabei nicht um eine nachträgliche Erhöhung der Dezemberbezügc, sondern um die Festsetzung der Gehälter und Löhne für den Monat Januar._ Der Sowjetkongreß. Moskau, 28. Dezember.(OE.) K a m« n e w führte weiter aus, die Moskauer Abrüstungskonferenz habe gezeigt, daß die Völker Europas gegenwärtig nicht zu Abrüstungen geneigt seien. Sowjet- rußland allein habe eine bedeutende Demobilisierung durchgeführt: doch sei die Rote Armee stark genug, um Sowjetrußlands Interessen zu schützen. Die winschastlichen Beziehungen Sowjct- ruhlands mit den Weststaaten s-ien� in reger Entwicklung begrijscn. Die Sowjetregierung werde das Außenhandelsmonopol nicht pieis- geben ungeachtet des Drucks, den das Auslandskapital in dusem Sinne ausübe. Die Sowjetregierung werde in Anbetracht ihrer gebesserten Lage bei der Genehmigung der zafsireich vorliegenden Konzessionsanträge wählerisch sein und nur solche Anträge be- willigen, die für Sowjctrußland vorteilhast seien. In dieser Hinsicht sei der Otto-Wolff-Vertrag besonders zu billigen. Auch der aus politischen Erwägungen abgelehnte Urquhart-Bertrog und andere Verträge könnten einer neuen Prüfung unterzogen werden, da der politische Horizont sich gegenwärtig aufkläre. In der zweiten Sitzung des Kongresses hob der Aorsitzende des f Obersten Volkswirtschaftsratcs Bozdanow hervor, daß in eini- gen Industriezweigen eine deutliche und schnell« Besserung festzustellen sei: hierzu gehören die Gummi-, die Tabak- und die Textil- industrie. Die Schwerindustrie indessen mache eine Krise durch, da sie sür Aufträge des Staates arbeite, dessen Finanzen sich in einem unbefriedigenden Zustande befänden. Jedoch im Zusammen» hang mit den Krediten, die sür Marine und Verkehr gewährt worden sind, seien große staatlich« Aufträge erteilt worden, die auch bei der Schwerindustrie eine Hebung erwarten liehen. Im ganzen sei die Wirtschostslage wesentlich gebessert. Di« Hauptsorge müsse zu- nächst die Schaffung einer stabileren Geldeinheit sein. Larin empfahl, einen engen Kontakt zwischen den in Rußlnnd bestehenden 130 Trusts und den anderen Formen der industriellen Produktion herzustellen. Suff in war eine klug«, überlegene Sittah, Grete Land heim als Nathans angenommene Tochter und Paula Conrad als ihre Gesellschafterin fügten sich vollkommen in den Rahmen des Stückes. Leo Reuß als Tempelherr, Heinrich Witt« als Derwisch, Ernst Legal als Klosterbruder und Albert P a t r y als Patriarch mögen ebenfalls anerkennend erwähnt werden. m. Vorbildliche Sullurpslege. Aus Kassel wird uns geschrieben: Nirgends gibt es mehr etwas für 60 Pfennige außer in der Stodt Kassel, die vor zwei Jahren im prunkvollen Stadtschloß der hessischen Landgrafen und Kurfürsten am Friedrichsplatz eine großzügige städtische Galerie eröffnet«, damit sie mit ihren neueren Meistern ein Gegenstück darstelle zu den alten in der berühmten Kasseler Gemäldegalerie. Um nun den weitesten Kreisen der Be- völkerung Gelegenheit zu geben, die künstlerischen Schätze dieses Schloßmuseums zu besichtigen, wurde der Eintritt s pr eis auf 5 0 Pf. festgesetzt, während ringsum die staatlichen Museen und Schlösser, an denen Kastel reich ist, 20 Mark und mehr erheben. Die Kasseler Stadtverwaltung hat mit diesem Beschluß eine..ulturtoi geleistet, die man sich an anderen Orten zum Vorbild nehmen sollte. Valulakuriofltälen. Der Reisebericht eines Engländers, der kürzlich von Krakau nach Bafel fuhr, liefert einen neuen Beitrag zu dem Kapitel der durch die internationale Währungsanarchi« her- beigeführtmi Balutakuriositäten. Der Reifende legte die Fahrt von Krakau nach Bolel in einem Abteil erster Klasse zurück, er steut« sscb im Speisewagen der vorzüglichsten Verpflegung und ließ sich bei der Ankmrtt in Basel«ine Tasse Tee geben. Für die kleine Tasse ha«« er mehr zu bezahlen, als er während der ganzen Fahrt von zerakon nach Basel ausgegeben hatte. Indische Vecbrecherstämme. Von den merkwürdigen Sitten her Derbrecherstämme in' Indien berichtete der Sozioioge Booth Tuet er in einem Vortrag, den er in London hielt. Diese Stämme haben ihren Mitgliedern bestimmte Verbrechen zur Pflicht gemacht, und das Begehen solcher Untaten eilt sür jeden Stammcsange hörigen als ein moralisches Verdienst. Einige dieser Stämme haben ihre Spezialität im Mord, andere im Straßenraub. Wieder andere haben sich die Ermordung und Beraubung von Geldverleihcrn zur Ausgabe ge- macht. Die Ausübung dieser Untaten ist von den einzelnen Stämmen zu höchster Vollendung ausgebildet worden, und mit ihnen jind wunderliche Bräuche verknüpft. Di« englischen Behörden chhren einen erbitterten Kampf gegen diese Vcrbrecherstämme und suchen vor allem die mcrbwürdigen Anschauungen von Sittlichkeit und Pflicht durch solche zu ersetzen, die den in der zivilisierten Welt üblichen Begriffen weniger zuwiderlaufen. Vielleicht interessiert es Herrn Booth Tucker zu erfahren, daß wir uns in Deutschland bereits ähnlieren Zuständen nähern. Gewisse deuifch-vötkistbe Kreise betrachten schon heute den Meuchelmord als ein sittliches Verdien». Leider dürfen wir aber nicht konstatieren, daß von den deutschen Behörden dcr Kamps gegen dies« Berbrecher- banden allenthalben mit der nötigen Energie geführt wird. Neue Verteuerung 5>eS BucheS. Die Vorstände de? DörlenvereinZ der Deutschen Buchhändler und de» Deutschen Verlegeroeretn» Emden sotort nach Weihnachten die Schllssilzc-HI um 60 Proz., also von 400 aus 900 erhöhl. Die Gewerkschaften beim Reichskanzler. Zu der gestrigen Aussprache zwischen dem Reichskanzler und den Gewerkschaften erfährt die BS.- Korrespondenz noch folgende Einzelheiten: Das Teehaus im Park. Berlin ist eine graue, häßliche und größliche Stadt, fagen manche. Bielleicht haben sie mit dieser harten und herben Kritik nicht so ganz Unrecht. Aber trogdem bleibt als wahr bestehen, daß es in diefer großen und grauen Stadt so manches Bunderbare gibt, das den allermeisten unbekannt ist und zu dem einen nur der Zufall den Weg finden läßt. gebots an den Berliner Magiftrat gefommen find. Nach unsere Kenntnis hat diese Gruppe der Berliner Spediteure Verbindungen mit tapitalkräftigen Kreisen sowohl des Auslandes wie auch de Inlandes aufgenommen. Es ist anzunehmen, daß der Berliner Magistrat, falls ihm ein solches Angebot gemacht wird, auch diefee einer genauen Prüfung unterziehen und eventuell versuchen min beide Gruppen an den Berhandlungstisch zu bringen. Im Berlauf seiner Ausführungen streifte Reichstanzler Cuno auch das Reparationsproblem. Er erflärte allerdings, daß er nähere Mitteilungen noch nicht machen könne, da zur Stunde die Ressortminister im Verein mit den Sachverständigen Margarine, das teuerste Nahrungsmitte!. Das ist zum Beispiel das Teehaus in der nordöstlichen Ede des noch an der Arbeit seien, die letzten Formulierungen vorzunehmen. Die Leuerung ist mit ihrer Wirkung auf die einzelnen Da er jedoch den Parteiführern im Reichstage noch keine Mitteilung Charlottenburger Schloßparts. Das ist nun aber auch sehr verschieden. Am teuersten ist unter den Lebensmitteln die M. über die deutschen Vorschläge gemacht habe, tönne er auch den Ge- wirklich etwas ganz Besonderes, Feines und Vornehmes, eine wahre garine. Das Statistische Reichsamt berechnet für November dafu werffchaften feine Einzelheiten befanntgeben. Leipart vom All- Delikatesse in unserer verelendeten Zeit. Ein fleines zierliches Ge- bas 1241fache bes Friedenspreises. An zweiter Stelle gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund gab feiner Enttäuschung bäude mit einem Stockwert, holb Tempel, halb Gartenhaus, ein steht Butter mit 1040. Es folgt das freie Roggenbrot mit 952 Barüber Ausdrud, daß der Kanzler über die Reparationsfragen reizender Rundbau mit Rotofobalfons in der ersten Etage, von Schweinefleisch 808, zugeteilte Belmilch 604, Zuder 531, des am!. feine Mittelungen zu machen imftande sei. Der Kanzler möge daran denen man jetzt über die fahlen und schwarzen Bäume des Parts liche Roggenbrot 193, Rindfleisch 385, Kartoffeln 180. denken, daß unter den Massen im Lande eine ungeheure Erbitterung und Verbifferung herrsche, und es sei perhängnisvoll, wenn die Re: eine reizvolle Fernsicht hat nach der Jungfernheide und dem Tegeler gierung sich über diese Stimmung im Lande etwa täuschen sollte. Wald. Boll aller Rostbarkeiten aber ist das Innere dieses TeeDie Berelendung der Arbeitnehmer schreite von Tag zu Tag hauses. Wundervolle alte Möbel, alte Bilder und Gemälde, und der mit Riesenschritten vorwärts, und die Deffentlichkeit verlange Fußboden in den kleinen intimen Zimmern aus foftbaren egotischen zu missen, welcher Art die Vorschläge feien und wer die Hauptfosten Hölzern. zu tragen habe. Der Führer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Baltrujah, bat den Reichstanzler, sich wenigftens darüber zu ver breiten, welche inner politischen Wirkungen die Pariser Ve fprechungen wohl haben würden. Der Reichsfanzler beantwortete diese Frage dahin, daß man auch hierüber erst dann eine abschließende Antwort geben könne, wenn die Pariser Besprechungen beendet seien. Von dem Berlauf der Konferenz werde die deutsche Innenpofitit zum größten Teil abhängen. Erkelenz( Hirsch- Dunder) beflagte fich barüber, daß die Regierung bei Anhörung der Sachverständigen die Gewerkschaffen nicht mit herangezogen habe, obwohl auch in außenpolitischen Fragen gerade die großen Gemertschaften wiederholt die Stüge der Regierung gewesen seien. Die Formulierung der deutschen Vorschläge für Baris müffe die Regierung allerdings selbst verantworten. Der Reichstanzler erklärte hierzu, daß bisher aus Beitmangel die Gewerkschaften noch nicht herangezogen worden seien. Im Gegensatz zu der Londoner Konferenz, bei der man auf deutscher Seite nur Sachverständige aus Banffreisen gehört habe, sei die Regierung bestrebt, diesmal Vertreter aller Stände und Klassen heranzuziehen, da von allen Schichten des deutschen Volkes ohne irgend eine Ausnahme Opfer verlangt wurden. Der Reichswirtschaftsminister würde vor der endgültigen Formu lierung auch die Gewerkschaften noch hören Aufhäuser( Af.) betonte, daß die Gewerkschaften bewußt die Verantwortung für die deutschen Vorschläge mit übernehmen wollen. Die Heranziehung der Gewerkschaften wäre um so notwendiger gewesen, als die Entente diesmal die privatrechtliche Garantiefrage in den Vordergrund gestellt habe. Die Regierung müsse die Frage beant worten, ob Industrie und Landwirtschaft bereit seien, derartige privatrechtliche Garantien zu übernehmen. Der Reichskanzler erklärte hierzu, daß er auf die Mitwirkung der Wirtschaft und Landwirtschaft bestimmt rechne. Er fönne fich in diesem Augenblid über derartige Fragen jedoch nicht tonkreter aussprechen. Dann wurden die fünf Fragen der Gewerkschaffen Dom Rangler und den Ressortministern eingehend beantwortet. Zur Frage, ob die Regierung Vorsorge getroffen habe, daß für die fommende Brotpreiserhöhung ein Ausgleich in den Löhnen und Gehältern auch der Privatindustrie geschaffen werde, gab Ernährungsminister Dr. Luther eine längere Erklärung ab. Die Regierung werde alles tun, um die Einkommen der Arbeitnehmer aud in der Privatindustrie der Brotpreiserhöhung anzugleichen. Bei der Brotpreiserhöhung fei erstens der Getreidepreis zu beachten, der zu 50 roz. durch den Auslandsgetreidepreis beeinflußt merde, zweitens der Preis der Reichsgetreideftelle und drittens der Preis hes von den Kommunen abgegebenen Mehls. Der endgültige neue Getreidepreis fonnte deshalb noch nicht festgestellt werden, da die Frachtensäze noch nicht festliegen. Es sei angesichts der Getreide. preiserhöhungen ein Glück, daß der Kartoffelpreis verhältnis. mäßig niedrig sei. Dieser annehmbare Breis fei einmal der geradezu glänzenden Kartoffelernte und der freien Wirtschaft zu verdanken.(??) Glücklicherweise brauche man in diesem Jahre teine Kartoffeln einzuführen und deshalb sei der Preis für Sadfrüchte von den fremden Baluten unabhängig. Beim Getreide lägen die Verhältnisse umgekehrt, da hier die Einfuhr und die Befchaffung der Düngemittel cine große Rolle spielten. Im Interesse der Berbraucher liege es vor allen Dingen, daß möglichst viel Getreide produziert werde. Der Landwirt müsse in der Lage sein, an zubauen, er müsse Mittel haben, um Dünger faufen zu können. Die oft erhobene Forderung eines Anbauzwanges fei vollkommen undurchführbar. Die weiteren Forderungen der Gemertschaften, nämlich ob die Regierung bereit sei, die Das ist das Teehaus, unmittelbar neben dem Charlottenburger Schloß. Wenn die verflossenen hohen und höchsten" Herrschaften den Tee nehmen wollten, dann begaben sie sich in dieses Teehaus. Der Weg dahin ist zwar vom Schloß nur ein paar Minuten entfernt, aber trotzdem fuhren die Herrschaften im Wagen vom Schloß nach dem Teehaus, weil man natürlich immer müde und angestrengt war, da ja bekanntlich das Regieren eine überaus anstrengende Angelegenheit war. Heute steht die Herrlichkeit unbenutzt, und man weiß wirklich nicht, warum nicht ein paar obdachlosen Familien hier Wohnung eingeräumt wird. Sie werden sicher nicht, wie die Majestäten einst, einen Wagen verlangen, wenn sie das Haus verlassen müffen, um Einkäufe in den nächsten Geschäften zu machen. Neuerungen auf dem Friedrichstraßenbahnhof. Ein neuer Stadtbahnfteig. Der Spielnachmittag. Für den am 29. März 1920 in den preußischen Bolfssche eingeführten Spiel nachmittag" ift jegt erneut Vorsorge ge troffen worden. Er ist seinerzeit als eine durch die Zeitverhältnis gebotene besondere Gesundheitsmaßnahme für die Jugend eingerichtet worden. Diese Aufgabe, jo betont ein neuer Erlaß an die Provinzialschulkollegien, fann der Spielnachmittag nur erfüllen, wenn die Schüler und Schülerinnen sich an einem solchen Nachmittag der freien Betätigung in gefunden Leibesübungen usw. hingeben können", unbelastet von Schulunterricht und häuslichen Aufgaben für den nächsten Tag, die unter Umständen durch Arbeit bis in die Nechtstunden hinein nachgeholt werden müßten. Er wird deshalb als schul- und aufgabenfreier Halbtag" bezeichnet. Rann der Spielnaamittag bei ungünstiger Witterung nicht stattfinden, so empfiehlt es sich, ihn zu verschieben, was in den meisten Fällen feine Schwierigkeiten bieten dürfte, da er von vielen Schulen ohnehin nicht auf einen bestimmten Tag festgelegt ist. Wenn bei dauernd ungünstiger Wetterlage feine Verschiebung in Frage foment, sondern Aus fall erfolgen muß, so läßt sich im Ausnahmefall ein Ersaz henfen in Form eines häuslichen Spielnachmittags für die jüngeren, eines Turnnachmittags in der Turnhalle oder auch eines Erholungsnadymittags für die älteren Schüler mit entsprechender Entlastung von häuslichen Arbeiten. Tas polizeiliche Dienstgeheimnis. denten einzuholen. Mitte Januar soll, fast gleichzeitig mit der Eröffnung der Nordfüdbahnstrecke Wedding- Hallesches Tor, ein Teil des umge Der Polizeipräsident von Berlin hat die Verfügung vom bauten Bahnhofs Friedrichstraße in Betrieb ge, 13. September 1912 über die vorherige Einholung seiner Erlaubnis nommen werden. Als erster Abschnitt des großen Umbaus ist zur Veröffentlichung aller Artikel über dienstliche Angelegenheiten jetzt ein dritter neuer Bahnsteig fertiggestellt, der ausschließlich dem Stadtbahnverkehr dienen soll. Die beiden alten Bahnsteige in der Presse durch die ihm unterstellten Beamten aufgehoben. Das durch die Reichsverfassung gewährleistete Recht der freien werden dann dem Fern- und Vorortverkehr zur Verfügung stehen; von den Fernbahnhöfen der Stadtbahn verfügten bisher nur die Meinungsäußerung beseitigt jedoch die Pflicht der Amtsverbeiden Endstationen Charlottenburg und Schlesischer Bahnhof über schwiegenheit für die Beamten nicht. Berboten ist, folche mehrere Fernbahnsteige, auf denen zugleich mehrere Fern- oder Bor- Tatsachen befanntzugeben, die den Beamten im Dienst bekannt ortzüge abgefertigt werden konnten. Noch einige andere Neuerungen geworden sind und entweder ein Staats- oder Privatinteresse gefind, weit über die lokale Bedeutung hinaus, von Wichtigkeit und In- fährden können oder deren Geheimhaltung vom Bolizeipräsidenten tereffe; so wird der 3uganzeiger, der bisher ausschließlich mit besonders vorgeschrieben ist. Vor der Veröffentlichung von Artikeln der Hand bedient wurde, zum ersten Male im Stadtbahnverkehr in der Presse über solche an sich geheim zu haltende Tatsachen haben elektrisch eingestellt; der Stationsnome cridheint nicht wie bie Beamten vorher die Genehmigung des Polizeipräsi bisher in schwarzer lateinischer Schrift auf weißem Grunde, fondern in möglichst auffälligem Farbengegensaß in blauen deutschen Die Leiche der ermordeten Frau Radow wurde gestern im CharBuchstaben auf odergelbem Grunde. Sämtliche Schalter werden mit dreh oder schiebbaren Fahrkartenschränken ausgerüstet, so daß, wenn lottenburger Schauhaufe von Medizinalrat Dr. Störmer und einem ein Beamter feinen Dienst beendet hat, sofort der nächste feinen Fahr- zweiten Gerichtsarzte untersucht. Auf Ersuchen des Untersuchungsfartenschrank ans Fenster rüden und ohne Pause den Verkauf fort- richters wurde dazu auch der verhaftete Ehemann Rdow vorge fezen kann. Der neue Stadtbahnsteig ist von allen Seiten des führt und der Leiche gegenübergestellt. Er stellte die Tote als seine Bahnhofs zugänglich; von der Friedrichstraße führen von Frau feft, ohne auch nur eine Spur von Reue zu zeigen. Die Dbbeiden Bürgersteigen Treppen hinauf; sämtliche Aus- und Eingänge buftion ergab, daß Frau Radow durch Erdrosselung ge Sie hat auch außer mehreren Schnitt- und find, um verkehrshemmende Gegenftrömungen zu vermeiden, getötet worden ist. trennt, so daß jede Treppe nur entweder dem Zu- oder dem Abgang Stichwunden am Hinterkopfe einen Schuß unterhalb des rechten dient. Die Innenräume des Bahnhofsausbaues find, den knappen Auges in den Kopf erhalten. Diefer war aber ebensowenig täblich mitteln der Gegenwart entsprechend, einfach gehalten; die Wände wie die Schnitt- und Stichwunden. find mit dunkelbraunen Rocheln belegt; der helle Buz des oberen Weihnachtsfeiern in Treptow. In der Weihnachtswoche fanden Leils leitet zur weißen Studdede über. Die Badsteiniront des in den 4 Kindergärten, 3 Kinderhorten, 2 Kinderleicstuben und im Außenbaus erhält einen entsprechenden Terrafottenfchmud, tinderheim des Bezirks Treptow Weihnachtsfeiern mit Bescherung der das ganze Bild belebt und gleichzeitig die Architektur gliedert. statt. Neben Aepfeln. Nüffen und Eüßigkeiten erhielten die Kinder Toilettefeife, teilweise auch Spielsachen, fowie Bäiche und Kleidungsftüde. Die bedürftigsten Kinder des Bezirks wurden mit wäiche, Stiefeln und Kleidungsstücken Besonders bedacht. Die Mittel für diese Weihnachtsbefcherung wurden durch freiwillige Spenden aufgebracht, die in der Gesamthöhe eine Million Mark betragen. Zunächst wird der Bahnsteig ein Holzbach erhalten; später mer den grei ciferne Hallen errichtet, die größere über die beiden Fern bahnsteige, eine fleinere über dem neugebauten Stadtbahnsteig, jedoch wird dieser Bau tam vor Ende 1923 fertig sein. Ein Hamburger Dampfer verschollen. Der am 2. Dezember von Norfolf abgegangene Hamburger Dampfer Heinrich Ranier mit 44 Mann Belagung ist bis heute nicht eingetroffen. Das start überfällige Schiff ift vermutlich verloren. Die der gleichen Reederei gehörige Jeannette Kayser, die am 8. Dezember von Norfolt abging, ist gestern mit leder Vorpie! im Hamburger Hafen eingetroffen. Wetter für morgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. st. Die Abrechnung findet nicht am Sonnabend, sondern heute Freitag abend 6 Uhr mit dem Rassierer ftatt. Abt., Charlottenburg. Die Einäicherung des am 25. Dezember verstorbenen Am Pranger der Königlich- Kaiserlichen". Als wir vor einiger Zeit wieder einmal die ostverwal tung darauf hinweisen mußten, daß immer noch manche Be amte in Schriftstücken sie faiserlich" schimpfen, erhielten wir vom Reichspostministerium eine sonderbare Erwiderung. Zu den vielen, schon früher im„ Vorwärts" veröffentlichten Fällen, in denen von Bostämtern noch Verschlußmarken mit dem unkorrigierten Aufdrud Kaiserliches Bostami" verwendet worden waren, hatten wir einen neuen Fall gemeldet. Das Ministerium belehrte uns, daß auf dem betreffenden Pastamt gerade noch eine" unforrigierte BerBerlin und Umgegend. Zunächst etwas wärmer, überwiegend frübe, Ungerechtigkeiten des Reichseinkommensteuergesetzes schlußmarte fich verfrümelt hatte, die dem unglüdlichen Beamten in insbesondere für die Lohnsteuerpflichtigen bei ihren in Arbeit be. die Hände geriet. Es ist doch merkwürdig, wie oft bei der Boft von mit wiederholten Niederschlägen und ziemlich starken füdwestlichen his westden unkorrigierten Berschlußmarten gerade immer noch lichen Binden. Nachher zeitweilige Aufheiterung und neue Abfühlung. findlichen Ergänzungsentwürfen zum Einkommensteuergefeß aus eine" vorhanden ist. eine" vorhanden ist. Auch nach Eingang jener Zuschrift des zugleichen und was die Regierung zur Bekämpfung des Buchers Ministeriums wurden uns noch Geldpäckchenumschläge vorgelegt, auf fun wolle, begründete Baltrufch. Die Gewerkschaften seien bereit, deren Verschlußinarte die unforrigierte Kaiserliche" Bost( gestempelt innerpolitisch nach Kräften mitzuwirken. Eine Steigerung der Bro von dem Bostamt Berlin S. 42 und von der Bostagentur Mahls. buftion werde jedoch nur Erfolg haben, wenn über die Frage des on dem Postamt Berlin S. 42 und von der Bostagentur Mahls. Arbeitszeitgefeges auf der mittleren Linie eine Eini dorf) den Empfänger angrinste. Ebenso unforrigiert bleibt die 33. aung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erzielt werde. Die Kaiserliche" Post manchmal noch auf den vorgedruckten Bestell- 54. farten, mit denen die Bostämter nichtgelieferte Zeitungen nachlangjährigen Genossen Albert Runze findet am Sonnabend, 30. Dezember, Regierung folle in diesem Punkte ihren ganzen Einfluß aufbieten fordern. Kann jemand uns einen Bostbeamten nennen, der schon nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Die Abteilungsund auf die Führer der Wirtschaft einwirken, daß diese mittlere Linie leitung erwartet zahlreiche Beteiligung. baldigit gefunden werde. Zu dieser Frage ging Reichsfangler uns wegen solcher Borkommniffe non feiner Dienstbehörde bestraft worden ist? Bom Gericht bestraft würde wahrscheinlich der Repu Jungfozialisten, Jahreswendfeier auf die Möglichkeit einer Goldanleihe ein. Um dieses Problem durchführen zu können, müsse sich die Regierung Rüden blikaner, ber diesen Leuten in allzu fräftigem Deutsch seine Meinung am Sonnabend, 50. Dezember, in Woltersborf bei eudenmalbe. Treffpunkt bedung bei allen Wirtschaftstreifen sichern. Sie fei fagte. Daß auch bei der Eisenbahnverwaltung manche Sonnabend nachmittag 4 Uhr Haupteingang Anhalter Bahnhof Für Nachzügler nur möglich, menn feiner in dieser Frage beiseite stehe. Was den Beamten die Berwaltung und sich selber noch für„ töniglich" Abfahrt 6.15 und 8.57 bis Woltersdorf Mufitinstrumente mitbringen. Lurusverbrauch angehe, fo feien alle Refforts bemüht, den halten, ist im Vorwärts" an einer Reihe von Beispielen gezeigt worden. Man soll nicht galuben, daß es nicht noch mehr Beispiele Berbrauch an Luguswaren auf das äußerste einzufchränken Reichsernährungsminister Luther bemerfte, baß in seinem Be gibt. Auf dem Bahnhof Briezen fann der Reifende im Bahnhofs. reich Luruseinfuhren faum noch stattfänden. Im Januar werde eine gebäude ein Türschild fehen, das noch von einem föniglichen" fehr hohe Lurussteuer für ausländische Weine ein Bahnhofsvorsteher redet. Die Monarchie ist durch die Republik ergeführt, um auch hier den Verbrauch noch weiter einzuschränken. Jetzt worden, die preußische Staatsbahn ist in der deutschen Reichs Die von gewiffer Seite angeregte Forderung, in Gaststätten nur bahn aufgegangen aber der Bahnhofsvorsteher in Briezen bleibt einen Fleilgang zur Ausgabe gelangen zu lassen, sei in der föniglich, wenigftens auf dem Türschild. Wir fennen noch andere Bragis undurchführbar. Man müsse fich auch gewiffen wirtschaft Behörden, deren Königlichkeit" oder" Kaiserlichkeit" anscheinend lichen Rotwendigteiten beugen. Es ist jekt ein Schantstätten nicht fleinzufriegen ist. Bor einigen Wochen wurde uns ein Brief- 1 Holländischer Gulden gefeß in Borbereitung, das die Bedürfnisfrage der Restaurants umschlag vorgelegt, der den unforrigierten Stempel Raiser 1 argentinische Papier- Beso und Cafés prüfe und das auch eine nachträgliche Revision der Not- liches Statistisches Amt" zeigte. Röniglich" nennt fich 1 belgischer Frant mendigkeit berartiger Etablissements für die zurückliegenden Jahre das Konsistorium der Provinz Brandenburg auf einem Brief, 1 norwegische Krone regele. Bei reinen Schlemmergaststätten merde man die der bei einem hiesigen Wohnungsamt einging. Königliche 1 dänische Strone. erteilte Konzession nachträglich zurückziehen. Zur Bekämpfung des Blindenanstalt" liest man auf einem Stempel, der von der 1 schwedische Krone Buchers sei im Reichswirtschaftsministerium ein neuer Erlaß in staatlichen Blindenanstalt zu Steglit noch benutzt wird. Wann 1 finnische Mart. Borbereitung. wird dem Unfug, der wie ein Sohn auf die Republit wirft, 1 japanischer Den Zur Frage der Wohnungsnot teilte Staatsfefretär Samm ein Ende gemacht? Auch wo es fich nicht um Böswilligkeit, sondern 1 italienische Lire mit, daß die Regierung eine Wohnungsbauabgabe in Höhe nur um Nachlässigkeit handelt, muß gegen die Schuldigen mit un- 1 Bfund Sterling 1 Dollar. von 1500 Bro3. der Friedens miete vorfehe. Die Regie nachfichtlicher Strenge eingeschritten werden. 1 französischer Frant rung wolle auch Mittel für Bauten bereitstellen, die 1922 begonnen, 1 brasilianischer Milreis aber nicht vollendet werden konnten. Bisher seien 8 Milliarden für Der Kampf um die Berliner Häfen. 1 Schweizer Frant. Wohnungsbau aufgewendet worden. Aus den Staatsforsten sollen 150 000 Feftmeter Bauholz für Bauten sichergestellt werden, und es Der Tag", der sich zum Sprachorgan der Interessentenfreise 1 spanische Beseta foll eine Rückprämie für jeben Festmeter gezahlt werden, der nach gemacht hat, die den in der Verkehrsdeputation beratenen Bertrags. 100 österr. Seronen( abgeft.) weislich zu Siedlungs- und Wohnungszmeden verbaut sei. entwurf mit der Schenker- Gruppe befämpfen, meil sie angeblich eine 1 tschechische Krone des Reichskanzler Cuno schloß hierauf die Aussprache mit der Er- Monopolisierung Hafenbetriebes befürchten, teilte por 1 ungarische Krone flärung, daß er auch fernerhin Anregungen der Gewerkschaften gerne furzem mit, daß die beteiligten Kreise der Berliner Spediteure 1 bulgarische Sewa entgegennehmen werde. in ihren Verhandlungen jetzt bis zur Ausarbeitung eines An- 11 jugoslawischer Dinar 21 Devisenkurse. .. 29. Dezember 28. Dezember Käufer Verkäufer Käufer Verkäufer ( Gelb-)( Brief)( Geld.)( Brief-) Aurs Kurs Sturs Kurs 2967.56 2982.44 2992.50 3007.50 2835 39 2849.61 2862.82 2877.80 500.74) 503.26 498.75 501.25 1406.47 1418.58 1421.43 1428.57 1526.17 1533.88 1551,11 1558.89 1995.2005.2029.91 2040.09 187.53 188.47 3640.87 3659.18 876.55 378.45 879.05 380.97 1933 34513.50 34686.50 36159.87 36340.68 7481.25 7518.75 546.13 548.87 1416.45 1423.55 1712.06 1717.94 7551.01 7588.93 543.67 546.33 895.25 899.75 1481.41 1488.59 1182.08 10.62 1187.97 238.40 239.60 8.00 8.08 50.81 51.18 78,30 78.70 10.68 Gewerkschaftsbewegung Plenarversammlung der Berliner Gewerkschaften. In der Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission am Donnerstagabend in Dörings Festfälen machte zunächst Gemertschaftssekretär Sprung die Mitteilung, daß die vom Ausschuß zurzeit empfohlene Zahlung eines Beitrages in Höhe von fünf Mart für männliche und vier Mart für meibliche Gewerkschaftsmitglieder bis auf einige Ausnahmen erfolgt ist. Die Plenarversammlung möge diese Beiträge nachträglich fanttionieren und ferner beschließen, daß sie in gleicher Höhe auch für das erste Quartal 1923 entrichtet werden sollen. Die Plenarversammlung beschloß demgemäß. Dem Referat folgte eine längere Aussprache. Bon einigen| Ablehnung der Dezemberlöhne entscheiden. Man denke: durch Rednern wurden verschiedene Bedenken gegen das Gesetz geltend Schuld der Arbeitgeber, an deren Starrsinn jede frühere gemacht, die jedoch von anderen Rednern nicht geteilt wurden. All- Festsetzung der Löhne scheiterte, bekommen die Musiker erst am gemein überwog die Auffassung, daß es Aufgabe der Gewerkschaften 30. Dezember zu erfahren, welche Löhne ihnen ab 1. Dezember sein müsse, das Beste aus dem Gefch herauszuholen. Zweierlei Maß im Reiche Gröners. Wir erhielten folgende Zuschrift: zustehen. Diese Tatsache bildet den Ausfluß eines rüdsichtsIosen Unternehmertums, tie es schlimmer gar nicht gedacht werden kann. Die Inrube unter den Musikern ist natürlich groß und die Lage fehr gespannt. Hoffentlich fommen " Wie verschieden bei der Pensionierung von Beamten die Unternehmer noch 5 Minuten vor 12" zur Vernunft, da verfahren wird, zeigt folgender Fall: Auf den Bahnhof Charlotten- andernfalls eventuell mit einer sehr unliebsamen„ Silvester- leberburg fristete lange Jahre ein Dienststellenvorsteher sein Dasein und raschung" gerechnet werden müßte. hatte bereits als„ noch besonders rüftig" das 72. Lebensjahr überSchritten. Aber auch jetzt noch scheint er ganz besonders rustig zu sein denn dieser Beamte, der außer seiner Ehefrau niemand zu Ueber das Arbeitsnachweisgesez referierte Stadtrat versorgen hat, ist im Gegensatz zu vielen anderen Beamten, die bei Brühl, der hauptsächlich die Streitfragen behandelte. Leider Vollendung des 65. Lebensjahres gehen mußten, vor wenigen Tagen habe das Gesetz im Reichstag eine Verschlechterung erfahren, selbst nach dem Anhalter Bahnhof versetzt worden, also in dem Referentenentwurf gegenüber. In einem lehrreichen Rückblick eine bedeutend verantwortungsvollere Stellung. Man sagt, nicht auf die Entwicklung der Arbeitsnachweise in Berlin hob Genosse etwa der besonderen Leistungen, sondern der höheren Pension Brühl hervor, daß hier der Zentralarbeitsnachweis bereits vor wegen, die der alte Herr in Charlottenburg nicht erreichen fonnte. 40 Jahren begründet worden ist. Dr. Freund habe sich bereits Welche Stelle hat diesen verdienten Herrn, der im allgemeinen als für den Gedanken lebhaft eingesetzt und in Verbindung mit den Ge- Leuteschinder bekannt ist, unter ihre Fittiche genommen? Die alte werkschaften an seiner Verwirklichung gearbeitet. Langer und Stelle hätte genügend Pension abgeworfen." schwerer Kämpfe habe es bedurft, bis endlich mit den Arbeitgebern eine tarifliche Regelung über die Inanspruchnahme der Arbeitsvermittelung erreicht werden konnte. Klagen aus Berliner Postämtern. 22 Die Uebernahme des„ Daily Herald". Unter den Beschlüssen, die der englische Gewerkschaftsfongreß in Southport faßte, war feiner von so unmittelbarer und weitgehender Bedeutung wie der, den„ Daily Herald" zum offiziellen Organ des Trade Union Congreß und der Labour Party zu machen. Die angeschlossenen. Organisationen werden pro Mitglied 2 Pence ( etwa 300 Papiermark gegenwärtig) jährlich für die Finanzierung des Daily Herald" zur Verfügung stellen, also eine Summe von 50 000 bis 60 000 Pfund im Jahr. Mit vier Millionen gegen nicht einmal eine Million Stimmen hat der Kongres beschlossen, den " Daily Herald" zu übernehmen, ein Zeichen, daß sich die englischen Arbeiter der tiefen Bedeutung bewußt geworden sind, welche die eigene Bresse für den Befreiungskampf der Arbeiter besitzt: die eigene Tageszeitung macht die Arbeiter unabhängig von der großen Bom Bostamt 5 wird über das Berhalten des Postdirektors bürgerlichen Bresse. Sie ist ein unentbehrliches Mittel. um die Wenn wir heute auch nicht mit allen Bestimmungen des neuen Lau geklagt, der den Beamten die nachbewilligten 20 Proz. Teue- solidarischen Interessen der Arbeiterklasse innerhalb der kapitali Gefeßes zufrieden sein fönnen, so laffe sich doch nicht verkennen, rungszuschläge vor dem Weihnachtsfest troh wiederholter Vorstischen Gesellschaft im politischen und wirtschaftlichen Tagesstreit Daß es immerhin einen Fortschritt bedeutet. Die Ausführungsbestellungen des örtlichen Beamtenzuschusses nicht auszahlte. Der Post zum flaren Ausdruck zu bringen und in den Reihen der Arbeiter stimmungen für Preußen sind erst am 28. November herausgefom- direktor motivierte diese Weigerung damit, daß nicht genügend die Einheit des Wollens auszubilden und zu festigen, die eine so men. Nach dem Gesez haben wir es mit öffentlichen Arbeitsnach- mittlere Beamte vorhanden seien, um die Lohnliften fertigzustellen. wesentliche Voraussetzung gemeinsamer, zielbewußter Aktionen ist. weisen, den Landesämtern für Arbeitsvermittlung und dem Reichs Man müßte schon erwarten, daß die Anweisungen des Reichspostamt für Arbeitsvermittlung zu tun. Die Landesämter bilden Kon- ministers von den nachgeordneten Stellen gehörig befolgt werden, Die Angestellten der Saroffi- Werte stehen seit dem 13. Dezember trollstellen und haben Aufsichtsbefugnisse. Das Reichsamt ist die anstatt durch ihre Mißachtung den Beamten die Festtagsfreude zu wegen Abschluß eines Tarifvertrages im Streif. Die Arbeit Beschwerdeinstanz. In Berlin sind dem Magistrat die Rechte vergällen, sie ohne die ihnen zustehenden Bezüge zu lassen und so geber drohen mit Aussperrung der gewerblichen Arbeitnehmer. der obersten Landesbehörden übertragen worden. Ausschuß der unnüßerweise große Mißstimmung hervorzurufen. Es hätten sich Eine solche Maßnahme würde zweifelsohne auch von nachteiligen Berliner Gewerkschaften und Magistrat sind dafür eingetreten, daß sicherlich bei einigem guten Willen die Lohnlisten rechtzeitig fertig Folgen für alle übrigen Angestellten der SchokoladenBerlin ein Landesamt für Arbeitsvermittlung erhalten stellen laffen, wie es an anderen Postämtern geschehen ist, wo die Industrie sein. Die Angestellten versammeln sich zur Entgegen. hat. Das werde sich nach vielen Seiten hin vorteilhaft auswirken. Nachzahlung im Sinne der ministeriellen Anweisung mehrere Tage nahme von Informationen am Dienstag, den 2. Januar, abends Man werde zu prüfen haben, ob es sich nicht empfehlen wird, vor Weihnachten erfolgt ist. 8 Uhr, im Bureau des Zentralverbandes der Angestellten, Bellefleinere Fachgruppen zu leistungsfähigen Abteilungen zu- Im Postamt C. 1. Spandauer Straße, wird über das Re- Alliance- Straße 7/10( roter Saal). Jeder Betrieb muß vertreten fammenzulegen. Weiter sei darauf zu achten, daß auch die giment des Postinspektors Sch. geflagt, der zugleich Stellenvorsteher sein! Berufsberatung Aufgabe der Arbeitsnachweise bleibt bzw. ist. Jeder untere Beamte, dessen Nase ihm nicht gefalle, fomme auf Die Gemeindearbeiter in Thüringen sind am letzten Sonnabend in den Kreis ihrer Aufgaben einbezogen wird. Weiter sei not die schwarze Lifte und fliege von einer Stelle zur anderen, so daß in den Streit getreten, weil die Tarifverhandlungen zwischen dem wendig, daß das Landesamt bei der Erwerbslosenfürsorge den Angestellten die Arbeitsluft dabei vergehe. Man schiebe die Gemeinde- und Staatsarbeiterverband und dem Tarifverband Thü Direktion und Initiative in der Hand behält. Ferner, daß die ge- Angestellten nach anderen Aemtern ab, wo sie nicht gebraucht wür: ringer Gemeinden und Kreise zu feiner Einigung führten. Gegen samten Aufgaben der Deputation für Handel und Gewerbe bis auf den und lange Fahrzeit haben, ohne Fahrgeldentschädigung zu be- den Schiedsspruch vom 11. Dezember hat der Verband das thüringische bie Gemerbeangelegenheiten an den Verwaltungsausschuß über kommen. Daß fortgesetzt auf die Republik und die Juden geschimpft Wirtschaftsministerium angerufen. Der Schiedsspruch hatte den gehen. Eine fleine Deputation zur Eriedigung der Gewerbeange- werde, gehöre zu den Lebensgewohnheiten der Oberen. Spizenlohn für die erste Dezemberhälfte auf 230 M. und für die legenheiten tönnte bestehen bleiben. Wie notwendig die endzweite Hälfte auf 280 M. festgesetzt. Die Lohnspanne zwischen gegültige Regelung des Nachweiswesens ist, dürfte daraus hervor lernten und ungelernten Arbeitern stieg auf 22 M. und die Spanne gehen, daß in Berlin noch eine ganze Reihe wilder gewerbsmäßiger Stellenvermittler cristieren. zwischen den Ortsklassen auf 18 M. Die Arbeiter lehnten den Schiedsspruch ab und riefen den Demobilmachungskommissar an, dem es jedoch nicht gelang, den Vorstand des Gemeindetarifverbandes zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. Der§ 49 des Gesetzes fann zu der Verpflichtung führen, sämtliche frei werdende Stellen dem Arbeitsamt zu melden. Die wirt. fchaftliche Entwicklung kann dahin führen, daß von dieser Bestimmung Gebrauch gemacht werden muß. Schließlich wies der Redner die gegnerischen Behauptungen, daß beim Magistrat die Absicht bestehe, gegen die Arbeitsnachweise vorzugehen, als unzutreffend zurüd. Der Magistrat sei vielmehr von der Abficht geleitet, für die beste Ausgestaltung der Arbeitsnachweise zum Wohle der Arbeiterschaft zu sorgen. Musiker in den Gastwirtsbetrieben. Hierzu wird uns geschrieben: Die Festsetzung der Dezemberlöhne sollte am 23. Dezember Durch einen vor einem vereinbarten Schiedsgericht erfolgen. Vorstoß der Arbeitgeber, der sich regelrecht als ein folcher gegen Treu und Glauben ausweist, ist es aber auch am 23. Dezember noch nicht zur Festsetzung der Dezember löhne gekommen. Sie wird nunmehr heute Freitag durch den gefeßlichen Schlichtungsausschuß erfolgen. Die Mufilerschaft selbst wird sich in einer öffentlichen Versammlung morgen vor mittags 101, 11 hr in den Sophien- Sälen über Annahme oder Die neuen Lohnverhandlungen für den Ruhrbergbau hat Reichsarbeitsminister Dr. Brauns auf den 3. Januar im Reichsarbeitsministerium angesetzt. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Verlag G. m. b. 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