Nr.614 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 303 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 9. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Bugemburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 300 M. Reklamezeile 1500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fett. gedruckte Worte), jedes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jedes weitere Wort 60 M. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen file Abonnenten geile 80 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dönhoff 292–295 Fernsprecher: Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 30. Dezember 1922 Bonar Laws acht Punkte. Im Laufe des gestrigen Tages ist der Holzkonflikt gen versucht, die neue englische Regierung werde dem französischen erheblich in den Hintergrund des öffentlichen Interesses gerückt. Sanktionsplan zustimmen. Tatsache sei, daß die englische Regie Die Rückwirkungen des Beschlusses der Reparationskommission rung der Besetzung der Ruhr oder der Errichtung einer Zollgrenze und des Auslegungsfommuniqués über den Begriff vorsätz- im Ruhrgebiet nach wie vor ablehnend gegenübersteht. Bonar lich" dauern zwar in allen beteiligten Ländern noch an, das Law gehe nur aus dem Grunde nach Paris, um Hauptinteresse aber fonzentriert sich jetzt auf den Repara- feinen Standpuntt Poincaré tlar auseinandertionsplan Bonar Laws, den wir weiter unten be- 3 useßen. sprechen. Die„ Times" schreiben: Frankreich fucht offensichtlich die Be Das von uns in der gestrigen Morgenausgabe veröffent- deutung der Sanktionen herabzumindern dadurch, daß es diese lichte und besprochene neue Kommuniqué der Reparationsfom- allein zu ergreifen beabsichtigt. miffion, wonach die Verfehlung Deutschlands bei den Holz- Die„ Daily News" erklärt: Frankreich trage gegenwärtig eine lieferungen doch vorsäglich" gewesen sein soll, erfährt ungeheure Berantwortung. Es werde von der Ergreivon zuständiger Seite" eine scharfe Zurückweisung, die vom fung der Sanktionen abhängen, ob Amerika sich an den euroBTB. gerade zu einer Zeit verbreitet wurde, in der die Abend- päischen Angelegenheiten interessiert oder sich davon endgültig zu ausgaben der meisten Berliner Blätter bereits gedruckt werden. rückziehen werde. Wir möchten bei dieser Gelegenheit die Pressestelle der neuen Reichsregierung darauf hinweisen, daß ihr Lebenszwed nicht darin bestehen kann, ihre Mitteilungen regelmäßig und justament zu solchen Stunden zu verbreiten, in denen die Redaftionen nichts mehr damit anfangen können. 31. Juli d. J.: Danach hat Deutschland aus vorhandenen Beständen und durch Abtretung von Eigentum aller Art im In- und Ausland insgesamt 36 610 450 000 Goldmark entrichtet. In dieser Summe find u. a. enthalten die Ansprüche, die Deutschland an feine ehemaligen Berbündeten hatte und auf die es verzichten mußte, der Wert des abgelieferten Eisenbahnmaterials, der Saargruben, des Reichs- und Staatseigentums in den abgetretenen Gebieten und der ausgelieferten Handelsflotte. Dazu kom men Sachlieferungen im Werte von 1847 Millionen Gold mart und Barzahlungen in Höhe von rund 1½ Milliarden Cpbmart. Der„ Daily Expreß" fordert den Rückzug der englischen Truppen aus dem Rheinlande, nicht, um dadurch die Haltung Frankreichs zu mißbilligen, sondern um Frankreich zu zeigen, daß England ihm die volle Berantwortung für seine Ganttionspolitik überlasse. " Ueber diesen Plan, den Bonar Law gestern dem britischen Kabinett unterbreitet hat, veröffentlichen die liberalen„ Daily News" folgende bemerkenswerte Einzelheiten: Dieser Plan habe noch keine endgültige Gestalt angenommen. Seine Hauptgrundzüge tönnten jedoch mit einiger Sicherheit angedeutet werden: # 1. Herabsehung der Reparationsverpflichtungen Deutschlands auf eine Summe, die innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutschlands liege, und energische Maßnahmen für den Fall eines deutschen Verzuges. 2. Zusammenfassung der deutschen Verpflichtungen gegenüber den Alliierten in einem einzigen 3ahlungsplan. 3. Befreiung Deutschlands von allen Zahlungen während der ersten drei oder vier Jahre und Ermäßigung der Zahlungen während einer weiteren furzen Periode. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Laws und dem Gemisch von Deflamationen, Paragraphen reiterei und gewalttätigen Gesten, aus dem die Politik Poincarés besteht, so ungeheuer groß, daß man kaum zu hoffen vermag, er fönnte auf der Pariser Konferenz überbrückt werden. Ein voreiliger Optimismus ist daher leider nicht am Platze. Aber wir halten es für notwendig, daß die Reichsregierung deutlich zum Ausdruck bringe, daß die acht Punkte Bonar Laws auch für sie eine Grundlage bilden, auf der eine Verständigung leicht zu erreichen wäre. Mussolini meidet Paris. Mussolini läßt offiziell bekanntgeben, daß er der Pariser Ronferenz nicht beiwohnen wird. Er begründet diesen Entschluß mit den ungenügenden diplomatischen Vorbereitungen der Konferenz, die eine rasche Einigung nicht erhoffen ließe. Vielmehr habe die Haltung Frankreichs in der Holzfrage wieder einmal die französische Politik in einen entschiedenen Gegensatz zur englischen gestellt. Außerdem wolle er nicht, daß seine Anwesenheit im Auslande Kundgebungen hervorrufe, die die Ruhe des gastgebenben Landes stören könnten. Hier liegt der Hase im Pfeffer: Mussolini, der sich bereits auf der Reise nach London in Paris nicht aufgehalten Seite, da in Paris viele Tausende von italienischen Arbeitern, darunter zahlreiche Anarchisten, wohnen. Noch vor wenigen Tagen ist in Paris ein italienischer Fascist von Landesgenossen auf offener Straße ermordet worden. Italien wird auf der Konferenz durch den Botschafter della Torretta pertreten sein. hatte, befürchtet offenbar Attentate von fascistenfeindlicher Dagegen wird Lord Curzon Lausanne verlassen, um Bonar Law zumindest bei Beginn der Konferenz in Paris zu unterstützen. Das Franzosenmilitär im Saargebiet. Eine straflose Verfehlung. Uebrigens enthält die lange Erwiderung der zuständigen Selbstverständlich fehlt es auch nicht in Frankreich selbst Stelle nichts, was wir nicht bereits in unserer gestrigen an Stimmen, die diesen neuen Fehler der französischen RegieMorgenausgabe zur Widerlegung der juristischen Purzelbäume rung auf das schärffte fritisieren. So schreibt das Pariser Gedes Herrn Barthou ausgeführt hatten. Mit Recht betont aber werkschaftsblatt Peuple", der von Barthou erzielte Spruch darüber hinaus die offiziöse WTB.- Meldung, daß selbst im fönne nur die Ueberzeugung verstärken, daß Frankreich Falle einer vorfäßlichen Verfehlung Deutschlands die Alliierten fänder und teine Reparationen wolle und daß noch immer nicht das Recht zu territorialen Sant- es mehr Interesse an einer Gewalthandlung als an tionen befäßen. Der Versailler Vertrag sieht für diesen Fall einer Einigung befize. Saarbrüden, 29. Dezember.( Mtb.) Eine Denkschrift der ausschließlich Maßnahmen wirtschaftlicher oder finanzieller Irgendeine Gefahr, daß Frankreich wegen der Holz- Landesratsfraktionen, auch der sozialdemokratischen, an den VölkerArt vor. geschichte felbständig Maßnahmen ergreife, besteht jedenfalls bund stellt fest, daß Fassung und Anordnung der Bestimmungen Bei der Gelegenheit dieses Beschlusses der Reparations- bis zum Ausgang der Pariser Konferenz nicht. Es ist übrigens des§ 30 der Anlage zu Abschnitt 4 des Vertrages von Versailles fommission, aus dem Frankreich wegen einer Holzmenge im anzunehmen, daß die Angelegenheit auf der Konferenz nur eine ergeben, daß die Regierungskommission ihre allgemeine VerpflichWerte von etwa zwei Millionen Goldmark das Recht zu groß- untergeordnete Bedeutung haben und Frankreich feineswegs tung, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und den Schutz der zügigen Sanktionen herleiten möchte, veröffentlicht der" So- zum Borteil gereichen wird. Vielmehr hat Bonar Law französischen Gruben zu sichern, nur mit solchen Mitteln erfüllen zialdemokratische Parlamentsdienst" eine interessante 3u- die Absicht, einen neuen vollständigen Repara darf, die nicht mit den Sonderbestimmungen der Absätze 1 fammenstellung der bisherigen Gesamtleistungen des tionsplan vorzulegen und er wird dabei sicherlich wenig und 2 dieses Paragraphen in Widerspruch stehen. Besonders die Deutschen Reiches seit dem Waffenstillstandsabkommen bis Neigung verspüren, seine Zeit mit Telegraphenstangen und französischen und englischen Texte, in denen die Worte ,, seule une ähnlichem Zeug zu vertrödeln. gendarmerie local" und ,, only a local gendarmerie" durch Voranstellung hervorgehoben sind, schließen die Möglichkeit, irgendein Militär im Saargebiet aufrechtzuerhalten, vollständig aus. Der Bölkerbundrat hat am 20. Juni 1921 dieselbe Auffassung vertreten, indem er in einer Entschließung der Regierungskommission ausdrücklich die Verpflichtung auferlegte, die Anwesenheit der französischen Truppen nicht zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen, sondern sobald als möglich die örtliche Gendarmerie auszu bauen. Die Regierungskommission habe aber tatsächlich diese örtliche Gendarmerie nicht ausgebaut und in 2% Jahren nur 155 faarländische Gendarmen eingestellt. Wenn die Regierungstommiffion eine Sicherheitstruppe von mindestens 4000 Mann für das kleine Gaargebiet verlange, so liefere sie selbst damit den Be Zur Erfüllung des Friedensvertrags hat Deutschland außer meis, daß ihre Politik nicht vom Vertrauen der Bevölkerung diesen Summen bis zum 31. Juli über 56 Milliarden Papiermark getragen wird. Die Denkschrift fragt, mit welcher Begründung heute gezahlt, von denen allein 14 Milliarden auf das Konto der Benoch französische Gendarmerie im Saargebiet vorhanden sei fahungstruppen entfallen. Zur Begleichung der laufenden Ausund besondere Berwendung bei der Grenzüberwachung, Paßkontrolle, gaben, die durch den Friedensvertrag notwendig wurden, mußten 4. Diese Befreiung brauche nicht ein vollständiger Erlaß zu sein. polizeilichen Bernehmungen und der politischen Ueberwachung der 5. Eine Summe von 50 milliarden Goldmart, ver- Bevölkerung, ferner bei der Kontrolle des Schulbesuchs saarländiVerpflichtungen von 186 Milliarden Papiermarf eingegangen werden, davon allein 151 Milliarden Mart in der Beit fellt auf eine gewiffe Zahl von Jahren, könne als angemessen gelten. fcher Rinder in den französischen Volksschulen Verwendung von 1. Mai d. I. bis zum 31. Juli Bom 1. Auguft bis 6. Deutschland müsse durch günstige Distontierungsver- finde, mit welcher Begründung außerdem die französischen Mili30. November b. 3. mußten ferner über 139 Milliarden neuer einbarungen, die möglicherweise den gegenwärtigen Wert der tärgerichte noch heute Zivilpersonen aburteilen. In einem vom schwebender Schulben aufgenommen werden, um die zur Erfüllung gesamten Summe auf die von einer bekannten franzöfifchen Finanz- Völker band verwalteten Gebiet werde eine Truppenmacht ge= des Friedensvertrags notwendigen Devisen zu beschaffen. Benn autorität vorgeschlagenen 30 milliarden vermindern könnte, halten, die nicht dem Völkerbund, sondern dem französischen Kriegsman weiter berücksichtigt, daß Deutschland mit der Abtrennung jeder Beweggrund gegeben werden, felne Verpflichtungen richtig zu minister untersteht und überdies noch Wohnungsnot hervorruft und großer Gebietsteile fast ein Drittel seines Bermögens erfüllen. Dies könne Deutschland natürlich nur mit Hilfe von ganze Schulgebäude beschlagnahmt hält. Der wahre perloren hat, dann fommt man zu dem Ergebnis, daß äußeren Anleihen fun. Grund der Anwesenheit der französischen Truppen sei die Unter7. Frankreichs besondere Rolle bei einer Regelung würde in stüßung der französischen Propaganda und der allerder Annahme deutscher Reparationsbonds, vielleicht folcher einer dings zur Aussichtslosigkeit verurteilte Versuch, durch Einbesonderen Kategorie, analog den Bonds der Serie C, zum Zwede schüchterung die Bevölkerung reif für den Anschluß an FrankSelbst angenommen, diese Zahlen, insbesondere die der Bezahlung der alliierten Schulden an Großbri- reich zu machen. Daraus erfläre sich die Bereitwilligkeit Franklettere, mären etwas zu hoch gegriffen und müßten bei einer tannien bestehen und vielleicht außerdem auch darin, daß ihm reichs, die großen Unterhaltungskosten zu tragen. detaillierten Nachprüfung etwas herabgesetzt werden, so steht seine Schulden teilweise gestrichen werden. Mit Bezug Dorten an die Reichsregierung. es außer Zweifel, daß Deutschland seit Kriegsende Vermögens- auf die nichtgestrichenen Schulden tönne eine Abänderung des merte abgetreten hat, die in der Weltgefchichte einzig da Grundfahes der Balfour- Note, wodurch eine gewiffe Be in dem er ihre Unterstühung für seine Losreißungs. Herr Dorten hat an die Reichsregierung einen Brief gerichtet, stehen und die es jedenfalls von dem Vorwurf freifprechen, ziehung zwischen den Zahlungen an Amerifa und den Forderungen bestrebungen erbittet. Um bei der Reichsregierung für seine mit dem die französischen Staatsmänner und Journalisten an die alliierten Schuldner gefchaffen werde, angenommen werden. Pläne Snmpathien zu gewinnen, verfichert er, er molle nichts gegen täglich operieren, wonach es nichts bezahle". Gegenüber 8. Frankreich müsse feinerseits ebenfalls bis zu einem gewissen das Reich unternehmen, sondern nur die Rheinlande von dem habdiesen ungeheuren Summen, von denen ein Bruchteil bei maße die ihm von seinen europäischen Alliierten geschuldeten Sum. gierigen und raubsüchtigen Preußen loslösen, was der Reichss einwandfreier Verwendung schon genügt hätte, um die men erlaffen. regierung doch nur fympathisch sein könne. Shä en in en zerstörten Gebieten wiedergutzumachen, ist es besonders kleinlich und empörend, daß die Reparationstom Londoner Ultimatum vom Mai 1921 einen ungeheuren Die acht Punkte Bonar Lams bedeuten gegenüber dem Neue Verhaftungen in Warschau. mission auf Betreiben Frankreichs einen derartigen Beschluß Fortschritt und ihre Aufstellung allein ist ein greifbarer, Warschau, 29. Dezember.( Mtb.) In den letzten Tagen wegen einer so nebensächlichen Angelegenheit gefaßt hat. Das bedeutender Erfolg der Erfüllungspolitit wurden noch mehrere Berhaftungen im Zusammenhang mit der gleiche Empfinden teilt die ganze englische öffentliche Meinung, der früheren Reichsregierung. Sie berücksichtigen nicht nur in Ermordung des Staatschefs vorgenommen. Es handelt sich dabei wie nachstehendes Telegramm beweist: genügendem Maße das Verlangen Deutschlands nach Ge- um Offiziere und Studenten, die fascistische Stoßtrupps führten. währung eines mehrjährigen Moratoriums, sondern sie entsprechen ungefähr dem, was die Regierung Fehren bach- Simons in leider sehr unklarer und ungeschickter Form im März 1921 in London angeboten hatte. bisher Leistungen in Höhe von 100 Goldmilliarden zur Erfüllung des Friedensvertrags aufgebracht wurden. Condon, 29. Dezember.( EP.) Die Morgenpresse fette ihre Angriffe gegen Frankreich fort. Daily Telegraph" schreibt, daß es ein schwerer diplomatischer Fehler von seiten Frant reichs sei, die Frage der Sanktionen aus Anlaß der Nicht Iieferung einiger Telegraphenstangen aufzuwerfen. Es sei bedauerlich, daß man dem französischen Publikum beizubrinAllerdings ist der Gegensaz zwischen diesem vernünftigen, realpolitischen, auf Verständigung abzielenden Plan Bonar Dabei hat man mehrere Gewehre und Revolver fomie tausend auch der Organisator der Staatstruppen der fascistischen Jugend Batronen beschlagnahmt. Dem Przeglad Wieczornn" zufolge foll verhaftet worden sein. Das nationalistische Blatt„ Mysl Narodowa" ist wegen Störung der öffentlichen Ordnung tonfisziert worden. Beanstandet wurde ein Artikel des Pfarrers Lutoslawski. Die verant wortlichen Redakteure sollen vor Gericht gestellt werden. Budapest in München. Landwirtschaft und Arbeitsleistung. Wer verhindert die Hebung der Produktion? Regel nicht im Landtag anwesend, und das verbleibende legte Fünftel ist nicht in der Lage, den parlamentarischen Aktionen der Fraktion die genügende Kraft zu geben. Der Finanzminister Henrichs ist Wir haben fürzlich zum Beweis dafür, mit welchem Wohlwollen aristokratisch- reaktionäre Kreise dem Hitler- Treiben in Als eins der Hauptargumente in ihrem Rampf für die Zer- ein überaus arbeitsamer und kenntnisreicher Mann, deffen Attions München gegenüberstehen, einiges aus der„ Kreuzzeitung" abge- trümmerung des gefeßlichen Achtstundentages führt die Unter- fähigkeit die demokratische Fraktion gern in ihre parlamenta. druckt. Nun wird dieses Treiben in der Zeitschrift„ Das Tage- nehmerpresse die Landwirtschaft an, die durch die gesetzliche rischen Dienſte ſtellen möchte. Darum wünscht sie seine Rückkehr ins Parkett des Parlaments. Sie möchte dafür gern das Justizbuch" von einer anderen Seite her beleuchtet. In der Georgen- Regelung der Arbeitszeit in ihrem Betriebe gestört werde. Es ist ministerium eintauschen und mit einem Nichtparlamentarier besetzen, straße in München wurde nach Hitlers Massenversammlungen spät bekannt, daß für die Landwirtschaft die gesetzliche Regelung in ihrem so daß sie in derselben Stärke in der Regierung bleiben, aber im in der Nacht ein Mann von einer Rotte junger Burschen über- starren Sinne nie Geltung gehabt hat, daß vielmehr Ueberstunden Parlament selbst eine größere Macht bilden kann. Dieser und andere fallen und unter Totschlagdrohungen gezwungen, den Beweis an- in den Zeiten des Hochbetriebs stets zulässig waren. Wenn man Wünsche der Demokraten sind die eigentlichen Triebfedern der jetzigen zutreten, daß er fein Jude sei. Der Bedrohte wies feine Papiere also auf Unternehmerseite die Landwirtschaft trotzdem als einen Regierungskrise. Die sozialdemokratische Fraktion hat an dem Ausvor. Dies allein genügte jedoch nicht. Er wurde einer gewalthauptzeugen gegen den Achtstundentag anführt, fso beweist das nicht scheiden des jetzigen Finanzministers e benso wenig ein Interesse samen förperlichen Untersuchung nach bestimmten gerade, daß die Gegner der gesetzlich geregelten Arbeitszeit in ihrem bestimmten gerade, daß die Gegner der gesetzlich geregelten Arbeitszeit in ihrem wie an der Regierungsfrise selbst. Merkmalen ritueller Art unterzogen und erst wieder losgelassen, Kampf scharfe Klingen auf Lager haben. Vollends zerstört wird die nachdem diese Probe negativ ausgefallen war. * Für den ausscheidenden hessischen Finanzminister Henrich hat Legende durch eine Statistit, die wir der" D. A. 3." entnehmen. In nach einer Meldung der Mainzer Boltszeitung" Etaatspräsident Ostpreußen betrug auf Grund eines Tarifvertrages vom 9. März Ulrich den Mainzer Oberbürgermeister Dr. Külb in Aussicht gc1922 die tägliche Arbeitszeit einschließlich der Pflichtübernommen. stunden im Januar Februar 1.- 15. Den scheußlichen Vorfall zu verschweigen, hätte feinen Sinn, denn der Mann war ein Amerikaner und hat über seine Erlebnisse den großen amerikanischen Zeitungen berichtet. Auf der anderen Seite verdient der Fall aber schärfste Aufmerksamkeit, weil es sich hier offenbar um eine lebertragung von Budapest er Manieren auf München handelt. In Budapest war diese Art der Zwangsuntersuchung mit Totschlagfolge, wenn das Judentum März festgestellt worden war, von den Hejas- Banden zum System erhoben April worden. Bei Tag und Nacht spielten sich in den Straßen der unga- Mai rischen Hauptstadt Szenen ab, deren unflätige Roheit und unfägliche Scheußlichkeit jeder Beschreibung spottet. Wenn wir so weit sind, in Deutschland Aehnliches befürchten zu müssen, so danken wir das den„ großen Vorfämpfern der nationalen Sache", den Ehrhardt, Hitler und ihren Gönnern. Jetzt rücken sie ab.. Gtb. 8 " 7 Std. Juni, Juli, August.. 11 Std. September 1.- 15... 101/2 16.- 28. 1.- 15. 16.- 31. • • 81/2" 91/2" 10 Ditober 16.- 30. 1.- 15. 16.- 31. 10 10 " " 9 " " 8 " 101/2" November Dezember 11 " " Tariferhöhung und Neujahrsreisen. Mit dem 1. Januar tritt wieder eine beträchtliche Erhöhung der Personentarife der Reichsbahn ein, die weit über 100 Prozent bc= trägt, da sie sich bekanntlich aufbaut auf einen Kilometersatz von 4 M. für die 4. Klasse. Bisher hat bei einer Tariferhöhung das 61/2" Reichsverkehrsministerium seit längerer Zeit die dreitägige GültigDer Achtstundentag fann es also nicht sein, der die Landwirt- feit einer gelösten Fahrkarte aufgehoben; die Fahrt mußte am letzten schaft an der„ hebung der Produktion" hindert. Man wird Tage des alten Tarifes angetreten werden. Mit Rücksicht darauf, die Ursachen vielmehr bei der Landwirten selbst suchen daß die kommende Tariferhöhung mit den Weihnachts- und Neumüssen. Wie bei der Landwirtschaft, so ist es auch bei der In- jahrsfeiertagen zusammenfällt, beabsichtigt das Reichsverkehrsmidustrie. Ganz andere Ursachen als die mangelnde Arbeitsleistung nifterium diesmal die Vorverkaufsmöglichkeit nicht einzuschränken. der Arbeiter sind es, die der Produktionssteigerung im Wege stehen. Es fönnen also am 1., 2. und 3. Januar noch Reisen gemacht werVielleicht trifft das, was Legationsrat Bücher einmal von der den, für welche die Fahrkarten bereits im alten Jahre gelöst sind. Das Landwirtschaft sagte, nicht nur für die Landwirtschaft zu:„ Wenn ist von besonderer Bedeutung für alle diejenigen, die jetzt noch über alle Landwirte in Deutschland heute die Erfahrungen, die die Wissen. Neujahr eine Reise unternehmen wollen und so die Möglichkeit schaft für die landwirtschaftliche Praxis gemacht hat, verwerten haben, zu alten Fahrpreisen noch zurückzukehren. würden, dann würde Deutschland in der Lage sein, noch. Getreide Große Freude bei Ledebour. Die Gruppe um Ledebour freut " Die politische Gedankenarmut, die wirtschaftliche auszuführen... Aber wir haben es mit Menschen zu tun, und ein sich über jede gerettete Seele. Wenn man den„ Klassenkampf" Quadsalberei, die Roheit des Auftretens, die diese Bewegung sehr hervorragender Landwirt hat mir einmal gesagt: Es gibt lieft, muß man meinen, es sei überall ein gewaltiger Fortschritt kennzeichnen, können auf die Sympathie gebildeter und in Deutschland unter den 800 000 Betrieben nur dieser Seftiererfraktion eingetreten. Aus Köln wird letztlich diese politisch denkender Menschen bei uns nicht rechnen. Die ungefähr 10 000 Landwirte, die den Namen wirt- Freudenbotschaft verkündet:„ Auch in Köin macht die Bewegung Fortschritte. Wenn auch die Gruppe einstweilen noch flein ist, so Industrie im besonderen, die sich gegenwärtig vor die größten lich verdienen." Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art gestellt sieht, der die Beschaffung find es durchweg alle erprobte Genossen, die früher von Krediten und Rohstoffen, die Beschäftigung der Arbeiter und die der KPD. angehört(!!) haben. Es muß mit eisernem Fleiß gearbeitet werden." Das letztere scheint auch uns nötig zu sein. Erhaltung der Absazmöglichkeiten immer größere Sorgen macht, Denn wenn die Ledebour- Gruppe sich überall aus Abgesprengten der KPD. zusammensetzt, dann kann es ja ein nettes Familienleben geben. Neue Urteile über die deutschen Fascisten. " Die württembergische Industrie", das Organ des Verbandes württembergischer Industrieller, schreibt in der neuesten Ausgabe unter anderem: Das neue Kapitalfluchtgeseh. Der Reichstag hat der Ergänzung und Abänderung des Gesetzes fana in jeder Bewegung, die den gewaltsamen Austrag gegen die Kapitalflucht mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab zugeinnerpolitischer Meinungsverschiedenheiten gut- ftimmt. Banken dürfen nunmehr Anträge auf Verbringung von heißt und herausfordert, nur eine weitere Erschwerung un- Bahlungsmitetin oder Wertpapieren in das Ausland nur ausführen, serer wirtschaftlichen Lage und eine Bedrohung unserer wirtschaft- wenn die von dem Auftraggeber einzureichende Kapitalfluchterklärung lichen Existenz sehen, mit der Förderung einer solchen Bewegung mit dem Genehmigungsvermerk des für ihn zuständigen würde sie ihre volkswirtschaftlichen Aufgaben wie ihre nächsten In Finanzamts versehen ist, es feien denn Aufträge von Personen, welche die Handelskammerbescheinigung über die Notwendigkeit von Zahlungen ins Ausland haben. Die Freigrenze für die persön liche Mitnahme von Zahlungsmitteln ist von 20 000 m. auf 200 000 m., im fleinen Grenzverfehr von 3000 m. auf 20 000 monat lich erhöht. In das Saarbeckengebiet dürfen 100 000 m., im fleinen Grenzverfehr 20 000 M. mitgenommen werden. teressen gröblich vertennen." Aus Kreisen der Bayerischen Volkspartei wird der„ Kölnischen Bolkszeitung" über die nationalsozialistische Agitation geschrieben: Leute, welche harmlose Passanten verprügeln, lediglich, weil sie Juden sind, und die Gewalttat in den Dienst der Agitation stellen, haben nichts vom Christentum an sich. Es ist eine Torheit, eine Bewegung zu tolerieren, welche die christliche Staats- und Gesellschaftsordnung negiert, bloß Demokratische Krisenmache. Aus Hessen wird uns geschrieben: Die Volksparteiler in Braunschweig versuchen dem ihnen nicht genehmen Landtag auf jede Weise Balken in den Weg zu werfen. Neuerdings haben sie entdeckt, daß die Diäten der Landtagsabgeordneten viel zu hoch sind, und haben den Antrag auf schleunige Herabsetzung der Diäten gestellt. Die Diäten der braunschweigischen Abgeordneten betragen nämlich monatlich 40 000 m.! nationale Partei- Korrespondenz", stellt mit Ablauf dieses Jahres Das parteiamtliche Organ der Deutschnationalen, die Deutic das regelmäßige Ericheinen ein. Saemisch, der der Sparkommissar. Der Reichssparkommissar Saemisch hat als erste Behörden, die im Interesse der Verein fachung der Geschäfte wegzu fallen haben, das Reichspen= fionsamt und die Landesaufnahme in Aussicht genommen. Die hessische Regierungskrise ist immer noch nicht beendet, obRegelung der Frage des Unterstüßungswohnsihes. Im Reichsdeshalb, weil sie einen nationalen Einschlag hat. Mögen noch wohl der demokratische Finanzminister Henrichs das Bertrauen der minifterium des Innern wird ein Gefeßentwurf vorbereitet, durch immer manche Kreise vor den unleugbaren Gefahren die Regierungsparteien besigt und die von der Sozialdemokratischen den im Gesetz über den Unterſtühungswohnsiz an Stelle der WohnAugen schließen, besonders auch vor den Gefahren für die Staats- Partei beantragte Aufhebung der Fahrradsteuer ihn nicht gemeinde die Gemeinde des letzten ständigen Aufenthalts autorität, sie werden auch ihnen noch geöffnet werden, wenn nicht zum Rücktritt bringen fonnte. Zentrumsleute meinen, die sozial- gesetzt wird. Man hofft dadurch, eine Unzahl von Verwaltungsfrüher, so bei den nächsten Wahlen." demokratische Fraktion habe den Finanzminister gestürzt, da sie beab- streitigkeiten zwischen den einzelnen Gemeinden zu ersparen, die sich fichtige, den Genossen Dr. Streder wieder in das Schulminifterium oft jahrelang darüber stritten, wer die Armenunterstüßung zu zu bringen. Dieser und andere ihr unterschobene Gründe haben die tragen hat. wie überhaupt in der Haltung der sozialdemokratischen Stellung der Sozialdemokratie in der Steuerfrage nicht beeinflußt, Fraktion feineswegs der Grund zur Regierungsfrise zu suchen ist. Diese Gründe liegen vielmehr in der parlamentarischen Stellung der Demokratischen Partei, die fünf Mandate im Landtag hat. Zwei Fünftel der Fraktion haben ihre Abgeordnetenpläge mit denen auf der Regierungsbant vertauscht, zwei weitere Fünftel sind in der Das sind ganz vernünftige Ansichten, die um so überraschender wirken, als sie aus Kreisen der Bayerischen Volks partei stammen. Aber gerade die Bayerische Bolkspartei herrscht in Bayern unumschränkt. Und sie ist nicht zuletzt mitverantwortlich für die Entwicklung der Dinge, die ihr jetzt selbst gefahrdrohend erscheint. Bedingungslose Billigung findet die Hitler- Partei mur bei den Deutschnationalen. Aber auch dort nimmt man sie nicht für ganz vollwertig. Japanischer Fafcismus. Bon Berthold Rudner. Mussolini- und Hitler- Leuten in Bayern würdig an die Seite gestellt werden können. Polnisches Mißgeschick. Nachdem der englische Völkerbund fommissar in Danzig lezthin entschieden hatte, daß Danzig Polen Entschädigung dafür nicht schulde, daß es Polen feine Wunition fendungen nicht im Stadtgebiet umladen ließ, hat er jetzt das polnische Verlangen, zu seinem Postgebäude auch noch Brieifortierungsräume im Hauptbahnhof zu erhalten, gleichfalls abgewiesen Flugdienst London- Berlin- Mostau. Das erste deutsche Handelsflugzeug, ein Albatros- Eindecker, der für acht Passagiere eingerichtet Der Osten unserer Erde ist erwacht, die Klassenfämpfe in Japan ist, landete kürzlich in Großbritannien, und zwar brachte er drei nehmen drüben schon ebenso moderne wie abschreckende Formen Direktoren der deutschen Luftreederei nach London, die hier mit dem an, und die Leiden des japanischen Proletariats, die es von seinen Daimler- Flugdienst die letzten Borbereitungen trafen, um die sog. Wie im Bandesherren und Gebietern erdulden muß, haben einen bitter- Große Deftliche Fluglinie" einzurichten. bösen Nachgeschmack. Hoffen wir, daß dem japanischen werktätigen ,, Manchester Guardian" mitgeteilt wird, stellt diese Verbindung der Volt jene Einsicht in die Natur der Dinge und notwendigen Kräfte Daimler- Gesellschaft mit dem Holländischen Flugdienst und der zur Abwehr der fascistischen Bewegung zu Hilfe tommt, um allen Deutschen Luftreederei die bedeutendste Fluggesellschaft in der Welt Widersachern siegreich zu begegnen. Auch den Shoshi- Leuten aus dar, und durch diesen Zusammenschluß ist es möglich, im Anfang der Kokusui- Kai! des neuen Jahres einen Flugdienst zu eröffnen, der über 3000 Kilometer hin Manchester und London mit Berlin und Moskau verbinden wird. Die großen Daimler- Flugzeuge verkehren schon jetzt täglich zwischen Manchester und Amsterdam über London, während der Verkehr zwischen Berlin und Moskau auch bereits im Gange ist. Das fehlende Glied zwischen Amsterdam und Berlin wird jetzt eingerichtet, so daß man dann imftande sein wird, von London aus Moskau in weniger als 24 Stunden zu erreichen. Der Flug von maschinen, die mit Schlafwagen ausgestattet sind, die Passagiere London nach Berlin foll am Tage stattfinden, während Nachtflugin der Dunkelheit nach Moskau weiterbefördern. Der Fascismus als eine bestimmte politische Entartung ist kein europäisches Phänomen. Er existierte schon vor Mussolini in überseeischen Ländern. In den Vereinigten Staaten z. B. sind es die nach dem Kriege gebildeten amerikanischen Le gionen, die als politisches Glaubensbekenntnis die bisher bezahlte Arbeit der Pinkerton- Mietlinge sich zu eigen machten und die moderne Arbeiterbewegung mit allen Mitteln schädigten. In Ja= pan aber machte sich in der letzten Zeit die Vereinigung der " Kokusui Rai" bemerkbar, die den italienischen Fascisten gleichen. Vor etwa drei Jahren wurde die Organisation vom Schutz der Schundliteratur! Die 26. Ziviltammer des Berliner japanischen Innenminister gegründet, finanziert und getreu dem Landgerichts I hat auf die Klage eines Verlegers von Schundlitera altrussischen Vorbild der Schwarzen Hundert" organisiert. In einer tur dahin entschieden, daß der beim Jugendamt der Stadt Artikelserie der Tokioer Zeitschrift The Shatai- Shugi Berlin gebildete Ausschuß, der einen Inder der Schundliteratur Kenkyu" über die Kämpfe des Volkes in Japan heißt es: Die aufstellt, auf den' in letzter Zeit auch das Wert des Professor Massen des japanischen Volkes wurden niedergehalten und lebten Brunner Deutsche Taten" gesetzt wurde, keine zu in Sllaverei, während die privilegierten Klassen ein geruhsames ständige Behörde ist. Dem Ausschuß wurde daher bei AnLeben führten, zum Teil schmarotten und sich alle Kulturgenüsse brohung von Strafe die Weiterverbreitung dieser leisten konnten." Das Wissen war ein Vorrecht der exklusiven Schichten, die sich als dekadente, soziale Parasiten etablierten. Diese Bücherliften untersagt. Um den Kampf gegen SchundKreise haben nun Angst vor der westlichen Beeinflussung der literatur in der bisherigen Weise fortsetzen zu können, haben die wachsen ihrer Stadt stolz sind, haben ausgerechnet, daß diese RiesenArbeiterschaft, und zur Erhaltung des Besißstandes der japanischen zuständigen Ministerien sofort die dafür notwendigen Vorbereitun- ftadt der Vereinigten Staaten, wenn sie in demselben Tempo weitermächst, in 100 Jahren 47 Millionen Einwohner haben wird. Bourgeoisie wurde mit staatlicher Unterstützung die„ Kokusui- Kai" gen getroffen. Dann wird gewiß feine andere Stadt der Welt New York den Ruhm der größten Stadt streitig machen. Gegenwärtig aber ringt noch London hat mehr Einwohner als New York und nur Groß- London und Groß- New- York, in denen die Vorstädte miteinbegriffen sind, halten sich mit etwa 7½ Millionen die Wagschale. " Grenzen der Riesenstädte. Die New Yorker, die auf das An ins Leben gerufen. Die japanische Presse ist jetzt voll von Gerüchten Schade, daß die Ziviltammer nicht festgestellt hat, welche Beüber das infame Treiben dieser japanischen Terroristen, die im hörde ihrer Meinung nach für diesen Fall zuständig" ist. Wahr- London mit New York um diese erste Stelle, ja das eigentliche fernen Oſten genau so wüten wie die fascistischen Banden jenseits scheinlich eine solche, in der Herr Professor Brunner, der Verfasser des Brenner. In alle wirtschaftlichen Rämpfe mifchen fich jene der Deutschen Taten", als amtlicher Sachverständiger fungiert. japanischen Fascisten, genannt Shofhi" ein, fprengen die Verfammlungen der Arbeiter und Angestellten und richten Blutgemezzel" Flauto Solo" in Deutschen Opernhaus. Das reizende mufi- Ob das immer stärkere Anschwellen der Millionenstädte zu an, wie vor nicht langer Zeit in Kicto, wo Differenzen zwischen falische Lustspiel aus der Rokokozeit wiegt jogenannte große Opern wünschen ist, dürfte eine andere Frage sein. Schon jetzt ist es für einer Bank und ihren Angestellten ausbrachen. Die Infamien auf. Der Text Wolzogens, des Bayreuther Getreuen, variiert die Engländer fein erfreulicher Zustand, daß ein Sechstel der ganzen jener Banditen werden aber gedeckt, nach berühmten westlichen eine fleine Episode aus dem Leben Friedrichs des Großen, dessen Bevölkerung von Großbritannien im Umkreis von Groß- London Mustern, von der löblichen japanischen Polizei, die sich völlig passiv Kapellmeister Pinkus zu dem Schweinekanon der Fagotte eine wohnt. Man darf zweifeln, daß New York jemals die Einwohnerverhält und erst dann in Aftion tritt, wenn sich die Shoshi- Leute Soloflötenstimme geschrieben hatte. Er benutzte diesen Flauto zahl von 47 Millionen erreichen wird, denn die größten Städte nach allen Regeln der Kunst bereits ausgetobt haben. solo", eine Arie des italienischen Maestro Emanuele, feines ge- Europas wachsen in neuester Zeit nicht mehr in demselben Mahe. Eine bürgerlich- demokratische japanische Zeitung, Japan- Chro- hässigen Konkurrenten am Hofe der Residenz. So treffen sich deutsche Groß- Berlin dürfte die Ziffer von 4 Millionen, auf die es sic nicle", bringt eine längere kritische Abhandlung, in der ausdrücklich und welsche Kunst, und das Bayernmädel Peppi, das als italienische feit einiger Zeit hin bewegt, noch nicht überschritten haben. Paris festgestellt wird, daß die Ausschreitungen der Shoshi- Leute unter Bepina eingeführt wird, schießt mit einem Schnadahüpferl den ist mit etwa 3 Millionen Einwohnern in den lezten Jahren zu einem der Patronage der Regierung" stattfinden. Es heißt Bogel ab, betört den Fürsten und heiratet Pepusch. Die Motive Stillstand gekommen. Auch die zweitgrößte Stadt der Vereinigten weiter, die Kokufui- Kai entsprächen aufs Haar den italienischen sind, wie man sieht, schon im dichterischen Vorwurf musikalisch. Staaten, Chicago, das im Berlauf einer einzigen Generation fic Fascisten, seien ein Produkt des nationalistischen Systems in Japan D'Albert schreibt dazu eine graziöse, delikate, schwanilos ein- um mehr als eine Million vermehrte, steht noch immer um die Dreiund würden vollgepfropft mit Ideen wie bei den Fascisten, deren gängige und instrumental reizvolle Unterhaltungsmusik. O wäre er Millionen- Grenze herum. Philadelphia, das Chicago mit RiesenWaffen Gewalt und Ausschreitungen find".„ Eine Regierung, die diesen Spuren seiner eleganten Spielkunst seither öfter einmal ge- fchritten einzuholen schien, hat höchfiens die zweite Million erreicht. solch einen Körper ermuntert und unter seinen Schutz nimmt, ver- folgt! Um das Capricio machten sich in wechselvoller Herzlichkeit Moskau und Petersburg sind außerordentlich entwölfert und werden liert jeden Boden unter den Füßen, und an Stelle einer gefehmäki- und Singfreude Mizzi Fint, Edwin Heyer, Julius zweifellos so bald nicht wieder unter die größten Städte eingereiht gen Regierung tritt die Wildheit einer primitiven Gemeinschaft". v. Scheidt, Eduard Kandel und Jaro Dworsky sehr werden. Es ist sehr fraglich, ob London in absehbarer Zeit die Zahl Das Blatt bemerkt zum Schluß:„ Es scheint fast, als würden wir verdient. Man kann mit sicherem Erfolg diese Erstaufführung vom von 10 Millionen Einwohnern erreichen wird. Die Londoner zeigen regiert von einer Herde von Stieren". Jahre 1905 auf dem Repertoire erhalten. Wie jung das Stückchen mehr und mehr die Neigung, aus der Stadt heraus aufs Land zu Es ist deutlich genug und überaus bezeichnend, daß ein großes ist, das merkte man besonders, nachdem das weit später entstandene, ziehen, und schon jetzt zerfällt die Riesenstadt in eine große Anzahl bürgerliches Handelsorgan eine solche Sprache führt oder vielmehr etwas hausbacken gediegene Singspiel höllisch Gold" ovn kleinerer Städte. Sollte also New York in einem Jahrhundert zu führen sich gezwungen sieht. Diese Tatsachen bezeugen zugleich Bittner eine Stunde lang doch schon sehr ermüdet hatte. 47 Millionen Einwohner besitzen, so dürfte es keine Stadt mehr in auch, daß die japanische Regierung und ihre Organe den Horthy, I R. S. unferem Sinne sein, sondern wird dann eine Ausdehnung haben, weitert worden. der| an dem berzeitigen zeugung, Personalabbau bei der Reichspost baß die Zahl der Verwaltungsbeamten das wirkliche Opfer immer nur von der arbeitenben Bevölkerung verlang Bon Postdirektor Brandt- Kreuznach. Attivität Pfund Butter Der aus: Bedürfnis bei weitem übersteigt. Die Ueberflüsse an Ver- werden. Auch die innerpolitischen Fragen hängen, wie die Note vom waltungsbeamten führt zu einer völligen Ueberbureau 13. November zeigt, mit dem Reparationsproblem unmittelbar zusammen. Zur Stabilisierung der Mart hätten die Gewerkschaften Das ernstliche Streben der Postverwaltung ist sei längerem tratifierung. Auf die Verkehrsämter ergießt sich tag- schon vor Bochen Borschläge gemacht, während die darauf gerichtet, das Personal bei den Verkehrsämtern so zu täglich eine solche Fülle geschriebener, vervielfältigter und geRegierung gegenüber den Balutafpetulanten bisher keinerlei bemessen, daß jeder Beamte innerhalb des Achtstundentages druckter Verfügungen, daß fein Betriebsbeamter mehr imvollbeschäftigt ist, und arbeitslose Dienstpausen nach Möglichkeit stande ist, den Stoff auch nur annähernd zu beherrschen. Die vermieden werden. Vom sozialistischen Standpunkt aus ist Defretierungswut ist von jeher ein Zeichen des Niedergangs entwickelte. Der Redner verbreitete fich über das Reparationsdas Bestreben der tatsächlichen Ausnutzung des Achtstunden- und der Hilflosigkeit gewesen, man glaubt, durch Erlaß von problem und fragte den Kanzler, ob die Industrie bereit sei, die erforderlichen privatrechtlichen Garatien zu übernehmen. tages in den Staatsbetrieben nur zu begrüßen; wird doch auch Verfügungen der Schwierigkeiten Herr zu werden, wobei man Reichstanzler beschränkte sich in seiner Antwort wiederum bardie Arbeitskraft des Industriearbeiters zwangsläufig durch den nur das eine übersicht, daß man durch die Ueberfülle der auf, daß er auf die Mitwirkung der Wirtschaft und der Landwirtschaft Gang der Maschine und durch eine dauernde Ueberwachung Dekrete die Schwierigkeiten nur vermehrt. Die Vielschreiberei bestimmt rechne, in diesem Augenblid, aber fonkrete Auskünfte nicht des Produktionsergebnisses vollkommen ausgewertet. In der( die Nachweisungen, Fragebogen, gutachtlichen Berichte, die in geben fönne. richtigen Erkenntnis, daß eine wirtschaftliche Verwendung der endloser Folge von den Verkehrsämtern verlangt werden) hat In der Einzelberatung über die fünf Fragen der Gewerkschaften Beamtenkräfte nicht allein eine Pflicht der Boltsgesamtheit naturgemäß eine erhebliche Vermehrung des Bureaupersonals schilderte Genoffe Knoll vom ADGB. die Bassivität der Regierung gegenüber darstellt, sondern im wohlverstandenen Eigeninter- bei den Aemtern gezeitigt. Das unfruchtbare Schreibwerf und in bezug auf die Voltsernährung. Er fennzeichnete mit scharfer esse der Beamtenschaft liegt, haben sich die Fachorganisationen die Neuerungssucht zu zügeln, angefangen beim Reichspost- Ironie das angebliche Opfer der Landwirtschaft, das mit der arbeitsmäßigen Erfassung des Achtstundentages ein- ministerium und fortgesetzt bei den Oberpostdirektionen, wäre 14 milliarden Mark betragen soll, und rechnete aus, daß dieser Betrag, umgelegt auf die Anbaufläche, pro Heftar 550 M. verstanden erklärt. eine dankenswerte Aufgabe für den neuen Reichspostminister. macht, d. h. Zur Feststellung des wirklichen Personalbedarfs werden Dringend not tut der Postverwaltung die Reform, nicht nur der Agrarier ein Opfer im Werte von noch nicht einem halben gegenwärtig die Verkehrsbelastung und Leistungen bei den an den Gliedern, sondern vor allem an dem Haupte. Die einzelnen Stellen des Betriebsdienstes durch ein neues, nach Verwaltungsbehörden gilt es nach neuzeitlichen Grundfäßen bringt. Erschüttert wirkte das umfangreiche Material, das Knoll wissenschaftlichen Grundsätzen aufgebautes Verfahren, das hier umzugestalten und mit einem neuen Geiste zu erfüllen! Das über die Not der Arbeitslosen vortrug. Bei den neuen Brotnäher zu schildern nicht der Ort ist, ermittelt. Bei rein sach- Personal der Oberpostdirektionen und des Reichspoftministe- preisen würde die Erwerbsfofenunterstüßung gerade ausreichen, um licher Bürdigung ist zuzugeben, daß dies neue Verfahren in riums läßt sich ohne weiteres in ganz erheblichem Maße ver- für Mann, Frau und zwei Kinder monatlich zwei Laib Brot der Tat wertvolle Aufschlüsse über die Verkehrsgestaltung bei ringern, wenn die Referenten nicht mehr wie bisher in der zu kaufen. den einzelnen Dienstzweigen gibt, eine dem Verkehrsbedürfnis Hauptsache die Schriftstücke der Bureaubeamten nachprüfen, Ernährungsminister Dr. Luther fündigte an, daß, sobald der entsprechende, wirschaftlichere Personalbemessung und im Bu- gegenzeichnen oder unterschreiben, sondern im weitesten Um- Brotgetreidepreis feststehe, die Regierung für eine entsprechende Aussammenhange hiermit die Erfassung der entbehrlichen, d. h. fange die Schriftsätze selbst in die Schreibmaschine diftieren, gleichung der Löhne, Gehälter und Renten sorgen werde. Von abzustoßenden Kräfte zuverlässiger als seither ermöglicht. Diese nötigenfalls unter Zurückhaltung von Durchschlägen für die irgendwelchen fonfreten Maßnahmen in der Ernährungsfrage selbst vom finanziellen Standpunkt aus notwendige Abstoßung aller Aften. Dabei ist es dringend erforderlich, die Selbständigkeit war nichts zu hören. Wegen des unerhörten Wuchers forderte Genosse Knoll irgend entbehrlichen Kräfte hat aber rein sozial betrachtet eine und Verantwortlichkeit der Räte, die heute nur den minder sehr verhängnisvolle Folge; fie bedeutet, daß die entbehrlichen wichtigen Schriftwechsel unterzeichnen dürfen, ganz erheblich u. a. die Mitwirkung von Laien richtern an den Buchergerichten, da bei den jezigen Hilfskräfte, die zu einem großen Teile aus Schwerkriegsbe- zu erweitern. Bloße stilistische Aenderungen, und wenn sie schädigten bestehen, brotlos werden. Die Entlassungen wirten auch noch so schön sind, müssen heute, wo ganz andere Sachen auf die davon Betroffenen meist geradezu niederschmetternd, auf dem Spiele stehen, unterbleiben. Die Sorge um die Pflege und wie häufig entringt sich ihnen die bittere Klage:" Das der deutschen Sprache ist nicht Sache der Bosträte, man überciso ist der Dank des Vaterlandes, daß wir jetzt auf die Straße laffe sie den dazu Berufenen. gesezt werden!" Angesichts der den Kriegsbeschädigten immer wieder in feierlichster Form zugesagten staatlichen Fürsorge erhebt sich die Frage, ob der Personalabbau bei der Reichspost nicht weniger schonungslos durchgeführt werden könnte, indem man nicht einfach die jüngeren, meist friegsbeschädigten Hilfs fräfte( häufig Familienväter mit unversorgten Kindern) entläßt, sondern die Beamten nach Vollendung des 60. Lebens jehres unter Einziehung der entsprechenden Anzahl von Dienstftellen auf Wartegeld setzt und nach Vollendung des 65. Lebensjihres in den dauernden Ruhestand überführt. Die hierzu erforderliche gesetzliche Handhabe wäre zu schaffen. Gewiß fann eine solche Maßnahme in einzelnen Fällen auch zu Härten führen, aber die davon Betroffenen bleiben in ihrer Eristenz gesichert, sie erhalten ein, wenn auch gekürztes Eintommen weiter, das sie vor der größten Not schüßt, während die zu entlassenden Hilfskräfte häufig vor dem Nichts stehen und der Erwerbslosenfürsorge anheimfallen. Aufgabe der fozialdemokratischen Abgeordneten wird es sein, diese Fragen cuf das eingehendste zu prüfen und nötigenfalls die Initiative zu gefeggeberischen Maßnahmen zu ergreifen. Floreftfechtereien der Juriffen die schlimmsten Schieber die besten Aussichten haben, weil sie sich die tüchtigsten Rechtsanwälte leiften fönnen. Die Urteile müßten der Deffentlichkeit bekanntgegeben werden. die Reichseinkommensteuer Herr Cuno war über die von Knoll vorgetragenen Urteile sehr Die notwendigen Vereinfachungen in dem Verwaltungs- er ft aunt. Aber weder er noch Ernährungsminister Luther tonnwesen der Bost werden energisch aber nur dann durchzuführen ten positive gefeßaeberische Pläne anfündigen. Baltrusch( chr. Gew.) meinte, man müsse vor allem in der Frage sein, wenn die Geschäftsgebarung bei dem Reichspostministerium und bei den Oberpostdirektionen durch besondere Kommissionen der Arbeitszeit eine mittlere Linie zwischen den Auffaffungen der nachgeprüft wird. Diese Kommissionen, die unmittelbar, vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden. Auch in dieser Frage konnte Reichspoftministerium unabhängig, dem Reichssparkommissar Herr Cuno eine abschließende Antwort nicht geben. Bei der Aussprache über zu unterstellen sein würden, wären aus Betriebsbeamten, die mit dem Verwaltungsdienst vertraut sind, aus Angehörigen der Handelswelt und Reichstagsabgeordneten zu bilden. Wenn erklärte der Reichstanzler, daß ein Gesetz in Vorbereitung sei, die Betriebsbeamten eine Revision durch die Verwaltungs- um die Mißstände in der Steuereinziehung abzustellen. AufBerwaltungshäuser antwortete, die Gewerkschaften müßten die fofortige Er beamten als selbstverständlich hinnehmen müssen, so ist es ganz höhung der Abzüge von der Einkommensteuer für die Lohnin der Ordnung, wenn in einer demokratischen Republik auch die empfänger fordern. Das ongekündigte Gesetz über die SteuereinVerwaltungsbeamten von Betriebsbeamten revidiert werden. ziehung müsse auch für die Besikenden fünftig den Tag der SteuerOhne eine solche Kontrolle der Berwaltungsbehörden muß ihr zahlung maßgebend für die Höhe des zu entrichtenden Betrages Abbau problematisch bleiben; denn es ist immer die Ansicht machen. dieser Behörden gewesen, daß nur sie allein alles recht machen: Sie sahen an, alles, was sie gemacht hatten, und siehe, es war sehr gut." Bur Wohnungsfrage verlangte Brost( Chr.) eine Einwirkung auf die Baustoffpreise. Staatsfefretär Hamm war in der glüdlichen Lage, auf diese Frage nicht näher eingehen zu brauchen, da der Reffortminister Brauns verreist mar. Die Gewerkschaften haben wohl noch niemals von einer Regierung derart dürftige Antworten erhalten, wie von dem rein bürgerlichen Kabinett des Herrn Cuno. Tschitscherin dementiert. dla 290 daß( aus den üblichen außenpolitischen Gründen) ein offizieller Lausanne, 29. Dezember.( WTB.) In einer Unterredung mit Bericht an die Breffe gegeben werden soll. Diese Abmachung hin- dem Sonderberichterstatter des" Temps" dementierte Tschitsche. dert indes feineswegs, daß die Sochaczewskische Zeitungstorrefpon- rin heute fategorisch die Behauptung gewiffer französischer Blätter, denz einen eigenen( tendenziösen und recht eingehenden) Bericht wonach er während seines Aufenthaltes in Berlin auf der Reise verbreitet. Die freien Gewerkschaften sollten aus diesem Borgang nach Lausanne in seiner Unterhaltung mit dem Reichsminister endlich die notwendigen Konsequenzen ziehen. Da die Gewerkschafts- v. Rosenberg Deutschland den Widerstand gegen die französischen mitglieder den Anspruch haben, objektiv unterrichtet zu werden, Forderungen angeraten habe. Tschitscherin erklärte weiter, baß er bringen wir nunmehr einen uns von gewerkschaftlicher sich in feiner Weise in die Beziehungen zwischen Deutschland und Seite zur Verfügung gestellten Bericht: den Westmächten eingemischt habe. Reichsregierung und Gewerkschaften. Und noch auf einen weiteren Punkt werden die Reichstagsabgeordneten unserer Partei bei der Beurteilung dieser Ein gewerkschaftlicher Verhandlungsbericht. Frage ihr Augenmert richten müssen. Es handelt sich darum, Am Schluß der Verhandlungen, die die Gewerkschaften am daß nicht allein bei der Bemeffung der Betriebsbeamten, sondern vor allem auch der Verwaltungsbeamten die 28. Dezember mit dem Reichstanzler hatten, ist festgestellt worden, gebotene Wirtschaftlichkeit beobachtet wird. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Personal mancher Oberpost Direktionen verdoppelt, ja verdreifacht; auch das Personal des Reichspostministeriums ist außerordentlich vermehrt worden. Gewiß sind durch die Entwicklung des Fernsprechverkehrs, der drahtlosen Telegraphie, des Postscheckverkehrs, durch den Hinzutritt der Auszahlung der Militärversorgungsgebührnisse, durch die Postreklame usw. die Aufgaben der Verwaltung ermie einer der fleineren Neu- England- Staaten. Zweifellos wird New York aber die größte Stadt der Welt werden und London zur zweitgrößten herabdrücken. Welches wird dann die drittgrößte sein? Chicago erhebt darauf den Anspruch, aber es dürfte Berlin oder Baris schwerlich überflügeln. Vielleicht aber müssen wir mit dem Auftreten neuer Riefenstädte in Gegenden rechnen, die gewaltige wirtschaftliche Möglichkeiten befizen. Buenos Aires hat bereits bei nahe die zweite Million seiner Einwohner erlangt, und die beiden australischen Großstädte Sidney und Melbourne werden binnen furzem je eine Million Einwohner bejizen. Diese Millionenstädte dürften rascher wachsen als die Riefenstädte, deren Entwicklung schon weit vorgeschritten ist. Vogelgesang als Schulfach. Die Kenntnis des Gesanges der einheimischen Bögel soll in England jetzt in besonderen Lehrstunden der Jugend beigebracht werden. Da man die gefiederten Gänger nicht so ohne weiteres im Freien beobachten und hören kann, so erfolgt der Unterricht mit Hilfe des Grammophons. Die Lieder, die die Bögel fingen, werden im Grammophon vorgeführt, und zwar hat man vorläufig Platten von den Gesangskünften dreier Bögel aufgenommen, nämlich von der Amsel, der Drossel und der Nachtigall. Doch werden bald auch die anderen englischen Vögel mit Hilfe des Grammophons in den Schulklassen belauscht werden fönnen, und man will den Schulen eine ganze Sammlung von Bogelstimmenplatten zur Verfügung stellen, damit den Kindern die Kenntnis der einzelnen Bogelſtimmen vermittelt werden kann. Die bisherigen Aufnahmen sind sehr befriedigend ausgefallen und man kann ebenso den flötenden Ruf der Amsel wie die melodische Tonflut der Nachtigall im Grammophon genießen. Reichskanzler Cuno eröffnete die Sigung mit der Erklärung, daß das Kabinett, das über den Parteien stehe, längst den Wunsch gehabt hätte, auch mit den Gewerkschaften in Fühlung zu kommen. Lediglich die starke Ueberlastung durch die außenpolitischen Fragen sei schuld daran, wenn er diese Absicht nicht längst verwirklicht habe. Er streifte dann ganz allgemein die Möglichkeiten in der Reparationsfrage. In dieser schweren Zeit müßten alle Schichten des Volkes bereit sein, Opfer zu bringen und zusammenstehen. Zu den von den Gewerkschaften formulierten Fragen bemerkte der Kanzler, daß der Reichswirtschafts-, der Reichsfinanz- und der Reichsarbeitsminister, deren Ressorts zum großen Teil berührt werden, nicht anwesend sein sönnten, er könne lediglich Anregungen der Gewerkschaften entgegennehmen, um sie dann der ressortmäßigen Erledigung zuzuführen. Für all das wußte der Reichskanzler immer wieder lediglich den Mangel an Zeit als Ursache anzuführen. Positiven Inhalt gewann die Rede des Herrn Cuno erst in dem Augenblick, als er sich sehr heftig gegen die vom ADGB. und AfA- Bund im Vorwärts" an demselben Lage veröffentlichte Dentschrift zur Eintommensteuer wandte. Sowjetrussischer Pazifismus. Lausanne, 29. Dezember.( WTB.) Bei einem Empfang der amerikanischen Journalisten cab Tichitscherin folgende Erflärung ab: Das russische Volt hofft und wünscht zu Beginn des Jahres, friedlich und ungestört arbeiten zu fönnen, seine Produktion wieder aufzubauen und Rußlands Wohlstand wieder herzustellen. Dies ist eine Arbeit für die allgemeinen Interessen. Will das amerikanische Bolt beiseite stehen? Rußland hat feinen größeren Wunsch als den, die Mitarbeit des amerikanischen Boldes für seinen Wiederaufbau zu sichern. Würde der Handel in Amerife. die Mitwirkung des amerikanischen Kapitals in Rußland, die Berbindung russischer Arbeit mit amerikanischer Arbeit, würde solche fruchtbare Zusammenarbeit nicht beiden Bölfern und allen Bölkern zum Nutzen gereichen? Ich bin nach Lausanne gekommen, um den Frieden im Schwarzen Meer und die Sicherheit seiner Küsten wieder herzustellen, um es für fremde Kriegsschiffe zu sperren und um mich die gegenseitige Sicherheit zu einigen. Ich kam hierher um des mit unseren Nachbarstaaten am Ufer des Schwarzen Meeres über Genosse Leipart vom ADGB. ließ dem Kanzler feinen Friedens willen. Unsere Hoffnungen sind vernichtet worden. Fremde Bweifel darüber, daß er von den Erklärungen höchst unbe- Kriegsschiffe werden vor unserer Südküste breuzen, und die Folge friedigt fei, und er warf die Frage auf, ob etwa die Indu werden gegenseitige Rüstungen sein. Unseren Friedensvorstellungen ftriellen damit einverstanden gewesen wären, wenn man auch sie stellen andere ein System ständiger militärischer Drohungen entDiesem Biel strebt auch Rußland ent in den schwebenden inner- und außenpolitischen Fragen damit ver- gegen. Die Flottenabrüstung ist in Washington eingeleitet tröstet hätte, daß sie ja nächste Woche, wenn die Dinge abgeworden. fchloffen sind, das fertige Programm der Regierung fennen gegen. Ob man die Abrüstung teilweise oder völlig verwirklicht, lernen würden. Der Kanzler möge daran denken, daß unter den vor allem muß die Flottenabrüftung allgemein fein. Nur dann ist Massen des Volkes eine wachsennde Erbitterung herrsche, und es sei sie wirksam. Die allgemeine Flottenabrüftung ist außerdem die einverhängnisvoll, wenn sich die Regierung über diese Stimmung im zige vollkommene Lösung der Meerengenfrage Bande etwa täuschen sollte. Der Reichskanzler erwiderte, daß auch mit anderen großen Der Vorteil der Naturalsteuer. Wirtschaftsgruppen nicht verhandelt worden sei. Ein Versuch, die Vorsitzenden des ADGB. früher zu erreichen, sei gescheitert. Moskau, 27. Dezember.( DE.) Die Erhebung der Natural( Someit uns befannt ist, haben die Vorsitzenden, wenn sie von Berlin abmesend find, Stellvertreter, die auch für die Regierung er- fteuer hat sich verzögert, geht jedoch einem recht erfolgreichen Abreichbar sind.) Baltrusch von den christlichen Gewerbschaften verfchluß entgegen. Nach amtlichen Daten, die bis Ende November fuchte Leiparts Kritik abzuschwächen. Da der Reichstanzler darauf reichen, find in Sowjetrußland ohne die Ukraine, Transfaufafien vermics, daß in letter Linie und Turkestan, in Loggeneinheiten umgerechnet, bereits 251,3 millio nen Bud eingezahlt worden. Der Voranschlag belief sich auf etwa nur die Regierung die Verantwortung Chen Jugendlicher in den Vereinigten Staaten. In 17 BundesStaaten der Union bestehen feinerlei Bestimmungen über das Alter der Eheschließenden; in 9 Staaten sind Ehen zwischen Mädchen von 12 Jahren und Anaben von 14 Jahren an statthaft; während in diesen Fällen die elterliche Zustimmung erforderlich ist, dürfen in 3 Staaten Mädchen im Alter von 16 Jahren auch ohne eine solche heiraten; Eheschließungen von Schwachsinnigen find in 19 Staaten erlaubt. Infolge diefer Berhältnisse gibt es in den Vereinigten Staaten 13 000 Mädchen in einem Alter bis zu 15 Jahren, 50 000 in einem Alter von 16 Jahren, 1600 naben in einem Alter bis zu 15 Jahren und 3000 naben in einem Alter bis zu 16 Jahren, die verheiratet sind. Diese und andere Tatsachen, so die in den einzelnen für die neuen Reparationsvorschläge zu tragen hätte, erwiderte 240 millionen Pud. Wenig ergiebig war dagegen die Erhebung Staaten start voneinander abweichenden Gefehe über die Ehe- Aufhäuser vom Afa- Bund, daß die formelle Verantwortung der Naturalsteuer von den verpachteten nationalisierten Mühlen, Boranschlages ergeben hatte und besonders die Eintreibung der als scheidung, die Regelung der Chen zwischen Weißen und Farbigen, der Regierung die Gewerkschaften von der Berantwortung nicht ent- die bis zum 1. November mit 6,2 Millionen Bud nur 22 Broz. des bie in 35 Staaten ohne weiteres erlaubt sind, haben den Anlaß binde, die sie gegenüber der gesamten werktätigen Bevölkerung zu Saatgut gewährten Getreidebarlehn. In der Ukraine waren bis gegeben, daß die amerikanischen Frauenstimmrechtsorganisationen tragen hätten, wenn nicht endlich dem mahlosen Elend gesteuert werde. Ende November als Naturalsteuer und Mühlenabgabe etwa eine Propaganda ins Wert gefekt haben, um zunächst einmal eine Er fönne nicht anerkennen, daß es aus Mangel an Beit notwendig 75 Millionen Bud, bei einem Voranschlag für die Naturalsteuer von einheitliche Regelung der auf Eheschließung und Ehescheidung bezüg- war, bis zum 28. Dezember mit dieser Besprechung zu warten, fo 95 Millionen, eingebracht. Im allgemeinen ist die Steuererhebung daß teine Zeit mehr übrig ist, vor der Formulierung der neuen ohne Anwendung der Gewaltmaßnahmen durchgelichen Gesetzgebung zu erreichen. Es deutschen Vorschläge überhaupt noch eingehend zu diskutieren. führt worden, die im Vorjahre ausgeübt worden ist, und der Drud sei doch nicht zu bestreiten, daß auf die Bevölkerung wurde, soweit erforderlich), zumeist durch Einquartierungen von Militär und wirtschaftliche Absperrungen ausgeübt. Die Presse meldet über die bessere Qualität des abgelieferten Getreides gegenüber dem Vorjahre, zugleich aber auch über die Gefährdung großer Getreidemengen durch Lagerung in ungeeigneten Lagerräumen in Erwartung des Abtransportes, der durch den Mangel an Eisenbahnwagen und Getreidesäcken verzögert werde. Neues Volkstheater. Dereffe als Dntel", Schillers Bearbeitung des Bicardschen Luftspiels, cebt zusammen mit Goethes: Laune des Berliebten( negie Ernit Raden) am Silvesterabend in der Inszenierung von Paul Bildt erstmalig in Szene. Bühnen Zentraltheater. Sonnabend, den 30., und Sonntag, den 21., finden nadm. 3, Uhr Kinder vorstellungen des Gestiefelten Staters" statt. Starten zu bedeutend ermäßigten Preisen an der Klasse. bild Leo Dahl. maßgebende Industrielle und Banfleute rechtzeitig gehört worden sind, während die Regierung im Gegensah zu ihrer Vorgängerin glaubt, auf den Rat der Gewerkschaften in dieser Lebensfrage völlig verzichten zu können. Wenn der Reichsfangler an die Arbeitnehmer appelliere, quch ihrerseits Opfer 3 bringen, dann hätten die Gewerkschaften wohi das Recht und die Pflicht, durch ihre Gewerkschaftsbewegung Wo die Regierung fest" bleibt. Arbeiterforderungen abgelehnt. Die Bemühungen der Spikenorganisationen der Beamten, Angefiellten und Arbeiter des Reichs, der Länder und der Gemeinden, eine weitere Aufbefferung der Dezemberbezüge zu erreichen, dürften als gefcheitert angefehen werden. Die Reichsregierung beharrt frog aller Warnungen der Gewerkschaften auf ihrem Standpunkt, feine neuen Zulagen zu bewilligen. Für den 8. Januar find vom Reichsfinanzminifterium neue Verhandlungen anberaumt, die fich aber nur auf eine Neuregelung der Gehälter und Löhne für den Monat Januar erstrecken. Die finkenden Reallöhne. Die Berelendung der Arbeiterschaft. Infolge der rasenden Teuerung der letzten Monate sind durch die Aktion der Gewerkschaften auch die Löhne der Arbeiter erhöht worden. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß trotz der vorgenommenen Lohnerhöhungen die Löhne hinter der Teuerung zurückbleiben. Nun gibt es immer noch kurzsichtige Leute, die da behaupten, daß es die Löhne wären, die die Teuerung verursachten, und daß an einen Abbau der Preise erst zu denken wäre, wenn die Löhne abgebaut würden. In bürgerlichen Kreisen und in bürgerlichen Blättern wird so viel von der hohen Löhnen geredet, daß es angezeigt ist, an der Hand der offiziellen Statistiken das wachsende Mißverhältnis zwischen der Teuerung und den Löhnen aufzuzeigen. Ringe die Preise willkürlich immer weiter hinauftreiben, daß der Handel immer höhere Gewinne einheimst, daß unsere ganze Wirtschaft eingestellt wird auf die Spekulation und die rücksichtslose Ausplünderung der breiten Boltsmassen. Eine Ente. Eine Berliner Korrespondenz verbreitet die Nachricht, daß bei einer Unterredung zwischen dem Oberbürgermeister Böß und den Bertretern der Berliner Bäderorganisationen die Bädermeister fich auf eine angebliche Gefahr eines Streits der Bädergehilfen berufen hätten. Angeblich habe der Zentralverband der Bäder und Kondi toren Forderungen eingereicht und gedroht, daß, wenn diese Forde rungen nicht bewilligt würden, die Bäckergehilfen am 2. Januar die Arbeit niederlegen würden. Dazu wird uns vom Zentralverband der Bäcker und Konditoren mitgeteilt, daß bisher noch keinerlei Forderungen eingereicht worden sind, daß also auch keine Verhandlungen mit Bäckermeistern stattgefunden haben und daß folglich von einem drohenden Bäckerstreit nicht die Rede sein kann. Augenscheinlich scheinen die Bäckermeister mit dem Schredgespenst eines Streiks der Bäckergehilfen nur zu operieren, um ihre eigenen Forderungen durchzudrücken. KPD.- Quertreibereien im Glasarbeiterverband. 201 auf ihnen aufbauenden speziellen Fachturfe Unterstufe und Mitbet stufe der Schule dar, so besitzt die Schule in ihren Seminaren( Arbeitsrecht, Privatwirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre) eine Oberstufe, die denjenigen, die tiefer in die Materie eindringen wollen, die Möglichkeit tiefgehender wissenschaftlicher Ausbildungsarbeit gibt. Die Lehrberatungs- Sprechstunden der Schule sollen dazu dienen, die Kollegen in ihrer Bildungsarbeit zu beraten und, gemeinsam mit ihnen, den für sie zweckmäßigen Ausbildungsgang zu besprechen. In der kurzen Einleitung des neuen Unterrichtsverzeichnisjes wird darauf hingewiesen, daß die Gewerkschaften und damit auch ihre Bildungseinrichtungen ganz besonders unter der Geldentwertung leiden. Gerade unter diesen Gesichtswinkeln gesehen, ist es eine ganz außerordentliche Leistung der Berliner Gewerkschaften, unter den ungünstigsten Verhältnissen eine solche Bildungseinrichtung zu schaffen, wie sie die Berliner Betriebsräteschule heute darstellt. Auch im neuen Unterrichtsabschnitt werden die finanziellen Kosten lediglich von den Berliner Gewerkschaften getragen, denn der Hörerbeitrag von 50 M. für einen Rurfus von 10 Doppelstunden kann bestenfalls als eine fleine Anerkennungsgebühr gelten. Für die Berliner Arbeiter- und Angestelltenschaft ergibt sich aber damit die Verpflichtung, unter Aufbietung aller Kräfte für die Erhaltung und den weiteren Ausbau ihrer Bildungseinrichtung zu sorgen. Hierfür gibt eine rege Inanspruchnahme des Unterrichts die beste Grundlage. Es ist zu hoffen, daß sich GewerkBon fommunistischer Seite ist zum ersten und zweiten Weih- schaften und Betriebsräte in gleichem Maße um die Propagierung nachtstage eine Reichskonferenz der Glasarbeiter" nach Gräfenroda der Bildungsarbeit innerhalb der Berliner Arbeiter- und Ang in Thüringen einberufen worden. Es wurde ein mit dem Namen stellterschaft bemühen werden. Bachmann unterzeichnetes Rundschreiben versandt, worin um die Angabe von zuverlässigen" Adressen ersucht wird. Man wollte Wie die Mainzer Boltszeitung" berichtet, hat die Kriminal dort anscheinend hübsch unter sich sein. Die Tagesordnung sollte auch erst auf der Konferenz bekanntgemacht werden, anscheinend, polizei in Wiesbaden einen angeblichen Maschinisten aus Ludwigs. damit nichts davon in die Deffentlichkeit fommen soll. In einer hafen wegen Unterschlagung von 85 000 M. Streitgeldern Konferenz des Vorstandes des Zentralverbandes der Glasarbeiter festgenommen. Der Verhaftete machte sich im Wartesaal des Hauptund-arbeiterinnen Deutschlands mit dem Ausschuß, dem Beirat und bahnhofs in Wiesbaden durch ein wüftes Schlemmerleben auffällig. den Gauleitern am 17. und 18. Dezember brachte der Vorstand Bei seiner Verhaftung gab er zu, Streifgelder bei sich zu führen. diese Angelegenheit, von der er am Tage vorher Kenntnis erhalten Diese seien nach Beendigung des Streits ohne Verwendung gehatte, zur Sprache. Bemerkenswert war das Geständnis eines wesen, weshalb er sie an sich genommen habe, um sie fommunistischen Borstandsmitgliedes, daß die Konferenz die Vor- Berlin zu bringen. Nähere Aufklärung des Falles bleibt abzuwarten. arbeiten zu der im nächsten. Jahre stattfindenden GeneralversammBuchdrucker. Bei der Urabstimmung über die Wahl des 2. Gaulung des Verbandes treffen foll, b. h. also im kommunistischen vorstehers wurden insgesamt 11 643 Stimmen abgegeben. Davon Sinne nach den allzusehr bekannten Richtlinien. Die Konferenz wandte sich entschieden gegen das Treiben der erhielt Rudolf Albrecht 5865 und Otto Fiedler 5271 Stimmen; unOpposition, nahm jedoch von scharfen Abwehrmaßnahmen Abstand, gültig waren 507 Stimmen. Der langjährige 2. Gauvorsitzende weil sie der Auffassung war, daß diese Türme nicht in den Himmel Rudolf Albrecht ist demnach wiedergewählt. wachsen werden und auch keine Märtyrer" schaffen wollte, gab jedoch ihrer Meinung dahin Ausdrud, daß alle Sonderton ferenzen, die nicht die Genehmigung des Hauptvorstandes haben, zu unterlassen sind und daß Mitglieder des Vorstandes, des Ausschusses oder des Beirats nicht daran teilnehmen dürfen. Eine der Konferenz unterbreitete Sympathieerklärung für die Streitenden in der Pfalz wurde mit großer Mehrheit abgelehnt, = " Sie Hyäne des Schlachtfelds? nach Der Streif der thüringischen Gemeindearbeiter erstreckt sich bis Die Verrichtung von Notstandsarbeiten jetzt auf 12 Städte. wurde den Streitenden mehrfach verwehrt, damit umso fräftiger in der bürgerlichen Presse gegen fie vorgegangen werden kann. In Eisenberg wurden die Forderungen der Arbeiter bewilligt. Der Ortsausschuß der ADGB. hat die Stadtverwaltung ersucht, aus dem Tarifverband auszutreten. Die Streifenden fordern ins besondere auch die Entlassung des Geschäftsführers des Tarifverbandes der Gemeinden und Kreise, da an dessen reaktionärer Ein stellung und sozialem Unverständnis bisher alle Bemühungen zur Beilegung des Konflikts geicheitert find. Nachdem erneute Berhandlungen in Erfurt erfolglos blieben, wurde gestern, Freitag, Das erste Dezemberheft von„ Wirtschaft und Statistik", die vom Statistischen Reichsamt herausgegeben wird, bringt eine Uebersicht der Entwicklung der Löhne der Bergarbeiter im Ruhr gebiet und der Metallarbeiterlöhne für die 20 Hauptfize der Metallindustrie vom April bis November 1922 und führt zugleich die Borkriegslöhne an. Bergarbeitern betrug der durchschnittliche Bei den d. Schichtlohn eines ledigen Hauers im April 159 M. oder das 26fache des Vorfriegslohnes, der eines verheirateten Hauers mit zwei Kindern unter 14 Jahren 176 M. oder das 28fache des Vorfriegslohnes. Im November 1922 betrug der Schichtlohn 1576 bzw. 1744 M. oder das 255fache bzw. 282fache des Borkriegslohnes. Im April 1922 betrug die Reichsinderziffer der Lebenshaltungskosten 3175, d. h. nahezu das 32 fach e. Im November betrug dagegen die Reichsinderziffer der Lebenshaltungskosten das 580fache der Vorkriegszeit. Während also die Löhne im April durchschnittlich das 27fache der Borkriegslöhne be. trugen und damit um nicht ganz 20 Proz. hinter der Teuerung zurüdgeblieben waren, betrugen die Bergarbeiterlöhne im November im Durchschnitt das 268fache gegenüber einer durchschnittlichen Teuerung, die das 580fache der Borkriegszeit ausmacht. Die Lohnsteigerung ist also um mehr als 54 Broz. hinter der Steigerung der Lebenshaltungskosten zurückgeblieben. In Wirklichkeit sind die Löhne jedoch noch weit erheblicher hinter der Teuerung zurückgeblieben, da die Reichsinderziffer notorisch hinter dem Teuerungsniveau zurückbleibt und die angezogene Gruppe der Bergarbeiter im Ruhrgebiet unter ganz besonderen Teuerungsverhältnissen lebt. Für die Metalfarbeiter sind die Wochenlöhne angeführt. Diese betrugen für gelernte ledige Arbeiter im April 772 m. und für verheiratete gelernte Arbeiter mit zwei Kindern unter 14 Jahren 853 M. Diese Löhne waren 21,28- bzw. 23,52mal die Löhne vom Juli 1914. Im November betrugen die Durchschnittslöhne 7938 bzw. 8457 M. die Woche, d. i. 218,86- bzw. 233,17mal die Borkriegslöhne. Stellt man dazu in Vergleich die weiter oben angeführte Teuerung, die in dem gleichen Zeitraum vom 32fachen auf das 580fache gestiegen war, dann kann man hier dieselbe Feststellung in vielleicht noch stärkerem Maße als bei den Bergarbeitern machen, nämlich, daß die Löhne seit April um rund 62 Pro3. hinter der Die Betriebsräteschule der Berliner Gewerkschaften. eingetretenen Teuerung der letzten Monate zurüdDurch verschiedene in diesem Teil unseres Blattes erschienene geblieben sind. Diese beiden Zahlen, die noch hinter der Wirklichkeit zurückbleiben, zeigen die ungeheuerliche Ber- Aufrufe ist die Berliner Arbeiterschaft bereits auf den im Januar elendung der Arbeiterschaft, die während der letzten neu beginnenden Unterrichtsabschnitt der Berliner Freigewerkschaft lichen Betriebsräteschule hingewiesen worden. Das uns vorliegende Monate eingetreten ist. Sie zeigen aber auch, wo die wirklichen Unterrichtsverzeichnis sieht über 50 Kurse vor, die in acht in verBreistreiber zu suchen sind, und welchen gemeingefährlichen Blöd- schiedenen Gegenden Berlins gelegenen Unterrichtsstätten abgehalten finn die Leute verbreiten, die von den hohen Löhnen als die Ursache werden. Durch diese Berlegung des Unterrichts in die von der Arder Teuerung reden. beiterschaft am stärksten bewohnten Gegenden( Zentrum, Nordwesten, Norden, Südosten, Often) wird es in der Tat jedem möglich, den Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Unterricht zu besuchen. Um auch einen Teil der Außenbezirke zu er= faffen, finden ebenfalls in Stegliz, Spandau und Röpenick Unterrichtsturse statt. In dieser Berelendung der Arbeiterschaft liegt aber auch eine ungeheure Gefahr für die deutsche Volkswirtschaft. Die Grundlage unserer Wirtschaft ist die Qualitätsarbeit des deutschen Arbeiters. Ohne eine ausreichende Lebenshaltung ist eine derartige Qualitätsarbeit nicht zu erreichen. Mit der Verelendung unserer Arbeiterschaft muß auch die deutsche Wirtschaft über furz oder lang zusammenbrechen. Es fann einfach nicht mehr so weiter gehen. Es fann unmög ( ich noch weiter geduldet werden, daß die Synditate, Kartelle und GARBATY GARBAT SPASIA im Reichsarbeitsministerium verhandelt. Graphische Hilfsarbeiter. Sonntag nachmittag 1 Uhr außerordentliche Mit gliederversammlung im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16–18. Bericht von den Tarif- und Lohnverhandlungen. Erscheiner aller ist Pflicht. Der Ortsvorstand. Aus der Praxis deutschnationaler Betriebsräte. Die Angestellten der Firma Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion GmbH., Neubabelsberg, haben sich einen Betriebsrat gewählt, dessen Obmann Mitglied des Deutschnationalen Hand lungsgehilfenverbandes ist. Vor kurzer Zeit haben nun diese Angestellten unter Führung ihres deutichnationalen Obmannes den Bentralverband der Angestellten mit der Wahrnehmung ihrer Interessen bei der Neuregelung der Gehalts- und Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Dienstag nachmittag 5 Uhr Arbeitsbedingungen betraut. Der Zentralverband der Angestellten findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1, eine Sigung aller Ver hat auch sofort die notwendigen Schritte eingeleitet. Er war aller- trauensleute der reinen Buchbindereien und Briefumschlagfabriten statt. Lages. Für die Vertrauens Dings der Auffassung, daß die Durchführung der Bewegung voraus ordnung: Bericht von den lezten Lohnverhandlungen. leute der in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder und Buchbindereiarbeite. jetzt, daß auch die Angestellten ihre Pflicht tun und sich getvert innen findet am Mittwoch nachmittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, schaftlich im Zentralverband der Angestellten organisieren. eine Gigung mit derselben Tagesordnung statt. Jeder Betrieb muß vertreten Das paste offenbar dem Obmann des Betriebsrats nicht und er fein. Die Branchenleituna veranlaßte nun die Betriebsbelegschaft zur Burdaiehung Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: der erteilten Vollmachten. Wenn nun die außerordentlich schlecht sh. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud entlohnten Angestellten obengenannter Gesellschaft sich weiter mit Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Gehältern begnügen müssen, die noch nicht einmal zur Befriedi gung der dringendsten Bedürfnisse, geschweige denn zur Fristung einer menschenwürdigen Eristenz ausreichen, so tönnen sie sich dafür bei ihrem deutschnationalen Betriebsrat bedanken. Gierzu 1 Beilage. Bei Grippe- Gefahr schützen die fachärztlich empfohlenen Erstklassige Herrenbekleidung Die Stoffgebiete der Betriebsräteschule sind vor allem Arbeitsrecht, Betriebs- und Privatwirtschaft, Bolkswirtschaft, Sozialver ficherung und Hygiene. Insbesondere für Anfänger find eine Reihe von Einführungstursen bestimmt, in denen hinsichtlich Arbeitsmethode und Kenntnisvermittlung erst einmal allgemeine Grundlagen geschaffen werden sollen. Stellen die Einführungskurse und die fich MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 GARBATY Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise ASDASIA ASPASIA GARBATY DITTMANN ASDASIA Nr. öl 4 ♦ ZH. Jahrgang Beilage öes vorwärts SonnabenS, ZS. Dezember 1922 vierzigfache Irieüensmiete im Januar. sa,a4faclie Friedens miete als Vorausleistung. Der Magistmt hat am 28. Dezember die Mietsätze nach dem Reichsmietengesetz mit Wirkung zum Neujahrstage zum drittenmal abgeändert. So hat Berlin in den vier Monaten vom Sep- tember bis Dezember vier verschiedene Mietsätze erlebt. Wenn während der zweineinhalbjährigen Geltungsdauer der chöchstmietenordnung auch nur vier verschiedene Höchstsätze in Wirkung gewesen sind<20 Proz. bis Juni 1921, 30 Proz. bis Ende 1921, 70 Proz. bis Ende März 1922, danach 120 Proz.), so waren die Verhältnisse damals beständiger und die Geldentwertung machte erst langsame Fortschritt«. Die galoppierende Markschwindsucht kann auch vor der Miete nicht haltmachen. Künstliche Treibereien von Materialpreisen, wie beim Holz, fördern den Ruin. Hohe Mietpreise, niedrige hypothekenzinsen. War für Oktober die Miete etwa dos Siebeneinhalbfache der Friedensmiete, so im Dezember bereits das Dreißigfache. Für Januar hat die Mieterschaft ein Drittel mehr, also etwa das Vierziafach« der Friedcnsmietc in ihren meist schon arg genug belasteten Haushalt einzustellen. Und noch find die H n p o- t h e t e n z i n s e n, die vor dem Kriege meist mehr als die Hälft« der gesamten Mieteinnahmen aufzehrten, erst so unbeträchtlich g e st i e g e n, daß noch heute zur Abgeltung dieser Steigerung ein Zwölftel der Friedensmicte ausreicht. Die Hypotheken- schulden selber— einst in der Regel mehr als dreiviertel vom Werte des ganzen Housgrundstücks— sind unter der schwindenden 5kaufkraft der im Nennwert unveränderten Mark zu einer Winzigkeit zusammengeschrumpft, dabei das Aktiv. vermögen des Hauseigentümers ohne sein Zutun immer mehr vergrößernd. Die drei neuen Slenderungen. Di« neue Bekanntmachung zeigt drei Aenderungen: 1. Die Zuschläge ergeben insgesamt ein Mehr von 1200 Proz. Grundmiete(g), das ist ein Mehr von rund dem Zehnfachen der Friedensmiet« g a n z e 8.6 g+ 17,2 g— 25,8 g oder 20,64 k zu zahlen. die sich vor allem auf die Bormittagsstunden zwischen 6 und 9 Uhr und auf die Abendstunden zwischen 4 und 7 Uhr zusammendrängen. Der Wagenpark ist außerordentlich heruntergewirtschaftet, da er nicht nur während des Krieges gelitten hat, sondern er wird auch jetzt noch, infolge der ständigen Ueberfülluna dauernd über- mäßig beansprucht. Hinzu kommen die D i e b st ä h l e, die dazu haben, daß nicht nur Messingschräubchen, sondern auch Türschlösser und Messingfensterrahmen ge> stöhlen werden. Diese Dieb st ähleamal lg«meinen Eigen- Der Trick öer Säckermeister. Brokkarten. die zweimal benutzt werden. Umfangreiche Veruntreuungen eines städtischen Beamten spielten in einen Prozeß hinein, welcher gestern das Wuchergericht des Landgerichts II beschäftigte. Angeklagt wegen Schleichhandels und Vergehens gegen die Reichsgetreideordnung waren die Bäcker- meister Bree und K o tz a n. Bei der Brotmarkenoerteilungsstelle in Mariendorf war ein gewisser Philipp als Beamter tätig gewesen und Hatto diese Tätigkeit dazu benutzt, um außerordentlich umfangreiche Schie- b u n g e n zu verüben, die ihm einen Gewinn von mehreren hundert- tausend Mark einbrachten. Diese Angelegenheit hatte schon einmal das Wuchergericht beschäftigt. Philipp wurde damals zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Mehrer« andere Mitangeklagte, zumeist Galizier, erhielten empfindliche Gefängnis- und Zuchthausstrafen. Zu der gestrigen Verhandlung wurde Philipp aus der Strafhaft vor- geführt. Die jetzige Anklage behauptete, dag die beiden angeklagten Bäckermeister mit Philipp gemeinschaftliche Sache gemacht hatten, indem sie es duldeten, daß Philipp von ihnen die Brotkarten abholte und sie im Einverständnis mit einem anderen ungetreuen Beamten einer Nachbargemeinde, welcher an einem späteren Wochentage die Brotkartenabrechnung vornahm, wieder in den Verkehr(je- bracht hoben sollen, denn dadurch wurde es den Bäckermeistern mog- lich, große Posten Mehl zu beziehen, auf welche sie keinen Anspruch hatten. In der Verhandlung kam unter anderem zur Sprache, daß viele Bäckermeister sich auf folgende Weise in den Besitz größerer Mehlmengen gesetzt hatten, als ihnen eigentlich zustand: Da die Abzählung der einzelnen Brotkarten zu umständlich war, wurden die einzelnen Bündel lediglich abgewogen. Mebrere schlaue Bäckermeister feuchteten nun die Brot- karten stark an, so daß sie ein höheres Gewicht be- kamen und erreichten auf diese Weise, daß ihnen auch mehr Mehl zugewiesen wurde. Der Staatsamvalt beantragte nach mehrstündiger Beweisaufnahme gegen die Angeklagten je 8 Monate Gefängnis und 30 000 M. Geldstrafe. Die Verteidiger hingegen stellten unter Beweis, daß die Angeklagten von Philipp u n- bewußt als Werkzeug zu seinen Schiebungen miß- braucht worden seien. Das Gericht hielt das auch bezüglich des An- geklagten Kotzan für nachgewiesen und erkannte gegen ihn auf Frei- sprcchung. Dagegen wurde Bree wegen Schleichhandels und Vergehens gegen die Reichsgetreideordnung zu 30000 Mark Geldstrafe verurteilt. �_ Der neue Straßenbahntarif. Vom 2. Januar n. I. ab tritt bei der Berliner Straßenbahn folgender Tarif in Kraft: 1. Einzelfahrschein für Er- wachsen« auf den Stamm bahnen 70 M., im Bereich der Vorortbohnen(vorm. Spandauer, Köpenicker Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Grunewaldbahn) 60 M., für Kinder von 6 bis 14 Jahren, ferner(auf Berechtigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14 bis 17 Jahren und für unbemittelte Studenten, sowie(auf Ausweis des Bezirkssür- sorge- oder Wohlfahrtsamts) für Kriegsbeschädigte und im Gehen schwer behinderte Personen 35 M. Di« Ein- kommensgrenze für den Bezug von Berechtigungsscheinen für Lehr- linge und Schüler ist aus 84 000 M. jährlich(einschließlich Natural- bezüge) erhöht. Die Aussertigungsgebühr für den Berechtigung?- schein beträgt 15 M. 2. Umsteigefahrschein, auch im Wechsel- verkehr mit der Hochbahn 110 M., im Bereich der vorgenannten Borortbahnen 70 M. Die zweite Fahrt muß innerhalb zweier Stunden nach der durch Lochung auf dem Umsteigefahrschein ge- kennzeichneten Stunde angetreten werden; gelocht wird die ange- fangen« halb« Stunde. Zu 1. und 2. werden die bisherigen Fahr- schein« mit niedrigerem Preisaufdruck aufgebraucht und zu den neuen Tarifsätzen ausgegeben. 3. Monatskorten, vom Monat Januar 1923 ab, Stammbahnen eine Linie 4000 M.. bis zu 3 Linien 6000 M., alle Linien 12 000 M. Im Bereich der genannten Vorortbahnen eine Linie 3000 M., all« Linien 5lZ Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer Dinute von vicki Baum. „Börries ist tot. Als das Strahlenfieber alle Welt er- griffen hatte und wir die Gefahr erkannten, versuchte er, sich selbst den Strahlen zu entziehen. Er starb nach dtti Wochen. Es erhob sich eine Sekte, die riß die Strahlenapparate von allen Dächern: da kam das erste große Sterben in das Land. Wer an die Strahlen gewöhnt war, der konnte nicht mehr ohne sie leben. Die Erde selbst war gereizt; ungeheure Wetter- wirbel schlugen in die Stadt, als wir die Strahlen nicht mehr hatten. Bürgerkrieg erhob sich; die Sekte wurde überwältigt, und die Apparate wurden neu aufgerichtet. Bald wurden die Menschen in den Dörfern krank, unfähig zur Feldarbeit. Alt und siech zogen sie zur Stadt, drängten ein Haus neben das andere, einen Strahlenfänger neben den anderen. Da leben sie nun. Das Land verfällt. Die Erde ist übermüdet und gibt nur Faulfrucht und taube Aehren her. Die Frauen gebären zweimal im Jahr und die Kinder sterben. Dann fiel die Seuche uns an. In der Stadt ist Hunger und Entsetzen. Sie kämpfen täglich dort und wissen nicht warum. Das Fieber und die Seuche macht sie wahnsinnig. Jeder Mensch ist jedes Menschen Feind. Die Guten sind tot... „Michael?"—„Gestorben."—„Lorenz?"—„Getötet." —„Egidius?" „Manche glauben, daß Egidius nicht stirbt", sagte sie leise. „Bernward'?"—„Bernward? Väterchen! Bernward ist Kaiser." „Und du, Kornel?" „Ich bewache die Glocke. Ich werde läuten, wenn es Zeit ist. Weißt du, daß die von Süden schon am Weg sind? Sie kommen, die Feinde, die Armeen kommen. Wer weiß, ob wir morgen noch leben." „Leb wohl, kleiner Kamerad", sagte er unvermittelt und rührte flücbtig ihre Stirue an.„Ich muß zur Stadt. Ich komme. Ich komme", gab er noch einmal einer Stimme Ant- wort, die hart in ihm heischte lind forderte. „Ich gehe voraus, Väterchen", sagte Kornel leise. Das tauchte auf wie aus Brunnentiefen. Sie hatte es schon einmal gesagt. Vielleicht vor einer Ewigkeit, vielleicht vor einer Minute. Er folgte ihr. Dies ist die Stadt. Unter einem Himmel, den ihr Widerschein trank und mißfarben macht, liegt sie wie ein Geschwür. Sie türmt Häuser auf, pfercht Menschen übereinander, klettert mit Schornsteinen den Wolken nach. Auf Dächern, schwindlig hoch oben, surren, rasen, tosen die Sttahlenfänger. Sie recken Stangenarme hinauf und reißen Kraft aus den Wolken, zerren an der Luft, fressen den Himmel leer und mästen die Stadt mit Fieber und krampfhaftem Lachen. Die Menschen sind ur- alt, sie haben Fieber und Haß und Angst in den verwelkten Augen. Sie lachen, obwohl sie aussehen wie Gestorbene. Sie jagen in Wagen hin und sehen nicht zu, wenn einer unter die Räder kommt. Aber wenn sie aneinander streifen, erschrecken sie und suchen am anderen Zeichen der entsetzlichen Krankheit: wuchernde Glieder, geborstene Wunden, Verfärbtes, Stinken- des.... Auch die Stadt ist krank. Auch die Stadt hat wuchernde Glieder, Straßen, die üppig sind, angeschwellt, platzend von verfallener Ueberreife. Da drängt Licht an Licht und Reiz an Reiz; der Genuß hat Schneidendes, ist voll Schärfe und Ueberdruß. Lasterstätten brechen auf wie Wunden am Leib der Stadt. Die Erde ist erstickt unter Stein und Mauer und Asphalt. In ihre reine Tiefe ist die Stadt gewühlt mit Netzen, Rohren, Schienen, Drähten, Kanälen. Unten fließt Gestank und Verwesung, unten pfeifen die riesigen Ratten, ziehen dicke, weiße Maden in langsamen Zügen durch Gänge. Dies sind die wuchernden Straßen der Stadt, an denen Krankhest sichtbar wird. Draußen, am Rand liegen die anderen, die armen, leergesogenen und verkümmerten; die Elendswinkel, mit Leichen in den Winkeln, mit Verhungerten hinter den Toren, mit sterbenden Kindern auf den Treppen. Eingekränzt ist die Stadt vom Wall der Fabriken. Ueber ihnen ist die Lust nicht mehr Luft, nicht mehr das, was Men- schen atmen läßt Brandiger, verdorbener Dunst wirft sich von den Fabriken her über die Stadt Weißglühend stehen sie da und ihre Säle sind voll vom Geschrei der Maschinen. Zwei Stunden arbeiten die Menschen unter den Apparaten, dann werden sie abgelöst. Man schleppt sie ohnmächtig von den Maschinen fort, gibt ihnen Einspritzungen. Sie alle sind ver- fallen? Kreise, und keiner von ihnen wird älter als zwanzig Jahre. Sie stürzen sich in den Wirbel der Stadt wie Wahn- sinnige, mit' aufgerissenem Mund und weiten Fieberaugen. Sie möchten das ganze Leben in einem Glas austrinken, so voll Gier und Unrast hat man sie gemacht. Mitten im Trunk, im Tanz, in der Umarmung fällt Tod sie an oder die Seuche. Verhüllt fahren Autos durch die Straßen, halten vor jedem Haus, sammeln den Menschenabfall von Stunde zu Stunde, werfen ihn am Flußufer hin, wo die Wellen ihn auf» nehmen und die Böschung ein einziges, riesiges, gekalktes Grab ist. Doch im Theater werden am Abend tausend nackte Tänze- rinnen mit tausend nackten Knaben Liebesspiele aufführen. In großen Wirtshäusern bekommt man jede Lust zu kaufen, jeden Taumel und jeden Rausch. Gold und Platin strömt von einer Hand zur anderen, und nichts ist unkäuflich Dies ist die Stadt. Im Dröhnen der Straßen treibt Anselmus hin und rechtet mft der heischenden Stimme in seinem Innern. Du bist der Führer, sagt die Stimme. Wohin hast du geführt? Ich bin müde; ich bin müde, fleht Anselmus. Er hat ge- brochene Knie, Hunger zehrt ihn ganz auf, Fieber hüllt feine Gedanken ein, seine verbrannten Glieder schmerzen. Aber die Stimme in ihm ist ohne Mitleid. Wohin hast du geführt? War dies dein Ziel? Ich wollte das Gute. Ich liebte die Erde. Ich liebte die Menschen. Liebtest du? In Wahrheit: Liebtest du? Nein. Nicht in Wahrheit. Nicht genug.. Du hast gerastet, während deine Welt verfiel. Wo warst dtt, Führer Anselmus? Ich war in der Einsamkeit. Gott hat mich an sein Herz genommen. Er ließ mir sein Antlitz leuchten und schenkte mir den Frieden. In der Einsamkeit fandest du den Frieden. In der Welt fandest du die Verzweiflung. Vermessen ist es, Führer Anselmus, die Welt lenken zu wollen. Furchtbares hast du getan. Eine Welt hast du niedergerissen und eine neue aufgebaut, und wieder ist deine neue Welt den gleichen Weg gegangen, ist verfallen, muß niedergerissen werden, daß Neues erstehe. Mit unreinen Händen hast du Reines gewollt. Darum ist der Fluch der Vernichtung auf dir und deinem Werk. Mit kaltem Herzen hast du Liebe gepredigt, darum bist du allein. Eine Mauer ist um dich, die hast du nur im Traum durchschreiten dürfen, daß du dich kennen lernst, dich selbst im Bruder, im Kind, in der Frau; dich selbst im Tier, im Feind, im Mörder. Dich selbst in der Welt. Dich selbst in Gott.... Plötzlich steht ein Schrei in der Mitte der Stadt auf und wirft sich gegen einen Wagen. Anselm, zur Seite gedrängt, blickt auf, da jagt noch einmal das Auto vorbei, das er kennt. Darinnen sitzt Bernward, uralt geworden, gedunsen, krank, aber lächelnd. Und erst, da der Wagen verschwindet, sieht Anselm, daß eine Frau neben Bernward sitzt. Eine Frau, die schön ist. blühend, unverändert in allem Grauen des Zerfalls. (Schluß folgt.) Stro einer Vorortbahn 4000 m. 4. Schülermonatstarten vom Monat Januar 1923 ab 1400. 5. Arbeiterwochentarten vom Monat Januar 1923 ab: Stammbahnen 6 Wochenfahrten 350 M., 12 Wochenfahrten 700 m., 48 Wochenfahrten( Bierwochenfarten) 2800 M., im Bereich der genannten Vorortbahnen 12 Wochenfahrten 600 M. Die Einkommensgrenze für den Bezug von Arbeiterwochenkarten wird auf 525 000 m. jährlich oder 10 500 Mart wöchentlich erhöht. 6. Für gebührenpflichtiges Gepäck und für Hunde wird Fahrgeld wie für eine erwachsene Person erhoben. Bei den Schlangen. Riesenschlangen,- das sind Geschöpfe, mit denen die Phantasie oft ungeheuerliche Vorstellungen verbindet. Man denkt sich gern gewaltige Tiere, die imstande find, Menschen und große Säugetiere zu umschlingen, zu erbrücken und zu verzehren, mit fürchterlichen Gebissen und kugelfestem Panzer, ein Schrecken der Wanderer in den tropischen Wäldern. In älteren Büchern steht noch viel derartig Fabelhaftes, auch pflegen Wärter in Menagerien und Tierbuden, wenn sie in der Lage find, Schlangen vorzuführen, Unglaubliches über sie dem staunenden Publikum aufzutischen. Im Berliner Aquarium, das noch viel stärkere Beachtung verdient, übt denn auch der große Raum der Riesenschlangen im ersten Stod eine rege Anziehungskraft aus. Wir sehen hier hinter starken Glaswänden die Schlangen sich auf fünstlichen Bäumen bewegen oder träge zu fammengerollt im Sande liegen. Zwei Arten find jetzt vertreten, die der Alten Welt durch die Tigerschlange und die der Neuen Welt durch die Abgottschlange. Die Tigerschlange stammt aus dem Malaischen Archipel und hat eine dunkle, schön gezeichnete Haut, die übrigens nicht so sehr tigerartig gestreift als pantherartig geflect ist. Die Abgottschlange, von der das Aquarium zwei Exemplare befigt, ist in Südamerika heimisch. Die braunen und gelben Beichnungen ihrer Haut sind ganz besonders symmetrisch gehalten. Ihr Name stammt daher, daß sie von Eingeborenen und Negern göttlich verehrt wird. Erklärlich ist, daß manche Besucher, die sich von Riesenschlangen die unheimlichsten Borstellungen gemacht haben, enttäuscht werden, da der Anblick feineswegs ihren Erwartungen entspricht. Tatsächlich werden diese Tiere nicht annähernd so groß und start, wie man früher annahm, und die vielen Erzählungen von drachenartigen Ungeheuern, die Büffel, Tiger und gar Elefanten überfallen und erwürgen, find längst ins Gebiet der Fabel verwiesen. Schlangen von mehr als sechs Meter Länge gehören schon zu den Seltenheiten. Sie verzehren meist nur fleinere Tiere, wie Ratten, Kaninchen, Wasserhühner, Affen und höchstens Gazellen und Rehe. Den Menschen fliehen sie in der Regel und setzen sich gegen ihm nur, wenn er ihnen unmittelbar auf den Leib rüdt, zur Wehr. Sie können ihm dann freilich manchmal gefährlich werden, so die in Amerika heimische Anaconda, von der unser altes Aquarium in der Schadowstraße viele Jahre hindurch ein sehr stattliches Exemplar aufwies. Sie weilt viel im Wasser, getraut sich manchmal auch ins Meer hinaus und dürfte in manchen Fällen Anlaß zu der Erzählung von der mythischen Seeschlange gegeben haben, die noch immer hin und wieder in den Zeitungen auftaucht. Es geht vorwärts mit den Spielplätzen! gleich eine ganze Loge zu guter Leht besuchte der Lebes Die Stadtverordnetenversammlung hat im Sommer der Ausführung einer Anzahl von Spielplagprojet ten zugestimmt, um der immer mehr zutage tretenden Spielplatznot der Stadt zu steuern. mann mit zwei„ Damen" noch ein Hotel ersten Ranges. Als am nächsten Morgen, dem dritten seines Berliner Aufenthalts, erwachte, waren seine Damen mit dem Refte seines Geldes verschwunden. Nur so viel hatte er noch, daß er ein Auto nehmen und nach dem Polizeipräsidium fahren konnte. Vor Tür gab er den legten Rest von 70 bis 80 M. einem Streichholzhändler. Dann ging er hinein und stellte sich mit dem Bemerken, er habe reinen Tisch gemacht, man möge ihn nach Elberfeld zurückschaffen. Die Beamten entsprachen seinem Wunsche, ihn festzunehmen, so daß er gleich nach Elberfeld in das Amtsgericht gebracht werden konnte. Würde Mit Hilfe der von der Stiftung Park, Spiel und Sport" zur Verfügung gestellten Mittel und durch teilweise Ausführung der Arbeiten im Rahmen der Notstandsaktion ist es gelungen, den größten Teil der genehmigten Projekte nicht nur in Angriff zu nehmen, sondern auch soweit zu fördern, daß bereits zum nächsten Frühjahr die Arbeiten einen gewissen Abschluß erreichen und die Flächen und Anlagen zur öffentlichen 1865 Mark für einen Zentner Briketts. Benuzung freigegeben werden können. Zum weiteren Ausbau und zur Instandhaltung der Anlagen wird ein bestimmter Prozent- Infolge der ab 1. Januar 1923 in Kraft tretenden 70prozentigen fatz der aus Veranstaltungen der sporttreibenden Verbände und Bahnfrachterhöhung ist eine entsprechende Heraufießung der Vereine auf diesen Plätzen erzielten Einnahmen verwandt werden. Kleinverkaufspreise für Briketts und Koks erforderlich Eins der interessantesten Projekte ist das Vorhaben der Stadt, geworden. Diese betragen mit Wirkung vom 3. Januar mitten im Tiergarten zu einem Spiel und Sport: 1923: für Briketts ab Lager 1793 M., frei Keller 1865 M. je platz zu tommen, und zwar ist dazu der mittlere Teil des foge- 3entner; für Gastots ab Lager 3148 M., frei Keller 3231 W. nannten Hippodroms vorgesehen. Ueber das in Betracht je Zentner. Bei fuhrenweisen Lieferungen kostet der Zentner Brifetts tommende 33 500 Quadratmeter umfassende Gelände soll zwischen frei Steller 1855 M. und der Zentner Gastols 3220 M. dem preußischen Staat, vertreten durch die Preußische Bau- und man auf Grund des Brikettpreises bei Annahme eines FriedensFinanzdirektion( Tiergartenverwaltung), und der Stadt Berlin jetzt preises von 1 M. für einen Zentner Brifetts und eines Friedens ein Vertrag abgeschlossen werden, den der Magistrat der Stadt- monatseinkommens von 150 M. das heutige Soll- Einkommen beverordnetenversammlung mit dem Ersuchen um Zustimmung foeben rechnen, so müßte der Arbeiter, Beamte oder Angestellte, der im hat zugehen lassen. Ueber die Gesamtheit der Spielplaßunter- Frieden monatlich 150 M. Einkommen hatte, demnach ein Monatss nehmungen hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung einkommen von 279 750 M. haben. einen Bericht zugehen lassen, durch den einerseits in Form ta bellarischer Gegenüberstellung der Spielplatzverhältnisse Berlins mit Einen eigenartigen Diebstahl betreiben zwei Schwindlerinnen denen anderer deutscher Städte die für die Reichshauptstadt in verschiedenen Stadtvierteln. Sie machen sich auf der Straße an in besonders startem Maße bestehende Spielplag- Pleine Mädchen heran und warnen sie vor einem not veranschaulicht wird, und andererseits die bisher ergriffenen Manne, der in der Nähe sei und darauf ausgehe, ihnen die Maßnahmen zur Behebung dieser Not eine kurze Würdigung er- Ohrringe abzunehmen. Angeblich, um sie vor diesem fahren. Manne zu schützen, nehmen sie dann selbst den kleinen So notwendig die Spielplätze für die Jugend sind und so die Ringe aus den Ohren, wideln sie in Papier ein und fördernswert, sollte man darüber doch auch nicht die Gesundheits- geben sie anscheinend den Kindern mit der Weisung zurück, sie ja pflege der zurzeit im schärfsten wirtschaftlichen Kampf stehenden er forgfältig zu hüten. Später ergibt sich dann, daß die Kinder nur wachsenen Generation vergessen, und das fann am besten geschehen, ein leeres zusammengefnifftes Stück Papier oder irgendeinen wertwenn jedem Spiel und Sportplah auch ein allgelosen Gegenstand darin erhalten haben. Mit den Ringen sind die meines Licht- Luftbad angeschloffen wird. Auch auf diesem Schwindlerinnen verschwunden. Mitteilungen, die geeignet sind, Gebiet sind viele andere deutsche Städte Berlin schon seit Jahren diese Spezialistinnen unschädlich zu machen, nimmt die Dienststelle und Jahrzehnten voraus und man sollte hier jetzt endlich damit B. I. 20 entgegen. Ernst machen. B Prozeß Klante. " Hühner am vorherigen Abend abgejagt, hatte er bereits wieder einen Sad mit 6 gestohlenen Kaninchen. Beherzte Laubenkolonisten drangen nun durch das Laubenfenster ein und nahmen den Burschen feft, verabreichten ihm eine ordentliche Tracht Prügel und übergaben ihn dann der Polizei. „ Pfiffi", der Laubeneinbrecher und seine Festnahme. Während der Feiertage waren die Laubeneinbrecher wieder eifrig bei der Arbeit Auf der Kolonie Jungfershöhe" an der PrenzIm weiteren Verlauf der gestrigen Verhandlung beendete der Tauer Allee murde ein mit einem Sad beladener Einbrecher Sachverständige, Konkursverwalter Wunderlich, sein Gutachten. Als am 1. Feiertag abends gestellt. Er warf den Sad mit 8 abge= letzten Punkt behandelt er die Frage, wann Klantes 3ah- schlachteten Hühnern fort, verlor auf der Flucht seine Stiefel lungsunfähigkeit eingetreten fei. Eingezahlt waren ins- und den Ueberzieher. Kolonisten ermittelten den Eigentümer der gesamt am 1. September 122 Millionen Marf, fällig werdende Stiefel, einen gewissen Welzel, genannt Pfiffi", aus der SchlieDividenden betrugen 9 Millionen Mart, zusammen mit dem Leih- mannstraße. Am 2. Feiertag fand man den Spizbuben in der fapital also insgesamt 131 Millionen Mart. Am Laube seines Stiefbruders schlafend vor. Nachdem man ihm die Streit der Standinhaber nnd Notstandsversorgung. 1. September waren 74 Millionen Mark Gesamtauszahlung fällig, Der Ausschuß für Marktwesen und Markthallen befaßte sich denen am 29. August nur 37 millionen Marf Gesamt gestern in längerer Sigung mit der durch den Streitbeschluß attiva gegenüberstanden, so daß allein wegen dieser Forde des Bundes der Markthallenvereine und des Zweckverbandes der rungen die Zahlungsunfähigkeit gegeben war. Darauf gab Klante Obst- und Gemüsegroßhändler geschaffenen Sachlage. Nach längerer die Erklärung ab, dem Gutachten nicht folgen zu können. Er Aussprache beschloß der Ausschuß, daß die am 1. Januar eintretende müsse zu jedem einzelnen Puntt Stellung nehmen. Die neue Aktiengesellschaft für Müllabfuhr in Berlin hat sich Erhöhung der Gebühren die Standinhaber zwar start Das Gericht beschloß daraufhin, dem stattzugeben, und Klante gestern im Berliner Rathaus unter Beteiligung der Stadt Berlin belaste, jedoch sie nicht, wie von den Interessenten tar- ließ nach den einzelnen Ausführungen des Kontursverwalters fonftituiert. Oberbürgermeister Bön leitete die Versammlung. gelegt, gegenüber den Ladengeschäftsinhabern lange Reden vom Stapel. Sein Versprechen, 100 Pro3. Das Aktienkapital wurde um 50 Millionen Mark erhöht und der außer Wettbewerb sege. Es wird mit allen Mitteln dafür Dividende zu zahlen, erklärte Klante mit seiner Hoffnung auf Auffi stsrat gewählt, dem nunmehr Mitglieder der Mieter- und gesorgt werden, daß diejenigen Standinhaber, die sich der Streit entsprechenden Renngewinn. Wenn heute jemand auftreten würde, Vermieterorganisationen angehören. Die Aftiengesellschaft hat bewegung nicht anschließen wollen, ungehindert ihren Geschäften um diese 100 Proz. Gewinn einzuklagen, so würde er, Klante, be- fchon die Attiven und Bassiven der Wirtschaftsgenossenschaft, soweit nachgehen können. Der Magistrat hat im übrigen schon Schritte rechtigt sein, den Wuchereinwand zu erheben, denn diese sie die Müllabfuhr in Berlin betreffen, übernommen. in die Wege geleitet, um bei längerer Streifdauer eine Not 100 Prog. feien eine unsaubere Forderung( G.lächter im Zuschauerstandsversorgung der Bevölkerung zu ermöglichen. raum). Entgegen den Feststellungen des Konkursverwalters, nach Die Milchpreise im neuen Jahr. Von Montag, dem 1. Januar benen Klante nicht nur die festgestellten 90 Millionen Wart Schul- Berlin der Preis für Vollmilch 184 m. je Liter, für in Berlin gewonnene 81 Millionen Mark zu zahlen hat, beziffert Klante die Passiven je Liter Die A- und B- Milchfarten werden mie bisher mit je Liter, den, sondern auch die versprochenen Dividenden in Höhe von Magermilch 90 M. je Liter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 60 M. auf 30 Millionen und stellt eine Aktiva in Höhe von bie C- und D- Milch farten sowie die Karten für werdende Mütter( E- Starten) über 26 Millionen Mart in Rechnung. heute noch darauf, daß etwa vier Fünftel seiner Einzahler kein Er besteht wie bisher mit je 4, Liter Bollmilch täglich beliefert. Recht mehr auf irgendwelche geldlichen Forderungen hätten und Ermordung eines Kaufmanns in den bayerischen Alpen. will die ganze Angelegenheit von dem Gesichtspunkt aus betrachtet wissen, daß eben jeder Einzahler„ bis auf ein paar alte Weiber, die erklärt haben, sie hätten nicht gewußt, um was es sich handle", genau gewußt hätten, daß es sich um immerhin zweifel hafte Rennwetten handelt. Er, Klante, sei der einzige Dumme bei der ganzen Sache gewesen. Die Forderung von einer Million Mark Einkommensteuer sei einfach sinnlos gewesen, da er vom Finanzamt nur mit 100 000 m. jährlichem Einkommen eingeschäßt worden sei. Die Verhandlung og fich wieder bis in die späten Nachmittagsstunden hin und wurde auf heute, 9% Uhr, vertagt. Es hat den Anschein, als ob der Klante- Prozeß erst in dem neuen Jahre zu Ende kommen wird. Zur Fahrpreiserhöhung ab 1. Januar 1923. Vielfache Anfragen geben Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen, daß bei der kommenden Erhöhung der Personentarife der Eisenbahn nicht, wie in früheren Fällen, die Vorverkaufs mögliteit aufgeboben ist. Man kann also unter Ausnutzung der Bestimmung, daß eine Fahrkarte vier Tage Gültigkeit bat, am 31. Dezember d. J. eine Karte zum bisherigen Preis erstehen und mit ihr am 3. Januar 1923 die Reise antreten. Was ist der„ Vorwärts"? Der Vorwärts" ist das Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und gleichzeitig das einzige Blatt der Berliner Sozialdemokraten. Er vertritt im wirtschaftlichen und politischen Kampf die Sache des schaffenden Volkes und beleuchtet die Dinge vom Standpunkt der sozialistischen Weltauffassung. Er ist gleichzeitig ein unentbehrliches Nachrichten blatt, das alle wichtigen Vorgänge auf den Gebieten der Politik, der Wirtschaft, des gewerkschaftlichen und des tommunalen Lebens, wie der Kunst und Wissenschaft registriert. Er bringt in seinen drei Sonderbeilagen Heimwelt", Bolt und Zeit“ und„ Siedlung und Kleingarten" die beide legten reich illustriert eine Fülle von unterhaltendem und belehrendem Stoff aus allen Wissenszweigen. Kurz: Der Vorwärts" ist für jeden sozialistisch fühlenden Arbeiter, Angestellten und Beamten ein unentbehr licher Führer in dem Wirrsal dieser Zeit und gleichzeitig ein anregendes Blatt auch für alle, die dem politischen Getriebe nicht immer mit gleicher Anteilnahme folgen können. " 99 Es ist notwendig, daß alle Leser für das neue Jahr dem Borwärts" neue Abonnenten werben! " Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts". Berlin SW. 68, LindenStraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins st der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) " " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage " Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage„ Siedlung und Kleingarten" in Groß. Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: porn bei -Straße Nr.. Hoi Quergeb.- Geit.nfl. Tr. lints rechts Tuberkulose Was das Kranksein im neuen Jahr kostet. Ueber die Kur- und Verpflegungskosten in den städtischen richten verbreitet worden. Das Hauptgesundheitsamt teilt mit, daß Kranken- und Pflegeanstalten sind in letzter Zeit unzutreffende Nach mit Wirkung vom 1. Januar 1923 die Säge folgendermaßen fest gefeßt wurden: Allgemeine Rrantenhäuser: Einheimische Erwachsene in der 3. Klaffe 1100 M., in der 2. Klasse 2400 m. und in der 1. Klasse 4800 m. Kinder zahlen in der 3. Klaffe 270 M., Rinder mit atuten Infektionskrankheiten und mit 165 M. Auswärtige müssen überall doppelte Säge, Ausländer mindestens das Fünffache der Säße für Einheimische zahlen. Erhöhung bis zum Zwanzigfachen einkommen von unter 500 000 m. zahlen in der 3. Klasse die Hälfte. steht im Belieben der Anstaltsleitung. Patienten mit einem JahresFür Entbindungen wird von Auswärtigen eine Extragebühr Don 2500 m., von Ausländerinnen mindestens eine solche von 15 000 m., die aber auf 30 000 m. erhöht werden kann, erhoben. Der Berpflegungssatz in den Hofpitälern beträgt jetzt 500 m., der jenige in den Irrenanstalten 620 M., in den Heimstätten 500 m. für Erwachsene und 165 m. für Kinder. Das Ende vom Lied. 1920 ab, beträgt nach einer Mitteilung des Ernährungsamtes der Stadt Garmisch- Mittenwald in der Nähe der Station Klais der KaufIn der Nacht zum 27. Dezember wurde auf der Bahnstrecke mann Reinhard Daum aus Düsseldorf ermordet und beraubt. Der Tat dringend verdächtig sind seine zwei Reisebegleiter, der 1902 in Kiel geborene Erich Immenfamp und der 1899 in Düsseldorf geborene Julius Räpe, beide in Düsseldorf wohnhaft Geraubt wurde eine Geldtasche mit Inhalt und verschiedene Papiere. Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis Tiergarten. Die Abteilungsvorstände der 8., 10. und 13. Abteilung werden aufgefordert, möglichst schnell die in der legten AbteilungsversammTung gewählten Vorstandsmitglieder, Revisoren und Zeitungstommissionsmitglieder dem Kreisvorsitzenden zu melden. 94. Abt. Neukölln. Die Raffierer werden nochmals darauf hingewiesen, daß sämtliche Marken bis Sonntag, den 31. Dezember, bei dem Genossen Tschierste, Weiseftr. 21, abzurechnen find. 116. Abt. Lichtenberg. Die Bezirksführer werden ersucht, parken und Gammel. 102. Abt. Baumschulenweg. Am 1. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Lokal Sa listen umgehend bei dem Abteilungsbassierer abzurechnen. Baumschulenstraße, kurze Mitteilung von Parteiangelegenheiten; anschließend gemütliches Beifammensein. Die Genossen und Genossinnen werden schon fegt darauf aufmerksam gemacht. Verein Sozialistische Peiterjugend Groß- Berlin. Der Berein Sozialistische Arbei end veranstaltet am 1. Januar 1923 im großen Gaal der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain, seine diesjährige Jahreswendfeier. Chorgesang, Prolog, Ansprache, Mufit, Beihefpiel Erlösung straße 3, 2. Sof, 2 Treppen, erhältlich. taffierern und auf dem Abteilungsabend sowie im Jugendsekretariat, Lindenvon Schönlant, rhythmische Tänze. Eintrittstarten a 25 M. bei allen Abteilungs. Jugendveranstaltungen. für die Jahreswenbfeier findet heute, Sonnabend, den 30. Dezember, abends Kreis Prenzlauer Berg. Die Generalprobe des Gesang- und Sprechchors pünktlich 7 Uhr, in der Zurnhalle, Chriftburger Str. 7, statt. Alle Jugendgenoffen, die mitwirken, müssen unbedingt und pünktlich erscheinen. Vorträge. Vereine und Versammlungen. versammlung am Mittwoch, den 3. Januar, abends 8 Uhr, im Zeichensaal, Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Mitglieder lung am Freitag, den 5. Januar, abends 8 Uhr, im Zeichensaal, Wildenbruchſtraße 53. Professor Dr. Lowidi:„ Die Entwickelung des Verstandes und der Mit dem Auto gestellt hat sich ein junger Lebemann Kurt Gothe, der mit 400 000 m. aus Elberfeld durchge= brannt war. Gothe fuhr mit dem unterschlagenen Gelde in einem Abteil zweiter Klasse des D- 3uges nach Berlin, fleidete sich hier wildenbruchstr. 53. Jahresbericht. Vorstandswahl. Deffentliche Versamm neu ein und suchte und fand dann auch gleich Bekanntschaft mit lebensluftigen Mädchen, mit denen er Vergnügungsstätten und Weinlokale ersten Ranges besuchte. Im Theater nahm er Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr Fleisch ausreichend, Geschäft mäßig. Fische ziemlich knapp. Geschäft rege. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft lebhaft. Sprache im frühen Rindesalter". Bund religiöser Sozialisten Deutschlands. Folgende sozialistische Geistliche sprechen am Silvester- und Neujahrstage: Pastor Frande am 31. Dezember, abends 6 Uhr, in der Heilig- Kreuz- Kirche am Blücherplay; Pfarrer Schmidt am 1. Januar in der Thomas- Kirche, SO., Mariannenplag; Paftor& ch wente in Treptow am 31. Dezember, vormittags 10 Uhr, in der 1. Gemeindeschule, Kiefholzstr. 46, nachmittags 5 Uhr in der Kirche Baumschulen sir. 81, am 1. Januar, nachmittags 5 Uhr in der Kirche Baumschulenftr. 81; Pfarrer Lic. Dr. Piechowski am 1. Januar, abends 6 Uhr, in der Philipp- Melanchto Kirche, Kranoldstr. 16. Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden. Am 31. d. M., vormittags 10% Uhr, in der Fürstin- Bismarck- Schule, Charlottenburg, Sybel. Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- ftraße 2-4, Vortrag des Genossen Pfarrer Bleier: Jahreswensfeier". handelspreise: Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 31. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Rathaus, Königstraße, Bortrag des Herrn Dr. M. Brie: Ursprung und Wesen der Erkommunikation". Harmonium: Serenade( Haydn). Montag, den 1. Januar, Bortrag des Herrn Dr. H. Haffe: ,, Der Tag des Planens". Har monium: Offianklänge( Gade). Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 152a, Eingang Kanalstraße. Sonntag, den 31. Dezember, Vortrag des Herrn D. Roth: Gedanken zur Jahreswende". Gäste willkommen. Rindfleisch 550-675 M., ohne Knochen 700-900 M. Schweinefleisch 800-1000 M. Kalbfleisch 575-900 M. Hammelfleisch 600 bis 850 M. Schellfisch 180-290 M. Kabeljau 175-300 M. Dorsch 200 M. Rotzungen 190-225 M. In Eis: Hechte 430-520 M. Karpfen 370 bis 475 M. Barsche 100-135 M. Lebende Schleie 700-850 M. Hechte 625-780 M. Naturbutter 1400-1650 M. Margarine 880-1050 M. Schweineschmalz 1400-1500 M. Kartoffeln 88-96 M. 10 Pfund. Weißkohl 22-26 M. Wirsingkohl 28-38 M. Grünkohl 22-29 M. Rotkohl 50-60 M. Kohlrüben 15-20 M. Mohrrüben 15-18 M. Spinat 65 bis ichlägen und mäßige südwestliche Winde, später zeitweise aufflarend und 80 M. Zwiebeln 22-25 M. Eßäpfel 50-90 M. Wetter bis Sonntag mittag. Ziemlich mild, überwiegend trübe, mit wiederholten, im Südosten meist geringen, sonit vielfach starken Niederetwas kühler. Wirtschaft Geldentwertung und Preise. Die Folge der fatastrophalen Geldentwertung war selbstverständlich ein enormes Anziehen der Preise am Inlands. marft. Deutschland als ein hochindustrielles Land ist ja außererdentlich stark auf den Bezug von ausländischen Lebensmitteln und Rohstoffen angewiesen. Beide verteuern mit steigenden Devisenkursen die Kosten der inländischen Lebenshaltung und Produktion. Es kann daher auf die Dauer nicht ausbleiben, daß die ungeheuren Schwankungen des Geldwertes sich in einer Steigerung des inländischen Preisniveaus auswirken. Monat Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oftober November Dezember Lebenshaltung Großhandelindeg d. Stat. Reichsamts ohne Bekleidung mit Bekleidung Sebenshaltung 3 665 4103 1.825 2209 5 433 2 639 6 355 3 175 6458 3462 7.030 3779 10 059 4.990 19 202 7 029 28 698 11376 56 601 • 115 100 146 800 19 504 40 050 3 436 3.803 4 147 5392 7.765 13 319 22 066 44 610 schaften eingegangen ist. von umfangreichen Attten- und Rugenbeträgen verschiedener GesellDie Genossenschaftsbewegung im November 1922. Die Gründung nuer Genossenschaften war im November bei einigen Genossenschaftsarten etwas stärker als im Vormonat. In der Gründung von landwirtschaftlichen Genossenschaften ist dagegen mit Ausnahme der ländlichen Spar- und Darlehnskassenvereine ein weiterer Rück gang erfolgt. Der Zugang zu den Genossenschaften betrug insgesamt 160 gegen 149 im Vormonat. Unter diesen befinden sich 14 Konsumvereine. Das Goldzollaufgeld beträgt vom 3. Januar bis einschließlich 9. Januar 173 400 vom Hundert. Die tschechisch- italienischen Wirtschaftsverhandlungen, die in Triest stattfanden, sind beendet. Italien hat der Tschechoslowakei eine Reihe von Begünstigungen eingeräumt, um den Verkehr über den Hafen Triest zu heben. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 188,52 Geld, 189,48 Brief; 1 japanischer Den 3591,00 Geld, 3609,00 Brief; 1 bra Kronen 10,52 Geld, 10,58 Brief; 1 tschechische Krone 233,41 Gelb, silianischer Milreis 862,83 Geld, 867,17 Brief; 100 österreichische 234,59 Brief; 1 ungarische Krone 2,99 Geld, 3,01 Brief; 1 bulgarische Lewa 50,37 Geld, 50,63 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 75,31 Geld, 75,69 Brief. Aus der Partei. Besonders interessant ist an dieser Gegenüberstellung folgende Immerhin ist der Grad der Steigerung der Preise verschieden. Wahrnehmung: Die Lebenshaltungskosten folgen den GroßhandelsIm Großhandel und insbesondere bei den am internationalen preifen erst in weitem Abstande. Im Mai hatten die LebensAußenhandel besonders beteiligten Waren erfolgt nahezu eine haltungsfoften( ohne Bekleidung) noch nicht die Preissteigerung im automatische Anpassung an die Valuta. Anders dagegen Großhandel erreicht. Es bedurfte also mehr als vier Monate, um ist es bei den Waren, die mit Inlandsrohstoffen und mit die Kleinhandelspreise den Großhandelspreisen folgen zu lassen. den heimischen Löhnen, die ja weit hinter den Löhnen des Aus- Dagegen find die Großhandelspreise des Juli schon nach zwei Molandes zurückbleiben, hergestellt sind. Sie folgen erst allmählich naten, nämlich im September von den Kleinhandelspreisen überden Devisenkursen. Unter dem Druck der Geldentwertung hat sich schritten. Daraus geht eindeutig hervor, daß neuerdings die Kleinder Außenhandel ganz von selbst darauf eingestellt, daß möglichst handelspreise sich viel schneller den Großhandelsprei viel Rohstoffe und geringwertige Waren eingeführt werden, wäh- fen anpassen als früher.. Die mäßige Senkung des Dollarrend sich der Export auf hochwertig verarbeitete Waren mehr und furses in der zweiten Hälfte des Dezember hat sich in der Großmehr tonzentrierte. Die Folge davon war, daß die Exporteure handelspreisen nur wenig, in den Kleinhandelspreisen noch so gut ganz ungeheuerliche Valutagewinne erzielten, die man durch die wie gar nicht ausgewirkt. Bon der holländischen Sozialdemokratie. Het Volt" veröffent Exportabgabe, die im August d. 3. erhöht. wurde, zu einem Teile Jedenfalls sind die Löhne nicht so schnell gestiegen wie die licht den Jahresbericht der sozialistischen Partei Hollands, aus dem auch für den Staatssäckel zu erfassen suchte. Die Valutagewinne Lebenshaltungskosten. In derselben Zeit, wo die Sachwertbesitzer eine 3unahme der Mitgliederzahl hervorgeht. Diese wurden damit nicht weggesteuert. Aber der Widerstand der In- ungeheure Berdienste erzielten und wo sich Luxus und Schlemmerei beträgt jegt 42 935 gegen 41472 am 31. Dezember 1921. Der dustrie richtete sich in steigendem Maße gegen jede behördliche Be- unerhört breit machten, hintten die Bezüge der Arbeiter und Fest- Abgang seit dem Jahre 1919 ist aber noch nicht wieder wettgemacht aufsichtigung des Außenhandels und gegen jede Nutzbarmachung der besoldeten weit hinter den notwendigen Aufwendungen für den worden. Am 31. Dezember 1919 betrug die Mitgliederzahl 47 870. Balutagewinne für die Allgemeinheit. Im allgemeinen gelang es, dringendsten Lebensbedarf hinterher. Die Folge davon mußte sein, diese Vorstöße abzuwehren. Erst gegen Ende dieses Jahres wurden daß der Inlandsmarkt für die deutsche Produktion immer die im August festgesezten Zuschläge zur Exportabgabe infolge meniger aufnahmefähig wurde. Das war, solange der wachsender Exportschwierigkeiten vom Reichswirtschaftsrat unter Export durch die Entwertung der Marf einen starten Anreiz erZustimmung der Arbeitnehmer als eines Abbaues bedürftig aner- hielt, nicht gefährlich. Die Industrie hatte wenigstens für das kannt. Kann man die Anpassung der Exportindustrie an die mit Ausland und für die Hamsterkäufe der Balutaausländer und Sachdem Dollar steigenden Weltmarktpreise noch einigermaßen ver- wertbesitzer reichlich zu tun. Nachdem die Balutabewegung zum ständlich finden, so gilt das nicht für die reinen Inlands Stillstand gekommen ist, der inländische Markt aber vollkommen waren, d. h. Waren, die im Inland erzeugt und im Inland ver- versagt, droht die Gefahr steigender Arbeitslosigkeit, braucht werden. Auch hier sind die Preise ganz enorm gestiegen. die sich in einer Erhöhung der Zahl der Erwerbslosen und einem Es ist nahezu unfaßlich, daß der Preis für Ruhrfettförderkohle in verstärkten Andrang der Arbeitsuchenden zu den Arbeitsnachweisen der Zeit vom Januar bis 1. Dezember um das 50fache, nämlich von bereits seit einiger Zeit bemerkbar macht. 455 auf 25 613 m. je Tonne( Frachtbasis Gelsenkirchen) gestiegen ist, genau entsprechend der Steigerung des Dollars. Nicht anders ist es bei den Getreidepreisen des freien Marktes, die ebenfalls unglaublich in die Höhe getrieben worden sind und für deren hohen Stand es allenfalls die einzige Entschuldigung gibt, daß die Landwirte einen Teil ihres Getreides zum ermäßigten Preis atliefern müssen. Aber auch dieses Prinzip ist start durchlöchert worden, nachdem man die Umlagepreise innerhalb weniger Monate um das 24fache erhöht hat. = Die steigenden Preise haben aber auch für Handel und Industrie einen erhöhten Rapitalbedarf gebracht. Daß er nicht auf möglichst wirtschaftliche Weise befriedigt wurde, ist bei uns wieder holt ausgeführt werden. Immerhin genügt der starte Kapitalbedarf und das gewaltige Balutarifito, das der Gläubiger der Bapiermark einging, um zu einer starten Einschränkung der Kredite zu führen. Die Banten fetzten ihre Zinssätze gewaltig herauf. 240 bis 360 Proz. jährlich waren teine Seltenheit. Die Reichsbank folgte dieser Tendenz des Geldmarftes nur sehr langsam, indem sie um Mitte des Jahres den Zinsfuß von 5 Broz., den sie seit Kriegsbeginn aufrechterhalten hatte, allmählich bis auf 10 Proz. heraufschraubte eine Maßnahme, die auf den Kapitalmarkt natürlich feinen großen Einfluß ausübte. Wie start der Kreditbedarf gestiegen ist, geht daraus hervor, daß die Reichsbant am Anfang dieses Jahres etwa eine Milliarde an Krediten gegen Handelswechsel auszuleihen hatte, während am 15. Dezember für 352 Milliarden Kredite in Gegenwechseln und Schecs ausgegeben waren. Mit dem steigenden Kreditbedarf verweigerte der Geldmarkt auch die Aufnahme der Schuldverschreibungen des Reiches, der Reichsschatzanweisungen. Von ihnen waren Witte Dezember mehr als vier Fünftel in den Tresors der Reichsbank. Am gesamten Inlandsmarkt hat sich eben eine Jagd nach der Baluta eingestellt. Ein jeder versuchte, möglichst den Weltmarktpreis für sich in Anspruch zu nehmen, in dem felsenfesten Vertrauen, daß die deutsche Währung zuschanden geht. So hat die Industrie die Forderung nach Goldmartpreisen erhoben und auch teilweise durchgeführt. So findet es die Landwirtschaft selbstverständlich, daß sie dieselben Preise bekommt wie der amerikanische Farmer, obwohl sie nicht die gleichen Aufwendungen für Löhne, Maschinen und Düngemittel hat wie jener. Auf der anderen Seite aber, bei den Verbrauchern, entstand panifartige Ang it nor den steigenden Preisen. Es hatte feinen Sinn mehr, Geld zu sparen, wenn das Ersparte derart an Rauftraft verlor, daß damit nichts mehr anzufangen war. Und so entstand die allgemeine Flucht Steigende Inlandpreise, auf vielen Gebieten über in die Sachwerte. Alle Zahlungsfähigen tauften Waren im voraus, den Weltmarktpreis hinaus, gewaltiger Rückgang des so gut es ging. Valutagewinner und Sachwertbesizer stürzten sich Berbrauchs und steigende Kreditnot, das sind die auf den Erwerb solcher Anlagewerte, die dem Schwund der Kauf- Folgen der Jagd nach der Baluta, die im letzten Jahre sich fast fraft nicht ausgesetzt waren, also Baluten, Effekten und hochwertige ungehemmt austoben tonnte. Man wartet auf die Hilfe von außen, Waren. So entstand eine krampfhafte Nachfrage am Warenmarkt, im Inland aber fist ein Bürgerkabinett, dem es an Mut gebricht, die lange Zeit über die tatsächliche Marktlage hinwegtäuschte. Erst diesen Auswüchsen der kapitalistischen Marktwirt. gegen Ende des Jahres wurde es offenbar, daß die Kauftraft schaft entgegenzutreten. Sorge um Beschäftigungsmöglichkeit, der breiten Massen geradezu katastrophal unter Berarmung der breiten Massen, das sind die Kennzeichen, unter den steigenden Preisen geliften hatte, zumal die Löhne selbst der denen die deutsche Wirtschaft in das neue Wirtschaftsjahr eingeht! Geldentwertung am inländischen Warenmarkt, die sich an den Preisen des Kleinhandels mißt, auch nicht annähernd gefolgt waren. Gigantische Kapitalerhöhung. Die Kaliindustrie- Aktiengesellschaft In Zahlen drückt sich die Preisentwicklung nach folgendem zu Berlin hat ihr bisheriges Aktienkapital von 150 Millionen Mark Schema aus. In der Tabelle sind enthalten die Großhandelspreise auf 1050 000 000 Mart erhöht. Die neuen Attien im Betrage von des Statistischen Reichsamtes und die entsprechenden Lebenshal- 900 Millionen Mark sind zum Kurse von 100 Prozent seitens der Dresdner Bank zu Berlin für ein Konsortium gezeichnet worden, tungskosten, und zwar für Ernährung, Wohnung und Beheizung; welchem im wesentlichen Werke des Wintershall- Konzerns angehören. in einer besonderen Zahlenreihe sind die inzwischen ermittelten Der Gegenwert der neuen Attien soll Verbindlichkeiten dienen, welche Lebenshaltungskosten einschließlich der Bekleidung, die die Kaliindustrie- Attiengesellschaft, die Finanzgesellschaft des Winterseit April d. J. ebenfalls errechnet werden, hinzugefügt. hall- Konzerns, im Laufe des letzten Jahres gelegentlich des Erwerbs Arbeitersport. Hoden- Werbespiele am 31. Dezember. Die Märkische Spielvereinigung, Abteilung Hocken, schließt am legten Tage dieses Jahres durch Hockey- Werbespiele eine stetig sich verbreiternde Bewegung pflegen und betreiben, daß er jezt schon ein Gegengewicht gegen die betreffende ab. Wenn es möglich ist, daß Arbeiter diesen teuren Sport so aufopfernd bürgerliche Bereinigung( B. 5. B.) bildet, so ist das nicht zuletzt darauf zurüdauführen, weil das Sockenspiel für den einmal Eingeweihten immer eine Quelle sportlichen bleibt. Um den Klassengenossen und auch den bürgerlichen Sporttreibenden Gelegenheit zu geben, die Arbeiter- Hoden- Bewegung ennen au lernen, beranſtaltet die Mr. S. B., Abt. Hocken, auf dem Blaß der F. T. Wilmersdorf, Württembergische, Ede 8ähringer Straße, vier Werbespiele, zu denen die M. S. B. herzlich einladet. Fahrverbindung: Stadtbahn 10 minuten Laufweg. Es werden im Laufe des Sonntags fechs Männermannbis Savignyplaz und Ringbahn bis Schmargendorf. Von beiden Bahnhöfen schaften und zwei Frauenmannschaften auf den Plan treten, um ihre Spielhingewiesen. Ist es doch das erstemal, daß im Arbeiter- Hocken Frauenmann tunft zu zeigen. Auf das Spiel der Frauenmannschaften sei noch besonders fchaften öffentlich spielen. Folgende Zeiten kommen in Frage: 9 Uhr: Fichte 1Mariendorf: 1½ Uhr: Wilmersdorf- Schönhola. Eintritt loftet einmalig 30 M. Charlottenburg; 10% Uhr: Fichte 12- Roland; 124 Uhr Frauen: Fichte 3Fußball. Bezirk Norden. 1. Mannschaften. 2 Uhr. Abt. A: Boruffia- Fichte, Sanfa- Adler 12, Adler 08 Alemannia. Abt. B: Weißenfee- Wader. Abt. C: Germania- Belten.( Protestspiel, Fichte- Play, Germania baut und stellt Bälle.) Teutonia- Nordista, Union- Elstal, Borwärts- Rath.- Fußballring B. C. Hennigsdorf, Pantow 08- ATV. Pantow.- Gesellschaftsspiele. 1. Mannschaften. Moabit Faltenh. Abt. D: Helvetia- Reinickendorf, Spandau- Borwärts. 2 Uhr. Sertha 12- Nord- Oranienburg, Charlottenburg- Minerva, Bittoriafpalterei, Borwärts- Hennigsdorf- Nord- Oranienburg, Charlottenburg- ReinidenEifenspalterei, Siemensstadt- Bernau. 2. Mannschaften: Bittoria- Eisenborf, Teutonia III- Selvetia II, Rathenow- Alemannia III. Für Gesellschaftsspiele gelten die gleichen Beſtimmungen wie bei Serienspielen. Oberspree- Lichtenberg I. Sonntag, den 31. Dezember, trifft fich Ober. spree- Lichtenberg I auf dem Sportplag Lichtenberg, Hirschberger Straße, sum Gesellschaftsspiel. Spielanfang 2 Uhr, vorher 2. Mannschaft. Freie Turnerschaft Neukölln- Brig. Alle Männermitglieder treffen fich ant 31. Dezember, vormittags 8 Uhr, in der Klause, in Arbeitskleidung. stattfindenben Streistag find die Anträge bis zum 2. Januar an M. Sellheim, Arbeiter- Athleten- Bund, 4. Kreis, Brandenburg. 8u dem am 14. Januar Berlin, Naunynstr. 2, einzusenden. Die Kreisvorstandssigung findet am 3. Januar, 7 Uhr, beim Kollegen Billuph, Wrangelstr. 12, statt. Athletit- Sport- Club, e. B. Jahresversammlung am Freitag, den 5. Januar, Training im Sportpalast. Anschriften für die Socken- Abteilung an B. Preez, 7½ Uhr, bei Linsener, Mühlenstr. 58. Donnerstag, den 4. Januar, 8 Uhr, Baumschulenweg, Baumschulen str. 84–85. Geschäftsstelle: E. Heinay, Neukölln, Weisestr. 9. Zu Silvester Scharlachberg Meisterbrand edelster deutscher Weinbrand Bei Hautausschlag, Beinschäden ( Krampfadern) ist San.- Rat Dr. Strahls Haussalbe seit 100 Jahren ein mildes u. wirks. Mittel. Orig.- Dose 180 u. 335 M. Elefanten- Apotheke, Berlin SW Leipziger Straße 74 am Dönhoffplatz. Fernsprecher Zentrum 7192. Fürs neue Jahr . Argument Klasse Suggeftion Auserlesene Tabake des Orients sorgfältige Mischung hochwertige Arbeit Allein diese Vorzüge begründen den hervorragenden Ruf der Manoli Zigaretten ein guter Vorsatz: Verwende nur Schuhputz Nigrin- Extra! 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Behrl 100 6,60 bis einschl. 120 100 10, 2 p. 120,01 250 200 20, " " 250.01 450 400 40, " " " 450,01 " " " 650 600 60, 650,01 " " " 850 800 80, 850,01 " " " 1050 1000 100, 1050.01 " " 1250 1200 120, " 1250,01 " " " 1450 1400 140, 1450,01 1650 1600 160, " " 1234567890 " mehr als 1650 1800 180, Mitglieder, deren Grundlohn die bisher bei der Kaffe vorgeschriebene Höchstgrenze übersteigt, haben auf die ihrem neuen Grundlohn entsprechenden höheren Raffenleistungen erft vom 43. Tage nach dem Inkrafttreten der Aenderung, also vom 12. Februar 1923 ab Anspruch. Bersiche rungsjälle, die bei Intrafttreten diefer Borschrift bereits eingetreten sind, werden hiervon nicht berührt. Bom 11. Dezember 1922 ab unter liegen der Krankenversicherungspflicht Werkmeister, Betriebsbeamte, Techniker. 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