Nr. 616 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 304 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 0. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Buremburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage., Boll und Zeit", der Unter. haltungsbeilage..Scimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 40 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 300 M. Reflamezeile 1500 M. ..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jedes weitere Wort 60 M. 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Das neue Jahr beginnt mit der Konferenz von Paris, und die Frage, ob es auf ihr gelingen wird, für die Aufräumung des vom Krieg hinterlassenen wirtschaftlichen Trümmerfeldes Entscheidendes zu leisten, beherrscht sosehr die Gemüter, daß zu ruhiger Rücschau auf Vergangenes die Sammlung fehlt. Deutschland fämpft noch immer um seine Eristenz, aber an die Stelle des blutigen Weltkrieges, den das Kaiserreich führte, ist der geistige und moralische Kampf getreten, den die Republik führt um die Wiedergewinnung verlorener Sympathien, um die Anfnüpfung neuer Freundschaften, um die Herstellung eines Weltregimes, das den Gesetzen der wirtschaftlichen Vernunft folgt und dem deutschen Volk in gleichem Maße wie allen anderen gerecht wird. Die deutschen Vorschläge sind im Laufe des geben, sobald Frankreich auf den englischen Reparationsplan gestrigen Tages endgültig festgelegt worden, nachdem sie noch eingeht. Wir erwarten, daß die Reichsregierung ihren Unterin den letzten Stunden einige nicht unerhebliche Abänderun- händler Bergmann in diesem Sinne instruieren wird und daß gen erfuhren, die wohl darauf zurückzuführen sind, daß die sie ihm jedenfalls genügend Spielraum läßt, um zu diesem Schwerindustrie und die ihr nahestehenden Finanzinstitute Biele zu gelangen. nur Schritt für Schritt ihren ursprünglichen Widerstand auf- Wenn die Pariser Konferenz scheitert, so muß die Schuld gaben. Inwieweit die Regierung Cuno auf die restlose Unter- daran unzweideutig auf seiten Poincarés liegen. Die legten stützung der Industrie bei ihrem Angebot rechnen kann, ist Meldungen, insbesondere die Telegramme der Pariser Bebis zulegt noch ungeklärt geblieben. Es ist ihr indeffen ge- richterstattung der großen englischen Blätter lassen allerdings lungen, manche Zusage zu erlangen, die noch vor einigen befürchten, daß Poincaré den Plänen Bonar Laws Tagen von den wenig opferfreudigen Industriemagnaten hart- scharf ablehnend gegenüberstehen wird. Im franzönädig verweigert wurde. fischen Auswärtigen Amt beschäftigt man sich noch immer viel mehr mit Pfändern und Sanktionen als mit der Möglichkeit einer Berständigung, wie sie England erstrebt. Es finden dort weiter Sigungen statt, in denen man alle Einzelheiten In diesem Kampf ist die Sozialdemokratische Partei, Der wirtschaftlichen und militärischen Maßnahmen bespricht, die gegen Deutschland ergriffen werden sollen. Wenn Frantreich tatsächlich auf der kommenden Konferenz mit solchen AbDas deutsche Angebot sieht eine endgültige Regelung des fichten ernst machen sollte, dann ist ein Scheitern der BerReparationsproblems vor unter Berücksichtigung der begrenzten handlungen kaum zu vermeiden. Dann aber würde bei deutschen Leistungsfähigteit. Was den allgemeinen 3 a h- einer einigermaßen verständigen und geschickten Haltung des lungsmodus anbetrifft, so greift der deutsche Vorschlag im all- deutschen Unterhändlers die Reparationsfrage in Zukunft gemeinen auf die bereits in London unterbreiteten Borschläge zurück, nicht mehr ein Konflikt zwischen Deutschland und der En d. h. es wird die Ausgabe einer äußeren und einer inneren tente, sondern zwischen Frankreich und dem Rest der eheAnleihe vorgeschlagen. Die äußere Anleihe soll insgemaligen Entente sein. samt für die Reparationszahlungen verwendet werden. Ueber den Inhalt dieser Vorschläge sind bisher noch recht widerspruchsvolle Mitteilungen verbreitet. Heute nachmittag soll der Reichskanzler in einer Rede auf einer Versammlung der Hamburger Kaufmannschaft den Schleier etwas lüften. Mit einiger Bestimmtheit läßt sich indessen schon jetzt über diese Vorschläge folgendes angeben: früher in ihren beiden getrennten Teilen, seit Nürnberg vereint, rückhaltlos für das gleiche Recht des deutschen Volkes eingetreten, und die Erfolge, die an dieser geistigen Front erzielt wurden, sind solider als jene, von denen uns einst die Heeresberichte meldeten, während gleichzeitig geschlagene deutsche Heerführer in geheimen Tagebüchern über Niederlagen stöhnten. In Amerika, in England, in Italien, in den neutralen Ländern haben wir Bundesgenossen ge= wonnen, wir haben sie aber auch dort gewonnen, wo es am meisten darauf ankommt und wo wir auf Erfolge am stolzesten sein dürfen: in Frankreich. Der Gedante einer deutsch französischen Verständigung, deren Berwirklichung für beide Teile und für ganz Europa einen wurde im Weißen Hause offiziell bekanntgemacht, daß die Ber- unermeßlichen Gewinn bedeuten würde, ist nicht tot. Er wird einigten Staaten, falls die bevorstehende Konferenz der allierten getragen von der Arbeiterschaft beider Länder, und er hat über Premierminister in Paris nicht zu einer Einigung tommen ihre Kreise hinaus neue Anhänger gewonnen. sollte, die Lösung der Reparationsfrage durch eine uninteressierte Um so notwendiger ist es, offen auszusprechen, daß seine Gruppe hervorragender Bolfs wirtschaftler und Finan- Gegner einen Streich gegen ihn planen, der töflich sein kann ziers England, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland vor- und nach ihrem Willen tötlich sein soll. Sie planen, gegen den schlagen werden. Willen des französischen Volfes, der mit dem des nationalen Garantie für sie übernehmen Reichsregierung und Reichsbank. Falls Paris scheitert, greift Amerika ein. Die innere Anleihe soll nur zum Teil, im ersten Jahre nur New York, 30. Dezember.( Funffpruch.) In Washington zur Hälfte, den Reparationszahlungen dienen, zum anderen Teil foll fie zur Sanierung des deutschen Budgets herangezogen werden. Eine bestimmte Garantieleistung seitens der In dustrie ist, wie uns versichert wird, in diesen Vorschlägen einstweilen nicht enthalten. Es ist um so schwerer, in diesem Stadium der Dinge zu dem deutschen Angebot Stellung zu nehmen, als diefes einer feits noch nicht offiziell vorliegt und als es andererseits der New York, 30. Dezember.( WTB.) Aus Washington wird be- Blocks längst nicht mehr identisch ist, vollendete TatPariser Konferenz zunächst nicht schriftlich, sondern münd= lich durch den Staatssekretär a. D. Bergmann unterrichtet, im Weißen Hause werde erklärt, ein Schreiben har- fachen zu schaffen, die zwischen den beiden Völkern unüber breitet werden soll. Aus diesem letteren Berhandlungsmodus dings an den Senator Lodge und die Rede des Staatssekretärs brückbare Klüfte öffnen und die Feindschaft zwischen ihnen wollen wir schließen, daß die Regierung sich dessen bewußt ist, Hughes in Newhaven brächten klar zum Ausdruck, wie die Regie- verewigen sollen. Würde die deutsche Republik von ihrer daß sie sich mit ihren Vorschlägen nicht endgültig festlegen darf. rung die Hilfe auffasse, die die Bereinigten Staaten Europa brin- westlichen Nachbarin nach sovielen Enttäuschungen auch noch Es kann sich dabei für sie nur um eine Berhandlungs- gen fönnten. Die Regierung fet der Ansicht, daß, wenn die an die erleben, daß ihr Selbstbestimmungsrecht und die Sichergrundlage handeln, ebenso wie die acht Punkte Bonar deren Mittel, die Reparationsfrage zu regeln, beit ihres territoritalen Bestandes von dort aus neue schwere Laws eine solche Grundlage bilden. Freilich herrscht noch fehlschlagen sollten, eine Kommission von wirt Bedrohungen erfahren würden, so fönnte fein noch so friedensimmer zwischen beiden Grundlagen ein nicht unbeträchtlicher fchaftlichen und finanziellen Sachverständigen williger Sozialist für die Entwicklung des deutschen VolksGegensah. Die Reichsregierung hat heute wissen lassen, das Problem studieren müßte. Die Vereinigten Staaten geistes in kommenden Jahren und Jahrzehnten ausreichende mie mir bereits in unserer Sonnabend- Abendausgabe berich- erwarteten eine Einladung in diesem Sinne, und sie seien ent- Garantien übernehmen wollen. Es ist vielleicht die Zukunft Sobald die Einladung an- des heranwachsenden Geschlechts in beiden Ländern, über die teten, daß sie die von Bonar Law vorgeschlagene Reparations- ichlossen, sie anzunehmen. fumme von 50 Milliarden Goldmark als die deutsche Leistungs- gekommen sei, werde die amerikanische Regierung die Sachverstän- jetzt in Frankreich entschieden wird. fähigkeit überschreitend ansehe. Nun wird durch das ange- digen bestimmen, die sie verreten solle. Es werde hinzugefügt, daß Auch die Pariser Konferenz wird sich vor das regte Rüddistontierungssystem der Gegenwartswert dieser die Beratungen der Sachverständigen nicht in den Bereinigten Staa Grundproblem gestellt sehen, wie das Schuldverhältnis, in Summe auf 30 Milliarden reduziert und damit entspricht der ten stattfinden sollen, da die Schuldenfrage nicht zu das Deutschland durch den Kriegsausgang zu auswärtigen englische Plan sowohl in seiner Höhe wie auch bezüglich des gleicher Zeit behandelt werden dürfe. Diese Konferenz werde Staaten geraten ist, in ein Verhältnis zu Privatgläu Zahlungsmodus dem Angebot der Regierung Fehrenbach nur dann einen wirklich nüßlichen Zweck haben, wenn sie aus Sach- bi gern verwandelt werden kann. Diese Umwandlung, die Simons vom März 1921. verständigen zusammengefeßt sei, die die Regierung selbst ernennen ohne radikale Herabsehung der Schuldensumme nicht möglich Unter besonderer Berücksichtigung dieses Gegenwarts- wird. Die Vereinigten Staaten würden übrigens feinen Vorschlag ist, fann allein in Deutschland den lebendigen eige= mertes erscheint der Gegensatz zwischen den neuen deut- annehmen, ohne sicher zu sein, daß auch alle beteiligten Regierun- nen Antrieb zur Begleichung seiner Berbindlichkeiten schen Borschlägen und dem englischen Plan nicht als unüber- gen ihn annähmen. brückbar. Freilich dürften die gleichen Kreise, die schon seit Wochen der Regierung Cuno Widerstand geleistet und die nur mit dem größten Widerwillen schließlich ihre Mitwirkung zu= gefagt haben, dazu neigen, diesen Unterschied zu übertreiben und den Bonar Lawschen Plan als„, unannehmbar" hinzustellen. Rußland und die Memelfrage. Mostau, 29. Dezember.( WTB.) Der stellvertretende Boltsfommissar für auswärtige Angelegenheiten Litwinoff hat am 22. b. M. im Namen der russischen Regierung an Lord Curzon, Poincaré und Mussolini eine Note gerichtet, in der es heißt: wiederherstellen. Man kann Zahlungen, die sich auf Jahrzehnte erstrecken sollen, nicht unter dem ständigen Druck der Gewalt erzwingen, man fann sie nur erzielen, wenn dafür das natürliche Bedürfnis jedes Staates eingespannt wird, seinen Kredit wiederherzustellen und wirtschaftlich wieder hoch zu kommen. Solange das nicht allgemein erkannt und anerkannt ist, wird die Welt einen Ausweg aus dem Taumelgarten der Reparationsfrage nicht finden. Demgegenüber möchten wir in aller Offenheit den Standpunkt wiederholen, den wir schon am Sonnabendmorgen Wie die russische Regierung erfährt, beabsichtigt die BotschafterDer Sturz der Mark, der durch Spekulationsinterdeutlich zum Ausdrud gebracht haben und gegen den fich fonferenz in Paris sich demnächst mit der endgültigen Rege- essen und die Freude gewisser Wirtschaftskreise an ihm begünübrigens nicht eine einzige Stimme in der Rechtspresse erhoben ung der Frage des Memel Gebiets zu beschäftigen. Das ftigt worden, durch die völlig unsichere Schuldnerlage Deutschhat: wir erblicken in den acht Punkten Bonar Laws eine Grund- Schicksal dieses Gebiets, das in wirtschaftlicher Beziehung eng mit lands aber verursacht ist, hat nicht nur Deutschland zahlungslage, auf der eine Verständigung erreicht werden kann. den Sowjetrepubliten Rußland und Weißrußland unfähig gemacht, sondern über die Massen des deutschen Wir fönnen es zur Not begreifen, wenn die Regierung verknüpft ist, stellt für das Wirtschaftsleben diefer letzteren ein Inter- Bolkes unfägliches Elend gebracht. Der deutsche Arbeiter ist Cuno, die nun selbst nach wochenlangen internen Berhand- effe von höchster Tragweite dar. Daher muß jede Regelung der heute der schlechtest bezahlte der Welt- und so richtig es iſt, lungen einen Vorschlag ausgearbeitet hat, sich nicht dazu ent- Frage des Memel- Gebiets ohne die unmittelbare Zeil. Daß der Befiß, der oft mühelose Gewinne noch lange nicht schließen kann, sich offiziell in diesem Sinne über die acht nahme der Sowjetrepubliken Rußland und Weißrußland, in dem Maße belastet ist, wie er es verbient, so ist es doch nicht Bunkte Bonar Lams zu äußern. Einmal sind die inneren die eine wohlüberlegte Fernhaltung dieser Staaten von dieser Rege- weniger richtig, daß aus einem Staat, dessen Volksmassen verWiderstände dagegen noch zu groß, die für das eigene An- lung der mit ihren Staatsinteressen unlöslich verbundenen Fragen elenden, feine Macht der Erde große dauernde Leistungen gebot nur schwer gebrochen werden konnten. Außerdem ist bedeuten würde, als Verlegung der unbestreitbaren Rechte herauspressen kann. Der Vertrag von Versailles enthält der englische Reparationsplan noch nicht offizieü, sondern nur dieser Republiken angefehen werden. neben allen Unmöglichkeiten und Ungerechtigkeiten doch auch aus den Mitteilungen der englischen Presse bekannt, und man Infolgedessen nehmen die Regierungen von Rußland und Weiß nicht ganz wertlose Bestimmungen, in denen den Arbeitern das fann daher auf deutscher Seite schwerlich in amtlicher Form rußland das Recht in Anspruch, die Zulassung ihrer Bertreter Recht auf menschenwürdige Behandlung und Entlohnung zuzu ihm Stellung nehmen. Schließlich besteht auch die Gefahr, zu den Beratungen und Entscheidungen über das Schicksal Memels gesprochen wird. Der bekannte Ausspruch Wirths„ Erst daß eine solche Stellungnahme Poincaré veranlaffen könnte, zu verlangen. Gleichzeitig sieht sich die Regierung Sowjetrußlands Brot, dann Reparationen!" liegt ganz in der Richsofort mehr zu verlangen, als die acht Punkte porsehen. sowohl in ihrem Namen als auch mit Ermächtigung der Regierung tung dieser Bestimmungen, er entspricht vollständig dem Geist, Unter voller Berücksichtigung dieser materiellen 3wangs- der sozialistischen Sowjetrepublik Weißrußland zu der Erklärung der aus dem viel zu wenig beachteten dreizehnten Teil des Verlage und dieser taktischen Gesichtspunkte müssen wir jedoch verpflichtet, daß die genannten Staaten teine Lösung der Frage trages spricht. erklären, daß es nunmehr die gebieterische Pflicht über das Schicksal des Memel- Gebiets, die ohne ihre Teilnahme und der Reichsregierung ist, zu Berhandlungen zu ge entgegen ihren Interessen getroffen werden könnte, anerkennen langen. Die Möglichkeit einer Berständigung ist ge- werden. Ebenso sehr aber widerspricht es diesem Geist, wenn die Unternehmer den Bersuch machen, durch Beseitigung des | Achtstundentages die Reparationslasten einseitig den Becker als neuester„ Erfüller". Eine Neujahrsüberraschung. Arbeitern aufzubürden. In dem Augenblick, in dem die Welt kann aber nichts an der Tatsache ändern, daß die Bartet der auerfennen beginnt, daß die Leistungsgrenze der deutschen Republik gegenüber positiv eingestellt bleibt, und daß es ihr Arbeiterschaft bereits überschritten ist, ist es ein seltsam natio- Bestreben bleibt, die Republik fortschreitend mit sozialistischen nales" Beginnen, in Deutschland den entgegengefeßten Stand- Einflüssen bis zu deren völligem Ueberwiegen zu durchDer Deutschvoltsparteiler Dr. Becker( Hessen), der im punkt zu vertreten und den deutschen Arbeitern eine ungeheure dringen. Die Republik, die von blassen Vernunftrepublikanern bürgerlichen Kabinett Cuno als Reichswirtschaftsminister Last von unbezahlter Mehrarbeit zuzumuten. Die Arbeits- geleitet wird, bleibt ebenso ein Widerspruch in sich selbst, wie fungiert, war als Abgeordneter einer der lautesten Kämpen fraft eines Bolles ift en höchstes unerfetzliches Gut, die deutsche die anekdotische Republit mit den Großherzog an der fungiert, war als Abgeordneter einer der lautesten Kämpen gegen die„ Erfüllungspolitit". Man weiß, mit welcher HartArbeitskraft ist durch die wirtschaftlichen Nachwirkungen des Spize." näckigkeit dieser Industrievertreter es zu verhindern strebte, nationale Aufgabe. bestand Belastungsproben, wie sie faum jemals ein Staat Dieser selbe Becker( Hessen) hält es jetzt, da er in der Regierung sitzt und die Verantwortung mitträgt, doch für geraten, bei der Enente um gut Wetter zu bitten. In der volksparteilichen Zeit" veröffentlicht er einen an sich belangLosen Neujahrsartikel, in dem zum Schluß folgende bemerkenswerten Säge ins Auge fallen: Krieges an der Wurzel bedroht, sie wiederherzustellen, nicht Diese grundsätzliche Haltung der Sozialdemokratie zur daß dem Reich durch das Gesetz über die Zwangsanleihe die aber verschärften Raubbau an ihr zu treiben, ist wahrhaft Republik erfordert freilich auch eine realpolitische Ein- notwendigen Mittel zur Balanzierung des Etats zugeführt stellung der breiten Arbeitermassen, die begreiBedenkt man die Schwere der sozialen Erschütterungen, fen müssen, und die in ihrer großen Mehrheit auch wirklich be- wurden. Man weiß, wie er sich öffentlich rühmte, die Deutschmonarchisten dauernd über die interfraktionellen Berhanddenen unser Volksleben im letzten Jahre wie auch in den vor- greifen, daß letzte Ziele einer wirklichen Weltrevolution", Lungen auf dem laufenden erhalten zu haben. Kurz, er mar vergangenen seit Kriegsende ausgesetzt war, so darf man es das heißt einer Umwälzung der wirtschaftlichen Fundamente ein Herz und eine Seele mit den Hergt und Genossen, die der als eine starke Leistung buchen, daß die Deutsche nicht im Handumdrehen zu erreichen sind. Auf diesem Gebiet„ Erfüllungspolitik" des Kabinetts Birth den Kampf auf Tod Republik troh alledem eine bedeutende innere Festigung sprechen die russischen Erfahrungen eine Sprache," Erfüllungspolitik" des Kabinetts Birth den Kampf auf Tod und Leben angesagt hatten. erjahren hat. Die Kraft, mit der sie alle Belastungsproben die nur allzu verständlich ist. Diese russischen Erfahrungen lehren vor allem, daß erfahren hat spricht für die Stärke der bestehenden Klassentämpfe nicht in einer Schlacht entschieden werden Staatsform. zu ihrer Verteidigung hatten sich die deutschen können. Die bolschewistischen Machthaber haben den anerArbeiter erhoben, als den Außenminister der Republif, fennenswerten Mut gehabt, sogar von notwendigen Rück Rathenau, die tödlichen Kugeln monarchistischer Mordver- ügen zu sprechen, die freilich so deutlich erkennbar waren, fchwörer trafen und sie bleiben auf der Wacht. In jahr: daß ihr Berschweigen wenig Sinn gehabt hätte. Sie haben ehntelanger Arbeit hat die Sozialdemokratie in durch die Tat bewiesen, daß man sich mit dem Gegner Kapiden breiten Maffen den Grund gelegt, auf dem die Re- talismus, wenn man ihn nicht mit einem Male schlagen kann, gegnern darüber verständigen, wie wir die Casten des Krieges auch publik sicher ruhen kann, sie hat damit die Voraussetzungen So wenig wir die verfassungsrechtliche Gleichberechtigung der für die staatliche Existenz des neuen Deutschland geschaffen. anderen Parteien bestreiten und so gerne wir ihre Mitarbeit zur Festigung der neuen Staatsform annehmen, so ist doch die Sozialdemokratie mehr als nur eine Bartei der Deutschen Republik. Sie hat ein Recht, sich als die eigentliche Partei der Republik zu fühlen und zu führen. 6 Wir wollen und wir müssen uns mit den anderen Kriegseinstweilen auch bis zu einem gewissen Grade vertragen ihnen fragen helfen, und gerade die je gige Regierung hat ihren deutschen Anhänger Moskaus an der Politik der Sozial- dort nicht aus Rachgier und aus imperialistischem Berlangen nad) muß. Um so widerspruchsvoller erscheint da die Kritik der dahingehenden Willen oft und flar genug ausgesprochen. Zeige man nun doch endlich auch auf der anderen Seite einmal, daß man demokratie, weil sie den Kampf gegen einen mächtigen Gegner Losreißung deutschen Staatsgebiets und zerreißung der Reichseinbort nicht aus Rachgier und aus imperialistischem Verlangen nach nicht mit solchen Mitteln führen will, daß zum Schluß nichts heit strebt, sondern daß man ernstlich gewillt ist, sich mit uns über anderes übrig bleibt als wie in Rußland- die Unterwerfung. Reparationsleistungen im Rahmen wirklicher deutscher LeistungsDie fortschreitende Erkenntnis der Arbeitermassen, daß die fähigkeit im Wege ernster Verhandlungen von Mann zu Mann Darum: so sehr es eine Anomalie war, wenn in den sozialdemokratische Politik in Deutschland andere Methoden auseinanderzusetzen. Wir sind bereit zu solchen Verhandlungen und haben alle Vorbereitungen dazu getroffen. An unserem guten Tezien Tagen der Monarchie Sozialdemokraten als Mitglieder fordert als die in Rußland vom Kommunismus angewendeten, willen wird es nicht fehlen.. Wir wollen und wir werden bei der Regierung in Erscheinung traten, so sehr wirft es umge hat uns das erfreulichste Ereignis des vergangenen Jahres folchen Verhandlungen bis an die äußerste Grenze unserer Leistungstehrt in der Republik als eine Anomalie, wenn die Sozial- gebracht, die Wiedervereinigung der Sozial- fähigkeit gehen. Das sind wir schon unseren bedrängten und bedemokratie von der Teilnahme an Macht und Verantwortung Demokratie. Damit ist auch die Wiedervereinigung der drohten Brüdern im Rheinland schuldig. ausgeschlossen ist. Dieser Zustand ist frelich noch nicht eingetre sozialistischen Internationale in nahe Aussicht gestellt. ten, er ist einstweilen so gut wie unvorstellbar. Denn wenn auch Der Weltfriedenkongreß im Haag hat für sie den würdigen So erfreulich an sich die erwachende Erkenntnis ist, daß die Sozialdemokratie im Laufe dieses Jahres aus der R e ich s- Auftakt geliefert, und er hat zugleich die sozialistischen Bar- es mit dem Auf- den- Tisch- Schlagen allein nicht getan ist, daß regierung ausgeschieden ist, so bleibt sie doch in den teien in engster Berbindung mit den Gewerkschaften man vielmehr als Besiegter nach einem ungeheuren Kriege Staats regierungen fast aller Länder vertreten- wobei wobei gezeigt. ungeheure Lasten tragen muß, so zwingt doch diese Befehrung Bayern eine wenig rühmliche und menig vorbildliche Aus- Die Zusammenfassung der geeinten Sozialdemokratie des Herrn Beder geradezu die Erinnerung an den Dr. Fauft nahme darstellt. In zahlreichen Gemeinden und Verwaltungs- mit den Gewerkschaften zu einem altionsfähigen, in auf: Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein....! stellen haben Sozialdemokraten die maßgebende und führende fluger Arbeitsteilung wirkenden Ganzen ist angesichts der Gerade der Dr. Becker( Hessen) war doch wohl der häufigste Stellung. Es wird kaum einen Parteigenossen geben, der die bedrohlichen politischen und wirtschaftlichen Lage eine Rebner der Volkspartei, wenn der Reichstag über die Erfreiwillige Rückkehr in die Zustände des Kaiserreichs wünschen Lebensnotwendigkeit für die Massen des arbeiten füllungspolitik verhandelte. Und gerade Dr. Becker( Hessen) wird, unter denen ein Sozialdemokrat nicht einmal nacht den Volkes- das Wort in weitestem Sinne verstanden. Daß muß nun bei der Entente bitten, daß man ihn und die Rewäre auch so logisch sie unter der Herrschaft des Halbabfolu- ist sein bester Ertrag; es ganz zu erreichen wird eine des deutschen Bolles einen vollen Erfolg, wenn wir auch nicht wächter sein durfte. Eine solche Stellung der Sozialdemokratie uns das vergangene Jahr diesem Ziel näher gebracht hat, gierung Cuno doch als gleichberechtigten Partner anerkenne. Wir wünschen den Pariser Verhandlungen im Interesse tismus war in der Republik direkt midersinnig. der wichtigsten Aufgaben im neuen Jahre sein. Bon diesem Standpuntt aus betrachtet, erscheint das Die Zukunft", sagt Victor Hugo ,,, hat verschiedene Optimisten genug sind, ihn jetzt schon in greifbarer Nähe zu Ausscheiden der Sozialdematratie aus der Namen. Für die Schwachen heißt sie das Unmögliche. Für sehen. Nur weiß man nicht, ob Herr Dr. Becker nach diesem Reichsregierung nicht als eine grundfä liche Wendung die 2lengstlichen das Unbekannte. Für die Denter und feiner deutschnationalen Freunde genießen wird, die doch von feinem Bekenntnis zur Erfüllungspolitik noch das Vertrauen unferer Politit, sondern als Berluft einer taktischen Position. Kühnen- das Idea 1." Es bleibt das MenschheitsEs bleibt das MenschheitsDiese taktische Position wurde für die Sozialdemokratie unhalt- verdienst der sozialistischen Bewegung, daß sie breiten, im" Erfüllung" in feiner Gestalt etwas wissen wollen. bar, weil die Verbindung der bisherigen bürgeruhen Koalitions- Dunkel lebenden Massen ein leuchten des Ziel gegeben parteien mit der Bolfspartei die deutliche Absicht verriet, hat, nach dem sie mit allen Kräften des Geistes und des Herden sozialdemokratischen Einfluß zurückzudrängen, und weil zens hinstreben. Dieses Ziel vereint sie, macht sie, die vielleicht auch in den Massen der Partei nicht jene Kaltblütig Schwachen, start, es gibt ihnen die Kraft, das Schwere, das feit vorhanden war, die den Führern gestattet hätte, die ihnen auch im neuen Jahr nicht erspart bleiben wird, zu überbürgerliche Taftif anders als mit einem Rückzug in die Oppo- ftehen. fitionsstellung zu beantworten. Die Möglichkeit, daß die Sozialdemokratie auch in einer Regierung, in der VolksparDie Spaltung bei den Deutschnationalen. Wie die Korre teiler mitsizen, eine der Arbeiterschaft wertvolle Tätigkeit ent- spondenz der Deutschnationalen Volkspartei" mitteilt, ist die Mit fallen fann, läßt sich nach den preußischen Erfahrungen gliedschaft der Herren v. Graefe, Henning und Bulfe bei der nicht bestreiten. Auf der anderen Seite hatte das Drängen Deutschnationalen Boltspartei durch ihren Uebertritt zur neu- mit den Unterrichtsministern von Sachsen, Thüringen und Braunder bürgerlichen Koalitionsparteien und das leberwiegen des gegründeten Deutschvölkischen Freiheitspartei erloschen. schwerndustriellen Einflusses in der Volkspartei in den legten Tagen der Wirth- Regierung die Lage so gestaltet, daß Tschechoslowakei, die unter der betroffenen Bevölkerung schwere ErWegen der Zuweifung der schlesischen Ortschaft Haatsch an die praktisch eine andere Lösung als die des Ausscheidens der regung und lebhafte Proteste hervorgerufen hat, ist eine deutsche Sozialdemokratie aus der Regierung faum möglich blieb. Note an die Botschafterkonferenz gegangen, die um Angabe der Der Uebergang der Sozialdemokratie in die Opposition Gründe für diese Entscheidung bittet. 1923. Eins fordern wir von dir, du neues Jahr: Erlösung aus der Qual, in der wir leben, Ein 3iel, fei es auch noch so fern, dem flar Wir durch die Not der Zeit entgegenstreben! Mag Kampf auch flirr'n, mag uns umlauern Haß, Nur nicht dies ewig Graue- Ungewiffe, Das uns umpeinigt ohne Unterlaß! Genug der Folter und der Finsternisfe! Wir sind gewohnt an Sorge und an Leid, Und haben doch das Haupt stets hoch getragen. Kampf hat die harten Hände uns geweiht, Die jeden Feind noch in die Flucht geschlagen. Nur nicht das eine, daß der Boden schwankt, In dem wir wurzeln! Sicher woll'n wir stehen, Daß unser Fuß nicht strauchelt und nicht wanft, Wenn wild und braufend Stürme uns umwehen! Kur Ungewisses nicht! Nur überschau'n Das Heut und Morgen mag auch Unheil schreiten! Mut fehlt uns nicht! Wir wollen jedem Grau'n Der unbarmherz'gen Zeit entgegenreiten! Hart geht auf hart: wohlan, wir halten Stand, Nur festen Boden brauchen uns're Füße! Willkommen, neues Jahr! Reich uns die Hand, Daß dich das alte, role Banner grüße! Mein Notgeld. Bon Tobias Pemberlein. Ludwig Ceffen. Berehrter Leser des Berwärts"! 17 Wissen Sie, was ein Schriftsteller ist? Sagen Sie ruhig nein. Und seien Sie froh, daß Sie es nicht wissen. Noch froher, daß Sie feiner find. Wenn meine Zeit für neue Seelenwanderung gekommen ist und der pp. liebe Gott läßt mir die Wahl zwischen einer Blattlaus und der nochmaligen Laufbahn hörigen Darm fertig werden soll. Eine komische Figur vor dem Bäckerladen, ein Ladenhüter der modernen Kultur, ein Unikum, das zwischen Klimmzügen am Segerpult und am Speiseschrante abwechselt. Alles in allem ein biologisches Rätsel. Was sind Sie?" fragt der Beamte auf dem Meldebureau.„ Schriftsteller ,, Hm ich meine, wovon Sie leben?" Das weiß ich auch nicht. 44 Die nichtstaatlichen Feiertage. Amtlich wird gemeldet: In der Frage der Religionsübung an den staatlich nicht anerkannten tirchlichen Feiertagen, bie namentlich im Anschluß an den Erlaß des sächsischen Kultusministers vom 12. August 1922 zum Gegenstand vielfacher Erörterungen und zweier Interpellationen im Reichstage gemacht worden ist, hat der Reichsminister des Innern schweig Berhandlungen mit dem Ziel aufgenommen, eine die Hoheitsgewährleiſtende Verwaltungspragis in den genannten Ländern zu intereffen der beteiligten Länder wahrende und die Religionsübung erreichen. Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen ist zu erwarten, daß diese zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden. 1. daß der Dollar entwertet und die Börse meschugge wird, 2. die Polen gleich sechs Präsidenten auf einmal erschießen, 3. Haiti an Guatemala den Krieg erklärt, 4. Karlshorst aus dem Berliner Fernsprechteilnehmerverzeichnis ausscheidet, 5. usw. besonders das lehtere. Schließlich ist man doch ein verantwortlicher Aber schließlich hat man doch seinen Wasserkopf nicht für den Mensch und will feine Katastrophe. Darum beschloß ich, meine alten Frigen, sondern man denkt damit. Man denkt an die soziale Frage, besonders an die eigene. „ Ich bin pleite, du bist pleite, er ist pleite" Er das ist der Staat. Der arme Staat. Diesem von Gott verlassenen Wesen geht es ähnlich wie dem Zeilenstemmer, auch er fann feinen Staat mehr machen. Auch er ist im Drud, läßt allerhand Bapierchen machen, rote, grüne, braune, bunte, auch er hat Phantasie; denn er nennt diese Papierchen Geld und es wird ihm geglaubt! Wie wäre es, wenn Bemberlein ging an die Arbeit. Nahm sich ein Muster am Kollegen Staat und begann ein Papierchen nach hochwohllöblichem Muster zu entwerfen. Das sah so aus: Wer diesen Schein nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, soll sich was schämen! Pemberlein- Bank Fünfhundert Mark in gesetzlichem Metallgelde erhält, wenn er Schwein hat, der Inhaber dieses von Tobias Pemberlein zurück Berlin, 1. Januar 1923 Saupttassenverwaltung Erich Kafe Max Klante Tobias Pemberlein A A 1269374 Ich bin nicht eingebildet, aber ich frage den Leser auf Ehre eines Schriftstellers, werde ich mit Bolluft darauf eingehen, grüne und Gewissen: riecht mein Scheinchen nicht vierhundert Meter gegen Ahornblätter zu fressen( zu fressen!) und wohlriechenden Saft statt den Wind nach Reichsdruckerei? Habe ich den Dreh nicht fabelhaft Artikel zu schwizen. Da ich das Thema nun einmal angeschnitten heraus? Unter uns: Davon habe ich dreihundert Stück liegen. habe( ich würde bei allen Teufeln lieber einen Bierpfünder an Alle echt! Bloß mit dem Wasserzeichen hapert es. Das muß man schneiden), bin ich verpflichtet, das Wesen des Schriftstellerichs zu mit Fett machen, aber Fett ich hatte gerade teins an der Hand. erflären: Ein Schriftsteller ist ein Mann, der sich immer im Drud Dann studierte ich die einschlägige Nationalötonomie. befindet. Ein Mann, der auf dem falschen Pferde fist und nicht Es ist da eine Sache mit Baluta und so. Wenn ich die dreihundert den Mut aufbringt, besagten Gaul, auch Pegasus genannt, in die Scheine mit einemmal auf den internationalen Geldmarkt werfe, Wurst zu hacken. Ein Kopf, der nicht weiß, wie er mit dem zuge- besteht die Gefahr Ja. Scheine auf chemisch faltem Wege ins Publikum sidern zu lassen. Ich weidete mich gehörig an meinen Schägen, beschlief sie und dachte dann, heftig erbleichend: wie, wenn nun die Nationalökonomie doof ist und läßt mein Geld nicht aufkommen? Machte also einen Versuch. Ging auf den Potsdamer Platz, näherte mich einem der dort in Betrieb befindlichen Bettler und gab ihm, strahlend vor Selbstverständlichkeit, einen meiner Fünfhunderter. Er nahm ihn! Er nahm ihn!! Er nahm ihn!!! Bedarf es noch eines Beweises, daß mein Notgeld offiziellen Kurs hat, als dieses einfachen Mannes aus dem Volke? Oder doch. Meinen Sie, lieber Leser? Sicherer wäre eigentlich sicherer. Ich( mir einen gehörigen Ruck gebend): ,, Hochverehrter Herr Reichspräsident! Wollen Sie bitte die Güte haben, zu verfügen, daß mein prima Notgeld den Schmelz öffentlicher Rauffraft erlange, besonders zwischen Bahnhof Bedding und der Tegeler Chaussee. In ehrerbietiger Hochachtung Tobias Pemberlein." Was meinen Sie, lieber Leser ob er es tut? www 3m Wallnertheater gab es zum Jahresschluß einen harmlos lustigen Schwant:„ Der kühne Schwimmer", den die Herren Arnolt imb Bach Guido Thielscher auf den Leib gefchrieben. Er figuriert darin als fuglig runder Hochzeiter mit leuch tender Glaze, der sich in das Herz seiner jugendlichen Erforenen als angeblicher Lebensretter eingeschlichen hat. In pflichtschuldigem Dant will sie ihn heiraten und verfündet überall den Ruhm seiner hochherzigen Tat, während er, der held, das Schwimmen nachträglid) zu lernen sucht. Der Wirrwarr steigert sich, als dann der wirkliche Hochzeitsmorgen erscheint. Der Schwindel kommt rechtzeitig an den Lebensretter, ein gaunerhafter wider Bayernbub, just an dem Tag und ein junger Liebhaber führt, wie es sich gehört, die Braut heim. Thielscher war in allerbester Laune, behende wie der Jüngste, und riß das Publikum in die fidele Stimmung mit hinein. dt. verdient, hat die Schöneberger Liedertafel dem in der Eine Ehrung für Arno Holz. Eine Chrung, die Nachahmung Stübbenstr. 5 in Schöneberg wohnenden Arno Holz erwiesen. Durch ihren ersten Borsigenden hat sie dem in dürftigen Berhält nissen lebenden großen Dichter 10 000 m. als Arno- Holz- Spende der Schöneberger Liedertafel übereichen lassen. Nr. 616 39. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 31. Dezember 1922 in der allgemeinen Invalidenversicherung zu steuern hatten, trag wäre aus agitatorischen Gründen gestellt worden. Diese dort Rechte durch die Beitragsleistung zur lächerliche Behauptung ist leicht widerlegbar, weil in DeutschDie Angestelltenversicherung. Angestelltenversicherung sich erhalten; umgekehrt gilt das öſterreich die Entlastung der Angestellten ſogar noch weiter Die Ruhegeldzahlung beginnt am 1. Januar 1923. " " Von Karl Giebel. gleiche. Für zahlreiche Betriebsbeamte und Werkmeister be- cht. deutet das eine wesentliche Erleichterung. Auch die Grenzen Wennschon diese Verbesserungen an der von Anfang an der versicherungspflichtigen Angestellten verunitoiteten Sonderversicherung ganz und gar nicht dem gruppen sind durch das neue Gesch Marer unirissen worden. berechtigten Berlangen der freigewerkschaftlichen Angestellten Dadurch dürften die häufig jahrelangen Sircitverfahren über genügen, so bedeuten sie doch einen wertvollen Fortschritt, der die Versicherungspflicht endlich unmöglich; gemacht sein; das nach alledem in der Richtung einer allmählichen Zusammenwird besonders dadurch gewährleistet, daß bei Streit über zu führung der Angestelltenversicherung mit der allgemeinen gehörigkeit zu einer der beiden Versicherungen fünftig die Invalidenversicherung liegt. Beide Versicherungen haben schon übereinstimmende Erklärung des Angestellten und seines Ar- jept viel Gemeinsames. Immer stärker dürfte sich deshalb der beitgebers entscheidend ist. Vom 1. Januar 1923 ab find Gedanke Bahn brechen, daß doppelte Verwaltungskörper den Im Interessen der Versicherten nicht entsprechen. Nicht um Vergrundsätzlich alle Angestellten versicherungspflichtig. einzelnen werden dann als versicherungspflichtig noch beson- waltungen zu unterhalten, werden doch die Beiträge erhoben. ders u. a. aufgeführt: Musiker, ohne Rücksicht auf den Kunst- Diese hohen Lasten, wenn sie schon getragen werden sollen, mert ihrer Leistungen, Bureauangestellte, soweit sie nicht aus- müssen möglichst erstlos dem eigentlichen Zwecke der staatschließlich mit Botengängen, Reinigungen, Aufräumungen lichen Maßnahme dienen, nämlich, invalide gewordene Angestellte vor Not und wirtschaftlichen Sorgen zu schützen und ihren Hinterbliebenen nicht minder Schutz zu sein vor bitterem Elend. Die Sonderversicherung wird dieses Ziel bei erträglichen Beiträgen nicht erreichen. Das lehren die Erfahrungen ihrer ersten, übrigens ziemlich fruchtlosen zehn Jahre. Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bei Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. |//////////////////////////* Aus der Partei. Der Tag ist nunmehr gekommen, mit dem die so viel gepriefene Sonderversicherung der Angestellten in ihre eigentliche Tätigkeit einzutreten hat. Hunderttausende deutscher Angestellten haben mit dem 31. Dezember 1922 die 10jährige Bartegeit erfüllt, um nunmehr die Rentenleistungen in Anspruch nehmen zu können. Viele von denen, die sich goldene Berge von dieser Sonderversicherung versprachen, werden in ihren Erwartungen arg enttäuscht. Geflissentlich wurde in dem vor nunmehr rund elf Jahren auf der Höhe stehenden Meinungsstreit um Sonderversicherung" oder Einfügung auch der Angestellten in die allgemeine Invalidenversicherung" die Vorstellung genährt, die Sonderversicherung allein verbürge eine Versorgung ähnlich der der Beamten. Die bisherigen Bestimmungen über die Rentenleistungen fennzeichneten die innere Hohlheit solcher bombastischen Versprechungen. Sollen doch danach z. B. die jährlichen Ruhegelder ganze 25 Proz. der Gesamtbeiträge, die für die ersten 120 Beitragsmonate entrichtet sind, und von allen später gezahlten Beiträgen gar nur 121 Broz. betragen. Auch ohne die Wirtschaftskatastrophe infolge des verlorenen Krieges hätte sich die Kläglichkeit solcher Leistungen in den sehr dürftigen Pfennigbeträgen genügend ausgeprägt. Ueberdies hat die Sonderversicherung in einem Die„ Gemeindepolitit", das aus der Verschmelzung der„ Kome Maße die Beiträge für einen Verwaltungsfoloß verbraucht, munalen Praxis" mit der Sozialistischen Gemeinde" hervorgegander für den nüchternen Betrachter aus einer falschen gesetzgene Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratie für die gelichen Anlage der Verwaltung von vornherein vorauszusehen samte fommunale Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaft und mar. Es sei nur erinnert an das angeblich einfache Konten praxis, behandelt in der soeben erschienenen ersten Nummer das snstem, die besonderen Rechtsprechungsorgane usw. Die Sonderversicherung wollte halt stets immer etwas Besonderes und ähnlichen Arbeiten beschäftigt werden, Angestellte in schwierige Problem der kommunalen Wirtschaft unter dent Berufen der Erziehung, des Unterrichts, der Fürsorge, der besonderen Gesichtswinkel der Finanzpolitit; ein Problem, das vorsein und haben! meindewahlen beherrschen wird. Zahlen, die im Leitartikel Die Kritik, die die freigemerkschaftliche Angestellten- Kranken- und Wohlfahrtspflege und schließitch auch Werk aussichtlich die in Preußen und in Sachsen bevorstehenden Ge= bewegung an dem Gesetz geübt hat, trug nunmehr doch ihre stattschreiber, Bureau- und Handlungslehrlinge und auch der vorliegenden Nummer wiedergegeben sind, beweisen die Unzuläng Früchte. Das Reichsarbeitsministerium hat erfreulicherweise Lehrlinge und Gehilfen in Apotheken. Die leider für die Ver- lichkeit der Novelle zum Landessteuergesetz, die unter dem Titel allerlei Schlußfolgerungen aus den Erfahrungstatsachen ge- ficherungspflicht noch immer bestehende Gehaltsgrenze Finanzausgleichsgefeß" jetzt vom Reichsrat an den Reichstag zurüdzogen mit einem Gesetzentwurse, der z. B. mit den besonderen soll der Reichsarbeitsminister jeweilig festsegen; erstmalig ist gelangt ist. Als Besserungsmittel wird die Durchführung ernsthafter Spruchbehörden und auch mit dem schwerfälligen Konten- fo diese Gehaltsgrenze auf einen Jahresarbeitsverdienst von Kommunalisierung angeregt. Vermögensabgabe, Erfassung der system aufräumt und ab 1. Januar 1923 nunmehr auch Bei= 840 000 m. festgesetzt worden, ein Betrag, der durch die letzte Sachwerte und Sozialisierung werden als Etappen des Sanierungstragsmarken als Zahlungsmittel zur Einführung bringt. 3eit längst überholt worden ist. Das Arbeitsministerium be- prozesses genannt. Dabei wird auf die wertvolle Borarbeit der Kommunalisierungsgesetz vom Herbst 1920, hingewiesen. Gelegentlich der Beratung dieser Novelle hat sich immer deut- absichtigt, diese Grenze mit Wirfung ab 1. Januar 1923 auf Sozialisierungstommiffion, besonders auf deren Vorschlag für ein licher gezeigt, daß allerdings auch hier das Radikalmittel der 1200 000 m. zu erhöhen.- Die Beitragsflaffen wur Ein sehr beachtenswerter Auffaz von Leopold Pölzl, BürgerZusammenlegung mit der Invalidenversicherung das wirk- den entsprechend neu geregelt. Ihre Gliederung entspricht meister in Aussig a. E. zeigt, daß in der valutastarken Tschechosamste gewesen wäre; aber hierver schreckten selbst ernst zu wiederum der Invalidenversicherung. Allerdings find die slowakei die Gemeinden nicht weniger wirtschaftlich bedrängt nehmende Männer im bürgerlichen Lager noch zurück. Immer Beiträge selbst beträchtlich höher. Hierfür gilt diese Klaffi- find als in Deutschland. Hier wie dort drücken Teuerung und die den Gemeinden viel vorwegnehmende Steuer- und Finanzpolitik hin hat man so viel Mut aufgebracht, die Renten der Ange- fizierung: der Staatsregierung auf das wirtschaftliche Niveau der Gemeinden. stelltenversicherung ebenso aufzubauen, wie die der allgemeinen Als wichtigste Vorbedingung für die Gesundung der Gemeindefinanzen bezeichnet Pölz1:" Beseitigung der Zuschlagswirtschaft, Invalidenversicherung. Sie bestehen nämlich aus Grund= Steuerhoheit der Gemeinden für die Staatssteuern, Zuschläge für betrag von 360 m. jährlich, aus Steigerungs= alle Leistungen im übertragenen Wirkungsfreise sowie für Schulsätzen, die für jeden Beitragsmonat in der niedrigsten Gewesen, Wohlfahrt und Gesundheitspflege und Entschuldung der haltsklasse auf 5,40 m., steigend bis auf 792 M. in der höchsten Gemeinden durch Zuweisung von Anteilen aus der staatlichen Vers Gehaltsklasse, festgesetzt wurden, zu denen Teuerungsmögensabgabe." Das aktuelle Thema Kommunalisierun g zulagen fommen. Auch diese Teuerungszulage beträgt wie oder Sozialisierung des Versicherungswesens in der Invalidennersicherung bei Ruhegeld und Witwenrenten wird von der fachkundigen Feder Martins Buchs, Hamburg, jährlich 9000 m., bei Waisenrenten 4500 m. Unsere politischer dargestellt. Der Verfasser, Redakteur der Volksfürsorge", betrachtet Freunde im Reichstage haben die Regierungsvorlage in diesem die einzelnen Versicherungszweige unter dem besonderen GesichtsTeile verteidigt und haben es erwirkt, daß diese Teuerungspunkt des Themas und gelangt zu dem Schluß, daß die Kommune als Träger von Versicherungseinrichtungen für Sachschadenversichezulagen( ursprünglich nur 3000 bzw. 1500 M.) verdreifacht rung sich nur dann eignet, wenn das Risiko auf einen großen Kreis wurden. 1. GehaltsKlasse 1 bis zu Jahreseinfommen M. 7.200 Mt. Monatsbeitrag 207 60 2 von mehr als 7 200 bis zu 14 400 100 3 14 400 28 800 170 P " " 4 28 800 50 400 280 " " 5 50 400 72 009 4.20 P P 72 000 108 000 600 # H 108 000 144 000 820 M 8 144 000 216 000 1 150 " P M " 9 216.000 824 000 1 690 29 # W 10 324 000 432 000 2 340 B M PR 11 432 000 576 000 3100 RE 19 12 M 13 576 000 720 000 720 000 3.970 24 240 4.840 # P Die sozialdemokratischen Fraktionen bemühten sich, diese von Personen gelegt wird. Erst die Einbeziehung großer Massen Ein wertvoller Fortschritt ist durch die Beseitigung an verschiedenen Orten schafft die Möglichkeit einer aus Bicher waren schwere Beitragslast den tragkräftigeren Schultern zum größereichenden Versicherungsgarantie. Das Mittel, dieses Ziel zu er der Doppelversicherung erreicht. nämlich die wirtschaftlich schwächsten Teile der Angestellten ren Teile aufzuerlegen. Der Antrag,% der Beiträge vom reichen, sieht der Berfasser in der Sozialisierung des Versicherungsgleichzeitig auch noch in die allgemeine Invalidenversicherung Arbeitgeber zahlen zu lassen, wurde indes von sämtlichen wesens. Er weist auf die von den Gewerkschaften und Genosseneinbezogen. Jetzt ist der Begriff der Wanderversicher bürgerlichen Parteien niedergestimmt. In fchaften gegründete Boltsfürsorge" als musterhaften Erfolg der ten geschaffen mit der Wirkung, daß Angestellte, die ehemals ihrer Verlegenheit behaupteten diese Herrschaften, dieser An- Sozialisierungsbestrebungen hin. RUDOLPH HERTZOG BERLIN C Restbestände zu Vorteilhaften Preisen. Mengenabgabe bei allen Artikeln vorbehalten. Karierte Stoffe Breite 85-105 cm, Meter von M. 990,- an Reinwollene gestreifte Stoffe für Röcke, Breite 105 cm .. Meter von M. 2000,- an Blusenstoffe mit geschmackvollen Streifen, Breite 70 cm.. Meter von M. 925.- an Reinwollene Popeline u. 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Dort wird nämlich der Film Lola Montez" von Willi Wo Iff und Baul Merzbach gezeigt, in dem zwar auch der Geschichte ihr Filmrecht wird, in dem man aber von Schlachten und Massenathletit verschont bleibt und dafür einen geschichtlich zwar nicht allzu getreuen, aber lebendigen Querschnitt durch das kleinstaatliche Bayern um die Mitte des 19. Jahrhunderts empfängt. Trägerin der amüsanten und geschickt zu dramatischer Schlagkraft gesteigerten Begebenheiten jene Tänzerin Lola Montez, die den baherischen Ludwig regierte. Immer gut, wenn Fürsten-| p- s. laune als Macht über Boll gezeigt, wenn lächerliche Balastrevolution in[ Die Bauten muten eftas dürftig an, die Photographie ist nicht eben be nichtiger Ursächlichkeit aufgerollt wird. Die Szenen sind ganz auf den Reiz deutend. Stella Arbenina hat das darstellerische Format, eine Hauptder fleidsamen Zeit, auf ihren bildhaft wirkungsvollen Rhythmus, auf rolle repräsentativ zu tragen. Neben ihr wirken die begabte Charlotte Schönheit und Vielseitigkeit der Kostüme gestellt. Ellen Richter, die Klinder und Paul Otto mit. Erich Schönfelds Regie ist sauber, Lola Montez, sieht sehr hübsch aus, überrascht durch rassiges Spiel und torreft aber kein Wurf. weiß die vielen Kostüme mit natürlichem Anstand zu tragen. Ganz vorzüglich gewählte landschaftliche Motive( besonders italienische) geben dem sehr fein photographierten Film besonderen Reiz. Erite Schauspieler bemühen sich um dankbare Chargenrollen, die Regie von Willi Wolff bietet manchen neuen Einfall und ein gut geschlossenes Gesamtbild. PP Im Lauenbien- Palast sieht man ohne sonderliches Behagen, wie Miz Rodefeller filmt". Was in dem Roman von Artur Landsberger amüsant ist, hat Hans Brennert mit der ihm eigenen geschmackvollen Sicherheit ins Bilddaste übertragen. Dennoch, die Grundidee ist für einen Sechsafter doch zu winzig, die Breitwalzung zu deutlich meitbar. Sehr hübsch und unterhaltsam Anfäße zu einer Satie auf den Film im Film, aber auch diese ironische Absicht versandet zu bald. Qualitätraucher BATSCHARI Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 6 Uhr: 50000 000000000% of Volksbühne Heute u. morg 71 Fledermaus Mein Leopold Montag 6 Uhr: Meistersinger Schauspielhaus Casino- Theater Der neue Schlager! 8 Uhr: Mullers Prinzeßchen Lessing- Th. Apollo- Theater 7 Uhr: Russisches Romantisch.Theater 7 Uhr zum 1. Male: Der Biberpelz Telepon: Kur 696 Das Fest der Handwerker Russ. Ballett Ein Polterabend Mont. bis Mittw.72: vom ehem. kaiserl. KöniginChristine Theat.in Petersburg Donnerst. 7: Faust Montag 21 Uhr: Lumpazivagabundis 7 Uhr: Das Fest der Handwerker Ein Polterabend Deutsch. Theat. 22 Uhr: Büchse Regie Freitag geschlossen Boris Romanoff Sbd. 7 U. z. 1. Male: Am Silvesterabend Beginn 7 Uhr Geschäft istGeschäft zum Teil neues ProDeut. Künstler- Th. gramm( die erfolgreichen Solotänze). 7: Großmama( Dorsch) Ab 1. Jan. Beg. 54 U. der Pandora Mont. 72: Groß7: Schöne Frauen mama Mont. 22: Früh- Dienstag 7: Der lings Erwachen 8 U.: Schöne Frauen Biberpelz Deutsch Opernhaus Heute( Silvester) Kammerspiele Heute abend 7 Uhr. 2 Vorstellungen Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 7) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kas ner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka, Nordheim 7 U. Silvester- Anfang 7 U. A BC Briefkasten der Redaktion. -O Biffer 20. Es fann vor Auswanderung nach Dänemark und Norwegen nur abgeraten werden. Auskünfte erteilt das Reichswanderungsamt, Berlin NW. 6, Luisenstr. 31a. R. G. R. 9170. Wenden Sie sich an den ZentralG. G. 1874. verband der Angestellten, SW. 61, Belle- Alliance- Str. 9-10. Wenden Sie sich an einen Antiquar oder an die Staatsbibliothek; ebenfalls fann Verkaufsangebot durch Inserat Erfolg haben.$. C. Dem Gießwasser einige Tropfen Schwefelsäure beifügen. Blattläufe vertreibt man mit Besprißung durch eine Lösung von Nikotin oder Quassin. bevorzugen stets CIGARETTEN Admirals- Palast Sonntag, den 7. Januar, mittags 12 Uhr: Orchester- Konz ausgef. v. Mitgl. d. Kapelle d. Staatsoper Leitung Prof. M. v. Schillings U. a. ,, Das Hexenlled" v. Wildenbruch, Mus. v.Schillings, gesprochen von Hans Mühlhofer vom Staatstheater Wien- Berlin IVO PUHONNY Invaliden- Versicherung. Nach dem Reichsgefeg vom 10. Sovember 1922 gelten vom 1. Januar 1923 ab folgende Beiträge zur Javalidenversicherung: Für diejenigen, die einen Jahresarbeitsverdienst bis 7 200 M. haben, sind Wochenbeiträge zu .> 10. Don mehr als 7 200 14 400 20 r " " " " " " 14 400 28 800 30 " 17 " PY 22 " PP " 28 800 50 400 40 " " " P " P 17 17 50 400 72 000 50 M " 50 27 " " 1 " F " " 14 72 000 108 000 65 H " 1 群 " P " P M " 108 000 144 000 85 19 " " " " 17 2 " 144 000 216 000 110 " " " P M " " 17 群 " 216 000 11 22 " # 524 000 145 P " F 17 17 324 000 432 000 180 P " " " " " 17 27 432000. 576 000 225 PP " 1 " 576 000 P 77 " " 1 " 1 " " " • 720 000 270 " 17 27 " • " 720 000 21 " 1 " " " 4 320 11 Unterhaltungs- Varieté entite Jagersh 639 4 Uhr 8 Uhr Der BlaueVogel Das neue Programm| Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich 8% Uhr: Das dritte Programm. Vorverkauf bei Wertheim, an all. Theaterk. u. an der Kasse d.Th. v. 11-2 u. ab 6 Uhr abends. Bed U2 Vorstellungen Trabrennen Mariendorf 2 Uhr: Der Raub Robert und Bertram Nachm.: 31, Uhr der Sabinerinnen 7 Uhr: Das Glas Wasser Mont 22: Morg abend 7 Uhr: Lohengrin Ermäßigte Preise Das Groß. Volksoper Abends 7% Uhr: Sonntag, 31.Dez.( Silvester) Glas Wasser 7: Kabale u. Liebe im Theat. d Westens Varieté- Spielplan Heute 7 Uhr: Gr.Schauspielh. D. Barbier v.Sevilla Am Neujahrtage ( Karlstraße) 22: Das Schwarzwaldmädel Morgen 7 Uhr: Lohengrin Heute u. morg. 2; abends 72 Uhr: Der nom neue 7 Uhr: Orpheus Raub d. Sabinerinn Januar- Spielplan in d. Unterwelt Intimes Theater Montag 22: Das Heute und morgen Schwarzwaldmädel 4 U.: Die Spelunke 73 Uhr: Orpheus 72: Die Leiter tit. Rauchen gestattet! in d. Unterwelt 104: Freundinnen Germania- Prachtsäle Theater i. d. Iven Andersen tanzt ,, Morphium" Königgrätz. Str. Jeder die Hälfte! 7.15( sonst 8 Uhr) Das grandioso Schauspiel Lustspielhaus Heute 3: Werwolf 7 U.: Savonarola J. Der Mustergatte Ernst Deutseh mit Max Adalbert u. das ges. Personal Morg 312: Werwolf 8. D. Mustergatte Komödienhaus Metropol- Theater 7 E.Richter. N4, Chausseestr.110 Silvester 1922 Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Konzert Anfang 7 Uhr. Konzert 27 Uhr. Machdem: Gr. Silvester u. Neujahr U.: New York- Berlin Silvester- Ball! Silv. 7: Neuj. 7.45: Erdgeist 3: Prinzessin Olala Morgan 3 U.: Bajadere 2 Kapellen 1/2 New York- Berlin Neujahr 1923 Neues Operett.- Th. Extra- Vorstellung Sänger und Orska, Steinrück 7 Uhr zum 1. Male: der Hoffmanns Norddeutschen Di.: Der prachtvolle Hahnrei Heirate deine Frau! Mittw: Erdgeisl Donn.: Erdgeist Morgen 78% Uhr. Gr. Neujahrs- Ball Heirate deine Frau! Ftg: Der prachtvolle Hahnrei Neues Th, am Zoo Sod.: Erdgeist Stg: Erdgeist Mo: Erdgeist Heute 7 Uhr: Jeen Gilberts Operette Dorine u. der Zutall Berliner Th. Morgen 7, Uhr: 7 Uhr( sonst 7.15): Dorine u. der Zufall Madame Neues Volkstheater Heute u. morg. 72: Pompadour LaunedesVerliebten Fritzi Massary a. G. Der Neffe ats Onkel Roberts, Wirl, Haskel Schiller- Th. Charl. Heute u. morg 3 U Heute Residenz- Th. Die 5 Frankfurter Hedda Gabler Großstadtluft Heute 7 Uhr Silvester- Premiere Morg 8. Rose Bernd Renaissance- Th. 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Kater SCALA Montag 3: Fam.Hannemann Tägl. 8 Uhr 71/2 Der Bigamist Intern, Varieté Theater des Ostens Sonntag u.1.Neujahrstag 3.30 zu halben Preis. das volle Programm ( Rose Theater) 73/4 Uhr: Menschen von heute Montag 734: Flo= rians Hochzeit ote Nachtigall Elsässerstr. 26 SilvesterFeier Ab 1. Januar: Was läufst Du nackt herum? MBR LH Variété Silvesterfeier Ab 1.Januar Der zerbrochene Spiegel Hansa Kabarettvarieté Lehrervereinshaus enta öneland vormittags 11 Uhr 7 Rennen Gewerkschaftshaus Berin SO., Engelufer 25 Heute Große Silvester- Feier Konzert Gesang Stimmung Am 1. Januar 1923 Künstler- Konzert Quartett ,, Arafnof Gute Küche. Circus Busch Silvester u.Neujahr 3+ 7 Uhr „ Die Nibelungen" Vorher d. große Circus- Progr. Palasii Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Phantom von Gerh.Hauptmann m. Lil Dagover, Alfred Abel, Aud Egede Nissen, Lya de Putti Beginn 7 und 9, Sonnt. 42 Uhr Kleine Preise. Reichshallen- Th. Silvester u. Neujahrstag 71% U. nachm 3 Uhr halbe Preise STETTIRER Säng. 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Schneeschuhs Montag 3 Uhr: Im Kampf mit dem Berge Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN: America. 3. Jan. 7. Febr. President Harding. 6. Jan. 14. Febr. President Roosevelt 17. Jan. 28. Febr. George Washington 21. Febr, 28. März Southampton u. Cherbourg I Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES Berlin WS, Unter den Linden I NW 40, Invalidenstr. 93 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen S56 Die heutige Silvesterfeier kann man nur im Etablissement Zičika Friedrichstr. 59-60, Ecke Leipziger Str. Varieté Kabarett:: Billardsäle Heitere Spiele and Margareten- Saal verbringen, wenn man sich bei aller Schwere der Zeit wirklich fröhlich ins neue Jahr hineinleben will. Anfang 7 Uhr Nur rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze. Ab Januar 1923 großes hervorragendes Programm mit Es find fünftig auch Bersonen zu verficheen, die noch nicht 16 Jahre alt sind. Ferner sind fämtliche Hausgewerbetreibende zu versichern. Für weibliches häusliches Dienstperfonal sind bei einem baren Monats= verdienst bis 6000 M. Wochenmarfen zu 110 m zu entrichten. Mertblätter mit Martenberechnungstabelle fowie die Vorschriften über die Beitragsleistung für Hausgewerbetreibende tönnen von der Landesversicherungsanstalt Berlin, Am Kölnischen Part 3, gegen Portocrstattung bezogen werden. Berlin, im Dezember 1922. Landesversicherungsanstalt Berlin. Der Borstand. Ortstrantentaffe der Klempner zu Berlin Bekanntmachung Die vom Ausschuß beschlossene Wenderung des§ 15 ist vom Oberversicherungsamt genehmigt und tritt am 1. Januar 1923 in Kraft. Von diesem Tage an werden die Mitglieder entsprechend ihrem Berdienst in 10 Lohnstufen, nach einem gleichfalls neu festgesetzten Grundlohn, gruppiert. Stufe 1, Verdienst bis 120 M., Grundlohn 100 M. über 120-250 2 200 PP " T " SP 17 3 # r IP P" AP 17 250-450 450-650 650-850 400 29. " " 600 " 7 " 37 800 " P " PP IT 850-1050 1000 # " 17 " P " " 11 10 1050-1250 1250-1450 1450-1650 1650 1200 " " 群 1400 " P " 1 11 1600 " 1800 17 Ferner werden, falls die Begleichung der Beitragsrechnung nicht innerhalb sieben Tagen nach Zustellung der Rechnung er folgt, Mahngebühren erhoben. Diese betragen außer dem Vorto bei Rückständen bis 50 M. 2 M., von über 50 bis 200 9. 4. M., über 200 bis 500 M. 6 M., über 600 bis 1000. 8., für jede weiteren angefangenen 1000 R 5 9. mehr. Druckegemplare der Sagungsänderung sind ab 3. Januar 1923 im Raffenlofal erhältlich. Im übrigen verweisen wir auf das Rundschreiben, das den Herren Arbeitgebern zugegangen ist. Der Vorstand Hermann Ziegler, Vorsitzender Max Busse Neu eröffnet! Gegründet 1878. Ankaufsabteilung für Neu eröffnet! 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schraubendreher Albert Kuntze am 25. Dezember gestorben ist. Chre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden des Zahntünstlers J. Kallmann meines lieben Mannes, unseres guten Baters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Ontels, dankt herzlichst im Namen aller Hinterbliebenen 2709b Clara Kallmann geb. Erb Münzftr. 14/15 Kaiser Wilhelm- Str. 19. Gegründet 1894. 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Daneben freilich war es gerade in Berlin außerordentlich beliebt, den Silvesterabend oder besser gesagt die Silvesternacht im Restaurant zu verbringen. Es gab Familien, die im ganzen Jahr nicht in ein öfsenttiches Lokal gingen, die es aber Silvester nicht zu chause hielt. Es mar das indessen lediglich eine Angelegenheit des braven Bürgers. Der Lohnempfänger konnte sich ein solches Vergnügen nicht leisten. Ein- mal weil es sein Geldbeutel nicht erlaubte und ferner aus dem Grunde, weil viele am Neujohrsirtcrgen wieder pünktlich zur Stelle fein mußten, während der Bürger, an diestnn Tage befreit von Bureau und Beruf, bis in den hellen Mittag schlafen und den Kopf vom Alkohol auerauchen lassen konnte. Unterwegs anS Zu Hause. Aber es muß anerkannt werden, daß es bei diesen Silvester- feiern im Restaurant im allgemeinen nicht zu hoch herging. Wesent- lich geändert hat sich dieses Bild bald nach dem Kriege und hat heilte ekelerregende Ausmaße angenommen. Je toller der Tanz um das goldene Kalb tobt, je rücksichtsloser von einer breiten Schicht von Schiebern nur�as rein Materielle beirieben und für wertvoll genug gehalten wird, je mehr eine andere Schicht der Bevölkerung immer mehr in Armut, Verelendung und Verzweiflung versank, kaum noch nxiß, wovon sie das Notwendigste zum Lebens- unterhalt bezahlen soll, um so schamloser machte sich der Schlemmer- betrieb in den vielen Dielen Berlins bemerkbar. Seit Tagen ist in diesen„feinen' Lokalen dein Platz mehr für Silvester zu haben. Die billigste Flasche wein kostet hier SUvester 5000 M.. einFlasche Sekt 30 000 bis dOiOOO M., ein Abendessen(etwas Fisch, ein paar Kartoffeln und ein« Wenigkeit Käse) 3000 AI., ein Likör 200 bis 300 M.l Aber auch die SUvesterfeier in den Familien kostet in diesem Jahre kein kleines Geld. Wer, wie das schon an diesem Abend so üblich ist, in die Zukunft schauen und aus den Formen des geschmolzenen Bleis herauslesen will, was leiner im nächsten Jahre wartet, muß für dieses Vergnügen viel Geld bezahlen, kleine Dieifiguren zum Schmelzen kosten 15 bis 20 M. das Slllck. ein Löffel zum Erhitzen des Bleis I 0 M. Wer sich feinen Punsch selbst zu brauen beabsichtigt, muß für«ine Flasche RmrwerschnHt 3000 21t. bezahlen. Eine Flaich? Punschessenz kostet 2500 bis 3500 Mark. Zu diesen Preisen muh man den teuren Zucker und das nicht billige Gas rechnen, so daß heute der Punsch in der Familie ebenfalls nur ein Genuß für Leute mit dicken Brieftaschen ist. „Kkufer-Pirnfth'. In den Zeiten der Monarchie mag es bei manchen Leuten eine Empfehlung für Warm gewesen sein, wenn diese in ihrer Auf- machung das Bild oder den Namen irgendeines gekrönten chaupies führten. Patenksofas, Zigarrenetuis, Spargeldofen, Stiefelwichse, Tafchentücher und noch viele andere nützlich« und angenehm« Dinge wurden mit derartigen„patriotischen" Zutaten ausstaffiert, von denen die Fabrikanten und die Händler sich eine wirksame Reklame versprachen. Als die Revolution kam und die Monarchie wegfegte, wird mancher geglaubt haben, daß es nun auch mit der Reklame- Herrlichkeit der Gekrönten vorbei fei. Aber wie wenn das Zeiten- i ad nach auf 1914 stände, bringt Ende 1922 ein Spirituosenfabrikant aus Düsieldorf � seinen Pmrschextrakt als„Kaiser- Punsch" auf den Markt. In Berlin kann man in der Mauer- straße bei einem Feinkosthändler die Punschslerschen im Schau- fenster sehen, ausstaffiert mit dem Bild des Exkaisers Wilhelm II. und der Bezeichnung„Deutscher Kaiser-Punsch�'. Einen Kaiser gibt es nicht m«hr im Deutschen Reich, doch zum Silos st er wollen die trauernden Monarchisten ihren„Kaiser- Punsch" nicht entbehren. Wer sich in„Kaiser-Punsch" be- Die Welt ohne Sünde. Der Roman einer ZNinuke von Ricks Daum. (Schluß.) Anselm steht und starrt. Die Jagd läßt ihn zurück. Er blickt hinauf und findet den Himmel nickst über der Stadt. Es funken drehende Lichter über allen Dächern. Inschriften aus Licht lausen die Mauern entlang. Bernwards Hotel. Bern- wards Kaufhaus. Bernwards Fabrik. Bernwards Kraft- »ort Die Stadt gehört Bernward. Da Anselm noch steht und müde Fäuste ballt, hört er Bsrnwards Stimme selbst, die hohe, gelle, fast vergessene. Sie rasselt im Ausrusertvn: „Bitte einzutreten, meine Herrschaften, immer herein. Hier sehen Sie dargestellt die große Revolution, von ersten Künstlern und mit größten Mitteln. Es ist nichts gespart. worden. Eine Million Eintrittspreis. Keine Trickauf- nahmen. Sämtliche Explosionen und Unglücksfälle sind echt: ebenso sämtliche Leichen— wovon ungefähr achtzigtausend vorgeführt werden. Bitte einzutreten. Spannend. Jnter- essant. Lehrreich. Für die Darstellung der Hauptrolle ist ein berühmter Massenmörder gewonnen worden. Eine Million Eintritt." Neu spürte Anselm das Zittern feines nackten Oberkör- pers. Dicht vor ihm war Bernwards Gesicht, ganz deutlich hing es da. mit aufgerissenem Mund seine Lobpreisungen krähend. Gleich darauf wurde es dunkel und Anselmus fand sich zwischen Menschen gepreßt in einem großen Raum, dessen gvalmige Lust er kannte wie eine ferne Erinnerung. Ein viereckiges Stück Weiß ward aus dem Dunkel geschnitten, Dann kamen Bilder. Da sieht er sich selbst. Der Führer, schreit die Ausrufer- stimme, und es ist Hohn dabei. Des Führers Frau! schreit die gelle Stimme und lacht un- verbahlen. Da ist Isabell. Sie steht im Badeanzug an ein Holz- Geländer gelehnt und winkt. O!Duft der alten Sommertage, süßes Figürchen, ganz aus einen Grund von Gold und Eni- zücken gemalt... Das Bild belebt sich, gewinnt Regung, Farbe, blickt mit Menschenangen— Das Kirch des Führers! sagte die Ausruserstimme: der Saal ahnet. Da steht Konrad, so klein, so alles Künftigen unwissend av- der Brücke, und füttert Möwen und lacht fein Kinder- ka-G?. BSO Lübrers Freunde! wird verkündigt. Und Anselmus tutigen Serlin. trunken hat, grölt doppelt forsch sein„Heil dir im Siegcrkranz"— zu Ehren des Helden, der Silvester in Holland feiert. Was kosten öie Scherzartikel! Bei den Siloefterfeiern im lauten Jubel und Trubel haben die manrngfachsten Scherzartikel immer eine große Rolle gespielt. Sie sind auch diesmal wieder außerordentlich zahlreich auf den, Markt erschienen. Nach Neuem, Originellem und»och nie Dage- wesenem sucht man aber vergebens. Man kann das Originelle allen diesen Tands höchstens in d«n hohen Preis«,, erblicken. So kostet z. B. eine Maske aus Gaze 8 9 M., ein kleiner Beutel mit Kon fett! 25 21k., eine Lärmkrompete 175 M., eine ulkige Mütze oder kappe ans Papier 30 bis 50 211., ein Karton mit sechs Knallbonbons 75 M, Luftschlangen 75 PI. Daneben hat man, noment- lich in den Waren häujirn, auch ein paar billigere Artikel für be- scheidenere Gemüter Man sieht in diesem Jahre viel kleine Blumen und Sträuße aus Papier, von denen das Stück 8 M. kostet. An einer anderen Stelle wieder hcct man kleine Männer aus Pappe mit dem Hut in der Hand und mit einen, unglaublich dummen Gesichtsausdruck, die schon für 10 M. zu haben sind. Symbol und Sinn dieser Figuren aus Pappe sind unbekannt. Viel- leicht aber sollen sie das dumme Volk bedeuten, welches sich noch immer gefallen läßt, daß viele Tausende in einer Silvesternacht mehr ausgeben als es im ganzen Jahre verzehren darf. Viel ge- kauft wurden goldene Zehnmarkstücke aus Poppe, zumal diese S6)erzartik«l für ein« Mark zu haben waren. Sei öen Straßenhänölern» Ebenso wie in den Weihnachiswochen erscheinen auch vor Jahresschluß die Stroßenhändler auf dem Plan und bieten auf dem Potsdamer Platz und an anderen belebten Stellen mit lauter Stimme und vielen schönen Reden allerlei Silvestcrartikel an. Hier findet man auch originelle und neue Scherzartikel. Da ist z. B. die militärische 2tlaus. Sie ist noch aus dem Krieg übriggeblieben, sogt der Händler. Durch einen kleinen Trick, uN- sichtbor für den Nichtemgeweihten, führt sie auf dem Handrücken alle möglichkn militärischen Exerzitien auf Kommando aus: Kehrt! Rechts um! Links um! Marsch! Halt!„Wer den Militarismus nicht vergessen kann, der kaufe sich diese Maus für 10 0 Mar k," ermuntert der Ausrufer. Und der Mann kennt das Herz der Men- sehen, denn er wird seine Ware reißend los. Ein anderer Händler, nicht weit von dem ersten entfernt, hält einen merkwürdigen Musik. apparat feil, der mit dem Mund und unter gleichzeitige? ZuHilfe- nähme der Nasenlöcher gespielt wird. Er besteht aus Blech und hat zwei Teile. Der eins Teil wird zwischen die Lippen gesteckt, und das obere Stück, das sich in zwei kleine Rohre gabelt, wird in die Nasenlöcher eingeführt. Und nun geht eine wunderliche Musik los. Durch den Atem aus dem Mund wird vermittels dieses Apparats irgendein Lied oder Couplet geblasen, und durch den Hauch aus der Nase wirg gleichzeitig dazu melodisch und im Takt gepfiffen. » Dieses und die lieblichen Töne vieler anderer geräuschvoller Instrumente werden die Silvesternacht erfüllen, und es ist nur schade, daß sie in den Bars und Dielen gerade von jenen Leuten gespielt werden, die selbst verdienen, daß man ihnen die Flötentöne bei- bringt. Gräfliche Freigebigkeit. Auf dem Lande ist es bei den Gutsherrschaften üblich, zu Weihnachten ihren Leuten ein Geschenk zu geben. Hierzu wird uns aus Blankenfelde im Kreis Teltow(gemeldet, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen der Gräfin von Wartensleben diesmal folgende Geldbeträge erhalten haben: Männer.50 M., Frauen 20 M., Jugendlich« 5 M. Es scheint, daß auf dem Gut der Gräfin von Wartcnsleben die Entwertung des Geldes noch unbekannt ist. Anderswo weiß jeder, daß man für 6 M. heute nicht viel mehr als früher für einen halben Pfennig und für 50 M. heut« nicht mehr als früher für einen ganzen Sechser kaufen kann. sieht sie noch einmal wie sie Barrikaden bauen, er sieht ihre mutigen, entschlossenen Gesichter wieder, ihr tapferes Lächeln, ihre Hände, deren Druck ihm oertraut ist. Roch ehe er alle gesehen hat, rollen die Bilder weiter. Dann marschierende Armeen, die sich am Fuß des Klosterberges über den Fluß wälzen. Die Feinde kommen vom Süden: sagt die bohn- volle Ausruferstimme. Erinnerung. Erinnerung. Jeder Pulsschlag bringt em neues Bild. Der Führer flüchtet. Toumellauf durch die zerstörte Stadt. Die Straßen aufge- rissen. Die Mauern schief und wankend. Schüsse aus Win- kein. Wurf der Treppen zur Kirche aufwärts. Drinnen die Menschen. Drinnen der Führer, der spricht. Auf Gesichtern ist seine Rede gespiegelt. Lauf eines Revolvers auf seine Stirne gerichtet. Ausstand. Und wieder Flucht. Da geschah etwas. Da brach etwas in den Raum ein. Da hellte ein Fressen von Schein die Dunkelheit. Da war ein Feindseliges, ein mordendes Näherkommen. Da brannte es jäh und peitschend in Anselmus Augen. Der Raum schreit auf. Er steht in Flammen. Ruf: die Brandreflektorenl Sie kommen. Die Feinde. Die Feinde. Feuer. Flamme. Sausen. Brechen. Fressender sin- gender Einsturz wie nachts im Wald- Zuckender Schein über Wände hin und riesenhafte Schatten. Die Feinde. Die Feind.e. Und nochmals Raserei der Flucht. Nochmals alles Er- lebte. Die Stadt' brennt. Jenseits des Flusses steht eine Wand von Flammen und spiegelt sich im Wasser. Schreie: die Brücke! Rettung! Flüchten! Aber die Brücke ist fort. Inmitten des Flusses ist Dunkles getürmt, Berg von Trümmern, Leichen, Kranken, Sterbenden. Und weißer Lichtkegel über die Stadt peitscht Feuer und Un- tergang hinwerfend über Dacb und Haus. Dazwischen takt- fester Schritt der nähernden Feinde. Dazwischen leiser Ge- sang, irgendwo, nicht wirklich. Dazwischen furchtbarer langer Schrei. Untergang. Und inmitten des furchtboren Letzten sieht Anselmus noch einmal einen Mann, der einen Verwundeten über den Schul- tern trägt, und lächeln kann, obwohl ihm das Blut von den Schläfen und über das stillt? Gesicht rinnt. Anselmus streckt seine Hände aus, in eine Ferne und slüstert: Bruder: ewiger Bruder. Es geschieht dicht vor seinen Augen und doch uner- reichar weit, daß Egidius sanft den Wunden bettet und dem Gestorbenen die Augen schließt... Da steht Anselmus noch einmal auf der Kanzel und unier ihm ist Gewühl von Menschen, Augen, Händen, Stimmen. Sie sind ihm fremd. Er versieht sie nicht. Es ist, als würden sie da unten handeln, feilschen nnd verkaufen. Bernwards Stimme ruft aus und bietet zugleich. Wvrtfetzen schlagen an Lustige Neujahrsweisheit. Wie Glastbrenncr eine Jahreswende bcgrüfttc. Silvester und Neujahr galten dem Berliner von jeher als eine willkornmene Gelegenheit, auf Kosten eines mehr oder minder lieben Mitmenschen seinen Witz zu üben. Geschah dos auch nicht immer auf die feinste Art, so war doch in den Reden und Wünschen, mit denen das olle Jahr verabschiedet und das neue bewillkommnet wurde, der Grundzug ein gutmütiger Humor. Der Vergessenheit entrissen zu werden verdient eine Betrach- tung, die Adolf G l a ß b r c n n e r, der witzig« Humorist und treffsichere Satiriker des vormärzlichen Berlin, vor jetzt drei Viertel- jahrhimderten beim Anbruch des Jahres 1848 als„Silvester- rede und Neujahrswunsch" veröffentlichte. Sie ist lustig im Ton, aber die in ihr enthaltenen Anspielungen auf die politischen und kulturellen Zustände jener Zeit lassen erkennen, daß hinter den Scherzworten des lachenden Spötters der bittere Ernst und das heiße Sehnen eines Freiheitskämpfers sich verbirgt. Nach einer Einleitung sagt Glaßbrenner: „Neues Jahr 1848 sei uns gegrüßt! Bringe den Menschen die Krone des Lebens und lasse die Kronen dieses Lebens menschlicher werden. Mache die Arbeiter reich und zwinge dafür die Reichen zur Arbeit. Gib den Glücklichen mehr Erbarmen und nimm dagegen den Erbärmlichen das Glück. Setze dem lleberfluß Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden. Nimm den Wucherern das Getreide und laß dagegen das Getreide wuchern. Laste uns leichter Brot finden und mache das Brot schwerer. Schicke den Kranken Gesund- heit und lasse dagegen die Arzneikunst kurieren. Bringe den Möd- chen Ehemänner und nimm dagegen den Ehemannern die Mädchen. Nimm den Ehefrauen ihr letztes Wort und erinnere dagegen die Ehemänner an ihr erstes. Gib allem Glauben seine Frcihe-t und mache die Freiheit zum Glauben aller. Verwandle unsere jetzigen Helden in Bürger und unsere Bürger in Helden. Gib den Schwind- süchtigen«ine feste Konstitution und nimm dagegen unseren Konsti- tutionen die Schwindsucht. Gib den Völkern Prcßfteihcit und nimm dagegen die Preßfreiheik den Gewaltigen. Mache aus den stolzen Kammerherren stolze Herren der Kammern. Nimm uns die einzelnen Freiheren und laß uns dagegen alle freie Herren werden." Wir müssen es uns versagen, hier die ganze Liste der Wünsche wiederzugeben, die Glaßbrenner dem«»ziehenden Jahr 1848 vor- trögt. Vollständig ist die Rede abgedruckt in der von Franz Diederich zusammengestellten Auswahl Glahbrennerscher Satiren, dem vor jetzt zehn Jahren im Vorwärts-Verlog erschienenen Buch„Unterm Brennglas". In dieser Silvesterrcde müssen neben den Kronen- träger» und Freiherren, den Glaubenscifercrn und Dunkelmännern, den Ausbeutern und Brotwucherern auch harmlosere Leute dem Spötter als Zielscheibe seines Witzes dienen. Den Freunden eines guten Tropfens, die sich zum Siloestcrpunfch rüsten, gilt sein ge- wiß nicht böse gemeinter Wunsch: Laß die Menschen Mäßigkeits- Vereinsmitglieder werden und sorge dafür, daß es nicht so viele sein müssen." Uebcrmiitigste Laune sprudelt aus den Schluß' ätzen: „Schenk« den Fröhlichen Wein und den Weinenden Fröhlichkeit. Schenke uns Ablaß unserer kleinen Sünden und einige Gelegenheit zu neuen. Und schenke uns endlich langes Leben und kurze Weile, ewigen Durst und augenblickliches Löschen, junge Frauen und ab- gelagerte Zigarren, geduldige Gläubiger und ungeduldige Vertreter, billige Feinde und teure Freunde, ansprechende Cousinen und an- spruchslose Verwandte, sanfte Ehefrauen und schäumenden Eham- pagner, lustige Tage und ruhige Nächte, ruhige Tage und lustige Nächte, ungebundene Laune und gesesselte Herzen. Sorge dafür, daß wir olle in den Himmel kommen, aber noch lange nichi!" Invalidenversicherung. Vom 1. Januar 1923 ab gelten neue durch Gesetz geschaffene Lohnklasien. Auf die Bekanntmachung der Landesversicherungsanstalt Berlin in dieser Nummer unserer Z«i- tung, in der auch noch weitere Aenderungen in der Jnvalidenver- sichermig erwähnt werden, weisen wir unsere Leser besonders hin. die Kanzel: In letzter Stunde— höchstes Angebot— Günstigster Moment— Jeder ist sich selbst der Nächste— Nur Schatten von Menschen. Nur Gespenster. Un- lebende. Der Brand zuckt an den Kirchenfenstern hin, malt Entsetzen auf die Mauern: Sprünge zerreißen Wölbung und Bogen, Schaft und Säule. Anselmus will sprechen und ist erstickt. Er schreit es aus sich heraus: Brüder! Brüder!! Hört mich! Brüder. Aber er ist stumm, ohne Stimme, aus dem gequälten Mund stöhnt Unhörbares. Da erblicken sie ihn und wenden verzerrte Gesichter zur Kanzel, und die Gesichter zerrinnen, sind wesenlos. Nur ein Antlitz bleibt starr und dicht vor ihm, hohnvoll, Gesicht des Feindes und Verräters. Bernward hebt den Revolver und sein Lauf ist schwarz und dicht vor Anselmus' Augen, zielt zwischen seine Brauen. Nichts ist auf der Welt, als Bernwavds Gesicht und dieser Lauf— Und dann, erlösend, Lindes Stimme, die leise sagt:„Das ist ja nicht möglich; wir haben vertraut—" Dann, noch fern, das Lied von den Wipfeln. Fern Egi- dius' sanfte Gestalt, Trost und Licht einer dunklen Welt. Fern. eine Verheißung, Bruder Namenlos, mit gefalteten Händen in die Ruhe gebettet. Fern ein Duft: Erde... Da denkt Anselmus: Unter der Erde sind Menschen. Da sieht er unter der Erde einen Mann stehen, der die Hand am Hebel hält, bereit, alles zu zerstören. Da schreit er in das Feindesgesicht hin, in die Kirche hin:„Im nächsten Augen- blick sterben wir alle!" Da geschieht unermeßlich ein Einsturz, begräbt die Kirche, begräbt Menschen, Stadt und Welt. Da ist noch eine Se- künde der Feind vor ihm und der Revolverlauf: und hinter ihm steht Linde, endlich Linde, die ihre Arme um seinen Hals legt, wie zum Zlbschied. Da hebt er die Hand... 4. Nachspiel. Dies waren die Bilder, die Anselmus in der letzten Mi- nute zwischen Leben und Sterben sah. Dies war die Existenz, die er in seinem letzten Augenblick durchraste. Er wachte ans und begriff. Im dunklen Gang zuckten Lichter zu i>M her. Vor ihm stand Bernward mit der Wasse, die.zwischen seine Augen zielte, und hinter Vernward dräng- ten die Feinde heran, die der Verräter geführt hatte. Anselmus begriff und begann zu lächeln. Er wandte langsam den Kopf und traf Lindes Augen. Bist du bereit? fragte sein Blick und der ibre antwortete: Ja. Sein Herz sagte: im Traum babe ich dich verloren. Jetzt bist du mir wiedergefunden. Aber dies war kein Gedanke mehr. Er spürte ibren Herzschlag groß in seiner Hand und mit dem letzten Wimpernregen sangen die Wipfel vom Klosterberg weitab von der verdorbenen Welt. Und ohne die Augen noch � c!— ml zu offnen, ohne noch einmal die Feinde anzublicken, drückw er den Hebel nieder. Die Preise im neuen Jahr. märter entbedt und Rahardt an der Ausführung seines Blanes vers| einem Handgemenge, und er stach mit dem Küchenmesser auf fie cin. hindert wurde. Immerhin machten seine Berlegungen und der Dabei brachte er ihr tiefe Schnittwunden im Gesicht bei unb erlittene Blutverlust feine Ueberführung in das Gefängnislazarett verfeßte ihr außerdem mehrere Etiche in den Hintertopf, bis die notwendig, doch gibt sein Zustand feinen Anlaß zu Bedenken. Klinge abbrach. Die Schwerverlegte versuchte noch ein zweites Mal Rahardts Berteidiger, Rechtsanwalt Friz Grünspach, hat übrigens zu fliehen., wurde aber bald wieder eingeholt und jegt er broffelte gegen das gesamte Urteil im Rahardt- Prozeß Revision beim Reichs er sie mit dem Schal und schleppte sie an den Fundort. Die Schußwaffe, einen fechsfalibrigen Trommelrevolver, will er an den 3aun, wo er auf feine Grau geschossen hat, weggeworfen haben. Der Finder wird gebeten, sie gegen Belohnung im Zimmer 88 des Berfiner Polizeipräsidiums abzugeben. Eine unzulängliche Fahne. Ariegervercinler gegen eine Bergöhnung von Schwarz- Rot- Gold? Eine Anflage wegen Bergehens gegen die Verordnung zum Sojuze der Republif, begangen durch Bezeichnung einer marzrotgoldenen Fahne als Diedlappen, führte gestern den Pfarrer Wollenberg vor das Schöffengericht Berlin- Mitte. Dieser Anklage, welche vom Staatsgerichtshof in Leipzig als„ unwesentlich" dem Schöffengericht überwiesen worden mar, lag folgender Sachverhalt zugrunde: Alle guten Wünsche, die sich die Menschen gegenseitig in der Silvesternacht darbringen, fönnen es nicht verhindern, daß bereits einige Stunden später eine ganze Anzahl neuer Preise, d. h. Preiserhöhungen, einsetzen. Es ist ganz gut, wenn man sie einmal bei fammen hat. Im Fernverkehr der Eisenbahn betragen die Bergericht angemeldet. fonenfahrpreise für die 4. Slaffe 4, für die 3. Klasse 6, für die 2. Klasse 12 und für die 1. Klasse 24 M.; die Gepädfracht beträgt je 1 M. für 1 Kilometer und 10 Kilogramm. Auch im Berliner Stadt und Vorortverkehr findet eine Erhöhung der Fahrpreise statt. Es fostet die Fahrtarie 3. Klasse 1. Zone 40 M., 2. Klaffe 80 m. Für die weiteren Zonen der Borozibaga tritt eine Erhöhung der Preise um je 10 M. in der 3. Klasse und 20 m. in der 2. Klasse ein. Monatsfarten fosten 1. 3one 3. Staffe 1000 m., in der 2. Klaffe 2000 m. Ueber die neuen Fahrpreise der Straßenbahn haben wir bereits ausführlich berichtet; eine einfache Fahrt toftet befanntlich 70 M. Auch auf den Auto omnibussen foftet eine Teilstreckenfahrt 70 M., während die ganze Strede 100 m. beansprucht. lieber die Erhöhung der Mietspreise und der Rohlenpreise hat der Borwärts" gleichfalls ausführlich berichtet. Erinnert sei nur daran, daß der Zentner Britetis 1865 m. foftct. Das Gas foftet je Rubikmeter 120 m. Einen mächtigen Sprung machen die Gebühren für Automaten telephon gespräche von 7 m. auf 30 m. Ein Hauptanfchluß wird 1800 m. fosten. Der Preis für Schrippen im Gewicht von 50 Gramm beträgt ab Dienstag, den 2. Januar, 11 M. Der Brotpreis wenig stens bleibt zunächst der alte. Eine wenn auch nur sehr dünne und sehr magere Freude merden mir an der Milch erleben, die jetzt 190 m. foftet, vom 1. Januar ab aber nur 184 m. Hoffentlich wird sie dadurch nicht noch dünner und magerer, als sie jetzt schon ist. Für den 15. Januar winft dann eine weitere ganz gewaltige Erhöhung aller Postgebühren um rund 100 Broz, d. h. ein Fernbrief, der heute 25 m. foftet, wird dann 50 M. fosten. Silvesternacht- Verkehr. Klante- Tribunal. Unwürdige Szenen im Gerichtssaal. Der Riefenprozeß gegen den Wettfonzerninhaber Mag Klante, für den nicht weniger und nicht mehr als drei Berhandlungs= tage angelegt waren, steht noch immer auf demselben unft, auf dem er vor Tagen, auf dem er auch vor zwei Wochen schon gestanden hat. Es merden immer neue Zeugen vernommen, Der Ronfursverwalter Wunderlic) erstattet lange Gutachten, man Im vergangenen Sommer hatten der Kriegerverein, die frei- erwartet stündlich das Ende und wird stündlich enttäuscht. Der willige Feuerwehr und andere Einwohner des Ostseebades Roserom Prozeß zieht sich zweifellos riel länger hin, als die Materie von die Enthüllung eines Denfsteins für die im Kriege ge- fich aus bedingen würde und dabei ist der Zuschauerraum noch wig fallenen Gemeindemitglieder geplant. Diese Feier fand an einem am ersten Lage geftedt gefüllt. Alles wartet mit Spannung auf Sonntag in Gegenwart der Babegäste statt. Nach der Rede des den Sturm und die Gewitterschauer, die täglich die Zuhörer kizeln. Geistlichen trat dadurch eine Störung ein, daß ein 18jähri Man merkt dabei faum, daß die Verhandlung stündlich Terrain ger junger Mann namens Geballe mit einer etwas aufgibt und daß das ganze Niveau mit jedem Verhandlungstag merkwürdigen Fahne sich in die erste Reihe drängte. Die tiefer fintt. Klante, der mit den Alüren des Volksredners begann, Sahne bestand aus einem abgefälten Rieferna ft, zerrt den Begriff der Rechtspflege zu sich herab und die Verhandan welchem mit Reisnägeln eine aus einer schwarzrotgoldenen und lungsleitung und die Berteidigung, trohdem sie sich beide, ihrer schon ziemlich erschliffenen Armbinde hergestellte ganzen Stellung nach, nicht in die Hände arbeiten, haben Mühe, ahne" befestigt mar. Wie Geballe behauptet, habe sich sofort, nachdem er mit seiner Fahne, die er tatsächlich aus einer Armbinden Ansehen zu retten, was zu retten bleibt. Die Verhandlung behergestellt hatte, auf dem Festplage erschienen war, sofort eine stark erfrant war, aus Karlshorst mit einem Auto hatte geholt werden gann mit einer Bernehmung des Angeklagten Dettlefsen, der, da er antisemitische Bewegung geltend gemacht. Insbesondere habe der müssen. Sein Verteidiger stellte den Anirag, das Berfahren gegen jezige Angeklagte Bollenberg ihm zugerufen, er solle machen, daß ihn abzutrennen. Während der Beratung, zu der sich das Gericht er mit diesem Dredklappen megfomme. In der gestrigen Berhand zurückzog, las Riante feinen Berteidigern aus einer er jene Armbinde als Parteisekretär des Jugend befaßte. Der Justizwachtmeister untersagte ihm das und es entspann lung bestätigte Geballe seine früheren Angaben und erklärte, daß Zeitschrift einen Artikelenor, der sich mit seinem Prozes Dereins der Demokratischen Partei erhalten habe. Die fich ein Wortgefecht zwischen dem Beamten und dem Angeklagten, von Rechtsanwalt v. Damm geladenen Zeugen stellten den Vorfall das die Zuhörer mit unaufhörlichem Gelächter begleiteten. wesentlich anders dar. Nach deren Bekundungen habe der Ange- Das Tribunal war zur Szene geworden, auf der sich Unerquicklichflagte wörtlich gesagt:" Machen Sie, daß Sie wegkommen und feiten über Unerquicklichkeiten abrollten, so daß der Justizwachtschaffen Sie sich eine anständige Fahne an, wie meister mehrfach drohen mußte, den Saal gewaltsam zu räumen. die Siemensarbeiter am Strande. Der Angeklagte erklärte hierzu, daß die in dem Erholungsheim der Siemens. Der Antrag wurde dann von dem Gericht abgelehnt und die VerSchuckert- Werte in Roserow befindlichen Arbeiter auch eine schwarz- handlungen schließlich auf Dienstag, den 2. Januar, vertagt. rotgoldene Fahne auf ihrer Strandburg angebracht hatten. Hieraus gehe mit aller Deutlichkeit hervor, daß sich das Wort Drecklappen Die neuen Brikettpreise. nicht auf die schwarzrotgoldene Fahne als solche, sondern auf die Man schreibt uns: Das Städtische Kohlenamt teilt mit, daß invon Geballe benußte Fahne" bezogen hatte, die tatsächlich weiter nichts als ein Lappen war und sogar wie eine Verhöhnung folge der Erhöhung der Eisenbahnfrachten um 70 Broz. ber KleinDas Gericht, unter Borsiz des Amtsgerichtsrats Pieper, perfaufspreis für Briketts frei Keller von 1554 Mart auf 1855 M. hielt auf Grund der Beweisaufnahme für festgestellt, daß eine Beje Zentner ab 1. Januar 1923 gesteigert werden mußte. Die ErDie letzten Wagen der Omnibusgesellschaft werden.( chimpfung der schwarzrotgoldenen Farben in höhung beträgt fomit 309 m. je Bentner, die auf das Konto etwa gegen 2 Uhr die Endstationen verlassen, so daß man den keiner Weise erwiesen set. Es sei als zweifelsfrei feftge der Frachtfähe gerechnet wird. Um diefen Betrag find Autoomnibus noch um 2½ bis 2½ Uhr vom Potsdamer Platz aus stellt anzusehen, daß sich der Ausdruck„ Dredlappen" lediglich auf aber die Frachtfäße nicht gesteigert worden. Die Fracht die von dem Zeugen Geballe berugte und tatsächlich schmutzige und beträgt bis 31. Dezember 1922 von Senftenberg bis Berlin( Nordzerrissene Armbinde bezogen habe. Das Gericht erkannte deshalb bahnhof) 256,90 m. je Zentner Briketts. Dieser Betrag wird una auf Freisprechung auf Kosten der Staatstaffe. Es hat den An- 70 Broz. gleich 179,83 m. auf 436,73 m. erhöht. Das Kohlenamt schein, als ob dem Herrn Pfarrer die Ungeschicklichkeit des jungen fordert aber 309 m. je Zentner mehr. Bomit wird der Betrag Mannes, mit seinen offenbar recht unzulänglichen Jährchen doch sehr von 129,17 M., den das Städtische Kohlenamt mehr fordert wie die zu Hilfe gekommen ist, denn man hört es sicher zum erstenmal, Frachterhöhung beträgt, begründet? Eine Aufklärung über die daß Kriegervereinler fich gegen eine Berhöhnung Preiskaltulation wäre sehr erwünscht. Zur Erleichterung diene von Schwarz Rot Gold wenden. Aber was nicht ist, fann folgende tatsächliche Rechnung unter Verfolgung des Brifettpreises ja noch werden. bis frei Berlin( Nerdbahnhof). Er beträgt je Zentner ab 1. Ja nuar 1923: Eine offizielle Verlängerung der Polizeistunde ist von seiten des Terliner Polizeipräsidiums für die Gilvesternacht nicht erfolgt. Doch soll bis 3 ihr morgens gegen noch geöffnete Lokale nicht eingeschritten werden. Die Berkehrsunternehmungen laffen nur geringe Betriebsverlängerungen eintreten, die im allgemeinen über 2 Uhr nicht hinausgehen. Die letzten Züge der Hochbahn verkehren ab Bahnhof Friedrichstraße: 1.42 in Richtung Wilmersdorf mit Anschluß nach Dahlem, 1.47 in Richtung Charlottenburg mit Anschluß nach dem Often, Schöneberg, Uhlandstraße und Westend, 1.54 in Richtung Nordring. Der legte Zug mit Anschluß an die Flachbahn Warschauer Brüde- Lichtenberg geht ab Bahnhof Friedrichstraße 1.12. Die Straßenbahn hat ihren Silvesterverkehr so ein gerichtet, daß die letzten Wagen zwischen 12 und 2 Uhr etwa das Stadtzentrum verlassen. wird benutzen fönnen. Die Stadtbahn hat feinen verlängerten Berkehr eingerichtet, wird aber bis 1 Uhr mehrere Züge einlegen. Auf der Ringbahn wird nur ein Zug 1.35 ab Hermannstraße nach Weißenfee eingelegt, und auf dem westlichen Südring ein Zug ab Westend 1.33 nach Schöneberg, der in Halensee 1.44 von Friedrich straße aus Anschluß hat. Die Wannseebahn entläßt 1.30 den letzten Zug nach Schlachtensee, der letzte elektrische Borortzug nach Lichterfelde- Oft geht gleichfalls 1.30 mit dem Wannseebahnzug zu fammen aus dem Bahnhof. mirfte. M An der Stätte des Grauens. Selbstmordversuch Rahardts im Gefängnis. Zum Gattenmorb im Grunewald wird mitgeteilt, daß 23ie erst jetzt befannt wird, hat der zu 2½ Jahren Gefängnis der Ehemann der Ermordeten gestern nachmittag von den Kriminalrerurteilte frühere Chronobermeister der Handwertstammer, Karl tommissaren Galzom und Bünger an den Latort gebracht worden Raharbt, nad ber Urteilsvertündung im unter ist, um dort im Gelände sein Geständnis zu erläutern. Der Lotal fuchungsgefängnis einen Selbstmordverfuch termin ergab jezt das folgende Bild über die blutige Tat. Das Eheunternommen. Rahardt, der sich in großer feelischer De- paar ist auf der Station Rennbahn ausgestiegen und am Zaun der pression befindet und das gegen ihn ergangene Urteil als böllig Rennbahn in der Richtung der Spandauer Chaussee entlang ge= ungerecht bezeichnet, versuchte sich mit seinem Rasiermesser gangen. In einer Schlucht ist der Mann dann zuerst über seine Frau die Bulsadern aufzuschneiden. Er hatte sich bereits erhebliche Ber hergefallen. Er schoß auf fie und traf sie unter dem rechten Auge. legungen beigebracht, als sein Borhaben von einem Gefängnis. Troß der Verlegung versuchte die Frau davonzulaufen. Es tam zu Netto- Grubenpreis Kohlensteuer Umsatzsteuer 0 . Beitrag für den Bergmannewohnungsbau Dandelsaufschlag bis zuni Platzhändler Brikettsegen im Waggon.. 576,90 m. 215,65 16,20 6.33,90 15, AP Fracht von Senftenberg bis Berlin Nordbbf. 486.73 Brifettpreis frei Berlin Summa 1300,38 W. Da der Berkaufspreis in Berlin frei Reller 1865 m. je Bentner beträgt und frei Berlin( Nordbahnhof) 1 3entner Brifetts 1300 m. Srael Inventur Ausverkauf Damenkleidung Bluse gestreifter 1200.Kleid Flanell.... aus Frotté od.leinen 4900.artigem Stoff Kleid reinwollen. 9750.Kleid Cheviot... aus reinseidenem Taft mit BrokatSchärpe....... 22 500.Morgenrock molliger Trikotstoff mit Damenwäsche Taghemd sick. 1575.Taghemd Nachthemd aus Medapolam.. reich garn. 1975.3200.Beinkleid mit 1675.Untertaille mit Einsatz. Ans. Prinzeßrock 5900.Mantel weichem 7500.Flauschstoff Kinderkleidung Baby- Kleidus Wollstoff, Lge. 45, 50, 55 ern 3450.Mädchen- Kleid reinCheviot, marine- 7900.blau. Lge. 60 cm . wollen. je 5 cm länger M. 350. mehr Jungmädchen- Mantel mit Hohlsaum... 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In diesem Café nämlich hatten allerhand übel beleumdete Leute ihr Hauptquartier aufgeschlagen: Dichter, Zeitungsschreiber, Studenten, die sich gegenseitig ihr Geschreibsel vorlasen, das zu drucken der österreichische Bensor nie erlaubt hätte. Und ihre Taschen waren immer voll verbotener ausländischer Blätter, in denen von der neuen Freiheit die Rede war - es war schon besser, man ging ihnen aus dem Wege. www. Die Jugend freilich dachte auch damals anders, als der Bürger und Untertan. Sie drängte sich an jenen Stammtisch, an dem die Dichter Moriz Jokai, Michael Tompa, Johann Vajda, namentlich aber der junge, ungeberdige Petöfi begeistert vom Erwachen der Geister sprachen, das nun rings in Europa angebrochen war, und von der Zeitungsfehde zwischen dem großen Reformgrafen Széchényi und dem radikalen Advokaten Kossuth, der eben im Landtage die Kühnheit besessen hatte, für Ungarn eine felbständige, verantwortliche Regierung zu fordern. In Rom war bereits die Revolution ausgebrochen tein Zweifel, auch in Ungarn war Großes im Anzug. Jetzt galt es nur die nötigen Unterschriften für das Manifest der zwölf Bunkte zusammenzubringen, für die zwölf neuen Gesetze, die man dem Kaiser abtrogen wollte und deren wichtigste die Preßfreiheit und die Wieder vereinigung mit Siebenbürgen waren. Die Bedächtigen schüttelten den Kopf: Unmöglich! Aber auch die Bedächtigen wurden schmanfend, sobald sie auch nur ein einziges Mal Petöfi von der Freiheit, Der Völkerverbrüderung, der herrlichen Zukunft Ungarns reden gehört hatten. In diesem hoch aufgeschossenen, hageren Menschen mit den fiebernden Augen und dem viel zu großen Adamsapfel auf dem ftets entblößten Hals steckten verführerische Zauberfräfte. Er trieb die ganze Jugend in die Opposition und als am 13. März die Nach richt pon der Revolution in Wien eintraf, schrieb er dort im Café eilig jenes Rampf- und Werbelied Lalpra magyar!", dessen ehernen 20orte die letzten Schranken niederrissen. Tags darauf schrie er dieses Lied von der Freitreppe des Nationalmuseums ins Bolt hinaus und was an Freiheitsliebe, an Kampflust, an patriotischem Opfermut in den Seelen schlummerte, wurde von diesen Rhythmen aufgerüttelt: Jubelnd zog Ungarns Jugend nach Wien. Dieses Lied hat ganz wie die Marseillaise", der einzige Sturmgefang, dem es vergleichbar ist bis heute feinen Nachdichter gefunden, dem es gelungen wäre, die Wucht seines Ausdrucks, die fchmetternde Mufit seiner Sprache zu übersetzen. Dennoch hat es das Bild bestimmt, das sich die Welt von seinem Dichter macht: Sie sicht ihn immer nur als entflammten Rufer zum Kampfe, als lodernden Freiheitshelden. Und selbst in Ungarn stellen ihn alle seine Denkmäler so dar, wie er damals auf der Treppe des Nationalmuseums stand: Hoch aufgerichtet, die Rechte zum Himmel empor= geredt, als den Barden der Revolution. " 1 Sonntag, 31. Dezember 1922 „ Bist Du verdreht," sagte sie ärgerlich, zog eine Locke unter ihrem Hut hervor und zerrte daran, Du glaubst doch nicht etwa, daß ich eine Berücke trage!" " " 1 sozialen Töne der Petöfischen Dichtung hören. Denn dieser volksliebhaft schlichte Sänger war mit nichten naiv. Er fannte Menschen Schicksal und Menschenleid und ein tiefes, erbarmendes Mitleid mit den Bedrückten, ein flammender Haß gegen die prassenden Bedrücker Er sah zu, wie sie ihren Schleier wieder ordnete.„ Kommst Du präludiert sehr bald seiner späteren revolutionären Lyrik. Seine nicht mit herauf und ist etwas?" sagte er dann. Mein Automobil epische Dichtung„ Der Apostel", die das Los eines reinen, unbeug- mußte zur Reparatur und da dachte ich, daß ich ebenso gut nach famen Boltsaufklärers, einer Heilandsnatur schildert, den die herr- Tivoli gehen könnte und dann mit einem späteren Zuge fahren." schenden Gewalten natürlich zerschmettern, befäme im heutigen ,, Was in aller Welt willst Du in Tivoli, wenn Du nicht dort Ungarn sicher die Bezeichnung einer„ fommunistischen Heßschrift". Frühzeitig wußte er auch um das bittere Erwachen aus folcheffen wilft," fagte fie mit ehrlichem Erstaunen.„ Hattest Du die utopistischen Beglüdungsträumen, fonnte hart und menschenhassend Absicht, Karussell zu fahren?" er hat in ,, Nein er gluckste etwas, aber ich bekam Luft, die alte Bude fein, wie nur je ein in seinem ebelesten Streben Enttäuschter den sechsundzwanzig Jahren, die er im Lichte zubringen durfte, alles hier zu sehen, ich glaube, ich bin mindestens zehn Jahre lang nicht erlebt, was stürmisches und reiches Leben einem Sterblichen zu hier gewesen." „ Ich komme eben von dort- Suhm ist auch noch da, ja, da bieten vermag. Auch Liebesschmerz und Liebesglück, wie wenige. Als er nach langem, peinigendem Brautstand mit einem fofetten, find sie ja übrigens alle zusammen noch." romantisch exaltierten Mädchen endlich Gatte und Vater wird, jauchzt „ Suhm?" er sein Glück in Verfen aus, die zu den schönsten dichterischen Dokumenten erfüllten Eheglücks gehören. Doch auch in diefes Glück schleichen sich Stunden der Wehmut und der Ahnung frühen Todes. Der ereilt ihn zwei Jahre später im Revolutionsfriege. Bei einem plötzlichen Rückzug gerät er ins Getümmel und blieb von nun an verschwunden. Ein Kosatensäbel mag ihn gefällt haben. Irgendwo bei Schäßburg in Siebenbürgen bleichen seine Gebeine im Massengrab. Niemand sah seine Leiche. In vorgeschichtlichen Zeiten hätte es geheißen, er sei im Feuerwagen zum Himmel gefahren, wie der Prophet Elias. Doch auch in jenen Tagen griff her Mythos seinen geheimnisvollen Tod auf und Jahrzehnte hindurch blieb das Gerücht lebendig, Petöfi lebe in Sibirien, wohin er als russischer Gefangener geraten war. Ein Gerücht, dem just seine so geliebte Frau feinen Glauben schenkte. Ein Jahr lang gefiel sie sich in der interessanten Rolle der berühmten Witwe, irrte äußerlich eine ungarische Georges Sand, Zigarren rauchend, vom Schwarm ihrer Verehrer gefolgt auf den Schlachtfeldern umher, um sein Grab zu suchen und heiratete dann einen anderen. Der Groll eines ganzen Landes haftet deshalb bis heute an ihrem Namen. Ja, der Kleine, Untersetzte, der, der nur die Stammgäste zu den Menschen rechnet." Er hörte nicht hin. Hör mal, könntest Du es nicht einrichten und mit mir nach Tivoli tommen," sagte er plötzlich. fie er Ob ich es nicht einrichten fönnte, mit nach Tivoli zu kommen" lächelte etwas. O ja, aber ich habe keine Handschuhe mit." ,, Dann können wir ja unterwegs ein Paar kaufen,“ versuchte sie zu überreden. Nein, ich habe Handschuhe, aber die rochen so nach Benzin, daß ich sie nich anziehen wollte." " Nach Benzin?" sagte er fragend. Ach, Du Sie lachte und fing an die Treppe herunterzugehen. dummer Millionär, weißt Du denn nicht, daß man Handschuhe mit Benzin reinigt!" Er folgte ihr, ohne etwas zu erwidern, aber als er ein Automobil herangewinkt hatte und mit dem Fuß auf dem Trittbrett etwas zögernd in den Wagen hinein zu ihr: stand, sagte er Ich soll ihn also nicht bei einem Handschuhgeschäft halten lassen?" ,, Unter feiner Bedingung!"- Sie strecte impulsiv eine Hand nach ihm aus und zog ihn herein. Nun begeht man in Ungarn mit großem Gepränge die hundertste Wiederkehr des Tages, da Petöfi als der Sohn eines Fleischers und ,, Arbeitest Du noch auf dem Bureau?" fragte er. einer Bauernmagd zur Welt fam. Man wird bei dieser Feier überall Ja, was sollte ich sonst anfangen," fagte fie, etwas ärgerlich fein Denkmal bekränzen, schöne Reden halten und sicherlich auch viele dabei aber sehr auf der Hut sein, die über seinen Ton. Glaubst Du, daß ich Kriegsgewinnler geworden seiner Gedichte deklamieren richtige Auswahl zu treffen. Denn den heutigen Machthabern Un- wäre?" ..Nein, aber ich meine" er schwieg und sah grade vor sich hin. garns ist es offenbar höchst unbequem, daß der größte Lyriker, der dem Heine und Jetzt sitt er da und bedauert mich, dachte sie gereizt. Ich tue ihm einzige weltberühmte Dichter ihres Landes Michelet zujubelten, den Hermann Grimm mit Shakespeare und Homer leid, weil ich mich nicht mit ihm verheiratet habe! Er meint, das ein Leben sein nicht lebenswert, wenn man nur ein Paar Handschuhe verglich, den die alternde Bettina als„ Sonnengott" besang radikaler Revolutionär, ein fanatischer Freiheitsapostel, ein Bolts- hat, die noch dazu nach Benzin riechen! tribun und ein Feind jealicher Legitimität, furzum ein Mann war, der nach der jetzt offiziellen Denkungsart in Ungarn eigentlich als" Bolschewist" ins Gefängnis wenn nicht gar an den Galgen gehört. Weltanschauungen. Bon Edith Rode Nebelong. ( Aus dem Dänischen von Frida E. Vogel.) ,, Suhm," sagte sie und zählte das Geld auf den Tisch, mit dem Trinkgeld müssen wir es bis zum nächsten Mal lassen, ich habe nicht genug mit." ,, Das macht nichts, Fräulein," der Kellner nahm das Geld an fich und blieb einen Augenblick stehen, aber ist es denn nötig, daß Sie sich ganz verausgaben, es eilt ja nicht." Sie stand auf und schüttelte ihr Kleid aus. Ach, morgen ist ja der Erfte," sagte sie lächelnd, und ich habe noch zehn Dere für die Elektrische übrig behalten." Er hielt ihr die Jade.„ Es gibt sonst nicht sehr viele, denen ich Kredit einräume," sagte er und stopfte ihr sorgsam den Kragen. Dann muß ich ja direkt stolz sein, daß Sie ristieren, mir Kredit zu geben. Auf Wiedersehen." Auf Wiedersehen." Sie hatte ein vergnügtes Bligen in den Augen und er lachte. Ja, das riskiere ich- auf Wiedersehen, Fräulein." Er schlängelte sich mit der Serviette unterm Arm zu einem anderen Tische hin und sie ging lächelnd zur Türe hinaus und die Treppe hinunter. Was gehst Du da und lachst?" sagte ein Herr, der im selben Augenblick herauffam. Er war es ja, aber er war doch daneben viel mehr. Und wenn man ihn da die Literaturgeschichte doch immer nach Vergleichen langt als magyarischen Vetter von Herwegh und Freiligrath betrachtet und allenfalls noch etwas Lenausche Melancholie bei ihm erfennt, so müßte man ergänzend auf den Heineschen Wit, den Byronschen Weltschmerz, das Tolstoische Erbarmen hinweisen, die cile Bestandteile des wunderbaren menschlichen und dichterischen Komplexes sind, den der Name Alexander Petöfi umschreibt. Der das erste wahre Genie bezeichnet, das Ungarns Boden hervorbachte - das zweite entsproß ihm acht Jahrzehnte später in Endre Ady. Doch während selbst dieser Dichter in pielem, namentlich in seiner unlösbaren Verbundenheit mit der Heimatscholle und ihren Menfchen auf Betöfi fußt, ist dieser, völlig ahnenlos, ganz eigenwüchsig, ber Entdecker dieser Scholle und ihres Volkes für die Dichtung. Denn die Boeten jener Zeit waren zumeist Romantifer, und wenn sie nach ungarischen Stoffen griffen, erfarben sie sich eine spezielle ungarische Mythen und Märchenwelt sofern sie nicht überhaupt vorzogen, in Herametern„ klassisch" zu dichten. Der Bauer, das Dorf, die Busta waren selbst dem dichtenden Herrenmenschen" Ungarns zu gemein, zu gering, zu niedrig. Petöfi aber fam aus solch verachteten Niedes rungen. Der Dorfschule frühzeitig entlaufen, um Schauspieler zu merben ein Jrrwahn, der ihn lange nicht verläßt - zieht er jahrelang landstreichend freuz und quer durchs Land, atmet die Schwermut der Liefebenen, die Poesie der Theißufer ein, liegt mit Roßpirten am Wachtfeuer, füßt die Wirtinnen einsamer Heideschenken, in denen von Panduren verfolgte„ Betnaren" in wilden Orgien ihr verlorenes Leben vergessen und singt Lieder, die den Ton, das Empfinden, den innersten Seelenpulsschlag dieses einfachen Bolles so wiedergeben, daß sie, taum niedergeschrieben, wie Boltslieder auf alle Lippen, alle Zigeunergeigen fliegen. Lieder, die ellen Stimmungszauber, alle Schönheit dieser ungarischen Natur in Bildern von so eindringlicher Kraft und Plastik, solcher Bartheit und Frische einfangen, daß seither jede ungarische Generation aufs neue ihr Land durch die Augen Petöfis fehen lernt, so wie sie die Reize ihrer Muttersprache zuerst immer wieder bei Petöfi entdeckt. Hierin liegt sein Wert, sein Bleibendes, deshalb fann Petöfi nie zur Literatur werden, sondern erneuert sich mit jedem heranwachsenden Geschlecht. Freilich mag manchem, dem heutigen zumal, dieses vormärzliche, rein agrarische Ungarn dessen Bracht und leppigkeit nur die Großherren, die Magnaten mästete, während der leibeigene Bauer ein Schollenknecht, ein glebae adscriptus" blieb nur eine historische Erinnerung sein; es wird dann um so ergriffener auf die wie GES.GESCH Das Lächeln glitt von ihren Zügen, sie sah ihn beinahe ange= Er war glazföpfig, blond und rotbädig und um den strengt an. Rand, den der Strohhut auf seine Stirn gedrückt hatte, standen ihm kleine Schweißperlen. ,, Worüber lachst Du?" wiederholte er munter, jedoch nicht ohne eine gewisse Berlegenheit über ihren andauernden Blick. Holger," sagte sie und streckte ihre Hand aus,„ dent mal, ich habe Dich nicht erfannt!" ,, Ja, das fonnte ich beinahe sehen," er lachte fröhlich und schüttelte ihre hand, während er stand und ihre hohe Gestalt betrachtete. Du hast Dich nicht ein bißchen verändert." " Sie schnitt eine kleine Grimasse.„ Ach doch, und Du Dich auch. Wo find Deine Hare hin? Wir neckten Dich doch immer damit und nannten Dich Krauskopf." Er strich sich vorsichtig über den Kopf. Ja, nun nennt mich feiner mehr so." Männer verlieren ihr Haar immer eher als Frauen," sagte sie. Ja, denn die Damen tragen Perücken oder lose Locken oder man das nennt." " Das Auto hielt und sie gingen in den Tivoligarten. Jetzt wollen wir aber was zu essen haben," sagte er vergnügt, ich habe mächtigen Hunger." Ich habe eben gegessen," sagte sie mit einem bedauernden Achselzucken. ,, Ach, Du fannst gewiß noch mal essen seine Stimme flang gutmütig überzeugend ,, wir wollen auch etwas Gutes bestellen, was hast Du am liebsten?" " Im Augenblick ist es mir ganz egal," antwortete sie etwas furz. Er glaubt, ich gehe mit andauerndem Hunger herum, dachte sie. Er Es machte ihr Spaß, sein Mikvergnügen zu beobachten. wollte mich gern ordentlich abfüttern, überlegte sie mit Humor. Wenn man ihn von der lächerlichen Einbildung heilen könnte, daß er glaubt, sein eigenes Milieu wäre das einzig mögliche, würde nichts an ihm auszusehen sein. Er ist gut und freu und durch und durch zuverlässig aber er ist ein unverbesserlicher Materialist, und das war er schon von Jugend an Wenn nicht menn nicht, und fie lächelte bei dem Gedanken, ich nun seine Frau geworden wäre! Er bestellte das Essen und wandte sich wieder an sie.„ Na, und Dir geht es gut und Du bist froh und zufrieden?" fagte er ein bißchen protegierend. Ja, dante," antwortete sie. Dann feufzte sie etwas. „ Ich wünschte, man könnte das Leben mit beiden Händen packen, und es zum Anhalten bringen. Ich mag das Altwerden nicht und besonders mag ich nicht, daß alles einmal vorbei sein soll." Es fam ein erstaunter, fast neugieriger Blic in seine Augen, und sie verstand seine Gedanken, als ob er sie laut ausgesprochen hätte. ,, Du mußt nicht glauben, es fäme nur auf das Geld an, sagte fie fampfbereit. Mein," sagte er schnell und etwas verlegen. " Ja, aber das glaubst Du mirklich," sie nickte bestimmt und lächelte dann. Du fizt und überlegst Dir, wieviel ich verdienen fann und- all das!" ,, Nein, das habe ich wirklich nicht getan," widersprach er, ich dachte bloß daran, daß es merkwürdig ist- daß es hübsch ist, meine ich, daß Du Deinen guten Humor behalten haft." „ Aber ich finde, es muß doch sonderbar für Dich sein ich halte es eigentlich für eine Schande, wenn ich daran dente, wie Du wie Ihr es gehabt habt es gehabt hast Sie trant ruhig von ihrem Wein, aber ihre Hand zitterte etwas. Wie das demoralisiert, wenn man bedauert wird, dachte sie böse. Noch ein bißchen und ich werde gemein und fühle mich bedauernswert. Mir ist es nie so gut gegangen wie jetzt," sagte sie und stellte ihr Glas hin. Sie wollte gerade hinzufügen: Ich stehe in vollfommener Harmonie mit mir selbst, aber unterließ es, weil sie wußte, daß er sie nicht verstehen würde; sie mußte es umschreiben. Ich habe nicht so viele Bedürfnisse," sagte sie, ich habe entdeckt, daß man, je einfacher man fich einrichtet, desto glücklicher ift." 28 Dienstag 2.Jan Soanaba.6.Jan 2.Jan.sonnabd. 20 o Erinäßigung auf die gesamten Bestände fertiger Waren Herren Kleidung Anzüge, Ulster, Paletots, Regenmäntel Sport- u. Reise- Kleidung Sport- und Reise- Artikel Knaben- Kleidung Damen- Kleidung Schul- und Kieler- Anzüge, Ulster, Rodelgarnituren, Waschkleidung Kleidung für junge Herren Kostüme, Ulster, Regenmäntel, Sport- u. ReiseKleidung, Strickjacken Jumpers, Wollwesten HERREN MODE- ARTIKEL, WASCHE UND TRIKOTAGEN SPORT STIEFEL FOR HERREN UND DAMEN Aenderungen werden zum Selbstkostenpreise berechnet. S.ADAM ,, Naa" sagte er zweifelnd, fast zärtlich. Du warst im Grunde genommen doch ziemlich anspruchsvoll. Ich erinnere mich wohl daran. Das Beste war für Dich nicht zu gut!" " der ärmer ist als ich." Sie streckte die Hand in die Tasche, zog den sie zu gehen hatte. Rönnte sie nicht wie im Scherz sagen:„ Hör einen Zehnörer hervor und legte ihn auf den Tisch. mal, Du schuldest mir nämlich noch zehn Dere?" Nein. Sie konnte ,, Nein, laß mich doch," fagte er brummig, aber eifrig. fann ihn wohl von Dir borgen. Ich habe nämlich kein Kleingeld. Er war imstande, ihr stehenden Fußes einen Scheck auszustellen. Ich sich schon vorstellen, wie er das Geld aus der Tasche reißen würde. Da, bitie," er drückte das Zehnörestück in die fleine Hand, und ver- Er würde nicht verstehen, daß es sich tatsächlich nur um die zehn was für schwinde nun." Dere handelte. Ihm würde der hochmütige Ton einfallen, womit sie gesagt hatte:„ Ich habe glücklicherweise immer noch zehn Dere für Lebensanschauung bloß ein Kartenhaus gewesen, das nun umgeeinen übrig, der ärmer ist als ich." Er würde glauben, daß ihre blasen war. ,, Das ist es auch jetzt noch nicht!" Sie sah ihn ein bißchen hochmütig an. Nur sind jetzt andere Dinge das Beste geworden." Seine Augen hingen fragend an ihr: Was denn andere Dinge?" #P Sie dachte etwas nach. Na," sagte fie schließlich und zuckte lächelnd und ungeduldig die Achseln, die Natur zum Beispiel, die Sterne-" Er sah sie einen Augenblick erstaunt an und blickte dann mit solchem mißbilligenden Ausdrud vor sich hin, daß sie zu lachen anfing. Ach, Krauskopf," sagte sie übermütig und sehr freundlich, ,, davon verstehst Du ja nicht die Spur!" Prost!" sagte Du bist immer Er fah fie mit einer Art mürrischer Freude an. Aus Dir hat man nie flug werden fönnen folch merkwürdiges Etwas gewesen." er. Sie stieß mit ihm an und gleich darauf fragte er vertraulich: ,, Aber weshalb hast Du Dich eigentlich nicht verheiratet?" ,, Ach, ich weiß nicht" sie lächelte. Dann sagte sie plötzlich: ,, Den, in den ich verliebt war, konnte ich nicht leiden, und in den, den ich leiden konnte, war ich nicht verliebt!" Sie schwiegen beide ein Weilchen, dann bat er:„ Zieh noch mal folche Locke vor, wie vorhin." Sie sah ihn einen Augenblic fragend an, dann fiel ihr ein, was er meinte, und sie zog lächelnd eine Locke unter dem Hut hervor.„ Die?" Er warf einen Blick auf die Locke, dann sagte er: ,, So eine habe ich zu Hause." Sie sah ihn lächelnd an: Meine?" " Ja, wessen sonst?" fragte er erstaunt. Sie schüttelte den Kopf ein wenig:„ Am Ende bist Du noch Romantifer," sagte sie und lachte. Er lachte gleichfalls, aber sagte dann plötzlich bescheiden und vorsichtig: Sonst nicht." " Nein, sonst war er das nicht! Sie sah lächelnd zu ihm auf. Aber dann gab es doch eine Seite in ihm, die empfänglich für eine andere Welt war. Dann würde er doch letzten Endes anfangen, ihre Lebensanschauung zu verstehen und ein wirklicher Mitmensch werden. Ich habe mich, offen geftanden, vorhin über Dich geärgert," sagte sie warm und munter, Du redest so furchtbar materiell. Es hatte den Anschein, als ob alles darauf ankäme, daß man reich und verheiratet ist und eine soziale Stellung hat und all so etwas." Nun, und-?" sagte er fragend. Aber das tut es nicht." „ Offen gestanden doch," sagte er bestimmt. Einen Augenblick sah sie ihn böse an und preßte die Lippen fest und trotzig zusammen, doch dann brach sie los: Nein, es tommt darauf an, daß man sich selbst bewahrt und sein Herz und seine Gefühle und seine Sinne und ja, und sich selbst, verstehst Du!" Janatürlich" sagte er fügsam und unsicher. In diesem Augenblick streckte sich ein schmutziges Kinderhändchen mit einigen zerdrückten Postkarten zu ihnen herauf. Ein kleiner Junge stand da und spähte mit scheuem verschmigten Blick bald nach dem Kellner und bald nach dem Herrn und der Dame am Tische. ,, Das ist doch unerhört," sagte er, wie fommt solch ein Bengel hier herein!" Sie sah ihn immer noch böse an.„ Er bezahlt wohl Entree," fagte sie trocken. ,, Mach auf der Stelle, daß Du fortkommst" fuhr er auf und, zu ihr gewandt, fagte er:„ Man kann ja nicht allen, die betteln, etwas geben!" ,, Das muß unangenehm sein," antwortete fie plötzlich ruhig. „ Ich habe glücklicherweise immer noch zehn Dere für einen übrig, Es entstand eine Pause. Er trank Wein und trommelte mit den lichkeit:„ Du bist selbst viel zu gut. Darum nutzt man Dich aus, Fingern auf den Tisch; dann sagte er plötzlich mit zorniger Freunddas wurden Deine Eltern auch." „ Ich bin ihnen dankbar dafür," antwortete fie rasch und stolz. Aber gleichzeitig fam ihr ein lächerlicher Gedanke. nicht vergißt, daß ich ihm die zehn Dere geliehen habe, denn sonst Wenn er bloß muß ich am Ende nach Hause gehen. Worüber lachst Du nun wieder?" fragte er unruhig," Du lachst die ganze Zeit." Ich denke daran, ob es nicht schrecklich anstrengend ist, reich zu fein. Ich habe so eine Vorstellung davon, daß ihr furchtbare Leiden Durchmachen müßt, wenn ihr eure Steuern bezahlen sollt!" Sein Gesicht bekam einen so finstern und ärgerlichen Ausdrud, baß sie in Lachen ausbrach. ,, Und siehst Du, davon bleibe ich verschont," sagte sie triumphierend. Die Reaktion wittert Morgenluft! Die Frechheit der Monarchisten in Bayern ermutigt und stärkt die reaktionären Puffchisten in Preußen und in Berlin. Mit Jubel und Froblocken haben diefe Kreise das Vorgehen der italienischen Fascisten begrüßt. Um diese reaktionären Pläne abwehren zu fönnen, bedarf es der Bereitschaft aller wahrhaften Republikaner. Es bedarf vor allen Dingen großer Mittel zur Führung dieser Kämpfe. Freiwillige Beiträge für den Kampffonds fende man fofort auf Gebt schnell und reichlich! Poffschedfonto 487 43 an Alex Pagels, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Sammellisten für den Kampffonds find dort erhältlich. Beitrittserklärungen zur Partei werden dort sofort erledigt. gehen, und sie willigte ein. Die farbigen Lichter waren angesteckt, Er schlug vor, sie sollten aufstehen und etwas in den Garten und die breiten Wege waren gedrängt voll. Er nahm ihren Arm. „ Ich möchte Dir gerne etwas sagen, aber nur, wenn es Dich nicht beleidigt." ,, Willst Du mir eine Frage beantworten?"- fagte er, und als Nein, das ist nichts dergleichen er merkte, daß es in ihrem Arme zuckte, fügte er schnell hinzu: ich habe längst verstanden, daß Du mich nicht nötig haft es handelt sich um ganz was anderes." " " Sprich nur!" sagte sie. ich der, in den Du verliebt warst, aber den Du nicht leiden konnteft, Er schwieg einen Augenblid, dann sagte er unbeholfen: Mar oder war ich der, den Du leiden konntest?" der eine und dann warst Du der andere. Ich habe nicht Platz Sie fah ruhig zu ihm auf und lächelte dann:„ Erst warst Du so viele. Du weißt ja, ich bin solch ein merkwürdiges Etwas." Er stand und hielt ihre Hand in der seinen. Ich finde eigentlich, es ist sonderbar, daß Du, daß Du so froh bist," sagte er. " zurüd. Weshalb denn?" fragte sie etwas trozig und zog ihre Hand Er schwieg einen Augenblid." Weil ich es nicht mehr gewesen bin, seit wir jung waren sagte er verlegen und stieg in den Zug. Sie trat ganz dicht heran und sah überrascht zu ihm auf:„ Und Du hast doch all das, worauf es ankommt," sagte sie munter und lächelte. Er lächelte etwas unsicher wieder:" Nein, das hast Du-" sagte er. blickte. Dann drehte sie sich um und feufzte etwas müde und machte Ich glaube, er hat Respekt vor meiner Weltanschauung befommen dachte fie, während sie dastand und dem Zuge nachs sich auf den Weg. Und es hat mich doch nur, und sie sah mit einem schwachen Lächeln zu den Sternen auf bare zehn Dere gekostet. Geschäftliche Mitteilungen. Der Juventurausverkauf der Firma Mag Moseys, Landsberger Str. 59, beginnt am 2. Januar. Wir verweifen auf die heutige Anzeige im Juferatenteil. schaft, nur Chausseestr. 29-30, erfolgt im Zeichen der allem Anschein nach in Der diesjährige Inventurausverkauf der Firma Baer Sohn, tiengesellAussicht stehenden rückläufigen Ronjunktur. Es erschien der Baer- Sohn- Aktiengesellschaft erforderlich, sich mit ihren Beständen in Herren- und Knabenbekleidung, Belgen, Herrenartikeln usw. auf einen Umsatz in beschleunigtem Tempo einzustellen. Jeder erhält nur einzelne Kleidungsstüde, damit nicht Der Inventurausverkauf beginnt am Dienstag, dent 2. Januar 1923, und endigt am Gonnabend, den 13. Januar 1923, abends 7 Uhr. ,, Es wird mich nicht beleidigen," sagte sie mit Ueberzeugung. " Damals, als Deine Eltern noch lebten, unterstütztet ihr viele." „ Ja?" sagte sie fragend und ruhig, aber es gab einen Rud ingehamstert werde. ihrem Arm. ,, Es wäre sehr findisch von Dir, wenn Du Dich beleidigt fühlteft," sagte er leise überredend." ,, Es wäre noch findischer von Dir, wenn Du mich beleidigst," fagte fie furz. Nächstens wird er mir noch eine Unterstützung anbieten, dachte sie und biß die Zähne fest zusammen. Ich will ja gar nichts sagen und tun, worüber Du böse werden fönntest," sagte er. Sie mußte ihren Arm aus seinem lösen, sie war böse. Ich habe ja gar nichts gesagt, ich habe ja gar nichts getan," sagte er und ergriff ihren Arm. Sie mußte plößlich innerlich anfangen zu lachen, sie hatte wieder an die zehn Dere für die Elektrische gedacht, die er ihr schuldete. Sie waren aus dem Garten herausgegangen, er sah nach der Uhr. ,, Willst Du mich zum Zug begleiten?" fragte er fanft. Ja, gerne," antwortete sie freundlich. Die zehn Dere für die Elektrische sputten in ihrem Kopfe; sie dachte an den langen Weg, DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Koche mit Hefe! VERWENDET Die Ergebnisse aller Forschungen auf dem Gebiete der Heilkunde und Gesundheitslehre stimmen darin überein, daß bei reichlicher Verwendung von Hefe im Haushalt die leben snötige Zuführung von Vitamines gesichert wird. Diese in der Hefe vor allem enthaltenen Lebensstoffe können auch bei der jetzt üblichen Verwendungsweise, sowohl bei der Zubereitung von Speisen wie bei der Teigbereitung, un estört ibre Heilwirkung ausüben. Ein großer Teil der Bevölkerung ist durch die Kot der Verhältnisse gezwungen, eine sogenannte einseitige Ernährung vorzunehmen, wodurch dem Körper die notwendige Vitamin- Zuführung versagt bleibt. Das Fehlen dieser Ergänzungsstofie oder Vitamine kann nun derdh Verwendung von Hefe ohne große Kosten, sogar unter Verbilligung der Gesamternährung, ausgeglichen werden. Das Mehl als wichtigstes und nächst der Kartoffel billigstes Lebensmittel wird beim Backen durch Verwendung von Hefe bereits so beeinflußt, daß das hergestellte Gebäck leicht verdaulich, schmackhaft und wohlbekömmlich wird. Im Haushalt wird das Mehl auch ganz besonders vierfältig verwendet, weil man es dem Körper in verschiedenen Formen zugängig maten kann. Wird seitens der Hausfrau bei Zubereitung aller Mehlspeisen Hefe verwendet, so erzielt sie damit, nicht nur das Mehi so ausgiebig wie möglich anzuwenden, sondern auch appetitliche und nahrhafte Speisen. Vor allem kommen die Mehiklöße in Betracht. Man braucht nur Klöße chne Hefe und mit Hefe herzustellen und den Unterschied zu erwägen. Die tägliche Anrichtung eines Hefeteiches trägt euch zur Kostverbilligung bei. Man schlägt in diesen Hefeteig Gemüse, Krant, Fisch oder Fleisch ein und bäckt ihn leicht an. Padurch geht der peise vom eigenen Saft und Geschmack nichts verloren, wie dies beim Kochen im Wasser der Fall sein würde. Suppen, Tunken, Hülsenfrüchte und Gemüse werden in ihrem Gehalt an wertvollem, leicht verdaulichem Eiweiß verbessert, wenn man der üblichen Einbrenne von Feit und Mehl 5-10 Gramm frische Hefe pro Person zusetzt. Die Hefe wird zu dem zerlassenen Fett gegeben und hell geschwitzt. Vor dem Auftischen läßt man dann die Einbrenne mit der Speise noch etwa 10 Minuten lang aufkochen. Als Ersatz für Sahne zu Braten oder Schmorfleisch kann man gleichfalls frische Hefe verwenden. Alle diese küchentechnischen Vorteile dürften gerade in der jetzigen Zeit der Hausfrau willkommen sein, weil es jetzt mehr denn je notwendig ist, alle Möglichkeiten zur Ausnutzung des Vorhandenen kennen zu lernen. 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Die nächste Fraktionssihung findet am Donnerstag, den 4. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus, Zimmer 109, statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller dringend notwendig. Die Sigung des Fraktionsvorstandes findet um 4 Uhr statt. Der Fraffionsvorstand. # * standes mit den Abteilungsleitungen im Bürgerheim, Alte Schönhauser Straße 23-24. 11. Kreis Schöneberg- Friezenau. Dienstag, den 2. Januar, pünktlich 7½ Uhr, 12. Kreis Gteglig. Dienstag, den 2. Januar, 8 Uhr, Kreisvorstandssigung an bei Will, Martin- Luther- Str. 69, Kreisvorstandssizung. bekannter Stelle. Erscheinen Pflicht. Die Jungen und Mädels der freien Schule da draußen im Borort hatten ihren Vätern keine Ruhe gelassen, bis die Alten sich erfundigt hatten, was das denn eigentlich für eine Sache seit mit In faum einem anderen Gewerbe war die Arbeitszeit dem Marionettentheater, das der Berliner Bezirksbildungsausschuß anderen Gewerbe waren die Arbeiter den gewerbsmäßigen 25 m. und 10 M. find soeben im Bureau eingetroffen. Die Kassierer, derart lang und unregelmäßig, mie im Gastwirtsgewerbe. In feinem Achtung, Kaffierer! Die neuen Beitragsmarfen für Januar zu fein eigen nennt. Und dann kam eines Tages die Nachricht, die von Stellenvermittlern ausgeliefert, wie hier, und in feinem welche die Marken abholen fönnen, werden sehr darum gebeten. den Jungen mit jubelndem Gebrüd aufgenommen wurde:„ Das anderen Gewerbe so vollständig auf Trintgeld engewiesen, wie Alle bis Sonnabend, den 6. Januar, nachmittags 5 Uhr, nicht abMarionettentheater wird draußen spielen!" Nur eines war an der im Gastwirtsgewerbe. Nimmt man den Kost- und Logis= geholten Marken werden am 8. Januar 1923 durch die Post zuSache unangenehm, nämlich die Transportkosten, die hin und zurück z mang beim Arbeitgeber hinzu, dann haben wir das Bild vor gestellt. J. A.: Alex Pagels. jedesmal 4000 M. beanspruchten. Und als nun die Vorstellung uns, das die wirtschaftliche und geistige Verfassung der großen vorüber war, da fanden ein paar entschlossene Jungen einen Aus- Mehrzahl der gastwirtschaftlichen Angestellten bot. Ist auch noch 1. Kreis Mitte. Dienstag, den 2. Januar, 7% Uhr, Sigung des Kreisvor weg: Wir fahren einfach mit einem Wagen nach Berlin und bringen längst nicht alles Gold, was glänzt, so zeigt sich in der wesentlichen Umgestaltung der Dinge, der Beseitigung der gröbsten Mißstände das Theater selber zurück. Dann sparen wir uns 4000 M., damit unverkennbar das gewaltige Stüd kulturarbeit, das hier die fönnen wir für unsere freie Schule alles mögliche Notwendige ein berufliche Organisation in dem Vierteljahrhundert ihres Bestehens faufen. Und so zog die Karawane von etwa 20 Jungen eines unter den denkbar größten Schwierigkeiten geleistet hat. Tages los und brachte das Theaterchen, das auf einem Handwagen wohl verpadt lag, aus dem fernen Vorort wohl an die zwölf Kilometer Tang bis nach Berlin zur Lindenstraße, wo das bretterne Gerüst samt den komischen Holzgeschnittenen Puppen heil und ganz abgeladen wurde. Die Jungen zogen mit Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Bibliothek des ihrem Wagen wieder zurück und tamen samt und sonders recht Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 3, ist mide zu Hause an, denn hin und zurück machte der Weg nicht Dienstags und Donnerstags von 5-8 Uhr geöffnet. Der Preis der weniger als 25 Kilometer aus, wobei der Wagen noch geschoben Referfarte beträgt vierteljährlich 10 M. Sonntag, den 7. Januar, nahm. 31. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, am Sonntag, den 31. Dezember, und gezogen werden mußte. Das Ganze war also nicht nur eine anständige, sondern eine hochachtbare Leistung, auf die die Arbeiter jungen stolz sein können. Und wenn sie einmal groß sind und selber wieder Jungen haben, dann können sie denen erzählen: Ja, damals im Jahre der Schieber 1922 zur Weihnachtszeit, da sind wir mit einem Handwagen allesamt nach Berlin reingefahren und haben das Theater zurückgebracht. Dadurch haben wir 4000 Möge es dem Verbande vergönnt sein, die ihm noch fernstehenden Berufsgenossen in absehbarer Zeit seinen Reihen einzugliedern, um mit stärkerer Kraft und noch größerem Erfolg als bisher weiter= hin zu wirken. " 32 11hr, in der Philharmonie, Bernburger Str. 4, Festkonzert Russische Musit". 2. Serie rote Karten. Sonntag, den 14. Jan., nachm. 3% Uhr, in der Philharmonie, 4. Festkonzert Stussische Musik, 1. Serie, gelbe Karten. Für beide Konzerte wird ein Zuschlag von 60 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., pro Karte erhoben. Einzelfarten zum Breise von 120 M. pro Stüd find Bimmer 8 und an der Staffe zu haben. bekannter Stelle. 14. reis Reukölln. Dienstag, den 2. Januar, 7 Uhr, erweiterter Vorstand an 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, den 3. Januar, 7 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die Abgeordneten, wie besprochen, einzu laden. 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, den 3. Januar, 7 Uhr, Sigung der Fraktion im Zimmer 21 des Rathauses. Heute, Sonntag, den 31. Dezember: sämtliches Markenmaterial und Sammellisten bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36, abzurechnen. Gleichzeitig werden alle Genossen zu einem gemiltlichen Beisammensein am Sonntag abend bei Goldschmidt eingeladen. 111. Abt. Bohnsdorf. Ab 7 Uhr Silvesterfeier bei Lill, Schulzendorfer Straße. Mittwoch, den 3. Januar, 7 Uhr, erweiterte Borstandssigung im Jugendheim. Morgen, Montag, den 1. Januar: 51. Abt. Charlottenburg. 5 Uhr im Lokal Schellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6, Weihnachtsfeier der 2. Gruppe. Die Parteigenossen der 1. und 3. Gruppe tag 5 Uhr Lnchener Straße, Ecke Erscheinen aller Sänger ist dringend und pünktlich notwendig. Uhr. sind dazu eingeladen. Deutsche Radfahrer beim Kongreß der Internationalen RadMart gespart und mit diesem Geld haben wir für unsere freie fahrerunion. Das Sekretariat der Internationalen Radfahrerunion Rinderhor replanter Berg, Steffpunkt bes Chors aux Sabresmen feier. Bas Schule Bilder und Bücher, so wie wir es haben wollten, an- hat den Verband Deutscher Radrennfahrer und den gefchafft... Auch hier im kleinen also ein Aft der fulturellen Bund Deutscher Radfahrer zum nächsten Kongreß der Selbsthilfe, der wiederum beweist, daß sich manche Schwierigkeiten Internationalen Radfahrerunion eingeladen. Es ist zum ersten ganz gut überwinden lassen, wenn nur die rechten Menschen vor- Male, daß auf sportlichem Gebiete diese Annäherung stattfindet, die um so bemerkenswerter ist, als das Sekretariat der Internationalen handen sind und der rechte Wille. Radfahrerunion fich in Paris befindet. Die teuren Schulbuchpreise. Einrichtung von Hilfsbüchereien. Bie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, richtet das Minsterium für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung einen Runderlaß an die Regierungen, in dem folgendes ausgeführt wird: Fernflug Condon- Köln in 2% Stunde. Wie die„ Cologne Bost" mitteilt, hat ein vom Kapitän J. L. Bernard gesteuertes Flugzeug, das gestern in Bickendorf landete; die Fahrt von London nach Köln einschließlich einer 15- Minuten- Bause in der Zeit von 2 Stunden 27 Minuten zurückgelegt. Das Flugzeug hatte im ganzen 6 Personen an Bord. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Mitgliederversammlungen am Dienstag, den 2. Januar: Ablershof: Jugendheim Bismardstr. 12. Buchholz: Jugendheim Lokal von Moffat, Hauptstraße. Norden: Jugendheim Gemeindeschule Putbuser Str. 3-5. Reinidendorf- Ost: Jugendheim Seebad Residenzstraße. Rosenthal: Jugendheim Graue Schule, Kastanienallee. Schöneberg II: Jugendheim ComeniusSchule, Frankenstr. 10, Diskussionsabend: Unsere Arbeit im neuen Jahr". Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Segel: Jugendheim Bahnhofstr. 15. Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3. Weften: Jugendheim Baugewertschule, Kurfürstenstr. 141. Wilmersdorf: Jugendheim Hildegardstraße. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft mäßig. Fische knapp. Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft rege. Uebermorgen, Dienstag, den 2. Januar: 42. Abt. Bezirksführer, von 6½ Uhr an Abrechnung bei Vogler. Revisoren 108. Abt. Köpenid. 6 Uhr im Rathaus, Zimmer 33, Fraktionssigung der Bewerden zum 4. Januar, abends 7 Uhr, zu Pusch gebeten. zirksverordneten und des Kreisvorstandes. 7 Uhr im Rathaus, gim. 19, Frauenkursus über Wohlfahrtspflege". Leiterin Genoffin Seger. Mittwoch, den 3. Januar: 9. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärkonferenz bei Hübner, Wilsnader Str. 34. 38. Abt. 7 Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre, Große Frankfurter Gir. 1. Wichtige Tagesordnung. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Sigung des erweiterten Abteilungsvorstandes bei Thiel, Albrecht, Ecke Ringstraße. 91. Abt. Neukölln. 7 Uhr FunktionärЛigung bei Lüddecke, Karlsgarten-, Ede Fontanestraße. Erscheinen sämtlicher Mitglieder der Zeitungskommission dringend notwendig. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr im Kinderhort, Wildenbruchstraße, Gihung jämtlicher in der Kommune tätigen, und aller für ehrenamtliche Tätigkeit in der Kommune interessierten Genossen. Vortrag des Stadtrats Peters. 2. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 3. Januar: Kreis Tiergarten. 7½ Uhr wichtige Funktionerinnenkonferenz( Agitation, Wohlfahrt, Kinderschutz und Kinderfreunde) bei Trümper, Flensburger Straße 3. * Jungsozialisten. Gruppe Briß: Donnerstag, den 4. Januar, 7 Uhr, im Jugendheim, Chausseestr. 48, Vortrag der Genossin Frau Margarete HoffmannGwinner über ,, Die vorgeburtliche Erziehung". Regenfällen bei frischen westlichen Winden. Wetter bis Montag mittag. Etwas fühler, überwiegend trübe init Infolge der allgemeinen Geldentwertung haben besonders in den letzten Monaten auch die Preise der Schulbücher eine solche Höhe erreicht, daß es breiten Kreisen der Eltern schon zu Beginn des nächsten Schuljahres faum noch möglich sein wird, die erforderlichen Schulbücher für ihre Kinder zu kaufen; es droht die Gefahr, daß der Schulbetrieb dedurch stark beeinträchtigt wird. Es merden daher alle Mittel anzuwenden sein, die geeignet erscheinen, die Schulbuchnot zu lindern. Ein solches Mittel stellen auch die fogenannten hilfsbüchereien" dar, aus deren Beständen an Rinder minderbemittelter Eltern Schulbücher gegebenenfalls gegen ein angemessenes Entgelt verliehen werden. Einrichtungen dieser Art haben sich an zahlreichen Schulen bereits bestens bewährt. Die Regierungen sollen daher darauf hinwirken, daß nach Möglichkeit an allen Schulen, an denen ein Bedürfnis dafür besteht, Hufsbüchereien geschaffen werden und für ihren Ausbau dauernd Gorge getragen wird. Der Kultusminister vertraut, daß die Gemeinben, Gemeindeverbände und sonstigen Schulunterhaltungspflichtigen bereit fein werden, Mittel zur Anlage und Ausgestaltung folcher Büchereien bereitzustellen. Die Vertreter des Verlagsbuch- In der Woche vom 24. bis 30. Dezember galten in der Zentralhandels haben sich bereit erklärt, Maßnahmen dieser Art zu unter- markthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 700-800 M.. ohne Knochen 800-950 M. Schweinefleisch ftüßen. Auch der Erwerb der ven Schülern und Schülerinnen zum Berkauf angebotenen gebrauchten Schulbücher durch die Hilfsbüche Geräucherter Schinken 1600 M. und Speck 1100-1300 M. 1000-1200 M. Kalbfleisch 800-1100 M. Hammelfleisch 700-800 M. Puten 900 reien wird in vielen Fällen empfehlenswert sein. Auszubis 1000 M. Hühner 850-900 M. Gänse 900-1300 M. Enten 900 bis fchließen von der Benutzung dieser Wohlfahrtseinrichtung sind 1100 M. Schellfisch 300-350 M. Seelachs 300-340 M. jedoch alle Schüler und Schülerinnen, denen die Vermögenslage ihrer bis 300 M. Rotzungen 200-300 M. Dorsch 180-220 M. In Eis: Bleie Eltern den Ankauf eigener Bücher gestattet. 400-480 M. Hechte 500-550 M. Karpfen 600-650 M. Plötzen 130 o gal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausgebis 350 M. Zander 500-750 M. Lebende Karpfen 650-800 M. Hechte zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% 600-650 M. Schleie 400-800 M Eier 95-105 das Stück. Natur- Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. butter 1700 M. Margarine 900-1180 M. Schweineschmalz 1300 M. Erbsen 325-350 M. Weiße Bohnen 300 M. Linsen 300-400 M. Weizenmehl 220-250 M. Graupen 280 M. Nudeln 220-380 M. Reis 260 bis 400 M. Kartoffeln 90-96 M. zehn Pfund. Rotkohl 55-60 M. Weißkohl 23-25 M. Wirsingkohl 30-39 M. Rosenkohl 200-240 M. Grünkohl 35-45 M. Rote Rüben 20-25 M. Sellerie 40-45 M. Apfelsinen 80-100 M. das Stück. Kochäpfel 25-35 M. Zitronen 50-65 M. das Stück. 25 Jahre Gastwirtsgehilfen- Verband. Auf Beschluß, des Dritten Kongresses der Gastwirtsgehilfen Deutschlands, die in einigen Städten Deutschlands lofal organisiert und durch eine zentrale Agitationsfommission" in Berlin lose per bunden waren, vom 26. bis 29. Oftober in Berlin, trat der Verband der Gastwirtsgehilfen am 1. Januar 1898 ins Leben. Aus acht Lotalvereinen entstand der Verband mit 915 Mitgliedern. Flundern 160 Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Sicht Rheuma Ischias Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Ausverkauf Beginn 2. 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Januar Mk. 10 000, aus richtigem Mititärstoff, gefüttert 8000 185 000 Blaue Litewken mit Serge gefüttert Mk. 19500 210 000 Hausjoppen aus Flausch- und glatten Stoffen mit Verschnürung 9800 225 000 Kapokwesten, schwer gefüttert 4. Sealkaning fickenfutter mit Sealelektric- Rollschalkragen, in 275 000 erstklassiger Ausführung Sealelektric- Plattenfutter mit Rollschalkragen, prima Ver. Mk. arbeitung Bisamkopffutter mit Sealelektric- Rollschalkragen Mk. 18 000, 16000, 14000, Mk. 800, 25000, 21 000, 19000, Mk. 18000, 14000, 11000. 350 Jünglingsschlüpfer in geschmackvollen Fassons und Farben 14500 425 000 Burschenschlüpfer verschiedener Art u. Ausführung. 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Moritzpl. 4499), Inspektion Nord: Platz 1 Reinickendorf- West, Aug.- Vikt.- Allee 16( Fernspr. Rein. 3515), Platz 1a Tegel, Veithstr. 5( Fernspr. Reinickendorf 3515). Platz 2 Reinickendorf- Ost, Granatenstr. 31( Fernspr. Rein. 3315). Platz 3 Reinickendorf- Ost, Kopenhag. Str. 92( Fernspr. Rein, 3515), Platz 4 Niederschönhausen, Kaiser- Wilhelm- Str. 25, Platz 5 Pankow, Wilh.- Kuhr- Str. 82. Inspektion Ost: Platz 1 Rummelsburg, Hauptstr. 4( Fernspr. Lichtenberg 1020), Platz 2 Karlshorst, Dönhoffstr. 30( Fernspr. Lichtenberg 1020). Platz 3 Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 9( Fernspr. Lichtenb. 1020). Inspektion Südost: Platz 1 Adlershof. Radick estr. 35( Fernspr. Adlershof 234). Platz 2 Niederschöneweide, Grünauer Str. 12( Fernspr. Adlershof 234). Platz 3 Oberschöne weide, Luisenstr. 33( Fernspr. Oberschöneweide 3317). Platz 4 Friedrichshagen, Friedrichstrasse 96-97. Inspektion Süd: Platz 1 Neukölln, Oberhafen, Köllnische Allee( Fernspr. Neuk. 9918). Platz 2 Tempelhof. Kais.- Wilhelm.- Str. 15, Ecke Werderstr.( Fernspr. Südring 3445). Platz 3 Mariendorf, Rathausstrasse 69-72( Fernspr. Südring 3445), Platz 4 Britz, Chausseestrasse 50. Inspektion West: Platz 1 Schmargendorf- Wilmersdorf, verläng. Falkensteiner Str,( am Bahnhof Schmargendorf). Fernspr. Rheingau 1379. Platz 2 Charlottenburg. Spreestrasse 60, an der Caprivibrücke, Inspektion Nordwest: Platz 1 Spandau. Südhafen, an der Schulenburgbrücke. Auf Wunsch Vertreterbesuch. Berliner Brennstoff- Zentrale Spez.Behdl. nur für G. m. b. H., Berlin W. 9, Linkstrasse 25. Fernsprecher: Nollendorf 8366-8369. Magistrat Berlin 623. Ischias mittel und Bedarfsin Hüft., Gesäßu.Bein in Ungeheuer gestegen im Preise sind alle Lebensstr. 106, v. 9-11,4 6.Jacoby. arfikel. Kleine Anzeigen im Vorwäris sind billig! 15 Tagen beseit. InvalidenInventur Ausverkauf Dienstag den 2.Januar bis Sonnabend der 6. 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Zur Dedung der often wäre der amerikanische Senat bereit, einen Kredit von 20 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Man würde damit beginnen, die 15 000 armenischen Flüchtlinge aus Konstantinopel in dieser Heimstätte unterzubringen, um dann mit der Unterbringung der 110 000 Flüchtlinge aus der Gegend von Smyrna, ferner der Flüchtlinge, die aus Rußland fommen werden, und der 500 000 aisen, die in allen Weltrichtungen leben, fortzufahren. Sozialdemokratischer Sieg in Danzig. wenn die In der„ Deutschen Tageszeitung", dem agrarischen Haupt Im Reichspensionsamt für die ehemalige Wehrmacht, organ, das bekanntlich unter der Devise Für deutsche Art! das dem Neichsministerium des Innern unterſtellt ist, soll für deutsche Arbeit in Stadt und Land!" erscheint, wird den Demnächst die Besegung der restlichen Etats- deutschen Agrariern geraten, ihren Besitz nicht als einheitlichen zu stellen erfolgen. Das gibt Beranlassung, daran zu erinnern, verwalten, sondern verschiedene Zweige als Industriegesellschaften daß der Präsident des Amtes, Herr v. Jacobi, und der zu etablieren. Zweck: Den Staat um die Steuern zu be Beamte im Reichsministerium des Innern, mogein! Ganz offen wirb da ausgeführt: dem heute die Personalien des Pensionsamtes unterstehen, Gegenüber dem Einzelsteuerpflichtigen hat die juristische Berseit einem Jahre mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln son hinsichtlich der laufenden Besteuerung dort erhebliche Steuervorteile, wo es sich um einen fleinen Zeilnehmerkreis, die Etatisierung hintertrieben haben, um zu verhindern, daß um einen hohen Gewinn( Papiermart!) handelt, aber eine nur einige Republikaner Beamte werden. Bei der Pergeringe Gewinnausschüttung verlangt wird. In be fonalpolitik dieser Herren scheint die sogenannte„ anständige" fonderem Maße treffen diese Boraussetzungen z. B. bei der Ber Danziger Parlament in der Minderheit. Das hat sich Die sozialdemokratische Fraktion ist im Gesinnung eine größere Rolle zu spielen als Kenntnisse und mertung der landwirtschaftlichen Forsterträge, Brauchbarkeit. Wie wäre es sonst möglich, daß im Reichsd. h. bei der Holzverwertung zu; find auch die hieraus resultieren in vielen Fällen um so unangenehmer bemerkbar gemacht, als pensionsamt eine Berson zum Beamten ernannt werden ben Gewinne in Wirklichkeit Substanzverlust, Scheingewinne, so die Sozialdemokraten einem geschloffenen Bürgerblod konnte, die die republikanischen Hoheitszeichen gelten sie doch im Regisfinn als Einfommen" und unterliegen gegenüberstehen. Um so bemerkensmerter ist es, als Sch.... breckflaggen bezeichnete! Mar Herrn . der bis 60 Prozent steigenden Einfammenfieuer... Dieser sozialdemokratische Fraktion bei der Beratung über die neue v. Jacobi und seinem ehemaligen Personalreferenten, der heute Fortsteuerung fann in gewissen Grenzen auf legalen Wegen Form der Einkommensteuer eine Reihe wichtiger Siege durch die Industriegesellschaft, die dem Körperschaftssteuerrecht davontrug. Wie im Deutschen Reiche hat auch in Danzig, das noch einen gewissen Einfluß auf die Bersonalpolitik ausübt, untersteht, begegnet werden. diese Tatsache vor dem erfolgten Vorschlag nicht befannt, und übrigens noch feine Besitzsteuern fennt, der Zustand, daß die Bon jeher haben es die Agrarier verstanden, dem Staat und Steuern der Arbeiter und Angestellten zwar durch das Bersind sie nicht der Meinung, daß der Fall vor den Staats= gerichtshof zum Schuße der Republif gehört? dem Reich gegenüber als arme Sünder dazustchen. Die geflicten fahren des Lohnabzugs regelmäßig einkommen, daß aber das Wir erwarten vom Reichsministerium des Innern, daß es die Strohdächer" der oftelbischen Granden sind so feft in der Erinnerung, Selbsteinschäßungsverfahren zu Verzögerungen Angelegenheit einer strengen Untersuchung unterzieht und vor wie die Einkommensteuergeschichten des Herrn v. Wangenheim- und Verschleierungen Anlaß gibt, zu schweren Schädigungen den notwendigen Konsequenzen nicht zurückscheut. Beamte, Klein- Spiegel, des Borsitzenden des Reichslandbundes, von dem die des Staates und zu ungerechtigkeiten geführt. Die Sozialdie derartige Borfälle auch nur schweigend dulden, gehören Gama erzählt, daß er jahrelang feine Einkommensteuer bezahlte, demokratie beantragte deshalb Offenlegung nicht in einen republikanischen Verwaltungsapparat hinein meil sein Gut angeblich nicht soviel abwarf, daß er nach damaligem Steuerlisten, um auf diese Weise eine Kontrolle der und müssen in leitender Stellung verheerend auf den Geiſt preußischen Gesetz 900 M. Einkommen gehabt hätte! Man weiß Steuerleistung der Selbsteinschätzer zu ermöglichen. Es iſt auch, daß in Bayern Redner der Bauernvereine den Rat geben, nicht weiter verwunderlich, wenn die Bürgerlichen diesen Andie Finanzämter zu bemogeln, wo und wie es nur irgend geht. trag mit allen Mitteln zu Fall zu bringen versuchten. Aber Es ist deshalb kein Wunder, wenn auch in dem agrarischen Haupt- sie hatten diesmal die Rechnung ohne die bürgerblatt der Gründung von Steuer- Mogel- Gesellschaften m. b. 5." das lichen Arbeitnehmerfreise gemacht. Bereits in Wort geredet wird. der zweiten Lesung enthielten sich eine Reihe bürgerlicher Abgeordneter der Stimme, einige stimmten sogar dem sozialdemokratischen Antrag zu. Als dann die sozialdemokratische Fraktion bei der dritten Lesung den Eventualantrag auf beschränkte Offenlegung einbrachte, fand sie dafür eine Mehrheit von acht Stimmen. Die erstaunten Gefichter auf der rechten Seite des Hauses tann man sich vorstellen. Darüber hinaus gelang es den Sozialdemokraten durchzusehen, daß den Gutsbezirken nicht, wie die Bürgerlichen es wollten, 44 Broz. der vom Staat vereinnahmten Einfommensteuer, sondern nur 20 roz. zurüdver= gütet werden. Auch einige Vorschläge, die besonders den fleinen Steuerzahlern zugute fommen, fanden ihre Mehrheit. Unser Parteiorgan, die ,, Danziger Boltsstimme", bemerkt zu diesen Ergebnissen: der Beamten wirken. Frankreichs Stickstoff- Forderung. Bon unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Frankreich versucht von Deutschland die Lieferung von 60 000 Pr Tonnen reinem Stidstoff zu erhalten. Diese Forderung Selbstbestimmungsrecht der Saarbewohner ist in Anbetracht der ungeheuer schwierigen Ernährungslage, in der sich das deutsche Bolt befindet,.geeignet, die Ernährung des deutschen Boltes noch weiter in der schlimmsten Weise zu gefährden. Die verlangte Menge beträgt rund% der gegenwärtigen beutschen Stidstofferzeugung, und wenn diese auch gegenüber der Vorfriegszeit sich nahezu verdoppelt hat, so beat fie doch noch bei weitem nicht den heutigen Bedarf der einheimischen Sandwirtschaft. Mit Rücksicht auf die schwere Belastung, welche die Einfuhr ausländischer Lebens- und Futtermittel für unsere Zah lungsbilanz bedeutet, muß die Landwirtschaft bestrebt sein, das deutsche Volk soweit als möglich aus den Erträgen des eigenen Bodens zu ernähren. Das wirtsamste Mittel hierzu ist die stärkere Verwendung von Stidstoff. Selbst in den bäuerlichen Betrieben ist eine solche Intensivierung zu beobachten; ferner werden Wiesen und Beiden weit mehr als früher mit Stickstoff gedüngt, um durch Erhöhung ihres Ertrages einen Ersatz für die vor dem Kriege in großem Umfange eingeführten ausländischen Futtermittel zu gewinnen. Trotz Anspannung aller Kräfte ist aber die deutsche Stickftoffindustrie zurzeit nicht imstande, so große Mengen zu erzeugen, wel der Mangel an Kohlen und Material die dazu erforderliche Erweiterung der Siidstoffwerke verhindert. Hinzu kommt ferner, toß Deutschland mit dem an Polen abgetretenen Teile Ober: schlesiens das Kaltstickstoffwert Chorzow verloren hat und daß die Zwangsablieferung von Kohlen an Frankreich und andere Länder den deutschen Kokereien die volle Ausnügung ihrer technischen Leistungsfähigkeit zur Herstellung von schwefellaurem Ammoniat unmöglich macht. Es handelt sich hier oito um eine Lebensfrage für Deutschland, da die Entziehung ciner fo großen Menge Stidstoff, wie sie von Frankreich verlangt wird, die schwersten Rotstände in der an sich schon ungenügenden Ernährung des deutschen Boltes hervorrufen müßte. Jedenfalls würde die Lieferung des deutschen Stickstoffes Ein sozialdemokratischer Gruß. In der Halbmonatszeitung Saar- Freund", die vom Bunde Saarverein" in Berlin herausgegeben wird, veröffentlichen Barlamentarier verschiedener Richtung politische Neujahrswünsche für die Bolksgenossen an der Saar. An erster Stelle hat das Blatt dem Genossen Wilhelm Sollmann das Wort gegeben, der namens der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion schreibt: Der französische Imperialismus fann durch Frankenwährung und Zollgrenze vorübergehend Scheinerfolge im deutschen Saar: gebiet gewinnen. Auf die Dauer aber werden Wirtschaft, Sprache und Nationalgefühl das fleißige Bolt an der Saar immer dorthin treiben, wo seit vielen Jahrhunderten seine Wurzeln liegen: nach Deutschiand. Je fester die Deutschen an der Saar fich gegen den franzöfifchen Imperialismus zufammenschließen, um so mehr dienen sie der kommenden Wer ständigung zwischen den Bölkern Frankreichs und Deutschlands und der Herbeführung eines wirklichen Friedens in Europa. Es ist bekannt, daß den Saarbewohnern unter der Verwaltung der Völkerbundkommission die primitivsten Rechte der politischen Selbstverwaltung genommen worden sind. Dem Parlament ist die Rolle eines Stummen zugeteilt worden; der Schule versucht man die französische Sprache aufzuofironieren. Auch wir sind der Ansicht, daß diese Behandlung eines freien Wolfes unwürdig, daß sie eine Sande für das demofratische Europa ist, das das Selbstbestimmungsrecht der Völker zum wichtigsten Grundsag des Bölkerrechts gemacht hat. Wir wünschen den Saarbewohnern, daß ihnen möglichst bald Gelegenheit geboten werden möge, dieses Selbst. bestimmungsrecht auszuüben. an Frankreich die Wirkung haben, daß Frankreich auf Kosten der Der Prozeß gegen Narutowicz's Mörder. deutschen Boltsernährung große Beträge von Devisen erspart würden, die es bisher für den Bezug von Ammoniak aus England und Don Chile alpeter aufwenden mußte. Die Hebelstange. Eines Tages stand die Mark in New York 0,01%. Es entspricht bies einer Dollarparität von 6666,66. Wenn nun in New Port jenes 0,01% fich um ein mitroftopisches Minimum verschiebt, auf 0,01% z. B., fo bedeutet für den Amerikaner diese Differenz einen Dreck, für uns aber ein Heraufschnellen auf 7500. Bon New York läuft eine riesenlange Hebelstange nach Berlin. Ein ganz fleiner Druck in New York auf die Stange, ein kaum merfbarer: und bei uns schlägt sie filometerhoch in die Höhe. Dort haibe, viertel und brittel Cents: hierzulande Tausende von Mart. Dort eine Laune, hier ein Schicksal. Es ist das Malheur der Schwachen, an den Enden der Hebel zu hocken, Knabe zu sein, dem die Runzel im Gesicht des Vaters einen mißvergnügten Sonntag andeutet, Untertan, den die mürrische Stunde eines Königs in langen Krieg hett, Volt, dessen Geld durch das Achselzucken des Borfizenden eines Banfier- Kartells innerhalb ciner Woche auf die Hälfte entwertet wird. 0,01% 0,01% hängigen und Unmächtigen. 12 6666,66 7500,00 H. B. Zum Tode verurteilt. Warschau. 30. Dezember.( WEB.. Der Mörder des Präsibenten Narutowicz, Niwiadomsti, ist heute zum Tode verurteilt worden. der Den arbeitenden Klassen Danzigs hat dieser Steuerfampf ge8 gt, daß einzig und allein die Sozialdemokratie die Enter jen aller arbeitenden Boltstreife vertritt, während sich die bürgerlicher Parteien immer wieder nur als Schuhgarden des Kapitals gebärden. Mögen diese Lehre insbesondere di jenigen bürgerlichen Arbeitnehmer ziehen, die da glaubten, in den Bürgerlichen den Einfluß der fapitalistischen Kreise dadurch rechen zu fönnen, daß sie sich als Arbeitnehmer in diesen Partei en betätigten. Das ist ein vergebliches Beginnen. Je schneller und einheitlicher sich alle Kreise der Arbeitnehmer um das Bat her Sozialdemo tratie scharen, um so erfolgreicher wird sie die arbeitenden Boltstreife vertreten können. Der Kampf u Steuergesetz und sein Erfolg waren nur ein Anfang." offen der Diese Worte haben nicht nur für Danzig Geltung. Das Berhalten unserer Danziger Genossen aber zeigt, wie notwendig es in der Politif ist, immer das Erreichbare por Augen zu behaiten und sich durch kluges Einlenten den Boden für eine Mehrheit zu schaffen, mo er noch nicht vorhanden ist. Mussolini gegen Fascisten! Rom, 30. Dezember.( EP.) Mussolini hat den Prä. fetten von Verona abgefeht, weil er die Telephonsentrale dieser Stadt durch Faszisten befehen ließ, ohne ihnen Widerstand entgegenzusetzen. Unser Silvesterwunsch! Warschau, 30. Dezember.( DE) Heute begann vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen den Mörder des Präsidenten Narutowicz, Runstmaler Niewiadomsti. Der in Anwendung fommende§ 99 des früheren russischen Strafgesetzbuches sieht an und für sich als Höchststrafe für die Tat nur lebenslängliches In diesen Zeiten wirtschaftlicher Bedrängnis bietet die Zuchthaus vor, doch ist das Gericht durch ein späteres polnisches Silvesternacht für ernste Leute keinen Anlaß zu eitlem Trubel Gesetz evil. ermächtigt, auch auf Todesstrafe zu erkennen. Nie- und feuchtfröhlichem Treiben, wie das wohl früher der Fall wiadomski hat sich in der Untersuchungshaft mit der Abfassung gewesen. Wohl aber gibt der Jahreswechsel Anlaß, die Mögeiner großen Verteidigungsrede befaßt und entgegen seinem ur- lichkeiten zu prüfen, wie das gemeinsame Interesse nach sprünglichen Vorhaben die Ernennung eines Berteidigers beantragt. Kräften gewahrt werden kann. Der Borwäris" wünscht Die Angehörigen des ermordeten Präsidenten werden am Prozeß allen seinen Lesern und Freunden für das neue Jahr Kraft als Nebenfläger teilnehmen. und Arbeitsfreude, um nicht nur den Widerlichkeiten des Lebens standhalten, sondern auch mit alter Opferbereitschaft und neuem Glauben für die Ausbreitung der Partei und ihrer Presse wirken zu können. Bilsudski, der fürzlich zum Chef des Generalstabes ernannt worden ist, hat nunmehr die Vertretung des beurlaubten Kriegsministers Sosnkowski übernommen und nimmt an den Kabinettsberatungen teil, in denen das Regierungsprogramm festgelegt wird. Noch keine Lösung in Lausanne. Eine russische Denkschrift. Hoch der„ Vorwärts"! " Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts". Berlin SM. 68, Lindenstraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der ,, Borwärts" bei der Post zu bestellen.) Für uns alle ist die sozialistische Gedankenwelt das Element, das uns einheitlich umfängt. Für die Bartei zu arbeiten, muß uns daher im neuen Jahre wie im alten unwiderstehliches Bedürfnis sein. Die wirksamste Arbeit für die GoIn Lausanne tritt eine Berhandlungspause ein, da der eng- zialdemokratie ist aber die Verbreitung ihrer Presse. Darum Das ist die präzisefte Formel für alle Tragödien der Ab- lische Außenminister Curzon für einige Tage nach Paris geht. soll unser Silvester- und Neujahrswunsch an alle Genossen In der Mosful frage ist feine Einigung erzielt worden. Die und Freunde ausklingen in den Ruf: Der Gofflose". Zu Weihnachten begann in Mostau eine anti- türkische Delegation hat auf die englische Note mit einer zweiten religiöse Halbwochenschrift Der Gottlose" zu er- Denkschrift geantwortet, die alle türkischen Ansprüche aufrecht etscheinen. Diese vom Hauptamt für politische Aufklärung heraus hält. Wie es heißt, wird England auf diese Schrift nicht antworten. cebene illustrierte Zeitschrift wird Aufsätze über religiöse Fragen, über die neue Kirchenpolitit, Satiren, Karitaturen und ein wissenfchaftliches Feuilleton enthalten, das vom Standpunkt des Marrismus den Ursprung der Religionen und des Gottesglaubens beleuchten Causanne, 30. Dezember.( WIB.) Die russische Abordwill. Am 1. Januar beginnen die sowjetamtlichen Moskauer nung überreichte heute nachmittag dem Präsidenten der Konferenz fmestija" mit der Herausgabe einer großen illustrierten Wochen eine umfangreiche Denkschrift, in der sie lebhafte Kritik an der fchrift für Literatur und Kunst Krasnaja Nima"(" Der Rote Orientpolitik der Alliierten übt und ausführlich das russische ProAfer"). An dieser Zeitschrift, deren Leitung Lunatscharsti und gramm für einen wirklichen Frieden im Orient darlegt. Stellom innehaben, sollen u. a. folgende ausländische Schriftsteller Die Dentschrift beginnt mit einem nachdrücklichen Brotest gegen mitarbeiten: Mar Wolitschere, Ernst Toller, Andersen Nerö, Henri Barbusse, Romain Rolland, Anatole France und Bernard Shaw. Mieferschutz im Altertum. Bei den jetzt in Rom fleißig vor genommenen Ausgrabungen hat man sehr aktuelle" Gefeßestafeln aufgefunden, auf denen der Prätor Marcus Coelius Rufus im Jahre 48 v. Chr. denjenigen Hausbesißern ein Jahr Gefängnis androht, hie einen Mieter ohne ersichtlichen Grund aus dem Hause verjagen. Interessant ist auch, daß dieses Gesez gleichzeitig den Hausbesitzer zwang, mit jedem Mieter einen Mietvertrag abzuschließen, der mindestens ein Jahr Gültigkeit haben mußte. " Senaissance Theater. Zu Silvester gibt udwig Hardt einen froben Abend mit nielen neuen Stüden und vermehrten Schauspielerporträts. Anfang 7%, Uhr. den Ausschluß Rußlands von den Berhandlungen. Hierauf folgen fünf Abschnitte. 1. Ueber den Friedensvertrag von Sèvres. 2. Die Orientfrage in der Vergangenheit. 3. Weltkrieg und Aufteilung der Türkei. 4. Grundlagen eines dauerhaften Friedens im Nahen Orient. 5. Balkan und Donaubund. Amerika greift ein. Lausanne, 30. Dezember.( EP.) Die ameritanische. Delegation veröffentlicht ein Memorandum, das vom Chef der amerikanischen Mission in Kleinasien, Beet, Kommissar des Völkerbundes unterzeichnet ist. In diesem Memorandum murde die Schaffung einer notionalen Heimstätte für bie Armenier in Cilicien vorgeschlagen, das fürzlich von FrankIn der Alhambra, Robbenstraße 29, bet an Silvester reich an die Türkei abgetreten wurde, und mit einer selbständigen eine Wohltätigkeitsvorstellung( Film- und Bühnenschau) zugunsten der Armen des Bezirles Friedrichshain statt, wozu stammerfänger Julius Verwaltung unter die Auspizien des Völkerbundes gestellt werden Sieban feine Mitwirtung zugesagt hat. soll. Dieser Vorgang verdient besondere Erwähnung, weil zum Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Volk und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Betlage, Siedlung und Kleingarten" in Groß. Berlin täglich zweimal frei ins Haus, Name Wohnung: Straße Nr.. Born Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. lin's rechts bei Gewerkschaftsbewegung Die Gewerkschaften an der Jahreswende. Maße als das abgelaufene ein Jahr der Kämpfe sein. Aber im Gsells betrieben wird, mit der er sich in seinem Artikel ausein Rampf allein liegt die Hoffnung, und der Aufstieg der andersetzte. Arbeiterfiasse ist bedingt durch das solidarisch Zusammenstehen in Die Angabe des„ Grundstein" als Quelle des Zitats ist also ihren Organisationen. In der Treue zu ihrer et enen Bergangenheit, wahrheitswidrig. Wenn die„ Rote Fahne" darauf verweist, daß die Kommunisten lichen Kalibers und seine Theorie als einen vollendeten Unsinn bezeichneten, so möchten wir sie denn doch fragen, ob ihr nicht bekannt ist, daß in den turzen Tagen der kommunistischen Räterepublit in München, die ja auch vollendeter Unsinn Die Eisenbahner zur Gehaltsfrage. Funktionärfonferenz der Berliner Eisenbahner. Das abschließende Jahr war für die Gewerkschaftsbewegung 3 ihren Aufgaben und Zielen, zu ihren Organisationen und Tradt im Juli 1921 bereits Silvio Gfell als einen Utopisten är in= reich an inneren und äußeren Kämpfen. Nach innen hatten die tionen liegt die Gewähr des Sieges der Arbeiterschaft. Gewerkschaften den Versuch abzuwehren, der von Moskau aus unternommen worden ist, die deutsche und die internationale Arbeiterbewegung vor den verfahrenen Karren der russischen Politik zu spannen. Der vielfach mit gewalttätigen Mitteln gemachte Ver- Am Freitag nahmen die Berliner Funktionäre des Deutschen war, der Herr Silvio Gsell Volksbeauftragter der Fisuch ist an der straffen inneren Struktur der deutschen Gewerkschaf Eisenbahnerverbandes zur Lohn- und Gehaltsfrage Stefanzen in der„ Boifsregierung" gewesen ist? ten gescheitert. In anderen Ländern, in Frankreich, Italien lung. Der erste Bevollmächtigte Veeser erstattete Bericht über und der Tschechoslowakei, hatten die Gewerkschaftssprenger mehr Erfäße für die zweite Dezemberhälfte zu erhöhen. Erst am heutigen ein Schiedsspruch gefällt, der eine Lohnerhöhung von 20 Proz Die Holzindustriellen lehnen den Schiedsspruch ab! die Bersuche der Organisation, die ungenügenden Lohn- und GehaltsAm 22. Dezember wurde im Schlichtungsausschuß Groß- Berlin folg. Doch auch diese Erfolge können nicht von Dauer sein, weil die Arbeiterbewegung jedes Landes mit den wirtschaftlichen Ver- eingegangen, wonach am 8. Januar n. I. Verhandlungen stattfinden Januarwochen brachte. Die Berliner Holzarbeiter nahmen unter Lage( Freitag) ist vom Reichsfinanzminister eine bündige Antwort für die letzte Dezemberhälfte und 20 Proz. für die zwei erſten hältnissen zu rechnen hat und nicht nach russischen Bedürfnissen und sollen. Immer wieder ist von der Regierung darauf verwiesen schweren Bedenken den Schiedsspruch an, wogegen die Arbeitgeber Methoden geführt werden fan. worden, daß die Arbeitnehmer auf die außenpolitische Lage des Der Marksturz und die damit verbundene Steigerung der Le Reiches Rüdsicht nehmen sollen. Die erst nach 10 Tagen erfolgte ihn mit der Begründung ablehnten, daß eine weitere Teuerung im benshaltungskosten hat den Gewerkschaften ungeheure Kämpfe auf- Antwort des RVM. stelle eine Provokation der Gewerkschaften Dezember nicht eingetreten iſt! Dezember nicht eingetreten ist! genötigt. Obwohl wir noch feinen Ueberblick über die Lohnbe- dar. Die Meldungen der bürgerlichen Presse, die fortgesetzt darauf Arbeitgeber nicht abfinden, wird sich sehr bald zeigen. Der letzte Daß die Berliner Holzarbeiter sich mit dem Verhalten der wegungen und Kämpfe der Gewerkschaften im abgelaufenen Jahr be abzielen, Berwirrung zu schaffen, gehen jetzt dahin, es so dar Weg ist die Verbindlichkeit des Schiedsspruchs; dieser Anfizen, steht wohl außer Zweifel, daß die Gewerkschaften noch in zustellen, als ob die Regierung aus eigener Initiative die trag ist gestellt, und finden die Verhandlungen am Mittwoch, den feinem Jahre und in keiner Periode eine solch ungeheure Arbeit Die geplanten Entlassungen produktiver Kräfte aus dem EisenbahnOrganisationen zu Berhandlungen am 8. Januar eingeladen hätte. 3. Januar, statt. für die Regelung der Lohnverhältnisse zu leisten hatten wie im betrieb ist nicht zu rechtfertigen, folange der unproduktive Apparat Versammlungen der Bezirke und Branchen zu der geschaffenen Gleichzeitig werden am Mittwoch die Verwaltung sowie die Jahre 1922. Nach der wöchentlichen Statistik über die Lohnbewe- der höheren Verwaltung gleich groß erhalten wird und wenn Situation Stellung nehmen. Etwaige Differezen find fofort dem gungen des Deutschen Holzarbeiterverbandes standen bei diesem im vor allem der Priyatindustrie Aufträge erteilt werden. Die zuständigen Bezirksobmann zu melden, der weitere Informationen Jahresdurchschnitt täglich 58 090 Mitglieder in einer Lohnbewegung Berhandlungen am 8. Januar fönnen eventuell eine neue tieferteilt, da nur nach den Beschlüssen der Verwaltung zu handeln ist. und 6277 im Streit. Wenn wir diese Zahl für die gesamten Ge- gehende Enttäuschung bringen. Damit kann dann die werkschaften entsprechend der Mitgliederzahl des Holzarbeiterver- rage eines Streits atut werden, weil einfach die bittere bandes mit 20 multiplizieren, so würden danach im Durchschnitt Not sich einen Ausweg sucht. In der Diskussion wurde allgemein die Haltung der Regierung täglich 1160 000 Gewerkschaftsmitglieder in einer Lohnbewegung scharf verurteilt. Folgende Resolution wurde gegen 3 Stimmen und über 120 000 im Streit gestanden haben. Nur wer die unges angenommen: heure Arbeitsleistung, die mit diesen Lohnbewegungen und Streifs verbunden ist, aus der Praxis kennt, fann ermessen, in welchem Maße alle Kräfte der Gewerkschaften angespannt waren, um die unheilvollen Wirkungen der Teuerung mit den gegebenen Mitteln abzuwehren. Man kann danach auch ermessen, in welcher ungeheuerlichen Verelendung die deutsche Arbeiterschaft sich heute befinden würde, wenn sie nicht in den freien Gewerkschaften eine macht volle Waffe der Berteidigung befäße. Man kann danach aber auch ermessen, wie verbrecherisch die Heze ist, die von kommunistischer Seite gegen die Gewerkschaften getrieben wird, die man nicht anders bezeichnen fann als ein Attentat auf die Lebensintereffen der Arbeiterschaft. Sechzig Jahre Korrespondent". Der Korrespondent für Deutschlands Buchdruder und Schriftgießer" kann als das älteste und am häufigsten erscheinende deutsche Gewerkschaftsorgan. auf eine sechs Jahrzehnte lange Wirfsamkeit zurückblicken. Wenn der„ Korrespondent" von sich sagt, daß seine Geschichte die Geschichte der Organisation der Buchdrucker ist, ein gutes Stück der deutschen Gewerkschaftsbewegung widerspiegelt. o ist darüber hinaus zu bemerken, daß sich in seinen Spalten auch Er deutet dies in einem furzen Rückblick auf die 60 Jahre in dem Satze an:„ Und wie heftig sind die Buchdrucker schon angegriffen worden, weil sie zum Verkündigen neuer Wege für die GewerkDie am 29. Dezember 1922 versammelten Funktionäre der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Eisenbahnerverbandes stellen fest, daß die Reichsregierung die mehr als berechtigten Forderungen der Gewerkschaften auf Erhöhung der Dezembereinkünfte brüst abge lehnt hat, obwohl nicht geleugnet werden kann, daß die Löhne und Regierung auf die außenpolitische Lage des Reiches fann aus dem Gehälter durchaus unzureichend sind. Die Berufung der Grunde für die Reichs-, Staats- und Gemeindebediensteten nicht ausschlaggebend sein, weil diese Rücksichtnahme lediglich fortgefekt Neutralitätsstandpunktes der Gewerkschaften heraus Mag der Widerspruch manchmal zu allzu starfer Betonung des nur von den Arbeitnehmern verlangt wird, dagegen wird gefordert haben oder umgefehrt, so fann doch der Korrespondent" den Preisforderungen der Industrie und des Handels kein Einhalt mit Genugtuung sagen, daß seine Taktik in dieser Frage wie in der geboten; von den Opfern der Industrie, die die außenpolitische Frage der Tarifpolitik sich durchgesetzt hat und längst Ge Lage bessern könnten, ist gar nichts zu verspüren. meingut der Gewerkschaften geworden ist. Um die Existenz zu erhalten, müssen daher die Einfünfte eine entsprechende Erhöhung erfahren. Mit Entrüstung wenden sich die Funktionäre auch gegen die angekündigten Entlassungen von 25 000 Eisenbah nern; sie billigen und unterstützen die dazu eingenommene Stellung des Hauptbetriebsrates und der Organisation. # schaften die Entschlußkraft aufbrachten!" Mit dem neuen Jahrgang des Korrespondent" tritt eine techBildungsverband der Deutschen Buchdrucker übernimmt seine Hernische Veränderung ein, indem er Drucker und Format wechselt. Der ftellung in eigener Druckerei. Gleichzeitig mit dieser Abwehraftion hatten die Gewerkschaften eine Ueberfülle von Aufgaben zu lösen, die ihnen die Neuordnung der sozialen und politischen Zustände im Deutschen Reich und die internationalen Verhältnisse, wie sie der Vertrag von Versailles geschaffen hat, übertragen haben. Die Gewerkschaften hatten gleich zeitig die Frage des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der zerstörten Der Gemeindearbeiterstreit in Thüringen geht weiter. Während Die Berliner Funktionäre des DEB. erwarten, daß die kom die Streillage in den übrigen Städten unverändert ist, hat sie sich Gebiete Nordfrankreichs zu bearbeiten und einer Lösung entgegen- menden Berhandlungen ein brauchbares Ergebnis zeitigen werden. in Jena verschärft. Die Sozialdemokratische Frattion des Jenaer zuführen. Die unvergleichlich größere Machtstellung der Gewerk- Sollte die Regierung weiterhin auch bei diesen Verhandlungen nur Stadtrats hat sich eingehend mit der Streiflage befaßt und kam zu schaften im Verhältnis zur Vorkriegszeit hat ihnen zugleich neue ungenügende Zugeständnisse machen, so erwarten die Funktionäre, poller Anerkennung der Forderungen der StreifenAufgaben gestellt und sie mit der Berantwortung für die wirtschaft- daß der Verbandsvorstand die Streitgenehmigung den den. Die reaktionäre Haltung des Tarifverbandes Thüringer Geliche Entwicklung Deutschlands belastet. Die zwangsläufige Eitua- Berbandsbezirken erteilt, die diese beantragen. Auf die Regierung meinden unter Führung von Stadtrat Bed er wird von der tion, die sich aus dem Bertrage von Versailles ergibt, hat sie aber fällt alle Schuld, wenn sie durch weiteren Starrfinn eine Streif- Fraktion mit aller Schärfe verurteilt. Die Fraktion beschloß, die sc bewegung entfesselt." fortige Einberufung einer Sigung des Stadtrats zu fordern. behindert, diese Fragen so zu behandeln und zu lösen, wie sie unter normalen und müß 13ltnissen behandelt und gelöst werden könnten abgelehnt. ze Wirtschaft wird durchschüttelt von dem Fieber der putation. Die Gewerkschaften mußten darauf bedacht sein, daß Die nachteiligen Folgen dieser Krankheitserscheinung nicht ausschließlich von der Arbeiterschaft getragen werden. Sie mußten unermüdlich nach innen und außen wirken, um einen Gesundungsprozeß anzubahnen. Das Ergebnis diefer erschöpfenden Tätigkeit fonnte nicht anders als unbefriedigend sein, wenigstens unbefriedigend für den Augenblick. Aber wir dürfen nie vergessen, daß wir uns in einer geschichtlichen Uebergangsperiode befinden, in einer Periode des Werdens und des Kämpfens, die nie ohne Opfer für die Kämpfenden ist. Die wirtschaftliche und politische Reaktion sucht sich diese Schwie. rigteiten zunuze zu machen und versucht die Errungenschaften der letzten Jahre und darüber hinaus das in Jahrzehnten erkämpfte Lebensniveau der Arbeiterschaft wieder rückgängig zu machen. Das zahlenmäßige Anwachsen der Gewerkschaften und die zunehmende innere Festigkeit ist eine Gewähr dafür, daß die deutsche Arbeiterschaft instinktiv die geschichtliche Bedeutung und die Tragik der gegen. wärtigen Kämpfe erfaßt hat. Eine fommunistische Resolution wurde mit erheblicher Mehrheit Unter Organisationsfragen" wurden von zweiten Bevollmächtigten Winkler wichtige Dinge behandelt, die von den Funktionären zur inneren Festigung der Organisation zu befolgen find. Kommunistische. Bolemik. " " 4 dem Rote Fahne" am Freitagmorgen und brachte als Beweis für Gegen die offiziellen Zügen des ADGB." wandte fich die das Gegenteil dessen, was das Korrespondenzblatt" des ADGB. über den Freiwirtschaftsbund" schrieb, ein Zitat aus Grundstein"-" das Organ Paeplows" 1921, folgenden Wortlauts: vom 16. April Silvio GfeII ist der Bahnbrecher der neuen Zeit. Auf feinen Schultern steht der Zukunftsstaat, die einzige Hoffnung, die Dunkel der Jehtzeit verheißungsvoll durchleuchtet. Silvio Gfell wird, wenn sein Wert vollendet ist, zu den Größten der Menschheit gezählt werden. Seine überragende Bedeutung liegt in der Aufdeckung der wahren Ursachen der jahrtausendealten Ausbeutung. Silvio Gfell ist der das Retter aus der Not." Achtung, Sutarbeiter! Sämtliche im Deutschen Sutarbeiterverband organisierten Genossen, der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei werden gebeten, für einen sehr wichtigen Zweckt ihre Adressen an den Genossen Ernst Krause, NO. 55, Woldenberger Str. 6, Hof 4 St., fofort einzusenden. Achtung, Hochbahner! Am Mittwoch abend 6 Uhr findet im 2obal von Wiemers, Billowsty, 58, eine wichtige Bersammlung aller in der Bereinigten Sozialdemokratifyen Bartel organisierten Arbetter und An gestellten statt. Tagesordnung: 1. Referat des Genossen Krille über Die Kampfmittel des Proletariats". 2. Freie Aussprache. 3. Ber. fdjiebenes. 8ahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Parteiausweis legitimiert. BSPD.- Bekleidungsarbeiter, Herrenkonfettion. Am Donnerstag nachmittag 5 Uhr findet im Klassenzimmer des Gymnasiums Niederwallstr. 12 eine Versammlung jämtlicher VSPD.- Genofsinnen und -Genossen der Herrenkonfektion statt. Gehr wichtige Tagesordnung. Partei und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Die Fraktionsvorstände. stellte: Mitgliederversammlung Mittwoch abend 7 Uhr in Saverlands Feste Zentralverband der Angestellten. Gemeindebehörden, Berwaltungsange fälen, Neue Friedrichstr. 35. Werksangestellte: Mitgliederversammlung Mitts woch abend 7 Uhr in Haverlands Festfülen, Neue Friedrichstr. 35. Funktionäre beider Sektionen treffen sich um 5 Uhr ebenda. Fachgruppe Metall: Alle Funktionäre der Fachgruppe werden ersucht, an der Allgemeinen Funktionär Ohne Berschweigung der Wahrheit wäre es undenfbar zu bes versammlung am Donnerstag abend 7 Uhr in den Musikerfälen, Raiser, haupten, daß das der„ Grundstein" das Organ Paeplows" Wilhelm- Str. 31, bestimmt teilzunehmen, in der Reichsminister a. D. Robert geschrieben habe, obwohl es im Grundstein" stand. Es handelt Schmidt über die deutsche Wirtschaft um die Jahreswende" sprechen wird. Es wird zahlreicher Besuch erwartet. Es gilt heute mehr als je, in unverbrüchlicher Treue und Festig- Geldtheorie von Silvio Gsell fritisiert und aus einer Schrift„ Der Berantwortlich für den rebart. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: fich nämlich um einen Artikel von Dr. Oskar Stillig, der die feit zu den Organisationen und Einrichtungen der Arbeiterbewe| Führer in die Zukunft" die vorstehenden Säge zitiert Sh. Glade, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Druck: gung zu stehen. Das neue Jahr wird vielleicht in noch größerem hatte, um zu zeigen, wie bombastisch die Reklame für die Theorie Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenſtr. 3 Jnventur- Verkauf vom Dienstag, den 2. bis Sonnabend, den 13. Januar 1923 Von den vielen zum Verkauf kommenden Artikeln werden heute folgende angeboten: Kleiderstoffe Blusenstoffe mod. Streif., hell 620 M. u. dunkelgrundig Schott. karierte Stoffe für Blusen n. Kinderkleider Mtr. 980 M. Reinwoll. 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Für etwa 9 J. 19500 M. 12000 M. Dirndlkleid mit Sammetband fung und Metallgürtel, gute 15600 M. Verarbeitung.. Kleiderrock as woll Kamm 5400 M. garn- Cheviot.. Kleidersatin einlarb., großes 1150 M. Unterrock aus Jakonett Sortiment Mtr. 1150 M. Unterrock einseidenem 7500 M. Surah Meter 890 M. Morgenrock Flauschstoff.. 7900 M. Wäschestoffe mittelstark Meter Meter 575 M. 780 u. 950 M. Meter Wäschefuch kräftige Qualität 850 M. Renforcé sehr gute Qualität 1100 M. Wäschefuch einfädig. f.Damen- 975 M. wäsche. Meter Meter DeckbettLouisianatuch beite, Mr. 1850 M. Louisianatuch Untertaillen mit Stickerei 1275 M. Untertaillen Stickerei- Röcke mit Stickerei und Spitze.. . 1550 M. 2200 M. Handtücher Küchenhandtücher Gerstenkorn m. rot. Kante, ges. u. geb. 725 M. Stubenhandtücher weiß Gerstenkorn, ges. u. gebänder! 750 M. Wischtücher rot karlert... 320 M. Wischtücher Meter 930 u. 1050 M. Wischtücher Bettsatin Streifenmuster Kissenbreite... Deckbettbreite. u. 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Die Verzinsung ist um so geringer, die Sowjetregierung die neue Wirtschaftspolitif" proklamieren je größer der Sachwertbesitz ist( z. B. bei den Kohlenbergwerken, mußte, bedeutet an sich eine erfreuliche Abkehr von jener sinnlosen Terraingesellschaften, Eisenbergwerken und Hütten, Eisen- und utopischen Politik, die einen unentwickelten Agrarstaat mit der Knute in den Sozialismus hineinpeitschen wollte, und zugleich das unfreiDas abgelaufene Börsenjahr stand bei seinem Beginn unter Straßenbahnen). Um Mißverständnissen vorzubeugen, jei jedoch bewillige Eingeständnis, daß die sozialdemokratische Kritik an dieser Das abgelaufene Börsenjahr stand bei seinem Beginn unter merkt, daß die in Betracht kommenden Dividenden diejenigen des Politik durchaus berechtigt gewesen ist. Aber andererseits genügt feinem günstigen Stern. Die Erinnerung an den schwarzen Dorangegangenen Geschäftsjahres find. Das Jahr 1922 es feineswegs, daß neue Grundsätze der Wirtschaftspolitik profla= Donnerstag"( 1. Dezember 1921) war noch allenthalben zu lebendig, um eine regere Unternehmungsluft aufkommen zu lassen. Die dürfte allgemein weit höhere Erträge bringen. Außerdem miert worden sind, die den bisher geübten diametral entgegengesetzt ist zu berücksichtigen, daß heute nur ein verschwindend fleiner Teil waren. Unter der Herrschaft des Sowjetabsolutismus arbete auch Banken, die sich seit Jahr und Tag unter starker Vernachlässigung der Gewinne den Aktionären in Form von Dividenden zufließt, und die neue Wirtschaftspolitit" in ein System aus, das eine merfanderer Geschäfte ganz und gar auf den Effektenhandel und die würdige Berquidung von daß die großen Ausschüttungen auf dem Umwege der KapitalsAusnutzung des allgemeinen Spekulationsfiebers eingestellt hatten, erhöhungen in Gestalt wertvoller. Bezugsrechte, die zu- Staatsfapitalismus, unter gleichzeitiger Förderung der machten wiederholt Versuche, das verängstigte Publikum wieder für mus, darstellt. die Börse zu intereffieren. Ein gebranntes Kind scheut jedoch das weilen mehrere 1000 Broz. des Nennwertes der Aktien ausmachen, primitivften, räuberischsten Ausbeutungsmethoden des Frühkapitaliserfolgen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der letztjährigen Feuer. Man traute in weiten Kreisen der Effektenlage nicht recht Börsenvorgänge besteht in der Verschlechterung eines Es ist ohne weiteres flar, daß eine derartige Entwicklung nicht und legte seine Gelder lieber in ausländischen Zahlungs= nur zur Versklavung und Verelendung des russischen Prole= mitteln und in Waren an. Auch das Ausland zeigte zunächst großen Teiles des Produktionskapitals der deutschen tariats führen muß, sondern daß auch die Produktiofräfte wenig Neigung, deutsche Effekten zu kaufen, da die fortgesetzten Be- Industrie und in der Ueberführung desselben in die Taschen von Rußlands unter den Fesseln dieses Systems zu feiner Entfaltung Spekulanten, von denen diese Gewinne zum weitaus größten gelangen fönnen. Die Berichte der Sowjetpresse selbst liefern dafür drohungen durch Frankreich und die noch ganz unklaren Finanz- Teil zur Finanzierung einer mit den wirtschaftlichen Verhältnissen täglich die schlagendften Beweise. So berichtet das amtliche Wirtund Währungsverhältnisse Deutschlands eine Kapitalanlage in deutschen Industriepapieren sehr riskant erscheinen ließen. Die Deutschlands in frassem Widerspruch stehenden Lebenshaltung ver- fchaftsorgan Ekonomitscheffaja Shijn" vom 10. Dezember auf wendet wurden. Banken und Börsen haben an diesen durchaus Grund der amtlichen Darstellungen der Volkskommissare Miljutin, ersten neun Monate des Berichtsjahres standen deshalb im Zeichen ungesunden Vorgängen gut verdient und tragen deshalb den größten Beshawa und Krizmann über die Gesamtergebnisse der russischen schleppenden Börsengeschäfts und verhältnismäßig geringer Kurs- Teil der Schulb an der Berelendung der deutschen Wirtschaft im Jahre 1922 folgendes: Die Industrie zeigt gegenüber dem Vorjahr eine gewisse BesseWirtschaft, deren Wirkungen erst in den kommenden Zeiten Erst mit der schärfer einsehenden Martentwer deutlich in die Erscheinung treten. rung, insbesondere die Textilindustrie, deren Produktion ziemlich Die Börse diente im Berichts- start zugenommen hat. Aber gleichzeitig hat die Steigerung der tung entstand auch an der Effeftenbörse ein lebhaftes Geschäft. Dieses erhielt eine besonders starke Anregung nach dem Erlaß der jahre nicht der Kapitalbeschaffung der Wirtschaft, sondern der Aus- industriellen Produktion eine Absah krise hervorgerufen, die auf Devisenverordnung, da hierdurch weiten Kreisen das Spe- plünderung des deutschen Sachwertbesizes. Der tatsächliche Ka- die geringe Kaufkraft der Bevölkerung zurückzuführen ist. Bemertulieren in ausländischen Zahlungsmitteln unmöglich gemacht wurde. pitalmangel in Handel und Gewerbe, die erschreckend zunehmende fenswert ist aber auch, daß nebenher eine starke Rohstofffrife Man sah sich nach einem Devisenersatzmittel um und fand ein solches technische Rückständigkeit unserer Industrie und die Entfremdung eingesetzt hat, die sich bereits in der Industrie sehr scharf fühlbar zunächst in den an den deutschen Börsen gehandelten Valutapapieren, einer ziemlich breiten Volksschicht von der ehrlichen Arbeit sind die macht. b. h. hauptsächlich in ausländischen Anleihen( Türken, Rumänen, hauptsächlichsten Folgen dieses Ramschausverkaufs industrieller der Industrie betrifft, so wird von Miljutin hervorgehoben, daß bet Was die Auswirkungen der neuen Wirtschaftspolitik in Ungarn usw.), Eisenbahn- Shares( Baltimore und Ohio, Kanada), Sachwerte. W. Vogel. Kolonialwerten und in solchen Aktien inländischer Unternehmungen, der Berpachtung der Betriebe die Privatunternehmer bessere Be triebe erhielten als die Genossenschaften und der Staat. Von den bei denen größerer Devisenbesiz oder Auslandsguthaben einen besonderen Anreiz bildeten. Gleichzeitig begannen auch die aus7000 Betrieben, die für die Verpachtung vorgesehen waren, fonnten lediglich 3874 verpachtet werden, die im Durchschnitt nur je 15 Ar. ländischen Markspekulanten durch den rapiden Kurssturz der deutschen beiter beschäftigen. Von den Pächtern sind 50 Proz. Privatpersonen, Währung beunruhigt ihre Bestände an deutschem Papiergelde in und von diesen 26 Proz. die früheren Besitzer der betreffenden Bes Industriepapiere umzutauschen. Es setzte auf der ganzen Linie eine triebe. starfe Nachfrage ein, die Kurse gingen häufig an einem Lage um Tausende von Prozenten in die Höhe. Die inländische Spekulation, die noch auf älteren Wertpapierbeständen festgesessen hatte, wurde durch diese Hochflut wieder flott und schwamm fräftig mit im allgemeinen Haussestrom. Ganz besonders tam diese Bewegung den Banten zustatten, bei denen sich als Ergebnis der fortgesetzten Erhöhungen der Aktienkapitalien von Industriegesellschaften große Mengen junger Aftien angesammelt hatten, die bis dahin nicht recht an den Mann zu bringen waren. Es ist anzunehmen, daß im abgelaufenen Jahre ne ue Effekten im Nennwerte von ungefähr 20 Milliarden Papiermark an der Berliner Börse offiziell eingeführt wurden gegen zirka 3 Milliarden Mark im Jahre 1913. Die Hauffe hielt an bis Mitte Dezember. Bolkswirtschaftlich betrachtet stellt sie ein Wettrennen in- und ausländischer Kapitalisten um die Sachwerte der deutschen Industrie bar. Nach dem Tendenzumschwung in der franzöfifchen Politik und der Erklärung Amerikas, daß es unter gewissen Voraussetzungen bereit sei, an der Regelung der Reparations- und Anleihefragen mitzuwerfen, erfolgte am Effektenmarkte im Zusammenhange mit der Abschwächung des Dollarkurses ein Rückschlag, der jedoch schon heute bereits annähernd ausgeglichen ist. Die Börse rechnet mit weiteren fräftigen Kurssteigerungen in den ersten Wochen des kommenden Jahres, da sie der Meinung ist, daß selbst bei mesentlich niedrigerem Dollarftande die Kurle der heimischen Industriepapiere noch wesentlich hinter deren wirklichem Sachwert zurückbleiben. Wie stark die Aufwärtsbewegung der Börsen= furse im letzten Quartal des Berichtsjahres gewesen ist, zeigt der von der Industrie- und Handelszeitung" für 140 Aftien des Berliner Marktes berechnete Durchschnitt'sinder. Diesen wird in der folgenden Tabelle die durchschnittliche Verzinsung der in Betracht kommenden Papiere gegenübergestellt. Kurswert am Eisen- und Straßenbahn 510,4 Berzinsung i v. H. des Kurswertes am Die russische Wirtschaftspolitik. Seitdem die Sowjetregierung unter dem Druck der fortgefekten Nöte in der Industrie und Landwirtschaft im März 1921 die neue wirtschaftspolitif" proflamierte, hat sie fortgesetzt die größten Anstrengungen gemacht, um das ausländische Kapital für den Aufbau der russischen Wirtschaft heranzuziehen. Die Ergebnisse dieser fast zweijährigen Arbeit sind sehr gering. 3war sind zahl reiche Kommissionen aus den verschiedenen westlichen Ländern nach Rußland gereist, um die Verhältnisse an Ort und Stelle fennenzulernen. Aber nach wie vor verhält sich das westeuropäische Kapital trotz der verlockendsten Anerbietungen der Sowjetregierung noch immer ziemlich ablehnend gegenüber den Konzessionen und Kapitals anlagen in Rußland. Außerordentlich bedeutsam für die Entwicklungsmöglichkeiten der Industrie und des Handels find die weiteren Angaben über das Steuerwesen und die Finanzen in Rußland. Wie Leshawa in seinem Bericht feststellt, sind namentlich die fleinen Han= dels unternehmungen und die Genossenschaften in steuerHinsicht so stark belastet, daß ein großer Teil von ihnen den Be= Industrie und Handel die zunehmende Inflation. trieb einstellen mußte. Nicht minder verheerend wirft auf Industrie und Handel die zunehmende Inflation. Für den geringen Umfang der Industrie und des Handels ist Die Gründe für diese ablehnende Haltung liegen auf der Hand. ferner der gewaltige Rückgang des Kreditwesens charakteristisch. Sie wurzeln einerseits in dem Mißtrauen des europäischen Kapitals Vor dem Kriege belief sich die Gesamtbilanz aller Kreditanstalten zu den unsicheren und ungeregelten Rechtsverhältnissen in Rußland auf 9 Milliarden Goldrubel, während sie heute nur 94,5 Millionen, und sind andererseits verknüpft mit den politischen Streitfragen d. h. fast hundertmal weniger beträgt. Alles in allem be zwischen Sowjetrußland und den meisten der westlichen Staaten. ftätigen die angeführten Daten, daß zwar gegenüber der Period Zwar hat Deutschland durch den Rapallovertrag fein der fommunistischen Projektenmacherei eine gewisse Besserung? Verhältnis zu Rußland ins reine gebracht und mindestens die poli- verzeichnen ist, daß aber aus den bereits genannten Gründen d tischen Voraussetzungen für die Anknüpfung wirtschaftlicher Beziehungen mit dem Often geschaffen. Aber die führenden kapitalisti. Grad dr Besserung nur als minimal bezeichnet werden mi ichen Mächte, England, Nordamerika und Frankreich, wollen anscheinend noch so lange bei ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, bis Rußland ihnen gegenüber zu noch weitergehenden Konzessionen als bisher bereit sein wird. Devisenkurse. 29. Dezember Käufer Berläufer ( Geld=)( Brief-) Kurs Kurs 2967.56 2982.44 2835 39 2849.61 500.74 503.26 1406.47 1413.53 1526.17 1533.83 30. Dezember Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 2897.78 2912.27 2753.10 2766.90 488.77 491.23 1361.58 1368.42 1481.28 1488.72 1955.10 1964.90 1995.2005.182.54 183.46 188.52 189.48 3566.06 3583.94 3591.- 8609.369.07 370.93 376.55 378.45 Attiengattung Banfen 22. 9. 22 15.12.22 i. v. H. d. Kurstb. v. 1913 307,4 22. 9. 22 15. 12. 22 1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Befo 2824,9 3,49 0,36: Sypothekenbanken 1 belgischer Frant 91,2 635,7 5,64 0,81 1 norwegische Krone 6841,5 0,99 0,07 1 dänische Krone. Schiffahrtsgesellschaften, 1 schwedische Krone Werften 654,5 6491,9 1,68 0.16 1 finnische Mark. Brauereien. 241,6 1367,6 2,91 0,51 Tertilfabriken. 1429,8 8401.9 1,63 1 japanischer Jen . 0,27 1 italienische Lire Kohlenbergwerfe 727,4 7295,6 • 1,02 0,10 Eisenbergwerfeu.Hütten 1332,9 9194,7 1 Pfund Sterling • 1,02 0,14 1 Sollar.. Kalibergwerke. 1291,1 7621,6 1,05 0,18 Metallverarb. Fabriken 489,1 1 französischer Frank 5654,2 1,94 0,16 1 brasilianischer Milreis Maschinenfabriken 511,3 4079,5 1,78 0,22 Chemische Fabriken 441,9 1 Schweizer Frank.. 3442,2 1,91 0,24 Elektrizitätsgesellschaft. 586.0 1 spanische Beseta 581.16 533 84 872.81 877.19 1384.03 1390.97 1150.11 5584,6 2,22 0,20 Bapierfabriken 613,3 5644,0 3,05 100 österr. Seronen( abgeft.) 0,83 1 tschechische Krone 10.52 231.42 1155 89 10.58 232.58 Terraingesellschaften 309 3 1552,8 1 ungarische Krone 3.01 3.01 2.99 O Durchschnitt 641,7 5109,0 1 bulgarische Lewa 49.37 b.. v. H. v. H. v. S. 1 jugoslawischer Dinar 78.81 49.63 74.19 50.37 75.31 2,17 0,27 2. Gi Reform der deutschen Handelsftatifiit. Um den durch den M sturz veränderten Berhältnissen Rechnung zu tragen, bereitet Reichsregierung eine Reform der deutschen Handelsstatistik mit Ziele vor, die Warenwerte in der vereinbarten Wahri zu erheben und die Ergebnisse in Goldmart zu veröffentli Die Durchführung dieser Reform wird längere Zeit in Ansi nehmen; um aber schon in furzer Zeit zu brauchbaren Werte niffen zu gelangen, ist die Ermittelung von Goldwerten unter hilfenahme der Weltmarktpreisnotierungen und Aeußerung von Sachverständigen in Angriff genommen. Die Preise für Monopoltrinkbranntwein betragen ab 1. J 1923 mit einem Weingeistgehalt von 35 Raumhundertteilen 1240 m. je Flasche, 40 45 " " 1360 1480 AP AP B " " von Liter Inhalt einschließlich Flasche. Die zu diesen Preisen zur Ausgabe gelangenden Mi erzeugnisse tragen die neuen Breisaufschriften. Eine Nacher des Preisunterschiedes für die bei den Wiederverkä 33915.- 34085.- 34513.50 34686.50 vorhandenen Bestände findet nicht statt. Diese Bestäni dementsprechend zu den aufgedruckten Preisen zu verkaufen. 7331.62 7368.38 7481.25 7518.75 546.13 548.87 Ein neues Magnesiflager in Rußland. Die Mosfauer, 867.17 teilt mit, daß südlich von Jekaterinburg gewaltige Mag 1416.45 1423.55 tommen entdeckt worden sind, die zusammen mit den 1712.06 1717.94 lagern von Sadkinst im Ural ausreichen sollen, den gesamte 10.52 10.58 bedarf on Magnefit zu decken. 238.41 862 83 234.59 3.01 Steigerung der deritanischen Eruteerträge. Nach 51.63 vorliegenden abschließenden Bericht über die Ernie der Vi 75.69 Staaten sind die Erträge der wichtigsten Bodenfrüchte noc KON LINON Massary Die Dafeinsberechtigung diefer Zigarette, der Beweis für ihre Güte, kommt erfreulich in der ftändig nachfenden Zah! ihrer Anhänger zum Ausdruck. efft edel wie der Nam lich über die vorjährigen Ergebnisse hinaus gestiegen. Nur die weizenernte von 208 auf 270 Millionen Bushels, Als Roggen-| land auf die Bezüge von Amerita angewiesen ist; von gemaltiger Maisernte zeigt einen Rückgang von etwa 4 Proz. auf. Dagegen produzent kommt Nordamerika fast gar nicht in Betracht. Der Hafer- Bedeutung, zumal in Nordamerika die Befürchtung bestand, daß bleibt die Ernte von Winterweizen mit 586 Millionen Bushels nur ertrag ist von 1061 im vorigen auf 1215 Millionen Bushels ges dieses Land infolge des wachsenden Eigenbedarfs seinen Lebens. um eine Million hinter der des Vorjahres zurück und der Fehl- stiegen. Die gute Ernte der Vereinigten Staaten ist für den euro- mittelegport einschränken müsse, wenn nicht die Bodenerträge ganz betrag wird reichlich ausgeglichen durch die Steigerung der Sommer- päischen Markt, der seit dem Ausfall Rußlands als Getreideexport- wesentlich zunehmen. Unser diesjähriger Inventur Ausverkauf beginnt Dienstag, den 2. Januar 1923 Wir bringen ganz besonders vorteilhafte Angebote in Strümpfen, Trikotagen, Strickjacken, Jumpers, Herren- und Damenwäsche und bitten unsere Schaufenster zu beachten GEBR. GRUMACH Königstr. 57a- 59 BERLIN C. Spandauerstr. 15 Mengenabgabe vorbehalten Gesetzlich geschützt! Allen Kunden, Freunden und Belannten wünscht ein fröhliches nenes Jahr Seifenlager Emmerich A. Galgo 54, Cothringer Str. 38, of Fernsprecher: Norden 1976 ujahrsschlager am 2. und 3 Januar a Oranienburger Kernseife ca. 400 Gramm 32. Mart Kernseife, Doppelriegel a. 200 Gramm 140 Mart clauf soweit Borrat reicht! Edelmetalle Engros- En detail Ein frohes neues Jahr wünscht allen seinen Kunden Juwelier H. Wiese Artilleriestraße 30 Passauer Straße 12 Grösste Trauringzentrale Berlins Verein der Freidenter für Feuerbestattung e.v. Sig Berlin:: Gegründet 1905 Geschäftsstelle: Berlin NO. 18 Friedenstraße 60 12. Nachtrag zur Satzung der Mengenabgabe vorbehalten Allgemeinen Ortstrantentane Deutscher Metallarbeiter- Berband für Zehlendorf und Umgegend Verwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienftr. 83/85 vom 22. Mai 1913/ 22. Ottober 1913, befchloffen in der Sigung des Ausschusses Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Tel.: Amt Norden 833, 834, 835, 336. vom 22. Dezember 1922: § 19- stehe 2 und 6. Nachtrag- Abs. 1 u. 2 Achtung! 23. Bezirk. Achtung! 16. Bezirk: Schulaula, Ruheplaystr. 6werden gestrichen; an deren Stelle tritt Dienstag, den 2. Januar. uachmittags 4½ 2hr, in den Germania- Sälen, Spandan, Stresow- Plaz 19: folgende Fassung: Die baren Leistungen der Raffe werden nach einem Grundlohn bemessen. Als nachmittags 42 Uhr. 17. Bezirk: Krüger, Huffitenstraße 32, nachmittags 4 Uhr. folcher gilt der nach der verschiedenen Bezirksleitungssigung. abends 6 Uhr. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Lohnhöhe ftufenweise feftgesezte durchschnittliche Tagesentgelt der Kassenmit glieder bis 1800 m. für den Arbeitstag. Bur Festlegung des Grundlohnes werden Dienstag, 2. Januar, abends 6 Uhr, die Rassenmitglieder in 11 Stufen eingeteilt. im In Stufe A gehören alle ohne Entgelt beschäftigten Lehrlinge, in Stufe I gehören alle Kaffenmitglieder ( Sigungsfaal), Verbandshaus Linienftr. 83-85: Versammlung 18. Bezirk: Verbandshaus( Jugendfaal), Linienftr. 83-85, 1. Portal, 2 r., 19. Bezirk: Berbandshaus( Arbeits. lofenfaal), Linienste. 83-85, nachin. 5 Uhr. 20. Bezirk: Bock, Jülicher Straße 2, nachmittags 5 Uhr. 21. Bezirk: Gemeindeschule, Niederschöneweide, Berliner Str., nachm 4½ Uhr. 22. Bezirk: Schulz, Köpenick, Bahnhofstraße 34, nachmittags 4% Uhr mit einem täglichen Entgelt von einschl. aller Vorarbeiterinnen und Vor- 23. Bezirk: Germania- Feftfäle, Span120,- M., arbeiter. bau, Hauptbahnhof, Stresowplay 19, nachmittags 4 Uhr. A. E. G.: Schulaula, Berl, Wiesenstraße 66, nachmittags 4 Uhr. Siemens: Marjand, Siemensstadt, nachmittags 4 Uhr. in Stufe I gehören Kassenmitglieder PATENTE mit einem täglichen Entgelt von 120,01 bis Achtung! Goldschmiede. Achtung! Dr. Bogdahn, Geschäfts: 250,- 902. in Stufe III gehören Raffenmitglieder d. Treuh.- Verein berat. mit einem täglichen Entgelt von 250,01 bis Dienstag, 2. Januar, abds. 6%, Uhr, Ing. SW 61, Gitschin. Str. 3.* 450,- SR, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45 Jn allen Konferenzen: Neuwahl der in Stufe IV gehören Rassenmitglieder 650,- 202, Fellankauf! mit einem täglichen Entgelt von 450,01 bis Goldschmiede- Bersammlung Brunnenstraße 13 Das Fernsprecher: Königstadt 7011, 7072 Schulprogramm der Mitglieder- Versammlungen: 1. Bezirk. Freitag, den 5. Januar, abends 7 Uhr, Schulauta Weinmeisterstr. 16/17. 2. Bezirk( Schöneberg). Freitag, den 5. Januar, abends 7 Uhr, Schulaula Ballasstr. 150. ( Moabit). Dienstag, den 9. Januar, abends 7 Uhr, Schulaula Bremer, Straße. 3. Bezirk. Donnerstag, den 4 Januar, abends 6%, Uhr, Aula Leffing- Gymnasium, Pantstr 18. 4. Beziet. Dienstag, den 9. Januar, abends 7 Uhr, Schulaula Senefelderstr. 6. Sozialdemokratie v. RICH. LOHMANN Ein Prakt. Handbuch für Eltern, Lehrer u. Erzieher, in dem nicht nur die Forderungen der Sozialdemokratie zufammengestellt find,( ondern auch die ager Emmerich A. Salgo 5. Besieg. Montag, den 8. Januar, abends 7 Uhr, zur nächsten Möglichkeit Cothringer Str. 38, Soi rnsprecher: Rorden 1976 be der Steuermarten für 1922. teuerbücher 1922 mit den für bten Steuermarten find im 923 den zuständigen FinanzRönissbant", Große Frankfurter Str. 117. 6. Beziet. Mittwoch, den 3. Januar, abends 7 Uhr, Reft. Graumann, Raunynstr. 26. 1½ Stunde früher erscheinen.) ( Die Funktionäre müssen 11. Bezict. Freitag, den 5. Januar, abends 7 Uhr, Zeichenfaat der 5 Gemeindeschule, Feurigstraße. 12. Bezief. Donnerstag, den 4. Januar, abends 7 Uhr, Neft. Hermann Schulz, Stegliz, Birkbuschstr. 90 13. Beziet. Donnerstag, den 4. Januar, abends 7 Uhr, Mariendorf, Schulaula II. Gemeindeschule, Königstr. 29/31. er deren besonderen Annahme- 14. Bezirt. Mittwoch, den 3. Januar, abends 7 Uhr, Kliems leiten. Zuständig ist dasjenige Festfäle, Safenheide 13/14. in Stufe V gehören Rassenmitglieder aller in den Goldschmiedebetrieben mit einem täglichen Entgelt von 650,01 bis beschäft. Kolleginnen u. Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht der Verhandlungstommission über unsere 850,- M., in Stufe VI gehören Kassenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 850,01 bis 1050 am ww in Stufe VII gehören Rassenmitglieber Bezirksleitung.- Ausgabe der neuen Vertrauensmänner Legitimationsfarten. ET Zutritt gegen Vorzeigung der Legiti mationsiarte und des Mitgliedsbuches. Forderungen im Linden- und Spittel Achtung! Meihnachtenforifiikuma wartfonzorn 2 Dichellingt Alle Kolleginnen und Kollegen mit einem täglichen Entgelt von 1050,01 haben pünktlich und bestimmt zu erscheinen bis 1250, in Stufe VIII gehören Kassenmitglieder mit einemt täglichen Entgelt von 1250,01 bis 1450,-., in Stufe IX gehören Kassenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 1450,01 bis 1650,-.. in Stufe X gehören Kaffenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 1650,01 t. und darilber. Hiernach wird der Grundlohn bis auf zur( chrittweifen Er- weiteres festgesetzt: reichung des Zieles dargelegt werden. Preis Mark 300, Buchhandlung Vorwärts BERLIN SW 68 für die A Stufe auf 50,- 907. Pr " 21 " 7 100, 200, " N " P " 1 " 9 400, " of 17 " 600, " 29 " 800, 17 N 1000, H " LINDENSTR. 2 SP " 1200, B 1400, N PP " " PP 19. " P IX X 1600, " 77 " AT 17 welches auf dem Steuerbuch 18. Bezirk( Copenid). Mittwoch, den 3. Januar, abends Hühner odringend empfohlen, daß die 7. Uhr. Oskar Schulz, Bahnhofstr. 31. ( Friedrichshagen), Freitag, den 5. Januar, abends ' termerkt ist. nach Benehmen mit dem filr 7 Uhr, Scharnweberstr. 59, Jugendheim. zuständigen Finanzamt die 17. Bezirk. Freitag, den 5. Januar, abends 7 er Arbeitnehmer gesammelt augen tenberg, Cecilien- Gymnasium, Rathausstraße. Uhr, LichUhr, Aula Fußsohl, Verhärtung alt eingewurz. Leid entfernt mit absolut. der daß, falls dies nicht ge- 18. Bezirt. Donnerstag, den 4. Januar, abends 7 einzelnen Arbeitnehmer die des Realgymnasiums, Woelckpromenade. is eingeschriebenen Briefes 19. Bezirk. Freitag, den 5. Januar, abends 7 Uhr, Schulaula, Sicherh. Bosco. Geit ft( vgl. den auf dem SteuerVantow, Grunowstraße. 30 J. bewährt. 17,50. 23 aufgeklebten roten Bettel) 20. Bezirk. Mittwoch, den 3. Januar, abends 7 Uhr, Schön- Otto Reichel, Berlin m Steuerbuch für 1923 vernanzamt zusenden. aleiner der vorerwähnten smaßnahmen Gebrauch geersönliche Ablieferung vormpfiehlt es sich, zur Vermeis ößeren Andranges auf den n, daß die Steuerpflichtigen igsbuchstaben Zeit vom 2 bis 8. Jan, 1923 9. 16. " " " か " " 11 17. 24, 17 17 25, 31. " " " " geben. auch das Steuerbuch für er diesem beigefügte gig ausgefüllte BriefIs schnellerer Abfertigung neidung von Weiterungen holzer Festsale, am Bahnhof Schönholz. Donnerstag, den 4 Januar, abends 7 Uhr, Hohen- Neuendorf bei Berlin, bei Neumann Berliner Str. 30. 184/61 Einladung zu der am Donnerstag, 1. Februar 1923, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23, stattfindenden außerordentlichen 106/20 einzelnen Finanzämtern General- Versammlung. mestellen errichtet werden, anntgabe im Amtsbezirk geber haben die ArbeitBerpflichtung zur Abgabe 1 durch Anschlag in den häftsräumen hinzuweisen. ung tann gemäß§ 202 der rdnung erzwungen werden.j den 22 Dezember 1922. Tagesordnung: 1. Aenderung des Statuts gemäß der Aenderung des Genossenschaftsgefeges vom 1. Juli 1922 2. Erhöhung des Geschäftsanteils auf, 6000 M 3. Verschiedene redaktionelle Aenderungen des Statuts. nzamt Groß- Berlin. Konsum- Genossenschaft Besiz- u. Verkehrssteuern. hr preiswerte Berlin und Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. nterwäsche Der Aufsichtsrat. pfiehlt jaus ,, Werba" ttbuser Damm 72 Lenaustraße M. Mirus. J. A.: P. Lange. Der Vorstand. R. Schreiber. W. Lamm. F. Hille. 2. Hajek. 43, Eisenbahnstr. 4. Bon unten auf Ein neues Buch der Freiheit Gesammelt und gestaltet von Franz Diederich Aus dieser umfassenden Sammlung sozialer Dich. tungen winft dem Pro. letartat Freude am Leben u.Kraft zum Aufschwung. Ein dichterisches Anbachtsbuch für den Sozialisten, das auch jeder Vortragende bet Verans ftaltungen benußen sollte. Schön in Halbleinen gebunden 1800 M. BuchhandlungBorwärts Berlin SW.68, Lindenstr.2 1800, Dieser Nachtrag tritt mit dem 1. Januar 1923 in Kraft. Zehlendorf, den 23. Dezember 1922. Der Borffand der Allgemeinen Ortstranfenfasse für Zehlendorf und Umgegend. gez. G. Heŋmeier. gez A. Fischer. Genehmigt nach erfolgter Suftimmung. Charlottenburg, den 28. Dezbr. 1922. Oberversicherungsamt Berlin. ( Siegel) gez. v. Gostkowski. Ausfertigung B. K. II. 686/22. Vorstehenden Nachtrag bringen wir hiermit zur Kenntnis. Mittwoch, den 3. Januar: Bon dem gesammelten Geld zur Unterstilgung der Erwerbslosen ist noch ein weiterer Betrag zu verteilen. Für die Verteilung gelten folgende Richtlinien: Bezirks- Vertrauensmännerkonferenzen interitügung erhalten alle Kolleginnen in folgenden Lokalen: und Kollegen, die 6 Wochen Mitglied find, für diese Beit ihre Beiträge entrichtet 1. Bezirk: Tasche, Beißenfee, Berliner haben und in der Woche vom 25. Dezember Allee 251, nachmittags 4 Uhr. 1922 bis 6. Januar 1923 arbeitslos odec 2. Bezirk: Comenius- Säle, O 34, ausgesteuert trant oder Invalide sind Memeler Straße 67, nachm. 4½ Uhr. 3. Bezirk: Sollmann, Rigaer Str. 67, mit den Anfangsbuchstaben nachmittags 5 Uhr. Die Auszahlung erfolgt für Mitglieder A- H am 10. Januar 1923 jeweils port 11. 12. N H 9 bis 2 Uhr 4. Bezirk: Bähr. Stralauer Allee 47, J- R nachmittags 4 Uhr. S- Z 5. und 7. Bezirk: Reichenberger Hof, in Verbandshaus"( großer Saal), LinienReichenberger Straße 147, nachin. 5 Uhr straße 83-85, parterre. 6. Bezirk: Rindl- Branerei, Neukölln, Ausweise über Erwerbslosigkeit und bei Hermann, Ecke Jägerstraße, nachm. 5 Uhr. Invaliden über Erwerbsunfähigkeit nebit 8. Bezirk: Gewertschaftshaus, Engel- Mitgliedsbuch find bei der Kontrolle vorufer 24/25, nachmittags 5 Uhr. zulegen. 8a Bezirk: Race, Wasserterstraße 71, Mitglieder, die infolge von Erwerbss nachmittags 5 Uhr. unfähigteit in Heilanstalten, Siechenhäusern 9. Bezirk: Oberrealschule, Niederwall- oder Armenanstalten untergebracht sind, straße 12, nachmittags 5 Uhr. haben eine Bescheinigung über den Auf10. Bezirk: Graphisches Bereins- enthalt in diesen Anstalten, ebenfalls mit haus, Alegandrinenstr. 44, nachm 4Uhr. Mitgliedsbuch, vorzuweisen. 11. Bezirk: Rosenthal, Schöneberg, Ohne genügenden Ausweis erfolgt teine Ebersstr. 66, nachmittags 5 Uhr. Auszahlung. 12. Bezirk: Gymnasium Steglitz, Die Ortsverwaltung macht ausdrücklich Steglig, Seefeftr. 15, nachmittags 5 Uhr darauf aufmerksam, daß die festgelegten 13. Bezirk: Genst Jacob, Charlotten- Termine innegehalten werden müffen, um burg, Bismarckstraße, Ecke Sesenheimer eine genaue Uebersicht über die Zahl der Straße, nachmittags 4 Uhr. zu unterstützenden Mitglieder zu haben; 14. Bezirk: Schulaula, Rostocker Str. 32, nach diefer Baht richtet sich auch die Höhe nachmittags 4 Uhr. der Unterstügung. 15. Bezirk: Berbandshaus( Gigungs- Nachzügler fönnen keineswegs mehr faal), Linienste. 83-85, abends 7 Uhr. berücksichtigt werden. 137/13 Die Ortsverwaltung. to Freien St, ose do tape to S Damen- u. Herren- Stoffe Punsch Extrafte Mitglieder, deren Grundlohn die bisher bei der Kaffe vorgeschriebene Söchstgrenze übersteigt, haben auf die ihrem neuen Grundlohn entsprechenden höheren Rassenleistungen erst vom 43. Tage nach Jntrafttreten der Aenderung, also vom Ver12. Februar 1923 ab, Anspruch. ficherungsfälle, die bei Jnkrafttreten dieser Borschrift bereits eingetreten sind, werden hiervon nicht berührt. Abdrucke der Sagungsänderung und Beitragstabellen find im Kaffenlotal erhältlich. Zehlendorf, den 29 Dezember 1922 Der Borstand der Allgemeinen Ortstrantentaffe für Zehlendorf und Umgegend. G. Heym eier. Stoffe äußerst bewährte tragfähige Friedensqualitäten ( für Maßanfertigung) in anerkannter Preiswürdigkeit offeriert Tuchlager Preuss, Gr.Frankfurter Str.75 nahe Aleganderplag. Lieferant der Beamtenverbände. 175/8 aller Art in großer Auswahl. Aleider- u. Futter- Seiden schwarz und farbig. Du Gelegenheitskäufe in mod. Mäntein, kostümen, Kleidern u. Röden. 1-3 gefchloff. Paul Karle 0.34, Warschauer Straße 79. in befann ter Güte. Rum fräftige Qualität. zu noch billigen Preisen zu haben bei Dito Reichel, Berlin, Eisenbahnstr. 4 Kapitän- Kautabak ift im Geschmack unübertroffen; in Zigarrenhandlungen erhältlich. C. 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