Abendausgabe Dienstag 2. Januar 1923 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- breffe: Sozialbemofrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 22 Mark Nr. 1 40. Jahrgang Ausgabe Nr. 1 Berlag und Angeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Deutsch- französischer Friedenspakt? oralenEin deutscher Vorschlag an Frankreich. In der Hamburger Handelstammer, die von alters her! Wir brauchen bestimmte Größen für die Gegenwarts- und Zu den Namen eines Ehrbaren Kaufmanns" führt, hat Reichs- funftsb rechnung unserer nationalen Wirtschaft. So sind wir fanzler Cuno am Silvestertag die angekündigte Rede ge- entschloffen, eine feste erste Summe auf uns zu nehmen. halten, von der man nähere Aufschlüsse über die Vor- Wir sind bereit, diese feste Summe in Anleihen durch Vermittlung schläge der deutschen Regierung für die heute be- eines internationalen Finanzfonfortiums aufzubringen und, soweit ginnende Pariser Konferenz erwartete. Die Rede brachte dies im Anleihewege nicht gelingt, Zins und Tilgungsquote zu befolcher Zwangsmaßnahmen und die ernsten Gefahren, die in ihnen jedoch in dieser Beziehung für den, der die bisherigen Veröffentlichungen verfolgt hat, nichts leberraschendes und wenig Neues. Um so sensationeller wirkt eine Mitteilung, die der Reichskanzler über einen besonderen Vorschlag der deutschen Regierung machte, der das Ziel verfolgt, die Sicherheit Des Friedens zwischen Deutschland und Frankreich für ein Menschenalter zu gewähr leisten. Deutschland hatte durch Bermittlung einer dritten Macht feine Bereitschaft ausgesprochen, mit Frankreich einen Bertrag zu schließen, wonach sich die beteiligten Mächte verpflichten sollten, in den nächsten Jahren ohne vorherige Bolts= abstimmung feinen Krieg gegeneinander zu führen. Frankreich hat nach Cunos Mitteilung diesen Vorschlag abgelehnt. dem solche Pfänder heischt, hat nicht wirtschaftliche, sondern poli. tische Ziele im Auge. Wer sie nimmt, begeht Vertragsbruch und Gewalt. Die Berwirklichung der politischen Pfänderpolitik be. deutet den Tod aller wirtschaftlichen Reparation.( Lebh. Beifall.) Aber nicht wir allein, auch andere erkennen die Erfolglosigkeit solcher 3wangsmaßnahmen und die ernsten Gefahren, die in ihnen liegen. Staatssekretär Hughes hat in seiner Newhavener Rede zahlen. Da die deutsche Wirtschaft, zerrüttet, zermürbt und verarmt, die unlösbaren Zusammenhänge beleuchtet, durch die das Schicksal für die nächsten Jahre unbedingt der Ruhe bedarf, foll der Betrag, Europas mit dem Problem der Reparationen verflochten ist. Die aus dem Ertrag der Anleihe selbst gedeckt werden, um der deutschen nahe mit unserer Auffassung und wir wünschen ihnen aufrichtig der für den Dienst der Anleihe in den ersten Jahren erforderlich ist, Gedankengänge des amerikanischen Staatsmannes berühren sich Wirtschaft eine Zeit der Erholung und Gesundung zu gönnen. Damit der hiervon erhoffte Aufschwung unserer wirtschaftlichen Kraft ernstefte Beachtung. Sie werden den Eindrud gewonnen haben, daß wir getan der Gegenfeite zu gute fommt, machen wir uns anheischig, für haben, was immer in unserer Kraft steht, um den materiellen Aneine weitere Reihe von Jahren bis zu begrenzter Höhe durch Versprüchen der anderen Seite Rechnung zu tragen. Aber wir haben mittlung des gleichen Konsortiums weitere Anleihen aufzulegen, uns gesagt, ob nicht besonders um unserer bedrängten Boltswenn und soweit das Konsortium dies für möglich hält. So würde genossen am Rhein willen und zur Beschleunigung ihrer Befreiung die Grundlage dafür geschaffen werden, daß die aufeinander ange von der Besetzung noch mehr geschehen sollte. Deutschlands, zu langfristigem Ausgleich ihrer Interessen mit dem gebiete auch mit der Besorgnis vor friegerischen Absichten wiesenen Industrien Europas, namentlich die Frankreichs und In Frankreich wird die Notwendigkeit der Besetzung der RheinDeutschlands begründet. Diese Besorgnis ist irrig. Endziel höchstmöglicher Produktivität zusammenarbeiten; zu einer solchen Kooperation find die deutschen WirtUm den Beweis hierfür zu liefern, haben jahaftstreife bereit. Es ist auf Grund der dürftigen Mitteilungen des Reichs- Bon diesem Weg aus, der uns zunächst aus dem Sumpfboden der gegenwärtigen Wirtschaft auf zwar steinigen, aber festen Boden fanglers nicht möglich, zu einem abschließenden kritischen Ur- führen wird, können und werden wir mit aller Kraft daran gehen, teil über das Verhalten der deutschen und der französischen die Mark wieder zu einem festen Wertmesser zu machen und das Regierung in dieser Angelegenheit zu gelangen. Es ist mög- Budget wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dann wird Sparen lich, daß man in Frankreich sagt, in einer Boltsabstimmung wieder Sinn haben, Fleiß und taufmännische Berechnung wieder zu liege feine Garantie für die Erhaltung des Friedens, da sie Ehren kommen, der Ertrag der Arbeit eines Landes fann wieder ja auch zugunsten des Krieges ausfallen tönne. Es ist mög- festgehalten, kurz, unsere Wirtschaft wieder innerlich gefund und lich, daß man ferner einwendet, ein solcher Vertrag sei prak- ittlich werden. Wir nehmen die schwere Berantwortung einer solchen tisch nicht ausführbar, da im Fall einer wirklichen oder ver Löfung vor allem aber deshalb auf uns, weil am Ende des Weges, den wir gehen wollen, die Freiheit des deutschen Boltes steht. meintlichen äußeren Bedrohung eine Bolfsabftimmung gar nicht mehr in Gang gebracht werden könne. Aber folche Be- tium jebe vernünftige Eicherheit einzuräumen; ihre BeDie Reichsregierung wird in der Lage sein, dem Anleihefonfordenfen könnten allenfalls nur zu der Anregung führen, die Stimmung ist Sache der Berhandlungen. Zur Mitwirkung hierbei deutschen Borschläge abzu ändern, nicht aber zu ihrer Ab- und insbesondere zu Verhandlungen wegen einer zu übernehmenweisung gleich von vornherein. den Garantie ist die deutsche Wirtschaft bereit. Das wichtigste an dem deutschen Vorschlag scheint uns das zu sein, daß eine am Rhein nicht interessierte Großmacht" das heißt Amerita das Amt eines Bertrauensmannes zwischen den Mächten zur Wahrung des Vertrages übernehmen soll und, wie es scheint, auch zu übernehmen bereit wäre. Dieser gute Wille Amerikas, zur Herstellung eines gesicherten Friedens in Europa entscheidende Hilfe zu leisten, muß, wenn er wirklich vorhanden ist, in der politischen Gesamtentwicklung der nächsten Zeit eine bedeut fame Rolle spielen. In der Stärke des Staates, in der Kraft der Wirtschaft im Staate und ihrem Willen zum Staate liegt die wertvollste Bürgschaft für die Einlösung der Unterschrift, die die Reichsregierung geben will. wir die französische Regierung durch Vermittlung einer driffen Macht wiffen lassen, daß Deutschland bereit ist, gemeinsam mit Frankreich und den anderen am Rheine intereffierten Großmächten sich gegenseitig zu freuen Händen einer am Rhein nicht interessierten Großmacht für ein Menschenalter, also ein mehrfaches der im Bertrag von Bersailles vorgesehenen Besetzungsfrist, fcierlich zu verpflichten, ohne be= fondere Ermächtigung durch Volls abstimmung gegeneinander einen Krieg zu führen. Eine solche Verpflichtung würde alle beteiligten Bölfer statt auf Krieg auf Frieden einstellen und die denkbar sicherste Friedensgarantie bieten. Zu meinem Bedauern muß ich mitteilen, daß Frankreich dieses Anerbieten abgelehnt haf. Bir glauben nicht besser als auf dem von uns betretenen Wege an der Erreichung dieses hohen Zieles mitarbeiten zu können. Daß das neue Jahr uns hierzu verhelfen wird, bleibt unsere Hoffnung. Aber nicht mit einem Wort der Hoffnung möchte ich schlichen, fondern mit einem Worte des Entschlusses, zu dem mir uns Dor aller Welt bekennen: Wir alle im deutschen Bolle wollen uns, Wir werden gleichzeitig unserer Mirtschaft, um sie für die unge- wenn unsere Hoffnung wahr wird, in starter Opfer- und Arbeitsheuren Basten tragfähig zu machen, die freie Bewegung gemeinschaft, wenn aber neue Enttäuschungen kommen, in dem gleic ihrer Kräfte nach Möglichkeit geben und werden in der staat starten Willen zusammenfinden, uns durch nichts, aber auch gar lichen Gesetzgebung und Verwaltung viel mehr als bisher das Ziel nichts trennen zu lassen und weiter in Einigkeit und Recht um des höchsten Leistungsarades der Wirtschaftsfraft voranstellen müssen. Die Freiheit des Boltes und Vaterlandes zu ringen.( Stürmischer Diese endgültige Lösung verlangt die Vereinigung aller Kräfte. Beifall.) Aber dann ist auch notwendig, daß alle Kräfte nur auf diesen Die Ablehnung des Friedenspakts. Auf alle Fälle steht fest: die deutsche Regierung ist bereit, Wirtschaftsplan der Reparation vereinigt werden, ohne Rebenlasten Paris, 2. Januar.( DA.) Die Hamburger Rede des Reichs. den Frieden mit Frankreich durch besondere Abkommen zu und Nebenleistungen. Das ist die Voraussetzung für die praktische fanglers hat hier einen menig günstigen Eindruck gemacht. Ins fichern, und sie findet in diesem Bestreben bei anderen Mäch- Ausführbarkeit des Borschlags. Darum muß die endgültige Lösung besondere hält man es für politisch unflug, Berhandlungen damit alles, was neben der Reparation auf Deutschland an sonstigen einzuleiten, daß man den wichtigsten Verhandlungsgegner vorher fen, zum mindesten bei Amerika, Unterstügung. Gefallen der Lasten aus dem Bertrage liegt, in fich aufnehmen, abgelten nd er angreift und versucht, ihn in den Augen seiner Freunde zu bistredi französischen Regierung diese Sicherungen nicht, so hat sie die fedigen. Sie muß dem deutschen Bolte die wirtschaftspolitische Frei- tieren. Man hegt hier taum Zweifel daran, daß dieser Schritt Dr. Bflicht, nunmehr zu sagen, welche Borstellungen sie von fol- heit und Gleichberechtigung wiedergeben. Eie muß den Cunos die Verständigung nicht erleichtert hat, zumal auch einfichtige chen Sicherungen hat, nur freilich müssen es vertragsAbbau der Befehung der deutschen Lande am Rhein Franzosen der Ansicht sind, daß es fich hier um einen Versuch handelt, mäßige Sicherungen sein und nicht gewaltsame, nur auf der bringen, wie aus tiefempfundenen seelischen und sittlichen Gründen, 3wietracht zwischen Amerita und England einerseits und Frankrei militärischen Ueberlegenheit eines Teiles beruhende. Oder ist so schon deshalb, damit sich täglich mehrende unproduktive Lasten andererseits zu fäen. Was die Ablehnung des Kriegs. die französische Regierung bereits auf dem Standpunkt der und alle die Hemmungen, die auf unserer deutschen Wirtschaft dort Schuhpattes anbelangt, so wird von maßgebenden franzöfifchen taiserlich- deutschen Regierung angelangt, die sich zu allen ver- liegen, endlich verschwinden. Düsseldorf, Duisburg und Stellen darauf hingewiesen, daß eine Annahme eines solchen Battes tragsmäßigen und international- organisatorischen Friedens- Ruhrort müssen geräumt werden. Die endgültige fchon technisch unmöglich war, weil Frankreich durch seine milificherungen ablehnend verhielt in der Meinung, die einzige Lösung muß die Absage sein an jede Politik von Sanktionen und tärischen Verträge mit Polen und der Tschecho= flomatei gebunden hat. Deutschland habe nur das Angebot richtige Friedensgarantie sei die gepanzerte Faust? Retorfionen, von Zwangs- und Gewaltmaßnahmen. Man tann sich zum Vorschlag der deutschen Regierung Ist es doch kein Verzicht auf Rechte, die der Vertrag von Ver- gemacht, nicht Frankreich anzugreifen, von Polen und der Tschechowie immer stellen, feinen Grundgedanken, den Frieden zwi failles der Gegenfeite gibt, wenn anerkannt wird, daß feine Belomatei fei aber in dem Angebot teine Rede gemejen, und Frankstimmung des Vertrags den Zugriff auf deutsches Privatver. reich, das durch seine Verträge mit diefen beiden Staaten gebunden schen Frankreich und Deutschland durch besondere Abmachun- mögen, auch nicht den Zugriff auf ta at svermögen freigibt und fei, fönne fich nicht verpflichten, im Falle eines Konfliktes diese beiden gen auf lange Zeit hinaus zu sichern, wird man nicht preis- feine Versäumnis Deutschlands die Vertragsgegner zu militäri- Länder im Stich zu laffen. Frankreich feien die Hände gebunden, geben dürfen. Es wird die Aufgabe der französischen schen Maßnahmen berechtigt. und deshalb sei der Vertrag unannehmbar gewesen. und der deutschen Sozialisten fein, ihm feftere Ge= Benn Frankreich nicht glatt ablehnen sollte, fonnte cs ja zu= stalt zu geben und ihn zum Siege zu führen. nächst Deutschland fragen, ob es seinen beiden Verbündeten nicht die gleiche Bürgschaft geben wolle! Reichstanzler Cuno hat am Sonntag nachmittag in der Hamburger Börse vor mehreren tausend Personen, die der Einladung des Vereins eines ehrbaren Kaufmanns" gefolgt waren, die angefündigte Rede gehalten. Der Kanzler sprach über die bekannten Gutachten des Bantierfomitees in Paris und der internationalen Sachverständigen in Berlin, fowie über die deutsche Reparationsnote Dom 13. November und machte dann umfangreiche Ausführungen, tenen wir nur einige Punkte entnehmen tönnen: Crfenntnis bestärft: Das ist in den Umrissen die fachliche Lösung des großen Problems, die wir für möglich halten und für die wir die Kraft unserer Wirtschaft einsehen wollen, In London tam es nicht zu Verhandlungen zwischen Alliierten und Deutschland. Nur in Verhandlungen aber, nur in offener Aussprache von Mann zu Mann fann die Lösung gefunden werden. Das Ein französisches Dementi. Paris, 2. Januar.( WTB.) Der Reichstanzler Cuno hat in einer Rede erklärt, daß Deutschland durch eine dritte Macht, Frank. reich angeboten habe, eine gegenseitige Verpflichtung zu unterSchidjal unserer bisherigen Vorschläge hält uns ab, schon zeichnen, während eines Menschenalters ohne durch eine Abstimmung heute ohne Aussicht auf Verhandlungen unsere neuen Borjchläge der an der Rheinzone interessierten Mächte dazu ermächtigt zu sein, der Gegenseite in allen Einzelheiten zu unterbreiten. einen Krieg zu führen. Frankreich habe abgelehnt. Der diplomatische Dagegen haben wir sie ersucht, einem Bertreter der Reichsregierung Mitarbeiter der Agence Havas glaubt zu wissen, daß die dritte Neue Erörterungen und neue Untersuchungen haben uns in der Gelegenheit zu geben, der Bariser Konferenz unseren Vorschlag Macht, um die es sich handelt, Amerika gewesen sei. Er fährt schriftlich vorzulegen und mündlich zu erläutern. Hoffen wir, Deutschland braucht, um leisten zu Bönnen, internationale An- daß die von uns gewünschte sachliche Aussprache nicht durch Ent: fort: Der deutsche Botschafter in Washington hatte auch Hughes eine leihen, aber Deutschland hat nur dann Aussicht auf solche Anleihen, land, sondern über ganz Europa unabsehbares Unheil bringen wür- Charakter eines fest durchgearbeiteten Bertrages trug, so glaubte das schlüsse der Gegenseite vereitelt wird, die nicht nur über Deutsch- Anregung dieser Art überreicht. Aber da diese Anregung nicht ben wenn seine Leistungspflicht endgültig fargestellt ist. Das erneut den. Für eine Pfänderpolitik ist kein Raum. Wer trotz- Staatsdepartement, daß es ihn nicht nach Baris weiterleiten solle. gewonnene Bild von dem noch verbliebenen Reste unsere LeistungsFrankreich konnte also auch nicht ablehnen. Es muß im übrigen fähigkeit ist trübe. Die Reparationsfommission selbst hat am 31. August 1922 einstimmig die deutsche Zahlungsunfähigkeit anerdaran erinnert werden, daß der Bersailler Vertrag vorsieht, daß im Falle eines Streites ein vollständiges Verfahren zur friedlichen Regefannt. Der schwerste und unglüdlichste Krieg der neueren Geschichte hat uns wertvollste Bestandteile nationalen Gebietes und Volfsverlung vor dem Völkerbund zu erfolgen habe. Dieses Verfahren bietet mögens genommen; feine Folgen haben eine tiefgreifende Zerrüttung Die Rede des Reichstanzlers Cuno in Hamburg hat nach An- mindestens die Sicherheiten, wie die von Deutschland angeregten unferer Wirtschaft über uns gebracht; schlimmer noch als dies: der ficht der Börse feinerlei Klärung gebracht. Es verstärkte Verpflichtungen zur Berhütung eines Angriffes. Bertrag von Versailles hot Deutschland von der wirtschaftspolitischen sich vielmehr die allgemeine Zurückhaltung. Man erwartet sowohl Zu diesem Dementi erfahren die PP. von zuständiger Stelle, Gleichberechtigung der Handelsvöller ausgeschlossen, seiner für den Devisen- wie für den Effektenmarkt für den neuen Monat daß der deutsche Vorschlag Frankreich durch die dritte macht in Wirtschaft den festen Boden entzogen, unsere Währung zerrüttet lebhafte Schwankungen. Das Geschäft im heutigen Devisenverkehr offizieller Form überreicht wurde und von Frankreich und unseren Wirtschaftlern die Möglichkeit Karer Dispofitionen ge- war minimal. Der Dollar, der vormittags bis 7400 gehandelt ans formellen verfassungsrechtlichen Gründen ebenso offiziell abgelehnt worden ist. nommen. Keinerlei Klärung. Der Dollar bleibt auf dem, alten Stande. wurde, stellte sich an der Börse auf auf 7200. Beginn der Pariser Konferenz. Paris, 2. Januar.( WIB.) Da heute vormittag im Elisée Ministerrat stattfindet, in dessen Verlauf das französische Reparationsprogramm endgültig festgesetzt wird, wird die interalfilerte Konferenz heute nachmittag 2 Uhr am Quai d'Orsay unter bem Borfig Poincarés beginnen. Paris, 2. Januar.( WIB.) Der deutsche Botschafter Dr. Maner bat im Namen der deutschen Regierung am Quai d'Orfan vorges prochen, um die franzöfifche Regierung offiziell zu ersuchen, dem morgen vormittag hier einireffenden Staatssekretär a. D. Bergmann Gelegenheit zu geben, den neuen deutschen Repara tionsplan der Konferenz der Alliierten zu unterbreiten und vor ihr mündlich zu erläutern. Brüssel, 1. Januar.( Agence Belge.) Der deutsche Gesandte Candsberg suchte den Minister des Aeußeren auf, um der belgischen Regierung mitzuteilen, daß die deutsche Regierung einen Reparationsplan in voller Uebereinstimmung mit den Vertretern von Handel, Industrie und Finanz Deutschlands ausgearbeitet hat. Die deutsche Regierung würde bereit sein, Geldgebern alle ernsthaften Garantien zu geben, und sie ersucht darum, daß Staatssekretär Dr. Bergmann ermächtigt wird, diejen Plan auf der Pariser Konferenz auseinanderzusetzen und zu erklären. Paris, 2. Januar.( EB.) Dem ,, Matin" zufolge soll es wenig wahr. scheinlich sein, daß Dr. Bergmann erlaubt werde, den Plan der deutschen Regierung den alliierten Delegierten mündlich vorzutragen. Man erklärt, daß die deutschen Vorschläge genügend flar und bestimmt sein müßten, um feiner Erläuterung zu bedürfen. Amerikanische Vermittlung. London, 2. Januar.( WTB.) Der Pariser Berichterstatter des Daily Mail" ist zu der Mitteilung ermächtigt worden, daß die britische Regierung ihre warme Billigung der durch Staatsfekretär Hughes gemachten Borschläge zum Ausdrud gebracht hat, und daß der Schaktanzler Baldwin bereits ermächtigt wurde, bei der Erörterung darüber im Namen der britischen Regierung zu handeln. Bonar Law würde bereit sein, die Reparationsfrage einer derartigen Konferenz zu überweisen, wenn es sich als unmöglich herausstellen sollte, in Paris eine Vereinbarung zu erzielen. Dem Berichterstatter zufolge wird Großbritannien, falls sich Frankreich zu einer unabhängigen Aftion entschließen sollte, ohne formellen Protest fich abfeits ftellen. Paris, 2. Januar.( EE.) Der New York Herald" melbet aus Washington, in Kreisen der amerikanischen Regierung ist man von der schlechten Aufnahme der Rede des Staatssekretärs Hughes in Baris feineswegs überrascht und beunruhigt. Die amerikanische Regierung war auf eine Ablehnung ihrer Vorschläge gefaßt, die fich von allen politischen Erwägungen und Einflüffen voltommen freizumachen wußte. Man begreift die Ablehnung Frankreichs in fofern nicht ganz ,, als man sich offenbar in Frankreich nicht darüber flar ist, daß es Amerika nicht darum zu tun ist, Deutschland zu be günftigen. Auch Amerika wünscht, daß Frankreich von Deutschland bezahlt werde. Vor Abschluß der Pariser Beratungen werde die amerikanische Regierung feine neuen Schritte unternehmen. Falls in Paris ein Einvernehmen nicht zustande fommen sollte, würde wahrscheinlich auch England den amerikanischen Standpunkt annehmen und den Präsidenten Harding bitten, eine internationale Konferenz zur Lösung des Reparationsproblems einzuberufen. Deutschnationaler Kummer. die gefeßlichen Befugnisse und setzt sich in Widerspruch mit dem Recht, welches dem Kreistage über diese Räumlichkeiten zusteht. In einem seiner langen, aber inhaltleeren Wochenberichte Unter dem Zwange der Verhältnisse lassen wir diese Maßnahme über für die Kreuzzeitung" gibt Graf e starp dem größten uns ergehen, in der unerschütterlichen Zuversicht, daß die einstige Kummer der Deutschnationalen darüber Ausdrud, daß noch Gesundung unseres unglücklichen Vaterlandes auch in diesem Hauſe immer nicht die übrigen bürgerlichen Parteien zu feiner wieder Blab für Raiferbilder schaffen wird. Ueberzeugung gelangt seien. Diese Ueberzeugung besteht in Die unerschütterliche Zuversicht" des Kammerherrn wird freis der dauernden Wiederholung des Cato- Sages: Die SD- lich doch wohl zuschanden werden. Solche Erklärungen zeigen nur, 8ialdemokratie muß ausgeschaltet und verdaß die Ministerialverfügung die Junter an einer empfindlichen Stelle trifft. nichtet werden! Denkmalsattentate. Der größte Fehler, den die bürgerlichen Parteien gemacht haben, ist nach Westarps Meinung der, daß sie dem sozialdemokratischen Herrn Ebert den Präsidentensiz noch Halle, 2. Januar.( WTB.) Heute nacht versuchten junge Burschen, auf Jahre" gesichert haben. ,, Noch verhängnisvoller" beren man noch nicht habhaft werden konnte, das aus einem Reiteraber erscheint ihm die Tatsache, daß die Deutsche Volkspartei standbild Kaiser Wilhelms I., einer Standfigur Molttes und Bisin Preußen noch immer an der großen Koalition festhält mards sowie einer Siegfried- und Rheintöchtergruppe bestehende und so den Herren Braun und Severing ihre sozial große Dentmal in die Luft zu sprengen. Die Moltkefigur samt Gewaltherrschaft demokratische ermöglicht, Sodel stürzte in das Beden hinab. Ein Wächter, der die Zündschnur während die Herren von Richter und Boelig im preußischen im letzten Augenblid entdeckt und abzureißen versucht hatte, wurde Staatsministerium in bedeutungsloser Rolle einen voltspartei- beiseite geschleudert und verlegt. In dem gegenüberliegenden Banklichen Grundsatz nach dem anderen preisgeben müssen." hause wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Auf die unweit Selbst die Deutsche Boltspartei trotzdem sie mit inni davon in der Nähe der Hauptpost stehende Siegessäule wurde gleichgen Freunden der Deutschnationalen stark durchsetzt ist falls ein Anschlag versucht, die Verbrecherbande wurde aber im letzten dürfte aus dieser aufdringlichen Schulmeisterei Bestarps ent- Augenblid durch eine Schupoftreife verscheucht. Ein weiteres nehmen, daß der größte Kummer der Deutschnationalen in Bombenattentat versuchten Unbekannte gegen die abseits an der ganz anderer Richtung begründet liegt. Nämlich, daß sie nicht Saale gelegene Billa des Bankiers Lehmann, die jedoch nur an einer selbst wieder in der Regierung fizen und von sich aus der Fassade beschädigt wurde. Die Schutzpolizei übernahm sofort die Deutschen Boltspartei die bedeutungslose Rolle aufdrängen Bewachung. fönnen, die früher nationalliberale Minister Wilhelms zu fpielen genötigt waren. Bestarp will natürlich immer noch die Monarchie wieder haben. Indessen muß er doch be= fennen, daß im letzten Jahre manche Ereignisse und Sweifel persönlicher Art der Förderung mon archift if cher Empfindungen bei den Massen nicht uträglich gewefen" feien! Das heißt mit anderen Borfen: Die Regierungsunfähigkeit Wilhelms und seine Desertion nach Holland haben dem monarchischen Gedanken nicht soviel geschabet, als seine Wiederverheiratung! Die Unterrodspolitik, die im alten Breußen eine so ungeheure Geltung hatte, macht sich also jezt sogar in der Deutschnationalen Partei geltend. Auch ein Zeichen von der geistigen Berarmung der Monarchisten, dieses Ueberbleibsels aus einer traurigen Vergangenheit. Ein Troft nur ist dem Grafen Westarp bei alledem geblieben. Er hofft, daß Festigkeit und Entschloffenheit der Regierung Cuno ihren Bestand sichert und unserer Arbeit beffere positivere Erfolge verspricht als bisher". Aus diesem Stoßfeufzer mag man entnehmen, welches Maß von Vertrauen die Regierung Cuno in deutschnationalen Kreisen genießt. Und das ist auch eine wertvolle mit teilung für das neue Jahr! Ehrhardt unter Anklage des Meineides. Wie den pp. aus Leipzig mitgeteilt wird, ist das gegen den Sapitänleutnant Erhardt schwebende Verfahren ausgedehnt worden auf meineid und Verleifung zum Meineid. Platz für Kaiserbilder. türzlich folgende charakteristische Szene ab: In Dramburg spielte sich bei der Eröffnung des Kreistages Die internationale Luftfahrkonvention. Entente Einladung an Deutschland zum Beitritt. Die deutsche Regierung hat die von der Botschaftertonferenz era laffene Einladung zum Beitritt zur Internationalen Luftfahrtonvention dahin beantwortet, sie müsse den Beitritt davon abhängig machen, daß Deutschland auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung behandelt werde. Die Botschafterkonferenz hat darauf die erbetenen Auskünfte der Reichsregierung unverzüglich in Aussicht gestellt; die Antwort sagt aber weiter:„ Die Konferenz hat Kenntnis davon ge nommen, daß die deutsche Regierung grundsäglich gern bereit wäre, der Konvention beizutreten; bis der Eintritt vollzogen ist, werden die alliierten Regierungen fortfahren, ihre Luftverkehrslinien in Deutschland verkehren zu lassen". In einer offiziöfen Anmerkung dazu weist MTB. darauf hin, daß nach dem Versailler Artifel 320 vom 1. Januar 1923 ab alle bisherigen Borrechte der zivilen Luftfahrzeuge der alliierten Mächte in Deutschland, worunter besonders das freie Einflug, Durchgangsund Landungsrecht innerhalb des deutschen Hoheitsgebiets zu verstehen ist, fortfallen, sofern Deutschland nicht zu einem früheren Beitpunkt in den Bölferbund aufgenommen ist oder von den a. und a. Mächten die Zustimmung zum Beitritt zu dem von ihnen abgeschloffenen Uebereinkommen über die Luftfahrt erhalten hat. Der Einflug ber alliierten Zivilflugzeuge sei daher von dem genannten Zeitpunkt ab von einer besonderen Genehmigung der deutschen Regierung abhängig. Protest der rheinischen Gewerkschaften. Köln, 2. Januar.( WTB.) Die Gewerkschaften aller Richtungen des Regierungsbezirks Koblenz haben in Koblenz Kundgebungen veranstaltet, in denen sie den schärfften Einspruch gegen jede fonderbündlerische Bestrebung und gegen jede franzöfifche Sonderpolifit erhoben haben. Die Rheinlandtommission hat die Entfernung von Seitungs anschlägen befohlen, die Teile der Ausführungen Lloyd Georges gegen die französischen Imperialisten enthielten, weil damit die öffentliche Ordnung gestört und versucht werde, die Alliierten in Gegensatz zueinander zu bringen. Aufruf der französischen Sozialisten. Die franzöfifchen Sozialisten etlaffen einen Aufruf, in dem es heißt: Nachdem Landrat Dr. Ehlert die Sigung eröffnet hatte, erhob Alles läßt vorausahnen, daß die franzöfifche Regierung dem sich vor Eintritt in die Tagesordnung der erste Kreisdeputierte, Obersten Rat unter der Bezeichnung Pfänder und Garantien vor- ammerherr v. Griesheim, Schloß Faltenburg, zu folgen schlagen wird, die Hand auf das Industriebecken an der Ruhr zu den Worten: Ich glaube im Sinne aller der zu handeln, die mich legen und eine verstärkte Besetzung auf dem linken Rheinufer herbei- durch ihren Stimmzettel mit dem Amt des ersten Kreisdeputierten zuführen. Es ist zu befürchten, daß die französische Regierung, wenn beehrt haben, wenn ich hiermit vor dem Kreistag folgende Erklärung fie teine Einigung mit ihren Allilerten erzielt, entschloffen ist, die abgebe: Die Entfernung des Bildes Kaiser Wilhelm II. aus diesem Das neue Mieterschuhgefeh soll nach dem Wunsche der Reichs+ schon jetzt vorbereiteten Sanffionen allein durchzuführen. Getreu Saale widerspricht dem vaterländischen Empfinden bes bei weitem regierung fo bald als möglich verabschiedet werden. Der Gesezder Verpflichtung, die wir auf dem welttongreß im Haag größten Teiles der Bevölkerung unseres heimatlichen Dramburger entwurf ist im Wohnungsausschuß des Reichstags bereits zu einem übernommen haben, erklären wir, diefer Politik der Brutalität und reifes. Mit dankbarem Stolz erfüllt es alle, die hier aus- und erheblichen Teile durchberaten; die Verhandlungen werden in der übernommen haben, erklären wir, diefer Politit der Brutalität und eingingen, als Seine Majestät dieses sein Bild nach Einweihung des zweiten Woche des Januar fortgesetzt. der Abenteuer den entrüsteten Protest der Arbeiter entneuen Kreishauses dem Kreise zum Geschent machte. Die Berfügung Eine Zusammenstellung der Rechtsprechung des Staatsgerichtsgegenzustellen. Die beiden Organisationen fordern einen Schieds- des Ministers des Innern, welche die Entfernung der Kaiserbilder hofes zum Schuße der Republik in Verwaltungsfachen ist dem Reichsspruch durch den Völkerbund. auch aus Räumlichkeiten kommunalen Besizes anordnet, überschreitet| tag zur Kenntnisnahme zugegangen. November- Reaktionäre. Bon Friz Müller, Chemnitz. Hoffentlich macht die Zukunft diesen No- 1 holungen, namentlich bei dem Lied von Dirndlfleid, das die famose vember Reaktionären durch ihre voltsstaatfein d- Grete Ln, die die Rolle einer spanischen Tänzerin spielte, voll urliche Rechnung einen recht biden Strich! Premieren am Kurfürstendamm. 17 wüchsiger Drolligkeit und Temperament vortrug. Die übrigen Darsteller zeigten zeitweilig das Bestreben, Temperament durch Beweglichkeit zu ersetzen, so daß man mitunter den Eindruck gymnastischer der Herrnfeld- Manieren durch Alfred Läutner, der die Rolle eines llebungen auf der Bühne hatte. Auch die allzu starte Hervorkehrung jüdischen Reklameagenten spielte, fiel etwas starb auf die Nerven. Weniger wäre hier mehr gewesen. 2. S. Nach der Umwälzung bekannten sich viele Deutsche öffent- fürstendamm" erfreute am Silvesterabend feine elegante Gemeinde Das Theater am Rurlich zur Sozialdemokratie, die es im alten Staate nicht tun fonnten, mit zwei Premieren. Bornehmheit verpflichtet, erlesene Runft hat meil sie sonst sich und ihre Familie ins Unglüd gestürzt hätten. In seinen Boden nicht in der Urwüchsigkeit des Bolles, sondern in der den Röpfen anderer hatten die letzten Kriegsjahre die frühere tonfer- anspruchsvoll parfümierten Atmosphäre des Reichtums. Dafür hat Das erste vative Dunkelheit in freiheitliche Erleuchtung verwandelt. Direttor Robert wieder einmal den Beweis erbracht. Tannenriejen im Schlesischen Gebirge. Kürzlich wurde in OberDiese beiden Gruppen neuer Parteigenossen darf man nicht mit Stüd hieß Die Mary"( sprich Merri). Es hätte ebensogut Else bayern eine Tanne gefällt, die 27 Festmeter Holz gab, und deren Edersberg heißen fönnen. An der Wiege dieser Vier Bilder aus Alter auf 300 Jahre geschäzt wird. Thresgleichen findet man in den zwei anderen Arten von Leuten verwechseln, die nach der Umber guten Gesellschaft", die Siegfried Geyer zusammengestellt hat, deutschen Mittelgebirgen nicht so felten, wie man es vielleicht gerade wälzung ebenfalls zur Sozialdemokrotischen Partei kamen. Bei den standen Wedekind, Sonikler, Shaw und sogar Maeterlind Baten. bei Tannen erwartet. Auch in den schlesisch- böhmischen Grenzgebieten einen hatten die Tagesereignisse wieder einmal ein Strohfeuer ent- Der Berfasser hat alle Bestandteile weggelassen, die Lebenstiefe ver- gibt es prachtvolle alte Tannen von bewundernswerten Ausmaßen. facht. Andere wieder glaubten, man fönne nunmehr in sozialistischer raten fönnten. Dafür plätscherten Plattheiten munter dahin. Die So wurde im Revier Kunzendorf am Remnißbache im Iser= und republikanischer Gesinnungstüchtigkeit" Karriere machen. Entwicklung der lebenshungrigen und abenteuerdurftigen Mary vom gebirge im Januar 1922 eine Tanne gefällt, die 42 Meter hoch Als sie aber erfannten, daß ihr Glaube ein Aberglaube war, da ver- Backfisch zur( Halb-?) Weltdame wurde mit heißem Intereffe ver- war. Der Stocdurchmesser betrug 1,20 Meter. Außer dem Abfallließen sie die sozialdemokratische Fahne und zogen sich dorthin zu folgt. Den Clou bildete die Szene im Maleratelier, wo es Elfe holze ergab sie noch rund 7 Festmeter Nukholz und 13 Raummeter Edersberg( nur mit einem Mantel bekleidet) schwül wurde. Das Brennholz. Zum Fällen dieses Baumriefen mußte eine besonders rüd, wo sie hergekommen waren, ins bürgerliche Lager. funstverständige Bublifum bedauerte lebhaft, daß es schließlich doch lange Säge beschafft werden. Bier Arbeiter brauchten zwei StunDiese beiden legten Arten von November- Sozialisten nicht zur höchsten Kunstentfaltung fam. Man wollte partout den den, ehe der Baumriese, der so manchen Sturm erlebt" hatte, zu verdienen es, daß sie verspottet werden. Man sollte mit ihnen aber Mantel abwerfen. Aber es wurde nichts daraus. Else Eckersberg Fall fam. An mächtigen Tannen reich ist auch das sehr waldige nicht die beiden anderen Gruppen in einen Topf werfen. Von diesen spielte ihre Rolle entzüdend fed und schelmisch. Glazer Gebirge. Eine der stärksten dortigen Tannen, die im neuen Genossen haben die meisten der Partei auch in fritischen Das zweite Stüd, 2 benteuer in Marotto" von Bierre Stadtforst von Reinerz auf dem Ziegenrüden steht, ist 40 Meter Wochen und Monaten die Treue gehalten. Auch verdanken malin, machte uns mit einer anderen Art moderner Kunst be hoch und hat einen Umfang von 350 Zentimetern. In demselben wir manchen von ihnen sehr viel. Darum schütten unsere Gegner fannt. Es war die Kunst, eine 3ote zu einem dreiaftigen Schwant Stadtforst fiel im Januar 1922 die sog.„ Dicke Tanne", die unter auseinanderzuzerren. Ein verführerischer Mann, der nach Jahren dem Hummelberge stand, einem Südweststurm zum Opfer. Ihre gerade über diese Genoffen Rübel des Spottes aus. Am tollsten aus Marotto zurückkehrt, foll baran gehindert werden, eine begehrte Höhe betrug 37 Meter, ihr Umfang am Wurzelfnoten 4,20 meter. führen sich hierbei die Leute auf, die man November Re- Frau zu heiraten. Deshalb erfindet der Nebenbuhler eine Geschichte, aftionäre nennen fann. nach der dieser Mann in Marokko zum Eunuchen gemacht worden Das Grammophon im Schulunterricht. Die Kenntnisse unserer Ich meine nicht die Rückwärtsler, die während der Revolutions- ift. Man vertraut ihm daraufhin unmündige Töchter und Ehefrauen Kinder in der Botanik find dank einer langjährigen anschaulichen tage fich mutig weiterhin zur alten Staatsform bekannten. Ihnen an, und er nüßt die Gelegenheit bis zur förperlichen Erschlaffung Pflege im allgemeinen recht gute. Man möchte ihnen nun auch gern muß auch der schärffte fachliche Gegner dieselbe persönliche aus. Lange vor dem Krieg ist zum Leidwesen der Freunde echter die Tierwelt näher bringen und sie außer mit den Haustieren auch Achtung zollen, die man dem ehrlichen Kämpfer für eine Idee Kunst das Kleine Bigblatt" eingegangen. Direktor Robert ist es mit der Vogelwelt befannt machen, die ja durch ihren Gesang, ihr gelungen, an würdiger Stätte dieser Kunst wieder auf die Beine zu Zwitschern und Tirilieren den Menschen so viel Freude gewähren. entgegenbringt, an die er glaubt. Solche Reaktionäre find freilich helfen. Sonderbarerweise hatte die Theaterleitung nicht volles Ber: Ausgestopfte Bälge, die man hier und da in der Schule hat, beäußerst dünn gefät. Die meisten Stüßen" des alten Systems, die frauen zur guten Sache, denn nach dem zweiten Aft ließ sie im friedigen jedoch nur das Auge; was der Gestalt aber erst wirkliches für den Kaiser sterben zu dürfen immer als ihr höchstes Glüd priesen, Bublifum abstimmen, ob es noch den britten genießen wolle. Es Leben gibt, und was alle die Tierchen weit mehr unterscheidet als steckten während der Novembertage 1918 in Mauselöchern. Nach und wollte. Die Aufführung selbst stand unterm Mittelmaß. Nur Kurt ihre Körper, ist ihre Stimme. Deshalb hat man jetzt die Stimmen nach aber entdeckten sie, wie anständig die Umstürzler sich aufführten. Befpermann ließ durch wurstiges, aber doch flottes Spiel die der verschiedensten Vögel, der einheimischen wie der ausländischen, Man durfte sich nicht bloß ohne Gefahr einen Monarchisten nennen Fabheit vergeffen. E. Der. im Grammophon aufgefangen und hofft durch dieses Mittel sowohl und Mitglied einer Rechtspartei sein, sondern der Rüd märtsler Neues Operetten- Theater. Wenn es noch eines neuen Beweises die Kenntnisse der Kinder bedeutend zu erweitern als auch ihre fonnte es fogar, weil fast der ganze Beamtenapparat derselbe ge- beburit hätte, daß das Berliner Bublifum oder mindestens jener Freude an der Natur zu wecken und zu heben. blieben war, als Beamter im Boltsstaat eher zu etwas bringen, Teil, der in der Lage ist, die Operettentheater zu besuchen als wenn er Republikaner und Sozialist war! Bünstlerischen Leistungen dieser Theater nur sehr geringe Anforde Da verließen die Reaktionäre die Mauselöcher, da sangen fie rungen stellt, fo hätte man diesen Beweis erneut bei der Erstauf wieder die alten Lieber, da schmückten sie sich mit den Abzeichen des führung des musikalischen Schwants heirate deine Frau!" er halten, für den die Herren Philipp Berger und Willy Brager verantfrüheren Systems, da traten sie rechtsgerichteten Bereinigungen bei, wortlich zeichnen. Eine Handlung, so dürftig wie bei allen Durchschnitts. da bekämpften sie den neuen Staat, in dessen Dienste fie ftanden, operetten, und doch lebhafter Beifall des amüsierbedürftigen Bubli mit ben gemeinften Mitteln; furz: sie führten sich wie richtige to tums, das jeden halbwegs erträglichen Wig, jeden musikalischen vember Reaktionäre auf.( Jahrgang 1919, 1920 und 1921.) Schlager" poll guter Zaune begrüßte. Es gab recht häufig wieder " 1 A " an bie Die Wibliothek des Kunstgewerbemuseums, Brinz- Albrecht- Str. 7a, wird vom 2. Januar ab ihren Leieiaal mochentäglich von 9 Uhe früh bis 9 1hr abends öffnen. Die Lipperheidesche Kostümbibliothct ist ebenda täglich von 6 bis 1 1hr zugänglich. Spielplanänderung. Wegen mehrfacher Erhantungen wird in der Staatsoper bente statt.Cosi fan tutte"„ änsel und Gretel" und Die Buppenfee" gegeben. Ju der Volksbühne ist Shakespeares Wintermärchen" mit Friedrich stayßler als Leontes und Helene Fehomer als Hermione in Vorbereitung. Neujahrswünsche der Diplomaten. Ein Mord in der Silvesternacht. Torfelnde, aufgeputzte Gestalten strebten ihren Wohnungen zu. Am besten taten die, die dem neuen Jahre ein Mißtrauensvotum entAm Neujahrstage haben sich die Leiter aller ausländischen diplo- gegenbrachten indem sie auch in dieser Nacht ihrem Bette treu matischen Vertretungen in Berlin beim Reichspräsidenten blieben. Sie hatten ám ersten Tage im neuen Jahre keinen ter eingefunden, um ihm und dem Reich amtliche Glückwünsche auszu- und hatten Geld gespart. sprechen. Der päpstliche Nuntius Pacelli sprach als Doyen des diplomatischen Korps in feiner Begrüßungsrede von dem um fo glühenderen Wunsche nach Frieden, Bruderliebe und Gerechtigkeit". Möchte das neue Jahr die große Menschenfamilie dem Ziele nahebringen, nach dem die Herzen aller Menschen guten Willens streben, und den Bölkern zusammen mit der Lösung der gegenwärtigen Aufgaben jene Befriedigung und Eicherheit bringen, die ein Unterpfand der Ordnung, der Arbeit, des Gedeihens und des Fortschrittes sind." Reichspräsident Ebert versicherte in seiner Antwort, daß die ausgesprochenen Wünsche auch von ihm und dem deutschen Volke geteilt würden. Das deutsche Volk und seine Regierung würden alles tun ,,, damit die immer noch getrennten Völker in wahrem Frieden und in gemeinsamer Arbeit für die der ganzen Welt so notwendige Neugestaltung des wirtschaftlichen und geistigen Zusammenlebens der Nationen wirken." Bei dem Empfang waren alle Botschafter und Gesandten anDer Reichspräsident wechselte mit dem deutsch österreichischen Bundespräsidenten besonders herzliche Glückwunschdepeschen. wefend, auch der französische Botschafter. Neujahrsempfang in Paris. Paris, 2. Januar.( WTB.) Beim Neujahrsempfang des diplo matischen Korps im Elysée fagte der Doyen Monsignore Ceretti 11. a.: Die Geister und die Herzen müssen abrüsten, wenn der Frieden unter den Bölkern wiederkehren soll. Daran muß gearbeitet werden, und wenn man dazu gelangt, dann wird das Uebrige, das wirtschaftlicher und materieller Art ist, bald auch zum Ziele geführt werden. Ceretti schloß mit dem Wunsche, daß Frankreich diese Aufgabe übernehmen möge. Der Präsident der Republik, Millerand, sagte in seiner Entgegnung: Möge das neue Jahr uns endlich den Frieden bringen, den vollständigen Frieden, den man in den diplomatischen Urkunden vergeblich verkündet hätte, wenn nicht, wie Sie mit so viel Recht und Nachdruck bemerkt haben, die Geister und Herzen darin einig wären, ihn zu verwirklichen. Der Friede fann nur auf der Grundlage der Berträge und durch Beachtung der erworbenen Rechte und eingegangenen Berpflichtungen aufgerichtet werden. Es ist sicher, daß mir feiner der Alliierten, die im Laufe des großen Krieges ihre materiellen und moralischen Hilfsmittel gemeinsam dafür einsetzten, um den Angriff zurückzuweisen, widersprechen wird, wenn ich ihren festen Vorfah verfichere, an der Grundlage der Verträge festzuhalten, die die Feindseligkeiten beendigten. Das Ende eines Sonderlings. Der Mordbereitschaftsdienst der Berliner Kriminalpolizei wurde am letzten Tage des alten Jahres nach dem Hause Helmholzftraße 21 gerufen, wo der 66 Jahre alte Schneidermeister Georg Albach ermordet aufgefunden worden war. Die Leiche lag mit einem Knebel im Munde, an Händen und Füßen gefesselt, im Bett. Alle Behältnisse waren durchwühlt und fertige Kleidungsstüde sowie Stiefel geraubt. gemeldet. Der Schneidermeister Georg Albach, der von seiner Ueber die neue schwere Bluttat werden folgende Einzelheiten Frau getrennt lebte, haufte seit mehreren Jahren im dritten Stock des Borderhauses. Er war ein Sonderling, der in dem Ruf eines reichen, mildtätigen Mannes stand. Es war im Hause befannt, daß er wiederholt betteln de Frauen und Männer bei fich aufnahm und für einige Tage beföftigte. Bon den Frauen ließ er sich als Gegenleistung dafür die Wirtschaft in Ordnung bringen, von den Burschen und Männern bei seiner Arbeit helfen. Ob der Schneidermeister dies nun tat, um den Leuten zu helfen, oder ob er billige Hilfskräfte haben wollte, muß dahingestellt bleiben. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei haben ergeben, daß er zwei junge Männer von 20 bis 30 Jahren, die am zweiten Weihnachtsfeiertage nach einer Ansprache das Lied Zigeunerkind hat keine Ruh" gesungen hatten, bei sich beherbergt hat. Am Sonnabend famen dann wieder zwei junge Leute auf den Hof, die Albach ebenfalls zu fich in die Wohnung nahm. Nachbarn haben gehört, daß es in der Wohnung des Schneiders sehr lebhaft zuging. Alle vier Burschen sangen und grölten. Abends gegen 10 Uhr ist Albach noch gesehen worden. Am Sonntag mittag kam dann ein Kunde, um den Meister zu besuchen. Weil auf sein Klopfen nicht geant wortet wurde, die Tür aber nicht verschlossen, sondern nur angelehnt war, setzte er sich mit Nachbarn in Berbindung und ging mit diesen in die Wohnung hinein, die sie in völliger Unordnund vorfanden, während der Meister tot im Bette lag. Sie benachrichtigten sofort die Helmholy- Bache, deren Beamte feststellten, daß der Meister das Opfer eines Verbrechens geworden war. Gie festen sich mit der Kriminalpolizei in Verbindung, von der die Kriminalfommissare Berneburg und Albrecht mit ihren Beamten und der Gerichtsarzt Prof. Dr. Fräntel am Tatort erschienen. Die Befichtigung der Leiche ergab, daß der Tote, dem aus Mund und Nase Blut gefloffen war, einen blutdurchtränkten Knebel im Munde hatte und mit einer starten Hanfschnur an Armen und Füßen gefeffelt war. Der Tod des Mannes war, wie der Gerichtsarzt feststellte, durch Erdrosselung eingetreten. Bur Aufklärung des Verbrechens und zur Festnahme der Täter find 20 000 m. Belohnung ausgefeht worden. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen die Kriminal. kommiffare Berneburg und Albrecht im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums, Anruf 433 und 601, entgegen. Den Bater erschlagen. Der angekündigte Streit der Lebensmittelhändler in der Zentral markthalle hat heute morgen eingesetzt. Die Kleinhändler hatten fich, da der Streit seit geraumer Zeit drohte, noch rechtzeitig ein gedeckt, so daß sie für drei bis vier Lage mit Ware versehen sind. Eine Lebensmitteltnappheit dürfte jedoch trotz des Streifs der Markthallenstandinhaber für Berlin nicht zu befürchten fein, da der Reichsverband der Obst- und Gemüsehändler sich dem Ausstand nicht angeschlossen hat. Der Reichsverband hat vielmehr in Zusammenarbeit mit dem Berliner Magistrat beschlossen, seinerfeits alles zu tun, um eine umfassende Notstandsversorgung einzu richten. Nenkölln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mittwoch, 3. Januar, abends 7 Uhr, öffentliche Bersammlung in der Aula der MädchenMittelschule, Donaustr. Vortrag des Reichssekretärs des Arbeitervereins Kinderfreunde, Genossen Falloth. Wien, über die Arbeit der österreichischen Kinderfreunde. Um 6 Ubr pünktlich Zusammenkunft sämtlicher Helfer und Helferinnen zu einer wichtigen Besprechung am selben Drie. Genossenschaftsratsmitglieder der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Am Mittwoch, den 3. Januar, findet im Lokal„ Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 24/25, eine Versammlung der auf dem Boden der BSPD. stehenden Genossenschaftsratsmitglieder statt. nger ordentlich wichtige Tagesordnung! Vollzähliges Erscheinen ist dringend notwendig! Zutritt nur gegen Vorlegung des Parteimitgliedsbuches. Das erste deutsche Handelsflugzeug, das nach England geflogent und vorgestern vormittag mit Direktoren der Deutschen Luftreederei an Bord von Rotterdam nach London abgeflogen.war, mußte infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse in der Nähe von Folt eft one niedergehen. Der Flug soll heute fortgefekt werden.. Das Flugzeug ist ein Einde der, der mit einem Motor von 185 PS, ausgerüstet ist. Die Bauart des Flugzeuges erregte in England großes Aufsehen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zunächst ziemlich beiter, nachts gelinder Froft, am Tage rasche Erwärmung bei frischen füdlichen Winden. Nachher wie der zunehmende Bewöllung und etwas Regen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Kaffierer der 110., 119. und 122. Abteilung werden hierdurch nochmals aufgefordert, die Quittungstarten für die bereits am 31. Oftober erhaltenen Einigungsmarten sofort einzuschicken. Ebenso die Kaffierer der 85., 119. und 122. Abteilung die Quittungstarten über die erhaltenen Kampffondslisten. Außerdem stehen troh mehrfacher Mahnung noch von der 64., 72., 88, 108., 122. und 143. Abteilung die Quittungsfarten für erhaltene Beitragsmarten aus, bie ihmen am 27. November zugestellt wurden. J. A.: Alex Bagels. 6. Kreis, Kreuzberg. Sente, Dienstag, den 2. Januar, abends 7 Uhr, Sigung der 94. 85. Getreu dem republikanischen Regime wünscht Frankreich von ganzem Herzen den Frieden. Es wäre ein unhaltbarer Wider spruch, wenn man behaupten wollte, den Frieden auf Lüge und üngerechtigteit aufbauen zu fönnen. Wie sollte man sich des Gedankens erwehren tönnen, daß diejenigen, welche ihre Unterschrift unter die Anerkennung ihrer Verantwortlichkeit gesetzt haben, nicht hartnädig darauf bestünden, ihr Eingeständnis in Frage zu endete, spielte sich in der vergangenen Nacht in dem Hause FrankEin furchtbarer Auftritt, der mit dem Tode eines Mannes stellen und entgegen der Offenkundigkeit ihre Nichtschuld zu vertreten, wenn dieser unzulässige Sophismus nicht nach ihrer furter Allee 282 ab. Hier wohnte der 50 Jahre alte Zimmermann Wilhelm Klein mit seiner Frau, einer Tochter und einem Auffassung ihnen gestatten sollte, den Folgen ihrer Berfehlung zu 19 Jahre alten Sohne Hugo. Klein war dem Trunk ergeben und 2 entgehen und sich den gerechten Wiedergutmachungen, die auf ihren Schultern lasten, zu entziehen. Die edle Aufgabe, welche sich heute mißhandelte oft seine Frau und Tochter. In der letzten Nacht kam allen Menschen von gutem Willen stellt, ist die, die Sophismen er wieder betrunken heim. Durch lautes Schreien von Mutter und und Irrtümer, die noch das Urteil einer zu großen Anzahl von Schwester wurde der Sohn, der an Krämpfen leidet, geweckt. Er ge Geistern verdunkeln, zu zerstreuen, die öffentliche Meinung aller riet in heftige Erregung, lief nach der Küche, holte ein Beil heraus Länder darauf vorzubereiten, die gerechte Lösung der durch den und verfekte dem Vater, der sich ins Bett gelegt hatte, mehrere so Krieg geschaffenen Probleme ins Auge zu fassen und auf diese Weise wuchtige Schläge auf den Schädel, baß er fofort starb. Die Aufrichtung eines wirklichen und dauerhaften Friedens sicherzu- noch bevor Mutter und Tochter es hindern fonnten war die Tat stellen. Reine Nation, feien Sie davon überzeugt, wünscht heißer als Frankreich, daß sich bald im Interesse der Welt wie in seinem eigenen Intereffe jene Aera der endgültigen Bersöhnung unter den Bölkern, der fruchtbaren Arbeit und des Fortschritts eröffnet. Unruhiger Jahreswechsel. geschehen. Gleich darauf verfiel der junge Mann in Krämpfe. Er wurde festgenommen und der Kriminalpolizei zugeführt. Hier er färbe er, nicht mehr zu wissen, ob er mit der Schneide oder mit der anderen Seite des Beiles zugeschlagen habe. Die Abficht, seinen Bater zu töten, habe er nicht gehabt. Er habe ihm nur einen Dentzettel geben wollen. Hugo Klein wurde in Haft gehalten, die Leiche seines Baters beschlagnahmt und zur Obduktion ins Schauhaus gebracht. Vertagung des Klante- prozesses? Man hat sicherlich keine Veranlassung, dem alten Jahre auch nur eine einzige Träne nachzuweinen. Aber noch weniger Veranlassung Zu der heutigen Verhandlung des Klante- Prozesses war der hatte man, das neue Jahr mit Gebrüll, Feuerwerk und reichlich Alkohol zu begrüßen. Es wird noch eines der fetten Jahre sein, die Stelle erschien der Gefängnisarzt Dr. Bürger und teilte mit, daß An seiner Angeklagte Mar Riante nicht erschienen. uns der bedauernswerte Narr in Amerongen samt seinem Anhange tante vorgestern ein schweres Lungen bluten mit starkem beschert hat. Aber unsere Zeit scheint sich nur aus Unsinn zu Auswurf von Lungenstüdchen und Tuberfelbazillen gehabt habe. sammenzusehen, und siedrückte auch der Silvesternacht ihren Stempel Es liege unmittelbare Lebensgefahr vor. Dieser Zustand der Ber. mit der Narrenkappe auf. Berlin, man fann wohl sagen in seinem handlungsunfähigteit werde voraussichtlich etma größten Teile, befand sich beim Sterben des alten und bei der Ge- 14 Tage dauern. Den Vorschlag des Borsigenden, nur eine burt des neuen Jahres im gewohnten Silvestertaumel. Nicht nur Biertelstunde zu verhandeln, lehnte der Sachverständige ab. Landin der Friedrichstadt, nein überall war Hochbetrieb. Die Restaura- gerichtsdirektor Dr. Siegert machte darauf den Vorschlag, einen teure machten ein gutes Geschäft es ist schade, daß Silvester nur Spezialisten für Lungenkrankheiten zuzuziehen. Dr. Bürger ereinmal im Jahre gefeiert wird. Ja, es ist schade! Auch für die tragte die Bertagung des ganzen Prozesses und die Leutchen, die nach reichlich genossenem Alkohol so mutig werden und aftentlassung. Der Staatsanwalt widersprach diesem Aneine angenehme Abwechselung darin sehen, sich gegenseitig die Köpfe trage. Das Gericht beschloß nach längerer Beratung, ben Direktor blutig zu schlagen. Verwunderlich ist, daß nach dem 4½jährigen ber ersten medizinischen Klinik der Charité, Geheimrat His, und den grandiosen Freifeuerwerk genannt Deutschlands große Zeit die Gerichtsarzt Geh. Medizinalrat Dr. Hoffmann mit der noch Menschen noch Freude am Abbrennen von Feuerwerkskörpern haben. maligen Untersuchung Klantes zu beauftragen. Die Berhandlung Die Bilanz ist, daß über 30 Personen, zum Teil schwer, wurde zu diesem Zwed auf eine Stunde ausgefeßt. Bon dem durch brennende Feuerwertstörperverlegt wurden. Gutachten biefer beiden Sachverständigen wird evtl. die Bertagung Ein 12jähriger Junge erlitt schwere Brandwunden- 50 knallforfen des ganzen Prozesses abhängig werden. waren ihm in der Hosentasche explodiert. In Ermangelung von Fröschen und Kanonenschlägen griffen andere angenehme Beitgenossen zum Schießeifen. Diesem lebensgefährlichen Unfug fiel in Charlottenburg eine Frau zum Opfer. Die Schußpolizei hatte einen Großfampftagdas Publikum auf den Straßen Berlins nahm sie zur Zielscheibe nicht immer geistreichen Wizes. Auch die Ueberfallfommandos hatten ihre Arbeit. Bruder Langfinger sah die Beamten auf der Straße und versprach fich leichte, gewinnnbringende Arbeit teilweise mit gutem Erfolge. Auch Straßenräuber gingen ihrem dunklen Gewerbe nach. Ein Wächter wurde in der Parochialstraße von vier jungen Burschen angefallen. Einem zu Hilfe eilenden Schußpolizisten nahmen die Geschäftsleitung bei Reim, Urbanstr. 29, um 8 Uhr, ebenda, Gigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern. bt., Neukölln. Mittwoch, abends 7 Uhr Funktionärsigung bei Tauber Weifeftr. 23. Anwesenheit der Funktionäre dringend erforderlich Abt. Donnerstag, ben 4, abends 7 Uhr, bei Drellfe. Schreinerstr. 18, Gikung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Anwesenheit, aller Bezirksführer bringend erforderlich. Sport. Die Neujahrs- Radrennen im Sportpalaft fanden vor ausver fauftem Hause statt. Im Fliegertreffen in drei Läufen zeigte ewan om gleich wieder seine vorjährige große Form. Den erſten Lauf gewann zwar Ab. Huschle, aber die beiden anderen Läufe geivann dann Lewanow wie er wollte vor Adolf Huschke. Hahn wurde in allen brei Läufen dichtauf Dritter. In einem 60- Kilometer- Bunttejahren tam es andauernd zu scharfen Borstößen und Brämienjagden, bei denen sich Oskar Ties, Rizetto, Carli, Behrendt, Saldow und Bauer besonders ins Zeug legten. Das Rennen felbft gewann dann Bauer in hervorragendem Stil mit 19 Bunften in 1 Std. 31 Min. 28 Set. vor Häusler 14, Rizetto 9, Ein voraufgegangenes 40 Silo. Saldom 8 und Dstar Lick 7 Punkte. meter Mannschaftsfahren gewann nach schönem Kampfe der. Däne Magnussen im Verein mit Münzner( 9) in 39 min. 55%, Set, vor Sofmann- Staleta 8, Strüger- Otto Tiek 6, Bawre- Betri 6 und Schulz- Neinas 3 Punkte. Das Schlußrennen, ein Entschädigungsfahren über 10 Runden fiel an Schröder vor Stops, Siepel und Hensch. Die nächsten Rennen finden staft am Freitag, den 5. Januar, abends 7, Uhr. Ein 3 wet Stunden Mannschaftsfahren nach Art der Sechsiagerennen wird über die Winterbahn rollen. Bisher haben sich der Holländer van Net, Lewanow, Saldow und Bauer in die Meldeliste eingetragen. Gewerkschaftsbewegung Eine Konferenz der Ruhrbergarbeiter. Ueberschichten und Ruhrbefehung. Eine Konferenz der Bergarbeiter des Ruhrgebiets beschloß am Sonntag, das eberarbeitablommen für den Ruhrbergbau, das für die Zeit vom 15. Dezember bis 15. Januar außer Kraft gesetzt war, zum 28. Februar zu fündigen, da die Ernährungslage der Bergarbeiter immer übler geworden sei. In der Frage der Besetzung des Ruhrgebiets nahm die Konferenz mit 250 gegen 4 Stimmen eine Entschließung an, in der es heißt: Die Konferenz der Bergarbeiter protestiert entschieben gegen die von der französischen Regierung angedrohten Maßnahmen, die auf eine Besehung und wirtschaftliche Aus= beutung des Ruhrgebietes hinzielen. Die Bergarbeiterschaft des Ruhrgebietes erblickt in der angedrohten Politik der produttiven Pfänder" nicht das Mittel, die Beziehungen zwischen den Ländern Kein Bäderffreit in Berlin. Eine von den Berliner Bäder meistern start besuchte Bersammlung beschloß, von einem Lie- einer Bertiefung der internationalen Gegenfäße führen. So entferungsstreit Abstand zu nehmen und die Vorschläge bes Magistrats anzunehmen. Devisenkurse. dunklen Gestalten die Pistole ab. Als das Ueberfallkommando zur 1 holländischer Gulden Hilfe tam, wurde in der Notwehr einer der Straßenräuber durch 1 argentinische Papier- Befo einen Pistolenschuß so schwer verlegt, daß er auf dem 1 belgischer Frant Transport zur Unfallstation verstarb. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. i japanischer gen 1 Aber auch an anderen tragischen Vorfällen war diese Nacht gesegnet. Nicht weniger als fünf Gelbstmorde meldet der Bolizeibericht. Diese armen Menschen hatten fein Zutrauen zu dem neuen Jahre. Ein 39jähriger Arbeiter wurde einige Stunden nach 1 italienische Lire Silvester am Brandenburger Ufer aus der Spree gelandet. Um 1 Pfund Sterling 12 Uhr war er ins Wasser gesprungen. In seinen Taschen trug er 1 Dollar... einen Bettel mit den Worten: 3hr glaubt doch nicht, daß 1 franzöfifcher Frank ich 1923 mitmache!" Ein Polizeiwachtmeister hörte 1 brasilianischer Milreis an der Charlottenburger Schloßbrücke Hilferufe vom Wasser her. 1 Schweizer Frank. Zur Hilfe eilend, tenterte der Kahn der Retter ertrant mit dem Hilferufenden. 1 spanische Beseta 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone Es war ein unruhiger Jahreswechsel im wahren Sinne des i ungarische Krone Bortes. Am anderen Morgen erfreuten auf den Straßen abge 1 bulgarische Sewa brante Feuerwerkskörper, Luftschlangen und Konfetti das Auge. 11 jugoslawischer Dinar herzustellen, wie es die Intereffen der Völker erheischen. Jeder ge= waltsame Eingriff der französischen Regierung muß zu einer Berschärfung der wirtschaftlichen Notlage der Arbeiter und damit zu schieden die deutschen Bergarbeiter die den Frieden und den wirtschaftlichen Wiederaufbau schädigende. Politit der franzöfifchen Regierung ablehnen, ebenso entschieden befunden sie jedoch ihren festen Willen, im Rahmen des Möglichen an der Erfüllung der deutschen Reparationsverpflichtungen mitzuarbeiten. Dieser Wille am Wiederaufbau war es nicht zuletzt, der die Bergarbeiter veranlaßte, ungeachtet ihrer förperlichen Erschöpfung und Unterernährung mehrmals in ein leberschichtenablommen einzuwilligen. Die Bergarbeiter des Ruhrgebietes ersuchen die Arbeiter der Länder der Entente, auf ihre Regierungen einzuwirken, damit das Problem der Reparationen nicht der Anlaß merde zu neuen Schwierigkeiten, 2897.78 2912.27 die die Gefahr gewaltsamer Auseinandersetzungen befürchten lassen. 2. Januar 80. Dezember Räufer Berkäufer Räufer Berläufer ( Gelb-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs Kurs Kurs 2855.34 2869.66 2718.18 2781.82 491.26 493,74 488.77 491.28 1356.60 1863.40 1361.58 1368.42 2758.10 2766.90 1476.30 1483.70 1481.28 1488.72 1940.13 1949.87 179.55 180.45 8561.07 3578.58 369.07 370.93 38116.25 33583.75 7241.85 7278.50 583.66 536.34 857.85 862.15 1871.56 1378.74 1137.15 1142.85 10.89 10.45 225.43 226.57 3,01 8.03 50.12 50.38 74.31 74.69 Dementierte Streikgefahr. Die„ DIA." berichtet, von gewiffer Seite würden Alarmnach1955.10 1964.90 richten in die Welt gesezt von einer Streitgefahr unter den 182.54 183.46 if nbahnern. Sie werden jedoch von zuständiger Seite 3566.06 3583.94 darauf aufmerksam gemacht, daß eine Streifgefahr durchaus nicht 369.07 870.98 besteht, daß aber infolge der schwierigen wirtschaftlichen Verhält33915.- 34085.- niffe unter den Beamten und Arbeitern sich eine gewiffe Unruhe 7331.62 7368.38 bemerkbar macht, die je nach der Stärke der Agitation, die unter 531.16 533.84 ihnen betrieben wird, stärker oder schwächer ist." 872.81 877.19 Dabei wird in der geheimrätlichen Beschwichtigungsnotiz zu1384.03 1390.97 gegeben, daß außer der Unruhe im rheinisch- westfälischen Industrie1150.11 1155.89 gebiet die Unruhe besonders unter den Eisenbahnern von Karls10.52 10.58 ruhe, Mannheim und Heidelberg eine gewisse Stärke erreicht habe. 231.42 232.58 Bor uns liegen Entschließungen der Eisenbahner auch aus Württem 3.01 3.01 berg und der Rheinpfalz, die darauf verweisen, daß warnende Ent49.37 49.63 schließungen schon genug gefaßt feien, und die auf dem 78.81 74.19 nellsten Wege Verhandlungen fordern und die Organi sation beauftragen, alle gewerffdjaftlichen Mittel anzuwenden, um dagegen 85 Proz. Offensichtlich ist mit dem Rüdgang der Devisen. einen Ausweg aus der pretären Lage der Eisenbahner zu schaffen. furse seit der Mitte des Monats ein Stillstand der Teuerung einDaß unter den Eisenbahnern feine Streiflust" besteht, getreten. stimmt wohl. Auch eine unmittelbare Streitgefahr mag nicht bestehen. Soll aber, mie es wünschenswert und notwendig, jeder Gefahr in dieser Beziehung vorgebeugt werden, dann muß den dringlichsten Wünschen der Eisenbahnarbeiter und-beamten entfprochen werden. Geschieht das nicht unverzüglich und in einigermaßen ausreichendem Maße, dann wird kaum mehr Zeit sein, sich über den Grad der Unruhe und die Schätzung der Gefahr zu unterhalten. Gewarnt ist tatsächlich genug; möge man die Delegierten der Eisenbahner im Westen hören. Es ist besser für die Eisenbahner, besser für die Regierung und besser für das Bolksganze, wenn die Ursachen der Unruhe auf dem Wege fachlicher Berhandlungen noch rechtzeitig behoben werden. Die Lebenshaltungskosten in Groß- Berlin. Das Archiv der Berliner freigewerkschaftlichen Organisationen berechnet die Ernährungsausgaben einer dreiföpfigen Familie in der Woche vor Weihnachten auf 7400 M., das sind 1,4 Proz. mehr als in der Borwoche und 59 Proz. mehr als im Durchschnitt des Monats November. Die gesamten Lebenshaltungsfoften find auf 22 400 M. gestiegen. Gegen die Vorwoche beträgt hier die Steigerung nur 1,35 Broz, gegen den Monat Rovember Theater 1. d. Königgrätz. Str. 8: Das grandioso Schauspiel Savonarola Ernst Deutsch 1. das ges. Personal G OLD= SILBER= PLATIN= kauft BRUCH Komödienhaus Neuköllner Edel- Metall- Börse 8: Derprachtvolle Hahnrei Orska, Gebühr, Riemann, Richard, Picha. Mi.: Erdgeist. ( Embö) G.m. b. H. Hohenzollernplatz 15 Berliner Straße 62 Tel. 4393 Tel. 1989 Fahrgeld wird vergütet Berliner Th. 50 Mark Prämie bei Vorzeigung der Abschieds- Vorst. v. Fritzi Massary Madame Annonce. Zahngebisse Pompadour einzelne Zähne, auch zerbrochene, SCALA 8 Uhr: Jnternat Varieté Circus Busch Tgl. 74. 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Auch die Teuerungszahl für Groß- Berlin, die auf Grund amtlichen Zahlenmaterials und nach den Vorschriften des Statistischen Reichsamtes gleichfalls von dem genannten Archiv berechnet wird, zeigt eine ähnliche Bewegung. Sie betrug für November( nach Wirtschaft und Statistit") 37 042. Am 6. Dezember betrug fie 53 760, am 13. Dezember 57 060, am 20. Dezember 56 896. Wir sehen also am 20. Dezember sogar einen fleinen Rüdgang. Die Teuerungszahl für den ganzen Monat Dee Die neuen Tariflöhne der Buchdrucker. Die Tariffommission des ember, die als Mittel aus den beiden Zahlen vom 6. und deutschen Buchdruckgewerbes hat für die ersten beiden Wochen des 20. Dezember berechnet wird, beträgt 55 328. Da die Monats Januar eine Lohnerhöhung auf 18 000 m. 26,9 Proz., Reichsinderziffer( ohne Bekleidung) gewöhnlich 5 bis 10 für die folgenden beiden Wochen auf 21 000 m. 21,1 Proz. der Prozent über der Teuerungszahl für Berlin steht, so wird fie für normalen Buchdruderföhne beschlossen. Dezember ungefähr 60 000 betragen, also 50 Broz. mehr als im November. Zentralverband der Angestellten. Die deutsche Wirtschaft um die Jahress mende! Dieses Thema wird Reichsminister a. D. Robert Schmidt in einer allgemeinen Funktionärversammlung des Zentralverbandes der Angestellten, Orts. gruppe Groß- Berlin, am Donnerstag abend 7 Uhr in den Musitersälen, KaiserWilhelm- Straße 31, behandeln. Es wird zahlreicher Besuch erwartet. Aus dem beherrschten Saargebiet. Unserem Parteiblatt in Saarbrüden, der Boltsstimme", ent nehmen wir folgende Notiz, die sie unterm 28. Dezember als ein Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Zeichen für die Politik der Nadelstich e" brachte: Bettwäsche Großer Inventur- Verkauf bis 6. 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