Nr. 24. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berling Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, 33eut6- Straße 2. Dienstag, den 29. Januar 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Warum Cafimir Perier abdankte. übernommen, dafür zu sorgen, daß sie auch gehalten würden. nehmen laffe; daß, wenn Martin über ſehr hochgeſtellte Perſonen Bedingungen gestellt, und Cafimir's Mutter hatte es Martin's, des Direktors der Südbahn- Gesellschaft, zu Protokoll Paris, 25. Januar 1895. Er sollte an der Wiederherstellung des Einflusses der Geist- Enthüllungen machte, der Protokollführer aufgehört habe, Die Ereignisse überstürzen sich am Ende dieses Jahrhunderts mit solch reißender Schnelligkeit, daß die Abdankung Cafimir's, die erst vor zwölf Tagen erfolgte, schon eine alte Geschichte ist. Und doch müssen wir auf sie zurückkommen, denn die Ursachen, welche Herrn Casimir Perier zwangen, vom Präsidentenstuhl herabzusteigen, haben für uns Sozialisten das denkbar höchste Interesse. zu schreiben; und daß, als Martin sich deshalb beklagte, Doppfer ihm geantwortet habe, die fraglichen Personen hätten mit dem Prozesse nichts zu thun. Casimir entrüftete sich über diese eigenthümliche Rücksichtsnahme. Seine Minister erklärten ihm jedoch, die Sache ginge ihn nichts an. Was den Ausschlag gab und Casimir bestimmte, alles fahren zu lassen, war das Benehmen des Ministeriums Dupuy in der Angelegenheit Raynal. lichkeit arbeiten und den Weg für die Rückkehr des Königthums bahnen. In seiner ersten Botschaft mußte er er flären, daß er die Präsidentschaft nicht auf ewig haben wolle und daß er eine Wiederwahl nicht annehmen würde. Und sein erster Regierungsakt war, dem Erzbischof von Lyon sein Gehalt zurückzugeben, das ihm durch richterliches Urtheil wegen frecher Widersetzlichkeit gegen den KultusMan hat eine Ehescheidungsgeschichte in Umlauf ge- minister foufiszirt worden war. bracht, und die Skandalchronik schmückt sie mit allerhand In Beschlag genommen von den Ultrareaktionären, deren Die im Jahre 1883 unterzeichneten Verträge( conAnekdoten aus, die den Casimir Perier als einen Schürzen- Gefangener er thatsächlich war, unablässig bedrängt und zer- ventions) mit den Eisenbahn- Gesellschaften, welche das jäger hinstellen als einen Bruder Lüderlich, viel zu bläut von den Sozialisten, wurde Cafimir verrathen von seinen Budget mit 135 bis 140 Millionen jährlich belasten, und, leichtsinnig und ungenirt für einen Präsidenten der eigenen Ministern und von der Parlaments majorität, auf wenn sie bis zu Ende in Kraft bleiben, dem Staat mehr als Republik, der doch den ehrbaren Schein wahren muß und die er sich stüßte. Dupuy, sein Konkurrent bei der Prä- 3 Milliarden- 3000 millionen- toften werden, sind sich nicht über alles hinwegsehen kann wie ein gut christlicher fidentenwahl, war emfig bemüht, ihn um sein Ansehen zu bringen. so skandalös, daß sie Stoff zu einem noch viel größeren König von Gottes Gnaden. Die Sozialisten lieben es nicht, Dupuy war es, der ihn zum persönlichen Eintreten bei der Standal, als dem Panama Skandal enthalten; man sagt, im Schmuge herumzumühlen, wie die Herren Bourgeois Wahl von Nogent- sur- Seine drängte, wo an seiner Statt ein daß die Gesellschaften im Parlament, an die Presse und im Wir lassen deshalb alle diese Anekdötchen links liegen trot Abgeordneter in die Kammer zu schicken war. Dupuy ließ ihn Ministerium 30 Millionen vertheilt haben, um die nöthigen des Kernes von Wahrheit, der in ihnen steckt. Und die sich kompromittiren und blieb selber im Hintergrund, während Stimmen zu erhalten. Herren Bourgeois verstehen es ja auch, sich mit derartigen es seine Pflicht gewesen wäre, den Präsidenten zu decken, Es war bekannt, daß Jaurès fie angreifen würde, Schweinereien abzufinden; und in der Familie Perier wäre der aus der Wahlkampagne geschlagen und kompromittirt wenn die Zinsengarantien, welche die Verträge festsetzen, in auch alles hübsch glatt geordnet worden, wie es in der durch die Niederlage seines Kandidaten hervorging. der Kammer zur Sprache fämen; es war weiter bekannt, Familie Grevy geschehen ist, wo die Tochter, verehelichte Es war fortwährender Krieg in dem Rathe der Minister; daß Jaurès die Berathung des Budgets des Ministeriums Wilson, viel von sich reden gemacht hatte. Cafimir hat jeder Minister untersagte es Cafimir, sich in die Leitung des Aeußeren benutzen würde, um eine Rede über die im Figaro" die verschiedenen Gerüchte für falsch erklären der Angelegenheiten seines Departements einzumischen. Internationalität der sozialistischen Partei zu halten. Er und anfündigen lassen, daß er mit seiner Frau die bei Wenn er geltend zu machen versuchte, daß er doch Präsident sollte von der Kammer verlangen, daß sie den Eisenbahnläufig vor Wuth plagt, daß sie nicht mehr Frau Präsidentin" der Republik sei, dann antwortete man ihm:" Sie über- Gesellschaften die Bezahlung der garantirten Zinsen verweigern ift auf dem zärtlichsten Fuße steht, daß sie zusammen- schreiten die Grenzen zwischen Ihren und unseren Befug- und die Verträge für nichtig erklären solle, weil diese durch leben wie zwei Turteltauben und nächstens eine zweite niffen, Sie gehen über ihre verfassungsmäßigen Vollmachten Betrug und Bestechung zu stande gekommen seien. Um Hochzeitsreise in den Süden machen wollen. Es ist also nicht der Familien- Krakehl, was Cafimir dazu gebracht hat, von seinem Posten zu flüchten-es sind die Angriffe der Sozialisten, die ihm am Tage seiner Wahl den Krieg erklärt und ihm keinen Tag der Ruhe geschenkt haben. hinaus." Die Minister verurtheilten Cafimir zur vollständigsten Dhnmacht,-seine Mutter und die Ultras trieben ihn zum Handeln. Wenige Tage vor seiner Abdankung gab es im Ministerrath eine Szene aus Anlaß der Südbahn- Skandale. Die Bande des Reinach, die fast ausschließlich aus Opportunisten beDie Kapitalisten hatten ihn zum Präsidenten gewählt, steht, ist in diese saubere Geschichte verwickelt. Die reaktioals die gelungenfte Verkörperung des Kapitals, das mit nären Ultras, die wieder die Tugendhaften spielen, wie zur Verbrechen befleckt ist und von Arbeiterblut trieft. Er Beit des Original- Panama, verlangen, daß alles aufgedeckt sollte der Herkules sein, der den Sozialismus erdrückt. werde und daß alle Schuldigen, Journalisten, Minister, Deputirte und Senatoren, die Checke( Geldanweisungen) empfangen haben, erbarmungslos an den Pranger gestellt werden sollen. Dupuy dagegen möchte sie retten, denn sie gehören zu seiner Majorität. In meinen früheren Briefen habe ich einige Episoden dieses Kampfes erzählt, und von Tag zu Tag haben Sie die ohne Unterbrechung einander folgenden Angriffe der Sozialisten und die wuchtigen Schläge, die sie ihm versett, aufzählen können. Aber hinter den Regierungskoulissen spielte sich ein anderer Kampf ab, den das Publikum nur dunkel ahnen konnte. Die Monarchisten und die Katholiken, welche die Wahl Cafimir's zum Präsidenten entschieden hatten, waren nicht so dumm gewesen, dies bedingungslos zu thun. Sie hatten Feuilleton. diesen beiden Reden zu entgehen, ließ das Ministerium durch seine Mehrheit Jaurès aus der Kammer ausschließen; es rechnete darauf, während der 15 Sigungen, die der sozialistische Abgeordnete nicht in der Kammer sein konnte, in aller Geschwindigkeit die Zinsengarantien und das Budget des Ministeriums des Aeußeren durchdrücken zu können. Das Ministerium hatte sich aber getäuscht. Barthou, der Minister der öffentlichen Arbeiten, wurde zum Verräther an Dupuy, indem er seine Entlassung einreichte. Millerand nahm diese Entlassung zum Vorwand, um die Frage der Verträge zur Berathung zu bringen und verlangte, daß Raynal, der jene Verträge hatte bewilligen lassen, in Anklagezustand versetzt werde. Das Ministerium bestand aus neuen Leuten, die in diesem Ränkespiel noch keine Erfahrung hatten, und als es sich von einem seiner eigenen Mitglieder vers rathen und von den Sozialisten angegriffen sah, opferte es Raynal und ließ ihn in Anklagestand versetzen, um sich Um seiner Mutter und den Ultras gefällig zu sein, forderte Cafimir ein großes„ Reinemachen"( nettoyage) in Presse und Parlament. Aber man scheerte sich nicht um seinen Willen. Eines Tages erfuhr er, daß Doppfer, der mit zu retten. dem Prozeß betraute Untersuchungsrichter, einer Anweisung Indem man aber Raynal in Anklagezustand versetzte, des Siegelbewahrers folgend, nicht alle Aussagen Felix schlug man Cafimir mitten ins Gesicht. Raynal war sein wenn überhaupt noch ein Beweis nöthig war, ihr seine danken und der Duft des Weißdorns über ihn breiteten, verschwiegene, dauernde Liebe zu betheuern? Frau Messant einwiegen ließ. Er erwachte aus diesem traumhaften Bu versicherte außerdem ihre kleine Freundin Annette ihres stande nur, um Henri endlose Briefe zu schreiben, die wieder [ Nachdruck verboten.] liebevollen Andenkens; sie erhielt dafür einen langen Ruß. endlose Antworten erheischten. Von diesem Augenblick an genas René rasch unter der Nach und nach jedoch übermannte ihn die Ungeduld, Einwirkung der Liebe und des Frühlings. Er konnte sich das Fieber, die zaudernde Zukunft zu beflügeln, das lang bereits ins Freie wagen, Sparzierfahrten machen, in dem entbehrte Glück der Liebe voll zu genießen; wenigstens wollte Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung jungen Grün draußen Sonnenschein und Lebenslust ein- er den Faden der süßen Plaudereien von Herz zu Herz von Marie Runert, athmen. Freilich zogen hin und wieder noch Wolkenschatten mit Annette wieder aufnehmen. Er zürnte sich selbst, weil er über den Azur seiner Träume. Wollte Annette ihn wirklich noch immer so schwach war und bei jeder Anstrengung, die er versuchte, durch stechende Schmerzen daran erinnert ward, genommen, fonnte René nicht ernstlich an der Treue seiner daß er seine Wunde nicht außer acht lassen durfte. Eine Geliebten zweifeln. Wo ist der Mann, der, wenn er liebt Pause in der Korrespondenz, welche eine Ewigkeit von fünf und wiedergeliebt wird, nicht fühlt, wie der warme Wieder- Tagen dauerte, erregte seine reizbaren Nerven so sehr, daß schein der Liebe bis zu ihm dringt? er einen ernsten Rückfall hatte. Er verlor Appetit und Ernster war der zweifellos, in Güte kaum überwindliche Schlaf, hatte Schwindelanfälle und Delirien und beunruhigte Widerstand der Frau Roveran. Doch gleichviel! Eine Frau Messant so sehr, daß sie sich entschloß, Henri Roveray Wittwe war der der mütterlichen Autorität weniger zu benachrichtigen. Int Am Exil. 62 Frau Meffant, die jetzt eintrat, erschrat, sie glaubte, noch glücklich machen? Freilich, obgleich nicht von sich ein er habe wieder mehr Schmerzen. Nimm! lies, sagte René. Kaum hatte sie den Brief durchflogen, als sie auch sofort alles begriff. Du liebst sie noch immer? fragte sie. René bejahte durch ein Zeichen. Nun, mein Kind, dann möge sie Deine Frau werden! Ich werde sie für Dich lieb haben, wenn sie Dich liebt. Sie wird Dich auch lieben, Mutter. unterworfen, als ein junges Mädchen, und René gefiel sich Zwei Tage später, zwar außer Gefahr, aber noch voll in dem Gedanken, daß Annette, nun freigeworden, nach ständig erschöpft, dachte René an den Tod, der ihn wie ein Und René füßte die alte Frau zärtlich, um ihr dafür eigenem Gutdünken über ihre Person verfügen würde. Es Nachtvogel mit seinen mächtigen Schwingen gestreift hatte, zu danken, daß sie die früher so sehr gefürchtete Rivalin störte ihn also keine ernstere Sorge, wenn nicht der Gedanke und er fühlte seinen eisigen Hauch bis in das Mart, bis in bei sich aufnehmen wollte. Ach, sie dachte längst nicht mehr an die schwierige Lage gewesen wäre, aus der er sich heraus- die Seele hinein. Er lag vor dem Fenster auf einer an die Abneigung und die Eifersucht früherer Tage, die arme arbeiten mußte, wenn er seiner Geliebten ein behagliches, ele- Chaiselongue ausgestreckt und fragte sich, ob das Glück, Frau Messant. Sie war entschlossen, ihren Sohn, den sie gantes Nest bereiten wollte. Aber das Unglück konnte sich doch das er ersehnte, entschwinden würde, ohne daß seine um ein Haar ganz verloren hätte, mit der zu theilen, die nicht immer an seine Fersen heften. Es fehlte ihm nicht an Hand es erreichen konnte, wie die weißen Wolken ihr helfen würde, ihn zu retten und glücklich zu machen. Muth und festem Willen, und sobald er nur seine Kräfte und die Schwalben dort, deren rastlosem, schnellem Schon wirkte die Hoffnung wie das träftigste Stärkungs wieder erlangt hatte, wollte er schon sein Leben mit der, Fluge er am Himmel folgte. Das Geschick, das immer mittel auf ihn. Er fand mit einem Male Lebenskraft und die seiner Energie vertraute, einzurichten wissen. ironisch ist, würde es seinen Wünschen nach Glück antMuth wieder. Er wollte der jungen Wittwe nicht schreiben, Die Briefe, die Ende April und in der ersten Hälfte worten: 3u spät! wie es seinem Streben nach Gerechtigkeit da er nicht im stande war, ihr Beileidsbezeugungen zu des Mai aus Vevey kamen, bewiesen René, daß er ein geantwort hatte: 3u früh? schicken, und da er außerdem ihre zartfühlende Seele Recht hatte, zu hoffent. Wenn Annette auch nur in wenigen nicht durch Uebereilung verlegen wollte. Aber, aus Furcht, Beilen Frau Messant geantwortet hatte, so hatte doch daß sein Schweigen falsch ausgelegt werden konnte, schrieb Henri, wenn er seinen Freund bat, schnell ganz gesund zu er an Henri, was er seiner Schwester nicht zu sagen wagte. werden, durch seine indiskreten Freudenausbrüche und durch geEr überließ ihm die Wahl des Augenblicks, in dem er es heimnißvolle Andeutungen so viel verrathen, daß René, der für geeignet hielt, zu seinen Gunsten zu sprechen und über- Stunden lang in den abgelegensten Winkeln des Bois sandte ihm den Abschiedsbrief, den er am Vorabend des de Boulogne auf dem Rasen ausgestreckt lag, sich in der Duells geschrieben hatte. Wäre das nicht der beste Beweis, seligen Mattigkeit, welche der Himmel, seine rosigen GeIn schwermüthige Träumereien versunken, war René erstaunt, als seine Mutter plöglich aus dem Nebenzimmer zu ihm hereintrat und bewegt und lächelnd zu ihm sagte: Bist Du start genug, um eine große Freude zu er tragen? Er erblaßte, und als er Schritte in dem andern Zimmer hörte, sagte er mit zitternder Stimme: Annette ist da? Freund, sein Mitschuldiger; 1883 hatte er dem Ministerium| bleibt immer ein schreckliches Unglück, auch wenn er siegreich der Panamisten angehört, das die Verträge unterzeichnete geführt wird; ihn zu glorifiziren liegt wahrlich kein Anund damit den kosmopolitischen Eisenbahnkapitalisten drei laß vor. Milliarden des französischen Volkes überlieferte. Was übrigens den Eichenlaubschmuck für die Die Minister und die Majoritätspuppen, die für die An- Kanonen und Standarten betrifft, so wäre es nicht unflage Raynal's stimmten, ließen Perier im Stich und er interessant, zu erfahren, woher im Winter das nöthige seinerseits ließ sie im Stich. Das Gesindel mag sehen, Gichenlaub genommen werden soll, da doch bei uns im mie es fertig wird, ich wasche meine Hände in Unschuld. Winter die Bäume nicht grünen. Ob man sich dann nach Ich gehe, um in Würden die Millionen zu verzehren, die Süd- Frankreich wenden will? meine Bergwerfe in Anzin mir jährlich eintragen." " Die Kapitalisten waren einen Augenblick über die Abbankung Casimir's untröstlich, und sie haben recht, verzweifelt zu sein. Sie find so demoralisirt, so forrumpirt, daß sie sogar die Oberfeldherren verrathen, die sie sich selber gewählt haben für den Kampf gegen den Sozialismus. Gallus. Dolitische Leberlicht. Der weimarische Landtag ist am 27. Januar er öffnet worden. Besonders Steuererhöhungen sind die Gegenstände, mit denen sich die Landboten zu befassen haben werden. veröffentlicht der„ Reichs- Anzeiger" erst heute, Herr v. RottenDie Formulare der Berufs- und Gewerbezählung werden würden, der„ Borwärts" hat über dieselben zuerst burg hat versprochen, daß sie am Sonnabend bekannt gegeben sein Urtheil abgegeben, und die Leipziger Volkszeitung" Die Sozialdemokratie in der Aula der Universität. hat sie auch schon zwei Wochen vor dem Reichs- Anzeiger" Wir haben schon oft darauf hingewiesen, daß das große publiziren tönnen. Ansehen, das sich die sozialdemokratische Partei allgemein Ernenerungswahlen zur Hamburger Bürgerschaft errungen hat, auch darin zu erkennen ist, daß es bald kein finden am 15. und 19. Februar ds. Js. statt. Die Hälfte Buch, feine Zeitung, fein Parlament, feine feierliche oder des Hamburger Parlamentes soll erneuert werden. InSonstige Zusammenkunft von Menschen mehr giebt, worin folge des elenden Wahlgesetzes ist keine Spur von Agitation und wobei nicht von der Sozialdemokratie die Rede wäre. zu bemerken. -Auch bei der jüngsten Feier des Geburtstags des Kaisers in der Universität wurde die Sozialdemokratie durch die Frankreich. Das Ministerium Ribot, welches Berlin, den 26. Januar. Festrede des Rettors, Professors Pfleiderer, wieder gestern nach vierzehntägiger Ministerkrise zu stande kam, ist Ordens- und Titelverleihungen fündigte anläßlich einmal vernichtet". Wir entnehmen dieser Rede die fol- ein Verlegenheitsministerium im eigentlichsten Sinne des Wortes. Die Radikalen sind von demselben ausgeschlossen, des Geburtstages des Kaisers der Vorwärts" an und der gende Stelle: Reichs- Anzeiger" bestätigt dies in einer besonderen AusDas Verwerfliche der Sozialdemokratie ist nicht, daß fie die was sich übrigens, nach dem Scheitern der Kabinetsbildung gabe. So weit diese Beweise kaiserlicher Zufriedenheit nicht age der unteren Klassen verbessern will-- das wollen wir alle durch Bourgeois, von selbst verstand. Die Amnestie gabe. So weit diese Beweise kaiserlicher Zufriedenheit nicht sondern daß sie in ihrer weltbürgerlichen Vaterlandslosigkeit wird auch von Ribot befürwortet werden; gegen die proohne politisches Interesse sind, seien sie hier regiſtrict. Die unseren so theuer errungenen deutschen Staat wieder vernichten gressive Ginkommensteuer wird das neue Ministerium sich beiden neuen preußischen Minister und Verfechter der Um- und auf seinen Trümmern ein internationales Gemeinwesen aber sträuben. Die Zusammensehung des neuen Kabinets ist: sturzvorlage, die Herren v. Köller und Schönstedt, sowie errichten will, in deffen Ghaos alle geschichtliche Gliederung und Ribot Präsidium und Finanzen, Trarieux Justiz, Herr v. Hammerstein- Lorten, erhielten den Stern zum ſittliche Ordnung der nationalen Staaten sich auflösen müßte. rothen Adlerorden, während Herr Nieberding feine Aus- Das aber ist feine fortschrittliche Idee, das ist vielmehr die Hanotaur Auswärtiges, Lengues Juneres, Poincaré Unter richt, Dupuy du Temps Arbeiten, André Lebon Handel, zeichnung davon trug. Während die öffentliche Meinung allergründlichste Reaktion. fich in immer schrofferen Gegensatz zur Leitung der Reich Feftreden zu polemijiren, da wäre jedes Wort zu schade. In Krieg, Admiral Besnard Marine. Das Kultusministerium Wir denken natürlich nicht daran, gegen solche Schützen- Gadeau Ackerbau, Chautemps Kolonien, General Hervé post- Verwaltung stellt, wurde Herrn Staatssekretär v. Stephan die eklatante Genugthuung zu theil, daß ihm solcher Weise ist unsere Partei schon zu oft todtgeschlagen ist mit dem Unterrichtsministerium vereinigt. Ueber die Botschaft, mit welcher der neue Präsident der Rang eines Staatsministers verliehen wurde. Dem in worden, hat sich aber noch immer sehr wohl dabei bevor die Kammer treten will, wird telegraphirt: Letzter Beit vielbeschäftigten Herrn Lucanus wurde der Rang funden. Paris, 28. Januar. Wie in parlamentarischen Kreisen unmittelbar hinter den Staatsministern Antrag Kanik. Di Wirthschaftliche Vereinigung" verlautet, enthält die Botschaft von Faure einen Appell zur Beverliehen. Dem Professor Gneist wurde das Prädikat des Reichstags hat jetzt beflossen, den Antrag Ka nih ruhigung der Parteikämpfe und den aufrichtigsten Wunsch nach Exzellenz und dem Leib- Stallmeister des Kaisers der Rang in folgender neuen Fassung im Reichstag einzubringen: demokratischen Reformen, fie betont ferner die ausgezeichneten der Räthe vierter Klasse, also der Rang des Staatsanwaltes Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler Beziehungen mit den europäischen Staaten und den festen Willen Dr. Benedig, verliehen. zu ersuchen, dem Reichstage baldigst einen Gefeßentwurf vor- Frankreichs, den Frieden zu erhalten und zu kräftigen. zulegen, wonach 1. der Einkauf und Verkauf des zum Einem Telegrammi des, Berliner Tageblatts" aus Paris Eichenlaub. Das einigermaßen Wichtige aus den Verbrauch im Zollgebiet bestimmten ausländischen Ge- zufolge, werden die Sozialisten folgende vier Interpellationen Erlassen, die der Kaiser zu seinem Geburtstage veröffentlicht trei des, mit Einschluß der Mühlenfabrikate, ausschließlich für einbringen: 1. betreffend die Haltung Ribot's in den Panamahat, haben wir schon gestern, noch vor dem Reichs- Rechnung des Reichs erfolgt; 2. die Verkaufspreise standalen und die Gründe, die ihn verhinderten, die 104 beAnzeiger", bekannt gemacht. Nun noch etwas Anderes. Des Getreides nach den inländischen Durchschnittstheiligten Deputirten, die ihm bekannt gewesen, zu verEbenso wie jene Extra- Ausgabe des Reichs- Anzeigers", ift preifen der Perioden 1850-1890, die Verkaufspreise der folgen; 2. die Rolle Ribot's in der Affäre Arton; 3. die auch eine mit Eichenlaub umrankte Extra- Nummer des Mühlenfabrikate den Getreidepreisen entsprechend nach dem wirk- Verbindungen Ribot's mit Canivet. Die vierte InterArmee- Verordnungs- Blatts" erschienen mit einer Kundlichen Ausbeuteverhältniß bemessen werden, so lange hierdurch die gebung des Raisers, betitelt, An mein Heer!" Es Einkaufspreise gedeckt sind, während bei höheren Ein- pellation wird an den Justizminister gerichtet, sie wird wird daran erinnert, daß in diesem Jahre zum fünf- fprechend zu erhöhen sind; 3. über die Verwendung der taufspreisen auch die Bertaufspreise ent- die Maßnahmen in der Südbahn- Affäre betreffen. Wir wissen nicht, ob diese Nachricht authentisch ist; undzwanzigsten Male die Gedenktage des deutsch aus dem Verkauf des Getreides und der Mühlenfabrikate zu er- aber daß die Sozialisten mit dem Panama- Minister Ribot französischen Krieges wiederkehren. Unauslöschlich glänzen zielenden Ueberschüsse derart Bestimmung getroffen wird, daß in Kampf tommen werden, unterliegt keinem Zweifel. die Thaten des deutschen Heeres in den Büchern a) alljährlich eine den jetzigen Getreidezoll- Einnahmen mindestens Die Lage in Frankreich wird beiläufig von unseren dortigen der Geschichte, unverwelklich wäre ber Ruhmes gleichkommende Summe an die Reichskasse abgeführt wird, b) zur Genossen als sehr günstig betrachtet. Indem wir auf den franz, Den es um seine Fahnen gewunden habe. Ansammlung von Vorräthen für außerordentliche Bedürfnisse Das Heer hätte darum vor allem die Pflicht, die( Kriegsfälle u. f. m) die nöthigen Mittel bereitgestellt werden, an der Spitze unseres heutigen Blattes stehenden Brief verErinnerung an jenen Krieg aufrecht zu erhalten. Darum ein Reservefonds gebildet wird, um in Zeiten hoher In- und weisen, wollen wir aus einem Privatbrief eines der bes bas folgende: Auslandspreise die Zahlung der an die Reichskassen jährlich kanntesten französischen Sozialisten folgende Stellen hervorabzuführenden Summe a sicher zu stellen." heben: " Außerdem hat die Wirthschaftliche Vereinigung" beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, zu einer ihm gelegen erscheinenden Zeit eine Juterpellation an die verbündeten Regierungen zu richten, welche gesetzliche Maßregeln die verbündeten Regierungen zur Hebung der Getreidepreise Ich bestimme, um zugleich den Truppen ein wahrnehm Daß es sich hier um einen agrarischen Raubzug allerbares Zeichen ihrer stolzen Erinnerungen zu gewähren, größten Stiles handelt, haben wir schon früher hervorgehoben. daß, so oft in der Zeit vom 15. Juli dieses Jahres bis Wenn das Getreide billig steht auf dem Weltmarkt, dann wollen zum 10. Mai des kommenden Jahres die Fahnen entfaltet sich die Großgrundbesizer durch den Staat die hohen Preise werden, sämmtliche Fahnen und Standarten, denen mein garantiren lassen, die in früheren Jahrzehnten bei uns für Herr Großvater, des großen Raisers und Königs Getreide gezahlt werden mußten, bevor noch die ausWilhelm I. Majestät, für die Theilnahme an diesem Kriege ländische Konkurrrenz auf die Erniedrigung der Getreide Wilhelm I. Majestät, für die Theilnahme an diesem Kriege preise eingewirkt hatte. Steht aber der Weltmarktpreis eine Auszeichnung verliehen hat, mit Eichenlaub geschmückt über jenem vom Grafen Kanit vorgeschlagenen Durch werden und die ersten Geschütze derjenigen Batterien, schnitt, dann nehmen die Herren Agrarier natürlich auch welche in ihm gefochten haben, Eichenkränze tragen. noch diesen Extraprofit mit. Im Interesse des Völkerfriedens und der endlichen Aussöhnung der beiden großen mitteleuropäischen Kulturnationen fönnen wir solche Rundgebungen nur bedauern. Wir begreifen den Stolz auf die gewaltigen Siegesthaten der deutschen Armee von 1870/71; wir sind aber der Meinung, daß es gerade für den Sieger ein Gebot der anzuwenden gedächten. Klugheit wäre, bei dem Gegner die schmerzlichen Erinnerungen nicht ohne zwingenden Grund immer wieder aufzufrischen. schaffung der für die Armee nöthigen Bekleidungs- und Von der preußischen Sparsamkeit". Die Be Wir tadeln und bekämpfen den Chauvinismus, wo er sich Ausrüstungsstücke erfolgt heute durch die Bekleidungsämter zeigt. Leiden unsere westlichen Nachbarn besonders an dieser Krankheit, so sollen wir dafür sorgen, dieses Uebel bei uns wenigstens nicht aufkommen zu lassen. Der Krieg Seine Mutter nickte. Er wollte aufstehen, ihr entgegenNein, nein, rühre Dich nicht! Sie wird eintreten! Und die junge Frau erschien in der Thür. Wie sie in ihren schwarzen Gewändern mit den goldenen Haaren, die unter ihrem Kreppschleier leuchteten, so weiß und rosig das stand, glich sie dem lebendig gewordenen Bilde des Trostes. Sie schritt langsam auf René zu, der regungslos dasaß, und sagte, ihm die unbehandschuhte Rechte reichend: eilen. Wir sind beide unglücklich gewesen, mein Freund, wollen Sie, daß wir nun versuchen, vereint glücklich zu sein? René bedeckte die kleine Hand, die Annette ihm überließ, mit Thränen und Küssen. Gegenstand Ersparniß 7. Es geht gut in Frankreich. Die Bourgeoisrepublik steckt in der Sackgasse fest- die Verwirrung und das Durcheinander ist so groß, daß es gar nicht mehr möglich ist, ein festes Ministerium zu bilden. Die größte Schwierigfeit bietet das Budget. Das Defizit beträgt 100 Millionen Franks und man weiß nicht, wie es gedeckt werden soll. Faure ist ein Lebemann( jouisseur), der all seine Freunde im Stich lassen wird, nur um Ruhe zu haben. Das ist der Präsident, den wir brauchen. Er ist für uns weit besser als der berechnende Brisson, der die Linke sofort verrathen hätte, um die Rechte zu gewinnen. Aus der belgischen Kammer berichtet die Frankf. Beitung" das folgende: Minister de Burlet: In dem Bericht über die gestrige Sigung ist berichtet, daß ich in Beantwortung einer Interpellation Defnet's, der die Regierung beschuldigte, fie habe auf Arbeiter schießen lassen, gesagt habe, diese Beschuldigung sei eine Schändlichkeit, eine unverschämtheit. Darauf habe Herr Vandervelde Sie!" Ich frage das ehrenwerthe Mitglied, ob dieser Bericht eingegriffen und mir zugerufen:" Der unverschämte sind richtig ist. Vandervelde: Der Bericht ist richtig. Auf der Rechten von denen für jedes Armeekorps eins existirt, theils sprach man davon, daß man den Arbeitern loyal, die Hände entdirekt durch die Regimenter bezw. Bataillone. Die folgende gegenstrecke, worauf einer von uns erwiderte, daß man die kleine Tabelle zeigt nun, um wie viel die im Etat vor: Arbeiter mit Kolbenstößen behandle. Hierauf hat der Minister, der im höher sind, als die, welche die Bekleidungsämter an unserer Gruppe gesagt:" Der Unverschämte sind Sie!" Ich habe gesehenen und von den Steuerzahlern aufzubringenden Preise Namen der Regierung spricht, erklärt, diese Erwiderung sei eine Schmach und eine unverschämtheit. Darauf habe ich im Namen fegen, wenn sie die Sachen selbst im großen vergeben. von diesen Worten nichts zurückzunehmen. Minister de Burlet: Wir bemerken noch, daß in der folgenden Tabelle die Etats- Herr Vandervelde sagt, er habe im Namen seiner Gruppe gestärke der Einfachheit halber auf 500 000 Mann an sprochen. Das ist eine Ausflucht. Ich habe das Recht, so zu genommen ist und der Bedarf in jedem einzelnen Artikel, reden wie ich gethan, denn die Kammer hat im vorigen Jahre der Tragezeit entsprechend, auf das Jahr umgerechnet ist: fast einmüthig der Regierung recht gegeben. Es iſt feſtgeſtellt worden, daß diejenigen, welche die Waffen gegen die Arbeiter brauchten, sich im Stande der Nothwehr befanden.( Stimme links: Gehen Sie doch!) Ich habe meinen Unwillen nicht zurückhalten können und habe Herrn Defnet geantwortet. Ich frage mich, mit welchem Rechte sich Herr Vandervelde eingemischt hat. Er sagt, er habe nichts zurückzuziehen.( Nach einer Pause:) Es handelt sich also um eine Affaire zwischen Herrn Baudervelde und Vandervelde: mir! Bollkommen! Der Präsident 120 000 de Lantsheere erklärt, er habe gestern beide Aeußerungen 75 000 überhört. Die Aeußerung des Ministers war übertrieben, Herr 78 000 Vandervelde hat aber auch übertrieben und er hatte Unrecht, sich 400 000 direkt an den Minister zu wenden. Man solle die Aeußerungen auf beiden Seiten zurückziehen. Minister de Burlet: Der Zischenfall wird anderwärts ausgetragen werden, Die Behauptung Defnet's war so gehässig, daß ich meine Empörung nicht bemeistern konnte. Ich könnte eine Abschwächung eintreten lassen, wenn Herr Defnet mit geantwortet hätte. Aber Herr Vandervelde hat fich unberechtigter Weise eingemischt. Es ist nur eine Ausflucht, wenn er sich jetzt hinter die sozialistische Gruppe versteckt. Vandervelde: Ich begreife nicht, wie der Minister von Ausflucht Von den 116 Positionen, die die Bekleidungsordnung sprechen kann, da er doch ankündigt, die Affäre werde anderswo aufführt, haben wir in obigem auf das Gerathewohl ausgetragen werden. Ich habe im Namen der sozialistischen 6 Positionen herausgegriffen, an denen sich eine Ersparniß Gruppe erwidert. So lange der Minister nichts zurückzieht, ziehe ich auch nichts zurück. Der Präsident wünscht, daß beide Aeuße Jezt, Mama Messant, fuhr Henri fort, nehme ich Sie von sage und schreibe nahezu anderthalb Millionen Mark rungen zurückgezogen werden. Vandervelde: Wenn es sich nur mit mir. Die beiden haben sich gewiß soviel zu sagen. Dennoch blieben sie, als sie allein waren und Annette erzielen ließe. Wohlgemerkt eine Ersparnis, zu deren Er- um eine Gefälligkeit gegenüber dem Herrn Präsidenten handelte, würde ich keinen Augenblick zögern, da ich aber dem Herrn sich neben René gesetzt hatte, lange Zeit, ohne ein Wort zielung nichts als ein Federstrich nöthig ist, nämlich eine Minister persönlich gegenüber stehe, so muß ich bedauern, zu sprechen. Sie fonnten sich nur innig die Hände drücken, Anweisung des Kriegsministeriums an die Truppentheile, den Wunsch nicht erfüllen zu können. Der Präsident fich anschauen, lächeln und sich von neuem anschauen. So ihren Bedarf fünftig, statt direkt, nur noch durch die Be- wiederholt feinen Wunsch. Vandervelde schweigt. Minister nahm eines von dem anderen Besitz durch die Augen. Sie leidungsämter zu decken. Nehmen wir an, daß bei den de Burlet( dem man auf der Rechten zuruft, er solle er fei empört gewesen, gebe suchten in ihren Zügen das geliebte Antlig früherer Tage. übrigen Positionen das gleiche Verhältniß obwaltet, so ist nichts zurückziehen) erklärt, René war entzückt, als er Annette durch das Leben gereift es gewiß nicht zu viel gesagt, daß auf diese Weise eine aber zu, daß sein Ausdruck über das Maß hinausgegangen sei. Präsident: Der Minister hat erklärt, daß seine Aeußerung überund weiblicher geworden fand. Ihre Schönheit war ernster Ersparniß von geworden und spiegelte eine reine, tiefe Seele. Annette war trieben war und sich nicht persönlich gegen Herrn Vandervelde richtete. Vandervelde: Meine Aeußerung richtete sich gleichfalls es schmerzlich, René mit matten Bügen, tief umschatteten, an Alle, welche den von der Bant der Sozialisten ausgegangenen übergroßen Augen in dem bleichen Gesicht zu sehen. Ausruf als eine Unverschämt ansehen. Alles was ich thun fann ( Fortsetzung folgt.) ist, daß ich erkläre, ich werde meine Aeußerung nur in demselben M. M. Das war ihre Verlobung. D, wie bin ich zufrieden! rief eine herzliche Stimme. Frau Messant, ich muß Sie umarmen! Ich bin ja jetzt 31 auch ein wenig Ihr Sohn, da René nun ganz mein Bruder wird. 13 18 Brotbeutel Drillichjacen Halsbinden 5 2 84 Hemden 8/4 1/2 100 000 3,- 1,80 250 000 2,08 1,73 630 000 0,40 0,27 1 000 000 1,75 1,35 85 Hosen Henri ließ dem Worte die That folgen und fiel der alten Frau um den Hals, küßte René, tüßte seine Schwester und wirbelte wie närrisch im Zimmer umher. a) Drillich u. Leinen 11/2 b) Unterhosen 5/6 106 Tuch II 2 11/4 500 000 2,-1,70 600 000 1,45 1,10 ( m) 500000 5,35 5, 500 000 4,40 4, So, sagte er, jetzt darf man nicht mehr frank sein. Das ist verboten! Es fehlte bisher an einem guten Arzt, ich glaube aber, daß ich den besten von allen mitgebracht habe, nicht wahr, Bruder René? Bruder René, der noch immer kaum sprechen konnte, warf ihm einen Blick voller Dankbarkeit zu. a) Waffenröcke b) Hosen 150 000 210 000 175 000 200 000 1408 000 10 Millionen im Jahre möglich wäre, eine Summe, die unseren hungernden Boltsschullehrern, darbenden Subalternbeamten 2c. aus ihren Nöthen helfen würde. Maße zurückziehen,«18 der Minister die seinige zurückzieht. DaS ist mein letztes Wort. Der Präsident mahnt dann zu allseitiger Mäßigung und schließt den Zwischenfall. Trotz dieser Vorgänge denkt man in Belgien an keine Verschärfung der Disziplinarbefugnisse des Präsidenten.— Lord Nandolph Churchill. Unser Londoner Kor« respondent schreibt uns über den verstorbenen englischen Staatsmann: Die politische Karriere dieses Mannes, der seit Wochen nur mit Aufwand aller möglichen medizinischen Künste im Todeskampf erhalten wurde— ein nicht sehr beneidenswerthes Privilegium der Groben— ist ein merkwürdiges Beispiel, wie schnell parlamen- tarische Positionen erobert und wie schnell sie verloren werden können. Wen» Randolph Churchill lange vordem zu leben aufgehört, bevor er die Augen geschloffen, so war er schon politisch todt, bevor hoff« nungslose Krankheit ihn von der politischen Bühne abtreten ließ. Seine glänzendste Epoche war die der erste» Hälfte der achtziger Jahre, wo er die„unverantwortliche" Opposition der„vierten Partei" fast mehr noch gegen die offizielle Leitung der Tory- partei als gegen da? in Amt befindlich« Kabtnet Gladstone führte. Rücksichtslose Verachtung allerTradilioncn der konservativen Partei und des politischen Konventionalismus, sowie namentlich der Bour- geoisrespektabililät, machten den Abkömmling der Marlboroughs zum wahren Schreckenskind im konservativen Lager, verschafften ihm aber zugleich eine Popularität und einen Einfluß, die es den Parteileilern unmöglich machten, ihn einfach bei Seit« zu schieben. Man mußte ihm l88S einen Sitz im Ministerium Salisbury geben, und alle Zeichen deuteten daraus hin, daß der erst 36jnhrige sehr bald Ministerpräsident fei» werde, als 1886 Gladstone sich zu Homerule bekehrte, die Masse der großen Whigs auS der liberalen Partei austraten und sick, als liberale Unionisten mit den Tories alliirten. Diese Allianz bedeutete den Wendepunkt in Churchill's Karriere. Jetzt konnte man ihn abstoßen, und man stieß ihn ab. Oder vielmehr, jetzt duckte man ihn. Und er war nicht stark genug, sich von neuem aufzulehnen. Wohl legte er nach kurzer Zeit das Portefeuille, das man ihm gegeben, nieder, und wurde wieder unverantwortlich. Aber mit der Keckheit der Jugend war auch der Zauber seiner Persönlichkeit dahin. Er datte sich erschöpft, nach allen Richtungen hin. Gegen Gladstone halte er Parnell und den Inländern beigestanden, nach 1886 erklärte er den Jrländern:„ich habe euch bisher geholfen, so viel ich konnte, jetzt werde ich euch, so viel ich nur kann, de- kämpfen." Damit band er sich selbst an den Wagen der Tory- Koalition, und gegen die Balfur- Salisbury'schen Zwangsgesetze fand er kein Wort. Schließlich verlor die parlamentarische Thätigkeit jeden Reiz für ihn, und auf Rennplätzen und in Sportklubs ruinirte er seine nie sehr starke Konstitution vollends. Hat er so das Ziel seines Lebens verfehlt, so hat er doch ans den Gang der englischen Politik großen Einfluß ausgeübt und dauernde Spuren seines Wirkens hinterlassen. Durch seine Opposition hat der Torydemokrat Gladstone eine demokratische Politik aufgezwungen und damit die ganze Partcimaschine vorwärts- geschoben. Ohne seine Revolte gegen die konservativen Partei- führer wäre vielleicht auch die Wahlreform von 1334 weniger glatt abgegangen. Jetzt steht sein einstiger Adjutant Balfour auf dem Sprung, die Zügel der konservativen Partei in die Hand zu bekomme», er ist gestiegen, wie Churchill fiel. Statt des Cynikers, gelangt der Skeptiker— der Philosoph des Zweifels')— ans Ziel.— Ter Nationalkongresz der italienischen Sozia- listen. Die italienischen Sozialisten hielten, wie wir schon vor einiger Zeit berichtet haben, am Sonn- tag, den 13. Januar in Parma ihren Nationalkongreß ab. Vertreten waren die Sozialisten von Mailand, Turin, Neapel, Florenz, Pavia, Creniona, Jvrea, Sampierdarena, Novara, Mantua, Rovigo, Lodi, Ferrara, Alba, Siena, Pisa, Ancona, Parma und anderen Städten. Jetzt sind wir in der Lage, etwas näheres über den Kongreß mittheilen zu können. Der Zweck des Kongresses war vor allem, gegenüber der brutalen Unterdrückungspolitik Crispi's eine geeignete Parteiorganisation zu schaffen, und ferner die Taktik für die nächsten allgemeinen Wahlen zu bestimmen.— Obgleich der Kongreß geheim abgehalten wurde, weil alle sozialistischen Versammlungen verboten sind, war er doch von 59 Delegirten besucht. Aus dem Kongreß wurden nun folgende Beschlüsse gefaßt: „Die italienischen Sozialisten konstituiren sich als „Italienische Sozialistische Partei". Die Or- ganisation besteht in lokalen Gruppen, deren Mitglieder die einzelnen Parteigenossen der betr. Orte sind. Der jährliche Minimalbettrag beträgt 1,20 Lire(96 Pfennig). Die Partei hat einen Nationalrath und ein exekutives Zentralbureau. Tie sozialistischen Gruppen jedes Wahlkreises senden ihre Repräsentanten zu den regionalen und nationalen Kongressen. In den ersten werden die Mitglieder des Nationalraths, in den letzteren die Mitglieder des exekutive» Zentralbureaus gewählt. Das exekutive Zentralbureau hat in den Versammlungen des Nationalraths nur berathende Stimme." Diese Resolution, durch die also die Gewerkvereine ic. von der politischen Partei ausgeschlossen sind, wurde mit allen gegen drei Stimmen angenommen. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: „Tie Sozialisten nehmen an den kommunalen, provinzialen und politischen Wahlen als selbständige Partei theil und stellen überall selbständige Kandidaten auf. Es ist aber gestattet, in de» Stichwahlen solche bürgerliche Kandidaten zu unterstützen, welche die bestehenden Freiheiten zu vertheidigen versichern." Einige Anwesende wollten, daß in solchen Wahlkreisen, wo die sozialistische Partei keine Aussicht auf Erfolg hat, radikale Abgeordnete ohne weiteres unterstützt werden sollten. Jndeß wurde die obige Resolution mit 34 gegen 20 Stimmen angenommen.— Crispi arbeitet nach alten Mu st er n. Stets hat man bei Gefahren innerer Verwickelungen das Volk niit äußeren kriegerischen Erfolgen von der Betrachtung der inneren Lage abzulenken gesucht; so machte es Napoleon III, so der Czar im Jahre 1877. Ob das gleiche in Italien gelingen wird, bleibt dahingestellt. Interessant ist aber jedenfalls die folgende Meldung: In Regierungskreisen scheint man sich sehr viel von den Siegen des Generals Baratieri zu versprechen und hofft durch das glückliche Vorgehen in Massauah die erschütterte Autorität bezüglich der innere» Politik wieder zu gewinnen. Ter Minister» ralh soll beschlossen haben, das Protektorat aus die in de» Kolonien von Uglhua wohnende» Stämme auszudehnen und alsdann die zuerst nach Afrika bestimmten 10 000 Mann dorthin zu senden.— Getreidezölle in Spanien. Die Schutzzollpolitik macht Schule. Aus Madrid wird telegraphirt: Der Ministerrath hat über die Erhebung von Schutzzöllen aus Getreide Be< schluß gefaßt. Es soll ein Zoll und zwar nur auf eine begrenzte Zeitdauer auf die Einfuhr festgesetzt werden; man wird verlangen, daß die Eisenbahngesellschafle» die Tarife vom Inneren des Landes»ach der Küste herabsetzen und die Tarife von der Küste nach dem Innern erhöhen.— Ter Minister ') Balfour hat eine Abhandlung„on doubl" verfaßt für Ackerbau hat infolge dieseSs Beschlusses seine Absicht zu demissioniren aufgegeben. Giers, der seit dem 9, April 1882 als Nachfolger Gortschakow's das russische Auswärtige Amt leitete, ist gestern im Alter von 75 Jahren nach langen Leiden verschieden. Er wurde von den Panslavisten, deren Kriegsgelüste er stets mit Geschick zu bekämpfen verstand, scheel angesehen. Jeden- falls hat er um die friedliche Haltung Rußlands während des letzten Dezenniums sich weit eher Verdienste erworben, als der um deswillen von der servilen Presse so mit Unrecht verherrlichte Alexander III. Den russisch-französischen Freund- schafts-Betheuerungen stand er kühl gegenüber. Einfluß auf die innere Politik Rußlands zu nehmen, scheint er stets vermieden zu haben.— Aus Tripolis(Nordafrika) wird gemeldet: Das englische Kriegsschiff„Dolphin" traf am 18. d, Mts. vor Tokra ein. Der Kommandant und mehrere Offiziere, welche gelandet waren, mußten wieder an Bord gehen, weil die türkische Garnison eine feindselige Haltung gegen sie einnahm. Nach Benghasi zurückgekehrt, setzte der Schiffskommandant es durch, daß der Gouverneur Weisungen ergehen ließ. dem Anlaufen Tvkra's durch den„Dolphin" kein weiteres Hinderniß in den Weg zu legen. Gleichzeitig wurde der Oberbefehlshaber der türkischen Truppcnabtheilung in Tokra beauftragt, sein Verhalten zu entschuldigen.— VsvlsurenkavifNxes. Tie Umsturzkommission tagte heute Vormittag wieder. Ter Vorsitzende iheilt zunächst mit, daß vom Reichs-Justizamt das Begründungsmatenal eingegangen sei. Dasselbe wird, laut früherem sBeschluß, dem Protokoll zur Einsichtnahme für die Mitglieder einverleibt. Der Vorschlag, bereits jetzt einen Berichterstatter zu bestimmen, wird angenommen und werden die Abgeordneten Spahn und Enneccerus mit der Abfassung des Berichts beauftragt. Bei Beginn der Diskussion erklärt Spahn namens der Zentrumsmit�lieder, daß dieselben den Antrag Greiß zu Z lila zurückziehen und für den An- trag Boltz stimnien werden. Hüpede» erklärt es als die Absicht der Vorlage, nicht nur die Sozialdemokratie zu bekämpfen, sondern der lang- samen Untergrabung der Staatsordnung überhaupt ent- gegen zu treten. Dieser Absicht zu dienen sei der § III a bestimmt und derselbe müßte deshalb»»geändert angenommen werden. Der Paragraph soll sowohl gegen die Sozialdemokraten und Anarchisten, wie gegen sogenannte wiflen- schaftliche Arbeiten gewisser Professoren Anwendung finden. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen ergeht sich der Redner über alles Mögliche und noch einiges, ohne zu dem in Frage stehenden Paragraphen etwas Bemcrkenswerthes zu sagen. Während dieser Rede ist der Kompromiß-Antrag Boltz-Spahn formulirt eingelaufen, danach soll bestrast werden, wer„in solcher Weise oder unter solchen Umständen(Verbreche» oder Ver- gehen) als rühmlich oder berechtigt darstellt, daß die Darstellung geeignet erscheint, andere zur Begehung solcher strafbaren Handlungen anzuregen." Dr. Barth läßt, angesichts dieses Kartellprodukles seinen Antrag zu§ lila fallen und nimmt den vom Zentrum zurück- gezogenen Antrag zu diesem Paragraphen auf. Munckel erklärt den neuen Antrag Spahn-Boltz für absolut unannehmbar und weit schlimmer als die Re- gierungsvorlage. Stumm spricht sich für de» Kompromißantrag aus. Bebel konstatirt, daß mit dem Kompromißantrag das Bündniß des neuen Kartells, Konservativ-Nationalliberal-Ultra- montan, bestätigt werde. Weiler weist Redner die Angriffe des Abgeordneten Hüpede« auf unsere Partei zurück. Für die Be- urtheilung durch den Richter komme es in der Regel nicht darauf an, was man sage, sondern wer nnd vor wem man es sage. Das Gedicht der„Kreuz-Zeitung" zum letzten Geburts- tage des Kaisers würde, wenn es in einem sozialdemokratischen Blatte erschienen wäre, einen Verstoß gegen den Z lila enthalten, denn es fordere ganz offen zum Bürgerkriege auf. Das Zentrum verleugne mit der Z u st i m m u n g zu dem Antrage Boltz sowohl seine ganze Ver- gangenhcit, wie auch die Erklärungen seiner Redner im Plenum. Wäre der Antrag Boltz-JSpahn schon Gesetz, so würde die gesammte süddeutsche Presse wegen Entschuldigung der Fuchsmühler Vorgänge demselben ver- fallen sein. L e n z m a n n erklärt, daß er gegenüber dem Kompromiß Boltz-Spahn sich genöthigt sehe, jetzt, entgegen seiner frühere» Erklärung, für den Antrag Barth(Greiß) zu stimmen. Stephan(Z.) versucht das Kompromiß zu entschuldigen, was ihm aber nicht gelingt. Spahn unterstützt seinen Fraklions- genossen in dem Bestreben, den Umsall der Zentrumsmitglieder zu beschönigen. Ein konservativer Schlußantrag wird abgelehnt. Bebel konstatirt noch einmal die Schwenkung deS Zentrums, welche wohl eine Folge der Erklärung des Regierungsvertreters am vorigen Freitag sei, wonach die Regierung in jeder Ab- schwächung des§ lila eine Verwerfung der Vorlage erblicke. Enneccerus giebt zu, daß der ß lila bedenklich sei, aber man könne zu unseren Richtern daL Ver- trauen haben, daß sie das Richtige finden werden. Lenzmann konstatirt, daß Rintelen bereits in der letzten Sitzung eine Schwenkung des Zentrums in Aussicht gestellt habe, wenn die Regierung aus dem Gebiete der Schule und Kirche Konzessionen macke. Der Minister habe sich sehr rcservirt aus- gesprochen. Trotzdem sei jetzt das Kompromiß fertig. Was mag in der Zwischenzeit gespielt haben? Rintelen und Dr. Lieber suchen die Darlegungen Lenz- mann's zu widerlegen. Lieber betont, daß Rinielen nicht im Auftrage des Zentrums gesprochen habe. Rintelen selbst wies den Verdacht, daß er und seine Freunde in dieser Angelegenheit ein Tauschgeschäft machen wollen, auf das entschiedenste zurück. In der hierauf erfolgenden Abstimmung wird der Antrag Barth(Greiß) mit allen gegen sechs Stimmen abgelehnt. Das Zentrum stimmte gegen seinen eigenen früheren Antrag. Hieraus wird der Antrag Boltz-Spahn mit zwanzig gegen sieben Stimmen angenommen. Vom Zentrum stimmte Dr. Schädler dagegen. Nach dieser Abstimmung wird also in Zukunft die Dar- stellung von Verbrechen(z. B. der französischen Revolution oder des Bauernkrieges) als rühmlich oder berechtigt in der Presse oder öffentlich vor einer Menschenmenge bis zu einem Jahre Gefängniß bestraft. Außer der„Glorisikation" von Verbrechen sollen auch die Anpreisung jener Vergehen mit der gleichen Strafe belegt werden,„die unmittelbar und in besonders bedenklicher Form gegen die Staatsmacht sich richten, oder die das Gefühl der Sicherheit in der Bevölkerung am ehesten gesährden". In die Auswahl dieser Paragraphen trat die Kommission nun ein. Zur Frage stehen zunächst die ßß 113 und 114(Widerstand gegen die Staatsgewalt). Vom Zentrum liegt ein Antrag vor, diese beiden Paragraphen zu streichen. Von den Regierungsvertretrrn, Minister v. Köller und Geheimer Rath Lukas, wurde besonders die Gefahr für die Autorität des Beamtenthums hervorgehoben, welche darin liegt, wenn der Widerstand gegen die Staatsgewalt unbestraft glorifizirt werden darf. In derselben Richtung plädiren Herr v. S a l i s ch(k.). S t u in m und B u ch k a(k.). Ersterer beklagt besonders die vielen Feindschaften, denen die Polizei-Organe ausgesetzt seien. Minister von Kölker hat einen Brief erhalten, in dem er grob beschimpft, und ihm mit- getheilt wird, daß der„anarchistische Klub" sein(des Ministers) Todesurtheil gefällt habe.(Auer ruft dem Herrn Minister zu: Da leben Sie noch lange!) Lenzmann will keine Verstärkung der Polizeigewalt. Auer meint, wenn die Polizei viel angefeindet wird, so muß dafür doch ein Grund vorhanden sein und der ist darin zu suchen, daß die Polizei in ihrem Machtbewußtsein auf die Bedürfnisse des Publikums keine Rücksicht nehme. Wo die Polizei dem Schutze des Publikums obliege, finde sie auch die Sympathien desselben. Wer aber die Gewohnheiten, besonders der Berliner berittenen Schiitzmannschast gelegentlich großer Volksaufzüge kennt, wird begreifen, warum für dieses Verhalten im Publikum keine Sympathien vorhanden sind. Redner erinnert weiter an die Zeit des Kulturkampfes. wo in der ultramontanen Presse Priester und Bischöfe, welche der Staatsgewalt Widerstand entgegensetzten, häufig glorifizirt wurden. Redner erinnert auch an die Rheinbroller Glockenaffäre und die Vor- gänge in Marpingen, wo die gesammte katholische Bevölkerung Partei gegen die Behörden und für den Widerstand gegen die behördlichen Maßnahmen nahm. Bei der Abstimmung wird der ß 113 mit 13 gegen 11 Stimmen gestrichen, dagegen der§114 mit 12 gegen 14 Stimmen stehen gelassen. Für die Streichung des Z 113 stimmte auch Lieber- mann von Sonnenberg. Die Beibehaltung des§ 114 erfolgt«, weil 2 Mitglieder des Zentrums bei der Abstinimung fehlten. Dr. Barth beantragt, den Z 124(öffentliche Zusammenrottung) zu streichen. Bebel frägt an, ob nach Annahme dieses Paragraphen die Ausführung der„Weber" von Gerhart Hauptmann auch zu verbieten sei? Buchka(kons.) bejaht diese Frage; die Regierunhsvertreter aber schwiegen sich dieserAnfrage gegenüber aus. Bei H 125(Landsriedensbruch) macht Bebel darauf auf- merksam, daß mit dieser Bestimmung die gesammte bayerische Presse in der Fuchsmühler Angelegenheit sich strafbar gemacht hätte. Die 8Z 124 und 125 werden mit allen gegen 5 Stimmen Freisinnige und Sozialdemokraten) angenommen. Ebenso wird die Aufnahme des 8 240(Nöthigung), dessen Streichung das Zentrum beantragte, mit 13 gegen 12 Stimmen beschloffen. In diesem Falle stimmte Dr. Barth, der übrigens erklärte, gegen den ganzen Paragraphen in der Fassung Boltz-Spahn stimmen zu wollen, für die Regierungsvorlage. Mittlerweile ivar es Ve3 Uhr geworden und wurde die Sitzung geschlossen. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch um 10 Uhr statt. Tie vier Volksversammlungen in denen über„das Wahl- recht der Frauen", reserirl werden wird, finden nicht, wie irrthümlich angegeben, Ende dieses Monats, sondern am 5. und 6. Februar statt, und zwar, am 5. Februar in den Lokalen „Kolberger-Salon" und„Sanssouci", am 6. Febr. in den„ A r m i n h a l I e n" und Böhmisches Brauhaus. Wir ersuchen die Vereine möglichst Rücksicht auf diese wichtigen Versammlungen zu nehmen. Die Frauen-Agitationskommission. »* Zur Umsturzvorlage. Unser Genosse Bebel äußerte sich kürzlich in der Umsturzkommission in bezug auf die Unparteilich- keil der Richter sehr treffend dahin, daß unsere Richter wohl in der Regel nicht„bewußt parteiisch" seien, sondern daß sie eben auch nur Menschen wären, und als solche sich den Einflüssen ihrer Umgebung und Klassenstellung nicht entziehen könnten. Der Redner berief sich dabei auf die letzthin aus Breslau berichtete Thatsache, wo es offenes Geheimniß sei, daß vor derselben Strafkammer in bezug aus das Strafmaß die widersprechendsten Urtheile gefällt wurden. Es komme nur daraus an, ob man am Dienstag oder Freitag vor Gericht stehe. Die Richter wechseln an diesen Tagen, und mit diesem Wechsel ändere sich auch die Beurtheilung des Falles. Die Vorlage lege die Entscheidung in die Hände des Richters und diese haben es in der Hand, dieselbe Aeußerung bei dem einen Redner als harmlos und bei dem anderen als strafbar zu erachten. Die freie Beweiswürdigung gebe den Angeklagten hilflos in das Ermessen der Richter, die Richter aber könnten sich so wenig, wie die übrigen Menschen, des Einflusses ihrer Klaffen- vorurtheile entziehen. Wer die von uns an dieser Stelle veröffentlichten Urtheile gegen Sozialdemokraten, die sich sehr häufig, oft bei den nichtigsten Dingen durch ihre drakonische Härte, noch mehr aber durch die eigenthüniliche Begründung auszeichnen, regelmäßig verfolgt, kann sich der Richtigkeit der Bebe l'schen Ausführungen nicht entziehen. Ein weiteres Beispiel, daß die Richter nach ihrem Ermessen auch ohne Umsturzgesetz in der Lage sind, sozialdemokratische „Verbrecher" empfindlich zu strafen, wird uns in folgendem aus F r e i b u r g i. S ch l. gegeben. Dort hatte der Genoffe Härtung eine zwanzigtägige Haftstrafe zu absolviren. Wäh- rend dieser Strafverbüßung wandle er sich an den Amtsrichter, dem zugleich die Gesängnißaussicht mit obliegt, mit dem Er- suchen, man möge ihm(H.) eigene Beschäftigung(schriftliche Arbeiten), Selbstbeköstigung, Tabakrauchen und Lektüre gewähren. Amtsrichter Schindler lehnte sämmtliche Forderungen ab und zwar erstens mit dem Bemerken, das Gsrichtsgesängniß Freiburg sei kein Ort zum Fabriziren sozialistischer Romane. zweitens und drittens mir der Motivirung, wenn man dieses ge- währen würde, wo bleibe denn dann eigentlich die Strafe!— Briefwechsel mit seiner Frau wurde H. nur insofern gestattet, als H. nur geschäftliche Fragen und Themen in seinen Briefen berühren durfte. Auch gestattete man ihm, aus einem der ersten reiburger Hotels sein„täglich Brot" gegen einen horrenden reis zu beziehen! Im ersten Briefe, den H. an seine Frau schrieb, beging er nun allerdings die Unvorsichtigkeit, den Amtsrichter wegen der Ablehnung seiner Anträge der„Chikanirerei" zu zeihen. Der Amtsrichter Schindler, der bei der Kontrolle der zu be- fördernden Briefe auch diesen las, stellte Strasantrag wegen Be- leidigung. Am Freitag, den 18. Januar er., wurde vorstehende Angelegenheit vor der Strafkammer in Schweidnitz verhandelt. Genosse Härtung plädirte für seine Freisprechung, da in der That der Amtsrichter Schindler gegen ihn voreingenonimen ge- wesen sei. Denn derselbe habe in demNegiren aller Anträge H.'s und besonderen Herauskehren seiner politischen Gegnerschaft der An- »ahme Berechtigung verliehen, daß' er(Schiudler) gegen politisch Andersgläubige anders als gegen den Sozialdemokraten H. ver- fahren wäre. Wenn aber parteipolitische Gründe und Momente in Frage kämen, dann sei man wohl berechtigt von Chikanen zu reden. Ferner, daß H. ein armer Teufel ist, wußte Schindler. und trotzdem suchte er den theuersten Speisebezug für ihn heraus. Des weiteren betonte H., daß in der Ge- fängnißordnung sehr wohl ein Passus vorhanden ist, der für das Rauchen kein durchgehendes Verbot auskommen läßt, und daß infolge dessen einem leidenschaftlichen Raucher im GesundheitS- intereffe eine Erleichterung hätte gestattet werden können, wenn, nun ja, wenn der gute Wille da gewesen wäre. Ueberdies, führte H. weiter an, sei der Brief für seine Frau und nicht für Schindler bestimmt gewesen. Ter Staatsanwalt faßte die Angelegenheit wesentlich anders auf. Er sagte unter anderm: Wenn ein Landstreicher(!?) eine derartige Beleidigung gebraucht, so verzeiht man ihm, wenn aber ein Mann von Bildung und außerdem ein Agitator der Sozialdemokratie sich Aeußerungen wie vorstehend geschilderte erlaubt, dann muß mau mit höchstem Strafmaße messen. Er schilderte H. als einen ruchlosen Menschen anmelden. " ohne Gottesfurcht, deffen ganzes Bestreben darauf hinaus. Partei. Gegnerische Stimmzettel wurden nirgends abgegeben, Iregen, eine ähnliche Betition, wie wir gleich. Laufe, jede göttliche und irdische Autorität zu untergraben. unsere Kandidaten wurden überall einstimmig, gewählt. falls eine folche beilegen, dem Bundesrathe Der Vorsitzende des Gerichtshofes gab in seinen Urtheils zugehen zu lassen, welche wahrscheinlich mehr deduktionen nur ein Echo der staatsanwaltlichen Fanfare: Ord- Parteiliteratur. Der Verwalter der Münchener Post", nußen wird, als unsere Eingabe." nung Umfturz Sozialdemokratie- Vernichtung jeder Genosse Cohn fonnte einer Parteiverfammlung in München Das spricht für sich selbst. Die Glasarbeiter aller Autorität- schwere Beleidigung und verkündete zum Schlusse die Mittheilung machen, daß der Stand der Zeitung jetzt ein Branchen haben aber im Juli 1893 eine Petition an den drei Monate Gefängniß". Die Ehre des Herrn erfreulich günstiger sei und das Blatt vollständig auf eigenen Bundesrath gerichtet, in welcher sie die volle SonntagsAmtsrichter Schindler ist gerettet. Genosse H. wird Revision Füße stehe. Nicht so günftig steht es mit dem Buchhandlungs- ruhe verlangten. Deß wollen sich die Kollegen entfinnen! Und geschäft, das einen bedeutenden Zuschuß von seiten der Zeitung selbst wenn sie gezwungenermaßen die Petition der Einem Amtsrichter Chikane" vorzuwerfen, mag in unserer erforderte, was zu dem Entschluß geführt hat, dasselbe vom Fabrikanten unterstützten, würden sie ihrer damals an nervösen Zeit eine Beleidigung sein. Wenn dasselbe Verbrechen" 1. April ab aufzugeben und die dann zu ersparende Summe zur den Bundesrath gerichteten Eingabe den Stempel der Lüge aufaber, das der Staatsanwalt bei einem Landstreicher" eventuell besseren Ausgestaltung der Zeitung zu verwenden. drucken und sich selbst einen Faustschlag ins Gesicht versehen! entschuldigen zu können glaubt, bei einem Sozialdemokraten mit Die Kollegen wissen nun woran sie sind und wie Petitionen" drei Monaten Gefängniß bestraft wird, so beweist das Zwei Jahre Gefängniß und 1250 Mark Geldstrafe zu stande kommen. Mit Entrüstung muß ein solcher Versuch eben zur genüge, daß wir der Kautschukparagraphen des Um- wurden im Jahre 1894 gegen die Redakteure der beiden Zwickauer abgewiesen werden. Ich habe sofort eine entsprechende Einsturzgesezes" wahrlich nicht bedürfen. Arbeiterblätter, das„ Sächsische Boltsblatt" und das Bergarbeiter: gabe an den Bundesrath gemacht. Alles nähere folgt in nächster organ Glück Auf!" verhängt. Außerdem verbüßt der Redakteur Nummer des Fachgenosse". Löbtau, im Januar 1895. Georg Kritik an der Umsturzvorlage darf im Bezirke der des Sächsischen Volksblattes", Genosse Trogniß, seit März 1894 Horn, Vertrauensmann der Glasarbeiter Deutschlands. Alle Amtshauptmannschaft Dresden- Altstadt nicht geübt eine Gefängnißstrafe von 11 Monaten, die er Mitte Februar Arbeiterblätter sind um sofortigen Abdruck ersucht. werden, sie ist demnach auch wohl nach der Meinung der Amts: abgesessen haben wird, und Genosse Gladewitz hatte im August " 1 " halten. " hauptmannschaft unter der Kritit. Alle öffentlichen Vereine einjährige Gefängnißftrafe im Landesgefängniß verbüßt. Šeit Zuzug von Schuhmachern nach Mainz ist fernzu sammlungen mit diesem Thema werden verboten. Die öffent Jahr und Lag siyen ständig Redakteure der beiden Arbeiterliche Ruhe und Sicherheit soll angeblich gefährdet sein, wenn blätter hinter Schloß und Riegel. Und da sollen die geltenden das Volk gegen die Knebelgesetze fich wehrt. Gründe werden Gesetze nicht ausreichen? dafür nicht angegeben und sie dürften wohl auch an unheilbarer Schwäche leiden! Die Amtshauptmannschaft, so bemerkt hierzu die Sächs. Arb. 3tg." ganz richtig, liefert so den Beweis, daß unser Versammlungsgesetz das beste Mittel zur Unterdrückung jeder freien Meinungsäußerung ist! Das Umsturzgesez ist also überflüssig. " " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Vorstand der freien Vereinigung der Getreide träger erklärt, daß er mit dem Verein der Mehl- und Getreides tutscher, der in einem gesperrten Lokal bei Joël ein Vergnügen abhält, nicht identisch ist. Der genannte Verein ist ein Vergnügungsverein, der nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht. " 1 Depeschen. Dies der - Ohne Umsturages et verurtheilte am Freitag die Potsdamer Straftammer als Berufungsinstanz zwei Parteigenossen aus Brandenburg zu geradezu horrenden Strafen. Der Genosse Sidow sollte durch ein Flugblatt einen Gastwirth arbeiter mit dem Size in Brüg in Böhmer hält am 24.& e= Der Zentralverband der Berg und Hüttens beleidigt haben. Der Amtsanwalt in Brandenburg batte Der sozialdemokratische Parteitag der Provinz 50 M. Geldstrafe beantragt, das Schöffengericht erkannte bruar im Blauen Stern" in Brür seine diesjährige GeneralSchleswig- Holstein fand vom 20. bis 22. b. Mts. in auf Freisprechung, während die Straffammer auf fe ch 3 versammlung ab. Flensburg statt. Anwesend waren 63 Delegirte, welche Wochen Gefängniß erkannte. Im zweiten Falle Die Buchdrucker und Schriftgießer Mähren haben 59 Ortschaften vertraten. Aus den Berichten über den Stand handelte es fich ebenfalls nur um die Beleidigung den Buchdruckereibesitzern einen Normaltarif vorgelegt. Am der Bewegung in den einzelnen Wahlkreisen ist hervorzuheben: eines Privatmannes, des Schneidermeisters Krugte in vier 2. Februar soll eine Versammlung der Prinzipale stattfinden, Die Agitationsfommission hat die Wahlkreise mit genügend Fällen durch die Brandenburger Zeitung"! Auch hier war in um über diesen Tarif zu berathen. Als weiterer BerathungsAgitationsmaterial versorgt. Im September vorigen Jahres erster Instanz auf die verhältnißmäßig geringe Strafe von gegenstand soll auch die Ausarbeitung eines Normal- Kundentarifes wurden 12000 Exemplare de3 Norddeutschen Volts: 100 M. erkannt. Die Potsdamer Straffammer ging nicht blos für Mähren, eventuell für ganz Desterreich auf der Tagesordnung talenders" verbreitet. Von der Abfaffung eines Flugblattes weit über diese Strafe, sondern auch über den Antrag des stehen. Die Kosten der Einführung des Normaltarifes der Gein dänischer Sprache wurde Abstand genommen, da die jüngere Staatsanwalts, der 3 Monate Gefängniß beantragt hatte, hinaus hilfenschaft sollen ganz einfach die Kunden bezahlen. Der GeldBevölkerung der Mehrzahl nach der deutschen Sprache mächtig und verurtheilte den Redakteur Genossen Simon zu sechs sack der Prinzipale darf nicht geschmälert werden. fei. Von Hamburg aus find 800 Versammlungen mit Monaten Gefängniß.( Einen ausführlichen Bericht Zweck der Versammlung. In Neutitschein wurden in Referenten beschickt worden. Der 5. Reichstags- Wahlkreis über- lassen wir morgen folgen. D. Red.) der Druckerei Rainer Hosch zwei Gehilfen anläßlich der Uebermies der Kommission 250 M., vom 6. Wahlkreis gingen-, Die beabsichtigte Knebelung des deutschen reichung des Normaltarifes gemaßregelt, während von den 1000 M. ein. 570 M. wurden für Prozesse aus Volkes". so lautete die Tagesordnung einer Protestver- anderen Gehilfen bis zum 26. d. Mts. eine schriftliche Erklärung gegeben. Die Schleswig- Holsteinische Volts- Zeitung" ist in fammlung, welche die Elberfelder Parteigenossen am verlangt wurde, daß sie aus dem Verein der Buchdrucker und 545 Exemplaren im Wahlkreis verbreitet, das Hamburger Echo" Montag Abend einberufen hatten. Die oben bezeichneten Worte, Schriftgießer Mährens ausgetreten sind, widrigenfalls sie ebenin ca. 1700, die„ Nord- Wacht" in 281 Exemplaren. 1800, Wahre die an den Anschlagfäulen prangten und die Tagesordnung an- falls entlassen werden. Jakobs" und 40 Süddeutsche Postillons" werden verbreitet. fündigten, schienen indeß dem Polizei- Inspektor schon allein 86 öffentliche Versammlungen fanden statt. Die Einnahme be- genügend, den Staat in Gefahr zu bringen. Er ließ deshalb trug erfreulicherweise in Ottensen ca. 18 000 M. Bei der Wahl diesen Satz auf den Plakaten überkleben, was natürlich sehr dazu tamen über 10 000 m. ein. Von Hamburg wurden baar beitragen haben wird, den Besuch der Versammlung in günstigster 3000 m. beigesteuert. Der Wahlkampf dürfte 22 000 m. ge- Weise zu beeinflussen. Wolff's Telegraphen- Bureau. toftet haben. 8040 M. wurden im Wahlkreis, Ottensen abEin gefährlicher Name. Ein Genosse namens Werner, Wien, 28. Januar. Mit ziemlicher Bestimmtheit wird hier gerechnet, aufgebracht. Das Resultat ist aber ein durchaus der an der Bürgerzeitung" in Bremen angestellt ist, wurde in eingeweihten Kreisen behauptet, Fürst Lobanow werde der günstiges. Die sozialdemokratischen Vereine hielten 123 Ver- fürzlich von zwei Polizisten verhaftet und nach dem Polizei- Nachfolger des Herrn v. Giers. Sammlungen ab. Die Mitgliederzahl beträgt in Ottensen 1500, gewahrsam gebracht. Inzwischen entwickelte sich in der Paris, 28. Januar. Die heute im Parlament verlesene in Elmshorn 115, zusammen in allen Ortschaften 2407. Jns Werner'schen Wohnung ein reges Treiben. Kisten und Kästen Botschaft des Präsidenten Faure spricht für die Wahl Dank aus gesammt nahmen die Vereine 12 064, 76 M. ein. Die Gesammt und alle sonstigen Behälter wurden von Polizeibeamten aus- und bezeichnet dieselbe als eine Ehrung der arbeitsamen Demo einnahme des 6. Kreises betrug über 31 000 M. gepackt und auf das peinlichste untersucht, jedes kleine Packetchen fratie, zu welcher der Präsident sich rechne. Der Präsi und Siegel beklebt In ähnlich erfreulicher Weise kann von den übrigen Wahl wurde. beschlagnahmt bent fügt hinzu, er fenne die ganze Größe seiner Pflichten treifen berichtet werden. So haben im 7. 65 Versammlungen Die im Besize Werner's befindlichen Visitenkarten und und werde sich denselben nicht entziehen, vielmehr ihnen seine ftattgefunden und wurden 32 000 Broschüren verbreitet. Im Geschäfts Empfehlungen mußten es sich gefallen laffen, ganze Hingebung und alle Wachsamkeit widmen, um die Bes und versiegelt 8. Wahlkreis haben 50 öffentliche und 54 Vereinsversammlungen forgfältig abgezählt, mitgenommen zu obachtung der konstitutionellen Geseze und eine gefeßmäßige, stattgefunden; 3085 Genossen sind politisch organisirt. Wand3 werden, selbst die Asche im Aschenbehälter wurde auf das loyale Ausübung des parlamentarischen Regimes sicher zu stellen. bed zählt 1000 organisirte Genossen. Weniger günstig lauten genaueste durchstöbert, und immer noch nichts Verdächtiges ge- Die Botschaft erinnert weiter an die Ruhe, mit welcher die Berichte aus dem 9. und 10. Wahlkreise, was sich funden. Da endlich eine große Flasche mit verrätherischem, sich die Uebertragung der Präsidentschaftswürde vollzog, daraus erklärt, daß diese Kreise zumeist Landgebiet sind. Den gräulich schimmerndem Inhalt! Die Flasche durfte nicht lange und fährt fort:" Das Parlament hat bewiesen, daß das 3 Wahlvereinen Hamburg 3 gehören insgesammt 13 000 Ge- im Hause bleiben; sofort packten sie zwei geübte Hände der freie Funktioniren" der Institutionen für alle Umstände noffen an. Mahlke- Flensburg bespricht die Boykottfrage für die heiligen Hermandad und beförderten sie zu dem in der Nähe ausreicht, um einen ununterbrochenen Gang der öffentStadt Flensburg. Die Militärbehörde habe die Arbeiter ge- wohnenden Apotheker, welcher schleunigst die Untersuchung des lichen Geschäfte zu sichern. Die republikanische Staatsordnung drängt, diese Waffe in der gleichen Weise zu handhaben, wie sie Inhaltes vorzunehmen hatte. Es stellte sich denn auch richtig fann übrigens feiner Gefährdung ausgefeßt sein. In jedem überall und in Flensburg seitens der Behörde gebraucht werde. heraus, daß die Flasche aufgelösten Chlortalt enthielt, wie Augenblick fann thatsächlich die Nation ihren Willen durch die Wenn hierdurch Existenzen geschädigt werden, so sei es nicht er seitens der meisten Wäscherinnen bei der Wäsche Verwendung Bermittelung ihrer Vertreter zum Ausdruck bringen und Schuld der Arbeiter. findet. Nach Beendigung dieser hochnothpeinlichen Haus- diese Vertreter haben immer die Sicherheit, in der Res Die Parteigenossen von Wandsbeck stellen folgenden Antrag: suchung wurden die beschlagnahmten Packete mitgenommen gierung einen treuen Mitarbeiter zu finden. Frankreich Der Parteitag möge beschließen, bei stattfindenden Wahlen der zum Stadthause, von wo Werner nach seiner Entlassung aus der verwechselt nicht eine nußlose Agitation mit dem unaufDelegirten zum Parteitag der Provinz Schleswig- Holstein Haft das Bergnügen hatte, sie wieder mit nach Hause nehmen haltsamen Fortschritt. Alle Gutgesinnten werden sich in dems einen einheitlichen Wahlmodus mittels Stimmzettel einzu- zu dürfen. Was war die Ursache dieser hochnothpeinlichen Unter- felben Gedanken zusammenfinden, in dem Gedanken der Ver führen. Gründe: 1. Zur Begründung dieses Antrages heben fuchung? Der Behörde war mitgetheilt worden, daß der aus föhnung, Beruhigung und sozialen Gerechtigkeit, um durch die wir hervor, daß durch die Abstimmung per Afflamation Berlin nach England entflohene Buchdrucker Werner allgemeine Eintracht und durch die republikanische Brüderlichkeit nicht die wahre Meinung der Versammlung zum Ausdruck kommt, nach Deutschland zurückgekommen sei und in Bremen die andauernde Entwicklung des materiellen und moralischen weil die meisten Genossen sich der Abstimmung enthalten. 2. Da Wohnung genommen habe. alle Genossen doch gleichwerthig sind und jeder vorgeschlagene Genosse nach besten Kräften die Interessen der Partei vertreten wird, finden die Genossen Anlaß, für die zuerst vorgeschlagenen Genossen zu stimmen, infolge dessen sind die zuletzt vorgeschlagenen benachtheiligt. Dieser Antrag wurde mit der Aenderung, daß es ein Wunsch des Parteitages sein solle, angenommen. Nachdem noch beschlossen worden, daß der nächstjährige Parteitag in Imshorn abgehalten werden soll, findet der Parteitag seinen Schluß. mit einem 5 Soziale Ueberlicht. " und Gedeihens vorzubereiten. Stolz auf seine Armee Marine, stark genug, um mit Recht laut seine Friedensliebe betheuern zu können und im Besize so werthvoller Sympathien, an denen das Land unverbrüchlich festhält, rüstet sich Frankreich Der VIII. deutsche Handwerkertag soll, wie der leitende in dem neuen Streben zum Fortschritt, die Nationen zu den Ausschuß bekannt giebt, vom 21. bis 23. April in Halle großen Festen einer Arbeit einzuladen, welche würdig ist, das abgehalten werden. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: Jahrhundert zu frönen. In Literatur, Kunst, Wissenschaft, 1. Stellungnahme zu den Regierungsplänen betreffs Organisation Industrie, Handel, Ackerbau, in in den breiten Massen des des Handwerks. 2. Befähigungsnachweis. 3. Obligatorische allgemeinen Stimmrechts, muß ebenso wie in der politischen Innungen. 4. Stellungnahme zur Novelle, den Hausirhandel Welt derselbe Eifer alle diejenigen vereinigen, denen der Glanz betreffend. 5. Der Bauschwindel. 6. Weitere Forderungen, Ge- des französischen Namens am Herzen liegt." Die Botschaft schließt: Der 6. Parteitag der rheinischen Sozialdemokratie fängnißarbeit, Konsumvereine 2c. Anträge müssen bis zum 3u dieser Vereinigung, zu dieser gemeinsamen Arbeit für die fand am 20. und 21. Januar in Duisburg statt und war 7. April an den Zentralvorstand des Handwerker Bundes in Macht und den Ruhm der Republik lade ich Sie ein, in dem ficheren Bewußtsein, hierin der Interpret unserer gesammten von 54 Delegirten beschickt, die 33 Orte vertraten. Der Bericht München eingereicht sein. des Agitations- Komitee's, den wir bereits in Nr. 17 unseres Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Demokratie zu sein." Paris, 28. Januar. Deputirtenkammer.( Schluß.) Die Blattes vom 20. Januar zum Abdruck brachten, veranlaßte eine Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenlebhafte Debatte und zeitigte folgende Anträge, welche auch zur versicherungs- Gesetzes genügen, ist nachstehenden Krankenkassen von dem Justizminister Trarieux, eingebrachte Amnestievorlage Annahme gelangten: Bei Jahresschluß haben die Vertrauens- ertheilt worden: Freiwillige Krankenkasse( E. H.) in Lütau, bewilligt den wegen eines Komplots oder Attentats gegen die Leute der verschiedenen rheinischen Bezirke dem Agitations- Romitee Krankenkasse der Schuhmacher( E. H.) in Elmshorn, Tischler- innere Sicherheit des Staates, sowie den wegen Preß- und ihren Jahresbericht einzusenden, damit auf dem rheinischen Partei- Kranken- und Sterbefasse" Einigkeit"( E. 5.) in Stralsund, Streifvergehens Verurtheilten volle und ganze Amnestie. Die tage dieses in der Lage ist, einen vollständigen Bericht über die Kranken- und Begräbnißkaffe der Seifensieder und Berufsgenossen Vorlage wurde mit 511 gegen 7 Stimmen angenommen.( Ruje Gesammtbewegung geben zu können. 2. Das Agitations- Komitee zu Berlin( E. H.), Kranten- und Sterbekasse des Vereins der auf der äußersten Linken: Es lebe Rochefort!) Gauthier brachte wird verpflichtet, in Zukunft alle Bekanntmachungen und Berichte Kutscher zu Berlin( E. H.), Allgemeiner Kranken- Unterstützungs- einen Antrag auf eine Revision der direkten Abgaben ein und beantragte dafür die Dringlichkeit, die vom Ministerpräsidenten alle rheinischen Parteiblätter gleichzeitig einzusenden. verein zu Hornau( E. H.). Nach einem Referat des Genossen Meist Köln zur Ribot bekämpft und von der Kammer mit 332 gegen 118 Stimmen 2andagitation" fand folgende Resolution einstimmig abgelehnt wurde. Abbé Lemire brachte hierauf eine Resolution Annahme: Der rheinische Parteitag erklärt im Einverständniß ein, in welcher die Regierung aufgefordert wird, die gegen Bemit dem Referenten: die sozialdemokratische Agitation unter der Achtung, Parquetbodenleger! Die Firma Rosenfeld amte und Mitglieder des Klerus getroffenen Disziplinarmaßregeln landwirthschaftlich thätigen Bevölkerung muß unter allen Um- u. So. Berlin, soll, wie uns mitgetheilt wird, mit der Abficht aufzuheben. Der Antrag wurde mit 284 gegen 165 Stimmen ständen an dem grundsäglichen programmatischen Standpunkte: umgehen, demnächst Lohnreduktionen vorzunehmen, was wir hier angenommen, worauf die Sigung geschlossen wurde. die Vergesellschaftung des Grund und Bodens neben dem der mit zur Kenntniß der Kollegen bringen. Am Sonntag wird eine übrigen Produktionsmittel, festhalten. Es ist unzulässig, dem Versammlung einberufen werden, die sich mit jener Angelegenheit ländlichen Kleinbesitz die Hoffnung auf Erhaltung des Klein- eingehend beschäftigen wird und der beizuwohnen wir alle befizes zu nähren oder Vorschläge zu machen, welche eine Ver- Rollegen dringend ersuchen. Der 3entral Arbeits nach längerung des Glendes der Kleinbesitzer bedeuteten. In der weiß der Holzarbeiter. an Gewerkschaftliches. New- York, 28. Januar. Aus Mexico wird gemeldet: Die Regierung von Mexico lehnte den Vorschlag des Staatsdeparte ments in Washington ab, die Grenzstreitigkeiten mit Guatemala einem Schiedsspruch zu unterbreiten. Merico nahm den Vors schlag freundlich entgegen und dankte für das freundliche Interesse. New- York, 27. Januar. Nach der Meldung eines hiesigen Rheinprovinz ist der Anschluß der landwirthschaftlich thätigen An die deutschen Glasarbeiter der Weißhohlglas: Blattes ist Freitag in Cundinamarca( Columbia) ein Aufstand Bevölkerung an die Sozialdemokratie im Sinne des Programms Brauche. In den nächsten Tagen wird der hohe Bundesrath ausgebrochen und im ganzen Lande das Standrecht proklamirt um so weniger zu verhindern, als diese landwirthschaftlich thätige zusammentreten, um über die Regierungsvorlage betreffs Aus- worden. Bogota ist in Belagerungszustand erklärt worden, da Bevölkerung sich als Knechte, landwirthschaftliche Tagelöhner, nahmebestimmungen über die Sonntagsruhe in den Betrieben das Andringen der Aufständischen befürchtet wird. In der Bauern ohne Knechte, Personen mit halb handwerksmäßiger, Beschlüsse zu fassen. Auch die Sonntagsruhe in den Glas- Provinz Tolima herrscht gleichfalls Aufruhr. Der Präsident von halb landwirthschaftlicher Beschäftigung in proletarischen Verhütten" wird an die Reihe kommen. Das veranlaßte eine An- Columbia erklärte, daß die Ordnung in einigen Tagen wieder hältnissen befindet.- Zum Bunti: Presse, werden die zahl Fabrikanten der Hohlglas- Branche in Penzig D... eine Solinger Angelegenheiten erörtert und zu dem von uns Petition an den Bundesrath zu richten, in welcher gebeten wird, hergestellt sein werde. ( Depeschen- Bureau Herold.) " ebenfalls bereits mitgetheilten erfreulichen Abschluß gebracht. auch dieser Branche die Wohlthat von Ausnahme- Bestimmungen Elberfeld wurde wieder als Sitz des Agitationskomitees be- zu theil werden zu lassen, d. h. das Arbeiten an Sonn- Budadest, 28. Januar. Im Laufe des heutigen Tages stimmt. Zur Kassenabrechnung sei noch nachgetragen, daß der tagen zu gestatten. Das Recht des Petitionirens soll ihnen haben in verschiedenen Stadtvierteln Demonstrationen ArbeitsEinnahme von 2815,67 m. eine Ausgabe von 2552,55 m. nicht bestritten werden. Die Herren haben aber eine loser stattgefunden. Der Polizei gelang es, die Ruhe wieder gegenüber stand.- Der nächstjährige Parteitag wird in weitere Petition vorbereitet, auf welcher herzustellen. 19 Personen wurden in polizeilichen Gewahrsam Solingen stattfinden. sich die Arbeiter unterschreiben sollen, daß auch genommen. fie solche Ausnahmebestimmungen wünschen London, 28. Januar. Zwischen dem englischen Ministerium Gewerbegerichtswahlen. In sämmtlichen Bürgermeistereien resp. Sonntags arbeiten wollen! des Aeußern und der türkischen Regierung sind Differenzen aus: des Kreises Solingen, sowie in der Stadt Solingen In einem Begleitschreiben zu diesen Petitionen heißt es in gebrochen, weil der türkische Konsul fich geweigert hat, die, Bässe felbst, siegten bei der am 25. d. M. stattgefundenen Wahl zum bezug auf die Arbeiterpetition": zweier englischer Journalisten zu visiren, welche nach Arznenien Gewerbegericht( Arbeitnehmer) die Liste der sozialdemokratischen Ferner bitten wir Sie, Ihre Arbeiter anzu- lreisen wollten. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. " 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 24. Dienstag, den 39. Januar 1893. 13. Jahrg. Mtticher Anarchistenprozeß. (O r i g i n a l- B e r i ch t.) L ü t t i ch, 25. Januar. Nachmittag• Sitzung. Die Vernehmungen über das Attenlat bei Dr. Renson werden fortgesetzt. Keiner der weiteren Zeugen vermag jedoch irgend einen Anhallspunkr über den Thäler zu geben. Die Verhandlung wendet sich einem weiteren Punkte zu. Es handelt sich um das Ehepaar Schlebach. Der Lütticher Untersuchungsrichter I a c q u ejs sagt aus, daß ihm von einer Seite der Angeklagte Schlebach als provocateur bezeichnet worden sei. Irgend welche bestimmte Thalsachen darüber seien ihm jedoch nicht mitgetheilt worden. Lb die Regierung gewisse Gründe gehabt habe, Schlebach nicht außer Landes zu weisen, könne sein Gewährsmann ihm nicht sagen. Eine weitere Zeugin ist das Dienstmädchen Katharina Steden. Vors.: Kannten Sie einen der Angeklagten? Zeugin: Das Ehepaar Schlebach. Als ihr Mann verhaftet war, kam Frau Schlebach zu mir gelaufen und bat mich, zu ihrer Verwandten Marie Wendel(die als Deckadresse diente) zu gehen und sie zu fragen, ob denn kein Brief für ihren Mann da sei. Die Wendel hatte aber keinen Brief bekommen. Run wurde Frau Schlebach sehr unruhig und sagte, es handle sich um einen Brief des Russen. Sie würde alles hingeben, was sie hätte, wenn sie den Brief dafür haben könnte, Tod und Leben eines Mannes ständen dabei auf dem Spiel. Ich sagte Frau Schlebach auf den Kopf zu, daß sie alles wisse und an den Attentaten betheiligt sei. Frau Schlebach erwiderte: Die Attentate rühren von keinem hiesigen her. Frau Schlebach erklärt, daß kein Wort von der Aussage der Zeugin wahr sei. Vertheidiger, Rechtsanwalt Luhr: In der Voruntersuchung hat die Zeugin viel weniger gewußt. Da hat sie auch gesagt, Frau Schlebach sei eine schlechte, zu allem fähige Person. Der Untersuchungsrichter bestätigt das; die Zeugin habe gesagt, Frau Schlebach sei noch viel schlechter als ihr Mann. Der Brieslräger Thyssen sagt aus. daß Marie Wendel im Mai zu verschiedenen Malen Briefe erhalten und ihn stets vor ihrem Hause erwartet habe. Damit sind die Vernehmungen über die Schlebach'sche An- gelegenheit für heute beendet. Die Verhandlung wendet sich nunmehr einem dritten, noch wichtigerem Punkte zu, der das Verhältniß des russischen Spitzel zur russischen Botschaft in Paris betrifft. Der wichtigste Zeuge hierüber ist der Kausmann Walter Lukas aus Brüssel. Er sagt solgeudes aus: Der Angeklagte Arnold ist mein intimer Freund. Durch ihn lernte ich den Russen kennen. Ich glaubte, durch diese Be kanntschast in Beziehung zu einflußreichen Persönlichkeiten zu kommen und Geschäftsverbindungen anknüpfen zu können. Ich lieh ihm deshalb auch bereitwillig Geld und verkaufte ihm Champagner. Bedenklich wurde mir die Sache erst, als ich auf der Brüsseler Börse von der kleinen Probeexplosion hörte, die der Baron im Tits'schen Restaurant veranstaltet hatte. Staatsanwalt: Haben Sie denn blos von dieser Explosion gehört? Zeuge: Nein, auch von dem Dynamitattentat an der Kirche St. Jacques. Nun wurde ich sehr ängstlich. Ich hielt es in meinem und meines Freundes Interesse für gut, den Aufenthaltsort des Russen, den wir kannten, zu verschweigen. Arnold hatte den Koffer des Russen in seiner Wohnung in Verwahrung. Er reiste mehrere Male nach Maastricht, wo sich der Russe aufhielt, um ihn zu veranlassen, uns unser Geld zurückzugeben. Ich schrieb Arnold, er solle sich nur in acht nehmen; der Russe werde sich schließlich doch noch von der Polizei fangen lassen. Arnold gab auch zu, daß ihn diese Reisen kompromittirten. Mein Freund halte außerdem seine zwei Taschenuhren aus den Namen des Russen versetzt. Ich gab ihm Geld. damit er sie einlösen konnte. Schließlich wandte ich mich an die russische Gesandtschaft in Paris und erkundigte mich dort nach dem Herrn Leonard, der den Baron regelmäßig Geld geschickt hatte. Ich erhielt aber immer zur Antwort, ein Herr Leonard sei dort ganz unbekannt. Ein Brief aber, den ich an Herrn Leonard nach der russischen Botschaft richtete, kam nicht zurück. Der Adressat inuß ihn also erhalten haben, denn ich hatte mich als Absender hinten auf dem Kouvert genannt. Als dieser Brief unbeantwortet blieb, bat ich einen Freund in Paris, einmal persönlich Er kundigungen über Herrn Leonard einzuziehen. Er begab sich nach der Rue de Grenelle 79, und der Concierge sagte ihm, ein Herr Leonard existire hier. Zu Gesicht bekam mein Freund ihn aber nicht und ich habe mein Geld nicht zurückbekommen. Der Zeuge erwähnt noch, daß Arnold ihm erzählt habe, er habe in Maastricht einen Deutschen gesehen, den der Russe als Urheber des Attentats an der St. Jacqueskirche bezeichnet habe. Damit ist seine Vernehmung beendet. Zur Sprache kommen hierauf die anarchistischen Manifeste, die am 7. und IS. Mai in Brüssel verbreitet worden sind. Sie trugen am Kopfe die Worte: Die belgischen Anarchisten-Gruppeu und als Unterschrift: Das Exekutiv-Komiiee. Der Sekretär Ernst Sternberg. Dies Manifest bedroht die Verräther mit dem Tode und stellt Repressalien für die Haussuchungen in Aussicht. Nach Ansicht des Untersuchungsrichters Philippart soll dies Manifest in der Vliegen'sche» Druckerei in Maastricht hergestellt worden sein. Vliegen hat dies aber entschieden in Abrede ge- stellt. Der Untersuchungsrichter giebl zu, daß Vliegen auss äußerste überrascht gewesen sei, als der Brief des Russen bei ihm gefunden wurde Der Verdacht, die Manifeste gedruckt zu haben, richtet sich übrigens auch gegen Coruelissen in Amsterdam. Eine lange Reihe von Zeugen werden über die Verbreitung dieser Manifeste in Lüttich vernommen. Einige von ihnen be- lasten den Angeklagten Bach als den Empsänger des Druck- schriften-Packets. Den Schluß der Sitzung füllt eine Auseinandersetzung zwischen der Vertbeidigung und einem Schreibsachverständigen aus, der aus den Schriftzügen auf einer bei Leblanc gefundenen Karte die Handschrift des Ruffen herauskennen will. In der Karte wird Leblanc gewarnt, am Abend drei Cafe's zu besuchen, weil dort Explosionen erfolgen würden. Leblanc behauptet, die Karte sei ein schlechter Scherz eines Freundes. Der Schreib- sachverständige bleibt bei seiner Behauptung stehen. Schluß 7 Uhr. L ü t t i ch, den 26. Januar. Aus der gestrigen Sitzung ist nachzutragen, daß sich in dem bei Vliegen vorgefundenen Briefe, den der Russe aller Wahr- fcheinlichkeit nach bei seinem Besuche eingeschmuggelt hat, auch das übliche von Spitzeln mit Vorliebe weiter verbreitete Rezept für die Fabrikation von Dynamitbomben befindet. In der heutigen Sitzung unternahm zunächst der Staatsanwalt De lw aide den schüchternen Versuch, die russische Regierung weiß zu waschen. Er machte hauptsächlich geltend,„daß eine Macht wie Ruß- land, ihre Agenten im Auslande doch nicht so unregelmäßig bezahle". Die Beweisaufnahme habe aber ergeben, daß Jagolkowski sehr unregelmäßig Geld erhielt. Vielleicht habe der Russe sogar die Adressen feiner Geld- sendungeu aus Paris selber geschrieben und sie in Paris aus- geben lassen, um die russische Regierung zu kompromittiren. Zwei solcher Adressen sind vorhanden. Sie werden dem Schreibsachverständigen Van de Kasteele vorgelegt. Dieser glaubt, in den Schriftzügen einer dieser Adressen die Handschrift des Russen zu erkennen. Derselbe Sachverständige wird über die Adressen der Briefe vernommen, in denen die anarchistischen Manifeste an den Bürgermeister und andere Stadthäupter versendet waren. Er be- haupiet, daß der Holländer Coruelissen sie geschrieben habe.— Das wird auch von einem zweiten Sachverständigen behauptet. Als dritter Sachverständiger wird der Chemiker Joorissen vernommen. Der Angeklagte Müller hatte behauptet, daß die eine Bombe in der Wohnung seines Mitangeklagten Westkamp sabrizirt worden wäre. Hierbei sei eine fellige Substanz über- gelaufen und habe auf der Diele des Zimmers Flecke zurück- gelassen. Die Flecke sind in der That vorgefunden worden. Die Diele wurde ausgehoben und die Flecke chemisch untersucht. Es sind aber, wie der Sachverständige miltheilt, nur einfache Oel- flecke, die bei der Fabrikation von Dynamit nicht entstanden sein können. Vorsitzender: Was sagen Sie dazu, Müller? Angekl. Müller: Ick halte alles aufrecht, was ich gesagt habe. Der Fleck ist entstanden, als Westkamp eine Lunte präparirte. Angekl. W e st k a m p: Müller lügt wieder einmal. Er scheint noch nicht genug gelogen zu haben. Einer der Vertheidiger theilt mit, daß er sich gestern Abend nach dem Ort in der Nähe der St. Jacques- Kirche begeben habe, wo eine Zeugin beim Schein einer Gaslaterue unmittelbar nach dem Attentat den Angeklagten Berg erkannt haben will. Er habe sich durch eine Probe überzeugt, daß ein solches Erkennen unmöglich sei. Staatsanwalt D e l w a i d e: Ich bin gestern Abend auch vorhin gegangen, habe auch einen Versuch angestellt und bin im Gegensatz zu dem Herrn Vertheidiger zu der Uebcrzeugung ge- kommen, daß ein solches Erkennen sehr wohl möglich sei. Vorsitzender: Nach meiner Ansicht haben beide Herren sich einen recht überflüssigen Weg gemacht. Nach diesem Zwischenfall wird eine große Anzahl Entlastungs zeugen für Arnold und Leblanc verhört. Ihre Vernehmung füllt die ganze Vormittagssitzung aus. Es sind Juaendbekannle, Lehrer, Geschäftsfreunde dieser beiden Angellagten oder Stammgäste des Tits'schen Restaurants, wo der Russe wohnte und wo Arnold und Leblanc verkehrte». Sie geben beiden das beste Leumundszeugniß. Leblanc wird übereinstimmend als„guter Kerl" geschildert. Anarchistische Ideen hat niemand ihm zugetraut oder bei ihm kennen gelernt. Er und Arnold gelten bei ihren Bekannten als„friedliche, ordnungsliebende Bürger". Lobend wird hervorgehoben, daß Arnold's Waffen- fabrik auf der Provinzialausstellung im Jahre 1889 die goldene Medaille errungen habe. Arnold habe die Arbeiter seiner Fabrik immer vor den Sozialdemokraten gewarnt. Die Anarchisten müßten alle eingesperrt werden, soll er gelegentlich gesagt haben. Von dem Russen wissen die Zeugen nicht viel Neues zu erzählen. Sie haben ihn und seine anarchistischen Brandreden im Tits'schen Restaurant nicht ganz ernst genommen. Sie hielten ihn für einen harmlosen„Amateur-Anarchisten". Erst die Probe-Explosion bei Tits kam ihnen bedenklich vor. Der Russe verwendete hierzu eine Zündkapsel von der Länge eines kleinen Fingers, die die Gestalt einer Revolverpatrone hatte. Eine kleine Zündschnur hing heraus. Der Russe zündete sie an, die Kapsel explodirte mit ziemlichem Geräusch und schlug ein Loch.— Verschiedenen Zeugen hat der Russe erzählt, daß seine Verwandten sich in sehr einflußreichen Stellen befänden. Die Mittagspause unterbricht die Vernehmungen. In der N a ch m i t t a g- S i tz K» g wird das Verhör der Entlastungszeugen Leblanc's und Arnold's fortgesetzt. Fast 59 Zeugen werden vernommen, aber nur die Aussage eines unter ihnen ist von Bedeutung. Es ist die des Studenten Mosze lewski, eines Polen, der in Lüttich studirt. Er sagt etwa so( gendes: Leblanc und Arnold kenne ich seit langem. Ich habe sie nie für Anarchisten gehalten. Ich warnte sie vor dem Baron. Bei allen hier studirenden polnischen und russische» Studenten galt Sternberg als russischer UAent provocateur. Mit den Polen sprach er gern von der Nolhwendigkeil einer polnischen Revolution. Er stellte seine Kräfte zur Verfügung. Anarchisten und Polen müßten zusammen marschiren, meinte er. Auch rühmte er sich seiner Beziehungen zu den polnischen Emigranten in Paris. Er sprach von großen polniscben Familien, als kenne er sie genau— die beide» Briese, die Leblanc von ihm erhalten hat und in denen er seine Schulden zu bezahlen verspricht, habe ick gelesen. Er sagt darin, er habe sich mit seinem Vater überworsen. Aber sein Schwager de Leonard, Attachö bei der russischen Botschast zu Paris, habe ihm eine Pension von 500 Franks ausgesetzt. Daß der Russe Dynamit- attentate veranstalten würde, erwartete»wir nicht von ihm Er hielt zwar fortwährend anarchistische Reden, aber wir dachten, er arbeite blos mit dem Munde. Noch nach dem Attentat an der St. Jacqueskirche meinte Leblanc zu mir, es sei doch nicht anzunehmen, daß der Russe der Thäler gewesen sei; er wolle aber nachforschen, wer dahinter stecke. Wir hatten uns getäuscht: Der Russe war zu allem fähig. Der Zeuge wird noch als Sachverständiger über die russische Unterschrift unter der geheinmißvollen Karte gehört, die bei Leblanc gefunden worden ist und ihn warnt, drei Cafes zu be- suchen, da dort Dynamitatlentate vor sich gehen würden. Er sagt aus. daß die Buchstaben„TVilqu" hießen; im Russischen gebe es kein Wort dieser Art. Vorsitzender: Angeklagter Wille, sind Sie an dieser Karte betheiligt? Angeklagter Wille: Ich heiße Wille und nicht Will. Ich weiß nichts von dieser Karte. Die Vertheidigung hat einen Schreibsachverständigen Minot aus Brüssel kommen lassen. Ihm wird die Karte vorgelegt. Er beweist ebenso haarscharf, wie seine Kollegen gestern das Gegentheil bewiesen haben, daß die Karte nicht vom Russen geschrieben fein kann..... Die Vernehmung dieses Sachverständigen nimmt fast zwei Stunden in Anspruch. Dann endet die Sitzung. Wie der Vorsitzende annimmt, werden die Zeugen- Vernehmungen am Dienstag beendet sein. Vliegen veröffentlicht im„Expreß", dem progressistisch- sozialistischen Organ Lüttichs, einen offenen Brief, in dem er folgendes erklärt:„Ich habe mich nicht gestellt, weil ich mich un- möglich drei Wochen lang in Lüttich ohne Arbeit und Verdienst aufhalten kann. Meine Familie müßte hungern. Soweit die Anklage mich betrifft, ist sie so einfällig, daß sie auch ohne meine Anwesenheit bei de» Verhandlungen in sich zusammen- brechen muß." Lolrcrles. Die Kommission der Brauer und Brauerei-HilfSarbeitee quittirt hiermit über den Empfang von 10 M. 95 Pf., welche bei dem Begräbniß des Brauers Schröders gesammelt sind. Der Geburtstag de? deutsche» Kaisers und Königs von Preußen ist am Sonntag von den meisten derer, die in unserer unter dem Zeichen des„Umsturzes" stehenden Zeit noch voll und ganz ihre Königstreue bewahrt haben, festlich begangen worden. Wie groß die Zahl dieser Personen ist, läßt sich ja ungemein schwer bestimmen; aber geht man von der gewiß zutreffenden Voraussetzung aus, daß polizeilicherseits am gestrigen Sonntag niemandem etwas in den Weg gelegt war, seine patriotischen Gefühle so sichtbar wie möglich zum Ausdruck zu bringen, so muß konstatirt werden, daß nur ein recht unbeträchtlicher Theil des Volkes von dieser, trotz der Sonntagsruhe von einer hohen Obrigkeit gewährten Freiheit Gebrauch gemacht hat. Den Stadt- gegenden der L e i p z i g e r st r a ß e und Unter den Linden war recht viel schaulustiges Publikum zugeströmt, ganz, wie es etwa am goldenen Sonntag geschieht. Von drangvoll fürchterlicher Enge war aber nicht entfernt zu reden; selbst zur Abendzeit, von der die Schaulust die meiste Befriedigung er- hoffte, war die Friedrich- und Dorotheenstadt ganz leidlich zu passtren. Hier entfaltete sich denn auch der meiste Jlluminations» glänz. Es versteht sich, daß jeder Hoflieferant am Kaiser» Geburlstag tief in den Beutel greift und das Auge der Behörden und des Publikums auf sein Geschäft zu lenken versucht. So entfalteten sich denn die meisten elektrischen Prachtleistungen in der Leipzigerstraße, der gegenüber die Linden, wie auch von bürgerlichen Blättern konstatirt wird, verhältnißmäßig trübe aus sahen. Außer der selbstverständlichen Illumination der Hoflieferanten drängt es uns, angesichts des unausgesetzt betriebenen anti» semitischen Verleumdungs- und Verhetzungs- I a m t a m s, die eine Thatsache zu konstatiren, daß es zum wesent- licken jüdische Geschäfte waren, die im hellleuchtenden Wetteifer ihre Kaisertreue öffentlich zu dokumentiren suchten. Wir nennen die Firmen Manheimer, Gerson, Emma Bette. Bud u Lachmann, Grüufeld, Salbach, E. Eohn und last but not leasb die jüdischen Ramschgeschäfle Wert heim und Lubasch. Letzlere waren auch so ziemlich die einzigen, die im weite» Norden und Osten gleich einem Pharus standhafter Loyalität aus der dunkelen Brandung sozialdemokratischer Gefahr hervorleuchteten. Von Ver- gnügungs- und Restaurationslokalen leisteten nur sehr wenige bedeutendes in äußerlicher Illumination. Das Cafe National hatte an seinen sämmtlichen Fenstern zur Feier des Tages Parasfinkerzen angezündet. Alsdann soll registrirt werden, daß die Theater ihre Achtung durch das übliche „festlich beleuchtete Haus" bekundete». Nur zwei vorgebliche Opserstätlen Thaliens, nämlich das Adolph- Ernst- Theater und das Residenztheater thaten sich außer- ordentlich hervor und gaben dem Tag durch einen F e st p r o l o g die höhere Weihe. In beiden Häusern werden bekanntlich zur Zeit Stücke gespielt, von denen jeder auf häusliche Gesittung haltende Familienvater seine erwachsenen Töchter fernhält. Das ist so ziemlich alles, was sich des Aufzähle»? lohnt. Von den Geschenken und Ordensverleihungen» die der Kaiser zur Feier seines Geburtstages gestiftet hat, konnten wir bekanntlich bereits am Sonntag Morgen, bevor die Extra- ausgäbe des„Reichs-Anzeigers" erschienen war, im wesentlichen dem Publikum Kenntniß geben. Wie wir gleich vermutheten, hat sich die Nachricht von einer Amnestie nicht bestätigt, dagegen ist kurz nach- zutragen, daß der Kaiser für Männer ae fangvereine. welche den vaterländischen Gesang pflegen, einen Wander» preis gestiftet hat, der in Form eines Kleinods aus edlem Metall hergestellt, um den Hals getragen werden soll. Desgleichen hat der Kaiser anläßlich seiner Geburtstagsfeier dem Minister der g e i st l i ch e n:c. Angelegenheiten eine silberne altgothische Kanne zugehen lassen, die zur Hebung des Rudersports gestistet ist. Die Großbourgeoisie hat den Tag zum wesentlichen durch opulente Festdiners gefeiert. Im il Horden. Osten und Süden d�r Stadt war es ruhig, wie an sonstigen Sonntagen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft feiert ihre Feste bekanntlich an anderen Tagen. Ein großes Gethue macht sich in einem Theil der Presse breit, weil der„Vorwärts" sich unter besonderen Umständen am Sonntag dazu verstanden hat, von den zur Feier des Tages vom Kaiser gestifteten Geschenken ec. zu berichten. Allgemeines Befremden erregte es, so schreibt das„Kleine Journal", daß der„Vorwärts", wie aus seiner gestern erschie- nenen Nummer hervorgebt, bereits genaue Kenntniß von dem Inhalt dieser Extra-Ausgabe hatte, bevor sie erschienen war. Etwas ruhiger nimmt die„Berliner Abendpost" die Sache hin, indem sie schreibt: Die Geburtstagserlaffe des Kaisers sind durch eine Extra» Ausgabe des„Reichs-Anzeigers" veröffentlicht worden, gleich» zeilig aber auch durch— das hiesige sozialdemokratische Parteiorgan. In seiner Sonntags-Morgennummer, die noch vor dem Extrablatt des amtlichen Organs ausgegeben wurde, konnte der„Vorwärts" bereits den Inhalt der kaiserlichen Erlasse genau mittheilen. Nur eine Angabe deS sozialdemokratischen Blattes hat sich nicht bewahrheitet, daß nämlich auch eine Amnestie beabsichtigt sei. Allerdings halte das Blatt selbst unter Hinweis aus die„Aera der Umsturz» Paragraphen" Zweifel an der Richtigkeit dieser Angabe auige» sprochen. Ganz aus dem Häuschen ist daS christliche„Volk". Wenig» stens lasse» die nachstehend wiedergegebenen Worte darauf schließen, daß dem frommen Blatt fast die ganze Freude an der kaiserlichen Noblesse durch den doch nicht außergewöhnlichen Umstand verdorben ist, daß wir wieder einmal in der Lage waren, amtliche Mittheilungen früher der Oeffentlichkeit zu übergeben; als dieS vielleicht an offizieller Stelle erwünscht sein mochte. Das„Volk" läßt sich über diese leidige Thatsache mit folgender Heftigkeit aus: Der sozialdemokratische„Vorwärts" war gestern früh gleich- zeitig mit dem„ReichS-Anzeiger" in der Lage, das wichtigste aus den Erlassen des Kaisers wiederzugeben. Wird es nicht endlich gelingen, eine Untersuchung gegen die allmälig zur Ge» w o h n h e i t ausartenden Vertrau ensverletzungen von Beamten, die solche Dinge der sozialdemokratischen Presse ver- rathen, so nachdrücklich zu führen, daß dabei etwa? herauskommt? Wir glauben kaum, daß die Frage deS„Volk" sich in der heutigen Zeit allgemeinen Mißvergnügens alsobald bejahend beantworten läßt. Möge auch dies Blatt daher lernen, das Un- vermeidliche mit zu Würde tragen. Eine polizeilich erlaubte Verletzung der Sonntags- ruhe haben die„kaiserliche Gnadenbeweise" im Gefolge gehabt. Das hiesige„Jntelligenzblatt" hatte, trotzdem der„Vorwärts" bereits am frühen Morgen für allgemeine Verbreitung der be- treffenden Nachrichten gesorgt hatte, es nämlich für„wichtig" befunden, Herrn v. Köller um die Erlaubniß zu bitten, ein Extrablatt über die Sache verbreiten zu dürfen. Diese Erlaubniß ist dem Blatt sreundwilligst ertheilt worden. Die Wahl elues Bürgerdeputirten in die Schul- angesehen worden, um Steuerhärten zu vermeiden. Uebrigens| Seidelstraße 30, um die Mittagszeit auf dem Hofe einen abdeputation, die am Donnerstag von der Stadtverordneten würden in den meisten Fällen die Brauereien die Steuer gelegenen Raum betrat, fand er dort die Leiche eines dürftig Versammlung vorgenommen werden soll, giebt einigen frei zu tragen haben. Die Gemeindevertretung mußte fich daher gekleideten Mannes mit einem graugemischten Vollbart. Der sinnigen" Blättern schon jetzt Anlaß, über den Mangel an nochmals mit der Sache befassen. In der letzten Sigung Unbekannte hat wahrscheinlich um die frühe Morgenstunde das " Freisiun" zu flagen, den die Majorität der Versammlung dabei stimmten von den Gemeindevertretern 8 für und 8 gegen die Haus kurz nach dem Deffnen zum Schutz gegen die Kälte bewieder beweisen werde. Es handelt sich darum, ob diesmal Biersteuer; der Gemeindevorsteher gab jedoch zu ihren Gunsten treten, ist an dem Orte, wo er todt gefunden wurde, eingeschlafen endlich ein Lehrer gewählt werden soll oder nicht. Der den Ausschlag. und erfroren. Dreiftigkeit" der Berliner Gemeinde- Schullehrer zu vergessen, F " Den Drachen, der das Land verheert, Will fällen Deines Herrschers Hand Der Kaiser hebt zum Kampf das Schwert, Bei Gott ein Kampf für's Vaterland! Aus Preußens Krönungsstadt rief er Sein Volt, daß es sich um ihn schaar', Zum Kampf sich hüll' in Stahl und WehrDie Fänge hebt der Kaiser- Aar! Was macht's bei solchem Ziel wohl aus, Wer Katholit, wer ProtestantDie Reihen schließt, die Schwerter raus: Hie Kaiser und das Vaterland! Herr Gott, steh'st Du dem Kaiser bei Der Weg zur Drachentluft ist steil! Gieb, daß sein Volt stets um ihn sei Und Dir, Herr Kaiser, Glück und Heil! Wir sind in manchen Dingen ganz gutmüthige Leute, und Sonnabend Abend in der Gegend des Dranienburger Thores Ein Selbstmordverfuch auf offener Straße erregte am großes Aufschen. Eine ärmlich gekleidete Frau ging gegen 9 Uhr vor dem Hause Hannoverschestr. 5 anscheinend in großer Erregung auf und ab. Plößlich riß fie sich die Kleider vom Leibe, holte sich, ehe es jemand verhindern konnte, die Bulsadern des rechten aus der Tasche ein scharf geschliffenes Küchenmesser und schnitt Einem herbeigeeilten Schugmanne gab die Oberarmes auf. Lebensmüde noch an, daß sie eine Frau B. geb. St. jei. Ueber die Beweggründe zur That hat sich bis jetzt nichts ermitteln laffen. Ebensowenig tonnte die Wohnung der B. fest gestellt werden. Die Schwerverletzte wurde sofort nach der Charitee geschafft und man hofft dort, fie am Leben zu erhalten. Wegen fortgesetter Unterschlagungen ist ein Fahrer M. von der Gesellschaft Louisenquelle festgenommen worden. Jm Sterben liegend wurde am Sonnabend Abend der 43 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Siebert aus der Rheinsbergerstraße von einem Brauereiarbeiter in der Zehdenickerstraße aufgefunden. Auf dem Transport nach seiner Wohnung verstarb Siebert, ohne daß er vorher irgend eine Aufklärung geben konnte. Wegen Münzverbrechens ist der Luftschiffer Hermann Nerz verhaftet worden. Er hat Zwei- und Dreimarkstücke aus Zink in Gipsformen nachgegossen. Seine Mutter und ein Droschken futscher, die die Falschstücke vertrieben, sind gleichfalls festgenommen worden. W Von einem argen Mißgeschick ist am Sonnabend Abend wünschen der„ Kreuz- Zeitung", daß sie auch unter der Umsturz: betroffen worden. Auf der Heimkehr von der Arbeitsstätte wollte der bejahrte Arbeiter Nicolaus 3euzius, Fruchtstr. 13, Aug. p., ära nicht wegen dieser Anreizung vom Staatsanwalt gepackt werden möge. Aber wie die Dinge in der rauhen Wirklichkeit einer in der Wedding Markthalle einen Einkauf machen. Als er mal liegen, dürfte auch ihr Wunsch von wegen der Besiegung des sein Portemonnaie aus der Tasche ziehen wollte, wurde er geDrachen" ein sehr frommer bleiben. Bislang ist der„ Drache" wahr, daß er dasselbe mit seiner gesammten, aus 13 M. beSozialismus bekanntlich immer aus jedem Kampf fräftiger und stehenden Baarschaft verloren hatte. felbstbewußter hervorgegangen wie sollte es diesmal anders " Bummelanten. In der Nacht zum 28. b. M. wurden ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Pallisadenstraße, und ein Hausdiener auf dem Flur eines Hauses in der Georgenkirchstraße erhängt vorgefunden. Am 26. und 27. d. M. fanden zehn kleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 28. Jannar 1895. Berliner Lehrerverein" habe vor einiger Zeit in einer Und diese Steuer tommt über die Rummelsburger GastBetition diese Bitte ausgesprochen, und die Stadtverordneten wirthe troh ihrer durchweg königstreuen und sozialistenfeindlichen Versammlung hatte im Prinzip zugestimmt, jedoch er Haltung. Es ist ein Jammer! tlärt, daß sie sie sich sich für den Einzelfall die jedes Ein recht rabiates Delikt gegen die neuen Umsturz malige Entscheidung vorbehalte. Für die bevorstehende Wahl hat der Verein, auf jene prinzipielle Zustimmung vertrauend, paragraphen hat sich die alte, brave Serenz- Zeitung" in ihrer einen Kandidaten aus seiner Mitte vorgeschlagen, nebenbei kommen lassen. Sie erhebt nämlich die Stimme zu einem bekannten Kaisertreue und Sozialistenfeindschaft zu schulden bemerkt seinen bisherigen Vorsitzenden, den Lehrer Gallen, unter dessen Führung der Verein beinahe 11% Jahrzehnte gekämpft hat, Raiser Geburtstagssang, in dem die folgenden lieblichen Herzensbis es ihm gelang, den städtischen Behörden eine leibliche wünsche Ausdruck finden: Besserung der Lage der Berliner Gemeindeschullehrer abzuringen. Dieser Vorschlag foll nun aber, wie mitgetheilt wird, im rothen Hause sehr ungnädig" aufgenommen worden sein. Es sollen auch schon bei den Borberathungen sonst ganz liberale Männer" sich sehr darüber entrüstet haben, daß die Lehrer so dreist feien, um die Wahl eines Lehrers zu bitten. Nun beweist die Stellung, die einer zu der Frage einnimmt, ob der Vorgeschlagene zu wählen ist oder nicht, an sich nichts für oder gegen eine freisinnige Anschauung. Aber die Feindseligkeit der sonst ganz liberalen Männer" richtet sich gegen die Lehrerschaft überhaupt, und das beweist allerdings etwas für die Art von " Freisinn", der diese Herren beseelt. Dürfte man den Versiche rungen des Magistrats und gewisser Stadtverordneten glauben, so wären die Voltsschullehrer ihre ganz besonderen Lieblinge und Schüßlinge. Aber die Lehrer selber wissen am besten, daß sie das nicht sind und nie gewesen find. Sie können es auch gar nicht sein, weil die Volksschule bis auf den heutigen Tag, trog aller schönen Rebensarten, das Stieftind der städtischen Ver waltung geblieben ist. Lehrer wie Schulkinder haben in gleicher Weise darunter zu leiden, daß der Volksschule auch in Berlin noch ein geringes Maß von Fürsorge und Achtung entgegengebracht wird. Die Geringschäßigkeit, mit der nicht blos konservative, sondern auch freisinnige" Kreise auf die Boltsschullehrer herabblicken, tritt in der Entrüstung über den erwähnten Vorschlag des Berliner Lehrervereins" wieder einmal sehr deut lich zu tage. Leider muß man annehmen, daß jene freisinnigen" Polizeibericht. Am. 26. d. M. nachmittags wurde in der Blätter, die ihre Leute selber am besten tennen werden, mit sein? Schlegelstraße ein acht Jahre altes Mädchen durch einen über. ihren Mittheilungen und den daran gefnüpften Be fürchtungen Recht haben werden. Die Vertretung der LehrerMaß und Gewichtsrevisionen in Berlin 1894. Jm mäßig schnell fahrenden, von einem angetrunkenen Rutscher geführten Geschäftswagen überfahren und schwer verletzt. In der schaft in der Schuldeputation wird als eine alte liberale Laufe des Jahres 1894 find in Berlin von den 96 PolizeiForderung bezeichnet. Diese Forderung aus Entrüstung über die revieren die Maße und Gewichte bei 22 478 Gewerbetreibenden teit durch einen Geschäftswagen überfahren. Sie erlitt einen eine eigener Unvorsichtig revidirt und dabei 753 Gegenstände beanstandet und 587 UeberInfolge der Glätte fielen ein Von den Beamten des Kom- Bruch des linken Unterschenkels. tretungen festgestellt worden. fan bem in der Berliner Stadtverordneten Versammlung miſſariats für Markt- und Gewerbe- Angelegenheiten haben in Arbeiter und ein Dienstmann auf der Straße hin und erlitten herrschenden" Freifinn" um so weniger schwer fallen, als es der Beit vom 3. April bis 20. Dezember 1894 zwei Kommissionen Beinbrüche.-- Abends wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung, überhaupt eine alte Taktik des" Freisinns" ist, Forderungen auf unter Buziehung von Aichungsbeamten 18 846 Verkaufsstellen Grundstücks Hannoverschestr. 5 wurde eine bewußtlose Frau mit in der Chausseestraße, erhängt vorgefunden. Auf dem Hofe des zustellen, wo er in der Minderheit ist, um sie da, wo er die einer technischen Revision unterzogen und dabei 4679 beanstandete einer Schnittwunde im rechten Arm vorgefunden und nach der Mehrheit hat, schnöde preiszugeben. Und jedesmal, wenn der Meßwertzeuge fonfiszirt und 1010 Strafanzeigen wegen Ueber" Freifinn" ein neues Pröbchen dieser Tattik bietet, dann jammern tretungen der Maß- und Gewichtsordnung erstattet. Außerdem sind Charitee gebracht. Am 27, b. M. vormittags fiel auf dem Görlitzer gewiffe Blätter aufs neue darüber, daß Männer, die sonst von den Beamten der Marktpolizei auf Jahrmärkten, dem Weih- Güterbahnhofe ein Arbeitsbursche infolge der Glätte hin und ganz liberal" find, so etwas fertig bekommen. nachtsmarkte und in den 14 Markthallen, sowie durch die Schant- brach den Unterschenkel. Auf dem Abort eines Hauses in der Auch ein Nothstand. Daß es in Berlin einen Rothstand Revisionskommissionen in den Schanklokalen bei verschiedenen Seydelstraße wurde mittags ein Mann todt aufgefunden. Er giebt, werden auch die hartgefottensten Nothstandsleugner an- Revisionen 65 Meßwerkzeuge beanstandet und 46 Strafanzeigen hat dort anscheinend genächtigt und ist erfroren. An der erkennen müssen, wenn sie einen Blick in die neueste Statistik der wegen Uebertretungen der Maß- und Gewichtsordnung erstattet. Ecke der See- und Müllerstraße glitt nachmittags ein Schuhmann preußischen Einkommensteuer- Veranlagung, wie sie dem Landtage Im ganzen find im Laufe des Jahres 1894 mit Beschlag belegt Abends stürzte ein Schuhmann Unter den Linden mit dem Pferde aus und erlitt beim Fallen einen Bruch des Handgelents. unterbreitet worden ist, werfen. Allerdings werden sie auch durch und konfiszirt worden 117 Waagen, 4676 Gewichte, 430 Sohl und erlitt eine Verstauchung des Fußes und eine Verlegung der die Durchsicht dieser mit heißem Bemühen aufgestellten Steuermaße, 53 Längenmaße, 221 Meßwerkzeuge mit bereits tafsirtem Schulter. statistit schwerlich zu der Einsicht tommen, daß unter der Stempel, zusammen 5497 Meßwerkzeuge. Hiervon waren geaicht, arbeitenden Bevölkerung ein Nothstand existirt. Sie werden nach aber unrichtig 64 Waagen, 3693 Gewichte, 80 Hohl- und wie vor bei ihrer Ansicht beharren, daß die heutige beste und 17 Längenmaße; ungeaicht 58 Waagen, 983 Gewichte, 350 Hohl daher unantastbare, vor jeglichen Umsturzgelüften mit allen und 36, Längenmaße; mit bereits faffirtem Stempel versehen Mitteln zu schützende Staats- und Gesellschaftsordnung den Ar- 221 Meßwerkzeuge. Die Straffeftsetzungen bewegten sich zwischen beitern ein, wenn auch bescheidenes, Auskommen garantire, indem einer und dreißig Mart. jeber, der arbeiten wolle, auch Arbeit und somit Verdienst finde, und Daß es nur Sozialdemokraten, Die nicht arbeiten wollen, feien, die darüber hinausgehende maß Tose Ansprüche erheben, eine hervorrufen und die zufriedenen Arbeiter verheten. Wenn daher nach ihrer Ansicht unter der arbeitenden Bevölkerung fein akuter Nothstand existirt, nicht bestehen kann, so werden sie gewiß mit Schrecken gewahr werden, daß in ihren eigenen Reihen ein Noth stand auszubrechen beginnt, der sich durch eine bemerkbare Ver- In der letzten Sihung der Rigdorfer Gemeindes Hamburg schlechterung der Einkommenverhältnisse, ja sogar durch eine ver- vertretung brachte Genosse Schenk die zur Zeit herrschende Berlin hältnißmäßig nicht unbeträchtliche Abnahme der Millionäre im große Arbeitslosigkeit zur Sprache und empfahl die Inangriff Wiesbaden. allgemeinen und der Berliner Millionäre im besonderen kenntlich nahme von Gemeindearbeiten. Gemeindevorsteher Boddin gab München macht. Der reichste Berliner mit einem geschätzten jährlichen Ein- unserem Genossen darin recht, daß die Arbeitsnoth eine große Wien fommen von 2410000 M. und einer Steuerveranlagung von 96 000 M. sei und habe er daher bereits gesucht, soviel wie möglich Rigdorfer Haparanda hat sich zwar noch zu behaupten vermocht, dagegen ist die Zahl Arbeiter in dem Gemeindedienst zu beschäftigen. So habe man Petersburg der Armen, die über mehr als eine Million Mart jährliches die Straßenreinigungstolonne bedeutend verstärkt, wie auch an Cort. Einkommen verfügen, von acht im Vorjahre auf sechs im kommenden der Gemeinde- Gasanstalt( Neubau) flott gearbeitet werde. Erd- Aberdin. Steuerjahre geſunten. Noch deutlicher wird den Nothstandsleugnern arbeiten und Verlegung von Röhren könnten leider zur Zeit Paris der Armen der Nothstand der Reichen in drohender Gestalt vor nicht in Angriff genommen werde. Auf Anregung des Genossen Augen geführt durch die Abnahme der sogenannten Thaler- Müller erklärte sich aber der Gemeindevorsteher bereit, bei der Millionäre, für welchen Charakter" ein jährliches Einkommen Eisenbahnverwaltung dahin zu wirken, daß bei dem Bahnhofsvon 120 000 m. erforderlich ist. Die Zahl dieser Stüßen der umbau und dem Bau der Johannisthaler Bahn in erster Linie Gesellschaft" beträgt im neuen Steuerjahre nur 328. Diese edle Rigdorfer Arbeiter berücksichtigt werden, was bisher leider nicht Bunft hat mithin 25 Mitglieder gegen das Vorjahr aus ihren der Fall gewesen sei. Die Gemeinde hat sich bereit erklärt, die Reihen verloren. Doch dies nicht allein auch innerhalb dieser Tieferlegung der Bergstraße, welche durch den Bahnhofsumbau feltenen Menschenspezies haben bedenkliche Verschiebungen statt- bedingt wird, gegen eine vom Eisenbahnfiskus zu zahlende gefunden. Während im Vorjahre 35 Thaler Millionäre vor Pauschalsumme selber auszuführen. Der dahingehende Vertrag handen waren, welche ein jährliches Einkommen von 500 000 m. dürfte in den nächsten Tagen zu stande kommen. Der Verein deutscher Schuhmacher beschäftigte sich am bis zu einer Million Mark aufzuweisen hatten, sind derer im neuen Steuerjahre nur 29 zu verzeichnen und 290 gegen 311 im Treptow will die Gemeinde Rigdorf in diesem Jahre anlegen. Vorwurf gemacht, daß er die Interessen des Vereins geschädigt Zwei bebauungsfähige Verbindungsstraßen nach 21. Januar mit dem Fall Krause. Dem Betreffenden wird zum Borjahr, mit einem jährlichen Einkommen von 500 000 m. bis Gs ist dem Gemeindevorsteher gelungen, die Adjazenten zur habe, weil er in der Fabrik von Simon& Co. in Stellung eines herunter zu 120 000 m., wo wie gesagt der Thaler- Millionär anfängt und der Mark Millionär aufhört. Wenn Tragung fämmtlicher Kosten, die für beide Straßen auf rund gemaßregelten Kollegen eingetreten ist. Die Versammlung be ferner berücksichtigt, daß bie Thaler Millionäre im eine halbe Million Mark veranschlagt sind, zu bewegen. Nur schließt, das Mitglied aus dem Verein auszuschließen. preußischen Staate im neuen Steuerjahre um 46 Gxemplare haben sich, obwohl ihre Terrains durch Anlage der Straßen im Marktreisenden, Straßenhändler und Händlerinnen zc., die sich der Berliner Magiftrat und die reiche Petri- Kirchengemeinde Eine starkbesuchte öffentliche Versammlung der Haufirer, abgenommen haben und nur noch 1115 davon Dor handen sind, so ist zweifellos der Nothstand der oberen Zehu- Werthe ganz enorm steigen werden, von jeder Beitragsleistung Marktreifenden, Straßenhändler und Händlerinnen zc., die sich mit der„ Stellungnahme zu den von der Reichsregierung und tausend" den Nothstandsleugnern des Voltes" offenbar. Aber ausgeschlossen, doch hofft die Gemeinde Rixdorf die infolgedessen der Zentrumsfraktion eingebrachten Gesezentwürfen, Einschränkung wie jene fein Verständniß für den Nothstand der Armen, so fehlenden 60 000 M. vom Kreise Teltow zu erhalten. Mit den des Haufir- und Wandergewerbes", beschäftigte, tagte am 24. Jas dürften diese fein Verständniß für den Nothstand der Reichen Arbeiten soll im Frühjahr begonnen werden. nuar im Saale des Herrn Gründel, Brunnenstraße 188. haben und in der Verschiebung der Einkommensverhältnisse dieser leber eine sehr romanhaft klingende Affäre wird uns Das Referat hatte Reichstags Abgeordneter Robert Schmidt nur einen weiteren Fortschritt der Konzentration des Besizes in das folgende berichtet: Räthsel über Räthsel boten sich einem übernommen. Nach einer kurzen Einleitung, in der Redner immer weniger Hände erblicken, welche den naturnothwendigen Droschtenfuischer, der dieser Tage an einem Nachmittage von die wirthschaftliche Stellung dieser Berufstategorie schilderte, Busammenbruch der heutigen Gesellschaftsordnung bedingt. einer jungen Dame in der Friedrichstraße zu einer Fahrt gedungen wies er darauf hin, wie bereits in den letzten Jahren durch Die drohende Tabat. Fabrikatftener. Wir werden um wurde. Bunächst erhielt er die Anweisung, nach einer Waffen- wiederholte Aenderungen der Gewerbe- Ordnung der Hausir Bekanntgabe folgender Mittheilungen ersucht:" Vor einiger Zeit handlung zu fahren, aus der die Auftraggeberin bald zurückkehrte. handel bedeutende Erschwerungen erlitten habe. Jezt erwecke es hat der Verein deutscher Tabakfabrikanten und Händler an alle Der Kutscher mußte sie nun nach einem bestimmten den Anschein, als ob die Vorlage dem Hausirhandel den letzten Als die Gnadenstoß geben wolle. Sodann kritisirt Redner die einzelnen Zabatintereffenten in Deutschland eine Petition an den Reichstag Hause in der G. Straße zu Halensee fahren. versandt, in welcher derselbe um Ablehnung der Vorlage, be Droschke am Bestimmungsorte hielt, knallten dem Bestimmungen des Gesezentwurfes, von denen er nur die, welche treffend die Tabat- Fabrikatsteuer, ersucht wird. Diese Petition, Innern heraus zwei Schüsse. Der Wagenführer sprang hinzu den Haufirhandel der Kinder verbietet, sympathisch begrüßt. Die welche nur von Personen, die im Tabafgewerbe beschäftigt sind, und fand, daß das junge Mädchen mit geschlossenen Augen Diskussion war eine sehr rege. Färber, der vorausschickte, er nicht den Standpunkt des Referenten theile, unterzeichnet wird, soll in der nächsten Zeit übergeben werden, dalag, während die Kleidung in der Herzgegend zwei Löcher baß, fich dennoch mit der Kritit desselben an und werden daher alle diejenigen, welche die mit Unterschriften zeigte, die von den eingedrungenen Geschossen herrührten. Als erklärte im großen und ganzen einverstanden. versehene Petition noch nicht an den Geschäftsführer des genannten bald erschien auch ein Herr aus der Villa, vor der die Droschke den Entwürfen Vereins, Herrn Dr. G. Lewinstein, Berlin W., Lützow Ufer 11, hielt; er gab auf die Frage des Rutschers, ob er die Dame Bezüglich der Bestimmungen über die Detail- Reisenden war er zurückgesandt haben, gebeten, dies recht bald zu thun. Wenn die kenne, eine verneinende Antwort. Als das junge Mädchen diese der Meinung, daß der Bundesrath in seiner Vorlage das Richtige Petition, wie zu hoffen ist, ein vollständiges Bild der großen Worte hörte, schlug es die Augen auf und rief dem Kutscher zu: getroffen habe. Am entschiedensten müsse dagegen protestirt Bahl von Personen giebt, deren Existenz durch die Mehrbelastung Fahren Sie mich nach Berlin zurück." Während die Fahrt werden, daß den unteren Verwaltungsbehörden und Polizeides Tabaks bedroht ist, wird auch die erstrebte Wirkung nicht durch die Schillerstraße in Charlottenburg ging, erhielt der Organen au viele Rechte gegenüber den Haufirern eingeräumt Rutscher die plögliche Weisung, die Dame aussteigen zu lassen, werden. Im schreiensten Kontraft stehe die Bestimmung, daß da fie in der Droschke doch nicht sterben würde. Hier verschwand Händlern zc., welche wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Ein eigenartiger Bierkrieg ist in Rummelsburg zwischen sie, Waffe und Patronen in dem Wagen zurücklaffend. Diese gab Hausfriedensbruch oder Körperverlegung mit 1 Woche Gefängniß Kommunal und Regierungsbehörden ausgefochten worden. In der Kutscher bei der Polizei ab. In der Dame wird eine bestraft werden und denen deshalb gleichzeitig auch der Wanderunferem Nachbarorte war die Biersteuer mit 10 gegen 7 Stimmen Lehrerin Johanna S. aus der Stegligerstraße vermuthet. Es Gewerbeschein auf die Dauer von 5 Jahren entzogen werden abgelehnt worden. Der Landrath hat jedoch diesen Beschluß be- dürfte sich um einen Liebesroman handeln. fann, mit dem Rechtsverhältniß gegenüber Turn, Zanz- und mängelt: Die Behörde könne der Auffassung nicht zustimmen, Schwimmlehrern, denen bei Sittlichkeitsvergeben bereits nach 3 Jahren die Ausübung ihres Gewerbes wieder freisteht. Bei allen ausbleiben." " v A man Eine verhältnißmäßig große Zahl von Vorlesungen in den Büchern der hiesigen Universität gelöscht Studirenden, nämlich 150, ist diesmal wegen Nichtannahme von worden. 17 von den„ Gestrichenen" find Doktoren und 69 Aus länder, die wahrscheinlich nicht mehr in Berlin sich aufhalten und auf eine ordnungsmäßige Abmeldung und Exmatrikulation verzichtet haben. # als Stationen. Swinemünde • . Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( 1-21142B4L Better Temperatur co 50.40 St.) 761 UND woltig -8 762 WSW Nebel -12 • 761 NNW bedeckt -12 762 heiter -12 758 woltig --11 759 MNM bedeckt -7 761 heiter 80 762 NO Nebel 17 768 NNW 3 . heiter 0 764 • . 762 NW G 4. wolkig wollenlos -4 12 Wetter- Prognose für Dienstag, 29. Januar 1895. Ruhiges vorwiegend nebeliges oder trübes, ein wenig ge linderes Wettter mit leichten Schneefällen. Berliner Wetterbureau. Versammlungen. % daß der Gastwirthsstand besonders hart besteuert sei. Gerade Vom Elend. Erfroren ist am Sonntag ein unbekannter die Biersteuer sei von der Regierung als ein vorzügliches Mittel etwa 50 Jahre alter Mann. Als ein Bewohner des Hauses, gefeßlichen Maßnahmen suche nach seiner Meinung die Regierung nur 1 immer dem Starken zu helfen, fo durch die Agrargefeße dem| heit bedienen zu können, so sei das Flunkerei. Durch genaue straße 35 bet Sübner. Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Luft Großgrundbesitzer und durch diese Vorlage dem Großtaufmann. Kontrolle ist festgestellt worden, daß in den zwei Monaten, die umor, Lichtenbergerstr. 16 bei Karl Bolzmann. garten. Myrthenblätter, Belforterstr. 15 bet Schneider.- Jhn'scher In wirthschaftlichen Fragen sollte sich die Reichsregierung ein der Streit jetzt andauert, nur 35 Klaviere geliefert werden Berlin W) Grunewaldstr. 110 bet Keßner.- Eintracht 1, Nieder- Schönweide, Froh' Hoffnung, Beispiel an England nehmen, das den Haufirern sogar Fahrt fonnten, wo hingegen früher bei vollem Betriebe in einem Monat Grünauerstraße bet Streder.- Männer- Gesangverein orbeertranz II rerbilligung auf der Eisenbahn gewähre.( Buftimmung.) Nach 160 Stück fertig gestellt wurden. An den Kollegen der eigenen tett III, Gr. Zichterfelde, Berlinerstraße bet Gbert. ( 79), Waldemarstr. 75 Süd- Ost" bet Carl Ulrich. Gesangverein Einig einer kurzen Erwiderung des Referenten, erhielt Genosse Jahn Branche liegt es, wenn der Streit nicht siegreich zu Ende geführt Leffingstr. 28 bei Rietmann.- Eängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 unverzagt II, das Wort, welcher die Versammlung auf die Nothwendigkeit werden kann. Die Liftensammlungen müssen reger betrieben b. Röllig.-Arbeiter- Gefangverein Arbeiter- Maibund, Nowawes b. Potshinwies, eine einheitliche Organisation zur Wahrung ihrer Be- werden. Von den feit Anfang November eingegangenen zirka ftraße 11 bet Heinede.- Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee 152 bet dam, Wallfir. 55 b. Gärtner.- Freies Lied, Friedrichsberg, Friedrich- Starl rufsinteressen zu errichten, bezw. sich dem auf dem Boden der 9000 M. ist nur etwa die eine Hälfte der Summe in Kollegen- Göbel. Männer- Gesangverein Sänger Freiheit, Naunynstr. 86 bei Sozialdemokratie stehenden Verein der Händler und Händlerinnen freisen aufgebracht worden, die andere Hälfte bekam die Kom- Bubeil.- Gefangverein Rothe Nette II, Rupptner- u. Schönholzerſtraßenanzuschließen. Aus Händlerkreisen sprachen noch Mirsch, mission von den verschiedenen Gewerkschaften zur Verfügung Borwärts III, Rathenow, Rest. Zur Erholung bei Friesecke.- Alpenglode, Arbeiter- Gesangv. Schröder, Heinemann und eine Frau, mehr oder weniger gestellt. Da die Streifenden in der letzten Sizung mit allen Gr. Frankfurterstr. 133 bei Gold. Eichentrans, Prenzlau, im Kaiserim Sinne des Referats. Nach Schluß der Diskussion gelangten gegen nur zwei Stimmen die Fortsetzung des Streits beschlossen arten. Einig teit II, Weinftr. 11 bet Feind. Weddinger Har zwei inhaltlich gleichlautende Resolutionen zur einstimmigen An- haben und erklärten, eventuell auch mit weniger als mo nie, Müllerfir 7 bei Reichert. gewählt. " " Eckte. Alte Linde, Admiralstr. 21 bei Schnieber. 1 Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mart, Frete Sänger III, Seeger= 1 Gefangverein Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei Kraaz. = Gesangverein Gesangverein Metallarbeiter Often, Blumenfir. 46 bei Tomaschat. Arbeiter= Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Musitverein Münnermann, Hochstr. 32a bet Wilte. BergnügungsPrivatverein Nordwacht, Perlebergersir. 28 bei Hermerschmidt. Theatergesellschaft 3ielbewußt, Frankfurterstr. 133 bet Gold. LotterieVerein für voltsthüm= 1 Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- GefangBitherflub Fortuna, Görligerstr. 50 bet Siewert. liche Kunst, Wieslauerfir. 27 bet Schmidt. Geselliger Verein Hertha, verein Gangestreue jeden Dienstag von 8%-10% Uhr bet Proz, Annenatalbertftr. 21 bei Roll. fraße 9.- Musikverein" Frisch auf", Reichenbergerfir. 24 bei Zauschte. 8 bis 11 Uhr bei W. Richter, Bülowftr. 65 am Dennewig- Play. Arbeiter Bithertlub Freiheitstlänge. Jeden Dienstag Abends von tub Ipengruß, Abends 9% Uhr in den Oranienballen, Oranienſtr. 51. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10 Uhr in der Turnhalle des deffing- Gyninasiums, Bantſtraße 9-10.-Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 68 a. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeben Turnverein Fichte( Mitglied des Deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt heute: 2. Männer- Abtheilung Staligerstr. 55-56, 1. Lehrlings- Abth. Friedenstr. 37. Turnhalle, Brinzen- Allee 8.- Theatervereine: Dilettanten- Bühne RheinTurnverein Norden, jeden Dienstag Abends von 8% bis 10 Uhr in der 80ID II" Uhr präz. bei Lambeck, Wollinerstr. 62: Gizung und Fibelitas. Theaterverein Freier Wille tagt jeben Dienstag Abend 8% Uhr, im Bautsadenstr. 22, um 9 Uhr. Märkischen Hof, Admiralftr. 18c.- Rauchtlub Sorgenfrei tagt bet Bartel, Rauchklub Deutsche Flagge jeden Dienstag Abend 8 Uhr Wrangelftr. 32. Rauchtlub Grüne Quaft e ( Mitgl. des Bundes) jeden Dienstag Abend 9 Uhr, bet Aft, Oftbahnhof 7. auchlub Schmore's Werte, feden Dienstag Abend's Uhr bet Trittelwig, Faldensteinstr. 7.- Rauchklub Ruhiga Dienstag Abend 8% Uhr bet Behrend, Gräfestraße 5: Sigung. Rauchklub Gutgeftnnte Freunde jeden Dienstag Abend 9 Uhr bei Spät, Georgenfirchstr. 65. BergnügungsStenographen- Berein Eintracht", Unterricht und Uebungsstunde Dienstag verein Im Brand", Dienstag, bet Stavicki, Barnimftr. 22. abends 8% Uhr bet Wählisch, Adalbertstr. 4. rbeiter Gewerkschaftliches. nahme. Die Versammlung bekundete hierdurch ihr völliges Ein- 18 m. wöchentlicher Unterstügung zufrieden zu sein, so concordia, Simeonstr. 23 bet A. Flict. bei W. Mölte. Wach' auf, Bankow, Wollantstr. 113 bet Behmann. verständniß mit den Ausführungen des Referenten und proteftirte ersuchte die Kommission um Santtionirung dieses Bemühle bet Eberswalde. Arbeiter- Gesangverein Einig, Andreasstr. 26 bet auf das entschiedenste gegen die geplante Schädigung und Erschlusses. Auch glaubt sie taktisch richtig zu handeln, Wilte. Gesangverein Acacie( gemischter Chor), 8eughofftr. 8 bei schwerung des Haufirhandels, wodurch die Zahl der Arbeitslosen wenn sie die Streifenden in anderen Fabriken unterzubringendorf, Bad, Behlendorf. Wilmersdorfer Siebertafel, Deutsch- WilmersGesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 23, eine große Vermehrung erfahren würde. sucht, weil dadurch die Ausgaben für Unterstüßungen geringer Bentralhalle. Wacht auf I, Wörther= und Rytestraßen Ece. würden.( Zustimmung.) - Harmonie III, Rigdorf, Bergstr. 142 bei Schimkäse. In der Diskussion erhielten streikende Der Verein zur Regelung der gewerblichen Ver Sangesluit, Putbuserfir. 30 bei Reimann. Einer derselben führte aus, daß bei Nowact. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bet Edelweiß I, Manteuffelstr. 9 bei Nowact.- Waldtapelle, hältniffe der Töpfer und Berufsgenossen hielt am 16. D. M. Kollegen zuerst das Wort. eine Versammlung ab, in der Kollege Daubert einen Ueberblick ihnen die Erkenntniß durchgedrungen sei, daß nicht nur ihre, Admiralfir. 38 bei Tuyauer. Gesang und Orchesterverein Stralauer über die Thätigkeit im vergangenen Jahre gab. E3 find ins- sondern die Interessen der ganzen Branche auf dem Spiele stehen iedertafel, Rummelsburg, Hauptraße 83 bei W. Bowinkel( Orchester). Gesammt 33 Versammlungen abgehalten worden. Ferner haben und schon jetzt die Flinte ins Korn zu werfen, hieße einen Ber- Der Gnterbten, Gwinemünderfir. 55, bet Franz Schmidt. Gesangverein 1283 Mitglieder 18 391 Tage feine Beschäftigung gehabt. Der rath an der Arbeiterfache begehen. Möge die Fabrik voll sein Neue Beit, Wollinerstr. 36 bei Scherling. Gefangverein Frohsinn I, fie ist es aber noch nicht zur Hälfte-, die Kräfte seien auch Rummelsburg, Göthestraße, Ede Santpraße bet Mertens. Rassenbericht ergab eine Einnahme von 8231,17 M. und eine Ausgabe von 6300,27 m. pro 1894, mithin ein Bestand von darnach. Ein anderer Streifender, der zunächst nochmals die Gefangverein Olimpia, didalbertir. 8 bei Cauermann. Gesangverein 1930,90 M. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 941. Die Ursachen des Streifs Harlegte, äußerte, den Fabrikanten könne Abendroth, Deutsch- Wilmersdorf, Berlinerstraße, bei Klingenberg. Bibliothet besteht aus 282 Bänden im Werthe von 1041,28. dann bekämen sie gute Kräfte im Ueberfluß, während diese jetzt udalbertstraße 95. Dienstag. Musikverein Soffnung, Görligerstr.63 bet Meter. nichts erwünschter sein, als die Aufhebung des Streits, denn alle zuschriften, den Bund betreffend, find zu richten an P. Gent, Der Bericht der Revisoren vom Fensterstreit ergab einen Ueberschuß von 102,75 M. Die Vorstandswahl ergab folgendes Re- aus Anstands- und Solidaritätsgefühl der Fabrik fern blieben. fultat: Daudert, 1. Vorsitzender; Lothar, 2. Vorsitzender; breiten, welches der Arbeiterschaft die Ursachen des Streits Dem Wunsche eines dritten Streifenden, ein Flugblatt zu verFris Wolff, 1. Schriftführer; Bortowsti, 2. Schrift Tührer; Zopf, 1. Kassirer; Schirmer, 2. Rassirer; abeführen und zur Unterstützung ermuntern soll, versprach die Genzow, Probst und Eichstädt Beisitzer; Mertens, Debatte wurde das Verhalten des Vorwärts" getadelt, der die Lohntommission in Erwägung zu ziehen. In der weiteren Revisor; E. Scholz, zum Rechtsschutz. Als Hilfskassirer wurden Aufrufe und Situationsberichte der Kommission nur einmal in für den Wedding Hufenbach, für den Norden W. Kemn13 der Woche bringe,*) Alle weiteren Redner plädirten ebenfalls für Fortsetzung des Streits. Die Genossen Schuster( chirurgische Eine gutbesuchte außerordentliche Mitgliederversamm Branche) und Schulz( Möbelpolirer) lieferten Gelder ab und Inng des Vereins zur Wahrung der Interessen der Gast- und versprachen auch weitere Unterstützungen durch ihre resp. GeSchantwirthe", die am 25. Januar bei ente, Naunynstr. 27 werkschaften, was den Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission stattfand, nahm Stellung zu dem Leitartikel des Vorwärts" vom veranlaßte zu erklären, daß auch er nun nochmals in der Kom3. Januar:" Nachflänge vom Bierboykott." Günther verlas mission für die Streifenden eintreten werde. Niendorf verden Artikel und der Vorsitzende Lorenz stellte denselben zur wahrte sich entschieden dagegen, einen gewiffen Pflug zugeredet Diskussion, aber niemand wollte das Wort ergreifen, so daß zu haben, bei Görs u. Kallmann zum Streitbrecher zu werden, Letterer gezwungen war, die Debatte selbst einzuleiten. Namens wie von diesem in Kollegenfreifen behauptet wird. Außer ihm des gesammten Vorstandes legte Redner Verwahrung dagegen gaben auch noch andere Redner ihrer Meinung über etliche ein, daß die Mitglieder des Vereins während des Boyfotts per Streifbrecher, wie Romatsch, Körner u. s. w. unverholen Ausdruck. sönliche Interessen verfochten hätten. Daß sich einige Mitglieder Den Kollegen von Bechstein( Johannisstraße), gegen welche in gegen die Beendigung desselben ausgesprochen haben, rechtfertige der letzten Versammlung der Vorwurf erhoben wurde, daß sie durchaus nicht die Schreibweise des Vorwärts", diese Personen( 200 Mann start) nur 7 bis 8 Mart pro Woche aufbrächten, nun gleich als Pessimisten, Unabhängige und Anarchisten zu be- geschah die Genugthuung durch den Vorsitzenden, dies als einen zeichnen. Nach Günther's Meinung könne sich der Artikel nur rrthum hinzustellen. Er stellte es dahin richtig, daß er sagen gegen den Verein richten, den der Vorwärts" stets stiefmütterlich be- wollte, einzelne Listen hätten solche geringe Beträge aufgewiesen, handle. Le ich nig und Wuttte fanden, daß durch den Artikel dem da aber deren mehrere in der Fabrit zirkulirten, so habe die Verein das größte Unrecht geschehen ist; des weiteren wandten Gesammtsumme pro Woche ungefähr 30 M. ergeben; allerdings sich die Redner gegen die schnelle Beendigung des Boykotts. sei auch dieser Betrag noch niedrig genug. Ein Antrag:#Den Mit dem ehrenhaften Frieden sei so gut wie gar nichts erreicht Streit weiter aufrecht zu erhalten, aber auch darauf zu achten, worden, wenigstens wurden dadurch nicht die Opfer auf daß der Beschluß der letzten Bersammlung: nicht unter gewogen, welche die Mitglieder des Vereins und die Arbeiter 50 Pf. zu zeichnen, durchgeführt werde," fand Annahme. schaft während des Boykotts gebracht haben.( Zustimmung.) Gegen 2 Uhr erfolgte Schluß der gut besuchten Versammlung. Willy Schmidt wunderte sich, daß die Geschichte mit dem Vorwärts". so. zimperlich angefaßt wird. Die Anrempelung in Dem Artikel sei flegelhaft. Sie, die Gastwirthe waren bei der ganzen Geschichte die Geschädigten; die erste Beit war das ring. freie Bier Sausoff" auch durch die kleineren Gefäße hatten fie Schaden und wie es besser wurde, hob man aus politischen Gründen den Boykott auf.( So!) Gnadt suchte die Nothwendigkeit der schnellen Beilegung des Boykotts nachzuweisen. Eine mäßig besuchte Versammlung des Arbeiternahme diefer Steuervorlage erwachsen würden. ( Theilweiser Widerspruch.) Inzwischen war folgende Resolution Bildungsvereins zu Schöneberg tagte am 21. Januar, Nur durch energischen Protest der gesammten Arbeiterschaft wird eingelaufen, die Lorenz zur Annahme empfahl:„ Der Verein 2c. Genosse Antrick sprach über das Thema: Was lehrt uns der es möglich sein, den Reichstag zur Ablehnung dieser Steuervorlage zu legt entschieden Verwahrung dagegen ein, in dem Rampf des Boykott"? Genosse Seitz von der Lokalkommiffion theilte mit, veranlaffen. Unterzeichnete Kommission hat daher beschlossen, in Bierboykotts, in dem Kampf des organisirten Kapitals gegen die daß der Direktor der Schöneberger Schloßbrauerei sich weigere, folgenden Städten Protestversammlungen abzuhalten: Proorganisirte Arbeiterschaft irgendwie persönliche Interessen ver- den Saal zu Versammlungen herzugeben. Mithin ist die Saal vinz Brandenburg: Charlottenburg, Köpenick, Belzig, treten zu haben, legt aber auch Verwahrung dagegen ein, daß ein sperre über dieses Lokal nicht aufgehoben. Nachdem noch der Jüterbogt, Beelis, Kremmen, Velten, Oranienburg, Reßin, RaMitglied, wenn es irgendwie eine andere Ansicht äußert, als wie es Vorschlag, zur nächsten Versammlung, welche am 4. Februar thenow, Wittstock, Prizwalt, Kyriß, Perleberg, Wittenberge, der Vorwärts" und die maßgebenden Leiter belieben, als Pessimist, stattfindet, als Thema;" Anarchismus und Sozialismus" zu Angermünde, Schwedt, Bieraden, Bernau, Alt- Landsberg, FrankUnabhängiger oder Anarchist bezeichnet wird, die Mitglieder des nehmen, angenommen wurde, erfolgte der Schluß der Versamm- furt a. D., Fürstenwalde, Küstrin, Neudamm, Landsberg a. W., Vereins nehmen als überzeugte Sozialdemokraten für sich das Recht lung. Büllichau, Schwiebus, Sommerfeld, Guben, Kottbus, Sorau, der freien Meinungsäußerung in Anspruch und die Mitglieder Rummelsburg. Der hiesige sozialdemokratische Verein tagte Provinz Pommern: Stolp, Belgard, Stettin, Stargardt, Forst, Gassen, Spremberg, Luckau, Finsterwalde und Kalau. des Vereins werden auch in Zukunft ihrer prinzipiellen Ueberzeugung Ausdruck geben, ob es der Redaktion des Vorwärts" am 22. Januar. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Basewalt und Wolgast. Provinz Preußen: Königsberg, lieb ist oder ihr Geschäft darunter leidet oder gut geht, Beier in der üblichen Weise. Der erste Gegenstand der Tages- allen obengenannten Orten Verbindungen mit KolAnwesenden das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Richard Danzig, Elbing, Jastrow und Braunsberg. Wir haben nicht in und werden ferner den in der Versammlung am 17, b. M. ordnung, Bericht des Kassirers, veranschaulicht eine Uebersicht legen und fordern dieserhalb die Arbeiterschaft, welche gewillt ist, gefaßten Beschluß voll und ganz aufrecht erhalten, welcher lautet, über die Kaffenverhältnisse. An Einnahmen find zu verzeichnen uns in unseren Bestrebungen zu unterstüßen, auf, sofort an aus denjenigen Brauereien fein Bier zu entnehmen, welche andere 299,80 M., an Ausgaben 234 M. Der Bibliothekar spricht den Unterzeichnete die Mittheilung gelangen zu lassen, ob an als ausgesperrte Brauerei- Arbeiter und Böttcher anstellen." Wunsch aus, daß sich die Mitglieder mehr an der Benutzung der Ihrem Orte eine derartige Bersammlung mit ( Beifall.) Die Diskussion wurde fortgefeht. Schönemann Bibliothet betheiligen mögen. Ginen weiteren Gegenstand der Erfolg möglich ist. Unterzeichnete Kommission wird alsbezeichnete den Artikel als gemein. Gärtner stellte zur Tagesordnung bildete eine Diskussion über den Zweck der poli- dann unverzüglich die Orte zu Agitationstouren zusammenResolution den Zusagantrag: Dem Borwärts" aufzugeben, tischen Organisation, an der sich die Mitglieder Ritter, stellen und den einzelnen Drten den Tag der Versamm teine Inferate von Ringbrauereien aufzunehmen." Willy Schmidt bekämpfte den Zusagantrag und auch den Beschluß Bramschiffer, Weigel und Börner betheiligten. Nach lung fundgeben. Die dazu nöthigen Referenten werden vom 17. b. M.; nachdem der Boykott beendet, müsse es jedem Besprechung einiger Bereinsangelegenheiten erfolgte der Schluß von der Kommission gestellt. Sollte an nicht bes der Versammlung. freistehen, sein Bier zu entnehmen, wo es ihm beliebt. Reßner nannten Orten obiger Provinzen das Abhalten fand nicht, daß sich der Artikel gegen den Verein wendet. Nach. Die öffentliche Kommunalwähler- Versammlung in von Protestversammlungen mit Erfolg möglich dem Brauerei Direktor Arendt( Münchener Brauhaus) Charlottenburg am vergangenen Sonntag, welche wegen der sein, so ersuchen wir die Arbeiterschaft solcher Drte, sich ebenfalls einige Anzapfungen Willy Schmidt's zu Willy Schmidt's zu widerlegen am Montag, den 28. Januar, erfolgten Nachwahl einberufen fofort an Unterzeichnete zu wenden., Gile thut noth! versucht hatte und gum Beweise dessen, daß seiner war, verfiel dem Mißgeschick der Auflösung! Da die Ver- Die Agitationskommission der Tabatarbeiter für die Provinzen Brauerei durch den Boytott keine bedeutenden Vortheile er sammlung noch etwas schwach besucht war, wurde dieselbe kurz Brandenburg, Pommern und Preußen. J. A.: Carl Butry, wuchsen, ihm die Einsichtnahme in seine Bücher anheimſtellte, nach Gröffnung und erfolgter Bureauwahl auf unbestimmte Zeit" Stralsunderstr. 17 II.- Die Arbeiterpresse obiger Provinzen fand die Resolution gegen 7 Stimmen Annahme. Hierauf vertagt. Nachdem nun etwa 10 Minuten verstrichen waren, trat wird um gefälligen Abdruck dieses Aufrufs ersucht. wurden Vereinsangelegenheiten erledigt. An stelle des von zu dem auf der Bühne anwesenden Polizeilieutenant ein höherer Gnadt als sehr lässig bezeichneten Kollegen Itefte wurde Polizeibeamter in Zivil und unterhielt sich mit demselben. Bald von Steen in& Imshorn wurde am 23. d. M. in einer Ueber den Streit der Arbeiter der Maschinenfabrik Trittelwig in die Rechtsschuß- Kommission gewählt. darauf erhob sich der uniformirte Beamte und erklärte ohne öffentlichen Gewerkschaftsversammlung verhandelt. Der Fabrikant ( Wir haben in unserem Artitel allerdings geschrieben, daß es irgend eine Angabe der Gründe die Versammlung für aufgelöst war brieflich eingeladen worden, hatte an seiner Stelle den WerkLeute giebt, die ein Interesse an der Weiterführung des Boytotts und forderte die Anwesenden auf, das Lokal zu räumen, und Formermeister gesandt. Dem Bericht über die Ursachen des baben, aber unerfindlich ist es uns, wie fich die Mitglieder dieses indem er selbst sofort den Saal verließ, ohne die Räumung ab- Streits entnehmen wir, daß ständig Ueberstunden gemacht Vereins als diejenigen betrachten fonnten, gegen die der Vor- zuwarten. Bald darauf famen mehrere Schuhleute in den wurf gezielt war. Es hat lange gewährt, bis die Herren ihrem Saal, was die Anwesenden veranlaßte, nach dem kleinen Gaal, wurden, ebenfalls hat regelmäßige Sonntagsarbeit bis 9 Uhr Unwillen in einer Resolution Luft machten. Uns läßt die wo gleichzeitig eine öffentliche Versammlung der Maler das Frühstückssignal gegeben, welches darauf hindeutete, daß stattgefunden. Am legten Sonntag wurde wider Erwarten Resolution sehr falt. Es will uns aber scheinen, als ob doch stattfinden sollte, zu strömen. Da hier infolge dessen eine Ueber den ganzen Tag gearbeitet werden sollte. Um sich aber den einigen Herren das böse Gewissen schlug. Die Redaktion.) füllung des Lokals stattfand, wurde nun beschlossen, nach dem " " " An die Arbeiterschaft der Provinzen Brandenburg, Pommern und Preußen. Die Tabatsteuer Vorlage ist nunmehr dem Reichstage zugegangen, das zum energischen Protest Berichtigung. Der Genoffe S. Goldschmidt, Ver- gegen diefelbe nothwendige Material ist damit in unsere Hände golder, ersucht uns mitzutheilen, daß weder er noch sein Bruder gelegt; die unterzeichnete Kommission hält es für ihre Pflicht, Des Sozialdemokratischen Wahlvereins des 5. Wahlkreises sind, au führen, welche nicht nur den Arbeitern ber Adolf Goldschmidt, die beide allerdings auch Mitglieder der gesammten Arbeiterschaft die Gefahren vor Augen mit dem aus dem betreffenden Verein ausgeschlossenen Gold Tabakindustrie, sondern der gesammten ar schmidt identisch sind. beitenden Bevölkerung überhaupt durch An" großen Lokal zu übersiedeln, wobei nun demselben auf lösenden Beamten nichts übrig blieb, als wieder in den " geräumten" Saal mitzugehen und die nun folgende Versammlung ruhig tagen zu laffen. Nach dem Grund der Auflösung befragt, der Beschwerde. So agitirt die Polizei für unsere gerechte Sache. verwies er den Fragesteller, Genossen Görke, auf den Weg Gauverein Berliner Bildhauer. Die Vereinsversammlung fällt aus. an fielle deffen öffentliche Bersammlung. Stebe Annonce vom Sonntag. Arbeiter- Bildungsschule. Dienfiag Abend von 7-8% Uhr: Lektüre 8-10% uhr: nordfchule, Müllerstraße 179a: Boltsthümliche Medizin ( erfte Hilfe bet Unglücksfällen). Südostschule, Waldemarstraße 14: Nationalötonomie. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Seit aufgenommen. Lese- und Diskutirklub Reimer, Abends 8 Uhr bei Neumann, Basewalterstr. 8. ganzen Sonntag nicht nehmen zu lassen, zumal vom Fabrikanten Die Lage des Streiks in der Pianofabrik von Görs u. eine solche Anordnung nicht getroffen war, verließen die Arbeiter Kallmann ist nach dem Bericht, den die Lohntommiffion am vormittags 91/2 Uhr die Arbeit und einigten sich dahin, daß, legten Sonntag in der öffentlichen Musikinstrumenten- Arbeitervormittags 91/2 Uhr die Arbeit und einigten sich dahin, daß, wenn eine Maßregelung stattfinden würde, selbige mit einem Versammlung bei Ulbrich, Waldemarfstr. 75, erstattete, eine allgemeinen Ausstand beantwortet werden sollte. Die Maßdurchaus günstige. Die ca. 70 Streitenden halten feft an ihren laffen wurden. Sämmtliche Arbeiter erklärten sich aber mit den Forderungen, zumal, wie ihnen jetzt aus sicherer Quelle bekannt regelung traf richtig ein, indem am Montag awei Arbeiter entwurde, die Fabrikanten den Plan gefaßt hatten, nach und nach Gemaßregelten solidarisch und so ist denn der Ausstand zustande alle der Organisation angehörenden Arbeiter zu entlassen, um gekommen. Eine Verhandlung sei angebahnt, jedoch habe der dann ungehindert eine größere Lohnreduktion vornehmen Fabrikant sich auf nichts eingelassen. Auf eine Frage an den zu können. Durch den plötzlich ansgebrochenen Streit Fabrikanten, warum die beiden Arbeiter entlassen, erklärte der= fet dieser Plan glücklicher Weife Dereitelt worden. felbe, daß dieses deshalb geschehen sei, weil sie am Sonntag nicht Die Fabrikanten, welche sich auf Unterhandlungen mit der von gearbeitet hätten. Das Gewerkschaftskartell, welches in der Verder Gesammtheit der Klavierarbeiter gewählten Lohnkommission Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend. Borsigender: b. Neu- fammlung anwesend war, erklärte die Handlungsweise der Arbeiter durchaus nicht einlaffen wollen, scheuen im übrigen fein Mittel, mann, Bafewalterfir. 3. Alle Menderungen im Bereinstatenber find au richten als korrekt und wurde beschlossen, in den allgemeinen Ausstand an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Er. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: die Streifenden wantelmüthig zu machen und jedenfalls ist auch ebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglteber. Gefangverein Steinete einzutreten und nicht früher nachzugeben, bis seitens des Fabridas Gerücht: die Fabrik sei vollbesetzt und der Streit so gut( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rofenthalers fanten die Maßregel zurückgenommen würde. Die Debatte mit wie verloren", zuerst von ihnen ausgegangen. Da dieses Gerücht fraße 67 bei Wernau. Berechtigteit- Westen, Bülowstraße 69 bet den Vertretern des Herrn Steen war eine ziemlich heftige, zumal nur zu leicht dazu angethan ist, den Streifenden die materielle Schönhauser Allee 28 bet stelle.- Schildhorn, Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstr. 58.- Echo II, Swinemünder die Vertreter nicht den nöthigen Anstand gegenüber den Arbeitern Unterstügnng abzuschneiden, so erfordere es ein entschiedenes wahrten. Nach einer kurzen Ermahnung an die Ausständigen, Dementi; der Streit steht durchaus günstig. Die*) Wenn über einen Werkstattstreit die Woche einmal be- denen sämmtliche Arbeiter der Maschinenfabrik von Steen, außer Firma fann auf die Dauer ohne ihre ohne ihre alten Arbeiter richtet wird, so dürfte dies wohl genügen. Im übrigen wollen dem Wert- sowie Formermeister und den Lehrlingen, angehören, den bisherigen Ruf nicht wahren und wenn fie in wir mittheilen, daß sämmtliche Gingesandts veröffentlicht sind. wird die Verfammlung gefchloffen. Der Geist unter den Ar bürgerlichen Blättern und Sonst mie bekannt giebt, Die Redaktion kann sich keine Information schaffen, das ist beitern ist gut und ist zu erwarten, daß ein baldiger Sieg bevorbald wieder in der Lage zu sein, ihre Abnehmer zur Zufrieden- Aufgabe der Kommission, dies zu thun. Die Redaktion. steht, zumal die Arbeiter ziemlich günstige Chancen haben. Werner. 版 Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. S GO Rangewiesen. Worauf flüßt der Bürgermeister feinen An-| befreien.$. R. 100. Wir verstehen nicht, welchen spruch? A. V., Akte Jakobstraße. Der Vormund per Antrag auf gerichtliche Entscheidung" Sie noch stellen wollen. sönlich haftet jedenfalls nicht. J. R. 46. Ihr Rücktritt Jedenfalls ist die Sache aussichtslos. P. B. Ihre Braut ist nicht berechtigt und Sie haften dem Vermiether für die Miethe. muß im Termin erscheinen. Andernfalls kann ihre Verhaftung einen A. P. 30. Die Gebühren sind bei allen Gerichten die gleichen. angeordnet werden. C. J. Der Betreffende muß den Ort Es kommt ganz darauf an, was in der Sache geschehen ist. verlassen, fann aber gegen die Verfügung Beschwerde Winguth. Zu 1. Beantragen Sie zunächst Erlaß eines F. F. Nur mit königlicher Genehmigung. 2. M. 100. einlegen.- 300. A. K. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. Zahlungsbefehls. 2. Kann ohne Kenntniß der ortspolizeilichen Damit werden Sie feinen Erfolg haben.- H. x. Von Ihrer Gesetze nicht beantwortet werden. einmal übernommenen Verpflichtung können Sie sich nicht mehr Br. Hilgenfeld. Der Druckfehler- Teufel hatte uns Streich gespielt. Es soll natürlich Brände heißen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 29. Januar. Opernhaus. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Weh' dem, der lügt. Berliner Theater. Der Compagnon. Leffing- Theater. Ghismonda. Nenes Theater. Das liebe Geld. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Theater Unter den Linden. Der Probefuß. Schiller Theater. Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Bellealliance- Theater. Onkel Bräfig. Feen- Valaft Burgstr. 22, neben der Börse. Täglich Urania Anstalt für volksthümliche Am Sozialdemokratischer Wahlverein Naturkunde. für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Landes- Ausstellungspark Mittwoch, den 30. Januar, abends 82 Uhr, in den ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Außerordentliche Gr. Spezialität.- Vorstellung Täglich Vorstellung im wissenschaftAuftreten von 20 Künstlern allerersten Ranges. Entree 30 Pf.( Anfang WochenSonntags:{ tags 71,2 Uhr. Concert 6 Uhr, Vorstellung 7 Uhr. Der ca. 5000 Personen fassende Saal steht den pp. Vereinen und Gewerkschaften zu Festlichkeiten zur Verfügung. Auch können an allen Tagen bis 3 Uhr nachmittags Versammlungen ab= gehalten werden. Die Direction. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Castan's Panoptikum. Der Bettelstudent. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Noch nie dagewesen! National- Theater. Marie Stuart. Die Riesen des dunkeln Erdtheils: Alexanderplatz- Theater. Die Ahnfrau. Die Dinka, Reichshallentheater. Spezialitäten- 40 Männer, Frauen u. Kinder. Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Kanfmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, 29. Januar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Mittwoch, 30. Januar, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Donnerstag, 31. Januar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Freitag, 1. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonnabend, 2. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonntag, 3. Februar, nachm. 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Das scheckige Mädchen Marietta. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung der Statutenberathungs Rommission. Referent: Genosse F. Hansen. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimirt. Für Monat Januar gelangt das Protokall vom Frankfurter Parteitag zur Gratisvertheilung. Billets zum Besuch der„ Urania" am 1. Osterfeiertag sind in den Zahlstellen zu haben. 277/18 Der Vorstand. ( Meysel, Sozialdemokratischer Wahlverein für den Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Vorverkauf 40 Pf.( siehe Plakate). Zum Schluß: Weihnachts- Ausstellung Circus- Bilder Kaufmanns' Variété ist noch immer ausverkauft und warum?? F Naucke ift da! Naucke ist der Kassenmagnet! Naucke ist das Tagesgespräch Berlins! Naucke ist der gr. Lacherfolg! Naucke als Pauline! Naucke ist zum Schreien! Naucke als Balletratte! Ensemble von Meysel. Passage- Panopticum. Neu! Neu! I. 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 29. Januar, abends 8½ 1hr, im ,, Märkischen Hof", Admiralstr. 18c: 278/20 Große Versammlung. Neue Mitglieder werden aufgenommen. -O Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend( Filiale Nord). Mittwoch, den 30. Januar, abends 8 Uhr, im ,, Viktoria- Garten", Badstr. 12: Vereins- Versammlung. Zages Ordnung: " 1. Vortrag der Genossin Frau Mesch über: Die Sklaven der Zeit." 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kassirerin. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Prof. Frdr. Schwinge's Verschiedenes. Wandernde Herren und Damen als Gäste sind sehr willkommen.-Zellerfammlung. Der Vorstand. Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Der Meister: Rob. Biberti vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Unter den Linden 21. Jeden Sonntag Nachmittag Naucke ist zum ,, Schiessen"! Naucke ist der populärste Mensch Berlins! Naucke ist zum ,, Schiessen"! Ben National- Theater. Naucke ist unsere Goldquelle! Große Frankfurterstraße 132. Volts Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. # Gastspiel des Herrn Carl Wesselsky vom Stadt- Theater in Hamburg und des Herrn Ernst Eppstein vom StadtTheater in Würzburg: Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Regie: Max Samst. Naucke bleibt Februar! Ferner 16 Glanz- Nummern. Ab 1. Februar: Neuheit! Pinte Quente! Avis! Den verehrl. Vereinen 2c. stehen unsere Lokalitäten z. Matinees und Versammlungen zur gefl. Verfügung. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang 7½ Uh Circus Renz Morgen: Voltsvorstellung. Die Jungfrau von Orleans. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas als Gast. Anna Bäckers. Josefine Dora. Zum 149. Male: Carlstrasse. Dienstag, 29. Januar, abends 71/2 Uhr: Große Extra- Vorstellung: Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peking.) Neue Musik Einlagen. unter and.: O, diese Berliner! Original! Les grelots vivants, jou Große Posse mit Gefang und Tanz des barbichons etc. Original! zu halb. Preisen. Orientalische Al- Familienvorstllg. Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 8 Uhr. Danksagung. 126/3 Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 30. Januar 1895, abends 82 Uhr, im Lokale Annenstr. 16: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël:" Die moderne Naturanschauung und ihr Einfluß auf die heutige Gesellschaft." 2. Diskussion. 3. Wahl des zweiten Schriftführers. 4. Kassenbericht.- Verschiedenes.- Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste, sowie unsere Berufsgenossinnen stets willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 131 12 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Dienstag, den 29. Jannar, abends 8 Uhr, in Nieft's Festsälen, Weberstraße Nr. 17: Oeffentl. Brauereiarbeiter- Versammlung. Dem Herrn Dr. Herzberg, Berlin, Hollmannstraße 16, für all seine aufopfernde und hingebende Behandlung 91/18 und Pflege in seiner Privatklinit, sage ich hierdurch meinen aufrichtigsten, tiefgefühltesten Dant. Möchten diese Zeilen dazu beitragen, leidenden Mitschwestern dieses Institut zu empfehlen. Pauline Packeisen, Schulftr. 55. Kranzbinderei u. Blumenhdlg. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, bitte ich meine Freunde und Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitationskommission. Den Gewerkschaften und Vereinen zur gefälligen Kenntnißnahme, daß unterzeichneter Berein von jetzt ab jeden Freitag, abends 9 Uhr, in den Armin- Hallen, Rommandantenstraße 20, feine Sigungen abhält. Bestellungen werden im obigen Lokal jederzeit entgegengenommen. Telephon: Amt I, 1995. 2507/3 Tanzlehrer- Verein ,, Solidarität“. Der Vorstand. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend. Gemäß§ 28 unseres Statuts erklären wir hiermit, daß, soweit es dem Mujit von Julius Ginöð§hound. Nur noch dreimaliges Auftreten Senoffen, genau auf meine Adreſſe zub in Thätigkeit tritt. Diejenigen person, b, die Staffe vom 1, Februar b. J. Anfang 1/28 Uhr. Zum 150. Male: Mittwoch, den 30. Januar: O, diese Berliner! des Herrn G. Hüttemann achten. ( the Gat) mit feinem Schulpferde Möbel, gebraucht, tauft Möbel. Cincinatus. Außerdem: Auftreten sämmtlicher Kunstspezialitäten, Damen Straße 13. Adolph Ernst- Theater und Herren, Vorführen und Reiten der Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Zum 35. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangspoffe mit Tanz. Nach dem englischen A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Jufolge des grohen AnDrangs bleibt die Kaffe von Vormittags 10 Uhr ununterbrochen geöffnet. 0 Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Moritzpl.). Die Weber. bestdressirten Freiheits-, Spring- und Schulpferde. Handlung RosenthalerC. Bolzmann's Gesellschafts- Säle, Lichtenbergerstr. 16. Morgen, Mittwoch, abends 7%, Uhr: Außerordentliche Vorstellung: Tjo Säle und Vereinszimmer von 20 bis Ni En. Vorlektes Auftreten des Herrn Gustav Hüttemann( als aft). Fr. Renz, Rommissionsrath. Circus G. Schumann. Friedrich Karl- Ufer. Texas Jack's American Prairie Life- Show. Täglich abends 72 Uhr: Große Vorstellung. Morgen, Mittwoch: 2 Vorstellungen, 4 und 1/28 Uhr. Um 4 Uhr: Lette Schüler- Vorstellung. 20 Pf. auf allen Plägen. 357M Donnerstag: Letzte Vorstellung. 500 Personen. Aeltefte 1521L* Maskengarderobe der Louisenstadt. Oranienstr. 49, I. 2. Geschäft: Weidenweg 22. Kostüme von 1 M. an. Vereine Preisermäßig. Wallstr. 82( de Neue Rohstraße) 1719b Untersuchung und ohne Unterschied des Alters Mitglieder dieser Kasse zu werden, haben sich während der Zeit vom 1. Februar bis 28. Februar inkl. in folgenden Zahlstellen behufs Aufnahme zu melden: Norden: Veteranenstraße 22 Wedding: Weddingstraße 9 Moabit: Thurmstraße 84 Zentrum: Gipsstraße 16 Westen: Blumenthalstraße 5 bei Behrend kaffirt Behrend. Briefe Südwest: Mittenwalderstr. 43 Südost: Waldemarstr. 61 Hoffmann Ost: Rüdersdorferstr. 8 Böhl Peterson Maltowski Holzbächer Blauroc Kliemann " " Roll " " " " Knöpchen " " Fiedler " Kaasch. " Ueckert. " " Blauroc. Bei Behrend, Hoffmann und Blaurock wird täglich von früh bis abends, in den übrigen Zahlstellen Sonnabends abends von 8 Uhr an faffirt. Die weitere Thätigkeit der Raffe betreffend Unterstützung in Krankheits. und Sterbefällen, Einziehung von Beiträgen u. f. w. beginnt erst mit dem 1. März dieses Jahres. 299/2 Der Vorstand. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 24. on Wunderdoktor Ast vor Gericht. = Von unserem Gerichts- Berichterstatter erhalten wir über diesen hochinteressanten Fall modernen Aberglaubens den folgenden, aus Lüneburg vom 26. d. M. datirten Bericht: Dienstag, den 29. Januar 1895. 12. Jahrg. größter Bereitwilligkeit erzählte er mir seine Lebens- Falles sei der Wahrheitsbeweis als erbracht anzusehen. Nach geschichte und beantwortete mir alle meine Fragen. spricht hochdeutsch Er der Ueberzeugung des Gerichts sei aber auch im zweiten Falle und zwar ziemlich korrekt. Aeußeres läßt weit eher auf einen Landgeistlichen oder Land- an der Glaubwürdigkeit der Zeugen zu zweifeln. Sein der Wahrheitsbeweis gelungen. Es liege feine Veranlassung vor, " Es dürfte den Leſern bekannt sein, daß das zwischen Lüne er allerdings seit vielen Jahren nicht mehr. Er wird vom Dr. zur Nieden geschehen, dem Manne, ver por Gericht einer burg und Harburg belegene Dorf Radbruch seit einigen Monaten Gericht als Anbauer" bezeichnet. Er ist Besitzer des er- Handlung überführt erachtet worden ist, die von ihm mit ein zweites Metta geworden ist, nach dem bis vor etwa 14 Tagen wähnten Hauses, an das sich Gärten und Aecker schließen, seinem Eide abgeschworen wurde? ift, die von ihm viele tausende von Menschen, Männer und Frauen aus allen deren Bewirthschaftung, wie mir versichert wurde, vollständig Theilen Deutschlands, ja selbst aus dem Auslande, gepilgert hinreicht, um ihn und seine aus Frau und 3 Kindern be Auch ein Verhaftungsgrund. Der Bäckergeselle Pienczak, sind, um die ärztliche Hilfe eines in diesem Dorfe stehende Familie anständig zu ernähren. Ast sagte mir auch, welcher am 19. d. M. von der 138. Abtheilung am Amtsgericht I wohnenden Schäfers in Anspruch zu nehmen. Heinrich daß er nicht des Geldgewinnes halber die Heilfunft betreibe; er als Heirathsschwindler zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt und Philipp Ast, so heißt dieser gute Mann, der theils mittels nehme von armen Leuten nicht nur feine Bezahlung an, sondern vom Flecke weg verhaftet wurde, hatte biergegen durch seinen Sympathie, theils mittels Medikamente, die er sofort feinen gebe ihnen noch obendrein die Medikamente unentgeltlich und Vertheidiger, Rechtsanwalt Blaschkauer, eine geharnischte Be Patienten verabreichte, seine Kuren ausführt, giebt an, feine außerdem noch das Reisegeld. Allein er fühle sich berufen, schwerde eingelegt, in welcher dieser die Verhaftung als eine Kunst von seinen Vätern geerbt zu haben. Er entstammt einer der leidenden Menschheit zu helfen, zumal er im stande sei, ganz unbegründete bezeichnete und hervorhob, daß auch die Vers alten Schäferfamilie, in der das Kuriren von Menschen und Vieh ohne jede Untersuchung des Körpers, sondern durch bloße urtheilung eines Mannes auf das Zeugniß einer Person, die seit Jahrhunderten Tradition sei. Sein Großvater habe in dieser Untersuchung der Nackenhaare mittels Vergrößerungsglas, die geständlich mit demselben 3000 m. verpraßt habe und Kunst eine derartige Fertigkeit besessen, daß seinerzeit sich Herzog Krankheit des Patienten festzustellen und diesem den richtigen dann um 100 M. betrogen sein wolle, bedenklich ers Erich von Braunschweig von ihm ärztlich behandeln ließ und da Rath zu geben. Er zeigte mir einen ganzen Berg von Dank scheine. Der Amtsrichter hatte die sofortige Verhaftung die Behandlung von Erfolg war, dem alten Ast ein Lehnhaus schreiben, die sich wohl auf viele tausende beliefen. Diese seien damit gerechtfertigt, daß er ausführte, es liege Fluchts in Stadtoldendorf in Braunschweig geschenkt und ihm das Kuriren ihm aus allen Weltgegenden von allen Gesellschaftsklassen für er- verdacht vor, weil erstens die Strafe hoch bemessen sei und in seinem Lande gestattet. Der Enkel dieses eigenartigen Medizin- zielte Erfolge übermittelt worden. In allen diesen werde be- zweitens der Angeklagte die Rennpläge besuche und dort als mannes fühlte sich nun berufen, die Familientradition fortzufeßen. scheinigt, daß Ast ihnen geholfen habe, nachdem alle ärztliche Buchmacher auftrete. Die Beschwerde des Vertheidigers blieb Seit 20 Jahren weilt er in Radbruch und will vielen seiner Runst erfolglos geblieben war. Er erzählte mir, daß er sämmtliche nicht erfolglos, denn das Landgericht hat derselben am 24. d. M. Mitmenschen selbst dann Hilfe gebracht haben, wenn alle ärztliche äußere und innere Krankheiten heilen könne, und zwar sei es stattgegeben und den Verhafteten auf freien Fuß gesezt. Die Kunst versagt habe. Im Jahre 1893 wurde er jedoch, obwohl ihm gelungen, einem Manne, der seit 4 Jahren erblindet und Höhe der Strafe, welche Pienczack zu erwarten" habe, sei durchs fein Ruf über die Grenzen Radbruchs noch nicht hinausgedrungen von allen Augenärzten aufgegeben war, das Augenlicht aus nicht erheblich und vor allen Dingen sei das Besuchen von war, wegen Uebertretung des§ 367 alin. 3 des Straf- Gesetzbuches wiet erzugeben. Er habe Taubheit, ja sogar Geisteskrankheiten Rennplätzen denn doch keine Thatsache, durch welche sich ein zur Rechenschaft gezogen und vom Schöffengericht zu Bleckede mit Erfolg behandelt. Ja er wolle mir seine Kunst ad oculos luchtverdacht begründen Icsse. Es ist dies wieder ein zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt. Diese Strafe vermochte aber demonstriren und mich von meiner Kurzsichtigkeit, an der ich drastischer Beweis dafür, aus welchen Gründen an dem hiesigen nicht, ihn in der Ausübung seiner Heilkunst zu hindern. Plöglich, schon seit fast 30 Jahren leide, kuriren und der Mangelhaftigkeit Amtsgericht zuweilen Leute in Haft genommen werden. etwa im August 1894, drang der Name der Wunderdoktors" meines Haarwuchses abhelfen. Wenn er, was ihm nicht zweifelAst in die Welt hinaus. 1000-1200 Personen, den verschiedensten haft erscheint, auch von der hiesigen Strafkammer verurtheilt der 131. Abtheilung am Amtsgericht I eine Frau, welche der Durch eine Hinterthür des Geſches entging geſtern vor Lebensberufen angehörend, pilgerten täglich nach Radbruch. Selbst- werden sollte, dann werde er die Praxis sofort, unter Umgebung verständlich war der Mann außer stande, diesem Ansturm zu ge- der Bestimmungen des§ 367 al. 3 des Strafgesetzbuches, wieder Staatsanwalt den Typus einer bösartigen Stiefmutter nannte, nur furzen Espausen seine Patienten empfing. Die bisher sondern lediglich den Patienten Rath ertheilen. In dienten Strafe. Die Tischlerirau Griebe hatte ihre Stieffinder so stille Dorfstraße wurde plößlich unpafsirbar, das Haus zwischen hatten sich die Schatten der Nacht über das fortgesetzt in der unmenschlichsten Weise mißhandelt, und ihrem Des Wunderdoktors Tag und Nacht Don vielen verschneite Dorf gesenkt. Mein Begleiter mahnte zum Auf- jährigen Stiefsohn Otto einmal einen Fußtritt in den Mund hunderten von Menschen umlagert. Selbstverständlich bruch, zumal sein Pferd draußen unruhig wurde, Denn versetzt, daß die Zähne gelockert wurden. Die schon längst konnte der größte Theil der hilfesuchenden Patienten nicht ein- der heftige Schneesturm machte selbst Thieren den Aufenthalt empörten Nachbarn erstatteten Anzeige, und das schwer mißgelassen werden. Die Leute waren daher genöthigt, in Rabbruch im Freien unangenehm. Ich verabschiedete mich daher von der handelte Kind wurde der herzlosen Stiefmutter, welche dann der Nachtquartier zu suchen. Das war aber selbstverständlich leichter Familie Ast und fuhr nach dem am Eingange des Dorfes be- Körperverletzung mittels einer das Leben gefährdenden gefagt als ausgefürt, denn in dem etwa 400 Einwohner zählen- legenen Wirthshaus zurück. Dort war ich genöthigt noch Behandlung angeklagt wurde, e, polizeilich entzogen. Die den Radbruch sind Hotels unbekannte Dinge. So tam es, daß in 11/2 Stunden auf den Abgang des Zuges zu warten. gestrige Verhandlung gestaltete sich sehr erregt, denn den drei Wirthschaften des Dorfes selbst für theures Geld fein in den Zug stieg, trat Ast plöglich in mein Koupee. Er fuhr 2113 ich die Beugen, welche ihrer Entrüstung nicht Herr werden Etuhl zu haben war, der für die Nachtzeit als Ruhestätte dienen ebenfalls nach Lüneburg. Hier kehrte er zunächst mit einem Staatsanwalt beantragte schließlich für die unmenschliche fonnten, störten fortwährend durch Zwischenrufe. Der fonnte. G3 dauerte jedoch nicht lange, da erſtanden sechs neue Freunde in dem Hotel Wellenkamp ein und war in diesem Behandlung ein Jahr Gefängniß, und führte aus, daß ein Tritt Wirthschaften im Dorfe und ein findiger Geschäftsmann erbaute Gegenstand der Neugier der daselbst zahlreich verkehrenden in nächster Nähe des Wunderdoktors" zwei große Baracken, in Fremden. Aft, der nun am Montag vor die Strafkammer des ins Gesicht eines so kleinen Kindes sehr leicht den Tod nach sich denen Tag und Nacht Speise und Trank verabreicht und Massen- hiesigen Landgerichts geladen ist, heißt mit Vornamen Heinrich ziehen könne. Rechtsanwalt Dr. Wezel dagegen führte aus, daß nachtquartiere eingerichtet wurden. Allein plöglich griff Philipp. Er ist am 3. April 1848 zu Gronau bei Hildesheim absolut nichts dafür spreche, daß der Trift ein das Leben gedie rauhe Hand des Gesetzes störend in das Getriebe. Aft geboren und lutherischer Konfession. Vertheidiger des Aft ist fährdender gewesen sei. Nehme man dies nicht an, dann bleibe erhielt abermals eine Anklage wegen Uebertretung des§ 367 alin. 3 Rechtsanwalt Heinemann- Lüneburg. nur eine einfache Körperverlegung übrig, und da der Vater des verletzten Kindes feinen Strafantrag gestellt habe und gegen seine Frau einen solchen auch nicht stellen wolle, so müsse eben mangels eines Strafantrags das Verfahren eingestellt werden. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an, und so geschah das wunderbare, daß hier die Schuld der Angeklagten " nügen. obwohl er von morgens 6 Uhr bis nachts 3 Uhr mit aufnehmen, d. h. er werde feine Medikamente mehr abreichen und gegen welche er 1 Jahr Gefängniß beantragte, der wohlver " " ( Fortsetzung folgt.) Gerichts- Beitung. des Str.-G.-B., welcher lautet: Mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft wird bestraft, wer ohne polizeiliche Erlaubniß Gift oder Arzneien, soweit der Handel mit denselben nicht freigegeben ist, zubereitet, verkauft oder sonst an andere überläßt." Ast hatte fich am 4. Dezember 1894 vor dem Schöffengericht zu Winsen a. 2. Auch ein Kämpfer für Ordnung, Religion und Sitte. zu verantworten und wurde dort zu 150 M. Geldstrafe eventuell Gine umfangreiche Anklage wegen Beleidigung eines hochlar erwiesen war, und das Gericht gleichwohl eine Strafe nicht 15 Tagen Gefängniß verurtheilt. Bei der Strafzumessung, so stehenden Beamten, des Regierungs- und Bauraths aussprechen konnte. etwa begründete der Vorsitzende des Schöffengerichts das Ur- Dr. zur Nieden, wurde gestern vor der IV. Strajkammer theil, sei erwogen worden, daß der Angeklagte, obwohl er wegen des Landgerichts I verhandelt. Auf der Anklagebant erschien meister in dem bei Bad Ems gelegenen Orte Dausenau war, wie Vier Jahre unschuldig im Zuchthause. Ein Bäckerdesselben Vergehens bereits einmal bestraft worden sei, der ehemalige Bureaudiener im Eisenbahn- Regierungsgebäude man dem„ Berl. Tagebl." von dort schreibt, im Jahre 1888 die Abgabe der Arzneimittel in noch vergrößertem Maß- Ferdinand Höhne. Er hat im Januar v. J. an den Minister wegen Sittlichkeitsverbrechen von der Straftammer in Limburg stabe betrieben habe. Diese Verurtheilung hatte jedoch nur für öffentliche Arbeiten ein Schreiben gerichtet, worin er den zu vier Jahren Zuchthaus verurtheilt worden und hat di se bewirkt, daß an dem Tage, als Ast sich in Winsen zu verant- Bureaudiener Hagedorn, seinen früheren Kollegen, bezichtigt, mit Strafe verbüßt. Alle seine Unschuldsbetheuerungen in der Verworten hatte, Radbruch auf einige Stunden dieses Wunder mehreren Echeuerfrauen unfittliche Handlungen vor- handlung halfen ihm nichts, er wurde auf grund der Aussagen doktors entbehrte. Ast wurde bei seiner Rückkehr von vielen genommen zu haben. Dieser Eingabe folgte bald eine zweite, zweier damals 12 Jahre alten Mädchen verurtheilt, wiewohl hunderten von Menschen am Bahnhof empfangen, unter Hoch- worin der Angeklagte behauptete, daß der Regierungsrath zur man sich auch in Taufenau vielfach in die Ohren raunte, rufen in seine Wohnung geleitet, woselbst er sofort seine aus Nieden ehrbaren Töchtern seiner Untergebenen der Verurtheilte sei das Opfer einer böwilligen Denunziation gedehnte ärztliche Praxis wieder aufnahm. Dies hatte aber zur na ch st e Ile und sie durch unfittliche Anträge begeworden. Jezt, nach Verlauf von mehr als zehn Jahren, Folge, daß Ast in kurzer Reihenfolge 3 Strafbefehle auf grund lästige. Diese Angaben sollten unwahr sein. Seitens des An- sollte nunmehr des bereits angeführten Gesetzesparagraphen über je 150 M. er geschuldigten war ein großer Zeugenapparat aufgeboten worden, an den Tag tommen. Vor einiger Zeit ist das eine der nun die Unschuld des unglücklichen Mannes hielt. Aft erhob gegen diese Strafpefehle keinen Widerspruch, um die Wahrheit seiner Behauptungen zu beweisen. Der erste mehr erwachsenen Mädchen, welches als Belastungszeugin auffondern bezahlte anstandslos die 450 M. nebst Kosten. Er muß Theil der Anklage wurde bei verschlossenen Thüren verhandelt, getreten war, gestorben, nachdem es auf dem Sterbebette, von wohl aber befürchtet haben, daß diese Strafbefehle sich noch ver- während des zweiten Theils aber die Deffentlichkeit wiederhergestellt. Gewissensbissen gepeinigt, vor Zeugen und Gericht die Aussage mehren könnten. A13 er die ihm zulegt auferlegte Der Angeklagte gab zu, daß er die Eingaben gemacht habe, um gemacht hat, daß sie damals zu ungunsten des Bäckermeisters die Strafe bezahlt hatte, suchte er einen Rechtsanwalt auf. sich an den betreffenden Personen, welche an seiner Entlassung unwahrheit gesagt habe. Das Mädchen hat ferner einige gute Dieser rieth ihm, seine ärztliche Kunst einstweilen Echuld seien, zu rächen. Der pensionirte Telegraphen- Sekretär Freunde" des Verurtheilten namhaft gemacht, welche es zu dieser einzustellen und den Spruch der Straftammer des Lüne Wagner befundete, daß er auf Veranlassung des Regierungs- falschen Aussage verleitet haben. Das Verfahren ist nunmehr burger Landgerichts abzuwarten, die am Montag über die von raths zur Nieden nach Landsberg versetzt worden sei und von neuem aufgenommen, und haben bereits zahlreiche Zeugenihm gegen das Urtheil des Schöffengerichts zu Winsen rechtzeitig dann von demselben dazu gedrängt worden sei, fich pen vernehmungen stattgefunden. eingelegte Berufung zu entscheiden hat. Aus Anlaß dieses fioniren zu lassen; obgleich er sich, abgesehen von einem meister jetzt freigesprochen werden. Wer entschädigt den unglück Zweifelsohne dürfte der BäckerTermines entschloß ich mich, den Wunderdoktor in seinem Heim Gehörleiden, noch arbeitsträftig und dienst fähig lichen Mann für die unschuldig erlittene schwere Buchthauseinmal aufzusuchen. Gegen 33/4 Uhr nachmittags langte ich am fühlte. Während seines Aufenthaltes in Landsberg sei seine strafe? legten Freitag von Berlin kommend, unter heftigem Schneegestöber Familie in Berlin geblieben. Es sei dies im Jahre 1887 ge= in bem berühmt gewordenen Rabbruch an. Gin Bahnhof ist in wesen. Gelegentlich seiner Besuche bei seiner Familie sei ihm Rigdorfer Schöffengerichte zur Berhandlung. Die bisher völlig Eine wunderbare Auklage kam dieser Tage vor dem dem deutschen Mekka selbstverständlich nicht vorhanden. Ich wiederholt geklagt worden, daß sowohl seine Frau wie feine versant, als ich ausstieg, fast bis über die Kniee im Schnee. Der beiden erwachsenen Töchter von einem älteren Herrn unbescholtene Arbeiter- Ehefrau Elisabeth Sempf geborene Stationsvorsteher, an den ich mich wandte, gestattete mir, mein Reise- viederholt auf der Straße belästigt wurden. Zufällig sei er Now a c, sollte sich in zwei Fällen der Fund- Unterschlagung gepäck in ſein Bureau zu stellen. Ich begab mich nun ins Dorf und auf der Straße dem Herrn zur Mieden begegnet, worauf seine schuldig gemacht haben. Im Oktober 1898 fand die Angeklagte machte in dem ersten Gasthofe, der eigentlich für die Abreisenden beiden Töchter ihm wie in einem Müllhaufen ein altes Metermaß, welches sie mit nach Der Herr!" Ankunft des Zuges ankündigt, Station. Die Ehefrau Wagner auf der Straße eine alte zerriffene Geldtasche und nahm auch Dort wurde mir das sowie deren beide Töchter befundeten übereinstimmend, Anerbieten gemacht, in einer Landequipage, d. h. auf einem daß Herr zur Nieden fie im Vorbeigehen in ab= diese mit als Spielzeug für ihre Kinder. Durch irgend einen fogenannten Bretterwagen gegen einen Obolos von 2 Mark den sichtlicher Weise gestreift, fie dabei scharf angesehen nicht erörterten Zustand famen diese beiden absolut werthlesen Weg zu dem Medizinmann zu unternehmen. Ich akzeptirte um und hinterher leise gepfiffen habe. Die Beugin Wagner Funde zur Kenntniß der Polizei, auf deren Veranlassung gegen so lieber diesen Vorschlag, da das Haus des Doktors" Aft weit will eines Tages mit den Worten:" Also das ist Herr Selbstverständlich sprach der Gerichtshof die Angeklagte frei. Frau S. Anklage wegen Fundunterschlagung erhoben wurde. unten im Dorfe belegen, der Weg zumeist von hohen Schneehaufen zur Nieden?" vor ihm ausgespuckt haben. Andere Zeugen bedeckt war und ein gar unwirscher Sturm durch das Dorf jagte. bestätigten, daß die Wagner'schen Damen fich unter Thränen Ein hübsches massives einstöckiges Landhaus, auf dessen Gingangsthür über die unwürdige Behandlung beschwert hätten, deren fertig gebracht. Die Befragung eines Zeugen in einem Straf Eine juristische That hat wiederum das Reichsgericht die Worte, H. Ast" zu lesen sind, erhebt sich inmitten eines gänzlich sie seitens des alten Herrn auf der Straße ausgesetzt seien. Ein verfahren über die politische Parteistellung einer anderen Person verschneiten Gartens. Auf das Klopfen meines Wagenführers, Kaufmann Mar ch befundete, daß seine Ehefrau ebenfalls von ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 2. es war dies der Wirth des erwähnten Gasthofes, der nun auch Herrn zur Nieden auf der Straße bel à ſtigt worden sei, dies 18. Geptember 1994 nämlich, 2. Straffenats, vont gleichzeitig als Cicerone diente, öffnete eine in den mittleren habe sogar dazu beigetragen, daß er seine Wohnung ge verhandlung eines Strafverfahrens wurde eine von dem VerHauptJahren stehende Bauersfrau. Es war dies die Gattin des we ch selt habe. Als letzter Zeuge wurde Regierungsrath theidiger an den Zeugen, Polizeisergeanten R., gerichtete Frage, Doktors" Aft, die, wie ich sehr bald erfuhr, nicht blos feine zur Nieden vernommen. Er erklärte, daß auch nicht eine einzige ob der Angeklagte B. Sozialdemokrat sei, feitens des beffere Hälfte, sondern auch im volien Sinne des Wortes die der Angaben, die von den Zeugen gemacht waren und ihm vom Vorsitzenden als ungeeignet und dann durch Gerichtsbeschluß Frau im Hause" war. Uns Vadder is nich to Huus", versetzte Vorsitzenden vorgehalten wurden, auf Wahrheit beruhe. Frau Ast, als ich ihr sagte, daß ich Herrn Ast sprechen wollte. gebe diese Erklärung mit aller Bestimmtheit ab. Er Thatsachen, nicht aber nach ihrem Urtheil über andere Personen Er als unzulässig abgelehnt, da die Befragung der Zeugen nur nach Ihr Mißtrauen schien nicht gering zu sein, denn sie machte habe selbst erwachsene Töchter und ein derartiges Be- zulässig sei. Auf die Revision des Angeklagten hob das ReichsMiene, die Thür sofort wieder zuzuschlagen. Dies hätte nehmen, wie ihm vorgeworfen werde, verstoße gegen feine gericht das erste Urtheil auf, indem es begründend ausführte: sie wohl auch zweifellos gethan, wenn mein guter Be- Grundsätze. Die Zeuginnen mußten ihm ihre Angaben. Es scheint, als ob das Gericht in der gestellten Frage ein gleiter ihr nicht sofort in plattdeutscher Sprache gesagt hätte, Auge in Auge wiederholen, fie bestritten mit aller Ent- Verlangen nach Auskunft über den Ruf des Angeklagten gedaß es für Aft von großem Vortheil wäre, wenn er schiedenheit, daß sie sich in seiner Person irren könnten funden hat; allein einerseits hätte selbst dann die Ablehnung mich empfangen würde. 3ögernd gestattete fie uns den und wiesen darauf hin, daß der Zeuge zur Nieden nicht erfolgen dürfen, und andererseits würde das Gericht von Eintritt. Almälig wich auch ihr Mißtrauen gegen mich, zumal früher einen anderen Bart getragen habe. Der lettere einer unzutreffenden Ansicht ausgegangen sein. Denn der Ruf, ich ihr flar machte, daß, wenn ich ihren Mann nicht sprechen gab dies zu. Sämmtliche Zeugen wurden vereidet. Die sich den eine Person genießt, ihr Leumund, ist eine Thatsache, deren tönnte, unwahrheiten in die Zeitungen kommen tönnten. Giligst diametral gegenüberstehenden Widersprüche waren nicht zu klären. Wissenschaft durch ließ sieihren Mann holen. Nachdem ich etwa 20 Minuten in dem Der Staatsanwalt ließ es auch dahingestellt bleiben, ob die werden kann, sodaß eine Frage hierüber zweifellos zulässig ist finnliche Wahrnehmung( hören) erlangt sauberen Landstübchen verweilt, erschien auch der Wunderdoktor. Wahrheit auf Seiten der einen oder der anderen Partei zu finden und beantwortet werden muß, und sodann ist die Zugehörigkeit Ich war geradezu überrascht. Ein fleiner, überaus freundlicher sei, jedenfalls habe der Angeklagte sehr übertrieben. Daß er sich einer Person zu einer politischen Partei ebenfalls eine Thatsache, Mann mit sehr geistvollem Gesicht, dem die Gutmüthigkeit förm- in Wahrnehmung berechtigter Interessen befunden habe, müsse und zwar eine solche, die an und für sich den Ruf der Person lich an der Stirn geschrieben steht, trat mir, mit herzlichem wohl anerkannt werden. Er beantrage für beide Beleidigungen nicht berührt, wenn sie auch je nach den Beziehungen, welche in Gruße die Hand reichend, entgegen. Er war über den Zweck eine Gesammtstrafe von 60 M. Der Gerichtshof fällte Frage stehen, bei der Beurtheilung dieser Person von erheblicher meines Besuches anscheinend bereits unterrichtet. Mit ein freisprechendes Urtheil. Jnbetreff des ersten Interesse sein kann." als Wartehalle dient, da in demselben eine elektrische Klingel die hätten:" Papa, das ist der aus einem Munde zugeflüstert Hause nahm. Einige Wochen später fand Frau S. in Berlin " Ausnahme- Preise! 358M Mittwoch, Donnerstag, Freitag, den 30., 31. 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