Str. 14 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 7 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 Mt. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar. und Memelgebiet fomie Oesterreich und Luremburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Reit". der Unter. haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 300 Mt. Reklamezeile 1500 W. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jedes weitere Wort 60 M. 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Im Erfurter Programm, mit dem die heute lebende Generation unserer Partei groß geworden ist, wird von der Sozialdemokratie gesagt: Bon diesen Anschauungen ausgehend, bekämpft sie in der heutigen Gesellschaft nicht bloß die Ausbeutung und Unterdrückung der Lohnarbeiter, sondern jede Art der Ausbeutung und und unterbrüdung, richte sie sich gegen eine Klasse, eine Partei, ein Geschlecht oder eine Rasse. Der Sinn dieser Erklärung war bis zum Kriegsausbruch für uns alle klar. Die Arbeiterklasse war im kaiserlichen Deutschland ausgebeutet und politisch in geradezu ungeheuerlicher Weise unterdrückt. Unser politischer Kampf richtete sich im Innern naturgemäß gegen die Ausnahmebehandlung unse rer Partei, gegen das schamlose Klassenwahlrecht, gegen das Effen, 9. Januar.( WIB.) Düsseldorf gleicht einem großen persönliche Regiment. In der äußeren Politik sahen wir da Heerlager. Eine Reihe von Schulen und Bureaus nen Volkes als Unterdrücker der sprachlichen Mingegen die herrschenden Klassen unseres eige häusern wurde beschlagnahmt und mit Truppen belegt. Dauernd derheiten und der eingeborenen Bevölkerungen in den Kotreffen neue Truppentransporte aller Waffengattungen Ionien. Wir traten ein für die kulturellen Rechte der Polen ein. Die Kraftwagenbefizer, denen ein Requisitionsbefehl und Dänen, für die Autonomie Elsaß- Lothringens. Wir ver zugegangen ist, müssen ihre Wagen mit gefüllten Delbeurteilten die imperialistische Politik Englands, Frankreichs und hältern zur früheren Kaserne der 39er, der jetzigen Napoleons- Italiens, wir stellten uns mit unseren Sympathien auf die faserne, bringen. Im Fall der Nichtvorführung der Kraftwagen Seite der Iren, Buren, Inder, Araber und Neger. wird der Besizer vor das Militärgericht gestellt, und seine Wagen fönnen in Beschlag genommen werden. Während der Requisitions waren, besonders aber seit dem Verlust dieses Krieges, dem Seit die Absichten der Gegner im Weltkrieg klar geworden seit und bis auf weiteren Befehl dürfen feine Kraftwagen ohne Frieden von Versailles und den folgenden Ereignissen, geeinen vom Baffentommandanten unterzeichneten Geleitschein den wann jene Erklärung für uns noch einen anderen Ginn. Als Brüdentopf Düsseldorf verlassen. Störungen im Eisenbahnverfehr internationale Sozialdemokraten und Verfechter des Erfurter Der gestrige Tag hat, wie wir bereits in der Abend- bis gegen abend 40 entladen. Morgen sollen weitere 24 Züge einausgabe meldeten, die erwartete Entscheidung der Reparations- treffen. Die Zahl der Truppen wird auf höchstens 40 bis tommission über die deutsche Berfehlung bei den 50 Tausend geschäßt. Ueber ein Vordringen in das unbesetzte Rohlenlieferungen gebracht. Ebenso wie gelegentlich der Gebiet liegen feine Nachrichten vor. jüngsten Entscheidung über die nichtgelieferten Telegraphen- Duisburg, 9. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Hier haben die stangen tönnte die Frage, ob die Berfehlung vorsätzlich" französischen Behörden außer dem Lyzeum und dem staatlichen fei oder nicht, erörtert werden, zumal fich der Spruch der Kom- Gymnasium noch acht Boltsschulgebäude für Truppenmission auf den§ 17 der Anlage 2 zum 8. Teil des Friedens- fasernierung beschlagnahmt. Damit ist Duisburg fast ohne Schulvertrages beruft, der im Gegensatz zum§ 18 nur von Ber- gebäude für Unterrichtszwecke, weil die Besagungstruppen schon fehlungen schlechthin spricht. Aber bekanntlich hat schon bisher eine Reihe von Schulgebäuden für ihre Bedürfnisse beschlag damals die Mehrheit der Kommission aus eigener Machtvoll- nahmt hatten. Das Hotel Berliner Hof" ist von den Besatzungstommenheit und Kraft eines ihr zustehenden Auslegungs- truppen nicht zu Bureauzwecken, sondern als Generals rechtes" erklärt, auch die im§ 17 bezeichneten Berfehlungen wohnung beschlagnahmt. Der Duisburger Bahnhof steht voll feien als vorsätzlich zu betrachten. Dieser ganze Streit hätte französischer Truppen. aber in der jetzigen Situation prattisch nur geringen Wert. Mehr denn je geht Gewalt vor Recht und die französischen Tanks, die heute oder morgen in den Straßen Effens fiegreich rollen werden, werden über die Zwirnsfäden des Bölferrechtes nicht stolpern. Frankreich brauchte eben diese millkürliche Auslegung des Friedensvertrages, sonst hätte es mit der von ihm geforderten Entscheidung der Reparationsfommission nichts anfangen tönnen. Andererseits brauchte Poincaré diesen Spruch der Reparationskommission, um seine Stellung als Ministerpräsident zu retten. Das ist das ganze Geheimnis des franzöfifchen Borgehens. Was schert es ihn, ob nicht dadurch ganz Europa in ein politisches und wirtschaft liches Chaos gestürzt wird, ob nicht in den nächsten Wochen schon neue Ratastrophen über Europa hereinbrechen? find bis heute nicht zu verzeichnen. Während die letzten militärischen Vorbereitungen Frantreichs abgeschlossen wurden, hat die deutsche Regierung in der furzen Spanne Zeit, die ihr bis zum Beginn des überstürzten Gemaltaftes übrig blieb, nur wenig unternehmen können. Ein Aufruf des Reichspräsidenten an die Bevölkerung der neu zu besetzenden Gebiete bringt die Gefühle des gesamten deutschen Boltes in scharfer und würdiger Form zum Ausdruck. Bei aller Ablehnung einer jeglichen EinheitsReichspräsident Ebert hat an die Bevölkerung der Sünden des egoistischen deutschen Großfapitalismus wird aufruf gerichtet, der durch öffentlichen Anschlag verbreitet front mit nationalistischen Parteien und bei aller Erkenntnis des von der neuen Besetzung bedrohten Gebiets folgenden fich die Sozialdemokratische Partei ihrer Aufgabe, für das wurde: bedrängte Recht des eigenen Wolfes einzustehen, niemals entziehen. ( Siehe auch dritte Seite.) Programms maren wir nunmehr genötigt, auch für die Rechte des eigenen Boltes gegen fremde Unterbrüdung aufzutreten. Es ist begreiflich, daß diefer Rollenwechsel in die Reihen unserer Partei eine gewisse Berwirrung gebracht hat. Denn noch immer stand das Bild einer nach innen und außen mit Unterdrückungsplänen vorAufruf des Reichspräsidenten. gehenden deutschen Herenklaſſe vor unseren Augen, und noch hallten die großmäutigen Phrasen in unserem Ohr nach, mit der Wirklichkeit zurechtfinden, und erkannten uns als ein in denen unsere Nationalisten die Unterwerfung der ganzen Welt angekündigt hatten. Nun mußten wir uns mühsam erst in angekündigt hatten. Nun mußten wir uns mühsam erst in seinen Selbstbestimmungsrechten schwer bedrohtes, wehrloses, zu Boden getretenes Bolt. Wir erkannten, daß die geGestützt auf militärische Gewalt schickt sich fremde Willtür panzerte Siegerfaust, die in dem Munde unserer Mitbürger! Poincarés Weisungen an die Presse. an, erneut das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Bolles Beherrscher nur eine großmäulige Redensart gewesen war, Paris, 9. Januar.( WTB.) Das Syndikat der Pariser zu verlegen; abermals erfolgt ein Einbruch jetzt von anderen fühlbar auf unsere eigenen Schultern gelegt Bresse ist gestern, wie„ Deuvre" mitteilt, zu einer Sigung zu unserer Gegner in deutsches Cand. Die Politik war, und daß das republikanische, aber fapitalistisch regierte sommenberufen worden. Seinem Borsitzenden, dem Direktor des der Gewalt, die seit dem Friedensschlusse die Berträge verleht Frankreich sich an völkerrechtlichen Sitten von dem alten Journal des Débats", feien bereits am Sonntag vom Minister- und die Menschenrechte mit Füßen trilt, bedroht das Kern- deutschen Kaiserreich nicht unterschied. präsidenten Richtlinien für die Haltung der Bariser Presse gebiet der deutschen Wirtschaft, die Hauptquelle unserer Arbeit, Aus dieser Erkenntnis hat die deutsche Sozialdemokratie während der Durchführung der vorgesehenen Operationen gegeben das Brot der deutschen Industrie und der gesamten Urbeiter- die Schlußfolgerung gezogen, daß nunmehr die Berteidigung worden. Poincaré habe gewünscht, daß man von ihnen möglichst schaft. Die Ausführung des Friedensvertrages wird so zur der Rechte des eigenen Boltes fremden Unterdrückern gegenmenig Aufhebens mache, denn sie seien im Grunde ge- absoluten Unmöglichkeit und zugleich werden die Lebensbe- über zu einer ihrer vordringlichsten Aufgaben geworden sei, nommen doch nur die logische Folge der Ausführung des Friedens dingungen des fawer leidenden deutschen Bolles noch weiter- und daß sie eine international- sozialistische vertrages". Er habe gebeten, alles zu vermeiden, was pin zerrättet. Pflicht erfüllte, indem sie ihre nationale Pflicht tat. Zwischenfälle hervorrufen fönne. Das Sendikat Der Bertrag von Versailles sollte den Bölfern den Ein sinnloser Widerspruch wäre es, wenn wir, die wir vor habe diese Mitteilung erörtert, und man habe Rufe gehört, wie: erfehnten Frieden bringen. Was hier geschieht, ist aber Fort- 16 Jahren für die armen Hereros eingetreten waren, jetzt vor Sind wir im Krieg, dann veröffentliche man ein Kommuniqué. ehung des Unrechts und der Gewalt. Es ist Bertrags- der Tatsache die Augen geschlossen hätten, daß unser eigenes Schließlich habe der Borsitzende folgendes Brotokoll aufgefeht: bruch, angetan einem entwaffneten und Bolf von außen her bitteres Unrecht erlitt. Denn der deutsche Das Syndikat der Pariser Presse verpflichtet sich zu großer 3u wehrlosen Bolte. Deutschland war bereit, zu leisten, Ropf- und Handarbeiter bedeutet für die Kultur der Welt rüdhaltung. Es zählt darauf, daß die Regierung alle 3nfoweit seine Kraft reicht. Trotzdem wird es nun überfallen. mehr als der Neger im afrikanischen Busch, und sein Recht, formationen geben wird, die mit dem nationalen Inter. Diesen Gewalt att flagen wir an vor Europa und der gegen fremde Bedrückung geschützt zu werden, ist nicht geringer. effe vereinbar sind." Nach der Sigung habe der Borsigende ganzen Welt; laut erheben wir unsere Stimme, daß hier Auf einem internationalen Kongreß begeisterte sich Jean des Syndikats von Poincaré verlangt, daß eiligst ein ständiges fremde Macht das heilige Recht des deutschen Boltes am Saurès für die Gewandtheit, mit der sich der alte Wilhelm Brejsebureau errichtet werbe. Kein anderes Blatt hat über eigenen Boden, sein Recht zum Leben vergewaltigt. Liebknecht der deutschen, der französischen und der englischen diese Beratung des Pressesyndifats einen Bericht veröffentlicht. Nun follt Ihr für das ganze deutsche Baterland das harte Sprache gleichmäßig bediente. Er ist so international," rief " Bopulaire" weist darauf hin, daß die nationalistische Bresse, die Los der Fremdherrschaft erleiden; harrt aus in duldender er aus, daß er überall national ist!" Dieses GicheinBoincaré lebhaft dränge, ohne Zeitverlust vorzugehen, so daß er am Treue, bleibt fest, bleibt ruhig, bleibt besonnen! 3m Ge- lebenkönnen in den Geist und das Lebensrecht jeder Donnerstag der Rammer und dem Genat den Einzug in Effen und fühle unseres guten Rechts tretet in ernster Nation ist das Wesen jedes echten Internationalismus. Bochum verkünden tönne, fich gleichzeitig bemühe, ihre Leser glauben würde den fremden Gewalthabern entgegen, International sein heißt nicht anti national sein. Dem zu machen, daß alle Welt sich bereits vor der vollendeten Tatsache bis der Morgen fagt, der dem Recht feinen oft zitierten, aber in England kaum noch gebrauchten Wort: beuge und daß in London und anderwärts die Entwicklung der Blah, Euch die Freiheit gibt. Wir aber geloben" Right or wrong, my country!"" Recht oder Unrecht, es französischen Politik beinahe mit Sympathie verfolgt werde. Euch Treue und Hilfe, unsere raftlofe Sorge wird es sein, geht um mein Land!" setzen wir unseren Wahlspruch entgegen: " Eine ungeheuerliche Entstellung der Wahrheit," erflärt das fozia- und nichts foll ungeschehen bleiben, die Dauer der Fremdherr- Ob unser Land oder ein fremdes- Recht muß Recht listische Blatt, die die Ereignisse richtigstellen" werden! In Wirk- fchaft abzufürzen, Eure Not zu lindern und den Weg zu einem bleiben!" lichkeit stehe man in London wie in Washington dem Eigenfinn wahren Frieden zu finden. 2n deutschem Gemeinsinn und Frankreichs fassungslos gegenüber und mache sich immer mehr opferfreudiger Baterlandsliebe werden die fremden MachtGorge, daß es durch die isolierte Eintreibung seiner Forderung die pläne zerschellen. Ansprüche der übrigen Alliierten gefährde und mehr als je die Lösung der Reparationsfrage zu fomplizieren drohe. Spahis als deutsche Rollbeamte... Frankfurt a. M., 9. Januar.( WTB.) Wie die Frankf. 3tg." aus Trier meldet, find am Sonntagabend die 3011ämter an der luxemburgischen Mosel durch Spahis befest worden. Die deutschen 3011 mädter wurden weggefchidt Im Berlaufe des Tages gingen 24 3üge ins Ruhrgebiet at. Wie ver. lautet, follen 45 000 Mann, in der Hauptsache Spahis, in die Rheinprovinz einrüden. Recht! In diesem Sinne fönnen wir die Erklärung des Dr. Reichskanzlers Cuno unterschreiben, daß das gegenwärtige Borhaben Frankreichs Vertragsbruch Haltet alle Zeit hoch die deutsche Einheit und unfer gutes und Gewalt gegen ein wehrloses Bolt" darstellt, und daß wir nicht gesonnen sind, uns einem In Don feinem Recht getragenen 3wang zu beugen. Berlin, 9. Januar 1923. diesem Sinne fönnen und müssen mir auch so manches unterschreiben, was in völkerrechtlicher Beziehung von Anhängern der äußersten Rechten über die gegenwärtige Lage gesagt worden ist. Dessen, was uns von jenen trennt, bleiben wir uns dabei wohl bewußt. Der Reichspräsident. Ebert. Der Reichskanzler. Cuno. Es sind Unterschiede nicht nur des Prinzips, sondern auch Der preußische Ministerpräsident Otto der Methode. Die deutsche Arbeiterflaffe ist im Effen, 9. Januar.( WTB.) Zu den franzöfifchen Truppen. Braun mird bei der heutigen Eröffnung des Landtags Gegensatz zu der vordem führenden Schicht Deutschlands feine bewegungen ist noch zu melden: Bis heute trafen im Grenzgebiet anläßlich der durch den französischen Vormarsch geschaffenen Klasse, die zu herrschen und zu unterdrücken gewohnt ist. Sie hat im eigenen Lande den Kampf nicht nur gegen wirtschaft49 Züge mit Infanterie, Kavallerie und Artillerie ein; davon waren Lage das Wort zu einer politischen Rede ergreifen. liche Ausbeutung, sondern auch gegen poetische Unterdrückung führen müssen. Sie hat oft erfahren, daß Gewalt vor Recht geht, sie hat jahrzehntelang offenbares Unrecht knirschend er- tragen müssen. Und sie hat in dieser langen Prüfungszeit ge- lernt, daß echter Radikalismus sich nicht in donnernden Redensarten und in Gewalttaten der Verzweiflung entlädt, sie hat im Kampfe des Rechts gegen die Gewalt ihre M e- thoden verfeinert. Darum— so wenig sie daran denkt, sich dem Unrecht zu beugen, das der brutale Imperialismus Frankreichs am wehr- losen deutschen Volke begeht, so wenig wird sie sich von leeren Kraftphrasen berauschen lassen und nationalistischen Desperados die Führung anvertrauen. Sie fühlt sich vielmehr berufen, nach ihren Prinzipien und Methoden den Kampf um die Gleichberechtigung des deutschen Volkes im Rat der Völker auszufechten. Sie, die Arbeiterklasse im weitesten Sinne des Wortes, Kopf- und Handarbeiter vereint, kann ja gar nicht antinational sein, ist sie doch, recht verstanden, die Nation selbst. Di>'ß das deutsche Volk den notwendigen Kampf um sein Recht mit unbeugsamer Entschlossenheit, aber auch mit Würde, Kbugheit und Umsicht und damit auch mit Aussicht auf nahen Erfolg führe, dafür zu wirken, muß jetzt ihre Aufgabe sein.___ ßechenbuch und Reichsjustizminifte?. Als sich der Reichsjustizminister nach München begab, um dort mit den süddeutschen Justizverwaltungen über die Zusammensetzung des süddeutschen Senats beim Staats- gerichtshof zu verhandeln, nahm man vielfach an, der oberste Hüter des Rechts in Deutschland werde sich bei dieser Gelegen- heit auch um die drei Opfer des Fechenbach-Prozesfes kümmern, die nach der Ueberzeugung aller sachverständigen Kenner jener Gerichtsverhandlung Opfer eines schändlichen Justizmordes gewordein sind. Nun hat sich Herr Dr. Heinze zu einem Mitarbeiter der„Zeit" über seine Münchener Reise geäußert, aber was er sagte, weckt nicht die Hoffnung, daß eine amtliche Aktion zur Befreiung der unschuldig ins Zucht- haus Gesperrten in Aussicht stehen könnte. Der Reichsjustiz- minister beschränkte sich daraus, das Folgende zu erklären: Wir haben dabei in erster Linie diejenigen Fragen durchge- sprachen, die sich auf die Neuorganisation der Strafgerichte beziehen. Diese Fragen umfassen auch die Einrichtung der Volks- g e r i ch t c, und«s kann versichert werben, daß auch in diesem Punkte zwischen der bayerischen Justizverwaltung und der Reichs- justizverwaltung keine Schwierigkeiten bestehen. Einen besonderen Raum nahm in den Besprechungen die U e b e r l a st u n g des Reichsgerichtes ein, die namentlich auf dem Gebiet der Spionageprozesse, der Landesoerratsprozesse und der sogenannten Kriegsverbrecher-Prozesse zutage tritt. Sie hat derartig überhand genommen, daß durch die erstinstanzliche Be- Handlung dieser Sachen bei dem Reichsgericht die Revisionsrccht- sprechung der Strafsenate geradezu gefährdet ist. Es müssen also Maßnahmen getroffen werden, um dem Reichsgericht für feine Re- Visionstätigkeit wieder mehr Spielraum zu geben. Es muß mit anderen Worten von der erstinstanzlichen Recht- sprechung entlastet werden. Ich begebe mich zu diesem Zweck am kommenden Freitag nach Leipzig, um darüber mit den Vorsitzenden der Senate Verhandlungen zu führen. Die Not- wendigkeit, hier eine Acnderung zu treffen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die bedauerliche Tatsache, daß die Spionage- und Landesverratsprozesse in einer geradezu er- schreckenden Weise überhand nehmen. Hier wird um das, worauf es ankommt, mit unübertreff- licher Diplomatie herumgeredet. Worauf es ankommt, das ist die Beseitigung der bayerischen„Volksgerichte" und die Nachprüfung der von ihnen gefällten Urteile durch das Reichsgericht. Der Reichsjusti.pninister irrt, wenn er glaubt, der Fall Fechsnbach könnte mit seinen Opfern hinter Zuchthausmauern begraben bleiben. Die bevorstehenden Verhand- lungen im Reichstag werden der breitesten Oeffentlichkeit Gelegenheit geben, in bisher dunkle Hintergründe dieses Pro- Serlmer Theaterkultur. Von Karl Fischer. Im Großen Schauspielhaus wird Operette ge- spielt, die„N i b e l u n g e n" wurden im Z i r k us tragiert, und Herr Barnowsky, dessen Geste immer größer war als seine Tat, gibt im Lessing-Theater das französische Lustspiel, das vor zwan- zig Jahren neu war:„Geschäft i st Geschäft". Will man über Kunst und Kultur der Berliner Theater ein- deutig und eindringlich sprechen, will man klar machen, wo die Schäden liegen, braucht man eigentlich nur diesen einen Satz zu sagen. Indessen, sehen wir uns mal das Repertoire der anderen Ber- liner Bühnen an: Zunächst die hohen Hallen der Kunst, die Herr Dr. Robert innehat, um mit dem Vornehmsten und Wichtigsten anzufangen. Daß in diesen Händen die Theaterkultur gewissermaßen mündelsicher angelegt ist, erkennt man schon an der Tatsache, daß Herr Robert sich mit seinen Plakaten an der Säule von den anderen Kollegen absondert, um Platz zu haben für ebenso zärtliche wie zierliche Vers- lein mitten auf den Ankündigungen. Zum Beispiel:„In kleinen Dielen sich zu sielen, ist ein Vergnügen und gesund!", oder:„Wer mag der Herr sein, der der Dame nachsteigt", und andere künstlerisch vollendete Poeme aus den Stücken, die über feine Bühnen stelzen. Die hohe Kultur der Robert-Bühnen erkennt man aber auch an den Nachtvorstellungen, was so wohlig und wollüstig nach Nacktvor- stellungen klingt. Und die anderen Theater? Ein Schwank, in dem T h i e l s ch e r den Clown macht, ein englischer Schmarrn, in dem Adalbert den Spaßmacher mimt, bunte, sehr bunte Reihe im Renaissancetheater, das einst wichtigtuerisch mit Lessing begann, den„prachwollen Hahnrei", der immerhin von einem gemacht ist, der Liebe zur Sache und Verstand- nis von der Mache hat, des Hamburger Zinn„Der Schlemihl", das nicht sein bester Wurf ist, ein Franzose in den Kammerspielen, ein paarmal Hauptmann, einmal Sudermann und sonst Operette. Eine Hoffnung bleiben lediglich das Deutsche Theater, das Staatstheater und die V o l k s b ü h n e, die unter der trefflichen Leitung von Kayßler der alten, guten Tradition treu bleibt: Beste Kunst für das Volk. Doch Jehner im S t a a t s t h e a t e r hat in diesem Winter keine besonders großen Pläne und Projekte neuer Stücke, und im Deutschen Theater studiert man Gerhart Hauptmann:„Kaiser Karls G e i s e l". Gerhart Hauptmann in Ehrenl Niemand wird im Ernst den Theaterdireltor schelten, der sein Programm durch Hauptmann ver- schönern will. Aber die Jungen und Jüngsten stehen vor den Toren und warten vergebens auf Einlaß. Es ist eine Lüge, wenn von Theaterkanzleien immer wieder behauptet wird: es gibt keine zssies Einblick zu nehmen. Es läge im wirklichen Staats- interesse, wenn im Fall Fechenbach das Recht wicderher- gestellt würde, bevor der Kampf um ihn zur vollen Schärfe entflammt ist. Die Sozialdemokratie wird sich durch keine äußeren Umstände bewegen lassen, diesen Kampf zu vertagen, denn ein Land, das Gerechtigkeit von der Welt verlangt, muß vor allem auch im Innern Gerechtigkeit üben. Es wird in dieser Frage keine Ruhe geben, solange nicht der bayerischen Reaktion ihre unschuldigen Opfer aus den Klauen gerissen sind. Das baperifche Vaterländisches Aaschingstreiben in München. Wir berichteten schon über die seltsame Veranstaltung, die in München den K a h r und den Ludendorff, die Mini st er mit ihrem Präsidenten K n i l l i n g an der Spitze und die National- s o z i a l i st e n mit ihrem fascistischen Häuptling Hitler zu einer gemeinsamen sogenannten„vaterländischen Kundgebung" zusammen- führte. Rührend im Pastoralen Familienblattstil, ganz als wenn der altpreußische Bajuvare Gottlieb Traub ihn verfaßt hätte, schildert ein Mitarbeiter der„München-Augsburger Abendzeitung" diese Feier des „Verbandes der vaterländischen Bczirksvereine". Daß unter den „gutbayerischen" Männern und Frauen an der„Ehrentasel" auch der Erich Ludendorff aufgeführt wird, kennzeichnet schon die Richtung. Noch mehr aber, daß der Bericht, den Ehrenpräsidenten des Verbandes, den Herrn v. Kahr,„der alten Farben schwarzweißrot mit stolzer Wehmut gedenkend, das angeschlagene Motiv weiter- spinnen" läßt„zu einem hohen Lied auf die deutsche Treue, die blinder Wahn vom Thron zu stoßen sich unterfing." Und wenn er diesen selben Kahr als„die beiden Gegenpole unserer Zeit" die„national- germanistisch-christliche" und die„international-marxistifch-materia- listische Weltanschauung" gegeneinanderstellen läßt, zwischen denen es keine mittlere Linie gebe. Der oberste Beamte des bayerischen Freistaates aber, Dr. v. K n i l l i n g, sieht in diesem Verband der vaterländischen Be- zirksvereine„einen starken Träger des Schollegefühls und der v ö l- kischen Jdee", auf dessen Verständnis und Unter- stützung er rechnet! Der Pastorenbericht fährt bezeichnender- weise fort: „Der bayerische Ministerpräsident sprach damit aus, was General o. Ludendorff nochmals in bestimmter Form unter- strich, als er unter Hinweis auf die stolze U e b e r l i s f e r u n g des alten Heeres die Angehörigen der vaterländischen Ver- bände aufforderte, gleiche Pflichttreue und gleichen Opfer- willen auch gegenüber den jetzigen und zukünftigen schweren Ausgaben im Dienste am Vaterlande walten zu lassen. Es war nicht übersehen worden, daß neben dem Mini st erpräsidenten Adolf Hitler an der Ehren- t a f e l saß, und man rief den nationalsozialistischen Führer stürmisch ans Rednerpult. Was Hitler sagte, läßt sich kurz dahin zusammenfassen, daß er die schweren Röte unserer Zeit nicht auf zwangsläufige Entwicklungen zurückführt, sondern auf das Walten eines höheren, der die Geißel über uns als Volk schwingt, damit wir endlich zur Besinnung und zur Ein- kehr gelangen.. Dieser Hitler, der sich zum Führer einer bewaffneten Garde innerhalb des Freistaates Bayern aufgeworfen hat, und den die„vaterländische" Versammlung in Gegenwart des Ministerpräsidenten„stürmisch ans Rednerpult ruft", forderte die Versammlung auf,„durch Selbsthilfe zur Freiheit und zum Aufstieg" zu streben! Man dürfe nicht länger tatenlos dem Wirken der bösen Kräfte in unserem Volke zusehen. Ein zweiter 9. November müsse unmöglich werden. Die ganze Veranstaltung, in der der Ministerpräsident mit dem Führer der monarchistischen Umstürzler und mit dem Ludendorff an einer Ehrentafel sitzt, mutet an wie ein verfrühter F a st n a ch t s- scherz. In der gleichen Nummer der„München-Augsburger Abendzeitung" warnt der Polizeipräsident vor Auswüchsen im Faschingstreiben und kündigt polizeiliches Einschreiten gegen sie an. Er hätte auch diesen vaterländischen Fastnachtsulk mit Rück- ficht darauf, daß die Franzosen vor dem Ruhrgebiet stehen, verbieten sollen. Autoren bei uns zu Haus, die ihr Handwerk kennen, und daruw müssen wir in das Ausland flüchten. Nein, so liegt die Sache nicht. Es ist vielmehr ein beklagenswerter Unfug, daß man auf Berliner Bühnen so viel Ausländer und namentlich Franzosen spielt. Kein vernünftiger Mensch wird in diesem Tadel Chauvinismus, patrio- tische Kleinlichkeit und Engherzigkeit sehen, sondern lediglich Trauer darüber, daß schwer ringende und ernst strebende Talente unter uns von unseren Direktoren ausgesperrt werden. Laß sie betteln gehen, wenn sie hungrig sind! sagen unsere wahrlich nicht sentimentalen Direktoren. Wir spielen lieber fran- zösische Schwänke, das ist Paprika und pikant, und das bringt Geld in die Kassen. Die jungen Autoren aber müssen sich mit irgendeiner Mittagsvorstellung irgendeiner Probierbühne begnügen, wohin es keinen Teufel zieht. Während des Theaterstreiks hat der Präsident Rickelt mit Recht die Geschäststheater verdammt und verdonnert. Er meinte nur ein paar ganz bestimmte. Heute sagen fast alle Direktoren: die Haupt- fache ist Geschäfte machen! Schiller hat mal etwas von der Bühne als moralische Anstalt geschrieben! Ach du armer, alter Schiller du! Heute schimpfen die Direktoren auf die Kunst, segnen den Schmarrn und sagen: Geschäft ist Geschäft! Wir aber sagen: Es ist eine Schande! Renaissance-Thealer:„Die Huden" von Tschirikow. Ein Stück Polnisch-Rußland, wie es vor dem Kriege gewesen ist: Pogrom, der stets die Juden in den kleinen Siedlungsstädtcn bedroht.' Es war ein politisches Drama, das vor zwei Jahrzehnten in Europa Auf- sehen erregte. Es war das Problem des Ghettos, auf der Bühne diskutiert. Die Christen lieben die Judenmädchen und sterben von der Hand ihrer Glaubensgenossen, die sich schützend vor das wehrlose Todesopfer stellen. Der orthodoxe Judenvater kann nicht hindern, daß seine Kinder der westlichen Wissenschaft, der westlichen Auf- klärung und dem Sozialismus verfallen. Werden die Juden glücklich sein, wenn sie sich der großen Weltverbrüderungsidee anschließen? Der Dramatiker Tschirikow hat das alles grob geschildert. Was einst fesselte, hat nur noch historisches Interesse. Die Predigt wird als Papier empfunden, das Hcreindnngsn der Massen, die alles im friedlichen Judenhaus zerschlagen und die Menschen himnordcn, wird empfunden als etwas Gewaltsames, das nicht genügend vorbereitet, unorganisch hereinbricht. Aber die Ehrlichkeit dieses Stückes gewinnt doch wieder für die Menschlichkeit des Polemikers. Er hat auf Wunden gezeigt, die furchtbar waren. Er war so befangen und niedergeschlagen durch die Eindrücke, die er mit eigenen Augen auf- genommen hatte, daß ihm die Objektivität verlorenging. Er konnte nicht mehr formen, er. konnte nur noch schreien. Man gab sich Mühe, dem Altertum dieses Stückes neues Leben zu geben, aber es fehlte das Ensemble, es fehlte das Einstimmen der von vielen Theatern zusammengeholten Künstler. Man verstand sich nicht immer, man schleppte, man vergriff sich im Tempo, man donnerte den Pogrom zu sanft, die Nähte der Regie waren sichtbar. Es klappte vieles nicht. Grauach spielte den alten Juden, er Gerichtsgemelnsthast preußen-württemberg Slutkgart, 9. Januar.(TU.) Dem Landtag ist ein Gesetz- entwurs belrefsend den Gerichtsgemeinschaftsvertrag zwischenPreußenundWürttemberg zugegangen. Nach dem Vertrag, der am 1. April in Kraft treten soll, wird das württcmbergische OberlandeSgericht Sintigart zum Oberlandes- gericht für den preußischen Landgerichtsbezirk Hechingen und das preußische Landgericht Hechingen zum Landgericht für den württcm- bergischen AmtSgcrichtsbezirk Balingen bestellt. Die arbeiterfreunölichen Deutschnationalen. In der„Kreuz-Zeitung" richtet das.Arbeitersekretariat' des Landesverbandes Berlin der Deutschnationalen Volkspartei an die Parteifreunde in Stadt und Land die herzliche Bitte, Bücher für die Arbeiterschaft zu stiften. Bravo, wäre man fast versucht zu sagen, wenn diesem großherzigen Aufruf nicht der schüchterne Nachsatz folgte:.Ebenso werden Geldspenden für die g e m a ß r e g e I t e n Arbeiter und Notleidenden unserer Partei entgegengenommen." Das hochherzige Unternehmen ent- puppt sich also als eine Streikbrecherlasse und des Pudels Kern ist eine- Garde, die einen Keil in die Arbeiter- bewegung hineintreiben soll. Wirklich außerordentlich hoch- herzig und sozial. Wir wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg. Deutschvölkisch und international. Der„Lokal-Anzeiger" macht alles. In der„Deutschen Tageszeitung" heißt es: Während sich die Franzosen zum Einmarsch ins Ruhrgebiet bereit machen, vollzieht man privatim die seltsamsten deutich-französischen Allianzen und veröffentlicht sie dann in folgender Form(„Berliner Lokal-Anzeiger" vom 3. Januar 1923): Ueilviz cke podl kille äu äekunt.Amirai impönal Excellence de Pohl, chef de l'statmajor de la marine imperiale. Lonis Cbre'tien Haensser Orange de Vendöme anc. President du Jury Professeur de Droit universel, Docteur des sciences et des lettres chargfi okkiciel du Gouvernement imperial Ott Fiaaces Paris Oldenburg i. O. bei Graf v. Bothmer, Noel 1922. Beethovenstr. 9 I. Soweit die„Deutsche Tageszeitung". Hedwig Pohl, die sich hier als Frau des in französischen Staats- diensten stehenden Deutschen Ludwig Häußer empfiehlt, ist die Tochter des bekannten kaiserlichen Großadmirals. Es liegt uns fern, uns in die Privatangelegenheiten dieser Herrschasten einzumischen, wenn sich auch darüber streiten läßt, ob diese Art von Heiratsanzeige der Vermählten in ihrem ehemaligen Baterlande besonders ge- schmackooll ist. Possierlich aber ist es, daß diese französische .Heiratsanzeige im deutschnationalen„Berliner Lokal-Anzeiger" erscheint, der bekanntlich unter deutschvölki- scher Oberleitung steht und sich nicht genug in„Fran- z o s e n h a ß" tun kann.— Geschäft ist Geschäft. Deshalb darf die linke Hand nicht wissen,» was die rechte Hand tut. Deutschvölkische Rassenraserei, Franzosenhaß— nur tüchtig Schaum geschlagen, irgend etwas wird schon in der Kasse hängen bleiben! Oder wird sich die„deutschvölkische" Redaktion des„Lokal-Anzeigers" ob dieses Vorkommnisses von der„international orientierten" Geschäftsleitun� trennen? Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Polizet Nach einer l o m m u n t st i s ch e n Versammlung gegen den Versailler Vertrag kam es in Hamburg am 8. d. M. zu einem Z u s a m in e n- st o ß zwischen einem Trupp Jugendlicher und der Polizei. Diese mußte, da die Menge der Aufforderung �um Auseinandergehen nicht nachkam, mit Gummiknüppeln einschreiten. Bei dem Handgemenge wurden ein Wachtmeister und drei Polizeibeamtc verletzt. Sieben Personen wurden verhaftet. spielte ihn hochdeutsch, wie Nathan den Weisen. Es fehlte der Jargon. Solche Scheu rächt sich immer in Milieustücken, die ganz aus Kleinmalerei und auf Bildhaftigkeit des Nationalen und Religiösen angelegt sind. Herr v. Wangen heim war überzeugter Jude und Sozialist. Die Flamme schlug auf, aber auch er hatte nicht das Kolorit des Stammes. Herr Grosbard, einstmals in der Truppe des Jiddischen Theaters, soll jetzt hochdeutsch sprechen. Er ist ein sanfter und gedämpfter Schauspieler. Er gewinnt durch eine gewisse Scheu und Schüchternheit der Bewegungen und durch den Fleiß, wir dem er jeder Uebertreibung entgeht. Roma Bau wirkte durch stille Schlichtheit, aber sie war keineswegs das Mädchen, das aus dem Ghetto hervorgegangen wäre. M. H. Disziplin.... Bor kurzem hat ein demokratischer Abgeordneter im Reichstage erklärt, der Demokratie könne heute nur durch' Arbeit und Disziplin gedient werden. Sehr richtig! Disziplin ist das einzig Wahre. Wenigstens ist ohne sie keine Ordnung in der Welt denkbar. Mir wird heute wehmütP ums Herz, wenn ich an die schönen Zeiten zurückdenke, da man sich abends todmüde auf seinen Stroh. sack warf, um nach einer traumlos durchschlafenen Nacht frühmorgens um fünf doch wieder wacker drauflos zu marschieren, daß die Knochen aus den Gelenken zu springen drohten. Da man mit Freuden hungerte und froh war, sich abends im Feuer eine Kartoffel rösten zu können; da man begeistert alles tat, was man dem Vor- gesetzten von der Nasenspitze ablesen konnte, und noch ein Stück darüber, weil man es für seine Pflicht hielt, zu gehorchen und das Maul zu halten.... Mein Korporal sagte zu uns gleich am ersten Tage meines kriegsfreiwilligen Eintritts ins Heer, als ich mit meinen neuen Kameraden vor der Kammer sieben Stunden vergeblich aus die siebente Garnitur gewortet hatte und zu brummen ansing:„Welche Sau quasscht denn da? Wenn angetrrreten is, hat jeder die Schnauze zu halten, verstan'! Alles an die Mauer... arsch... arcrrsch!"— Ich bitte um Verzeihung: er sagte es wirklich so.— Da liefen wir, als wenn der leibhaftige Satan uns im Nacken säße. Sehen Sie, meine Herrschaften, das ist die Disziplin, unter der wir groß geworden sind. Oder besser gesagt, mit der wir gründ- lich Bankrott gemacht haben. Und wenn die Kinder in der Schule heute noch geprügelt wer- den, falls sie auf den Treppen nicht rechts gehen, so ist das auch weiter nichts als die alte preußische Zucht. Je länger ich übrigens darüber nachdenke, desto klarer wird es mir, daß eigentlich alles Glück von der Disziplin abhängt. Friedrich Wilhelm l. hat es sogar fertiggebracht, seinen Landeskindern die Liebe, die Königin unter den Gefühlen, auf disziplinarischem Wege einzuflößen. Da- mit sie ihn lieben sollten, verbläute er ihnen einfach mit seinem Stock den Rücken. Aber wohlgefühll haben sich die Leute damals, als man sie so behandelte; und darum wollen sie die alte Disziplin heute wieder einführen.* P. T. Der herrschende Sinn im Dicnenstaat. Die Harmonie, die im Bienenstaat herrscht, ist den Menschen oft von Philosophen als Muster vorgehalten worden, und die Naturwissenschaft hat in zahl- reichen Untersuchungen es unternommen, die Ursachen dieser so fein abgestuften Staatsordnung zu ergründen. Ein amerikanischer In- sektenforscher R. E. Mc Jndoo glaubt mm, des Rätsels Äsung in Eine Spende des Reichspräsidenten. Der Reichspräsident hat dem Sächsischen Ministerpräsidenten Gen. Bud einen erheblichen Betrag zur Linderung der Not in Sachsen überwiesen. Das Geld ist ein Teil des Ertrages einer Weihnachtssammlung, die dankenswert die ,, New Deutschland und die Ruhrbesetzung. Die Rechtslage. Unter dem Borsiz des Reichspräsidenten fand gestern nach-| gangen werden. Der Führer einer der größten Gewerkschaften des Yorker Staatszeitung" in den Vereinigten Staaten von Amerita ver- mittag ein Ministerrat statt, an dem auch der preußische Ruhrgebietes erklärte dem Berichterstatter, die Luft sei mit Elektrizianstaltet hat, fowie einer besonderen Epende der Brooklyner Sänger. Ministerpräsident teilnahm. Der Reichskanzler und der tät geladen. Die Arbeiter befänden sich in einem Zustand der Beides war dem Reichspräsidenten zur weiteren Berfügung über- Reichsminister des Auswärtigen berichteten über die durch größten Spannung. Sie blieben ruhig, weil sie immer noch mittelt worden. Ministerpräsident Buck hat dem Reichspräsidenten bas Borgehen Frankreichs geschaffene Lage und die Stellung glaubten, daß England und Amerifa etwas finden würden, was das für die Berücksichtigung Sachsens gedankt und ihn gebeten, bei geeig: nahme der Reichsregierung dazu. Die Aussprache ergab Schlimmste verhüten könnte. Auf die Frage, welche Haltung die neter Gelegenheit auch an die amerikanischen Spender den Dank der sächsischen Regierung weiterzuleiten. Der Betrag selbst wird im völlige Einmütigkeit. Arbeiter einnehmen würden, wenn Frankreich marschiere, erwiderte Sinne der Spender nach den Weisungen des Ministerpräsidenten in der Gewerkschaftsführer, die erste Bewegung der französischen der nächsten Zeit zur Verteilung gelangen. Truppen werde für die Arbeiter das Zeichen für einen allge. meinen Ausstand im Ruhrgebiet sein. Bei diesem Beschluß feien die Arbeiter nicht beeinflußt worden durch Rücksichten auf Interessen ihrer Arbeitgeber, sondern nur der der deutschen Arbeiterflasse als Ganzem. Dieser militärische Wahnsinn im Ruhrgebiet bedeute Ruin und Hunger für die Arbeiter, vielleicht mehr im unbeletzten Deutschland als im Ruhrgebiet, aber letzten Endes für alle Protest der nicht bewaffneten Arbeiter Deutschlands gegenüber ihren deutschen Arbeiter. Der allgemeine Ausstand werde ein stummer Kameraden in jedem Lande gegen die Politik der Bajonette sein. Der Führer fuhr fort, Herr Poincaré müsse noch lernen, daß die Pide des freien deutschen Arbeiters, der bestrebt sei, feinen Teil an der Erfüllung der Verpflichtungen feines Landes zu tun, ein befferer Förderer von Reparationsfohle fei, als das Bajonett. Wilhelms Memoiren. Im Auftrag der Verlagsbuchhandlung K. F. Koehler in Leipzig, die Wilhelms sogenannte Memoiren verlegt hat, sendet uns der Verteidiger der deutschnationalen Meuchelmörder, Justizrat Willi Hahn- Belin, die folgende Berichtigung: Die in Nummer 439 vom 16. September 1922 unter der Spigmarke Honorar vom Erbfeind" gebrachte Mitteilung, die. Agentur Radio habe die Memoiren Kaiser Wilhelms für Frank reich und die Kolonien erworben, und das Honorar werde in französischer Valuta gezahlt, ist unzutreffend. Die Verwertung der Memoiren erfolgt ausschließlich durch die Buchhandlung K. F. Koehler Leipzig, der Kaiser hat mit dem Verkauf nach dem Auslande nichts zu tun. Die Firma K. F. Koehler hat auch mit Franzosen feinen Bertrag geschlossen, sondern ausschließlich mit einer amerikanischen Firma, die bereits die Werke anderer deutscher Führer für die fremden Sprachen erworben und Deröffentlicht hatte. " Augenscheinlich bedürfen die Memoiren" schon jetzt der Nach hilfe durch Reklame. Denn in dem in Stargard erscheinenden Neuen Pommerschen Tageblatt" fündigt bereits ein dortiger Buchhändler an, daß er einen größeren Posten des Buches aus zweiter Hand" erworben habe und es weit unter der Hälfte des normalen Preises abgeben könne. Die Amerikaner liefern die Dollars für Wilhelm über Koehler, aber in Deutschland beginnt jetzt schon die Verramschung der Erinnerungen". Auch ein Zeichen der Zeit! 21 Zum Trojt für Wilhelm bringt ein Berliner illuftriertes Blait ihn in neuester Heldenpose am Arme der Hermine. Er trägt Feldmarschalluniform mit fämtlichen Orden und dem Heldenkreuz I. Sie toftbares Schleppenkleid. Um ihre Notlage zzu demonstrieren! Aus der KPD. ausgeschlossen. Der Bezirksausschuß Rheinland- Westfalen hat den bekannten APD. Führer Adolf Meinberg aus Dortmund ausgeschlossen und veröffentlicht eine Warnung an die KPD.- Mitglieder, politische Beziehungen zu dem Ausgeschloffenen zu pflegen. Zugleich wird mitgeteilt, daß der ehemalige kommunistische Stadtverordnete Richter ausgeschlossen sei. Hein Strafaufschub für Begünstiger der Rathenau- Mörder. Für den Kapitänleutnant a. D. Wolfgang Dietrich aus Erfurt, der den Rathenau- Mördern Fischer und Kern auf Burg Saaled Kleidungsstüde zu verschaffen versucht hatte und deshalb vom Staatsgerichtshof wegen Begünstigung zu sechs Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft, verurteilt worden war, war durch seinen Verteidiger die Zubilligung einer Bewährungsfrist beantragt worden. Wie wir erfahren, hat Oberreichsanwalt Ebermener diesem Antrage nicht tattgegeben. Dietrich hat seine Strafe am geftrigen Dienstag in der Strafanstalt Tegel angetreten. Für die Vereinigung mit Deutschösterreich demonstrierte am Sonntag eine Riefenversammlung in Effen. Sie war vom Defter. reichisch- Deutschen Bolksbund einberufen und sein Vorsitzender, Reichstagspräsident Genoffe 2ö be, war Hauptreferent. Bundeskanzler Seipel und sein Außenminister Grünberger haben Sorthy besucht, da sie mit Ungarn verhandeln. BIB. verbreitet eine sehr umfangreiche Darlegung der Rechtslage durch den Reichsaußenminister v. Rosenberg, die einem Teil der gestrigen Berliner Abendpresse noch rechtzeitig zum Abdrud übermittelt wurde. Sie kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: Danach steht fest, daß die Durchführung der französischen Pläne in dreifacher Richtung einen groben Bruch des Bertrages darstellen würde, erstens, weil die Beschlüsse der Reparationskommission in der Holz- und Kohlenlieferungsfrage überhaupt kein Vor gehen gegen Deutschland über die Note vom 21. November 1922 ( die nur eine entsprechende Barzahlung im Falle eines deutschen Rückstandes vorsieht. Red.) hinaus rechtfertigen, zweitens, weil auch bei etwaiger Feststellung etwaiger sonstiger Verfehlungen Deutschlands der Vertrag keinerlei Santtionen territorialen Charakters zuläßt, und drittens, weil auch die formell etwa zulässigen Maß nahmen gegen Deutschland nur von den beteiligten alliierten Mächten gemeinsam getroffen werden können. Die Debatte in der Reparationskommission. Paris, 9. Januar.( EE.) Der„ Temps" ist in der Lage, über die heutige Sigung der Reparationstommission noch folgende ergänzende Mitteilungen zu machen: Die Sitzung begann mit der Anhörung einer Anzahl deutscher Vertreter als SachverSo lösen sich alle französischen Rechtsargumente in Nichts auf. ständige. Herr Lübsen, der um 7 Uhr morgens aus Berlin Sie erweisen sich für jeden nicht voreingenommenen Beurteiler als eingetroffen war, sowie der Präsident der Kriegslastenkommission so gefünftelt, daß sie den wahren Zwed und Charakter des Fischer legten neuerlich die Gründe dar, die nach ihrer Ansicht französischen Vorhabens nicht verhüllen, sondern daß sie dieses Bor- das Defizit von 15 Proz. bei den Kohlen- und Kokslieferungen enthaben nur noch mehr als das erkennen laffen, was es wirklich ist, Strafmaßnahme, die gegen Deutschland angewendet werden könne, schuldigten. Der juristische Sachverständige erklärte, die einzige als den Verfuch rechtswidriger Bergewaltigung. sei in dem Schreiben der Reparationsfommission vom 21. März vor= gesehen, demzufolge an Stelle der nichtvollzogenen Sachlieferungen ergänzend Barzahlungen verlangt werden könnten. Die vorausgehenden Feststellungen stimmen in der Hauptfache mit dem überein, was von uns schon wiederholt zur internationalen Rechtslage ausgeführt wurde. Nachdem die deutschen Vertreter den Sigungsfaal verlassen hatten, wurde die Beratung eröffnet. Barthou entwidelte die Die Unternehmerverbände beim Reichskanzler. Beweggründe, von der die Denkschrift der französischen Regierung Amtlich wird gemeldet: Die Spigenverbände des ausging. Er betonte den schlechten Willen Deutschgesamten deutschen Unternehmertums nämlich lands, das in der Lage gewesen sei, sämtliche im Programm der Zentralverband des Bank- und Banfiergewerbes, Reichsver- Reparationsfommission vorgeschriebenen Kohlen- und Koksmengen band des deutschen Handwerts, Reichsausschuß der deutschen zu liefern. Denn diese Lieferungen feien gegenüber den durch den Landwirtschaft, Reichslandbund, Hansabund, Hauptgemein- Friedensvertrag festgesetzten Pflichtmengen vermindert worden. Er schaft des deutschen Einzelhandels, Reichsverband der deutschen forderte die Feststellung der vorsätzlichen Berfehlung", die den Industrie, Zentralverband des deutschen Großhandels, Ver- alliierten Regierungen gemäß§ 17 Anhang I bekanntgegeben einigung der Arbeitgeberverbände haben gestern nachmittag werden müsse bei dem Reichsfanzler vorgesprochen und in Anwesen- Bradbury erkannte an, daß Deutschland seinen Verpflichheit des Reichswirtschaftsministers namens ihrer tungen bei den Kohlen- und Kotslieferungen nicht nachgekommen Berbände die Versicherung abgegeben, daß sie bei der Abwehr sei, erklärte jedoch, daß er den Tatbestand einer absichtlichen Berder dem Deutschen Reiche drohenden Bergewaltigung den fehlung nicht anerkennen wolle, weil dadurch so schwere ReReichskanzler und die deutsche Reichsregierung einmütig mit attionen erfolgen würden, die in einer Frage von so unterallen ihnen zu Gebote stehenden Kräften unterstüßen geordneter Bedeutung nicht angewendet werden sollten. werden. Die Abwehr verlange die Einheitsfront des gesamten deutschen Volkes. Bon der Zuversicht getragen, daß sich in diesem Willen alle Volksschichten unterfchiedslos zusammenfinden, würden die Wirtschaftsstände alle Opfer bringen, welche die Not des Vaterlandes erheische. Der Reichskanzler dankte für diese einmütige Erklärung und bezeichnete die sofortige Zusammenfassung aller an der Wirtschaft beteiligten Faktoren zur praktischen Arbeit als die zunächst dringendste Aufgabe der Reichsregierung. Bayern gegen die Gewalttat. Der Italiener Salvagio Maggi sowie der Belgier DeIa croig schloffen sich der Auffassung Barthous an. Delacroir hob insbesondere hervor, daß die Reparationsfommission in ihrem Beschluß vom 21. März feineswegs das Recht der Ergreifung der im Friedensvertrag vorgesehenen Sanktionen beeinträchtigen wollte. Der amerikanische Vertreter Boyden bat, seine Meinung in offiziöser Form bekannt geben zu dürfen. Er erkannte an, daß Deutschland sich vorsätzlicher Berfehlung in den Kohlen. und Holzlieferungen zuschulden habe kommen lassen, aber in dem gewaltigen Reparationsproblem hätten diese Verfehlungen nur untergeordnete Bedeutung und sie sollte den Regierungen nicht Veranlassung geben, schwere Sanffionen zu verhängen. Das Reparationsproblem müsse in seiner Gesamtheit und nicht in seinen Einzelheiten betrachtet werden. Darauf trat die Kommission in die 2 b ft immung mit dem bereits bekannten Ergebnis ein. Entscheidung der Kommission wurde sodann noch am heutigen Nachmittag den vier allierten Regierungen zur Kenntnis gebracht. Amerikas Standpunkt. Die München, 9. Januar.( WTB.) Die heutige Sigung des Landtages eröffnete Vizepräsident Auer mit folgender Ansprache: Scit dem Geruchssinn der Bienen entdeckt zu haben. Die englische Zeit unserem Auseinandergehen hat sich die außenpolitische Lage Deutsch schrift" Nature" berichtet über diese Forschungen: Dr. Mc Indoo fand, daß er durch den Geruch allein alle drei Kasten der Bienen, lands wesentlich verschärft. Deutschland trägt hieran keine Schuld. Königin, Arbeitsbienen und Drohnen, unterscheiden konnte. Er Das Scheitern der Pariser Konferenz bewies, daß die franzö= nimmt an, daß jede einzelne Biene ihren besonderen Geruch hat, fische militaristische Gewaltpolitit feinen Frieden aber daß die Gesamtheit dieser Gerüche den Geruch des Bienenstockes mit dem deutschen Volfe will, obwohl die Welt in steigendem Maße Paris, 9. Januar.( WTB.) Havas( und dem„ Lemps" Red.) herstellt, der tatsächlich die beherrschende Macht in dem ganzen Staat erkannt hat, daß Deutschland über seine Kraft alles getan hat, um zufolge soll in der Beratung über die deutschen Kohlenlieferungen, ist. Der Geruch der Königin, der ein Teil des Gesamtgeruches ist, einen wirklichen Friedenszustand zu schaffen. Ohne der Reichsregie die die Reparationskommission anschließend an die Anhörung der hält gleichfam die anderen Bienen in Schach und gewährleistet das rung in ihren Entschlüssen vorgreifen zu wollen, erscheint es dem deutschen Sachverständigen vornahm, der offiziöje ameritaganze foziale" Leben. Die Arbeitsbienen erkennen die Genossen ihres Bienenstockes durch den Geruch, den sie an sich tragen. Sie Ernste der Stunde entsprechend, auch in dieser Volksvertretung den nische Vertreter flipp und flar geäußert haben, daß nach seiner werden von dem Geruch des Stockes und dem der Königin ange- Wunsch auszusprechen, es möchte dem deutschen Bolt beschieden sein, Ansicht die Kommission sich einer Verfehlung und zwar einer vorzogen und richten sich danach. Die Geruchsorgane der Bienen will in der unbedingt notwendigen nationalen Einheit und fäßlichen Verfehlung Deutschlands gegenüber befinde. Wie der Mc Indoo in fleinen Boren erkennen, die über den ganzen Körper Geschlossenheit der unerhörten Gewaltpolitik Frankreichs im Pariser Bertreter des WIB. in amerikanischen Kreisen festgestellt Bewußtsein feines guten Rechtes entgegenzuwirken. hat, hat Bonden sich über den Charakter der deutschen VerDas Auslandsporto als Schriftstellerspende. In Wien ist Das Haus nahm die Erklärung mit tiefem Ernst entgegen. Im fehlung, abgesehen von der Tatsache der Fehlmengen selbst, vor kurzem der Volkstheaterpreis zur Berteilung gekommen, und weiteren Verlauf der Sizung nahm der inzwischen erschienene nicht geäußert, also feineswegs festgestellt, daß die Verzwar ist Herbert Kranz, der Verfasser des Dramas Freiheit", Ministerpräsident v. Knilling das Wort zu folgender Erklärung: fehlung als vorsätzlich zu betrachten sei. Im Einklang hiermit beDer„ Glückliche" gewesen, auf den dieser Ehrenfold gefallen ist. Wenn nicht alle Nachrichten trügen, ist Frankreich in seiner Under- richtet auch Havas über die weitere Aeußerung Boydens, er habe „ Glücklich" weil die Spende heute noch genau so wie in feligen föhnlichkeit und Unbelehrbarkeit im Begriffe, zu einem neuen hervorgehoben, daß es ziemlich leicht zu begreifen fei, wenn DenischFriedenszeiten 3000 Kronen beträgt, was wohl einst eine recht an schweren Schlag gegen Deutschland auszuholen, mit dem es sich nicht land gewisse von ihm übernommene Verpflichtungen nicht mehr zu fehnliche Summe mar, aber jetzt gerade noch für das Porto eines bloß über alle Grundsätze des Völkerrechtes, sondern sogar auch erfüllen imftande sei. Bonden habe geschloffen mit einem Hinweis Auslandsbriefes zureicht. Das Migrerhältnis zwischen Geist und Materie kann durch nichts stärker farrifiert werden als durch die über die Bestimmungen des uns aufgezwungenen, auf der größten auf die Notwendigkeit, zu einer gerechten Regelung der deutschen Berleihung eines noch nicht einmal noblen Trinkgeldes als erfen Lüge der Weltgeschichte aufgebauten Friedensvertrages von VerVerpflichtungen zu schreiten. Ehrenpreis für einen erfolgreichen Literaten. Es ist selbstverständ- failles hinwegsehen würde, den es damit selbst zerbräche. lich, daß durch eine derartige Posse alle mittellofen Konkurrenten|( Lebhafte Zustimmung.) Wehrlos, wie wir sind, müssen wir auch von vornherein ausgeschlossen werben, weil sie ihre Tätigkeit nicht diese harte Prüfung über uns ergehen lassen, aber wir wollen sie für eine Sache aufwenden können, die ihnen im besten Falle außer bestehen als Männer, die auch im Unglück aufrecht bleiben.( Leb- Ruhrgebiet herrscht in London allgemein der Eindruck vor, man der Ehre ein paar Friedensheller einträgt. haftes Bravo.) Wir hoffen zuversichtlich, daß die Reichsregierung verteilt sind. Die Stimmung in England. Condon, 9. Januar.( Eẞ.) Zu dem Vorgehen Frankreichs im Eine Sammlung von 3½ Millionen Insekten. Das Londoner auch durch den äußersten Zwang sich in ihrer festen Haltung nicht müsse die franzöfifche Regierung nur gewähren lassen, damit sie durch Naturgeschichtliche Museum besikt eine Sammlung von 3½ Mil- irremachen läßt.( Lebhafter Beifall.) Die Zeit ist gekommen, in der Erfahrung flüger werde. Wenn sie sich überzeugt haben werde, daß lionen Insekten, die unter der Aufsicht von Dr. D. J. Gahan steht. für 3erklüftung und inneren Parteihaber fein die militärische Besetzung keine neuen Wiedergutmachungen einDer Gelehrte, der in seiner 36jährigen Tätigkeit an dem Museum Raum mehr ist. Gegen Frankreich können wir mit gutem Ge- bringe, fondern die bisherigen zerstöre und unglaubliche Summen alle diese verschiedenen Insekten studiert hat, erklärt, seine Abteilung brauche unbedingt einen Neubau, weil er diese Riesenscharen nicht wissen das Urteil der übrigen Welt abwarten, die sich vielleicht doch ofte, so werde sie zu anderer Ansicht kommen. In England glaubt man auch, daß Italien und Belgien es bereuen werden, sich mehr unterbringen könne. In einzelnen Fällen befinden sich in der darüber klar wird, worauf die letzte Absicht des franzöfifchen Impe- dem französischen Vorgehen angeschlossen zu haben, weil sie jene Sammlung 60 000 Eremplare von einer einzigen Insektenfamilie. rialismus geht: nicht auf Bölferversöhnung und wahren Frieden, Gegen 100 000 neue Insekten werden jedes Jahr eingeliefert. sondern auf die Verwirklichung seiner geschichtlichen Rheinlandpläne Lieferungen in natura verlieren, auf die sie bisher zählen konnien. und auf die endgültige Bernichtung Deutschlands zielt Frankreich. ( Lebhafte Zustimmung.) In dieser ernsten Stunde gedenken wir unserer Brüder in den vom Druck der Fremdherrschaft heimgesuchten und bedrohten Gebieten, mit denen wir uns eins fühlen und eins bleiben, aufs neue geloben wir ihnen unverbrüchliche Treue.( Lebhaftes Bravo!) Die vom Journalisten- und Schriftstellerverein Urheberichn veranstalteten Borlesungen zugunsten der notleidenden Schriftsteller finden imm Festsaal des neuen Schöneberger Rathauses 7, Uhr statt. Am 13. San. sprechen. Dr. Ludwig Fulda und Bruno Böhm, am 10. februar Hermann Sudermann und im März Gerhart Hauptmann. Außerdem finden fast nachts- Festspiele und eine Theateraufführung statt. Karten für alle Vorstellungen zu 500 M. Luitpoldstr. 32 part. oder an der Abendkasse. Ein Dozentenstreif. Die Dozenten der Düsseldorfer Volkshochschule find in den Streik getreten, da ihre Ansprüche in Gestalt der ihnen zustehenden Gebühren nicht erfüllt wurden. Zunahme der Knabengeburten in England. In den ersten drei Bierteljahren von 1922 wurden in England 309 251 Knaben geboren und 284 568 Mädchen. In normalen Zeiten belief h das Verhältnis der Knaben und Mädchengeburten auf durchschnittlich 1040 Knaben zu 1000 Mädchen. Die neuen Ziffern aber zeigen ein Berhältnis von 1086 Knaben zu 1000 Mädchen. Dadurch wird die alle Erfahrung bestätigt, daß nach großen Striegen immer mehr Stnaben geboren werden. Die Stimmung der Arbeiter. Verschiebung der Aktion Poincarés? Köln, 9. Januar.( Tul.) Die Kölnische Zeitung" meldet aus London: Vorstellungen Italiens veranlaßten Boincaré, feine Absicht, das Vorgehen im Ruhrgebiet sogleich nach der Erflärung der Verfehlung Deutschlands in der Rohlenlieferung zu beginnen, aufzugeben, und bis zum 15. Januar zu verschieben.( Wir halten diese Nachricht für unwahrscheinlich und geben sie nur unter Vorbehalt wieder. Red.) Condon, 9. Januar.( WTB.) Der Sonderberichterstatter der Times" in Essen drahtet unter dem gestrigen Datum, die dortigen Zivilbehörden wendeten sich gegen die Auffaffung, daß irgendeine verurteilte den Bürgermeister Saul in Nauheim, Kreis Großgerau, Besatzungsjufliz. Das franzöfifche Militärpolizeigericht in Maing Art organisierten Widerstandes im Falle eines französischen Vor- zu zwei Tagen Gefängnis und 10 000. Geldstrafe, weil er für Berichterstatter, diese Torheit werde in Effen von niemandem bea jezte Gebiet zugezogenen Einwohners verantwortlich sei. marsches erfolgen werde. Ein Stadtrat erklärte gegenüber dem die Richtanmeldung eines aus dem unbesetzten Gebiet in das be Gewerkschaftsbewegung Reichskonferenz des Bergarbeiterverbandes. Am Montag, den 8. Januar 1923, wurde die seit längerer Zeit geplante Konferenz des Gesamtvorstandes und der Bezirksleiter des Berbandes der Bergarbeiter Deutschlands in Bochum eröffnet. Einleitend gab Dr. Berger Bochum eine Uebersicht über die gegenwärtige Wirtschaftslage. Er führte u. a. aus: Wir können die Arbeiterschaft aus ihrem Elend nur erretten, wenn wir unsere Wirtschaft und die Autonomie unserer Wirtschaft retten und, fomeit verloren, wieder erlangen. Eine aufbauende Politit ist ohne tätige Mitwirtung der Arbeiter und ihrer politischen und wirtschaftlichen Bertreter nicht möglich. Leider müssen mir nach dem Schycitern der Bariser Januar- Konferenz mit der von Frankreich angedrohten neuen Bejegung rechnen. Das bedeutet die Abschnürung der deutschen Wirtschaft von der Kohle. Hiergegen muß die Arbeiterschaft der Welt mächtig ihren Ruf nach Gerechtigkeit erflingen laffen. Wir müssen weiter zusehen, daß die furchtbaren Auswirkungen, die ein solches Unheil nach sich ziehen wird, auf das geringst möglichste Maß reduziert und dann auf alle Schultern in Deutschland nach Tragfähigkeit gleichmäßig verteilt werden. Einer gefchickten und aufmerksamen Bolitik wird es möglich sein, auch im Unglück manches zu lindern. Es wird vor allem notwendig sein, einen Leil der öffentlichen Laften in private Schulden umzuwandeln, damit wir uns von der Befehung wieder lostaufen können. Ein anderer Weg zeigt sich nicht. Man kann die Hoffnung haben, daß der Wille, der Böses wollte, doch am Ende etwas Gutes schafft. Die Frage, ob diese am Ende gute Wirkung sich schon 1923 zeigen wird, fann man verneinen. Die Markentwertung wird weitergehen. 1922 hat sich die Geldmenge 1 zu 8 vermehrt, und wer will glauben, daß es nicht 1923 ebenso weiter gehen fann? Bei weiterer Berarmung sind auch erzweiflungsausbrüche zu befürchten. Eine ganze Anzahl Symptome der Konjunkturentwicklung geben denjenigen recht, die fürs erste eine weitere Berarmung aller schaffenden Schichten Deutschlands voraussagen. In dieser grausamen Not müssen die 2rbeiter fe ft er als je zusammenstehen. Es gibt keine Rettung auf cine Infel des persönlichen Behagens. Das Elend ist allgemein. Wir werden es nur durch gemeinsame Kraftanftrengungen erträglich gestalten fönnen. Man fann an der Vernunft in der Welt verzweifeln, nicht aber verzweifeln wollen wir an der großen Sache der Arbeiterbewegung, welche, durch Leid geläutert, der Bahnbrecher der Menschheitszukunft sein wird. Zur Ueberschichtenfrage und zum Verhältnis des Bergarbeiterverbandes zur Union referierte der Verbandsvorsitzende Husemann. Nachdem am Silvestertage die Ruhrrevier- Konferenz beschloffen hatte, das Ueberarbeitsabfommen zum 28. Februar 1923 zu fündigen, fordert die Union durch Anschläge die Bergarbeiter auf, in Belegschaftsversammlungen eine Urabstimmung über die Ueberschichtenfrage zu befchließen und mit allen Kräften dafür einzutreten, daß am 15. Januar 1923 die Weberarbeit nicht wieder aufgenommen wird. Husemann bezeichnete dieses Verhalten der Union als im Widerspruch stehend mit den an den Bergarbeiterverband gerichteten Schreiben, in welchen sie eine Kampfgemeinschaft zwischen Berband und Union fordern und weiter verlangen, daß sich der Bergarbeiterverband für eine Aufnahme der Union in die Tarifgemeinschaft einsehen soll. Der Berstand hat den Beschluß der Bochumer Revierfonferenz den am Bertrag beteiligten Bergarbeiterverbänden am 2. Januar mitgeteilt und gebeten, bazu Stellung zu nehmen, damit noch im Laufe des Monats in einer Konferenz der Borstandsvertreter der vier Bergarbeiterverbände zu der Kündigung der Ueberarbeit zum 28. Februar Stellung genommen werden kann. Das Borstandsmitglied Hartmöller berichtete über die bevorstehenden Betriebsrätewahlen; sodann behandelte Thimm Bochum in längeren Ausführungen die Frage der Bergmannsfiedlung. Nach einer ausgiebigen Debatte murbe folgender Antrag an genommen: Die Bezirksleiter beschließen, Vorstand und Funktionäre mögen für eine Fortsegung der Bautätigkeit auch über das laufende Jahr hinaus eintreten mit der Maßgabe, daß die Mittel möglichst aus der Kohlensteuer, solange das nicht geht, aus einem besonderen Preisaufschlag auf die Kohle beschafft werden. Bor allem gung der Arbeitnehmer zu sorgen." Inehmung der sozialen und wirtschaftlichen Intereffen der Arbeit| Rundschreiben seinen Mitgliedern Anweisung, für die erste Hälfte nehmer, Weiter soll die Kammer der Förderung der gesamten wirt Dezember 40 Broz. und für die zweite Hälfte 60 Proz. auszuzahlen, schaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte dienen. Zur Er so daß ein Lohn pro Woche von 11 760 resp. 13 440. füllung dieser Aufgaben soll sie über die Erforderlichkeit und die gezahlt wird. Durch dieses diktatorische Verhalten des ArbeitgeberBirkung von Gesezen, den Erlaß von Berordnungen und Ortsverbandes sah sich die Arbeitnehmerschaft veranlaßt, den Schlichftatuten vor ihrer Inkraftfeßung bzw. Genehmigung auf Anfordern tungsausschuß Groß- Berlin anzurufen, damit die Dezemberlöhne oder auch unaufgefordert Gutachten erstatten. Sie soll auch ein endgültig geregelt werden. Am 16. Dezember fanden die VerhandOrgan des Interessenausgleichs zwischen Arbeitgebern und Arbeit fungen vor dem Schlichtungsausschuß stait. Der Schiedsspruch, der nehmern bilden und die ihr vom Staat oder von anderer Seite zur dort gefällt wurde, entsprach nicht der jetzt bestehenden Teuerung Berfügung gestellten Mittel nach Maßgabe der gefeßlichen und von und lehnten die Arbeitnehmer demzufolge den Schiedsspruch ab, ihr selbst erlassenen Bestimmungen zum Besten der Arbeitnehmer ver- was andererseits auch von seiten des Arbeitgeberverbandes getan murde. Da die Arbeitgeber trotz dieser Ablehnung den Demobilwenden. Im wesentlichen lommen als Aufgabengebiete meiter in Be- machungstommissar bezüglich dieser Angelegenheit anriefen, fanden tracht Anregungen, Erstattung von Gutachten und Stellungnahme zu Montag Berhandlungen vor dem Demobilmachungstommiffar statt. dem Erlaß von Gefeßen und Verordnungen über Fragen des Bei diesen Berhandlungen erklärten die Arbeitgeber, daß sie wohl Schutzes von Leben, Gesundheit und Sittlichkeit der Arbeitnehmer bereit wären, eine Zulage zu gewähren, aber nicht in der Höhe wie schaft, der Arbeiterversicherung, des Arbeitsrechts, Arbeitsnachweis der Schiedsspruch vorsieht. Nachdem diese Erklärung seitens der wesens, Lehrlings- und Fachschulwesens, des Bezugs und der Ver- Arbeitgeber abgegeben, hatten die Arbeitnehmer feine Beranlassung, teilung von Lebensmitteln und anderen notwendigen Lebensbedürf- noch des weiteren über besagte Angelegenheit zu verhandeln, da niffen, der Preisprüfung, des Wohnungswesens, Kleinsiedlungs fie zum mindesten erwarteten, einen Sohn zu erhalten, der für den pflege, Jugendpflege, des Arbeitsmarktes der Arbeitslosigkeit. sens, öffentlichen Gesundheitswesens, der allgemeinen Wohlfahrts- Monat Dezember dieselben Löhne vorsicht, die im SchwerfuhrwerksWahlberechtigt ist jeder ohne Unterschied des Geschlechts, wenn er feit mindestens sechs Monaten im Landesteil Oldenburg als Arbeiter oder Angestellter tätig ist. Den im Landesteil Oldenburg wohnenden, aber außerhalb desselben beschäftigten Arbeitnehmern steht ebenfalls das Wahlrecht zu. Die Arbeitnehmerkammer ist ein Selbstverwaltungsorgan und beschließt selbständig über den zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben erforderlichen Kostenaufwand wie über ihr Rassen- und Rechnungswesen. gewerbe gezahlt werden, und zwar für die erste Hälfte Dezember 16 000 m., für die zweite Hälfte 18 000 m. pro Woche. Da die Arbeitgeber vom Arbeitgeberverband zu dieser Stellungnahme veranlaßt wurden, wird es Aufgabe der Arbeitnehmer sein, den Kampf aufzunehmen, damit auch in dieser Gruppe Löhne gezahlt werden, die den heutigen Berhältnissen entsprechen. Wir erfuchen daher alle Kollegen, strengste Solidarität zu üben, damit dieser Kampf auf der ganzen Linie im Sinne der Kollegen erledigt wird. der Deutscher Verkehrsbund( Bezirksverwaltung Groß- Berlin.) Die Mittel zur Erfüllung der der Kammer durch Gefeß überwiesenen Aufgaben sollen, soweit sie nicht durch Buschüsse des Staates oder durch sonstige Einnahmen zur Verfügung stehen, von den 2rbeitnehmern aufgebracht werden. Es soll durch ein UmHandelshilfsarbeiter im Einzelhandel! lageverfahren nach der Verdiensthöhe jeder wahlberechtigte Arbeit. Der Schlichtungsausschuß hat am Montag über die Forderungen nehmer männlichen und weiblichen Geschlechts einen auf volle Mart andelshilfsarbeiter verhandelt. Bei der Beratung nach unten abzurundenden Beitrag entrichten, dessen Höhe von der wurde von den Arbeitnehmern ausdrücklich darauf aufmerksam geRammer festgesetzt wird. Die Beiträge sollen von den Arbeit macht, daß die Löhne der Handelsarbeiter gegenüber anderer gebern gegen Quittung eingezogen werden. Die Gemeinden sind ver- Gruppen derart minimal sind, daß ihre Forderungen von rund pflichtet, die Erhebung der Beiträge bei den Arbeitgebern zu be- 21 000 m., welche noch unter dem Existenzminimum der wirken und diese an die Rammer abzuführen. Es ist vorgesehen, daß zweiten Hälfte Dezember bleiben, äußerst bescheiden sind. Es ist rückständige Beiträge als öffentliche Raften wie Gemeindeabgaben bei- unverständlich, daß troßdem ein Spruch gefällt werden konnte, der getrieben werden können. Bei Zuarundelegung von schätzungsweise für die Jugendlichen einen Anfangslohn für den ganzen Monat 60.000 Arbeitnehmern und eines Bedarfs von 12 Millionen Mart Januar bon 3375 M. und für die Erwachsenen über 22 Jahre würde ein Durchschnittsbeitrag von rund 200 Mt. jährlich auf jeden einen Grundlohn von 14 500 m. vorfeht! Für die Verheirateten Arbeitnehmer entfallen. Der Beitrag wird aber nach der Verdienst- mit Kindern sollen auf Grund des Schiedsspruches 15 525 M. gezahlt werden! höhe abgestuft werden. Man darf sich der Erwartung hingeben, daß der Landtag dem Die Lohnkommission, die an den Verhandlungen teilgenommen Gelegentwurf grundsäglich seine Zustimmung geben wird und daß hat, batte weitgehendste Vollmacht von der Mitgliederversammlung noch in der ersten Hälfte dieses Jahres die neue gesetzliche Ver- erhalten, fonnte sich aber nicht für die Annahme des Schiedsspruchs tretungskörperschaft der oldenburgischen Arbeitnehmerschaft ihre erklären. Es soll zu diesem Zwed die Mitgliederversammlung entLätigteit aufnehmen kann. Während also fleinere Staaten mit der Schaffung von ArbeitLohnabkommen der Maßschuhmacher. nehmervertretungen vorangehen, rührt sich im Reiche nichts, und Preußen will offenbar auf das Borgehen des Reiches warten. Durch Schiedsipruch des Schlichtungsausschusses am Montag Wir bedauern, daß hier nicht längst etwas geschehen, eine einheitliche sind die Löhne sämtlicher Arbeitnehmer der Groß- Berliner Maßreichsrechtliche Bertretung geschaffen worden ist. Eben deshalb be- branche um 105 M. pro Stunde erhöht. Der Mindeſtſtundenlohn grüßen wir die Selbsthilfe der Einzelsta a ten, bie beträgt ab 8. Januar für männliche Zeitlohnarbeiter und als Affordhoffentlich die Reichsregierung dazu anfpornt, unverzüglich basis für neue Arbeiten 455 M., für weibliche Zeitlohnarbeiter an die Schaffung der vorgesehenen Arbeitnehmervertretungen heran- 440 m., als Alfordbasis für Reparaturen 433 M. Der Schiedszugehen. spruch ist von beiden Parteien anerkannt. Die neuen Reichsarbeiterlöhne. scheiden. Parteigenossen in der Holzindustrie. Die Verhandlungen im Reichsfinanzministerium mit den Spizenorganisationen über die Erhöhung der Löhne der Reichsarbeiter streit teilweise der Bartciarbeit entfremdet. Biele Holzarbeiter find Die früher politisch gut organisierten Holzerbeiter hat der Parteihaben damit abgeschlossen, daß in der höchsten Ortstlaffe der heute politisch" neutral". Da aber jetzt noch mehr als früher die ungelernte Arbeiter für die erste Hälfte Januar eine Stunden- Forderungen der gemerfiaftlich organisierten Arbeiter von einer lohnerhöhung von 50 m., für die zweite Hälfte von 100 m. politischen Partei vertreten werden müssen, ist es notwendig, daß sich gegenüber den Löhnen der zweiten Dezemberhälfte er bie Gewerkschaften auf eine große politische Massenpartei stüßen halten soll. Die heute zusammentretenden Borstände der Gemerf. fönnen. Zur Teilnahme an der Agitationsarbeit für die Partei ruft schaften werden zu dem Ergebnis Stellung nehmen. Das Reichs, der Werbeausschuß alle Parteigenossen der Holzindustrie auf. In einer fabinett wird sich unmittelbar nach Abschluß der Verhandlungen mit den Beamten- und Arbeiterorganisationen über die Erhöhung der Bezüge der Beamten und Arbeiter mit der Gesamtfrage be faffen. Streif in den Margarine- Niederlagen. Bersammlung der Holzarbeiter aller Branchen ( Richtung Amsterdam) am Donnerstag, 11. Januar, 6% Uhr abends, im Gewerkschaftshause soll mit einer großDie Bezügigen Agitation der Anfang gemacht werden. triebsräte, Generalversammlungsdelegierten und sonstigen Funktio näre des Berbandes sind ganz besonders eingeladen. Politisch nicht organisierte Holzarbeiter werden durch Vertrauensleute legitimiert. aber müssen schnell Mittel zur Bollendung der begonnenen Woh- Am Montagabend nahmen die Transportarbeiter der Marga. nungen durch einen gleitenden Aufschlag auf den Kohlenpreis ge- rineniederlagen Stellung zu dem von den Arbeitgebern vorgenom Baurohrieger und Bauflempner! Die Branchenversammlung wonnen werden. Die Treuhandstellen sind dem durch die Verhält- menen Lohnabbau. Hille vom Deutschen Transportarbeiterverband hat am Wiontag das Angebot der Unternehmer abgelebut. nisse verkleinerten Bauprogramm anzupassen, aber unter allen Um- teilte mit, daß er im Laufe des Tages noch einmal verfucht habe. Des weiteren wurde beschlossen, den einzelnen Firmeninhabern die ständen aufrechtzuerhalten und in ihren für die volle Gleichberechti- von den Unternehmern eine Erklärung zu erhalten, daß sie bis zur Forderungen mit dem Spigenlohn von 460 M. zur Unterzeichnung würden. Dies wurde feitens der Unternehmer rundweg ab. vorzulegen. Birka 30 Einzelverträge wurden der Organisationsgelehnt. Als Grund für den Lohnabbau wurde u. a. angegeben, leitung ichon schriftlich übermittelt. Auskunft in allen Angelegendaß die Löhne im Buttergroßhandel bedeutend niedriger seien. Die beiten wird erteilt von der Streilleitung im Gewerkschaftshaus. Arbeitgeber in den Margarineniederlagen könnten nicht einsehen, Am Mittwoch 10 Uhr versammeln sich die Bertrauensleute, um warum sie höhere Löhne zahlen sollten. Sie wären wohl wirt. 11 Uhr die Streitenden im Gewerkschaftshaus. Die Ortsverwaltung. schaftlich start genug dazu, aber aus Prinzip" wollten jie nicht mehr zahlen. Arbeitnehmerkammer für Oldenburg. Gleich dem Freistaat Sachsen hat nunmehr auch die Regierung des Freistaats Oldenburg einen Gesezentwurf zur Schaffung einer gefeßlichen Arbeitervertretung herausgebracht. In Bremen besteht bereits seit Jahren eine Arbeiter und Angestelltenkammer, in Thüringen und Danzig werden entsprechende Entwürfe ausgearbeitet. Einer langen Begründung, die für das felbständige Borgehen auf diesem Gebiete in staatsrechtlicher Beziehung notwendig ist und auch der Deffentlichkeit gegenüber angezeigt sein mag, bedarf es für die Arbeiterschaft natürlich nicht. Handelt es sich doch lediglich barum, den einfach unhaltbaren Zustand der Rechtlosigkeit zu befeitigen, ber darin besteht, daß die Unternehmer in der Landwirt. chaft, im Handel und Gewerbe öffentlich- rechtliche Vertretungen in ihren Rammern haben, während für die Arbeitnehmerschaft solche Bertretungen bis heute noch nicht geschaffen sind, obschon sie ihnen durch die Reichsverfassung zugestanden sind. Daß man aus Prinzip die Löhne heruntersetzt, um die Arbeiterfchaft durch Hunger firre zu machen, ift uns natürlich nichts Neues. Daß aber eine fo tapitalfräftige Branche wie die Margarine. industrie als erste die Löhne abbaut, in einem Augenblick, wo die Entwertung der Mark mit Riesenschritten vor sich geht, wo wir infolge der politischen Borgänge vielleicht auch vor einer wirtschaftlichen Katastrophe stehen, fonnte der Versammlung nicht einleuchten. Sämtliche Diskussionsredner verlangten den sofortigen Streit, welcher auch einstimmig beschlossen wurde. Infolge des Streits find folgende Betriebe für gewerbliche Arbeitnehmer gesperrt: Schlint u. Co., A.-G., Helgoländer Ufer 5 und Auch der Regierung in Oldenburg erscheint die dahingehende Revaler Str. 1; Wahnschaffe, Muller u. Co., Neue Friedrichstr. 47; Forderung der Arbeitnehmerschaft als dringlich, da der bisherige Dr. M. Boemer u. Co., Dirdfenstr. 47; Rofizfi u. Witt, Neue KönigZustand für sie nachteilig ist, weil in reinen Arbeitnehmerangelegen- ftraße 11; Jurgens u. Prinzen, Neanderstr. 4; 2. 2. Mohr, Große heiten eine neutrale Beurteilung von den jezt bestehenden Unter- Frankfurter Str. 137. nehmerfammern nicht erwartet werden tann und die Arbeitnehmer- Die Kollegen fämtlicher Butter- und Margarinegroßhandlungen, schaft nicht entsprechend zu Gehör kommt. Die Regierung und die welche bei obigen Firmen bisher selbst abgeholt haben, merden aufweiteren Landesbehörden müssen aber in die Lage verjetzt werden, gefordert, feinerlei Arbeiten zu machen, welche sonst von den Strei neben der Auffassung der Unternehmer auch die Ansicht der Arbeit fenden verrichtet wurden. nehmer tennen zu lernen und zu berücksichtigen... So der Minister der sozialen Fürsorge, J. Meyer in unserem oldenburgischen Parteiorgan, bertepublit". Streik in der Fouragebranche. Achtung, Buchdruder! Am Donnerstag nachm. 5 Uhr findet im Lotal von Baum, Stallschreiberstr. 44, eine äußerst wichtige Aktionsaus schußigung statt. Tagesordnung wird in der Konferens bekanntgegeben. Es ist Pflicht eines jeben Parteigenoffen der BGBD., bestimmt und recht pünktlich zu erscheinen. R. Hermann. D. Fiedler. Musikinstrumentenindustrie. Bersammlung der Funtiionäre der Musikinstrumentenindustrie heute, Mittwoch, 8 Uhr im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Bericht von dem Ergebnis der Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschus. Die Ortsverwaltung. Sattler, Tapezieret unb Portefeuiller- Verband. Donnerstag abend 7 Uhr Bersammlung der Portefeuiller bei Wilte, Sebastianstr. 39. Die Heimarbeiter fowie die Rollegen ber Portefeuillebetriebe haben unbedingt zu erscheinen. Deatscher Wertmeisterverband. Mitgliederversammlung des Bezirksvereins Berlin 30 Freitag 7 1hr in Saverlands Festfälen. Sandelshilfsarbeiter im Einzelhandel. Freitag abend 7% Uhr Bersammlung im großen Gael des Berliner Gewerkschaftshauses. Stellungnahme zum Schiedsfprud). Bangewerkschaft, Fachgruppe der Glasez, Berlin, Der Lohn für Glafer Beträgt ab 4. Januar 446 m. pro Stunde. Für Gehilfen im ersten Jahre nad beendeter Lehrzeit 10 Broz. meniger. Auswärtige Arbeiten mit Uebernachten Ruschlag drei Stundenlöhne. Montag Generalversammlung. Die Fachgruppenleitung. Berantwortlich für den redeft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: ah. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerci u. Berlagsanstalt Baul Einger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Bierzu 1 Beilage. Die Kutscher, Arbeiter und Arbeiterinnen aus der Fourage Geplant ist eine einheitliche Kammer mit drei Fachgruppen für branche find gestern ein mütig in den Streit getreten. Handel und Industrie, für Handwert und Kleingewerbe und für Beranlassung zu dem Beschluß gab die eigenartige Stellungnahme Sonstige Berufe. Die Kammer soll aus 45 Mitgliedern bestehen, und des Arbeitgeberverbandes des Großhandels. zwar 27 für Handel und Industrie, worunter 9 Angestellte, 6 für Am 21. November 1922 wurde dem Arbeitgeberverband eine Handwert und Kleingewerbe, wovon 2 Angestellte und 12 für die Lohnforderung für den Monat Dezember unterbreitet mit dem Be, übrigen Gruppen, wovon 4 Angestellte. Als Aufgabengebiete find merken, baldmöglichst über besagte Angelegenheit in Berhandlung norgesehen Unterstützung der Regierung und der staatlichen Bes zu treten. Statt nun mit dem Deutschen Verkehrsbund über die auch veraltete Wunden, heilt die milde u.wobltuende San.- Rat Dr.Strahls hören sowie der Körperschaften des öffentlichen Rechts in der Wahr. Dezemberlöhne zu verhandeln, gab der Arbeitgeberverband durch Hausfalbe, Elefant.- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Str.74( Dönhoffpl.) feciferrin flüssig und in Jabletten Nervenstárkend blutbildend Hautausschlag, offene Jüke( Krampfadern) Bei Blutarmut, Bleichsucht, darniederliegender Ernährung, bei körperlicher u. geistiger Niedergeschlagenheit, verordnen die Aerzte Leciferrin, das vertrauenswürdigste Nähr- und Blutauffrischungsmittel für Erwachsene und Kinder. Leciferrin geht vollständig in den Säftestrom des menschlichen Organismus über, daher die schnelle, sichere Wirkung. Galenus Chemische Industrie Frankfurt am Main Ne. 14 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Schutz für Mutter und Kind. And der Arbeit einer Bezirksfürsorgestelle in Groß- Berlin. Biele werden zum ersten Male das Wort Bezirksfürsorgestelle" wäre so oft möglich, wenn der Erzieher sich rechtzeitig fach per vernehmen und verwundert fragen, welche Aufgaben diese Stelle ständigen Rat holte, wenn er bei der Erziehung auf Schwie zu erfüllen hat. Und doch müßte jebe Mutter, jeder Lehrer, jeder, rigkeiten stößt. Denn feineswegs ist es der Mutter oder dem Water der mit Kindern zu tun hat, von diesen Stellen wissen, die über von Natur gegeben, hier des Richtige zu treffen, wie man so oft die Stadt verstreut-- die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe noch glaubt. Wir haben ja gelernt, daß die„ Bosheit" eines Kindes haben, allen Kindern und Jugendlichen, die in seelischer oder mate- ertanut sein muß, wenn man sie recht bekämpfen will. Denn das ist fast fiets auf einer unglüdlichen Chacafferanlage beruht, die flar rieller Not sind, mit Rat und Tat zu heifen. Unendlich schwer ist durchaus möglich; es gilt, die gesunden Triebe zu stärken, die frant diese Aufgabe; denn die Zahl der gefährdeten Kinder ist erschreckend haften verfümmern zu lassen; gelingt das, so tann aus dem bösartigroß und die Stadt hat nicht die Mittel, soviel Fürsorgerinnen an- gen Knaben noch ein tüchtiger und rechtlicher Mann werden. Doch zustellen, wie es im Interesse der Kinder eigentlich zu wünschen wäre. wird hier fachverständiger Rat notwendig fein; auch hierfür findet Ein kurzes Bild aus der Pragis der Sprechstunde wird ihn der Erzieher am besten in der Bezirksfürsorgestelle, sei es, daß besser von Art und Dringlichkeit der Arbeit berichten, als lange Er- die Gürsorgerin selbst zu raten weiß, sei es, daß sie den Nervenarzt örterungen. noch zur Hilfe heranzieht. Die uneheliche Mutter. Als erste erscheint ein blaffes junges Mädchen; fie verlangt in schüchternem Ton Milchkarten. Die werden hier nicht ausgegeben; aber das scheue Wesen des Mädchens, das mit Tränen tämpft, veranlaßt die Fürsorgerin, weiter zu fragen, für wen die Milchkarte denn sei. Und da ergibt sich, es handelt sich um das eigene Kind des 16jährigen Mädchens, das vor kaum acht Tagen geboren ist. Jetzt ist die junge Mutter ganz hilflos; ihr Vater, ein ehrbarer Drechsler, will nichts von ihr missen. Erst, nachdem sie mehrere Nächte mit dem Neugeborenen im Obdach zugebracht, hat der Water sie eingelassen, droht aber täglich, fie wieder auf die Straße zu fezen aus Zorn über die Schande. Hier ist Hilfe dringend not. Die Für forgerin wird zum Bater gehen und mit ihm sprechen, damit er der Berlassenen auch weiterhin Obdach gewährt. Sie wird die Bestellung eines Bormundes beschleunigen, dessen Aufgabe es ist, den Erzeuger des Kindes zur Anerkennung der Baterschaft und zur regelmäßigen Alimentenzahlung zu veranlassen, Vor allem aber wird die junge Mutter zu einer benachbarten Säuglingsfürsorgestelle gefchidt, wo sie Milch erhält und ärztlichen Raf, wie sie ihr Kind pflegen soll. Im Kampf mit dem Alkohol. Biel schwerer noch ist die Aufgabe der Fürsorgerin, wenn sie dort Rat und Hilfe schaffen soll, wo ein Trinker feine Familie mit fich in den Abgrund reißt. Nur menige ermessen, in wie startem Maße die Trunfsucht wieder zugenommen hat. Sie bildet einen Hauptgrund für die Zersehung des Familienlebens. Es ist nicht zu viel gesagt, daß drei Viertel aller jugendlichen Ver= brecher und Prostituierten aus Trinterfamilien stammen. Wie soll auch anderes und besseres aus Kindern werden, die allwöchentlich Zeuge sein müssen, wie der Vater die Mutter mißhandelt. Auch hier greift die Bezirksfürsorgestelle ratend und helfend ein, indem sie den Trinfer einer Abstinenzierorganisation meldet, die sich dann seiner annimmt und ihn häufig von seiner Leidenschaft heilt. Freilich gelingt das im allgemeinen nur, wo das Baster noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Sonst bleibt nichts übrig, als dem hoffnungslosen Trinter die gefährdeten Kinder, durch Gerichtsbeschluß fortzunehmen. Das Boltsübel als solches wird allerdings nicht durch sozialfürsorgerische Hilfe im einzelnen, sondern nur durch ein absolutes Schnapsverbot zu beseitigen fein. Das Sorgenkind. Aber die Sorgen der Eltern find ja nicht nur durch törperliches Elend ihrer Sprößlinge hervorgerufen. Wie oft ist in einer Familie unter mehreren wohlgeratenen Rindern eines, das der Erziehung einen scheinbar unüberwindlichen Widerstand entgegensetzt. Meist gibt es dann qualvolle Zeiten für das Kind und die Eltern. Das ungezogene And wird streng behandelt; es fühlt sich bald bin ter den Geschwistern zurückgesezt, wird scheu, dadurch wächst die Reizbarkeit des Erziehers, der sich dann meijf nur mit Schlägen zu helfen weiß und doch oft selbst das Gefühl hat, daß er auf diese Weise nicht viel erreichen wird. Es ist ein alltäg liches Trauerfpiel, das sich dann abspielt, und das gar zu oft damit endet, daß mit 12-14 Jahren das Kind so verstockt oder gar bösartig ist, daß als letztes Mittel nur übrig bleibt, es einer Fürsorge anstalt zu übergeben. Nun sind ja diefe jetzt schon meist nach neuen Erziehungsgrundsägen freundlich ausgestattet und feine Zwangsanstalten mehr, mie es fälschlich oft noch angenommen wird. Aber wer möchte die Anstalt nicht doch seinem Kinde ersparen? Und das ( Nachdruck verboten. Der Matit- Berlag, Berlin.) 7] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. „ Ich möchte mal einen solchen deutschen Offizier gefangen nehmen und zwingen, meine Schuhe zu pugen und ihn dann totschießen," sagte Chrisfield zu Andrews, als sie die lange Baradenreihe hinuntergingen. Möchtest du wirklich?" " Ja, aber noch viel lieber würde ich jemand anderes über den Haufen schießen," fuhr Chrisfield scharf fort. Der ist nicht weit von hier. Und ich werde es auch tun, wenn der noch weiter fo auf mir rumreitet." „ Wer ist denn das?" " Der lange Laffe Andersen, der denkt, weil ich kleiner bin als er, fann er mit mir alles machen, was er will." Andrews wandte sich scharf um und sah in seines Gefährten Gesicht. Irgend etwas in der Rauheit der Stimme beunruhigte ihn. Daran war er nicht gewöhnt; er hatte immer geglaubt, er selbst sei ein sehr leidenschaftlicher Mensch. Doch. nie hatte er den Wunsch verspürt, einen anderen Menschen zu töten. Willst du ihn wirklich töten?" Jezt noch nicht, aber er macht aus mir einen Teufel, wenn er weiter so mit mir umspringt. Gestern zog ich mein Meffer gegen ihn. Du warst nicht da. Bemerktest du nicht, wie aufgeregt ich beim Exerzieren war?" Ja, aber wie alt bist du denn, Chris?" 3wanzig. Du bist wohl älter?" " Ich bin zweiundzwanzig." Sie lehnten sich gegen die Wand ihrer Barade und sahen hinauf in die glänzende, sternige Nacht. Hör mal, sind die Sterne dort drüben diefelben mie hier?" Ich denke schon," sagte Andrews lachend, obwohl ich mich noch nie davon überzeugt habe." Verpflanzung aufs Land. Dft, wenn es sich um größere Kinder handelt, die in schlechte Gesellschaft geraten sind, und mit denen die Eltern nicht mehr recht fertig werden fönnen, ist auch schon Gutes dadur erreicht worden, daß das Kind für 1 bis 2 Jahre zu einem Lehrer oder einem Bauern aufs Cand gegeben wurde, wo es leichte Arbeit und gesunde Lebensweise fand. Auch solche Stellen, die stets von einem Vertrauens mann der Stadt Berlin beaufsichtigt werden, fann das Jugendamt nachweisen. Rommt es auch hier und da vor, daß ein zarles Großftadtpflänzchen dort nicht recht Wurzel schlagen tann, so haben doch viele Kinder, Jungen und Mädchen, die hier unterzugehen drohten, auf dem Lande bei gesunder Arbeit und träftiger Rost neue Kraft und festen Halt gewonnen, und est hat sich daraus ein richtiges Freundschaftsverhältnis von Familie zu Familie entwickelt. Auch erfreuliche Arbeit gibt es für die Fürsorgerinnen, so, wenn sie ein blasses Kind in ein Ferienheim oder zu einem finderlieben Landwirt hinausschicken fönnen und es nach einigen Wochen rotbäckig und gefräftigt zurückkehrt. Tausende von Kindern werden alljährlich auf städtische Kosten aufs Land geschict; leider kommt es ja immer noch vor, daß einmal ein Bauer, zu dem ein solches Kind gegeben wurde, es mehr zur Arbeit heranzieht, als für die Erholung des Kindes zu träglich ist. Doch sind dies erfreulicherweise vereinzelte Ausnahmen. Die große Mehrzahl der Kinder kommt rotbädig und mit erheblicher Gewichtszunahme zurück, und oft genug wird es später, alle Jahre, wieder von denselben Bauersleuten eingeladen. Jeder muß helfen. Ein. Riesengebiet ist es, von dem wir eben einige Seiten furz, mie es der geringe Raum erlaubt, haben beleuchten können. Manches liegt noch heute in den Anfängen; möge eines nur vor allem deutlich geworden sein: der Geist lebendiger Hilfs= bereitschaft, von dem die ganze Arbeit getragen sein muß und getragen ist. Diese Riesenaufgabe, gleich groß an Umfang wie an inneren Anforderungen, fann jedoch von den Schultern der wenigen Sozialbeamten und Sozialbeamtinnen, die die Stadt anstellen kann, allein nicht getragen werden. Nur wenn freiwillige Kräfte voli Opferbereitschaft und Hingabe in reicher Zahl daran teilnehmen, tann die Arbeit lebendig und fruchtbar werden. Aus allen Kreisen Des Boltes müssen diese Jugendhelfer tommen; jeder, der helfen will und zu ernster Arbeit bereit ist, ist willkommen. Vor allem aber aus den breiten Schichten der Arbeiter und der Angestellten sollten noch viele ihre Kraft und Liebesfähigkeit einsehen. Sie follten es als Chrenfache betrachten, daß soziale Arbeit" nicht wieder eine Angelegenheit der Reichen für die Armen wird, sondern daß es mirtlich ein gegenseitiges nachbarliches Gichhelfen und stüßen wird. Hier hat ein jeder die Möglichkeit, hilfreich mit Hand anzulegen und das durch miizubauen an einer neuen Volksgemeinschaft. Nur ein warmes Herz für die Jugend gehört dazu und der Wille zu ernster Arbeit. Im Rathaus seines Bezirks wird jeder erfahren, wo die Stelle ist, an die er sich wenden kann, wenn er Rat sucht oder wenn er iugendamt Kreuzberg( Süden, Südwesten, Südosten von felber mitzuhelfen bereit ist. Hierzu teilt uns das Bezirks. Berlin) mit, daß dort noch Bedarf an ehrenamtlichen Jugendhelfern und Jugendhelferinnen ist. Anmeldungen werden im Amtsgebäude, Bordstr. 11, part., 3immer 7, täglich zwischen 8 und 4 Uhr, Mitt wochs zwischen 4 und 6 Uhr, entgegengenommen. 糕 Mittwoch, 10. Januar 1923 Ein Brief 50 Mark. Die mefentlichsten Gebühren, die vom 15. Januar 1923 an im Post, Bostscheck- und Telegraphenverfehr innerhalb Deutschlands gelten, find folgende: Für oft tarten im Ortsperfehr 10 M., im Fernverkehr 25 M. Für Briefe im Ortsverfehr bis 20 Gramm 20 M., im Fernverkehr bis 20 Gramm 50 M. Für Drucksachen bis 25 Gramm 10 M., über 25 bis 50 Gramm 20 M., über 50 bis 100 Gramm 30 m., über 100 bis 250 Gramm 50 Mt., über 250 bis 500 Gramm 70 M., über 500 Gramm bis 1 kilogramm 90 M. Für Ansichtskarten 10. Für Batete Nabzone ( neu eingeführte Vorstufe) bis 3 kg 200 M. über bis 5 kg 300 6678 " 7 8 " 5 6 " " " # " 7 " " 9 " " # 9 10 11 20 Beitungspakete bis 5 kg • Fernzone 400 m2. 600 " 350 700 " P 400 800 #P 450 900 " 500 1000 550 1100 2P 150 300 Für Bost anweisungen bis 1000 m. 30 m., über 1000 bis 5000 2. 40 M., über 5000 bis 10 000 20. 60 m., über 10 000 bis 20 000 m 100 m.( Meistbetrag ist von 20 000 m. auf 50 000 m. erhöht.) Für die Rohrpoftfarte 80 M., für den Rohrpoftbrief 100 m. Die Einschreibgebühr ist auf 40 m., die Borzeigegebühr für Nachnahmen und Bostaufträge auf 25 M. festgefeßt. Im Telegraphen verkehr sind die wichtigsten Gebühren für Ferniele. gramme: Grundgebühr 80 m., und außerdem für jedes Bort 40 M., für Ortstelegramime: Grundgebühr 40 m., und außerdem für jedes Wort 20 m. Die Auslandsgebühren betragen für Bostfarten 90 M.. für Briefe bis 20 Gramm 150 M., jede weiteren 20 Gramm( Meistgewicht 2 Kilogramm) 75 M., für Drucksachen für je 50 Gramm 30 m., für Geschäftspapiere für je 50 Gramm 30 m., mindestens 150 M., für Warenproben für je 50 Gramm 30 m., mindestens 60 M., Einschreibgebühr 40 m. Zur Stadtverordnetenvorsteherwahl. Wie wir bereits mitgeteilt haben, erhebt unsere Fraftion Bei der bevorstehenden Vorsteherwahl in der Stadtverordnetenveriamm lung den Anspruch, als stärkste Fraktion den Borsteher zu stellen. Genoffe Dittmann, den die Fraktion neulich als Kandidaten nominiert hatte, hat in der geftrigen Fraftionéfißung unter Berücksichtigung der schweren politischen Lage, die im Reichstag seine ganze Straft erfordere, auf seine Kandidatur verzichten zu müssen geglaubt. An feiner Stelle falägt die Fraktion den Genossen Dr. Wehl vor. Die Stellungnahme der bürgerlichen Parteien war bis zur Stunde nicht zu erfahren. Unsere Frattion steht auf dem Standpunkt, daß sie sich an einer Bureauwahl nicht beteiligen wird, wenn ihr das Recht auf den Vorsteher aberkannt wird. Prozeß Bernotat. Zeitweiliger Ausschluß der Deffentlichkeit. Einen heiteren Zwischenfall in der ziemlich einförmig hin. fchleichenden Verhandlung gegen die beiden Einbrecher Bernotat und Staminst i bildete die Bernehmung des Tischlermeisters Bielig, der in sächsischem Dialekt alle Einzelheiten seines Zusammen. treffens mit den Einbrechern schilderte, die schließlich darauf hinaus. liefen, daß er die Einbrecher hat über den Hof huschen" sehen. Den Diebstahl bei der Wäschefirma Bette, Butt u. 2a chmann erflärte Bernotat derart, daß er die fraglichen Kinderanzüge von dem Deforateur Denes, ber bei derselben Firma an gestellt war, erhalten habe, nachdem er, Bernotat, seine Stellung bereits aufgegeben hatte. Es kommt sodann der Einbruchsdiebstahl in ber Pension Medienburg in der Passauer Straße zur Sprache, bei dem den Cinbrechern Teppiche, Schmuc sachen und wertvolle Belze in die Hände gefallen sind. Bernotat behauptet, wie bei allen anderen Einbrüchen, daß er diese Sachen von Grohmann zur Aufbewahrung erhalten habe, da Grohmann zu der Zeit teine feste Wohnung beseffen hatte. Als der Angeklagte aminfti einen Diebstahl auf sich nehmen will, den er gar richt nunmehr entsprach. Nach langem Hin und Her stellte jetzt der nicht ausgeführt haben fonnte, wiederholte Rechtsanwalt Frey den Antrag auf Ausschluß der Deffentlichkeit, dem das GeSachverständige an Bernotat gewisse Fragen, die er nur mit Ja oder ein zu beantworten brauchte und aus denen hervorging, daß Ber notat start homosexuell veranlagt ist. Er hatte mit Grohmann ein wibernatürliches Verhältnis und habe unter dem 3wang Aber ich wollte dir gerade sagen, beinahe hätte ich doch' mal sollte ich vierzig Dollar die Woche haben, und hier bekomme einen faltgemacht." ich sieben und bin außerdem in der Armee." ,, Erzähle mir davon." „ Ich war damals gerade befoffen. Wir Jungens aus Tallyville waren' ne schlimme Bande. Arbeiteten immer nur solange, bis wir was Geld in die Finger betamen. Dann wurde gespielt und Whisky gesoffen, vor allen Dingen zur Erntezeit. Ich weiß noch nicht' mal warum, aber eines Tages kam ich mit einem in Streit, mit dem ich noch bis eben gut Freund gewesen war. Der holte aus und schlug mir in die Fresse. Weiß nicht, was ich dann tat, aber noch ehe ich es mußte, hatte ich' n Erntemesser in der Hand und ging damit auf ihn los. So ein Meffer in den Bauch das ist allerhand! Biere hielten mich zurück und nahmen mir das Messer weg. Trotzdem habe ich ihm noch ordentlich die Brust blutig gemacht. War zu der Zeit furchtbar besoffen. Dann fiel ich in einen Graben und pennte da bis morgens und friegte das ganze Haar voll Schlamm Ich rühre jetzt faum noch einen Tropfen an." ,, So, du willst also schnell nach drüben gehen, Chris, wie ich," sagte Andrews nach langer Pause. ,, Diesen Laffen Anderson werde ich in die See stoßen, wenn wir auf demselben Schiff rüberfahren," sagte Chrisfield lachend. Nach einer Bause fügte er hinzu: Es wäre doch entseglich gewesen, hätte ich den Kerl damals kalt gemacht." ,, Das ist' ne Arbeit, die sich bezahlt macht, Geiger," sagte irgend jemand. Stimmt nicht," sagte die melanchelische Stimme eines schmächtigen Mannes, der zusammengekauert, das lange Geficht in die Hände gelegt, dafaß, mit den Ellbogen auf den Knien. Bringt gerade genug zum Leben." Berschiedene Leute hatten sich am Ende der Baracke gruppiert. Die lange Reihe der Schlafstellen, wo hier und da ein Mann schlief, einer fich haftig auszog, wurde von Zeit zu Zeit von schwachen elektrischen Lichtreflegen beleuchtet. ,, Du wirst entlassen, nich'?" fragte ein Mann mit starkem Dalett und dem roten Gesicht eines jovialen Gorilla. Ja, Flannagan," sagte der schmächtige Mann traurig. Geht's dem nicht dreckig?" fragte eine Stimme aus der Menge. Ja," antwortete der schmächtige Mann und fah in die Meistens Roggen, ein wenig Weizen und Labat... Gesichter um ihn herum aus versunkenen Augen. ,, Eigentlich ,, Ich habe in der Schule nicht viel gelernt," fuhr Chris fort. Ich fam mit zwölf Jahren aus der Schule, weil das nicht viel taugte und mein Alter so trant und man mich auf der Form zur Arbeit brauchte." ,, Was wird denn bei Euch gebaut?" ,, Die Armee, die Armee, die demokratische Armee," sang jemand. ,, Aber ich will doch nach drüben gehen und mir die Hunnen ansehen," sagte Flannagan, der es recht geschickt verstand, feinen irischen Dialett in findlichem Tone vorzubringen. Nach drüben." fuhr der schmächtige Mann fort ,,, menn ich dorthin hätte gehen tönnen ich hab' das Zeug für einen guten Spieler in mir." Warum gehst du nicht?" fragte Andrews, der am Rande des Kreises mit Fuselli und Chris stand. Sieh mich doch an Tuberkulös..." sagte der fchmächtige Mann. Flannagan. Ich kann nicht schnell genug rüberfommen," sagte ,, Muß sehr komisch sein, nicht verstehen zu können, was die Leute sagen." ,, Man kann ihnen doch Zeichen machen," sagte Flan nagan, einen Iren fann man überall verstehen. Aber mit den Hunnen braucht man ja nicht zu reden. Dort werde ich ein Geschäft aufmachen. Was meint Ihr dazu?" Alle lachten. 11 Ich werde in Berlin ein irisches Haus aufmachen; der König von England wird dort selbst hinkommen und den gott* perfluchten Kaiser besoffen machen." ,, Bis dahin wird der Kaiser schon an einem Telegraphenmast baumeln, Flannagan." „ Sie sollten ihn zu Tode auälen, wie sie es mit Negern tun, wenn man sie unten im Süden Inncht." Ein Horn ertönte weit draußen auf dem Exerzierplatz. Alle begaben sich schweißtriefend zu ihren Lagerstellen. John Andrews wickelte sich sorgfältig in feine Decken ein, in der Hoffnung auf einige ruhige Gedanken vor dem Einschlafen. Er wollte diese Nacht wach liegen und nachdenken, damit er nicht ganz den Faden feines Lebens verlor, das er wieder aufnehmen wollte, an irgendeinem Tag, wenn er hier durchkam. Er schob den Gedanken an den Tod von sich. Der war uninteressant und außerdem gleichgültig. Doch irgendmann einmal würde er wieder Klavier spielen, Musik schreiben wollen. Es wäre schrecklich, in die hilflose Mentalität des Soldaten zu versinken. Man muß seinen Willen start halten. ( Fortfegung folgt.) Schloß und Riegel gesetzt. Abbau der Wohnungswirtschaft. " dieser Hörigtett getan, mas Grohmann von thm verlangt weibliche Fahrgäste unterziehen sollte, da die angeblich Bestohlene, habe. Aus Kaminsfis Aussage ergibt sich, daß er von Jugend ein Fräulein Diepenbach, behauptete, Frau Steinke habe den ge. an start nervös sei und geschlechtlich anormal ver- Die Hausbesitzer gegen Mieter und Gewerkschaften. stohlenen Jumper um den Leib gewickelt. Die Durchs anlagt sei. Der Angeklagte schloß seine Ausführungen mit den In einem zum neuen Jahr überschriebenen Beitrag des suchung bestätigte diesen Verdacht nicht und die Folge war, daß die Worten: Ich habe ja versucht, mich aus dem Leben zu schaffen,| ,, Grundeigentums", Zeitschrift der Berliner Hausbesizer, leistet sich Eisenbahnbehörde für die unschuldig Verdächtigte um dem Bernotat die Möglichkeit zu geben, alles auf mich zu Herr Carl Ladendorff, der Bundesvorsitzende des Bundes. Berliner Strafantrag wegen Beleidigung stellte, nachdem Fräu schieben. Es ist mir aber nicht gelungen." Nach Wiederherstellung Haus- und Grundbesizervereine, wieder einmal allerlei Niedlichkeiten. lein Diepenbach einen Bergleich glatt abgelehnt hatte. der Deffentlichkeit wurde Kriminalbetriebsassistent Zimmermann So sagt der Großmogul der Berliner Hausbesiger in frischer Unbe- Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte hatte sich die Diepenbach jetzt vernommen, der den Aufenthalt des Grohmann feststellen sollte. Er kümmertheit: Wenn die Katastrophe, d. h. der Verfall der Alt- wegen Beleidigung zu verantworten und wurde, dem Antrage des bekundete, daß er Grohmann in der angegebenen Pension am Prager häuser und Wohnungen vermieden werden soll, dann muß unver Amtsanwalts gemäß, zu 3000 Mt. Geldstrafe verurteilt. Blatz nicht habe ermitteln fönnen. Trozdem sollen die Ermitt- züglich Schluß mit dem bisherigen von rein gewerkschaftlichem Geist lungen fortgesetzt werden, da sich Grohmann nach den Aussagen und der Stimmung der Straße beeinflußten System gemacht wer- den 14. Januar in Aussicht genommen war, verzögert sich, weil Die Betriebseröffnung der Nordfüdhahn, die ursprünglich für Raminskis oft unter falschem Namen in Pensionen aufgehalten habe. den". Und weiter:„ Die Wohnungsfrage ist nicht eine Gewertschafts: die Bahnhofseinrichtungen nicht rechtzeitig fertiggestellt werden Die Verhandlung wurde auf Donnerstag, vormittags 10 Uhr, vertagt. frage, sie ist nicht eine Frage der reinen Wohlfahrt, sondern sie ist tönnen. Als Eröffnungstag wird jezt mit dem 27. Januar eine Frage hochwichtiger voltswirtschaftlicher Bedeutung". Es wir? t ..Verschiebe- Bahnhöfe". höchst drollig, die volkswirtschaftliche Unbeholfenheit des Bundesvor- gerechnet. Im übrigen sind zur Vollendung des ganzen Bahnbaus fizenden feststellen können. Bekanntlich ist die Wohnungsfrage von der Seestraße bis Neukölln no erhebliche eine Angelegenheit der Mieter. Herr Ladendorff macht Mittel erforderlich, die demnächst bei der Stadtverordnetenaber daraus eine Angelegenheit der Gewerkschaften. Wenn die Ges versammlung beantragt werden sollen. Es handelt sich nach dem werkschaften den in größter Not befindlichen Mietern mit Rat und gegenwärtigen Stand um etwa 2 Milliarden. barer sein, als die Hauswirte des Herrn Ladendorff Hilfe beistehen, so wird ihnen die Mieterschaft dafür um so dankoffenbar nicht die Absicht haben, wie es sich in diesen Seiten höchster Not von so national dentenden Männern, wie es die Hausbesitzer sein wollen, doch gehörte, gemeinsam mit den Mietern an der Lösung der Wohnungsfrage zu arbeiten. Das nämlich ist das Kennzeichnende dieses Beitrages des Herrn Ladendorff, daß er verächtlich von der„ Stimmung der Straße" spricht und mit feinem Wort seine und seines Bundes Bereitwilligkeit ausdrückt, mit den Mietern, ohne die es doch nun mal nicht geht, an die Lösung der Wohnungsfrage zu gehen. Er redet zwar von Bolts wirtschaft, berichteten, bat der Kriminalpolizei wieder allerlei Verbrecher in Die Groß- Razzia, über die wir in der Montag- Abendausgabe meint aber nur Privatwirtschaft, denn er betont ausdrücklich die Hände geliefert, so auch einen gewerbsmäßigen Hoteldieb, einen den Wert des Individualhaus befizes", fordert un 22 Jahre alten Schloffer Bernhard P. aus der Bauzener Straße, erzüglichen Abbau der Zwangswirtschaft" und be- der bei der Aushebung des Bahnhofs 300 ergriffen wurde. Bei hauptet kühn:„ Nur die Wiedergewinnung der Liebe zum Befiz, ihm fand man einen ganzen Sad voll Türklingen, feiner Bewirtschaftung und Erhaltung, frei von Zwang und Been: Beichläge und andere Meisingsachen, die er in den Häusern des und Elend heraus". Mit anderen Worten: Es lebe der Egoismus! schweren Schraubenschlüsseln und anderen Werkzeugen gut ans. gung, bringt uns( d. h. die Haus- und Grundbefizer) aus Not Berliner Westens erbeutet hatte. Der Spezialist war auch mit Die Mieter wissen nun, wessen sie sich, wie seit Jahrzehnten in Berlin gerüstet. Die gestohlenen Sachen sind jetzt bei Kriminalkommissar auch im neuen Jahre, von seiten der Mehrheit der Hausbesizer zu Engelbrecht im Polizeipräsidium für die noch unbekannten Beversehen haben. Um so mehr mögen sie und ihre Vertretungen stohlenen ausgestellt. darauf bedacht sein, mit den wirklich verständigen, wirklich volks- und nicht nur privatwirtschaftlich denkenden Hausbesitzern und wirten die bereits an vielen Stellen gefundene Basis gemeinsamer ersprießlicher Arbeit zu verbreitern. Denn wird die Stunde nicht mehr fern fein, wo die Zeit über Herrn Ladendorff und seinen Klüngel hinweggeht. Bei den Güterdiebstählen, die die Eisenbahnverwaltung schwer schädigten, spielte früher der Verschiebebahnhof Wustermart eine große Rolle. Ein umfassender Ueber wachungsdienst, der besonders eingerichtet wurde, fam den Tätern auf die Spur. Eine große Anzahl Personen wurden hinter Nachdem so dort das unfaubere Treiben start nachgelassen hatte, entwickelte es sich in den letzten Monaten wieder auf dem Berschiebebahnhof Niederschöneweide Johannisthal. Es verging fast tein Tag, an dem nicht der Eisenbahndirektion eine neue Veruntreuung gemeldet worden wäre. Aus Waggons, die längere oder fürzere Zeit auf dem Bahnhof stehen mußten, perschwanden aus erbrochenen Risten Waren aller Art, Stoffe, Bigarren usw. Die Ueberwachungsstelle der Eisenbahn richtete nun auch in Niederschönweide- Johannisthal ebenfalls einen umfassenden Bachdienst ein. Aus Gesprächen erfuhren die Ueberwachungsbeamten, daß ein großer Teil der Rangierer an dem Treiben beteiligt mar. Nach den erforderlichen Beobachtungen und Ermittlungen wurden jekt 12 Rangierer festgenommen. Sie hatten jedesmal irgendwie ermittelt, daß Waggons für sie geeignete, leicht verkäufliche Waren enthielten und waren dann planmäßig vorgegangen. Die Verhafteten, die durch andere Beute ersetzt wurden, gestanden die Beruntreuungen. Sie hatten mit ihrer Beute einen schmunghaften Handel betrieben. Weil sie gewerbsmäßig gestohlen haben, so wurden alle zwölf in Untersuchungshaft genommen. Geisteskranke Revolverhelden. Mordtaten, die ungefühnt bleiben. # 1 Zuschüsse für Erbauer von Kleinhäusern. im Warschauer D- 3ug auf der Strecke von Warschau nach Berlin Zehnmillionendiebstahl. Vor einigen Tagen wurde einer Dame ein Bulfanfiberhandtoffer mit Inhalt im Gesamtwerte von zehn Millionen Mark gestohlen. In dem Koffer befanden sich mehrere Seidenkleider, Wäsche, Toiletteartikel, eine silberne Handtasche, ein goldenes Armband, eine goldene Brosche und ein fostbares Perlenfollier. Für die Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Nachrichten werden erbeten an Kriminalfommissar Dr. Riemann, Polizeipräsidium Berlin. Zur Linderung der Not unter den deutschen Kindern hat das meritanische Rote Kreuz in Washington der Schwesterorganisation in Berlin, dem Deutschen Roten Kreuz, eine Spende Einen erneuten Beweis von der tatkräftigen Fürforge Don etwa 200 millionen Mart zukommen lassen. der Deutsch- Amerikaner für die Jugend in Deutschland brachte eine von dem Präsidenten der St. Louis Bazar Relief Association übermittelte Spende für deutsche als dankbar begrüßte Gabe dem Deutschen Roten Kreuz zugehen. Kinder in Höhe von 5000 Dollar( 4 Millionen Mark), die Die Verwendung des Geldes wird in der den Wünschen der Spender entsprechenden Weise durchgeführt. Wohnungsuchende eingetragen, die sich bereit erklärt haben, wirt Im Lichtenberger Wohnungsamt find zahlreiche schaftlich schwachen Besitzern nicht vollendeter Kleinbauten die Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur Fertigstellung des Eigenheims notwendig sind. Sie nußen damit eine im Wohnungsnotrecht vorgesehene Möglichkeit aus, um schneller, als es die ungünstige Lage Wohnungstausch für Studierende. Ein eigenartiger Borschlag, des Wohnungsmarktes normalerweise zulassen würde, in den Befiz Akademischen Auskunftsamt, Berlin C. 2, Univerfität, aus. um der Wohnungsnot der Studenten abzuhelfen, geht von dem einer Wohnung zu kommen. Im Hinblick auf die für weniger Be- Amt schlägt nämlich vor, daß diejenigen Familien, aus denen ein Das mittelte unerschwinglichen Kosten der Baumaterialien sind solche Anerbieten zurzeit als fast die einzig praktische Lösung der Kleinhaus- Sohn zu einer fremden Hochschule geht, sich verpflichten, für die bei neue Wohngelegenheiten für die wirtschaftlich nicht be- renden aufzunehmen, falls dafür dem Sohn in der fremden Stadt und Siedlungsfrage anzusehen, als gangbarer Weg, überhaupt ihnen freiwerdende Wohnstätte einen fremden empfohlenen Studiegünstigten Bevölkerungsschichten schaffen zu können. Um das gleichfalls eine Wohngelegenheit geboten wird. Es kommt nur auf zu fördern, werden Meldungen und Anträge von Erbauern von die Eltern und die jungen Studierenden selber an, dem Vorschlag, Kleinhäusern, Wohnlauben und Siedlerwohnungen, deren Stadt- der sehr viel für sich hat, zur Durchführung zu verhelfen. Anfragen wohnungen in Lichtenberger Bezirk liegen, in der Vermittlungsstelle beim Auskunftsamt ist Rückporto beizufügen. des Wohnungsamtes Lichtenberg, Möllendorfftr. 5, 3. Aufgang, 3immer 34, entgegengenommen. Außer Mitwoch und Sonnabend ist die Vermittlungsstelle täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Besetzt!" Wenn die„ Grüne Minna" zu klein iff.. Berlin- Wien. Was das Barieté diesmal bringt, ist, mit einer Ausnahme, gute Hausmannstoft... fozusagen. Die Ausnahme machen die 4 Doris Schleuderbrett- Afrobaten, die mit ihren eleganten und fühnen Leistungen erstklassig sind und zudem über einen famosen Grotesifonifer als Begleitmann verfügen. Auch das Liliputaner- Xylophon( Holz und Stroh) Hermann Trio wirft originell und drollig. Die nicht leichte Zamba Duverture.holzen" fie mit prächtigem Schwung herunter. Ein Stomifer, den man ernst nehmen muß, ist Walter Westermann. Seine Art ist ein wenig spröde, aber er wirkt dezent und sympathisch und sollte sich dementsprechend auch die Couplets auswählen. ihr neues Programm, das sie am Sonntag, den 14. Jan., abends 8 Uhr, „ Liebe und Frohsinn" nennen yan 3 und Agnes Fuhrmann im Bechsteinsaal herausbringen; sie werden Berse von Goethe bis Bierbaum, Worgenstern, Dada- Dichtungen und lustige Lieder zur Laute bieten. In dem Strafverfahren gegen den Fabritbefizer Franz Pautsch in Grünheide, der am 19. Februar vorigen Jahres den Bortier seiner Billa nach vorangegangenem Streit turzerhand niedergeschossen, nachdem er in die Wohnung gelaufen war und sich einen Revolver geholt hatte, ist eine Wendung eingetreten und diese Bluttat wird ungefühnt bleiben. Pautsch war 6 Wochen lang in Dall dorf auf seinen Geisteszustand beobachtet worden. Das Gutachten Don Sanitätsrat Reich lautete auf Unzurechnungsfähig feit nach§ 51, jedoch wurde Pautsch für gemeingefährlich erklärt. Troz dieses Gutachtens hatte die Staatsanwaltschaft der Haftentlassung widersprochen und wollte weitere Gutachten von Medizinairat Stör mer und dem Obermedizinalkollegium einholen. Auf Beschwerde von Rechtsanwalt Dr. Puppe hat nunmehr die 5. Straffammer des Landgerichts III entgegen der Ansicht des Staatsanwalts den Haftbefehl aufgehoben. Pautsch wird aber nicht wieder auf die Menschheit losgelassen, sondern einer öffentlichen Jrrenan st alt zugeführt werden. Unter der Anklage des Mordes hatte sich der frühere Schupo- Wachtmeister Otto Frankenberg vor dem Schwurgericht des Landgerichts II unter Borsiz des Landgerichtsdirektors Beltasohn zu verantworten. Frankenberg hat schon als Kind eine Gehirnerfchütterung erlitten, die zweite im Felde infolge einer Explosion. Als er 1916 vom Militär entlassen war, wurde er Polizeiwachtmeister bei der Schupo. Im Sommer 1920 fam er auf Urlaub und wohnte bei seinem Bater in dessen Wohnlaube in Seehof bei Teltow. Als am frühen Morgen des Freitag der im Volksmunde Alls der Bater ihm flagte, daß wenig zu essen da fei, ging er mit Grüne Minna" genannte Gefangenentransportwagen auf dem Hofe feinem Bater und einem jüngeren Bruder auf einen Acker, um Kars des Stadtpogteigefängnisses in der Dircksenstraße diejenigen Gefantoffeln zu stehlen. Plößlich tauchte der Gendarm Gehler auf und genen aufnehmen wollte, die zu den Verhandlungen in dem Moarief: Hier Polizei!" Der Angeklagte antwortete: hier auch biter Kriminalgericht vorgeführt werden mußten, ertönten plöglich Polizei!" Als der Gendarm weiter rief: Hände hoch!" entgegnete seitens des begleitenden Beamten die Worte: Befest, es jeht Frankenberg: Herr Kollege, lassen Sie mich doch erst herankom teener mehr rin". Ein eigenartiges Zeichen der Zeit und ein Schwantes Florians Hochzeit", Berfasser: Ed. v. d. Becke. Das Stüd ift Im Theater des Ostens gab es am Freitag die Erstaufführung des men. Nach der Behauptung des Angeklagten soll dann Gehler zu Beweis der Unzulänglichkeit der dem Gericht dienenden Transport reich an Verwechselungen und erzeugt eine fröhliche Stimmung, zu der die erst geschossen habe und er will nur in Notwehr mehrere Schüsse mittel. Das Wörtchen Befeht" hatte übrigens bald darauf im Mujit nicht wenig beitrug. Margarete Saenger als Stäte gab eine abgegeben haben. Jedenfalls erhielt Gehler vier Schüsse, von denen Gerichtssaal eine eigenartige Wirkung. Vor dem Schöffengericht liebe Braut und Richard ein als Florian Wendler einen guten und zwei tödlich waren. Man hatte am Tatort den Revolver des er- Berlin- Mitte hatten sich die Büfettdamen Mary Cremario und Else flotten Bräutigam( oder" Gidamer", wie der Neffe aus Billfallen[ Hans schoffenen Wachtmeisters gefunden und festgestellt, daß daraus tein Bottin und deren Bruder, der Kaufmann Mar Bottin wegen Dieb- je] stets fagte) ab." Die Führer im luſtigen Streise waren Trude Schuß abgegeben worden war. Der Angeklagte war in Buch stahls bzw. Körperverlegung zu verantworten. Die beiden weibolain, ofte von Sorom und richt zu vergessen Wolfgang flärt worden. Er hat aber dagegen Widerspruch erhoben. In tätig und hatten hier eines Abends einen aus Desterreich mit Demonstrationen medizinischer, populärwissenschaftlicher Lehrfilme. Dr. auf seinen Geisteszustand untersucht und für geistestrant er- lichen Angeklagten sind in einer Bar in der Jägerstraße am Büfett üller. Das Stück fand ein dankbares, froggelauntes Publikum. Die„ lirania" veranstaltet im Januar/ Februar eine Vortragsreihe der Verhandlung vertraten, die Sachverständigen den Standpunkt, ft a mmenden Häusers petulanten fennengelernt, der, wie Gurt Thomalla wird an ausgewählten Beispielen aus medizinischen Filmen daß der Angeklagte damals zweifellos sich der Tat bewußt gewefen viele andere, hier hergekommen war, um Grundstücke zu kaufen. über die Entstehungsgeschichte des medizinischen Filmarchivs der Ufa, über märe, wenn er auch minderwertig sei. Der Staatsanwalt vertrat die Die Marie", wie in gewissen Kreisen neuerdings die Brieftasche die Technik der wissenschaftlichen Kinematographie sowie über die Bedeutung Antlage auf Mord, während die. Verteidiger Theodor Lieb- genannt wird, gefpidt mit tschechischen Kronennoten, der hygienischen und sozialmedizinischen Belehrungsfilme für die Bolksge fnecht und Dr. Löwenthal der Meinung waren, daß der An- lud er die beiden Büfettdamen und als dritten den Bruder der An- fundheit und Volkswirtschaft sprechen. geflagte aus Butationotwehr gehandelt habe. Wir werden das Urteil geklagten Bottin zu einer Seftreise ein. In ziemlich vorgeschritte= mitteilen. nem Zustande landeten sie schließlich in einer Raschemme, in der ,, überkneipt" wurde. Hier geriet Bottin mit dem Desterreicher in einen heftigen Disput, der dazu führte, daß schließlich Bottin und In den letzten Tagen sind, wie eine Berliner Korrespondena feine weiblichen Begleiterinnen über den Desterreicher herfielen und meldet, die Verhandlungen zwischen der Stadt Berlin und dem ihn fürchterlich verprügelten. Bei dieser Gelegenheit, so behauptet Reichsverkehrsministerium wegen der Errichtung einer Arbeits- der Desterreicher, fei ihm eine größere Summe in tschechischen oder Tarifgemeinschaft zwischen der Straßen- Kronen, sowie ein Brillaniring und seine goldene Uhr abhanden gebahn und der Stadt und Ringbahn wieder aufgenommen Angeklagte Bottin infolge der Besetzung der„ Grünen Minna" nicht kommen. In der Verhandlung stellte es sich nun heraus, daß der worden. Das Ergebnis ist zunächst negativ: vom Reichsverkehrs- zum Termin vorgeführt werden konnte. Bon R.-A. Juliusberger II minister wurde erklärt, daß Reichszuschüsse für die notleidende wurde beantragt, Bottin aus der Haft zu entlassen, da man ihm Straßenbahn nicht gewährt werden könnten. Es wird aber geplant, mirklich nicht zumuten fönne, wegen der völlig unzulänglichen die erheblichen Preisunterschiede zwischen den Fernbahnpreisen und den Vorortbahnpreisen auszugleichen. Gegenwärtig seien die Fahrpreise auf der Fernbahn auf fürzeren Streden billiger als im Vorortverkehr. Es soll das Gutachten eines bekannten Verkehrsfachmannes in dieser Angelegenheit eingefordert werden. Die Berliner Verkehrs- Tarifgemeinschaft. Transportmittel der Justizbehörde unnötig lange in Untersuchungshaft fügen zu müssen. Das Gericht erkannte dies an und beschloß die Aufhebung des Haftbefehls gegen Bottin. Im übrigen wurde die Sache vertagt. Der falsche Ratfe. Zur Erdbebenkatastrophe in Chile. Nachdem jetzt der Schaden einigermaßen übersehen werden tann, ist folgendes festzustellen: Die Menschenverluste sind geringer, als man ursprünglich annahm, nach amtlichem Bericht betragen sie rund 600; doch dürften sie in Wirklichkeit etwas größer sein. Deutsche Firmen und Privatpersonen haben bei dem Auch haben die in der Provinz Coquimbo ansässigen deutschen Unglück nicht derart gelitten, daß sie unterstügungsbedürftig sind. Firmen feinen besonders großen materiellen Schaden durch Zer störung zu beklagen. Die Gesamtverlufte in der Stadt Coquimbo betragen nach Schägung rund 8 Millionen Bapierpesos, die Gefamtverluste dürften 50 Miuionen erreichen. Die deutsche Kolonie Balparaiso hat 32 000 Dollar, Santiago 19 000 Dollar, Temuco 4000 Dollar für die Geschädigten aufgebracht. In einem Brief hat der Intendant von Valparaiso darauf hingewiesen, daß angesichts der Not in Deutschland er die Sammlung der deutschen Kolonie besonders anerkenne. Die Cholerabarade als Ruhefih. Einen nichtalltäglichen Weg nahm ein Brief, der aus Niga an den Gefangenenauffeber Georg Kazte im Berliner Der Schloßzeinbruch in Sondershausen. Große Erregung herrscht unter den Altpensionären des städti- Bolizeipräsidium gerichtet war. Der Zufall wollte es, daß, als der Wie fürzlich mitgeteilt, war aus dem Schloß Sondershausen auf schen Rieselgutes Klein Beeren. Ein Teil des Gutes ist in Brief in Berlin anfam, gerade ein anderer Georg Kaste, anfänglich rätselhafte Weise der gesamte Silberschatz, darunter wertfolge der Umgestaltung der Riefelfelder in ein Saatgutfeld umge- ein Taschendieb aus Riga, vom Polizeipräsidium nach Moabit polles Familienfilber im damaligen Werte von weit über wandelt werden. Pächter ist eine G. m. b. H. und der Direktor gebracht worden war. Statt daß der Brief nun dem richtigen Georg 15 Millionen Mark gestohlen worden. Die Sondershausener dieser Gesellschaft, Bunder, hat den alten hinfälligen 70-80jährigen Gefangenen des gleichen Namens, nach Moobit nachgesandt. Dort stellte fest, daß verschiedene Spuren nach Berlin wiesen, so daß der Kazle, dem Gefangenenaufieher, ausgehändigt wurde, wurde er dem Kriminalpolizei in Verbindung mit der Berliner Kriminalpolizei Bensionären, die in einem kleinen Hause in Klein- Beeren einen war aber der Taschendieb unterdessen schon nach der Wohnung Berdacht wach wurde, daß Berliner Einbrecher ihre Hände dabei Rubesitz erhalten haben, zum 1. Februar die Wohnung gefündigt feines Schwagers entlassen worden. Jetzt ging der Brief dorthin. im Spiele gehabt hatten. Es ergab sich, daß durch Vermittlung und ihnen die auf freiem Felde stehende Cholera Der Schwager fand darin einen check, ließ diesen von seiner eines Uhrmachers in Nordhausen, der einen großen Posten Silber bara de angewiesen. Diese Baracke ist ohne Dachverschalung und Wirtin girieren und auf sein Konto überschreiben und erbob das angekauft hatte, eine Berliner Silberschmelze diesen 1½ Stunden von anderen Gehöften entfernt. Die Pensionäre be- Geld. Die Kriminalpostdienststelle verfolgte den Weg des Briefes Poften erhalten hatte. Die drei Inhaber der Schmelze wurden verziehen ein Ruhegehalt" von 500 bis 800 m. monatlich und fand bei dem Schwager auch noch den Umschlag. Der Taschenhaftet und nach Sondershausen überführt, wo sie noch in Haft mit einem fleinen Deputat, so daß sie noch auf Nebenverdienst bei dieb Georg Razle aber war bereits wieder nach seiner Heimat Riga fizen. Von den Rechtsanwälten Dr. J. Abraham und Dr. Schwindtden Bauern angewiesen sind. Dieser Nebenverdienst wird ihnen abgedampft. durch die weite Entfernung der Cholerabaracke vollständig genommen. Der zuständige Kreisarzt Dr. Hindenburg ist gestern beim Landrat und Mieteinigungsamt in Berlin vorstellig geworden Unter den Fahrgästen des D- Juges Berlin- Hannover war eines und hat die Cholerabarade als menschen unwürdig bezeichnet. Tages Ende Oktober vorigen Jahres eine große Aufregung entstanden. Trogdem hat Direktor Bunder gestern nachmittag den Altpensio- Cine Dame beschuldigte die in dem Zuge als Aufwärterin nären angedroht, sie am 1. Februar durch die Polizei auf St. habe ihr einen seidenen Jumper gestohlen. Die Verdächtigte beschäftigte Frau Steinke dees Diebstahls und behauptete, die die Straße zu sehen. Diese Zustände werden heute abend wies die Beschuldigung mit Entrüstung zurück und war sofort damit Harend, jedoch überwiegend bewölkt mit wiederholten, im allgemeinen ge Wetter bis Donnerstag mittag. Ziemlich mild, zeitweise auf in Potsdam in einer öffentlichen Versammlung zur Sprache gebracht. einverstanden, daß sie sich einer förperlichen Bisitation durch andere ringen Niederschlägen und mäßigen südwestlichen Winden. Unschuldig verdächtigt. Berlin ist mit dem Hinweise, daß bei den großen Berliner Schmelzanstalten täglich große Barren Tafelfilber verkauft würden, und die in Haft befindlichen Inhaber deshalb unmöglich damit hätten rechnen fönnen, daß es sich um gestohlenes Gilber handelt, einen Antrag auf Haftentlaffung der drei Berliner gestellt worden, unter gleichzeitiger Anbietung einer Kaution von je einer Million Mark. Oesterreichische Parteigeschichte. Don " " führt. Den Kommunarden Leo Frankel lieferte Wien an seinen mittelbar zugute. Die Kofereien und Anlagen zur Gewinnung von Heimatstaat Ungarn aus, wo er übrigens alsbald freikam damals! Nebenprodukten, wie Teer, Benzol, chemische Produkte, Der Kampf gegen die internationalen Organisations- 3wietracht die Partei: Andreas Scheu und Heinrich Oberwinder an der Gesamtbelegschaft wesentlich zurückgegangen ist. Immerhin Mehr als die Polizei schädigten dann auf lange hinaus Haß und nahmen zahlreiche Kräfte in Anspruch, so daß der Anteil der Hauer versuche, 1870-1878. hießen die Führer der feindlichen Brüder. Erst viel später enthüllte muß die Nebenproduktengewinnung gerade vom Standpunkt der Dem ersten Band von Ludwig Brügels Geschichte der öfter- der Züricher Sozialdemokrat" Oberwinder als Verräter. Er ift privattapitalistischen Rentabilität, auf die es den befeßenden Mächreichischen Sozialdemokratie"( Berlag der Wiener Volksbuchhand- 1914 in Dresden gestorben, wo er sich lange als Evangelisch- Sozialer ten zur Erzielung von Reparationseinnahmen ankommt, als ein lung, Bien VI), den wir seinerzeit im" Borwärts" angezeigt haben, betätigt hat. Damals hingen ihm die Gemäßigten" an, während wesentlicher Bestandteil des Kohlenbergbaues angesehen werden. ist der zweite gefolgt. Er beginnt mit der Krise von 1870, da die Scheu die Radikalen um sich sammelte. Von diesen wurden weiter. So ergibt sich, daß der Vermehrung der Belegschaften Grenzen geBerfassung von 1867 schon wieder bedroht war, Franz Joseph hin ein Teil anarchistisch, das aber führte zur Wiedererstartung der setzt sind durch den Wohnungsmangel. Solange Deutschland zwischen liberal- zentralistischen und klerikal- föderalistischen Regie- Sozialdemokratie, für die die Verhältnisse auch sonst reifer geworden auf den wirtschaftlichen Ertrag des Ruhrgebietes rechnen konnte, berungen wechselte und ernstlich daran dachte, als Bundesgenosse waren. mühte es sich, durch den Bau von Bergarbeitersiedlungen für die Napoleons III. an Preußen Revanche für 1866 zu Zur Wiener Weltausstellung von 1873 tam auch eine Pariser neu zuströmenden Arbeitskräfte Unterkunft zu schaffen, hatte aber nehmen. Der Arbeiterschaft gegenüber waren alle diese Regierungen Arbeiterabordnung, obgleich die Kammer einen Kostenzuschußantrag dabei die größten Schwierigkeiten zu überwinden. Wenn die fremgleich reaktionär und wahlrechtsfeindlich. Auch der gemäßigte Flügel des Arbeiterabgeordneten Tolain auch darum abgelehnt hatte, weil den Ingenieure über deutsche Kohle verfügen, entfällt für Deutschunter der Führung Heinrich Oberwinders mußte das an der man sich erinnerte, daß die Londoner Ausstellung von 1862 zur land der Anreiz zur Ausdehnung der kostspieligen Siedlungen. Behandlung seines Memorandums durch den Reichsrat erkennen. Gründung der Ersten Internationale Anlaß geboten hatte. Die Besatzungsarmeen verstehen sich zwar darauf, Wohnungen zu verDas klerikale Ministerium Hohenwart hat allerdings die wegen Abordnung war in Deutschland brüderlich begrüßt worden und hatte brauchen, luxuriöse Bauten für Kommandeure und Kasernen für der großen Demonstration vom 13. Dezember 1869 verurteilten in Augsburg eine gründliche Beratung mit den dortigen Genossen Soldaten zu errichten, an einer planmäßigen Siedlungspolitik haben Sozialisten, darunter Oberwinder, aus der Strafhaft befreit, aber unter der Leitung Lauschers gehabt. Uebrigens verhaftete man sie jedoch nicht das geringste Interesse. So droht schon von dieser aus Berechnung, nicht aus Gerechtigkeit. Das Jahr 1870 brachte Protestversammlungen der Wiener Ar- liche„ Kommunarden" und trieb sie aus dem Lande im August 1873 auf Verlangen Frankreichs in Wien mehrere angeb- Seite, wenn man die Produktionsmöglichkeiten der Zukunft im in die Hände Auge behält, eine Verringerung der Kohlenproduktion. beiter gegen jegliches friegerische Abenteuer und später die der reichsdeutschen Bismarc- Polizei. Noch mehr gilt das aber und bereits für die nächste GegenAugust Bebel telegraphisch begrüßte Neugründung des Arbeiterbildungsvereins. Den Bruderkrieg fonnten selbst die Vermittlung Wilhelm Lieb- wart- von den Ueberschichten, deren sich die Bergarbeiter Dieser eröffnete sofort wieder knechts und ein offizielles Parteifchiedsgericht nicht beilegen. Da ver- freiwillig unterzogen haben. Wenn Kohlengewinnung und KohlenLefezimmer, aber erhielt bald seine erste Verwarnung wegen Hoch fuchte Dr. Tauschinsky die Gründung einer Freiheitspartei von verteilung für den Ententetapitalismus erfolgen, kann rufen auf Lassalle und die Sozialdemokratie. Es bildeten sich auch Graz aus; zwar hatte auch er feinen Erfolg, aber die schwere Wirt- niemals auf eine Bereitschaft der Bergarbeiter für Leistung von Berufsvereine, und der der Manufakturarbeiter bestellte sogar den schaftskrise und die verdächtige Kompromiffelei Oberwinders ließen Ueberschichten gerechnet werden. Leipziger Volksstaat", was bei der Regierung natürlich sehr unan- doch nach und nach die Massen zur Partei Scheu übergehen, der auch So droht eine Schmälerung der Kohlenbasis für Deutschland, genehm vermerkt wurde. Der Juristenpräfekt an der f. t. There- die Verfolgungen Vertrauen warben. Das Eintreten Bebels, Lieb- die um so größer sein wird, als der Einmarsch ins Ruhrgebiet mit fianischen Ritterakademie, Dr. Georg Rattowsky, wurde wegen fnechts und Geibs für Oberwinder, natürlich vor seiner Entlarvung, der schuldhaften Nachlässigkeit Deutschlands bei den Reparationsfeiner Tätigkeit für Arbeiterproduktivgenoffenschaften disziplinarisch konnte das Mißtrauen gegen ihn nicht mehr verschwinden machen. fohlenlieferungen begründet wurde. Man wird rücksichtslos verentlassen. Andreas Scheu übersiedelte jedoch bald nach London suchen, das Kohlendiktat durchzuführen, woraus für die übrige Zum Leipziger Hochperratsprozeß gegen Bebel, Lieb ihn die österreichische Regierung noch eifrig bespigeln ließ. Hyppolit deutsche Industrie, für Gas- und Elektrizitätswerke usw. ein Kohlenfrecht und Hepner wurde ein höherer österreichischer Polizeibeamter Tauschinsky, der sich besonders auch als freireligiöser Agitator be- mangel erwachsen dürfte. entsendet, um zu sehen, was sich daraus etwa gegen die eigenen tätigt hatte, war nach seinen Mißerfolgen, einer 18monatigen Haft Was nun die übrigen Waren angeht, mit der das rheinischSozialdemokraten machen ließe. Es wurde auch bald eine Dent- und seiner Ausweisung aus Graz gebrochen, zog sich von der Be- westfälische Gebiet den deutschen Markt versorgt, wie Eisen und schrift hergestellt. Sie schließt mit dem Aufruf zum Kampf gegen wegung vollkommen zurück und wurde später Redakteur im Stahl, Stahlwaren, chemische Produkte, Textilwaren, so ist auch hier die Internationale Arbeiterassoziation, der gleich f. f. Telegraphen- Korrespondenzbureau, was er bis 1900 blieb. 1905 3u befürchten, daß die Entente sie nach Möglichkeit für sich auszuüber eine Million Mitglieder angedichtet wurden. Man erfährt aus ist er in Wien gestorben. Richard Bernstein. nuten trachten wird. Der Poincarésche Moratoriumsplan sah be= diefer Denkschrift wieder, daß der Eisenacher Gründungsfongreß reits das Requisitionsrecht für solche Waren vor, die unter der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Deutschland" beschlossen das Sachlieferungsprogramm fallen. Es ist nun nachdem Frant hatte, die Kontrollkommission noch Wien zu verlegen und aus reich sich mit seiner Otfupationspolitik in bewußten Gegensatz zu Oberwinder, Andreas Scheu und Hartwig zusammenzusetzen, was England und Amerika gesetzt hat zu erwarten, daß man sich veraber an den Belizeizuständen scheiterte, so daß sie nach Hamburg zweifelte Mühe geben wird, um den Beweis für die Ergiebigkeit" verlegt und Geib ihr Vorsitzender wurde. Bei der Verhaftung des der produktiven Pfänder zu führen. Welche Schikanen dann InBraunschweiger Parteiausschusses 1871 wurden seine Papiere in dustrie und Handel im neu besetzten Gebiet zu gewärtigen haber voller Ordnung gefunden, da wie die Denkschrift sagt Die Besetzung des Ruhrgebietes läßt für die deutsche Wirtschaft kann man sich nach den Erfahrungen mit dem interalliierten Eintrog Bebels wiederholten Mahnungen nichts vernichtet worden war, die schwersten Erschütterungen befürchten. Die Pfänder- und Ausfuhramt in Ems leicht vorstellen. und man fand auch zahlreiche Briefe aus Desterreich, darunter be- politik Poincarés ist um so widersinniger, als Deutschland in freier sonders von dem Agitator Raspe, der, obwohl allseitig Verfügung über seinen Kohlenbergbau oder doch wenigstens über verlassen, hungernd und ohne Kleidung, auch be- dessen wesentlichsten Teil fragios alles aufgeboten hat, um die hördlich nach allen Richtungen verfolgt, der übernommenen Rolle Kohlenförderung zu steigern, während alle in dieser Richtung erunter allen Berhältnissen getreu" blieb. zielten Erfolge durch den Vormarsch der Franzosen in Frage gestellt Woher all dieses Material fam, zeigt wohl die f. t. Ordens- werden. Die Steigerung der Kohlengewinnung an perleihung an den sächsischen Untersuchungsrichter der Ruhr wird durch folgende Tabelle veranschaulicht: Ahnert und den Staatsanwalt Hoffmann im Leipziger Hochverratsprozeß. Auf die Begnadigungen von 1870, die auch Johann Most die Freiheit wiedergaben, folgten zur Zeit der Pariser Kommune mieder schärfere Repreffalien, nämlich die Ausweisung der Reichsdeutschen Most, Rüdt und Imhof. Johann Most erzählt in feinen Memoiren", New Yort 1903, daß er dem Polizeikommissär in Wien, der ihm die Ausweisung für immer mitteilte, boshaft lächelnd erwiderte:" Es ist ja noch gar nicht gesagt, daß Oesterreich für immer eriſtiert." Nach der Niedermeßelung des Pariser Proletariats follte auch Wirtschaft Folgen der Ruhrbesehung. Kohlenförderung in 1000 t in Proz. von 1913 114 536 100 Jahr 1913 1914 98 260 86,7 1915 86 794 75,8 1916 94 163 82,2 1917 99 065 86,5 1918 95 942 83,8 1919 71 240 62,2 1920 88 265 77,1 1921 82,2 1922 85,0 94 115 97 350 wo " Aber ganz abgesehen von diesen Zukunftsaussichten, genügt allein die Tatsache, daß nun wieder ein beträchtlicher Teil deutschen Gebietes mit fremden Truppen belegt wird, die einen beträchtlichen Aufwand an Geld erfordern, um unproduktive Ausgaben in Menge dem geschwächten deutschen Wirtschaftstörper aufzubürden. Gar nicht zu reden von den im Rheinland bereits erfolgten Bersuchen Frankreichs, das neue Gebiet unter den finanziellen Einfluß der Okkupationsmächte durch Gründung neuer Banken zu bringen! Die Besehung als solche bringt eine neue Belastung für die deutsche Wirtschaft, deren Umfang fich gar nicht übersehen läßt. Daß man, sie in Paris so leichten Herzens in Kauf nimmt, ist darauf zurückzuführen, daß man sich von der engen Berbindung der rheinischwestfälischen Kohle mit den gewaltigen Eisenerzvorräten Frankreichs Erträge für den Staatssäckel und Erfolge für den französischen Im perialismus verspricht, die noch größer sein sollen. In Wirklichkeit verstopft man mit der Gewaltpolitik die einzige Quelle, aus der Reparationsleistungen fließen können, indem man den Produktions willen des deutschen Volkes ertötet. Den Schaden trägt in der Hauptsache wieder das deutsche Bolk. Der Dollar hat gestern mit einer Notierung von 10 000 alle bisherigen Rekorde geschlagen, die Teuerungswelle erhält einen neuen Antrieb. Der verhungernde Stand der Sozialrentner sowie die Arbeiter und Angestellten bezahlen auch diese Art der Reparationen. Die Lage ist bitter ernst. Es wird aller Anspannung und Selbstbesinnung bedürfen, um nicht durch Akte der Verzweiflung das Elend noch mehr anwachsen zu lassen. in Desterreich der Rachefeldzug gegen die Mary- Engelssche In vergangenen Jahren hat Deutschland an der Ruhr also beInternationale beginnen, den der französische Innenminister reits die Kohlenförderung des ersten Kriegsjahres erreicht Jules Favre mit der Vermechslung der Statuten der Londoner und und sich damit der Leistung des Vorfriegsjahres 1913 start genähert. der Bakuninschen Genfer Internationale eingeleitet hatte. Dieser Wenn diese Steigerung der Kohlenförderung über den Tiefstand internationalen Aktion dienten auch die Besprechungen Bismards vom Jahre 1919 bereits um mehr als ein Drittel hinausgeht, dem und feines österreichischen Kollegen Grafen Beust in Eastein 1871, deutschen Verbraucher und der verarbeitenden Industrie nicht in wobei man in Aussicht nahm, durch Sozialfürsorge dem Umsturz dem erwünschten Maße spürbar wurde, so lag das daran, daß durch verzubeugen. 1872 regte Frankreich nach französischem Beispiel die Abtrennung Oberschlesiens und durch die AnfordeAusnahmegefeße gegen die Internationale an, von der aber in rungen für Reparationslieferungen die zum Verbrauch Desterreich keine Spur zu entdecken war; auch die spanische Re- verfügbaren Vorräte wieder vermindert wurden, so daß Deutschgierung empfahl internationale Ausnahmegefeße, zu denen es in land sogar auf den Bezug von Auslandskohlen angewiesen war. Mitteleuropa aber bekanntlich erst viel später kommen sollte. Die Die Tatsache, daß es gelungen ist, die Förderung beträchtlich zu französische Regierung forderte damals die grundsägliche Zusage, steigern, wird jedenfalls damit nicht aus der Welt geschafft. alle geflüchteten Teilnehmer der Kommune aus= Die Erhöhung der Ruhrkohlenförderung ist zu einem Teil einer zuliefern, so weit ging aber die österreichisch- ungarische Regie- erheblichen Vermehrung der Belegschaft, zum anderen amtliche Notierungen nachzutragen: 100 österreichische Kronen abDevisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende rung nicht; sie beschränkte sich darauf, hinreichend verdächtige Ver- der zeitweiligen Leistung von Ueberschichten zu verdanken. geftempelt 14.06 Geld, 14.14 Brief; 1 ungarische Krone: 3.59 Geld; brecher" ausliefern zu wollen. Frankreich schickte ihr eine Die Belegschaft stieg von 427 000 Arbeitern vor dem Kriege um 3.61 Brief; 1 bulgarische Lewa 61.59 Geld, 61.91 Brief; 1 jugoBrügels materialreichem Buch abgedruckte Liste der geflüchteten 130 000 auf 561 000 Mann Ende November 1922. Doch fam nur slawischer Dinar 100.74 Gelb, 101.26 Brief. 100 Bolenmart Kommuneführer, bei den meisten ist irgendein gemeiner" Zug ange- ein Teil der Belegschaftsvermehrung der Kohlenförderung un- wurden im Freiverkehr mit etwa 50 M. gehandelt. " P Gr. Inventur- Ausverkauf von in Der neue Gaspreis. Der neue Gaspreis bon 200 mt. pro Kubikmeter rechnet von der Standaufnahme im Januar ab, fommt also erst im Februar zur Berechnung und Einziehung. Im Monat Januar wird der Dezemberberbrauc mit 90,- Mt. pro Rubikmeter eingezogen. Die Haus frau sowie alle übrigen Gasverbraucher müssen daher beim Verbrauch gasförmiger und fester BrennHerren Bekleidung u.Pelzwaren foffe fich folgende Kaltulation vor Augen halten: vom 10. bis 18. Januar HERREN- GARDEROBE Jackett- Anzüge Farben 50000, 40000, 35000 aus erstkl. Steffen, hellen u. dunkl. 30 000 40000, 38000, 35000, 30000 28 000 Schlüpfer aus guten, haltbaren Stoffen Palelots mit Sammetkragen hung. in prima Aus- 40 000 Regenmäntel 45000, 30000, 25000 20 000 PELZWAREN Kreuzfüchse, blaugr. Alaskafüchse von 30000 an Wölfe . von 60000 an Chines. Wolfsziege, schöne große Form von 20000 an Katzen- Kaninjacken Slinksjacken Sealmäntel 55000.90000 u. 150000 400000 100000 Sportpelze in versch. Pelzfütter. m. Opossum-, Walabyu. Ringtailkrag. 150000, 120000, 80 000 Gehpelze von 150 000 an Es stellen sich die Kosten um 1 Liter Wasser au locen 1. bei elektrischem Strom auf. 19,- Mr. 2. Spiritus " 17, 13,59 " Braunkohlenbritetts 11,20 JP " 3. Betroleum 4. " 5. Gas NOO ° 4,50 bei Beleuchtung für 1 Brennstunde: " 2. Petroleum( 16 Kerzen) 3. W 4. " 1. bei Spiritusglüblicht( 60 Kerzen). auf 36, sort. " 25, 8,80 " " elektrischem Strom( 50 Kerzen) Hängegasglühlicht( 50 Kerzen), 5,40 Daber benute nur Gas, das außer seiner Billigkeit auch an Bequemlichkeit, Meinlichkeit und steter Betriebsbereitschaft den meisten anderen Brenn stoffen weit überlegen ist. Du nugest damit nicht nur dir, sondern auch dem Aufbau deines Vaterlandes! Leihhaus Friedrichstr. 2 Ungeheuer billig am Belle- Alliance- Platz ( Keine Lombardware) i. Preise sind Lebensmittel und Kleine im Vorwärts aber immer noch Kapitalverdoppelung der Dresdner Bant. Die außerordent liche Generalversammlung der Dresdner Bank beschloz die Ver 1100 Mill. M. stellen wird. Die Aftionäre erhalten ein hohes doppelung des Aktienkapitals, das sich dann auf Bezugsrecht. SEIT 1818 GLASS CAFKAHLBAUM AKT- GES BERLIN Kahlbaum Liköre Weine Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Abteilungsvorsitzende! Wir bitten, in den heutigen Mitgliederversammlungen darauf aufmerksam zu machen, daß die Anmeldungen für die Jugendweihen unbedingt bis zum 15. Januar 1923 in den bekannten Anmeldeftellen erfolgen müffen. Das Jugendfetretariat. Um 9. Kreis Wilmersdorf. Freitag, den 12. Januar, 7 Uhr, Sisung der Zeitungs tommission mit ben Spediteuren bei Kollath, Heidelberger Plag 1. 8 Uhr dort engere Kreisvorstandssigung. Heute, Mittwoch, den 10. Januar: 1. st. 7½ Uhr in ber Schule Auguftstr. 68 Abteilungsversammlung. Thema: Das Reidsmietengefeg". Referent Genosse Langenberger. Neuwahl der Abteilungsleitung. 19. Att. 7 Uhr in der Aula der Grauen Schule, Gothenburger Str. 4, mit. gliederversammlung. Thema: Die innerpolitische Lage". Referent Genosse Friedrich Bartels, M. b. 2. 20. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Chriftianiaftr. 36-39, Mitgliederversammlung. Thema: Baris und die Internationale". Referent Otto Meyer, M. d. 2. 22. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Sütticher Str. 47-48, Mitgliederversammlung. Thema: Baris bis Essen". Referent Altmaier, 26. Abt. 7 Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1, Abteilungsversammlung. Borstandswahl und Verschiebenes. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 7 Uhr: 7 Uhr: Madame Bufferfly Mein Leopold Schauspielhaus Lessing- Th. 7 Uhr: Heute u. morg. 71/2: Peer Gynt Geschäft ist Geschäft Deutsch. Theat. Freitag 7: Faust 7. Abend- Vorstelig. Dent. Künstler- Th. 5301-5500 Allabendlich 7 U. 72: Cäsar und Käthe Dorsch in Cleopatra Donn. 7.Abd.- Vorst. 5501-3600 Großmama 7: Kabale u. Liebe Deutsch. Opernhaus 7% Uhr: Komische Oper ( 7%) Dir.: James Klein( 7%) Internat. Revue in 25 Bildern) Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka, Nordheim. Kammerspiele Die toten Augen Der Blaue Vogel 8: Schön. Frauen Do. 8: Timotheus Groß. Volksoper in flagranti im Theat. d.Westens Gr.Schauspielh. J. Tristan u.Isolde ( Karlstraße) 7 U.: Intimes Theater 73 Uhr: Orpheus 7%, U.: Bubi will nicht usw. Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 81/2 Apollo Theater Friedrichstr. 218 Russisches Allabendlich Romantisch.Theater in d. Unterwell 10%, Freund Das 3. Programm Freundinnen Donnerst. geschlos. Gastspiel Iven Andersen Sonntag, 14. Januar Jeder die Hälfte! 2 U.: Das Schwarzwaldmädel 8 Lustspielhaus Theater i. d. Der Mustergatte U.: Neue Welt A. SCHOLZ Hasenheide 108/14 Regie: Boris Romanoff Das Russ, Ballett Nur noch wenige Tage das von der Presse begeistert Königgrätz. Str. mit Max Adalbert Tagl, Bockbierfest besprochene erste BU: Savonarola Metropol- Theater New York- Berlin Ernst Deutsel Neues Operett.- Th. 754 Uhr: Komödienhaus Heirate deine Frau! Hahnrei Jean Gilberts Operette Orska, Gebühr, Riemann, Dorine u. der Zuiall 8: Derprachtvolle Neues Th. am Zool Fr. Richard, Picha. NeuesVolkstheater Berliner Th. Uhr: Sardanapal 7.15: Madame Renaissance- Theat. Pompadour 7%, U.: Die Juden Hilde Wörner, Roberts, Wirl, Haskel. Schiller- Th. Charl. 3 Uhr: Minna v. Barnhelm Residenz- Th.Uhr: Pygmalion Täglich 8 Uhr 71/2 Thalia- Theater Es lebe das Leben Ohr Prinz Don Juan von H. Sudermann Th. a. Nollendorfpl. U.Dein Mund... Ida Wüst Schroth, Klein, Stg. 32: Velter a. Dingsda Böttcher, Els. Wasa Theater in d.Kommandant.- Str Trianon-Th.hr: Täglich 8 Uhr Lissi Schlemihi Wallner- Theater 8 Uhr: Der kühne Schwimmer die Kokotte Kleines Th. Pers.unter 18 Jahren haben keinen Zutritt Tägl. 8 Uhr: Die Theater des Ostens Unmoralischen FloriansHochzeit Carla Toelle, Olga Limburg, 73 ( Rose- Theater) SCALA 8 Uhr: Jnternat. Varieté Falkenstein, Kaiser- Titz. Urania Theater 8 Uhr Das alte Griechenfand u.seine Konst Kleiner Saal 8 Uhr: 1 Die techn. Grundlagen der Kinomatographie Morgen Schweineschlachten Kapellen, 50 bayer, Madl Eingetr. Firma EinlaB 6 Uhr Programm. Freitag und Montag bis auf weiteres: Tanzdivertissement Anfang 8 Uhr. Telephon: Kurt. 696 ges. gesch. Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold- u. 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Bez. bei Klein, Wildenbruchstr. 15; 27./32. Bes. Einladung beachten; 28.133. Bez. bei Wegener, Elbestr. 14, Referent Drosbatius: 31., 44., 45. und 55. Bez. bei Räckeris, Innftr. 8, Referent Genoffe Bose; 46./59. Bez. bei Dahse, Richardstr. 108: 72./73. Bez. bei Schneider, Rosenstr. 7, Referent Genosse Groger. 06. Abt. 7% Uhr Zahlabende: 80.- 88. Bez. bei Bieser ,,, Thomas Hütte", Thomasstr. 32; 86,-100. Bez. bei Müller, Thüringer Str. 5; 102. und 108. Bez. im Restaurant Bodethal", Bodestr. 31; 95. und 94. Bez. bei Lewandowski, Emfer Str. 118. fämtlicher Genoffinnen und Genoffen ist Pflicht. 427, Abt. Sohenschönhausen. Pünktlich 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Freienmalber Straße. Borher um 6% Uhr daselbst Borstands- und Funktionärsigung. 137. Abt. Neinidendorf.West. Der Sahlabend am Mittwoch fällt aus, dafür Funktionärfonferenz im Boltshaus. Briefkasten der Expedition. Zapfe, Reichenbach( S.-A.) Nachzahlung eingegangen. Angelegenheit Sozialist" tönnen wir nicht erledigen. Sie müssen bei der Post Rückerstattung des Bezugspreises der eingegangenen Zeitschrift verlangen. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Raulsdorf: Jugendheim Gemeindeschule Abolfstr. 25, Mitgliederversamms Nordosten: Jugendheim Christburger Str. 14, Discussionsabend: Jugend und Hung. Men- Lichtenberg: Jugendheim Partaue 10, Mitgliederversammlung. Gewerkschaft". Brenzlauer Borstadt: Jugendheim Gemeindeschule Danziger Straße 23, Vortrag: Finanz- und Börsenwesen". Stofenthaler Borstadt: Jugendheim Gipsitt. 23a, Mitgliederversammlung. Schönhauser Borstadt: Jugendheim Gemeindeschule Sonnenburger Str. 20, Bortrag: wed und Ziele der Sozialistischen Arbeiterjugend". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Gesangverein Berlin- Mitte. Donnerstag, ben 11., 7% Uhr, Generalversamm lung aller( auch der passiven) Mitglieder im Bürgerheim, Rosenthaler Str. 23/24. Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, E. B., Bezirksgruppe Südwest. 4. Generalversammlung Donnerstag, den 11. Januar, 8 Uhr, in der Schultheig- Brauerei, Lichterfelder Str. 11-17. Arbeiter- Esperanto- Bund. Neue Kurse: Donnerstag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, Sophien- Eyzeum, Beinmeisterstr. 16-17; Freitag, den 12. Januar, abends Uhr, Schule, Winterfeldtstr. 16; Montag, den 15. Januar, abends 7 Uhr, Schule, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 4. Generalversammlung der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen am Freitag, den 12. Januar, nachmittags 5 Uhr, in der Schulaula, Belleftr. 12. 7 Wien Berlin Gold Unterhaltungs- Varieté Jagerstr 4 Uhr 8 Uhr Das neue Programm Walhalla Theat. Tagl. Die tolle Lola 73/4: Musik von H. Hirsch Molly Wessely Paul Heidemann A Fugeniose Silber- Brillanten Hodam Platin, alte Münzen Linkstraße 46 Uhren, Zahngebisse Ecke Potsdamer Str. Hohe Ankaufspreise und Potsdamer Platz. Deutscher Metallarbeiterverband Central- Theater Circus IRTEN 72: Der Bigamist Der gestief. Kater Sonnabend 3 Uhr: Casino- Theater Der neue Schlager! 8 Uhr: usch Tgl. 74, Sigs. auch 3 Uhr Letzte Woche! Die dmirals Varieté Malers Prinzeßchen Nibelungen 730 IN 30 Der neue grosse Reichshallen.Th. Varieté- Spielplan Allabendlich 7 Uhr, Sonniegs Zur Verlobung rauringe billiger ཚུད ། Duk.- Gold 900 gest. von 6000 M. an einfache Trauringe, gest., von 2000 M. an. Fast alle Preislagen am Lager. Namen u. Etui umsonst. Umarbeitungen und Anfertigungen von Trauringen bei Goldzugabe in 24 Stunden. Garantieschein für gesetzl. Goldgehalt! Trauringfabrik Albert Thal& Co., C 19, Seydelstraße 5( Spittelmarkt). nachm. 3 Uhr halbe Preise STETTINER Säng. DonhoffBrett'l Anf.7% U. Theater a. Kottb, Tor Tägl. 72 and Sonnt.nachm. 3U. EliteSänger Der große JanuarErfolg u. a. 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Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Wilhelm Dopschall am 4. Januar gestorben ist. Die Einäfcherung findet Donnerstag. den 11. Januar, vormittags 11 Uhr, im Krematorium Bauinschulenweg, Riefholaftraße, statt. Unser Kollege, der Rohrleger August Höh ift am 7. Januar gestorben, Die Beerdigung findet am Freitag, den 12 d. M., nachm 81/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Kirchhofes, Mariendorfer Weg, Gottlieb Dunder Straße, aus statt. Ferner den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, ber Wertzeugmacher Walter Nieder am 6 Januar gestorben ist. Die Einäfcherung findet am Freitag, ben 12. Januar, abends 8 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 138/8 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54. Linienstraße 83/85. Höchst- efchäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833, 834,835, 836. preise für Bruchgold, -Silber, platin, Doublé fowie Edelsteine zahlt htung! Weißmetall. Achtung! Donnerstag, den 11. Jannar, nachmittags 4 Uhr. in Gliefings Fest fälen, Baffertorstraße 68: Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der Weinmetall Industrie, deren Inhaber nicht Mitglieder bes Berbandes Berliner Metallindustrieller sind. Carl Hamannagesordnung: 1. Bericht von der Münzffe. 17 Gegründet 1880 Lohnverhandlung. 2. Distuffion. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch Tegitimiert. Die Ortsverwaltung. 138/7 Max Busse Neu eröffnet! Gegründet 1878. Ankaufsabteilung für Neu eröffnet! Gold-, Silber-, Platin- 1 Brillanten gegenüber dem alfbekannten Haupt Geschäft Brunnenstraße 18 an der Invalidenstraße. Anzeigen Nummer müssen für die nächste bis 4/2 Uhr nachm. in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. 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