Nr. 16 40. Jahrgang Ausgabe Afr. s Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reid), Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntagsbeilage Bolt und Reit". der Unterhaltungsbeilage..Seimmelt und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich ameimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle foftet 300 Reklamezeile 1500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fcttgedruckte Bort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 80/ M. Stellengefuche das erste Wort 80 M., jedes weitere Wort 60 MR. Worte über 15 Buchstabeh zähren für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile S0 M. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 11. Januar 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3. Postscheckkonto: Berlin 375 36 Die Einmarsch- Note überreicht. Der französische Botschafter und der belgische Geschäfts träger übergaben gestern Mittwoch nachmittags dem Reichs minister des Auswärtigen gleichlaufende Noten folgenden Wortlauts: Auf Grund der von der Reparationsfommission festgestellten, von Deutschland begangenen Richter füllung in der Ausführung der Programme der Reparationskommission hinsichtlich der Lieferungen von Holz und Kohle an Frankreich und gemäß den Bestimmungen von§ 17 und 18 der Anlage 2 zu Teil VIII des Vertrages von Bersailles hat die franzöfifche( belgische) Regierung beschlossen, eine aus Ingenieuren bestehende und mit den erforderlichen Bollmachten zur Beauffichtigung der Tätigteit des Kohlensynditats versehene Kontrollkommission ins Ruhrrepier zu entfenden, um durch die von ihrem Vorsitzenden an dieses Syndikat oder an die deutschen Verkehrsbehörden erteilten Befehle die stritte Anwendung der von der Reparationsfommission festgesetzten Programme sicherzustellen und alle für die Bezahlung der Reparationen erforderlichen Maßregeln zu ergreifen. Die Bollmachten dieser Mission werden durch die bei liegenden Urfunden bestimmt. Die deutsche Regierung wird ge beten, dieselben den beteiligten Behörden zur Kenntnis zu bringen und sie mit den erforderlichen Weisungen zur genauen Befolgung der darin enthaltenen Borschriften zu versehen. Die italienische Regierung hat gleichfalls beschlossen, italienische Ingenieure an dieser Mission teilnehmen zu lassen. Die französische Regierung legt Wert darauf zu erklären, daß sie gegenwärtig nicht daran denti, zu einer militärischen Operation oder zu einer Besehung politischer Art zu schreiten. Gie entfendet einfach ins Ruhrgebiet eine Mission von Ingenieuren und Beamten, deren 3med deutlich umschrieben ist. Sie muß dafür sorgen, daß Deutschland die im Vertrag von Versailles enthaltenen Berpflichtungen achtet. Sie läßt ins Ruhrgebiet nur die zum Schuhe der Mission und zur Sicherstellung der Ausführung ihres Auftrages erforder lichen Truppen einrücken. Reine Störung, feine Veränderung im normalen Leben der Bevölkerung wird also erfolgen. Sie fann in Ruhe und Ordnung weiter arbeiten. Diese Pläne haben insbesondere die vollständige Liefe[ Mayer in Paris und der Gesandte Landsberg werden rung der vorgesehenen Mengen für die Länder der Entente und für die befesten linkscheinischen Gebiete zu umfaffen und müffen cusreichend sein, um die Bedürfnisse der neu befesten Gebiebe zu befriedigen. Unter diesen Borbehalten ändert sich im Grundsah nichts an der allgemeinen, jezt in Kraft befindlichen Verteilung der Brennstoffe. Falls Uebertretungen obiger Borschriften durch das Syndikat oder die Zechen festgestellt werden, oder falls die gelieferte Qualität zu wünschen übrig läßt, würden schwere Strafmaßnahmen ergriffen werden, ohne Rüdsicht auf die Umleitungen im Eisenbahn- oder Wasserstraßenverkehr, welche von der„ industriellen Mission" angeordnet werden könnten. ben vornehmen, um sich zu vergewissern, daß die Anordnungen Die Ingenieure der Mission werden häufige Stichpro des Kohlensynditats forreft gegeben und genau befolgt find. Reichsminister Dr. v. Rojenberg erklärte, daß die Reichsregierung sich ihre Antwort vorbehalte, daß er indessen fchon jetzt gegen die angekündigte Affion Protest erhebe, weil sie einen Bruch der Verträge und des Bölferrechts bedeute. Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur Havas begleitet die Ueberreichung der vorstehenden Note mit der Hervorhebung, daß die Note erklären merbe, daß die Mission von Truppen zu einem absolut friedlichen 3wed, nämlich dem, die Sicherheit der Mission und die Ordnung da aufrechtzuerhalten, wo sie ihre Tätigkeit ausübe, begleitet werde. ** Mit Infanterie, Artillerie, Kavallerie, Geschützen, Maschinengewehren, Tanks und Flugzeuggeschwadern rüdt Frantreich in das Ruhrrevier ein. Dies ist jedoch, so werden wir belehrt, eine vollkommen friedliche Maßnahme. Nur ein ganz böswilliger Feind Frankreichs fönnte die Ansicht vertreten, es handle sich hier um eine militärische Attion. abberufen, die diplomatischen Beziehungen aber nicht abgebrochen. Das Missionspersonal bleibt unter Führung der ersten Sefretäre an Ort und Stelle. Die Absicht der deutschen Regierung, die diplomatischen Beziehungen nicht abzubrechen, ist zu billigen. Ihr Abbruch ist leicht vollzogen, ihre Wiederherstellung ist schwerer. Ihre Aufrechterhaltung ist ein Zeichen dafür, daß Deutschland gewillt ist, seinen schweren Konflikt mit der gegenwärtigen französischen Regierung auf gewaltlosem Wege auszutragen. Gewalt zu üben und sich damit vor den Augen der ganzen Welt noch tiefer ins Unrecht zu setzen, möge der anderen Seite überlassen bleiben. Die vorliegenden Nachrichten sind schon schlimm genug. gefaßt machen. Wir müffen uns für die nächsten Tage auf noch schlimmere Der französische Militarismus, brut.= idiotisch wie jeder andere, wird, wo sich ihm passiver Widerstand entgegenfeßt, ja, wo er ihn auch nur vermutet, zu Repreffalien schreiten. Seine Willfür und damit auch die Erbitterung gegen ihn hat noch nicht den höchsten Grad erreicht. So drohen uns schwere Gefahren auch im Rücken. Eine eiferne Disziplinierung der Geister tut not. Kein größeres Unglüd tönnte Deutschland widerfahren und Herrn Poincaré tönnte fein größerer Triumph bereitet werden, als wenn sich die berechtigte Erbitterung in ziellofen Gewalttaten gegen Ausländer schuige oder unschuldige äußern würde. Jeder Schlag, der einen Franzosen trifft, ist Sperrn Poincaré Millionen wert. Jeder Schlag aber, der gegen einen anderen Ausländer geführt wird, Milliarden. Boincaré braucht Leute von der Gegenseite, Deutsche, die noch größere Dummheiten begehen, als er selber. Er braucht Fremdenpogrome in Deutschland. Wer liefert sie ihm? Die Deutsche Zeitung" liefert sie ihm, das völkischdeutschnationale Blatt, das nach Gewalttaten schreit, obwohl es von deutschen sich für national haltenden Industriellen und nicht von den französischen Trusttönigen bezahlt wird. Die deutschen Behörden, Industrie und Handelsunter- braucht nicht jeder ein getaufter Agent des französischen Imnehmungen und Zivilpersonen find freundlichst eingeladen, perialismus zu sein, der Zwischenfälle" arrangieren will. diefem friedlichen und rechtlichen Unternehmen der franzöfifchen Es gibt Leute, die so entsetzlich dumm find, dies umsonst au Regierung jeglichen Beistand zu gewähren. Allerdings, sollten tun und die darauf als auf eine nationale Tat noch stolz find. Die Deutsche Regierung hat das größte Interesse an der Erfie die Pflichten des Gehorsams gegenüber den neuen Herren Können wir uns vor ihrer verbrecherischen Dummheit leichterung der Arbeit der Mission und an der Unter- verlegen, so werden ihnen die äußersten Unannehmlichkeiten schützen, fo brauchen wir nicht zu verzweifeln. Die Gewalt bringung der zu ihrem Schuhe bestimmten Truppen. hat ihr Spiel noch nicht gewonnen. Wirtschaftliche und diplomatische Umstände, die ihr das Handwerk erschweren, werden nicht ausbleiben. Poincaré und die Poincaristen sind in Frankreich eine Minderheit, fie sind zweifellos eine kleine Minderheit in der Welt. Die französische Regierung rechnet auf den guten Willen der Deutschen Regierung und aller Behörden, welcher Art sie auch seien. Sollten die Maßnahmen der Beamten der Mission und die Unterbringung der sie begleitenden Truppen durch irgendein Manö. Der behindert oder in Frage gestellt werden, und sollten die örtlichen Behörden durch ihre Tätigkeit oder durch ihre Untätigkeit irgend welche Verwirrung im materiellen Leben und in der Wirtschaft des Gebietes herbeiführen, so würden alle für erforderlich erachteten 3wangs oder Strafmaßnahmen unverzüglich ergriffen werden. Befugnisse der Kontrollkommission. Der erste Absatz ist finngemäß der gleiche wie in der Note felbft. Die Ingenieure und Beamten dieser Mission sollen bevollmächtigt sein, von den Verwaltungsorganen, Handelskammern, Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden, Industriellen, Kaufleuten usw. alle statistischen und sonstigen Auskünfte einzufordern, deren Einholung fie für nüglich halten. Sie sind berechtigt, die besetzten Gebiete ihrere ganzen Ausdehnung nach zu bereisen, haben 3utritt zu allen Bureaus, Bechen, Fa briten, Bahnhöfen usw. und fönnen dort alle Dokumente, Rechnungen und Statistiken einsehen. Das Personal der deutschen Verwaltung sowie die Bertreter der Industrie- und Handelsverbände haben sich unter Androhung schwerer Strafen für den Weigerungsfall den Mitgliedern der Kontrollkommission bei Ausführung ihres Dienstes völlig zur Verfügung zu stellen und fich gegebenenfalls nach den Befehlen zu richten, bie fie vom Chef der Kontrollfommission erhalten. Dieser ist berechtigt, jede beliebige Menderung hinsichtlich der Verteilung der Brennstoffe und jegliche Umleitung der mit Brennmaterial beladenen Eisenbahnwagen und Rähne anzuordnen. Die Ingenieure und Beamten der Mission find mit einer von ihnen von den Militärbehörden Fesonders ausgestellten Geschäftsanweisung versehen, die ihnen als Personalausweis dienen soll. Kontrolle der Kohlenverteilung. Ab 11. Januar 1923 unterliegen die vom Kohlensyndikat auf. geftellten oder ausgeführten Berteilungspläne für Kohle und Rots der Genehmigung der Industriellen Ruhrkommission", die fie, wenn fie es für notwendig erachtet, abändern kann. angedroht. Die Heuchelei hat drei Grade. Im ersten erzielt sie gewisse Erfolge. Im zweiten wirkt sie lächerlich. Im dritten schlägt fie zu widerwärtigem Stumpfsinn um. Dieser dritte Grad ist hier erreicht. Der französische Einmarsch ist ein Gemaltstreich. Die deutschen Behörden und Zivilpersonen find auf Grund feines Rechtes der Welt verpflichtet, von Leuten, die wider rechtlich eingedrungen find, Befehle entgegenzunehmen. Nicht einmal auf Grund des Kriegsrechts, denn der Strieg ist gar nicht erflärt es handelt sich ja um eine vollfommen friedliche Aktion". Wer sich der fremden Gewalt fügt, schüßt sich damit vor schlimmeren Gewaltmaßregeln. Wer sich ihr nicht fügt, ist vollkommen in seinem Recht. Wenn ihm dafür auch nur ein Haar gefrümmt wird, so gibt es teine Regel des Bölkerrechts, rit der die Schädigung, die ihm zugefügt wird, gerechtfertigt werden könnte. Es geht um eine große meltgeschichtliche Entscheidung. Es handelt sich darum, ob das unbewaffnete Recht sich im Kampf gegen erzgepanzerte Gewalt behaupten kann. Alle Friedensfreande, alle sozialistischen Arbeiter der Belt und vor allem auch Frankreich sind berufen, diesen Kampf mitzufämpfen, den Krieg zu Boden zu werfen, dem Frieden einen unblutigen Sieg zu erfechten und ein neues Europa zu schaffen, in dem das Recht gilt. Deutsche Verwahrung vor der Welt. WIB. meldet: Die Reichsregierung hat die deutschen Bertreter im Ausland angewiesen, bei den fremden Regierungen unter eingehender Darlegung der Sach- und Rechtslage gegen die Vertrags- und völkerrechtswidrige Gewaltpolitik Frankreichs und Belgiens Berwahrung einzulegen. Das festzustellen, ist heute Pflicht eines jeden Friedensfreundes, eines jeden Politikers, der die Verständigung mit einem Frankreich erstrebt, das sich vom Poincarismus be freit hat und mit rechtmäßigen Mitteln feine Interessen vertritt. lichem bewaffneten Ehrengeleit nach dem Ruhrrevier begeben, Die französischen Kontrollingenieure, die fich mit so stattwerden dort eine Ueberraschung erleben. Das Kohlen fyndikat ist ausgeflogen, es hat seinen Siz nach Hamburg verlegt und seine Funktionen bis auf weiteres ein- hat der Gesandte Landsberg in Brüffet erhalten. gestellt. Die Wirtschaftsregierung des Ruhrreviers hat ähnlich gehandelt mie die Reichsregierung beim Anmarsch der KappRebellen. Sie hat ihren Apparat dem unrechtmäßigen Zugriff| der Eindringlinge entzogen. Abberufung Mayers und Landsbergs. WIB. meldet: Botschafter' Dr. Mayer iff telegraphisch angewiesen worden, die Geschäfte an den Botschafterrat abzugeben und Paris zu verlassen. Eine entsprechende Weisung Das ist eine Maßnahme, die politisch begründet ist. Sie darf aber nicht zur dauernden Auflösung des Syndikats und zur freien Kohlenwirtschaft führen! Darauf zu achten, liegt im Intereffe der Arbeiter, besonders der Bergarbeiter, aber auch der Fertigindustrie. In diesem Augenblick jedoch ist ein Streit darüber, ob unsere Kohlen frei oder gebunden bewirtschaftet werden sollen, müßig. Sie werden zunächst ge bunden bewirtschaftet werden aber von Frankreich. Die deutsche Regierung läßt durch ihre Botschafter alle fremden Regierungen von dem vollzogenen Vertragsbruch der französischen Regierung offiziell verständigen. Der Botschafter die Der Protest Amerikas. Washington, 10. Januar.( Reuter.) Der Präfident hat amerikanischen Truppen vom Rhein zurückgerufen. Condon, 10. Januar.( WEB.) Dem New Yorker Berichterstatter des„ Daily Telegraph" zufolge ift die Mißbilligung Washingtons bezüglich der franzöfifchen Besetzung des Ruhrgebietes Frankreich offiziell durch den amerikanischen Botschafter in Paris errid übermittelt worden. Es fei jedoch kein formeller Protest erhoben worden. London, 10. Januar.( TU.) Die„ News Agency" meldet, daß das militärtransportschiff St. Mihiel" den Befehl bekommen hat, morgen von New Yor? abzufahren, um die letzten Truppen aus Europa zurüdzuholen. Es find ungefähr 1500 Mann. Die Auflösung des Kohlensyndikats? abläuft. für 300 Offiziere neue Quartiere aber durch Anwendung von Mitteln, die nur zum völligen Chaos Euangefordert. Neben dem Stahlhof mußten andere im Dienste der ropas führen können. Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden Allgemeinheit stehende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wer- beauftragt, fofort mit ihren Landesorganisationen in Verbindung zu den. Man scheute sogar nicht davor zurück, die Beschlagnahme der treten, um vorzubereiten, daß nach Eingang weiterer BerhaltungsRäume des schwedischen Konsuls in Düsseldorf zu verlangen. maßregein von der Internationale bestimmte Beschlüsse gefaßt werden Daneben wird fyftemlos requiriert Autos und Schreibmaschinen können. mußten geliefert werden; die Kosten für Betten, Zimmereinrichtungen und Bureaueinrichtungen grenzen an Milliarden. Immer neue Truppen find im Anmarsch. Wenn innerhalb der deutschen Arbeiterschaft im befetzten Gebiet und den Gebietsteilen, die besetzt werden sollen, nach wie vor Nüchternheit vorherrschend Nach der Verlegung des rheinisch- mestfälischen Kohlensyndikats von Essen nach Hamburg ist die Frage aufgeworfen worden, ob es zweckmäßig ist, das Kohlensyndikat aufzulösen. In einem Teil der Presse, auffallenderweise auch in der schwerindustriellen, vird die Auflösung der Abfazorganifation als unmittelbar Levorstehend angekündigt, wozu sich den Interessenten dadurch eine Handhabe bieten würde, daß der gegenwärtige Syndifaisvertrag mit Ende dieses Jahres Nun hat seit dem Geseß über die Gemeinwirtschaft im Kohlenbergbau das Synditat aufgehört, eine private Inter- ist, so liegt dem die Erkenntnis zugrunde, daß mit großen Gesten effentenorganisation zu sein. Es ist vielmehr ein Organ nicht gedient ist. Was nüßt ein langfristiger Generalstreit, wenn die der Kohlenbewirtschaftung und wenn als solches im Nationalismus watenden kommunisten ihn ausbisher auch zu wenig ausgenabt der Produktions- nuzen, um ihren Bielen näher zu kommen, in Wirklichkeit aber förderung. So sehr die Verlegung des Kohlensyndikats Arbeiterblut aufs Spiel sehen. Echon taucht die Forderung nach der auch den staatlichen Interessen entspricht das Reich Räterepublik und der Bildung einer Arbeiterregierung" auf. Mögen sich die reichsfeindlichen Glemente gebärden, wie sie kann nicht den Friedensbruch der romanischen Entente ablehnen und dabei im trauten Verein mit ihrem Ingenieur- wollen, die Arbeiterschaft bringt den Anbetern der Gewalt keine komitee die Politik der produktiven Pfänder unterstützen, so Sympathie entgegen, fie wird sich entschieden wehren und alles tun, wenig ist daran zu denken, daß man die Organe der Kohlenton- was im Interesse der deutschen Republik liegt. trolle für den innerdeutschen Markt in einem Augenblick abbaut, wo die Kohlenbasis Deutschlands durch die Besetzung Effens erneut eingeengt wird. Die Gesetzgebung bietet die Möglichfeit, Syndikate zwangsweise zu bilden. Die Unternehmer werden hoffentlich genug Verständnis für die Lage haben, um nicht gerade jetzt auf die freie Kohlenwirtschaft mit ihrer maßlosen un ungehemmten Preissteigerung zuzusteuern und die Arbeiterschaft zu zwingen, die Anwendung der Gesetze gegen sie zu fordern. Montanindustrielle und Ruhrgebietbesehung. Nach einer Meldung eines Berliner Abendblattes wollen die Führer der Montanindustrie beim Einmarsch der Franzosen aus dem Ruhrgebiet sich zurückziehen. Nach einer Meldung der TU. ist das falsch. Sämtliche Führer der Montanindustrie bleiben an Ort und Stelle. Ebenso die Chefingenieure der großen Werke. Es ist auch keine Rede davon, daß durch die Kündigung und Verlegung des Kohlensynditats etwa eine Rüd fehr zur freien Kohlenwirtschaft beabsichtigt ist. Der Reichskohlenkommissar wird seine Befugnisse genau wie bisher ausüben. Bergarbeiter und Ruhrbesetzung. Die Reichsfonferenz der Bergarbeiter, die am Dienstag stattfand, befaßte sich mit den möglichen Folgen 30sen. Man vertrat einstimmig den Standpunkt, daß sich die einer Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franvom Internationalen Gewertschaftsbund verkündete Parole ,, Nie wieder Krieg!" auch auf solche friegerischen Handlungen erstreckt, die gegen ein wehrloses Bolt begangen werden. Alle Redner zu diesem Thema waren sich des Ernstes dieser Stunden bewußt. Die französische Regierung muß sich klar darüber sein, daß der Einmarsch französischer Soldaten in das Ruhrgebiet von der gesamten Arbeiterschaft als eine feindselige Handlung angesehen wird, gegen die vor zugehen die auf den internationalen Gewerkschaftsfongreß gefaßten Beschlüsse verpflichten. In der Anmarschzone. Ausländische Proteste. Der Verband britischer Handelskammern madht in einer längeren Erklärung Reparationsvorschläge in dem befannten Sinne der englischen Wirtschaftspolitik und erklärt sich gegen einen Druck auf Deutschland, der nicht von allen Alliierten verhindert ist. Der frühere Vertreter Kanadas im Bölkerbund Rowell mandte sich in einer Rede gegen die Reparationspolitik Frankreichs unter Anführung von Dokumenten, denen zufolge der Vertrag von Verfailles von den zwischen den Alliierten und Deutschland vor dem Waffen stillstand vereinbarten Reparationsbedingungen ab= weiche; es sei tief bedauerlich, daß in der Stunde des Sieges die Alliierten nicht die Grundsäge in die Tat umgesetzt hätten, für die der Krieg geführt worden sei und für die die Soldaten ihr Leben gelaffen hätten. Das Journal de Genève" bezeichnet die von Poincaré ange= fündigte einseitige Berlegung des Zollfordons an die geograIn Düsseldorf find heute ne u angekommen 10 000 Mann. Aus phische Grenze alg. Gewaltstreich und als feindseliges Bergehen Duisburg find vier französische Divisionen mit 80 Tants im An- gegen die Schweiz. Artikel 435 des Versailler Bertrags bestimme, marsch. In Mülheim sind am Dienstag zwei Kavallerie- und Infan- einbarung zwischer Frankreich und der Schweiz. Wenn Frankdaß Frankreich am Zonenregime nichts ändern dürfe ohne Ver= terieregimenter ausgeladen worden, darunter ein Maroffaner- reich seine Zollinie an die Grenze vortrage, ehe diese Vereinbarung regiment. Durch die Straßen von Düsseldorf fahren fortgesetzt franzöfifche Automobile mit Möbeln und Hausgerät. Insgesamt sind nach sicheren Beobachtungen an der Sanktionsgrenze gegen das Ruhrgebiet sieben neue französische Divisionen im Anmarsch und zum Teil bereits eingetroffen. Zwischen Duisburg und Düsseldorf sind am 8. Januar 41 Truppentransportzüge entladen worden. In Neuß find 52 Transportzüge eingetroffen. Die belgischen Besagungstruppen werden, wie man beobachten kann, bereits mit Landwehr aufgefüllt, ein Zeichen, daß Belgien im Innern des Landes feine aktiven Truppen mehr hat. Effen, 10. Januar.( WTB.) Nachrichten von 7 Uhr abends perfekt geworden ist, se verlege es den Versailler Vertrag in der jenigen Bestimmung, die für die Schweiz am wichtigsten ist. Sagt es Frankreich, das sich an den Versailler Bertrag anflammert, in diesem Augenblic zu, öffentlich von einem kleinen neutralen und befreundeten Lande überführt zu werden, einen Artikel des Vertrags zu zerreißen, weil ihm dieser Artikel nicht paßt. Ein solcher Rech'sbruch könnte schwerwiegende Folgen nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Frankreich nach sich ziehen. Ernste Besprechungen. Parteileitung, Fraktion und Gewerkschaftsvertreter. Für Mittwoch nachmittag 3 Uhr hatte die Reichsregierung zeigen, daß vorläufig an ein Bordringen in das unbesetzte Gebiet die Parteiführer zu einer Besprechung in der Reichsfanzlei eingeladen. Die sozialdemokratischen Vernicht gedacht wird. Die Truppen haben Anweisung erhalten, an treter waren an der Teilnahme verhindert, weil gleichtreter waren an der Teilnahme verhindert, weil gleichihrem Aufenthaltsort stehen zu bleiben. Die angemeldeten Züge zeitig eine Sigung der sozialdemokratischen Partei- und bleiben aus. So trafen heute nur zwei Transportzüge ein, davon Fraktionsvorstände mit den sozialdemokratischen Mitgliedern einer in Duisburg und einer mit belgischem Militär in Ruhrort, des Auswärtigen Ausschusses und mit Gewerkschaftsvertretern Auf französischer Seite rechnet man mit einer Verzögerung des Vor- aus dem Ruhrgebiet stattfand. Hier wurde eingehend über marches um weitere drei bis vier Tage. In den vom Einmarsch die Lage im Ruhrgebiet und über die Stellung der Partei Um 4 Uhr wurde der Reichsregierung die französi eine beabsichtigte Annexion der Rheinlande in großer Aufmachung che note, die den Einmarsch in das Ruhrgebiet ankündigt, bedrohten Städten sind die Ausführungen Lloyd Georges über du den schwebenden sehr ernsten Fragen gesprochen. überall angeschlagen worden und werden eifrig gelesen. überreicht. während für diesen Ort zwölf belgische Züge angemeldet waren. Effens Gelöbnis. Der Reichstag wird schon am Sonnabend zu einer Bollsizung zusammentreten, in der nach einer Regierungserklärung die Debatte über den französischen Vorstoß beginnen wird. Mahnung zur Besonnenheit. Die Liga Junge Republif" hat in Gemeinschaft mit dem Aktionsausschuß„ Nie wieder Krieg" und dem„ Friedensbund der. Kriegsteilnehmer" einen Aufruf zur Besonnenheit und gegen den von Frankreich begangenen neuesten und ärgsten Frevel einer größenwahnsinnig gewordenen Clique von Intriganten und Gamaschenknöpfen" herausgegeben. Es wird in ihm bedauert, daß bei uns gewisse nationalistische Elemente die gerechte und einmütige Empörung des deutschen Volkes durch ein zügellose Agitation zu mißleiten versuchen, die letzten Endes nur den engeren Parteiinteressen der lautesten Schreier dient und im Kern sich mehr gegen die deutsche Republik als gegen die Effen, 10. Januar.( Mtb.) Eine Versammlung jämtlicher politischer Parteien nahm eine Entschließung an, die cusspricht, daß der Aufruf des Reichspräsidenten und der Reichsregierung vollen widerhall in den Herzen aller Effener findet. Angesichts schwerster Gefahr und härtester Not halte die Essener Bevölkerung am deutichen Baterlande fest und erhebe lauten Einspruch gegen Rechtsbruch und Gewaltpolitik. Reichsernährungsminister Dr. Luther ist in Essen eingetroffen. Effen, 10. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Durchfährt man das Der Weltprotest der Arbeiterklasse. bisher schon besetzte Gebiet, das gegenwärtig unter den Borbereitun Amsterdam, 10. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Vergen der Pfänderpolitik leidet, dann werden Erinnerungen an die Kriegsjahre 1914-1918 wach. Der Wahnsinn, der jeden Militaris waltungsrat des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat am 8. und mus in seiner Erftblüte auszeichnet, diftiert Befehle ohne Rücksicht auf 9. Januar in außerordentlicher Sihung zu der Drohung der franzöfulturelle und wirtschaftliche Notwendigkeiten der Bevölkerung. So fifchen und belgischen Regierung, das Ruhrgebiet mit Gewalt zu bemuß wegen der Maßnahmen der Besetzung in Duisburg und Düffel- fetzen, Stellung genommen. Nach ausführlicher Berichterstattung der dorf fast jeder Schulunterricht ausfallen. Milliarden Genoffen Thomas- England, 3on haur- Frankreich und Lei- eklatante Rechts- und Vertragsverlegung der französischen Regie: dienen allein dem Transport der Hunderttausende, die jetzt mit part- Deutschland beschloß der Verwaltungsrat, einen einmütigen rungspolitik wendet.... Wir brauchen in diesen Schicksalstagen rund hundert schweren Tanks gegen eine Bevölkerung ohne Waffen und ohne Kampfesiuft aufmarschieren. Millionen wirft man zum Fenster hinaus, um dem Oberkommandierenden der neu eintreffenden Truppen, Herrn Degoutte und weiteren 15 Generälen ein Dasein in allervornehmster Art zu verschaffen. In Düsseldorf wurden z. B. König und Kärrner. Konzertumschau von Kurt Singer. teine Aufstachelung der Affefte, wir haben die heilige Pflicht, fühlen Kopf zu bewahren gegenüber allen Alarmgerüchten und inhaltlosen propagandistischen Phrasen, wenn wir auch weiterhin eine Politik betreiben wollen, die das Chaos nicht vergrößern, sondern überwinden soll". legt. Inzwischen ist aber so wenig für die Sache geschehen, daß die Regierungsvertreter jegt im Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats nichts weiter mitteilen fonnten, als daß sie die Absicht haben, eine Summe im Reichsetat anzufordern. Außer der Reichshilfe müssen aber dauernd fließende Einnahmen ins Auge gefaßt werden. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates nahm einen Antrag einſtimmig an, der die Regierung bittet, dafür einzutreten, daß Geldmittel, wie sie der Notgemeinschaft der Wissenschaft gewährt sind, auch zur Förderung der schaffenden Kunst( Schrifttum, Tonkunft und bildende Kunst) bereitgestellt werden. Er ist der Ansicht, daß die Berteilung der Mittel in erster Linie einem Selbstverwaltungskörper der Berufsangehörigen zustehen soll. Die geeigneten Bertreter der Berufe wären unter Mitwirkung der im Reichswirtschaftsrat ver tretenen Künstlerverbände unter den Berufsgenossen zu wählen. Hoffentlich kann dieser Apparat nun aber bald in Bewegung gesetzt werden. Weltprotest der Arbeiterklasse gegen jede Politik, die sich auf Gewalt mittel ftüßt, herbeizuführen. Der Internationale Gewerkschaftsbund fordert die angeschlossenen Mitgliedschaften in allen Teilen der Welt auf, ungefäumt zu verlangen, daß die Frage der Reparationen durch Schiedsspruch des Bölkerbundes entschieden werde, nicht Absterbendes, wie die Pathétique, wird er seinem Meister aber nie als Neugeborenes nachspielen fönnen. Da hat es Eugen Straub besser. Er bringt Unbekanntes von Franzosen, von Debussy und Chausson. Das füllt heutzutage schnell die Säle und fordert Interesse An jedem Abend der Woche stand ein anderer Dirigent vor den herau. Die„ Demoiselle Eine" Debussys allerdings ist ein FrühOrchestern. An jedem Abend zeigte jeder, daß er etwas kann, die wert, befangen, taftend in liturgischer Stimmung und noch sehr Orchester wiesen zum hundertstenmal ihre Einfühlungskunst nach. monoton in Farbe und Ausdruck. Ein ungleicher Frauenchor, die Werk neben Wert, und feiner, der ihm Sünde antat, und jeder war stilkundige Frau Pisting- Baas und die ätherisch schöne Helga Welke anders. Und faum einer, von dem zu sagen wäre: der da überwiegt jetzten sich für die Gesangsteile ein. Die B- Dur- Sinfonie Chaussons die Talenie. Ist das Dirigieren eine so leichte Kunst, daß so viele ist nur füchtig im Handwerk, nicht originell und nicht mystisch und nach dem Pultruým drängen? Ist es eine so schwere Kunst, daß nicht Brucknerisch. All das verkündele nur die Fama, nicht die das Achtbare selbstverständlich, das Ueberragende schwere Kunst, daß Tat. Straub hat Narren mit empfindsamen Endknospen. Seine das Achtbare selbstverständlich, das Ueberragende so selten wird? Seit Agilität fann geringer werden, sein Sinn für Nuancen darf bleiben. Nikisch tot ist, hören wir nicht auf, an ihn zu denken, von ihm So wird er ein sinnvoller Interpret moderner Musik. Ernst zu sprechen. Bei ihm gab es fein Versager. Die musikalische Distel, Wendel ist mit dem Feuer seines Temperaments und der Geraddie er angefaßt hätte mit seiner Dirigentenhand, wäre bald zur Rose linigkeit seiner Zeichengebung ein berufener, ein das Wesentliche geworden. War ein Werk in sich vollendet, so blieb die Aufführung herausmeißelnder Dirigent Brahmsscher Mursit. Er beherrscht die unter Nifisch mit dieser Bollendung im Einklang. War es schwach, E- Moll- Sinfonie mit Kopf, Herz und Hand. So loďt er aus frei- Ein Ungeheuer der Tiefsee. Der Tiefseeforscher und-fischer so hob es die weltmämische Grazie des Dirigenten in Sonnenhöhe. händig pointierten Bläser- Stellen neue Einfälle hervor und vergißt Frank Mitchell- Hedges, der bereits eine Anzahl phantastischer UnNie aber hätte man es erlebt, daß zwischen Werk und Dirigent eine dabei taum je eine große, bauende Linie. Schwarzweißkunst, Holz- geheuer des Meeres ans Licht zog, erforscht gegenwärtig die TierKluft sich auftat, daß man die fühle Distanzierung fühlte, die schnitt- Manier ein Gewinn. Ehm Pfeffer, der jugendliche welt der Bucht von Panama und hat in der Nähe von Laboquilla Schöpfer und Nachschöpfer voneinander trennt. Bis zuletzt, als er Sänger, wird erst ein Gewinn sein, wenn jeine spröde Baritonstimme Point einen Sägefisch gefangen. Als der Fisch an der mächtigen vergeblich versuchte, fein inneres Musikantenprogramm umzustoßen. in jedem gewünschten Augenblic soviel Schmerz und Innigkeit her- Angelleine anbiß, zog er zunächst das Fischerboot 400 Meter nach Bruno Walter, unter seinen Kollegen ein Auserwählter, ließ gibt, wie der Tert es verlangt. Bisher sind immer nur Dafen in der Jacht des Forschers Cara" hin und schleuderte das Schifflein im letzten Konzert schnell erkennen, daß er zu der phantastischen der Wüste eines monotonen mezza voce wirkliches Kunstgut an dann so plößlich gegen die Jacht, daß es beinahe zerschellt märe. Es Sinfonie Berlioz tein inneres Verhältnis hat. Manch jugend- Tönen. Sein Programm, des ihm Eise Schrent mit besonders ein- gelang aber noch glücklich, das Boot an der Jacht festzumachen, und licher Stürmer würde das besser, besessener, glühender hinhauen. Mit drucksvoller und erlebter Beteiligung begleitete, war vorbildlich: nun zog das Ungetüm auch die Sacht mit sich fort, samt Anter und der zarten Beherrschung des Details kommt man da nicht aus. Der Schumann, Mussorgski, Rudi Stephan( eine lyrische Höchstbegabung) allem und schleifte sie drei Stunden lang in der Bucht herum. lezte Hauch Mozartschen Fühlens muß getilgt sein, wenn dieses und Strauß. Und um dieses Programmes willen decken wir den Während dieser Zeit waren die Schiffer der But des Tieres preisrajende Stück zünden soll. In der verträumten Dekadenz dieser regsamen Künstler. Stefan Frenkel und Artur Wolff spielten gegeben und durchlebten gefahrvolle Stunden. Als aber dann feine lebensnahen Einfälle muß atmen, in den Brand dieser Ekstasen muß sodann Sonaten für Geige und Klavier in überlegener geistiger und Kraft nachließ, gelang es ihnen, ihn hoch genug emporzuheben, daß brennen können, was uns das Wert ins Herz hämmern will. Walter tonlicher Eintracht Der Ton des Geigers ist bestechend. Wolffs vier Explosivfugeln in seinen Leib gefeuert werden konnten. Unter ift ein so großartiger Techniker, daß es an Einzelwirkungen nicht Sonate Op. 4 ist das Werf eines flugen, melodisch erfindenden Eklet- großen Mühen zog man dann das Tier ans Land und stellte nun fehlt. Doch ballten sich die Teile nicht zum Ganzen. Das Herz stand fifers, die Sonate von Hans Peter Deutsch ein im modernen Melos einen Sägefifch feft von 29 Fuß Länge und 19 Fuß Umfang in nicht still. Beim Aufschneiden des Ein höchst subjektives anfechtbar- genialistisches Kunst- fich frisch und originell tummelndes Ensemble- Stüd, fed, jugendlich der Mitte, der etwa 2½ Tonnen wog. werk büßte unter höchstgefchickter objektiver Führung ein Stück und anscheinend höchst modern aus Ueberzeugung. Nicht immer schön Fisches fand man 36 Junge. Diese bewiesen, daß die Zahl der Genialität ein und steigerte damit die Anfechtbarkeit flingend, doch von charakteristischem Ausdruck, Zähne an der Säge in feiner Beziehung zu dem Alter der Fische steht, denn schon diese noch ungeborenen Fische hatten jeder 18 Zähne an der einen und 19 an der anderen Seite, dieselbe Zahl, die man Der Name Nitisch stand auf dem Programm des Holländers pan Raalte. Für Nifischs Grabstein wurde musiziert und Mitja, der begabte Sohn, spielte Tschaikowskys B- Moll- Konzert. Es Die Notgemeinschaft der deutschen Kunst. Die Notgemeinschaft bei den erwachsenen Tieren findet. Die jungen Sägefische werden ist anzunehmen, daß der Bater Nitisch für das Stilistische des Vor- der deutschen Wissenschaft, die seit Jahr und Tag besteht, entfaltet als eine festbare Seltenheit naturhistorischen Museen überwiesen trags mitoerantwortlich ist. Aber weder die Anmut noch die Grazie eine ergebnisreiche Tätigkeit im ganzen Reiche zur Unterstügung werden. haben sich hier vererbt, und das Temperament des virtuofen Spielers wissenschaftlicher Unternehmungen und Anstalten. Obwohl, wie tobt sich in allzu harten, allzu flobigen Schlägen aus. So bringt er nicht nur die Eingeweihten wissen, die Notlage auf allen Gebieten Paul Cassirer, Bittoriast r. 35, zeigt von Wittte Januar ab eine für das äußerlich glanzpolle, innerlich nicht sehr erfüllte Werk auch der Kunstpflege nicht minder drückend ist, als auf denen des Wissen- Kollektion der neuesten graphischen Blätter und Handzeichnungen von nur äußeren Schliff and gewandte Spielart auf. Das echte Feuer fchaftsbetriebes, will es mit der Gründung der parallelen Not- ans meid sowie eine umfassende Sonderkollektion von Gemälden und brennt anders. Der Dirigent van Raalte fett mit fluger Beherr- gemeinschaft der deutschen Kunst nicht recht vorwärts Graphit des Schweizer Malers Hermann Huber. schung des Apporats die Nifisch- Tradition technisch so fort, wie sie gehen. Der Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats zur Ein hochgeborener Künstler. Der berühmte Bildhauer Falconet innerlich etwa Werner Wolff in sich verspürt. Beides mußte in einem| wirtschaftlichen Förderung der geistigen Arbeit hatte schon im Be- itammte von sehr ärmlichen Lenten ab, schämte sich aber seiner niedrigen einzigen Künstler gepaart sein, um das Unsterbliche zu verewigen, ginn des vorigen Jahres zu diesen Fragen Stellung genommen, berief, damit er dort das Denimal Peters I. ausfübre, wollte sie ihm in das nur noch helle Erinnerung ist. Zweifellos gehört aber Albert und der Reichswirtschaftsberband bildender Künft der Hofgesellschaft ein gewisses Anschen verschaffen und verlieb ihm den van Raalte zu den Dirigenten, die es aus Zwang und mit Hin-! er Deutschlands hatte gleichzeitig die Notwendigkeit einer Titel Euer Hochgeboren." Der Titel paẞt bortrefflich für mich", sagte da gebung sind; ja, das Gesangliche der russischen Musik klang hier oft Aktion für die Kunst dargelegt. Einen Plan für eine Notgemein- rauf Falconet zu ihr: ich bin nämlich auf einem Kornboden in Paris so schön, daß man auf seine weiteren Leistungen gespannt sein kann. I schaft der Kunst hatten die Künstler schon vor einem Jahre vorge- geboren." ( Seburt nicht. Ais ibn die Stailerin Katharina II. nach St. Petersburg Cüiid und Sraun gegen den Vertragsbruch. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages berichtete gesterg nachmittag Reichskanzler Dr. Cuno über die politische Lage. Im Eingang seiner Erklärungen verwies er auf den großen Ernst der Zeit, die nunmehr das deutsche Volk zu durchleben gezwungen wäre, nachdem die Pariser Konferenz erfolglos ausgegangen sei und nachdem wiederum deutschen(Schieten der Einmarsch französischer Truppen drohe. Der Kanzler gab dann einen kurzen Rückblick über das, was die Regierung seit ihrem Amtsantritt unternommen habe. Auf- bausnd auf der Novembernote sei sie bestrebt gewesen, sich an der Lösung des Reparationsproblems zu beteiligen. Dieser Weg sei ge- gangen worden, weil es sich um Deutschlands Schicksal handele, über das von der anderen Seite entschieden werden sollte und zugleich, weü die Regierung glaubte, daß das Problem nur in gegenseitiger offener Aussprache lösbar sei. Dorum sei versucht worden, obwohl Deutschland nicht eingeladen war, auf den Konferenzen in London und Paris mit Vorschlägen nicht zu fehlen. Diese hätten sich innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutschlands gehalten, weil ihm dazu der Vertrag von Versailles ein Recht gebe. Alles sei geschehen, um zu einer offenen Aussprache auch mit Frankreich zu kommen. Wir hätten cherrn Poincare wiederholt wissen lassen, daß wir zu unmittelbaren Verhandlungen, insbesondere auf dem Gebiete unserer Industrie, die Hand böten. Poincare habe diese Verhandlungen nicht zugelassen. Daneben hätten wir uns zugleich an die Konferenz in London gewandt. Dabei sei man sich klar gewesen, daß dieser Weg in doppelter Beziehung der unmittelbaren Ergänzung bedürfte. Die Londoner Vorschläge seien eine Art Vor lösung ge- wesen, obgleich man sich klar gewesen wäre, daß nur eine e n d- gültige Lösung eine wirkliche Lösung der Reparatoinsfrage dar- stellen werde. Ferner sei die Regierung sich klar gewesen, daß die Londoner Vorschläge dahin ergänzt werden müßten, daß insbe- sondere die deutsche Wirtschaft, die Industrie, Handel. Banken und Landwirtschast, die vom Ausland immer noch als Träger des beut- scheu Reichtums angesprochen würden, die Vorschläge in ihrer Aus- führung gewährleisten müßten. Daran sei in ununterbrochener Ar- beit, in engster Fühlung mit den wirtschaftlichen Kreisen gearbeitet worden. Daneben sei der Versuch, mit Frank- reich in unmittelbare wirtschaftliche Verhandlungen zu kommen, fortgesetzt worden. Auch das sei ohne Erfolg geblieben. Der Grundgedanke der Vorschläge für Paris entspringe der Erkenntnis, daß zur endgültigen Lösung der Reparationsftage Frankreich unmiktelbarer Zahlungen bedürfe und auf Zusammenarbeit der beiderseitigen indu- striellcn Kräfte Wert lege. Was die erste Frage betrene, so sei angesichts der von dem Bankenkomitec im vorigen Jahre aus- gesprochenen Zahlungsunfähigkeit des Deutschen Reichs das sinzige Aktioum, das wir hoben, unser Kredit, und der sei äußerst gering, solange die Lasten des Vertrages von Versailles unbegrenzt au, das d-utiche Volk drückten. Damit sei zugleich der einzige zuver- lässige Wertmesser für unsere Leistungsfähigkeit gegeben. Der deutsche Kredit hätte also nur bei einer endgültigen Lösung der Reparationsfrage angespannt werden können. Wir hätten ange- boten, daß eine feste Summe als Anleihe aufgelegt werden, die, auch wenn sie als solche nicht realisierbar wäre, der Entente gegen- über als Anleihe verzinst und amortisiert werden sollte. Es sei weiter«in doppelter B e s ser u n g s s ch e i n hinzugefügt worden, wonach wir in bestimmten Zeiträumen weitere Anleihen aufzulegen bereit gewesen wären, die ebenfalls der Reparation zu- gute kommen sollten. Die Anleihen sollten durch Garantien unserer Wirtschaft sichergestellt werden. Ueber die Art der Sicherung mit dem Anleihekonsortiuw zu verhandeln, sei die deutsche In- dustrie bereit gewesen. Außerdem sollte eine Verständigung mit den fremden Industrien zu gemeinsamer Kooperation erfolgen. Der Reichskanzler legte dann näher dar, weshalb man diese Pläne nicht durch eine Note der Konferenz in Paris übermittelt habe. Wir hätten dabei nicht, wie es m den Zeitungen vielfach geheißen habe, einen bestimmten Vertreter zum Vortrag dieser Pläne benannt, vielmehr hätten wir uns bereit erklärt, auf Anforderung den Plan schriftlich vorlegen und mündlich erläutern zu lassen. Eine Antwort darauf sei nicht erfolgt. Leider sei auch kein anderer Vorschlag aus der Pariser Konferenz hervorgegangen, auch nicht der englische, den die Franzosen nicht io sehr abgelehnt hätten, weil sein finanzielles Ergebnis ihnen nicht genügte, als vielmehr deshalb, weil offensichtlich eine grund- sätzliche Meinungsverschiedenheit zwischen England und Frankreich über die Methode des Vor- gehens in der Reparationsfrage bestand, England wollte die Repa- rationsfrage mit wirtschaftlichen und finanziellen Mitteln lösen, während Frankreich bestrebt war, sein« politischen Ziele zu verwirklichen, was ihm wertvolle? sei als jede wirtschaftliche Lösung. Damit sei die Tendenz der Politik Poincares vor aller Augen klargestellt, und die letzten Zweifel daran seien wohl für jeden geschwunden, seitdem Poincare den Friedenspakl mit den am Rhein interessierten Mächten abgelehnt habe. Der Reichskanzler betonte, daß wir diesen Friedenspakt aufrichtig und ernst gemeint hätten, und daß in der Abstellung der Kriegserkla- rimg auf die Volksabstimmung die sicherste Friedensgarantie für olle Zeiten gegeben war. Der Reichskanzler schildert« kurz die Verhandlungen über diesen Vorschlag und kam zu dem Ergebnis, daß Deutschland materiell und politisch getan habe, was in seiner Kraft stand und was mit seiner Verantwortung für die weitere Eristenz unseres Volkes und für die Abwehr der schrecklichen Ereig- nisse, die kommen würden, vereinbar sei. Wir hätten materiell Angebote bis zur äußersten Grenze unserer Leistungsfähigkeit gemacht, wir hätten uns zu Garantien bereit erklärt und wir hätten endlich das letzte getan, was ein Volk tun könnte, indem wir den Plan einer Revanche zer- st ö r t e n. So wies der Kanzler nach, daß mit Frankreich nicht zu einer Lösung des Reparationsproblems zu kommen fei. Was Frankreich wolle, bestätigten die Nachrichten über die Truppenbewegungen, die uns die letzten Tage gebracht hätten. Diese seien in Szene gesetzt worden, nicht einmal in äußerlicher Verbindung mit der großen Reparationsfrage, sondern mit den Holz- und Kohlen- lieferungen. Diese beruhten auf besonderen Verabredungen, die selbst im Falle der Verletzung keinerlei militärische oder sonstige Sanktionen vorsähen. Eingehend legte der Reichskanzler die Rechtslage dar und kam zu dem Schlüsse, daß Frankreich und velgien den Vertrag von Versailles offenkundig gebrochen hätten. Dos müsse zu um so ernsteren Konsequenzen sllhren, als uns die französische Aktion gerade das Gebiet aus den Händen nehme, aus dem heraus dies« Leistungen bisher geschehen seien. Aktive Gegenwehr sei dem deutschen Volke nicht möglich, aber es dürfe sich auch nicht willenlos dem Rechts- brucho beugen. Die Reichsregierung werde ihren Protest gegen den Rechtsbruch allen Mächten noti- fizieren. Der Botschafter Mayer werde ange- wiesen werden, Paris zu verlassen und hierher zu kommen. Das Botschaftspersonal werde dort bleiben. Di« Reparationslei st ungen würden den Vertragsbrüchigen Ländern gegenüber eingestellt werden, denn, wie in der Hamburger Red« ausgeführt, habe die Pfandnahme notwendig den Tod der Reparationen zur Folge, schon well mit der Besetzung des Ruhrgebietes, der stärksten Quelle der | deutschen Wirtschaftskraft unsere Leistungsfähigkeit völlig zusammen- � brechen müsse. Die Beamten im besetzten Gebiet würden mit Rück- i ficht auf die Bevölkerung und auf die rzortsührung der Berwaltungs- gefchäfte dort belassen werden. Was weiter zu geschehen habe, hänge von dem ab, was von der anderen Seite noch erfolgen werde. Eni- scheidend sei für uns alle die Haltung des Volkes in Einheit und Würde, auch während der bevorstehenden Leidenszeil. Im Inneren müßten wir allen Wirtschaftsgefahren entgegentreten, die aus der Wegnahme des Herzens unserer Wirtschaft entstehen könnten. Es gelte jetzt jede unnötige Teuerung abzuwehren. die insbesondere sich aus der wahnsinnigen sprunghaften Steige- rung der fremden Währungen ergeben werde. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die dem entgegenständen, habe die Regierung Be- mühungcn hierzu eingeleitet. Verhandlungen darüber mit den wirtschaftlichen Kreisen seien im Gange und würden in den nächsten Tnaen nach der Seite der Gewerkschaften hin weiter geführt werden. Das deutsche Volk müsse sich in allen Schichten, auch in denen, die bisher die Not nicht empfunden hätten, zu ein- facher Lebenshaltung bekennen. Zu Beratungen über diese Frage und die gesamte Lage seien die Herren Staats- und Ministerpräsidenten der Länder für Freitag nach Berlin gebeten. Aller Erfolg unserer Bemühungen gegenüber dem Vertrags- bruch hinge davon ab, ob wir die Kraft aufbrächten, wirklich durch- zuhalten, alle zusammenzustehen, Volk wie Staat, Wirtschaftskräfte wie politisch« Parteien. Das solle auch zum äußeren Ausdruck ge- bracht werden durch einen vom Reichskanzler gegen- gezeichneten Aufruf des Reichspräsidenten, der dazu mahne, den nächsten Sonntag zu einem Tag der Einkehr und der ernsten Würdigung der Not des Vaterlandes zu gestalten. Die Regierung werde nicht ruhen, bis sie den Weg gefunden habe, durch Festhalten der bisherigen Aktivität die Lage zu entwirren. Ter Reichsminister des Auswärtigen, Dr. von Rosenberg, erstattete Bericht über den Schritt des französischen Botschafters und des belgischen Geschäftsträgers, der heute nachmittag im Auswärtigen Amt ersolgt sei. Er gab den Inhalt der ihm gemachten mündlichen und schriftlichen Mitteilungen bekannt und erklärt«, daß er sofort gegen die angekündigte Vertrags- und völkerrechtswidrige Aktion Prokest erhoben habe. Nach kurzer Aussprache, an der die Abgeordneten Müllcr-Franken, Graf Bernstorff, Dr. Helsferich, Dr. Stresemann, Dr. Spahn, Koenen und E m m i n g e r teilnahmen, wurde mitgeteilt, daß das Plenum des Reichstages voraussichtlich auf Sonnabend nachmittag einberufen werden solle. Protest Ses Landtages. Eine Rede des Preußischen Ministerpräsidenten. Am Mittwoch nachmittag um 3 Uhr trat der Preußische Landtag nach den Weihnachtsferien wieder zusammen. Infolge der gespannten politischen Lage waren das Haus und die Tribünen stark besetzt. Mit dem Mini st erpräsidenten waren nahezu sämtliche Mitglieder der Regierung anwesend. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt für die Kommu- nisten Dr. ZNeyer-Ostpreußen, als ersten Punkt der Tagesordnung eine Große Anfrage der Kommunisten über die drohende B e- setzung des Ruhrgebiets zu oerhandeln. Da fast sämtliche übrigen Parteien Widerspruch erheben, kann die Anfrage nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden. Darauf ergriff der Ministerpräfiöent Sraun das Wort zu folgenden Ausführungen: In schicksalsschwerer Zeit sind Sic wieder zusammengetreten. Als Sie vor dem Weihnachtsfest auseinandergingen, durften wir noch hoffen, daß die Vernunft und die Menschlichkeit über Siegerwahn und Machtgier siegen und den Leiden des schwerbedrück- ten deutschen Volkes endlich ein Ziel setzen würden. Diese Hoffnung hat getrogen. Kaum ist der. Klang der Weihnachtsglocken ver- hallt, die Friede aus Erden und den Menschen ein Wohlgefallen verkündeten, und schon schicken sich die kriegerischen Scharen des sieges- trunkenen, machthungrigen französischen Militarismus an, weiteres deutsches Gebiet unter ihre Fremdherrschaft zu zwingen. Der Mann, der zurzeit die Geschicke des französischen Volkes leitet und der schon so viel Unheil über Europa gebracht hat(Sehr wahr!), scheint nicht eher ruhen zu wollen, als bis er fein Kriegsziel, die Zerstückelung des Deukschen Reiches und die Vernichtung seiner Wirtschaft erreicht hat.(Lebhaftes Sehr richtig!) . Unter dem Vorwande, Deutschland habe die ihm durch das Frie- densdiktat auferlegten Holz- und Kohlenlieferungen absichtlich nicht voll erfüllt, wird eine Anzahl französischer Divisionen mit ihrem ganzen furchtbaren Kricgsgerät in bisher unbesetztes deutsches Ge- biet gesandt, dessen friedliche, nur dem wirtschaftlichen Wiederaufbau ihres daniederliegenden Landes lebende Bevölkerung damit den schrecklichen Leiden einer feindlichen Inva- s i o n ausgesetzt wird. Ich will hier kein Wort oerschwenden, um die advokatorische Haarspalterei zu widerlegen, die der Staatslenker Frankreichs aufwendet, um seinen brutalen Gewaltakt mit dem Schein des Rechtes zu umkleiden. Der Herr Reichsaußenminister hat das bereits vor der europäischen Oeffentlichkeit mit aller Deut- lichkeit getan. Der Vertrag von Versailles gibt wahrlich Möglich- ketten genug zum Quälen und Ausbeuten des deutschen Volkes.(Sehr richtig!) Was aber feit Jahr und Tag d'em rheinischen Volke angetan wird, und nunmehr auch noch auf die westfälisch« Bevölkerung aus- gedehnt werden soll, geht weit über das selbst bei kühnster Auslegung des Friedensvertrages Zulässige hinaus.(Lebh. Zustimmung.) Was jetzt im Ruhrgebiet von den französischen Gewalthabern unternommen wird, ist nichts anderes als ein schnöder Vertragsbruch und ein brutaler Ueberfall auf eine friedliche Bevölkerung und ist unter keinen Umständen mit völkerrechtlichen Argumenten zu begründen. Dieser Gewaltstreich ist nicht nur brutal, er ist auch sinnlos. Denn einmal trifft er eine Bevölkerung, die nun schon seit Iahren bemüht ist, unter Daransetzung ihrer ganzen Kraft die schweren Be- dingungen des Friedensvertrages zu erfüllen und durch ihre Arbeit zum Wiederaufbau beizutragen. Außerdem ist er aber, da er das wirtschaftliche Herz Deutschlands trifft, geeignet, auch zum S ch a- den des. französischen Volkes und seiner Verbündeten die Reparationsfähigkeit Deutschlands völlig zu vernichten.(Lebh. Zust.) Das Vorgehen der französischen Imperialisten gegen die wehrlose Bevölkerung des Ruhrgcbietes wird— und das kann nicht oft und i laut genug wiederholt werden— dem französischen Volke nicht zum| Segen gereichen(Sehr richtig!), es bringt ihm keinen Nutzen, ist aber geeignet, die Wirtschaftskraft Deutschlands auf das schwerste zu schä- 1 digen und den Wiedereinzug des wahren Friedens in Europa auf absehbare Zeit zu vereiteln. Während die Völker Europas sich nach! Frieden und Versöhnung sehnen, wird hier neuer Haß und Erbitterung gesät.(Sehr richtig!) Zu spät wird vielleicht Herr Poincare einsehen müssen, daß sich auch mik Bajonetten nicht mehr kohlen herausholen 1 lassen als Deutschland bisher bereits unter schwerster Schädigung s/.ner eigenen Wirlschust aus Reparalionslonlo geliefert hol. Immerhin: bis dahin wird die Bevölkerung einer weiteren preußischen Provinz den schweren Fuß des Eroberers auf ihrem Nacken zu fühlen haben. Schon jetzt leidet die Bevölkerung des Ruhrgebietes schwer unter der W o h n u n g s n o l und dem's o n- st igen wirtschaftlichen Elend, das der Druck der Sieger uns beschert. Durch den Einmarsch vieler Tausend Soldaten mit ihrem ganzen Kriegstroß wird sich dieser Rotstand zur Un- Erträglichkeit steigern. Aus den Erfahrungen im Rheinland wissen wir zur Genüge, daß der französische Militarismus nach so ruhmlosen Siegen über eine entwaffnete und wehrlose Bevölkerung keine Rücksicht auf diese und ihre vitalsten Interessen und Bedürfnisse kennt. Die Reichsregicrung und die mik ihr in vollem Einvernehmen arbeitende preußische Skaatsregierung werden alles in ihrer Macht liegende tun, um der schwerbetroffenen Bevölkerung des neu zu besehenden Gebietes beizustehen.(Bravo!) Den nunmehr unter das Joch des französischen Militarismus ge- ratenden braven Söhnen des Rheinlandes und Westfalens rufe ich auch von dieser Stelle zu: »haltet aus, laßt Euch nicht zu Unbesonnenheiten hinreißen? Und vergeht nie, was Ihr Eurem preußischen, teuren deutschen valer- lande schuldig seid! Steht allen Bedrückungen und Verführungen zum Trotz treu zu ihm. wie alle deutschen Volksgenossen, von den bayerischen Bergen bis zu den Wogen der Ostsee, vom beut- scheu Rhein bis zu den Mosurifchen Seen treu zu Euch stehen werden! Vor der ganzen Welt erheben wir mit Euch flammenden Protest gegen die unerhörte, alles Völkerrecht verletzende Gewalttat, deren unmittelbarste Opfer Ihr werden sollt. Wir können der Gewalt nur das Recht, der Willkür nur die Gesetzlichkeit entgegensehen in der unbeirrbaren Hoffnung, daß Recht und Gesetzlichkeil von dauernderem Bestände sein werden als Gewalt und Willkür. Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der Mehrheit des Hauses wird durch vereinzeltes Pfeifen der Kommunisten unterbrochen. Einer der Kommunisten ruft: Es lebe das französische und das deutsche Proletariat! Darüber kommt es zu lebhaften Gegenkund- gebungen und Pfuirufen bei den bürgerlichen Parteien. Alterspräsident Herold(Zentr.) beantragt mit Rücksicht auf die Bedeutung der Erklärung des Ministerpräsidenten und die allgemeine politische Lage Ä�riagung des Landtages und Ermächtigung des Präsidenten, den Zeitpunkt und die Tagesordnung der nächsten Sitzung festzusetzen. Die Kommunisten erheben gegen diesen Antrag, der einem Beschluß des Aeltestenrats entspricht, lärmenden Protest. Gegen ihre Stimmen wird der Antrag auf Vertagung a n- genommen. Präsident Leinert schließt die Sitzung, die eine knappe halbe Stunde dauerte, mit folgenden Worten:„3ch versichere die von der Besehung bedrohte Bevölkerung der wärmsten Teilnahme des Land- kages(lebhafter Beifall) und erkläre, daß auch der Landtag als ver- fassungsmäßige Vertretung des preußischen Volkes kreu zu d:n Brüdern und Schwestern im neu zu besetzenden Gebiete stehen wird. (Erneuter lebhafter Beifall.) Trauerfeiern in üen Schulen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbil- dung hat heute an sämtliche Schulbehörden Preußens folgenden Erlaß gerichtet: „Für den Fall des Einmarsches fremder Truppen in das Ruhr- gebiet sind in allen preußischen Schulen am letzten Tage dieser Woche die Schüler und Schülerinnen zusammenzurufen und auf den � Ernst der Lage hinzuweisen. In dieser Stunde soll die Trauer unseres deutschen Vaterlandes über die ihm van neuem angetane Gewalt auch bei unserer Jugend zum Ausdruck kommen. Diese Feier gilt dem Schmerz und der Empörung über des Unrecht, das einem entwaffneten und wehrlosen, ehrlich ilm die Erfüllung der ihm auferlegten Bedingungen ringenden Volke durch die widerrechtliche Besetzung seines heiligen 5ielmatbodens gescküehl. Sie gilt dem getreuen Gedenken an die Volksgenossen im Westen, deren gehäuftes Leiden unser aller Leid ist, und der tiefen Trauer, die unser Volk nur um so fester in ollen seinen Gliedern zusammen- schließen wird. Sie gilt dem durch äußeren Zwang niemals zu erschütternden Glauben an die Heiligkeit des Rechts und an eine hellere Zukunft unseres in gemeinsamer Not um so opferfreudiger zu- sammenstehenden deutschen Volkes. Bei der Ansprache an die Schüler und Schülerinnen sind dem Verständnis der Jugend entsprechend die Kundgebungen des Herrn Reichspräsidenten sowie des Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten in geeigneter Weise zu verwenden. Die Trauerkundgebung ist Sonnabend in die dritte Unterrichts- stunde zu legen; danach ist der Unterricht zu schließen. Wegen der Kürze der Zeit ist dieser Erlaß durch die Presse ver- öffentlicht worden." ßort mit üem Steuerunrecht! Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- b u n d und der Allgemeine Freie Angestellten- b u n d hatten vor Weihnachten an die Reichsregierung das dringende Ersuchen gerichtet, unverzüglich eine E r h ö hu n g der Abzüge der Lohn steuerpflichtigen zur Tin- kommensteuer vorzunehmen. In der bekannten Besprechung der Gewerkschaften mit dem Reichskanzler hat sich dieser über die Veröffentlichung jener Eingabe sehr beschwert, es aber gleichwohl unterlassen, inzwischen irgendwelche Maßnahmen zu treffen, um diese unhaltbaren Zustände im Einkommen- steuerwesen zu ändern. Der ADGB. und der AfA-Bund haben deshalb am Mitt- woch erneut ein dringliches Mahnschreiben an den Reichsfinanzmimster Dr. Hermes gerichtet und von ihm eine Auskunft über die Stellungnahme der Regierung verlangt. Es wird in dem Schreiben darauf'verwiesen, daß bei dem heutigen D o l l a r st a n d, der bevorstehenden B r o t v e r- t e u e r u n g und den gesamten übrigen wirtschaftlichen Ver- Hältnissen, wie sie sich in den letzten Tagen herausgebildet haben, eine Beibehaltung der alten Beträge für Werbungs- kosten und sonstige Steuerabzüge unhaltbar geworden ist. Die beiden Spitzenverbände fordern vom Reichsfinanzminisic-! rium die sofortige Einbringung und Verabschiedung einer Vorlage beim Sleuerausschuß des Reichstags im Sinne der Eingabe. Das Reichsfinanzministeriunl müsse sich darüber klar sein, daß eine weitere dilatorische Behandlung dieser Forderung die Aufrechterhaltung des Steuerabzuges vom Lohn unter den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen schon in allernächster Zeit überhaupt in Frage stellen müsse. Das Reichskabinett stimmte heute der Vorlage über die Er- höhung der Bezüge der Beamten und Angestellten der Reichsbehör- den gemäß dem Ergebnis der Verhandlungen mit den Spitzen- organisationen zu.. Gewerkschaftsbewegung Unerträgliche Unternehmerpolitik. der Reichsarbeitsminister die beiden Parteien zu einer nochmaligen Berhandlung vorgeladen, um einen letzten Versuch zu machen, einen Streit in der Berliner Metallinduftrie mit allen seinen schmeren Konsequenzen zu verhüten. Die Bertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes haben dem handeln. Wirtschaft Die steigenden Großhandelspreise. Die durch den Sturz der Mart im Herbst 1922 bedingte AufEs liegt jetzt an den Unternehmern, ob es in der Berliner märtsbewegung der Großhandelspreise erreichte Anfang Dezember Metallindustrie zu einem Kampfe tommt, der unvermeidlich mit einen Höchststand, um seitdem mit der Abschwächung der Devisengrößter Schärfe geführt werden wird. An die Arbeiterschaft richten furie in eine leichte, etwa bis Ende des Monats anhaltende Senfung mir den dringenden Appell, Disziplin zu wahren, taub zu ſein zember nicht wesentlich zu unterschreiten, so taß sich das Niveau überzugehen. Diese vermochte jedoch den Stand von Anfang De gegen alle Versuche, Berwirrung und uneinigteit in ihre ber Großhandelspreise im Durchschnitt des Monats über Reihen zu bringen. Den Anordnungen der Organisation ist in jedem dem des Bormonats hielt. Falle Folge zu leisten. Während sich die wirtschaftliche Situation der breiten Massen Minister erklärt, daß sie ihrerseits bereit feien, einen legten Versuch Das weitere Ansteigen der Großhandelspreise im letzten infolge des Dollarsturzes wiederum ungemein verschlimmert zu machen, daß sie aber an die Statuten gebunden sind und daß Monat, das wir schen an Hand der privaten Statistik beleuchtet haben, hat, während man angesichts der gespannten äußeren Situation an sie nicht in der Lage seien, einer Verschleppung der Ver- wird jetzt auch durch die Messungen des Statistischen Reichs, die Arbeiterschaft zur gemeinsamen Abwehr appelliert, handlungen zuzustimmen. Es fönne fich nur um einige Tage amis bestätigt. Dieses berichtet: bringen es die Unternehmer fertig, die schwersten Kämpfe mutmillig heraufzubeschwören. Und damit ist das Berhalten der Unternehmer noch sehr gelinde bezeichnet. Wie soll man 8. B. das Verhalten der Margarinefabrikanten kennzeichnen, deren fabelhafte Gewinne auf Kosten des ärmeren Teiles der Bevölke rung bekannt sind und die ihre Arbeiter in Berlin in den Streit treiben, indem sie ihnen nicht nur eine Lohnerhöhung per weigern, sondern sogar noch eine Lohntürzung vornehmen. Die auf den Durchschnitt Dezember berechnete GroßhandelsAuch in anderen Industrien und Industriezweigen kann man indegziffer des Statistischen Reichsamts steht auf dem 1475fachen seit einiger Zeit bei Lohnverhandlungen eine Haltung der UnterDer Streit in der Korsettfabrik Obersky. des Friedensstandes und ist gegenüber dem Bormonat( 1151fach) nehmer beobachten, die zu den schwersten Berwicklungen führen Die Arbeiterschaft der Korsettfabrik Arnold Obersty steht jetzt um 28 Proz. gestiegen. Der Dollar wurde in Berlin im Durchmuß. in der siebenten Woche im Streif. Dies, obwohl die Firma schnitt im Dezember mit 7589 M. gegen 7183 M. im November Diese Haltung der Unternehmer fann nur zurückgeführt werden Mitglied des Arbeitgeberverbandes im Einzelhandel ist. Ein Tarif. notiert; die Höherbewertung beträgt 5,7 Proz. Demnach haben sich auf die Absicht, das Lebensniveau der Arbeiter auf ein unerträg- schiedsgericht, das am Freitag tagte, stellte fest, daß die Firmen die Großhandelspreise im Dezember dem Goldniveau be= liches Glendsdasein herabzudrücken. Hand in Hand damit gehen. u. G. Neumann und Obersty unter den Tarifper- trächtlich genähert. Diese Bewegung wird insbesondere durch die Preissteigerung fortgesetzt Schikanen in den Betrieben. Die Zuschriften und Klagen, trag für Facharbeiter im Einzelhandel fallen. Beide Firmen haben die wir darüber von den Betriebsräten erhalten, mehren sich ständig. fich aber bisher nicht bewogen gefühlt, sich nach dem Schiedsspruch der Inlands waren, und zwar von dem 953fachen im No zu richten. Dies betrifft por allem die Bezahlung der Kran pember auf das 1283fache im Dezember oder um 34,7 Pro3. herbeiBir müßten eine besondere Rubrik eröffnen, um allen diesen Klagen Pentage und die Arbeitszeit. Arbeitet man doch bei der geführt. Das Niveau der Einfuhrwaren hat sich gleichzeitig Raum zu geben. So ist z. B. in einer der größten Metallwaren- Firma W. u. G. Neumann 47 Stunden und in Friedrichshagen 48, von dem 2141fachen auf das 2432fache oder um 13,6 Proz. gehoben. fabriken Berlins seinerzeit der Werffonfum aufgehoben worden, obwohl der Tarifvertrag nur 46% Stunden Arbeitszeit vorsieht. Im einzelnen stiegen Getreide und Kartoffeln von dem obwohl sich die Belegschaft erbot, ihn auf eigene Rechnung weiter. Die Firma Obersty läßt die Arbeitswilligen gleichfalls 47 Stunden 919fachen auf das 1009 jache, ette, Buder, Fleisch und zuführen. Auch die Berabfolgung von Mittagessen aus der Maffen- arbeiten. Die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes im Einzel- Fische von dem 1026fachen auf das 1221fache, Rolonialspeisung der Stadt Berlin wurde seinerzeit eingestellt, weil es der handel lassen sich diese Konkurrenz offenbar gefallen. Bezüglich der waren von dem 2199fachen auf das 2485fache, 2e bensmitte Direktion zu teuer wurde, täglich ein Fuhrwerk zur Abholung zu Lohnfeftfeßung foll fommenden Freitag vom Tariffchiedsgericht ent- 3 usammen von dem 1033fachen auf das 1161fache oder um schieden werden. 12,4 Broz. stellen. Das sind nur Ausschnitte, die aber ein bezeichnendes Licht auf die unsoziale Dentweise unserer Unternehmer werfen. Und da flagen die Unternehmer, daß die Arbeiter mich mit der nötigen Schaffensfreude bei der Arbeit sind. Der Standpunkt der Firma Obersky ist geradezu reaktionär. Obwohl Mitglied des Arbeitgeberverbandes, hat sie es doch zu einem Streit femmen lassen, indem sie jede tarifliche Regelung ablehnte. Einen vor 14 Tagen gefällten Schiedsspruch des Schlichtungsaus schusses beantwortete die Firma damit, daß sie nur einen geringen Aber darüber hinaus gibt es auch allgemeine Pflichten, die der Teil der Streifenden wieder einstellen will. Der Inhaber der Regierung und den gewerblichen Aufsichtsbehörden ganz Firma, Herr Handelsgerichtsrat Obersty, lehnte auch die Vermittlung Der Berliner besonders in der jetzigen Situation erwachsen. Die Regierung hat fchaftskommission ab. Herr Obersky beruft sich auf seine Gemert mitteilen lassen, daß sie bestimmte Maßnahmen für den Fall der soziale Mitarbeit innerhalb der Allgemeinen Ortsfrankenkasse und Besetzung des Ruhrgebietes vorgesehen hat. Wir kennen diese Maß auf sein vielfaches Zusammenarbeiten mit namhaften sozialistischen nahmen nicht. Wir erwarten aber, daß diese Maßnahmen sich auch Arbeiterführern. Dennoch scheint er in feinem eigenen Betriebe auf den Schutz der arbeitenden Bevölkerung gegen nicht das rechte soziale Verständnis malten zu lassen. die Wucher politif der Syndikate und des Großhandels erstređen. Es ist einfach unerträglich für die Arbeiterschaft, zuzusehen, wie gewisse Kreise gerade aus diesem nationalen und wirtschaftlichen Unglüd neue Uebergewinne auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung herausschlagen. Die Regierung ist verpflichtet, in dieser Situation, die der eines Krieges verzweifelt ähnlich ist, die nötigen Schutzmaßnahmen zu treffen. Sie ist nicht minder verpflichtet, auf die Unternehmer den nötigen Drud auszuüben, um zu verhindern, daß durch deren Haltung wirtschaftliche Rämpfe von großem Umfange hervorgerufen werden. Die Arbeiterschaft befindet sich in einer verzweifelten Situation. Man verlangt von ihr die höchsten Anstrengungen, um die deutsche Boltswirtschaft vor einer Katastrophe zu bewahren. Dann haben aber auch die Unternehmer die Pflicht, ihr mindestens Löhne zuzugestehen, die ihr diese Kraftanstrengung ermöglichen. Und wenn die Unternehmer selbst nicht so einfichtsvoll sind, dann ist es Pflicht der Regierung, diese eventuell zur Einsicht zu zwingen. An Handhaben dazu fehlt es ihr gewiß nicht. Die neuen Januarbezüge im Reich. In den Verhandlungen über die Januarlöhne für die Reichsund Staatsarbeiter wurden folgende Stundenlöhne festgesetzt: für die erste Hälfte für die zweite Hälfte 322 M. 879 M. 869 859" 349 in der Sohngruppe I " " OP " 814 .306 298 P DP 293 343 " M 290 339 19 SP 287 835 17 VII Die Lohnjäße vermindern sich in jeder Ortsklasse von B bis E um je 6 M. in der ersten Hälfte und um je 7,50 M. in der zweiten Hälfte des Monats Januar. Der Kinderzuschlag erhöht sich von 20 auf 25 M. und der Frauenzuschlag von 15 auf 24 M. ab 1. Januar. Der Lohn für die weiblichen Bediensteten ist jeweils 65 Proz. des Lohnes der Lohngruppe VII. Kommunisten, Unioniften und Syndikalisten. # Ferner Häute und Leder von dem 2130fachen auf das 2181fache, Textilien von dem 2428fachen auf das 2897fache, Metalle von dem 1706fachen auf das 1844fache, Kohle und Eisen von dem 971fachen auf das 1873fache; Industrie stoffe zusammen von dem 1371fachen auf das 2061fache oder um 50,3 Proz. Am 5. Januar erreichte die Großhandelsinderziffer bei miederstandes. Von den Hauptgruppen sind die Lebensmittel auf anziehenden Devisentursen das 1670fache des Borfriegsdas 1311fache, die Industrieftoffe auf das 2342fache, ferner die Insandswaren auf das 1472fache und die Einfuhrwaren auf das 2660fache gestiegen. Abfahrüdgang auch bei den Eisengießereien. In einem Marktbericht des Vereins Deutscher Eisengießereien heißt es u. a.: Der Syndikalist"( Nr. 51) hat sich wegwerfend über die große Trog der zahlreichen erheblichen Preiserhöhungen war die Be Attion in Ludwigshafen geäußert, indem er die Tatsache bekräftigte, fchäftigung der deutschen Eisengießereien in Maschinenguß all" daß es sich bei diesem Streit nur um eine fommunistische gemein gut. Wenn sich auch hier und da ein Abflauen in den Einder Arbeiterschaft in allen Teilen Deutschlands ihre Barteifuppe Burchweg mit einem erheblichen Auftragsbestand in das erste Biertel Ma che handelt," bei der die Kommunisten durch Frreführung gängen von Aufträgen bemerkbar macht, so gehen doch die Gießereien tochen wollten. Für den Verlauf der Aktion lehnte der Syndikalist" jabr 1923 hinein. Wie auch in den übrigen Industriezweigen ist jede Verantwortung ab. diefe starte Nachfrage auf das Bestreben der Abnehmer zurückzuBei ihrer Abrechnung in der Pfalz" teilt bie kommunistische führen, sich vor neuen Preiserhöhungen günstig einzudecken und Bresse jezt mit, daß an dem wilden Streit 2500 Syndi alle verfügbaren Geldmittel zum Schutze vor weiterer Entwertung talisten und 900 Mitglieder der Allgemeinen Arin Ware anzulegen. Niemand dürfte wohl darüber im Zweifel beiterunion" beteiligt waren. Beide Organisationen hatten fein, daß nach Eintreten stabiler Berhältnisse mit den Streit anerkannt und ihre Mitglieder im ganzen Reich zur einem Il mfchlag zu rechnen fein wird. Was die Lage der nicht beteiligten Syndikalisten und Unionisten durch Beschluß ver- dem Hauptartikel Gußeiferne Defen" völlig aufgeUnterſtüßung aufgerufen. Im Streitgebiet sind die am Streit handelsgießereien angeht, so hat die Nachfrage nach pflichtet worden, 2000 Mart pro Woche für die Streifenden hört; auch find die Aussichten für das nächste Halbjahr sehr trübe. abzuführen." Dem größten Teil der Unionisten und Syndikalisten Die Rauftraft der Kleinabnehmer, der Privatläufer, hat fet es aber nicht eingefallen, die 2000 m. auch wirklich abzuführen. gegenüber den überaus start geftiegenen Breifen außerordent Weder die AAU.- Leute noch die Syndikalisten hätten während ich gelitten. Dazu tritt die Ungewißheit der Gesamtwirtdes Streifs ihren streifenden Mitgliedern mehr als 1000 M. aus- fchaftslage, infolge deren auch wirklicher Bedarf zurückgehalten wird. gezahlt. Und nicht einmal alle Mitglieder hätten diese 1000 m. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den übrigen Handelsgußerhalten, obwohl ihre Drganisationsleitungen von der Zentral- artifeln, insbesondere bei Gußgeschirr, das vorwiegend in die streifleitung Unterstügung erhielten und zwar die Syndikalisten Hände der Kleinverbraucher geht. 650 000 M. und die Unionisten 600 000 m2. Nunmehr sei das Bertrauen der Arbeiter zu diefen Organisationen in der ganzen Pfalz start erschüttert, so daß man geradezu von einer Auflösung fprechen könne. Da der Fabrikarbeiterverband seine Organisation " zertrümmert", bleibt alio der ganze Sieg" von Ludwigs. hafen den wackeren Kommunisten, in den sie sich also nicht mit den Kommunisten und Syndikalisten, sondern nur mit den Gelben" zu teilen haben. " Holzarbeiter- Sperre! Die Tischlereibetriebe der Firmen Kurt Loebel, Frankfurter Allee 76, Tigges u. Co.( nhaber Dr. Martin Böhme), Greifs walder Str. 40 und Neue Stönigstr. 61/64, find gesperrt. Diese verbandes zu maßregeln und die Kollegen stehen zwecke Abwehr Firmen beabsichtigten, eine große Zahl Mitglieder des Holzarbeiter im Streit. Bor Arbeitsannahme wird hiermit bringend gewarnt! Die gestern stattgefundenen Verhandlungen über die Erhöhung Deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. der Beamtengehälter für Januar brachten die Erhöhung des Teuerungszuschlags um 69 Broz. für die erste Hälfte die Mitteilung, daß die Bäder zu dem Schiedsspruch des Schlich Die Lohnbewegung der Bäder beendet. Wir brachten schon des Januar und um weitere 68 Proz. für die zweite Hälfte des tungsausschussee, welcher für die zweite Hälfte Januar eine Lohn Monats. Die Gesamtbezüge der Beamten und Angestellten erfahren also im Monatsdurchschnitt eine Erhöhung um etta 30 Broz. Der Frauenzuschlag wurde von 3500 auf 5000 M. Heraufgesezt. Die Metallarbeiter lehnen ab. Dreiviertelmehrheit für Streit. Wie wir erfahren, hat die Urabstimmung der Berliner Metall arbeiter die Ablehnung des Schiedsspruches und die statuten gemäße Dreiviertelmehrheit für einen Streit ergeben. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, da die Auszählung noch nicht abgeschlossen ist. Jedoch kann an dem vorstehend mitgeteilten Refultat nicht mehr gezweifelt werden. Dieses Ergebnis war angesichts der unverständlichen Haltung der Unternehmer und angesichts des neuen Marksturzes vorauszusehen. Wie uns mitgeteilt wird, hat HERMANN e Leipziger Str. Frisches Alexanderpl. Fleisch Kalbsrücken Pid. 700.Kalbskamm. Pid. 740.Kalbsbrust... Pid. 740. Kalbskeulen Pid. 800.Weisskohl... Pfund zulage von 30 Broz. brachte, Stellung genommen haben und dem Schiedsspruch troß der Bedenken, welche in der Bersammlung erhoben wurden, zustimmten. Aber über den Ausgang der Sache bestand noch keine Klarheit, da die Bäckermeister abgelehnt hatten. Nun haben auch die Bäckermeister zugestimmt, da ihnen der Des mobilmachungskommissar erklären mußte, daß die Behauptung, diese Löhne seien der Zeit entsprechend zu hoch, nicht zutreffe. Deutscher Verkehrsbund( Deutscher Transportarbeiterverband). Seute abend 6 Uhr Gruppenversammlung für den Chemischen Großhandel, Mineralöle und Fette in den Residenz- Festsälen, Landsberger Str. 381. Bericht von den Lohn. verhandlungen. Sattler, Tapezierer- und Portefeuiller- Berband. Heute abend fünf Uhr Bersammlung der Portefeuiller bei Wilte, Sebastianstr. 39. Die Heimarbeiter fowie die Kollegen der Portefeuillebetriebe haben unbedingt zu erscheinen. Zentralverband der Schuhmacher. Freitag abend 7 Uhr bei Baranowski, Grüner Weg 9, Bersammlung der Saubstummen. Deutscher Wertmeisterverband, Bezirksverein 12. Fachgruppe Städtische Meister: Freitag abend 6 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Wein. meisterstr. 15. Tagesordnung: Bortrag des ehemaligen Finanzministers Lüdemann über Soziale Baubetriebe". BILLIGE Verkauf soweit Vorrat Wurst in Dos.. ca. fündigung non Hypotheten erfolgt, weil die HypothekenDie Hypothefenentwertung Am 1. Januar ist eine Maffenschuldner die Geldentwertung benutzen wollen, um ihre Gold. Tll. hört, hat die Regierung Maßnahmen in Aussicht geverpflichtungen mit dem schlechteren Gelde zurückzuzahlen. Mie die nommen, um dagegen einzuschreiten. Der Reichsjuftizminifter wird in einer der nächsten Barlamentsfizungen hierüber Bortrag halten und die Angelegenheit zur Entscheidung bringen. Devisenturse. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 256.35 Geld, 257.65 Brief; 1 japanischer Den 4987.50 Gelb, 5012.50 Brief; 1 brafilianischer Milreis 1132.16 Geld, 1137.84 Brief; 1 Schweizer Frank 1955.10 Gelb, 1964.90 Brief: 1 spanischer Beseta 1615.95 Geld, Brief; 1 tschechische Krone 297.75 Geld, 299.25 Brief: 1 ungarische 1624.05 Brief; 100 österreichische Kronen abgeft. 14.91 Geld, 14.99 Krone 3.89 Geld, 3.91 Brief; 1 bulgarische Lema 63.84 Geld, 64.16 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 107.23 Geld, 107.77 Brief. 100 Bolemmart wurden im freien Berkehr mit etwa 50 m. gehandelt. Berantwortlich für den rebaft. Letl: Bictor Gilf, Berlin; file anzeigen: Borwärts- Buchbruckerei n. Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin. Lindenstr. 8 Th. Gloce, Berlin Berlag Bormärts Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Lebensmittel Fische ausgenomRindfleisch 400h. 480.- Fr. Dorsch und in Dos., ca Leberwurst 400 g Inh. Blutwurst 400 g Inh. in Dos., ca. 750, men, und 220.Grüne Heringe P Pia 290.Sülzwurst....... Pfund 900.- Fr. Seelamis. 400. Pfund Verkauf sowelt Vorrat, Käse Soldiner............ Stück 135.Stück GemüseCamembert..... Std 160.- konserven Kochkäse-Pfd.- Stck. 170.Harzer Käse... Pfund 560.Grobe Mettw. Pja. 1400.- Fr. Goldbars Pfund 420.- Limburger 420.- Limburger... Pfund 980.35.- Kochäpfel.. Plund 30.- Essäpfel Pfund in 1- und 2- Pfund- Dosen Brech- und Schnittbohnen, Kohlrabi, Karotten, Spinat und Erbsen Brech- und Stangenspargel 40.- Karottenser 460.Fiund Nr. 1640. Jahrgang Dem 75jährigen Frih Zubeil. Beilage des Vorwärts Der alte Parteiveteran Fri 3ubeil begeht heute seinen 75. Geburtstag. Die Partei, vor allem aber die engeren Partei freunde in seinem Wahlkreis Teltow- Beestow- Storfow- Charlottenburg gedenlen heute voll Dankbarkeit des Jubilars und seiner aufopferungsvollen Arbeit. Raum ausgelernt, ging der junge Tischlergeselle Frih Zubeil auf die Wanderschaft. Und auf der Balze vernahm auch er das Echo des proletarischen Befreiungstampfes. 1867 trat er dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein als Mitglied bei und warb für die Lassalleanischen Ideen bis zu seinem unfreiwilligen Eintritt in die preußische Armee. Bald nach Beendigung des deutsch- französischen Krieges und seiner Entlassund aus dem Militärdienste bestimmte ihn sein proletarisches Pflichtgefühl, sich erneut in die proletarischen Kampfes reihen zu stellen. Vor 1872 ab entfaltet er in Berlin und in der Mart Brandenburg eine so rege Tätigkeit, daß er bald durch das Bertrauen der Berliner Parteigenoffen auf wichtige und verantwortungsvolle Posten berufen wurde. In den Jahren des Sozialisten gesetzes finden wir Frig Zubeil trotz aller Berfolgungen in den ersten Kampfreihen der Berliner Parteibewegung. Gehörte er doch in der illegalen Zeit von 1878 bis 1890 zu den stets Eingeweihten. Der Beschluß des Pariser Internationalen Arbeiterfongresses von 1889, der die Arbeiter aller Länder aufforderte, am 1. Mai jeden Jahres für den gefeßlichen Achtstundentag und anderen weitgehenden Arbeiterschutz zu demonstrieren, hatte 1890 in der Partei in bezug auf die Durchführung des Maibeschlusses eine Krise hervorgerufen. Zwölf Berliner Parteigenoffen, darunter Friz Zubeil, Theodor Glocke und Mag Schippel, erklärten Ende März 1890 in einem Aufruf ,, Was soll am 1. Mai geschehen?" daß der 1. Mai allüberall durch Arbeitsruhe begangen werden müsse. Dieser Aufruf fand nicht die Billigung des Zentralwahlkomitees der Partei. Ohne vorher mit den Zentralinstanzen der Partei Fühlung genommen zu haben, proflamierten die 12 Berliner Genossen die Arbeitsruhe. Ignaz Auer mißbilligte damals das Verhalten jener Genossen und empfahl ihnen, nicht eher Schritte in dieser Angelegenheit zu tun, bis die Fraktion als Vertreterin der Partei gesprochen hat. In der Zeit der Schmach- und Schandgeseze wurde Frik Zubeil als ein glühender Propagandist sozialistischer Ideen von dem Unternehmertum bestraft. Dieses und vieles andere hielt aber unseren Alten nicht ab, nach wie vor seine ganze Kraft in den Dienst der proletarischen Sache zu stellen. Am 11. Dezember 1889 wurde Fritz Zubeil im 11. Berliner Kommunalwahlbezirk in einer Stichwahl zum Stadtverordneten gewählt. Seit dieser Zeit ist der Jubilar ununterbrochen Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung und in bezug auf Amtsdauer das älteste Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Im Jahre 1893 eroberte er den Kreis Teltow Beeskow- Storfow- Charlottenburg für die Sozialdemokratie und gehört dem Reichstag seitdem ununterbrochen als Mitglied an. Friz Zubeils Stärke lag besonders in der Rolle des Propagandisten und Agitatoren. Jeden Sonnabend und Sonntag zog er hinaus auf das Land, warb und agitierte für den Sozialismus und für die Partei. In dem Riesenwahlkreis Teltow- Beeskow gibt es fein Dorf und feinen Marktflecken, in dem Zubeil nicht zu den Menschen gesprochen hat. Wollte man das Leben unseres Jubilars auch nur in fnappen Strichen widergeben, so wäre solch eine Schilderung auf das engste verknüpft mit einem guten Stück Parteigeschichte. Die Bartei und all die Genossen, die durch ihre Parteiarbeit dem Jubilar nicht nur politisch, sondern auch menschlich näher getreten sind, nehmen heute an seinem 75. Geburtstage innigen Anteil und hegen die besten Glüd. wünsche für fein ferneres Wohlergehen. Möge unserem Alten noch manches Jahr befchieden sein, um in förperlicher und geistiger Frische in edlem Wettstreit mit den jungen Kämpferscharen der Partei zu arbeiten. Darum unser Glückwunsch und ein Hoch unserem alten Friz. Franz Künstler. Donnerstag, 11. Januar 1923 rechten Auge. In höchster Bedrängnis griff jetzt der Wachtmeister, Karlstraße, Schiffbauerdamm usw. oder auf dem Stadtbahnwege nach der jeden Moment vom Wagen zu stürzen drohte, zu seinem Spandau Beitragsmarlen abhanden gekommen. Da der Einfassierer erfaz iiber Kopf und Oberkörper, so daß dieser stark blutende Ankauf der Marken wird eindringlichst gewarnt. Verbandsmitglieder werden Seitengewehr und verfeste dem. D. mehrere Siebe pflichtig ist, wird um Rückgabe der Marken an den Deutschen Verkehrse bund, Engelujer 24/5, Simmer 48 III, oder Zimmer 34 II, gebeten. Vor Wunden erlitt. Nachdem nun endlich der Wagen zum Steben geim eigenen Interesse dringend ersucht, falls ihnen von unbekannten Ber bracht worden war, ergriffen die beiden Mitfahrer die Flucht, sonen Beitragsmarten angeboten werden solten, die Verkäufer sofort fejt während D. sich abermals auf den Beamten stürzte, und erst nach nehmen zu lassen. weiteren hieben konnte D zur Bache gebracht werden. Der Mörder feiner Frau. Das Ende einer Ehe. Der tragische Ausgang einer unglücklichen Ehe bildete den Gegenstand einer Anklage wegen Mordes gegen den Schneider Friedrich Wilhelm Häring, der sich vor dem Schwurgericht des Landgerichts II zu verantworten hatte. Die Anklage entrollte das trübe Bild einer zerrütteten Ehe. An einem Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Kreis Berlin- Mitte. Freitag, den 12. Januar, 7 Uhr, Vollversammlung aller Elternbeiräte der BSPD. im Restaurant Bürgerheim, Alte Schönhauser Straße 22-24. Borivag: Kommune und Schule". Jede Schule muß vers treten feiu. 2. 5. 13. 14. Streis Ziergarten. Freitag, den 12. Januar, 7½ Uhr, Kreisvertreterversammlung in den Arminius- Hallen, Bremer Str. 73. Thema: Stabili. fierung der Mark und Steigerung der Produktion". Referent Dr. Mierendorf. Wahlen. Ohne Delegiertentarte fein Zutritt. Kreis. Freitag, den 12. Januar, 7 Uhr, Sizung der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde bei Schmidt, Andreasstr. 12, v. 2 Tr. Bestimmtes Erfcheinen erforderlich. Kreis Kreuzberg. Freitag, den 12. Januar, 716 Uhr, bei Reim, Urbanſtr. 29, Abteilungsleitern, Raffierern und Bertreterinnen der Frauen.- 6. Kreis. Freitag, den 12. Januar, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Gigung der Zeitungstommission. Kreis Tempelhof. Freitag, den 12. Januar, 7 Uhr, findet in Tempelhof. Borussia, Ede Neue Straße, bei Sansen eine Sigung des gesamten Kreisstatt. pünktliches Erscheinen Kreis Reutään. Freitag, Den 12. b. W., 7 Uhr, Gigung des erweiterten Borstandes an bekannter Stelle. Parteigenoffen, die in der Jugend mit arbeiten wollen, werden zu einer Sigung am Freitag, den 12. Januar, 7½ Uhr, im Jugendheim, Nogatstr. 53, eingeladen. Heute, Donnerstag, den 11. Januar: Jungsozialisten. Gruppe 7: 7½ Uhr im Jugendheim, Bärwaldstr. 64, Dr. Hernberg über ,, Staat und Wirtschaft". Gruppe Friedrichshain: Donnerstag 7½ Uhr Diskussionsabend in der Schule Straßmannstr. 6. Gruppe Nen Tölln: 8 Uhr im Jugendheim Nogaiftr. 53, Diskussionsabend: Das legte Heft der Jungsozialistischen Blätter" ,,, Karl Marg und wir",„ Das Volk von morgen". Der 29jährige Angeklagte, ein armseliges, sehr wenig intelligent aussehendes männchen, hat seine Che- 6. Frau Else durch drei Revolverschüsse getötet. Die Frau hatte ihn siebenmal verlassen, und immer wieder hatte er sie veranlaßt, zu ihm zurückzukehren. Als sie ihn zum letztenmal im November 1921 mit dem fünfjährigen Kind wiederum zurückließ, hatte sie ihren Aufenthalt verheimlicht, damit der Mann sie nicht wiederholen könnte. Häring ermittelte aber bald, daß sie bei Sonntag im Dezember lockte er sie frühmorgens durch Klingeln aus einem Arzt in Zehlendorf in Dienst gegangen war. der Wohnung heraus und verlangte unter Drohungen, daß sie wieder zu ihm zurückkehre. Die Frau weigerte sich jedoch. Als sie ihm den Rüden fehrte, um in die Billa zurückzugehen, zog er blitzschnell einen Revolver und gab drei Schüsse auf die Frau ab, die sie zu Boden streckten und ihren Tod herbeiführten. Der Angeklagte mill den Revolver gekauft haben, um sich selbst und sein Kind zu töten, wenn es ihm nicht gelingen follte, seine Frau zur Rückkehr zu bewegen. 2ffs die Frau sich weigerte, habe er im Zustand der getöteten Ehefrau das Zeugnis einer foliden anständigen Frau ausBesinnungslosigkeit auf fie geschossen. Von den Zeugen wird der gestellt. Dem Angeklagten dagegen wird nachgesagt, daß er ein liederliches Leben geführt, sich mit fremden Frauenspersonen herumgetrieben, feine Ehefrau vernachlässigt und mishandelt habe. Die Anlage auf Mord wird durch Staatsanwalt Zimmermann vertreten. Für die Berhandlung, zu der eine große Zahl von Zeugen geladen ist, sind zwei Tage festgesetzt. Die Stadtverordnetenversammlung hat am heutigen Donners tag ihre erste Sigung im neuen Jahr. Die Tagesordnung bringt nicht weniger als 75 Punkte, teils Reste aus früheren Sigungen, teils neue Vorlagen, die sich seit der letzten Sigung vor Weihnachten angesammelt baben. An der Epige steht die Vorte herwahl, deren Ausgang noch gänzlich ungewiß ist. Ein Teil der bürgerlichen Presse bezeichnet bereits die Wiederwahl Casparis als sicher, da die bürgerlichen Parteien sich geschlossen gegen den, sozialdemokratischen Kandidaten Dr. Went erflärt hätten. Demgegenüber berichtet das ,, Tageblatt" über starke Differenzen der bür gerlichen Parteien mit den Deutschnationalen, so daß durchaus noch nicht sicher ist, ob Dr. Caspari wieder als Kandidat aller bürgerlichen Parteien wird gelten können. Jedenfalls sind die Tria bünenfarten angesichts des zu erwartenden„ großen" Tages fämtlich vergeben. Zum Markthallenstreit erfahren wir, daß die heute stattfindenden Einigungsverhandlungen auf die persönlichen Bemühungen des Oberpräsidenten zurückzuführen sind. Die streitenden Parteien werden sich unter dem Borsiz des Oberpräsidenten somie in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Böß zusammenfinden. Die Notstandsaftion des Magiftrats, mit tatkräftiger Unterftügung der Genossenschaft Berliner Lebensmittelhändler, tritt jetzt mirffam in Erscheinung. Am Dienstag find 21 Waggons Ge= müfe in Berlin eingetroffen und in allen Teilen der Stadt an Kleinhändler verteilt worden. Weiter wird uns mitgeteilt, daß heute mehrere Großfirmen in der Nähe von Markthallen und anderen Stellen unter dem Schuß der Polizei den Berkauf von Lebensmitteln in großem Maßstabe aufnehmen werden. Einzelne Standinhaber hatten schon vorher mit dem Berkauf von Fleisch und anderen Waren begonnen. Das Markenbrot 570 Mark. Beschränkung der Kleingebäckausgabe auf Karten. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Die Reichs: Otto Frankenberg, über den wir in der gestrigen Morgen In dem Mordprozeß gegen den früheren Schupowachtmeister getreidestelle hat vom 15. Januar ab die Preise für Roggenmehl ausgabe berichtet haben, verneinten die Geschworenen des LandDon 13 000 auf 27 000 M., für Weizenmehi von 14 000 auf gerichts II vorgestern in später Abendstunde die Schuldfrage auf Mord 29 000 m. je Doppelzentner erhöht. Da auch die Unkosten der Mehl- und sprachen den Angeklagten des einfachen Totschlages perteilung und Gebächerstellung sich in allen Einzelheiten inzwischen unter Zubilligung mildernder Umstände schuldig. Das Urteil lautete erhöht haben, beschloß der Magistrat in seiner geftrigen Gigung, auf vier Jahre Gefängnis und fünf Jahre Chrverlust. Ein den Preis für das 1900- tamm- Brot für die Zeit vom 15. Januar Jahr Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten angerechnet. ab auf 570 2. festzusetzen; die gleiche Menge freien Brotes toffet Großfeuer fam am Mittwochabend gegen 6 Uhr in Bohns= bereits in der laufenden Woche rund 730 m., und der Preis wird dorf bei Falkenberg nahe Grünau aus noch unbekannter fich in der nächsten Woche voraussichtlich noch erhöhen. Die kom- Ursache zum Ausbruch. Es brannte eine mit Getreide und fünftmunalschrippe foftet vom 15. Januar ab 20 m. Die geringe Er- lichem Dünger gefüllte Scheune in solcher Ausdehnung, daß an= giebigkeit des feuchten Mehls der diesjährigen Ernte zwingt außer- fänglich das ganze Dorf gefährdet schien. Die Wehren aus der Um dem dazu, die wahlweise auf die Brotfarte gewährte Menge des gegend waren in großer Zahl zur Stelle. Bei der Löschung, die Kleingebäcks, bei deffen Herstellung ein verhältnismäßig großer Wassermangel aufgehalten wurde, erlitten mehrere Feuerwehrmänner Brandverlegungen. Die BrandAusbackverlust eintritt, herabzusetzen; es fönnen vom 15. Januar ftelle war bis spät in die Nacht hinein von der herbeigeeilten Beab auf die Broffarte nur noch vier Schrippen ze je 50 Gramm an bölferung umlagert. Stelle von 200 Gramm Großbrot, und zwar auf die Abschnitte F, G, H und J, entnommen werden. Der Preis des Küchenmehls beträgt vom 15. Januar ab 190 m. je Pfund. foll von heute, den 11. Januar 1923, ab auf die Linie 6, SüdDer Verfuch mit dem Ein- Mann- Wagen bei der Straßenbahn ring, Linie 20, Spandauer Hauptbahnhof bis Stadtpart bzw. Johannisstift und auf alle Köpenicker Borortlinien ausgedehnt werden. Die Ein- Mann- Wagen find als solche befonders getenn zeichnet. Um die Abfertigung der Fahrgäste nicht unnüß zu verögern, bittet die Betriebsleitung die Fahrgäste, an den Haltestellen das Fahrgeld bereits abzuzählen und unverzüglich nach dem Aufschnell aus und einzufteigen und vor dem Besteigen des Wagens steigen unaufgefordert an den Führer zu entrichten. Bater werden ist nicht schmer, Bater sein aber sehr! Neben allem Sonstigen, was Ausstattung eines fleinen Erdenbürgers Morgen, Freitag, den 12. Januar: 14. Abt. 7½ Uhr Funktionärkigung bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Elternbeiräte, 12. Berwaltungsbezirk. 7½ Uhr wichtige Sigung im Gymnasium, Seesestraße. Sämtliche Kandidaten und Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Gobin, Noonstraße, Vorstandssigung mit allen Funktionären. * Die Sungasialisten. Sesamtveranstaltung am Freitag, den 19. Jannar, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Reichstagsabgeordneter Sollmann- Röfn spricht. Ortsgruppenveranstaltungen fallen an diesem Tage aus. 7 Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Abteilungsvorfigende! Am Sonnabend, den 13. Januar, abends bindet im Jugendheim, Sindenstr. 3. die Abteilungsvorsitzendenkonferenz tatt. Alle Abteilungen müssen wegen der wichtigen Tagesordnung vertreten fein. Abteilungen, die Aenderungen ihres Abteilungsvorstandes noch nicht gemeldet haben, müssen dies unbedingt noch vor der Konferenz dem Jugendfetretariat mitteilen. Die Programme für den Monat Februar müssen umgehend abgegeben werden. Heute, Donnerstag, den 11. Januar: Baumschulenweg: Jugendheim Ernststr. 16, Bortrag: ,, Nathan der Weise". Rieberschöneweide: Jugendheim Gemeindeschule Berliner Straße, Disfuffionsabend: Bürgerliche Jugendbewegung". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Schuhverband der Schwerhörigen. Donnerstag 7% Uhr in Sanerlands Festfälen Bortvag des Herrn Dr. Stern: Die Stabilisierung der Martini d Wetter bis Freitag mittag. Etwas fühler, zeitweise beiter, aber ehr unbeständig mit wiederholten, im Küstengebiet vielfach starken Regenund Graupelschauern. Theater des Osten s ( Rose Theater) Theater, Lichtspiele usw. Florians dochzeit Opernhaus 73/ Volksbühne Casino- Theater Der neue Schlager! 8 Uhr: Friedrichstr. 218 Der Ring der Nibelungen 7½ Uhr: 2. Tag. 6 Uhr: Verschwender Mullers Prinzeßchen Apollo Theater Siegfried Schauspielhaus 7% Unr: 72 Uhr: Lessing- Th. Urania 8 Geschäft ist Geschäft Theater& Uhr Hidalla Freitag 7: Faust Deutsch. Theat. Geschäft ist Geschäft Abend- Vorstetig Dent. Künstler- Th. 7. 5501-5600 71: Kabale u. Liebe Oberammergauer Passionsspiele. Sbd. bis Mont. 72: Kleiner Saai 8 Uhr: Medizinisch.Kinematographie 7% Uhr: Russisches Romantisch. Theater Regie: Boris Romanoff Das Russ. Ballett Nur noch wenige Tage das von der Presse begeistert Desprochene erste Fig. 7 U. z. 1. Male: Käthe Dorsch in SCALA grammontag Kaiser Karis Großmama Gelsel Kammerspiele Central- Theater in flagranti 8 Uhr Internat. : Dee Biur 71/2: Der Bigamist Varieté Der gestief. Kater Das 8 Uhr: Timotheus Freitag 8 U.: Glas Wasser Gr.Schauspielh. Heute und morgen ( Karlstraße) geschlossen Sonntag, 14. Januar 2 U.: Das Schwarzwaldmädel Theater 1. d. Königgrätz. Str. 8 U: Savonarola Ernst Deutseh 8: Derprachtvolle Komödienhaus Hahnrei Grska, Gebühr, Riemann. Berliner Th. 7.15: Madame Hilde Wörner, Robis auf weiteres: Tanzdivertissement Anfang 814 Uhr Telephon: Kurf. 696 U. T. Kurfürstendamm Freitag, den 12. Januar nachmittags 6 Uhr Hermes- Film- Première Komödiantenkind nach dem Roman von Max Grube Regie: Fred Sauer Die AEG.- Schnellbahn muß gebaut werden. Mit dem Millionenrechtsstreit zwischen der AEG. und der Stadt Berlin, der vor Jahren wegen der Weiterführung der Nordfüdbahn entstanden ist und in zwei Instanzen mit einer Zurüdweifung der städtischen Forderungen endete, beschäftigte fich auch das Reichsgericht als Revifionsinftanz. Die durch Geheimen Justizrat Dr. Jund vertretene Stadt Berlin hatte im Revi fionsverfahren einen vollen Erfolg. Der Spruch des Reichs- gehört, find auch die Gebühren für die Hebammen aber gerichts lautete: Das Urteil des Kammergerichts wird aufgehoben mals heraufgesezt worden, und zwar betragen fie 100 Proz. von und das Urteil des Landgerichts Berlin dahin abgeändert, daß die den Säßen der Gebührenordnung vom 27. November 1922. Pompadour Beklagte verurteilt wird, die Schnellbahn Gesund= brunnen Neukölln auf der Strecke an der Neuen Friedrichschule für Proletarier zum legten Male Abendkurse in Englisch Englisch und Französisch. Mitte Jannar werden in der Sprachberts, Wirl, Haskel. straße( die Ausführung dieses Streckenteiles war bisher nur ein- und Französisch für Anfänger ohne Vorkenntnisse beginnen. Residenz- Th. getlagt) fertigzustellen. Die Kosten des Rechtsstreites hat die AEG. meldungen: Sonnabend, den 13. Januar, von 5-7 Uhr abends und Täglich 8 Uhr zu tragen. Sonntag, den 14. Januar, von 11-1 Uhr mittags in der Gemeindeschule Gipsstraße 23a( Nähe Bahnhof Börse), Zimmer a. Es lebe das Leben Der Kampf auf dem Schlächterwagen. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Der Lehrplan der von H. Sudermann Arbeiterbildungsschule für das Quartal Januar/ März 1923 Ida Wüst Der Schlächtermeister Theodor D. aus der Kneiebedstraße in ist erschienen und zum Preise von 10 M. bei den bleuten der Kreis- Schroth, Klein, Neukölln fuhr fürzlich in den Abendstunden in übermäßig schnellem bildungsausschüsse und im Bureau des Bezirksbildungsausschuffes Linden Tempo mit seinem unbeleuchteten Wagen die Hermannstraße entlang, straße 3, 2. Hoi, 2 Tr., Zimmer 8, zu haben. Sonntag, den 14., nachso daß die anderen Fuhrwerke und die den Fahrdamm überschreitenden mittags 3, 1hr, in der Philharmonie, Bernburger Str. 23: 4. Feit Bassanten gefährdet wurden. Der wiederholten Aufforderung eines schlag von 60 m. pro starte erhoben. Einzelfarten zum Preise von 120 M. tonzert( Ruffische Musif), 1. Serie, gelbe Karten. Es wird ein Zu Beamten, anzuhalten, fam D. nicht nach, sondern fuhr unter groben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und am Tage des Konzerts am Schimpfworten weiter. Der Beamte eilte dem Wagen nach, sprang Eingang des Saales. Sonntagnachmittag 3 Uhr im Neuen Theater bon hinten hinauf und padte die Leine. Nun tam es zu ein er am 300 Anatol", vier Einalter von Schnikler. Starten à 180 M. find aufregenden Szene. D. und feine zwei Mitfahrer ver- noch an der Stasse zu haben. suchten, den Beamten vom Wagen zu stoßen, und ver- Verlust von Verbandsbeitragsmarken. Einem Einkaffierer des letzten ihn durch einen Hieb mit dem Beitschenstiel erheblich am Deutschen Verkehrsbundes sind am Montag, den 8. d. W., in seinem Bezirt Theater, Lichtspiele usw. siehe auch nächstfolgende Seite! Böttcher, Els. Wasa Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen Carola Toelle, Olga Limburg. Falkenstein, Kaiser- Titz. Bildkunst: Heinrich Gärtner Hauptrolle: Grete Reinwald Vorverkauf von 11-1 Uhr an der Theaterkasse Deutsch. Opernhaus 72 Uhr: Der Zigeunerbaron Groß. Volksoper im Theat, d.Westens 7 Uhr: Barbier von Sevilla Intimes Theater 7 U.: Bubi will nicht usw. 10: Freundinnen Gastspiel Iven Andersen Jeder die Hälfte! Lustspielhaus 8 U.: Der Mustergatte mit Max Adalbert Metropol- Theater 712 NewYork- Berlin Stg. 3: Die Bajadere Neues Operett.- Th. 734 Uhr: Heirate deine Frau! Neues Th. am Zoo 72: Jean Gilberis Opereite Dorine u. der Zufall Neues Volkstheater 7/2: Laun.d.Verliebt. Der Neffe als Onkel Renaissance- Theat. 7% Uhr: Die Juden Schiller- Th. Charl 8 U: Großstadtluft Thalia- Theater Geschloss. Morgen 7 Uhr: Ein Jahr ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. Deutscher Weinbrand Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NACHSTE ABFAHRTEN: President Roosevelt 17. Jan. 28. Febr. America 7. Febr. 11. April President Harding. 14. Febr. 21. März George Washington 21. Febr. 28. März Southampton u. Cherbourg I Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES Berlin W8, Unter den Linden NW 40, Invalidenstr. 93 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Walhalla Theat. Tägl. 73/4: 856 Die tolle Lola WINTERTEN 7.U.Dein Mund... Musik von H. Hirsch Molly Wessely Stg. 32: Velter a. Dingsda Paul Heidemann Theater in d.Kommandant.- Str The Schlemihl Wallner- Theater 8 Uhr: Der kühne Schwimmer Opern- Gastspiele im Walhalla- Th. Sonntag nachm. 21 Uhr: Carmen Marcella Roeseler Maria Schneider- Pfaut Carl Armster Franz Naval Inhaber 1-4 Pers. 50% Ermäßig. 0 Der Blaue Vogel Trianon- Th. Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich Das 3. Programm Täglich 8 Uhr Lissi die Kokotte Pers.unter 18 Jahren haben keinenZutritt Komische Oper ( 7%) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 6 Balletts! 200 Mitwirkende! 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Metallfartell Achtung! vorm. Heute, Donnerstag, den 11. Januar, 9 Uhr, im Verbandshause ( im Zimmer des Bevollmächtigten ürich), Linienstraße 83-85: Situng. Alle Metallfartell- Delegierten haben bestimmt zu erscheinen. 138/8 Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung Der 13. Nachtrag zur Sagung der Allgemeinen Ortstrankenkasse BerlinNorden betr. die Aenderung der§§ 1. 6. 10, 19, 20, 31 u. 45 ist vom Oberversicherungsamt Berlin am 28. Dezember 1922 genehmigt worden. Der Nachtrag ist mit dem 1. Januar 1923 in Kraft getreten. Berlin RW. 40, den 9. Januar 1923. Der Vorstand. Reubecker, Borsigender. Bekanntmachung Am 30. Dezember 1922 machten wir bekannt, daß wir wegen weiterer starter Berteuerung der Kohle, Frachten, Löhne, Materialien usw. gezwungen wären, den Gaspreis von der im Januar 1923 ftait findenden laufenden Gasmesserstandaufnahme an wetter beträchtlich zu erhöhen. und daß wir den neuen Gaspreis dem nächst bekanntgeben würden Bir teilen nunmehr mit, daß in Berlin Budow Bin.- Dahlem " 1 " Friedenau Grunewald Bankwig Marlendorf Groß- Ziethen Grunewald- Forst Klein- Machnow Lichtenrade Neukölln Marienfelde Nikolasjee " " " 7 Nieberschöneweide Rudow " Schmargendorf Schönefeld ,, Schöneberg Selchow " Steglig " " Stahnsdorf Teltow Tempelhof Wilmersdorf Baßmannsdorf der Preis für das Kubikmeter Gas bis auf weiteres 200 m. einschließlich Kohlenund Umsatzsteuer und Miete für Gasmesser und Münzgasmeffereinrichtungen sowie Abgabe an die Gemeinden, beträgt. Berlin, den 8. Januar 1923. Gasbetriebsgesellschaft A.-G. Der Borstand: E. Köriing. Ortstrantenlaffe der Klempner 30 Berlin. Die VII. Satzungsänderung ist vom Oberversicherungsamt genehmigt und tritt, soweit dies nicht schon früher geschehen ist, mit Montag, den 15. Januar 1923, in Kraft. Geändert sind die§§ 2, 10, 16, 21, 25, 29, 43, 47, 57, 68 und 69. Druckstücke der VII. Gagungsänderung finb im Kaffenlokal erhältlich. Der Borstand. Hermann Ziegler, Borsigender. [ 175/2 Botenfrauen und Männer stellt sofort ein Berlin, Laufizer Plat 14/15 Neukölln, Neckarstr. 2 Tempelhof, Kaiser- WilhelmStraße 13. Hauptexpedition Vorwärts. fleinen Mengen, Färberei Dito ei Vermietungen * mengläser, Wäsche, Stoffe, Gardinen, Laß, Aleganderstraße 8a, tauft PrisGarderoben, Partiemaren. Mietgesuche Arbeitsmarkt Stellenangebote $ 1000 Mark für große Razen zahlt Korte, Alte Jatobstraße 87. Jugendliche Arbeiter für Anlernung Schränke, alte und neue, zum Beiß- an Spezialmaschinen gesucht. Deutsche ladieren fauft Brugel, Wilhelm 5900, Chalcographic, G. m. b. H., Ate JakobWilmersdorferstraße 37. * straße 23. Bettwäsche. 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