Nr. 1840. Jahrgang Ausgabe A nr. 9 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 D. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Wemelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Beit", ber Unter. haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle toftet 300 M. Reklamezeile 1500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zuläffig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jebes meitere Wort 60 M. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen file Abonnenten Beile 80 M. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dönhoff 292–295 Fernsprecher: Berlag: Dönhoff 2506-2507 Poincarés Triumph. Fünffechftelmehrheit für die Ruhrbesetzung. der Sozialisten. Proteft Paris, 11. Januar.( WTB.) Die Kammer hat mit 478 gegen 86 Sfimmen die vorliegenden Interpellationen über die Ruhrbefehung und die auswärtige Politif der Regierung auf den ersten Freitag im Monat Februar vertagt. Das bedeutet ein überwältigendes Vertrauenspotum für Poincaré, der diese Berbagung selbst verlangt hatte. Gegen die Regierung haben außer den Sozialisten und Kommunisten nur etwa 20 Linksbürgerliche gestimmt. Ungefähr 50 Radikale haberi fich der Stimme enthalten. Paris, 11. Januar.( WTB.) Im Senat gab Ministerpräsident Poincaré die gleichen Erklärungen wie in der Rammer ab. Der Senat beschloß, seine Rede im Lande anschlagen zu lassen. * Freitag, den 12. Januar 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 8 Der Protest der Arbeiterklasse. Genossen und Genoffinnen! Der franzöfifche 3mperialismus ist mit belgischen Hilfstruppen in das Ruhrgebiet eingedrungen. Er gibt vor, sich dadurch die im Versailler Diktat ihm zugesprochenen Reparationen sichern zu wollen. Die angeblichen deutschen Verfehlungen geben der französischen Regierung aber nach dem Vertrag nicht das geringste Recht zur Anwendung dieser brutalen Methode der Gewalt, fondern nur das Anrecht auf Erfah der Sachleistung durch Barzahlung. Aufruf der freien Gewerkschaften. Die freien Gewerkschaften Deutschlands erheben gegen die Befehung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen vor aller Welt den schärfflen Profeft. Sie erbliden in dieser Maßnahme einen jeder rechtlichen Grundlage entbehrenden Gewaltakt und den Ausdruck schlimmster imperialistischer Gewaltpolitit, die von den organisierten deutschen Arbeitnehmern stets bekämpft worden ist, gleich. viel von welcher Seite fie geübt wurde. Die deutsche Sozialdemokratie ist felt dem Ende des Krieges stets Die deutsche Wirtschaft erleidet durch diesen Gewaltaft eine dafür eingetreten, daß Deutschland zum Wiederaufbau der verwüste- tatastrophal wirkende Erschütterung, unter der in erster Linie die ten Gebiete Frankreichs und Belgiens Material bereitstellt und werftätige Bevölkerung Deutschlands zu leiden hat und von der in 3ahlungen in den Grenzen seiner Fähigkeit leistet. Die Leistungs- weiterer Folge die Arbeiter der ganzen Welt auf das fähigteit Deutschlands hängt aber ab von der Sicherheit seiner wirt- fchwerste betroffen werden. Militaristische Gewalttaten Die freien Gewerkschaften find zu diesem Profeft um so mehr befchaftlichen Betätigung. müssen die wirtschaftliche Erholung Deutschlands rechtigt, als sie seit Beendigung des Krieges fich rückhaltlos für die hindern, seinen Kredit zerstören und damit die Grundlage zur Wiedergutmachung und den Wiederaufbau der durch den Krieg zerErlangung der notwendigen Anleihen beseitigen, die die Voraus- störten Gebiete eingefeht haben. Alle Angebote der deutschen Gewerkschaften für den Wiederaufbau tonnten nicht zur Ausführung fehung für wesentliche Reparationszahlungen find. gelangen, weil die französische Regierung diese BerSuche bisher verhindert hat. Die deutschen Gewerkschaften find nach wie vor zu einer der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtfchaft entsprechenden Wiedergutmachung bereit. Sie sehen aber in diefem militärischen Gewaltakt die Verhinderung, wenn nicht gar die dauernde 3erschlagung der wirtschaftlichen Voraussetzungen zur Erfüllung dieser Absicht. Die Erweiterung des befehten Gebietes ist unvereinbar mit dem Versailler Bertrag. Sie zeigt, daß auch vier Jahre nach dem Kriegsende der französische Militarismus, gefolgt von belgischen Hilfstruppen, noch mit den Mitteln des Krieges arbeitet. Sie zeigt, daß froh Böllerbund keine Befriedung Europas erreicht ist. Die Erweiterung des befehten Gebietes erfordert eine Bermehrung der Ententefruppen. Sie hat zur Folge, daß dem militaristischen Moloch Goldmilliarde über Goldmilliarde geopfert wird, während der Aufbau der verwüsteten Gebiefe, der mit diesen Milliarden erfolgen könnte, fträflich vernachlässigt wird. Die französisch- belgische Einmarsch- Note verpflichtet die deutschen Gewerkschaften unter Androhung scharfer Strafen, allen wie immer gearteten Befehlen der Bejahungsbehörden widerspruchslos Folge zu leisten, fogar sie zu unterftüßen. Mitte Dezember galt Poincarés Stellung allgemein in Paris als verloren, zumal er den Präsidenten der Republit Millerand gegen sich hatte, der ihm Schlappheit öffentlich zuin Vorwurf machte. Die einzige Möglichkeit für ihn, seinen Ministerpräsidentenposten zu retten, lag in der Besetzung des Ruhrgebietes. Jetzt, wo die Tritolore in Effen flattert, ist er wieder der starke Mann, dem kein Millerand und fein Tardieu mehr etwas anhaben fann. So wird nach dem Triumph des Rechtes und der Zivilisation, der in Versailles besiegelt wurde, mit der Zukunft Europas gespielt, das sind die Gesichtspunkte, die für das Schicksal der Bölfer den Ausschlag geben! Jetzt hat Poincaré glücklich seine Fünffectelmehrheit in der Kammer des Nationalen Blocks erneut erlangt und die Greise des Sentats, über deren geistige Qualität man fich in normalen Zeiten in Frankreich nie genug luftig machen kann, haben in jugendlichem Eifer sogar Für die Bewohner des Ruhrgebiefes bringt die französische Geden öffentlichen Anschlag der Poincaréschen Rede beschlossen. Der Wortlaut diefer Kundgebung lag bis in später wallpolitik alle die Leiden, die die Bevölkerung des linksrheinischen Abendstunde noch nicht vollständig hier vor. Um sich jedoch Gebietes nun feit mehr als vier Jahren der Fremdherrein Urteil über die Geistesverfassung zu bilden, die in diesen haft tennt. Wir find überzeugt, daß insbesondere die ArbeiterTagen im offiziellen Frankreich vorherrscht, genügt es durch- schaft in dem neubesetzten Gebiet sich mit derfelben Treue zur deutaus, den Bericht über die Antrittsrede des wiedergewählten fchen Republik bekennen wird, wie das die Arbeiterschaft links des Kammerpräsident Raoul Péret zu lesen. Dieser gilt als Rheins feit Kriegsende getan hat. ein relativ gemäßigter und fluger Bolitiker allerdings sind Unser Proteft gegen die Gewaltmethoden des französischen Mill- in im Frankreich des Nationalen Blocs diese Begriffe immer farismus wird in der Welt draußen um so eher widerhall finden, nur relatio Aber die schwulstigen Phrasen, die wenn die deutsche Bevölkerung dieser Kammerpräfident über das edle Schauspiel" geprägt hat, das Frankreich heute biete, und über die ,, Heiligkeit des Rechts", gehören zu der Sorte von Kundgebungen, von denen es sich schwer sagen läßt, ob sie mehr widerwärtig oder eintritt. Aus diesem Grunde lehnt die Sozialdemokratijche Partei es auch ab, mit Nationalisten, denen es, wie ihre Sprache beweist, mehr grotsf find. nicht um Bölkerverständigung, sondern um Völker verhehung zu tun ist, gemeinsam zu demonstrieren. Die Sozialdemokratische Partei wird dies in eigenen Veranstaltungen fun. Wir rufen die Paricigenoffinnen und Parteigenossen im ganzen Reiche auf, am tommenden Sonntag vormittag in Versammlungen gegen die neueste Verlegung des Völkerrechts, gegen jeglichen Imperialismus, für die Befriedung Europas, für die Berständigung der Völker zu demonffrieren. Das Frankreich des Nationalen Blocks soll sich ruhig austoben. Viel hat es in der Achtung der nüchternen und ehrlichen Beurteiler in der übrigen Welt nicht mehr zu verfieren. Fünftausend Jahre menschlichen Fortschrittes und menschlicher Kultur hätten ihren Sinn verloren, wenn fie in diesen geistigen Sumpf münden sollten. Die Rede Poincarés. besonnen und fest für das Selbstbestimmungrecht des deutschen Volkes Parteigenoffinnen und Parteigenossen! Ihr habt die Pflicht, in Parteigenoffinnen und Parteigenossen! Ihr habt die Pflicht, in Paris, 11. Januar.( WTB.) Zu Beginn der heutigen Sigung diesen Versammlungen in Massen zu erscheinen. Die Berhandlungen Der Kammer erklärte der neugewählte Präsident Raoul Péret die Session, die heute eröffnet werde, bilde eine entscheidende Etappe in der Durchführung des Friebenswertes(?). As Zeugen ernster Ereignisse, historischer Taten(!), deren Trag weite für die Zukunft unberechenbar fein tönnte, müßten die Abgeordneten Herren ihrer Worte und ihrer Handlungen sein und sie zu faltblütigen Urteilen Deranlassen. der sozialistischen Jnternationale in Köln haben gezeigt, daß die Arbeiter auch in den Ländern der Entente gewillf find, mit aller Kraft gegen die Befehung des Ruhrgebietes zu proteffieren. Je wuchtiger euer Protest ist, desto mehr wird er diese tionen des internationalen Proletariats unterstügen. Nur durch die Zusammenarbeit der Arbeiter der ganzen Welt wird es gelingen, einen wirklichen Friedenszustand in Europa herzustellen und alle militarisfifchen Gewaltmethoden aus den Bölkerbeziehungen auszuschalten. Deutsche Arbeiter, Beamte und Angestellte! Befundet am Sonntag in den Versammlungen der Sozialdemofratifchen Partei euren Willen zur Bölferverständigung und euren Protest gegen die Erweiterung militaristischer Fremdherrschaft auf deutschem Boden! Berlin, den 11. Januar 1923. Der Vorstand In den schlimmsten Tagen der Reaktion haben die herrschenden Gewalten an die Gewerkschaften derartig entwürdigende Zumutungen nicht zu stellen gewagt. Die hier von den Bejahungsmächten aufgestellten Grundfähe widersprechen allen im Bölkerbundsvertrag enthaltenen Sicherungen für das Selbstbestimmungsrecht der Völker und der damit untrennbarem Zusammenhang stehenden koalitionsfreiheit der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften rufen die Arbeiter, Angestellten und Be amten auf, alles Trennende in ihren Reihen zurüd3 ustellen und den ihnen aufgezwungenen Kampf gegen den unerfäftlichen und kriegerischen Imperialismus geschlossen zu führen. Sie erwarten von der Regierung Maßnahmen, damit die bei der politischen Situation entstehenden wirtschaftlichen Folgen und Opfer nicht von den breiten Massen des Volkes allein oder überwiegend getragen werden müssen. Sie halfen es für selbstoder überwiegend getragen werden müffen. Sie halten es für selbstverständlich, daß die Berlegung des Kohlensyndikats nicht zur Aufhebung der gemeinwirtschaftlichen Kohlenbewirtschaftung führt. Die freien Gewerkschaften Deutschlands rufen die Arbeiter aller Länder auf, ihnen den Kampf gegen die Verweigerung der fundamentalsten Grundrechte der Arbeitnehmer und gegen ihre Berelendung nicht allein zu überlassen; denn ihr Kampf ist auch der Kampf der Arbeiterklasse der ganzen Welt. Berlin, den 11. Januar 1923. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Allgemeiner Freier Angestelltenbund( f- Bund). Allgemeiner Deulfoyer Beamtenbund. Kundgebung in Berlin. Entsprechend dem Aufruf des Barteivorstandes beruft der Be zirksvorstand der Vereinigten Sozialdemokratie gemeinsam mit der Berliner Gewerkschaftskommission und dem AfA- Bund für Sonntag vormittag 10 Uhr Maßenversammlungen ein, in denen die Berliner Arbeiterschaft ihren Protest gegen die vertragswidrige und gewaltsame Besehung des Ruhrgebiets durch französisch- belgische Truppen zum Ausdrud bringen wird. Die Stellen, an denen die Versammlungen stattfinden, werden Die Nation biete das edelste Schauspiel. Ruhig und entfchloffen stehe Frankreich da(!!), treu allen seinen Allianzen, wünsche Frankreich nur, sie zu verstärken. Aber dem Schuldner, für den es hundert Milliarden bezahlt habe, wolle Frankreich teine 3ugeständnisse mehr machen. Das französische Bolt, so langmütig es auch sei, tönne nicht zulaffen, daß der Sieg ihm Stud für Stüd entrissen werde und daß der Friedensvertrag nur noch ein Titel sei.( Sehr richtig! Von Frantreich zerrissen! Red.) Die französische Regierung habe das begriffen. Die finanziellen Schwierigkeiten des Reiches feien vorübergebend, Frankreichs Rechte aber unabänderlich. Es handele sich hier nicht um eine Kriegsentschädigung, um einen Tribut, den man dem der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. noch bekanntgegeben. besiegten Bolle aufgezwungen habe, sondern um eine Kompensation, die man den Geschädigten, den Witwen und Waisen bewilligt habe, die durch das Berbrechen Deutschlands ihrer Ernährer der Pariser Konferenz und erläuterte besonders das französi| Garantien ausführe. Diese Pfänder wären produttiv gewesen, sie beraubt oder ruiniert worden seien, also um eine geheiligte Schuld.[ che Reparationsprogramm, das der Konferenz unterbreitet hätten den Vorteil gehabt, daß man durch sie einen gemeinworden sei in der Hoffnung, es merde von England angenommen famen Druck der Alttierten auf die deutsche Groß= Poincaré worden. Boincaré betonte, daß Frankreich finanziell nicht im- industrie hätte ausüben können, die sich auf ergriff sodann das Wort und erinnerte zunächst daran, daß seine stande sei, einer herabjegung seiner Forderung oder einer| Kosten des deutschen Staates und des deutschen Regierung der deutschen Regierung ein Moratorium ohne Pfänder Assimilierung der französischen mit den allierten Schulden zuzu- Boltes entwickelt und bereichert habe. Der franzö und Garantien verweigert habe, weil das französische Volt schon stimmen. Frankreich sei aber zu einer allgemeinen Rege fische Blan hätte als evil. Sanktion für den Fall, daß die vorgezu viel Geduld aezeiat habe. Er habe alle Mittel erschöpfen I ung der interalliierten Schulden bereit gewesen, die schließlich auch sehenen Reformen nicht von Deutschland erfüllt worden waren, die wollen, um zu einer Berständigung zu gelangen. Das sei notwendig noch zu einer wesentlichen Verminderung der deutschen Schuld ge- Besehung von Essen und Bochum in Aussicht gestellt. Italien gewesen, um die volle Handlungsfreiheit zu gewinnen, die man führt hätte. Frankreich sei also bis zur äußersten Grenze des Ent- und Belgien hätten in gleicher Weise die Notwendigkeit der proden bisherigen Berträgen verdante. Man sei einen gewunde gegenkommens gegangen. Der Ministerpräsident führte die Maß- duttiven Pfänder anerkannt, nur England habe einen anderen nen Weg gegangen, damit französischerseits fein Inrecht nahmen an, die er norgeschlagen habe, um die deutschen Finanzen Plan vorgelegt, der auf den Friedensvertrag von Versailles zurück. gegenüber den Alliierten, ja nicht einmal gegenüber zu sanieren und der fortgefeßten deutschen, Kapitalflucht gefommen sei und der ohne Garantien Deutschland für eine lange Deutschland begangen werde. Wenn die englischen Freunde ein Ende zu bereiten, und sagte, mon fönne nicht hoffen, daß Deutsch- Zeitdauer hätte Bertrauen schenken wollen. Ich muß, so fährt Poineine praftische Lösung vorgeschlagen hätten, würde Frankreich sich land freiwillig die unerläßlichen Maßnahmen hinsichtlich der sogen. caré wörtlich fort, Bonar Law danken für die Höflichkeit, mit ihr angeschlossen haben. Boincaré fchilderte sodann den Berlauf Pfandnahme und der namentlich im Ruhrgebiet verlangten der er Gedanken pertrat, die seit langem die des englischen Schazamtes sind. Bon Konferenzen zu Konferenzen haben sich zweideutige Mißverständnisse gezeigt, wir schritten einem dunklen und gefährlichen Ziele entgegen. Heute noch scheint es, daß das Reparationsprogramm nicht von den Engländern und Franzosen unter den gleichem Gesichtspunkte betrachtet wird. Poincaré fritisiert alsdann den englischen Blan und betont vor allen Dingen, daß man einen Bantierausschuß vorgesehen habe, in dem ein Deutscher size, der Entscheidungen zu treffen habe. Noch niemals seit drei Jahren hätte man Frankreich, welches auf 52 Proz. der Reparationen Anspruch habe, vorgeschlagen, den Vertrag von Versailles umzustoßen, der nicht nur ein inneres Staatsgefeß, sondern ein internationaler Bakt sei. Drei Jahre nach seiner feierlichen Anerkennung diesen geheiligten Bertrag zu zerreißen, wäre ein verhängnisvoller Weg. Dann würde nichts Dauerhaftes mehr sein, und die feierlichsten Berträge wären nur auf Tagesdauer geschlossen. Boincaré fezt die Kritik in der gleichen Weise fort, wie auf der Bariser Konferenz und spricht auch davon, daß der englische Plan Deutschland gestatten würde, seine Suprematie über ganz Europa wieder aufzurichten. Poincaré übt dann Kritik an dem Plan, einen Banfierausschuß einzusetzen und sagt: Wie mächtig auch die internationalen Finanzleute feien, er finde feinen Geschmack daran, fie zum Schiedsrichter der Welt zu machen. Die Einstimmigkeit, mit der die Kammer diese seine Erklärungen aufnehme, beweise ihm, daß heute in finanziellen Fragen der Regierungen die Finanzleute nicht frei schalten und walten dürften. Frankreich und England fönnten loyal miteinander verhandeln, ohne ihre Allianz in Gefahr zu bringen. Jede der Nationen habe das Recht, ihre lebenswichtigen Interessen sicherzustellen, ohne des halb die Allianz aufzugeben. So hätten unter dem früheren Ministerium Frankreich und England gehandelt, ohne daß es zum Bruch gekommen sei. Die Allianz werde heute um so weniger gebrochen werden, da die beiden Regierungen überzeugt seien, daß sie aufrechterhalten werden müsse. Frankreich habe übrigens nur dem von England selbst unterzeichneten Verirag Respekt verschaffen wollen. Poincaré geht als dann zu Berfehlungen über, die die Reparationsfommission bei den deutschen Holz- und Kohlenlieferungen habe bonstatieren müssen. Deutschland behaupte, daß die gebotenen Preise zu niedrig gewesen seien, während Holz und Kohle direkt zu niedrigeren Preisen angeboten seien. Es handle sich also um ein Manöver. Poincaré sucht auch zu beweisen, daß Deutschland Roks und Rohle hätte liefern können, und daß Frankreich nicht dulden, dürfe, daß irgendwelche Berfehlungen bei diesen Lieferungen erfolgten. Der Ministerpräsident geht alsdann auf die wirtschaftliche Lage des Deutschen Reiches ein, um, wie Havas sich ausdrückt, festzustellen, daß es im Unrecht gewesen sei, die Sachlieferungen auf Reparationsfonto zu verweigern. Da Deutschland Kohle nicht geliefert habe, sei es ganz natürlich, daß Frankreich sie bei den Bergmerken suche. Auch auf anderen Gebieten habe Deutschland seinen Widerstand befundet, darüber müsse die gesamte Welt unterrichtet werden. Deutschland fönne ungeheure Quantitäten Stidstoff herstellen, es fönne zweimal mehr produzieren, als seine Landwirtschaft nötig habe. Es könne achtmal mehr Explosiv stoffe herstellen, als die Alliierten imftande gewesen seien, während der Kriegsperiode zu fabrizieren. Was die Lieferung von Stickstoff anbetrifft, über die man verhandelt habe, so müsse man feststellen, daß man eine absolute Ablehnung erfahren habe, was Quantität und Preis anbetreffe. Ueberall Schifanen. Léon Blum feine Truppen lagerfen um die Stadt herum Die öffentliche Meinung hat während der Bariser Konferenz imb ( Cebhafter Beifall und Kundgebungen auf allen Plätzen mit Aus- nachher ein großes Beispiel von Ruhe und Kaltblütigkeit gegeben. nahme der äußersten Cinfen!) Als Poincaré alsdann nach einer Die Regierung hat entsprechend dem Vertrag und den Beschlüssen unterstreichung seiner Auffassung, daß Frankreich allein Sanktionen gehandelt, die die Kammer gebilligt hat. Unsere Aktion wird um so nach dem Vertrage nehmen könne, erklärt: Wir sind nicht rascher durchgeführt, je weniger sie durch zu viele Nach= allein!" bringt die Mehrheit der Kammer dem in der Diplomaten- prüfungen geschwächt(!) und behindert wird. Die loge anwesenden belgischen Botschafter eine Kundgebung dar Regierung glaubt, unter schlimmen Umständen den Wünschen des und viele Abgeordnete rufen: Es lebe Belgien". Poincaré fügt Landes entsprochen zu haben, um einer zu schmerzlichen und langen hinzu, wir haben auch an unserer Seite italienische Ingenieure, Reihe von Ronzeffionen zu entgehen. Sie ist sich bewußt, Frankreich das Recht gewahrt zu haben, das es aus dem Vertrag und aus dem worauf die Kammer Italien eine Huldigung darbringt. Er fährt fort: Wie ich im Monat Dezember gesagt habe, will fiegreichen Frieden herleiten kann. Der sozialistische Abgeordnete Frankreich nicht aus dem Rahmen des Versailler Vertrages heraustreten, und wenn es heute in das Ruhrgebiet einmarschiert ist, so geschieht es nicht, um irgend etwas, vom deutschen Patrimonium zu nehmen, sondern nur, um die gemeinsamen Interessen der Alliierten zu verteidigen. Poincaré behauptet, daß die deutsche Regierung die Fortführung der Archive des Kohlensyndikats cus Effen begünstigt habe, weil sie jedenfalls Beweise der Berfehlungen des Deutschen Reiches enthalten hätten. Der Abgeordnete Jbarnegarany ruft dazwischen: Dann holen. Sie sie doch aus Hamburg! Nach dem Bericht der Agentur Havas ironisiert alsdann Poincaré die Drohungen Deutschlands, den Bertrag für null und nichtig anzusehen, den es jeden Tag verlege und unter Beschimpfungen ablehne. Deutschland habe durch das Wolff- Bureau bekanntgegeben, daß es feine Botschafter in Paris und Brüssel abberufe, aber es habe Geschäftsträger auf den beiden Bosten zurückgelassen. Das sei genug, um, wenn nötig, die notwendigen Verhandlungen führen zu können. Deutschland werde es nunmehr zuerst mit der Reparationskommission zu tun haben. Der Ministerpräsident protestiert alsdann gegen die Auslegung, die man der Zurückziehung der amerikanischen Truppen gegeben habe. Nichts sei weniger richtig als zu behaupten, Amerika habe dabury gen das Vorgehen Frankreichs protestieren wollen. Schon seit langem sei der Entschluß gefaßt worden. Deutschland selbst habe die Belassung der amerikan schen Truppen verlangt, wie eine Profiamation des Generals Allen am Unabhängigkeitstage beweise. Ter Beschluß des Senats, der vor den gestrigen Ereignissen gefaßt sei, sei durch ein Amendement vervollständigt worden, das den Gedanken jeder unfreundlichen Disposition Frankreich gegenüber ausschließe. Poincaré fährt alsdann fort: Gestern haben unsere Truppen die englische und amerikanische Besatzungszone durch schritten und sind überall im Geiste vollkommener Kameradschaft aufgenommen worden. Zweifellos zwingt uns das Beiseitestehen Englands, Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen. deren Unterlassung mar. ihni hätte zum Vorwurf machen können. Wir haben die deutsche Regierung benachrichtigt, daß es sich um teine Operation militärischer Art ergreift nach Poincaré das Wort und erklärt, daß seine Fraktion es nicht dulden könne, daß die eingereichten Interpellationen auf ein sehr weit hinausgeschobenes Datum vertagt würden. Es handle sich darum, zu wissen, ob die Kammer stillschweigend ernste Ereignisse fich entwickeln lassen wolle, die notwendigerweise weitere nach sich ziehen würden. Seine Fraktion beabsichtige, mit aller Macht gegen die getroffenen Maßnahmen zu protestieren. Die Sozialisten beabsichtigten vor allem als Franzosen zu protestieDer Abg. Blum, der von der rechten Seite ren. mit antisemitischen Schimpfworten bedacht wird, konnte seine Rede nicht fortsetzen. Es tam wegen dieser Beschimpfungen beinahe zu einem Handgemenge zwischen dem radikalen Abgeordneten de Moro- Giafferri und einem Mitglied der royalistischen Partei, so daß der Kammerpräsident genötigt war, bie Sigung zu unterbrechen. Nach Wiederaufnahme der Sizung tadelte der Kammerpräsident die beleidigenden Aeußerungen tonfessioneller Art. Léon Blum erklärte weiter, seine Freunde würden nicht den Fehler begehen, Handlungen zuzustimmen, die nach ihrer Ansicht zu cinem sicheren Mißerfolg führen müßten. Die von der Regierung getroffenen Maßnahmer würden fein anderes Ergebnis haben, cís das Mißtrauen in der Welt zu vergrößern. Man werde nur den Glauben verstärken, daß es Frankreich nicht um Reparationszahlungen, sondern um irgendwelche politische Ausdehnung oder verschleierte Annexion zu tun sei. Blum verlangt schließlich sofortige Besprechung der Interpellation. Die Kammer tönne nicht schweigen, wenn sich ernsteste Ereignisse vollzögen. Poincaré verlangt nunmehr die Bertagung der Interpellationen bis nach der Abstimmung über das Finanzgefez. Es kommt zu einer sehr verworrenen, lebhaften Diskussion und vor allen Dingen zu zusammenstößen zwischen den Kommunisten und dem Abgeordneten Ehrlich, die beinahe zu einem Handgemenge führen, fo daß der Kammerpräsident nochmals die Sigung unterbrechen mußte. Gegen den Abgeordneten Vaillant Couturier wird die Zenfur ausgesprochen. Hierauf wird, nachdem die verschiedenen Bar.ciführer Erklärungen im Sinne des Antrages von Boincaré abgegeben haben, die Vertagung der Interpellationen, wie bereits gemeldet, auf den ersten Freitag im Februar mit 478 gegen 86 Stimmen beschlossen. Vorsichtiges Abrücken der Radikalen. handelt. Wir haben von Soldaten nur in beschränktem Maße Gebrauch gemacht, um die Tätigkeit unserer Ingenieure bei den deutschen Industriellen und Transportdienst zu unterstützen. Es ist klar, daß wir ohne sie zur Ohnmacht verdammt wären. Berheimlichen wir uns doch nicht, daß wegen des Bersagens von England diese Pfandnahme weniger produktiv sein wird. Ich habe übrigens die Kammer vorher in loyaler Weise darauf hingewiesen, daß man sehr beträchtliche Zahlungen nicht erwarten könne, aber geringe Zahlungen sind uns doch immer noch mehr wert, als gar nichts. Wir sind nicht unfehlbar. Ich will nicht erörtern, wer in den letzten Monaten am stärksten getäuscht wurde, Frankreich oder England. Aber wir dürfen nicht mehr auf die falschen Bersprechungen Deutschlands zählen und uns durch sie täuschen Auch die Schiffe, die Frankreich zu erhalten hätte, seien noch lassen. Wir sind überzeugt, daß Deutschland keinerlei Anstren nicht vollkommen geliefert worden. Die französische Regierung habe gungen machen wird, um feine Verpflichtungen zu erfüllen, wenn hinsichtlich der Verwendung deutscher Arbeiter ein wir nicht den unerläßlichen Zwang ausüben, namentlich auf die großes Programm aufgestellt, das die Reparationstommiffion grund Großindustriellen. Es handelt sich nicht darum, Deutschland it ützt werde. Angenommen wurde der Borschlag Herriot- Renardsätzlich gebilligt habe. Man habe keine Antwort darauf zu ruinieren, erhalten. Einmal seien die deutschen Minister, die in Frage tämen, auf Reisen gewesen, und erst noch längerem Stillschweigen habe die deutsche Regierung mitgeteilt, sie könne keinen Plan annehmen, bevor die Reparationskommission die deutschen Verpflich Poincaré verliest dann die Bestimmungen des Versailler Vertrages, in denen Deutschland verpflichtet wird, gewisse Maßnahmen nicht als feindselige Handlungen zu betrachten. Wie Chamberlain formell im englischen Unterhause anerkannt habe, befize Frankreich unstreitig das Recht, zu handeln, wie es gehandelt habe. Seine Ingenieure seien heute in Effen und Die Stadt auf Abbruch. Bon Bruno Manuel. Geich nach der Revolution wurden auf dem Lende Ziegeleien niedergelegt: weil Zerstörung von Gebäuden rentabler war als Herstellung von Gebäuden; weil jeder abgebrochene Ziegelstein mehr einbrachte als jeder gebrannte. Abbruch ist, wenn Wiederaufbau ausbleibt, eine unproduktive Maßnahme. Produktivität heißt Wohlstand. Das Gegenteil von Produktivität muß cuch das Gegenteil von Wohlstand sein selbst wenn Abbruch Scheinrentabilität vorfäuscht. beraubt. Paris, 11. Januar.( WTB.) Im weiteren Verlaufe der Ausschußßigung der Radikalen und der Sozialistisch- Radikalen Partei traten der Vorsitzende Herriot, der ehemalige Vorsitzende Abgeordneter Renard und Painlevé, der zwar der radikalen Partei nicht angehört, der Konferenz jedoch in seiner Eigenschaft als ehemaliger Ministerpräsident beiwohnte, dafür ein, daß die Partei sich der Abstimmung über die Regierungserklärung enthalte. Dagegen erklärten die Abgeordneten Daladie r und Pinard, man müsse gegen die Erklärung Poincarés stimmen. Die Abgeordneten Archambault, Chautemps, Israel und Adolphe Chéron verlangten schließlich, daß die Regierung unterPainlevé auf Stimmenthaltung. Dieser Standpunkt erhielt die soll es. Wir sind der Ansicht, daß ein elendes Deutschland rasch große Mehrzahl der Stimmen, während für die Unterstützung wieder das Zentrum der Reaktion wird. Es handelt sich darum, der Regierung 8, gegen die Regierung 10 Stimmen abgegeben von Deutschland das zu erhalten, was es vernünftigerweise zahlen kann, zuerst einmal das Holz und die Kohlen, alsdann wollen wir die Reformen verlangen, die seine Finanzen retten und de Constant hat Boincaré mitgeteilt, daß er ihn wegen der seine Mart stabilisieren werden. Wir sind immer bereit, mit Deutsch Ruhrbefeßung, gegen die er protestiere, zu interpellie land wie mit unseren Alliierten zu verhandeln, nicht etwa, um seine Wiedererhebung zu verhindern, sondern ganz im Gegenteil, um es in seinem Versuch, eine ausländische Anleihe zu erlangen, zu unterstützen. Weitere Erläuterungen tann ich der Kammer nicht geben. Die Kammer muß der Regierung Vertrauen schenken. nicht einmal verarmen wurden. Paris, 11. Januar.( WTB.) Senator d'Estournelles ren gedente. Erkönig Konstantin von Griechenland ist in Palermo an Gehirnschlag plötzlich gestorben. Lampenteile, Leitungsdrähte wieder. Nie hat es eine Zeit feinen| alten, niedrigen, mit grünen Fensterläden ausgestatteten bergischen Spitzbuben und seinen Kriminalbeamten so leicht gemacht. Kampf den Bandalen, die unsere öffentlichen Anlagen plündern! ist eine verfehlte Parole. Kampf den Hehlern! muß es heißen. Sie kaufen das Diebsgut, wenn auch nicht direkt wissend, so zumindest ahnend. Sie ahnen, daß jene Metallstangen zu Treppenläufern gehörten; ahnen, daß jene Klinken an Haustüren faßen; ahnen, daß jene verstümmelten Metallteile an Denkmäler oder an Straßenlaternen gehörten. Nehmt Ihr den Bandalen die Absahmöglichkeit, nehmt Ihr ihnen den Vandalismus. Häuser steht hier noch; der Engpaß, noch schmaler als die berühmte Hohe Straße in Köln, wird beiderseits eingefaßt von modernen Geschäftspalästen mit großen und eleganten Kaufläden und ihrem raftlosen Verkehr. Ihr dichtes Menschengewühl hat Alfred Kerr mit dem Gewimmel der Wallstreet in New York verglichen. Dort zwar alles in gigantischen Ausmaßen, aber auch hier der mächtige Impuls einer werdenden Weltstadt. Einmal wird der Tag kommen, da Essen das Herz jener ungeheuren Industrieweltstadt sein wird, die sich ununterbrochen von Duisburg bis Dortmund erstrecken wird; einmal wird der Tag kommen, da der Franzose diese uralte deutsche Stadt freigeben muß und neue Blüte auf diesem vom Schmeiß schwerer Arbeit gedüngten bergischen Boden an der Ruhr zur Entfaltung fommt. Das Beispiel der Ziegeleien bleibt symbolhaft bis auf den heuti gen Tag. Die chaotischen Erscheinungen haben sich in vier Ichren Effen. Essen in seiner heutigen Gestalt ist durchaus eine Drahtlose Photographie. Von einer wichtigen wissenschaftlichen beängstigend vermehrt: vandalistischer Abbruch am Allgemeingut Schöpfung der neuesten Zeit. Wenige Jahrzehnte haben genügt, Entdeckung inacht die„ Daily Mail" ihren Lejern Mitteilung, indem du ch das Individiuum ist Tagesordnung. Erst tamen die Polstersize um aus einer kleinen, stillen Provinzstadt einen Riesenorganismus fie behauptet, es sei jetzt gelungen, das Problem der drahtlosen der Eisenbahn heran; die Fensterriemen; die Gepäcknetze. Wir zu machen, der unter den Großstädten Preußens nach Berlin und Photographie zu lösen. Vor 30 Jahren," heißt es in dem Bericht Köln jetzt an dritter Stelle steht. Bei der Volkszählung von 1895 des Blattes, erfand Amstutz eine Methode, durch die ein Bild in schritten ins metaline Zeitalter: die messingnen Türgriffe, die hate Gffen erst 96 000 Einwohner. Aber schon im Jahre 1900 war fieine Teile zerlegt wurde und jedes durch einen Buchstaben des Fenstereisen folgten dem Griff der Nachkriegshyänen. Die Renta- es auf 119 000 Seelen angewachsen, im Jahre 1908 hatte es fich Alphabets oder eine Nummer bezeichnet wurde, um seinen Licht- und bilität der Diebesfahrten curde( staatlich ungehemmt) öffentlich an- schon wieder fast verdoppelt und 230 000 Einwohner. Rund Schattengrad anzuzeigen. Diese Methode ist mit verschiedenen Ber gepriesen( Metallankaufsstellen). Heute erleben wir die Auswirkun- 100 Jahre vorher, im Jahre 1803, als die Stadt an Preußen ge- befferungen fürzlich wieder aufgenommen worden, aber sie bleibt gen behördlicher Lethargie in brutclster Schärfe. tommen war, war Essen noch ein kleines Landstädtchen mit 3000 Be unbefriedigend. Eine richtige Photographie fann nur genau über In Berliner Parks und Anlagen verschwinden Bänke und Ein- wohnern gewesen. Wie sah es damals in Effen aus! Durch die mittelt werden, wenn das Bild, das gesandt werden soll, selbst dia fo berichtet ein Grundlage für die drahtlose Einrichtung bildet. Eine solche Methode friedigungen, die zu schützen und zu benutzen das Bublifum die engen, erbärmlich gepflasterten Gäßchen, die Schilderer nachts jeder Beleuchtung entbehrten und durch zahi- ist nun ausgearbeitet worden, und zwar verwendet man die ErEhre hatte. Es konnte sie längst nicht mehr schützen: die Parks find reiche Düngergruben fast unpaffierbar waren, trieben die städtischen findung von T. Thorne Baker, deffen Apparat in den Jahren vernördlichte Dschungel geworden, wo zweibeinige Plünderungs- Hirten die Kühe und Schweine der Bürger vor die Stadtmauen 1908 bis 1911 dazu benutzt wurde, um Hunderte von Bildern von wölfe sich über Spaziergänger hermachen. Sogar die Rotunden hinaus. Mauern, Reste mittelalterlicher Befestigungen waren noch Paris und Manchester nach London zu telegraphieren. Sehr er tragen die Visitenkarte des Bandalismus. Von Gebäuden werden da, sollten aber nun bald fallen weil die alten Mauern das mutigende Ergebnisse wurden vor etwa zwei Jahren mit den InRegengossen bis über Mannshöhe entfernt; Türklinken weggerissen; billigste Material für das Pflaster lieferten. strumenten Baters auf der Telegraphenlinie zwischen Manchester Beschläge abgeschraubt. Streßenfandelaber metallner Lampenteile Das war Essen vor nicht viel mehr als hundert Jahren. Wenn und London erreicht. Es hat zwei Jahre geduldiger und fopie Wir müssen über Löcher im Straßenpflaster sehen: weil die Stadt in ihrer Entwicklung so zurückgeblieben war, so war das liger Unterfuchungen bedurft, um dieselben Ergebnisse mit Berschlußzdeckel von Hydranten und Kanalisation fehlen. Sie wan- nicht zum geringsten Teil die Schuld ihrer damaligen Obrigkeit; denn drahtlosen Telegraphie zu erreichen. Während der letzten Wochen diese wurde durch eine Aebtissin repräsentiert. Effen war ehe- sind nun Verbesserungen gemacht worden, die einen bedeutenden derten den Weg allen Metalls. Es kommt der Tag, da die Straßen- mais nämlich der Sitz einer Benediktiner- Frauenabtei, die im Jahre Fortschritt ausweisen und den Tag in greifbare Nähe rücken, an dem bahn nicht ausfahren kann, weil die Leitungsdrähte weg sind; da 873 als Nonnenkloster gestiftet und 400 Jahre später, Anno 1275, das drahtlose Bild eine regelmäßige Erscheinung der illustrierten wir nicht über die Spree fönnen, weil Brückenträger fehlen; da wir in eine reichsunmittelbare, gefürstete Frauenabtei umgewandelt Blätter werden wird. Die bisherigen Resultate sind noch nicht vollfein Licht haben, weil die Ueberlandleitung unauffindbar ist; da die wurde. Die Aebtiffin, die meist einem regierenden Hause entnommen fommen, aber es ist doch schon möglich, ein Bild auf drahtlosem Es wird in dem Blatte ein Eisenbahn nicht fährt, weil sie feine Schienen, teine Signalstangen, wurde, hatte als Reichsfürstin Sig und Stimme auf der rheinischen Wege ziemlich getreu wiederzugeben." feine Beichen, feine Hebel, feine Schwellen hat. Prälatenbant. Den großen Wendepunkt in Effens Geschichte bildete Beispiel drahtloser Photographie veröffentlicht, in dem ein Manndas Jahr 1803, das unzähligen fleinen geistlichen Herrschaften ein auf Schneeschuhen dargestellt ist, der einer den Stilauf lernenden Ende machte. Auch das Stift Essen wurde fäfularisiert und fam an Dame Hilfe leistet, Die Figuren sind ganz deutlich, wenn auch freiBreußen. Durch den unglücklichen Krieg ging es aber mit allen lich noch etwas verschwommen und in unsicheren Linien wiederseinen westdeutschen Besitzungen auch Essens wieder verlustig, und gegeben. Die Zeit der Uebermittlung mit dem Apparat Bakers ist im Frieden von Tilsit wurde die Stadt mit dem Großherzogtum auf nur drei Minuten herabgesetzt worden. Eine besonders präpaBerg vereinigt. Im Jahre 1815 wurde Effen an Preußen zurück- rierte Photographie wird mit dem drahtlosen Sendeapparat in Berbindung gebracht und innerhalb von drei Minuten wird die photogegeben. graphische Uebertragung auf den Empfangsapparct erreicht; der ganze Borgang vollzieht sich automatisch. Das gezeigte Bild wurde von einem Gebäude nach einem etwa 100 Meter entfernten anderen übermittelt. Man wird jetzt Versuche unternehmen. um die Uebermittlung auf größere Entfernungen auszudehnen, und da die Entfernung in der drahtlosen Telegraphie verhältnismäßig wenig ausmacht, hofft man in dieser Hinsicht bald gute Erfolge zu haben. Wir werden gelegentlich reif werden für die städtische Müll abfuhr. An jedem zweiten Haus laden eindeutige Plakate zum Metalldiebstahl ein. Tabellen machen mit den Marktpreisen vertraut. Säulenplafate weisen den Weg zum nächsten Abnehmer. Zeitungsanzeigen machen den Mund dem moralisch lose Beranferten wässrig. Nun marschieren Franzosen inmitten des großstädtischen GeDer Magistrat schmeißt mit Konzessionen nur so um sich. Man setze wühls der Kettwiger Straße, und in dem von dichtem Menschenfeine Belohnung aus für Wiederbeschaffung von Parkgittern und gewühl erfüllten Engpaß der Limbecker Straße, die so eng und belebt ist, daß den ganzen Tag hindurch kein Fuhrwerk ihren Asphalt Regengossen. Die Wiederbeschaffung fann jeder Kriminalbeamte passieren darf. Diese Limbecker Straße, die bis zum Limbeder Plaß ohne Extraausgaben erlangen. Er findet( unter Garantie) bei zehn führt, wo das gewaltige Stadtviertel der Kruppschen Werte beginnt, Don hundert Metallankaufstellen seine Bartgitter, Regengossen, ist charakteristisch für Effens Entwidlung. Raum ein einziges der Maffenprotest gegen den Friedensbruch! Parteigenossen, kommt Sonntag vormittag in die öffentlichen Versammlungen. Englands Haltung. Belagerungszustand im Ruhrrevier! schädigt werde. Gelsenkirchen hat vom Finanzministerium für Der Graf als Hochverräter. Effen, 11. Januar.( Eig, Drahfbericht.) Einer der Hauptgehilfen des Sonderbündlers Smeets, der Graf Günther von der Schulenburg, ift gelegentlich eines Besuches auf felnem im unbefehten Gebiete liegenden Schloffe Haus Defte bei Kettwig vor der Brücke( Regierungsbezirk Düsseldorf) von der Polizei überrascht und verhaftet werden. Graf v. d. Schulenburg hat früher mit Smeets und Dorfen gemeinsam die theinische Separationsbewegung geleitet und ist dann bei der Trennung zwischen Dorten und Smeets unter französischen Schuh gegangen, um die Rheinlande für Frankreich zu erobern. Mit ihm ist einer der fähigsten Köpfe aus dem Lager von Smeets unschädlich gemacht. Entschädigungsfälle bereits einen Betrag von 250 Millionen onWohlwollende Neutralität für Frankreich. Bochum, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Ein- gefordert, Effen verlangt 500 Millionen. Erschwert wird die SiCondon, 11. Januar.( 2.) Der Kabinettsrat hat heute marsch in Effen erfolgte mit einem ungeheuren militäri- tuation im Gelsenkirchener Bezirk durch die ziemlich zahlreich annach eingehender Beratung beschloffen, seine gegenwärtige Politit schen Aufwand. Tanks, Panzerautos, Kavallerie, Motorfahrzeuge, fäffigen Polen, die franzosenfreundlich sind und ihre Gesinnung fortzusehen und jeden Bruch zwischen der englischen und französi- Radfahrkompagnien, endlose Infanteriebataillone wurden verwendet, nicht verbergen. fchen Regierung mit allen Mitfein zu vermeiden. Darum furz alles, was den Militarismus fennzeichnet, war zu sehen. Die Ravalleriepferde trugen Patronengurts um den Hals. Nach Düsseldorf, 11. Januar.( T.) Der französische Oberkomman wird die englische Regierung auch weiterhin in der Reparations- erfolgter Durchsuchung der wirtschaftlichen Zentralstellen, wie des dierende hat für morgen, Freitag, die Leiter der industriellen Werte zu einer Besprechung nach Düsseldorf eingeladen. Es und der Rheinlandtommission vertreten bleiben, ebenso im Kohlensyndikats und der Kanalbaudirektion, die inzwischen ihre en Werte zu einer Besprechung nach Düsseldorf eingeladen. Es Botschafterrat; die brifischen Besatzungstruppen bleiben am Haupttätigkeit in das Innere Deutschlands verlegt haben, wurde in steht noch nicht fest, ob diese der Einladung folgen werden. Sollte Rhein. weitem Kreise das ganze Netz der Straßen und Zugänge zum Rat- es geschehen, so könnte es fich für die Zechen und HüttenverwaltunDieser Meldung wird ein halbamtlicher Kommentar hinzu- haus durch Panzerautos und starke doppelte kordons von Ka- gen nur darum handeln, Aeußerungen des französischen Oberstkom gefügt, in dem es heißt:„ In Verbindung mit dem Kabinetts- vallerie abgesperrt, die sich ab und zu das Vergnügen leisteten, mandierenden entgegenzunehmen, ohne von sich aus zu den etwa beschluß ist es vielleicht richtig, noch einmal darauf hinzuweisen, daß in die sich bildenden Kreise der Neugierigen hineinzureiten. geäußerten Auffassungen oder Wünschen in irgendeiner beschluß ist es vielleicht richtig, noch einmal darauf hinzuweisen, daß nach der Beendigung der Berhandlung des Generals Degoutte mit Form Stellung zu nehmen. England ebenso wie Frankreich auf die ihm zustehenden deutschen England ebenso wie Frankreich auf die ihm zustehenden deutschen dem Oberbürgermeister zogen die Truppen unter Zurücklaffung eines Reparationsleistungen angewiesen und um fie besorgt ist. Rommandeurs, 30 Offizieren und 300 in der Stadt zur Bewachung England fühlt teine überflüssige Sympathie für von Gebäuden wieder ab. Die Truppen stehen feldmarschmäßig in Deutschland. Während es nach wie vor ablehnt, an un- Stärfe von mehreren Divisionen an der Peripherie. gefunden wirtschaftlichen Methoden, wie der jeßigen fran- Der erste militärische Aft in dem neubesetzten Gebiet war die 3öfijgen Operation im Ruhrgebiet, teilzunehmen, hat es erfündung des Belagerungszustandes. Sofort nach doch auf der anderen Seite nicht den Wunsch, daß sich diese Opera- Durchzug der ersten Truppen wurden ebensolche Blafate angeklebt tion als finanziell unfruchtbar erweisen möge. England wird wie bei der Besetzung von Duisburg und Düsseldorf. Preßfreiheit nicht betrübt, sondern angenehm überrascht sein, wenn die wird natürlich aufrechterhalten", jedoch follen Beleidigungen mit schweren friegsgerichtlichen Strafen bedacht werden. Weiter gegenwärtige franzöfifche Politit sich als erfolgreich erweisen heißt es in der Verordnung:„ Die deutschen Geseze und insbesondere follte." die sozialen und Arbeitergeseze verbleiben in Kraft. Der AchtstundenUeber den britischen Kabinettsrat verbreitet die Expreß- Korre- tag bleibt grundsäglich aufrechterhalten... Die deutschen Bespondenz ebenfalls ein Londoner Telegramm, in dem es in offen- hörden haben den Befehlen, die ihnen von militärischer Seite erteilt barem Gegensatz zu der obigen Meldung der LU. am Schlusse werden, unbedingt Folge zu leisten. Sie haben den militärischen Behörden von sämtlichen wichtigen Ereignissen unverzügheißt: Die englische Regierung wird in nächster Zeit Veranlaffung lich Renntnis zu geben... Die Polizei wird weiterhin die Ordnung nehmen, Frankreich wolffen zu lassen, daß sie mit dem Vorrüden aufrechterhalten." Ferner wird die Ablieferung sämtlicher Waffen Beiraf und Vorstand des Deutschen Eisenbahner-. Frankreichs ins Ruhrgebiet nach wie vor nicht einver- verlangt; jeder Bewohner des neubefezten Gebiets und jeder Zureisende muß im Besitz eines Personalausweises sein. Ber- verbandes haben in einer Entschließung Proteft eingelegt gegen flanden sei und für die kommenden Ereignisse teinerlei Ber- schärfungen behält sich die Besazungsbehörde natürlich vor. antwortung zu übernehmen gedente. In politischen Kreisen Zwar hat die Besatzungsbehörde einen ungehinderten Bost- und den rechtswidrigen Einmarsch französischer und belgischer Truppen verlautet ferner, daß die heutige Kabinettsjigung beschlossen habe, Telegraphenverfehr zugesagt, der erste Erfolg dieser Zusage ist jedoch, in deutsches Gebiet. In der Entschließung wird u. a. gesagt: „ Der Beirat des Deutschen Eisenbahnerverbandes fordert die einen offiziellen protest gegen den Vormarsch ins Ruhr- daß durch die Maßnahme der franzöfifchen Imperialisten besonders gegebiet zu erheben. troffenen Berbandsmitglieder auf, der Machtpolitit gegenüber ihre Daß die französische Aktion dem Boite nicht viel einbringt, dafür Ruhe zu bewahren. Als Wehrlose fügen wir uns der Gewird die Bevölkerung der neubesetzten Gebietsteile sorgen. Der Emp- walt, erwartend, daß der Proteft, den alle Deutschen an das fang der Franzosen in Essen, der geharnischte Protest jeder neu Gewissen der Welt richten, den Unterdrückungen ein Ziel seht. Die befeßten Gemeinde sollte zeigen, wie die deutsche Sympathie" für Vertreter aus dem bisher und neubefehten Gebiet erklären, daß Frankreich aussieht. teine Maßnahme fremder Machthaber sie in ihrer Treue zum Deutfchtum und zur Deutschen Republik wankend machen tann." Der nationale Trauertag. Der deutsche Protest in London überreicht. Condon, 11. Januar.( BIB.) Der Protest der deutschen Regierung gegen das französisch- belgische Vorgehen im Ruhrgebiet ist heute dem Foreign Office" Office" von dem deutschen Botschafter Stahmer übergeben worden. 27 Amerikas Protestdemonstration. die deutschen Journalisten Essen verlaffen mußten, um ihre Telephonate nach Berlin geben zu können. * Sofort nach Ankunft der Besatzungstruppen wurde ein Blafat der Kommunistischen Jugendinternationale angeklebt, das die französischen Soldaten auf den Wahnsinn der Poincaré und dergl. hinmeist und sie auffordert, für die Weltrevolution zu arbeiten, indem fie ablehnen, für den Militarismus zu arbeiten, wie es die deutschen Kommunisten ablehnten, für Stinnes und Konsorten einzutreten. Luther und Degoutte. Eisenbahner und Invasion. New York, 11. Januar.( WTB..)„ New York World" berichtet aus Washington: Das Staatsdepartement gab die vorher verfchwiegene Tatsache bekannt, daß es rankreich Zu dem Beschluß der Reichs- und Staatsregierung, Sonntag, mitgeteilt habe, es würde die amerikanischen Truppen vom den 14. Jannar, als allgemeinen nationalen TrauerRhein zurückrufen, wenn Frankreich seine Drohung hins sichtlich des Einmarsches in das Ruhrgebiet ausführe. New tag zu erklären, ordnet der preußische Innenminister Severing folgendes an: Alle staatlichen und kommunalen Dienstgebäude Hort Tribune" meltet aus Washington, der Beschluß betreffend die Effen, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Berhand- haben am genanntem Tage in den Reichs- und Landesfarben Zurückziehung der amerikanischen Truppen sei nach einem in lungen, die der Oberbürgermeister Reichsminister Dr. Luther mit sa Ibmast zu flaggen. Theateraufführungen sowie effier Stunde unternommenen Versuch erfolgt, General Degoutte hatte, erfahren wir aus Gesprächen Vorführungen von Lichtbildern und Lichtspielen, haben zu Frankreich zur Aufgabe des Einmarsches zu überreden und dessen mit französischen Journalisten noch folgendes: Der General unterbleiben, sofern nicht der ernste Charakter der VerZustimmung zu einer Art der Reparationsbeitreibung zu erlangen, schichte einen Stabshauptmann zum Oberbürgermeister, um ihm zu anstaltung gewahrt ist. Berboten sind alle öffentlichen Tanzdie Amerika genehm wäre. Alles deutet darauf hin, daß die amt linjen Stellen über Frankreich mehr als zuvor unwillig lichen Stellen über Frankreich mehr als zuvor unwillig fagen, daß er den General vor der Tür des Rathauses er- veranstaltungen, Bälle und Luftbarteiten. Die Berov seien.„ New York Herald" erfährt, in Washington sei keine warten jolle. Der Oberbürgermeister lehnte dieses Anfinnen längerung der Polizeistunde am genannten Tage ist ausnahmslos ab und ließ dem General sagen, wenn er ihn zu sprechen wünsche, Samme des Protestes gegen Harding laut geworden. Die einzige sei er bereit, ihn in seinem 2 m tszimmer zu empfangen. Schließ- Die fächsische Regierung traf dementsprechende AnKrist, die zum Ausdruc tam, beffand in der Forderung nach lich begab sich der Kommandierende an der Spige einer feierlichen ordnungen. drastischeren Maßnahmen, um Frankreich davon zu Eskorte von drei hohen französischen Offizieren, zwölf Stabsoffizieren überzeugen, daß Amerika die Anwendung von militärischer Gewalt mibillige. Not der Wissenschaft auch in Frankreich. Wie der Pariser Korrespondent der Zeitschrift der amerikanischen Herztevereinigung berichtet, fehlt es den franzöfifchen Laboratorien durchaus an den nötigen finanziellen Hilfsquellen. Die chemischen, physiologischen, pharmakologischen Institute usw. haben die größte Not, neue Instrumente zu beschaffen und sich die Männer zu sichern, die neue Methoden zu entwickeln geeignet sind. Professor Appell, der Rektor der Pariser Universität, ist bereits mit einem Aufruf an die breite Deffentlichkeit getreten. Er plant die Gründung eines National fomitees zur Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung. Auch wollen die Gelehrten sich an die Regierung wenden, wenn sie auch fürchten müssen, daß diese jeht vornehmlich mit anderen Dingen beschäftigt ist. Es ist überall in Europa dieselbe Erscheinung. Die Wissenschaft leidet Not, während in Amerika die Universitäten dank zahlreicher Spenden der Industrie und des Großhandels im Gelde schwimmen. ausgeschlossen. und endlich ebenjo piel Gubalternoffizieren, benen sich ber Schwarm Auch Sachsen protestiert. erflärung gegen die Besetzung des Ruhrgebiets ab. Auch Minister Lipinski als stellvertretender Ministerpräsident protestierte gegen das Vorgehen der Franzosen. Er sagte, die sächsische Regierung appelliere an das Gewissen der Welt und der internationalen perftätigen Bevölkerung, diesem Rechtsbruch Ginhalt zu gebieten und auf die Erhaltung des Friedens hinzuwirken. der französischen Journalisten anschloß, in das Zimmer des Ober- Dresden, 11. Januar.( WTB.) Zu Beginn der heutigen bürgermeisters. Als die Offiziere eingetreten waren, wurde die Landtagssigung gab der Präsident Winkler namens Tür rasch geschlossen, und die französischen Bresseleute blieben aus= sämtlicher Parteien mit Ausnahme der Kommunisten eine Protestgesperrt. Der Empfang und der ganze Berlauf der Verhandlung mar rein formell und vollkommen eisig. Der französische General eröffnete dem Oberbürgermeister, daß er im Auftrage seiner Regierung verschiedene Maßnahmen durchzuführen habe, nämlich die Befehung der einzelnen Gebäude. Wenn diese Maßnahmen durchgeführt seien, werde die Besehung zum größten Teil wieder aus der Stadt entfernt. Er hinterlasse einen Kommissar, der die Führung der weiteren Angelegenheiten übernehme; in Altenessen würden 30 Offiziere und etliche hundert Mann verbleiben, in Effen selbst ein General, 30 Offiziere und 300 Mann, der übrige Teil in der Umgebung. Für diese Militärs werde sofort die Bereitstellung von Quartieren verlangt. Der Oberbürgermeister entgegnete, daß er sich nur dem militärischen 3 mange füge und daß er gleichzeitig namens der Stadt Effen feierlichen Einspruch gegen diese Vergewaltigung der Stadt erhebe. Der General nahm diesen Protest zur Kenntnis und verschwand. Ein neuer Borweltriese. Wie der FPS. aus Buenos Aires mitteilt, sind bei Ausgrabungen, die das dortige La- Plata- Museum bei Neuquen in Patagonien unternommen hat, zwei Schenkelfnochen eines Dinosaurus von der bislang unerhörten Länge von 2,70 Meter aufgefunden worden. Die bisher bekanntgewordenen, ebenfalls in den Bereinigten Staaten gefundenen größten Schenkel- Bei der Besetzung des Essener Haupttelegraphenamts wurden fnochen eines Sauriers maßen nur 2,10 Meter. Das im Carnegie: alle gerade Anwesenden festgehalten darunter der ameri Museum zusammengestellte Stelett des großen Diplodocus hat tanische Journalist Day, Vertreter der Associated Preß", der geEchenfeffnochen von nur 1,50 Meter Länge bei einer Gesamtlänge rade Geld abhob. Dieses Geschäft störte ein Franzose, der Las dieses Skeletts von 25 Metern. Nach den Proportionen dieses Schalterfenster schloß. Days amerikanischer Baß verschaffte ihm rekonstruierten Lieres zu schließen, muß der patagonische Dino- seinerlei Sonderrecht. Erst französise Journalisten fonnten faurus, als er noch in den Wäldern des Mesozoikums sich erging, den Amerikaner aus der Haft befreien, in die ihn Franzosen auf eine Länge von wenigstens 45 Metern gehabt haben. Im März dieses deufschem Boden gezwungen hatten. Jahres werden Bersuche gemacht merden, noch weitere Ueberbleibsel dieses Borweltriesen ans Licht zu bringen. Da die Associated Pres" tausende Zeitungen in Amerika mit Nachrichten versorgt, wird diese Probe französischen Völkerrechts ihren Eindruck ja nicht verfehlen. Ausfuhr deutscher Bücher nach Rußland. Die russische Regierung hat vor kurzem in Leipzig 4000 deutsche Werte antaufen Effen, 11, Januar.( Mtb.) Im Kohlensyndikat war bisher die lassen, die jetzt in Mostau eingetroffen sind. Es sind hauptsächlich Reparationsabteilung zurüdgeblieben. Auf telegraphische Anweisung volkswirtschaftliche und sozialpolitische Werke mit besonderer Berück- von Berlin hat auch diese Abteilung heute früh ihre Arbeit eingesichtigung der neuesten Literatur über den Margismus, ferner ftellt. Das fommunistische Ruhr- Echo" hat in der Erwartung, Werte aus den Gebieten der schönen Literatur, der Kunst- daß es durch die französische Militärbehörde verboten werden würde, wissenschaft und Pädagogid. Ferner hat die Moskauer sein Erscheinen eingestellt. Regierung zahlreiche neue Werte in Italien angefauft. vor allem die ganze Literatur über den Fascismus und die fascistische Bemegung, sowie etwa 400 Schulbücher für Mittelschulen. Die wichdigeren von diesen Werten sollen in russischen leberjegungen er fcheinen. Gelsenkirchen noch nicht besetzt. Gelsenkirchen, 11. Januar, abends.( Eigener Drahtbericht.) Go eben mird bekennt, daß sich zmei französische Divisionen in der Umgebung Effens unter der Führung von zwei Generalen gruppiert haben. In Rapernberg liegen zwei Schwadronen belgische Ravalle Tas Kunstgewerbe- Museum peranstaltet von Januar bis Marrie. Cine Besetzung von Buer und Gladbeck ist bis jetzt noch nicht awei Vortragsreihen: Der Stil im Bühnenbild" von Brof. Dr. Ostar Fischel, Dienstags abends 8 Uhr, beginnend am 23. Januar; erfolgt. Es sind lediglich Truppen durchgezogen, die sich über den Aus der unit bes Altertums", non verschiedenen Rachne Weg nach anderen Orten informiert haben. Das ganze Vorgehen lehrten Freitags abends 8 1hr, beginnend am 26. Januar. Näheres in macht den Eindruck, als ob eine Eintreifung des Ruhrgebietes der Bibliothek des Kunstgewerbe- Museums, Prinz- Albrecht- Str. 7a, 9-9 loc. geplant fei. In Horft liegen 14 Offiziere und 400 Mann. Es haben Frankreichs neneite Reiegsmasching: Die furchtbariten Vernichtungs- sich dort Schwierigkeiten bezüglich der Unterbringung der Offiziere maschinen, die es gibt, follen nach den Berichten Zondoner Blätter, die nenen, ergeben. Geifentirchen mit seinen etwa 200 000 Einwohnern ist bis ganz aus Metall bestehenden Flugzeuge sein, mit denen jetzt im franzöfifchen jetzt von der Befchung ziemlich verschont geblieben. Es fanden sich Beer Beriuche unternommen worden sind. Diese Maschinen erreichen eine an der Hafenschleuse bis jetzt lediglich zwei franzöfifche Offiziere und Shnelligkeit von mehr als 160 Stilometer in der Stunde bei einer Höhe 12 Mann ein. Doch wird auch mit der Befehung des Hafens gerech: von 10 Kilometern. Es soll ihnen fogar möglich sein, mit Sanerftoff: apparaten aus einer Höhe von 15 Kilometern über der Erdoberfläche zu net. Auf einer Konferenz in Dortmund erklärte der Regierungsoperieren, und so können diese Kriegsflugzeuge aus unerreichbaren Höhen präsident König, daß jeder etwa geschädigte Bürger auf Grund der Tod und Vernichtung auf die Erde heruntersenden. für die Befehung vorgesehenen gefeßlichen Bestimmungen entEin fommunistischer Antrag auf fofortige Besprechung der Regierungserklärung wurde unter großer Unruhe des Hauses abgelehnt. Bei den weiteren Ausführungen des kommunistischen Abgeordneten kam es zu solchen Lumultszenen, daß der Präsident die Gigung auf eine Viertelstunde unterbrechen mußte. Mach Wiederaufnahme der Sigung wurde in die Erledigung des Tagesordnung eingetreten. Franzosen und Litauer im Kampf? 21 emel, 11. Januar.( WEB.) Wie das„ Dampfboot" beridyfet, war an einigen Stellen der Stadtperipherie gegen abend Gewehr- und Maschinengewehrfeuer ju hören. Heute früh hat der Oberkommissar surch eine Bekanntmachung den Belagerungszustand über Memel verhängt. Die öffentlichen Lotale müssen um 9 Uhr abends schließen und fein Bürger darf nach Cotale mijen um 9 Uhr abends schließen und kein Bürger darf nach dieser Zeit mehr die Straßen betreten. Memel, 11. Januar.( DE.) Nach den bisher möglichen Nachprüfungen scheinen die zahlenmäßigen Angaben über die Stärke der aus Litauen eingedrungenen Freischürler übertrieben gewesen zu sein. Es handelt sich bisher alles in allem noch um taum 1000 Mann, die sich mit dem romantischen Namen: Freikorps. Eiserner Wolf" bezeichnen. " Kowno, 11. Januar.( Litauische Telegraphenagentur.) Beder reguläre noch irreguläre litauische Truppen haben die memelländische Grenze überschritten. Die litauische Regierung hat schärfste Maßnahmen getroffen, um eigenwilliges Ueberschreiten der memelländischen Grenze durch einzelne private Personen zu verhindern. Alle anderslautenden Nachrichten entbehren feiner tatsäch lichen Grundlage.( Man wird dieser offiziösen Meldung tein unbe dingtes Vertrauen entgegenbringen fönnen, da die Regierungen ihre Beteiligung an derartigen Unternehmungen abzuleugnen pflegen.) Litauischer Einfall in das Wilnagebiet. Warschau, 11. Januar.( OE.) Litauische Infanterie. und Reiterabteilungen sind füdlich von Szyrwinty in die neutrale 3one zwischen dem Wilna- Gebiet und Litauen eingefallen und haben nach einem Feuergefecht mit der örtlichen Miliz und den Einwohnern ein Dorf besetzt und teilweise in Brand gesteckt. Es gab beiderseits Tote und Verwundete.( Wenn diese Meldung den Tatsachen entspricht, so handelt es sich wahrscheinlich um irreguläre Banden. Litauen kann sich einen Zweifrontentricg nicht leisten.) Gewerkschaftsbewegung eberarbeit zum 28. Februar Stellung genommen werden Der übliche Rummel. vertreter der vier Bergarbeiterverbände zu der Ründigung ber] fann. Bis zur Kündigung des Ueberarbeitsabkommens muß jedoch der Berband daran festhalten, daß er als Bertragspartei ver. Die deutsche Arbeiterschaft wird durch die Besehung des Ruhr- pflichtet ist, für den Wiederbeginn der lleberarbeit am 15. Jagebietes in ihrer wirtschaftlichen Eriftenz aufs schwerste bedroht. nuar einzutreten. Es ist Pflicht unserer Kameraden, hier die VerWenn jemals, so tut ihr jetzt einheitliches und geschlossenes Handeln tragstreue der Organisation zu beweisen und allen Versuchen entnötig. Es gilt jetzt, alle Kräfte zusammenzufassen, um zu verhüten, gegenzutreten, die eberarbeit am 15. Januar einzustellen. Entdaß die unvermeidlichen Folgen nicht zu einer weiteren Verelendung gegenstehende Beschlüsse von einzelnen Bersammlungen haben für der Arbeiterschaft führen. Wie zu erwarten war, ist diese bebroh- unsere Mitgliedr feine Wirksamkeit. liche Situation der deutschen Seftion der russischen Bolschewiften ein der Organisation nicht eingehalten werden, so bedeutet das Schwä Wenn wohlerwogene, mit großer Mehrheit gefaßte Beschlüsse gefundenes Freffen, um unter dem Feldgeschrei„ Einheitsfront" die chung der Organisation, Minderung ihres Einflusses und die Gefahr Spaltung in die Arbeiterschaft hineinzutragen, oder wenigstens den der Wiederkehr tariflofer Zustände im Arbeitsverhältnis. Was das Verfuch dazu zu machen, und gegen die Gewerkschaften und ihre für die Bergarbeiterschaft bedeuten würde, braucht man erfahrenen Führer eine neue Heze zu beginnen. Gewerkschaftern nicht zu sagen. Die Beschlüsse der Organisation müssen daher sowohl in Zeiten der Ueberarbeit als auch in Zeiten der Stundung bzw. Aufhebung der Ueberarbeit befolgt werden. Für gestern abend hat man zunächst eine fogenannte Betriebsrätevollversammlung nach den Sophienfälen einberufen. In Berlin gibt es über 15 000 Betriebsräte. Die Sophienfäle fassen höchstens 2500 Personen. Das nennt man dann Betriebsrätevollversamm lung". Die Hauptsache ist, daß die Arbeiter untereinander verhett werden. Dieselben Kommunisten, die wegen der Maßregelung von zwei Betriebsräten zu einem Generalstreit aufriefen, tun fürchterlich entrüftet, weil einmal in einer Sache, die die gesamte Arbeiterschaft in ihren Lebensintereffen trifft, ein Proteststreit angeregt werden könnte. Wir wissen nicht, zu welchen Beschlüssen die Spikenorganisationen kommen werden. Wir wissen aber eins: die gesamte Arbeiterschaft, die Beamten und Angestellten werden diesen Anordnun gen Folge leisten. Auch die Kommunisten. Damit meinen wir natürlich nicht die von Mostau bezahlten Angestellten, die in der Roten Fahne" die Arbeiterbewegung zu betreiben haben, sondern die ehrlichen Arbeiter, die sich Kommunisten nennen, weil sie glauben, dies sei besonders revolutionär. Für die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft hat im übrigen der übliche Rummel der Kommunisten längst jebe Bedeutung verforen. Reichskonferenz der Bergarbeiter. Die Reichskonferenz des Bergarbeiterverbandes wurde Dienstag mit dem Referat des Bezirksleiters Gärtner über das geplante Arbeitszeitgefeg fortgesetzt. Der Referent schilderte die zunehmenden Schwierigkeiten, welche während der Behandlung des Gesetzes im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat entstanden find, und gab der Hoffnung Ausdrud, daß der Reichstag bei der endgültigen Beratung noch eine ganze Reihe Berbesserungen vornimmt, zu denen sich der Reichswirtschaftsrat nicht entschließen fonnte. Nach einer furzen Aussprache nahm die Konferenz zu diesem Thema folgende Entschließung einstimmig an:" Die Reichskonferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands in Bochum am 8. und 9. Januar 1923 kommt nach Prüfung der Beschlüsse des Borläufigen Reichswirtschaftsrates zum Gefehentwurf über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter zu dem Ergebnis, daß die Beschlüsse des Reichswirtschaftsrates für die Bergarbeiter unannehmbar sind. Die Konferenz erwartet namens der Bergarbeiterschaft nunmehr vom Reichstag eine Regelung, welche den Wünschen der Bergarbeiter Rechnung trägt." Danach berichtete Limberg über die Umstellung der Staatsbergwerte in Breußen. Die Vorarbeiten zu dieser größere Beweglichkeit der Verwaltung der staatlichen Bergwerte. Umstellung sind schon längere Zeit im Gange und erstreben eine Für die Arbeitervertreter ist die Frage, ob reiner Staats- oder gemeinwirtschaftlicher Betrieb, ausgeschieden, da die Arbeiter nicht gewillt find, Staatseigentum auch durch Beteiligung des Privatfapitals abzutreten. Auch ist es nicht wahr, daß der Staatsbetrieb unrentabel ist, da die staatlichen Bergwerfe zurzeit einen beträchtlichen Ueberschuß erbringen. Bon intereffierter Arbeitgeberseite ist der Borschlag gemacht worden, eine Anzahl fleiner selbständiger Aktiengesellschaften zu bilden. Die Konferenz stimmte der Auffaffung des Berichterstatters zu, unter feinen Umständen dem Privatkapital Cine längere Debatte entwickelte sich über die Richtlinien für Motstandsarbeiten bei Streifs, über welches Thema artmöller referierte. Der Borstand des ADGB. hat in Aus führung eines Beschlusses des Leipziger Gewerkschaftstongresses solche Richtlinien den Verbänden nochmals vorgelegt. Es besteht tein Streit darüber, daß bei Streits Notftandsarbeiten verrichtet werben. Notwendig ist, daß die Technische Nothilfe arbeitslos gemacht wird. Husemann teilte noch ergänzend mit, daß, wenn die Richtlinien vom Bundesvorstand angenommen werden, diefe auch für den Verband Geltung haben und mit dem Statut zu verbinden find. Die Gegner der Richtlinien befürchten davon eine unerwünschte Festlegung für fünftige Zeiten, während die Befürworter richtig betonten, daß im Falle eines Streits unser Einfluß so groß ift moie unfere Macht, die wir einzusehen haben. Die Konferenz nahm schließlich einen Antrag an, welcher sich mit der Borstandsvorlage einperstanden erflärte. * Wir fordern deshalb unsere Kameraben auf, sich an den von der Union empfohlenen Belegschaftsversammlungen und Urabftimmung nicht zu beteiligen, sondern ihnen energisch entgegen. zutreten." Löhne der Berliner Gemeindearbeiter. Nach dem Ergebnis der Tarifverhandlungen am Mittwoch be tragen die Stundenlöhne für Bollarbeiter: vom 1. bis 15. Januar: Ledige Verheir. mit 1 d. mit 2 Rd.*) Ungelernte 380,- 854, 879,- 404, 75, 411, 76, 426, 79, die Erhöhung beträgt 56, Angelernte 65, 70, 337, 361, 386, die Erhöhung beträgt 57, 66, 71, Sandwerker. 852, 376, 401, 60, 69, 74, 385, 409, 434, 459, die Erhöhung beträgt 111, 120, 125, 130, Angelernte 894, 418, 443, 463, die Erhöhung beträgt 114, 123, 128, 133, 413, 437, 462, 487, die Erhöhung beträgt vom 16. bis 31. Januar: Ungelernte Handwerker. die Erhöhung beträgt 121,- 180,- 185,- 140, Die Tariffonmission des Lohnkartells hat diesen Säßen zu gestimmt, wozu eine Funktionärversammlung am Sonntag Stellung nehmen wird. *) Für jedes weitere Sinb 25 m. mehr. Der Eisenbahnerverband zur Gehaltsregelung. Der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat in Gemeinschaft mit dem Beirat in einer Konferenz am 10. und 11. Januar 1923 im Berliner Gewerkschaftshaus zu dem Ergebnis der Berhandlungen vom 8. und 10. Januar Stellung genommen und nach ein gehender Beratung folgende Entschließung gefaßt: Nachdem die Berhandlungen, die zwischen den beiderseitigen Organisationen geführt wurden, infolge des lächerlichen Angebots der Arbeitgeber scheiterten, riefen diese den Schlichtungsausschuß Großa Berlin an. Jedoch weigerten sie sich, da der Termin des Schlich tungsausschusses noch ungewiß war, den Arbeitern einen den Zeits verhältnissen entsprechenden Borschuß zu zahlen. Als diese in den Betrieben mit den Arbeitgebern um Erhöhung des von Arbeitgeberfeite angebotenen Vorschusses verhandelten, und einzelne/ Beleg fchaften das Ergebnis dieser Betriebsverhandlungen abwarteten, ohne mie in gewohnter Weise zu arbeiten, sperrten eine Anzahl Scharfmacher diese aus. Die Ausfperrung der übrigen 7000 Arbeiter ist vom Arbeitgeberverband für heute angedroht worden. In diefer Situation fanden die Verhandlungen im Schlichtungsausschuß Groß- Berlin statt und zeitigten das Ergebnis, daß durch Schiedsspruch für Januar eine Erhöhung der Löhne in der ersten Cohnwoche um 20 Broz., in der zweiten Lohnwoche un 25 Broz., in der 3. Lohnwoche um 35 Broz. und in der vierten Lohnwoche um 45 Proz. eintreten soll, wogegen die Forderung der Arbeiterschaft für die ersten beiden Lohnwochen des Monats Januar 50 Proz. und weitere 50 Broz. für die zweite Hälfte genannten Monats betrug. Noch am gleichen Abend in später Stunde tagten die Funktionäre der gesamten Industrie und lehnten nach eingehender Erörterung aller Fragen den gefällten Schiedsspruch einstimmig ab. Am Sonnabend wird sich nunmehr eine Vollversammlung der Arbeitnehmers schaft der gesamten Industrie mit der zurzeit bestehenden Lage bes schäftigen und ihre Entscheidung fällen. Der Streik in den Margarineniederlagen beendet. Nach zweitägigem Streit ist der Abwehrkampf der Transportarbeiter in den Margarineniederlagen mit einem vollen Er folg beendet worden. Die Unternehmer haben ihre Absicht, den Lohn abzubauen, aufgegeben und für die erste Hälfte des Monats Januar außerdem noch eine Lohner böhung gewähren müssen. Ebenso ist ein Tarifvertrag für die gesamten Margarineniederlagen abgeschlossen worden. Durch die Geschlossenheit der Arbeitnehmer ist der Versuch, in einer der tapitalfräftigsten Industriegruppen mit dem Lohnabbau zu beginnen, bereitelt worden. Januarlöhne für Stellerarbeiter. Für die in den Beingroßhandlungen und Liförbetrieben bea schäftigten gewerblichen Arbeitnehmer sind mit dem Arbeitgebers verband der Getränkeindustrien, und verwandter Gewerbe von GroßBerlin E. B. für den Monat Januar neue 2ohnvereinbarun gen festgelegt worden. Gefordert waren für die erste Hälfte des Monats 23 000 Mt. und für die zweite Hälfte 26 000 mt. pro Woche. Nach eingehenden gegenseitigen Auseinandersehungen sind für die erste Hälfte 25 Broz. und für die zweite Hälfte 37% Broz. zu den bestehenden Löhnen des Monats Dezember zugestanden worden. In einer am gleichen Tage stattgehabten Funktionärversammlung berichtete Liebenom vom Deutschen Verkehrsbund, Abteilung Transportarbeiter, über das Ergebnis der Verhandlungen. In der fehr regen und fachlichen Aussprache wurden die Zugeständnisse mit Rücksicht auf die Verhältnisse als nicht befriedigend angesehen. Die Lohnkommission vertrat dagegen den Standpunkt, daß mehr, als bes willigt, im Moment nicht zu erreichen war und empfahl die Annahme der Vereinbarung. Ein Antrag, den neuen Vereinbarungen für den Monat Januar nur unter der Boraussetzung zuzustimmen, daß, falls außerordentliche Verhältnisse die Wirtschaftslage der Arbeiterschaft beeinfluffen sollten, für die zweite Hälfte des Monats ein Ausgleich vera langt werden muß, wurde angenommen. In diesem Sinne haben die Verbandsbureau, Simmer 28 und 31, zu haben. Funktionäre alsdann nach eingehender Aussprache entschieden. Gedruckte Vereinbarungen sind gegen Mitgliedsausweis im ,, Das Verhandlungsergebnis ist keineswegs als ein Aus gleich für die eingetretene Geldentwertung und Berteuerung der Lebenshaltung zu bezeichnen. Die gewährte Teuerungszulage ist unzureichend sowohl für die Lohnempfänger wie auch für die unteren und mittleren Gruppen der Gehaltsempfänger. Die Konferenz schlägen der Organisation gegenüber die gesamte Beamtenzulage perurteilt es, daß den Forderungen der Mitglieder und den Borwieder auf den prozentualen Teuerungszuschlag umgelegt wurde, und sie beauftragt den Vorstand, sich für eine soziale Gestaltung 3gom, Prenzlauer Aller 242, Mitgliederversammlung aller in der Berliner Mufilinstenmentenarbeiter. Sonnabend nachmittag 2 Uhr in der Brauerei der Besoldungsordnung entschieden einzusehen und zur Musikinstrumentenindustrie beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Der Stand Erreichung dieses Zieles auf Reichstag und Regierung einzuwirken. unferer Lohnbewegung. Die Branchenleitung. Deutscher Berkehrsbund( Transportarbeiterverband), Bezirksverwaltung Die Konferenz fordert von der Regierung bei den fünftigen Ber- Groß- Berlin. Dienstag abend 7 Uhr im Großen Saal des Gewerkschaftshauses, handlungen mehr Verständnis und Entgegentommen Engelufer 24/25, allgemeine Funktionärversammlung, Tagesordnung: 1. Die für die Nottage des Personals und eine finanzielle Gleichstellung bem vereinigten Unternehmertum. 2. Distuffion. 3. Mitteilungen und Erledi Gestaltung der wirtschaftlichen Kämpfe und unsere Abwehrstellung gegenüber vergleichbarer Gruppen der Lohn- und Gehaltsempfänger. In Rüd- ung mightiger Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Funktionärtarte dienen als Ausweis und find am Saaleingang vorzuzeigen; ohne Legitimation fichtnahme auf die jetzige wirtschaftliche und außenpoli- tein Butritt. Jn Anbetracht der äußerst wichtigen Lagesordnung haben die Die Bezirks tische Lage des Reiches, die durch die Besetzung des Ruhrgebiets Funktionäre aller Betriebe beftimant und pünktlich zu erscheinen. verwaltung. eine weitere Berschärfung erfahren hat, beschließt die Konferenz, von Gewerkschaftsunterkommission, 16. Bez., Köpenid. Die Betriebsräteschule aggreffioen Maßnahmen abzusehen und das Verhandlungsergeb- beginnt am 25. Januar, abends 7 Uhr, im Gesangsaal der 2. Gemeindeschule. Allgemeiner Einführungsturfus. Bur Teilnahme find alle nis als eine vorläufige Regelung hinzunehmen. Sie erwartet Interessenten zugelassen. Hörgebühr 50 mt. jedoch, daß für den Monat Januar eine beschleunigte Re vision und Ausdehnung der Sonderortszulagen( in Gebieten und Orten mit hohen Industrielöhnen) vorgenommen wird. Die Konferenz fonstatiert, daß der Reichslohn- Tarifvertrag von den Eisenbahnverwaltungen wiederholt militürlich durchbrochen wurde und sie fordert mit Entschiedenheit vom Reichsverkehrsministerium die ftritte Einhaltung bestehender Berträge und Bereinbarungen." Aus der Partei. Der Hamburger Weltfongreß. Die Internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien wird in einer Internationalen Konferenz unmittelbar vor dem Hamburger Kongreß zu den Anträgen, die dem Kongreß borgelegt werden, Stellung nehmen und auch über die nach den Statuten erforderliche Einwilligung zur Teilnahme an einem Der Schiedsspruch in der Musikinstrumenten- Industrie. Kongreß, an dem auch andere internationale Drganisationen ver treten sind, beschließen. Diese Internationale Konferenz dürfte Wie in verschiedenen anderen Industrien, fo glauben auch die voraussichtlich am 18. Mai in Hamburg zusammentreten. Die Der Gesamtvorstand und die Bezirksleiter des Ruhrgebiets des Klavierfabrikanten und die ihnen angeschlossenen Untergruppen dem endgültigen Bestimmungen darüber sowie über die Tagesordnung Berbondes der Bergarbeiter erlaffen an ihre Mitglieder zur Frage Bollswohl am besten damit zu dienen, wenn die Arbeitslöhne möge merden noch veröffentlicht werden. der Kündigung des Ueberschichtenablommens fol- lichst niedrig gehalten werden. Schon im Dezember wurde jede genden Aufruf: Lohnerhöhung abgelehnt und nur zu Weihnachten eine minimale Die Union ber Hand- und Kopfarbeiter fordert in Anschlägen Teuerungszulage gewährt. Der tarifliche Durchschnittslohn an die Bergarbeiter des Ruhrgebiets auf, in Belegschaftsversamm der Klavierarbeiter beträgt feit der zweiten Dezemberwoche immer lungen eine Urabstimmung über die Ueberarbeitsfrage zu beschließen noch 391 M. Im Dezember wurde die ablehnende haltung, bzl. Be und dafür einzutreten, daß am 15. Januar die Ueber- währung weiterer Lohnzulagen, mit dem Sinten des Dollarfuries arbeit nicht wieder aufgenommen wird. Die Union behauptet, daß der Verbandsvorstand nicht die Absicht habe, dem Beschluß der letzten Bochumer Revierfonferenz nachzukommen und ergeht sich dabei in leidenschaftlichen, völlig haltlosen Berleumdungen. Demgegnüber haben wir zu erklären: begründet; im Januar dagegen hieß es, wo der Dollar eine schwindelhafte Höhe erreichte, in anderen Industrien werde noch weniger gezahlt, und wenn diese Arbeiter nicht verhungert seien, werden auch die Klavierarbeiter nicht zugrunde gehen. Außerdem seien die Fabrikanten verpflichtet, Reserven zurüdzulegen, um für tommende Beiten geschützt zu sein; darum vertrage die Industrie eine weitere Belastung nicht. Der Beschluß der Bochumer Revierfonferenz wird vom Berbandsvorstand pflichtgemäß ausgeführt werden. Wir haben diesen Beschluß den am Bertrage beteiligten Bergarbeiterverbänden am Nach dieser Einstellung der Fabrikanten ergibt sich die Not2. Januar mitgeteilt und gebeten, dazu Stellung zu nehmen, damit wendigkeit, einmal in aller Deffentlichkeit auf die industrielle Entnoch im Laufe dieses Monats in einer Konferenz der Borstands. wicklung der Berliner Musikinstrumentenindustrie näher einzugehen. AWertheim Bratschollen Pfund 150M 250M Dorsche ausgenommen Pfund 200M Scharbenzungen Pfund 420M Kanincheng 490M Hasen gestreift u. ausgeworfen 880M Pfund Soweit Vorrat M.SCHULMEISTER MSchulmeister Herven Kebang user Tor in billige Tage Kottbuser Tor Herren-, Knaben- u. Jünglings- Kleidung vom 6.- 17. Januar. Verantwortlich file den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druď: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenste. 3. Gieran 1 Bellage. Lebensmittel Frisches Fleisch Sowell Vorrat . Kalbskamm ... Pd. 740м Rinderkamm Pid. 840M Kalbsbrust....... Pfd. 740м Pid. 740M Rinderbrust Pfd. 840M Kalbsnierenbraten Pid. 800M Roastbeef mit Knochen.. Pfd. 900M Kalbskeule ganz u. geteilt Pid. 800M Schmorfleisch mit Knochen 920м Suppenfleisch..... Pfd. Pfd. 800M Gehacktes Fleisch. Pfd. 900M Pfd. Brickäse Pfund 540M Limburger..... Pfund 720M Camembert.. Schachtel 185M Karottendo 400M Wirsingkohl gedörrt Gemüse gemischt, gedörrt Pfund 532M 44 Pfund 600M ( 1 Pfd. Dörrgemlise= ca. 8 Pfd. Frischgemüse) Theaterkasse Wertheim Eintrittskarten für alle Berliner Theater und Konzerte. Verkant für Staatsoper( Parkett u. II. Rang) an Reichsdeutsche u. Ausländer Hc.lS> 40. Jahrgang Seilage des Vorwärts Zreitag. 12. Januar 1023 Staöwerorönetenvorsteherwahl. Wiederwahl Dr. Casparis.— Beschlutzunfähigkeit. Von der ersten Sladtverordnetcnsitzung im neuen Jahre kann man sagen:„£as Jahr fängt„gut" an!" 2Iuf eine vom Oberbürgermeister Löß vor der Tagesordnung abgegebene Erklärung zu dem Einmarsch der Franzosen in Essen antworteten die Kommunisten mit einem Skandal, den der Stadtoerordnetenvorstcher Fabian durch sein zweifellos ungehöriges Verhalten noch ver- fchlimmerte. Einen Gegensatz zu diesen üblen Austritten bildete die freundliche Kundgebung, die unserem 7Sjährigen Genossen Z u b e i l bereitet wurde. Von der Tagesordnung, die nicht weniger als 75 Punkte umfaßte, konnte nicht mal der erste, die Bureauwahl, ganz erledigt werden. Die Wahl des Vorstehers brachte das Ergebnis, dos die bürgerliche Presse im voraus frohlockend ange- kündigt hatte: Genosse Dr. Weyl, Kandidat der sozialdemokratischen Fraktion, der weitaus größten in der Versammlung, unterlag dem von allen bürgerlichen Fraktionen unterstützten Dr. C a s p a r i. Hiernach erklärte Genosse H e i m a n n, daß die sozialdemokratische Fraktion sich nunmehr, wie im Vorjahr, überhaupt nicht an der Zusammensetzung des Bureaus beteiligen werde, und die Kam- munisten schloffen sich uns an. Die Bürgerlichen mußten dann allein die weitere Bureauwahl erledigen, sie brachten aber nur noch die Wiederwahl des ersten Vorsteherstellvertreters Fabian zustande. Schon bei der Wahl des zweiten Stellvertreters waren sie nicht mehr vollzählig beisammen, so daß wegen Veschlußunfähigkeit die Sitzung abgebrochen werden mußte. Unter dem Vorsitz des bisherigen Vorsteher-Stellverireters Fabian begann gestern um 5 Vi Uhr die konstituierende Sitzung mit folgender, von den Bürgerlichen stehend angehörten Ansprache des Oberbürgermeisters Döst anläßlich der Ruhrbesetzung: Die Bürgerschaft und die städtischen Körperschaften stehen heute ganz unter dem Eindruck der neuen Gewalttat, durch welche wiederum in deutsches Gebiet eingedrungen und die Stadt Essen besetzt worden ist. Entrüstung, Schmerz und Sorge erfüllen uns alle. An den Toren der ösfentlichen Gebäude in Frankreich stehen die Worte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" als Wahl- sprach der Revolution von 1789 und der Republik, und„Mensch- lichkeit" ist ein Wort, das der Franzose fast gewohnheitsmäßig im Munde führt. Richtig: Worte, nichts als Worte!� Neues Elend, neue Not soll in unser Volk hineingetragen werden, in unser Volk, das nur Frieden, Arbeit»nd Brot will. Fluch denen, die den O"._ V____ JT- f_f____________ �tL.;„f. t /• V.'Trif, tv'ri\ r\y> nicht gönnen!(Zuruf WW daran schuld sind!) Wir reichen den Brüdern die Hand und rufen ibnen zu:„s)altet aus! Bleibt uns treu! Wir sind Euch treu!" (Lebhafter Beifall, Gegenrufe bei den Kommunisten.) Indem Herr Fabian hieraus dem Kommunisten Dr. Rosen- berg das Wort erteilt, bittet er zugleich di.i Versammlung, die zu er- wartende Erkläruna mit Stille aufzunehmen und dadurch auszu« drücken, daß die Mehrheit dieser Erklärung kein Gewicht beilegt. (Großer Lärm bei den Kommunisten; Rufe:„Runter von der Tri- bünc! Ihr Schurken da vorn«! Schurken seid Ihr!) Dr. R o s e n b e r g(Komm.) erklärt, daß die Kommuniston die französische Gewalttat auf das schärfste verurteilen, daß aber auch der deutschen Bourgeoisie der schärfste Kampf angesagt werden müsse und daß die Regierung Enno durch eine Arbeiterregierung er- setzt werden müsse. Dörr(Komm.) legte gegen das Vorgehen des Vorsteher-Stcllvertrciers Fabian unter großer Unruhe der Ver- sommlung Brütest ein. Der Stadtverordnete Schumacher (Komm.) versucht, dem Vorsteher die Glocke fortzunehmen. Genosse Hei mann erklärt da- Verfahren Fabians für abso- lut ungehörig, bittet aber die Kommunisten, angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung ihren Widerstand aufzugeben. Schumacher nimmt von dieser Erklärung Kenntnis, fragt aber, ob die anderen Fraktionen sich einen solchen Diktator wie Fabian gefallen lassen wollen. Fabian: Ich bin mir bei meinen Worten wohl bewußt, daß> ! mein Verfahren nicht den Gepflogenheiten entspricht. Es gibt aber s Situationen, wo man sich tatsächlich nicht genau an jeden Punkt der s Geslbäftsordnungsvorschriften halten kann, namentlich nachdem schon ! im Aeltestenausschuß durch das Verhalten der Kommunisten die ; Abgabe einer Erklärung im Namen der Gesamtheit unmöglich ge- macht worden ist.— Dörr bezeichnet diese Angabe als nicht der ' Wahrheit entsprechend. Was Herr Fabian sich geleistet, sei eine Unverschämtheit gewesen, wie sie nur in dieser Versammlung sich ein Lorsteher leisten könne. Hieraus soll, zur Wahl öes Vorstehers geschritten werden. H e i m a n n(Soz.) bringt nach einem eingehenden und er- schöpfenden Rückblick auf die Vorgänge bei den früheren Vorsteher- wählen seit der Neuwahl der Versammlung als Kandidaten namens der jetzt erheblich mehr als ein Drittel der Versammlung zählenden sozialdemokratischen Fraktion Dr. Weyl in Vorschlag. Nicht nur sei die Fraktion die weitaus stärkste des Hauses; es sei auch Dr. Weyl den bürgerlichen Fraktionen rechtzeitig präsentiert worden und er sei eins der bekanntesten und tätigsten'Mitglieder. Die bürgerlichen Fraktionen seien bei der Führung der Geschäfte unbedingt auch auf die Unterstützung der Linken angewiesen. Wenn auch die Sozial- demokraten nicht jedes Wort unterschreiben würden, was der Oberbürgermeister vorhin gesprochen, so sei man doch darin durchaus einig, daß Deutschland jetzt Zeiten entgegengehe, so schwer und gefahrdrohend, wie nie bis- her; wäre es in solcher Situation wirklich rötlich, den Anspruch einer so starken Fraktion wiederum abzuweisen? Selbstverständlich würde in diesem Falle die Fraktion sich an der Bureauwahl nicht weiter beteiligen. Von Ennern(D. Vp.) entgegnet, daß der kr eilt des Rechts der stärksten Frakttvn erhobene Anspruch kein diktatorischer ist, daß auch keine unbedingte Tradition in diesem Punkte bestehe, daß es sich im wesentlichen doch um ein Vertrauensamt handle und daß man den Bürgerlichen jetzt wie früher nicht genügend entoegengekommen fei, sondern bloß die Nomierung mitgeteilt habe. Ob Dr. Weyls Tätigkeit geeignet gewesen, ihm das Vertrauen auch anderer Fvak- tionen zu verschaffen, dürie bezweifelt werden.— Namens der sämtlichen nichtsozialistischen Fraktion empfiehlt er die Wiederwahl des bewährten Vorstehers Dr. Ca s pari. Bei der Zettelwahl werden 216 Stimmzettel abgegeben. Ein Zettel ist unbeschrieben, von den 215 gültigen lauten 114 aus Dr. Caspari, 101 aus Dr. Wey l. Dr. Caspari ist wledergeroähtt, nimmt die Wahl dankend an und richtet an alle Teile des Hauses die Bitte, zur Förderung der Geschäfte einig zusommenzusiehen. Das Berliner Gemeinwesen werde bedrängt von Sorgen, und die Dinge, die sich jetzt im Rheiylande ereigneten, würden auch auf Berlin und seine Bevölkerung Ihre Rückwirkung äußern. Dann beglückwünschte der Dorsteher den 7Sjährigen Genossen Zubeil namens der Versammlung. Er habe seit 1890 der Stadt- Vertretung angehört und sich stets als einer der eifrigsten und fleißigsten Mi.giieder, daneben auch als einer der Streitbarsten bewährt. Auf diese Ansprach«, die die Versammlung mit leb- haftem Beifall begleitete, erwiderte Genosse Zubeil mit herz- lichem Dank für die freundlichen Worte des Vorstehers. Vor 53 Jahren sei er in die Versammlung eingetreten; auch ein städti- sches Gemeinwesen lasse sich ohne Kämpfe nicht durchführen noch ausbauen, und eine Kampsnatur sei er gewesen und werde er auch wohl bleiben. Auch an die Versammlung selbst richtete er dann Worte des Dankes. Genosse Hei mann erklärte nunmehr in aller Form, daß nach dem Ausgang der Vorlteherwahl die sozial- demokratisch« Fraktion von der Beteiligung an der weiteren Bureau- wähl absehe. Dörr gab für die Kommunisten die gleiche Erklärung ab, protestierte nochmals speziell gegen die Wiederwahl Fabians und kündigte an, daß die Kommunisten dem Präsidium nicht bloß m i t äußerstem Mißtrauen begegnen, sondern ihm auch d i e äußersten Schwierigkeiten bereiten werden. Fa- b i a n(Dnatl.) bezog sich zur Erklärung für sein Verfahren auf sein« Eigenschaft als geborener Duisburger. Duisburg habe schon Jahr und Tag die französische Vergewaltigung Über sich ergehen lassen müssen. Dem Vorschlag des Herrn v. Eynern, die drei Stell- Vertreter in einem Wahlgang zu wählen, widersprechen die Kommunisten. Es muß in drei Wahlgängen gewählt werden. Fabian wird mit 194 von 196 gültigen Stimmen wiederge- wählt: 1 Stimme erhält Dove(Dem.), 1 Richard Kunz e, 8 Zettel sind weiß. Bei der Wahl des zweiten Stellvertreters(zur Wiederwahl vor- geschlagen Dr. Meyer) werden nur III Zettel abgegeben, während die absolute Mehrheit 113 beträgt. Die Wahl ist ungüllig, da Be- schlußunsähigkeit eingetreten ist und die Sitzung muß abgebrochen werden, was der Vorsteher Dr. Caspari mit großem Bedauern bekannt gibt. Schluß Ä8 Uhr. Die„Srnsou". ES gibt so mancberlei Sorgen für mancherlei Leute, von denen unsereiner keine Ahnung hat. Weder von diesen Sorgen, noch von diesen Leuten. Jetzl zum Beispiel sind wir mitten drin in der Bockbiersaison, und niemand, der auch nur einen Schimmer von den Zeichen der Zeit har, wird leugnen wollen, daß alles dieses eine sehr, wichtige Angelegenheit ist. Auf allen Straßen sieht man die Wagen der Brauereien mit den laubumkränzten Plakaten, auf denen ein Ziegenbock voller Behagen Bier trinkt. Jeder, der etwas auf sich hält und Anspruch auf den Ehrentitel moderner Mensch machl, muß jetzt natürlich Bockbier trinken, den Becher für 399 M. Es gibt Bockbierfeste mit Musik und Klimbim und bunten Kappen aus Papier, das Stück für 50 M.. die man sich über den Kopf streist und die nachher ein lieber Nachbar mit dem Streichholz in Brand steckt, so daß die Haare in Flammen ausgehn. Mit einem Wort, man ist eben„harmlos lusiig". Nach alter guter deutscher Sitte wird bei diesen lliuerhollungen auch gesungen:„Versaufin wir unser Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen..." und andere innige und sinnige Licdchcu, wodurch die Lust am Gesang und am echten, rechten BolkSlicd wertvoll und ivescntlich gesördcrt wird. Die Bockbiersoisou und die Bockbierfeste haben alio auch unbestreitbar eine erzieherische Wirkung! Und mit den Bockbicrsesteii paart sich lieblich die Saison der Bälle der vornehmen Welt in feinen Salons, Eintrittskarte 2999 und 3999 M., die Flasche Wein 5999 M., ein Abendessen 5999 M. Wer aber ivtssc» will, wie der neueste und modernste Schnitt des Fracks aussieht, ob die Ballkleider lange oder kurze Schleppen haben, Dinge, die gerade in der heutigen Zeit jedem.besseren" Menschen zu wissen nottun, der muß diese Bälle besuchen. Wie lange noch und man feiert gebührend Fastnacht mit Pfannkuchen, das Stück 129 M. und Maskenbälle, und dann endlich kommt als würdiges Schlußstück der Wintersaison eine Retse nach dem Süden, d. h. falls uns dann noch Kohlen bleiben sollten, um die Lokomotiven zu heizen. Von der Not des Landes lesen jene erschüttert, voll Galle bis an den Hals geladen, in den Zeitungen, auf daß ihnen daS gute Bier in fröhlicher Gesellschaft umso bester schmeckt. Die Wut gege» die BBZ. Der Kampf des privaten Kohlenhandels gegen die gemeinnützige Berliner B rennst osszentrale, die durch ihren Wettbewerb den Händlerprofit zu schmälern droht, ist im„Vor- wärts" mehrfach beleuchtet worden. Ei!� Händlerorganisatiyn hatte vor einigen Tagen die Vertreter der Presse(mit Ausschluß des„Bor- wärts") zu eine? Besprechung um sich versammelt, um gegen die BBZ. und ihren ersten Geschäftsführer Kulisch heftige Angriffe zu richten. Aus sie antwortete gestern Herr Kulisch in einer von ihm veranstalteten Besprechung mit Pressevertretern, zu der er auch Vertreter von Händlerorganisationen eingeladen hatte. Zu dem Vorwurf, daß nach dem Kriege ein bisher von der Stadt bewirtschafteter Äohlenplatz samt Inventar einem Verwandten des Herrn Kulisch unter vorteilhafien Bedingungen überlassen wor- den sei, erklärte er, dieser Platz sei vorher einem Händlcrverband vergeblich angeboten und dann nicht durch Kulisch, sondern�durch den zweiten Geschäftsführer nach Entscheidung des Aufsichtsrats zu dem durch einen Sachverständigen abgeschätzten Jnoentarpreis jenem Bewerber gegeben worden. In der Debatte zeigt« sich Herr Kulisch (Nachdruck verboten. Der Malik-Vcrlag, Berlin.) Drei Soldaten. 8s' Von John dos Passos. Nein, aber das war es ja nicht, an was er denken wollte. Er war so voll von sich selbst. Auf jeden Fall mutzte er sich selbst vergessen. Immer, seit seinem ersten Studienjahr schien es ihm, als ob er nichts getan habe, als an sich selbst denken, über sich selbst sprechen. Endlich, auf dem tiefsten Grunde der Demütigung, der Sklaverei, war die größte Möglichkeit des Vergessens und des Aufbaues eines neuen Lebens, aus realen Dingen dies- mal, aus Arbeit und Kameradschaft und Verachtung: Ver- achtung, Zynismus, das brauchte er. Eine phantastische Welt war es, in die er plötzlich gefallen war. Sein Leven vorher schien ein Traum aus einem Roman, ein Gemälde, des er in irgendeinem Schaufenster gesehen hatte. Es war so ganz anders: war es wirklich in derselben Welt? Es schien ihm, als sei er gestorben, ohne es zu wissen und neugeboren, in einer neuen, fürchterlichen Hölle. Als Kind l)«tte er in einem alten Hause gewohnt, das unter Eichen und Kastanien stand, neben einer Landstraße, wo kleine Karren und Ochsenwagen nur selten vorbeikamen und Spuren im Sande hinterließen. So viele Träume hatte er gehabt unter dem Myrtenbusch am Ende des überwnchse- uen Gartens; die langen Nachmittage in Virginia, wie waren sie schön. Dort konnte er an die Welt denken, in der er leben werde, wenn er einmal erwachsen wäre. Er hatte so viele Leben für sich geplant; er wollte General werden wie Cäsar, die Welt erobern und in einer großen Marmorhalle ermordet sterben. Er wollte ein wandernder Sänger werden und alle Länder singend durchwandern und viele endlose, verworrene Abenteuer durchmachen: er sah sich als großen Musiker spielend an einem Klavier sitzen, wie Chopin auf dem Bilde, während wunderschöne Frauen wer- nend saßen und Männer mit langem, lockigem 5)aar die Gesichter in ihren Händen verbargen. Nur Sklaverei hatte er nicht vorausgesehen. Dazu hatte seine Rasse zu viele Jahr- hunderte hindtirch geherrscht. Und doch war die Welt nur zu- sammengcsetzt aus Variationen von Sklavereien. John Andrews lag auf dem Rücken in seinem Lager, wahrend alles um ihn herum schlief und schnarchte in den dunklen Baracken. Ein dunkler Schrecken hielt ihn gepackt. In einer einzigen Woche war das große Gebäude seiner romantischen Welt voller Farben und Harmonien, das stärker und dauerhafter gewesen war als die Schul- und Universitäts- zeit und als das Hin- und Hergestoßensein im Kampf üm die Existenz' in New Bork, wie Staub in sich zusammengefallen. „Wie dumm." dachte er.„Dies ist doch die Welt, wie sie der Mehrzahl der Menschen erscheint. Dies ist nur der untere Teil der Pyramide." Er dachte an seine Freunde, an Fuselli und Chrisfield und den komischen kleinen Kerl, Eisenstein. Die schienen sich zu Hause zu fühlen in diesem Armeeleben. Die schienen durchaus nicht erschreckt zu sein über den Verlust ihrer Frei- heit. Denn sie hatten ja auch nie im Glänze jener anderen Welt gelebt. Doch wenn er auch wollte, er konnte keine Ver- achtung gegen sie fühlen. Er dachte an sie, wie sie unter dem Kommando des Mannes sangen; „Heil, heil, wir sind die Solldaten, Wir werden uns den Kaiser holen, Wir werden uns dön Kaiser holen, Wir werden uns den Kaiser holen!" Er dachte an sich selbst und an Chrisfield, wie sie die abgebrannten Zigaretten aufsammelten und an das endlose Tramp, Tramp der Füße auf dem Exerzierplatz. Wo war die Verbindung? War das alles Irrsinn? Sie kamen aus so ver- schiedenen Welten, all diese Männer, die um ihn herum schliefen, um in dieser Sache vereimgt zu werden. Was dachten sie darüber, alle diese Schläfer? Hatten nicht auch sie Träume gehabt, als sie Knaben waren? Oder.hatte die Generation vor ihnen sie nur für dies vorbereitet? Er dachte an sich selbst, wie er unter dem Myrtenbusch lag während des heißen, drösenden Nachmittags und die blassen Blumen im trockenen Grase beobachtete, und fühlte, in seine warmen Decken eingehüllt, wieder, wie die Glieder sich in dem Wunsche strafften, frei und ohne Zwang durch eine neue, freie, kühne Luft zu stürzen. Plötzlich überdeckte Dunkelheit sein Bewußtsein. Mit einem Ruck wachte er auf. Das Horn tönte draußen. „Aufstehen!" schrie der Sergeant. Die Sterne standen klar am Himmel, als Fuselli aus den Baracken stolperte, die Augen noch stechend vor Schlaf. Wie kleine, glänzende Flocken zitterten die Sterne in dem Dunkel des Himmeis. „Weiß jemand, wo das elektrisch« Licht angedreht njird?" fragte der Sergeant gutgelaunt. Das Licht über der Tiix der Baracken summte auf und ließ einen kleinen, rundlichen, luftigen Mann mit kleinem, gelbem Schnurrbart und einer Zigarette, die ihm zum Munde heraushing, sehen. Um ihn herum gruppiert saßen Leute aus der Kompagnie, in Mänteln und Mützen. „Alles in Ordnung. Aufmarschieren, Leute!" Man sah Fuselli einigermaßen neugierig an, da er gerade die Nacht vorher in diese Kompagnie versetzt worden war. „Achtung!" schrie der Sergeant, dann zog er die Augen- brauen zusammen und starrte lange auf das Stück Passier, das er in der Hand hielt, während die Leute ihn neugierig beobachteten.„Antwortet, wenn Euer Name ausgerufen wird...- Ansbach!" „Hier!" Gleichzeitig konnte man draußen in den anderen Baracken bei anderen Kompagnien dasselbe hören. Irgendwo vom Ende der Straße her kamen Hochrufe. „Nun, Leute, ich kann Euch jetzt erzählen," sagte der Sergeant mit einem Ausdruck besonderer Allwissenheit, nach- dem er den letzten Namen aufgerufen hatte,„wir gebe» hinüber." Alles schrie begeistert. „Haltets Maul! Die Hunnen sollen uns wohl hörnfe was?" Die Kompagnie lachte, auf dem runden Gesicht des Sergeanten lagerte sich ein breites Grinsen ab. „Da scheint Ihr ja einen ganz anständigen Bonzen zu haben," flüsterte Fuselli seinem Nebenmann zu. „Da kannst du dich drauf verlassen. Der ist'ne feine Marke," sagte der andere in einem Tone tiefer Ehrfurcht. „'ne gute Kompagnie, kann ich dir sagen." Plötzlich erschien der Leutnant in dem Lichtkreis vor den Baracken. Es war ein Junge mit rosigem Gesicht. Sein etwas zu großer Rock war sehr neu und stand ihm steif von den Beinen ab. „Alles in Ordnuna, Sergeant? Alles in Ordnung?" fragte er verschiedene Male. „Zu Befehl!" antwortete der Sergeant. „Sehr gut. Werde Ihnen in einer Minute den Marsch- befehl mitteilen."(Fortsetzung folgt.) leider sehr viel weniger gewandt als die von ihm eingeladenen schwachen Zeiten ausgeführt. Die Bahnverwaltung hat die Ueber- 1 Gasmerte diesen Nachrichten völlig fernsteht und daß die besonders Vertreter des Großhandels, die mit großer Redefertigkeit machung verschärft, aber nur mit unterstügung der Rei- starte Erhöhung des Gaspreises aus folgenden Gründen erfolgt ist: ihre Attaden wiederholten und nicht nur gegen ihn, son- senden fann es gelingen, das Gesindel unschädlich zu machen; Die Berliner städtischen Gaswerte haben bisher den jeweiligen Gasdern auch über Stadtrat Horten, den Vorsitzenden des Aufsichts- für die Feststellung und Anzeige von Dieben und Hehlern zahlt die preis auf Grund des Durchschnittstohlenpreises des rats der BB3., die schärfsten Worte gebrauchten. Dabei konnten sie Reichsbahndirektion Berlin, je nach der Bedeutung des Einzelfalles, Bormonats errechnet und infolgedessen gegenüber den Gasauf formale Bersehen hinweisen, die aber nichts gegen die Zuver- Belohnungen bis zu 20 000 Mart. Haß lässigkeit der BB3. beweisen und durch deren Betonung der Großhandel nur seinen 5 a ß gegen sie befriedigen will. Die Berliner Brennstoffzentrale ist noch nicht als solche eingetragen und darf daher diese erst zur Eintragung angemeldete Firma noch nicht führen, sondern heißt eigentlich noch Berliner Brennstoffhefchaffungsgesellschaft, da diese Firma noch nicht gelöscht ist. Sie hat. Mitte Dezember die ihr vom städtischen Wohlfahrtsamt zugewiesenen Bedürftigen ein paar Tage vor Gültigkeit des Kohlenkartenabschnitts beliefert, womit fein Händler geschädigt, sondern nur die Belieferung der Armen noch vor Weihnachten ermöglicht wurde. Ein Vertreter des Kleinhandels warf der BB3. vor, sie habe Kohlenvorräte zurüdgehalten, nicht in strafbarer Weise zur Preistreiberei, sondern zum 3wed billigerer Lieferung. Das habe sie, fügte er hinzu, nur der Reklame wegen getan, weil sie Rundenfang treiben wollte. Die ganze Besprechung fonnte nur den Eindrud verstärken, daß der Kohlenhandel, vor allem der Kohlen groß handel, den Wettbewerb der Berliner Brennstoffzentrale fürchtet. Kulisch erklärte, es werde den Gegnern der BB3. nicht gelingen, den Betrieb zu stören. Bernotats Doppelgänger. „ 50 000 Mart bekommt der Staatsanwalt." Der großen Verhandlung gegen Bernotat und Kaminsti geht es nicht viel besser wie allen ihren Borgängern: ihre Sensation" verpufft in sich selbst. Die fast zahllosen zur Sprache kommenden Einbrüche und Diebstähle bieten immer dasselbe Bild: Bernotat behauptet bei jedem Fall von neuem, daß Grohmann ihm die Sachen zur Aufbewahrung" gegeben habe. Bürgerliche Kundgebung im Luftgarten. werken der meisten größeren Städte und auch den Gaswerken der früheren englischen Gasgesellschaft erheblich niedrigere Preise in Rechnung gestellt, weil diese anderen Gaswerte ihren Gaspreis des jeweils im Monate der Standerhebung geltenden Kohlenpreises aufgebaut haben. Die andauernde und schwungDer Pazifist Schüding und Hergt als Redner. hafte Steigerung der Kohlen- und Frachtpreise stellt aber an die Die Telegraphen- Union meldet: Das Zentrum, die Deutsch- Betriebsmittel der Werke solche Ansprüche, daß wir die bisherige nationalen, die Deutsche Volkspartei, die Demokraten und die Berechnungsart des Gaspreises nicht mehr durchhalten können. Da Bayerische Bolfspartei rufen die Bevölkerung auf Sonntag mittag bei diesem Verfahren zurzeit der Abgabe des Gases jedesmal er12 Uhr in den Lustgarten zu einer großen einheitlichen Kund- hebliche Gestehungskosten entstehen, als der überdies noch am gebung gegen den Bruch des Versailler Vertrages auf. Es werden Schluffe des Liefermonats zahlbare Preis zu decken vermag, unter anderen sprechen die Deutsch nationalen Hergt und ist die Direktion der Gaswerte seit dem Beginn des Jahres Laverenz, vom Zentrum Fleischer und Marg, von den Demo- genötigt gewesen, ebenfalls den jeweils zur Zeit der Festfraten Petersen und Schücking, von der Deutschen Volkspartei se tung des Gaspreisers geltenden Kohlenpreis Stresemann und Freiherr v. Lersner, von der Bayerischen Volks- dem Gaspreis zugrunde zu legen. Bei der diesmaligen Erhöhung partei Leicht. Fahnen und Abzeichen sollen nicht mitgeführt werden. des Gaspreises hat sich also nicht nur die Kohlenpreis- und Frachtpreiserhöhung des Dezember, sondern auch die am 1. Januar d. J. eingetretene neue Frachtpreiserhöhung ausgewirft. wegen und aus feinem anderen Grunde war der Sprung von dem Dezember/ Januar- Preis ein so erheblicher. Es darf aber nicht übersehen werden, daß dafür die aus dem städtischen Gasrohrnek belieferten Verbraucher in den letzten Monaten durchweg erheblich niedrigere Gasrechnungsbeträge zu bezahlen hatten als die anderen Städte und auch andere Bezirke unserer Stadtgemeinde, die von nicht fommunalen Gesellschaften beliefert werden. Der Zehlendorfer Gattenmord- Prozeß. Bier Jahre Gefängnis wegen Totschlags. Im Prozeß gegen den Schneider Friedrich Häring wurde die Beweisaufnahme beendet. Eine Zeugin Fräulein W., die kurz nach der Tat des Angeklagten gegen ihn Anzeige erstattet hatte, weil er 1. 3t. einen Rotzuchtversuch an ihr gemacht hatte, hat mehrfach Gelegenheit gehabt, persönlich den ständigen 3wiftigkeiten zwischen den Eheleuten beizuwohnen. Die Zeugin hat auch persönlich gesehen, daß Häring seine Frau mit einem Messer bedroht hat. Während der Abwesenheit des Angeklagten habe Frau Häring der Zeugin einen Revolver gezeigt und gesagt, daß dieser scharf geladen sei und fie die Waffe ins Wasser geworfen habe. In der weiteren Verihrem Mann gehöre. Später erzählte Frau Häring der Zeugin, daß nehmung gestand Häring, daß er sich einen neuen Revolver gekauft habe, um sein Kind und dann sich selbst zu erschießen. Staatsanwaltschaftsrat 3immermann, der die Anklage vertritt, beantragte die Bejahung der Schuldfrage nach über legtem Totschlag. Rechtsanwalt Thiel firich demgegenüber den Angeklagten als einen trotz der belastenden Zeugenaussagen fleißigen Menschen heraus. Die Leumundsaussagen seien nicht ausreichend, um ein endgültiges Bild von dem Angeklagten zu fonftruieren. Er bat, die Schuldfrage bezüglich Körperverlegung mit tödlichem Ausgang zu bejahen und dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Jahren wegen Lotschlags unter Bubilligung mildernder Umstände, wegen unerlaubten Waffenbefizes auf einen Monat. Auf die Strafe wurden neun Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Die beleidigte Polizei. Des= Heute wieder Markthallenverkehr. Wie schon mitgeteilt, wird in allen Markthallen am heutigen Tage der Betrieb wieder aufGestern versammelten sich etwa 4000 MaritStände heute wieder zu besetzen und den Verkauf einzurichten. balleninteressenten im Saalbau Friedrichshain und beschlossen, ihre genommen werden. Zu dem Mord in der Helmholhstraße, dem der Schneidermeister A16 ach zum Opfer fiel, wird mitgeteilt, daß nach der Verhaftung des Haupttäters Unger jetzt in Hamburg ein zweiter der vier beteiligten ,, offänger", der Hausdiener Wilhelm Kansid aus Osnabrück, festgenommen ist. Die beiden noch flüchtigen anderen Mittäter, die Arbeiter Otto Deppner und Alfred Stowroned, halten sich vermutlich ebenfalls in Hamburg auf. Weitere Brifettfreigaben. Vom 15. Januar erfolgt auf Kohlen bezugsscheine jeder Art eine weitere Freigabe von 15 Proz. für Brifettlieferungen. Das oberschlesische Bergwerksunglück. Die Bei einem Wohnungseinbruch am Hohenzollerndamm erbeutete Bernotat einen Teppich im damaligen Werte von etwa 100 000 m. Er gibt an, daß er den Teppich im Kaiser- Hotel in der Friedrichstraße von einem Unbekannten gekauft habe. Der nächste Einbruchsdiebstahl wurde am 3. Dezember 1921 bei einer Familie Kupferstein in der Auguftaftr. 6 in Wilmersdorf ausgeführt. Von den gestohlenen Gegenständen befinden sich ein Schira steppich und eine filberne Geldbörse im Gerichtssaal. Als die Zeugin Kupferstein immer wieder mit Bestimmtheit behauptete, daß sie Bernotat unmittelbar vor dem Einbruch auf der Haustreppe begegnet fei, er bot sich Rechtsanwalt Dr. Frey unter Beweis zu stellen, daß Bernotat in Berlin nicht weniger als drei Doppelgänger habe. Ueber den in der Pension Wacke in der Bamberger Straße ausgeführten Diebstahl konnten die Zeugen Wesentliches nicht beDas Unglück auf der Abwehrgrube der Donnersmardschen Eisenfunden. Alsdann wird zur Vernehmung des dritten Angeklagten und Kohlenattiengesellschaft ereignete sich vorgestern abend gegen Emil Böhm geschritten. Er hat Bernotat 1919 im Kaufhaus Wertheim kennengelernt, wo er als Buchhändler angestellt war. Böhm 8 Uhr auf der 280- Meter- Sohle in der Förderstrecke des Hugo- Flozes hatte Bernotat angeboten, Bücher zum Einkaufspreis zu besorgen. Bernotat habe ihm aber erwidert:„ Machen Sie das doch anders, Norden Berlins war der Anlaß zu einem Beleidigungs- entstehenden Rauchschwaden und Brandgase zogen mit den frischen Das Verhalten der Schutzpolizei bei einer Autopanne im durch Entzündung eines Benzolbehälters einer Grubenlokomotive. Hierbei geriet die Zimmerung der Grubenstrede in Brand. Die stehlen Sie die Bücher." Böhm habe auf die scharfe Kon- proze B. der gestern zu Ende geführt wurde. Die Freiheit" Wettern nach dem Arbeitsort und überraschten die dort tätigen trolle hingewiesen. Bernotat habe aber die Sache so geregelt, daß hatte im Dezember 1921 eine fleine Lofalnotia veröffentlicht, wo- Bergleute. Von der 48 Mann starken Belegschaft konnten sich nur er an Böhms Verkaufsstand tam, ein Buch kaufte und die ge- nach bei dieser Autopanne die Schupo die Feststellung der Wagen zwei durch eilige Flucht retten, während die übrigen 46 Mann, stohlenen Werke gleichzeitig in einer Mappe unterbrachte. Im nummer, die genügt hätte, unterlassen habe und ebenso die VorKaufhaus des Westens wurde der Angeklagte Böhm bald darauf zeigung eines Ausweises deutscher Chauffeure, die im Dienste der darunter ein Oberhäuer, den giftigen Gasen zum Opfer fielen. Neun abgefaßt, als er ein Buch im Werte von 25 m. für sich selbst stehlen intenaniterten Kommission find, ignoriert hätte. Während der bzw. Aufräumungsarbeiten sind von einer Rettungstolonne sofort von den Berunglückten sind ledig, 37 verheiratet. Die Löschwollte. Das frühere Dienstmädchen Bernotats, ein Fräulein Sad, Sistierung sollten die Chauffeure die Polizeibeamten be in Angriff genommen worden. Man versucht, durch starke Bewäſſeerklärt, daß im Mädchenzimmer ein Schrank gestanden habe, leidigt haben. Erst fünf Monate nachher wurde gegen den rung des Brandes Herr zu werden, ohne größere Abdämmungsden die Polizeibeamten bei der Haussuchung nicht gesehen hätten. damaligen Verantwortlichen der Freiheit", Genossen Rudner, arbeiten vornehmen zu müssen, die eine Bergung der Berunglückten Dieser Schrank habe sämtliche im Besiz des Bernotat befindlichen Beleidigungsflage erhoben. Infolge eines Versagens der Gerichts- vor Wochen unmöglich machen würde. Durch die Vernichtung der Belze. enthalten. Während der Verhaftung Bernotats habe Frau schreiberei mußte der Termin dreimal verta gt werden. Aus Bimmerung ist das Flöz teilweise zusammengebrochen. Bernotat eines Tages einen großen Stoß Geld durchgezählt und dem Gange der Verhandlung ergab sich, daß die drei Polizeibeamten Rettungsarbeiten werden dadurch sehr erschwert. auf ihre Frage geantwortet: 50 000 Mart bekommt der fehr große ungeschicklichkeit bewiesen hatten, der eine, zum Trogdem hofft man, im Laufe des heutigen Nachmittags an die BerStaatsanwalt, 26 000 M. der Verteidiger Rechtsanwalt Straßendienst ungeeignete, hatte fogar die Waffe gezogen. Die unglückten gelangen und sie bergen zu können. Es ist aber faum Müller- Strohmeyer und 20 000 m. müssen für die Haftentlassung drei Beamten bezeugten selbst, daß der eine der beiden angeklagten damit zu rechnen, auch nur einen von ihnen lebend zutage bringen meines Mannes als Kaution hinterlegt werden." Frau Kaminski, Brüder Hasse freiwillig zur Wache mitgegangen war und sich sehr zu können. Die Bergbehörden befinden sich an der Unglücksstätte. die Mutter des Angeklagten K. äußerte fich des längeren über ihren vernünftig benommen hatte; troßdem sollte er eine Gefangenen Weinend umfagern die Angehörigen und eine große Anzahl NeuSohn und gibt an, daß sein Vater ein starker Neurasthenifer war. befreiung versucht haben. Also wurden die zwei Chauffeure zu gieriger die Schachtanlagen. Geldstrafen von 300 und 500 M. und Genosse Rudner wegen Metalldiebe auf der Eisenbahn. der angeblich beleidigenden Notiz zu 1000 m. verurteilt. Der Ein neuer üppig blühender Zweig des Verbrechens ist der Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalt Oborniker, dem Metalldiebstahl. Es gibt kaum noch irgendwo einen Messingbeschlag, angeklagten Redakteur die Wahrnehmung berechtigter einen Klingelfnopf oder ein Türschild, das vor den Langfingern Interessen zuzubilligen weil die Beamten nicht persön ficher wäre; so werden die Berliner Mietshäufer planmäßig aus- lich verunglimpft werden sollten, blieb unberüdiichtigt. 9. reis. Abteilungsvorstände. Heute, Freitag, 6 Uhr, bei Kollath, wichtige geraubt, und neuerdings gehen die Diebe daran, ganze Eisen- Genosse Rudner führte aus, daß polizeiliche Nebergriffe zu jener 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Die Abteilungsführer treffen fich heute, Frei. bahnwagen abzuwraden". Türgriffe werden gestohlen, Beit an der Tagesordnung gewesen, sogar gerichtsnotorisch fest- tag, Buntt 5 Uhr nachmittags, bei Will, Martin- Luther- Str. 69. die metallenen Fensterwinkel, die Druckrahmenschienen der Fenster; gestellt worden seien, die Schutzpolizei ihre Leute meist aus dem 17. Kreis Lichtenberg. Heute, Freitag, 7 Uhr, Funktionärsihung bei Geiple, fogar die Meffingschrauben, mit denen die Schutzleisten an den attiven Militär genommen und daher enttäuscht habe. Die FreiTüren und die Bretter der Bänke befestigt sind, werden entwendet heit" habe nur diese Fehlerquelle aufzeigen wollen und habe solche und sofort in einer der jetzt zahllos entstandenen Altmetall- Ankauf- Beschwerden aus ihrem Lesertreise veröffentlichen müssen. Auf all stellen abgesetzt. Besonders rücksichtslos geht das Diebesgesindel auf das ging das Gericht nicht ein, blieb aber bei der Ver den Berliner Stadt, Ring- und Vorortbahnen vor; zuweilen laufen urteilung erheblich unter dem Antrag des Antlägers. Da die 6. Kreis Kreuzberg. Sonnabend, den 13. Januar, 7½ Uhr, Konferenz aller in den Eisenbahn- Ausbesserungswerten 3üge ein, in denen ganze Zappalie eine Berufung nicht rechtfertigt, nahmen die Vernicht mehr ein einziger Fensterrahmen geblieben urteilten das Urteil an. i ft. Neben dem ungeheuren Schaden, der durch diese Diebstähle der Reichsbahn und damit der Allgemeinheit zugefügt wird, entstehen schwere Unannehmlichkeiten und Gefahren für die Reisenden: die infolge der entwendeten Beschläge schlecht schließenden Fenster setzen die Fahrgäste bei faltem oder feuchtem wonach die Erhöhung des Gaspreises von 90 m. auf 200 m. bei Jungsozialisten. Gruppe Schöneberg- Friebenen: Pünktlich 8 Uhr im JugendWetter ernst en Gesundheitsschädigungen aus, und den städtischen Werken meniger auf die Berteuerung der Rohstoffe durch die Beschädigung der Türschlösser drohen schwere Unfälle, wie oder die Verwendung ausländischer Kohlen, als vielmehr auf die das plögliche Deffnen der unverschließbaren Tür, Hinausstürzen der Notwendigkeit zurückzuführen sei, die Betriebsanlagen der GasFahrgäste oder das, Gegenschlagen der offenen Türen gegen vorbei werke, einer durchgreifenden Erneuerung zu unterziehen. Dem= fahrende Züge. Die Diebstähle werden fast immer in vertehrs- gegenüber wird zunächst darauf hingewiesen, daß die Direktion der " Wie der Gaspreis entsteht. Bon einer Nachrichtenstelle wird eine Mitteilung verbreitet, Groß- Berliner Parteinachrichten. Mitteilungen. Ede Kronprinzen- und Scharnweberstraße. Erscheinen Pflicht. heute angefeßte Fraktionssigung fällt aus. Die für 3. Kreis Bedding. Sonnabend, den 13. Januar, 7 Uhr, Cihung ber, Chunund Bezirksverordnetenfraktion im Gitungszimmer des Bezirksamts, Schönftedtstr. 1, 1. Etage, Bimmer 122/123. Der Fraktionsvorstand tritt um 6 Uhr zu einer Verbesprechung im Simmer 122, 4. Etage, zusammen. Funktionärinnen bei Wolf, Gräfeftr. 26. Heute, Freitag, den 12. Januar: 108. 5t. Röpenid. 7% Uhr bei Müller, Alter Markt, Sigung des engeren Borstandes. 135. Abt. Karow. 8 Uhr bei Berndt, Dorfstraße, Mitgliederversammlung. Er scheinen aller dringend erforderlich. hort, Feurigste. 35, Bortrag des Genossen Dr. Friedländer: Die Grundzüge der Handelspolitik". Morgen, Sonnabend, den 13. Januar: 5. Abt. 7 Uhr wichtige Sihung der Funktionäre bei Enge, Bartelstr. 7. 52. Abt. Charlottenburg. 7 Ühe Funktionärsihung bei Heß, Kaiserin- AugustaAllee 37. Bekleidungswerkstätte der Berliner Gewerkschaffen G.m.b.H. In allen Abteilungen preiswerte Angebote Herren-, Damen- und Kinder- Konfektion * Schuhwaren Wäsche Trikotagen * Maßabfcilung für Herren- Garderobe, S. 14, Sebastianstr. 37/38||| Bitte genau auf unsere Verkaufsstellen zu achten!!! 1. Zimmerstraße 68 2. Kottbuser Damm 88/89 3. Sebastianstraße 37/38 4. Engelufer 30 5. Jablonskistraße 8 7. Köpenick, Kaiser- Wilhelm- Str. 101 8. Friedrichshagen, Friedrichstr. 51 9. Wildau, Schwartzkopff- Werke Ohne Verbandsbuch keine Ware! 6. Schönhauser Allee 173 Seingang Geschäftszeit 9 bis 12 und 3 bis 6 Uhr! Bolschewistische Geheimpolizei. Ein Leitfaden für kommunistische Lockspikel. Das illegale Organ des sozialdemokratischen Parteifomitees in Odessa veröffentlicht Auszüge aus einer Schrift ,, die von der örtlichen chefa völlig geheim" herausgegeben worden ist. Diese Schrift behandelt die„ Praxis der Odessaer Tscheka" für das Jahr 1920 und enthält eine Reihe von Abschnitten, die den inneren Betrieb und die Aufgaben der bolischemistischen Geheimpolizei grell beBesonders beachtenswert sind jene Abschnitte, die die Proris der Bolschewistischen Lodspiel schildern. Aus dem Inhalt dieser geheimen Denkschrift geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß das Lockspizelunwesen in Sowjetrußland einen ungeheuerlichen Umfang angenommen hat und weit schlimmer geworden ist, als dies je in den Zeiten des Zarismus der Fall war. Wirtschaft Banken gegen Depotzwang. wird, vor der Weft den Beweis zu führen, daß die Besetzung des Ruhrgebiets Einnahmen für den französischen Staat bringt. Gelingt das nicht und es wird zweifellos mindestens auf die Dauer nicht gelingen so ist das der Banterott der Politif des Bloc nationale. " In einer ausführlichen Darlegung protestieren die Spigen In einer ausführlichen Darlegung protestieren die Spitzen- Für den, der sehen will, ist er durch die Erfolge" der französischen verbände der Banten, Spar- und Genossen Preispolitik am Rhein und an der Saar bereits deutlich sichtbar. schaftskaffen gegen den jetzt von der Regierung vorgelegten deutsche Arbeiter sich durch Reklameschinken und Bettelbrocken für So der Tatbestand. Im übrigen wird die Zumutung, daß Gefeßentwurf, der den Depotzwang für festverzinsliche Bapiere eine Billigung der französischen Pfänderpolitik und des fortgesezten aufhebt und die Auskunftspflicht der Banten gegenüber den Steuerbehörden insofern einschränkt, als von der Einreichung von Kunden- Bertragsbruches bereit finden sollen, bald genug von der Ruhrverzeichnissen an die Steuerbehörden fortan abgesehen werden soll. arbeiterschaft selbst gebührend gewürdigt werden. Wie bisher, so behaupten die Banken auch jetzt, daß in der Hauptsache die Steuergesetzgebung an dem Rückgang der Einlagen und an Neue gewaltige Kohlenpreiserhöhung. der Geldhamsterei schuld sei und verlangen weitergehende Erleich- Die Not des Volkes steigt, die Verbände erhöhen ruhig weiter terungen. ihre Preise. WTB. meldet: Die Verfasser der Schrift weisen darauf hin, daß die Tschefa fich Diese Beweisführung trifft nicht den Kern der Sache. Im Anschluß an das Ergebnis der lehttägigen Lohnverhandver die Notwendigkeit gestellt fab, thre Informatoren", das heißt Wenn die Banken nur in annähernd gleichem Ausmaße die Zinfen, lungen mußten die Organe der Kohlenwirtschaft heute in neue KohlenSpizel, in jeder der nichtboschewistischen Gruppen und Parteien die sie an ihre Einleger zahlen, erhöhen würden, wie sie ihre Pro- preisverhandlungen eintreten. Die Preiserhöhungsanträge umzu haben. Das von den Spizein beschaffte Material dient den leitenden visionen und Darlehenszinsen erhöht haben, so würde die Geld- faßten im allgemeinen einen Aufschlag von 50 Prozent zu den hamsterei sehr bald aufhören. Wenn man freilich 3 bis 4 Proz. Kreisen der Tscheka als Grundlage für die genaue„ Durchleuchtung" Zinsen gibt, aber 40 bis 360 Pro3. an Zinsen und Provisionen vom bisher geltenden Nettopreisen( während die Lohnerhöhungen ab aller politischen Gruppen, die in aftiver oder passiver Oppofition zur Schuldner fordert, so braucht man sich nicht zu wundern, daß den 12. Januar etwa 68 Proz. gegenüber Dezember betragen), zuzüg Sowjetregierung stehen. Alle irgendwie in Frage kommenden Ber- Banten fein Geld zuströmt. lich einer Abgeltung der für die erste Dekade des Icnuar bereits einfonen werden genau beobachtet, charakterisiert und registriert. BeSo wenig die Arbeiterschaft ein Interesse daran hat, über getretenen Lohnerhöhung, wozu dann noch für die besetzten rheisonders wichtig ist die Kenntnis der Stimmungen und Strömungen füssige Hemmungen des Kapitalverkehrs aufrechtzuerhalten, so nischen Gebiete ein besonderer Zuschlag für die infolge der Befezung in den Betrieben. Zu diesem Zmed hat die Tschefa in allen Be- sehr muß sie darauf bestehen, daß die gegen Kapitalflucht zu erwartenden wirtschaftlichen Erschwerungen zugestanden werden trieben, Institutionen und Truppenteilen ein Netz von Informa- und Steuerhinterziehung notwendigen Maßnahmen mußte. Diese beiden letzteren Posten sollen bei der nächsten Preistoren" geschoffen. Die auf diesem Wege beschafften Informationen beibehalten, ja selbst verschärft werden. Es ist ein uner- feftfegung berücksichtigt werden bzw. wieder entfallen. gestatten mit genügender Deutlichkeit die Stimmung der Arbeiter hörter Zustand, wenn heute die Arbeiterschaft mit den noch zahlungsund Angestellten der betreffenden Institutionen und Betriebe schwächeren Kreisen der enteigneten Kleinrentner die Hauptlast der Steuern trägt. Will man die aus steuertechnischen Gründen not fennenzulernen." wendige Kontrolle des Kapitalverkehrs beseitigen, so müßten andere Vorschläge zur Sicherstellung des Steuereinganges von den Befizern gemacht werden. Davon will man jedoch nichts hören. Bezeichnenderweise tönnen die Banten sich auch in diesem Falle darauf berufen, daß sie in ihrer Stellungnahme mit dem Reichs bankdirektorium durchaus einig sind. Das ist für die Reichsbank der Deutschen Republit feine Ehre. " Bon außerordentlichem Interesse ist der Hinweis der amtlichen Bon außerordentlichem Interesse ist der Hinweis der amtlichen Schrist, daß bei dem Aufbau der kommunistischen Spionageabteilungen die Erfahrungen der zaristischen Geheimpolizei wie auch der westeuropäischen politischen Polizei berücksichtigt und ausgenutzt worden sind. Nicht minder interessant ist die Klage, daß die Odessaer Arbeiter der Tätigkeit der Tscheka nicht das nötige Berständnis" entgegenbrachten. Der Odessaer Proletarier- heißt es in der Schrift war infolge einer Reihe objektiver Verhältnisse von einem kleinbürgerlichen Geist angesteckt und begriff die Aufgaben der Tscheka nicht. Mehr noch, bei vielen Proletariern herrschte die Ansicht vor, daß sie mit der Tscheka nichts zu tun haben dürften." Der Brotkorb als Köder. 17 H Dementsprechend betragen die Preiserhöhungen netto für Rheinland- Westfalen 10185 Mart je Lonne Fettfördertohle, für die übrigen Reviere durchschnittlich: Niederschlesien 10 327 Mart, Sachsen 11 820 Mart, Aachen- Eschweiler 12 410 Mart, Aachen- Nordstern 13 278 Mart, Niedersachsen- Borsinghausen 10 850 Mart, desgleichen Jbbenbüren 9871 Mart, rheinische Braunkohle: Rohtohle 1555 Mart, desgleichen Briketts 5511 Mart, mitteldeutsche Reviere: Rohtohle 2432 Mart, desgleichen Bris tetts 6432 Mart. Der Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums betonte die durch zahlreiche Eingaben der Kohlenverbraucher belegten Bedenken, die bei der jetzigen Wirtschaftslage einer Kohlenpreiserhöhung entgegenstünden. Er gab jedoch die Erklärung ab, daß das Reichswirtschaftsministerium troz Würdigung dieser Schwierigkeiten von seinem Betorecht keinen Gebrc uch machen werde, weil die geforderten Beträge zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig seien. Die Preiserhöhungen treten also mit Wirkung ab 12. Januar in Kraft. Wie von der Auslandspresse angekündigt wurde, beabsichtigt Frankreich der Bevölkerung des neubefetzten Ruhrgebiets den Bruch des Versailler Vertrages dadurch schmackhafter zu machen, daß es die Bevölkerung, ebenso wie das bisher im altbefetten Gebiet ge fchehen sein soll, mit Nahrungsmitteln zu versorgen beabsichtige, die billiger wären als im übrigen Deutschland. Die französische Besagungsarmee wird mit dieser Beglückung" der Ruhrbevölkerung Eingangs der Sizung legte der Vorsitzende unter allseitiger Zu feinen sonderlich großen Erfolg haben; stehen der französischen stimmung energisch Protest ein gegen die rechtswidrig mitteilung von den„ billigen Lebensmitteln im Rheinland" doch den Bergbau schwer gefährdende Beseßung des zu offenkundige Tatsachen entgegen. Wie die Dinge in Wirklichkeit Ruhrreviers, und Herr Direktor Wallmichrath berichtete dann aussehen, d. h. wie sehr gerade das Gegenteil der Fall ist, ergibt eingehend über den Verlauf der Pariser Kohlenverhandlungen. fich aus der folgenden Aufstellung über die Kosten wichtiger Lebensmittel im Dezember 1922 im besetzten und unbesezten Gebiet: Ein unverständlicher Beschluß. Jm Ausschuß für Landwirts schaft und Ernährung des Reichswirtschaftsrats wurde mit 8 gegen Im Dezember 1922 fosteten: 6 Stimmen ein Antrag angenommen, die Reichsregierung zu era Kartoffeln Rindfleisch suchen, der Treuhandverwaltung für das Deutsch Nieder18 M. 1066 M. für das Kilogramm ländische Finanzablommen 10 Millionen Gulden aus 24 1200" dem holländischen Lebensmittelkredit zur Verfügung zu stellen und diese Mittel zur Sicherstellung der Fett- und Kraftfuttermittelversorgung durch Gewährung von Krediten für die Einfuhr Beschluß ist unverständlich. Aus dem deutsch- niederländischer Kreditablommen steht nur ein verhältnismäßig geringer Betrag gerade jetzt lieber zur besseren Versorgung der Ver braucher, als des Viehs verwandt werden, das doch nur für die Minderbemittelten unerschwinglich teure Milch liefert. Die wiesen, daß sie selbst zahlungsfähig genug ist, um Balutaschulden Landwirtschaft hat durch die Aufnahme von Roggendarlehen beeinzugehen. Braucht sie Kredite, so mag fie sie mit ihren eigenen Sereditquellen, nicht mit denen des verbrauchenden Bolkes suchen. 26 20 1468 1120 d Nicht anders ist das Verhältnis bei Milch und Fettwaren. bon Deliaaten und Südfrüchten zu verwenden. 3600 Buffer Milch Der In Anbetracht dieser ablehnenden Haltung der Arbeiter fah fich die arme Tscheka gezwungen, ihre Agenten in anderen Bevölkerungsschichten anzuwerben. Dies gelang ihr auch, da sie sich in ihrer Denkschrift sehr befriedigt über jene Rommunisten" äußert, die sich in ihren Dienst gestellt hatten. Bon besonderem Intereffe ist nun die Art und Weise, wie die Tscheka ihren Lodspielbetrieb aufmachte. Es heißt darüber in der Schrift: Man mußte in die sowjetfeindlichen Parteien die eigenen Leute hineinführen, die genügend weit vordringen und ihre Aufmerksamkeit auf alle Seiten der antibolschewistischen Arbeit zu lenfen vermochten. Die innere Epionagetätigkeit in den Sowjetinftitutionen wurde unter dem Gesichtspunkt geführt, daß alle Personen, die bei irgendeinem Amisverbrechen beteiligt waren, von dem Netz der Beobachtung umsponnen waren. Die Agenten im Durchschnitt des Reiches der Spionageabteilung suchten alle Teilnehmer des Verbrechens, in Köln beginnend mit dem Führer bis zu den untergeordneten Teilin Aachen nehmern, in ihre Hand zu bekommen. Sehr oft nahmen in Worms fie selbst, zuweilen an führender Stelle, attip an dem Verbrechen teil. Unter den obwaltenden Verhältnissen mußte man an dem Berbrechen teilnehmen, um das Ver- Von ihnen losten trauen der in Frage kommenden Personen zu erwerben. Nur eine solche Methode gab dem. Agenten der Spionageabteilung im Durchschnitt des Reiches 3318 M. je Kilogramm 157 M. je Liter zur Einfuhr von Lebensmitteln zur Verfügung. Der aber sollte die Möglichkeit, die ihm aufgetragene Aufgabe zu erfüllen. Die in Köln Bragis der Spionageabteilung in dieser Richtung ergab ziemlich in Aachen bedeutende Resultate. Mitarbeiter der Spionageabteilung drangen in Worms in die feindliche Organisation ein und führten ihr neue Mitglieder zu, die dieser Organisation tatsächlich ergeben maren. Dank dem Vertrauen, das der Mitarbeiter bei den führenden Personen der Organisation genoß, erwiesen sich fast alle Faben im nötigen Augenblick in den Händen der Spionage abteilung, die alle in Frage kommenden Bersonen festnahm, um fie aus ihren Privatwohnungen nach dem Gefängnis zu schaffen." Die hier wiedergegebenen Auszüge genügen wohl, um nicht nur die Epißelmethoden, sondern auch die Psychologie jener Halunten fennenzulernen, die unter der Maste des Kommunismus die fluchwürdige Arbeit der alten zaristischen Spizel fortsetzen. Würgender Efel packt einen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie diese Gesellschaft, im Interesse der Aufrechterhaltung ihrer Macht, die für die Ernährung Revolution besudelt und die Ideen des Sozialismus und Kommunismus fompromittiert. Mögen auch einzelne sich gutgläubig in den Dienst dieser Organisation gestellt haben, ihr Wesen ist so ver, abscheuungswürdig und verächtlich, ihre Tätigkeit so verderblich und forrumpierend, daß man im allgemeinen Interesse nur wünschen fann, daß sie so schnell wie möglich vom Erdboden verschwindet. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Proletarisches Kultur- Kartell Berlin- Brandenburg. Am Sonnabend, ben 13. Januar, abends 18 Uhr, beginnt in der Schule, Gipsstr. 23a, ein Kursus mit dem Thema: Das Proletariat und die bürgerliche Kultur". Deutscher Monistenbund, E. V., Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 12. Ja nuar, abends 8 Uhr, in der Aula des Werner- Siemens- Gymnasiums, Sohen Staufenstr. 43/44, Bortrag des Herrn Dr. Günther Just: ,, Der heutige Stand der Abstammungslehre", mit Lichtbildern. 3913 3600 . 172 17 170 200 Entsprechend sind natürlich auch die allgemeinen Teuerungs zahlen für die Ernährung, d. h. die Beträge in Mart, welche für die in der Reichsteuerungsstatistik festgesetzte Normalration monatlich aufzuwenden sind, wesentlich höher im befeßten Gebiet als im übrigen Reich, wie aus der folgenden Aufstellung eindeutig hervorgeht: im Durchschnitt des Reiches. 47 162 m. in Köln in Aachen in Worms 49 665 52 493 48 081 ra Es stellten sich im Dezember die allgemeinen Teuerungszahlen Erhöhung der Zölle. Für die Zeit vom 17. bis einschließlich 23. Januar 1923 beträgt das Goidzollaufgeld 184 900 Proz. ( bisher 169 900 Broz.), Kein Eingriff in das Hypothekenrecht. Bon zuständiger Stelle wird uns mitgeteilt: Alus weiten Bevölkerungsfreifen geht der Reichsregierung dauernd eine Fülle von Anregungen zu, die die Geldentwertung bei Rückzahlung von Schulden der verschiedensten Art, insbesondere bei Hypothefen, berücksichtigt sehen Die Lebenshaltung ist also im besetzten Gebiet wesentlich teurer wollen. Dabei wird u. a. d Erlaß gesehlicher Vorschriften befürals im übrigen Reich. Dabei ist auch im besetzten Rheinland seit wortet, durch die die Rückzahlung der Hypotheken an die Zustim Jahren eine Lostrennungspropaganda im Gange, die von Frank- mung der Gläubiger gebunden werden soll. Die Reichsregierung, bie diese Anregung unter Berücksichtigung des übermittelten Wate reich geschürt wird, und die ebenballs beffer mit Versprechungen rials eingehend geprüft hat, ist zu der Auffassung gelangt, daß geals mit Taten aufzuwarten weiß. Das ist kein Wunder. Die An- feggeberische Eingriffe abzulehnen feien, zumal eine wesenheit von Zehntausenden valutastarten und meist recht ge-| Aufwertung der gefchuldeten Beträge, und zwar sowohl des Kapitals schäftstüchtigen Soldaten genügt schon allein, die Preise in die Höhe als auch der Zinsen nicht in Aussicht gestellt werden kann. zu treiben. Wollte man von Frankreich aus dieser Tendenz entgegentreten, so müßte man Unsummen zur Verbilligung von Lebensmitteln auswerfen, die aus den„ produktiven Pfändern" sehr bald 3uschußgebiete für den franzöfifchen Staatsfäcket machen würden. Dem aber fann Frankreich sich nicht aussehen, und zwar Geld, 107,77 Brief. aus dem einfachen Grunde nicht, weil es ihm jetzt darauf ankommen 50 Mart. Devisenturse. Unserer gestrigen Kurstabelle sind noch folgende amtliche Motierungen nachzutragen: 100 österr. Stronen abgeft. 14,88 garische Lema 65,83 Geld, 66,17 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 107,23 Geld, 14,95 Brief; 1 ungarische Krone 3,97 Geld, 3,99 Brief; 1 bul100 Bolenmart galten im freien Berkehr etwa Freundliche Einladung an alle Brillenbedürftigen. Sig, dem eleganten Aussehen Ihrer Kneifer usw. ob Jhr Augenglas auch wirklich in Ordnung ist, falls nicht, dann, tommen Sie bitte sofort zu uns. Folgen Sie dieser Einladung. Wir werden Sie freundlich empfangen und dafür sorgen, daß Gie uns von da ab ebenso freundlich in Erinnerung behalten. Şiermit bitten wir höflichst um Ihren werten Besuch. Jede,| Geschäfte, dann werden Sie Ihre Freude haben an dem korrekten| fettigen wir Ihnen gern tostenlos. Sehen Sie jetzt gleich nach, selbst die gute Ruhnte- Faffung leidet im Gebrauch. Schrauben und Gläser lodern fich, die Feder läßt nach, der Steg verschmußt und anderes. Solche Mängel müssen beseitigt werden, ehe loftspielige Reparaturen daraus entstehen. Lassen Sie Ihre Kneifer und Brillen mit gleicher Sorgfalt pflegen wie Ihre Kleidung, die Sie doch auch regelmäßig reinigen und bessern lassen. Wer bereits im Besiz und Genuß der Ruhnke- Garantie' ift, hat diese Pflege zu verlangen und noch mehr, wie kostenlosen Erfah der zerbrochenen Metallteile der Gold- und Double- Fassungen. Sie sind uns ebenso herzlich willkommen, denn wir halten uns zur Pflege sämtlicher Augengläser, zur Förderung des Wohlbehagens Beginnen Sie noch heute damit, besuchen Sie eines unserer aller Brillenbedürftigen verpflichtet. Die erwähnten Mängel beSind's die Augen C Spittelmarit Ece Wallstr. 2llerander- Plat nahe Aichinger Königstr. 55 gegenüber Rathaus SWBelle- Alliance- Str.4 nahe Jandorf Augen W Friedrich- Str. 193 a SO Oranien- Str. 44 Gete Leipziger Str. Leipziger Str. 113 Ede Mater- Str. 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Berlin Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Wanberleiter! Die Konferenz findet am Sonnabend, den 13., in ber Juristischen Sprechstunde, abends 7 Uhr, statt. Heute, Freitag, den 12. Januar: Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4, Mitgliederversammlung. Röpenid: Jugendheim Grilnauer Str. 5, Vortrag: Emftehung des Lebens und des Menschen". Röpenider Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Manteuffelftraße 7, Distuffionsabenb: ,, Was ist Gozialismus?" Moabit: Jugendheim Gemeindeschule Waldenserstr. 21, Vortrag: Die deutsche Gewerkschaftsbewegung". Better bis Sonnabend mittag. Kühler, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit wiederholten Niederschlägen, bei lebhaften nordwestlichen inden. Später wieder etwas wärmer. og Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Opernhaus 12 Uhr: Sinfonies Volksbühne 712 Uhr: Mittagskonzert Mein Leopold 7% Uhr: 5. 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E. M. 104. 1. Eine Aufhebung des Pachtvertrages kann nicht erfolgen, wohl aber ist eine Erhöhung des achtzinses möglich. Rufen Sie das Bacht. einigungsamt an. 2. Zu jeder Art von Kündigung ist die Zustimmung des Mieteinigungsamtes erforderlich. Diese Bestimmung gilt aber nur für 9totflandsbezirke. Chr. 116. 1. Die Hundertfäße sind für beide Wohnräume zu entrichten. 2. Rein.- 2. 05. 1. Nein. 2. Gie brauchen Ihrer Frau nur die zur Führung eines abgesonderten Haushalts erforderlichen Sachen herauszu geben. 3. Ja. Voraussetzung ist jedoch, daß Ihre Frau die Herstellung des chelichen Lebens verweigern darf. 4. Das richtet sich nach Ihrer Leistungsfähigkeit. Etwa 15 000. monatlich. R. 2. 38. 1. Schöffen erhalten als Entschädigung für jede angefangene Stunde der durch die Dienstleistung verfäumten Arbeitszeit, also für den Verdienstausfall, einen Betrag von 5 bis 45 M. Die Entschädigung ist jedoch für höchstens 10 Stunden für den Tag zu gewähren. 2. Die Berufung zum Amt eines Schöffen dürfen ablehnen z. B. 1 Central- Theater Casino- Theater 1: Der Bigamist Our nene Schlager! 8 Uhr Sonnabend 312 Uhr: Der Personen, welche 65 Jahre alt find, oder welche glaubhaft machen, daß sie den mit der Ausübung des Amtes verbundenen Aufwand nicht zu tragen vermögen. C. G. 1000. In Ihrem Falle steht der Gemeinde das Erbrecht zu. 6. 33. 72. Der Sauswirt ist nicht berechtigt, die Kosten für die von Ihnen angeführten Anschaffungen mit Ausnahme des Dochtes und der Glühstrümpfe auf die Mieter umjulegen. Dasselbe gilt von den Fahrkosten. Der Vorschuß beträgt das 15fache der Grundmiete. S. 3. in G. Ja. Die Heranziehung der Gewerbefteuer ist aber nur insoweit zulässig, als diefe Steuer für Betriebe veranlagt ft, die in der Kirchengemeinde belegen sind. Die Steuer vom Gewerbebetrieb im Umherziehen darf nicht herangezogen werden. G. 2. 53. 1. Nach unserer Ansicht sind die Mieter zur Zahlung nicht verpflichtet. 2. Rufen Sie die B. S., Neukölln 51/52. 8ur Zahlung der VersicherungsSchlichtungsstelle an. prämie über den Höchstfaß hinaus sind Sie nicht verpflichtet. Der Vermieter ist nur berechtigt, bis zum Ablauf des Zeitraums, für den die Vorauszahlung erfolgte, bei jeder Abrechnung den Mietern die von ihm tatsächlich gezahlte Summe bis zu der Höhe in Rechnung zu stellen, die sich aus der Zusammen. rechnung der monatlichen Höchftsäke ergibt. 9. 70. 1. 2öchentlich 96 M., täglich 16 M. 2. 240 M. bzw. 40 M. 3. Nein. A. J. W. 1. Nach unserer Ansicht ist der Hauswirt dazu nicht berechtigt. 2. Zweifelhaft. Sie dürften zu den Brennstoffkosten gehören. 3. Bei 30 Proz. der Grundmiete. by warmer Circus Metropol- Varieté Deutscher Metallarbeiterverband Opern- Gasispiele Busch Der gestief. Kater Müllers Prinzeßchen im Walhalia- Th. Primus Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Der Terra- Großfilm Der Mann mit der eisern. Maske Beginn 7 und 9. 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Januar. vormittags 9/2 Ahe, im Lotal von Sachfe, Lindower Straße 26( am Bahnhof Wedding): Wichtige Versammlung Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Südenbezirke 8-10. Am Dienstag, den 16. Jannar, nachmittags 1,5 Uhr, findet im Gewerkichaftshause, Engelufer 24 ( Seal 1), die Fortiehung der vertagten VertrauensmännerKonferenz vom 6. Dezember 1922 statt. Bünktliches Erscheinen ist erforderlich, da der Saal um? Uhr geräumt fein muß. Die Ortsverwaltung. Etablissement Café Hielka Friedrichstr. 60 Ecke Leipziger Str. Heitere Spiele u, Margaretensaal 4/4 und 73/4 Uhr Ungeheuer gestiegen im Preise sind alle Lebensmittel u. BeBorndorfer Str. 54 nahe Teiz Frankf, Aller. Wollen Sie einen Anzug oder Schlüpfer kaufen? so besichtiger Sie vor anderweitem Kauf meine Riesenläger! In diskreter Weise auf Kredit Das Neueste i Jackett- u. CutawayAnzüge Ulster Schlüpfer Gummi- äntel. Damen- Konfektion MöbelEinrichtungen in 4 Etagen A. DAMITT Rosenthaler Straße 16-47. Für 2000 art wöchentl. erh. 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