Nr. 25. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt, für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dentscher Arbeitertruh nach belgischem Muster. Mittwoch. den 30. Januar 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. fapitalistische Bedrückungsmaßregel von Gesetzeswegen ge- Staatsanwalt, da wo es sich um privatkapitalistische pfropft werden. Auch zwei Jahre nach Austritt aus dem Privilegien handelt, die Unverfrorenheit der Forderung, für betreffenden Privatbetrieb sollen Arbeiter und Angestellte etwaige Strafverhandlungen die Oeffentlichkeit auszuschließen, von jenen Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, die nicht und er wies hin auf das starte Abhängigkeitsverhältniß", Sofort nach Beröffentlichung des Gesetzentwurfes, betr. patentirfähig und von ihnen oder früheren Arbeitskollegen das solche Bestimmungen für ohnedies wirthschaftliche die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, da in den selbst gefunden sind, keinen Gebrauch machen dürfen, auf die Schwache erzeugen müsse. Er rief schließlich aus:„ Benächsten Wochen vom Bundesrath berathen und dann nach Gefahr hin, ins Gefängniß wandern zu müssen. trachten Sie doch die herrschende Stellenlosigkeit, wo soll er offiziösen Andeutungen noch im Reichstage durchgepeitscht und wie klassenstaatlich hat man diesen Vorschlag be-( der Arbeiter oder Angestellte) Unterkunft finden, weil er werden soll, haben wir auf diejenigen Paragraphen desselben gründet. Arbeiter und Angestellte scheiden meist mittellos da, wo er etwas leisten kann, nicht unterkommen darf?" aufmerksam gemacht, die sich mit großer Voreingenommen aus den Unternehmungen wieder aus, die sie durch Es half alles nichts, das Bedientenchor setzte im September heit gegen Arbeiter, Gehilfen und Angestellte wegen des ihren Kopf oder ihre Hände haben groß machen helfen 1894 auf dem Braunschweiger Handelskammertag die sogenannten Verraths von Geschäfts- und Betriebsgeheim das wird nackt und offen zugestanden, wenn man auch Forderungen nach einem strafrechtlichen Konkurrenznissen richten. Wir versprachen, auf die Sache ausführlich sonst" Nacktes" z. B. im neuen Reichstag nicht leiden kann. verbot für Arbeiter und Angestellte durch, und die Reichszurückzukommen, und es lohnt sich dies auch in mehr als Statt aber daraus die Folgerung zu ziehen, daß die Mittel- regierung hat, gehorsam diesem Winte, den jetzt vorliegen einer Beziehung. Tosen Anspruch auf eine desto menschlichere Behandlungs den Entwurf mit den ungeheuerlichen§§ 7 und 8 ausWenn man die neuen Vorschläge recht würdigen will, weise haben, heißt die kapitalistische Barole nunmehr: gearbeitet. Sie hat sich auch hier wieder als getreue Handmuß man von der Betheiligung der Arbeiter und Angestellten fönnen wir sie nicht am Vermögen fassen, weil sie langerin des Kapitalismus bewährt. an der Verbesserung der modernen Betriebs- und Ge- feines haben, so fassen wir sie an der Freiheit- ins Es steht fest, daß weder in England noch in Frank schäftstechnik überhaupt absehen. Bei der Arbeitstheilung, Gefängniß mit jedem, der im Wettbewerb das Geldsack reich so weitgehende Strafbestimmungen vorhanden sind, die im Fabrit und Kaufmannsgeschäft heute vorherrscht Monopol durch Verwerthung vielleicht selbstgeschaffener obgleich diese Länder doch als klassische für gewisse Richtungen und immer mehr vorherrschen wird, gehen heute und fünftig Betriebsvortheile anzutasten wagt! Es ist der Klassenüber der Entwickelung des modernen Kapitalismus gelten können. die wenigsten Betriebsverbesserungen überhaupt von dem muth auf die Spize getrieben, der diese Vorschläge ge- England mit seiner hochentwickelten Technik entbehrt jedes Privateigenthümer des Geschäfts aus. Nur derjenige, zeitigt hat. ähnlichen Strafparagraphen, die französischen wenden sich welcher in einem Spezialfach praktisch arbeitet, und das ist fast ausschließlich der Angestellte oder Arbeiter, nicht der Unternehmerbewegung, bei der strebsame Rechtsanwälte find. Die geplanten Bestimmungen sind Produkte einer nur gegen Arbeiter und Angestellte, so lange sie im Geschäft Nur der soziale Musterstaat Belgien besitzt bereits Unternehmer, stößt auf die Nothwendigkeit von Verbesserungen und findet die Mittel dazu. Die meisten Erfin- und Handelskammer Sekretäre die treibenden Kräfte als Gesez so etwas, wie es jetzt der deutsche Entwurf vorbungen stammen nicht von Kapitalisten, sondern von bilden. Es geht hier, wie mit den Generalsekretären schlägt. Also belgische Zustände nach Deutschland, in das die Be Reich der Sozialreform zu verpflanzen das ist der edle mittellosen Arbeitern höheren und niederen Grades, und es bei den großen Industriellen Verbänden und Gehässigkeit Zweck der Vorlage. Und das genügt auch zur Beurtheilung = ist ja bekannt, wie oft sich ein solcher mittelloser Erfinder dienten überbieten an Brutalität im strebenden Wetteifer ihre eigenen Herren. Als des Machwerks! Berlin, den 29. Januar. durch den kapitalistischen Käufer und Ausbeuter um die Erträgniffe feines Geistesproduktes prellen laffen muß, die Reichsregierung bereits 1885 bei den Bundesstaaten weil ihm die Abfindung, die er als Kaufpreis geboten be- Erhebungen in derselben Sache anstellte, erwiderten ihr die tommt, immer noch lieber sein muß, als das vollständige Unternehmer von allen Seiten, daß ein besonderes BeBrachliegen seiner Erfindung mangels der nöthigen Mittel dürfniß nach öffentlichen Straſbeſtimmungen nicht vorliege Polifische Leberlicht. zur Ausnugung. In den§§ 7 und 8 des Gesetzentwurfs Und es ist ja auch bekannt, wie die Unternehmer sich in Im Reichstag wurde heute die Bolldebatte fortgesetzt. zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes dreht es sich jenen bekannten Schmutzverträgen privatim durch horrende nun um Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse, die nicht Gegen- Konkurrenzklauseln einen Verfolgungskodex namentlich gegen Es handelt sich um einen Zollzuschlag für die aus Spanien im und den spanischen Kolonien kommenden Waaren. Nach stand eines Patent- oder Musterschutzes werden können, die aufmännische Angestellte geschaffen haben, der der heutige Kapitalist vielmehr als Geistesprodukte seiner tapitalistischen Interesse wirklich nichts zu wünschen übrig einer bedeutungslosen Debatte wird der Regierungsvorlage Arbeiter und Angestellten lediglich infolge seiner Geldmacht läßt. Es wehrten sich ja auch einige Handelskammern zugestimmt. Zur Berathung stand hierauf die Novelle ausnutzt. Die heutige Wirthschaftsordnung betracht et es gegen die Gemeinschaft mit der offenen Brutalität, der zur Gewerbe Ordnung, die eine Beschränkung als selbstverständlich, daß solche Betriebsverbesserungen lediglich jetzt begangen werden soll. Der Vertreter der Handels- des Wander und Hausirgewerbes bezweckt. dem Geldsack zu gute kommen, und die Unternehmer faun fammer in Halle a. S., ein Herr Dr. Wermert, führte Im Zusammenhang damit steht ein vom Zentrum ein im ausdrücklichen Auftrage seiner Handelskammer gebrachter Gefeßentwurf. man an den Fingern abzählen, die einen Gehilfen deswegen Der Abg. Schädler( 8.) befürwortete eine weiter besonders belohnen, weil er einen Branchenkunstgriff ge- aus, daß viele Inhaber und Leiter großer Unternehmen, funden und im Geschäft eingebürgert hat. An diesem an wenn man ihnen den Schutz in der weitgehenden Art... gehende Beschränkung des Hausirhandels und hält infolge und für sich schon empörenden Zustand läßt sich auch unter aufdrängen wollte, denselben aus natürlichem Gerechtigkeits- dessen die Regierungsvorlage für ungenügend. Dabei vers der kapitalistischen Wirthschaftsordnung nichts ändern; er gefühl ablehnen würden". Wie müssen gesetzgeberische Vorsichert er wiederholt, daß er im allgemeinen keine schlechte trägt nur dazu bei, Arbeiter und Angestellte tagtäglich schläge beschaffen sein, wenn man sich selbst aus Unternehmer Meinung vom Hausirer habe und auch eine Beseitigung mehr gegen diese Ordnung" zu erbittern und wirksamer freisen so über sie äußert! Der Vertreter von Halle rügte dieses Berufes ihm fern liege. Die Kur, die das Zentrum aufzureizen", als es manche Agitation vermag. Und auf ferner die mangelhafte Begriffsbestimmung der Geschäfts- mit dem Gewerbe vornehmen will, ficht aber der gänzlichen das Schreien nach den Vernichtung sehr ähnlich. diesen revoltirenden Zustand soll nun jetzt noch eine besondere und Betriebsgeheimnisse", Feuilleton. Im Exil. von Marie Kunert. ( Nachdruck verboten.] 63 " für ein Unterkommen zu sorgen. Sie waren erst seit dem Morgen in Paris und mußten sich nun nach einer passenden Wohnung umsehen. Und Deine Mutter? sagte René mit einem letzten Reſt von Sorge. Sie hat ihre Ansichten nicht geändert, erwiderte Annette, während ein Schatten von Trauer ihr über die Züge glitt. Vor allem nehmt eine Wohnung, die der unsrigen Aber fie tann gegen uns nichts ausrichten. Als Henri mir möglichst nahe liegt, bat René. mittheilte, daß Du mich noch immer liebteft und daß Du Aber sei unbesorgt. Gourmand! erwiderte Henri. verwundet seieft, da dachte ich gleich daran, daß ich Dir Für heute Adieu und auf baldiges Wiedersehen. Damit Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung gehörte... und ich habe es meiner Mutter frei und offen Du Geduld lernst, erlaubt man Dir, Annette einen Kuß gesagt... Du kennst sie... Sie hat mir erklärt, daß Du zu geben. niemals ihr Sohn sein würdest, wenn Du Dich nicht zur Annette neigte sich erröthend zu René hinab, der sich Nur allmälig löften sich ihre Zungen. Und da die Wahrheit bekehrtest. Ich habe sie gebeten, gut zu sein; ich aufrichtete. So begegneten sich ihre Lippen, und wie unter Erinnerung an das Unglück der Vergangenheit das Gefühl habe es versucht, sie weich zu stimmen... Es ist mir nicht einem elektrischen Schlag erbebend, fanden sie plötzlich die des gegenwärtigen Glückes erhöht, so hafteten ihre Gedanken gelungen. Da habe ich ihr erklärt, daß ich alles reiflich sinnverwirrende Süßigkeit jenes Russes wieder, der in dem zuerst an den traurigen Tagen, in denen man sie von erwogen hätte, daß mein Gewissen mit Dir im Einklang sei Weinberg La Pierette zum ersten Male ihre Lippen vers einander getrennt hatte. René sprach davon, wie sehr und nicht mit ihr, daß ich es nicht billigen könne, mählt hatte. Wie sind sie kurz und doch so reich an Ereignissen, die er weinend, verzweifelnd, trant vor Gram um sie ge daß jemandem Ansichten aufgezwungen würden, daß Deine Ueberzeugungen litten hatte. dieselbe Achtung verdienten, goldenen Tage der Brautzeit, wo die leidenschaftliche Erbie anderer Leute. Mutter, habe ich wartung des Glückes schon das Glück ist. René hatte den wie schließlich gesagt, ich habe mich einmal verheirathet, wie Frühling im Herzen, und die Gesundheit stieg ihm vom Du es gewollt hast, und ich war nicht glücklich. Jetzt bin Herzen auch in die Wangen. Er aß und ging umher wie ich entschlossen, mich zu verheirathen, wie ich will.Sie ein ganzer Mann", sagte er, und wenn er noch das Bimmer hat mich durch Drohungen, von ihrer Autorität Gebrauch hütete, so war es aus Gehorsam gegen seinen Arzt, wofern zu machen, erschrecken wollen, aber Henri hat mich wacker es nicht, wie Henri schelmisch behauptete, ein einfacher Vorunterstützt. Das schweizerische Geseß gewährt mir freie wand war, um sich von seinen Krankenpflegerinnen ver Lange hatte sie geweint, gefleht, widerstanden. Sorg- Verfügung über mich. Ein kleines Vermögen, das ich als hätscheln zu lassen. fältig hatte man ihr verborgen, daß René um ihre Hand Erbtheil habe, sichert mir ein unabhängiges Leben. Meine angehalten hatte. Aber dann theilte man ihr eines Tages Mutter wird eines Tages begreifen, daß sie ihre Rechte unvermittelt mit, daß René nach Frankreich zurückgekehrt überschritten bat. Inzwischen bin ich abgereift, und da sei. Man redete ihr ein, daß sie verrathen und vergessen bin ich! sei, und aus Troß, aus Zorn willigte sie in ein Bündniß, zu dem sie auf andere Weise niemals zu bringen ge- Frau. wesen wäre. Armer Freund! hauchte Annette mit sanfter, tosender Stimme. Und dann begann sie von ihrer Bestürzung, ihrer Em pörung zu erzählen, als sie nach Italien gebracht, dort von allem Verkehr ferngehalten worden war, wo sie niemand hatte, dem sie fich anvertrauen konnte und gegen ihre ganze Familie autämpfen sollte. Welch' großes Unrecht hat man uns zugefügt! sagte René mit vor Born bebender Stimme. Wir wollen nicht mehr daran denken. Das ist vorbei, für immer vorbei. Niemand kann uns mehr trennen. Theure Annette, flüsterte René, meine tapfere kleine Und in zärtlicher Verehrung füßte René die schlanken Finger seiner Geliebten. In diesem Augenblick traten Frau Messant und Henri ein. Es mußte auf die Nervosität des Kranken Rücksicht genommen werden. Auch hatten die beiden Angekommenen Odiese schönen Abende zu Mieren, an denen Henri durch seinen jugendlichen Frohsinn das Lachen der übrigen entfesselte! Vor allem aber diese traulichen Unterhaltungen zu zweien! Die eigenthümliche Lage der jungen Wittwe, die Rücksichten, die René auf seine Gesundheit zu nehmen hatte, dämpften ihre Freude nothwendigerweise ein wenig. Doch im tiefsten Innern empfanden sie ein stilles, inniges Glücksgefühl. Sie gefielen sich in langen halblauten Plaudereien, in denen sie entzückt waren, wenn sie fühlten, wie ihre Seelen in allen Dingen einig waren, wie zwei Juftrumente von verschiedenem Klang aber gleichem Ton. Kommt die Auflösung, so ist die Sozialdemokratic Posten. Und kommt sie nicht, auch! Der Nationalliberale Krüger bemängelte einige Be- 1 Zoll auf Quebrachoholz. Die Interessenten der Lederbranche werden am 3. Februar in der Börse eine Proteststimmungen, während der freisinnige Redner, Schneider, am die Vorlage bekämpfte. Daß der konservative Redner, versammlung gegen den geplanten Zoll auf Quebrachoholz v. Holleufer, die Vorlage empfahl, brauchen wir faum zu erwähnen. Die Debatte wird erst am Donnerstag Die Aufsehen erregende Schwenkung, welche das Zentrum bie sich im Besitz sogenannter Eichenschälwälder befinden, Das Zentrum im Gefolge des Herrn v. Stumm. abhalten. Das Quebrachoholz wird bekanntlich zum gerben des Leders verwendet, und unsere uneigennützigen Agrarier, fortgesetzt. in der Umsturzkommission bei der Berathung des§ 111a Am Mittwoch kommt der Diktaturparagraph innerhalb 3 Tagen vollzogen hat, gewinnt erst dadurch glauben, daß nur ihre Eichenrinde in Deutschland zum für Elsaß Lothringen zur Verhandlung. Von ihr besonderes Gepräge, wenn man erfährt, daß gerben benutzt werden darf; daher das Verlangen eines Singer wird dabei beantragt, eventuell die zweite Lesung ber Antrag Bolt, den das Bentrum unter Beber bei Einführung dieses Zolles in Deutschland verdes Antrages auf die Tagesordnung zu sehen. Dieser An- Preisgabe seines eigenen Antrages afzeptirte, im trag wird bei der Abstimmung von der Zentrumsfraktion Lager des Herrn v. Stumm ausgeheckt worden ist. Herr theuern würde, macht den Agrariern keine Kopfschmerzen. unterstützt und hatte anscheinend die Majorität im Hause. Bolt, seines Zeichens Rechtsanwalt in Saarbrücken, ist durch den Landrath Grafen Behr angestellt wurde, scheint Die Zeitungs- Enquete, die im Kreise Greifswald Während der Abstimmung müssen wohl einige Herren nämlich im 5. Trierschen Wahlkreise( Saarbrücken) geBolles auf das ausländische Gerbemittel. Daß sich das anderen Sinnes geworden sein, denn einer nach dem anderen wählt, das heißt er vertritt eine Domäne des Herrn auf einer allgemeinen Anordnung des Ministers des Junern sant auf seinen Sitz zurück, so daß schließlich der Antrag v. Stumm, wo der Einfluß dieses Industriekönigs allmächtig zu beruhen, denn auch in Potsdam wurden den Redaktionen abgelehnt wurde. Nachdem hierauf dem Wunsch des Abgeordneten Guerber( Elsaß), auch seinen Antrag in Ver- ist. Herr Bolt ist also nichts weiter als ein Be- der dortigen Zeitungen von der Polizei Fragebogen vorauftragter des Herrn von Stumm. Indem also das gelegt, in welchen die Tendenz, die Auflage, der Jahrgang, zu setzen, entsprochen war, hätte man von jener Seite die hilft führt es die Aufträge des Herrn von Stumm aus. Die Frage nach etwaigen Beschlagnahmen der Zeitung resp. bindung mit diesem Gegenstand auf die Tagesordnung Bentrum die Anträge des Herrn Boltz zur Annahme ver- die Erscheinungsweise des Blattes, sowie der Name des zweite Berathung wohl unterstützt. Der Präsident hatte aber Daß die Partei für Wahrheit, Freiheit und Recht sich zu Bestrafungen der Redakteure war nicht gestellt, doch war eine zweite Berathung wohl unterstützt. Der Präsident hatte aber hilft führt es die Aufträge des Herrn von Stumm aus. Chef- Redakteurs, Druckers und Verlegers einzutragen waren. nicht die Neigung, eine nochmalige Abstimmung herbei einer solchen Rolle hergiebt, ist auch ein Beichen Bestrafungen der Redakteure war nicht gestellt, doch war eine Rubrik" Bemerkungen" vorhanden, welche von der Polizeizuführen. So blieb es beim alten. der Beit. Frankreich. Die Botschaft des Präsidenten, welche behörde selbst ausgefüllt wurde, so daß anzunehmen ist, daß an dieser Stelle die Behörde die betreffenden Eintragungen gemacht hat.- Ferner wird geschrieben, daß die königliche Regierung in Oppeln gleiche Fragebogen an die dortige polnische Zeitung" Gazeta Opolska" und an andere ober schlesische Bolenblätter versandt hat. wir in der gestrigen Nummer unter den Depeschen" mitHerr Dr. Lieber erklärt in der„ Germania", daß er theilten, hat im ganzen einen günstigen Eindruck gemacht. nicht, wie es in den Berichten bürgerlicher Blätter aus der Eine Amnestie ist in Frankreich etwas so populäres, legten Sitzung der Umsturzkommission heißt, bei der Abdaß jede Regierung, die mit einer bedingungslosen Amnestie ſtimmung über den Antrag Boly- Spahn zu§ 111a fich der fich dem Volke vorstellt, auf eine sympathische Beurtheilung Abstimmung enthalten, sondern für den Antrag gestimmt rechnen tann bis die praktische, rechnende Politit wieder habe. Letzteres ist richtig, und in unserem Berichte war Herr Jedenfalls liegt keinerlei Verpflichtung vor, derartige über die Gefühlspolitik den Sieg davon trägt. Lange wird Dr. Lieber auch nicht als Abstinenzler aufgeführt, sondern Fragen zu beantworten und der Polizei ihr Handwerk zu der Waffenstillstand jetzt in Frankreich gewiß nicht dauern. wir berichteten nur, daß Herr Abg. Schädler sich von seinen erleichtern. Daß in den Zeiten der Umsturzbekämpfung Die Vergangenheit Ribot's und die Einkommensteuerfrage Fraktionsgenossen getrennt und mit der Opposition gegen und der Preßknebelung das größte Mißtrauen gegen der sind die zwei Quellen, aus denen der politische Kampf bald den Kautschukantrag gestimmt hat. Uebrigens scheint es artige Enqueten am Plage ist, braucht nicht besonders behervorsprudeln wird. doch auch Herrn Dr. Lieber nicht leicht gefallen zu sein, für tont an werden. Ausnahme von der Sonntagsruhe. Nach§ 105 d wirthschaftsminister eine große Rebe, in der er seine Auf- Wie uns nämlich mitgetheilt wird, hat bei der Abstimmung der Gewerbeordnung können für bestimmte Gewerbe Im Abgeordnetenhaus hielt heute der neue Land- Herrn von Stumm die Kastanien aus dem Feuer zu holen. faffung zu den ganzen neueren agrarischen Plänen dar- Herr Dr. Lieber anfangs mit Dr. Schädler geftreikt, und Natur nach eine Unter legte. Die Rede ist deswegen so interessant, weil die Groß- erst auf ermunternde Burufe seiner Fraktionsgenossen seine( insbesondere für Betriebe, in denen Arbeiten oder einen Aufschub nicht grundbefizer bekanntlich ihre ganze Hoffnung auf die neue Hand für den Antrag erhoben. Diese Bögerung hat wohl fommen, welche ihrer gestatten, sich durch diese auch zu der irrigen Nachricht geführt, daß Herr Lieber über- sowie für Betriebe, welche ihrer Natur nach auf eine gewiffe haben, und es brechung Regierung gesetzt haben, Programmrede des Herrn von Hammerstein zeigen haupt nicht gestimmt hat. Jahreszeit beschränkt sind, oder welche in gewissen Zeiten mußte, wieweit diese Hoffnungen der Agrarier be Der Entwurf betr. die Finanzreform im Reiche des Jahres zu einer außergewöhnlich verstärkten Thätigkeit gründet waren. Der allgemeine Eindruck der Rede ist bestimmt, daß die Matrikularbeiträge nur in der Höhe der genöthigt sind) durch Beschluß des Bundesraths Ausnahmen ber, daß die Regierung, wie ja selbstverständlich, alles nur Ueberweisungen an die Bundesstaaten in den Reichshaus- von den Bestimmungen über die Sonntagsruhe zugelassen irgend Mögliche für die lieben Freunde und Gevattern halts- Etat einzustellen sind. Erreichen die Ueberweisungen werden. Diese Bestimmungen des Bundesrathes vom Lande thun wird, daß sie es sich aber vorbehält, das nicht die vorgesehene Höhe der Matrikularbeiträge, so wird find jetzt ergangen und werden im„ Reichs Unmögliche nicht zu thun. So werden die Aktien des der entsprechende Betrag der letzteren nicht erhoben. Die Anzeiger" bekannt gemacht. Die zugelassenen Ausnahmen Grafen Ranig betreffs seines Getreide handel- Ueberschüsse des Reichshaushalts werden zu einem be- beziehen sich auf das Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, Monopols jetzt start sinken. sonderen Fonds angesammelt, aus dem die in den folgenden die Industrie der Steine und Erden, die Metallverarbeitung, 5 vor Die Großgrundbesizer im Hause waren denn auch von Jahren sich ergebenden Fehlbeträge ausgeglichen werden. Die chemische Industrie, die Gewinnung der forstwirthschaftder Rede nur halb befriedigt. Die beiden auf den Mi- Hat der Fonds 40 Millionen Mark erreicht, so werden die lichen Nebenprodukte( Dele, Fette 2c.), die Papier- und Ledernister folgenden Diskussionsredner von Butttamer weiteren Beiträge zur Schuldentilgung verwendet. Zur industrie, die Nahrungs- und Genußmittel- Induſtrie und Blauth und Ministerialrath Gamp gingen nur auf die Deckung eines Fehlbetrages bei den fortdauernden Aus- einige Saisongewerbe, wie Schneiderei Spielwaaren Einzelheiten der ministeriellen Rede ein, ohne irgendwie gaben des ordentlichen Etats von über einer Million fabrikation zc. Wir werden auf die für die Arbeiterinteressantes zu bringen. Fortsetzung der Tebatte ist am können auch Zuschüsse auf die Stempel- und Verbrauchs- schaft wichtige Angelegenheit noch eingehend zurückkommen. Mittwoch 11 Uhr. Abgaben gelegt werden. Die militärische Ausbildung der Volksschullehrer. Wird der Reichstag aufgelöst oder nicht? Das Reichs- Einnahmen. Für die Zeit vom 1. April 1894 bis ift eine Frage, mit der sich die deutsche Presse jetzt sehr zum Schluß des Monats Dezember 1894 find im Deutschen Reich Ueber diesen Gegenstand hat der Kaiser dem Kriegsminister angelegentlich beschäftigt, und die auch in der sozial von Einnahmen( einschließlich der kreditirten Beträge) an Zöllen die nachstehende Ordre zugehen lassen: angelegentlich beschäftigt, und die auch in der sozial- und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie von anderen Ein- didaten des Volksschulamtes, welche ihre Befähigung für das Die militärische Ausbildung der Volksschullehrer und Kans demokratischen Presse diskutirt wird. Unsere Leser wissen, nahmen zur Anschreibung gelangt: daß wir die politische Kannegießerei prinzipiell verabscheuen Bölle 295 969 360 W.( gegen denselben Zeitraum des Vor Schulamt in vorschriftsmäßiger Prüfung nachgewiesen haben, ers und wir haben es deshalb, abgesehen von einer gelegent- jabres+26 164737 M.), Tabalsteuer 8168 572 m.(+ 109 419 m.), achte ich durch die feitherige Heranziehung zu einer nur zebn wöchigen aktiven Dienstzeit für nicht ausreichend gewährleistet, lichen Andeutung dann und wann sorgfältig vermieden, Buckersteuer 63 831 793 M.(+6570 105 M.), Salzsteuer diese Frage zu behandeln, die selbstverständlich nur mit 34 233 391 m.(+766 209 M.), Maischbottich- und Branntwein auch sind die Genannten hierdurch von späterer nußbringender wenn“ und„ aber" beantwortet werden kann. Die Vorauss material Steuer 6906 101 m.(-1 093 911 m.), Verbrauchs- Verwendung als Unteroffiziere des Beurlaubtenstandes zur Zeit setzungen, von denen die Auflösung des Reichstags abhängt, abgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 93 424 894 m. gänzlich ausgeschloffen. Es ist daher mein Wille, daß die Einliegen flar aller Welt. Dor Wir machen (+1 311 688 m.), Braufteuer 19 336 308 m.(-106 328 M.), übung mit den Waffen auf einen vollen Jahrestursus m. machen unsere Uebergangsabgabe von Bier 2705 680 W.(-773: ausgedehnt und so gestaltet werbe, baß die Heranbildung ber m.); den Verhandlungen der Umsturzvorlage Summe 524 571 094 m.(+33 721 146 M.) Leser mit Volksschullehrer und Kandidaten des Volksschulamts soweit Spielkartenaufs rascheste bekannt, und geben ihnen dadurch die Mög stempel 980 151 M.(+10 138 m.), als thunlich zu brauchbaren Unteroffizieren erfolgt. Ich Wechselstempelsteuer lichkeit, sich ein eigenes Urtheil über die Aussichten der 6 123 183 M.(+ 18 418 m.), Stempelsteuer für: a) Werth- beauftrage Sie, mir in dieser Hinsicht Vorschläge zu unterVorlage und die Wahrscheinlichkeiten der Auflösung zu papiere 6448 718 m.(+4118 731 M.), b) Rauf- und Die Stellung der Volksschullehrer wird durch eine bilden. Weder die Regierung noch die Reichstagsmajorität fonstige Anschaffungsgeschäfte 11 208 414 m.(+ 5 326 589 M.), haben bis jetzt eine Haltung beobachtet, die einen Kons) Loose zu: Privatlotterien 1980 580 m.(+ 665 142 M.), solche Neuregelung nicht gerade verbessert, wenn sie jetzt an flift als fest geplant und unausbleiblich könnte erscheinen Staatslotterien 5 946 648 M.(+ 1212 324 M.), Post- und Tele- stelle der früheren zehn Wochen ein Jahr dienen sollen. laffen. Zu einem Konflikt gehört ein fester Wille einer- graphen- Verwaltung 201 910 396 M.(+ 9 884 174 M.), Reichs- Die Kosten für diesen Einjährigen- Dienst sollen wohl vom Staat getragen werden, während bekanntlich und ein steifes Rückgrat andererseits. Und von beide misenbahn- Verwaltung 48 152 000 m.(+ 702 000 m.). Die zur Reichstaffe gelangte ft Einnahme abzüglich der die übrigen Einjährigen für ihren Unterhalt selbst sorgen hat sich bis jetzt wenig gezeigt. Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskoften beträgt bei hen Nervöses Tasten in die Zukunft ziemt der Sozialdemo- nach bezeichneten Einnahmen bis Ende Dezember 1894: Bölle müssen. Dafür sollen die Volksschullehrer aber auch nur fratie nicht. Wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet. 260 777 068 m.(+25 714 884 M.), Tabatsteuer 9 251 750 n. 311 brauchbaren Unteroffizieren herangebildet werden, Wir wollen uns und die Genossen nicht durch verfrühte Rufe:(+427 753 M.), Buckersteuer 60 354 159.(+5 078 778 m.), während aus den Reihen der sonstigen Einjährigen sich Der Wolf! der Wolf! ermüden. Salzsteuer 31 099 631 M.(+ 511 355 M.), Maischbottich und zum großen Theil die Reserve Offiziere refrutiren. Branntweinmaterial Steuer 10 574 390.(-82 236 m.), Bei dem geringen Ansehen, das die Volksschullehrer bei uns Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben in den leitenden Kreisen genießen, ist es ja selbstverständ 76 062 559 M.(-149 244 M.), Brausteuer und Uebergangs- lich, daß man die Lehrer nicht ebenfalls zur Offiziers. Also tein Gretchenspiel! Auflösung oder Nicht- abgabe von Bier 18 729 460 W.(-89 970 M.); Summe farriere zulassen will. In den Augen des Volkes wird Auflösung! Sondern ruhiges Abwarten bei trockenem 466 849 017 m.(+31 411 320 M.).- Spielfarten Stempel das Ansehen der Volksschullehrer dadurch natürlich nicht Pulver und scharfer Wachsamkeit. geschmälert, da dem Volk ein guter Lehrer lieber ist, als ein schneidiger Reservelieutenant. Kommt der Wolf, so sind wir da und werden ihm auf den Kopf schlagen. 1 896 431.(+ 3110 M.). % breiten. René wollte, daß seine Frau mit seinen Träumen, erhalten können, daß ich niedrig handle, wenn ich es mir Das Schweigen der Völker ist die Lehre der seinen Hoffnungen, seinen Arbeiten vertraut sei, und voll zur Aufgabe mache, die Summe der Irrthümer, der Un- Könige, sagte Johann Jacoby vor jezt 46 Jahren. freudigen Staunens sah er sie zu demselben Biele auf einem gerechtigkeiten, der Schmerzen, unter denen meine Mitmenschen Auch das Nicht- Iluminiren ist eine Lehre. In feinem anderen Weg gelangen. Ihr Führer war das Herz, leiden, zu verringern? früheren Jahre ist von hysterischen Personen beider Gewährend er sich durch die Vernunft leiten ließ. Sie sagte Ein anderes Mal erzählte René Annetten, was er geschlechter für besonders auffällige Begehung des königlichen zu ihm: dacht hatte, als er zu sterben glaubte. Er war sicher, sagte Geburtstags eine so higige Propaganda gemacht worden, Ich kenne nichts von Euren Theorien, Euren Setten, er, daß er was sein größter Trost war in ihr, in wie in diesem Jahr. Und in feinem Jahr ist weniger Euren Parteinamen. Aber ich weiß, daß Ihr das Glend ihrem Bruder weiter leben würde, daß er immer ein illuminirt worden. Darin stimmen alle unbefangenen Bes beseitigen, allen Menschen die Mittel zum Leben, zur Bildung Stück ihrer Seele, ein Element ihres Herzens und Geistes obachter überein. Wer lernfähig ist, wird daraus lernen. geben wollt, damit sie glücklicher und freier, mit einem bilden würde. Wer nicht, nicht. " Zur Duellforderung des König Stumm schreibt der Reichsbote": Selbstverständlich versäumt es der Vorwärts" nicht, diese ganze Geschichte für seine Zwecke auszuschlachten, indem er dazu bemerkt:" Das Gesetz verbietet das Duell. Und das Gesez ist das Fundament der Ordnung und Sitte. Die Religion verbietet Worte mehr Menschen seien. Was brauche ich da mehr? Stirbt man denn wirklich? Sobald eine Idee ausMein Lieber, Du findest mich diesem Werke der Ge- gesprochen ist, dauert sie fort, erregt die Geister, und ihre rechtigkeit und der Liebe ebenso ergeben, wie Du es bist. Wirkungen zeigen sich noch in den unbegrenzten Formen Es ist auch ein Werk des Glaubens, fügte René hinzu. der Zeiten, wie die geringste Bewegung in einem Winkel Wir sind die Bekenner der Religion der Zukunft, einer der Welt ihre Schwingungen bis in die Unendlichkeit des Religion ohne Dogma und ohne Theologie, einer Religion Raumes fortpflanzt. Kein Wesen geht über die Erde, ohne der allgemeinen Solidarität, zu tage tretend in verschiedenen eine Spur seines Wandelns zurückzulassen. Kein Gedanke, das Blutvergießen, und das Blut des Nächsten zu ver Formen, die aber alle demselben Biele zustreben: Wir alle teine Handlung fann vergehen, ebenso wie kein Atom der wollen uns untereinander lieben, uns helfen. Wir wollen Materie. Irgend ein zufällig gefallenes Wort setzt sich am Glück der gegenwärtigen und zukünftigen Menschheit wie ein Keim in einer der unsrigen verwandten Intelligenz schaffen! fest, entwickelt sich dort und entfaltet sich oft erst nach vielen Jahren in kräftigen Blüthen, welche die Zukunft pflücken wird, ohne ihren Ursprung zu kennen. Und René erklärte ihr, daß die Solidarität der Wesen, ihre gegenseitige Abhängigkeit, das Gesez der psychischen Welt wie das der moralischen und sozialen ist, daß der Mensch, so bald es verwirklicht ist, sich in Harmonie befindet mit allem was existirt, daß er so in dem Höchsten was es giebt, seine Bestimmung, alles zu verstehen und zu lieben, erfüllt. Und so, fuhr René fort, gefiel mir der Gedanke, daß das Beste meines Wesens in Dir fortbestehen und sich durch Dich auf diejenigen übertragen würde, die mich nicht ges fannt haben. Aber Annette verbot ihm, von so traurigen Dingen Unter den unergründlichen Geheimnißen, von denen zu sprechen. Sie schloß ihm in sanfter Tyrannei den Mund wir umgeben sind, schloß er, ist eines gewiß: daß die mit der Hand und zwang ihn so zu der rosigen Wirklichkeit Uneigennützigkeit, der Opfermuth, das Mitleid, die Güte ihres gegenwärtigen Lebens zurückzukehren. überall und immer als die edelsten und besten der menschlichen Eigenschaften betrachtet worden sind. Klammern wir uns an diese Gewißheit. Wer wird die Behauptung aufrecht ( Fortsetzung folgt.) " gießen, ist der Zweck des Duells. Unsere Genossen in der umsturzfommiffion werden nicht verfehlen, die seltsame Art, wie der Vater des„ Umsturzgesetzes für Religion, Sitte und Ordnung" tämpft, gebührend zu beleuchten. Es ist für den ganzen Kampf gegen den Umsturz wahrhaft vers hängnißvoll, daß auf Seiten der Ordnungs parteien so viele und so große Fehler gemacht werden, welche die Ordnungsparteien selbst in einem so ungünstigen Lichte zeigen. Hat der Vorwärts" mit seinen obigen Bemerkungen demselben Augenblick, wo man für Religion, Sitte und Ordnung gegen den Umfturz eintritt, darf man teine solche Geschichten machen. Hoffentlich regt dieser drastische, traurige Vorfall auf allen Seiten zu neuem ernſten nachdenken an.. Vor allem sollte man endlich auf Seiten der Ordnungsparteien erkennen, daß sie den Umstürzlern mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Wenn man selbst die Grundsäße des Christenthums nicht achtet, verliert man auch das Recht, ihre Beachtung von anderen zu verlangen. Je ernster und nachdrücklicher die evangelischen Geistlichen gerade Tessin wohnenden Anarchisten. Die Namen derselben werden griffen die Japaner am 26. b. M. zweimal Weihaiwei von der | ihre Mahnungen an die Ordnungsparteien und insbesondere an erst nach dem Vollzuge der Maßregel veröffentlicht werden. Westseite aus an, wurden aber zurückgeschlagen. Gestern griffen die Arbeitgeber richten, desto mehr thun sie ihre Pflicht. Das Die Schweiz, die sich dem Bismarck und Puttkamer die japanischen Truppen auf der Ostseite an, mußten sich aber schlimmste, was fie thun tönnten, wäre, wenn sie sich scheuten, entgegenkommend gezeigt hat, leistet jetzt dem Crispi zurückziehen; von einem beabsichtigten Angriff auf die Forts von schmeichelten, und sie auch ihnen gegenüber nicht den Muth der sämmtliche Ausgewiesene thatsächlich den Reichen die Wahrheit zu sagen und dagegen den Armen Schergendienste. Wir haben Grund zu bezweifeln, daß schifu nahmen die Japaner mit Rücksicht auf die Anwesenheit Anhänger Wahrheit hätten. des der auswärtigen Kriegsschiffe Abstand. Anarchismus sind; sie sind wohl blos Anarchisten", wie die, gegen welche das italienische Anarchistengeseh angewandt wird, also Sozialdemokraten und Radikale. " Die sittliche Verkommenheit der kapitalistischen Reaktionspresse offenbart fich handgreiflich in der Thatsache, daß die Blätter, welche die Hans Blum'schen Fäl schungen zu gunsten der Umsturzvorlage zum Abdruck brachten, jetzt, nachdem die Fälschungen aufs überzeugendste und schlußkräftig nachgewiesen sind, nicht Widerruf leisten, sondern durch ihr Stillschweigen sich zu direkten Mit schuldigen der Fälschungen machen. Aus den betreffenden Blättern, die wir hiermit gebrandmarkt an den Pranger stellen, sei die Magdeburger Zeitung" und das Leipziger Tageblatt" hervorgehoben. Pfui, der Schande! Um die Niederlage des Hans Blum und seiner Mit Blume zu vollenden, ist der Sippe ein Retter erstanden. Ein Telegramm aus Zürich, datirt vom 27. Januar, bejagt: Die heutige Ausgabe des hiesigen Stadtboten" enthält folgende Erklärung: Der Redakteur des" Stadtboten"( Ed. Attenhofer) bestätigt Herrn Dr. Hans Blum die Thatsache, daß Haupt mann v. Ehrenberg in Bürich mit General Boulanger( resp. dessen Kundschafterbureau in Paris) in Verbindung stand, als Ehrenberg noch Revolutionsstratege der deutschen Sozialdemokratie war, die Pläne für die Barrikadenkämpfe in den Hauptstädten Deutschlands ausarbeitete und den Festungsplan von Wesel( Copie) im famosen Unterrock der Frau Walter aufbewahrte." " Parlamentarischres. E habe viel weiten japanischen Armee hat ein von der Insel Liukung bei Nach einer amtlichen Depesche des Kommandirenden der Für Religion, Ordnung und Sitte wird jetzt in Weihaiwei gekommener chinesischer Deserteur ausgefagt, allen Ecken des Deutschen Reichs von Umsturzgesetz die im Hafen eingeschlossene chinesische Flotte bestehe aus acht Wüthrichen gehauen, gestochen und geschossen. Es ist unter den Kreuzzüglern gegen die Sozialdemokratie eine wahre Aufmerksamkeit auf das Institut der Präsidentschaft Bement gestopft worden, das Schiff tönne sich aber unmöglich Die Präsidentenkrise hat in Frankreich die Kreuzern oder Panzern, 6 Kanonen- und 11 Torpedobooten. Der Chingyen" sei in sehr schlechtem Zustande, das Leck sei mit Duellfeuche ausgebrochen: Jeder Tag bringt ein halb gelenkt, und die alten Zweifel an der Nüßlichkeit desselben schwerer Artillerie bedienen. Die Reparaturen an dem„ Laiyuen" Dugend Herausforderungen und Zweikämpfe. Das einzige Bedauerliche dabei ist, daß diese Umsturzgesetz- Wüthriche nachgerufen und verstärkt. Auch in Amerika ist die Frage feien nicht beendet und der„ Kanghi" habe keine einzige Kanone so erbärmlich schlecht hauen, stechen und schießen! Andern schon längst aufgetaucht. Ein Präsident kann zwar nicht an Bord. Giner anderen Depesche zufolge stehen 300 Chinesen falls würde die Seuche wenigstens den Vortheil haben, daß so viel schaden, wie ein absoluter Monarch, aber er kann bei Yungtsching. Die von Yungchengshen nach Nordwesten ohne wir von diesem Ordnungsvolk recht bald erlöst würden. bas ja bei Cafimir Berier recht deutlich gezeigt hat. Und Nähe von Kushanghon und Ghiatonchi. Die Artillerie fann jetzt immerhin eine recht störende Thätigkeit entwickeln, wie fich Rampf entflohenen feindlichen Truppen befinden sich jetzt in der Hoffentlich lernen die Leutchen die Todthauerei, Stecherei auf alle Fälle ist das Institut der Präsidentschaft immer auf drei Meilen nach Westen vorrücken, die Straßen sind aber und Schießerei etwas besser. Und hoffentlich Tommen wir hin ein Ueberreft der Monarchie und des persönlichen sehr schlecht und schwer auszubeffern. bald in die Lage, auf ihr Massengrab schreiben zu Regiments und im Widerspruch mit dem Grundprinzip der fönnen:" Für Religion, Ordnung und Sitte. Jeder dieser Demokratie. Ein Bundesrath, wie in der Schweiz, Biedermänner ward vom andern abgethan".mäßiger und korrekter. In diesem Sinne soll seitens der über das vorliegende Dienstalterszulagen- System; er legt die wäre für Frankreich wie für Amerita sicherlich weit zweckBudgetkommission. Der Referent Möller berichtet Linken in Frankreich jezt eine kräftige Agitation gegen Beschwerden dar, die von den verschiedensten Seiten erhoben das Institut der Präsidentschaft betrieben werden. wurden, in dem eine Reihe von Beamtenkategorien sich be= Bum neuen französischen Ministerium. Man schreibt nachtheiligt fühle. Andererseits enthalte das System auch veruns aus Paris unterm 27. Januar: Nachdem Herr Léon Bourschiedene Verbesserungen und namentlich sei endlich eine feste geois eine Woche dazu gebraucht, um seine Unfähigkeit zu zeigen, Ordnung der Gehaltsverhältnisse vorhanden. Lingens ein Ministerium zu bilden, hat Herr Ribot ein solches innerhalb schließt sich diesem an, er wünscht eventuell einen 24 Stunden zusammengebracht. Eine andere Frage ist es, ob Dispositionsfonds vorläufig zu bewilligen, um die vor= Herr Faure richtig gehandelt, ein Mitglied der Minorität, das handenen Benachtheiligungen auszugleichen. Staatssekretär Graf ist einen jener Abgeordneten mit der Kabinetsbildung zu be- Posadowsky warnt nachdrücklich, an bem aufgestellten trauen, die in der Sigung vom 14. Januar, in der das System zu rütteln, eine Durchbrechung desselben in einer ihm unterlagen, und ob das Kabinet Ribot eine Lösung der monatliche Arbeit gefoftet, ehe man sich allseitig verſtändigt Ministerium Dupuy gestürzt wurde, mit diesem stimmten und mit Kategorie führe zu unabsehbaren Konsequenzen. Krise bedeutet. Auf erstere Frage vermag sich jeder, der die Ge- habe. Alle anderen Refforts fämen bei einer Aenderung in pflogenheiten parlamentarisch regierter Bänder fennt und weiß, Frage, namentlich habe der preußische Eisenbahnminister in daß da ftets Abgeordnete der Majorität der Nationalvertretung Rücksicht auf die Konsequenzen für sein Ressort starte mit der Kabinetsbildung betraut werden, selber Antwort Ginwendungen gemacht. Er bitte, da wesentliche geben. Und was lettere Frage anbetrifft, braucht man nur Schädigungen burch das System nicht einge zu wissen, daß Herr Ribot die Steuerfrage von der Budget- treten feien, die Vorschläge wie gemacht anzunehmen. frage trennen will und darum selber das Finanzportefeuille Singer betrachtet es als Fortschritt, daß das Dienstaltersübernommen hat, um auch gleichzeitig zu wissen, daß das neue System eingeführt und damit jede Willkür in der Zuweisung der Rabinet, weit entfernt, die Krise zu lösen, sie nur hinausschiebt. Stellen und Gehalte aufgehört. Redner geht dann auf die Noch deutlicher tritt dies hervor, wenn man seine Absicht tennt, Widersprüche ein, die das vorgeschlagene Syftem in der Zulassung allen irritirenden Fragen" auszuweichen. Und irritirende verschiedener Beamtentategorien zu etatsmäßigen Stellen enthielte Fragen find alle diejenigen, die den Finanz- und Schlotbaronen und die Betreffenden benachtheilige. Er macht namentlich auf Ein Wort hierüber zu sagen, ist überflüssig. Wer, cht behagen. Adieu darum mit allen Steuerreformen, adieu die Ungunft der Zustände für die Landbriefträger aufdie Geschichte unserer Kämpfe mit den Buttkamer'schen mit allen Arbeiterreformen! Ob es aber darum nicht die Arbeiter- merksam, bie nach dem neuen System, wenigstens die Neus Spigeln fennt, fennt den Edelſten"-Lockspitzel flaffe zu irretiren suchen wird, möchte ich nicht behaupten. Angestellten, gegen früher wesentlich schlechter gestellt seien. es müsse sich darum handeln, bei den von Ehrenberg und den schweizerischen Spizelgehilfen Reineswegs bildet Herr Trarieur, dieser Anwalt der großen Er meint, Positionen die entsprechenden Veränderungen Attenhofer? Attenhofer rechts, von Ehrenberg links, Herr Aktiengesellschaften und ausgesprochene Feind der sozialistischen einzelnen Blum in der Mitte so soll das Tableau bleiben für alle und gewerkschaftlichen Bewegung, den Herr Ribot das Justiz vorzunehmen, namentlich sei diese Aufbesserung bei den unteren Beiten, so lange es eine„ Unsterblichkeit" der Infamie giebt portefeuille übertragen hat, eine Garantie hierfür. Man höre Beamten vorzunehmen. Geb. Rath Neumann wiederholt, wie doch, was er als Referent über den Gesehentwurf bedenklich es fei, die gemachten Vorschläge irgendwie zu ändern. für derartige Thaten und Thäter. Bovier- Lapierre, der jedem Unternehmer verbietet, Ar- Er setzt des längeren die Unmöglichkeit auseinander, Aenderungen beiter nur aus dem Grunde, weil sie einer Gewerkschaft vorzunehmen und versucht, die Einwendungen wegen der Schlechterangehören, zu entlassen oder die Aufnahme zu verweigern, feiner- ftellung gewiffer Beamtenkategorien zu widerlegen. Es seien viele zeit im Senate vorbrachte. An dem Tage, sagte er da u. a., bisherige Härten ausgeglichen worden. Hug: Er sei kein besonderer an dem die Arbeiter wüßten, daß sie einen Arbeitgeber bei dem Verehrer des Altersstufen- Systems, unterlasse es aber, jetzt dasgeringften Ronflitt vor die Gerichte ziehen fönnen, welche furcht- felbe zu tritifiren, lobt dagegen das bisherige System, das besser baren Druck- und Zwangsmittel hätten wir da in ihre Hände gewesen sei. Er ist sich nicht klar, wie das neue System wirte, Ueber einen neuen Landesverraths- Prozek wird der gelegt! Und welchen Schrecken, um nicht zu fagen welche Banik es scheine bei demselben schließlich eine Ersparniß herauszukommen, Wiener N. fr. Presse" aus Leipzig geschrieben: würden wir an diesem Tage in der großen Industrie verbreiten er wünscht Auskunft, wie das Schlußergebniß des neuen Systems Vor kurzem sind, wie jetzt erst in weiteren Kreisen bekannt und wie viele Arbeitsstätten vielleicht sperren lassen! Wenn man im Beharrungszustand sich stelle. wird, der Bahlmeister- Aspirant Hemprich, der zuletzt bei einem es noch immer mit Arbeitersyndikaten zu thun hätte, die von Geh. Rath Neumann: Eine Ersparniß sei jetzt nicht Leipziger Regimente stand, wegen Landesverrathes, refpettive friedlichen Absichten und friedlichem Geiste beseelt sind. Aber vorhanden, es werde sogar ein kleines Mehr verlangt; im versuchten Landesverraths zu acht Jahren Zuchthaus und es giebt eine zu große Zahl jener Werkstätten- Marodeure, jener weiteren wendet er fich abermals gegen Veränderung der Rangder in dieselbe Angelegenheit verwickelte Bahlmeister- Aspirant Streiffpetulanten, jener Hungrigen der Arbeiterhalbwelt( de stufen. Möller wünscht Auskunft, wie sich die Sache im BeAuerswald in Zittau zu neun Monaten Gefängniß vom neun Monaten Gefängniß vom ces faméliques du demi- monde tu travail), die Sie niemals barrungszustand verhalte, ob wirklich Ersparnisse gemacht würden, sächsischen Militärgerichte verurtheilt worden. Nunmehr ist auch werden befriedigen tönnen, die von den Theorien Babeuf's in diesem Falle müßte man zu einer Ablehnung des Systems gegen den Bruder Hemprich's in derselben Sache die Vorunterzu denen der Anarchie schreiten. Wäre es nicht die schwerste kommen. Graf Posadowsky: Er warne, diese vom Vorfuchung eröffnet worden; gegen diesen, als Bivilperson, ist das Reichs- Unbedachtsamkeit, jenen gewerbsmäßigen Agitatoren diese neuen redner angedeutete Konsequenz zu ziehen. Das System enthalte gericht zuständig. Der erstgenannte Zahlmeister- Aspirant Hemprich Drohungs- und Einschüchterungs- Gesetze zu liefern? Daß der unter allen Umständen eine Rechtsgarantie. Es sei nicht möglich, Defertirte im Sommer vorigen Jahres aus Leipzig, um seiner Be- Kommunismus, daß der Kollektivismus gewisse Geister anzieht, die Sachlage genau auszurechnen und so habe man teine Be ftrafung wegen Unterschlagung zu entgehen. Er wendete sich erst darüber sind wir nicht verwundert. Was aber uns anbelangt, rechnung angestellt. Müller Sagan: Man habe voriges nach der Schweiz, später nach Frankreich, und von hier aus so wissen wir, daß die Gesellschaft ihren Untergang dabei fände, Jahr durch Resolution ausgesprochen, teine Schädigung im Gerichtete er Briefe nach Deutschland, worin er gegen hohe Ent- und getreu dem politischen System, wonach in unserem Lande halt durch das System der Dienstalterszulagen eintreten zu lassen, schädigung zum Verrathe militärischer Geheimnisse aufforderte. alles auf der Achtung des Eigenthums, der legitimen Tochter der denn eine solche sei damals als wahrscheinlich in Aussicht gestellt Solche Briefe hat der genannte Auerswald und jedenfalls auch Sparsamkeit und der Arbeit, beruht,"( man dente dabei an worden, fie mußte also auch höchst wahrscheinlich eintreten. Hemprich's Bruder erhalten. Hemprich kehrte dann nach Deutsch die Panama, Südbahn, Breßaffäre zc., ohne aufzulachen) Geh. Rath Fischer: Die im Vorjahr in Aussicht genommene land zurück; er wurde erkannt, verhaftet und der Militärbehörde könnten wir nicht den Fehler begehen, daß schon hinlänglich Minderausgabe von über 2 Millionen Mart sei durch verschiedene übergeben. angegriffene industrielle Eigenthum noch mehr zu bedrohen." Und Konzessionen ausgeglichen, die man durch das Reichsschazamt habe man Der Landesausschuß von Elsaß- Lothringen wurde nach Herrn Trarieux, diefem neuen Justisminister, beurtheile man befferungen erlangt. Bebel führt in längerer Rede aus, verschiedene Ver gestern eröffnet. Nach der Eröffnungsrede des Statthalters nun das neue Kabinet! ist die Finanzlage gut, trotzdem wird auch in diesem Marschall Canrobert, der Adjutant Napoleon III., Scheinparlamente die Nothwendigkeit der Finanzreform für beim Staatsstreiche vom 2. Dezember 1851, starb gestern im das Reich im Interesse der Einzelstaaten betont. Eine neue 85. Lebensjahre. Er hat zahlreiche Kriege mitgemacht, nahm Gebäudesteuer soll an stelle der Thür- und Fenstersteuer an der Reorganisation der französischen Armee theil und treten, ferner wurde ein Sparkassengesetz und zwei Gesetz- vertrat stets reaktionäre Grundsäße. entwürfe behufs Ergänzung der bestehenden Gesetze über das Grundeigenthum und die Einrichtung von Grundbüchern angekündigt. Uebrigens können die Mitschuldigen des Hans Blum, sofern sie die Denkfähigkeit noch nicht ganz verloren haben, sich jetzt ungefähr einen Vers darauf machen, welche Ehrenberge und Ehrenmänner seinerzeit mit Boulanger verkehrt haben. Aus den österreichischen Provinzial Parlamenten. Wie das Wiener Fremdenblatt" meldet, ist der istrianische Landtag durch faiserliche Entschließung aufgelöst und sind Neu wahlen angeordnet worden. Das Fremdenblatt" führt den Entschluß auf die Vorgänge im istrianischen Landtage zurück, wo die italienische Majorität durch Einführung der italienischen Sprache als alleinige Verhandlungssprache, sowie durch die Bestimmung, daß Anträge und Interpellationen nur italienisch gestellt werden dürfen, die slavische Bevölkerung in ihren Rechten tränken, eventuell diefelbe aus dem parlamentarischen Leben hinausdrängen wollte. Vom tiroler Landtag wird gemeldet: Da die italienischen Abgeordneten nach Ablauf der gefeß lichen Frist nicht im Landtage erschienen sind, wurden dieselben heute ihrer Mandate für verluftig erflärt. " " " daß das neu zu schaffende System nach Berechnung Eachverständiger in Bukunft erhebliche Minderausgaben an Gehältern aufweisen werde. Der Mehrausgabe von 1390 000 m. stehe schon im nächsten Jahre eine Ersparniß von 410 000 m. gegen über und schließlich folle sich dieselbe auf über 2 Millionen im Beharrungszustand belaufen. Daß die Postbeamten in ihrer Gesammtheit fünftig schlechter sich stehen würden als bisher, gab Das Befinden Guesde's ist, wie wir der Petit Republ." bie offiziöse Berkehrszeitung" selbst zu. Es werde auch entnehmen, noch immer ein recht ungünstiges. Gr bat feit bestätigt durch die Ausführungen des Grafen Posadowsky, Wochen auf jede agitatorische Thätigkeit verzichten müssen und, der selbst zugegeben, daß geringfügige Verschlechterungen" ift sein Zustand auch nicht besorgnißerregend, so ist eine rasche gegen früher vorhanden seien. Offenbar solle sich das Genesung doch kaum zu erwarten. Möge fie desto gründlicher fein! " In der belgischen Rammer vergeht kein Tag ohne Zwischenfall. Heute wird aus Brüssel vom Wolff'schen Bureau gemeldet: Der Justizminister warf dem sozialistischen Deputirten Anseele, welcher einige Industrielle beschuldigt hatte, daß sie die Arbeiter um einen Theil ihres Lohnes brächten, vor, er hätte einige vereinzelte Vorkommnisse verallgemeinert. Da das Gericht in der Lage sei, derartige Mißbräuche zu unterdrücken, hätte Anseele sich an das Gericht wenden müssen; Anseele hätte daher nicht loyal gehandelt. Der Minister widerlegte dann die Behauptungen Anseele's und erklärte, die Rammer würde bei der Berathung des Juftizbudgets Gelegenheit haben, sich auszusprechen. Reich ganz und gar Dem in Preußen bestehenden System anbequemen, dafür sprächen die Schwierigkeiten die namentlich der preußische Eisenbahnminister gemacht habe. Des letteren Thätigkeit sei aber gerade staatsgefährlich. mit seinem Sparsinn in der Eisenbahnverwaltung untergrabe er mehr die bestehende Staatsordnung, wie das die sozialdemokras tischen Agitatoren in 20 Jahren angestrengter Thätigkeit vermöchten. G3 herrsche ein unglaubliches Maß von Erbitterung in den Kreisen der Eisenbahnbeamten und diese staatsgefährliche Thätigkeit auch in der Postverwaltung zur Geltung zu bringen, davor warne er die Herren im Reiche nachdrücklichft. Weiter tommt Redner auf die Telegraphen- Gehilfinnen zu sprechen, die offenbar weit schlechter gestellt feien, als ihrer Dienstzeit entspreche. Schließlich befürwortet Redner die Niedersehung einer Subkommission, welche mit Buziehung der Vertreter der Postverwaltung: genau zu prüfen habe, ob und inwiefern eine Schlechterstellung einzelner Beamtenkategorien durch das neue System eintrete. Geb. Rath Wackerz app nimmt den preußischen Eisenbahnminister gegen die Angriffe Bebel's in Schuh. Kommissar der Postverwaltung: Die Zeit über 5 Jahre diätarischer Dienstzeit werde den Telegraphen- Gehilfinnen angerechnet und feien Italienische Anarchisten in der Schweiz. Der Dieser auf den ersten Blick sich als tendenziös dar Basler„ Vorwärts" schreibt: Anarchistenriecherei. stellende Meldung werden wir, sobald nähere Angaben aus Man meldet die Verhaftung eines italienischen Anarchisten Brüssel einlaufen, die richtige Darstellung folgen lassen. Filiani, Schankwirth in Lugano. Gegen andere dortige Ein internationales Schiedsgericht. Aus Rom Anarchisten soll Untersuchung eingeleitet werden. Die Ver- wird telegraphirt: anlassung bilden anarchistische Proklamationen, welche an Nach einer Meldung der„ Agenzia Stefani" aus Washington Die Gehaltsverhältniffe den etatsmäßigen Anfäßen entsprechende. geblich in Lugano gedruckt und in Como beschlagnahmt vom heutigen Zage richteten der Minister des Auswärtigen v. Massow befürwortet in Rücksicht auf den Antrag Bebel die wurden." Unser Züricher Korrespon dent bemerkt dazu: Dem Baron Blanc und der hiesige Gesandte von Kolumbien an Verhandlungen abzubrechen. Graf Posadowsky erklärt sich Crispi kann in seiner jetzigen Situation nichts will den Präsidenten Cleveland gleichzeitig die Bitte, das schieds- gegen eine solche Subkommission, die kaum ein praktisches tommener sein, als ein bischen Gesellschaftsretter und richterliche Mandat zur endgiltigen Entscheidung aller Fragen Resultat haben dürfte, er könne versichern, daß der ReichsAnarchisten- Bertilger zu spielen. Eine neuere Meldung internationalen Charakters zu übernehmen, welche die Forderungen verwaltung fernliege, bier einen fistalischen Profit machen zu Anarchisten- Bertilger zu spielen. Eine neuere Meldung des italienischen Staatsangehörigen Gerutti gegen die Regierung wollen. Lieber und Hammacher befürworten den Antrag besagt, daß der Mailänder Advokat Gori verhörte von Rolumbien betreffen. wurde und Ausweisungen erwartet würden". Mit dieser Korrespondenz gleichzeitig eingelaufene Depeschen melden aus Bern: Der Bundesrath hat zwei in Genf verhaftete italienische Anarchisten ausgewiesen; einer derselben hatte in geheimen anarchistischen Versammlungen zu Gewaltthaten aufgefordert, ber andere hatte seine Wohnung zu solchen Zusammenfünften hergegeben. Der Bundesrath beschloß heute die Ausweisung von 17 im Armenisches. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Fabfin Pascha, der Bali von Bitlis, ist seines Amtes enthoben und provisorisch durch Eumer- Bey, Mitglied der UntersuchungsRommission für die Vorfälle in Saffun, ersetzt worden. Vom chinesisch- japanischen Kriegsschanplage liegen folgende Meldungen vor: Den„ Times" wird aus Shanghai den 28. d. M. gemeldet: Nach amtlichen, von chinesischer Seite stammenden Mittheilungen Bebel, jedenfalls sei Klärung zu erivarten. Lingens, Enneccerus und Möller sprechen sich ebenfalls zu gunsten des Antrages Bebel aus. Die Kommission beschließt dem Antrag Bebel gemäß und ernennt außer den beiden Referenten die Abgg. Singer, Leipziger, Müller- Glogau und Möller- Fulda als Kommission. Hierauf wird zur Berathung der einmaligen Ausgaben übergegangen. v. Leipziger bemängelt den Luxusbau der Post an der Mauerstraße in Berlin und erklärt Neigung zu haben, die geforderte Summe für den Neubau in der Mauerstraße vorläufig nicht zu bewilligen. Geh. Rath Fischer befürwortet die " Weftkamp am Tage des Attentats in der Populaire, wo er mit einigen Freunden beim Glase Bier saß, gesehen habe. gefordete Nate, sie sei nöthig. Bebel schließt sich dem an, der geklärt hervorging. Das alte Motto des Vereins: Alle Menschen sog. Lurusbau an der Ecke der Mauerstraße entspreche nur der find Brüder", wurde vorläufig beseitigt und an seine Stelle trat Umgebung, einen Kasernenstil könne man dort nicht bauen. Nach der Kriegsruf Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" So Bu gunsten des Angeklagten Bossem sagt der Grubeningenieur weiteren Bemerkungen der Abgg. Müller- Glogau, Bürklin, lange das Privateigenthum besteht, ist jenes Motto doch nur eine Bronhon aus. Vossem war ein tüchtiger Arbeiter der bei Lieber, Enneccerus 2c., wird die geforderte Summe bewilligt. Lüge; heute giebt es noch keine in Liebe umschlungene Mensch- seinen Kameraden sehr beliebt war, weil er jeden Nothleidenden Die Justizgesetz Kommiffion des Reichstags, welcher der heit. Wir haben nur Klaffen: Unterdrücker und Unterdrückte, nach Kräften unterſtügte. Damit ist die Vernehmung der zu heute vorgeladenen Zeugen Gesezentwurf, betr. die Abänderung der Gerichtsverfassung und die sich fremd und feindlich gegenüber stehen. Ist der große der Strafprozeß- Ordnung überwiesen ist, trat heute zusammen. Rampf ausgefochten, löfen sich die Gegensätze in eine höhere beendet. Nachdem eine Reihe Geschäftsordnungsfragen erledigt waren, Harmonie auf, dann, erst dann wird das alte Motto zu feinem Morgen wird der Reft der Zeugen vernommen und das begann man mit bot beratenden Baragraphen regeln die Zu Bis dieſes ſo heiß erſehnte Ziel errungen iſt, fann Jagoltowski aus Petersburg eingetroffen iſt, verleſen womber begann man mit der Berathung der§§ 27, 28 und 75 der Ges Rechte gelangen: Alle Menschen werden Brüder sein! letzte Phantasie- Protokoll, das über die Bernehmung des Spigels richtsverfassung. Die zuAm Mittwoch fällt die Sigung aus. Am Donnerstag ständigkeit der Schöffengerichte. Schmidt- Warburg( 3.) be- nur die sielbewußte Entfaltung des Klaffenkampfes unsere antragt, außer der im Gesezentwurf beantragten Ausdehnung Aufgabe fein, zu deren Erfüllung die Proletarier aller beginnen die Plaidoyers. Zunächst sprechen die beiden Staatsder Zuständigkeit, auch alle Anklagen, welche auf grund des§ 185 Länder sich einigen müssen. Und diesen Klassenfampf mit entanwälte. Als der Beuge Leideker den Saal verlassen will, wird er des Strafgesetz- Buches erhoben werden( Beleidigungen) an die sprechenden Waffen auzurüften, ist unsere weitere Aufgabe. Schöffengerichte zu überweisen. Zur Begründung seines Antrages Gerne hätte ich an dieser Stelle einen kurzen Abriß der Ge- von einem Gendarmen verhaftet. Die Verhaftung, die großes führt er aus, daß es mißlich ist, wenn die Politik in der Art in schichte unseres Vereins gegeben. Leider fehlt es aber dazu an Aufsehen verursachte, hat mit dem Prozeß nichts zu thun. den Gerichtssaal hineingetragen wird, daß sich die Berufsrichter den nöthigen Quellen. Wohl wurden seit der Gründung des Leideter hat eine Strafe wegen Jagdfrevels zu verbüßen und damit zu befassen haben. Viele der auf grund des§ 185 er-..- B.. die Protokollbücher sorgfältig geführt. Bedauerlicher- wird hierzu ins Gefängniß abgeführt. hobenen Anflagen gehen aus der Diskussion der Tagesfragen weise sind sie uns aber abhanden gekommen; anfangs der 80 er hervor, zum Beispiel Beamtenbeleidigungen und so weiter, und Jahre wurden wir von den Anarchisten expropriirt. Vielleicht oft leidet das Ansehen der Berufsrichter darunter, wenn werden diese Zeilen die Besitzer der Protokollbücher veranlassen, fie Redakteure oder sonst Personen wegen Beleidigungen das Unrecht wieder gut zu machen. zu hohen Strafen verurtheilen müssen. Kommen diese Prozesse vor ein Gericht, in welchem das Laienelement die Majorität bildet, dann sei der Richter gedeckt. Wird weitere Geldunterstüßung versagt Gchluß 51/2 Uhr. In der heutigen Verhandlung wurde die Vernehmung der Beugen, die über die persönlichen Verhältnisse der einzelnen Angeklagten Auskunft geben, fortgesetzt. Zuerst wurden noch Entlastungszeugen für Leblanc und Wilke verhört, die sehr günstig aussagen. " Ueber die Persönlichkeit der Angeklagten Joris und Berg werden wichtige Aussagen nicht abgegeben. Nur der Alibibeweis zu gunsten Berg's findet eine Unterstüßung durch die Aussage des Buffetiers Jakob bei der„ Populaire". Er sagt folgendes aus: Mein Sohn hat mir erzählt, daß er am Abend des 29. April Berg zur Stunde des Attentats auf dem St. Pierre- Platz in Gesellschaft junger Mädchen gesehen hat. Der R. A.-B.-V. zählt gegenwärtig an die 200 Mitglieder, darunter einige Defterreicher, Ungarn, Polen, Franzosen, Engländer, Dänen und Norweger. Von den 200 Mitgliedern kommen leider viele Weniger günstig lauten die Zeugenaussagen für den Ans Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, daß ihren Pflichten nicht genügend nach. Von den Arbeitern, welche geklagten Berbist. Die einzige Beugin, die unbedingt für ihn man mit den Schöffengerichten schon oft recht trübe Erfahrungen nach London kommen, bleiben in der Regel nur diejenigen gute Partei nimmt, ist seine Geliebte Jeanne Blustia, mit der er seit gemacht habe, denn es gäbe Schöffen, die glauben, fie haben nur und treue Mitglieder, die in ihrer Heimath überzeugungstreue 9 Jahren zusammenlebt. Die anderen Zeugen aber erzählen, dann ihre Pflicht gethan, wenn sie recht viele Personen und Genossen waren. Mit den übrigen, den Mitläufern, geht ge- daß er als Lockspiel und Polizei- Agent galt. Bei diese zu hohen Strafen verurtheilt haben. Andere Schöffen thun wöhnlich folgende Wandlung vor: Finden sie lohnende Arbeit, Schlebach wurde vor ihm gewarnt. Er arbeitete in den nichts anderes, als daß fie dem Richter zustimmen. Im so gehen sie im Strudel der Vergnügungen unter; geht es ihnen Elektrizitätswerten einer Aktiengesellschaft und verdiente vier legten Falle sei es also das Urtheil eines Einzelrichters. Von hier schlecht und der Verein kann sie nicht ausreichend unter- Franks täglich. Auch in der„ Populaire", der Gastwirthschaft seiten der Regierung wurde darauf hingewiesen, daß man doch stüßen, so werden sie„ revolutionär" und wir sind ihnen dann zu der vereinigten sozialistischen Korporativgenossenschaften Lüttichs, mit den Schöffengerichten recht gute Erfahrungen gemacht habe, gemäßigt. Den zugereiften, hilfsbedürftigen Genoffen gegenüber sah man ihn nicht gern, er galt bei den einen für einen indem von 1000 Urtheilen der Schöffengerichte nur 83 bis 84 thun wir unser Bestes. Aber wir selbst sind ja nur arme Anarchisten, bei den andern für einen Spigel. in der Berufungsinstanz abgeändert seien. Die Regierung müsse Hand- oder Kopfarbeiter und können weitgehenden peku- Borsigender: Angeklagter Joris, ist Ihnen nicht auch darauf bedacht sein, zu sparen, wo sich etwas sparen läßt. ntären Ansprüchen nicht genügen. deshalb diesem der Besuch der Populaire" verboten worden? Die Fälle, welche der Entwurf den Schöffengerichten über- oder jenem die Staatsanwalt Delwaide: Sogar die Hilfe der Polizei ist weisen will, sind bisher fast regelmäßig dem Schöffengericht flugs ist er bei den Anarchisten, wo er sich an revolutionären dazu in Anspruch genommen worden. von der Straffammer überwiesen worden. Vollmar hob her: Phrasen berauschen kann. In London ist dies sehr billig und Angell. Joris: In der„ Populaire" tann man leicht in vor, daß bei Annahme der Justizgesetze die ausschlaggebenden ganz ungefährlich. Wir haben indeß einen festen Stamm tüchtiger den Ruf kommen, Anarchist zu sein. Da braucht man blos Parteien nur deshalb ihre Zustimmung gegeben haben, weil sie Genossen, auf die wir jederzeit rechnen können, sonst wären wir einen Stuhl umzuwerfen, oder im Vorbeigehen ein Glas vom unter allen Umständen die Gesetze zu stande bringen wollten. garnicht im stande, einen Klub aufzuhalten, der uns an Miethe Tisch zu stoßen, dann schreien sie schon, man sei Anarchist und Manch schlechte Bestimmung nahmen sie mit auf, weil sie fürch- und Steuern 3530 m. jährlich kostet. segen einen vor die Thür. teten, daß sonst das ganze Gefeß scheitern werde. Wir stehen Nach dem am 20. Januar vom ersten Sekretär, Gen. Wulff. nicht auf dem Standpunkt, daß wir bei geringen Versicherungen erstatteten Berichte hatte der Komm. Arbeiter- Bildungsverein im auch Verschlechterungen mit in den Kauf nehmen. Lieber Jahre 1894 eine warten wir noch mit den Verbesserungen, als daß wir sie Einnahme von 390 Sftr. 13 Sh. 5 Pence, 327 Ausgabe 5 10 durch Aufopferungen wichtiger Rechte erfaufen. Auch er wies darauf hin, daß die Schöffen oft nur Dekorationsstücke sind. Ueberschuß 63 2ftr. 7 Sh. 7 Pence. Dieses würde sich ändern, wenn die Arbeiter mit zu solchen Unter den Ausgaben befinden sich: Streifunterstützungen nach Aemtern herangezogen würden, wie dieses durch die Gewerbe- Schottland und Desterreich 225 M., an zugereifte Genossen 257 M., gerichte bewiesen ist. an frante Mitglieder 78 m. Verwaltungskosten, Schreibzeug, Ferner verlangt er, daß das Strafmandatwesen eingeschränkt Porto 2c. betrugen kaum 70 M. Die Ueberschüsse werden zur werden müsse. Referendare und Rechtspraktikanten der Ver: Abzahlung von Schulden, die aus früheren Jahren herstammen, waltungs und Polizeibehörden gehen ganz mechanisch verwendet. Versammlungen fanden 44 statt; davon waren neun ans Wert, wenn fie die Meldungen der unteren den Vereinsangelegenheiten und 35 der Belehrung gewidmet. Polizeibeamten zu erledigen haben. Die Fälle werden Unter den Vortragenden befanden sich: Friedrich Engels( am nicht geprüft und mancher Unschuldige zahlt die Strafe, 18. März), Wilhelm Liebknecht, Bernstein, Pinkau- Leipzig, weil die Herbeiführung eines Gerichtsbeschlusses mit Kosten und Leßner, Motteler, Osang, Wronsti, Schuhmacher 2c. Auf dem Umständen verknüpft ist. Ferner sei zu rügen, daß die Amts- Frankfurter Parteitag waren wir durch Genossen Leßner ver Mann in Untersuchungshaft zu lassen, den man für unschuldig anwälte bei den Schöffengerichten nicht selten glauben, daß sie treten. den Mangel an juristischer Bildung dadurch verdecken können, So geht der Verein, nach 55 Jahren seines Bestehens, hält und den man durch sein Zeugniß befreien tann. wenn sie brafonische Strafanträge stellen. jugendkräftig und muthig muthig der Zukunft entgegen. An 3euge: Das ist viel weniger meine Schuld als die Schuld Munckel stellt in Aussicht, daß er die Entschädigung den Vorgängen in unferem Baterlande nehmen wir meines Sohnes, der noch nicht alt genug ist, um die Wichtigkeit unschuldig Verhafteter beantragen wird. Einige Theile der Re- den lebhaftesten Antheil. Wir denken und fühlen deutsch, seiner Aussage zu begreifen. gierungsvorlage will er annehmen, andere aber, ihrer gefähr denn international sein heißt noch lange nicht anti- Damit endete die Bormittagssigung. lichen Tendenz wegen, ablehnen. Die Ziffern 1-3 des§ 27 national sein. Diejenigen, die uns vaterlandslofes Ge- Der Vorsitzende theilt noch mit, daß der Staatsanwalt werden dann nach dem Wortlaut der Vorlage angenommen. sindel" nennen, mögen hier erfahren, daß es unter den Delwaide einen mit der Schreibmaschine geschriebenen Drohbrief Die nächste Sigung findet am Donnerstag statt. oben genannten nichtdeutschen Mitgliedern einige giebt, erhalten habe. Der grün geschriebene Brief lautet:„ Wenn die bei uns deutsch gelernt haben und es jetzt lieber sprechen, als Ihnen Ihre Haut lieb ist, dann verurtheilen Sie weder Leblanc ihre eigene Muttersprache. O ja, wir germanisiren, aber nicht noch Arnold." Der Staatsanwalt hat mit dem Urtheilsspruch durch Ausnahmegesetze und Unterdrückungsmaßregeln, sondern gar nichts zu schaffen. Irgend ein Narr hat sich mit dem Staatsdurch unsere Begeisterung für anwalt einen schlechten Scherz erlaubt. Parteinachrichten. Das Agitationskomitee für das östliche Westfalen und die beiden Lippe, welches auf Beschluß des letzten ProvinzialParteitags in Bielefeld seinen Siz hat, hat sich konstituirt und find alle Krrespondenzen an den Vorsitzenden Genosse Slomke, Kronenstr. 18 a, zu senden. " " " " Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Und nun noch einige Worte an diejenigen Genossen, die etwa nach London auszuwandern gedächten. Von einem solchen Beginnen möchten wir entschieden abrathen. Bleib' im Lande und opponire redlich gegen ökonomischen und geistigen Parteipresse. Die Jahres- Abrechnung der Buchdruckerei Druck. Hier in London ist der Existenzkampf ein sehr der Schleswig- Holsteinischen Volts- Zeitung" schließt in Ein- und bitterer. Es ist ungemein schwierig, Arbeit zu erhalten. Die Ausgabe mit 93 231,97. ab. Die Aktiva beträgt 42 668,02., industrielle Reserve- Armee ist hier bereits eine gewaltige, und sie unter welcher Summe fich der Inventarbestand nach den Ab- ist in fortwährendem Anschwellen begriffen. Diejenigen Genossen schreibungen mit 27 482,97 m. befindet, das Papierlager beträgt aber, die aus politischen Gründen hier eine Zuflucht suchen 4903,43 M., die Außenstände an Abonnement und Inseraten müßten, würden gut thun, sich mit Geldmitteln und Parteipapieren betragen 8048,25 M., diejenigen an Druckarbeiten 1549,75 M. zu versehen. und der Kassenbestand vom 31. Dezember 1894 683,62 M. Unter der Passiva steht in erster Linie der sich um 7276,91 M. vergrößerte Preßfonds mit 29 077,13 M., die noch zu begleichenden Darlehen mit 4350 M. und die Schulden für Maschinen, Schriften, Papier u. f. w. mit 15 273,74 M. Der Passiva gegenüber die Attiva gestellt, verbleibt eine Unterbilang von 6032,85 M., welche fich auf die beiden Jahre 1893 und 1894 vertheilt. Lütticher Anarchistenprozeß. ( Original Bericht.) M Lüttich, 28. Januar. In der Nachmittag3 Sigung wurde als erster Zeuge der Sattler Bast in vernommen. Jagolfowski hatte behauptet, daß er Mitglied der Bastin'schen Anarchistengruppe gewesen sei. Der sozialdemokratische Verein für Dresden- Altstadt Der Zeuge bezeichnet den Angeklagten Bossem als einen guten, hat nach dem Bericht des Vorsitzenden im letzten Jahre um tüchtigen Arbeiter, einen zuverlässigen Kameraden. Verbist galt beinahe 100 Mitglieder zugenommen; er zählte am Ende 1233 in der Schlebach'schen Wirthschaft als Spigel. Weshalb, ist dem gegen 1137 Mitglieder am Anfang des Jahres. Es wurden im Zeugen unbekannt. Staatsanwalt Demarteau: In dem Protokoll über die vergangenen Jahre 52 Vorstandsfizungen abgehalten. Diskussionsabende fanden regelmäßig alle 4 Wochen statt, außerdem Vernehmung des Russen in St. Petersburg heißt es: Ich gearrangirte der Verein 5 öffentliche Versammlungen. Zahlstellen hörte zur Bastin'schen Gruppe. Meint er Sie damit? hat der Verein 15 gegen 13 im Vorjahre. Tie 1233 Mitglieder vertheilen sich in 90 Berufe gegen 47 im Vorjahre. Die Einnahmen beliefen sich im vergangenen Jahre auf 4134,35 M., die Ausgaben auf 3989,25 M. Mithin verbleibt ein Ueberschuß von 151,10 m. Beuge: Das weiß ich nicht. Ich habe mit ihm nie etwas zu thun gehabt. Bertheidiger Rechtsanwalt Schür: Das ist wieder so eine Gemeinheit des Russen. Zeuge Drechsler Demeur: Ich fenne Schlebach seit 15 Jahren. Es ist ein ruhiger, stiller Mann. Auch seine Frau, Deutsche Sozialisten in der Schweiz. Der Landes. ist gutherzig. Verbist galt nicht eigentlich als agent provoausschuß der deutschen Sozialisten in der Schweiz hat im cateur, aber als Angeber bei uns allen. Jahre 1894 bei einer Einnahme( inklusive des Kassenbestandes) Einer der nächsten Zeugen ist der Arbeiter Bastin, der von 946,20 Fr. eine Ausgabe von 877,45 Fr. gemacht; und zwar Vater des Obengenannten:„ Am Tage des Attentats an der für Unterstüßung von aus dem Auslande gekommener Genossen St. Jacquestirche war ich in dem Schlebach'schen Lokale. Auch 673,60, für Agitation 90 Fr. und Verschiedenes" 114 Fr. Das der Russe und Joris befanden sich dort. Was der Russe mit der Bermögen der Landesorganisation beträgt 318,75 Fr. Bastin'schen Gruppe meint, weiß ich nicht. Berbist galt besonders in der Populaire" als Spigel. Eine Sammelbüchse für Anläklich des 55 jährigen Bestehens des kom anarchistische Zwecke gab es bei Schlebach nicht, nur Sammelmunistischen Arbeiter Bildungsvereins zu London geht uns büchsen für nothleidende Arbeiter. Schlebach sah es nicht gern, von dort folgender Bericht zu: wenn anarchistische Zeitungen bei ihm gelesen wurden, und Frau Echlebach wollte von Anarchisten garnichts hören. Vors.: Warum haben Sie das nicht bei Ihrer Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter gesagt? 3euge: Der alte Berg tam in die Populaire" und jammerte um seinen Sohn, der in Untersuchungshaft faß. Da fiel meinem Sohne die Begegnung mit dem jungen Berg erst ein. Vorsigender: Warum hat Ihr Sohn nicht sofort bei der Verhaftung Berg's fich als Beuge gemeldet? Beuge: Wer geht denn gern als Beuge hierher? Das ist doch keine Ehre. Borsigender: Es ist aber noch weniger ehrenhaft, einen Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Wien, 29. Januar. In den galizischen Bezirken Stanislau und Czortfow ist die Cholera gänzlich erloschen. Gemäß der Dresdener Konvention werden die genannten Bezirke deshalb nicht mehr als Seuchenheerde angesehen. New- York, 28. Januar. Eine Depesche aus Colon meldet: Die revolutionäre Bewegung von Columbien erstreckt sich auch auf die Staaten Bolivar, Magdalena und Antioquia. Die Rebellen durchschnitten die Telegraphendräthe. In Car thagena ist der Belagerungszustand erklärt worden. Aus Panama ist ein Theil der Truppen zurückgezogen, da man glaubt, die Vereinigten Staaten würden die Interessen dieser Provinz schüßen. Die revolutionären Führer auf dem Isthmus wurden verhaftet. Ein französisches Kriegsschiff ist nach Colon entfandt worden, das amerikanische Kriegsschiff" Atlanta" Auch in Buenaventura an der Westbefindet sich bereits dort. füste von Columbien, ist ein Aufstand ausgebrochen. Ein ameri tanisches Kriegsschiff wird dorthin gesandt werden. Budapest, 28. Januar. Heute fand hier eine zweistündige Rundgebung von Arbeitslosen statt, welche die Straßen der Stadt durchzogen. Neunzehn Verhaftungen wurden wegen Widerstandes gegen die Anordnungen der Polizei vors genommen. In Groß- Becsterd wurden aufreizende Druckschriften fonfiszirt und ein Hauptagitator verhaftet. In Klausenburg verbot die Polizei gestern eine Arbeiterversammlung, welche das Wahlrecht der Arbeiter" auf ihre Tagesordnung gesetzt hatte. Bern, 29. Januar. In der letzten Nacht herrschte in der ganzen Schweiz intensive Rälte;" im Jura fiel das Thermometer bis 35 Grad unter Null. Der Bahnverkehr erlitt bedeutende Verspätungen und Unterbrechungen. Es herrscht heftiger Nord. " wind. New- York, 29. Januar. Nach Meldungen aus Indianepolis ist der Schnellzug Saint Louis- New- York bei Coatesville ent gleist. Zwei Personen wurden getödtet und 38 verlegt, dar unter mebrere lebensgefährlich. erhielt eine Bestätigung der Nachricht von dem Ausbruch einer Washington, 29. Januar. Der Staatssekretär Gresham Revolution in Columbia. # New York, 29. Januar. Nach einer Meldung aus Colon schlugen die Regierungstruppen die Aufständischen am Freitag bei Pradera( Provinz Canca). ( Depeschen- Bureau Herold.) Paris, 29. Januar. Aus allen Theilen des Landes wird starker Schneefall gemeldet. Die Eisenbahnverbindungen sind nur mit Mühe aufrecht zu erhalten. Auch ist die Kälte sehr groß; so wurden von mehreren Orten 20-22 Grad gemeldet. Man befürchtet zahlreiche Unglückställe. Am 7. Februar dieses Jahres werden es 55 Jahre, seitdem der Kommunistische Arbeiter- Bildungsverein" in London ge- Schuhmacher Brenu, Schlosser Galler, Schuhmacher gründet wurde. Gar stürmische Tage hat unser Verein in der Tausendberg und Gastwirth Kurt werden über die PerZeit seines Bestehens gesehen. Die revolutionären Bestrebungen sönlichkeit des Angeklagten Broich vernommen. Sie berichten über Europas seit den 40er Jahren unseres Jahrhunderts fanden hier einige thörichte Redensarten wie:„ Die Bourgeois müßten auseinen lebhaften Wiederhall; viele Persönlichkeiten, die in der geplündert werden", die sie von ihm gehört, aber nicht ernst geGeschichte des Sozialismus eine hervorragende Stelle einnehmen, nommen haben, weil er ein gutmüthiger Mensch" sei. Kurz haben hier gewirkt und ihre Ideen vorgetragen; die geschicht- fennt auch den Angeklagten Bach näher. Bach habe den Berlichen Phasen dieses Vereins geben in nuce die Entwickelungs- liner Sozialist" bei den deutschen Arbeitern Lüttichs verbreitet. periode des Sozialismus wieder. Karl Schaper( einer der DerZenge hat den Angeklagten für einen nicht ganz zurechnungsfähigen Gründer des Vereins), Weitling, Etienne Gabet, Karl Mary, Menschen gehalten. Er habe gern heftige Ausdrücke gebraucht. Die Fr. Engels, Freiligrat, Willich, Liebknecht, Joseph Mou, Pariser Attentate aber habe er als schädlich für die Partei Eccarius Leßner alle diskutirten sie hier den großen verurtheilt. Gedanken der Menschenliebe, der ökonomischen und sittlichen Um- Der Zeuge Kohlenarbeiter Leidecker ist von dem Angeklagten gestaltung der menschlichen Gesellschaft. Die Pseudo- Demokraten Müller als Begleiter Weftkamp's beim Dynamitattentat gegen find ausgeblieben. der 48er Bewegung, die Gottfried Kinkel 2c. waren ebenfalls hier Dr. Renson denunzirt worden. Er bestreitet entschieden jede zu finden, bis der sozialistische Gedanke aus der Gährung ab- Betheiligung und zeiht Müller der Lüge. Wahr sei nur, daß er der Ausstand in der Weberei F. u. M. Viegen beendigt worden " Fiume, 29. Januar. Ein furchtbarer Orkan, der seit gestern Abend wüthet, hat jeden Schiffsverkehr unmöglich gemacht; die unterwegs befindlichen Schiffe find jedenfalls verloren. Das Meer bietet einen schrecklichen Anblick dar. Alle Eisenbahnzüge Aachen, 29. Januar. Durch Vermittelung der Behörden ist Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 25. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Mittwoch, den 30. Januar 1895. 12. Jahrg. di e dingungen stellen, welche feinen anderen Erfolg haben werden,| nicht, nachdem die Wirksamkeit der Handelsverträge für als einer Anzahl ehrlicher Leute den Existenzkampf noch mehr Contrahenten, Deutschland, Desterreich und Rußland doch nicht zu erschweren. Dasselbe gilt vom Droguenhandel, gegen den nur die Folgen gezeitigt hat, die man davon erwartet hat, denkbar die Apotheker ihre Agitation richten, um sich von einer un- sei, an eine Revision dieser Handelsverträge heranzutreten nach 25. Sigung vom 29. Januar 1895, 1 Uhr. bequemen Konkurrenz zu befreien. Wenn sich der Zorn der seß- der Richtung, daß man die Fehler, will ich mal sagen, obwohl Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Marschall, haften Kaufleute gegen die Detailreisenden richtet, so müßte man ich dieses Wort nicht gebrauchen will, die man bei dem Abschluß Graf Posadowsty. in Konsequenz dieser Auffassung auch die Auslagen in den Schau- der Handelsverträge gemacht hat, wieder gut machen. Ich Zur zweiten Berathung steht die kaiserliche Verordnung fenstern und die Versendung von Zirkularen verbieten, die minde- bin nicht in der Lage mich darüber zu äußern, ob ein solcher betreffend die Erhebung eines Zollzuschlages für aus Spanien stens denselben, wahrscheinlich aber größeren Effekt auf dem Weg gangbar ist, jedenfalls würde er der Erwägung und den spanischen Kolonien fommende Waaren vom 25. Mai 1894. Gebiete des Wettbewerbs mit dem seßhaften Mittelstande äußern. bedürfen; daß er schwierig ist, darüber kann kein Zweifel Dazu liegt folgende Resolution( v. Salisch u. Gen.) vor: Der größte Theil der Klagen über mangelnden Absatz und Rück- sein. Eins ist nicht zu bestreiten: die föderative Verfassung des Die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage gang der Prosperität beim seßbaren Kaufmanns- und Gewerbe- Deutschen Reiches erschwert es außerordentlich, eine klare, zielschleunigst einen Gesezentwurf vorzulegen, durch welchen in Erbetriebe läßt sich auf die übermächtige Konkurrenz der großen bewußte Politik zu treiben. gänzung der Vorschriften des§ 6 des Zolltarif- Gesetzes vom Versandgeschäfte zurückführen, die von dieser Vorlage garnicht Ich hoffe, daß das, was in der gegenwärtigen, kritischen 15. Juli 1879 auch zollfreie Waaren unter der dort vor getroffen werden, während man den Detailreisenden und den Lage im Interesse der Landwirthschaft nothwendig ist, auch im gesehenen Voraussetzung mit Zöllen belegt werden können. fleinen Häusern zu Leibe gehen will. Nicht blos die Wein Reichstage schließlich Zustimmung erlangen wird. Denn die Vers Abg. Hammacher beantragt hinter belegt" einzuschalten: reisenden verdienen die Rücksicht des Bundesraths, ihnen zu hältnisse sind so ernster Natur, daß ich nicht glaube, daß eine ,, und die Zölle auf zollpflichtige Waaren bis auf das doppelte Liebe soll nämlich den Behörden gestattet sein, Ausnahmen zu Reichsvertretung, die doch unser gesammtes deutsches Vaterland erhöbt". machen; ganz, ähnlich aber werden die zahlreichen Per zu vertreten berufen ist, sich dem entziehen wird, daß sie der Abg. Barth( frf. Vg.): Durch die willkürliche Auflegung von fonen, welche das Bielefelder Leinen auf grund hundert Landwirthschaft, dem ersten Berufsstande im Deutschen Reiche, Zöllen auf zollfreie Artikel wird nothwendig ein hohes nationales jähriger Proris haufirend vertreiben, die gleiche Rücksicht der Grundlage des Deutschen Reiches dasjenige versagen wird, Interesse, sei es der Produktion oder der Konsumtion, verlegt. verlangen tönnen. Es liegt auch gar kein vernünftiger was nothwendig ist, um die Landwirthschaft aufrecht zu halten. Auch die Erfahrungen in den Zollfriegen der letzten 15 Jahre Grund vor, den städtischen Behörden das ihnen bisher Die fönigliche Staatsregierung giebt zu, daß die Landwirthschaft rathen von solchen Repreffalien ab, die nur Erbitterung er zustehende Recht der Zulassung der sogenannten Stadtreifenden sich in einer bedenklichen, fritischen Lage befindet. Vielleicht sind zeugen, aber sonst nicht den geringsten Erfolg haben. zu beschränken. Die Vorlage will den vom Haufirbetriebe aus die Landestheile jenseits der Elbe zur Zeit noch nicht in dem Praktisch würde die Befugniß des Bundesraths, 3ölle in be- geschlossenen Artikeln auch Bäume, Sträucher, Sämereien, Blumen- Umfange von der Krisis ergriffen, wie die öftlichen. Aber täuschen liebiger Höhe zu dekretiren, für Handel und Industrie zu den Zwiebeln und Futtermittel hinzufügen; und zur Begründung Sie sich darüber nicht: Wenn der Rückgang im Rübenbau bedenklichsten Konsequenzen führen. Lassen wir es daher, wenn wird auf die Täuschung des kaufenden Publikums durch schlechte in der Zuckerindustrie in dem Umfange weiter fortschreitet, auch gewiß an der jetzigen Lage ganz allein Spanien schuld ist, waare verwiesen. Aber auch die seßhaften Kaufleute ziehen mit wie es jetzt der Fall ist, dann wird die Krisis in den westlichen bei dem schon genügend scharfen§ 6 des Gesetzes bewenden und ihren Sämereien nicht auf die landwirthschaftlichen Verfuchs- Landestheilen atuter und vielleicht gefährlicher werden, als in lehnen wir die Anträge ab! Stationen zur Untersuchung. Ferner sollen Schmucksachen, den östlichen Landestheilen.( Zustimmung). Im Osten sind die Bijouterien, Brillen und optische Instrumente ausgeschlossen sein. Verhältnisse allerdings schwieriger, aber ist denn die Agrarfrists Man will damit die Ausbeutung der Eitelkeit der unerfahrenen auf Preußen, auf Deutschland beschränkt In Rußland, EngKauflustigen verhindern. Aber auch in dieser Beziehung fällt land, Frankreich, Desterreich, Amerika, Italien finden Sie jetzt dem Hauſir- Betriebe nichts Schlimmeres zur Last, als man eine noch gefahrdrohendere Krisis, als bei uns. Daraus ziehe ich den Auslagen der feßhaften Gewerbetreibenden vorwerfen fann. den Schluß, daß nicht Personen oder ein einzelnes wirthschaft Die Folgen der Annahme des Gesetzes würden zunächst in der liches System an der Krisis schuld hat, sondern daß die Urs Bulaffung einer ungeheuren Menge von Ausnahmen und in sachen internationaler Natur sind und daß die Mittel zur einer mächtigen Zunahme der Schreiberei bei den Polizeibehörden Beseitigung der Krisis nicht so leicht zu ergreifen sind. bestehen; würde aber die Durchführung der beabsichtigten Ver Die Krisis isolirt sich nicht nur auf die Landwirthschaft, sondern bote und dergleichen strikte betrieben werden, so wäre eine starke hat auch die Industrie getroffen. Daher müssen wir nicht solche Vermehrung des faufmännischen Proletariats die Folge. Bisher Maßnahmen ergreifen, die dem einen Uebel helfen, das andere hat man der Umgestaltung des Verkehrs, wie sie die moderne aber verschlimmern. Die Agrarfrisis ist aber viel Entwicklung mit sich gebracht hat, mit polizeilichen Abschlimmer als die allgemeine wirthschaftliche sperrungsmitteln, wie sie auch hier wieder vorgeschlagen werden, krisis. Die Ursachen sind leider nicht vorübergehender nicht beikommen können; auch die weitergehenden Anträge des Natur. Deutschland soll auf dem Weltmarkt konturriren mit Zentrums werden diese Aufgabe nicht lösen. solchen Staaten, welche weitaus billigere Produktionskosten Abg. Hammacher( natlib.) erkennt an, daß das vorgeschlagene Mittel ein zureischneidiges ist; es gebe hier aber nur ein Entweder Oder! gar keine oder aber scharfe Kampfmittel! Es handle sich hier ganz allgemein darum, zu prüfen, ob§ 6 des Bolltarif- Gesetzes genüge, Spanien scheide aus der Betrachtung darüber ganz aus. Mißtrauen gegen den Bundesrath sei nicht am Plaze. Redner beantragt, die Resolution der Zolltarif Kommission zur Berathung zu überweisen. Abg. v. Salisch( dt.) akzeptirt die Verbefferung feines Antrages durch das Amendement Hammacher. Abg. Barth tann nicht gelten lassen, daß der Zollkrieg um feiner selbst willen geführt werde; man dürfe also nicht zu Maßregeln greifen, die den Kampf unnüz verschärfen. Wolle man durchaus schneidig vorgehen, dann sei es falsch, bei der Verdoppelung der Zölle stehen zu bleiben. Abg. von Stumm( Rp.): Die Reichspartei ist mit den Anträgen und mit Kommissionsprüfung derselben einverstanden. Abg. Hammacher: Dem Bundesrath müssen allerdings für feine Befugnisse bestimmte Grenzen gezogen werden. Abg. v. Holleuffer( dt.): Meine Partei steht der Vorlage haben als wir. Ob uns das gelingt, erscheint mir zweifelhaft. sympathisch gegenüber. Wir wollen überhaupt das Hausirgewerbe Die ganze Produktion hat sich verändert durch die Elektrizität, zu gunsten des seßhaften Mittelstandes einschränken( Beifall durch die Dampfkraft, durch die Fortschritte auf dem Gebiete des Darauf wird die Verordnung genehmigt. Die Anträge gehen rechts) und das ließe sich sehr wirksam mit dieser Erhöhung der Düngerwesens u. f. w. Und daß der Uebergang von der alten zu an die Zolltariffommission. unteren Altersgrenze erreichen. Wir wollen die jugendlichen der neuen Produktionsweise sehr bedenkliche Folgen zeitigt und Es folgt die erste Lesung des Gesezentwurfs, betr. die Ab- Leute von diesem Gewerbe fernhalten. Die Gemeindebehörden diese Ausgleichung nicht so rasch vor sich geht, ist zweifellos änderung der Gewerbeordnung( Hausirgewerbe) in Ver- baben aus Gründen, die außerhalb der Erwägung des Gesetz- anzunehmen. Der allerschwerwiegendste Umstand ist der, daß bindung mit der ersten Lesung des denselben Gegenstand be- gebers liegen, thatsächlich von ihren Befugnissen zur Einschrän- es Entfernungen eigentlich garnicht mehr giebt. Amerika ist vom treffenden Zentrumsantrags Gröber- Hize- Schädler u. Gen. fung der Zulassung von Hausirern innerhalb des Gemeinde- sten nach dem Westen mit Wasserstraßen durchzogen und es Abg. Schädler( Zentrum): Endlich kommt der Bundes- gebietes feinen oder nicht den wünschenswerthen Gebrauch ge- fann zweifellos auf unseren Markt seine Produkte billiger bringen, rath mit einer Vorlage, nach der im Reichstage seit zehn Jahren macht, und deshalb ist die Beseitigung des Gemeinde- als der Often der preußischen Monarchie sie nach dem Westen gerufen worden ist! Die bayerische Regierung hat seit Jahren beschlusses durchaus angezeigt. Vielleicht aber tönnte die bringen kann. Endlich treten neue Produktionsgebiete auf, an beim Bundesrath einen Antrag eingebracht, der das Haufir- Gemeindebehörde auch in Zukunft wenigfiens gehört werden. welche man gar nicht gedacht hatte, wie z. B. Agentinien. gewerbe betrifft; aber die Schnelligkeit der Erledigung Namentlich wird auf diese Weise ein arger Mißstand beseitigt Soll in der gegenwärtigen schwierigen Zeit geholfen werden, wie bei Militär- und Marine Vorlagen war ihm werden können, der sich dem Beobachter des Großstadtlebens so kann das nur geschehen, wenn eine Regierung an der Spize nicht beschieden. Ich beantrage, beide Entwürfe an aufdrängt. Die Verwendung Kleiner Kinder zum Hauſiren mit der Verwaltung steht, der vollstes Vertrauen entgegengebracht eine Kommission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Die Vor- Blumen, Streichhölzern und dergleichen.( Sehr wahr! rechts.) wird. Wir haben schon mehrere Agrarfrisen durchgemacht, die lage bedarf kommissarischer Prüfung umso mehr, als sie außer Für das Droguengeschäft ließe sich vielleicht eher der Befähigungs- vielleicht ebenso schlimm waren, wie die jetzige. Die meisten hat ordentlich unübersichtlich gearbeitet ist. Materiell kommt nachweis einführen.( Buftimmung rechts.) Vielfach wird über unser Mittelstand gehabt; ich vertraue, daß er mit seiner Energie, die Vorlage unseren Wünschen großentheils die Art und Weise der Ausführung der Kontroll- und Revisions Sparsamkeit, Fleiß und doch erheblich gesteigerten Intelligenz entgegen, in einigen Punkten bleibt sie aber beträchtlich vorschriften geklagt, wie denn auch in den Apotheken nicht auch die gegenwärtige Krisis überdauern wird, wenn ihm die hinter ihnen zurück. Redner geht nun die einzelnen Be- alles in befter Ordnung zu sein scheint. Redner tritt dem Vor- nothwendige Hilfe gewährt wird. Ich vertraue auch, daß der stimmungen der Vorlage durch. Die Einschränkung der Kon- schlag auf Kommissionsberathung bei. Hoffentlich wird manche Großgrundbesitz aus der Krisis die Warnung nimmt, daß er mit zeffion für Privat- Krankenhäuser scheint ihm zu weit zu gehen. Der weitergehenden Bestimmungen des Antrages des Zentrums in voller Intelligens sich der Bewirthschaftung Mehr befreundet er sich mit der beabsichtigten Einschränkung der die Vorlage hineingenommen werden können. feines Gute zuwenden muß. Auch diese Krisis wird Ronzession für Schauspielunternehmer. Beanstandet wird von ihre Opfer fordern; die Aufgabe der Staatsregierung wird ihm die Ausdehnung der Bestimmungen über die Bedürfnißfrage sein, die Zahl dieser Opfer möglichst zu vermindern, zu helfen, wo sie kann, und das muß geschehen auf dem Gebiet der Staatshilfe und auf dem Gebiet der Selbsthilfe. Ich werde die Politik der kleinen Mittel nicht unters laffen können. Ich bin mir der Verpflichtung und die Mahnung der Thronrede, für die Landwirthschaft zu sorgen, wendet sich doch zunächst an die landwirthschaftliche Verwaltung vollkommen bewußt, die ich auf diesem Posten habe, aber bequem ist diese sella curulis, auf der ich jetzt size, nicht. ( Heiterkeit.) Und wenn ich herunterrutsche, so würde jeder andere Sitz, auf den ich mich niederlasse, bequemer sein. Hierauf wird die Vertagung beschlossen. Schluß 3/45 Uhr. Abgcordnetenhaus. Welche Maßnahmen sind möglich und zu ergreifen, um die Produktionskosten herunter zu drücken, und welche Mittel find möglich und zu ergreifen, um die Preise der landwirthschaftlichen Produkte zu steigern? Bezüglich der Ermäßigung der Produktionskosten möchte ich die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, den Bau von Kleinbahnen erwähnen. Die Kommunalverbände müssen dieser Verpflichtung in vollem Umfange gerecht werden. Die Ver. billigung des Verkehrs ist ein wesentliches Mittel zur Hebung für den Betrieb der Gast- und Schankwirthschaft, sowie über Nächste Sizung: Mittwoch 1 Uhr.( Schwerinstag. An ben Kleinhandel mit Branntwein auf Konsum und andere trag der Sozialdemokraten und Elsässer auf Aufhebung des Bereine, da er davon Chikanen der Behörden, unter Umständen Diktaturparagraphen für Elsaß- Lothringen, erste Lesung; Antrag auch aus fonfessionellen Rücksichten, gegen mißliebige Vereine bes Ancker wegen anderweitiger Abgrenzung der Wahlkreise.) fürchtet. Ebenso hält er die Unterstellung der Droguenhandlungen unter den§ 35 der Gewerbe- Ordnung für nicht unbedenklich. In bezug auf den Hauptgegenstand der Vorlage, das Hausir7. Sigung vom 29. Januar, 11 Uhr. gewerbe, gehe der Entwurf lange nicht weit genug. Der Am Ministertische: Fürst v. Hohenlohe, v. Hammer Bentrumsantrag habe dagegen zum Ausdruck gebracht, was die ftein, Miquel und Kommissarien. Mehrheit des Reichstages verlange, denn er sei lediglich die Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Abg. Brauner Wiedergabe der vorjährigen Kommissionsbeschlüsse zum gleichen in der üblichen Weise. Antrag. Das Zentrum wolle den Hausirern weder das Lebens- Das Haus beginnt die zweite Berathung des Staatslicht ausblasen noch den Hausirhandel unterdrücken, aber daneben haushaltsetats für 1895/96 mit dem Etat der landwirthwolle es das Kleinhandwerk und das Kleingewerbe erhalten. schaftlichen Verwaltung. Die Einnahmen werden ohne Debatte Das Zentrum verlange völlige Gleichstellung des Hausirbetriebes genehmigt. innerhalb und außerhalb des Wohnortes; es wolle die Be: Beim ersten Titel der Ausgaben: Gehalt des Ministers er dürfnißfrage in irgend einer Form eingeführt wissen und den greift das Wort der Kreis der vom Haufirhandel ausgeschlossenen Artikel beträcht- Landwirthschaftsminister von Hammerstein: Gestatten licher, als die Vorlage vorschlage, erweitern. Einverstanden sei Sie mir zunächst einige persönliche Bemerkungen. Seit der Krisis. Im Westen sind die Verhältnisse besser, weil das es mit der Altersgrenze von 25 Jahren für den Betrieb des Jahren liege ich den verschiedenen agrarischen Interessen Verkehrsnet viel dichter ist. Geholfen werden kann ferner durch Hausirgewerbes, fordere aber auch den Ausschluß der Frau ob und habe Gelegenheit gehabt, fast in allen diesen Dingen Unterstüßung aller Meliorationen und auch durch Erlas vom Gewerbebetriebe im Umherziehen, da die Frau in die Familie öffentlich Stellung zu nehmen. Zu diesen Bemerkungen geben eines umfassenden Wassergeseges. Durch Staatsmittel gehöre. mir zwei Aeußerungen des Abg. Richter bei der Generaldebatte sind zahlreiche Drainagen, Polderbildung im Odergebiete, Kors Abg. Krüger( ntl., Kreisdirektor in Gandersheim) steht auf Veranlassung. In einer Beziehung äußerte er sich richtig. Er rettionen der Memel 2c. gefordert worden. Für Schlesien besteht dem Boden der Vorlage. Nicht ausreichend seien die Vorschläge fagte, ich sei ein prinzipieller Gegner aller Handelsverträge; ich ein besonderer Fonds für die schlesischen Gebirgsflüsse; ebenso des Entwurfs in betreff der Erschwerung der Erlangung des bin ein entschiedener Gegner des österreichischen für die Eifel und für Ostpreußen. Wandergewerbescheins. Der Kleinhandel mit Bier, der in Handelsvertrages gewesen. Sie wissen auch alle, Der Osten ist das Gebiet, wo der Fortschritt der Vieh. Wirklichkeit nur ein versteckter Winkelausschant sei, werde mit daß ich im Landesökonomie- Rollegium denselben mit einem sehr sucht begründet werden muß. Pferde- und Viehzucht werden Recht dem§ 35 unterstellt, wonach der Gewerbebetrieb untersagt eingehenden Antrage bekämpft habe und, so weit ich mich er durch die klimatischen Verhältnisse nicht so beeinflußt. Wir blicken werden kann, wenn die Zuverlässigkeit des Inhabers durch be- innere, ist dieser Antrag einstimmig angenommen, aber nicht mit Bewunderung auf die Leistungen des Ostens auf diesem Gestimmte Thatsachen erschüttert erscheint. Redner tritt dem Antrag berücksichtigt worden. Dagegen ist eine Aeußerung des Abg. biete. Gutes Zuchtmaterial würde ein Ausfuhrartikel sein. Für auf Rommissionsberathung bei. Richter insofern unrichtig, als ich wiederholt öffentlich aus die Pferdezucht sind neue Gestüte in Stargard und Neustadt an der Abg. Schneider( frs. Bp.): Wat den eenen fin Uhl, is den sprach, daß nach Abschluß des österreichischen nach Abschluß des österreichischen Handels- Dosse vorgesehen. Die Verhütung der Einschleppung von Viehannern fin Nachtigall!( Heiterkeit.) Wir sind sehr zufrieden, daß vertrages der Abschluß der anderen Verträge Selbstfolge sei. feuchen ist eine Nothwendigkeit. Die Agrarkonferenz hat die Vorlage lange nicht soweit geht als der Zentrumsantrag. Um Ich bin auch noch der Meinung, daß ein 3ollkrieg gegen auf dem Gebiete des Kreditwesens praktische Erfolge gezeitigt. den seßhaften Kaufleuten und Handwerkern eine lästige Kon- Rußland, namentlich für den Often, auf die Dauer einen Im Westen ist man in dieser Beziehung viel weiter ale im Osten; furrenz vom Halse zu schaffen, soll hier ein großer, wichtiger unhaltbaren zustand herbeiführen mußte. Ich bin nicht man will jetzt im Osten durch Selbsthilfe und Staatshilfe das Erwerbszweig in noch stärkere Fesseln geschlagen werden. gern auf diesen Posten getreten, weil die augenblickliche Lage Versäumte nachholen. Da machen wir nicht mit. Wenn man schon die Gewerbe- der Landwirthschaft hervorragend schwierig ist und noch aus So lange wir mit der Brotfracht auf das Ausland angewiesen Ordnung durchlöchern will, so soll man es wenigstens gleich einem anderen Grunde. Die agrarischen Verhältnisse im Westen sind, stehen wir in einer wirthschaftlichen Abhängigkeit, wir mäßig und übereinstimmend machen, nicht aber die Durchlöcherung fenne ich ziemlich genau, aber gerade in den ostelbischen müssen mit diesem Umstande rechnen. Wollen wir zur Unabden einzelnen Verwaltungsbehörden überlassen. Außerordentlich Provinzen, wo die Verhältnisse am schwierigsten sind, sind mir hängigfeit tommen, so müssen wir den Getreidebau ausdehnen. bedenklich ist die Bestimmung, wonach den Landesregierungen die Verhältnisse wenig bekannt. Es wäre richtiger und Wohin sollen wir in einem Kriege, den Gott verhüten möge, freistehen soll, auch Konsum und andere Vereine ohne jede zweckmäßiger gewesen, das Portefeuille der Landwirthschaft kommen, wenn wir in der Ernährung vom Auslande abhängen. Einschränkung der Prüfung der Bedürfnißfrage auch dann zu einem Herrn aus dem Osten zu übertragen, der diese Ver- Deshalb müssen wir im Interesse der Vertheidigung des Vaterunterwerfen, wenn der Betrieb auf den Kreis der Mitglieder bältnisse genau tannte. Ich verspreche aber, daß ich mich möglichst rasch landes schon daran denken, die Landwirthschaft lohnender beschränkt ist. Von der beabsichtigten Berschärfung der Konzessions- bemühen werde, mich in den ostelbischen Verhältnissen bald zurechtzu- zu machen.( Zustimmung rechts.) Dann tönnen wir bedingungen für Schauspielunternehmer, daß die Konzession finden. Wie weit bei Abschluß der Handelsverträge politische Gesichts- auch unabhängiger wirthschaftliche Maßnahmen ergreifen. gerade immer nur auf das jeweilig betriebene Unternehmen be- punkte maßgebend gewesen sind, lasse ich dahingestellt. Ich ent- Der Redner geht näher auf die staatlichen Maßregeln be= schränkt werden soll, wird ein wirklicher Echutz gegen halte mich auch eines Urtheils darüber, ob es nicht möglich gezüglich der Zucker und Spiritusbesteuerung ein. Was der Malversationen derartiger Unternehmer nicht zu erwarten sein. wesen wäre, selbst wenn man die Handelsverträge abschloß, doch Finanzminister über das Erbrecht und die Verschuldung Den fleinen Handel mit Bier, den man, um ein Kampfmittel für die agraren Verhältnisse in den Handelsverträgen günftigere gefagt hat in der Agrarkonferenz, unterschreibe ich alles. gegen den Schnapsgenuß mehr zu haben, seinerzeit von der Bedingungen zu erlangen, als wie sie erlangt sind. Es ist aber auf diesem Gebiet kann man nicht von heute zu morgen etwas Rouzeffionspflicht ausschloß, will man jetzt wieder unter Be- bei der Generaldiskussion auch die Frage gestreift worden, ob es thun. Wenn man heute die Verschuldungsgrenze herabfezeu Aber " " Lokales. " " " " wollte, dann würde das eine Operation sein, bei welcher der räumen, daß die niedrigeren Preise den Konsumenten niemals zu 1 lich Weltstadt werden wolle, dann müsse sich besonders Patient stirbt, Ter Entwurf eines Gefeßes über das Anerben- gute fommen konnten. Denn nur die Erhöhung der Preise wirkt das Straßenbahnwesen noch viel besser entwickeln. Berlangt Die recht wird Ihnen vorgelegt werden, um einen Versuch auf diesem momentan zum Schaden der Konsumenten, die Ermäßigung wird ein engmaschiges Neg leistungsfähiger Bahnen. Gebiet zu machen. aber erst nach längerem Anhalten niedriger Preise. Des Pferdebahn- Gesellschaft fomme diesem Bedürfniß, weil sie fast Ein VerkehrsIch komme nun zu der Frage der Erhöhung der halb wäre an sich eine gleitende Skala für die Getreide- ohne Konkurrenz sei, nicht ausreichend entgegen. Preise. Es wird gesagt, während der Zeit der Kampfzölle gölle angebracht gewesen. Wenn man das Monopol aus dem institut, das von großen Gesichtspunkten und im Interesse des gegen Rußland sei niemals die Wirkung der Zölle beim Getreide Antrage Kanig herausfireicht, dann verdient derselbe alle Be- Gemeinwohls geleitet wäre, würde seine Strecken legen überall preise erkennbar gewesen, daneben habe immer ein großer Unter- achtung und wenn die Handelsverträge einmal abgelaufen sein da, wo sich ein Bedürfniß zeigt. Es würde nicht blos die beschied des Preises zwischen dem Osten und dem Westen bestanden. werden, dann wird man sich des Antrages wohl erinnern, denn gangensten und darum einträglichsten Strecken abgrasen, sondern Jetzt aber wirkt der geringere Zoll von 3,50 W. vollständig in er stellt eigentlich nur eine gleitende Stala dar. Ob der Antrag auch Verbindungen herstellen, die nicht sofort einen hohen und feiner ganzen Höhe. Das liegt an der Aufhebung des Identitäts- gegen den Buchstaben und den Geist der Verträge verstößt, tönnen sicheren Ueberschuß in Aussicht stellen." Stimmt; wenn es sich auch nachweises. Der Antrag des Grafen Kanig wird jeht überall nur diejenigen entscheiden, die die Verträge abgeschlossen haben. etwas sonderbar ausnimmt, im Organ des Bundes der Berliner besprochen. Da derselbe erst gestern formulirt ist, fann ich Jedenfalls müsse man dankbar anerkennen, daß der Minister den Grundbesigervereine" von großen Gesichtspunkten" und" Gemeindarüber nicht reden, sondern nur über die zu grunde liegenden Antrag nicht einfach abgelehnt, sondern eine sorgfältige Prüfung wohl zu lesen. Weiter wird dann darüber geklagt, daß das Gedanken. Es steht in Frage die Monopolifirung der Einfuhr, zugefagt hat. Redner ist im allgemeinen bereit mitzuwirken an Bublikum auf die Gesellschaft angewiesen sei und sich daher alles die zweifellos schon allein auf den Preisstand einwirken würde allen solchen Maßregeln, welche Deutschland vor den agrarischen gefallen laffen müsse,( in Beiten des Wohnungsmangels geht's und daneben die Bestimmung eines festen Preises nach dem Nothständen Irlands und Siziliens bewahren. den Miethern ebenso mit den Hauspaschas), und dann heißt es: Durchschnitt der legten 40 Jahre. Ferner kommt in Frage die Um 4/4 Uhr wird die weitere Debatte bis Mittwoch Wenn das Publikum sich nicht selber helfen kann, giebt es denn Monopolifirung der gesammten inneren Getreideproduktion. 11 Uhr vertagt. gar teine Machtfaktoren mehr in Berlin, die in den unhaltbar Dann kommt die Erhebung einer Gebrauchssteuer von Getreide gewordenen Verkehrszuständen endlich Wandel schaffen und einen und eine Kontengintirung des Getreide- Anbaues sowie das BrotDruck auf die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft" auss üben töunten, damit sie sich monopol in Frage und endlich das Mühlenmonopol des einer größeren Kulanz dem Publikum gegenüber Herrn Gamp. befleißigt? Wozu haben einen Den Parteigenossen des 6. Wahlkreises, die versäumt wir Magistrat, Würden die Sachen im Reichstage angenommen, so täme in wozu eine StadtverordnetenFrage: wie stimmen die Dinge mit den Handels- Verträgen? haben, den Vorwärts" zum 1. Januar bei ihrem Spediteur ab Versammlung?! In dieser siten doch auch viele Hausbesizer! Ein Bruch mit den Handels- Verträgen ist undenkbar. Ich glaube, subestellen und die Besorgung des Blattes der Parteispedition zu Könnten sie, die alles, was das Verkehrswesen angeht, doch mit ohne im Namen der Staatsregierung ein entscheidendes Urtheil übertragen, fei in Grinnerung gebracht, daß sie zum 1. Februar in erster Linie berührt, die Sache nicht in die Hand nehmen? abgeben zu können, die Monopolisirung der Einfuhr steht baldmöglichst diese Abbestellung zu veranlassen haben. Be- Hier wäre gar kein so schlechter Ausgangspunkt für die Bein den Handels- Verträgen nicht; aber alle die anderen Dinge ftellungen auf den Vorwärts" für die Parteifpedition nehmen thätigung einer vernünftigen Interessenpolitit." Ja, wahrhaftig, find mit den Handels- Verträgen nicht nicht vereinbar. Ich entgegen: Für Moabit: Spediteur Hempel, Lübeckerstr. 16; für wozu haben wir einen Magistrat, eine Stadtverordneten- Ver= finde durchaus feinen Anlaß, heute namens der Regierung zu Wedding: Spediteur Stolzenberg, Biesenstr. 14; für Oranien sammlung, wozu sitzen die vielen Hausbesitzer darin, wenn ihre erklären, die Sache ist unannehmbar. Damit nicht der Verdacht burger Vorstadt: Spediteur Weise, Tegelerstr. 27; für Gesund- nothleidenden" Genossen außerhalb der Versammlung sie nicht noch mehr Nahrung findet, daß die Staatsregierung die ihr zur brunnen: Spediteur Gaßmann, Grünthalerjir. 67; für Rofen als ein Mittel zur Befriedigung ihrer Herzenswünsche beSpaßhaft ist, wie der Wunsch, durch Verfügung stehenden Mittel zur Abhilfe nicht anwendet, würden thaler Vorstadt: Spediteur Rosenthal, Swinemünderstr. 79; für nugen fönnen? wir auf eine sorgfältige Prüfung nicht verzichten wollen. Wir Schönhauser Vorstadt: Spediteur Mars, Kastanien- Allee. eine Ausgestaltung des Verkehrswesens dem Grundbesitz zu wollen untersuchen, ob die Sache ausführbar ist. Se. Majestät Auch ist bei den vorgenannten fämmtliche Parteiliteratur, nügen, wieder einmal hinter angeblichem Gemeinsinn versteckt wird. Daß das Verkehrswesen mit in erster Linie die Haus der Kaiser will den Staatsrath berufen, und diese Frage sowie der„ Vorwärts" im Einzelkauf zu haben. Der Vertrauensmann. wird einen der wichstigsten Gegenstände für die Berathung bilden. besitzer berührt"( d. h. die Rentabilität ihrer Grundstücke ebenso Es ist ja denkbar, daß etwas Erreichbares sich Den Vereinen Moabits zur Nachricht, daß durch Auf- beeinflußt, wie vor Jahren die Einführung der Kanalisation), herausschälen läßt. Mit dieser Erklärung, glaube ich, hebung des Bierboykotts ihre Angelegenheit der Kommission das wird zwar zugegeben; aber dann wird hinzugefügt:„ Diese müssen Sie zufrieden sein; denn die preußische Staatsregierung gegenüber erledigt ist. Die vorhandenen Gelder, abzüglich der Politik würde der Stadt und der Allgemeinheit mit zu gute kann nicht eine bestimmte Erklärung über Anträge abgeben, die entstandenen Unfosten, sind nach genauer Prüfung durch die fommen, und das Publikum würde sehen, daß ein fester Grund noch keine konkrete Gestalt angenommen haben. Nicht einmal Kommission an den Parteivorstand abgeliefert. Sie befinden sich besiverstand als Kern der Bürgerschaft eine wohlthätige Macht die Frage ist zu beantworten, ob die Handelsverträge verlegt in der Januar- Abrechnung. R. Millarg. ift im öffentlichen Leben." Das ist doch einmal eine famose werden oder nicht. Ueber die Börsenreform hat eine Jbee! Wenn die Hausbesitzer ihre Freunde im rothen Die am Montag in Charlottenburg erfolgte Erfahwahl Hause in der Frage des Straßenbahnwesens Untersuchung stattgefunden. Eine fonfrete Gestaltung hat der mit Erfolg Gesetzentwurf noch nicht angenommen; er hat noch nicht alle zum Stadtverordneten- Kollegium hatte folgendes Resultat: benußen, dann können sie sich nicht nur einen direkten Vortheil Stadien pafsirt. Aber zu hoffen ist, daß eine den Wünschen der In der Turnhalle der Realschule in der Schloßstraße für verschaffen, sondern sie tönnen auch ihre Reputation wiederNeuzeit und der Landwirthschaft entsprechende Verlage au den Fränken 137 Stimmen, für Dr. Hellgreme 111 Stimmen, für herstellen, indem sie dem Publikum zeigen, daß fie doch auch noch Reichstag kommt. Eine Währungstonferenz ist auch Buchdrucker Goerke 220 Stimmen( 1 ungiltig). In Ulbrich's für andere Leute sorgen. Mithin, lautet der Schluß, find die von der Reichsregierung einberufen worden, deren Verhand Wirthshaus für Fränken 299 Stimmen, für Dr. Hellgrewe Hausbesitzer in der Stadtverordneten- Bersammlung eine wohl 113 Stimmen, für Buchdrucker Goerke 291 Stimmen. Im ganzen thätige Macht, also nothwendig. lungen noch nicht abgeschlossen sind. Bei diesem Beutezug täme Gine Regelung der Währungsfrage liegt auch im entfielen also auf Fränken 436 Stimmen, auf Dr. Hellgreie der Grundbesitz noch besser weg als bei der Kanalisationsabgaben511 Stimmen. Im ganzen Affäre, bei der er bekanntlich selbst bürgerlichen Streifen und Interesse der Landwirthschaft. Aber der Meinung sind doch wohl 224 Stimmen, auf Goerke auch die ärgsten Bimetallisten, daß Deutschland allein 1081 Stimmen. Da die absolute Stimmenmehrheit nicht erreicht Blättern die Augen darüber geöffnet hat, daß die Hausbesitzer nicht vorgehen tann. Die Aufbauschung dieser Frage ist, ist eine engere Wahl zwischen Goerke( Soz.) und Fränken in der Stadtverordneten- Versammlung eine gefährliche Macht bilden und mehr als überflüssig sind. durch die Agitation ist nicht richtig; solche Dinge sollte man( Kompromißpartei) erforderlich. nicht in die großen Massen bringen. In bezug auf die Silo: Bei der letzten Wahl am 13. November vorigen Jahres Anlage will die Regierung Versuche machen. Zur Kündigung fielen auf unsern Genossen 402 Stimmen und auf den Gegnern des Handelsvertrages mit Argentinien fann ich 376 Stimmen. Es ergiebt sich also ein Zuwachs für die SozialDie Parteigenossen werden bei feine Stellung nehmen; es hängen davon auch andere Interessen demokratie um 109 Stimmen. als die der Landwirthschaft ab. Bezüglich der Margarine der Stichwahl vollauf ihre Pflicht thun, um ihren Kandidaten wird dahin zu wirken sein, daß sie nicht unter dem Namen zum Siege zu verhelfen. " " Zur Lage der Berliner Lehrerinnen. Die Nr. 106 ber Blätter für soziale Praxis" giebt unter dem Titel„ Gehalt und Verbrauch Berliner Lehrerinnen" eine interessante Uebersicht über die Gehälter der Berliner Volksschullehrerinnen im Vergleich zu denen ihrer männlichen Kollegen. Aus der für diese Vergleichung aufgestellten Tabelle läßt sich mit Leichtigkeit berechnen, daß die Butter verkauft werden darf. Bei der Staatsregierung werden ,, Auch munkelt man von einer Amnestic".. 23 er Lehrerin durchschnittlich in Wirklichkeit 1119 Mart, nach Veralle ausführbaren Maßnahmen die weitgehendsten aber sollte in der Aera der Umsturz- Paragraphen amnest irt hältniß der zu leistenden Stundenzahl ca. 700 Mark weniger als Unterstützungen und das weitgehendste Vera werden?" So schrieben wir am Sonntag, als wir zur Er der Lehrer erhält; sie bezieht etwa fünf Achtel des durchschnittftändniß finden. Was wir nicht machen können, daß müssen bitterung aller fönigstreuen Glemente das liebe Berlin von den zu lichen Lehrergehalis. An der Hand von zuverlässigen Zahlen Sie uns nicht anrechnen. Wir müssen alles, was wir thun, erwartenden Gnadenbeweisen so frühzeitig wie möglich in Kenntniß wird hier ferner weit verbreiteten Irrthümern über den Bervereinbaren fönnen mit unserem Gewissen und unserer Ueber fetten. Von einer Amnestie hat nun zwar, wie wir gleich brauch weiblicher Beamten entgegengetreten und an einem auszeugung. Aber vor allen Dingen soll man im Lande nicht vermutheten, nichts verlautet, aber so ganz auf dem Holzwege führlich dargestelltem Beispiel bewiesen, daß eine Berliner glauben, die Staatsregierung kann helfen und will nicht helfen; so liegt es nicht; sie will helfen wo sie helfen fann. waren wir mit unserer Nachricht doch nicht. Aus der Amnestie helfen; so liegt es nicht; sie will helfen wo sie helfen kann. wurden Beg nabigungen, von denen jezt erst dies und das Daß wir auf dem Wege der Selbsthilfe mit der Verwendung an die Deffentlichkeit dringt; und die Frage, wer denn be fleiner Mittel alle emfig, thätig vorgehen, gemeinsam mit der gnadigt werden soll, hat eine wahrhaft mustergiltig preußische Regierung, so daß es uns gelingen möge, auf diesem Wege zur Antwort erhalten. Beseitigung des Nothstandes zu gelangen das walte Gott! Man vernehme, was ein Gerichtsberichterstatter mittheilt: ( Beifall auf allen Seiten des Hauses.) 1. Die im Weiber- 3uchthause zu Sagan internirte Gemeindeschullehrerin auf mittlerer Gehaltsstufe, selbst bei günstigen häuslichen Verhältnissen, mit ihrem Gehalt nicht aus fommen fönne, ganz abgesehen davon, daß viele Lehrerinnen Ver pflichtungen gegen Angehörige haben, denen sie sich weder entziehen können, noch wollen. worden. Die Wirkung des Kleinkalibrigen ist am Montag an einem Arbeiter erprobt worden. Ein Militäre3 Die Bevölkerung von Berlin hatte am 12. Januar die Nach dieser 2/2 stündigen Rede trat große Unruhe im Gattenmörderin Wieland aus Schweinig bei Grünberg in Höhe von 1726 052 Seelen erreicht, sie hat sich also in der Zeit vom 6. bis zum 12. Januar um 1559 Seelen vermehrt. In dem Hause ein. Abg. v. Buttkamer- Blauth( t.) spricht seine Freude darüber Schlesien, die vor zirka 25 Jahren ihren Ehemann, den Kürschner- felben Zeitraume wurden 204 Ghen geschlossen und 901 Kinder meister Wieland ermordete, deshalb zum Tode verurtheilt, bann geboren. Die Zahl der in derselben Woche zur amtlichen aus, daß die Landwirthe endlich einem Minister gegenüberstehen, aber zu lebenslänglichem Buchthaus begnadigt wurde, ist am Meldung gelangten Sterbefälle bezifferte fich auf 538, wovon zu dem sie volles Vertrauen haben auf grund seiner langjährigen Geburtstage des Kaisers völlig begnadigt 279 auf männliche und 259 auf weibliche Personen entfallen. Thätigkeit an der Spize des Landes- Dekonomiekollegiums und worden. Am Montag früh traf die taiserliche Kabinetsordre 279 auf männliche und 259 auf weibliche Personen entfallen. des deutschen Landwirthschaftsrathes. Man darf annehmen, daß in Sagan ein und schon eine Stunde später öffneten sich ihr hierunter ist ein Todesfall durch Selbstmord herbeigeführt er seine früheren Anschauungen weiter verfolgen wird. Die die Pforten des Buchthauses, in welchem sie ein Vierteljahrhundert Minister sollten nicht blos immer den weiten Blick haben, sonSchankkonzeffionen. Im verfloffenen Jahre wurden nicht dern sie sollten sich um das Leben der Bauern fümmern, wie sugebracht hatte. 2. Der Nachtwächter Hildebrandt in Nigdorf( seligen weniger als 6490 Gesuche eingereicht, von denen 6098 mit Bes Friedrich der Große es gethan hat, der oft im Lande unerwartet Angedenkens) wurde am 12. Mai v. J. wegen eines un- fürwortung, 41 mit Widerspruch an den Stadt- Ausschuß zurückherumreiste, um zu sehen, ob seine Anordnungen von Erfolg erhörten Mißbrauchs feiner Amtsgewalt von der gegeben wurden, während 351 Gesuche seitens der Antragssteller begleitet gewesen sind. Die Landwirthschaft hat, mit Aus zweiten Straffammer am Landgericht Il zu neun Monaten zurückgezogen wurden. Im Vorjahre waren 6849 Gesuche ein nahme der äußersten inten, überall Freunde, manchmal Gefängniß verurtheilt. Er hatte einen Arbeiter, den er gegangen, es ergiebt fich demnach für das verflossene Jahr ein allerdings etwas versteckte, die sich von ihrem ohne Veranlassung des Nachts arretirte, in der Wachttückgang von 359 Gesuchen. Dieser Rückgang der Gesuche wird Manchesterthum noch nicht losgemacht haben. Wir wollen teine Erregung im Lande, wir schieben nicht der tube in brutalter Weise mißhandelt. Der Vorauf die neuen Polizei- Bestimmungen zurückgeführt, welche wesentlich Hegierung allein die Schuld zu, wir wissen, daß es sich um eine libende des Gerichtshofes bemerkte damals, daß das strengere Bestimmungen hinsichtlich der Lage und Räumlichkeiten internationale Strijis handelt. Aber etwas mehr hätte zur Ab Urtheil noch viel höher ausgefallen sein würde, der Schantlokale enthalten. wenn der Angeklagte nicht noch unbescholten wäre. Von diesen hilfe geschehen können und manches Geschehen hätte unterlassen neun Monaten sind dem p. Hildebrandt durch kaiserliche werden können. Mit rückwirkender Kraft tönnen Gnade sechs Monate erlaffen worden, den Rest der Strafe wir das Vertrauen nicht auf die frühere Re: hat er vor einigen Tagen in Plögensee angetreten. Indeffen Posten bat nämlich einen 28jährigen Arbeiter erschossen, gierung ausdehnen.( Bustimmung rechts.) Hätten wir am Tegeler Schießplatz einzubrechen. Das genannte Gebände uns nicht durch eine falsche Politit die Hände bis schwebt gegen ihn noch ein neues Verfahren wegen Amts- der den Verfuch gemacht haben soll, im Artillerie- Laboratorium vergehens. Was will man mehr? ist westlich vom Uebungsplate in der Richtung nach Spandau 1904 gebunden, dann würden wir den Nothstand wenigstens mildern können. Daß der Minister sich mit dem noch nicht vorNicht weniger als die Verpreußung unserer Dichter zu gelegen, wird von der Berliner Garnison aus mit Wachposten liegenden Antrag Kanit beschäftigte, hat mich nicht gerade er und Denker verlangt jeßt das Berliner Tageblatt". Das ob befeht und auf das peinlichste bewacht, da sich in dem genannten freut, denn die Aeußerungen langen nach einem Begräbniß, der versprochenen Hohenzollern- Statuen ganz aus dem Häuschen Gebäude eine Menge gefährlicher Sprengstoffe befinden. Am wenn auch erster Klasse( Sehr richtig! rechts). Denn gerathene Organ der Kammerknechte leistet sich folgende Ab- Montag Mittag hatte das Garde- Füfilier- Regiment die dortige Wache gegeben, als nachmittags gegen 5 Uhr, als daß die Berathung im Staatsrath mit Aussicht auf Erfolg geschmacktheit: begonnen wird, will mir nicht recht glaublich erscheinen. Wenn rechts des Brandenburger Thores die Fürsten, bereits dunkelte, der Posten vor Gewehr beim Abschreiten des Bezüglich der Remonetisirung des Silbers hat der Minister sich Soldaten und Staatsmänner dem Auge des Volkes Gebäudes an der Seitenfront desselben einen Mann bemerkte, zurückhaltend geäußert; er hat aber die wichtigste Frage: nämlich vorgeführt werden sollen, so wird die linke Seite für die Männer welcher sich an einem Fenster des im Erdgeschoß belegenen ob Deutschland die Initiative ergreifen werde, sich nicht geäußert. Der Kunst und Literatur, für die Geistes heroen be- Laboratoriums zu schaffen machte. Seiner Instruktion gemäß ( Sehr richtig! rechts.) Wenn der Westen mehr für den Verkehr rief der Soldat, ein im zweiten Jahr dienender Mann, den gethan hat, so liegt das an der größeren Boltstüchtigkeit und Fremden an und erhielt darauf die Antwort:" Ich bin ber Wohlhabenheit. Der Appell des Ministers bezüglich der Wasser laser und soll die Fenster verkitten." Der Posten gab sich straßen und Kanäle hätte seinem Kollegen, zu dessen Ressort diese anscheinend mit der Antwort zufrieden, als aber wenige Minuten Dinge gehören, überlassen bleiben sollen. Für den Osten passen später die Ablösung erschien, in deren Begleitung sich zufällig die Kanäle nicht( Sehr richtig! rechts), sie würden mehr dem bracht ist. auch ein Depot- Feldwebel befand, theilte der Soldat diesem Vor Import als dem Export dienen( Buruf des Abg. Wallbrecht: Eine allerliebste Idee zur Zeit der Umsturzparagraphen gefeßten die Anwesenheit des angeblichen Glasers mit. Der Der Mittellandkanal auch?) Trotzdem die Auslassungen des Man denke sich den Philosophen Wolff auf einem Fleck Feldwebel schickte nun sofort den Posten zurück um den Zivilisten Ministers nicht ganz unseren Erwartungen entsprochen haben, Erde mit Friedrich Wilhelm I, dem Mann, der den verhaften zu lassen, und in der That befand sich auch jener so werden wir dieses Vertrauen doch nicht erschüttern lassen, Denker an den Galgen bringen wollte, oder Richard Wagner noch an dem alten Plage mit einem Instrument am und wenn es ihm gelingen sollte, die Noth der Landwirthschaft neben dem hausbackenen Heldengreis! Es ist zwar schon viel Fenster herumhantirend. Als der Soldat sich näherte, nahm zu mildern, so werden wir ihm dankbar sein; sein Name wird Schlimmes geleistet worden, aber gegen die Purzelbäume des der Fremde Reißaus und lief um das Gebäude herum dem in der Geschichte aufbewahrt bleiben.( Beifall rechts.) Walde zu. Jetzt gab der Poften nach dreimaligem Abg. Gamp( ft.): Ich kann den Minister auch namens Anruf Feuer, ohne jedoch zu treffen. Inzwischen hatte auch die Ablösungsmannschaft an der Verfolgung des Flüchtigen theil meiner Freunde unferes vollsten Vertrauens versichern; wir hoffen, genommen, der führende Gefreite rief dem Fremden, der in einer daß es ihm gelingen wird, die Lage der Landwirthschaft zu verbessern. Die neuere Gefeßgebung hat die Landwirthschaft ver- Die Hausbesitzer, vor allem die, welche in der Stadt Entfernung von etwa 50 Meter an der Truppe vorübereilte, zu, nachlässigt, das haben Männer wie Schmoller und Laster schon verordneten- Versammlung sitzen, werden in ihrem Organ, dem stehen zu bleiben, und als dies nach dreimaligem Anruf nicht der vor Jahren anerkannt. Die Aufhebung der Grundsteuer ist nur ,, Grundeigenthum", aufgefordert, einmal eine vernünftige Inter- Fall war, ließ der Gefreite die beiden Posten Feuer Von einer Kugel in den Kopf getroffen ein Att der ausgleichenden Gerechtigkeit; seit Jahrzehnten effenpolitit" zu betreiben, die der Allgemeinheit mit zu gute geben. der Flüchtling nun zu Boden und verstarb hat die Landwirthschaft mehr Steuern gezahlt, als ihr tomme. Eine merkwürdige Zumuthung, nicht wahr? Aber sie fant Die Leiche wurde nach der Leichenhalle nach nach ihrer Leistungsfähigkeit zufallen würde; ähnlich sollen ja nicht für eine den Hausbesitzern aufzulegende Kanali- sofort. liegt es mit auch eine Zumuthung, die die Tegel geschafft, woselbst der Todte durch einen bei ihm Den Schul und Armenlaften. fationsabgabe von 2 pet. eintreten, sondern vorgefundenen Militärpaß als der 28jährige Arbeiter Gottfried Mit der Fixirung eines Getreidepreises nach dem Herren bekanntlich ganz aus dem Häuschen brachte, Antrage Ranib können sich die Produzenten jedenfalls ein- nur das Publikum gegen die rücksichtslose Behandlung schüßen, Friedrich Müller aus Werneuchen refognoszirt wurde. verstanden erklären, aber auch die Konsumenten, denn die Preise die es von der Großen Berliner Pferdebahn Gesellschaft" Wie aus den Militärpapieren ferner ersichtlich, hat M. nicht sind in früheren Jahren auf- und abgestiegen in so turzen Zeit- erfährt. Das genannte Blatt meint, wenn Berlin wirt- attiv gedient, hat aber als Reservist drei Uebungen die legie stimmt bleiben und so in der Richtung seinen Ausbau finden müssen. Dort werden auch die Standbilder der großen Meister der Musik sich erheben, die in langer Reihe von Händel bis Wagner uns in unseren Konzertsalen so lebendig erhalten sind, während ihre Persönlichkeit noch durch kein Standbild dem Volke nahe geTageblatt" dürfte denn doch im Interesse der Kultur die Mehrzahl der wahrhaft Gebildeten und noch halbwegs selbstständigen Menschen ganz energisch protestiren. -= im Jahre 1890— mitgemacht. Nach einer bei dem Tobten vor- gefundenen Altersversicherunßs-Karte zu urtheilen, scheint M. in letzter Zeit in Berlin gearbeitet zu haben. Das Instrument, mit welchem der Arbeiter am Fenster sich zu schaffen machte, ist bis jetzi noch nicht gefunden; M. dürste dasselbe wohl auf der Flucht weggeworfen haben. Wie wir noch erfahren, ist seit etwa 14 Tagen ein Arbeiter Müller, der etwa 28 Jahre alt ist, aus Werneuchen heimlich fortgegangen. Ter- selbe, der Frau und zwei Kinder besitzt»nd geistig nicht ganz zurechnungsfähig war, soll sich angeblich nach Berlin gewandt haben. Ob derselbe mit dem Erschossenen identisch, wird die Untersuchung ergeben. Es wird sich bei dem entsetzlichen Vorfall in der That um einen Irrsinnigen gehandelt haben, denn ein zurechnungsfähiger Mensch kann nicht die Tollheit begehen, im Angesicht der schießenden Flinte„einzubrechen" und dann vor dein Militär- Posten Reißaus zu nehmen. Und die Folge dieser Narrheit ist im Militärstaat der Tod durch das Achtmillimeter-Geschoß— so will es die Stütze des Ordnungsstaates, die maßgebende Militärdisziplin noch an der Schwelle des zwanzigsten Jahr- Hunderts! Der Soldat, der den Unglücklichen erschossen hat, soll Wollnial heißen und in der 12. Kompagnie des Earde-Füsilier- Regiments dienen. Noch ein Bild auS dein Militärstaat. Vermißt wird seit dem 13. v. M. der 24 Jahr alte Musketier Richard Behnke vorn 76. Regiment, der zu seinen Eltern nach dem Kotlbuserdamm in Rixdorf beurlaubt war, aber Befehl erhalten halte, sich an dem genannten Tage um 6 Uhr abends bei seinem Truppentheil zu stellen. Er war in einer Strafsache wegen Angriffes aus einen Vorgesetzten zunächst mit 2'/s Jahren Festung bestraft worden, dann aber freigesprochen, weil sich begründete Zweisel an seiner Zurcchnuugsfähigkeil herausgestellt hatten. Das freisprechende Urtheil ist inzwischen bestätigt worden, ohne daß Behnke davon Kcnntniß hat. Es wird nun angenommen, daß er, obgleich er in Hamburg eingetroffen ist und seine Ausrüstungs- stücke bei einem Komtoirboten Beckmann abgegeben hat, sieh aus Furcht vor der Strafe verborgen hält. Das Kommando d.r 17. Division hat nun den Eltern uuter dem 25. d. M. ausgegeben, den Aufenthaltsort ihres Sohnes anzugeben, da er sonst als fahnenflüchtig verfolgt werde. Die Eltern wissen sich aber keinen Rath, ihren Sohn vor den Folgen seines Fernbleibens zu schützen, da ihnen der Verbleib unbekannt. Ter bekannte Schriftsteller Gustav DahmS ist am Sonnabend von einem bedauerlichen Unfall betroffen worden. Auf dem Wege vorn Redaktionslokal nach seiner Wohnung glitt er aus und siel so unglücklich, daß er den Arm brach. Ein schwerer Ungliiltsfall ereignete sich am Montag Abend vor dem Hause Brunnenstr. 15. Dort wird ein Straßen- brunnen gebaut, und die zu diesem Zweck aus dem Schacht aus- gegrabene Erde wurde von den Arbeitern seitlich auf den Fahrdamm zu einem Hügel ausgeschüttet. Gegen 10 Uhr abends jagte nun Las scheugewordene Pferd der Droschke 1. Klasse Nr. 31 über den Sandberg hinweg, das Gefährt stürzte auf dem Sandhaufen um und begrub den Droschkenkutscher unter sich, der dabei so schwere innere Verletzungen erlitt, daß er nach dem Lazarus-Kranlen- hause geschafft werden mußte. Tie Droschke selbst ist total zcr- trüinmert. Sobald die Kälte strenger wird, ist in der besten der Welten auch regelmäßig von Unglücklichen zu berichten, die obdachlos und ohne Nahrung ein Opfer unserer herrlichen, durch Uinsturzparagraphen zu schützenden„Ordnung" geworden sind. So wurde auch am Montag Morgen ein unbekannter Mann tobt aufgesunden, der in einem Arbeitswagen auf dem Kersten'schen Holzplaye am Maybach- Ufer genachtigt hatte und daselbst er- froren war. Da die Personalien desselben nicht festzustellen, wurde er nach der Leichenhalle in Rixdorf gebracht.— Ein Hoch der besten der Welten! Und noch ein Opfer des Frostes! Am Montag früh fanden Arbeiter auf einem Grundstück in der Schinkestraße zu Rixdorf einen Mann lobt aus einem Wagen liegend. In ihm ist ein nur unter dem Namen„Joses" bekannter obdachloser Arbeiter erkannt worden, der auf dem Wagen nächtigen wollte, aber durch die übergedeckten Sachen nicht genügende Wärme ge- fundcn halte. Der Arbeiter ZenzinS, von dessen Mißgeschick wir gestern berichteten, wohnt nicht Fruchtstraße, sondern Pflugstraße 13, Quergeb. pari. Eine Betrügerin geht unter dem Namen einer Buchdrucker- frau S. in Werkstätten und Fabriken und bittet die Arbeiter um Unterstützungen unter der erlogenen Angabe, daß ihr Mann krank sei. Die Schwindlerin ist von untersetzter Statur. Es wird ersucht, der Frau, die auf den Namen eines Parteigenossen schwindelt, das Handwerk zu legen. Witteruiigsiibersicht vom 29. Januar 1895. Wetter-Prognose für Mittwoch, 5«. Jannar 1895. Zeitweise nebeliges, vielfach heiteres Wetlter mit strengem Frost und auffrischenden nordöstlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Polizeibericht. Am 28. d. M. morgens fiel in der Münz- siraße einem mit Schneeschaufeln beschäftigten Mann von einem vorüber! ahrenden Nollwagen eine etwa 3V, Zentner schwere Kiste auf den Rücken und fügte ihm schwere innere Verletzungen zu.— Vormittags erhängte sich eine Frau in ihrer Wohnung in der Höchstestraße.— Infolge der Glätte fiel nachmittags in der Seydelstraße ein Arbeiter hin und verletzte sich erheblich an der Hüfte.— Auf dieselbe Weise verunglückte abends auf der Bellealliancebrücke ein Arbeiter. Er erlitt einen Bruch des Unterschenkels.— Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. Thentev. TaS Schiller-Theater hat sich vor endgiltiger Annahme der Umsturzvorlage noch an zwei Stücke herangewagt, die in einigen Wochen möglicherweise schon von einem pflichtgetreuen Polizeiwachtmeister oder Staatsanwalt mit dem Visum der Gemeingesährlichkeit versehen werden können. Zuerst wurde Heinrich v. K l e i st' s prächtiger Einakter„Der z e r- krochen e Krug" ausgeführt, eins der besten Meister- iverke unserer trotz der niodernen Kompagniefirma Blumen- thal und Kadelburg leider immer noch nicht vom Fleck gekommenen Lustspiel-Literatur. Das kleine Scherzstück Kleist's schildert mit geradezu bedenklich ungenirtcn Strichen die Brutalität, Niedertracht und sittliche Verworfenheit eines Mannes. der, ohne einen Funken Verstand in sich zu tragen, kraft seiner kriechenden Servilität sich berufen fühlt, über das Geschick ehrlicher Leute im Namen des Gesetzes abzuurtheilen. In ausgeprägter Charakteristik wird die komische Angst des Kriechers geschildert, als das Donnerwetter sich über ihn zu- sammenzieht, und gar aller Staatsraison widersprechend ist das Urtheil, das am Schluß über den Edlen gefällt wird. Gespielt wurde vortrefflich. Herr Waiden gab den Dorf- richter für einen Holländer ei» wenig zappelig, aber dafür auch desto wirkungsvoller. Der Schreiber des Herrn Schmasow war eine fein pointirle Figur, desgleichen der von Herrn Laurence dargestellte Gerichtsralh. Frau Martha Rull und ihre Tochter wurden von den Damen Werner und Levermanu vortrefflich ge- spielt. Brav waren auch Tüngel Vater und Sohn von den Herren Funk und Pahlau charakterisirt. Dem deutschen Lustspiel folgte ein französisches Jntriguen- stück, Scribe's„F r a u e n k a m p s". Tie possirlichste Figur dieser Komödie ist ein Präfekt, der den verschiedensten Regie- rungen, welche in Frankreich am Anfang des Jahrhunderts einander ablösten, mit gleich lauterem Patriotismus gedient hat. Der Republik schwört er Treue, dem ilaiserthum ebenfalls und als nach Napoleons Sturz der weiße Schrecken Frankreich schändet, da spiouirt der Staatsdiener in unwandelbarer Treue zu seinem königlichen Landesherrn im Hause einer Freundin, um dort einen bonapartistischen Staatsverbrecher zu ergattern. Die Art, wie zwei Frauen, die den Flüchtling mit gleicherLiebe umschwärmen, dem tölpelhastesten Streber eine Nase drehen, ist in dem Stück mit viel Pläsier und Respektwidrigkeit geschildert. Bedenk- licher aber noch, als die Bloßstellung eines streberhaften Hallunken sind die Gedanken, die in dem Lustspiel über das „heitere Bild" des Bürgerkrieges zum Ausdruck kommen.„Jede Kugel, die den Mitbürger trifft, trifft das Herz des Vater- lanves". Ist das nicht die Verkennung aller schneidigen Staats- räson? In dem mit vielem Beifall aufgenommenen Stück hatte Herr Pauli die Rolle des Präfekten inne. Wir wissen nicht, ob es einen Zug seiner Selbstironie oder Unkenntniß der weit- geschichtlichen Vorgänge bedeuten sollte, daß der Künstler unter Ludwig dem Achtzehnten flott und munter die Trikolore trug. Im übrigen stellte Herr Pauli seine Rolle brav dar. Meisterhast war Fräulein Detschy als Gräfin; auch Fräulein Hebbel als Leonie befriedigte. Eine Leistung drolligen Humors bot Herr Formes als furchtsamer Baron, nur war sein Kostüm um zwei Jahrzehnte der Mode voraus. Brav war auch Herr Bach als Flüchtling Flavigneul. AedevstMI. Das WirthShanSverbot für Steuerschuldner, dieses duftende Stück Mittelalter, besteht auch noch in mehreren Schweizerkantoncn. In Oelsberg(Kanton Bern) ist kürzlich 216 Bürgern der Besuch des Wirthshauses verboten worden, worunter sich ein Pfarrer, ein Advokat und ein Rentier befanden. Bei diesen Herren ist vermuthlich nicht Mittellosigkeit, sondern Abneigung gegen das Stcuerzahlen die Ursache des Steuerrückstandes. „Wo cö mir wohlgcht, da ist mein Vaterland!" Niemand huldigt mehr diesem Grundsatz, als der Kapitalist, obwohl er stets und überall die Sozialdemokraten als„Vaterlands- loses Gesindel" beschimpft. Ei» neues Beispiel giebt folgende Meldung aus den Vereinigten Staaten: Siebeu Kompagnien in Neu-England haben beschlossen, Baumwoll-Fabriken in den süd- lichen Staaten zu errichten, da dort das Material und die Arbeiter billiger, die Arbeitsstunden länger, die Gesetze günstiger und die Steuern geringer sind, auch das Klima milder ist. Drei Gesellschasten in Lowell(Massachusetts) haben zu diesem Zwecke ihr Kapital vergrößert, und zwei Kompagnien in Nashna(New- Hampshire) sind bei der Legislatur um die Erlaubniß eingekommen. ihr Kapital zu erhöhen und ihre Fabriken in anderen Staaten errichten zu dürfen.— Daß das„Klima milder" ist, kann als eine hübsche Ergänzung zu der „billigeren Arbeit" betrachtet werden; die billigen Arbeiter brauchen dann weniger oder gar keine Kleidung. Und dann die „günstigeren Gesetze"! Kann ein Paradies für die— Ausbeuter werden! Wie der Staat um die Nachtruhe der Reisenden— in den Harmonikazügen besorgt ist. geht aus den Weisungen hervor, welche das Zugpersonal erhalten hat. Es heißt dort: Jede nnnöthige Störung der Reisenden ist zn vermeiden; die Ruhe soll möglichst gewahrt werden. Daher haben die Zug- beamten bei Anweisung der Plätze für neu einsteigende Fahrgäste mit der erforderlichen Rücksicht ans schlafende Reisende zn ver- fahren und auch möglichste Ruhe in den Gängen zu hatten. Ter Schaffner muß stcls genau wisse», in welchen Ab- theilungen Plätze frei sind, damit besetzte Abtheilungen nicht unnütz geöffnet werden. Beim Vorhandensein freier Plätze t» den Zügen hat der Schaffner jedem Antrage aus einen Wechsel der Plätze unter gleichzeitiger Abänderung der Platzkarte Folge zu leisten. Die vorübergehende Benutzung eines anderen als aus der Platzkarte vermerkte» Sitzes ist ohne Um- schreibung der Platzkarte gestattet; sobald jedoch Platzmangel eintritt, muß der zeitweise besetzte Platz auf Verlangen deS Schaffners aufgegeben werden.— Immer angenehmer wird es den Reisenden der besitzenden Klasse auf Kosten der FahrgästeZder 3., hauptsächlich aber der 4. Wagenklasfe gemacht. Die un- geheuren Ueberschüffe aber bringen, wie statfftisch nachgewiesen, außer den Ersparnissen durch Arbeiterentlaffungen und Lohn- rcduktionen gerade die 3. und 4. Wageuklasse. ~ Arbeiterrisiko, lieber das kürzlich gemeldete Gruben- Unglück in Homberg berichtet die„Rh. Weilf. Ztg." folgendes Nähere: Auf dem im Abteufen begriffenen Schacht 3 der Zeche „Rheinpreußen" fuhren heute Morgen 10 Uhr 7 Bergleute in einem neue» Förderwagen zu Tage. Schon war die Auffahrt fast beendet, als der Wagen umkippte und 5 Bergleute von den 7 in die Tiefe stürzten. Zwei der Arbeiter, welche sich unten im Wagen befanden, klammerten sich an und kamen* so mit dem Lebe» davon. Die andern 5 Bergleute stürzten etwa 50 Meter in die Tiefe, woselbst sie mit zerschmettertem Schädel todt liegen blieben. Die Verunglückten sind sämmtlich verheirathet und Versorger mehrerer Kinder. Sechs Frauen mit zusauiinen 26 Kindern beweinen nun den Tod ihrer Ernährer. Die„Begehrlichkeit" der Arbeiter ist eine stehende Redensart unserer Herren Unternehmer, sobald jene die zeitweilige günstige Konjunktur benutzen und mit Forderungen an sie herantrete». Welches Geschrei, wenn z. B. die Maurer 40 bis 50 Ps. pro Stunde Arbeit verlangen! Daß gerade die Bauarbeiter fast die Hälfte des Jahres beschäftigungslos sind, wird nicht in betracht gezogen. Folgender Arbeiter-Haushaltsplan, den ein Halleuser Maurer dem dortigen„Volksblatt" übersendet, belehrt unS nun über dicSchlemmerei, deren sich einMaurer hingeben kann.„Ich verdiene, so schreibt der betreffende, bei 15 M. Wochenlohn und 30 vollen Arbeitswochen im Jahre 450 M. Auf 52 Wochen vertheitt, ent- fällt auf jede ein Einkommen von 8,67 M. Hiervon gehen ab für Miethe pro Woche 2,08 M., für Alters- und Kranken- Versicherung 36 Pf. und reichlich 10 Pf. für Steuern. So bleiben mir in Wirklichkeit zur Bestreitung des gesanunten Hanshalts nur 6.13 M., und da meine Familie aus sechs Personen besteht, entfallen pro Kopf und Tag 14�/2 Pf. Hiervon sollen und muffen bezahlt werden: die Ernährung, die Kleidung, die Wäsche, das Schuhwerk, die Schulbücher, die Feuerung und Beleuchtung, es muß dann»nd wann ein Stück Wirthschaflsgeräth gelauft werden:c. jc. Die Herren, die so bereitwillig auf die Begehrlich- keit der Arbeiter schelten, mögen sich diese einfachen, dürren Ziffern ansehen. Die Verpflegung armer Durchreisender. Im Kanton T Hurgau hat das Volk über das Gesetz betreffend die Raturalverpflegung armer Durchreisender ab- zustimme». DaS Gesetz macht diese Einrichtung für den ganzen Kanton obligatorisch, indem es jede Gemeinde verpflichtet, dem bereits bestehenden 51antonalverband für Raturalverpflegung sich anzuschließen. Die Beiträge der Gemeinden zn den Kosten der Naturalverpflegung werden auf grund der Bevölkerungszahl und des Steuerkapitals, sowie unter Berücksichtigung der lokalen Lage der Gemeinden durch den Kantonalvorstand für die Naturalver- pflegnng bestimmt. Die Petitionen, betreffend die Beschäftigung Arbeits- loser durch die Kultivirpng von Oedländereien, sollen auf An- lrag des Petitionsausschuffes des Proviuzial- Landtages in Schleswig dem Provinzialausschuß zur Prüfung überwiesen werden. Sie ruhen sanft! Achtung, Schneider! Da wiederholt die Kollegen mit der Klage an uns herangetreten sind, daß verschiedene Geschäfte der Maaßbranche die festgesetzten Tarife nicht mehr innehatten, überhaupt suchen das senerzeit geregelte Berhältniß illusorisch zn machen, so halten wir es an der Zeit, hiergegen Stellung zn nehmen. Es findet zu diesem Zweck am Donnerstag, den 31. Jannar, abends 8�.2 Uhr, im Lokale des Herrn Oswald Grauer. Oranienstr. 121, eine Werkstatt- und Geschäftsdelegirten- Sitzung stalt, wo eine Aussprache über die eventuell einzuleitenden Schritte stattfinden soll. Speziell sind die Kollegen der Firma Hermann Gerson(Kaiser- Bazar) und Vaer Sohn hierzu ein- geladen, und erwarten wir in anbelrachi der Wichtigkeil des zn verhandelnden Gegenstandes, eine rege Betheiligung der Kollegen. Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Die Zimmerlente Nürnberg? werden zur Erreichung eines besseren Lohnes kommendes Frühjahr alle nöthigen Schritte einleiten. Zuzug ist deshalb fernzuhalten.— Näherer Bericht folgt.— Alle arbeiterfrenudlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Zur Müllerbeivegnug. Von selten der Direktion der Bäcker- Kunstmühle und von seilen ver Krämer'schen Kunstmühle in Giesig wurden die organistrten Müller Münchens gezwungen, in eine Bewegung einzutreten. Aller Zuzug ist streng fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. An- fragen sind zu richten an Hans Gampert, Kellerstr. 193, München. Ter Gießerstretk bei der Firma Koch in Zürich dauert fort. Wege» Bergehenö gegen 8 ISS des Strafgesetzbuches ist unser Parteigenosse Gastwirth H e r m e r s ch in i d t gestern zu einem Monat Gefänguiß verurtheilt worden. Er hatte nach dem Zeugniß des Polizeilieutenants Körnich in einer Versanun- lung sich eine Reihe Ausfälle gegen die Bibel gestattet. Der Staatsaiiwalt hatte für diese Sünde nicht weniger als sechs Monat Gesängniß beantragt. Der Pferdebahnschaffner Gustav Winkler hatte sich heute vor der neunten Strafkaiiiiner des Landgerichts I wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Der Angeschuldigte begleitete am Abend des 29. August v. I. den vorletzten Pferde- bahnwagen der Strecke Moabit— Rosenthaler Thor. An der Haltestelle am Hamburger Bahnhos wurde das als Vorspan» benutzte Pferd wieder ausgespannt. Winkler hatte einige Minuten im Wagen zu thun. Als er den Hinterperron wieder betrat, bemerlte er, daß eine ältere Frau aufgestiegen war, obgleich der Platz mit der zulässigen Anzahl Personen besetzt war. Der An- geklagte forderte die Frau auf, wieder abzusteigen, er hielt sie dabei am Arme fest und mahnte sie noch mit den Worte»:„Fallen Sie nicht!" zur Vorsicht. Der Wagen hatte sich aber bereits wieder in Bewegung gesetzt; die Frau kam doch zu Falle, wobei sie gegen das Vorspannpferd fiel, welches um den Wage» herum nach der Bordschwelle geführt wurde. Das Pferd schlug ans und traf die Frau am Kaie. Sie erlitt eine Verletzung, die sie noch heute beim Gehen hindert. Während der Angeklagte behauptete, daß ihm der Unglücksfall nicht zur Last gelegt werden könne, waren Staatsanwatt und Gerichtshof anderer Ansicht. Der Angeklagte habe sich schon dadurch einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht, daß er die Frau zum Absteigen nothigte, obgleich der Wagen bereits in Bewegung war. Er hätte sie bis zur nächsten Hallestelle nutnehmen oder den Wagen erst zum Stillstand bringen müssen, einerlei, ob die Frau überzählig war oder nicht. Niemand habe nöthig, den Wagen zu verlassen, wenn derselbe bereits in Bewegung ist. Das Urtheil lautete auf dreißig Mark Geldstrafe. Die Ueberbiirdnng der Gerichte mit Strafsachen ist in den Tagen der Berathung der Justizvorllige im Reichstage wiederholt erwähnt worden. Einigermaßen intereffant ist in dieser Beziehung ein Fall, der vor einigen Tagen vor dem Schöffengericht zur Verhandlung kam. Auf der Anklagebank hatten drei unbescholtene Ehefrauen Platz zu nehmen, die be- schuldigt waren, einer vierten Ehefrau, die im Zeugenraume erschien, eine Waschleine entwendet zu haben. Die vier Frauen wohnten gemeinsam in einem Hanse der südlichen Stadt. Als die Zeugin eine Wäsche beendet hatte, ließ sie die Leine noch aus dem Hausboden, so daß demnächst die eine der Angeklagten, als sie selbst den Wäscheboden benutzen wollte, die Leine dort fand und dieselbe gemeinsam mit der zweiten Angeklagten abknüpfte und sie der dritten Angeklagten übergab, welche versprach, sie der Eigenthümerin zurückzugeben, dies aber vergaß, so daß diese letztere bei der Polizei Anzeige machte, was die Erhebung der Anklage wegen gemeinsamen Diebstahls gegen die drei Frauen zur Folge halte. Die Inhaberin hatte natürlich sofort, nach dem sie von den Schritten der Eigenthümerin der Waschleine Kenntniß erhalten, das corpus delicti zurückgegeben, daS, in seiner mangelhasten Beschaffenheit nur von geringem Werthe, auf dem Gerichtstifche prangte. Die Angeklagten versicherten natürlich sämmtlich, daß sie nicht entfernt daran gedacht hätten, die Leine ihrer Besitzerin vorzuenthalten. Tie Beweisaufnahme bestätigte ihre Angaben, so daß die Angeklagten freigesprochen werden mußten und die Zeugen zusammen etwa 40—50 M. an Zeugengebühren aus der Gerichlskaffe empfingen. Man sollte denken, daß in solchen und ähnlichen Fällen von einem in Strafsachen.erfahrenen Beamten die Unhaltbarleit einer Anklage vorhergesehen werden könnte. Dem Gericht wird dadurch unnütz« Arbeit, der Gerichtskasse werden nnnöthige Kosten und, was die Hauptsache, den An- geklagten der entehrende Verdacht des Diebstahls erspart. Devlatnmlimgcn. Im deutschen Holzarbeiter- Verband(Filiale) sprach am 21. Januar Kollege Wiedemann in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrag über die Gewerkschaftsbewegung. Zur Erledigung stand sodann Wahl eines Beitragssammlers, mit welchem Amt der Kollege Wendel betraut wurde. Nach Be- sprechung einiger Werkstattangelegenheiten erfolgte Schluß der gut besuchten Versammlung. Landsmannschaft btr �chltowig. m Kerlin. Mittwoch, den so. Januar, abends ez Uhr, im Restaurant des Landsmann! Saß, Mar:- ?rafenstratze 102, Versammlung mit Frauen. Der wichtigen Tagesordnung alver Erscheinen dringend nothwendtg. Landsleute werden als Mitglieder aufgenommen. Castan's Panoptikum. Siermit bie traurige Nachricht, daß Für den Inhalt der Juferate über. Noch nie dagewesen! nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Die Riefen des dunkeln Erdiheils: Theater. Mittwoch, den 30. Januar. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Bajazzie. Schauspielhaus. Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Leffing Theater. Die wilde Jagd. Neues Theater. Demi- Monde. Residenz- Theater. Fernand's Che fontraft. Theater Unter den Linden. Der Probekuß. Schiller- Theater. Hagar's Sohn. Bellealliance- Theater. Mein junger Mann. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Central- Theater. D! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. National- Theater. Die Jungfrau von Orleans. Alexanderplat- Theater. Der wunde Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. unser werther Kollege am Paul Baumann, 2451b Sozialdemokratischer Wahlverein Sonntag früh plöglich verstorben ist. für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Die Arbeiter der Fabrik von Küstermann& Cie. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien- Kirchhofs ( Gesundbrun.) Freienwalderstraße, statt. Weihnachts- Ausstellungen lieben Verwandten, Freunden Passage- Panopticum. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Bekannten für die herzliche Theil nahme und schönen Kranzspenden beim Begräbniß meines geliebten Mannes, des Porzellanmalers 2452b Franz Bahrfeldt, fage meinen tiefgefühltesten Dank. Wwe. Bertha Bahrfeldt. Ein vor einigen Jahren erblindeter, Donnerstag, 31. Jan., abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstrasse: General- Versammlung. Zages Ordnung: Rassenbericht. Bericht der Revisoren. Anträge des Vorstandes und der Mitglieder. Vereinsangelegenheiten. Der Fall Hohenstein. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 284/14 Große öffentliche Tischler- Versammlung Lichtbilder. fräftiger Mann, welcher längere Zeit Donnerstag, den 31. Januar, abends 8½ Uhr, in II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern in einer Schleiferei als Schwungraddreher gearbeitet, dieselbe aber durch Aufstellung eines Gasmotors verloren hat, bittet herzlichst Genossen um freundliche Unterstügung behufs Wiedererlangung solcher Beschäftigung. Auch empfehle ich mich allen Genossen als Rohrstuhlflechter und bitte bei vorkommender Gelegenheit meiner 202/5 mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Der Meister: Rob. Biberti zu gedenken. vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Unter Linden ReiBallentheater. Spezialitäten Ben. Jeden Sonntag f Vorstellung. 2456b Otto Seifert, Weinbergsweg 15a, Hof r. im Keller. Mache hiermit jedermann aufmerk fam, meiner Tochter Elisabeth Nachmittag nichts zu borgen, da ich für selbige feinerlei Zahlung leiſte. American- Theater. Spezialitäten- Orientalische Al- Familienvorstllg. Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. 2454b zu halb. Preisen. Rarl Schucholz, Manteuffelstr. 67. Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 8 Uhr. Kaufmanns' National- Theater. Circus Renz Große Frankfurterstraße 132. Volts Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. " Gastspiel des Fräul. Maria Schmidt, des Herrn Carl Wesselsky vom StadtTheater in Hamburg und des Herrn Ernst Eppstein vom Stadt- Theater in Würzburg: Die Jungfrau v. Orleans. Romantische Tragödie in 1 Vorspiel und 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 612 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Donnerstag: Vorbereitungshalber geschlofen. Freitag, den 1. Febr., zum 1. Male: Brücke. Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Mufit in 4 Atten( 11 Bildern). Nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Central- Theater Carlstrasse. Mittwoch, den 30. Januar, abends 1/2 Uhr: Außerordentliche Vorstellung. Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peking.) Sensationelle Tänze, unter and.: Original! Les grelots vivants, jeu des barbichons etc. Original! Neue Musik Einlagen. $ Vorlegtes Auftreten des Herrn G. Hüttemann ( als Gaft) mit seinem Schulpferde Cincinatus. Außerdem: Auftreten sämmtlicher Spezialitäten, Damen und Herren, Vorführen und Reiten der bestdressirten Freiheits-, Spring- und Schulpferde. Morgen, Donnerstag: KonkurrenzGala- Vorstellung: Tjo Ni En. Hrn. Variété ist noch immer ausverkauft und warum?? 季 Naucke ift da! Naucke ist der Kassenmagnet! Naucke ist das Tagesgespräch Berlins! Naucke ist der gr. Lacherfolg! Naucke als Pauline! Naucke ist zum Schreien! Naucke als Balletratte! Naucke ist zum ,, Schiessen"! Naucke ist der populärste Mensch Berlins! Naucke ist unsere Goldquelle! Naucke bleibt Februar! Alte Jakobßtraße Ur. 30. Echtes Auftreten des Sr. Gustav Ferner 16 Glanz- Nummern. Emil Thomas als Gast. Anna Bäckers. Josefine Dora. Vorletzte Woche! Zum 150. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Mufit von Julius Ginödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Adolph Ernst- Theater Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Zum 35. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangspoffe mit Tanz. Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Infolge des großen Andrangs bleibt die Kaffe von Vormittags 10 Uhr ununterbrochen gröffnet. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, 30. Januar, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Donnerstag, 31. Januar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Freitag, 1. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonnabend, 2. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krng. Frauenkampf. Hüttemann( als Gaft). Sonnabend, 2. Februar: Wiederholung der Parade- Vorstellung. Gala- Fest- Akt. auf, zur fröhlichen Jagd! Auf, Sonntag, 3. Februar: Zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( ermäßigte Preise): Die lustigen Heidelberger. Abends 7%, Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Ab 1. Februar: Neuheit! Pinte Quente! Avis! Den verehrl. Vereinen 2c. stehen unsere Lokalitäten z. Matinees und Versammlungen zur gefl. Verfügung. Armin- Hallen Keller's Etablissement, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Die Tischler- Innungs- Krankenkasse und ihre Nachtheile für die Tischler Berlins. Referent: Kollege Koblenzer. 2. Diskussion. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. E. Wiedemann. Für Gasinstallateure!- Gasglühlicht! Reines weiss. u. angenehm. Licht; allerbilligste Bezugsquelle. Desgl. Lyren, Glassachen etc. 1558L* Berliner Glühlichtfabrik Gericke& Co. 24, Michaeliskirchplatz 24. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. [ 2145b sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Wegen ganz besonders günstiger Abschlüsse der besten Molkereien und der ganz unbedeutenden Untoften des Geschäfts bin ich in der Lage, den werthen Kunden zu 1562L offeriren: Feine Tischbutter Pfd. 0,90-1,00 Mk. 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Zuzug ist strengstens fernzuijalten. Gleichzeitig ist für die Branche Zusammensetzer der Pianofabrik Kunze. & Sohn, Blumenstr. 70, infolge Maßregelung laut öffentlicher Versammlung vom 13. Januar cr. die Sperre ver Die Lohnkommission. Billige fl. Wohnungen, 2 u. 1 Stube, 15242* Küche, per sofort u. später. 2039b Berfilberer verlangt Andreasstr. 10. Garantie für lebende und gesunde An: Bühnen- Maskenball funft. Anfragen mit Retourmarte erbeten. L. G. Müller, Vogelzüchterei Nordhausen a. H. Wolgasterstr. 34. bängt worden. 198/13 Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 25. 51036 Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. " Mittwoch, den 30. Januar 1895. suchten 53 Blum, Büttner, Brüschke, Küper, Ladewig, Streitner, Karl die Kollegen G. Meyer, A. Meyer und Schumann gewählt. Desgleichen wurde Kollege Dreher einstimmig zum 2. BureauAngestellten ernannt. Ein Antrag der Revisoren, die zum Bureau gehörige Wohnung aus besonderen Gründen für 300 M. zu ver= miethen, wurde angenommen, jedoch der Vorstand beauftragt, sich baldigst nach einem anderen Lokal umzusehen. Bildung der n 12. Jahrg. 1 respondenzblattes von 2000 auf 3700 geftiegen. Des weiteren der Innung. Angesichts dieser Sachlage sei es tief zu bedauern, haben sich im Laufe des Jahres 2 Brudervereine dem Verbande daß die Gesetzgebung den Innungen noch immer Privilegien angeschlossen. Die Theilnahme des Verbandes an der Enquete verstatte, ihnen allerlei Vorrechte einräume. Ebenso zu bedauern Sind Vereinbarungen zwischen einem Ar- Broschüre darüber habe für die Organisation sehr wirksam sie geführten Streich der kleinen Innung nicht einmal abzuwehren Sind Vereinbarungen zwischen einem Ar der Reichsregierung, sowie die vom Vorstand herausgegebene fei aber auch die Schwäche der Gesellenschaft, welche den gegen beitgeber und einer Kommission rechtsver= bindlich, welche außerhalb des Betriebes des ersteren agitirt. Ferner habe auch im vorigen Jahre der Vorstand es an vermöge. Einmal hätte die Innung sich für die Ausführung ihres steht, aber von seinen Arbeitern beauftragt wurde, in ihrem Gelegenheit zur Aufklärung der Kollegen nicht fehlen lassen. Es Vorhabens die gegenwärtige arbeitslose, schreckliche Zeit ausgesucht, Interesse zu handeln? Diese hochwichtige Frage bejahte die fanden statt 6 Generalversammlungen, 7 Monats, 6 Wander, andererseits hätten die Gesellen in unverantwortlicher Weise ihre Kammer II unter dem Vorsitz des Assessors v. Schulz wurden 2 5 Rolltutscher und 4 Vorortsversammlungen. Ferner Organisation vernachlässigt. Hoffentlich würden dieselben endlich Feste, 1 geselliger Abend und 2 in der Entscheidung eines Pfeiffer und Genossen gegen Aus durch Schaden flug werden und das Versäumte nachholen. VorSimon und Cie." veranstaltet, Vorstandssitungen flüge benannten abge Täufig sei weiter nichts zu thun, als eine abwartende Stellung sowie Die Kläger, Prozesses. halten. Fluglätter wurden 2 zu je 5000 Stück verbreitet. einzunehmen, so viel wie möglich der Zentral- Krankenkasse beisieben Schuhmacher und ein Hausdiener, verlangten die bekannte Lohnentschädigung wegen unberechtigter Ent- Der vom Kassirer erstattete Kassenbericht ergab eine Einnahme zutreten und die Organisation zu stärken, um bei legener Zeit lassung. Am 22. Dezember 1894, dem Sonnabend vor Weih von 13 518,40 M. und eine Ausgabe von 10 894,66 M. Verbleibt Revanche nehmen zu können. In der Diskussie, in welcher ein Ueberschuß von 2623,74 Mart. Mit dem Bestand vom trotz ergangener Aufforderung Gegner nicht das Wort nahmen, nachten, waren diefelben entlassen worden. Gegenüber dem Ein: 1. Januar 1894 von 2867,64 ergiebt dies ein Vermögen von wurden von zahlreichen Rednern die einschlägigen Verhältnisse wande, die Kündigung sei ausgeschlossen gewesen, behaupteten 5491,38. noch näher erörtert und beleuchtet und stimmte die Versamm die Kläger, daß sie am 6. Dezember bei Simon u. Cie. in ein Der Verkehr im Stellennachweis gestaltete sich wie folgt: lung schließlich einmüthig folgender Resolution zu:„ Die neues Arbeitsverhältniß getreten wären, nachdem sie erklärt Gemeldet wurden 632 Stellen, davon durch Kollegen 201 und Versammlung am Tage vorher der eine Inhaber der Firma entlassen hätte. Direkt 431. Von diesen wurden besetzt, für fest 200, zur Aus- verstanden. sich mit dem Referenten einSie erblickt in der Errichtung der TischlerDer Vertreter der Beklagten bestritt die angebliche Ent- hilfe 151. Die Gesammtzeit der Aushilfe betrug 85 Wochen Innungs- Krankenkasse eine weitere Schädigung ihrer ohnehin lassung vom 5. Dezember; infolge von Lohndifferenzen 4 Tage. Von den nicht besetzten Stellen waren 141 zu spät ge- schon wenigen Rechte bezüglich des Kranken- Versicherungswesens. seien die Kläger von selbst fortgelaufen. Der Herr meldet, 80 weil die gewünschte Branche nicht vorhanden war, Die Versammlung erwartet von den anständigen Unternehmern gab jedoch die Möglichkeit zu, daß seitens des cinen Firmeninhabers die Aeußerung gefallen sei:" Wem die 33 wegen zu geringen Lohnes. In 12 Fällen wurden Laufburschen unseres Berufes, daß dieselben, soweit sie die rechtlichen Fordes verlangt. Bei den besetzten Stellen betrug die kürzeste Arbeits- rungen der Arbeiter unterstüßen wollen, aus der reaktionären alten Bedingungen nicht passen, der kann aufhören", und daßzeit 101/2 Stunden, die längste 16 Stunden. Des Sonntags haben Vereinigung der Innung ausscheiden. Sollte dieses nicht erfolgen, im Verein hiermit die Kläger dadurch irretirt worden sein tönnten, daß sich die Beklagten, veranlaßt durch geschäftlichen nur 27 Kollegen gänzlich frei, 22 müssen Sonntags 3-5 Stunden so sehen die Holzarbeiter Berlins das Vorgehen der Innung als arbeiten, alle anderen haben unbeschränkte Arbeitszeit. eine Herausforderung an, welche im geeigneten Momente beBesuch, dann nicht weiter mit ihnen abgaben. Auf grund dieser Der niedrigste Lohn betrug 9 M., der höchste 22,50 M. Aus der antwortet werden soll. Zu diesem Zwecke beschließt die VerUmstände seien diefelben möglicherweise zu der falschen An- Bibliothek wurden insgesammt 1217 Bücher entlichen. Nach fammlung, dafür zu sorgen, daß die bestehende Organisation der fchauung gekommen, sie wären entlassen. Am 6. Dezember hätte dem Bericht über die Thätigkeit im Bureau find in der Zeit von Holzarbeiter zu stärken ist, um nöthigenfalls schleunigst eingreifen der Besuch einer Kommission die Firma indirekt veranlaßt, auf eine Reihe von Forderungen der fraglichen Arbeiter einzugehen; man April- Dezember 1827 Schriftstücke erledigt worden, davon 546 zu fönnen." Den Tischlergesellen Berlins wurde anheimgegeben, habe sich eben in der Saison befunden. Der Filzschuharbeiter über: Gewerbe- Ordnung, Gewerbegericht, Arbeits- und Lohn- tritt aus der Innung zu veranlassen.] Auskünfte wurden gegeben nach Möglichkeit ihre in Frage kommenden Meister zum Auseingegangen und 781 ausgegangen. Lange, der als Mitglied einer Lohnkommission in Gegenwart zweier unparteiischer Arbeiter die erwähnten Abmachungen mit bedingungen 151. Steuersachen aller Art 23. Strafgesetz, Prozesse, Eine öffentliche Böttcherversammlung nahm am 27. d. M. Krankenversicherung 9. Zivilprozesse 33. Unfallden Beklagten getroffen hatte, wurde als Zeuge vernommen. Er Klagen 28. den Bericht des Vertrauensmannes Müller entgegen. Der versicherung 19. Organisationsfragen 14. Angefertigt wurden bekundete, am 5. Dezember seien drei der Kläger zu ihm gean Klagen, Gesuchen, Reklamationen 48. Ferner fanden 34 Ver- Einnahme von 75,85 M. stand eine Ausgabe von 74,25 M. kommen und hätten erzählt, man habe sie und die übrigen Kläger tretungen beim Gewerbegericht statt. In der Diskussion ver- gegenüber. Nach kurzer Diskussion wurde Decharge ertheilt. entlassen. Daraufhin hätte er sich bemüßigt gefühlt, mit Aus Zweckmäßigkeitsrücksichten befürworteten einige Redner, von einige Kollegen Die verhältnißmäßig günstige ber Simon u. Cie. zu unterhandeln. Unter anderem sei abgemacht Wahl eines neuen Vertrauensmannes Abstand zu Lage des Verbandes zu bezweifeln und die angeführten nehmen und die noch bestehende Lohnkommission so lange worden, daß die betreffenden Leute vor Weihnachten nicht entlassen werden dürften. Von einem Kündigungsausschluß habe Thatsachen zu verdrehen. Ihre Ausführungen wurden jedoch mit der Führung der Geschäfte zu beauftragen, bis die vom Vorstand sowohl, als auch von anderen Kollegen gebührend man nicht gesprochen. Nach mehrstündigem Berhandeln und Agitationskommission nothwendig wird. eineinhalbstündiger Berathung wurde die beklagte Firma mit widerlegt. Bei der nunmehr stattgefundenen Wahl zum Vor- Die Versammlung beschloß jedoch anders und bestimmte Rücksicht auf die Vereinbarung zwischen ihrem Vertreter und dem Stand 2c. wurden gewählt: zum 1. Vorsitzenden Kaßler, zum als neuen Vertrauensmann: Raste, Swinemünderstr. 19; al3 Zeugen Lange verurtheilt, den 7 Schuhmachern für den 24. De- 2. Vorsitzenden Wangenheim, zum 1. Schriftführer Hoffmann, Revisoren fungiren Bücher und Edert. Zum Delegirten der zember ihren Lohn zu zahlen. Betreffs des 8. Klägers, des Haus zum Kassirer und Stellenvermittler Plath, zu Beisitzern Frende, Gewerkschafts- Kommission wählte man Pohlmann und zu dieners, wurde von der Leistung oder Verweigerung eines Eides durch Schulz, Stange, Hedtke und Bachmann. Zu Revisoren wurden seinem Stellvertreter Winkelmann. Die geplante Art des den Beklagten Simon abhängig gemacht, ob ihm eine Entschädigung für vierzehn Tage oder ebenfalls nur für den WeihSammellistensystems( mittels der Bons) fand die Billigung der Versammelten. n.- Von den Ausgesperrten sind, wie durch nachtsheiligabend zukomme. Das Gericht war der Meinung. und 6 in Werkstätten nach Aufhebung des Boykotts unterNeumann bekannt gegeben wurde, bisher 6 in Brauereien das Uebereinkommen zwischen Lange und den Beklagten sei rechtsverbindlich, und die Kläger hätten deshalb, da der gebracht; der Arbeitsnachweis im Wilte'schen Restaurant besteht 24. Dezember ein Arbeitstag vor Weihnachten sei, am weiter. Weil verschiedene arbeitende Böttcher mit der Abführung Heiligabend beschäftigt werden müssen, oder die ent der Prozente fäumig sind, wurde die Lohnkommission verpflichtet, sprechende Entschädigung erhalten. Der 23. Dezember tam nicht in betracht, da dieser Tag ein Sonntag war. Mit der Mehrforderung theile für die Tischler Berlins beleuchtete Koblenzer am Die Tischler- Junungs- Krankenkasse und deren Nach baldigst Schritte dagegen zu unternehmen. In der Freien Vereinigung der Graveure und wies das Gericht die Kläger ab, indem es in Einklang mit früheren Entscheidungen annahm, die furze Unterbrechung der 27. Januar in einer für den Norden der Stadt abgehaltenen Biseleure hielt am Dienstag, den 22. Januar, Genosse Timm Arbeit am 5. Dezember habe ein neues Arbeitsverhältniß öffentlichen Tischlerversammlung. Aus dem Referate und den einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Bedeutung der Verhandlungen ist zu ersehen, daß die Innungs- Krankenkasse, Berkürzung der Arbeitszeit. In der Diskussion schilderten nicht involvirt, für das die gefeßliche Kündigungsfrist Geltung welche am 21. Januar d. I. in traft getreten ist, gewissermaßen mehrere Redner die Zustände in ihrem Berufe. Während der hätte. Während der Verhandlung ließ der Vertreter der Firma hinter verschlossenen Thüren gegründet wurde und das Licht der Saison sind auch hier zirka 30 Ueberstunden die Woche Simon und Cie. des öfteren Redensarten fallen, in denen die Welt erblickt hat. Weder ist der Gesellenausschuß zwecks Theil- in einzelnen Werkstätten gearbeitet worden, worauf fos eine lange Arbeitslosigkeit folgte. Trozdem haben Aufhezer, welche man bei passender Gelegenheit gern los werde", nahme an der Statutenberathung für nothwendig erachtet worden dann eine Rolle spielten. Hauptsächlich einen der Kläger schien er( wohingegen die Herren Huber und Furchtbar wacker mit verschiedene Kollegen infolge des Rünstlerdünkels feine Veran genommen, an Der geholfen haben, die großartigen Sagungen der Innungs- laffung Beseitigung nicht besonders verknusen" zu können. dieser Zu faffe zurecht zu modeln, auf welche später noch näher ſtände mitzuarbeiten. Nachdem Genosse Timm die Vers Um einen schwindelhaften Konkurs- Ausverkauf handelte eingegangen werden wird), noch haben Magistrat oder sammlung aufforderte, oder sammlung aufforderte, durch festen Zusammenschluß zur es sich in einer Antlage wegen versuchten Betruges, welche gestern Polizeibehörde es für angezeigt gehalten, der Drts gemeinsamen Arbeit, zum gemeinsamen Biele zu gelangen, vor der 133. Abtheilung des Schöffengerichts gegen den Kauf- taffe die Geburtsanzeige der Innungskasse zu übermitteln. wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Vers mann Julius Königsberger und deffen Ehefrau Selbst die Innungsmeister sind erst durch ein Dekret" des sammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten eins Pauline Königsberger verhandelt wurde. Die An Innungsvorstandes, ihre Gesellen bei der Innungs- Krankenkasse verstanden, da nur durch feste Organisation eine Verkürzung der getlagten waren in Konkurs gerathen, das vorhandene Waaren- anzumelden, von der glücklichen Geburt der Innungskasse in Arbeitszeit erreicht werden kann. In Erwägung, daß verlager war aber von Verwandten übernommen worden, welche Kenntniß gesetzt, aber nur theilweise freudig überrascht worden. Schiedentlich der Anschluß an anderen Organisationen resp. die die bisherigen Geschäftsinhaber beauftragten, die Waaren für Der Obermeister der Tischlerinnung, Herr Mosel, so wurde Neugründung der Organisation angestrebt wird, erklärt die Berihre Rechnung zu versilbern. Um einen möglichst hohen und weiter dargelegt, habe seinerzeit anerkannt, daß die Orts- Kranken- sammlung, nicht eher die Frage der Aenderung der Organisation schnellen Umfaß zu erzielen, griffen die Angeklagten zu fasse gut verwaltet werde. Wenn die Innung den Gedanken, zur Diskussion zu bringen, bis unsere resp. die Organisationen einem beliebten Mittel. Sie brachten Zettel am Schaufenster gegen den die Gesellen bereits im vorigen Jahre protestirt haben, in ganz Deutschland wieder aufgelebt sind. Aus diesem Grunde an mit Der Ueberschrift Konkurs Ausverkauf" = und nämlich neben der Orts- Krankenkasse eine eigene Kasse zu gründen, fordert die Versammlung von jedem zielbewußten Kollegen, sich mit der Unterschrift Der Verwalter". Dadurch sollte im Publi- was bei den den Innungen gesetzlich leider garantirten Privilegien der bestehenden Organisation anzuschließen, jede Streitfrage und tum der Glaube erweckt werden, daß es sich um einen gericht möglich ist nunmehr in die That umzusetzen sich beeilt habe, Bersplitterung über Namen und Form der Organisation zu lichen Ausverkauf zu festgesetzten Tarpreisen handele. Die An- so sei dies auf den Umstand zurückzuführen, daß die Innungsmeister unterlassen, dagegen aber die bestehende Organisation mit aus. geschuldigten führten zu ihrer Entlastung an, daß sie nur etwas in der Orts- Krankenkasse nicht nach ihrem Wunsche als Herr im Hause zubauen." gethan, welches von Hunderten geschehe. Der Staatsanwalt schalten und walten können. In der Orts Krankenkasse bätten Rigdorf. Am 26. Januar, Vormittag 10 Uhr, fand im führte aus, daß es endlich an der Zeit sei, diesem unreellen ihnen die Arbeiter zu viele Rechte. Daher hätten sie sich eine großen Saale der Viktoriafäle, Hermannstr. 54, eine sehr start Treiben mit schwindelhaften Konkurs- Ausverfäufen durch em- eigene Kaffe, die auch die polizeiliche Genehmigung erhalten habe, besuchte Arbeitslosen- Versammlung statt. Der Referent, Reichspfindliche Bestrafungen ein Ende zu machen, er beantragte eine nach ihrem eigenen Geschmacke gegründet, in welcher, so wie sie es tags- Abgeordneter Rühn, nahm denn auch bezug auf die Gefängnißstraße von je 3 Monaten. Der Gerichtshof erkannte wünschen, tie Arbeiter gar keine Rechte haben. Einen Einblick traurige Thatsache, daß am Sonnabend zu so ungewöhnlicher auf je 50 M. Geldstrafe event. je 5 Tage Gefängniß. in die idyllischen Zustände, die in der Junungskasse playgreifen, Tageszeit sich eine fo beträchtliche Anzahl Arbeiter eingefunden gestattet allein schon die Bestimmung, daß der Generalversamm- batte und gedachte der viel größeren Zahl derer, Eine große Anzahl Schankwirthe war gestern vor die lung gnädigst gestattet sein soll, den Kassenvorstand zu wählen, der Versammlung fern geblieben find. Redner Berufungs- Straffammer des Landgerichts I geladen, um Zeugniß soweit derselbe nicht bereits vom Jnnungsvorstande ernannt Ursachen der Arbeitslosigkeit, die einzig in der kapitalistischen abzulegen gegen den Agenten Wilhelm Freitag, welcher sich worden ist. Letzterer hat sich nun aber das Recht reservirt, die Produktionsform zu suchen sind, und beleuchtete die Unfähigkeit eines eigenthümlichen Mittels bedient hatte, um Kunden für die beiden Kassenvorsteher, die Kassirer und die Beitragssammler der herrschenden Gesellschaft, hierin Wandel zu schaffen. Einzig Kranken- und Sterbekasse Zukunft" zu gewinnen. Freitag war Den übrigen Vorstand darf die General- und allein ist dazu nur der Sozialismus im stande, deshalb ist im vorigen Frühjahre von der genannten Gesellschaft als Agent versammlung wählen, doch bedürfen alle von der Generales Pflicht der gesammten Arbeiterschaft, Aufklärung über die angenommen worden. Er erhielt für jedes neugeworbene männ versammlung gefaßten Beschlüsse, um Rechtskraft zu erlangen, der gegenwärtigen unordentlichen Wirthschaftsverhältnisse zu ver liche Mitglied 3 M., für jedes weibliche 2,50 M. Diese Beträge Bustimmung des Innungsvorstandes! Zu den besonderen breiten und für festen Zusammenschluß aller zu agitiren, durfte Freitag von dem ersten Versicherungsbeitrage sofort für fich Annehmlichkeiten der Innungskasse gehöre auch der Umstand, daß um die Macht zu erringen. In der Diskussion be. behalten. Der Angeklagte hatte einen auffälligen Erfolg bei den diese im Höchstfalle nur 26 Wochen Krankengeld bezahle, während spricht Genosse Thomas die Vorgänge in Kottenheim. Schantwirthen: Schließlich löste sich das Räthsel. Freitag hatte die Orts- Krankenkasse 52 Wochen zahle. Man sei bei dieser Be- Ein anderer Redner schildert mit bewegter Stimme, wie wehe ca jedem Schankwirthe zugesagt, daß bei demselben eine Bahlstelle frimmung von der menschenfreundlichen Ansicht ausgegangen, daß einem Vater thue, früh morgens um 8 Uhr feine armen Kinder errichtet werden solle. Es würde sich ein lebhafter Verkehr ent- ein Arbeiter, der 26 Wochen frank sei, überhaupt am besten mit nüchternem Magen und unvollständiger Bekleidung in Wind wickeln und das Geschäft sich bedeutend heben. Allerdings müsse thäte, zu sterben, Einen besonderen Reiz erhalte die Innungs- und Wetter hinausgehen zu sehen, um vielfach ihren Beinigern der betreffende Wirth Mitglied der Kasse sein. In der Hoff: tasse auch dadurch, daß alle Vergünstigungen, welche die Orts- und Ausbeutern das Frühstück zu bringen, er zitirt hierzu die im nung, in Zukunft mit den Mitgliedern der Zukunft" ein gutes Kranfenfasse biete, wie Milch, Wein, Kognat und dergleichen Vorwärts" veröffentlichte statistische Erhebung eines Nixdorfer Geschäft zu machen, ließen sich denn auch viele Wirthe auf mehr, die den Kranken oft dienlicher wären, als die verordnete Schullehrers, bricht jedoch unter Thränen mit den Worten ab: nehmen. Von der Errichtung einer Bahlstelle war bei feinem Medizin, in Wegfall kommen und daß bei Doppelversicherung Kollegen, ich kann nicht weiter, mir will das Herz brechen. von ihnen wieder die Rede. Das Schöffengericht hatte diese Be- das Krankengeld auf den ortsüblichen Tagelohn gekürzt werde. Diese Vorgänge rufen in der Versammlung einen tiefen Eindruck trügereien mit 2 Monaten Gefängniß geahndet und die zweite Dies war eine kleine Blüthenlese aus den Bestimmungen hervor, der minutenlang jede weitere Verhandlung unterbricht. Instanz erkannte ebenso. der Sagungen, welche Der Innungs Vorstand mit Hilfebet erklärt, gestern Zuhörer bei der Berathung der Ge den Herren Huber und Furchtbar ausgearbeitet habe. meindevertreter Versammlung gewesen zu sein. Hier habe der Die Schädigung der Geselleninteressen durch die Innungskasse Großindustrielle Hans Schumann erklärt, Arbeit gebe es genug: liege klar zu Tage. Schon durch den vielfachen Arbeitswechsel in der Gasanstalt sollen Schuppen gebaut werden. In aller Der Verband aller im Handels. und Transport würden viele gezwungen, der Jnnungskasse zu verfallen und der Frühe machten sich daher heut ganze Kolonnen auf den Weg gewerbe beschäftigten Hilfearbeiter hielt am 13. d. M. seine erworbenen Rechte in der Ortskasse verluftig zu gehen. Gefeßlich nach der Gasanstalt, um zu erfahren, daß sie vergebens Jahres- Generalversammlung ab. Der Vorsitzende beglückwünschte schüße zwar die Mitgliedschaft einer anerkannten freien Hilfskaffe gekommen feien. Nach einem Schlußwort des Referenten, die Kollegen zum neuen Jahre und gab der Hoffnung Ausdruck, vor einer Versicherung in der Innungskasse, doch werde seitens ftimmte man der Berliner Resolution zu. Eine zweite hatte daß auch das Jahr 1895 ebenso nußbringend für den Verband der Junung hierauf wenig Rücksicht genommen. Die Gründung hatte folgenden Wortlaut:" In Erwägung, daß die Regierung sein möge wie das verflossene Jahr. Sodann theilte er mit, daß der Innungskasse, welche die Lebensinteressen vieler Tausender noch nicht anerkannt hat, daß ein Mothstand vorhanden ist, era seit der letzten Versammlung 34 neue Mitglieder aufgenommen schädige, sei ein Umsturz im wahren Sinne des Wortes. Klärt die heutige Versammlung der Arbeitslosen zu Rixdorf feien. Das Andenken des verstorbenen Kollegen Schmock Ein folches Borgehen erscheine noch ungeheuer folgendes: Der Regierung ist im vollsten Maße Gelegenheit geden Plätzen. licher, ehrte die Versammlung durch Erheben die fich burch Grheben von Bedeutungslosigkeit der boten, bei der diesjährigen Volkszählung eine Statistik über die Hierauf gab Hoffmann im Auftrage des Vorstandes den Geschäfts- Innung an sich vergegenwärtige. Von 2500 Berliner Unter- Arbeitslosigkeit aufzunehmen, indem sie dem auszufüllenden bericht für 1894. Danach hat sich die Mitgliederzahl trot nehmern gehören nur 600 der Innung an. Die meisten seien Birkular geeignete Rubrifen über Dauer der Arbeitslosigkeit der inneren Unruhen im Verbande un fast das doppelte gegen aus Geschäftsinteressen, um das Eterbegeld nicht zu verlieren hinzufügt. Die sozialdemokratispe Fraktion wird ersucht, diefe das Borjahr vermehrt. Desgleichen ist die Auflage des Kor- lund um das Gewerbegericht umgehen zu können, Mitglieder Resolution dem Reichstage zu unterbreiten. Versammlungen. -zu ernennen. wenn man viel " " " die Redner erklärte die EINIGKEIT Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhma her in Erfurt werden jezt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederlagen Bellealliancestr. 98/99 und IT MAUIT STARK 10 GESCH ERFURT GESETZL DEUTSCHES SCHUHFABRIK ER Rosenthalerstr. 63/64 In RohTabaken in vorzüglichster Beschaffenheit zu den billigsten und Utensilien für Preisen verkauft. Wir bitten uns durch reichliche Einkäufe zu unterstützen. 1537L Cigarren- Fabrikanten Deutsche Schuhfabrik G. Markus& Co. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr Montag. Dienstag Mittwoch. Donnerstag Freitag.. Sonnabend 1894/95. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Naturerkenntniß. Volksthümliche Medizin. ( Erste Hilfe bei Unglücksf.) .. Nationalöfonomie. • . Geschichte( Mittelalter). 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Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 29. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. Anzahlung. Kleiderspinden 15, Küchenspinden, Kommoden 12, Sophas 15 M., Bettstellen mit Sprungfeder- Matraßen 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30, Stühle 8 Mart, hochfeine Muschelkeiderspinden 40, Plüschgarnituren 60 Mart, Herrenschreibtische, Damenschreibtische 30, Cylinderbureaus, Schreibsekretäre 15 Mark, Garderobenspinden, Paneelsophas 75, Buffets, Trumeaus 65 M., Betten, Coulissentische, alles spottbillig. Auch einzelne Gegenstände werden zu Engrospreisen verkauft. Empfehle allen Herrschaften, mein größtes Möbellager Berlins zu besichtigen u. sich von den staunend billigen Breisen zu überzeugen. Gekaufte Möbel fönnen bis April fostenfrei stehen bleiben und werden durch eigene Ge spanne transportirt und aufgestellt. 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Bairisch- Bierlokal. s Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 9. deutschen Maurerfongreß event. Wahl der Delegirten zu demselben. 2. Gewerkschaftliches. Kollegen! Da die auf der Tagesordnung des Kongresses stehenden Punkte, wie Agitation, Streits, Unfallversicherungsgesetz und Unfallverhütung, gesetzliche Sicherstellung des Arbeitslohnes der Bauhandwerker u. s. w. für jeden Arbeiter von weittragender Bedeutung sind, hat jeder Maurer in der Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensmänner. Aug. Vogel. Karl Panser. Louis Keller's Riesen- Festsäle. Grösstes Pracht- Etablissement der Residenz, Koppenstr.29. Mittwoch, den 30. Januar 1895: Gr. humoristische Soirée der Leipziger Sänger. Herren Stobbe, Achterberg, Marks, Erfurt. Schich, Stenzel, Müller. Großartiges Programm. Sensations- Nummern. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Familien- Billets 20 Stück 3 M. Sierauf: Grosser Ball. 188,90 NB. Von jetzt ab jeden Sonntag und Mittwoch: Grosse Soirée der Leipziger Sänger. Louis Keller. Künstl. 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