Nr. 20 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 10 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 2100 M., für das übrige Ausland 2600 M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Desterreich, Echweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit". der Unterhaltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 300 M. Reklamezeile 1500 m. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jebes weitere Wort 60 M. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 80 m. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 13. Januar 1923 Die Antwort der deutschen Regierung. Die Reichsregierung hat dem hiesigen französischen Botfchafter gestern, Freitag, mittag um 1 Uhr folgende Antwort auf die Notifikation der Ruhrbesegung übermittelt: Herr Botschafter! Auf die Mitteilungen, die Euere Erzellenz mir am 10. Januar mündlich und schriftlich gemacht haben, und die gleichzeitig dem deutschen Botschafter in Paris von der franzöfifchen Regierung zugegangen sind, beehre ich mich im Namen der deutschen Regierung folgendes zu erwidern: Die französische Regierung hat, ebenso wie die belgische Regierung, eine Aftion gegen das Ruhrgebiet beschlossen, die sie als Ent sendung einer Kontrollfommission von Ingenieuren und Beamten bezeichnet. Diese Kommission soll, von Truppen begleitet, die Tätig feit des deutschen Rohlensynditats überwachen, die genaue Durch führung der Programme der Reparationstommiffion sicherstellen und alle für die Bezahlung der Reparationen notwendigen Maßnahmen treffen. Zu diesem Zwecke soll sie mit diktatorischen Befugnissen ausgestattet werden. Sie soll volle Befehls- und Strafgewalt über das Personal der deutschen Verwaltung und die Vertreter von Industrie und Handel in den besetzten Gebieten erhalten. Auch soll sie befugt sein, von den Verwaltungsstellen, den Handelskammern, den Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbänden, sowie von den Raufleuten jede Auskunft zu verlangen und die Bureaus, Bergwerke, Fabriten, Bahnhöfe und andere Anlagen zu durchsuchen. Nach den der deutschen Regierung von den örtlichen Behörden zugegangenen Meldungen hat die Durchführung der Aftion in zwischen begonnen. Französische und belgische Truppen in bebeu tender Stärke find in voller friegsmäßiger Ausrüstung in das Ruhrgebiet eingezogen. Die französische Regierung gründet ihre Aktion auf die Feft stellungen der Reparationsfommission über den Stand der deutschen Holz- und Kohlenlieferungen und beruft sich dabei auf die§§ 17, 18 der Anlage II zu Teil VIII des Versailler Vertrages. Zugleich erklärt sie, daß sie für den Augenblick nicht an eine militärische Opera tion oder an eine Besetzung mit politischem Charakter dente. Sie glaubt hinzufügen zu sollen, daß sie auf den guten Willen der deutschen Regierung zähle, die das größte Interesse habe, die Arbeit der Kommission und die Unterbringung der Truppen zu erleichtern. Die deutsche Regierung muß den Schleier zerreißen, den die franzöfifche Regierung mit dieser Darstellung über den wahren Charakter ihres Borgehens zu werfen sucht. Die deutsche Regierung erklärt, daß die Beschlüsse der Reparationsfommiffion und die angeführten Vertragsbestimmungen feinerlei Rechtsgrundlage für die Aktion im Ruhrgebiet enthalten, daß diese Aktion vielmehr eine Verletzung des Bölkerrechts und des Vertrags von Versailles darstellt. Nach den ausdrücklichen Feststellungen der Reparationskommission in ihrer Note vom 21. März 1922 würde eine Berfehlung bei den Holz- und Kohlenlieferungen nichts anderes als die Forderung von Barzahlungen rechtfertigen, so daß die Anordnung anderweitiger Maßnahmen auf Grund der§§ 17, 18 in diesem Falle ausgeschloffen ist. Selbst bei rechtmäßiger Anwendung der§§ 17, 18 würden aber nur wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen oder nur solche Maßnahmen, die ihnen dem Wesen und der Bedeutung nach gleichzustellen sind, gegen Deutschland getroffen werden dürfen. Das könnten nur Maßnahmen sein, welche die Alliierten in ihrem eigenen Hoheitsgebiet durchführen, nicht dagegen Maßnahmen, die wie der gegenwärtige Einbruch von Truppen und Beamten in das Ruhrgebiet die Keine Reparationskohle mehr. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Der bankerotte Sieger. Meinungen französischer Verständigungspolitiker. denkbar schwerste Berlehung der deutschen Hoheitsrechte Am Tage nach dem Bruch des Versailler Vertrages erbedeuten. Endlich können nach dem Bertrag etwa zuläffige Maß- Beröffentlichungen, durch Erleichterung des gegen. schien die erste Nummer eines Organs, das mit Hilfe geeigneter nahmen gegen Deutschland nur von den an den Reparationen beseitigen Verstehens die Möglichkeit einer Verständiteiligten Mächten gemeinsam, nicht von einzelnen Mächten auf eigene gung" zwischen den Deutschen und Franzosen schaffen will. Fauft getroffen werden. Es nennt sich Deutsch französische WirtschaftsBergeblich versucht die französische Regierung, die Schwere diefes forrespondenz". Als Herausgeber zeichnet der bekannte Bertragsbruches dadurch zu verhüllen, daß fie der Aktion eine fried Statistiker und Pazifist R. Kuczynski. liche Benennung gibt. Die Tatsache, daß eine Armee in Das Unternehmen ist wie jede Tat, die durch die Atmofriegsmäßiger Zusammensehung und Bewaffnung die Grenzen des sphäre des vom französischen Imperialismus entfachten Haffes unbefehten deutschen Gebietes überschreitet, fennzeichnet das fran- eine Brücke des gegenseitigen Verstehens der Völker schlagen zösische Vorgehen als eine militärische Affion. Hieran wird will, zu begrüßen. Selbst oder vielmehr gerade heute, wo nichts geändert durch die Erklärung, daß Frankreich feine militärische jedes ehrliche Bemühen um den Frieden der Welt durch die Operation oder Besetzung mit politischem Charakter beabsichtige, eine friedliche" Aktion geharnischter Truppen und Panzerautos Erklärung, die übrigens nicht unbedingt, sondern nur für den gegen- fast aussichtslos geworden ist, wo das deutsche Volk einer wärtigen Augenblid ausgesprochen wird. Zeit schwerster Leiden entgegengeht, zu deren Ueberwindung Die deutsche Regierung stellt fest, daß die franzöfifche Regierung es aller Selbstbesinnung bedarf, ist die Kenntnis der als einzigen fachlichen Anlaß für diejen Vertragsbruch die Tatsache Gründe für das Handeln unserer Gegner wichtig. Sie ist heranzuziehen vermag, daß Deutschland für das Jahr 1922 mit ver- fogar die Voraussetzung, will man die Hoffnung bewahren, hältnismäßig geringen Mengen bei der Lieferung von Holz und daß mit oder nach dieser schweren Prüfung unseres Volkes Sohle im Rüdftande geblieben ist. Nach den ungeheuren Leistungen, der Wille zu gemeinsamer internationaler Arbeit an der die Deutschland in Erfüllung der Waffenstillstandsabkommen und Heilung der Kriegswunden den Sieg behält. des Bertrages von Versailles unter äußerster Anspannung und bis zur Erschöpfung seiner Leistungsfähigkeit vier Jahre lang bewirkt tragen. Einmal, von imperialistischer Willkür, die unter allen Frankreichs Vorgehen ist von zweierlei Bestrebungen ges hat, genügen diefe geringfügigen Rüdstände der franzöfi- Umständen die Ausdehnung des Machtbereiches mit ihren schen Regierung, um mit starkem militärischen Aufgebot in deutsches ökonomischen Nebenwirkungen, der Vereinigung westfälischer Gebiet einzudringen und die Hand auf den wichtigsten Besitz der deutschen Wirtschaft zu legen. Die deutsche Regierung erhebt Kohle mit dem französischen Erze will. Dann aber ist es die panitartige Berzweiflung über die Entwicklung des französischen Staatshaushaltes, die unglaublich ange gegen die Gewalt, die hiermit einem wehrlosen Bolte wachsene Staatsschuld, der schleichende Banterott, der angetan wird, vor der ganzen Welt feierlichen Protest. fich jeden Tag zur offenen Katastrophe entwickeln kann. Sie kann sich gegen diese Gewalt nicht wehren. Sie ist aber nicht bringt darüber in der genannten Korrespondenz wesentliche Professor Charles Gide von der Pariser Universität gewillt, fich dem Friedensbruch zu fügen oder gar, wie ihr angejonnen wird, bei der Durchführung der französischen Absichten Schulden ergibt die Summe von mehr als 360 Milliarden Einzelheiten. Eine Gesamtaufrechnung der französischen mitzuwirken. Sie weist diese Zumufung zurüd. Die Berantwortung für alle entstehenden Folgen fällt allein auf die Re- Frant. Allein seit Kriegsende ist sie um 171 Milliarden Frank gierungen, die den Einmarsch vollzogen haben. Diese Folgen haben des Wiederaufbaues einschließlich der Pensionen für die gewachsen. Durch die auflaufenden Zinsen für die zum Zweck fich bereits in einer weiteren Entwertung der Mart und Kriegsbeschädigten und ihre Familien aufgenommenen Aneiner sprunghaften Steigerung aller peelse in leihen, also alles Ausgaben, auf deren Rückzahlung durch Deutschland gezeigt; die fünftigen wirtschaftlichen und politischen Deutschland man rechnete, wird die französische Staatsschuld Folgen find un fibersehbar. Solange der vertragswidrige Zu- im Jahre 1930 vermutlich auf 450 milliarden angestand, geschaffen durch den gewaltsamen Eingriff in das Zentrum wachsen sein. der deutschen Wirtschaft, andauert und seine tatsächlichen Folgen nicht beseitigt sind, ist Deutschland nicht in der Lage, Leistungen an diejenigen Mächte zu bewirken, die jenen Zustand herbeigeführt haben. Indem ich Sie bitte, Vorstehendes Ihrer Regierung mitzuteilen, benutze ich auch diesen Anlaß, um Ihnen, Herr Botschafter, die Berficherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu erneuern. Sinngemäß die gleiche Note wurde dem belgischen Geschäftsträger in Berlin überreicht. Morgen 15 Maffenversammlungen Näheres Beilage! Man hat sich in Deutschland daran gewöhnt, mit Milliardenziffern zu arbeiten. Die Geldentwertung hat alle herkömmlichen Zahlenbegriffe über den Haufen geworfen. Deshalb bedürfen die Ziffern Gides eine Erläuterung. Die deutsche, vornehmlich im Inland aufgenommene Reichsschuld beträgt mit Ausnahme der Reparationen rund 2,2 Billionen Mart. Das ift, am Auslandswert der Mart gemessen, noch nicht eine Milliarde Goldmart. Frankreich rechnet mit einer Gesamtschuld von 450 Milliarden Frank. Am Auslandswert des Frant gemessen, wären das 161 Milliarden Goldfrant oder rund 129 milliarden Goldmart. Es ist nachdem Poincaré selbst durch seinen Moratoriumsvorschlag es anerkannt hat vor allen, auch den jetzt feindselig auftretenden Staaten erwiesen, daß Deutschland eine solche Schuldsumme nicht tragen tann. Daß Frantreich, selbst wenn es seine verschwenderischen Ausgaben für den Militarismus streicht und den kostspieligen Sport der friedlichen" Offupationen aufgibt, auf die Dauer seiner Schuld nicht gewachsen ist, liegt auf der Hand. Wenn zwei Ratten Die Arbeiter gegen den Rechtsbruch. am Berhungern sind, beißt die stärkere auf die schwächere Die Zechen des neubesetzten Gebietes haben von der Bochum, 12. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeit- los. Das ist das Geheimnis der französischen Kraftmeiergeste Reichsregierung den Bescheid bekommen, daß sie für nehmerverbände, die am Freitag von einer franzöfifchen Militär- und Konfliktsluft, das ist auch der Grund, weshalb eine ganz erzwungene Kohlenlieferungen von der deutschen Regierung abgelehnt, da fie jedes Wohlwollen gewaltsam einge- präsidenten zujubelte, als er die Besetzung des Ruhrgebiets erzwungene Kohlenlieferungen von der deutschen Regierung fommission aufgesucht wurden, haben die angebotene Hilfe gewaltige Mehrheit der französischen Kammer dem Ministerfeine Barzahlungen mehr zu erwarten haben. Befördern Frankreich und Belgien die Kohlen von sich aus, so werden sie haben die Beauftragten Poincarés auf die wirtschaftlichen Folgen brochener fremder Truppen unangenehm empfänden. auch für die Bezahlung aufkommen müffen, soll nicht das ge- des Gewaltatis hingewiesen und ihnen erklärt, daß mit den liche Schuld nach vorsichtigster Rechnung mindestens 20 bis Nach Gide verzehrt heute die Zinsenlast für die öffentsamte Wirtschaftsleben des Ruhrgebietes innerhalb kürzester Frift in völliges Stocken geraten und die Zechen außerstande ungeheuren Summen, die der franzöfifche Militarismus in den deut- 21 Broz. des Voltseintommens. Steigt aber der Frank etwa fein, noch weiterhin ihre Arbeiter zu bezahlen. Wie aus dem wieder hätte aufgebaut werden können, ferner, daß fie feine Vermittliche Schuld 57 Proz. des Boltseinkommens beschen besetzten Gebieten nuglos verschwendet, Nordfrankreich längst auf seinen Goldmert, so würde die Belastung durch die öffentRuhrgebiet gemeldet wird, verkehrten von der ersten Stunde des französisch- belgischen Vormarsches an feine Wiedergut- lung der Franzosen bei Lohnstreitigkeiten brauchten und sich selbst tragen. Dazu kommen noch die durch Steuern bestrittenent machungsfohlenzüge mehr in der Richtung nach Frankreich und start gnug fühlten, den Achtstundentag aufrecht zuerhalten. Die fran- Ausgaben des Staatshaushaltes. Rechnet man sie zu der Belgien. Lediglich die Italienzüge wurden noch weiter 3öfifche Agitation könnte der deutschen Arbeiterschaft nie und nimmer Binslast hinzu, so verschlingt der öffentliche Bedarf in dem abgefertigt, da es noch nicht feststeht, ob Italien ebenso wie weismachen, daß finanzielle Notwendigkeiten diesen Gewaltakt recht- Falle der Rückkehr zur Goldmährung mehr als 90 Bro3. des Volkseinfommens! Gide hätte allerdings bes Frankreich und Belgien als vertragsbrüchig angesprochen fertigen könnten. werden muß. rücksichtigen müssen, daß sich eine ähnliche Erhöhung der Die halbe Ruhrförderung okkupiert. schwebenden Schuld und der Staatsmusgaben auch in DeutschMehr prinzipieller Natur ist, daß die Reichsregierung auch land mit demselben Augenblick einstellen wird, wo die Stabilidie Barzahlungen an Frankreich und Belgien als offimittag liegen 50 Pro3. der rheinisch- westfälischen Steinkohlengruben lichung der französischen und der deutschen Schuldenlaft angeEisen, 12. Januar.( Eigener Drahibericht.) Bis heute nachzieli eingestellt erklärt. Denn tatsächlich haben wir schon seit mittag liegen 50 Pro3. der theinisch- westfälischen Steinkohlengruben fierung der Mark erfolgt. Deshalb ist der oben zur Berbeutim französisch- belgisch neubefehten Gebiet. längerem feine Barzahlungen mehr geleistet, weil Deutschland dazu außerstande war. Das Moratoriumsgesuch vom 14. NoBejagungslinie: im Süden des Ruhrgebiets von Steele wandte Maßstab des Auslandsgeidwertes nicht ganz zutreffend. Gide kommt zu dem Ergebnis: pember, das eine Regelung bringen sollte, ist nach wie vor aus über firay nach Kapernberg, Horft- Emscher, Buer, Gladbed. Sie mitteilte. in der Schwebe, da bekanntlich teine Antwort auf dieses Ge- Russischer Protest gegen die Ruhrbesetzung? fuch der Regierung Wirth, das sich die Regierung Cuno zu Wie die D. T. A." aus zuverlässiger Quelle meldet, hat die russieigen gemacht hat, erfolgt ist, und die damals eingeleiteten sche Sowjetregierung bei sämtlichen Alliierten gegen die Besetzung Berhandlungen durch den negativen Ausgang der Konferenzen des Ruhrgebietes durch die Franzosen und Belgier feierlich Protest in London und Paris fich zerschlagen haben. eingelegt. ,, Diese Darlegungen werden, denke ich, genügen, um zu zeigen, wie ungerecht die in Deutschland landläufige Behauptung ist, die Geldforderungen Frankreichs hätten feinen anderen 3wed, als Frankreich zu bereichern und Deutschland zu ruinieren. Sie haben in Wahrheit keinen anderen Swed, als den Ruin Frankreichs zu verhüten." Gide tut unrecht, nicht den letzten Schluß aus seiner Erkenntnis zu ziehen. Frankreich ist bankerott. Frankreich kann sich in Deutschland nie ganz bezahlt machen, Frankveieh braucht ein Deutschland, das nicht zahlen will, dcrru« verschließt« sich der Erkenntnis, daß Deutschland heute nicht zahlen kann. An dem Tage, an dem der finanzielle Bankerott Frankreichs offenbar wird, wird man auch gezwungen fein, die Panzerwagen zu verschroten und die Gewehre in die Ecke zu stellen, um mit den übrigen Ländern eine gemeinsame Lösung zu suchen unter Hintansetzung imperialistischer An- sprüche. Aber bis dahin ist— so scheint es— noch ein weiter Weg. An einem zweiten Artikel entrollt Paul R e y n a u d den bekannten, vom deutschen rechtsstehenden Bankier Marx stammenden Plan einer Lösung des Reparationsproblems durch die Beteiligung der Entente an der deut- schenJndustrie und Landwirtschaft. Dieser Plan stieß bekanntlich in Deustchlemd wie in Frankreich auf den schärfsten Widerstand. Auch die deutsche S o z i a l d e m o- ! ratio hat ihren Plan einer„Erfassung der Sachwerte" nie so aufgefaßt, daß fremden Staaten ein direkter Anteil am privaiwirtschaftliche» Volksvermögen gegeben werden soll. Ein solches Kompagniegeschäft der Entente mit dem deutschen Kapital zur Ausbeutung des arbeitenden Volkes lehnt sie ab. Heute ist es übrigens nahezu ausgeschlossen, daß Reynauds Vorschlag irgendwo Freunde stnden wird. Und das wird erst recht dann nicht der Fall sein, wenn Frankreich mit der Aus- fassung an die Frage herantritt, die Reynaud zusammensastend folgendermaßen kund tut: „Mißlingl die»(nämlich die Lösung de» Reparationsproblems auf diesem Wege— Red. d. V.) und ergibt sich, daß die modernen Methoden der Uebersührung von Reichtümern nicht angewendet werden können, so wird das französische Volk unvermeidlich ge- zwungen sein, aus die veralteten und abscheulichen Methoden der Vergangenheit zurückzugreifen." Also Annexion der Weisheit letzter Schluß?— Nein, iccr derart tief in die deutsche Wirtschaft' eingreifende Vor- schlage macht, der muß wissen und wollen, daß die Gewalt in jedem Falle ausgespielt hat. Anders ist eine Ver- ständigung nicht denkbar. Die Männer, die hier ehrlich an der Verständigung der Völker arbeiten wollen, werden uns den freundschaftlichen Rat nicht übel nehmen, die einmal be- schrittenen Gedankengänge bis in die letzte Konsequenz hinein auszudenken. Denn nur Klarheit, eigenes Verstehen bahnt den Weg zum Verständnis bei den anderen. Sie Konferenz öer Staatspräsidenten. Serlin, 12. Januar.(BIB.) 3n der heutigen versamm- lung der Staats- und MinisterprSsidenlen der Länder gab der Reichskanzler ein Bild der allgemeinen Lage und ging im i-efonderen auf die Reparationestage und die von der Reichs- regierung in dieser Angelegenheit unternommenen Schritte, sowie auf die durch die rechtswidrige Besetzung des Ruhrgebietes ge- schaffene Situetion ein. Der Reichsmini st er des Aus- wärt! gen machte hierzu ergänzende Mitteilungen. Bei der folgenden Aussprache billigten die Vertreter der Länder einmütig das verhalten der Retchsregierung. Dabei gab der bayerische Ministerpräsident eine Erklärung ab, in der er sich hinter die Reichs- regierunz stellte. Im Lause der Versammlung wurde die Innerpolikische und die wirtschaftliche Lage besprochen, wobei'der R e> ch s w i r t- s ch a f t s m i n i st e r dir von der Reichsregierung geptanten Maß- nahmen gegen Luxvs und Schlemmerei zur kennftris gab. Die betresfenden Sesehentwürse werden, ebenso wie diejenigen, die sich gegen die Auswüchse im Handel mit edlen und unedlen Metallen richten, den gesetzgebenden SSrperschafim mit größter Beschleunt- gung zugehen. Der Reichswirlschostsminister und der Reichsver- krhrsminister sprachen über die kohlen läge, der Reichs- crnährungsminister über die Ernährungstage, ebenso wurde die Ausländersrage erörtert. Zum Schluß dankte der Reichskanzler den Vertretern der Län- der für die Geschlossenheit, mit der sie sich einstimmig hinter die Reichsregierung gestellt hätten und für die Ruhe und Festigkeit, die sie gegenüber dem uns angetanen Unrecht der Ruhrbesetzung zum Ausdruck gebracht hätten. (Es ist für die bayerische Regierung kein Kompliment, wenn ihre Erklärung, daß sie hinter der Reichsregierung stehe, besonders erwähnt werden muß. Bei den übrigen Ländern scheint sich das— im Gegensatz zu Bayern— von selber zu verstehen.)_ Dr. Mapers Urlaub. Der aus Paris abberufene deutsche Botschafter Dr. Mayer hat sich nicht, wie als selbstverständlich angenommen werden mußte, nach Berlin, sondern in seine Heimat begeben. Das Organ der Deutschen Lolkspartei, die.Zeit", wirft am Freitag» abend die Frage auf:„Wo ist Botschafter Dr. Mayer?" und sagt, sie halte die Meldung, er sei nach Bayern auf Urlaub ge- gangen,„für so unglaublich, daß ein Dementi durch die Reichs- rcgicrung notwendig erscheint". Diese aber sieht sich genötigt, die Reise Mayers nach München zu bestätigen. Während von einer Regierungsstelle behauptet wird, er sei„kränklich", stellt eine andere fest, daß er sich„wohl fühlt". Die„Zeit" richtet ferner an den Reichstagsabgeordneten Dr. Mayer „die bescheidene Frage, ob er es für vereinbar mit seiner Pflicht als deutscher Volksvertreter hält, bei der Reichstagsverhand- lung am Sonnabend zu fehlen". Regierung unü Gewerkschaften. Die vom Reichskanzler angekündigten Besprechungen der Regierung mit den Gewerkschaften zur Abwehr der nahenden neuen TeucningSwelle werden voraussichtlich noch am Sonn- abend stattfinden. Unter anderen schon früher von den Ge- tverkschaften an die Regierung gerichteten und bereit» bekannten Forderungen zur Linderung der wirtschaftlichen Notlage wird bei den neuen Verhandlungen von den Gewerkschaftsvertretern besonders die Frage der Stabilisierung der Preise in den Vordergrund der Erörterungen gestellt werden. Ohne die mannigfachen, stellenweise nur schwer anzupackenden Schwierig- leiten dieser Frage zu verkennen, müssen die Gewerkschaften darauf dringen, daß etwas getan wird, um der unvermeidlichen Teuerungswelle zu begegnen. Rufruf üer Sergarbeiterverbänöe. Die freie, die christlich« und die Hirsch-Dunckersche Bergarbeiter- gewerkschaft betonen in ihrem Protcstaufruf, daß die land- und be- triebsfremden Herren im Gegensatz zu der Ankündigung der Be- satzungsmächte nur Schwierigkeiten im Loben des Ruhr- aebiets hervorrufen können. Die Verbände erwarten, daß die Be- satzungsmächte ihr Versprechen halten und die deutschen Gesetze und den Achtstundentag bestehen lassen; sie mahnen eindringlichst zur Ruhe und Besonnenheit. Unbesonnenheiten gegen die Be- satzung könnten das Elend nur vergrößern. Der treue st e Sachwalter der Arbeiter, ihre erprobte Organisation, werde die Massen auch in der kommenden größten Not nicht verlassen. Der Aufruf schließt: Kameradenl Verhindert Unbesonnenheit jeder Art, ob sie aus unbeherrschtem nationalen Ehrgefühl oder aus sich international geberdcnder Phantastik geboren ist, mehr wie je. Laßt uns in diesen Tagen zusammenstehen als ein einig Volk von schaffenden Brüdern. » Di« Friedensbrecher setzten große Hoffnungen auf di« pol- nischen Bergleute im Ruhrgebiet. Es befinden sich dort etwa £7 000 ausländische und 630 000 inländische Bergarbeiter, etwa 38 000 polni'sch sprechende Bergarbeiter und eigentlich natio- n a l polnische Bergleute nur noch etwa 6000 bis 8000. Die polni- scheu Bergleute wandern fortdauernd ab, und zwar nach Frankreich, Polen und in die Ukraine. Di« zurückgebliebenen werden, wenn es darauf ankommen sollte, kaum um den Preis der Verfeindung mit ihren Klassengenosien willfährige Werkzeuge des französischen Imperialismus werden. (BS) Wie aus Esten gemeldet wird, befinden sich unter den im Ruhrgebter eingetroffenen französischen Ingenieuren auch ein« Anzahl von Polc'n, die in sranzösischc Dienste getreten sind. • Bochum, 12. Januar.(Eig. Drahtber.) Wie gestern in Duisburg, so sollten heut« in Essen auf Befehl des Kommandierenden die führenden Persönlichkeiten und Zechendirektoren antworten. Aber weder Stinnes noch Kirdorf, noch irgend ein anderer maßgebender Industrieller waren erschienen. Sie hatten lediglich Vertreter ent- Et. Kein Wort wurde darüber verloren, daß das Kohlensyndikae gar nicht mehr in Essen befindet. Im übrigen erhielt der erungspräsident den Befehl, für Kohle zu sorgen. Regierungspräsident Genoste Grützner lehnte dieses Ansinnen ab. da er u. a. kein« gesetzlichen Mittel habe, die in Frage kommenden in- dustriellen Stellen zur Durchführung der Verordnungen zu voran- lassen und die Instanzen der Industrie nur bitten könnte. Gleich- zeitig erklärte er nn Minen der Behörden, daß diese durch g e s e tz- liche Bestimmungen verhindert seien, an der Kontrolle der Kohlen- Verteilung mitzuwirken. Di« Besatzung solle sich deshalb nicht mehr an lokal« Behörden, sondern an die höheren Regierungsbehörden wenden. Zum Schluß gab der General di« Erklärung ab, daß die behördlichen Anordungen im besetzten Gebiet in Zukunft nicht mehr. wie bisher, von Berlin, sondern nur von den Besatz ungs- t r u p p e n«ntgegenzlinehmen waren. verbotene Trauer. Duisburg. 18. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die� belgische Besatzungsbehörde hat die von der preußischen Regierung für Sonn- tag angesetzte Trauerseier bei Strafe verboten. Jedem Schuldirekwr, der eine Feier veranstaltet, wird Strafe angekündigt. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte den Oberbürger- meister, an die Befehlshaber ein« Beschwerde über die B e h a n d- lung der Bevölkerung, über die k u l t u r w i d r i g c Besetzung der Schulen zu richten. Genosse Müller betonte für die sozialdemo- kratische Fraktion, daß sie in der Besetzung des Ruhrgebicts einen ungeheuerlichen Gewaltakt erblickt, der nie mit wirtschaftlichen Not- wendigkeiten gerechtfertigt werden könne, sondern lediglich a n n e k- tionistischen Bestrebungen entspreche. Trotz der Brutalität werde die deutsch« Arbeiterschaft an der Einheit des Reiches und an der Republik ständig festhalten. Jeden Zwang, von welcher Seite er auch kommen werde, lehnte Müller namens der Fraktion ab. Essen. 12. Januar.(Eigener Drahtbericht.) An dem Haupt- kreuzungspunkt Essens, vor dem Hauptbahnhof, ließ die Besatzung»- behörde die Straßenbahnhaltestelle entsernen. Die Besatzung hat die H a u p t e i n g ä n g e des Haupkbahnhofs ge- schlössen, so daß sich der HaupKerkehr über einen Nebeneingang des Bahnhofes abspielen muß. In Hamborn hat man angeordnet, daß sämtliche politische Versammlungen zunächst bei der ordentlichen Polizei, dann bei der Besatzung angemeldet werden, und die endgültige Genehmi- gung für die Abhaltung in Duisburg bei dem Obcrkommandic- rendsn eingeholt werden muß. Speyer. 12. Januar. Der französische Provinzdelegierte in Speyer Hot für den Nationaltrauertag jede Beflaggung in der Pfalz verbotene_ Rückwirkungen üer Ruhrbefetzung. London, 12. Januar.(Eva.) Für die englische Industrie machen sich ganz eigenartige Rückwirkungen der Besetzung des Ruhrgebietes bemerkbar. In den englischen Zentren der Kohlenaussuhr Haufen sich dt« französischen Aufträge aus englische Kohle. Man glaubt hieraus schließen zu können, daß die französischen Industnellen kein großes Vertrauen zu dem Erfolg der Ruhrbesetzung in bezug auf die Kohlenausbeute haben. Man ist jedoch der Meinung, daß es kaum möglich fein wird, di« umfangreichen französischen Be- stellungen auszuführen. Bekanntlich arbeiten die englischen Gruben- arbeiter zurzeit nur 7 Stunden täglich und es würde zum mindesten notwendig lein, den Achtstundentag wieder«inzuführen, um der gesteigerten Mchfrage zu genügen. Außerdem fürchtet man. daß di« großen Bestellungen die Kohlenpreise derartig in die Höhe treiben werden, daß ein Rückschlag für die englisch« Industrie nicht aus- bleiben könnte. Der Versuch,«inen größeren Teil der französischen Auströge auszuführen, wurde voraussichtlich nicht nur die englische Industrie, sondern auch den englischen Hausbrand stark in Mitleiden- schuft ziehen._ Der„Rationalvcrband deutscher Soldaten" ist durch Verfügung des preußischen Ministers des Innern Genossen Severing auf- gelöst worden. Die Mas unü üer Schmarren. Eine abscheuliche Ketzerei von Hans Bär. Wenn ich meinen Augapfel auf den Film werfe, denke ich sofort an Mio. Mia ist einzig. Min ist der Inbegriff aller Beiwörter, die ich aus Loger habe. Wenn Mia in» Kino geht, freue ich mich, denn dann weint sie regelmäßig und das macht mir riesigen Spaß. Sonst knöpft sie nämlich Ihre Seele zu, daß keürer kluq daraus wird. Aber im Kino weint sie. Zum Beispiel an folgenden Stellen: Die Dorothea Schlemilch(Äroßaufnahine) inerkr drei Monate nach jenem unüber- legten Augenblick, daß die Welt von ihrer Sünde erfahren wird. Denn im Film sind fast alle Männer schlimme Ueberwinderiche und alle Freuen schwach- Opfer.(Das gehört sich für den ehrsamen Zu- schauer.) Also... die Dorothea Schlemilch(Großaufnahme) merkt... und die Mutter dringt in sie, fragt sie aus, spitzt den Mund, bittet und fleht, tätigt einen frommen Auzenaufjchlag. Titel: Hast du denn kein Vertrauen? Sag'« deiner Mutter! Nach vielen Hemmun- gen folgt natürlich die Beichte-- und was für eine Beichte, der Film hat's in sich— die Mutter fällt In Ohnmacht... natürlich. obwohl sie's variier schon sicher wußte. Was kümmert das den 'Autor? Aber es war keine richtige Ohnmacht, denn plötzlich steht die Mutter wieder auf und haucht mit dem letzten Feuer der er- sirrbeiun Kraft ihrer im Film leider unhörbaren Stimme:„Ach, wenn das der Vater müßte!" Aber der Vater erfährt es— natürlich—, weil die Mutter nicht einmal für fünf Minuten den Mund halten kann, lind der Vater ächzt mit dem letzten Feuer der er- sterbenden Kraft seiner im Film leider unhörbaren Stimme:„Diese Schande, diese Säzande!" und wirft seine Tochter— natürlich— aus dem Hause. Warum? Weil sich das im Jilin so gehört. Do« Publikum kann da« für snn gutes Geld oerlangen. Schöner, rührender aber wird das Spiel noch, wenn der Vater nach dem Hinanswurf feiner Tochter in Gemütskrnmpfe fällt, zu- sülliq— natürlich— nach der Bibel greift und zufällig die Stelle aufschlägt, wo geschrieben steht: Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Siein auf siel— Der Dater kannte die Stelle früher schon, aber was kümmert es die Autoren. Natürlich eilt der Vater sofort aus dem 5)ause und ruft nach allem vier Richtungen: Kehre zurück! Kehre zurückl Aber vergeblich, vergeblich... natürlich... die kreisenden Wasserringe in irgendeinem Dorftümpel, die man mit einem Kino- blick gerade noch erkennen kann, reden eine furchtbare Sprache.... Zu spät, zu spät— natürlich.— Ich habe es nicht gewollt. Warum das? Weil sich das Im Film so gehört. Das Publikum kann das für sein gutes Geld verlangen. einen schicken kunstseidenen Jumper und otn elegante» Haarnetz trägt— und sich gerne ein bißchen anlügen läßt. Vom Film und von den vornehnren Herren, die man in beliebiger Zahl aus jedem Modejournal ausschneiden kann. Solange es die Mias gibt, wird es auch den Kitsch geben.— So, jetzt fand ich endlich den Mut, das nicht geborene Kind beim Namen zu nennen.— Denn Angebot und Nachfrage stehen in enger Beziehung. Mo Und Mia weint und geht„erbaut" noch Hause. Und alle Mias weinen und gehen erbaut nach Hause., Denn Mia ist der Typ des„ehrbaren" deutschen Pensions- wädchen», das jeder Schmorren rührt. Das sich gern« amüsiert. Dar gerne ein bißchen kokettiert, das gerne ein bißchen poussiert. an entziehe allen Mias die kleinen, nach Veilchen oder Reseda duftenden Taschentüchlein. Dann müssen wir den Schandenvater und den Selbstmordtümpel nicht mehr über die Leinwand klecksen sehen. Eine künstliche Speiseröhre. Der dänische Chirurg Prof. Thor- klid Rorsing hat kürzlich der Oeffentlichkelt interestante Einzelheiten über seine Operation bekanntgegeben, die er im Jahre 1921 aus- geführt hat. Di« Patientin war eine oieninddreißigjährige Frau. Infolge von Verwachsungen in der Speiseröhre war der Nahrung der natürliche Weg abgeschnitten, so daß die Frau einem qualvollen Hungertod entgegensah. Prof. Rorsing entschloß sich infolgedessen zu einer kühnen Operation. Er macht« einen Einschnitt in die Brust, schlug die beiden Bänder der durchgeschnittenen Haut zurück, um sie nach(kinlegung eines Gummischlouches wieder durch eine Naht ' zu vereinigen. Durch spätere Operationen wurde dann dieser natür- liche Hautschlauch am oberen Ende mit der Speiseröhre verbunden» während der untere Teil mit dem Magen verbunden wurde. Do- durch wurde ein durchgehender Kanal gebildet, der die Speise durch den Mund erst durch den Anfang der natürlichen Speiseröhre und von da durch den Gummischlauch in den Magen beförderte. Die verschiedenen Operationen nahmen insgesamt eine Zelt van sechs Monaten in Anspruch. Die Patientin konnte dann aus dem Kranken» haus entlassen werden und geht seitdem wieder ihren Geschäften nach, die es ihr ermöglichen, ihre fünf Kinder zu ernähren. Ein Archiv für Kinematographie. Die Deutsche Filmschule be- sttzt setzt ein Archiv für Kinematographie. Di« Aufgabe dieser ein- zigen öffentlichen Stelle im deutschen Filmwesen ist es, alles mir irgendwie erreichbare Material über Kinematographie zu sammeln und sachkundig zu oerarbeiten. Neben einer einschlägigen Bibliothek wird u. a. auch ein statistisch wissenschaftliches Archiv unterhalten, in dem alles Zahlenmaterial und alle Filmnachrichten gesammelt und auf Grund einer sorgfältig angelegten Kartothek verarbeitet wird. Di« Deutsche Filmschule hat die Ausbildung von Kinatcchnikern und Filmdarstellern sich zur Aufgabe gesetzt und darf natürlich nicht mit den üblen, auf Spekulation berechneten Filmschulen verwechselt werden. Das Filmarchiv wieder dient direkt der Filmindustrie, In- dem es alle Materialien, di« durch den Verkehr Mit Volks- und Interessenvertretungen, mit Behörden, Schulen und Instituten er- forderlich werden, zur Verfügung stellt. Der Leiter des Archivs, Dr. Nicr, fördert das Interesse der Wissenschaft für die Kinemato- graphie durch regelmäßigen Verkehr mit Hochschulen»nd Fachlehr- emstalten, eine wissenschaftliche Filmzeitschrift unterstützt ihn in dieser Abficht. Die Pflege der Beziehungen zum Ausland und die Förderung der Schul- und Unterrichtskinematographle ist weiter ein« der wichtigsten Aufgaben des deutschen Filmarchivs. ver Schieber zur Situation: Deutschland in Not? Was heißt? Wieso? Wir saufen Sekt, wir saufen Bordeaux! HS? Deutschland hat kein Essen mehr? Uns ist die Tafel gedeckt, aber sehr! Und wenn sie mit mangelndem Hausbrand euch schreckten: Wir haben Bewegung, wir hamstern Effekten! Wir urteilen kühl über Poincare— Ein Schieber tut doch dem andern nicht weh! Und wenn auch: wir kennen die Situation Durch Anno IS und 17 schon! Der groß« Trost ist uns geblieben: Wir haben geschoben und werden schieben! Ihr sprecht, über Deutschland bricht Elend herein— Gott ja, gewiß, es kann schon sein! Was kümmert's uns, wenn man so spricht, Denn Deutschland— das sind wir doch nicht! W. Das Ende de» chinesischen Mandarins. Nach dem Zops und den verkrüppelten Frauenfllhen hat die chinesische Regierung jetzt auch mit den Mandarinen aufgeräumt, jenen allgewaitigen Staats- Würdenträgern, deren Namensbezeichnung die Portugiesen in die europäische Literatur eingeführt haben. Der Mandarin in der von zwei Sonnenschirmen begleiteten Sänfte, mit seinem tolarähnlichen, prunkhaft geschmückten langen Gewand, den bis zum Knie reichen- den, seidenen Stiefeln und der Kette, die bis zum Gürtel herabfiel, mit der spitz zulaufenden, von einem Kristallknopf gekrönten Kopf- bedeckung, der je nach seinem Grad von weißer oder roter oder blauer Farbe war. und der Schildpattbrille war eine Persönlichkeit von grenzenloser Machtfülle. Er war Richter und Leiter des Straf» Vollzugs zugleich, er erhob die Steuern und vergab die öffentlichen Arbeiten, und er war daneben Polizeimeister und Befehlshaber der Truppenmacht: kurz, er herrscht« über all« und alles, mit der Will- kür eines Despoten. Dos schlimmste aber war, daß der Mandarin gewöhnlich auch ein gerissener Gauner war. Er trieb besonders mit der Besetzung von Aemtern einen Handel, der ihn in wenigen Iahren zum reichen Manne machte. Heute tragen auch die Staats- Würdenträger der Republik eine militärische Uniform oder das schlichte Bürgerkleid nach europäischem Vorbild, und damit haben sie ihren Nimbus zum größten Teil eingebüßt. Hei lewet noch. Prof. Brunner hat es erwirkt, daß durch Berfügung des Regierungspräsidenten von Wiesbaden die Ver- ordnunq de» Polizeipräsidenten von Frankfurt a. M., auf Grund deren Brunners„Deutsche Taten' auf eine Schundlist« gesetzt waren, außer Kraft gesetzt wurde. Er will jetzt den Polizeipräsidenten von Frankfurt a. M. und den Sachverständigen Wilhelm Frohnemann wegen Verleumdung verklagen.— Das kann ja nett werden. Tie«uteuverg-Buchbaudlung. Tauentzienstrabe 5, eröffnet soebeu ein« Aquarell-AnSstellung von Erich Watte. / Die Kundgebungen am Sonntag. Ausland und Ruhrbesetzung.e " Berlin, 12. Januar.( WTB.) Der Amtliche Preußische PresseDienst teilt mit: Der Polizeipräsident von Berlin, der erst durch Pressenachrichten von der geplanten Kundgebung Kenntnis erhalten hat, hatte der von einer Reihe politischer Parteien auf Fast die gesamte Pariser Presse bezeichnet die vorgestrige Aus den neutralen Ländern liegen außer den sozialistischen Sonntag in den Luftgarten einberufenen Massendemonstration seine Kammerfizung als eine eindrucksvolle Kundgebung und äußert ihre Stimmen, die restlos das französische Borgehen verurteilen, fast Genehmigung versagen müssen, weil die seit dem 20. November v.. höchste Zufriedenheit mit der Rede Poincarés. Die wenigen fritischen ausschließlich Aeußerungen des schärfsten Protestes gegen bestehende Berordnung Umzüge und Demonstrationen unter freiem bürgerlichen Stimmen sind in der„ Deuvre" und in der Ere die Gewaltpolitik Boincarés vor. Im deutsch österreichischen Nationalrat tam es Himmel untersagte und eine Aufhebung der Verordnung gerade für Nouvelle" zu finden. Während die Deuvre" bei der Kammer Nervoeine Luftgarten- Bersammlung bei den ungünstigen polizei und ver- fität feststellt und jede Ruhe vermißt, durch die man gewohnt fei, nach einer Rede des Präsidenten Weißkirchner zu einer warmen sammlungstechnischen Voraussetzungen dieses Plages nicht tragbar sein Vertrauen fundzugeben, äußert sich die Ere Nouvelle" sehr Sympathie fundgebung für das Deutsche Reich. erschien. Inzwischen haben Besprechungen der Beteiligten zu folgenDie belgische Partei gegen die Ruhrbesetzung. dem Ergebnis geführt: Brüssel, 12. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Generalrat( Partelausschuß, Red. d. B.") der Belgischen Arbeiterpartei war am Donnerstag einberufen worden, um zur Befehung des Ruhrgebiets Stellung zu nehmen. Er hielt zwei Sihungen am Donnerstag und eine am Freitagvormittag ab, in denen die zur Tagesordnung stehende Frage Gegenstand einer großzügigen Debatte war, die sich im Geifte vollster Kameradschaftlichkeit abwickelte. Schließlich wurde folgende von Bandervelde, De Broudère, Mertens, van Roosbroed und Wauters eingebrachte Resolution einstimmig angenommen. Nur bezüglich des letzten Abfahes machte Jules Deftrées einige Vorbehalte, so daß dieser Abfah mit allen gegen drei Sämmen bei einer Stimmenthaltung angenommen wurde. Die Resolution lautet: Auf Vorschlag des Berliner Polizeipräsidenten Richter wird bie Rundgebung nicht im Luftgarten, sondern auf dem Königsplay vor dem Reichstage stattfinden. Bei einer Abhaltung der Versammlung im Lustgarten und dem Zusammenströmen non Hunderttausenden in der inneren Stadt wäre es so gut wie unmöglich gewesen, Zwischenfällen und Ruhestörungen, die zu sehr unliebfamen Folgen hätten führen müssen, durch die Polizei in allen Fällen vorzubeugen. Der Königsplay dagegen ist vor allem verkehrstechnisch für derartige Riesenversammlungen ungleich günstiger gelegen. Er bietet der Polizei die notwendigen Ueberwachungsmöglichkeiten und fäßt auch mit seinen breiten Zufahrtstraßen die Menschenmengen, insbesondere nach dem Westen, mühelos abströmen. Nachdem die politischen Parteien sich hiermit einverstanden erklärt hatten, bemühte sich der Minister des Innern Severing um die Herbeiführung der erforderlichen Genehmigung des Reichstagspräsidenten und der Reichsregierung. Insbesondere handelte es sich dabei um die Erteilung der Genehmigung, die im Wortlaut des Reichsgesetzes über die annmeile vorgesehen ist. Diese Genehmigung ist erteilt worden, so daß nunmehr die Versammlung auf dem Königsplatz ftattfindet. Während des Vormittags bleibt bis nach erfolgtem Abströmen der Versammlungsteilnehmer das Brandenburger Tor für jeden Berkehr gesperrt. Die übrigen Absperrungsmaßnahmen werden vom Polizeipräsidium noch bekanntgegeben. Haltlose Verdächtigungen. Verschiedene reaktionäre Blätter-„ Deutsche Tageszeitung", Kreuzzeitung" und" Tag"- haben gestern abend wüste Angriffe auf den Polizeipräsidenten Genossen Richter veröffentlicht und zum Teil sogar dessen Absetzung verlangt. Richter wird darin beschuldigt, das Berbot der Protesttundgebung im Lustgarten im Interesse der Sozialdemokratischen Partei erlassen zu haben, weil diese zu gesonderten Kundgebungen aufgefordert habe. Gegenüber diesen Verdächtigungen genügt es, auf folgenden flaren Tatbestand hinzuweisen: fritisch: Gie schreibt, das des Bugeständnis Ministerpräsi denten, daß man sich auf nicht beträchtliche Geldeingänge gefaßt zu machen habe, werde auf alle Bierbantstrategen wie eine talte Dusche wirken. Also, ruft das Blatt aus, haben wir unsere Allianz mit England gebrochen, die ameritani schen Sympathien verscherzt, das Mißtrauen gegen uns in Europa vergrößert, die Möglichkeit einer internationalen Anleihe und die Befreiung von unseren Schulden gegenüber unseren Verbündeten in Frage gestellt für blindes Borgehen. Wer fann sich also wundern, daß Sozialisten und Radikale die Verantwortung für ein der artiges Abenteuer ablehnen? ein Indessen wird jetzt befannt, daß ungefähr die Hälfte der radi falen Kammerfrattion Poincaré das Vertrauen ausgesprochen hat, desgleichen Briand, Loucheur, Forgeot, sowie sämtliche Anhänger Clemenceaus. Für die englische Auffassung ist ein offenbar von der Regierung inspirierter Artitel der Times" von Bedeutung, in dem es heißt: Es sei zu hoffen, daß Deutschland nicht die Gefahr vermehren und die Hoffnung auf Wiederherstellung nicht durch eine törichte Attion seinerseits abschneiden werde. Alles, was Deutschland tun werde, um eine Verschärfung des militaristischen Charakters der französischen Unternehmung herauszufordern, würde Torheit sein. Einige deutsche Parteien forderten bereits würde Torheit sein. Einige deutsche Parteien forderten bereits die vollständige Verwerfung des Bersailler Bertrages. Eine solche Maßnahme würde verhängnisvoll auf Deutschland selbst zurüdwirken. Die Tatsache, daß England den Methoden entgegen sei, mit denen Frankreich seine Ansprüche geltend mache, bedeute bestimmt nicht, daß England auf seine Forderungen an Deutschland verzichte oder daß es bereit sei, bei Frankreich für Deutsch Land zu intervenieren. Die Aussichten des britischen Planes für die Lös ng des Reparationsproblems feien gefährdet durch die von Frankreich unternommene Aftion, aber dieser Plan stelle immer noch eine wohlerwogene praktische Ansicht über das Problem dar. Es sei nichts in der britischen Haltung, was Deutschland ermutigen fönne, bei seinem Widerstand gegen den franzöfifchen 3wang zu rücksichtslosen Extremen überzugehen. Es sei sicher die erste Pflicht der deutschen Regierung, im Intereffe des eigenen Volkes Vorsicht und zurückhaltung zu üben. Es fei er freulich, daß die Zurückziehung des deutschen Botschafters aus Baris nicht als Abbruch der diplomatischen Beziehungen anzusehen sei. Unter den gegenwärtigen Umständen sei es eine mil dere Form des Protestes. Die Deutschen würden gut tun, die Frage nicht zu komplizieren. Die erste Stelle, die überhaupt an den Polizeipräsidenten mit der Anfrage herantrat, ob eine Aufhebung des Verbotes vom 20. November 1922 für eine Protestfundgebung im Luftgarten von ihm erwartet werden könnte, war die Sozialdemokratische Bartei! Und zwar geschah dies am Donnerstagnachmittag, furz Die Washington Post", die allgemein als das Sprachrohr nach 2 Uhr, durch einen telephonischen Anruf der„ Borwärts" der Regierung angesehen wird, erklärt in einem Leitartikel, Redaktion im Auftrage des Vorsitzenden der Bezirksorgani- daß eine Revision des Friedensvertrages notwendig lei, sation Berlin der BSPD., Schlegel. Die Antwort des Genossen wenn in Europa Frieden werden solle. Richter auf diese Anfrage laufete abschlägig und wurde mit polizei. technischen Schwierigkeiten begründet. # Die bürgerlichen Parteien sind überhaupt nicht an den Bolizeipräsidenten herangetreten, so daß er die Einberufung ihrer Brotesttundgebung im Lustgarten erst aus den Freitag- Morgen. blättern erfahren hat. Die gleichen Gründe, die ihn zu der erst en negativen Antwort veranlaßt hatten, mußten dieser Beranstaltung gegenüber um so mehr Geltung haben, als es sich bei den Iegteren nicht um eine festgefügte Organisation handelt. Das zeigt schon die Unterlassung jeglicher Fühlungnahme mit der für die Ruhe und Ordnung der Reichshauptstadt verantwortlichen Behörde. Im übrigen ist der Zwischenfall gerade durch die Anregung Richters beigelegt worden, die Reichsregierung um Freigabe des Königsplatzes zu ersuchen. Der Aufsatz charakterisiert den französischen Einmarsch in das Ruhrgebiet als einen groben Fehler, dessen Folgen sich wahrscheinlich für Frankreich als schädlicher denn für Deutschland erweisen würden, und fordert die Einberufung einer zweiten Friedenskonferenz, die den Friedensvertrag revidieren solle, wobei die Bereinigten Staaten unter der Bedingung teilnehmen würden, daß eine flare Verständigung mit den Mächten über Natur und Ziel der Revision stattfindet. gungen. Die Reparationskommission. Heute wichtige Beratung. Der Generalrat bestätigt seinen am 5. Dezember 1922 einstimmig gefaßten Beschluß gegen jede Erweiterung der militärischen Offupafionen, die den Keim unvermeidlicher Konflikte in sich trägt. In der Erwägung, a) daß es gerecht und notwendig ist, daß Deutschland die von ihm verursachten Schäden wiedergutmache, b) daß die geplanten militärischen Offupationen in wirtschaftlicher Hinsicht nur unheilvolle Folgen haben können und unvermeidlich die Wirkung auslösen werden, jene Gegenfäße auf das höchste zu steigern, die der Herstellung eines wirklichen Friedens im Wege stehen, c) daß die einzige Politit, die geeignet ist, den verwüffeten Gebieten wirksame Wiedergutmachungen zu sichern, diejenige ist, die durch die Beschlüsse der Sozialistischen Konferenz in Frant. furt a. M. fowie durch den Kongreß des Internationalen Gewerkschaftsbundes im Haag gefordert worden ist, bedauert der Generalrat, daß die Regierungen nicht auf den Schiedsspruch des Völkerbundes zurüdgegriffen haben, um gleichzeitig die interallilerten Schulden zu regeln, die deutsche Reparations last endgültig zu bestimmen, deren Zahlungsmodalitäten und Garantien festzulegen fowie die im Falle einer Michlausführung dieser Schiedssprüche unerläßlichen Sanktionen. Der Generalrat rechnet auf die Energie der deutschen Arbeiterttasse, um, Hand in Hand mit dem internationalen proletariat, den Sieg dieser gerechten und friedlichen Lösungen zu fichern. die Politit des Zwanges und der Gewalt, deren Der Generalrat erneuert feinen Protest gegen praktische Zwedlosigkeit seit vier Jahren durch die Tatsachen im vollsten Maße erwiesen worden ist und die zwischen den Völkern jenen Geist des Mißtrauens und des Haffes schüren, der den Keim neuer Kriege enthält. Stockholm, 11. Januar.( WTB.)„ Socialdemokraten" hält an seinem Standpunkt fest, daß es das Recht und die Pflicht der Neutralen fet, die Angelegenheit vor das Forum des Völkerbundrates zu bringen. gebracht hat. Sie illustrieren auch sehr gut die immer wiederholten Forderungen der Rechtspresse nach Herstellung einer Einheitsfront. Offenbar Einheitsfront nach Erledigung aller Sozialisten. So scheint wenigstens die bayerische Lesart zu sein, die aus den vorliegenden Meldungen spricht. Paris, 12. Januar.( WTB.) Havas berichtet, die Tagesordnung der außerordentlichen Sitzung, die die Reparationskommission morgen vormittag 10% Uhr an Stelle der ursprünglich für Freitag München, 12. Januar.( Mtb.) Landesausschuß und Landtags. nachmittag angesetzten Sigung abhalten werde, umfasse die Prüfung fraktion der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Bayerns ereiner französischen Note über die deutsche Rapital laffen einen Aufruf an das werftätige Bolt, der sich aufs schärfste Die Berliner Bühnen am Trauer- Sonntag. Bom Berband Ber- flucht und des Memorandums der zuständigen Abteilung der gegen den Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet wendet, der liner Bühnenleiter wird uns geschrieben:" Da der kommende Sonn- Reparationstommiffion, betreffend die Mängel gewisser Aufbau nur den völligen Ruin Deutschlands herbeiführen solle. In dem tag auf Grund der Verordnung der Staatsregierung als TrauerSonntag begangen werden soll, haben die Berliner Bühnen, soweit organisationen. Außerdem werde die Erörterung des deutschen Aufruf heißt es weiter: Mit inniger Anteilnahme gedenken wir fie in der Lage dazu waren, ihr bereits angekündigtes Repertoire ab- Moratoriumsgesuches für 1923 im Laufe diefer Sigung in dieser Stunde unserer Volksgenossen in den besetzten Gebieten. geändert und dem Ernst des Tages angepaßt. Eine Reihe von wenigstens beginnen, und, wenn am Vormittag feine Entscheidung Wir haben die Gewißheit, daß sie allen Versicherungen, Bersprechun Serien- Theatern, insbesondere die Berliner Operettentheater, find zustandekomme, würden weitere Sigungen am Nachmittag und viel gen, Lockungen oder Gewaltmitteln der französischen Imperialisten zu ihrem Bebauern nicht in der Lage, infolge der Kürze der Zeit, leicht auch am Sonntag vormittag folgen. Die Kommission müsse gegenüber ebenso standhalten werden, wie die Bevölkerung in den andere als die angekündigten Stücke aufzuführen. Aber auch wegen ja bis zum 15. Januar eine Entscheidung treffen und Deutschland bisher besetzten Gebieten in so wahrhaft bewunderungswürdiger der hohen petuniären Berpflichtungen sind sie außerstande, ihre notifizieren. Die Reparationskommission würde also morgen offi Meife es getan hat. Nicht zuletzt denten wir dabei an unsere wadeTheater Sonntag zu schließen. An diesen Bühnen werden aber vor ziell mit dem von den technischen Abteilungen der franzöfifchen ren Pfälzer Genossen. Nehmt ynseren Dank und treuen Gruß! Beginn der Borstellungen ernste Feiern stattfinden, die dem Cha- Delegation aufgestellten Plan besaßt werden. Diefer bewillige Bum Schluß wird versichert daß Bayern mit der deutschen Republic Cha- ziell rafter des Tages Rechnung tragen. In der Großen Bolksoper fällt die für Sonntagvormit Deutschland ein Moratorium von einem Jahre, stelle jedoch Bedin- steht und fällt. Es wird zu mächtigen Kundgebungen gegen diese fag angefeßte Tanzmatinee von Lucy Kieselhausen aus. Selbstverständlich verfolge dieses Programm denselben Bergewaltigung und gegen den Bölkerrechtsbruch seitens der soEin Indianermuseum. In New York( Broadway, 155 th street) 3wed wie das Projekt, das Poincaré der Pariser Kommiffion vorgezialdemokratischen Organisationen aufgefordert. Die Münchener Post" meldet hierzu, daß eine Reihe von hat ein Großfaufmann George G. Heye mit Unterstützung anderer legt habe, weist ihm gegenüber aber erhebliche Unterschiede auf. Die Kapitalisten ein Museum ins Leben gerufen, das alles fammein Vorschläge der französischen Regierung vom 2. Januar hätten eine Parteimitgliedern, die zum Schuße der Plakate für die soll, was sich auf das Leben und die Geschichte der Rothäute bezieht. umfassende, endgültige Regelung der Reparationsfrage im Zu heute angekündigten Versammlungen aufgeboten waren, von der Man hofft dadurch endlich im Laufe der Zeit zur Beantwortung der fammenwirten mit sämtlichen Alliierten zum Ziele gehabt und feien Polizei verhaftet worden sei. Ueber diese Verhaftungen Frage zu kommen, woher die Ureinwohner Ameritas eigentlich infolgedessen sehr umfangreich gewesen. Während die Borschläge wird ein amtlicher Bericht im Laufe des Tages ausgegeben werden. stammen, ob sie in Urzeiten über die Aleuten oder aus Polynesien der französischen Delegation nur die Garantien eines ein. oder gar aus Europa nach Amerita herübergekommen sind, oder ob jährigen Moratoriums festzusehen beabsichtigen und desman die Urheimat in irgendwelchen inzwischen versunkenen Fest: halb natürlich weniger ausgiebig seien. Nichtsdestoweniger müßten München, 12. Januar.( WTB.) In der vergangenen Nachtt ländern fuchen foll. Das Museum hat vier Stockwerte und gliedert fie die Maßnahmen zum Zwecke der Mart stabiliesierung tam es in verschiedenen Stadtteilen zu Zusammenrottungen, die besich in eine Schaufammlung und eine Abteilung für die Forschung und der deutschen Finanzfontrolle, sowie, für den Fall, zweckten, Gasthäuser und Hotels nach etwa dort anwesenden Ausa Die Einrichtungen sind sehr neuartig und praktisch. So hat man zahlreiche Schränke und Schubladen, die das besuchende Publikum daß Deutschland im Laufe des Moratoriums seine Verpflichtungen ländern zu durchsuchen. Bu Zwischenfällen ist es dank den getroffe nach Belieben herausziehen kann, um die dort unter Glas ange. nicht erfülle, auch die Beschlagnahme der Pfänder in Betracht nen Vorsichtsmaßnahmen nirgends gekommen. Wie von zuständiger Stelle weiter mitgeteilt wird, wollte eine größere Menschenbrachten fleineren Gegenstände zu betrachten. Einstweilen ist ja die zichen. Hauptfrage, auf die es Mr. Heye antommt, noch nicht gelöst, aber menge vor das Hotel Vier Jahreszeiten ziehen, in dem die Ententedas Museum hat sich bereits in anderer Weise nühlich gemacht. Die tommiffion untergebracht ist. Bor den Fenstern der Kommission indianischen Tertilmuster haben modernen Musterzeichnern schon sollten patriotische Lieder gesungen werden. Bon einem in der mehrfach schäkenswerte Anregung gegeben, und ebenso finden die Maximilianstraße bereitstehenden Bolizeiaufgebot wurde die Menge Töpfereien, Flechtarbeiten, Schnitzereien und andere Erzeugnisse abgedrängt und an Demonstrationen vor dem Hotel verhindert. des indianischen Hausfleißes bei der Industrie, die originelle Borbilder sucht, freudige Beachtung. Berliner Sinfonie- Orchester. In dem Sonntags- Monzert am 14., abends 8 Uhr im Blütbner Saal wirtt Elisabeth Bischoff( Bioline) als Solistin mit. Dirigent: Camillo Hildebrand. Der Ball der Filmindustrie findet am Sonnabend, den 20. d. m, in ben gesamten Räumen des Boologischen Gartens statt. Eintrittskarten find in den belannten Verkaufsstellen sowie im Klub der Filmindustrie, Friedrichstr. 223, zu haben. Der Verfallstag verschoben. Paris, 12. Januar. Mitternacht.( TU.) Um den deutschen Zahlungsplan prüfen und beantworten zu können, soll der Verfallstag vom 15. auf den 31. Januar verschoben werden. Was geht in Bayern vor? Vor einer nationalen Bewegung".- Sozialdemokraten werden verhaftet. Nationalisten veranstalten Radan. Französische Journalisten und Reichstag. Der Aellestenrat beschäftigte sich mit der Frage der Zulaffung französischer Journalisten zum Reichstag. In Paris werden die deutschen Journalisten nicht zum Kammergebäude zugelassen. Der Berliner Verein der Parlamentsjournalisten hat bereits verschiedentlich in Paris versucht, eine Gleichberechtigung der deutschen In München entwickeln sich immer eigenartigere Zu- Journalisten mit den französischen durchzusehen, aber feinen Erfolg Ein Forschungsinstitut für Eisenportland- und Sochofenzement stände. Es hat bereits peinlichstes Aufsehen erregt, daß erreichen können. In einem Schreiben an den Reichstagspräsidenten ift in Düsseldorf eröffnet worden. Seine Aufgabe ist die Erforschung der Herr Seine Aufgabe ist die Erforschung der Herr v. Knilling gemeinsam mit dem national hat er nunmehr gebeten, die französischen Journalisten im Reichstag gesamten Schlacken der Eiſenindustrie und ihre Nutzbarmachung für das sozialistischen Hezapostel Hitler zu reden für möglich hielt. nicht besser zu stellen als die deutschen in Paris. Nach seinem Baugewerbe. Das Institut soll besonders neben dem bereits bestehenden der Portlandzementindustrie die bisberigen Forschungen und Erfolge der In welcher Weise die Nationalsozialisten angesichts der Wunsche soll fortan tein französischer Journalist mehr den NeichsHüttenzementindustrie verbreitern und die wissenschaftliche Erkenntnis von schweren auswärtigen Lage schamlose Verhegung betreiben, tag betreten, mit Ausnahme des Vertreters des amtlichen französi. den bydraulischen Eigenschaften der Hochofenschlade fördern. haben wir berichtet. Jezt liegen wieder Meldungen vor, schen Depeschenbureaus, ihm soll aber, ebenso wie dem Vertreter Filmaufnahmen staatlicher Grundstücke. Das fadlife Gederen bloße Gegenüberstellung so sehr den bayerischen des WTB. in Paris, der Zutritt zur Journalistentribüne untersagt werben. Der Aeltestenrat fam in dieser Angelegenheit noch nicht jamiministerium bat beschloffen, in Zukunft Filmaufnahmen staat- Standal beleuchtet, daß sich jeder Kommentar erübrigt. zu einer Entscheidung. Vorläufig bleiben aber die von den franzö licher oder unter staatlicher Berwaltung stehender Grundstücke nur mit Wir sind gespannt, ob die Reichsregierung diese unhaltbaren fischen Journalisten in Berlin beantragten Einlaßtarten zum ReichsGenehmigung des zuständigen Ministeriums und gegen Entrichtung einer angemessenen Gebühr zu gestatten. Zustände auf der Ministerpräsidentenkonferenz zur Sprache tag suspendiert, bis der Aeltestenrat die Sache endgültig geregelt hat. Gewerkschaftsbewegung erprefferischen Sammlungen in den Betrieben nicht einmal imstande Die Kommunisten unter sich. Tatsache, daß die Kommunisten trotz allem Tamtam und trotz ihrer maren, ihren Angestellten die Gehälter zu bezahlen. Biel Geschrei und wenig Wolle. Lebenshaltungskosten und Löhne in Berlin. Aus dem Archiv der Berliner freigemertschaftlichen Organisation wird uns geschrieben: Wie band der Angestellten hat mit dem Arbeitgeberverband des Großhandels, Fachgruppe Eisen- und Stahlerzeugnisse aller Art, bereits ab November v. J. Tarifvertragsabschlüsse getätigt. Der Arbeit. geberverband im Röhrengroßhandel ist durch Schiedsspruch ver. pflichtet worden, mit dem 3d2. einen Tarifvertrag zu tätigen. Der Ein günstiger Wind weht uns die Abschrift des Protokolls der Demobilmachungskommissar wird in den nächsten Tagen zu dieser Die Verhandlungen in der Metallindustrie. Sitzung der Industriegruppenleiter, Bezirks- Fraktionsobleute der Angelegenheit Stellung nehmen. In diesem Monat wird sich außer. Mitglieder der roten Kartelle und des Zentralvorstandes der KPD. Wie wir erfahren, haben heute im Reichsarbeitsministerium dem der Schlichtungsausschuß mit der Interessenvereinigung der Berlin- Brandenburg zu, die am 4. Dezember in den Sophien- Sälen auf Veranlaffung des Reichsarbeitsministers, infolge der Ablehnung 29 Firmen im Eisen- und Stahlgroßhandel" nach einem bereits erstattgefunden hat. Trotz des großen Kreises, auf den sich die Teil des Schiedsspruches, neue Verhandlungen zwischen dem Verband gangenen Beschluß abermals beschäftigten. Die taufmännischen Angestellten im Eisen-, Stahl, Röhrennehmerschaft dieser Sizung erstreckte, waren im ganzen nur 70 Per- der Berliner Metallindustriellen und dem Deutschen Metallarbeiter- usw. Großhandel mögen aus dem Vorhergesagten ihre Konsequenzen sonen anwesend. Auf der Tagesordnung stand: Der Stand der Verband stattgefunden. Ueber das Ergebnis dieser Verhandlungen ziehen. Die abgedroschenen Schlagworte wie Standesbewußtsein, Fraktionsarbeit in den Berliner Gemertschaften. find innerhalb der beteiligten Organisationen die Beratungen noch Bertarbeit ufw. sollten feinen Angestellten mehr irritieren. Referent war Melcher. Hier das Verhandlungsprotokoll: nicht abgefchloffen. Wie wir erfahren, wird das Metallfartell die Gewerkschaftsarbeit des DHV. im Eisen- bnd Stahlgroßhandel Melcher: Der Stand der Frattionsarbeit ist im allgemeinen am Sonnabendvormittag zu dem Verhandlungsergebnis Stellung aussieht, hat sich beim Streit der kaufmännischen Angestellten der befriedigend für die kurze Zeit der positiven Arbeit. Die Einsendung nehmen. Nach Abschluß der Beratungen wird den Mitgliedern so- Firma C. 2. D. Casten gezeigt, wo die Kollegen auf die Führung der Verbandspresse läßt noch viel zu wünschen übrig, ebenso die Be fort Mitteilung gemacht werden. des DHB. verzichteten und selbständig mit der Firma verhandelten. kanntgabe der jeweiligen Lohnsätze in den einzelnen Branchen. Diese Die Tarifabkommen für den Monat Dezember sind im Bureau werden unbedingt gebraucht, um durch Veröffentlichungen in der des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10, „ Roten Fahne" die einzelnen Kategorien zum Kampfe während der Geschäftsstunden zu haben. zu bringen. In folgenden Verbänden sind noch keine Frattionen vorhanden, ja es bestehen nicht einmal Berbindungen: 25 Jahre dänischer Gewerkschaftsbund. Freie Berufe, Wertmeister, Polierer, Porzellanarbeiter, Schornstein- Die erste Woche des neuen Jahres zeigt eine 5prozentige Die ersten Gewerkschaften Dänemarks, die der Schiffszimmerer, feger, Steinfeger, Friseure, Musiker. Hier müssen zum mindesten Steigerung der Ernährungsausgaben gegenüber der Vorwoche. Hauszimmerer und Tabatarbeiter, wurden im Jahre 1871 gegründet. Berbindungen geschaffen werden. Im Holzarbeiter, Fabrik. Die Ausgaben für Heizung, Beleuchtung und Wohnung sind etwas In den nächstfolgenden Jahren wurden 18 neue Gewerkschaften erarbeiter, Metallarbeiter, Bekleidungsarbeiter und im Glasarbeiter stärfer geftiegen, so daß sich für die Teuerungszahl( welche die verband find starte Frattionen vorhanden, die aber noch Roften ber vier vorgenannten Lebensbedürfnisse umfaßt) eine Er- richtet, hauptsächlich in Kopenhagen. Es bestand selbstverständlich systematischer arbeiten müssen. Im Bau- und Eisenbahner höhung von 7 Proz. gegen die Vorwoche ergibt. Infolge der In immer eine gewisse Zusammenarbeit zwischen diesen Gewerkschaften. verband ist die Spaltungspruchreif und hier muß doppelt penturauspertäufe zeigten die Bekleidungsaus= Im Jahre 1886 wurde eine Art Zentralorganisation gebildet,„ De porsichtig gearbeitet werden, um die Spaltung der Amstergaben einen Rüdgang von 5 Broz. Die Lebenshaltungs- samvirkende Fagforeninger", die als der Vorläufer des jetzigen damer zu verhindern oder doch abzuschwächen. Diese Frattionen foften einschließlich Bekleidung erfuhren eine Zunahme von Gewerkschaftsbundes bezeichnet werden kann. Dieser wurde in seiner arbeiten sehr gut. In der Berliner Gewerkschaftskommission 4,5 Proz. Gegen die zweite Dezemberhälfte find die Lebenshal- jezigen Form am 3. Januar 1898 in einer von 405 Gewerkschaftsist die Fraktion etwa 20 Bersonen start, es find aber sicher noch mehr tungskosten um 8,5 Proz. gestiegen. Gegen den Durchschnitt des vertretern besuchten Versammlung unter dem Namen„ De Samvorhanden. In der freigewerkschaftlichen Betriebsrätebewegung find ganzen Monats Dezember haben sich die Lebenshaltungsfoften um virkende Fagforbund i Danmark" gegründet. Er tann jetzt auf die KPD.- Mitglieder ausschlaggebend. Die Funktionäre der Par- 10 Proz. erhöht. tei, die verantwortungsvolle Funktionen in den Berliner Gewerf fein 25jähriges Bestehen zurückblicken. schaften besitzen und feine praktische Arbeit leisten, werden in Zukunft vor die 3entrale geladen werden und, wenn sie nicht arbeiten wollen, aus der Partei ausgeschlossen Steinfurt von den Eisenbahnern erklärt, daß fie versuchen werden, die Spaltung abzufangen. Wo es aber nicht mehr aufzuhalten ist, werden sie im revolutionären Sinne die Eisenbahner 3ufammenfaffen in einem Verbande der ausgefchloffenen Eisenbahner und diese trotzdem zum Kampfe führen. werden." Kaiser von den Bauarbeitern erklärt dasselbe. Auch sie versuchen, die Einheit des Bauarbeiterverbandes gegen den Willen Päploms zu stören und führen dieserhalb einen schweren Kampf. Weiher von der Union spricht den Vorrednern die Erreichung ihres Zieles, die Spaltung der Gewerkschaften zu verhindern, ab. Auch sie werden noch zu der Ueberzeugung kommen, daß die Union recht behält. Wenn die Delegierten vom Weltkongreß zurückkommen, muß eine Versammlung sämtlicher Gewerkschaftsfunktionäre statt finden, in der diese Fragen nach den Beschlüssen, die dort gefaßt werden, geflärt sind. Jäger, Boblad und Melcher schließen sich dem an und fordern nochmals zur positiven Arbeit auf; dann muß es gelingen, die Gewerkschaften von innen heraus zu er obern. Gohlte spricht dann über die Notwendigkeit der Beitragserhöhung. Bei der Reichszentrale hat die Berliner Organisation eine million 200 000 m. Schulden, die unbedingt gedeckt werden müssen. Es sind nicht einmal die Pflichtbeiträge an die Reichszentrale abgeführt worden. Die Angestellten haben für den Monat November nur einen Teil des Gehaltes erhalten. Er bitte, für Januar den Beitrag auf 70 m. pro Woche festzusehen. Deutschmann und Pfeiffer sowie Lindig sprechen dafür und wird dementsprechend beschlossen. An diesen Ausführungen ist bemerkenswert, daß, wie der Refes rent ausführte, im Bau- und Eisenbahnverband die Spaltung spruch reif ist" und daß hier doppelt vorsichtig gearbeitet werden muß": Nicht minder bemerkenswert als dieses Eingeständnis der Spaltungsarbeit der Rommunisten ist der Hinweis auf die Gewerkschaften, wo bislang noch keine fomunistischen Spaltungszellen besteher und die Aufforderung, solche zu gründen. Das hindert die Kommunisten selbstverständlich nicht, dann öffentlich die Gewerkschaf ten und deren Führer anzuflagen, daß sie es feien, die auf die Spaltung hinarbeiteten. Wir glauben, doß jeder weitere Kommentar überflüssig ist und daß die Arbeiter selbst aus diesen kommunistischen Geständnissen die nötigen Schlüsse ziehen werden. Nicht minder charakteristisch ist es, daß die Kommunister die Spaltung gerade in den Gewerkschaften mit der größten Anstrengung betreiben, die im schärfsten Kampfe stehen. Man braucht sich nur zu fragen, wer aus dieser Spaltungsarbeit der Kommunisten Nutzen ziehen kann, um zu wissen, in wessen Interesse diese arbeiten. Der vierwöchige Ernährungsbedarf einer fünfföpfigen Familie kostete am 3. Januar 53 141 M.; dazu fommen für Heizung, Bei der Gründung zählte der Gewerkschaftsbund 50 939 MitBeleuchtung und Wohnung 9825 M. Demnach betrug die Teuerungs- glieder; seitdem ist die Mitgliederzahl ununterbrochen gestiegen und zahl für Berlin am 3. Januar 1923 rund 63 000 m. Da die er beträgt jetzt 242 545. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten wähnten Lebensbedürfnisse im Durchschnitt der Jahre 1913/14 faft Arbeiter Dänemarks beträgt ungefähr 300 000, aber nicht alle Vergenau 100 m. lofteten, beträgt der Entwertungsfaktor bände sind dem Gewerkschaftsbund angeschlossen. Diese große Anrund 630. Allerdings ist die Qualitätsverschlechterung zahl organisierter Männer und Frauen in einem so fleinen Lande dabei nicht berücksichtigt. Der vierwöchige Bekleidungsbedarf der wie Dänemark zeugt davon, daß das Gefühl der Zusammengehörig fünftöpfigen Familie in der Menge und Beschaffenheit, wie er vom feit start entwickelt ist. Tatsächlich stellt der Gewerkschaftsbund im Statistischen Reichsamt berechnet wird, testete nach unseren Er- dänischen Wirtschaftsleben einen Faktor dar, mit dem überall ge. hebungen rund 15 000 m., fo daß sich die Lebenshaltungsfosten zu rund 78 000 m. ergeben. Es handelt sich, wie gesagt, um einen bestimmten Teil des vierwöchigen Bedarfs Während seines Bestehens hat der Gewerkschaftsbund viele einer fünftöpfigen Familie, aber nicht um ein Existenzminimum. schwere Kämpfe mit dem Unternehmertum zu bestehen ge= Neue Lohntarife waren bis zum 8. Januar noch ver- habt; einer der größten war die Aussperrung im Jahre hältnismäßig wenige gemeldet. Der Wochenverdienst der gelernten 1899, die vier Monate dauerte und über die Hälfte der Arbeiter bewegt sich in der ersten Januarhälfte um 18 000 m., für damals organisierten Arbeiter umfaßte. Der Gewerkschaftsbund die zweite Januarhälfte um 21 000 m. Die Friseure verdienen ab fann mit Freude und Stolz auf die vergangenen Jahre 6. Januar 8230 m. schiede. Die Spigengehälter( Endgehälter der höchstbezahlten Tarif Die Angestellten gehälter zeigen sehr große UnterDie Angestelltengehälter zeigen fehr große Untergruppe einschließlich Familienzulagen für die Frau und ein Kind) bewegen fich zwischen 45 000 und 186 000 m. In der Hauptsache liegen sie in der Nähe von 100 000 m. Buchdruderlöhne beruhte auf einer mündlichen Mitteilung aus dem Die in unserer vorigen Mitteilung enthaltene Angabe über Bureau des Buchdruckerverbandes. Neue Löhne in der chemischen Industrie. Der Zentralschlichtungsausschuß der chemischen Industrie fällte in der Lohnstreitfache folgenden Spruch: Der Lohn des über 20 Jahre alten Arbeiters der Fachgruppe II beträgt für die Beit bom 27. Dezember 1922 bis einschließlich 16. Januar 1923 400 m.; vom 17. Januar 1923 bis einschließlich Die Spanne zwischen den Ortsklassen 80. Januar 1923 480 M. beträgt 10 Broz. Die Spanne zwischen den Fachgruppen beträgt 5 Broz. Die Löhne der anderen Kategorien und Altersklassen werden prozentual errechnet. Lobntabellen find ab Dienstag im Bureau des Fabritarbeiter Verbandes, Engelufer 24/25, Aufgang C, 1 r. zu haben. rechnet wird. Unternehmern durchzusehen, in den Zeiten der schwersten Krise zurückblicken, in denen es ihm gelungen ist, die Durchführung des Achtst und entages auf dem Wege der Vereinbarung mit den günstige Bedingungen für die Arbeitslosen zu erreichen und trotz der außerordentlich großen und lang andauernden Arbeitslosigkeit die Kürzung der Löhne auf ein Mindestmaß zu beschränken. Metallfartell. Heute vormiffag 10 Uhr: Sigung im Verbandshause des DMB., Zimmer Urich. Achtung, Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre! Mittwoch, den 17. Jannar, 6% Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophien. ftraße 17-18, Versammlung fämtlicher BSPD.- Gewerkschafts- und Be triebsfunktionäre( Obleute, Betriebsräte, Bertranensleute usw.). Tages ordnung: 1.Die Vorgänge in Budwigshafen. Referent Genoffe Brey, Borsigender des Fabritarbeiterverbandes. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer n. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierzu 1 Bellage. Bei Grippe- Gefahr schützen die fachärztlich empfohlenen Tarifpolitik im Eisen- und Stahlgroßhandel. bandes und des Verbandes der weiblichen Handels- und BureauDie Tarifpolitit des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverangestellten hat es zuwege gebracht, daß der alte Arbeitgeberver. band liquidierte. Ein Teil der Firmen hat die Interessenvereinigung der 29 Firmen im Eisen. und Stahlgroßhandel" gebildet, während eine nicht unerhebliche Anzahl von Firmen sich dem Arbeitgeberverband des Großhandels Dr. Engel angeschlossen hat. Trogdem die kaufmännischen Angestellten der Branche in überwiegender Daß es vereinzelte fommunistische Funktionäre gibt oder gegeben auch der 3d2, beteiligt sein sollte, haben die Vertreter der christlichMehrheit dringend verlangt hatten, daß an allen Tarifabkommen hat, die die Interessen der Arbeiterschaft nicht den Parolen der KPD. nationalen Richtung hinter dem Rücken des Zentralverbandes der zu opfern bereit sind, geht aus der Drohung hervor, daß sie in 3u- Angestellten im Röhrengroßhandel funft aus der Partei ausgeschlossen werden," wenn sie nicht, wie der einen Tarifvertrag abgeschlossen. Die Arbeitgeberorganisation diefer Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Referent sagte, praktische Arbeit" zu leisten bereit wären. Unter Branche ließ sich alsdann noch verpflichten, mit dem 302. keinen " praktischer Arbeit" muß man nach dem fommunistischen Jargon die Tarifvertrag einzugehen. Letzteres ist in öffentlicher Berhandlung 3erstörungsarbeit in den Gewerkschaften und die Berhetzung vor dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin protokollarisch festgestellt. der Arbeiter gegeneinander verstehen. Die Führung in dieser Sigung DHB. und Bw. behaupteten stets, 90 Proz. aller Angestellten der hatte offenbar Weiher von der„ Union", der ja im Punkte der Eine amtliche Nachprüfung der Mitgliedszahlen, veranlaßt durch die Branche Eisen und Stahlgroßhandel als Mitglieder zu besitzen. Spaltung über prattische Erfahrung verfügt. Was es mit der Reichsarbeitsverwaltung, hat jedoch ergeben, daß DHB, und BwA. Massenbewegung" der Kommunisten auf sich hat, geht übrigens aus bei weitem noch nicht einmal die Hälfte der Ange. den Schulden hervor, die die Berliner Organisation hat, und aus der stellten in ihren Organisationen vereinigen. Der Zentralber- MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 aus alter Gewohnheit Panflavin- Pastillen Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise Schluß der Restu. Einzelpaar Woche am Sonnabend, den 13. Januar. @am Die billigen Preise sprechen für sich! Peiser diesen Schlußtagen: Schw. Damenstiefel ganz außergewöhnlich billig! 413 Nr. 20 ♦ 40. Jahrgang Beilage Ses vorwärts Sonnabend. 13. Januar 1023 Oernotat und fein Zreunö. Zwei Gesichter hat dieser Bernotat: das eine weich, zuvor- kommend, liebenswürdig, das andere hart, gierig, durchtrieben. So gemeingefährlich er auch fein mag, rein menschlich dauert er einem fast. Man kann sich schon denken, daß vielleicht mehr als einmal, wenn er so nach anstrengendem Raubgang, mit reicher Beute be- laden, in sein trautes Heim am Kurfürstendamm zu Frau und Kind zurückkehrte, ihn eine Sehnsucht überfallen mußte, den Rat seines Freundes Kaminski zu befolgen und endlich mal dieses Doppelleben eines hypermodernen Diebes aufzugeben. Was war es denn, das ihn daran hinderte? Dekorateur von Beruf, Villaeigentümer an der Ostsee mit Spielklub, Ziegeleibesitzer, erfolgreicher Pferdespekulant, glücklicher Ehemann und Vater, ein Mann mit gesellschaftlichem Schliff, von einnehmendem Wesen, dem ein langsamer, jedoch steter Aufstieg in der Handels-, Schieber- und Halbwelt des Kurfürsten- damms gesichert schien,— was trieb ihn in fremde Wohnungen, zu fremden Kostbarkeiten? War es Gier, schnell reich zu werden, oder war es Sport— unüberwindbarer Reiz nach ungesundem Nerven- iitzel? Wohl beides. Wie einfach schien es doch, mit Dietrich und Schraubenzieher ausgerüstet, in fremde Zimmer einzudringen, um sich das Eigentum anderer zu eigen zu machen. Es waren fast visuelle Zwangsvorstellungen, die ihn immer wieder antrieben. Er fand keine Ruhe, bis er nicht wieder ging, er konnte nie genug haben, obgleich er mit den Gütern nichts mehr anzufangen wußte. Das Motiv ward zum Selbstzweck und hatte damit seinen Sinn verloren. Ist das nicht die Psychologie des„Raffke" des Jahrhunderts? Eins aber hatte er dem letzteren sogar voraus: er befaß Formgefühl. Von den errafften Gegenständen stellte er in seiner Wohnung nur das unter, was in den Stil derselben— zu den kostbarsten Por- zellanen, Bronzen, Teppichen, Oelgemälden, Möbeln— paßt«, alles ander« stieß er als„Ware" ab. Und seine durch Diebstahl, unter Beihilfe des Buchhändlers Böhme, erbeutete Bibliothek zeugte von einer nicht geringen Intelligenz. Seine Verteidigungslinie hat er sich w der Einsamkeit seiner Zelle zurechtgezimmert. Sie ist psychologisch tief begründet. Nicht er. sondern sein„Freund", ein geheimnisvoller Oberstleutnant „Grohmann", der ebensogut existiert haben konnte wie auch nicht und von dem er, trotz Frau und Kind, in sexueller Hörigkeit ge- standen haben will, soll ihm die Sachen ausgehalst haben. So schüttest er die Taten von sich ab, will von ihnen nichts wissen. Vielleicht nicht zu Unrecht. Es ist eben sein zwestes„Ich", das mit Dietrich und Schraubenzieher in fremde Wohnungen schlich. Hätte Bernotat der Wahrheit die Ehre gegeben und sein Seelen- leben, wie es wirklich ist, ohne Lug und Trug offenbart, so wären ihm vielleicht einigermaßen milde Richter erstanden. Neben ihm, als Gegenstück, sein Freund Kvminski. Erbstch durch seinen alkohol-irren Vater schwer belastet, psychopathisch im höchsten Grade, mißglückt in seinem Triebleben, ein Schlafwandler im Wachen und im Traum, zu kneten welch wie Wachs, ist er in seinem krankhaften Anlehnungsbedürfnis am stilgerechten, be- stimmten und suggestiven Bernotat hängen gebsteben und fand in ihm sein Verhängnis. Unselbständig und unfähig, trotz intensivsten Verlangens und schüchterner Bersuch«, von ihm loszukommen, durch den tragischen Tod seines Bruders, den er selbst verschuldet zu haben glaubt«, an Bernotat als gefürchteten Zeugen dieses Todes endgültig gekettet, hündisch demselben ergeben, bringt er ihm die größten materiellen Opfer, folgt ihm zwei Jahre hindurch auf den ersten Wink, trotz aller Gewisiensbisie, durch dick und dünn. War er wirklich Bernotats Freund, so mußte er logischerweise in besten Doppelleben eingeweiht werden und konnte, so wie er min einmal geartet war, nicht anders als an dessen Treiben tellnehmen. Hier liegt des Rätsels Lösung: Wie war er sich selbst so untreu, daß er Bernotats treuester Diener wurde? Er steht aber neben ihm am Anfang der stümperhaft anmutenden Einbrüche in Wohnungen und beschließt mft ihm den ersten Abschnitt der gemeinsamen ge- meingefährlichen Laufbahn bei den meisterhaft durchgeführten Be- suchen in den Wiesbadener Hotels. Und wie er bei seiner ihm aufgezwungenen Tättgkeit zwischen Lieb« zu seinem Freund und Pflicht gegen sich selbst hin- und herschwonkt. so pendest er in der Gerichtsverhandlung zwischen Angst für und vor seinem Freund und Angst vor der Lüge. Bald reißt er ihn heraus, bald belastet er ihn schwer und unwiderleglich. Ein„rührendes" Paar, dessen Gefährlichkeit durch hingebende! Freundschaft erhöht wird. Ueber die„Schuld" des einen werden] die Richter zu urteilen haben, über die„Verantwortlichkeit" des an-' deren die psychiatrischen Sachverständigen. Die Erhöhung der Eisenbahntarife. Gleich, eilig mit der bereits bekannlgeacbenen Erböbung der Personen- und Gepäcktarife abl. Februar um Iva Proz. wird die Entfernung für die Berechnung der Mindest- fahrp reise sowobl für die Einzel- als auch für die Zeitkarten von 11 Kilon, eier auf 9 Kilometer herabgesetzt. Die Er- höhung um 199 Proz. erstreckt sich auch auf die Schnellzugs, uschläge, die Militärfahrprcise und die sonstigen Gebührensätze. Än Schnell- zugSzu schlügen werden also erhoben für die Zone 1(1 bis 75 Kilometer), die Zone 2(76 bis 1S9 Kilometer) und die Zone 3 (über 1ö9 Kilometer) in der 3. Klasse 299, 499 und 699 M.; in der 2. Klasse 499. 899 und 1299 M. und in der 1. Klasse 899, 1699 und 2499 M. Die Gepäckfracht beträgt vom 1. Februar ab 2 M. für je 19 Kilogramm und einen Kilometer. Die Mindest- fracht wird ebenfalls verdoppelt, also auf 299 M. festgesetzt. Das markenfreie Brot 7vtt Mark. Der Zweckverband der Bäckermeister Groß-Berlins erhöht von Montag, den 1ö. Januar die Preise für markenfreies Gebäck folgendermaßen: Ein Brot von 489 M. auf 799 M.(daS Markenbrot kostet vom gleichen Tage an S79 M. gegen 319 M. biS- her). Schrippen von 23 auf 27 M., Hörnchen und Kaiserbrötchen von 26 auf 39 M.. ein Pfund Einback von 899 M. aus 489 M., gerösteter Zwieback von 459 auf 729 M. Das Abbacken wird auf 89 und 199 M. erhöht. Tüten und Einschlagpapier werden zu Tagespreisen berechnet und das Publikum wird zum Zwecke der Ersparnis ersucht, Einschlagmaterial selbst mitzubringen. Sprunghaftes Steigen des Nilchpreifes. Ei« Liter Milch in der nächsten Woche iM4 Mark. Trotz aller Versuche, den Milchpreis niedriger zu gestalten oder ihn wenigstens nicht weiter steigen zu lassen, wird, wie bereits kurz mitgeteilt, die nächst« Woche eine erneute und ganz bedeutende Steigerung des Milchpreises von 216 auf 244 M. bringen. Da diesmal durch die Annahme des sozialdemokratischen An- trag» in der Crnährungsdeputation die Umsatzsteuerrisikospanne, die jetzt IS M. betragen würde, weggefallen ist, so fällt die diesmalige Steigerung fast ausschließlich zu Lasten des Erzeugerpreises. Er betrug in der laufenden Woche 143 M. und ist auf 175,59 M., also um über 3 9 M., gestiegen. Auch die anderen Posten der städtischen Kalkulatton sind gestiegen, wenn auch bei weitem nicht in demselben Verhältnis wie der Erzeugerpreis. Die Ernähr ungs- deputatton wird ernstlich zu prüfen haben, ob nicht auch hier Ab- str ich« möglich sind. Inzwischen läßt die Reichsregierung durch MTB. mitteilen, daß sie mit Rücksicht auf die außerordentlich« Nottage, die durch die ungeheuerliche Milchverteuerung für die Kinderernährung der minderbemittelten Schichten eingetreten fei, dem Reichstag«in« Borlage über die Bewilligung von drei Milliarden Mark zur V« r b ill i g u ng f ü r Milch für kleine Kin- der«inreichen werde. In der Begründung heißt es u. a.: Es sei nicht beabsichtigt,„eine allgemein« Milchverbilligung durchzuführen, wogegen die bekannten volkswirtschaftlichen Gründe und die Rücksichwahme auf die Reichsfinanzen entscheidend sprechen würden. Es handle sich vielmehr nur um die Linde- rung des ganz außerordentlichen Notstandes, der in vielen Bezirken enger Bevölkerungsanhäufung dadurch ent- standen ist, daß nennenswerte Teile der Bevölkerung angesichts der allgemeinen Verarmung die Mittel zur Bezahlung der Milch einfach nicht mehr aufbringen können. Hier muß eingegriffen werden, wenn nicht unser Bevölkerungsnachwuchs auf da» schwerste geschädigt werden soll. Die vom Reich bereitzustellenden Mittel werden der Höhe nach zur Behebung der Not sicher nicht ausreichen, vielmehr werden starke Ergänzungen durch Mittel der Länder und örtliche Aufwendungen oder prcisausgleichend« Maßnahmen kommen müssen, wie ja derartige HUf« durch Länder und durch örtliche Stellen zum Teil bereits wirkungsvoll gewährt ist. Ferner wird dafür gesorgt werden müssen, daß die Reichsmsttel auf die Fäll« ernstester Not zusammengefaßt und nicht durch Vsr- wendung auch m minder schwierigen Verhältnissen zersplittert werden. Außer dieser Maßnahme der Reichsregierung wird es Zweifel- los von großem Wert sein, wenn die Landwirtschast ihre so oft �betonte nationale Opferwilligkeit durch das bereits an- gekündigte besondere M t l ch o p f e r auch für Berlin bekunden wird. In der städtischen Ernährungsdeputatton wurde durch Stadtrat Richter mitgeteilt, daß diesbezügliche Verhandlungen geführt werden sollen. Auf das Ergebnis sind wir gespannt. Darüber sollten sich alle im klaren sein, daß rasche und radikale Abhilfe angesichts der trostlosen Verhältnisse in Berlin notwendig ist. Ein Rentnerhcim. Für die nicht mehr Erwerbsfähigen, die gegenüber der unauf- hallsam fortschreitenden Teuerung auf ein unzulängliches Renten- einkommen angewiesen find und sich der drückenden Not von Tag zu Tag weniger erwehren können, ist im Verwaltungsbezirk »Prenzlauer Berg" in Räumen des Hauses Greifs- walder Straße 226 ein Heim eingerichtet worden. Am Donnerstag wurde es mit einer kleinen Feier eröffnet, an der Vertreter des Bezirksamtes, der Rentnerfürsorge des Bezirls, des Bundes der Kleinrentnervereine und andere in der Sozial- Hilfe mitarbeitende Personen teilnahmen. Bezirksbürger- meister P a u i John schilderte in warmherziger Rede die Notlage der Rentner, die unter Geldentwertung und Teuerung, den harten Folgen des Krieges, jetzt bitter leiden. Das Heim, das für diese hilfsbedürftigen allen Leute eine Zufluchlstäile sein und ihnen Obdach gewähren will, gibt Einzelstuben gegen mäßige Miete ab und hält für alle auch Gemein- schaftsräume zum Tagesaufentbalt bereit. Die Bewohner des Heims, Männer uud Frauen, müssen ihre Stuben mit eigenen Möbeln ausstatten, können aber die gemeinsame Küche benutzen. um sich Essen zu bereiten oder das aus der Volksspeisung ent- nommene Essen zu wärmen. Für Besuche ist das Heim von morgens 19 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet. Die vom Bezirks- amt möblierten und beheizten Gemeinschaftsräume können auch von nicht im Heim wohnenden Rentnern unentgeltlich besucht werden. Für die Besucher der Gemeinschaftsräume soll versucht werden, Essen aus der Bolksspeisung bei hinreichender Beteiligung gemeinsam zwbeziehen, so daß sie eS hier verzehren könnten und die warmen Räume deS Heims mittags nicht zu verlassen brauchten. Der kNorö in öer Sapreuther Straße. 20 900 Mark Belohnung. Zu dem Mord in der Bayreuther Straße wird mitgeteilt, daß die Kriminalpolizei auf die Ermittelung des Täters oder der Täter eine Belohnung von 29999 M. ausgesetzt hat. Daran nehmen besonders auch die teil, die Auskunft über den letzten Auf- enthalt und den Verkehr des ermordeten Rowack geben. Der Cr- mordete, der Ingenieur und Kaufmann Robert I. Rowack, ver- trat die Rowack Jmporttng Company Jng., die in New Park ihre Bureaus hat. Bei einem Aufenthalt in Bertin hat er verschiedent- lich große Geschäfte mit vielen Leuten abgeschlossen. In der Woh- nung wurden noch mehrere Zeugen vernommen. Die a m e r i t a- nisch« Bo schaft wurde von dem Verbrechen benachrichtigt, weil der Ermordete amerikanischer Staatsbürger war, und eiit- sandte Beamte nach der Wohnung, die sich von dem Befund an Ort und Stelle überzeugten und den Nachlaß des Ermordeten sicher- stellten. Die Leiche wurde dann zur Obduktion nach dem Schcrn- Hause gebracht. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei richten sich besonder» auch auf den Aufenthalt und den Umgang Nowacks während der letzten Tage und der letzten Abende. Die Ermttttun- lungen in den Lokalen, in denen er zu verkehren pflegte, lieferten bisher noch keinen Anhalt zur Aufklärung. Wer Angaben darüber machen kann, wo Rowack besonders am Mittwoch und Donnerstag und namentlich am Donnerstagabend gewesen ist, wird unter Hin- weis auf die hohe Belohnung ersucht, sich umgehend bei den Krimi- naltommiffaren Dr. R i e m a n n und D r ä g e r im Zimmer 88 des Polizeipräsidiums zu melden. Wegen eines gefährlichen Fabrikbrandes wurde am Freitag abend die Schönebevger Feuerwehr nach Friedenau alarmiert, wo in der Apparate» und Mofchinenfabvik von Hans Windhoff A.-G., B« n n i g f e n st r. 29/22, angeblich aus Fahrlässigkeit ein Feuer aus- gekommen war, das bei der Ankunft der ersten Löfchzüge schon eine groß« Ausdehnung erlangt hatte. Es gelang, eine weitere Aus- dehnung der Flammen, die besonders an Immobilien und Einrichtungs- fegenständen reiche Nahrung gefunden hatten, zu oerhüten. Per- o n e n sind nicht zu Schaden gekommen. Das Feuer ist nach Feierabend ausgekommen. Der Betrieb der gut befchäfttgten Fabrik wird weiter geführt. tNachtruck verboten. Der Rallk-Berlos. Derllru) Drei Soldaken. 9s von Zohn dos Passos. Gegen Fufellis Ohren schlug ein« seltsame Aufregung. Diese Worte klangen sehr geschäftsmäßig. Plötzlich wunderte er sich, wie das sein werde, im Feuer stehen. Erinnerungen an Kinobilder flitzten durch sein Bewußt ein. „Was bin ich froh, aus diesem Höllenloch fortzukommen!" sagte er zu feinem Nebenmann. „Das nächste ist vielleicht noch mehr Höllenloch als das hier, Junge," sagte der Sergeant und ging mit wichtigen Schritten auf und ab. Alle lachten.- „Das ist ein feiner Sergeant, unsrer," sagte der Neben- mann zu Fuselli.„Der hat Grütze im Kops." „Rührt Euch!" rief der Sergeant.„Wenn jemand von Euch einen Schritt aus den Baracken heraus tut, werd«� ich ihn in die Küche stecken, bis er im Schlaf Kartoffeln schälen kann." Die Kompagnie lachte wieder. Fuselli bemerkt«, daß der große Mann, dessen Name zuerst aufgerufen worden war, nicht mitlachte, sondern verächtlich ausspie.. ..Ueberall gibt's faule Eier," dachte Fuselli. Langsam überdeckt« graue Dämmerung den Himmel. Fufellis Beine waren müde vom langen Stehen. Draußen vor den Baracken standen, so weit er die Straß« hinaufsehen konnte, Männer in aufmarschierten Linien. Die Sanne stieg auf. heiß, ein wolkenloser Tag. Einige wenige Spatzen zwitschertsn über d-m Zinndach der Baracken. „Wir marschieren heute immer noch nickst ab." „Warum denn?" fragte jemand wütend. „Truppen werden immer nachts abtransportiert. Da kommt der Sergeant." Alle reckten ihre Hälse in der angedeuteten Richtung. Der Sergeant kam mit einem mysteriZsen Lächeln auf den Lippen angetrottet. ..Mantel ausziehen und Küchengeröte herbei!" Die Küchengeröte klapperten und glitzerten in den gleiivnden Strahlen der Sonne. Sie marschierten zur Küche und wieder zurück, stellten sich in Reih und Glied und be- gönnen wieder zu warten. Bald wurden sie alle müde und mürrisch. Fuselli hätte gern gewußt, wo seine alten Freunde aus der anderen Kompagnie waren. Es waren auch an- ständig« Kerls da, Chris und jener gebildete Mann, Andrews. Dumm, daß sie nicht hatten mitkommen können. Die Sonne stieg höher, die Leute schlichen sich einer nach dem anderen in die Baracken und legten sich auf ihre Schlaf- stellen nieder. „Um was wollt Ihr wetten, wir kommen aus diesem Lager nicht vor Ende der Woche raus," sagt« jemand. Nachmittags marschierten sie wieder auf zum Essen, aßen irgendetwas voll Unlust und hastig. Fuselli verließ den Speiseraum und klopfte mit zwei schmutzigen Fingernägeln irgendeinen Marsch auf seinem Geschirr. Da sprach ihn der Korporal leise an:„Vergiß nicht, dem Geschirr zu säubern, Mann. Die Inspektion kommt." Der Korporal war ein schmächtiger, gelbsichtiger Mann mit falttger Haut, obschon noch jung, und einem Mund, der aussah, wie ein Flitzbogen, der sich öffnete und schloß wie die Popiermäuler, die Kinder machen. „Zu Befehl, Korporal." antwortete Fuselli erfreut. Er wollte einen guten Eindruck niachen.—„Die Leute werden auch bald zu mir: Zu Befehl, Korporal, sagen." dachte er. Ein Gedanke trieb durch sein Hirn. Der Korporal sah nicht sehr kräftig aus. Der würde drüben wohl nicht lange am Leben bleiben. Und er malte sich schon ans, daß Mabe schreiben werde:„Korporal Dan Fuselli, O. A. R. D. 5." Am Spätnachmittag erschien der Leutnant plötzlich, des Gesicht rot vor Aufregung, den Rock steifer als je. „Se'geant, lassen Sie die Leute aufmalschieren!" sagt« er atemlos. Die ganze Lagerstraße hinunter standen die Kompagnien in Marschordnung? Eine nach der anderen marschierten sie ab, in Reihen zu vieren, und mochten dann Halt mit ihrem Gepäck. Bernsteingelb wurde das Licht des versinkenden Tages. Marschsignale tönten. Fuselli war plötzlich sehr akttv geworden. Die Signal- töne und die Kapelle, die die Nationalhymne spiette, senkten sich in sein Bewußtsein und wuchsen zu einem Traum: wie es wohl werden würde dort drüben. Männer mit Pickel- Hauben, die aussahen wie Feuerwehrleute, waren beim Schießen. Sie sahen aus, wie der Klu-Klux-Klan im Kino, sprangen van ihren Pferden ab, hatten fremde, ausländische Gebärden, steckten Häuser in Brand und spießten Säuglinge auf ihre langen Schwerter. Das waren die Hunnen. Dann Flaggen, die hart im Winde flatterten und Töne von Militär- kapellen. Alles verlor sich in einer Szene aus einem Kino, in der Regimenter in Khatiuniform schnell, schnell durch die Szene marschierten. In der Erirmerung cm das Geschrei, das immer solche Szenen begleitete, ertrank das Bild.— Die Gewehre hätten doch Lärm machen müssen— fügte er in Nachgedanken hinzu. „Aa— ch— tung!, Vorrwärrts... marsch!" Die lange, lange Straße des Lagers war voll marschieren- der Füße. Abmarsch. Als sie durch das Tor kamen, lief sein Blick an Chris vorbei, der dort stand, mit seinem Arm um Andrews Schultern. Beide winkten sie. Fuselli lächelte und warf die Brust heraus. Die waren noch Rekruten. Er ging über See. Das Gewicht seines Gepäcks zog ihn an den Schultern und machte feine Füße schwer, als ob er mit Blei beladen fei. Der Schweiß rann seinen kurzgeschorenen Kopf Hinurtier und strömte in seine Augen und an seiner Nase entlang. Durch die marschierenden Schritte hindurch hörte er wirr„Hoch'- Rufe von den Bürgersteigen her. Bor ihnt wurden die Köpfe und das Gepäck immer kleiner, die Straße hinauf. Ueber ihnen flatterten Fahnen aus den Fenstern langsam hin und her im Dämmerlicht. Doch das Gewicht des Gepäcks drückte mit unausweichlicher Kraft seinen Kopf herab, wie sie weiter- marschierten unter den Bogenlampen, nie im Dänimerlicht blinkten. Stiefelsohlen und Beine, von Gamaschen umwickelt, und der Gurt des Mannes vor ihm: dos war alles, was er sehen konnte. Das Gepäck schien ihm so schwer als ob es ihn in den Erdboden durch den Asphalt hinein drücken werde, und um ihn herum war das dumpfe Rasseln der Ausrüstungen und das Stampfen marschierender Füße. Alles an ihm war naß vor Schweiß. Ganz vage fühlte er den dampfenden Schweiß, der aus den Reihen angestrengter Körper um ihn herum auf- stieg. Bald aber vergaß er alles außer dem Gepäck, das ihn an den Schultern zog. das seine Schenkel, Knöchel und Fuße niederlasteie, und nußer dem monotonen Rhythmus seiner Füße, die aus das Pflaster schlugen und der anderen Füße vor ibm, hinter ihm, neben ihm. (Fortsetzung folgt.' Ein infamer Schwindel. Das soll ,, Waldschlächterei" sein? Es vergeht fein Tag, an dem nicht von der bürgerlichen Presse die infamsten Lügen gegen den Berliner Magistrat verbreitet werden. Gegen den unverschämten Schwindel, daß der Magistrat die Baldungen bei Lante rücksichtslos niederzuschlagen beabsichtige, gibt das Nachrichtenamt des Magistrats folgende Mitteilung: Mit ungeheuerlichen Behauptungen über angebliche Waldschlächtereien, die die Stadt Berlin in ihren Forsten beabfichtige, wird von unverantwortlicher Stelle die Deffentlichkeit beunruhigt. Der Einschlag im Wald der Stadt Berlin, auch soweit er früherer Staatswald war, ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Es ist nicht anzunehmen, daß der Einschlag höher war, als ihn der Forstfistus gemacht hätte. Die staatliche Forstaufsicht reicht an sich schon aus, die befürchtete Verwandlung des Waldes in ein Stubbenfeld" zu verhüten. Hierzu kommt aber noch in nicht geringem Umfange der Umstand, daß die Stadt Berlin ein selbstverständliches Intereffe an vorsichtiger Forstwirt Ichaft hat. Allen Berufenen und Kennern der Verhältnisse wird ja auch ohne weiteres flar fein, wie eine Behauptung einzuschätzen ift, die die städtische Waldwirtschaft geradezu als gewiffenlos hinstellen möchte. Die weiteren Kreise der Bevölkerung, für die die Erhaltung der städtischen Forsten die Stätte der Er holung und Erfrischung sind und bleiben müffen, dürfen aber beanfpruchen, daß fie über den Umfang des beabsichtigten Holzschlags aufgeklärt und beruhigt werden. Alle, die der Weg im Sommer wieder in die Wälder hinausführen wird, werden ja selbst sehen, daß von irgendwelchen wesentlichen Eingriffen in den Bestand und in das Bild des städtischen Baldes teine Rede sein kann. Es ist lebiglich beabsichtigt, einen sogenannten Sieb sporgriff von 3,5 Festmeter je Heftar unter Wiedereinsparung in zehn Jahren mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde vorzunehmen. Wie unter solchen Umständen die Deffentlichkeit mit der Behauptung beläftigt werden kann, die Stadt Berlin beabsichtige ihre Wälder niederzuschlagen, um fie in Milliarden zu verwandeln, ist unbegreiflich, und es ist unbedingt nötig, solche Ausstreuungen auf das schärffte zurückzuweisen. Beschwerden Das unzufriedene Berlin Gastwirte und Abstinenzbewegung. Von einem alten Parteigenoffen, der fein Gastwirt ist, werden wir um die Aufnahme folgender Beilen ersucht: L. Vorschläge amts als Beschwerdeinstanz gegenüber den Entscheidungen des Be zirkswohnungsamts unberührt. Das Zentralwohnungsamt ist überdies in allen Fällen zur Entscheidung zunächst anzurufen und wird nötigenfalls als Beschwerdeinstanz eingeschaltet, wo im übrigen die Beschwerde an die kommunale Aufsichtsinstanz( Oberpräsidium) Die Arbeiterjugendbewegung hat sich ziemlich start auf Kampf gegen den Alkohol eingestellt. Und wenn man die frischen Jungen statthaft ist. und Mädels sieht und dagegen die blafierten Gestalten hält, die sich in Bars, Dielen und Tanzlokalen herumbrücken, dann kann man warum doppeltes Steuerunrecht? sich dessen nur freuen. Auf der anderen Seite aber ist die Jugend Zu dieser Beschwerde im Unzufriedenen Berlin" DOM nur zu leicht zu Uebertreibungen geneigt. So tommt denn in ihre Agitation mitunter ein ziemlich deutlicher Zug von 4. Januar fendet uns das Landesfinanzamt GroßUeberhebung hinein, der sich manchmal etwas peinlich in der Berlin folgende Erwiderung:„ Ein Lohnempfänger macht unter totalabstinent lebenden Jugend ausprägt. Man meint da, jeden der Ueberschrift:„ Warum doppeltes Steuerunrecht" auf die Ungeehrbaren Gast- und Schantwirt auf dieselbe Stufe mit den In rechtigkeit aufmerksam, die dadurch entsteht, daß Anträge auf habern von Schlemmerlotalen, Dielen usw. stellen zu dürfen und 3ulassung von Steuerermäßigungen für ein nach wünscht wohl gar von heute zu morgen seine Ausrottung. Die dem Tage der Personenstandsaufnahme( für 1923 nach dem Jugend unserer Tage weiß nicht, welche bedeutsame Rolle der Ber- 10. Oftober 1922) hinzugekommenes minderjähriges Kind oder die liner Gastwirt in den Kämpfen der Berliner Arbeiterschaft gespielt Ehefrau nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen teine Bes hat. Vor dem Krieg war es ein beliebter Sport der Polizei, der rücksichtigung mehr finden konnten. Zur eventuellen Information Sozialdemokratie alle Lokale abspenstig zu machen und die Gast Ihres Leserkreises weise ich ganz ergebenft darauf hin, daß durch die wirte, die die ihren der Partei zur Berfügung stellten, mit allen foeben erschienene Verordnung zur Aenderung der möglichen Schikanen solange zu peinigen, bis sie zu Kreuze trochen. Durchführungsbestimmungen zum Gesetz über die EinNun waren eine große Anzahl der heutigen älteren Berliner Gast- fommensteuer vom Arbeitslohn vom 29. Dezember 1922 diefer wirte vor Jahren einmal tätige und aufopferungsvolle Kämpfer in offenbare Mangel beseitigt ist. Für alle Anträge auf Partei oder Gewerkschaft, die durch irgendeine Unternehmer- oder Aenderung der Eintragungen im Steuerbuch, fei es, daß es sich um Polizeiwillkür aufs Pflaster flogen. Rein anderer Betrieb nahm nachweisliche Unrichtigkeiten handelt, sei es, daß der Steuerpflichtige sie und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als mit Hilfe einiger nachweisen kann, daß die Zahl seiner beim Steuerabzug zu berückParteigenossen oder Freunde eine fleine Schankwirtschaft aufzu fichtigenden Familienangehörigen im Laufe des Kalenderjahres machen. In dem danebenliegenden Vereinszimmer fand die Ab größer als am Tage der Personenstandsaufnahme geworden ist, jei teilung unserer Partei für Zusammenfünfte ihren Unterschlupf, oft es ferner, daß ein Steuerpflichtiger gemäß§ 47 EStG. nachweisen an Türen und Fenstern belaufcht von den Kreaturen der Polizei. tann, daß er einen mittellofen Angehörigen unterhält, sei es, daß Diese Männer haben nach wie vor Anspruch auf Dant. ein Steuerpflichtiger die Zulassung erhöhter Werbungskosten zu be= Ihr Gewerbe ist gefeßlich und moralisch ebenso einwandfrei wie antragen in der Lage ist, ist die bisherige Ausschlußfrist aufgehoben. Die Sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat die all- hundert andere Gewerbe. Niemand wird den Abstinenten zu nahe Derartige Anträge können daher von den Steuerpflichtigen während jährliche Neuwahl des Fraktionsborstandes vorgenommen. treten, sofern sich ihre Arbeit im Rahmen wissenschaftlich- populärer des ganzen laufenden Kalenderjahres gestellt werden." Er fezt sich jest so zusammen: erster Vorsitzender Genoffe ei- Auftlärung hält, aber es darf wohl doch auch nicht vergessen werden, gez. Dr. Löblich. mann, Stellvertreter bie Genossen Reimann und Czeminsti. Daß gerade die bürgerliche Abstinenz bewegung vielfach zweierlei Gasberechnung. Schriftführer die Genoffen Iajus und Fischer, Beisiger die recht sehr im Fahrwaffer des Mudertums und Pharifäertums Die Gasrechnungen beginnen allmählich eine Höhe zu erreichen, Genossen u bliz, Dr. Behl. Frau Scholz. Genoffe fährt. die nicht nur für den Privatmann, sondern mehr noch für den gasFreienbrint hat wegen starter Jnanspruchnahme als Bezirks- Oberpräsident und Wohnungsbeschwerden. fonsumierenden Gewerbetreibenden geradezu beängstigend ist. stadirat des Verwaltungsbezirkes Wedding sein Stadtverordneten- Im„ Unzufriedenen Berlin" des„ Borwärts" wurde Klage dar- Immerhin würde man die Erhöhung der Gaspreise fatalistisch hinmandat niedergelegt. An seine Stelle tritt als Stadtverordneter über geführt, daß der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und nehmen, wenn sie wenigstens für jedermann gleich wären. Das ist ber Genosse Louis Flesch. von Berlin, ber in Wohnungsfachen entscheidende Instanz aber feineswegs der Fall, sondern je nachdem der Gaskontrolleur Die Leitung des Kohlenamts foll, wie wir hören, vom Magistrat sei, bei Beschwerdesachen" unerreichbar sei und daß ihm das Ablesen des Gasmessers am Anfang des Monats oder in Zukunft an Stelle des Stadtbaurats Horten einem Magistrats- vorgelegte Beschwerden rat fibertragen werden. Stadtbaurat Horten wird das Dezernat würden. Insbesondere wurde an Hand eines Einzelfalles bemängelt, zwar ist der Unterschied ein ganz gewaltiger. In diesem Monat für alle Stohlenangelegenheiten im Magiftrat behalten und auch daß eine Beschwerde über ein Wohnungsamt demselben Wohnungs- dürfte in Berlin beispielsweise ein Teil der Gastonsumen. weiter Borsitzender des Aufsichtsrats der BB3. bleiben. amt zur weiteren Erledigung zugeleitet worden sei. Hierzu feilt der ten über doppelt fo viel zahlen als der andere. Nur die unmittelbare Zeitung des Kohlenamtes soll in Amtliche Preußische Pressedienst von zuständiger Stelle Es rührt dies daher, daß der Gaspreis für Januar von 90 auf andere Hände gelegt werden, um jeden Vorwand zu An- folgendes mit: Die Annahme, daß als entscheidende Instanz 200 m. pro Rubitmeter erhöht wurde, und zwar geltend vom griffen auf die Brennstoffzentrale G.m.5.5. und jede Behauptung, in Wohnungsfachen der Oberpräsident als Aufsichtsinstanz Tage der Bestandaufnahme. Wer bereits am 2. d. M. von daß sie durch die Perionalunion mit dem Roblenamt be über die städtische Verwaltung der Stadt Berlin schlechthin zuständig dem Gasmesserprüfer heimgesucht wurde, zahlt also für den ganzen günstigt werde, unmöglich zu machen. Der Magistrat denkt sei, ist nach der Auffassung des Ministers für Bolkswohlfahrt irrig. Januar 200 M., zu wem hingegen der Prüfer erst am 26. d. M. nach unserer Information aber gar nicht daran, den Angriffen der Der Oberpräsident als kommunale Aufsichtsinstanz hat die Beobach kommt, bezieht das Gas noch zum Preise von 90 M. Und so ist es Intereffentenfreife gegen die BB3. ftattzugeben, über tung der gefeßlichen Vorschriften zu überwachen und ist zu bei den ständig steigenden Gaspreisen allmonatlich, denn die Gasderen Lächerlichkeit sich diese Streise ja wohl selber im flaren sind. segliche Zuständigkeiten überschriften sind; ebenso ist er befugt ein- völkerung wird gleichbleibend am Anfang des Monats, ein anderer Eine Sonderverteilung von Zuder veranstaltet das Ernährungs- zugreifen, wo die städtische Berwaltung nicht in vorgeschriebenem gegen Monatsende fontrolliert. Es ließe sich sehr leicht ein Ausgleich amt der Stadt Berlin in der Zeit vom 15. bis zum 25. Januar Gange gehalten wird. Das Publikum ist dagegen geneigt, die Auf- fchaffen, indem die Prüfungsbeamten angewiesen würden, einmal für Kinder im 1., 2., 3. und 4. Lebensjahr und für wer sichtsinstanz für befugt zu erachten, unmittelbare fachliche Weisungen von dieser, im nächsten Monat von der anderen bende Mütter. Die Verteilung erfolgt auf Grund der für den in Fragen der Wohnnungsbewirtschaftung und Wohnungszuteilung Seite ihren Rundgang zu beginnen. Trotz vielfacher Monat Januar geltenden Berliner Milchkarten, und zwar wird für zu erteilen. Die Zahl solcher Beschwerden, die letzteres betreffen, Borhaltungen weigern sich die Gaswerte, einen so einfachen Ausweg Rinder im ersten und zweiten Lebensjahr sowie für werdende Mütter gehen in die Tausende. Sie müssen unmittelbar ber eine Sondermenge von zwei Pfund und für Kinder im dritten und städtischen Verwaltung, und zwar der Zentrale au beschreiten! Gegen diesen Bureaukratismus der Gaswerte muß vierten Lebensjahr eine solche von ein Pfund ausgegeben. Der für das Wohnungswesen zur zuständigen Verfügung ab auf das entschiedenste Front gemacht werden. Preis beträgt für das Pfund 180 m. Die Ausgabestellen gegeben werden und unterliegen ihrer ausschließlichen Einfluß- Starke Unsicherheit beim Ringbahnhof Treptow. werden am Sonnabend an den Anschlagsäulen bekanntgemacht. nahme. In solchen Fällen ist in der Lat die Aufsichtsbehörde regelIn den letzten Monaten ist beim Ringbahnhof Treptom und in Schärfere Gewichtskontrolle. Nachdem bereits das Landes- mäßig unerreichbar", soweit nicht die oben angegebenen Zustänpolizeiami in einem Rundschreiben auf die Gewichtskontrolle bigkeiten im Einzelfall in Frage kommen. Daneben bleibt der Auf- feiner näheren Umgebung während der späten Abendstunden eine hingewiesen hatte, hat jetzt der Oberpräsident alle mit der Kontrolle fichtsbehörde die Befugnis zzur gütlichen Vermittlung auch in starte Unsicherheit eingetreten. Das meist jugendliche Gesindel, das solchen nicht zu ihrer Zuständigkeit gehörigen Fällen. Eie macht sich dann aus den angrenzenden Lichtenberger Bezirken hier einder Gewichte beauftragten Beamten und Dienststellen ersucht, mit auch häufig hiervon Gebrauch. Um aber auch in solch lediglich dem findet, scheint förmlich zu lauern auf angetrunkene und andere allein Rücksicht auf die Teuerung die Revisionen besonders bäufig und gründlich vorzunehmen. Gleichzeitig haben die städtischen Einfluß unterliegenden Angelegenheiten eine unparteiische gehende Personen, die mit den letzten Zügen eintreffen oder aus den Nachprüfung der Entscheidungen der Wohnungsämter feitens tom- Treptower Lokalen tommen. Auch nach Einstellung des EisenbahnBeamten darauf zu achten, daß die zum Abwiegen der Waren munaler Organe zu ermöglichen, ist danfenswerterweise von der verfehrs hört das Treiben nicht auf. Schon eine ganze Reihe von dienenden Wagen vollkommen frei und übersichtlich für den Käufer städtischen Verwaltung in allen Bezirken die Einrichtung der Beleberfällen und Beraubungen sowie viele Ein. aufgestellt sind und von andern Gegenständen weder ganz noch teilch werbetommission bei den Wohnungsämtern ge- brüche in die nächsten Billen sind gemeldet worden. Seitdem der schaffen. Bon diesen Kommissionen wird unter der Firma Woh- nahebelegene Schlesische Busch unter scharfe nächtliche Kontrolle ge weise berdeckt werden. an P D. A. E. Die Cholerabarade als Ruhefiß. Zu der in Nr. 14 des Vor- nungsamt Beschwerdetomiffion bie angerufene Entscheidung genommen ist, hat sich das Raubgefindel von hier verzogen. Mehr wärts" vom 10. Januar gebrachten Mitteilung sendet uns der darin troffen. Daneben bleibt die Zuständigkeit des Zentralwohnungs- Nachtschutz für die Bahnhofsumgebung ist dringend geboten. erwähnte Arzt folgende Richtigstellung", um deren Aufnahme er uns sonderbarerweise auf Grund des§ 11 des Breßgefeßes ersucht. Eisenbahnunglüd. Auf dem Bahnhof Freden a. d. Leine überfuhr| Achtung, Wanberleiter! Heute abenb 7 Uhr findet in der Juristischen 1. Ich bin nicht der zuständige Kreisarzt, sondern praktischer Arzt. am 12. Januar gegen 3 Uhr morgens der von Hannover tommende Sprechstunde, Lindenſtr. 3, eine Konferenz ſtatt. Alle Abteilungen müſſen ver2. Die Beschaffenheit der Barade bei Friederikenhof, um die es sich D- Bug 76 das Einfahrtsignal und fuhr einem Rangier- und Güterzug retenting, Tetrabonnenteng Bottellung morgen, Sonntag, Achtung, Die den 14., handelt, ist mir nicht bekannt, und ich habe sie nicht als menschen in die Flante. Die Lokomotiven der beiden Büge entfindet als geschlossene Vereinsvorstellung statt. Die Nachzahlung für diefelbe unwürdig bezeichnet. 8. Meine Angaben in einem für den Altvensionär Wilhelm Noad ausgestellten Gutachten über die ihm in leisten und wurden schwer befchädigt, ebenso der Post- beträgt 170 M. und ist im Theater zu entrichten. Nicht benugte Karten werben der genannten Barade angewiesene Wohnung ftüßen sich, wie ich führer des D- Buges und ein Salafwagenfchaffner ftraße 76 ein Elternabend statt. Anfang 7 Uhr. Eintritt 25 m. wagen und der Schlafwagen des D- Buges. Der Lokomotivin dem Gutachten wiederholt betont habe, auf Roads eigene Angaben. wurden schwer, eine Dame leicht verlegt. Der Material 16. Januar, abends 6 Uhr, in der Aula der Schule Boddinstraße eine Filmvor Ergebenst Sanitätsrat Dr. Hindenburg, praft. Arzt. Herr Dr. Hindenburg wehrt sich also auch gegen die schaden ist sehr groß. Die Aufräumungsarbeiten sind im Gange. führung. Zur Borführung gelangt der Film Wunder des Schneeschuhes", durchaus ehrenvolle„ Berdächtigung", selber eine menschenunwürdige Königszelt ein Wagen des Breslauer Personenzugs. Acht Ber- Erwachsene sind an der Kaffe zu haben. Gestern nachmittag entgleifte bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof 2. Seil. Eintrittstarten zum Preise von 20 M. für Jugendliche und 50 W. für Cholerabarade als menschenunwürdig bezeichnet zu haben. fonen sind leicht verlegt. Die Schwerkriegsbeschädigten des Versorgungsfrankenhauses Tempelhof fühlen sich veranlaßt, nachdem sie sich eines reichlich ge dern und Helfern, die die freudige Ueberraschung bereitet haben, 2. Kreis Ziergarten. Die Barteigenoffen und-genoffinnen des 2. und 7. Kreifes hierdurch ihren aufrichtigsten Dank darzubringen. deckten Weihnachtstisches erfreuen durften, allen hochherzigen Spen- Groß- Berliner Parteinachrichten. Eine Trauerfeier für den verstorbenen Genossen Wladimir Medem wird von der Berliner Organisation des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes am Sonntag, den 14. Januar, 11 Uhr vors mittags, im Lehrervereinshaus, Alexanderstr. 42, veranstaltet. Von der Direktion des Birfus Buich wird uns mitgeteilt, daß aus Anlaß des nationalen Trauertrages am Sonntag, den 14. Januar, dem Ernst des Tages entsprechend, in beiden Borstellungen, 8 und 7%, Uhr, das flaffische Manegefchaustüd Die Nibelungen" mit ernstem Borprogramm zur Aufführung fommt. Der Verein zur Unterstützung russischer Staatsangehöriger in Berlin E. B. bittet uns, bekanntzugeben, daß sein auf heute angefektes Wohltätigkeitsfest in Anbetracht der politischen Ereignisse auf einen späteren Termin berlegt wird. üblichen der Kreise Wilmersdorf und Steglig. Charlottenburg protestieren am Sonntag, den 14. Januar, vormittags 11 Uhr, im Garten der Bazenhofer Brauerei, Strom, Ede Turmstraße, gegen die Gewaltmaßnahmen der franzöfifchen Regierung. Ordner werden 10. Areis. Der Kreis verteilt sich je nach örtlicher Lage auf die Beranstaltungen 13. Kreis. Die Bezirksführer laden die Genossen zur Bersammlung am Sonn bag um 11 Uhr auf dem Schulhof der Gemeindeschule Friedrich- Wilhelm-, Werberstraße, durch Sandzettel ein. 17. Rreis Lichtenberg. Die Bereinigte Sozialdemokratische Partet und die welt. lichen Schulen veranstalten ihre Jugendweihen am 18. und 25. März in der Schulaula Barfaue. Anmeldungen für den Unterricht nehmen folgende Genoffen entgegen: Fichter, Lichtenberg, Scharnweberstr. 49; Richter, Citel. ftraße 72; Dr. Sturm, Möllendorffite. 43, und die weltlichen Schulen Scharnweberstraße, Pfarrstraße, Marktstaße, Holteistraße, Lidstraße und Friedrichstraße. Der Unterricht beginnt am 2. Februar. Heute, Sonnabend, den 13. Januar: Charlottenburg- Spandau. Jeden Sonnabend von 5-6 Uhr im Jugendheim Charlottenburg, Rosinenfte. 4, juristische Sprechstunde. Sprech und Raffenstunden der Freien Schulgemeinbe Charlottenburg heute von 5-7 Uhr im Arbeiterjugendheim, Rosinenstr. 4, v. 1 Sr. Unentgeltlicher Rat und Auskunft in allen Schulfragen und Raffengeschäftliches. Abt. 1½ Uhr Treffpunkt der Funktionäre an der Westfette des Branden. burger Tors. Museumsführungen. Sonntag, den 14. Januar, 9%, Uhr vorm., finden wissenschaftliche Führungen durch Direktorialbeamte im Neuen Museum Basensammlune) und im Kaiser- Friedrich- Museum( italienische 24. und deutsche Kunst des Mittelalters) statt. Eintrittsfarten zu 1 9. und Brogramme zu 2 M. find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhältlich. Morgen, Sonntag, den 14. Januar: Romames. 11 Uhr vormittags Protestverfammlung in der Turnhalle Auguft. Bernau. 2 hr nachmittags Protestversammlung im Gesellschaftshaus, Kaifer. straße. Referent Landtagsabg. Richard Wende. Trebbin. 2 Uhr nachmittags Protestversammlung im Alten Schützenhaus. Referent Landtagsabg. Klobt. Eine Besichtigung der Lehrlingsarbeiten und der Werkschule ber AEG. unternimmt der Bund entschiedener Schuireformer, Junglehrer Straße. Referent Landtagsabg. Eugen Brückner. gruppe, am Sonnabend, den 13. Januar, nachin. 3 Uhr, in Reinickendorf, Holländer Str. 31. Leitung: Destrelay. Interessierte sind zur Beteiligung eingeladen. Die zionistisch- sozialistische Partei„ Sapoel Hazair" veranstaltet am Sonntag, den 14. b. M., 811hr abends, im Klindworth- Scharwenta Saal einen Vortrag von Artur Holitscher über das Thema:" Leben und Arbeit in Palästina." Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Eine Konferenz der Abteilungs- und Kreisvorsitzenden findet heute abend Der Deutsch Litauische Memellandbund ladet seine Mitglieder 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3 ftatt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Ge. und alle geborenen Memelländer bringend zu einer ordentlichen Hauptver- offen Miethke über Arbeiterjugend und fegnelle Frage". 2. Bericht des Be. jammlung am Montag, ben 15. Januar, abends 7%, Uhr, in den Klub- isvorstandes. 3. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung müssen Abteilungen vertreten fein. Bertretungen werden nicht zugelafen. Die räumen, Schabotostraße 7, in Berlin ein. Ausweise müffen mit dem Abteilungsstempel versehen sein. nicht zurüdgenommen. Petersburger Biertel. Heute abend findet in der Aula der Schule RoppenDer Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln veranstaltet am Dienstag, den Arbeitersport. Fußball am Sonntag. Minerva, Adler 08- Sanfa. Abt. B: Arminia- Charlottenburg, Hertha 12- Eisen Bezirk Norden. 1. Mannschaften. 2 Uhr. Abt. A: Nord- Oranienburgspalterei. Abt. O: Teutonia Falkenhagen, Belten- Germania, B. C. Moabit Union, Elsthal- Berwärts- Rathenow. Abt. D: Helvetia Bankow( 8, A. S. B. Banton Siemensfladt, Rathenow- Spandau. Jugend. 1. Mannschaften. Abt. A: Adler 08- Fichte- Gesundbrunnen( 10.20), Rathenow- Hansa( 12.00). Minerva- Teutonia( 10.80). Abt. B: Borwärts- Eifenspalterei( 10.30), Bernau . B. Bartow 10.30), Charlottenburg- Germani( 9.30). Gesellschaftsspiele: 2. Mannschaften: Adler 12- Wacker( 10.80), Spandau- Reinickendorf( 10.30). Adler 08- Charlottenburg( 9.20). Bernau- Vorwärts( 9.20). Gesellschaftsspiele: Teutonia- Reinidendorf( 10.20), Schiller: Charlottenburg II- Wacker II( 8.20), Woltersdorf- Charlottenburg I( 11.00), Abler II- Germania I( 9.20), TeutoniaBezirk Adler I( 9.00), Wacker I- Adlershof I( 10.30).( Plag: Charlottenburg.) Often. 1. Mannschaften. 2 Uhr. Abt. A: Retschendorf- Woltersdorf, ErtnerFürstenwalde, Treptower B. C.- Neuenhagen. Abt. B: 8euthen- Adlershof, Lustig- Fibel- Deutsch- Wusterhausen, Frisch- Frei- Niederlehme, Grünau- Mogen. Abt. C: Friedrichshagen- Lichtenberg II, Oberspree- Sichtenberg III, J. B. C.Neukölln, Brandenburg- Askania. Abt. D. Britannia Galau, Sun, Rüftig- Borwärts, Fichte- Ost- Lichtenberg I, Reichsvereinigung- Sparta. Jugend. 1. Mannschaften. 10.20 Uhr. Mahlsdorf- Tasdorf, Fürstenwalde- Retschendorf, Lichtenberg II- Neuenhagen, Lichtenberg III- Sportverein 22. Abt. B: DeutschWusterhausen Frisch- Frei, J. B. C.- Sparta, Teutonia- Merkur- Grünau, Fried. richshagen- Neukölln- Briz. Abt. C: Brandenburg 02- Lichtenberg I, Fichte- OftStralau, Britannia- Fichte- Südost. Bezirk Südwest. Jugend. 10.30 Uhr. Wannsee- 3. B. C., Brandenburg II- Schöneberg, Stern- Teltow( 11.00), Nowawes- Wilmersdorf, 8offen- Lantwig, Bittoria- Brandenburg L Hoden. Wilmersdorf I- Fichte 12 II, Wilmersdorf, 2-3%; Charlottenburg- Roland, Westend, 10%-12;. 6. C. I- Lichtenberg 2 1, Stralau, 10%-12; Fite 12 ILichtenberg 1 I, Schönhaufer Allee, 2-3%; Fichte 10 1- Schönhola I, Wagner. plas, 10%-12; Charlottenburg II- Wilmersdorf II, Westend, 9-10%; Staaten -Moabit III, Staaten, 10%-12; A. G. C. II- Roland II, Stoalau, 9-10%; Schönholz II- Lichtenberg II, Schönholz, 2-3%. Freier Regler- Bund. Die erste Generalversammlung findet am Sonntag, 14. Januar, 2 Uhr, in der Anhalter Ressource, Möckernstr. 114, statt. Butrift haben alle Bundesklubs und Einzeltegler. Mitgliederaufnahme ebenda. Arbeiter- Athleten- Bunb( Kreis Brandenburg). Der Kreistag findet am Sonntag, den 14. Januar, vormittags 9 Uhr, im Lokal Behrend, Berlin, Manteuffelftr. 95, statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist plinkiliches Er scheinen Pflicht der Delegierten. Wirtschaft Zur Bekämpfung des Holzwuchers. Deffentliche Maffenfundgebung Instandhaltungszins( 150facher Friedenszins) und aus einem Anteil an den laufenden Hausauslagen( Betriebskosten und Steuern) zu sammen. gegen den französischen Rechtsbruch an der Ruhr den Lohn der durch Arbeitslosigkeit und wiedereinsehende Leuerung am Sonntag, den 14. Januar, vormittags 11 Uhr an folgenden Stellen: Die Frage der Holzversorgung Deutschlands ist eins der wichtigsten Probleme. Die katastrophalen Folgen, die sich aus der Ueberteuerung des inländischen Holzes nicht nur für die deutsche Presse, sondern auch für den Baumarkt und für die Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain: Garten Brauerei übrigen Holzverbraucher ergeben haben, sind zu bekannt, als daß Friedrichshain, Am Königstor. Boraussichtlich wird die Offensive des Unternehmertums gegen mürbe werdenden Arbeiterschaft schwere soziale Kämpfe auslösen. Zur Begründung der Kohlenpreiserhöhung wird von schwer industrieller Seite durch die Telegraphen- Union mitgeteilt, daß der fie noch einer eingehenden Darlegung bedürften. Es ist zu befürch Wedding und Reinidendorf: Garten Brauereiausschant Bazen faßt worden ist. Unrichtig, schon weil dies den Gepflogenheiten bei ten, daß die Besetzung des Ruhrgebietes auch auf dem Holzmarkt weitere Breistreibereien zeitigen wird. Um so mehr ist es jetzt Pflicht, Maßnahmen zur Abwehr des Holzwuchers zu treffen. In der„ Holzarbeiterzeitung" macht nun Genosse Friz Tarnow einen Vorschlag zur Milderung der Holznot, der in weitesten Kreisen Beachtung verdient. Bekanntlich hat bereits im Mai 1920 der Holzarbeiterverband in einer Denkschrift an die zuständigen Stellen die Gemeinwirtschaft für Holz gefordert, er hat sich aber gegen den Widerstand der Interessenten nicht durchgefeßt. Die Holzpreise richten sich, da Deutschland mit einem Drittel seines Bedarfs auf die Einfuhr angewiesen ist, automatisch nach dem Weltmartt preis. Dieser ist höher als der Dollar. Betrachtet man nun den inneren Holzpreis unter demselben Maßstab für den Wucher, den die jezige Regierung Cuno aufgestellt hat, nämlich im Verhältnis zu der an den Lebenshaltungskosten gemessenen Geldentwertung, so ergibt sich für den Monat November, daß die deutschen Rundholzpreise sich etwa sechs-, die deutschen Schnittholzpreise sich mehr als achtmal stärker erhöht haben, als das nach der Geldentwertung berechtigt gewesen wäre. Das ist also selbst nach dem Zugeständnis volfsparteilicher Fachleute glatter Wucher. Tarnow weist nun darauf hin, daß der Kohlenbergbau eine 40prozentige Steuer zu entrichten hat, obwohl deffen Gewinnungsfosten viel mehr gestiegen sind, als die Produktionsfoften des Holzes, während die Kohle längst nicht im gleichen Verhältnis sich verteuert hat. Er verlangt demgemäß auch vom Forstbesig die Erhebung einer Abgabe in Höhe von 40 Pro 3. des Wertes des Einschlags. Da aber eine folche Maßnahme zur Verminderung des Einschlags führen könnte, so wäre die Abgabe auch dann zu erheben, wenn ein Holzeinschlag aus Gründen der Steuerflucht unterbleibt. Die Abgabe wäre dann von dem Werte des bei normalem Einschlag gewonnenen Holzes zu erheben. hofer, Chausseestr. 64. heide. Tiergarten und Charlottenburg: Garten Brauereiausschank Bazenhofer, Strom- Ede Turmstraße. Kreuzberg und Neukölln: Garten Schultheiß- Ausschant, HasenSpandau: Kontordiasäle, Klosterstraße. Wilmersdorf, Schmargendorf und Grunewald: Viktoriagarten, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114/115. Schöneberg und Friedenau: Garten Schloßbrauerei, Schöneberg, Hauptstraße. Steglig, Lichterfelde, Lantwith und Zehlendorf: Albrechtshof, Stegliz, Albrechtstr. 1. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade: Schulhof der Gemeindeschule Tempelhof, Friedrich- WilhelmEde Werderstraße. Treptow und Baumschulenweg: Aula des Lyzeums im Baumschulenweg, Baumschulenstraße. Niederschöneweide, Oberschöneweide, Johannisthal, AltGlienice und Adlershof: Restaurant Kyffhäuser, Niederschöneweide, Berliner Straße. Köpenid und Friedrichshagen: Stadttheater in Köpenid. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Biesdorf und Kaulsdorf: Sommertheater, Lichtenberg, Möllendorfstr. 26. Weißenfee, Hohenschönhausen und Faltenberg: Schloß Pankow, Niederschönhausen, Blankenburg und Buchholz: Lindners Restaurant, Pantow, Breite Str. 34. Referenten find die Genossen: Bender, Bohm- Schuch, Breuer, Crifpien, Dr. Herz, Heinig, Dr. Hilferding, Künstler, Cöffler, Meier, Dr. Moses, Schlegel, Stein, Steintopf, Ströbel. Weißensee. Der Ertrag dieser Abgabe sollte zur Berbilligung des Die Genoffinnen und Genossen treffen sich um 912 Uhr eingeführten ausländischen Holzes dienen. Auf diese Weise wird der Preis des Auslandsholzes gesenkt und den in den bekannten Abteilungslokalen. Von hier aus gemeinHändlern der Anreiz genommen, sich gegenseitig bei Holzläufen im Besuch der Versammlungsstellen. Inland zu überbieten. Natürlich wäre die Einfuhr so zu kontrollieren, Erscheint alle! Reiner fehle! daß die Verbilligung auch den Verbrauchern zugute täme. Bezirksverband Berlin famer der Festsetzung der Schiedssprüche widerspricht, ist die Behauptung, daß die Löhne der Bergarbeiter über die tatsächliche Berteuerung der Lebenshaltung hinausgegangen seien. Zum mindesten muß doch berücksichtigt werden, daß die letzten amtlichen Statistiken ja die Teuerung der letzten Wochen gar nicht mehr enthalten, sondern sich auf den vergangenen Monat beziehen. Man rechnet infolge der Ruhrbefezung mit einer starten Berteuerung der Materialien. Weiter wird gefagt, daß man durch die legte Preiserhöhung unter erhalten sich bemühte. Immerhin bleibt dann die Frage offen, warum allen Umständen den Bergbau des besetzten Gebietes aufrecht zu einem Schlage so start heraufgefeßt hat. Die Protefte der Hausbrandman dann auch die Kohlenpreise im unbefegten Gebiet mit verbraucher gegen diese Preissteigerung sind durchaus begründet. Der erste Reichsbankausweis im neuen Jahre, der vom 6. Januar datiert ist, zeigt eine neue Steigerung des Notenumlaufes um 56,4 Milliarden Mark, so daß jekt für 1336 Milliarden Banknoten im Verkehr sind. Der Bestand der Reichsbank an Schahzanwei sungen des Reiches ist ein wenig zurückgegangen, beträgt aber immer noch mehr als eine Billion. Der Vorrat an Handelswechseln dagegen ist um 13 auf 435,6 Milliarden gestiegen. In dieser Bewegung der wichtigsten Kreditkonten zeigt sich ein geringes Na chlassen der Kreditansprüche an die Reichsbank. Erhöhung der Kohlenpreise seht der Deutsche Stahlbund seine Breise Neue Erhöhung der Walzeisenpreise. Unter Hinweis auf die für Walzfabrikate wieder beträchtlich herauf. Ein Kilogramm Stab. eisen foftet ab 12. Januar 355 m. in Alluminiumfstüden von 1 und 2 Lei, um die fich eine große AnKrupp prägt Cei. Die Ausmünzung von 80 Millionen Lei zahl ausländischer Häuser beworben hatte, wurde dem Vertreter der Firma Arthur Krupp zugesprochen. Devisenturje. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende 14,94 Brief, 1 ungarische Krone 3,94 Geld, 3,96 Brief, 1 bulgarische amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 österr. Kronen 14,86 Geld, Lewa 70,82 Geld, 71,18 Brief, 1 jugoslawischer Dinar 106,23 Geld, 106,77 Brief, 100 polnische Mart galten im freien Verkehr etwa 49 m. Der Vorschlag, dessen Grundzüge hier nur angedeutet werden der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deufschlands. Vorträge, Vereine und Versammlungen. fönnen, ist nur zu begrüßen. Der Reichskanzler Cuno hat in seiner Rede im Auswärtigen Ausschuß gesagt, wir müßten allen Wirt schaftsgefahren entgegentreten, die aus der Wegnahme des Herzens unserer Wirtschaft entstehen könnten". Hier ist ein Vorschlag zur Abwehr der Teuerung auf einem der wichtigsten Gebiete. Die zuständigen Stellen werden sich mit ihm beschäftigen müssen. Die Industriefrise in Desterreich. Die Folgen der Stabilisierung der österreichischen Krone verdienen um so mehr beachtet zu werden, da bisher die Entwicklung Gewerkschaftskommission Berlin und Umgegend. Afu- Bund: Ortsgruppe Groß- Berlin. Arbeitslosen in Desterreich stieg von 90 000( Ende November) auf 110 000( Ende Dezember). Der Verband der Metallindustriellen erachtet nun den Augenblick für gekommen, um die Loslösung der Lohnbewegung von der Inderbewegung durchzuführen. In einem Rund schreiben erklärt der Verband, daß der Dezemberinder für die Lohnberechnungen im Januar weiter in Geltung bleiben müsse und bei mehr berücksichtigt werden dürfen. Bund entschiedener Schulreformer. Der Vortrag des Dr. Goldbeck: ,, Wie lernen wir die jugendliche Seele verstehen?" findet nicht am 16., sondern am 30. Januar statt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Lessing- Museum, Britderstr. 13, Bortrag des Herrn Dr. M. Brie: Das Wesen und der Wert Bortrag des Herrn Dr. K. Sturm: ,, Gerhart Hauptmann". der Bildung" Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 152a, Eingang Kanalstraße, Gäste willkommen. Wetter bis Sonntag mittag. Etwas fühler, zeitweise beiter, aber unbeständig. An der Küste leichte Schneefälle, sonst meist trocken bet mäßigen nordwestlichen Winden. der österreichischen wirtſchaftlichen und politiſchen Lage in großen den weiteren Lohnverhandlungen die Indegziffern überhaupt nicht Bei Husten, Asthma und Lungenleiden Linien der deutschen vorausgeeilt ist und ihrem Ablauf nach dieser ähnlich war. In den letzten Wochen steht Desterreich im Zeichen der fich immer mehr verschärfenden Industriekrise. Die öfterreichische Schwerindustrie erträgt die deutsche und tschechoslowakische Konkurrenz richt mehr und schreitet zu energischen Betriebs stillegungen. So wollte die Direktion der Möllersdorfer Werte, Die neuerdings von dem deutschen AEG.- Konzern( Allgemeine Elet trizitätsgesellschaft) übernommen wurde, die Zahl der Arbeiter von 3500 auf 500 herabsezen. Als dies an dem Widerspruch der Indu striellenbezirkskommission scheiterte, beschloß sie, das Wert stillzulegen und die Liquidation einzuleiten. Auch die steirische Schwerindustrie liegt danieder, es sind in ganz Steiermark nur zwei Hoch öfen im Betrieb. Die Alpine Montangesellschaft, deren Hauptaftionär Hugo Stinnes ist, liegt ebenfalls danieder. Die Zahl der DATIENGESELLSCHAFT for Der CLUCCA LUCCA STEIGERWALD Likör COMPANY HEILBRONNAN ist da! Sanitätsrat hergestellt M. SCHULMEISTER Da der Dezemberinder gegen November um 3 Broz., im Ber- Dr. Wegscheiders Brust- Tee nach Original- Vorschrift gleich zu September um 15 Proz. niedriger war, liegt die Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz Bedeutung dieses Beschlusses in der grundsäglichen Trennung der Lohnpolitit von der Bewegung der Lebenshal tungskosten. Den Industriellen tommt es eben auf ihre vollfommene Bewegungsfreiheit an, die durch die gleitende Lohnstala in Desterreich bisher gehemmt war. Der gegenwärtige 15prozentige MSchulmeister Rückgang der Lebenshaltungskosten fann ja doch wieder, und zwar in Kürze, von steigenden Preisen abgelöst werden. In den letzten Wochen ist z. B. vom Nationalrat ein neues Mieterschutzgesetz angenommen worden, das die Kosten der Lebenshaltung bedeutend steigern muß. Ab 1. Februar 1923 feht sich der Mietzins laut diesem Gesetz aus einem Grundzins von 50 Proz. des Friedenszinses, dem Merven w Knaben sauser Tor in billige Tage Kottbuser Tor Herren-, Knaben- u. Jünglings- Kleidung vom 6.- 17. Januar. HALPAUS RARITÄT SPECIAL EXTRA Die unübertroffenen Deutsch. Opernhaus 7% Uhr: Tosca Vertretung und Lager für Groß- Berlin: M. Schlewinsky, Groß. Volksoper Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Straße 48. Telephon: Amt Pfalzburg 9942, 9943. Theater, Lichtspiele usw. im Theat, d Westens 72: Die lustigen Welb. v. Wiadsor Deutsch. Theat. Trianon- Th. Stg. 2/2 U. b. kl. Pr.: 72 Uhr: Kaiser Täglich 8 Uhr Raub d. 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