Nr. 2240. Jahrgang Ausgabe A Nr. 11 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 92. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar, und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 2600 M., für das übrige Ausland 3600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England, Estland, Finnland. Frank reich, Holland. Lettland. Luremburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowafei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adrese: Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 55 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronpareillezetle toftet 400 M. Reklamezeile 2000 Mr. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 150 M.( zulässig zwei fett. gedruckte Borte), jedes weitere Wort 90 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wert 70 M. Worte über 15 Buchstaben zähten fitr zwei Worte. Familien- Anzeigen file Abonnenten Beile 100 m. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW.68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frith bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Nedattion: Dönhoff 292–295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 14. Januar 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direftion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Der Protest des Reichstages. Der Reichstag hat gestern mit 283 gegen 12 Stimmen| Gebiete freuen; die es mit ihrem vaterländischen Sinn vera| Stellung nehmen wird, möchte ich mir ein Wort erlauben an die bei 16 Enthaltungen folgenden Protest gegen den einbar finden, dem Staate die notwendigen Steuern so lange Landsleute an der Ruhr, die zuerst und am härtesten durch diesen Friedensbruch an der Ruhr beschlossen: vorzuenthalten, bis sie beim Sturze der Mark auf einen Bruch- Friedensbruch in Not und Leid gebracht worden sind.( Die Abge= ordneten erheben sich von den Plägen, nur die Kommunisten bleiben teil entwertet sind. figen.) Bir möchten Ihnen zurufen: Haltet Euch so, daß an dem Tage, an dem die Fremdherrschaft von Euch genommen wird, Ihr por Euch selbst bestehen könnt, und daß Eure Kinder von Euch befennen fönnen: Unsere Väter haben mit Festigkeit und Treue, mit Stolz und Würde aufrecht gestanden, als dieser Schlag geführt wurde, sie haben weder durch unwürdige Liebedienerei und Unterwürfigkeit, noch durch Unbesonnenheiten den Namen unseres Bottes geschändet. Haltet Euch so, daß Ihr, wenn auch äußerlich gefnechtet, Euch innerlich frei ins Auge sehen fönnt. Bor der Welt werden wir diesen Gewaltstreich voll Trauer gegenüberstehen, vor der Geschichte aber weisen wir darauf hin, daß hier ein Streich geführt wird gegen den Frieden des Landes, gegen die Freiheit und das Recht seiner Bewohner, der feinen Stachel in fich trägt, nicht nur gegen uns, fondern Unsere Maffenversammlungen. Der Reichstag erhebt gegen den Rechts- und Vertragsbruch der gewaltsamen Befehung des Ruhrgebiets feierlichen Protest. So mannhaft deshalb auch die Erklärung ffingt, die Der Reichstag wird die Regierung bei der Anwendung jeder zur Stresemann für den bürgerlichen Block abgab die Opfer, entschlossenen Abwehr dieses Gewaltattes zweddienlichen Maßnahme die durch den französischen Gewaltstreich dem deutschen Bolte mit allen Kräften unterstützen. auferlegt werden, hat in erster Linie die Arbeiterklasse Das deutsche Kohlenbecken ist mit Krieg überzogen. Alle zu tragen. Es war deshalb eine Notwendigkeit, selbst angeBernichtungsmittel, die ein modernes Heer aufbringen kann, fichts der feindlichen Besatzung den notwendigen Trennungswurden zusammengezogen, um die friedliche" Mission Boin- ftrich zu ziehen zwischen den Deutschnationalen und uns carés zu unterstützen. Kein deutscher Soldat darf in dieser nach dem Friedensvertrag neutralen 3one weilen, Kein militärischer Widerstand war also zu erwarten. Und trohdem werden dem flaren Wortlaut des Vertrages von Bersailles und den Bestimmungen des Völkerrechts zumider die Der Groß- Berliner Bezirksvorstand der Bereinigten arbeitfamen Bewohner des wirtschaftlich wichtigsten Teils des Sozialdemokratischen Partei beantragt für sämtliche Berfammdeutschen Landes mit Roffen, Mann und Wagen überflutet. lungen des heutigen Tages folgende Entschließung: Trogdem etabliert sich der franzöfifche General als gegen alle, die eine ruhige Entwidlung wollen, Die Zerstörung der deutschen Wirtschaft und damit der Eristenz und der die verhängnisvollen Folgen für den allgemeinen Frieden friegsmäßiger Herrscher eines maffenlofen, friedaleler Millionen fleißiger und friedliebender Menschen steht durch haben muß.( Sehr richtig!) Wenn ich als deutscher Boltsvertreter lichen Gebietes. Trogdem erläßt er Berordnungen und die sinnlose, völkerrechtswidrige Befehung großer Teile des Ruhr- ein Recht hätte, zum franzöfifchen Bolt zu sprechen dieses Drohungen, die ganz an die um mit Herrn Reynaud zu reviers vor ihrer Vollendung. Ein neuer Triumph der Recht haben unsere Gegner während des Krieges in unbeschränkiem reden veralteten abscheulichen Methoden" von früher er völterverhehung droht. dann würde ich sagen: Die Massen der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Maße für sich in Anspruch genommen Bolt, das durch vier weitere Jahre des Darbens und der Ber- Einbruch in friedfertiges Cand zu protestieren, als fie flets für Ruhe führen kann! Brüft selbst, ob er nicht vielmehr BerbitteEin durch vier lange Kriegs- und Hungerjahre zermürbtes Deutschlands haben um so mehr das Recht, gegen den friegerischen Prüft, prüft selbst, ob der Weg, den Eure Machthaber einschlagen, der ist, der Euch zu Eurem Recht, zu Euren Ansprüchen, zu Frieden und elendung noch mehr in seiner Widerstandsfähigkeit beschränkt die wiedergutmachung der kriegszerstörungen einworden ist, könnte nicht der brutalen Gewalt mit gleicher getreten sind und ihre ganze kraft für den Weltfrieden und die wirtung, aß und Wut wecken muß und auch das Unvermögen Gewalt begegnen, selbst wenn es wollte und nicht entwaffnet fchaftliche Wiederaufrichtung Europas eingefeht haben. zur Erfüllung anderer Ansprüche. Ihr und wir, Eure Nachkommen wäre. Aber es fann und muß sein Recht betonen, das verund die unfrigen, werden die furchtbaren Folgen zu tragen haben, die dieser Drachenfaat entspricht.( Sehr wahr!) Deshalb letzt worden ist. Es muß um fo lauter und entschlossener macht es rückgängig, das Unrecht, das Ihr an uns verübt mit all Widerspruch gegen den Bertragsbruch erheben, je mehr es dem anderen der letzten Jahre, ehe es uns und Euch verfchlingi! sich vor Augen hält, daß der kriegerische Ueberfall sich gegen ( Lebhafter Beifall.) das republikanische Staatswesen richtet, das aus dem Zusammenbruch des alten Systems erwachsen ist. Das Selbstbestimmungsrecht der Bölker, das cls Grundlage des Friedens dienen sollte, wird heute aufs rücksichtsloseste verlegt, wenn es sich um das deutsche Wolf handelt. innern. Die Versammelten verlangen von der Reichsregierung, daß fie fofort alle Maßnahmen ergreift, um zu verhindern, daß preisfreibender Wucher aus der neuen Not des Boltes Gewinne zieht. Sie grüßen die arbeitenden Maffen des Ruhr reviers, sie werden alles aufbieten, um ihre Lage zu erleichtern. Sie rufen zugleich das internationale Proletariat und alle ehrlichen Friedensfreunde der Welt zum gemeinsamen Stampf gegen das verübte Unrecht auf. Es lebe die deutsche Republikt Es lebe die internationale Berständigung! leiden erlegenen Abg. Baigand- Bremen( Soz.). Der Reichstag Der Präsident gedenkt darauf des am 7. Januar einem Lungenerhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sihen. Darauf fährt der Präsident fort: In tiefer Trauer hat der Reichstag auch Kenntnis genommen von dem schweren Gruben= unglüd, das dieser Tage in Oberschlesien geschehen ist und das 40 oder mehr Bergleuten tief in der Erde an ihrer gefahrvollen Arbeitsstätte ein Grab bereitet und zahlreichen Frauen und Kindern den Ernährer genommen hat. Mit dem deutschen Bolte steht der Reichstag an der Unglücksstätte und bezeugt den Hinterbliebenen feine innige Zeilnahme. Auf der Tagesordnung steht als einziger Bunft: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Das ist die Lage, die gestern im Reichstag zu beleuchten war. Im Reichstag, der heute der Träger der staatlichen Souveränität ift. Eine ein mütige Rundgebung gegen Friedensbruch und Rechtsverlegung, gegen die militaristischen und annegionistischen Bestrebungen, die Sozialdemokraten. Obgleich in der Verurteilung des Poinca. an der Ruhr mit brutaler Offenheit fich zeigen, erscheint als ristischen Gewaltaktes einig, trennt uns doch eine Welt in das von selbst Gegebene. Indessen flafft auch im Reichstag Hinsicht auf Urfache und Abwehr. Genoffe Müller, der für der Riß, der durch das ganze Bolt geht. Selbst der friege- die Sozialdemokratie sprach, hat diesen Unterschied der Aufrische Angriff auf deutsches Gebiet kann nicht aus der Welt fassung mit der gebotenen Schärfe betont. Reichskanzler Dr. Cuno: fchaffen, daß an der Protesttundgebung des Reichstages Bar- Die Größe des Augenblicks, der gerade vom bürgerlichen Geehrte Damen und Herren! Vorgestern, am 11. Januar 1923, teien beteiligt sind, die bis in die jüngste Zeit den Glaubens- Standpunkt eine möglichst einmütige Erklärung des Reichs- drangen französische und belgische Truppen in zwei Hauptkolonnen jazz vertreten haben, daß allein die Macht Recht schaffe. Die tages forderte, fand aber in der bürgerlichen Arbeitsgemein in friedliches deutsches Gebiet ein( Pfuirufe rechts), überschritten noch zu der Zeit Anmerionspläne schmiedeten, als der mili- fchaft, der sich die Deutschnationalen jetzt an die Seite stellen, die Grenzen, die nach Artikel 428 des Bertrages von Bersailles der tärische Zusammenbruch Deutschlands schon mit Händen zu ein herzlich fleines Geschlecht. Sie war mit Cuno zu jedem Befehung durch Truppen der alliierten und assoziierten Mächte gegreifen war. Opfer bereit. Aber noch eine halbe Stunde länger zu tagen, zogen find, ja fogar die vorgesehenen Grenzen des Gebietes, das im 28iderfpruch mit den Bestimmungen des Vertrages unter dem Ber im Glashause figt, darf nicht mit Steinen werfen, um nach dem Deutschvällischen und dem Kommunisten auch Namen von Ganttionen bezeichnet worden ist. Die Truppen waren Und der Protest der Deutschnationalen bis melt in die Kreife noch den Abgeordneten Ledebour anzuhören und deshalb den friegsmäßig ausgerüstet. Sie führten außer ihren Feldküchen der Bolksparteiler hinein flingt, fo ehrlich er gemeint ist, doch nächsten Zug zu verfäumen, zu dem Opfer war fie nicht munitionsfahrzeuge, Geräte, Gepäc- und Lazarettwagen mit sich. hohl, weil diefe Rundgeber nicht reinen Gewissens find. fähig. Und obschon die stärkste Fraktion des Reichstages( hört, hört!) An der Spike marschierten Ravalerieabteilungen mit Das auszusprechen war im Reichstag Pflicht der Sozialdemo- fie dringend ermahnte, nicht durch Debatteschluß einen gezogenem Säbel.( Unerhört!) Auf dem Marktplaze in Effen fratischen Bartei. Sie fann für sich ohne Ruhmredigkeit in 3wischenfall zu schaffen, stimmte die geschlossene Front der fuhren Panzerwagen auf, Maschinengewehre wurden in Stellung Anspruch nehmen, daß sie zu allen Zeiten gegen die Ge- bürgerlichen Parteien für diesen Debatteschluß. So endete gebracht, der Belagerungszustand verhängt, für jede Uebertretung waltpolitik aufgetreten ist, auch als sie im Deutschen Reich noch die Kundgebung des Reichstags, die sich gegen imperialistischen der Gefeße gerichtliche Bestrafung angedroht.( Unerhört!) Bei den befehenden Truppen befanden sich belgische Abteilungen aller sozusagen zum guten Zon gehörte. Sie hat mitten im Rausch Wahnwiz und militaristische Gewalt richten sollte, mit einem Art. Dieser Vormarsch vollzog sich mit allen friegsmäßigen Siche des Weltkrieges den Verständigungsfrieden ver peinlichen Mißllang. Auch manche unserer Genoffen, die rungen in einem Lande und einem Bolfe gegenüber, das die Ent langt, bei dem„ jeder seine eigene Laft trage". Sie ist dafür eine nach außen gefchlossene Abwehr des Friedensbruches waffnung durchgeführt hat und friedlicher Arbeit sich widmet, verlästert und befchimpft worden von denen, die in Sieg für eine politische Notwendigkeit halten, protestierten nun das nicht daran denken fonnte und nicht daran gedacht hat, den friedens- Hymnen fich beraufchten. Sie ist aber deshalb heute mehr gegen den fleinlichen Unverstond der bürgerlichen Barla- franzöfifch- belgischen Truppen auch nur einen Mann oder ein Geum so mehr berufen, ibre Stimme gegen die franzöfifchmentsparteien, indem sie vor der Abstimmung über den An wehr entgegenzustellen. Der Kanzler erwähnt dann die bekannte Anfündigung des belgische Gemaltpolitit zu erheben, die on der Ruhr das trag Marr den Saal verließen. Ein anderer Teil enthielt deutsche Wirtschaftsleben zu drosseln beginnt. fich unter diesen Umständen der Stimme. So tam zwar eine Einmarsches mit ihrer Bestreitung nichtmilitärischer Absichten usw. Ansprache feines Bräsidenten und, während der Reichs- bruch zustande, aber die Einheit fehlte, die ihr die erforderliche der auf den Tag genau drei Jahre vor Ueberreichung der Note Smeifellos ftand der Reichstag bei der ergreifenden Kundgebung des Reichstags gegen den Rechts- und Vertrags- und sagt: Die Maßnahmen werden gestüht auf den Bertrag von Versailles, fanzler die Erklärung der Regierung perlas, unter dem Banne Bucht verliehen hätte. der Gefahr, die dem deutschen Wirtschaftsleben und dem Frieden droht. Kommunistische Ungezogenheiten fonnten diesen Eindruc ebenso menig vermischen, wie die demonstra Verhandlungsbericht. Auf dem Reichstagsgebäude wehten gestern, Sonnabend, die Haus und Tribünen waren start besetzt. Um 2 Uhr 45 Minuten Präsident Löbe tive Unterstreichung gewiffer Stellen der Kanzlerrede durch die Fahnen auf Halbmost. deutschnationale Kriegspartei. Doch wenn der Kanzler in eindringlicher Weise erklärte, es sei nötig, daß alle Kreise ergriff des Landes in der stummen Abwehr des Gemaltoftes afte Opfer zu bringen hoben, so ist das zwar eine Selbstverständ= lichkeit, aber diese Erklärung begegnet begreiflicherweise in das Wort zu folgender Ansprache: Ich eröffne die Sigung des Reichsden Reihen der Arbeiter starter Steris. Denn man denft tages, die Stellung nehmen soll zu dem empörenden militärischen zunächst daran, daß diejenigen am lautesten von allge Gewaltakt, der unserem Lande und unserem Bolte in diesen Tagen meinen Opfern zu sprechen pflegen, die alles Heil in der widerfährt. Ohne den Verhandlungen dieses Hauses vorzugreifen, Breiserhöhung für Getreide erblicken oder fich über das in denen jede Bariei von ihrem Standpunkt aus zu dem Emporschnellen der Kurse für die Montanwerte im besetzten Attentat auf den Frieden Mitteleuropas ratifiziert worden ist zu dem Zwede, an die Stelle des Krieges einen festen, gerechten und dauerhaften Frieden treten zu laffen, und der als wesentlich bezeichnet, bestimmte Berpflichtungen zu übernehmen, nicht zum Kriege zu schreiten, die Vorschriften des internationalen Rechts genau zu beobachten, Gerechtigkeit herrichen zu lassen und alle Vertragspflichten und gegenseitigen Beziehungen der Bölker peinlich ft zu beachten, sie werden geftügt auf den Vertrag, aus dem dieses große Programm der Berföhnung, der Gleichberechtigung und Gelbstbestimmung der Böller abgeleitet wurde, welches 1918 verheißen und von Deutschland, durch die Erklärung vom 3. Oftober 1918 als Grundlage der Berträge über den Waffenstustand angenommen worden ist. In jenem Bertrage von Bersailles haben wir schwerste Verpflichtungen zum Ersatz der Kriegsschäden übernommen. So schwer die Lage ist, fo gewährt der Bertrag von Bersailles immerhin Deutschland das Recht, die ihm auferlegten Leistungen Rechte Deutschlands nicht ausreichend beachtet nach seinen Hilfsmitteln und feiner Beistungsfähigkeit gut für ble infung der beuffchen Berpflichtungen ble Straft der bent- jerten in gemeusamem anverständnis( en commum accond) bemessen, weiter das unverbrüchliche Recht, von der Reparations- fchen Wirtschaft einzusehen. Ich habe erklärt, daß die deutsche Wirt getroffen werden follen.( Hört! hört!) Der Verfaffer diefes Defommission hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit gehört zu werden. fchaft, namentlich die Industrie- und Bantmelt berett richtes ist fein anderer als Herr Barthou( erneutes Hört, hört!), der Mehr als einmal hat die deutsche Regierung im Laufe der letzten wäre, die Regierung bei der Durchführung ihrer Borschläge zu unter. Vorsitzende der Reparationsfommission. Ich sollte denken, daß er als drei Jahre erfahren müssen, daß diese stützen und bereit wäre, über eine von ihr zu übernehmende Garantie Vorsitzender dieser Kommission teine andere Auffassung vertreten zu verhandeln. Dieser Vorschlag ift tann, als die er damals als Berichterstatter des Parlaments geäußert nicht angenommen. hat.( Sehr gut!) Derselben Auffassung entspricht auch die wiederofte usage, die nach der Befehung von Frankfurt am Main die französische Regierung dem britischen Rabinett gab: Bertrages nur in Uebereinstimmung mit ihren Alliierten zu handeln. fie beabsichtige, bei allen interalliierten Fragen der Ausführung des aber selbst wenn alle diese Voraussetzungen jo flar gegeben wären, abgelehnt. wie sie in Wirklichkeit fehlen, so würden doch nie und nimmer militärischen Aktion zulässig sein.( Sehr richtig!) Um solche aber handelt es sich( 3ustimmung), denn auch die Worte, die Herr Poincaré in der französischen Kammer sprach), können über die Realität der französischen Soldaten und Waffen in Essen nicht hinwegtäuschen.( Lebhafte Zustimmung.) wurden.( Sehr richtig!) Gleichwohl hat das deutsche Bolt sich ehrlich bemüht, bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit die Wirtschafts- Nach der wirtschaftlichen Seite haben wir dem französischen Minifters schäden auszugleichen und ehrlich und aufrichtig der wirtschaftlichen präsidenten angeboten, eine Rommission von Vertretern der Inschäden auszugleichen und ehrlich und aufrichtig der wirtschaftlichen bustrie- und Bantwelt nach Paris zu entfenden, die mit franzöReparation zu dienen. Fast die ganze Handelsflotte haben fischen Vertretern im Einvernehmen mit Frankreichs Alliierten über wir dahingegeben, Binnenschiffe in großer Zahl, Lotomoeine wirtschaftliche Verständigung verhandeln tiven usw. bis zu einem Grade der Lähmung unseres Verkehrs sollte.( Ruf 6. d. Komm.: Die werden sich noch verständigen!) Maßnahmen einer politischen Belegung und einer lebens.( Sehr wahr!) Wir haben das deutsche Eigentum im Herr Poincaré hat diesen Vorschlag Ausland hingegeben, den Ertrag der Arbeit von Generationen, ferner Maschinen und Baustoffe, alles Leistungen, die fast größer waren, als es die Rücksicht auf die eigene Wirtschaft gestattete.( Sehr wahr!) Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren einig in der Bereitschaft wie in den dringenden Wunsch, ihre Kraft an den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs sehen zu fönnen. Aber immer wieder wurden uns andere Laften auferlegt bis zum Verfall unserer Wirtschaft. Ich frage die Welt, ob jemals ein Bolt mehr geleistet hat und mehr hat leisten können, das durch die Absperrung vom Weltverkehr, durch die Berluste des Krieges, durch Hunger und Entbehrungen aller Art entnervt und entfräftet war. Ich frage: wie fann Herr Poincaré in seiner Kammerrede erklären, er fönne nicht mehr auf die falschen Versprechungen zählen und sich dadurch täuschen lassen, wie fann er der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß Deutschland feinerlei Anstrengungen machen werde, feine Verpflichtungen zu erfüllen, ohne daß 3wang ausgeübt wird? Tatsache ist, daß die deutsche Regierung nicht nur durch Erklärungen, sondern durch Vorschläge und Maßnahmen die Lösung des Reparationsproblems in einer für Frankreich günstigen Weise bemüht war, nachdem durch das Ürteil aller Sachverständigen der internationalen Finanzwelt wie der Sachverständigen der Gläubiger staaten und auch durch die Reparationskommission selbst die gegen wärtige Zahlungsunfähigkeit Deutschlands festgestellt war?( Sehr richtig!) Die deutsche Note vom 14. November v. J. hat ein vor läufiges Programm für die Reparationen umschrieben, um ein endgültiges Programm vorzubereiten. Der Reichstag hat einmütig zu gestimmt. Das Problem stellte sich vom Standpunkt des Vertragsgegners aus gesehen unter drei Gesichtspunkten dar: Finanziell handelte es sich darum, Frankreich, das unbestreitbare Schwierigkeiten im Staatshaushalt hat, sofort greifbare Mittel zu verschaffen. Wirtschaftlich wurde davon ausgegangen, daß die deutsche und die französische Wirtschaft in wichtigen Beziehungen aufein ander angewiesen sind, und es sollten Wege gesucht werden, ohne Zerstörung des deutschen Wirtschaftslebens einen Ausgleich mit Frankreich zu finden. Politisch stehen wir der Tatsache gegenüber, daß Frankreich die Unentbehrlichkeit feiner Stellung am Rhein immer wieder mit der Behauptung friegerischer Absichten Deutschlands begründet. Unter diesen drei Gesichtspunkten fetzte gleichzeitig die Tätigkeit des Kabinetts ein. Der erste Schritt war Das Schreiben vom 9. Dezember an Bonar Lam zu der Konferenz in London, worin ein Vorschlag gemacht wurde, der für die nächsten Jahre den dringenden französischen Geldbedarf vorläufig befrie. digen sollte. Der Erfolg blieb aus. Dann arbeiteten wir Borschläge für die Pariser Konferenz aus. In meiner Hamburger Rede habe ich das Wesen dieser Vor schläge so deutlich gezeichnet, daß auch die Deffentlichkeit in den Ententestaaten flar die Ziele und Wege dieses Lösungsversuches fah. Nach eingehender und gründlicher Prüfung des deutschen Wirt schaftslebens und nach dem Urteil aller Sachverständigen fonnten wir aus eigener Kraft nicht alle Ansprüche Frankreichs auf finanziellem Gebiet befriedigen, wir haben aber erklärt, wir feien bereit, eine feste Summe als erste Rate zu bieten, die durch eine Anleihe auf dem Weltmartt garantiert ist. Es kam dann weiter darauf an, weitere Zahlungen nach der Entwicklung der Wirtschaft zu leisten. Das geschah, indem wir bis zu einer zu bestimmenden Grenze uns verpflichteten, Anleihen nach Maßgabe des Bedürfnisses aufzubringen. Auf einen ähnlichen Ges danken in dem englischen Vorschlag hat Poincaré nach Pressemeldungen über seine Rede der amtliche Wortlaut liegt noch nicht vor.- gesagt:„ Wir haben keine Cuff dazu, internationale Bankiers als Schiedsrichter über Rechte Frankreichs anzuerkennen." Aber welch anderen und besseren, unparteiischen und rein wirtschaft lichen Maßstab gibt es für die Abjegung der Wirtschaft und Finanz. traft als den Kredit?( Sehr richtig!) Endlich fam es darauf an, Das Kamel und das Nadelöhr. Bon Paul Gutmann. Ilm politische Hemmnisse einer rein wirtschaftlichen Regelung zu befeitigen, traten wir durch Vermittlung einer dritten Macht an die französische Regierung heran und boten ihm einen durch Bolts abstimmung gesicherten Friedenspatt an. Herr Poincaré hat diesen Vorschlag abgelehnt. Unsere Vorschläge boten Raum für Berhandlungen und Bereinbarungen über die Ausführung und Ausfüllung, die Grundgedanken unserer Vorschläge waren jenen verwandt, die aus den Kreisen der Alliierten felbft gemacht worden sind. Die Abweichungen waren nicht erheblich, aber der Unterschied, der uns von dem französischen Gedanken trennte, war nicht graduell und relativ, sondern radital und abfolut. Das ist der Unterschied zwischen dem machtpolitischen und wirtschaftspolitischen Denken. Aus diesem machtpoflflichen Denken erklärt sich der geschichtliche Schritt der Note vom 10. Januar und des Einmarsches vom 11. Januar. Aeußerlich ist dieser Schritt nicht an das große gewaltige Problem geknüpft, sondern an die fleine Berfäumnis Deutschlands in den Holz- und Rohlenlieferungen, die in der Kohlenmenge wenige Prozente des ausmachen, was wir seit dem Waffenstillstand tatsächlich geliefert haben. Deswegen und wegen Schnittholz und Telegraphenstangen unternimmt Herr Poincaré eine militärische Affion, die Kosten von unabsehbarem Umfange macht und geradezu verhängnisvoll die Mittel für unproduftive Zwede bindet. Was wird die Ingenieuregpedition ins Ruhrgebiet darüber hinaus dem Weltvermögen an Mitteln und Berten entziehen! Wo bleiben die wirtschaftlichen Gründe, auf die fich Herr Poincaré beim Einmarsch ins Ruhrgebiet zu stützen glaubte? So wenig wirtschaftliche Gründe er hat, so wenig läßt sich ein Rechtsgrund für fein Beginnen geltend machen. Ich fann das mit wenigen Worten nicht schärfer umreißen, als es in der Note geschieht, die gestern dem französischen Botschafter und dem belgischen Geschäftsträger übergeben wurde. Nach den ausdrüdlichen Fest ftellungen der Reparationstommiffion in ihrer Note vom 21. März 1921", so heißt es dort ,,, würde eine Berfehlung bei den Holz- und Rohlenlieferungen nichts anderes als die Forderung von Bar zahlungen rechtfertigen, so daß die Anordnung anderweitiger Maßnahmen auf Grund der§§ 17, 18 in diesem Falle ausgeschlossen ist. ( Sehr richtig!) Selbst bei rechtmäßiger Anwendung der§§ 17, 18 würden aber nur wirtschaftliche und finanzielle Maß nahmen oder nur solche Maßnahmen, die ihnen dem Wesen und der Bedeutung nach gleichzustellen find, gegen Deutschland getroffen werden dürfen." Alliierten in ihren eigenen Hoheitsgebieten durchführen tönnten. Das könnten nur Maßnahmen sein, welche die Solche Maßnahmen dagegen nicht, die wie der gegenwärtige Einbruch von Truppen und Beamten in das Ruhrgebiet, die denkbar fchwerste Verlegung des deutschen Hoheitsrechtes bedeuten.( Sehr wahr!) Endlich tönnen nach dem Vertrage etwa zulässige Maßnahmen nur von den an den Reparationen beteiligten Mächten gemeinsam( fehr richtig!), nicht von einzelnen Mächten auf eigene Fauft getroffen werden. Was die Auslegung des§ 18 anlangt, so haben wir für unsere Rechtsauffassung gerade in diesem Bunkte das wertvolle Zeugnis eines Franzosen, der Herrn Boincaré nicht fernfteht und bei den jekigen franzöfifchen Plänen teine geringe Rolle spielte. In dem amtlichen Bericht des französischen Kammerausschusses über den Versailler Vertrag wird bei der Erörterung der von der franzöfifchen Regierung jeht berührten Bertragsbedingungen ausdrücklich gejagt, daß die bei nichterfüllung der Reparationsverpflichtungen vorgesehenen Maßnahmen von den Was an deutschem Gebiet in Ausführung des Friedensvertrages besetzt werden darf, ist vom Vertrag selbst umschrieben. Die Allierten haben ja selbst in der Note vom 16. Juni 1919 der deutschen Delegation gegenüber feierlich erflärt, daß die Reparationskommission, auf deren Mehrheitsbeschluß hin jezt Frankreich diese Gewaltmaßnahmen stützt, weder ein Werkzeug zur Bedrüdung noch ein listiges Mittel zur Einmischung in Deutschland Hoheitsrechte sei, daß fie feine Truppen zur Verfügung, daß fie feinerlei Crefutivrechte innerhalb der Gebiete Deutschlands habe. Und als erblich das Schlußprotofoll über den Bertrag ausgetauscht wurde, war vorher von Herrn Clémenceau noch ausbrüdlich anerkannt worden, daß nach der Infraffehung des Bertrages die Anwendung von Sicherungsmitteln, wie fie der Krieg mit sich bringe, ihr Ende gefunden haben. Es steht fest: Recht und Vertrag find mit dem Einmarsch der Truppen in das Ruhrgebiet gebrochen worden. Die deutsche Regierung erhebt gegen die Gewalt, die hiermit einem wehrlosen Bolle angetan wird, vor Gie tann sich gegen diese Gewalt nicht wehren. Sie ist aber nicht der ganze Welt feierlich Profeft. gewillt, sich dem Friedensbruch zu fügen oder gar, wie ihr angesonnen wird, bei der Durchführung der französischen Absichten mit zuwirken. Sie weist diese Zumutung zurück. Die Verantwor tung für alle entstehenden Folgen fällt allein auf die Regierungen, die den Einmarsch vollzogen haben. Den Unterzeichnern des Friedensvertrages und den neutralen Staaten haben wir unsere Auffassung dargelegt. Den Regierungen Frankreichs und Belgiens haben wir unseren Protest gegen Rechtsbruch erklärt. Unser Botschafter in Paris und unser Gesandter in Brüssel sind zurückgezogen worden. Solange der vertragswidrige Zustand, geschaffen durch den gewaltsamen Eingriff in das Zentrum der deutschen Wirtschaft, andauert und die tatsächlichen Folgen nicht beseitigt find, ist Deutschland nicht in der Lage, Leistungen an diejenigen Mächte zu bewirken, die jenen Zustand herbeigeführt haben. Es ist wenig, bitter menig, was wir der Gewalttat äußerlich entgegensehen können. Was wir innerlich entgegensegen fönnen und müssen, ist mehr: Wille und Entschluß. Wohl frage ich die anderen Glieder der Völkergesamtheit, ob sie fich Frieden für die Welt und Versöhnung erhoffen fönnen, wenn hier Gewalt über das Recht fiegt, über das innere Recht eines Boltes und über das Recht eines Vertrages, unter denen die Unterschriften fast aller Staaten der Welt stehen. Aber ich richte feinen Appell an sie; denn ich weiß, daß mehr als jemals über den Beschiden der Nationen harte Interessenfragen walten. Dürfen wir erwarten, daß die Zwangsläufigkeit führen wird, ehe sich vielleicht ein Brand entzündet, der nicht nur wirtschaftlicher Entwicklungen über furz oder lang zu einem Wandel Deutschland, sondern Europa bedroht? ( Schluß des Berichts in der 1. Beilage.) Botschafterkonferenz gegen Litauen. Paris, 10. Januar.( EE.) Die Botschafterkonferenz veröffentlicht folgende Mitteilung: In Kowno wurden aufs neue Borftellungen erhoben, um die litauische Regierung zu veranlaffen, daß fle auf die Urheber der Bewegung Einfluß nähme, die einen Drud auf die Alliierten auszuüben und die Hoheitsrechte der Alliierten anzutasten versuchen. Die Botschaftertonferenz beschloß die Entfedung eines franzöfifchen Obersten, der den Befehl über die alliierien Landstreitkräfte übernehmen soll, sobald die englischen und fran3öfifchen Kriegsschiffe, die bereits unterwegs find, an Ort und Stelle fein werden. werden. Zeitungsannonce sich des gewünschte Objekt zu verschaffen. Bor-„ Törichte Jungfrau" und„ Cuffige Weiber". Die Geschichte von fichtig, wie er war, annoncierte Beter: Junges Ramet gesucht," der reinen Jungfrau, die ein Heerführer begehrt und von der da man doch nicht wissen tonnte, ob ein ausgewachsenes nicht zu Rettung einer umzingelten Stadt durch eben diese seltene Jungferngroß für das Nadelöhr fein würde. Es meldeten sich 85 Lehrlinge, fchaft, hat biblisches Alter. Will man daraus einen Operettenstoff Dem Gerechten gibt es der Herr im Schlafe. Darauf pochte vier Staffeepittolos, drei Liftboys, die alle glaubten, daß unter machen, so muß alles Ernste, Bathetische, Moralische abgestreift Peter Nabob, als er eines Morgens erwachte und sich der Worte Ramel fie gemeint seien, da Prinzipal und Gäste fie nie anders be- Schauspielhaus" zu sehen waren, sind weder lustig, noch frech, Die drei Afte von Florido, die im Großen entsann, die der Pfarrer zu ihm in der Konfirmationsstunde ge titelten. Beter war wütend. Seine Hoffnung auf das Jenseits noch interessant. Gie leihen sich eine Schauspielfassade, hinter der sprochen hatte. Serr, dein Pfund hat zehn Bfund erworben," wurde auf die Folter gespannt. Wie gelangte er zu feinem Be- mit unzulänglichem Deutsch Verse gezimmert sind. Langweilig, höchst so sagte der erste von den zehn ausgefandten Knechten, denen der weisstüd? Endlich, nach mühevollem, monatelangem Suchen gelang langweilig und unehrlich in diesem verstiegenen Pathos. Oskar Herr zehn Pfund, jedem eins, gegeben hatte. Und er sprach zu es ihm, von einem verkrachten Zirkusdirektor ein richtiges Ramel Straus hält sich bei den sozusagen ernsten Momenten lange auf, ihm: Ei, du frommer Knecht, dieweil du bist im geringsten treu zu erwerben. er erfinnt für die Dafen der Flottheit ein paar Rhythmen, inftrugewesen, sollst du Macht haben über zehn Städte." An diese Borte Der große Tag stand bevor. Auf dem Feld außerhalb der mentiert fie gut und läßt im übrigen die Baize abgebrauchter Roten hatte der Pfarrer allerhand lehrreiche Ermahnungen getnüpft, von Etadt sollte der endgültige Beweis erbracht werden, daß ein Ramel abschwirren. D, hätte man doch dafür seine wirklich luftigen Nibedenen Peter stets die eine im Ohre flang: Du sollst mit deinem durch ein Nadelöhr gehen, mithin ein Reicher in den Himmel tom- lungen einziehen laffen. Aber man hatte ja die Zugkraft Cle= Pfund touchern." men fönne. Blafate forderten die Menge auf, zu erscheinen, da hier titeln vorrepublikanischer Zeit behaftet ist, und als fescher, föstlich wings, die mit allen Professoren, Doktoren- und Kammerfängerein Problem von epochaler Bedeutung seiner endgültigen Lösung angezogener Ritter mit allen Mittein der Theatralit paradieren kann. harre. Die Presse war geladen, der Wirtschaftsminister foar hatte man hatte die Emmy Sturm, die aber in einer steifen Rolle sein Erscheinen zugesagt. nicht zeigen fonnte, welches Temperament fie befizt. as mann Solcher Ermahnungen gedent, beschloß Beter, ein richtiges Pfund zu erwerben. Er legte es in ein Kästchen, das er von seiner Großmutter geerbt hatte und worauf inmitten von Muschein auf einem Stein eingegraben stand:„ Souvenir". Er betrachtete zärtlich sein Pfund jeden Tag und überlegte, was er damit anfangen sollte. Aber siehe, eines Tages entdeckte er, genau wie der Pfarrer es gesagt, daß sein Geld sich verzehnfacht hatte. Eine Radel von der Größe und dem Ansehen einer gewöhn- und Thiemig und die kleine v. Thellmann sorgten für halbe lichen Stopfnadel wurde inmitten eines abgegrenzten Raumes in Luftigkeit. Ob es ein Erfolg beim Publikum war? den Boden gepflanzt. Alle Augen, zum Teil mit Operngläsern und Nach anderthalb Atten, nach zwei Stunden, in denen vergeblich Fernrohren bewaffnet, waren darauf gerichtet, als Peter erschien auf den sogenannten Schlager gewartet wurde, treibt es uns zu Nachdem so der Anfang gemacht, wucherte er weiter. Er faufte und spielend das Nadelöhr zu einer immensen Deffnung fnapp über den Luftigen Weibern" in der Boltsoper. Nun, diese und verkaufte, kaufte und verkaufte und war nach einigen Jahren dem Erdboden erweiterte. Ein berühmter Professor der National- Nikolaische Mufit spricht für sich selbst. Prätorius leitet das ein reicher Mann. Er tat nie etwas Gutes, sondern dachte stets ökonomie bewies, daß Beter Nabob das soziale Problem mit seiner ist es zu eng, zu stilvoll, zu unbewegt. Ein paar Stimmen, die Orchester frisch und wohlflingend. Aber da oben auf den Brettern nur an sich, aber da er dem Pfarrer, wie er vermeinte, seinen Auf- genialen Erfindung DRP. 0 274 596 gelöft habe. Als er geendet der Berta Maltin, der Ludmilla Dost al und des jungen Tenors stieg zu danken hatte, wurde er ein gläubiger Diener des geschrie- hatte, setzte sich unter den Klängen der Nationalhymne das Kamel Wilinsky fallen angenehm auf. Doch das sprühende Humorbenen Wortes. Er las, wenn er mit dem Börsenbericht fertig war, in Bewegung. Jaudzender Zuruf aus der bessergekleideten Menge volle fällt unter den Tisch. Was die Kehlen fingen, entspricht nicht jeden Abend in der Bibel und gelobte, möglichst genau sich an ihre begrüßte es. Man hörte vereinzelte Niederrufe und schrille Pfiffe, ganz der abgezirkelten Bewegtheit, der mittleren Temperatur all Anweisungen zu halten. Aber da gab es ihm jedesmal einen die aber bald von dem orfanartigen Beifall erstidt wurden. Das diefer Spieler. Mehr Komödiengeist, meine Herrschaften. Auch FalStich ins Herz, wenn er auf die Stelle stieß, wo gesagt wird:„ Es Kamel war nicht in guter Form. Es fnidte in den Kniekehlen, staff( Otto Gorlig) wirft mehr in fleinen individuellen Zügen, gehet eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, ehe denn ein Reicher in zitterte und stemmte die Borderbeine widerstrebend nach hinten. als in denen, die von Shakespeare oder Verdi stammen könnten. den Himmel kommt." „ Borwärts! vorwärts!" schrie die erregte Menge. Aber gleichsam hin ist eines dieser luftigen Weiber mehr wert als drei törichte Also: Höchst anständig, aber bürgerlich und fleinfalibrig. 3mmerBeter/ wollte in den Himmel kommen, er, dem es auf Erden so als fürchtere es, das Gottesurteil herauszufordern, blieb es unJungfrauen. R. G. gut erging, wollte sein Pfund bis zur ewigen Seligkeit anwachsen mittelbar por dem Nadelöhr stehen, recte die bebenden Nüstern Erstaufführungen der Woche. Mittw. Theater in der Komman laffen. Was war zu tun? Es mußte der Beweis erbracht werden, gen Himmel, stieß ein ohrenbetäubendes Gemieher aus und brach dantenstraße: Legende eines Lebens". Sonnab. Boltsbühne:„ Das daß ein Ramet sehr gut durch ein Nadelöhr gehen könne. Er tot vor dem Ziel zusammen. Wintermärchen". Deutsches Künstler- Theater:.Magdalena". grübelte und grübelte, und endlich, nach vieler Geistesanstrengung, Die von einem Barlamentsausschuß verlangte Untersuchung( 22.) Stammerspiele:" Der Streis". erfand er das elastische Nadelöhr DRP. 0274 596. stellte fest, daß zwei Stunden vor dem tragischen Ereignis ein junger Staatsoper angehören wird, ein längeres Gastspiel am Dienstag als Nu In der Staatsoper wird Starl Günther, der vom Herbst ab der Man denke sich gewissermaßen als Verlängerung des Nadelöhrs Mann, dem Anschein nach ein Gymnasiast, in den Stall getreten bolf in Bohème" beginnen. Die Aufführung von Schrefers, Schat einen unendlich feinen Draht, der, über mehrere winzige Spulen war und das Kamel mit Pralinés gefüttert hatte. Es ergab sich, gräber" am Mittwoch wird der Komponist selbst dirigieren. Die Els gerollt, in die ausgehöhlte Nadel von der Größe einer gewöhnlichen daß diese vergiftet waren. Die Fäden der Untersuchung führten singt Maria Schrefer, die Gattin des Komponisten. Stopfnabel nach dem System Mannesmann eingelassen wird. in das Gebiet einer gewissen hochverdienenden Industrie und ver= Die Barnesty- Bühnen haben mit Rücksicht auf den NationalJm LessingDergestalt ist es möglich technische Einzelheiten bleiben dem liefen dort im Dunkel. Tatsache ist, daß das führende Organ der trauertag ihren Spielplan für Sonntag geändert. Theater geht, Faust", im Deutschen Künstler- Theater wissenschaftlich nicht geschulten Laien besser erspart, das Nadelöhr dortigen Gegend seit Wochen gewarnt hatte, es auf einen derartigen Strindbergsstönigin Christine" in Szene. nach Bedarf riesenhaft zu erweitern. Bersuch ankommen zu lassen, der geeignet wäre, die Volksleiden- Ein Drama aus der 48 er Revolution. Otto Ernst Hesse bat Es war nun weiter nichts nötig, als ein Kamel zu finden, um schaft aufzupeitschen, da er leicht negativ ausfallen könnte. einen bergeffenen Helden der ersten deutschen Revolution und Borkämpfer zu bimeifen, daß es bequem durch die Deffnung spazieren könne. Der Professor der Nationalökonomie gibt die Hoffnung nicht für die deutsche Republik in einem Drama zu neuem Leben erweckt. Das Drania trägt den Titel: Robert Blum. Die Tragödie eines Deuts Das Kamel des Zoologischen Gartens war an Unterernährung ge- auf. Er erläßt im Ausland Aufrufe zum Antauf eines zweitenschen". Es erscheint zur" 75- Jahrseier der ersten deutschen Revolution im storben, und es blieb daher nichts übrig, als auf dem Wege der Kamels zweds Förderung der deutschen Wissenschaft. Berlag Desterheld& Co. Mont. Die Maßnahmen der Regierung. Besprechungen mit den Spitzenverbänden. Unter dem Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Beder fand gestern eine Aussprache mit den Spizenorganisationen der Industrie, Neue Besetzungen. Gelsenkirchen, 13. Januar.( TU.) Um 7 Uhr abends[ einbarenden Mengen zu liefern von dem Zeitpunkt an, wo der Präfondern gelegentlich sieht man auch französische Offiziere. Frankreich ist zufrieden und bezahlt. des Handels, Handwerks, der Genossenschaften und Gewerkschaften ist ein ganzes Regiment Infanterie in Buer eingerückt. Die Truppen sident der Mission namens der beteiligten Regierungen den einzelnen statt, welche die durch die Besehung des Ruhrreviers verschärfte machen einen ziemlich derangierten und müden Eindrud. Wie man Bechen schriftlich erklärt, daß die Brennstofflieferung den wirtschaftliche Notlage und die etwa zur Abhilfe oder hört, haben sie einen weiten Marsch aus Werden( südwestlich von einzelnen Bechen zu dem vom Reichstohlenverband feſtLinderung zu treffenden Maßnahmen zum Gegenstand hatte. Der Effen) hinter sich. Sie warten auf Unterkunft, doch ist es außer- gefeßten Brennstoff- Bertaufspreise in bar bevorschußt und bezahlt Reichswirtschaftsminister betonte in der Eröffnungsansprache, daß ordentlich schwer, Quartiere zu beschaffen, da diese junge Großstadt werden. Vorausseßung hierfür ist, daß nicht entgegenweder genügend Säle noch Schulen, geschweige denn größere Privat- stehende Berfügungen des Reichstohlentommissars er= das gewaltsame Vorgehen der Franzosen und Belgier leider den wohnungen aufweist, die sich für Einquartierungszwede eignen. lassen werden. Die Festsetzung der formellen Lieferungsbedingungen Preisen des Lebensbedarfes der Bevölkerung die Ten Gelsenkirchen selbst ist immer noch offiziell nicht befeht, doch bleibt besonderen Bereinbarungen in der Kommission vorbehalten." benz zu weiterem Steigen geben werde. Diese Entwicklung fieht man nicht nur Truppenteile durch Gelsenkirchen marschieren, hin und führten schließlich zu folgender weiteren Erklärung: Die Die Verhandlungen über diesen Punkt zogen sich stundenlang werde um so fühlbarer werden, als wir infolge Erhöhung der Kohlenpreise vor einer weiteren Preiswelle in unserer geBechen ergänzen die erste Erklärung dahin, daß durch die Rückgabe samten Gütererzeugung stünden. Es müsse das Bestreben aller in der Wirtschaft tätigen Streife sein, dafür zu sorgen, daß die Lebensbedingungen des Volkes nicht über das durch die unabwendbaren von außen kommenden Ereignisse bedingte Maß hinaus ver schlimmert würden. Hierzu erbitte er die Mitarbeit der Spizenverbände und ihren zur Besonnenheit und Mäßigung mahnenden verbände und ihren zur Besonnenheit und Mäßigung mahnenden Einfluß auf ihre Mitglieder draußen im Land. Die Reichsregierung lege auf eine enge Zusammenarbeit mit allen Wirt. fchaftstreifen gerade jetzt besonderes Gewicht. des Bertaufs der Brennstoffe vom Syndikat an die einzelnen Bechen eine gegen früher vollkommen geändert Lage geschaffen ist, infolge beren die Zechen nicht für eine Gesamt lieferung auffommen fönnen. Außerdem geht infolge der Besetzung die Förderung erheblich zurück. Es muß daher mit einer Berringerung der Lieferungsmenge gerechnet werden. Eine Nachholung des Ausfalls ist ausgefchloffen. Um die bis jetzt gegen Gutschreibung nach einem geradezu betrügerisch ersonnenen Preisfestsetzungssystem bezogene Reparationsfohle auch unter der empörenden Invasion erhalten zu können, haben sich die Fremdherrscher des Ruhrgebiets genötigt gesehen, bare Bezahlung anzubieten. Wir berichten darüber weiter unten. Um der Wirkung dieses Die Vorschüsse müssen, um den Betrieb aufrecht erhalten zu kön" Erfolgs" der Besetzung vorzubeugen auf die Dauer wird nen, dekadenweise in Höhe von 80 Proz: der Lieferungen, der In mehrstündiger Aussprache trugen alsdann die berufs- Bericht über den Ministerrat veröffentlicht: fie nicht ausbleiben, wird in Paris folgender amtlicher Rest binnen drei Tagen nach der Erteilung der Rechnung in bar bezahlt werden. flandtschen Bertreter ihre Wünsche und Anregungen vor, die sich insDie vertretenen Zechen haben von der Erklärung des Präsiden befonbere erstreckten auf: die Warenpreisbildung sowie der öffentlichen Arbeiten machten dem Ministerrat sehr zubar bezahlt werden, Kenntnis genommen und werden eine jede für Der Ministerpräsident, der Kriegsminister und der Minister ten der Miffion, daß die gelieferten Brennstoffe wie vorstehend in deren lleberwachung und Beeinflussung, die Einwirkung der Fracht- friedenstellende Mitteilungen über die Nachrichten, die ihren ihren Teil am Montag, den 15. Januar 1923, die Lieferung auftariferhöhungen auf die Preise, die Ausländer- und die Kartellfrage, mit Bezug auf die Einrichtung der Ingenieurfommissionen an der nehmen." die Möglichkeiten der Hebung der Produktion durch Mehr- Ruhr sowie über thre ersten Besprechungen mit den Industriellen an der Spize Fritz Thyssen und Generaldirektor Tengelmann. feiftung an wichtigen Stellen oder Umschichtung der Ar. beitsbepBiterung. Daneben wurde auf die Notwendigkeit zugegangen sind. hingewiesen, auch Heinere Maßnahmen mit psychologischer Auswirtung( z. B. Borgehen gegen die Schlemmerei) nicht außer acht Bu taffen. Sihung der Reparationskommission. Paris, 13. Januar.( WTB.) Die amtliche Mitteilung über die heutige Sigung der Reparationstommiffion lautet: Im Laufe der heutigen Vormittagssigung hat die Reparationskommission beschlossen, folgendes Schreiben an die Kriegslaftentommission zu richten: Die Reparationstommiffion beehrt sich, Ihnen mitzuteilen, daß fie Ihnen in einigen Tagen die Entscheidung über die beiden Schreiben zugehen lassen wird, die Sie am 14. bzw. 27. November 1922 im Namen der deutschen Regierung an fie gerichtet haben. Sie hat provisorisch bescholfsen, den im Zahlungsstatut vom 5. Mai 1921 auf den 15. Januar 1923 angesezten Zahlungstermin auf den 31. Januar 1923 zu verschieben. gez.: Louis Barthou, Delacroix. Bradbury weigerte sich, zu unterzeichnen, da er sich abseits halten wolle; statt seiner unterschrieb der Belgier. Nach dem Temps" berichtete Generalinspefteur Coste hem Arbeitsminister: Zwischenfälle würden nicht gemeldet. Der Berich: hebt den ginen Willen der Metallurgischen Bereinigung und des Sahlverbandes sowie die versöhnliche Haltung der Arbeiter her. vor. Er vermerkt mit Genugtuung, daß gewisse Blätter des Effener Gebietes die Abreise des Kohlensyndikats mit or Flucht Wit helms II. verglichen. Erste Schwierigkeiten im Ruhrgebiet. Effen, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Zurzeit ist man immer noch bei den äußerst schwierigen Vorbereitungen, die die Ingenieurfommission in den Besitz der wirtschaftlichen Macht sehen sollen. Dem sollten hauptsächlich die bis jetzt stattgefundenen Berhandlungen dienen, denen man wahrhaftig teinen äußerst zufriedenstellenden" Berlauf für die Franzosen nachsagen tann. Bisher scheinen die Ingenieure sich selbst nicht ganz wohl zu fühlen. Die Kohlenverteilung ist gegenwärtig noch ohne französisch- belgische Kontrolle und auch sonst wird ein direkter wirtschaftlicher Einfluß nicht verspürt. Die Kommission besteht aus sieben Bertretern der großen Zechen, Die Bereitwilligkeit der Franzosen, die Reparationsfohle zu bezahlen, ist offenbar eine Ausgeburt der Verlegen heit, in die sie durch die Abreise des Kohlensyndikats und durch die Einstellung der Reparationslieferung gebracht sind. Bu vermuten ist, daß sie die Zahlungen einzustellen suchen werden, sobald ihnen die Organisation der Lieferungen auf andere Weise gelänge. Deutschland hat gegen Liefe= rung von Reparationsfohlen gegen Bezahlung, für deren Erlös es felbft Auslandskohle kaufen kann, niemals etwas einzuwenden gehabt. Der bisherige Erfolg des Friedensbruches ist also lediglich der, daß das Ingenieurfomitee den 3e chen zubilligen mußte, was die Reparationsfommission dem Reiche verweigert hat. Dadurch wird aber für die Franzosen die Besetzung noch fostspieliger. Ihr ganzer Widersinn zeigt sich schon in den ersten Taten" des Ingenieurfomitees. Verhandlung mit den Bergarbeitern. Vor allem fucht man die Arbeiterschaft für die franBochum, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Heute waren die zösischen Pläne zu gewinnen. Ein ganzes Heer von Agenten ist zu Bergarbeiterverbände zur Industrie- Kontrollfommission" in den Die Reparationstommiffino hat sich noch über die Berzöge Höhere Offiziere in Zivil versuchen unter Zusicherung befferer Domes, der bereits im Saargebiet erhebliche Zeit die Kohlenvertei diesem Zwed aufgeboten und mit großen Mitteln ausgerüstet. Effener Kaiserhof" geladen. Der Verhandlungsführer, Ingenieur rungen auszusprechen gehabt, die bei der Regelung der Reftitutionen Lebenshaltung und mit sonstigen Schmeicheleien ihr Heil. Nicht so lung geleitet hat, fagte, daß die Kontrollkommission nur die Aufgabe in natura festgestellt worden seien. Im gegenseitigen Einvernehmen tonziliant behandelt man die Arbeitgeberverbände und die Zechen habe, die Verteilung von Kohle und Rots anders als bisher zu sei unter den Kommissionsmitgliedern beschlossen worden, daß wegen direttoren. Aber hinter beiden Methoden verbirgt sich nur die große regein. Hauptsächlich handele es sich der Restitutionen in natura später an die deutsche Regierung Berlegenheit der neuen Gewalthaber. Erfahrungen in Oberschlesien nur um ein paar tausend Tonnen Mehrlieferungen. herangetreten werden solle. Auf der Tagesordnung habe ferner die und im Saargebiet ersetzen nicht die wirtschaftlichen Borausfehungen, Die Kommiffion hoffe, daß das teine besonderen Schwierigkeiten deutsche Gesezgebung betr. Rapitalflucht gestanden. Die notwendig sind, um das Ruhrgebiet in jeder Hinsicht zu ergebe, sie würde jedoch, falls solche eintreten, gegroungen sein, durch Barthou habe bemerkt, daß diese Frage mit der des Moratoriums beherrschen, und weder Oberschlesien noch das Saarbeden sind mit entsprechende Maßnahmen für regelrechte Förderung zu sorgen. zusammenhänge. Auch hier sei im gegenseitigen Einvernehmen der den komplizierten Wirtschaftsverhältnissen an der Ruhr auf eine Reinesfalls beabsichtige man, die bisherige Aufgabe der Arbeitgeber Aufschub der Erörterung beschlossen worden. Im übrigen werde Stufe zu stellen. zu übernehmen, die vielmehr nach wie vor die Leitung der Betriebe Das erste Eingeständnis versichert, daß die Delegierten einmütig bereit seien, der Veröffentbehalten sollten. Auch die Regelung aller Arbeiterfragen, insbeson lichung der Protokolle ihrer Intervention(? soll wohl bebeuten: der französisch- belgischen Berlegenheit wurde dem Generalinspekteur dere der Arbeitsbedingungen, foll grundsätzlich den Arbeitnehmer Auffaffung. Red.) im Laufe der letzten Sigung zuzuftimmen, in der Cofte in der heute abgehaltenen Sizung mit den Sechenbefizern organisationen überlassen bleiben. Die Rommiffion lege Wert darauf, die Verfehlung Deutschlands bei den Kohlenlieferungen festgestellt geliefert. Coste mußte sich trotz der Bajonette, unter dem Druck der besonders mit den Bergarbeiterorganisationen in Fühlung zu bleiben worden ist. Verhältnisse, die stärker sind wie alle militärischen Machtmittel, beeinfluffung der Arbeiterschaft zum Nachteil der Besatzungsbehörde und fet für sie stets zu sprechen. Sie fönne jedoch irgendeine BeNach dem„ Temps" werden am Mittwoch die deutschen Sach- reit erklären, die nach Frankreich und Belgien zu liefernde Rohle nicht gestatten. verständigen über die Benzol lieferungen nach Italien gehört. zu bezahlen, nachdem die deutsche Regierung auf Grund des Die Bertreter der Arbeiterorganisationen erhoben gegen den Rechtsbruchs Bezahlung abgelehnt hatte. Wie schwer vorläufig die Rechtsbruch entschiedenen Die Angliederung des Ruhrgebiets als Garantie. finanzielle Belastung Frankreichs und Belgiens infolge der Be „ Echo de Paris" schreibt, daß die halbmonatige Hinausschiebung dingungen der Zechenbefizer ist, ergibt sich aus folgendem RechenProtest, der durch die polnische Bergarbeiterorganisation ausdrücklich bekräftigt zur Festlegung der Garantien benutzt werden wird, die das Mora- exempel: Bisher haben die Alliierten ohne jede Gegenleistung monat- wurde. Besonders wiesen die Organisationsvertreter auf die unendtorium umgeben sollen. Es sei wahrscheinlich, daß vorgeschrieben lich etwa 1,8 Millionen Tonnen Kohle erhalten. Jetzt müssen sie lichen Opfer des deutschen Volkes infolge des Versailler Diktats hin; würde, die deutsche Produktivität auf eine höhere Summe, vielleicht die Kohle, die sie haben wollen, zum deutschen Inlands für die Ruhe und Ordnung sei nichts zu befürchten, solange die widerauf anderthalb Milliarden Goldmart, zu erhöhen, beispielsweise die preis erstehen und in bar bezahlen. Nach dem Umfang der bis- rechtliche Besabung fich von Uebergriffen fernhält und die ProRohlenlieferungen bis auf die 1800 000 Tonnen, die der herigen Rohlenlieferungen und nach dem gegenwärtigen Preis duftion nicht durch falsche Anordnungen oder durch Eingriffe in die Friedensvertrag zuläßt. Damit werde man, schreibt das Blatt, erst mi ßte Frankreich Arbeitsbedingungen gestört wird. Die Regelung der Arbeitsbedin dann Erfolg haben, wenn man in dem effektiven, gewissermaßen gungen sei nach wie vor Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft und nicht lokalen Besitz all der Pfänder sei, die in dem von Poincaré in Die einer willkürlichen Besagung. London vorgetragenen Plan angeführt sind. Es sei wohl möglich, zahlen oder nach dem gegenwärtigen Rurs ungefähr 100 Millionen Die Vertreter des Alten Bergarbeiterverbandes betonten daß man genötigt sein werde, die ganze Produktion des Ruhrgebietes französische Frant. Herrn Cofte ist die Erklärung des Einvernoch, daß sie in der Besprechung mit der Reparationsfommission und des linken Rheinufers neu zu organisieren. Hierdurch ständnisses mit diesen Bedingungen fichtlich schwer gefallen. unter Anerkennung der Pflicht der Wiedergutmachung den Wunsch würden wichtige Probleme gestellt, beispielsweise das Währungs. Aber er mußte Ja sagen, wenn er nicht die Lohnzahlungen zum Ausdruck gebracht haben, an der Prüfung der Kohlenliefe an die Bergarbeiter gefährden und damit schwere Erschütterungen werden. Die Mitglieder der Reparationstommiffion hätten ihre Zu rungsfrage durch den Internationalen Bergarbeiterbund beteiligt zu problem. Reform des Geschichtsunterrichts. Ein Erlaß des preußischen Kultusministers. Bom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung wird ein Erlaß veröffentlicht, in dem es heißt: monatlich rund 70 milliarden Papiermark auslösen wollte. Sinne unternommen. Zu Beginn der Sigung fragte Coste, warum die Zechen die Re- Stimmung hierzu erklärt, offiziell aber bisher noch nichts in diesem parationstohlenlieferungen eingestellt haben. Ihm erwiderte Frizz Thyssen, daß die Deutschen nach wie vor die deutschen Proteststreik auch im Saargebiet. Gesetze respektieren müßten und daß auch Zwangsmaßnahmen sie Saarbrüden, 13. Januar.( WTB.) Auch im Saargebiet wird nicht daran hindern könnten. Maßgebend sei das deutsche Kohlen- durch allgemeinen Generalausstand am 15. Januar von 11 bis wirtschaftsgesetz. Nach den Anweisungen des Reichstohlen 11% Uhr protestiert. Die politischen Parteien und die Gewerkschaften tommissars fönne man teine Reparationsfohle mehr an Frantreich und Belgien liefern, da das Reich deren Bezahlung ablehne. aller Richtungen fordern in Aufrufen an die Bevölkerung dazu auf. Die Bechen müßten aber Geld haben, um die Angestellten und Arbeiter löhnen zu können. Coste wiederholte demgegenüber den Befehl, in dem mit Ronfistation im Falle von Zuwiderhandlung gedroht wird. Die Deutschen erklärten sich bereit, mit den Franzosen über Lieferung von Die Lehrbücher für den Geschichtsunterricht bedürfen schon seit langem einer Aenderung nach Inhalt und Form Schon frühere Erlasse wiesen darauf hin, daß die Lehrbücher, die mehrfach ge schichtliche Lesebücher für die betreffenden Klaffen geworden waren, ein Hindernis für die Sichtung des Stoffes, seine übersichtliche Gestaltung und unterrichtliche Verwertung waren. Sie be hinderten in der Tat vielfach die selbständige Arbeit des Lehrers. Sie gaben fertige Urteile, die erst im Arbeitsunterricht Kohlen, aber nicht Reparationstohlen und zwar gegen Bezahlung hätten gewonnen werden sollen. Sie ersetzten in ihrer geschlossenen zu verhandeln. Sie gaben folgende Erklärung ab:„ Die Bechen er Darstellung vielfach den Lehrer, der sich so mit ihrer Erklärung be- flären fich bereit, Brennstoffe an Frankreich und Belgien in zu vergnügen fonnte, und verführten die Schüler oft zu einem gedächt= nismäßigen Lernbetriebe, bei dem die wesentlichen und England fürchtet die Nationaltrauer nicht. Köln, 13. Januar.( Mtb.) Im britisch besetzten Gebiet ist gegen das Hiffen der Flaggen auf Halbmaft zum Zeichen der Trauer am Sonntag fein Einspruch erhoben worden. Effen, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß das Trauerverbot von den Franzosen gegen den Widerstand der Engländer durchgedrückt worden ist. eigentlich bildenden Aufgaben des Geschichtsunterrichts ungelöst Swiftigkeiten, von Erbfolge und Rechtsstreitigkeiten. Die Höhen- und dahin gehören u. a. Längs- und Querstriche, Tabellen, graphische bleiben mußten. Das Verbot, im Unterricht Geschichtsbücher zu be- Knotenpunkte der geschichtlichen Entwicklung sind flar herauszu- Darstellungen und Kartenstiggen in einfachfter Ausführung. nußen, ist natürlich feine wirkliche Lösung der Schwierigkeiten, da arbeiben und in ihrer fortwirkenden Bedeutsamkeit für die Gesamt- 3. Die unentbehrlichsten Jahreszahlen find zu Tabellen zuder Geschichtsunterricht nicht ein Lehrbuch dauernd entbehren fann, fultur zur Darstellung zu bringen. Große Persönlich- sammenzustellen. wenn er die wenigen ihm zur Verfügung stehenden Stunden für seine teiten, sowie die geistigen, wirtschaftlichen und sozialen 4. Es ist darauf Bedacht zu nehmen, daß durch das Buch die Hauptaufgabe ausnügen will. Der Schüler braucht auf allen Klassen- Strömungen der betreffenden Zeitalter sind hierbei in gleicher freie Gestaltung des Arbeitsunterrichts nicht ge ftufen eine Stütze für sein Gedächtnis und zur Sicherung der im Weise zu berücksichtigen. Die Stoffauswahl wird überall durch die hemmt wird." Unterricht erarbeiteten Kenntnisse ein geeignetes Hilfsmittel, und der in meinen Erlaffen wiederholt ausgesprochenen Gesichtspunkte der Die Bücher, deren Einführung beantragt wird, find nach diesen Lehrer fann unmöglich das gesamte Tatsachenmaterial, deffen er be- nationalen Erziehung des heranwachsenden Staatsbürgers Gefichtspunkten zu prüfen. Es soll gestattet sein, dem Minister die barf, selbst geben. zu lebendiger Staatsgesinnung bestimmt sein, die auf Die Schaffung neuer Geschichtsbücher soll dem der flaren Erkenntnis des Wesens des Staates beruhen und in der Arbeiten in Maschinenschrift vor dem Sage einzureichen. Die gelten. freien Wettbewerb überlassen bleiben, bei dem naturgemäß auch Selbstverantwortung des Einzelnen gegenüber Staat und den Bestimmungen über Einführung neuer Lehrbücher werden hierwirtschaftliche Erwägungen zur Geltung fommen müssen. Ein ein- Bolt gipfeln muß. Sie wird den Anteil des deutschen Volkes an der durch nicht berührt. faches, tnappes Tatsachenbuch, das den Schüler durch alle Klassen modernen Kultur und die Leistungen, Aufgaben und Verpflichtungen begleitet, wird vielen Lehrern als die geeignetste Form eines Lehr- Deutschlands gegenüber der Kulturmenschheit gebührend hervorheben. buches erscheinen. Der Unterricht wird dann je nach der Klassen Die in der Reichsverfassung gegebenen Richtlinien für Bildung stufe die im Buche gegebenen Tatsachen selbständig verarbeiten. und Schule" find selbstverständlich auch hier maßgebend; ebenso Alle neu zu schaffenden Geschichtsbücher werden folgenden felbstverständlich ist die Wahrung der geschichtlichen Wahrheit und die Hauptforderungen genügen müssen: von der Reichsverfassung gebotene Rücksicht auf Verschiedenheiten des 1. Bei durchgreifender Sichtung des Stoffes und Knappheit der Bekenntnisses und der Weltanschauung der Erziehungsberechtigten. Darstellung darf nur das, was geschichtlich wirksam ge= 2. Einteilung und Gestaltung des Stoffes bestimmt der Beworden ist, aufgenommen werden. Das gilt vornehmlich für die arbeiter nach freiem Ermessen. Alle Hilfsmittel, die zur VeranschauBehandlung von Kriegs- und Fürstengeschichte, von diplomatischen lichung und besonderen Uebersicht beitragen, find zu verwenden; Wilder Bergarbeiterstreif. In Zwickau sind gestern die Bergarbeiter in den Streif getreten, weil ihre Forderung auf sofortige Auszahlung von 10 000 Mart pro Mann abgelehnt wurde und weil ihrer weiteren Forderung, nur mit der Belegschaft direkt zu verhan deln, nicht stattgegeben wurde. Es handelt sich um die Belegschaft von Bürgerschacht 2, Gotteshilfe und Tiefbau. Die Ausständigen zogen auch nach Bürgerschacht 1 und Glückauf und holten die dort arbeitenden Bergarbeiter heraus. Den Bemühungen eines Regierungsfommissars gelang es nicht, eine Einigung zu erzielen. TE tungsausschuß angerufen werden. Alle Diskussionsredner ver- eine äußerst schlechte. Das liegt aber nur daran, weil diese ArbeitGewerkschaftsbewegung urteilten auf das schärfste das unsoziale Verhalten der Arbeitgeber nehmer noch nicht begriffen haben, daß fie nur mit Hilfe der gewerkDie Unternehmer wollen den Kampf! Das Ergebnis der auf Veranlassung des Reichsarbeitsministers stattgefundenen direkten Berhandlungen zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und dem Verband Berliner Metallindustrieller ist ein so minimales, daß die Verhandlungskommission nicht in der Lage war, es dem Metallfartell zur Annahme zu empfehlen. In der Tat haben sich die Unternehmer nach langem Hängen und Würgen nur zu einer weiteren Zulage von durchschnittlich 5 Proz. für die zweite Januar- Hälfte und einer Erhöhung der Familienzulage verstanden. Alle Hinweise auf die durch den Marksturz bevorstehende neue Teuerungswelle und auf die Tatsache, daß die Löhne der Berliner Metallarbeiter in den letzten Monaten hinter der Teuerung immer mehr zurückgeblieben sind, waren fruchtlos. Die Herren Metallindustriellen erklärten außerdem hochmütig, daß dies ihr letztes Wort sei und daß auch die Regierung sie zu weiteren Konzessionen nicht veranlassen könne. In der Form und im Ton war der letztere Hinweis so scharf wie möglich. Man fann nur fagen, daß der Respekt der Metallindustriellen vor dem Kabinett Cuno so gering wie nur irgend denkbar ist. Das Metallfartell beschloß, einen letzten Berfuch zu machen und den Reichsarbeitsminister zu ersuchen, einen neuen Schiedsspruch für die zweite Januar- Hälfte zu fällen. Nach dem Eindruck der Berhandlungsteilnehmer wollen es die Unternehmer diesmal darauf ankommen lassen. Die Situation ist aufs äußerste gespannt. Da nicht anzunehmen ist, daß die Arbeiter sich unter das Diktat der Unternehmer beugen, wird damit gerechnet werden müssen, daß in dieser Woche in der Berliner Metallindustrie cin Riefenkampf ausbricht, an dem 200 000 Metallarbeiter be= teiligt sein werden. Aber es ist nicht ausgeschlossen, daß dieser Brand noch weiter um sich frißt. Es muß hier mit aller Schärfe ausgesprochen werden, daß, wenn es zu diesem Brande kommt, die Unternehmer die Brandstifter sind. Wir gehen augenscheinlich schweren Kämpfen entgegen. Die Unternehmer haben es sich in den Kopf gesetzt, von dem neuen Marksturz zu profitieren, wie sie von der Dollarhauffe der letzten Monate profitiert haben. Die Geduld der Arbeiter hat aber ihre Grenze. Von den sogenannten außenpolitischen Gründen", mit denen die Unternehmer auf Kosten der Arbeiter operieren, werden diese nicht fatt. Ob die Regierung von ihren Machtmitteln gegenüber den Unternehmern Gebrauch zu machen entschlossen ist, werden wir bald sehen. Pflicht der Arbeiter ist es, gegenüber dieser Herausforderung der Unternehmer auf dem Posten zu sein. Sie müssen treu und unerschüttert zu ihren Gewerkschaften stehen und sich weder durch die Provokationen der Unternehmer, noch durch die fommunistische Demagogie, die diesen zu Hilfe kommt, beirren lassen. In Bereitschaft sein ist alles. Lohnbewegung im Berliner Buchhandel. und sprachen die Erwartung aus, daß die Berhandlungskommission schaftlichen Organisation eine Berbefferung ihrer Lage erreichen sich für die restlose Erfüllung ihrer Forderung einsetzt. Eine Reso- tönnen. Um diese Berufsgruppe der Organisation zuzuführen, findet lution in diesem Sinne wurde einstimmig angenommen. für die Privatdetektive eine Bersammlung am 18. Januar d. J., Die alte Gruppenleitung wurde wiedergewählt, desgleichen die Lohn- vormittags 11 Uhr, bei Rathmann, Wilhelmstr. 118, statt. Eine neue Versammlung wird zu dem verhandlungskommission. Schiedsspruch Stellung nehmen. Die Angestelltengehälter in der Bekleidungsindustrie. Die Dezembergehälter für die Angestellten der BeKleidungsindustrie sind immer noch nicht endgültig festgelegt, weil die Arbeitgeber das notwendige Berständnis für die wirtschaftliche Lage der Angestellten vermissen ließen. Am 10. Januar tagte der Schlichtungsausschuß der Bekleidungsindustrie und fällte einen Spruch, der den Angestellten der Herren- und Damenkonfettion sowie der Herrenwäschebranche 60 Proz., den Anestellten der Blusen- und Kleiderbranche nur 55 Proz. Erhöhung auf die Novembergehälter zusprach. Die Vertreter der Angestellten werden ihre endgültige Entfcheidung über diesen Schiedsspruch am Montag fällen. Ueber die Haltung der Arbeitgeber zum Schiedsspruch ist noch nichts Genaues bekannt. Nach Ablauf der Erklärungsfrist wird der Zentralverband der Angestellten den beteiligten Angestellten entsprechende Nachrichten zukommen laffen. Ende des Streiks der Rohrleger und Bauklempner. " Im großen Saal der Brauerei Friedrichshain" waren gestern die streifenden Rohrleger, Helfer und Bauflempner so zahlreich verfammelt, daß sie diesen bis auf den letzten Plag füllten. Branchenleiter Niederkirchner referierte über den bisherigen Verlauf des Streits und die letzten Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Am Freitag ist erneut mit den Unternehmern verhandelt worden und sie haben den Bertretern der Streifenden schließlich folgende 3ugeständnisse gemacht: Für die Zeit vom 1. bis 15. Januar follen erhalten: Rohrleger und Klempner 460, Junggesellen aus dem Helferstande 452, Lehrlinge aus dem Helferftande 445, Helfer 440, Lagerarbeiter 435, Junggesellen im 2. Jahre 423, im 1. Jahre 415 M. Die Landaulage beträgt 1350 bzw. 1550 M. Die kleine Landzulage beträgt 330 m. Für die Zeit vom 16. bis 31. Januar erhöhen fich in derselben Reihenfolge die Löhne auf 552, 543, 534, 530, 522, 508 und 498 M. Die Landzulage auf 1650, 1860 und 400 M. Wo höhere Lohnläge gezahlt werden, bleiben diese belassen. Ferner wird durch eine Klausel den Arbeitern das Recht zugesprochen, schon während der Geltungsdauer dieses Tarifs eine neue Reglung der Säge zu fordern, wenn eine der Festlegung entsprechende wesentliche Veränderung in den wirtschaftlichen Verhältnissen eintreten sollte. Niederfirchner trat für die Annahme dieser Zugeständnisse nach fünftägigem Streif ein und forderte zum Schluß auf, weiter treu zufammenzustehen und die Organisation kampffähig zu erhalten. Die Berfammlung ftimmte der Annahme obiger Angebote zu. Zwei kommunistische Musterknaben in der Reichsdruckerei. Der graphische Hilfsarbeiter Löhning, welcher als gewerkschaftlicher Vertrauensmann des Graphischen Hilfsarbeiterverbandes in der Reichsdruckerei fungierte und bei der letzten Betriebsratswahl in diesem Reichsbetrieb als Mitglied der Kommunistischen Partei in den Betriebsrat gewählt wurde, ist wenen Betrugs aus seinem Verbande ausgefchloffen worden. Die Mitgliederversammlung diefer Organisation, die sich mit diesem Fall beschäftigte, billigte diesen Ausschluß. Eine sehr gut besuchte Versammlung der Martthelfer und Bader nahm am Donnerstag Stellung zu dem Angebot der Arbeit geber. Schade gab den Bericht von der Lohnverhandlung. Ende Dezember war die Forderung der Markthelfer und Backer in Höhe Der zweite Mustertnabe, namens Grundmann, ebenfalls von 85 Broz. eingereicht worden. Obwohl der Tarif am 31. Dezember abgelaufen war, tam es erst am 9. Januar zur Berhand- Bertrauensmann des Graphischen Hilfsarbeiterverbandes und ehelung. Der Forderung von 85 Proz. Lohnerhöhung stellten die Ar- matiges Mitolied des Betriebsausschusses als Vertreter der Kombeitgeber ein Angebot von 10 Broz. für Jugendliche und 15 Proz. munistischen Bartei ,,, perlor" schon vor zwei Jahren Sammellisten für Erwachsene gegenüber! Dazu noch für Verheiratete eine Zu- und verschwand in den Hintergrund. Er tauchte aber bald als Verlage von 1400 Mt. pro Woche. Herr 3. Springer vom Arbeit- trauensmann seiner Abteilung wieder auf und lieferte jetzt von ollageberverband sagte, daß unter feinen Umständen über dieses An- 9000. nur 4000 m. ab. welche er auf einer Gammelliste eingebot hinausgegangen werden fann. Und dies, trotzdem die Bücher- falfiert hatte, die für die Lazarettinfassen zum Weihnachtsfeste beDie Belegschaft seiner Abteilung enthob ihn nun preise in letzter Zeit den Wettlauf mit dem Dollar aufgenommen stimmt waren. haben. Trotzdem die Herren Sortimenter im Frühjahr und sofort feines Amtes als Vertrauensmann und lehnte es ab, meiter Hoffentlich zieht stoffenschaft C Betriebsräte! Die Bollversammlungen der Gruppen finden statt: XI Metallindustrie Sophienstr. 17-18. am Montag abend 7 Uhr in den Sophien- Sälen, VII Solzindustrie am Dienstag abend 7 Uhr im Dresdener Kasino, Dres II Bavindustrie am Mottwoch nachm. 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engeldener Str. 96. fer 21-25, Gaal 1. I Want, Handels- und Versicherungsgewerbe, XV Sozialversicherung, V Freie Berufe am Donnerstag abend 7 Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienſtr. 17-18. IV Chemische Industrie am Freitag abend 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Saal 3. Tagesordnung: Der Betriebsrat und die Betriebskontrolle". Es ist Pflicht fämtlicher Betriebe in ihren Gruppenversammlungen zu erscheinen. Als egitimation dient die Betriebsrätekarte und das Verbandsbuch. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. Osram, Fabrit D, Motherstraße. Montag nachmittag 4% Uhr im Lokal von Lojat, Benmestr. 8, wichtige Gigung aller Mitglieder der BGPD. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. An die Parteigenoffen der Holzindustriel In den ersten Wochentagen finden Betriebsversammlungen statt. Neben der Werbung von Parteimitgliedern sind überall Kandidaten der VSPD. für die Ber bandsfunktionen aufzustellen. Am Dienstag, 7 Uhr, tagen die Betriebsräte im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 96. Eine Stunde vorher treten die Betriebsräte unferer Partei zu einer Vorbesprechung im felben Lokal zufammen. Am Donnerstag finden 45 Mitgliederverfammlungen statt. Zeit und Ort find im Mitteilungsblatt vom 13. Januar bekanntgegeben. Parteipflicht ist es, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Das Parteibuch ist mitzubringen. Bei der Wahl der Branchen und Bezirksleitungen und der Kommission ist nur vorzufchlagen und zu wählen, wer sich als unser Parteimitglied legitimieren tann. Dann werden die Delegiertenkandidaten für die Generalver fammlung des Jahres 1923 aufgestellt. Sorgt dafür, daß diese Listen mit den Borschlägen unserer Parteigenoffen voll besetzt werden. Alle Parteigenossen müssen zur Stelle sein. Der Werbeausschuh AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Montag Puntt 7 Uhr abends in großen Saal der Neuen Philharmonie, Köpenider Str. 96-97, Bersammlung, Berichterstattung über die Tarifverhandlungen mit dem BBMS, Funktionär farte und Mitgliedsbuch eines Af- Verbandes zusammen legitimieren. versammlung im Gewertschaftshaus, Gaal 1. Baugewerksbund, Fachgruppe der Glaser. Montag abend 7 Uhr General. Sämtliche Bertrauensleute um 6 Uhr im Gaal 2 zu einer Borbesprechung. Die Verbandsbücher sind mitzubringen, ohne diefe fein Zutritt. Die wichtige und reichhaltige Tagesordnung verpflichtet die Kollegen zum Erscheinen. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk 6( Kreuzberg). Montag 5 Uhr im Bemiralspalaft, Berlin GD., Admiralftr. 18 I, Bersammlung aller im Bezirk wohnenden Mitglieder. richterei in und außer dem Hause für die Hausschuhindustrie, Röpenider Straße 127a; Versammlung der Ballschuhmacher 5½ Uhr bei Boefer, Bebertraße 17; Reise- und Kameelhartschuh- Wender und-Wenderinnen, BrandsohlenDie Bezirksleitung. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 6 Uhr: Stepperei und Bornadlerinnen, Bolstersohlenkleberinnen und Einleister, 6% Uhr, Saal 3 des Gewerkschaftshaufes, Engelufer 24. Dienstag 6 Uhr Versammlung der Af- Funktionäre der Gesundheitsindustrie. Dienstag pünktlich 7% Uhr im Empfangsraum des Bundeshauses, Werftstr. 7, wichtige Versammlung. Schäftender, stopnicer Gir, 127, bei Hentschel, DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Sommer schon für das Weihnachtsgeschäft ihre Läger aufgefüllt mit ihm zufammenzuarbeiten. Hoffemt badetet bieten Boral als Erstklassige Herrenbekleidung Die Entlohnung der Privatdetektivs hatten, Bücher zu Weihnachten zu Tausenden von Markt verkauft den rechten Schluß aus diefer Lehre und beachtet diesen Borfall als haben, für die sie selbst nur 20 bis 40 m. gezahlt hatten. Trotzdem Warnung, bei der Wahl ihrer Führer vorsichtiger zu sein. die alten Ladenhüter, die vor dem Kriege fein Mensch kaufen wollte, für schweres Geld an den Mann gebracht worden sind. Trotzdem durch Balutazuschläge ungeheure Mehrgewinne eingesteckt worden sind. Bei einem Wochenlohn von bisher 11 500 m. würden 13 225 M. für einen erwachsenen Menschen herauskommen, für Berheiratete 1400 M. pro Woche mehr! Da absolut feine Berständigung möglich war, mußte der Schlich Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe ferlig und nach Maß Billige Preise MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Eine Gruppe von Arbeitnehmern, welche von den Herren Direktoren" bis ins Unendliche ausgebeutet, aber in der Bezahlung meit hinter allen anderen Berufsgruppen zurückbleiben, sind die Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Brivatdetektive. Obwohl nur intelligente Leute für diesen Beruf in T. Gloce, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Frage tommen, ist die wirtschaftliche Lage dieser Berufsangehörigen Sierzu 2 Beilagen RUDOLPH HERTZOG BERLIN C BREITESTRASSE BRUDER STRASSE Winter- Sportausstellung im Ausstellungssaal Damen- Jumper handgehäkelt, reine Wolle Sport- Jumper Qualität mit Mütze, schwere reinwollene M 17 500.-, 10040-, 6000.M 25000.10000.Ganzwollene Damen- Strickjacken in vielen Farben. M 36000.-, 19337.-, Garnituren f. Damen Jacke, Schalu Mütze 19827.M 65 000-, 3200.-, Wolle M 36682.-, 18000.Damen- Sportwesten mit Aermeln, reine Ganzwollene Herren- Sportjacken in weiß in farbig M 28 000.-, 21200, Ganzwollene Herren- Sportjacken M 27 500,-, 20500.M 29500.Weiße reinwoll. 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Wirtschaftliche R e p a r a t i o n s v e r h a n d l u n g e n, zu denen wir immer bereit waren, und bei Wiederher- stellung des Rechts immer bereit fein werden, versprechen ohne eine grundsätzliche Umstellung unseres wichtigsten Gläubigers keinen Erfolg. Es handelt sich nicht um Reparation: es handelt sich um jenes alte Ziel, das seit mehr als 400 Iahren der französischen Politik eigen ist und dessen unverändert« Geltung durch die Denkschrift des cherrn Dariac auch dem nur im Tage Lebenden enthüllt wurde. Es ist die Politik, die am er- folgreichsten Ludwig XI V. u n d R a p o l e o n I., die nicht minder deutlich aber auch andere Gewalthaber Frankreichs betrieben haben bis auf den heutigen Tag, jene Politik, deren Ziel im Herbst 1914 nach dem Zeugnis Jswolskis zwischen diesem und Del- casst dahin festgelegt wurde, das Deutsche Reich und seine Existenz zu vernichten, jene Politik, in deren Dienst im Februar 1917 erklärt wurde:.Daß die jetzt zu dem Bestände des Deutschen Reiches gehörenden links- rheinischen Gebiete von Deutschland ganz abgetrennt und von jeder politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit von Deutschland befreit werden sollten/' Es ist jene Politik, die im Frühjahr 1919 in Versailles hinter verschlasiencn Türen im harten Kampf siegte, jene Politik der brutalen Expansion, die heute wie früher Im Gewände des Rechts cinherschreitet, nur daß man damals von Reunionen sprach, heute von Revarationen. „Mitten im Frieden haben Sie Krieg geführt und wundersame Eroberungen gemacht. Sie hoben«ine Reunionskammer eingesetzt, um Richter und Partei zugleich zu fein; daß dies der Rechtsanmaßung und Gewalttätigkeit noch Kränkung und Hohn hinzufügen." So rief Vänelon Ludwig XIV. zu. Wie wenig muß an diesem Wort geändert werden, damit es für den beutigen Tag paßtl Aber zum Siege führen konnte Frankreich feine Politik mit eigenen Waffen wie mit Hilfe fremder Waffen doch nur dann, wenn das deutsche Volk in sich selbst oersagte. Auf die Hallung des deutschen Volkes kommt es an. Fühlbar geht eine Bewegung durch unser Volk, deren Tiefe man darum vielleicht nicht ganz ermißt, weil man gewohnt ist, es mit unveränderlicher Geduld und Leidenskrast seine Lasten schleppen zu sehen. Es ist nicht einer unt«r uns, der sich von diesem gemeinsamen iMdensgeHihl gusz"schl'eßen vermöchte.(S'chr wabr! Zurnf der Komm.: Die Kapitalisten sicher nicht!), der nicht oufs tiefste erschüttert rvre im Glauben an Menschheit und Recht. Es gibt aber ein Höheres als die Versenkung in das Leid: Das ist der tätige Wille des Ucberwindens(Beifall). Dazu gehört in unserer Lage die höchste Besonnenheit, die Samm- lung aller Seel«nkrSfte. D-�nn i-der falsche Schritt jedes einz-lnen aus Unüberlegtheit oder aus Mangel an Selbstbeherrschung, kann von schlimmsten Folgen für die Gesamtheit werden(Sehr wahr!). Wir erfüllen eine nnabweisbare Pflicht geaen unser Volk, wenn wir mit dem stärksten Rachdruck den Ruf?ur Besonnenheit wiederholen. lsehr wabr!) Und dieselben Kraft«, die uns hierzu fähig machen, l-lbm Sie sie zusammenwirken, um die Not und die schweren Zeiten zu überstehen, die kommen werden und die nur zu über- winden sind, wenn jeder bereit ist, sein Letztes herzugeben und sein A"»�' erstes-u tun. iBeischs. lärmende Z�ruke bei den Komm.: Die Milliarden, die Sie im Ausland haben!) Ich will und kann auf Einzeilhelten nicht eingehen. Die zu treffenden Maßnahmen sind in Behandlung genommen. Aber erinnern muß ich an die kommende Rot in diesem Augenblicke, weil wir klar sehen wollen. Es untzt nichts, harte, starke Worte sprechen und morgen klagen, daß Opfer und Bürde zu schwer seien. Dazu lassen Sie uns alle Kraft der Herzen und d?r Hände unsmn Volk und Vaterland zuwenden, all müß-'aen Streit bearaben, diesem deutschen Staat uns seht in seiner Not erst recht vorbehaltlos zu eigen geben, die Ehre der deutschen Re. publik wachsam bewahren als die Ebrc eines einigen Voltes. Zu festester Einigung aller Schichten unsers Voltes, zu innigster Ge- meinschaft mit dem Staate, zur Weckung aller tiefen, offenen und verschütteten sittlichen und religiösen Kräfte ruft uns die Stunde. (Lebhafter Beifall.) Die CrklKrunq See Süraerlichen. Abg. Dr. Slrefemann(D. Vp.) gab im Namen sämtlicher bvrger- lichen Parteien eine Erklärung ab, in der es heißt: Frevelhafter Völkerrechtsbruch hat zur Besetzung deutschen Landes durch die französische Militärmacht geführt. Deutsche wirtschaftliche Unter- nehmungen sind angemaßter französischer Botmäßigkeit unterworfen worden Die angebliche absichtliche Verfehlung Deutsch- l a n d s ist nur ein V o r w a n d für die unerhörte Verletzung der deutschen Souveränität. Wir sehen in diesen Vorgängen nichts anderes, als den brutalen Versuch der Ausführung langgehegter französischer Ziele. Frankreich will das Rheinland von Deutschland losreißen und die Wirtschaft des Rubrqebietes rauben. Gegen diese Vergewaltigung des deutschen Voltes rufen wir das deutsche Volt und die Gewissen der Völker zum Widerstande auf. Wer das Gold internationaler Anleihen, Vorteile seiner Wirtschaft und die stärkste internationale Garantie seiner Grenze so mißachtet, wie Frankreich es in den letzten Wochen tat, hat das Recht verwirkt, Glauben zu finden, wenn er von friedlichen Missionen spricht. Das- selbe gilt von der angeblichen Bereitwilligkeit Poineares, jetzt mit Deutschland zu verhandeln, nachdem gerade Frankreich bei fast allen internationalen Konferenzen von Versailles an versucht oder durch- gesetzt hat, Deutschland von allen Verhandlungen auszuschließen. Frankreichs Ziel ist die Vernichtung Deutschlands. Das wird ihm nicht gelingen. Die Einheit des Reiches sit das hehre Gut, das wir uns aus Krieg und Zusammenbruch für uns und künftige Geschlechter gerettet haben. Je schwerer die Not uns all« bedrückt, um so treuer müsien und wollen wir zusammen- halten. Gegensätze des politischen Denkens und religiöse Empfin- dung müsien zurücktreten gegenüber dem Gefühl, Deutscher zu sein und seinem Volkstum die Treue zu balten. Das- Vorgehen Frankreichs wird nicht einmal von seinen Alliierten gebilligt. Das ist verständlich, denn die Mächte, die mit Deutschland auf Grund bestimmter, feierlich formulierter Vor- avssetzungen einen Waffenstillstand schlosien, und die später Deutsch- lands Entwaffnung erzwangen, haben vor Gott und der Geschichte auch die Pflicht und die Verantwortimg, Deutschland vor Vergewaltigung zu schützen. Deutschland hat die Waffen nicht bedingungslos niedergelegt. Gegen die Unterzeichner des Ver- faillcr Vertrages erheben wir daher unseren Anspruch dahin, daß sie Deutschland vor Verletzung dieses Vertrages schützen und sichern. Das Vorgehen der Regierung findet unsere Billigung. Ueber unser deutsches Volt werden schwere Zeiten kommen. Wir werden das menschenmöglichste tun, sie zu mildern. Die Initiative der E r- zeuger und Verbraucher in Stadt und Land muß der Reichsregierung in Einmütigkeit, Hochherziakeit und starkem Mute zur Seite stehen. Alle Stände, vor allem Besitz und Arbeit, müssen die Opfer auf sich nehmen, die sich aus unserer Lage ergeben. Damit oerträgt sich nicht das Wohlleben kleiner, aber aufdringlicher Kreise. Dem Wohlleben weniger steht die Not und Verarmung breUer Volksschichten entgegen, die lawinenhaft anschwillt. Deutsch- lands ganzer Mittel st and, der für Staatsleben und Kul- tur bisher das beste geleistet hat, droht zugrunde zu gehen. In dieser Zeit der Rot erwarten wir von dem deutschen Volke die Bewahrung nationaler Würde, Ernst und Besonnenheit. Wo sie fehlen, muh die Autorität der Regierung sie schaffen. In der Zeit schwerster Not und Gefahren rufen wir dem deutschen Volke die Worte zu, die vom Deutschen Eck, Mosel und Rhein grüßen: „Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn Ihr einig seid und treu!" (Lebhafter Beifall.) �bg. Müller-5ranken tSoz.j: Der Herr Reichskanzler hat feierlichst Protest eingelegt gegen den die Grundsätze des Verfailler Vertrages, seinen Wortlaut und seinen i Sinn verletzenden Gewaltakt der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen. Denn darum handelt es sich. Wenn in der französisch-belgischen Note von der Entsendung einer Kontrollkom- Mission von Ingenieuren die Rede ist, die die Erlangung von Repa- rationsleistungen nachprüfen sollen, so ist eine solche Behauptung nichts als eine widerliche Tartüfferie. Der Einmirich beweist, daß es sich um nichts anderes handelt als um die l ä n g st angedrohte militärische Besetzung des Ruhr- g e b i e t e s. die in früherer Zeit die französische Regierung nicht erreichte. Die deutsche Sozialdemokratie, die stets alle imperialisti- schen Abenteuer bekämpft hat. auch wenn sie von Seutscher Seite ausgingen—(Unruhe auf der Rechten. Zuruf des Abg. Helfferich: Das mußte kommen!) Wollen Sie bestreiten, daß auch das vorgekommen ist? Ich erinnere nur an das chinesische Abenteuer.(Erneute große Unruhe auf der Rechten.) Als Beweis verliest Herrmann Müller aus einem Reichstagsprotokoll eine Regierungserklärung, die die Expe- dition nach China als eine Kulturtat hinstellt und fährt dann fort: Wir haben das Recht, gegen solche imperialistischen Abenteuer zu protestieren und das Recht, gehört zu werden, wenn wir gegen diesen neuesten Einbruch in friedliches deutsches Land protestieren. Wik besonderem Bedauern müssen wir feststellen, daß auch die belgische Regierung sich beteiligt hat. Belgien hat stlbst während vier Iahren«ine Okkupation in be- wunderungswürdiger Weise ertragen, und setzt hat das Land, nachdem es sich die Sympathien der ganzen Welt erworben hatte, selbst den Boden des Rechts verlassen und an die brutale De- walt appelliert. Wir können jedoch mit Genugtuung feststellen, daß der Generolrat der belgischen Arbeiterpartei ausdrücklich gegen das Vorgehen der belgischen Chauvinisten Einspruch erhoben hat. Mit militärischer Gewalt können politische Zusammenhänge zerrissen werden, aber Basonette sind keine Wünschelrute, die an zeigt, wo Goldmilliarden zu finden sind. Wenn«s den Franzosen gelänge, eine Verständigung zwischen der deutschen und französischen Schwerindustrie mit militärischer Gewalt zustande zu bringen, dann würde sich diese Auseinandersetzung aus dem Rücken der deutschen Arbeiterschaft abspielen.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Diese Art von Völkerverständigung lehnen wir ab. Der Weg, den der französische Imperialismus eingeschlagen hat. wird nicht dazu führen, die Mittel zu schaffen, die für den französischen Staat notwendig sind. Die Leidkragenden bei diesem vorgehen sind jene armen Bewohner der im Kriege verwüsteten Gebiete, d«n«n Taufende von Heimstätten gebaut werden könnten für die Summen, die der Militarismus mit feiner Besatzungsarmee verschlingt. Die französischen Gewalthaber haben ein ganz anderes Ziel: Sie wollen ihr« alte Rheinland» und Rheinbund« Politik durchsetzen. Nicht nur im Saargebiet, sondern auch im besetzten Rheinland rollen französische Fronken zu Korruptions zwecken. Aber die rein deutsche Bevölkerung der Gebiete am Rhein wird gegenüber jedem Bestechunasversuch unzugänglich sein und alle Verlockungen abweisen, der deutschen Republik die Treue zu brechen. (Beifall.) Die Bewohner werden vielmehr aysbarren. bis der T a q der Befreiung von der Fremdherrschaft kommt, der ebenso sicher kommen wird, wie derTagder wirtschaftlichen Verständigung kommen muß, wenn Europa nicht zugrunde gehen soll. Es wird bald Zeit, daß dieser Tag der Verständigung kommt, denn mit jedem neuen Tag, an dem der deutsche Kredit weiter zerstört wird, schwinden die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Regelung der deutschen Reparationslasten. Eine Konsolidierung der deutschen Finanzen mit ihrem Billionen-Defizit ist heute schon fast eine Unmöglichkeit. Der französische Reparatimisplan sieht eine strenge Finanzkontrolle vor. Wir haben die Befürchtung, daß diese Kontrolle in erster Linie sich richten wird gegen die sozialen und kulturellen Ausgaben des Reiches. Wenn Frankreich von Deutsch- land verlangt, daß sein Haushalt durch Auflegung innerer Goldanleihen in Ordnung aebraäst werden soll, so ist das nur in beschränktem Umfang« möglich: gelänge das, so hätte Poincore uns sicher das schon vorgemacht zur Abzahlung der fran- zösilchen Staatsschulden. Wir kennen die Gründe nicht, aus denen die Regierung auch jetzt noch ihre Vorschläge zurückhält: die Gründe dafür erscheinen uns nicht stichhaltig. Wir stehen mit dieser Forderung nicht allein, auch das Organ des Herrn Stinnes hat kategorisch die Veröffent- lichimg verlangt. Wir werden bald auf diese Pläne zurückkommen müsien, denn der Ausgang der Pariser Konferenz hat die Schwierig- leiten in Europa gewaltig vermehrt. wir sind bereii, jede vernünfkige wirtschaftlich« Lösung z« unkerstützen-, wir werden die Regierung auch in allen Maß- nahmen zur Abwehr sran-ö-si'cher Gewalttaten unkerstützen, die zweckdienlich sind. Der Wortlaut des Friedenspaktes, den Frankreich ausdrücklich ab- gelehnt hat,«rweist, daß nicht nur die West grenze, sondern auch die Ost grenze einbezogen war. Denn Deutschland, wo wir auch das Frauenstimmrecht haben, und ich erwarte von den Frauen, daß sie sich einmütig nach den Iahren des Weltkrieges gegen ein kriegerisches Unternehmen erheben würden, wünscht nicht mehr. daß Gegensätze durch kriegerisch? Gewalt eine Lösung finden sollen, sondern durch geqeneitige Verständigung. Wir haben den Aufruf der Reichsregierung auch deshalb begrüßt, weil er zur R u h e und Besonnenheit und zu« i s e r n e r Selbstbeherrschung mahnt Wir haben es begrüßt, daß der Reichskanzler sich Mühe gegeben hat, den Wahn von einer angeb- lichen deutschen Revanche zu zerstören Dieser Wahn ist in weiten Kreisen des französischen Volkes, selbst in solchen, die nicht Anhänger der Politik Poineares sind, verbreitet. Dieser Wahn gründet sich meiner Meinung nach erstens auf das böse Gewissen derer, die diese Gewaltverträge abgeschlossen haben: zweitens begegnet man immer wieder der Ansicht, daß ein« deutsch-russische Mili- lärabmachung zustande gekommen ist. Deshalb ist es eine Pflicht der Regierung, immer wieder zu betonen, daß zwischen Deutschland und Rußland ein Abkommen nicht besteht. Drittens wird der französische Wahn genährt durch rechtsradikale Presieerzeug- nisie und Reden, die im Ausland deswegen Beachtung finden, weil sie in den Kram der Poincarescheu Politik passen Denn auch wir haben den Eindruck, daß in diesen rechtsradikalen Kreisen lebhaft gesündigt wird gegen den propagierten Geist der Einigkeit, wenn in der wüste- sten Weise gegen die Ersüllungspolittt gehetzt und ihr Zusammenbruch verkündet wird. Wie kann von einer Einigkeit des deutschen Volkes die Rede sein, wenn in Aufrufen gegen die„Schmach des 9. Roocv ber" gewettert wird, wenn Hitler gegen die.Verbrecher des 9. Rovember" hetzl. Es wäre gut, wenn die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit euch den Geldquellen dieser rechtsradikalen Kreise schenken würde. Die neue Lage ist eine der schwierigsten, die wir seit Ende des Krieges haben: zu dem vielen Elend kann sich noch mit Leichtigkeit Arbeitslosigkeit In der Industrie gesellen. In den allernächsten Tagen bekommen wir eine Verdoppelung des Brotpreises. Gegenüber der anhaltenden Teuerung haben in der letzten Zeit die Unternehmerverbände Schwierigkeiten gemacht bei den Lohnausgleichen, die notwendig sind, um den Arbeitern das Weiterleben zu ermöglichen. Die Arbeiter sind die letzten, die sich In dieser Zeil zu Lohnbewegungen drängen; ihr Znkercsse liegt vielmehr an einer Stabilisierung der Mark. (Zuruf bei der D. Dp.: Mehr Arbeit!) Eine Notgemcinschaft, wie sie oerlangt wird, setzt voraus, daß nicht die einen die Nutznießer der Notlage der anderen werden. Daher muß bei den Maßnahmen, die aus politischen Gründen getroffen sind, geprüft werden, daß sie sich nicht wirtschaftlich auswirken. In den Reihen der Arbeiter war die große Sorge vorhanden, daß die Verlegung des Kohlen- syndikats auf eine Aufhebung der Kohienwirtschast hinausgehe. Inzwischen ist ausdrücklich vom Reichsmirtschoftsministcr erklärt wor- den, daß in der Kohlcnbewirtschaftung keine Aenderung eintreten soll. Die deutsche Sozialdemokratie war sich von jeher darüber klar, daß sie von keinem Militarismus, auch nicht vom französischen, etwas Gutes zu erwarten Hot. Durch Anwendung brutaler Gewalt werden wesentliche Beträge nie zu erreichen sein, sondern nur durch gegen- seitige wirtschaftliche Verständigung.(Lebhafter Beifall bei den So- zialdemokraten.) Inzwischen ist ein Antrag Marx und Gen. eingegangen:„Der Reichstag erhebt gegen den Rechts- und Vertragsbruch der gewaltsamen Besetzung des Ruhrgeblels feierlichen vrolest. Der Reichstag wird die Regierung bei der Anwendung jeder zur enlfchlosiencn Abwehr dieses Gewaltaktes zweckdienlichen Maßnahme mit allen Kräften unterstützen." Abg. Graefe(Deutschoölkijche Freiheitspartei) fordert den fofor- tigen völligen Abbruch der diplomatischen Beziehungen, die Auswci. fung aller Reparation», und Kontrolltommi'sionen, die Aufhebung de» Verbots nationaler Organisationen und Amnestie für alle unter dem Ausnahmegesetz zum Schutze der Republik Verurteilten. Abg. Fröhlich(Komm.) bestreitet dem Bürgertum, das von jeher selbst Gewaltpolitik getrieben Hot. da» Recht zur Entrüstung. Die Ersüllungspolitik habe ein hungriges Proletariat und eine schlem- wende Bourgeoisie hinterlassen Der Zweck der Besetzung sei die Zusammenschweißung eines rheinisch-westfälischen-lothringischen Trusts unter dem Schutz der französi'chen Waffen. Wir fühlen uns in dieser Stunde als Brüder unserer französischen Genossen.(Lärmende Eni- rüstungsrufe rechts.) preußischer MinifterpräsiSent öraun protestiert namens der verbündeten Länder und des Reichsrats gegen die Besetzung des Ruhrgebiets und erklärt, daß die deutschen Länder geschlossen hinter der R e i ch s r e g i e r u n g stehen in der festen Ueberzeugiing, daß deutsches Land heimgesucht ist von einem militärischen Uebersali und daß es dringend notwendig ist, daß alle im Reich veremren Länder und auch das Volk in seiner Gesamtheit fest zusammenstehen und nach Maßgabe ihrer Kräfte sich dieser Gemalttat entgegenstellen.(Lebhafter Beifall.) Die Länder werden ihre Vertreter zu erneuten Tagungen entsenden zur Beratung darüber, wie die bevor st ehenden Schädigungen abzu- wenden find, und sie werden alles daran setzen, um den Gefchä- digten weitgehendste Hilfe zuteil werden zu lassen. Abg. Strefemann(D. Vpt.) beantragt Schluß der Debatte. Abg. Müller-Franken(Soz.) erklärt, man könne, nachdem man Graefe für die Drcimänner-Fraktion sprechen lasten habe, nicht L e» d s b o u r als dem Vertreter einer Zweimänner-Fraktion das Wort abschneiden. Der Schlußontrag wird gegen die Linke angenommen. Ein Mißtrauensvotum der Kommunisten gegen die Regierung wird abgelehnt und der Antrag Marx und Gen. in namentlicher Abstimmung mit 283 gegen 12 Stimmen bei IS Enthaltungen angenommen. Präsident Lobe fügt dieser Abstimmung hinzu: Der Reichstag hat damit gesprochen. Ich glaube, das deutsche Volt wird dieser Abstimmung zustimmen Abg. Graefe(Deutschv. Freiheitsp.) erklärt, bei Beginn der Ab- stimmung nicht den Wortlaut des Vertrauensvotums gekannt zu haben. Sonst würde er für den ersten Absatz gestimmt haben. Nächste Sitzung Montag 2 Uhr. Schluß 5% Uhr. » Ter Zwischenfall. Zu dem bereits im Leitartikel erwähnten Vorfall bei der Ab- stimmung wird uns aus der Reichstagefraktion geschrieben: Bei der Abstimniung über den Antrag Marx kam es zu einem Zwischenfall. Ein Teil unserer Fraktion stimmte entsprechend dem Fraktions- befchluß für diesen Antrag, ein kleiner Teil gab blaue Enthal- tu ngsz eitel ab, ein dritter Teil entfernt« sich, ohne ab- gestimmt zu haben, aus dem Saal. Zu diesem Zwischenfall war es auf folgende Weife gekommen: Die Fraktion hatte in ihrer Vormitta'qsfitzung über den Vorschlag zu entscheiden, nachdem am Schluß der Debatte eine Er- klärung angenommen werden sollte, die gegen die Ruhrbesetzung protestiert und der Regierung Unterstützung in ihrer Abwehraktion verspricht. Ein erheblicher Teil der Fraktion vertrat mit großer Entschiedenheit den Standpunkt, daß überhaupt keine, wie immer abgefaßte Erklärung gemeinsam mit den bürgerlichen Parteien angenommen werden dürfe. In einer Abstimmung wurde zunächst prinzipiell mit knapper Mehrheit beschlossen, einer gemeinsamen Erklärung zuzustimmen, falls die Zustimmung durch ihren Inhalt gerechtfertigt fei. Es wurde> dann weiter beschlossen, eine Abänderung de»„Entwurfs zu verlmi- gen in dem Sinne, daß nicht jeder Aktion der Regierung, sondern nur„zweckdienlichen Maßnahmen" Unterstützung versprochen werde. Di« bürgerlichen Parteien erklärten sich damit einver- standen, und so entstand der Antrag Marx und Genossen. In der Debatte sprach für alle bürgerlichen Parteien mit Aus- nähme des Völkischen Strefemann, während für die Völkischen Graefe ein« besondere Erklärung abgab, für uns Hermann Müller, für die Kommunisten Fröhlich. Nach Fröhlich wurde von den bürgerlichen Mittelparteien Schluß der Debatte beantragt, obwohl nur noch der Vertreter der Ledebour-Zweimännergruppe zum Wort gemeldet war. Genosse Hermann Müller verlangte im Namen der 173 Mann starken Sozialdemokratischen Fraktion, daß Ledebour ebenso wie zuvor Graefe das Wort erhalte. Außerdem wandte er sich auch persönlich an die bürgerlichen Parteien und erklärte, daß es sich mit ihren laut ausgesprochenen Wünschen nach einheitlichem Vor- gehen schlecht vertrage, wenn sie jetzt die Sozialdemokratische Fraktion in einer Gefchäftsordnungsfrage nlederstimmen wollten. Trotzdem wurde mit allen bürgerlichen gegen alle sozialistischen Stimmen Schluß der Debatte beschlossen. Im Aeltestenausschuß war befannt gewesen, daß auch Ledebour sich zum Wort melden wollte. Die bürgerlichen Parteien hatten dort ihre Absicht, ihm das Wort nicht zu verstatten, in feiner Weise zu erkennen gegeben. Dem Beschluß auf Debatteschluß folgte unmittelbar die na mentliche Abstimmung über den Antrag Mart. Es ist möglich und sogar wahrscheinlich, daß sich ein Teil der Frattionsmitglieder, die in der Fraktionsfizung gegen jede gemeinfame Erklärung mit den bürgerlichen Parteien geftimmt hatten, vor der Abstimmung im Plenum aus dem Saal entfernt hätte, wie das der Fraktionsbrauch erlaubt. Durch den unmittelbar vorangegangenen Zwischenfall, der wie eine Provokation wirfte, mar nun die Stimmung so erregt, daß viel mehr Fraktionsmitglieder den Saa! verließen, als es sonst der Fall gewesen wäre und einige andere zum Zeichen ihres Protestes blaue Enthaltungszettel abgaben. Unter denen, die sich aus dem Saal entfernten, befanden sich auch Genossen, die in der Fraktion für den Antrag Marg eingetreten waren. Wirtschaft Gefahren. Für die Volksbühne. Mehr denn je bedarf heute jeder Bolfsgenosse seelischer Feier-| Theater uff. Opern erhalten die Mitglieder zurzeit bei der großen stunden, die ihn über die Nöte des Alltags erheben und ihm neue Volksoper im Theater des Westens, in absehbarer Zeit wird dazu Kraft geben für die notwendigen wirtschaftlichen, sozialen und poli- die Oper am Königsplay, die ehemalige Kroll- Oper, treten, die zurtischen Kämpfe. Solche Feierstunden zu vermitteln, ist vor allem das zeit auf Kosten des Vereins umgebaut wird, und in der die künftTheater berufen, in dem die einheitlich und festlich gestimmte Menge lerischen Kräfte der Staatsoper spielen werden. ein lebendig verkörpertes Kunstwert miterlebt. Die Berliner Volksbühne E. B. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Massen das Theater zu erschließen. Indem sie Es wäre ein schwerer Verlust für das Kulturstreben des werftätigen Volkes Berlins, wenn die Volksbühne durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieser Zeit Schaden nähme. Das darf nicht sein! Die Unterzeichneten Spizenorganisationen rufen deshalb ihre Angehörigen auf, sich mehr denn je für die Volksbühne einzusehen. Die Volksbühne E. B. ist ihre Bundesgenoffin im Kampf um die kulturelle Hebung und Befreiung die organisierten Besucher selbst zu Trägern ihrer Theater macht und den Mitgliedern des Vereins ein Mitbestimmungs- und Kontrollrecht über Geschäftsführung und Spielplangestaltung gewährt, verwandelt sie das Theater aus einem Geschäftsunternehmen, dessen höchstes Ziel der Gewinn ist, und das dieses Gewinnes wegen zu allen Ronzeffionen an den schlechten Geschmad bereit ist, in ein der proletarischen Volksschichten. Jeder Arbeiter, jeder Angestellte, Rulturinstitut, das den Gemeinschaftswillen jeder Beamter sollte seinen Stolz darein sehen, auch Mitglied der einer Bereinigung fünstlerisch bewußter Men Volksbühne zu sein! schen spiegelt. Während durch planwirtschaftliche Regelung des Insbesondere ergeht an alle Frauen die Aufforderung, die Besuches das Risiko halb leerer Häuser vermieden wird, sorgt ein Gache der Wolfsbühne zu der ihrigen zu machen! Sind sie doch vor einheitlicher Beitrag für alle Mitglieder des Vereins bei allen anderen berufen, in dies Leben des Alltags Licht und Freude Auslosung der Plätze vor jeder Vorstellung für die Aufhebung aller zu bringen und für jene Feierstunden zu sorgen, die das Erlebnis Rang- und Klassenunterschiede im Theater. Hervorgewachsen aus edler Kunstwerke schafft. den Kulturbestrebungen des Berliner werktätigen Volkes, ist die Wer der Volksbühne bereits angehört, darf sich durch die erBolfsbühne heute wie immer eine Einrichtung, an deren Erhöhten Beiträge nicht abschrecken lassen, ihr die Treue zu haltung und Ausbau die Arbeiter, Angestellten wahren! Wer dem Verein noch nicht beigetreten war, melde und Beamten Berlins das allergrößte Interesse sich sofort als Mitglied an! Jeder werbe unter seinen haben. Freunden und Bekannten! Die vergangene Woche brachte den Einmarsch der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet. Ein großer, für den Bestand der deutschen Volkswirtschaft unentbehrlicher Teil, ein Rohstoff- und Kraftzentrum gewaltigster Bedeutung ist durch diesen dem Friedens vertrag widersprechenden Gewaltakt in die Hand eines unter der Last seiner Schulden zusammenbrechenden und deshalb mit der Geste des rücksichtslosen Imperialismus auftretenden Staates gefallen. Was von dieser schweren Erschütterung des deutschen WirtDie gewaltige Geldentwertung der letzten Zeit zwang die Bolts- In der nächsten Zeit werden durch gewerkschaftliche Vertrauens. schaftslebens auch fatastrophale Rückwirkungen auf die Ent- bühne zu einer erheblichen Steigerung ihrer Borstellungsbeiträge. leute erbelisten in den Betrieben und Bureaus herumgereicht wicklung der Mark erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Der Dollar Die unterzeichneten Spikenorganisationen der Arbeiter, Angestellten werden. Es gilt, dafür zu sorgen, daß sie in möglichst kurzer Zeit ſtieg zwar am Dienstag auf den Refordfurs von 10 000 und über- und Beamten fönnen aber auf Grund eingehender Beratungen mit mit Neuanmeldungen gefüllt zurückgegeben werden können. Daneben schritt diesen Stand wesentlich, um am Wochenende mit 10 350( Ende den Vertretern der Volksbühne bestätigen, daß diese trot spar- fann jeder auch seine Anmeldung unmittelbar bei einer der Zahlvoriger Woche 8535) abzuschließen. Dieser neue Kurssturz der Mart famster Wirtschaft die Beiträge niedriger nicht stellen der Volksbühne E. V. vollziehen, so in der Geschäftsstelle des wirkt weiter auf die Preise erhöhend ein, er bleibt aber hinter der anzusetzen vermag; dies wäre nur möglich auf Kosten der fünft- Vereins, Linienstr. 227, in der Volfsbühnenbuchhandlung, Köpenicker Martentwertung früherer Perioden wesentlich zurüd. Es besteht lerischen Arbeit und einer ausfömmlichen Bezahlung der Angestellten Straße 68, bei den Theaterkassen der Tietzschen Warenhäuser uff. jedoch Grund zu der Befürchtung, daß damit der Abstieg der der Theater. Die von den unterzeichneten Organisationen vertreteDie Volksbühne ist das Theater des Boltes! Mart noch längst nicht beendet ist. 50 Proz. der Steinkohlen- nen Massen haben das stärkste Interesse daran, daß die Volksbühne An die Stelle des fapitalistischen Geschäftstheaters setzt sie das förderung des Ruhrgebietes, über 40 Broz. der Steinkohlenförderung nicht ihren fünstlerischen Charakter verliert, wie auch daran, daß das wahre Kulturtheater, das ohne Gewinnabsichten arbeitet. Je größer des gesamten Deutschland ist mit dem Vormarsch der Franzosen in Personal der Volksbühnentheater angemessen bezahlt wird. Die not- der Bustrom neuer Mitglieder, desto mehr Theater können von der fremde Gewalt gekommen. Ein Rückgang der Kohlengewinnung er- wendige Erhöhung der Beiträge darf deshalb keinen Grund bilden, Volksbühne E. V. ihres geschäftlichen Charakters entkleidet und in scheint unvermeidlich. Und selbst wenn er nicht eintreten sollte, ob- sich der Boltsbühne fern zu halten. den Dienst der Boltsbühnenidee gestellt werden.. Helfe deshalb jeder wohl alle Kundigen damit rechnen, ist nach den Gepflogenheiten der Wenn von anderen Theatern, zum Teil durch die Vermittlung mit, dieses große Kulturwerk der Berliner Arbeiterbewegung zu französischen Befagungstruppen anzunehmen, daß von der Förde- von Organisationen, Betriebsräten usw. billigere Theater erhalten und auszubauen! rung des neu besetzten Gebietes ein wesentlich geringerer Teil für tarten angeboten werden, so sehen sich die unterzeichneten Gewerkschaftskommission Berlin. den Verbrauch des unbesetzten Deutschland freibleiben wird als bisher. Spitzenverbände auf Grund vielfacher Erfahrungen genötigt, zur Sabath. Die Befagungstruppen haben nämlich im Rheinland immer auf eine Vorsicht zu mahnen. Häufig sind in solchen Fällen sehr erAllgemeiner freier Angestelltenbund, bessere Kohlenbelieferung dieses Landesteiles bestanden. Nur um ein hebliche Nachzahlungen zu leisten, auch werden nur minderwertige Ortsfartell Groß- Berlin. Beispiel zu nennen, sei darauf hingewiesen, daß zu einer Zeit, wo Pläge ausgegeben uff. Ueberdies bedeuten die Arbeiter und AngeFlatau. Rogatz. die deutschen Eisenbahnen nur für vier bis sechs Tage mit stellten mit ihren„ billigen" Karten in jenen Theatern nichts anderes Stohle versorgt waren, im besezten Gebiet Eisenbahn- als Füllfel". In keiner Weise gewinnen sie Einfluß auf die Füh- Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. fohlen vorräte für 42 Tage gestapelt wurden. Als das nicht rung der Bühnen, die sich in der Hauptsache nach dem Geschmack mit den üblichen Lieferungen gelang, ging man mit der Beschlag- valutastarker Ausländer und Kriegsgewinnler richten. nahme der auf den Transportwegen laufenden Kohle vor. Aehnlich Die Bolfsbühne bietet ihren Mitgliedern Schauspiele miel beabsichtigen die Franzosen auch jetzt zu verfahren. Schon in der Opern: Schauspiele in ihren eigenen Theatern, der Volksbühne Note, die den Einmarsch ankündigte, war davon die Rede, daß man den Häusern, so dem Schiller- Theater, dem Lessing- und Künstleram Bülowplatz und im Neuen Boltstheater, ferner in einigen fremnicht nur die Reparationstohlenlieferungen beitreiben, sondern auch für die Belieferung der schon bisher von den deutschen Kohlenverteilungsorganen bevorzugt belieferten befeßten Gebiete sorgen wolle. Die Kohlendecke wird auf diese Weise vertürzt; Deutschland Ruhrbesetzung in der deutschen Wirtschaft wenig zu spüren. Man| Der wird so für die nächste Zeit auf die erhöhte Ausnußung seiner darf aber nicht warten, bis es zu spät ist. Bon allen Seiten drohen film, aus deutſchem Geist geworden, an das Gewissen der Welt. Brauntohlenvorräte, aber auch auf vermehrte Gin Gefahren, denen es energisch entgegenzutreten gilt. fuhren aus dem Ausland angewiesen sein. Daraus aber ergibt sich eine neue Belastung der Zahlungsbilanz, die wieder den Wert der Mart herabdrückt. " Weitere Steigerung der Großhandelspreise. Nach den Messungen der Industrie. und Handelszeitung", die Uebrigens tann nicht nachdrücklich genug betont werden, daß fich auf 44 Waren des Großhandels erstrecken, sind in der Woche vom Frankreich keinen stichhaltigen Grund zur Besetzung des Ruhrgebiets In der ersten Januarioche standen die Preise nach diesem Inder auf 6. bis 12. Januar die Warenpreise um 13,9 Bro3. gestiegen. hatte. Als auch aus verkehrstechnischen Gründen die deutschen Liefe- dem 1798fachen, in der zweiten auf dem 2049 fachen ihres Borrungen fast unmöglich wurden, erbot sich die deutsche Regierung, statt westfälischer Kohle englische zu kaufen und abzuliefern. Dieser Priegsniveaus. Vorschlag blieb unbeachtet. Dafür befahl man Deutschland, 125 000 Tonnen Kohle monatlich in Dst o berschlesien zu kaufen, sie in der englischen Uebersee- Handelsschiffahrt über eine halbe Million Abflauen der Weltschiffahrtskrise. Seit dem Jahre 1921 fonnten durch ganz Deutschland rollen zu lassen und auf Reparationstonto Tonnen Schiffsraum, die damals infolge der Stockung am interzu liefern. Das wurde nun abgelehnt. Das Manto aber, das in nationalen Warenmarkt unbeschäftigt dalagen, wieder in Fahrt geden Kohlenlieferungen bestand, war überreichlich ausgeglichen dadurch, ſtellt werden. Ir.sbesondere ist wieder mehr Arbeit für Schleppdaß Deutschland schon vor Beginn seiner Pflichtliefedampfer vorhanden. rungen freiwillig Reparationsfohle nach Frankreich gebracht hatte. Der Verkehr von Deutschland nach dem Often. In diesen Tagen Daraus geht hervor, daß es Frankreich nicht so sehr an der Kohle land, Lettland, Litauen, Bolen und Sowjetrußland statt, welche die findet in Berlin eine Eisenbahnkonferenz zwischen Deutschland, Est liegt, sondern an der Besetzung des Ruhrgebietes, um sich damit auf Frage eines direkten Eisenbahnverkehrs zwischen Kosten Deutschlands bezahlt zu machen. Damit steht auch nicht in Deutschland und Rußland erörtern soll. Eine zweite KonfeWiderspruch, daß nun Frankreich selbst den Zechenbesitzern die Be- renz wird über den direkten Warenverkehr zwischen Deutschland, zahlung der an Frankreich zu liefernden Kohle angeboten hat. Litauen, Lettland und Estland sowie über die Einführung des diDiese angebotene Bezahlung dürfte ebenso ein Köder zur Organi- retten Personenverkehrs beraten; an dieser Konferenz werden nur tation und Förderung des französischen Kohlentributprogramms sein, wie die Zusage an die Bergarbeiter, man wolle ihnen billige Lebensmittel liefern. Die Bergleute haben den plumpen Versuch, thre Freundschaft zu gewinnen, rundweg abgelehnt. die erwähnten vier Staaten teilnehmen. Filmschau. Der Film ,, Nathan der Weise". Uraufführung in der Alhambra. Die Gefahren, mit denen zu rechnen ist, sind also Rohstoffmangel und fortschreitende Leuerung. Der zu erwartende Kohlenmangel dürfte, wie man uns an berufener Stelle versichert, nicht über Nacht hereinbrechen, da, zum Teil wegen der erhöhten Einfuhr Alche, unter der Feuer schläft. Und im Westen des Reiches springt Haß, Das Gewiffen der Belt ist verschüttet von der Asche des Krieges; einer der letzten Monate, noch einige Vorräte vorhanden sind. Um so Gier und Angst deutsches Leben an. Trauertag. In diesen Trauertag größer ist die Sorge für die Zukunft auch auf diesem Gebiete. Da- leuchtet, zu neuem Schein erwedt, Leffings verklärte Weisheit von der vorgegen haben die vom Reichskanzler gegen die Teuerung ange- die der weise Nathan erzählt, das Preislied auf die Ethit als Religion, ift urteilslosen, versöhnenden Menschlichkeit. Die Parabel von den drei Ringen, kündigten Maßnahmen noch keine feste Form angenommen. Sie sichtbar gemacht, Leffings Gedicht von der Humanität im Film wiederwerden vorerst noch im Reichswirtschaftsministerium erwogen. In erstanden. zwischen sind die Kohlenpreise um 50-67 Pro3. heraufgesetzt, alle Wäre dieser Film der Bavaria- Film- Gesellschaft nur ein wenig minder übrigen Industrien folgen, als wenn gar nichts passiert wäre. Die blasen; so aber zwingt die Vollendung, die prachtvolle Vereinigung groß und wundervoll, als er eben geriet, man müßte ihm eine Fanfare Landwirte fordern Preiserhöhungen, in den steigenden Preisen der der Joee mit den Gesetzen des Films zu einem Dank an diejenigen, die Auslandswaren wirkt sich die Balutaverschlechterung aus. Jedenfalls ihn schusen. ist bei den inländischen Interessentenkreisen des unbesetzten Gebietes nichts von der Opferbereitschaft zu spüren, die im Angesicht einer Zeit schwerster Not für das ganze deutsche Volk als selbstverständlich gelten sollte. Das Reichswirtschaftsministerium aber verhält sich abwartend. Das geht auf feinen Fall so weiter. Wir verkennen feineswegs die Schwierigkeiten eines energischen Eingriffs in den Warenmarkt. Aber es muß doch auf das entschie= denste gefordert werden, daß man sich endlich auf den Wirtschaftsfrieg, der jetzt seinen Höhepunkt erreicht hat, ernsthaft rüstet. Man ruft nach Einheitsfront und ähnlichen schönen Dingen. Das arbeitende Bolt, das sich schon gegen die Ausnutzung von Reparationen zu privaten Gewinnzweden gewehrt hat, wird es nicht verstehen, wenn nach Kriegs-, Revolutions- und Reparationsgewinnern noch eine neue Kategorie von Besagungsgewinnern tritt. Es ist höchste Zeit, daß man sich darüber klar wird. Solange die Börse auf das Unglück des deutschen Volkes mit Kurssteigerungen reagiert, ift schärfstes Mißtrauen am Blake. Noch sind die Auswirkungen Lessing finnbildhaft gestaltet; Leffing getreu und dem Film getreu, bat es Wonach eine Welt lechat, wodurch sie fich erlöst, verstehende Liebe, bat der Dichter Hans& hier aus dem Sinnbild in das finnerfüllte Bild überfett. Seine Verfilmung ist das geworden, was ihm als Ziel vorschwebte. Keine Illustration des Dialogs, sondern eine Sichtbarmachung der Abficht Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bel Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b. H. Otto. Weise. Bezirksvorstand Berlin der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger. Ludwig Körner. Boltsbühne E. V. Springer. Baate. Wagner. feine Film bat nationale Grenze, darum rüttelt dieser Jm Sinne Lessings gibt er einer Weltverbrüderung im Geist und in der Liebe den überzeugenden Nachdruck. Daß das Manuskript über diefen innersten Weit hinaus, ganz und gar filmmäßig gebaut, dramatisch durchblutet und von Respett von der bildhaften Sendung des Films erfüllt ist, spricht für das technische Geschick des nachdichtenden Autors. Manfred Noa, bisher dem Kompromiß zwischen Künstlertum und breitem Geschmad nicht immer unzugänglich, leitete das Spiel. Von der Sie ist Sinn und Zweck des films, fie bas Es ist die unerreichte Leistung der Filmregie geworden. ersten bis zur letten Szene alles auf die große Idee gestellt. das alles Biriuosenium freist. Der Triumph der Liebe gibt in Mode stegie Treibende, unt dem Film Halt und Größe. Ganz neu ist es wie dem Regisseur das Milieu und dessen Belebung gelang. Dine Riefenaufgebote stellt er Schlachtenbilder von faszinierender Echtheit im jagenden Atem. Daneben in den - durd weg meisterbasten Bauten eine Fülle von Ereignissen, von notmendigen und flaren Episoden, die erfrischt. Ein tiimatisch feinnerviger Sinn für Landschaftlichkeit, auch im Teiläufigsten noch, eine hinreißende Lebendigkeit. Stimmungsbilder von auszichenden Kreuzfabrerheeren, die schier unwahrscheinlich mitteilſam find. Aus den Darstellern holt Noa wahrhaftig das Lezte. Sie leben und sterben schier für Jdeen. Boran Berner Strauß als Nathan. Jede Geste ein Pfalm, alle eisheit in die Gebärde der Schlaubeit gehüllt und doch satt vom Wunder schädel schlägt das Gewissen der Menschheit. Bild gewordene Bibel. Eine der Menschheitserleuchtung. Ganz und par Jude, und unter dem Patriarchenneue Darstellerin, Bella Muj z nay bringt in ein Madonnen ormat tiefite Beseelung. Auch Fris Greiner als Sultan Saladin in orientalischer Gedrungenheit, Licht zustrebend, von tiefster Wirksamkeit. Der Dirigent der Alhambra, Schmidt. Glutner, umrahmte die Aufführung, die zu-. fand, aus dem brillanten Orchester alle Steigerungen und feinsten Juugunsten der Wohlfahrtseimichtungen des freien deutschen Sch: ifttums statt. strationen holend, mit thematisch geistreich gewählter Mufit. Mag Prels. Die Filme der Woche. „ Das Komödiantenkind", das nach Mag Grube 3 Roman für den Film bearbeitet wurde, gibt dem Regisseur Fred Sauer Gelegenheit, schöne Bilder zu stellen, dekorativen Rahmen zu spannen. Aa das sah man bei der Uraufführung im 1.2. Kurfürstendamm und freute sich darüber. Aber, das, worauf es schließlich beim Film ankommt, der schichte vom Komödiantenkind, das sich von der Schmiere zur Bühne in Bildern aufgelöste Handlungsreiz. der wurde vermißt. Die Ge durchlämpft, blieb im Rübiseligen steden. Grete Reinwald, eine sebe triebhafte Darstellerin, versante, fie präsentierte Buder statt eines Schicksals. gefühlten, aber leeren Rahmens. Blieb also die nicht allein seligmachende Schönheit des allerdings künstlerisch Auch der zweite Teil des Nordist- Films Der fliegende Holländer ( U. T. Nollendorfplab, nach Kapitän Marryats Roman) ist dieselbe Ent täuschung wie der erste. Nur, daß man nichts mehr zu erhoffen hat. In fehene Detail, mande zarte malerische Wirtung ist angenehmer, aber flüch schläfrig breiter Gelassenheit rollen die Vorgänge ab, manches hübsch ge tiger Augenreiz. Ganz mißlungen sind die Anfäße zu phantastischer Ge staltung, weil sie eben nur recht hilflose Ansäge blieben. Und die Phanzweiten Teil unpersönlich und reizlos. taftit ist doch gerade ureigenstes Filmgebiet. Die Darstellung ist auch im Die fade, unwahrscheinliche, mühsam zusammengestovbelte absolut belanglose Geschichte von der Liebe Pilgerfahrt", die Karl Figdor auf dem Gewissen hat, konnte auch durch die sorgfältige und die Limonadenereignisse etwas würzende Regie Protojanoffs nicht gewinnen. Werkwürdig, den Zuschauern gefiel die Angelegenheit. Sie hatten aber besten falls Anlaß, das gut temperierte Spiel der Grete Dierds, der Charlotte Ander und der Herren von Wangenheim sowie des stets sicheren Diegelmann anzuerkennen. p- s " Infamie" hat man einen Film genannt, der von Schurkerei und Dummbeit handelt. Die Dummbeit ist bedauerlich breit ausgesponnen. Daher konnte auch der Film bei seiner Uraufführung in den Richard. Oswald Rich tipielen feinen günstigen Eindruck hinterlassen. Es feblt jede Straffbeit, und das wüste Durcheinander, imponiert wahrhaft nicht. Pieha bringt als Naturforscher ein paar nette, derb komische Momente, und die Auffahrt zum Schloß erfreut als Landschaftsbild. Sonit jedoch ist der ganze Film ein Strauß aus Straut und Rüben, mit dem man wirklich nichts anzufangen weiß. S Die Deulig o che bietet Ausschnitte aus aller Belt. Doch macht es feinen angenehmen Eindruck, zu sehen, wie die Herrschaften vom Film es verstehen, sich feiern zu lassen. e. b. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Alle Mitglieder beteiligen sich an den Kundgebungen der Partei in den bekannten Sotalen. Die Theatervorstellung findet heute nachmittag um 3 Uhr als gefchloffene Vereinsvorstellung statt. Die Nachzahlung beträgt 170 M. Nicht benuzte Karten werden nicht zurückgenommen. Achtung, Südoften! Der Turnabend fällt morgen, Montag, den 15. Ja. nuar aus. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Internationaler Bund der Kriegsopfer, Ortsgruppe Steglib- Friedenau. Mittwoch, den 17. d. M., 8 Uhr, bei Martin, Steglth, Fichtestr. 4. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Austunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brief. ( aften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof part. links, vor. Schriftstitde und Berträge sind mitzubringen. jenige mündliche Borbringen, welches aus dem Tatbestande des BerufungsRecht 33. 1. Der Beurteilung des Revisionsgerichts unterliegt nur basR. D. Bis urteils oder dem Gigungsprotokoll hervorgeht. 2. und 3. Stein. Ende Juni 1923. Legen Sie Einspruch ein. R. P. 183. 1. U. E. find Sie zur Vorschußzzahlung nicht verpflichtet. 2. Shre Auffassung ist richtig. M. G. 73. 12 800 Mt.. 13. 1. Der Vermieter wird von der Haftung befreit, wenn nicht der Mieter das Mietverhältnis für den ersten Termin fündigt, für den die Kündigung zulässig ist. 2. Machen Sie zunächst dem Polizeiamt oder-revier Mitteilung. Cot. muß das Gericht angerufen werden. B. Sh. 18. 1. Sie müssen die vereinbarte oder gesetzliche Miete weiter zahlen. 2. Nach unferer Kuficht nein. Sepel 13. gir bie Steuerschule Threr Frau haften Ste nicht. Den Antrag auf Rückzahlung können Sie stellen. Ihm wird aber voraussichtlich nicht entsprochen werden. Wille. Gibt es nicht. 5.. 12. 1. bis 3. Das ift Sache des Hauswirts. Amtliche Beröffentlichungen bestehen barüber nicht. 4. Nein. Geschäftliche Mitteilungen. Die Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft, eröffnet am 15. d. M. ein neues Ausstellungs- und Bertaufsgeschäft in der Gitschiner Str. 20, Haltestelle Brinzenstraße der Hochbahn. Die seit dem Jahre 1872 bestehende Sitörfabrik und Weinbrennerei A. Del. pen 1. Co., A.-G., Berlin, errichtete in Berlin, Johannisstr. 18-19, eine erstflassige Fabrit größten Stils. Die Firma stellt die bekannten Litöre, auch mehrere Spezialitäten, her. Sämtliche Erzeugnisse werden auf warmem Wege, unter ausschließlicher Verwendung von Kräutern und Früchten, hergestellt. BAD ELSTER im Winter geöffnet Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836, Morgen, Montag, den 15. Januar, abends 6 Uhr, im Berbandshause ( Arbeitslosen aal), Linienstraße 83-85: Bertrauensmänner- Konferenz der Bau-, Geldschrank u. Möbel: schlosser. Tagesordnung: 1. Bericht der Tariftommission. 2. Etellungnahme dazu. Morgen, Montag, 15. Januar, nachmittags 42hr, in den Sophien- Sälen, Gophienstr. 16/17: Branchenversammlung der Chirurgie- Mechaniker. Tagesordnung: Bericht von der Lohnverhandlung. Be Pünktliches Erscheinen wird erwartet, da der Gaal um 6/2 Uhr geräumt| sein muß. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, 16. Jannar, nachm. 5 Uhr, in der indi- Brauerei, Neutölln, Hermann-, Ecke Jägerstraße: Bezirkskonferenz bes 6. Bezirks. Tagesordnung: Neuwahl der Bezirksleitung. Zutritt haben nur Bertrauensleute und Generalversammlungsbelegierte des Bezirks. Betriebsräte haben keinen Sutritt. In dieser Konferenz werden die neuen Bertrauensmännerkarten ausgegeben. Südenbezirke 8-10 Dienstag, 16.Januar, nachm. 4 Uhr, Gewertschaftshause( Saal 1), im Engelufer 24/25. Fortsetzung der vertagten Bertrauensmänner- Konferenz vom 6. Dezember 1922. Bünktliches Erscheinen ist erforderlich, da der Saal um 7 Uhr geräumt jein muß. Achtung Bauanfaläger Achtung! Dienstag, 16. Janut, nachmittags 5 he, im Berbandshause( Arbeitslofenfaal), Linienstraße 83-85: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Abstimmung über Den Lohntarif fir die zweite Januarhälfte. 2 Berbandsangelegenheiten 3. Berschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesoronung muß jeder Kollege anwesend jein. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, 16. Jannar, nachm. 5 Uhr, im Ariegervereinshaus, Chausseesir. 94: Branchenversammlung der Bauschtoffer und der Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche. Tagesordnung: 1. Bericht der Tariftommiffion. 2. Stellungnahme bazu. Achtung! Hauptgruppe IV Atung! Untergruppen 8 bis 13 Mittwoch, 17. Januar, abds. 61 Uhr, im Lotal von Reckling, Waffertoritr. 71: Versammlung der Gruppenleitung. 138/13 Die Ortsverwaltung. Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, Ia Kernseifen, Seitenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. Salgo, N 54, Lothringer Str. 38, Hof Fernsprecher: Norden 1975 200000 Mark bar für Aufklär. anreg end. Erfinder Gratisbroschüre d F. Erdmann& Co., Bin., KöniggrätzerStr.71 Billigste Seifen- Queile Eigene und andere Erzeugnisse Geifenfabrit Dircksenstr. 20, am Bhf. Aleganderplay.* Brillanten Perlen, Edelmetall- Bruch tauft A. Fuss, Sendelstraße 32 Eckhaus Spittelm. geöffn. 8-1 und 2-5 Uhr Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Geschlechtskranke Moor- und Mineralbäder, Trinkkuren, med.- mechan. Institut; alle Fremdenhöfe, viele Vermiethäuser und Kaffees offen. Eisbahn, Rodelbahn, Ski- Gelände, Konzerte, Kino. Waldreiche, windgeschützte Lage. ㅁㅁㅁ Druckschriften durch die Badedirektion und die Verkehrsbureaus Weit unter Tagespreis wertvolle Nahrungsmittel einkaufen zu können, bietet sich den Verbrauchern noch kurze Zeit Gelegenheit durch Reichardt- Kakaos und Reichardt- Schokoladen. Dies erweist eine Prüfung der jetzigen Preise, die noch weit unter der Hälfte des gegenwärtigen Wiederbeschaffungspreises liegen. Reichardt- Katao und Reichardt- Schokolade find gegen die Vorfriegszeit erst auf das etwa 750fache erhöht. Ihr Preis entspricht demnach einem Dollarkurse von nur etwa 3200, obgleich ihre Rohstoffe vom Auslande nur gegen Golddevisen erhältlich sind. Sie besitzen außerdem einen erheblich höheren Gehalt an Nährwerteinheiten als die meisten der üblichen Nahrungsmittel, somit sind sie die gegebene Sparnahrung. Man erhält sie in allen an den bekannten blauen Schildern tenntlichen Geschäften. Kriegsanleihe wird zum Kurse v. 880, nur geg. Legitimat. in Zahlung genommen. Inventur- Ausverkauf! 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Sie bedient sich gern aller Mittel, welche geeignet sind, thr Haushaltungsbudget zu ver ringern und sucht mit großem Geschick in allen Zweigen ihres Wirtschaftsbetriebes diejenigen Einrichtungen heraus, die ihr am vorteilhaftesten zu dienen vermögen. Die immer weiter steigende Teuerung zwingt fie heute mehr denn je darauf bedacht zu sein, alles auf das zweckmäßigfte und so einzurichten, baß sie mit dem geringsten Geld- und Zeitaufwande ihren Haushalt in der gewohnten Form aufrecht erhalten kann Go wird sie statt der bisherigen großen Gasbrenner, in Anlehnung an die beim elektrischen Licht üblichen fleineren Lampengrößen auch den fleineren Gasbrenner wählen und diesen noch mit einem kleinen Sparglühförper ausstatten. Statt der in vielen Herden eingebauten, Gas verschwendenden veralteien Brenner wird sie einen modernen Gastocher mit einhahnigen Doppelsparbrennern wählen, auch wird sie nicht die Kosten scheuen für einen der modernen Gasapparate, die ihr die Möglichkeit geben, mit nur einer Flamme in drei Töpfen ein ganzes Mittageffen zu tochen. An Stelle des Rohlenbadeofens wird sie den Gasbabeofen segen, der ihr die Möglichkeit bietet, je nach Wunsch und ohne lange Borbereitungen falt oder warm zu baden, oder sich abzubraufen. Schließlich wird fie die teuere Zentralheizung durch moderne Gasradiatoröfen erfegen, oder wenn die Wohnung Ofenheizung hat, diese noch zmedmäßiger gestalten, indem sie den beliebten Rachelofen umbauen und bei der Gelegenheit gleichzeitig für Gas- und Koksheizung einrichten läßt. Alle diese Dinge fönnen im Betriebe besichtigt werden in dem Neuen Ausstellungsraum und Verkaufsstelle der Gasbetriebsgesellschaft Gusginer Straße 20 Syphilis, Männerschwäche, Frauenleiden. 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Als ich vor langen Jahren einmal als kleiner Junge aus der westlichen Provinz zu einem sogenannten Onkel nach Berlin„auf Ferienbesuch" kam, war das erste, was ich tat, daß ich eine Reichs- mark meines aus einem Fünsmarkstück bestehenden Privawermögens in einer von meinem Onkel angeregten Weise klein machte: einen Fünfziger im Zoo— mein Onkel hatte mir nämlich gesagt:.Sieh' dir man die Tiere an! Bon die kannst« wat lernen, un wenn de mit die Tiere dir vastchst, denn kannste dir ooch mit die Menschen vastehnl Zwischen die Affen im Käsig un die, wo bei uns frei rum- loofen, is' man jar nich' so'n jroßer Schiedunter! Un stinken duhn se nich bloß im Zoo! Un wat denn die Raubtiere anjeht— det wirste schon frieh jenuch merken, wenn da Ernst des Lebens dir um die Rotzneese pfeift!": drei Zehner für eine Stodtbahntour, eine Rundfahrt mit der Elektrischen und eine Spritztour auf der Hoch- und Untergrundbahn—, dazu hatte mein Onkel mich angeregt, in- dem er sagte:„Un denn. Junge, bewej« dir wat mang Berlin un fahre! Fohre, wat de fahren kannst un kiek dir'n an. Da kannste 'n sehen un Heeren un riechen, den Ballina un von wejen wat un inwiefern! Nur uff die Methode kannste'n kennen lernen, un denn haste ooch noch'n Bafnüfen dabei! Un is lehrreicher wie det janze Panoptikum vom Castanl Also fahr' ma un mach' deine Oogen uff!" Lehrreich ist heute immer noch dieses Sammelsurium, und interessant, was man da sieht, viel interessanter als damals. Nur hat dies alles heute einen betrübend-traurigen Beigeschmack, und die Lehre, die da erteilt wird, stimmt bedenklich. Mehr wie damals kann man heute auf Berlins Bahnen sein« Bevölkerung kennen lernen und beobachten, in allem, was sie eint und trennt,! in ihrem körperlichen und seelischem Zustande, in ihren charakte-[ ristischen Zeiteigentümlichkeiten und vielfach so traurigen sozialen' Verhältnissen: denn mehr wie damals hat unsere Zeit den Menschen das alles ms Gesicht geschrieben und nirgendwo kann man sie bunter, sorgfältiger beobachten und erforschen als dort. Allgemeine«kinöeücke. Das erste, was bei der summarischen Beobachtung auffiel, war der entsetzliche Gesundheitszustand des weitaus größten Teiles der Fahrgäste. Wer einmal Gelegenheit hatte in der Nach- kriegszeit Großstädte, wie z. B. Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, zu sehen und die von dort bekannten gesunden blutvollen Gesichter kennt, begreift schaudernd und erschütternd bei einer solchen Be- obachtungsstteise, wie ich sie auf unseren Verkehrsmitteln unter- nahm, den Unterschied und körperlichen Ruin des heutigen Durch- fchnittsberliners, der bei magerem Lohn und noch magcrem Essen sich durchvegitieren muß. Slls ich an die neutralen Länder dachte und diese blassen, blutteeren, schmächtigen, sichtlich unterernährten Gesichter sah, die körperlich schon halb o erhall ene Jugend, die bleich- süchtigen Bureau- und Geschäftsmüdchen, die körperlichen Ruinen zusammengesunkener Frauen und müde sich noch wehrender Männer und in fast allen Niedergeschlagenheit und Gedrücktsein, den Ab- druck quälender Sorgen oder traurigsten Phlegmas las, mußte ich betrübt bekennen, wie wenig doch die Welt von unserem Elend weiß, s Ich versuchte zu schätzen und fand, daß wohl die Hälfte der Mit- S fahrenden tubcrkuloseverdächtig zu nennen ist. Die seelische Niedergeschlagenheit war aus der Unzahl von im wahrsten Sinne des Wortes glanzlos und stumpf gewordenen Augen zu lesen. Noch ein etwas günstigeres Charakteristium fei' nicht vergessen: eine große Anzahl der— meist werktätigen oder in Bureaus oder kleinen Beamtenstellen angestellten— Fahrgäste beschäftigte sich während der Fahrt mit Lesen von Zeihingen— ich sah erfreulicherweise viel den„Vorwärts", links und demokratisch gerichtete Blätter, während in der zweiten Klasse natürlich der „Lokalanzeiger" vorherrschte— und Büchern: und hier konnte ich die interessante Feststellung in einer großen Anzahl von Fällen treffen, baß die Lektüre durchweg nicht, wie man es früher bei proletarischen Halbwüchsigen oft erleben mußte, Schundliteratur, son- dern oft erstrangige wirklich gute Literatur war: darunter traf ich allein in fünf Füllen Dostojewski auf einer Strecke vom Zoo bis Alexanderplatz, für Erkennende ein An- zeichen seelischer Vertiefung vieler Mitmenschen. Natürlich fehtte lNachdruck verbeten. Der Malik-Berlag. Berlin.) leider aber auch die namentlich immer noch bei unserer weiblichen Jugend so unvermeidliche Courths-Mahlcr nicht. Aber— tröste ich mich da:„Dat is so as dat Ledder is! Wat is dorbi to daun!"— Sonstige allgemeine Eindrücke waren, daß die zweit« Klasse weit geringer als die dritte, die Stadtbahn stärker als die anderen Verkehrsmittel, die Elektrisch« weniger als die Unter- grundbahn benutzt werden— alles aus Geldknappheit und Spar- samkeitsrücksichten. Wovon sie reöen. Morgens sind sie, wie ich schon sagte, wenig mitteil- sam, still und verschlossen, teils etwas oerschlafen und oft sogar mürrisch. Der Ton und die Höflichkeit lassen überhaupt manchmal bedenklich viel zu wünschen übrig: am Abend, wo man froh zu sein scheint, der Tretmaschine des Alltages entronnen zu sein, und man gesprächiger, die Jugend sogar lustiger, teilweise aus- gelassen ist, nicht in dem Maße. Wovon die Jugend redet, viel- mehr tuschelt, weiß man und— versteht mZn; uns interessieren hier mehr die anderen Gespräche. Sie drehen>sich meist um das all- gemeine übliche, fast zur Nervenqual gewordene Thema: Wie es war, wie es ist, wie es wird. Die Lebensmittelpreise, Lohnfragen, Wirt schoftssorgen herrschen vor: gewcn- dete und geflickte Anzüge, kümm-rliches Schuhzeug lllustrieren die Gespräch«. Es ist die alte Leier, die jeder kennt. Warum sie neu aufziehen, diese trostlosest- Grommophonplatte unserer Zeit, dieses jammervolle Lied unserer wirtschaftlichen Ohnmacht, die niemand besser kennt als wir. Dazwischen ab und zu, still und leise oder auch, wie ich es erlebte, offen und frech: das G« f ch ä f t ch e n, die Schiebung, der Kurs. Der Spekulativnsteufel geht übel um: ob man ihm einmal den Hals umdrehen kann? Hoffen wir das Beste! Sogar ein Grüppchen von vier Halbwüchsiaen, höchstens fünfzehn alt,— orignell war die Mischung: einer futterte einen Apfel, der zweite„buffte Lunge", der dritte war ebenfalls mit einem Sargnagel behaftet wie der vierte, der außerdem eine Art Nick- Carter oder Buffalo Bill vor sich liegen hatte— unterhielt sich sachkundig über den letzten Dollarstand und über„ob absetzen oder nicht?" Ein weiterer Gesprächsstoff war natürlich: die politische Lage, namentlich jetzt, wo man Essen besetzt hat. Allgemein ehr- lichste Empörung und warmes Mitfühlen mit den armen Brüdern und Schwestern im Ruhrbezirk, viel zusammengeballte Wut und viel ohnmächtige Niedergeschlagenheit. Aus allem aber die Angst der niederschmetternden Fragen:„Was wird nun?"„Wie wird die Lebenshaltung?"„Wie die Arbeitsfrage?" Und in die mit Ar- beitern und Werktättgen angefüllten Abteile grinst« grauenhast das Gespenst der ödesten Zukunft hinein. In manchem Auge las ich Verzweiflung, in manchem Angst, in manchem Wut über die, die uns in diese Zeit durch Cäsarenwahnsinn hineingeführt und uns durch krassesten Egoismus behalten haben, in manchem auch er- schreckende Gleichgültigkeit und stumpfe Ergebung in das unab- wendbare Schicksal. Sedin und der Ruhrbezirk. Ueberall— in der Elektrischen, in der Untergrundbahn, im Autobus wie in der Stadtbahn— hörte ich in jeder Unterhaltung fast, mochte sie auch beginnen, wo sie wollte, dieses Thema an- schlagen. Und überall konstatterte ich die Einmütigkeit der V e r- u r t e i l u n g und Empörung. Ueberall fand ich die gleiche Uebereinstimmung in der Beurteilung, von einigen rechtsfasdsnschen Elementen, Radikalinskis, Phantasten und Utopisten abgesehen: geistige Abwehr gegen den Militarismus und Imperialismus der von dem Poincareschen Cäsarenwahnsinn infizierten Entente, mit zusammengebissenen Zähnen herausgepreßte Wut über den uner- hörten Bruch der Völkerrechte und das durch die vollendeten Tat- fachen von pathologischen Hysterikern und säbelrasselnden Sadisten legitim erklärte Faust- und Raubrecht des Stärkeren, mitleidiges Lächeln über die Haltimg Englands, bitterster Skeptizismus in der Frage Europa und Amerika. Ich hörte einen Ausspruch, der wert ist, wiedergegeben zu werden:„Das Volk Washingtons ist tot- heute lebt das Volk Morgans und Rocke- f e l l e r s I" Dieser Satz aus dem Munde eines einfachen Mannes sprach das Urteil aus über Amerika und sagte, wer gegen uns wütet: Kapitalismus, Fuß an Fuß mit dem Militarismus! Re- signatton zwar, aber einmütige Haltung für unsere Staatsidee, ein- mütiges Mitteid, mit unseren fremdländischem Militarismus Völkerrechts- und vertragswidrig verfallenen Mitbürgern sah ich aus den Augen flammen, die wie brennende Kugeln aus den blassen, von Unterernährung und Auszehrung strahlenden Köpfen flammen, die auf gebeugten und kranken Körpern saßen. * An grünen Tischen sitzen die stemdländischen Kommissionen, die über den Zustand des deutschen Volkes Rechenschaft abzugeben haben, und an grünen Tischen schöpfen sie ihre Weisheit. Hier könnten sie sie sammeln, um zu berichten, in den Zügen, die stüh- morgens die Arbeitstiere aus der Gattung„Mensch" zur Tret- Maschine fahren, und die sie abends auf einige Stunden Schlaf wieder heimwärts transportieren, Aber— in den Zügen dort, in der dritten, schmutzigen Klasse, sieht man sie nicht. Sie fürchten wohl, die bunten Uniformen, an denen spielerisch oeranlagt« Kinder oiet- leicht ihre Freude hätten, zu beschmutzen, oder sich sogar zu lang- weilen! Aber nichts desto trotz: Messieurs, voili assez d'occasion pour reehercherl Hier können Sie kontrollieren und beobachten! Es trnrd gebaut! Drei Soldaten. 101 Don John dos Pasios. Der Zug roch nach neuen Uniformen, in denen der Schweiß getrocknet war, und nach dem Rauch billiger Zigaretten. Fuselli wurde mit einem Ruck wach. Er hatte mit seinem Kopfe aus Bill Greys Schultern geschlafen. Es war schon taghell. Der Zug ruckte schon langsam über Kreuzunasschienen in irgendeiner Vorstadt mit langen, be- rußten Warenhäusern und endlosen Reihen von Güterwagen, hinter denen braunes Marschland und schiefergraue Flächen Wassers auftauchten. „Gott, das ist ja der Atlantische Ozean!" schrie Fuselli voller Aufregung. „Den Haft du wohl noch nicht gesehen? Das ist der Pirth-River," sagte Bill Grey voller Verachtung. „Ree, ich komme von der Westküste." Sie steckten ihre Köpfer aus dem Fenster, so daß ihre Gesichter sich berührten. „Donnerwetter, da sind ja Weiber!" sagte Bill Grey. Der Zug hielt mit einem Ruck. Zwei schlechtgeklcidete rot- haarige Mädels standen an dem Schienenstrang und winkten mit den Händen. „Gebt uns'neu Kuß!" schrie Bill Grey. „Gern." sagte das eine Mädchen.„Alles für unsere tapferen Jungens!" Sie stellte sich aus Zehenspitzen, und Grey beugte sich weit aus dem Fenster hinaus und brachte es gerade fertig, die Stirn des Mädchens zu erreichen. Fuselli fühlte, wie Begierde ihn durchschoß. „Halt' mich am Gürtel fest! Ich werde sie ordentlich küssen!" Er beugte sich weit heraus, warf feine Arme um die Schultern des Mädchens, trnf denen sich die Haut wie ein Regenschirm spannt«, hob sie auf und küßte sie wild auf die Linven. „Nich' doch!" schrie das Mädchen. Soldaten, die aus den anderen Fenstern herausschauten, schrien und lachten. Fuselli küßte sie noch einmal und ließ sie dann fallen. „Du bist zu grob, du Hurenkerl, du!" Ein Mann an einem der anderen Fenster gröhlte:„Ich sag's meiner Mama!" Alle lachten. Der Zug setzte sich wieder in Bewegung Fuselli sah sich stolz um. Das Bild Mabes, die ihm die Fünf-Pfund-Schachtel Pralinäs gab, stieg einen Augenblick in fein Bewußtsein. — Macht nichts, so'n kleiner Spaß!— dacht« er laut. „Warte doch, bis wir in Frankreich sind! Da werden wir uns so'ne kleine Madmerselle anschaffen!" sagte Bill Grey und schlug Fuselli auf das Knie. „Oh Du schöne Kätie, Ki— Ki— Kätie!" Als das Hämmern der Räder auf den Schienen schneller zu werden begann, sangen rlle mit. Fuselli sah zufrieden über die Kompagnie, die sich aus ihrem Gepäck ausgebreitet hatte im rauchigen Wagen. „S'ist was Großes, Soldat zu sein," sagt« er zu Bill Grey.„Man kann alles tun. was einem beliebt." „Das," sagte der Korporal, als die Kompagnie eben- solche Baracken wie diejenigen, die sie zwei Tag« vorder ver- lassen hatte, bezog,„ist ein Lager, von dem aus man sich ein- schifft. Ich würde verteufelt gern wissen, wo wir oerladen werden." Er verzerrte sein Gesirbt zu einem Lächeln und rief dann in bekümmertem Ton:„Essen holen!" Es war abgrunddunkel in diesem Teil des Lagers. Das elektrische Licht warf einen dünnen rötlichen Schein. Fuselli strengte lein« Augen an, da er an jedem Ende der Straße eine Werft und die Masten eines Schiffes zu sehen erwartete. Die Kompagnie marschiert« in den Speiseraum, wo irgendetwas Dünnflüssiges in die Eßnäpfe hineingeplantscht wurde. Hinter dem Eingang d-er Küche saßen der joviale Oberiergeant, der aussah wie ein Pastor, und der Korporal mit dem Falken- gestcht und aßen Beefsteak. Ein schwacher Geruch gebratenen Fleisches zog durch den Eßraum und ließ das dünnflüssige, kalte Zeug im Vergleich dazu noch geschmackloser erscheinen. Fuselli sah voller Neid zur Küche hinüber und dachte an den Tag, an dem er dort drüben sitzen werde.„Ich muß fleißig sein," sagte er ernst zu sich selbst.„Heber See, im Feuer, dort werde ich zeigen, was ich wert bin." Und er sah Ueber die Verwendung öffentlicher Mittel für Wohnungsneu- bauten teilt der Städtebaudirektor in Bertin folgen-des mit: In den Jahren 1919 und 1920 sind in Groß-Berlin rund 2700 Dauer. wvhnungen mit Baukostenzuschüssen an fertigen, vor dem Krieg« an- gelegten Straßen erbaut worden, ferner wurden rund 2200 Dauer- Wohnungen mit öffentlicher Unterstützung an neuen nach dem Kriege hergestellten Straßen errichtet. Es war die Zeit der Notstands- arbeiten, die Gemeinden legten Wanderwege und Siedlungsstrahen an und vervollständigten ihr Berkehrsnetz, um der Arbeitslosigkeit zu steuern.— Die Mittel des Wohnungsverbandes Groß-Berlin, welcher in den Jahren 1919 und 1920 die Baukostenzuschüsse ver- teilte, sind durch Straßenbauten nicht in Anspruch genommen worden. Der Wohnnngsoerkxmd vertrat den Standpunkt, daß die kleinen Beträge, welche von Reich, Staat und Ge- meinden für Wohnungsneubauten zur Verfügung gestellt werden konnten, nur für die unumgänglich notwendigen Hochbauarbeiten ausgegeben werden durften. Aus den vom Reiche, von den Ländern und den Gemeinden gewährten Miitsln für Baukostenzuschüsse und Beihilfsdarlehen sind also keinerlei Straßenbaukostcn gedeckt worden. Tatsächlich aber sind die im Jahre 1921 mit Beihilfen errichteten Wohngebäude beinahe durchweg an Straßen angelegt worden, welche schon vor dem Kriege erbaut oder in der Zeit der Notstandsarbeiten, also m den Jahren 1919 und 1920 hergestellt waren. Neue Straßen sind im Jahre 1921 nur in geringem Umfange hauptsächlich für die Siedlungen Tempelhofer Feld, Heerstraß« und Jungfernheide gebaut worden, ferner in einigen Außenbezirken wie Grünau. Eichwolde und Schulzendorf, wo fertige Straßen nicht vorhanden waren. Im Jahr« 1922 sind neue Straßen überhaupt nur noch zum Abschluß begonnener Siedlungen, und zwar in ganz geringem Umfange errichtet worden.— Bon den rund 3500 Dauerwohnungen, welche in den Jahren 1921 und 1922 mit Bei- Hilfen aus der Wohnungsbauabgab« geschossen wurden, sind nur etwa 600 an Straßen gebaut, welche in dieser Zeit angelegt wurden. Aber auch in diesen Fällen ist die Ueberteuerung der Straßenbauten durchweg aus Mitteln der produktiven Crwerbslosensürsorge, also nicht mit Baubeihilfen, gedeckt worden. Bon den aus der Wohnungs- bauabgabe gewonnenen Mitteln wurde kein Pfennig für Straßen- bauten ausgegeben. Die materiellen Siedlirngserfolge, welche mit Hilfe der Zaukosterizuschüsse und der W ohnu ngs bau abgab« erzielt wurden, sind, wenn man, wie billig, die Geldentwertung berück- sichtigt, beträchtlich. Daß diese Erfolge erzielt wurden, ist vor allem ein Erfolg der Siedler, weiche groß« Opfer und Entbehrungen nicht gescheut haben, um zu einem kleinen Grundbesitz zu gelangen. Aber auch die kulturellen Erfolge der durch Baukostenzuschüsse und Wohrningsbauobgabe unterstützten Siedl ungspolitik dürfen nicht unterschätzt werden. Der Berliner weiß heute, wie gut er wohnen könnte, wenn mit der Siedlungstätig. keit früher begonnen worden wäre. Damals aber priesen die Gegner der Siedl ungspolitik jen« Behmssungen noch als „Kulturwohnungen", welche sie heute als„alte und schlechte" Woh- nungen oerleugnen. ! sich schon selbst einen verwundeten Houptmcmn in ein Sani- � tätszelt zurücktragen, von wilden, bärtigen Männern mit Pickelhauben verfolgt. Das Klimpern einer Gitarre zog seltsam durch die dunkle Straße des Lagers. „Da kann einer gut spielen," sagte Bill Grey, der mit den Händen in den Taschen neben Fuselli einherschlenderte. Sie sahen zur Tür einer der Baracken hinein. Eine Menge Soldaten saßen im Kreis um zwei große Reger, deren schwärze Gesichter unh Oberkörper in dem schwachen Licht wie Pech glänzten. „Sing' uns noch eins, Charlie!" sagte irgend jemand. Einer der Reger begann zu singen, während der andere ver- träumt die Gitarre zupfte. „Rein, sing' uns die„Titanic"!" Di« Gitarre fiel in einen wimmernden Ragtime. Die Stimme des Negers setzte plötzlich ein: Dies ist das Lied von der Titanic, Fahrend über See— Die Gitarre tönte weiter. Es war ein Klang in der Stimme des Negers, der das Gespräch plötzlich aufhören ließ. Die Soldaten sahen ihn neugierig an. Wie auf den kalten Eisberq die Titanic stieß, Wie auf den kalben Eisberg die Titanic stieß, Fahrend über See— Seine Stimme klang vertraulich und weich, und die Gitarre summte mit, denselben schluchzenden Rogtime. Zeile für Zeile wuchs die Stimme zu immer größerer Stärke, und die Klänge der Gitarre wurden schneller und schneller. Die Titanic sinkt, blau und tief, Snkt, blau und tief ist die See, Sinkt in di« See O die Frauen und die Kinder, treibend auf der See, O die Frauen und die Kinder, treibend aus der See, Um den kalten Eisberg Singend„Näher, mein Gott, zu Dir," Singend„Näher, mein Gott, zu Dir," Wher zu Dir. Die Gitarre spielte die Töne des Liedes weiter. Der Neger sang, jede Saite in seiner Kehle straff gespannt. Fast schluchzend. (Fortsetzung folgt.) 10 Jahre Zuchthaus für Bernotat. Kaminski zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Deffentliche Maffenfundgebung Entgleisung. Hierbei strzte ein leberwachungsbeamter, der Zugführer Engelhausen aus Stendal, aus dem Bremserhäuschen. in dem er sich versteckt hielt, kam unter die Räder Im Prozeß Bernotat und Genoffen fällte gestern abend das gegen den französischen Rechtsbruch an der Ruhr onnte der Täter entspringen. Der Ueberwachungsabteilung ist es Gericht nach langer Beratung folgendes Urteil: Der Hauptangeflagte Bernotat wird megen schweren Diebstahls in 16 Fällen und fortgesetzten einfachen Diebstahls zu 10 Jahren 3uchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Angeklagter Kaminsti erhielt 3 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehre verlust. Der Angeklagte Böhm erhielt 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft. Böhm wurde auf Antrag seines Berteidiger Rechtsanw. Dr. Puppe fofort aus der Haft entlassen. Bei der Bemessung der Strafe berücksichtigte das Gericht, daß der Hauptangeklagte Bernotat der geistige Urheber und Leiter der ganzen Diebstähle war. Er sei eine der glücklicherweise seltenen energischen Verbrechernaturen, die einen unheilvollen Einfluß auf andere weniger widerstandsfähige Personen ausüben. Aus diesen Gründen hat auch das Gericht dem Angeklagten Kaminski, der psychopathisch veranlagt sei, mildernde Umstände zugebilligt. Aus der vorangehenden Verhandlung ist noch nachzutragen, daß Raminsti unter anderem erklärte, daß sie durchschnittlich in jeder Woche einen Diebstahl ausgeführt hätten, oft genug auch zwei. Kaminski benannte etwa 16 bis 20 besondere Fälle, die in der Anflage nicht enthalten sind Die Bernehmung ging auf die Attendiebstähle ein. Kaminski behauptet, daß diese Diebstähle in genau derselben Weise ausgeführt worden seien, wie die Wohnungseinbrüche. Er hätte einen Universalschlüssel gehabt, der auch auf, die betreffenden Zimmer im Moabiter Kriminalgericht paßte. Kurz nach Dienstschluß sei er, nachdem er sich vorher auf Grund des Aktenzeichens, das ihm bekannt war, erfundigt hatte, wo sich die Atten befänden, mit dem Nachschlüssel in die betreffenden Zimmer hineingegangen und habe die Aften seelenruhig fortgetragen. Ebenso seien die Diebstähle auf dem Polizeipräsidium inszeniert worden. Ueber die Aftendiebstähle fagte Kriminalkommissar Gennat aus, daß ein Uneingeweihter unmöglich derartig raffiniert und sachfundig vorgegangen fein fönne. Es müsse den Dieben irgendein Unterrichteter genaue Instruktionen erteilt haben. Die Art des Vorgehens der berüchtigten Benfionsdiebe jei völlig neu. Bernotat hätte den Typ des rifitolosen Einbrechers geschaffen, der es verstanden habe, ein System zu erfinden, das ihn vor jeder Strafverfolgung schüßte. Nach dem Plädoyer des Staatsanwaltes fällte das Gericht das oben wiedergegebene Urteil. Die Kohlenversorgung. am Sonntag, den 14. Januar, vormittags 11 Uhr an folgenden Stellen: Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain: Garten Brauerei Friedrichshain, Am Königstor. Wedding und Reinickendorf: Garten Brauereiausschant Batzen hofer, Chausseestr. 64. Tiergarten und Charlottenburg: Garten Brauereiausschank Bazenhofer, Strom- Ecke Turmstraße. Kreuzberg und Neukölln: Garten Schultheiß- Ausschant, Hafen heide. Spandau: Kontordiasäle, Klosterstraße. Wilmersdorf, Schmargendorf und Grunewald: Viktoriagarten, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114/115. Schöneberg und Friedenau: Garten Schloßbrauerei, Schöneberg, Hauptstraße. Steglih, Lichterfelde, Lankwih und Zehlendorf: Albrechtshof, Stegliz, Albrechtstr. 1. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade: Schulhof der Gemeindeschule Tempelhof, Friedrich- WilhelmEcke Werderstraße. nunmehr gelungen, den Täter und seine Genossen, die die Ballen draußen in Empfang nehmen sollten, sowie die Hehler, die die gestohlenen Waren absetzten, zu ermitteln. Es sind sechs und haben auch zugegeben, diesen Zug schon mehrmals beraubt Privatleute, die als Hehler in Betracht kommen. We find geſtäubt zu haben. Der richtige Soldat" im Schokoladenpaket. Die Heeres- und Kriegspropaganda, die Jahrzehnte hindurch uns die Jugend verheßte, liegt wie ein wüster Traum hinter uns. Lebt noch die Jugendmehr, die ein Mittel der Erziehung zum gebantenlosen, uns so verderblich gewordenen Hurra- und Mordpatriotismus war? Man sollte meinen, daß auch sie ein Opfer des Zusammenbruchs von 1918 geworden sei. Aber noch heute wird, wie in der Zeit ihrer höchsten Blüte, für sie Reklame gemacht, an scheinend zum Zweck der Wiederbelebung. Ein Genosse teilt uns mit, daß er vor wenigen Tagen im Theater am Bülow- Play in der Umhüllung einer dort gekauften Tafel Scho olade der Firma C. H. L. Hartmann aus Altona noch ein Drei Jungen in Jugendwehruniform geben Flaggenfignale, und im für die Jugendwehr werbendes Reklamebild fand. Hintergrund sieht man auf einem Zelt die schwarzweißrote Treptow und Baumschulenweg: Aula des Lyzeums in Baum- Fahne flattern. Auf der Rückseite des Bildes steht der dazuschulenweg, Baumschulenstraße. gehörige Text in Form eines Briefes, den ein Knabe Walter an Niederschöneweide, Oberschöneweide, Johannisthal, Alt- feinen Freund Kurt schreibt. Walter freut sich, daß ihre alte InGlienice und Adlershof: Restaurant Kyffhäuser, dianerhütte noch steht und daß beide in den Ferien wieder darin Niederschöneweide, Berliner Straße. werden spielen können. Aber so schön wie die Jugendwehr," Köpenid und Friedrichshagen: Stadttheater in Röpenid. fährt er fort, ist das doch nicht; da ist man beinahe wie ein rich= Lichtenberg, Friedrichsfelde, Biesdorf und Kaulsdorf: Sommer- tiger Soldat Er berichtet dann über eine von ihm mitgemachte große Felddienstübung", die ordentlich mit Heranschleichen, Ausschwärmen und Sturmangriff" vor sich ging, und er schildert eingehend, wie sie Flaggenfignale gaben. Unfer Genosse äußert Verwunderung und Entrüstung darüber, daß noch im fünften Jahre der Republit ihm eine derartige Berherrlichung der militärifchen Jugenderziehung in die Hände fallen muß. Treffend bemerkt er dazu:„ Wenn das Bild durchaus ein triegerisches" fein follte, fo hätte man erfchoffene Häuser, zerstörte so Felder, zerfette Menschenleiber, flagende Eltern, sollen, um dem heranwachsenden Geschlecht denn für dieses sind weinende Bräute und hungernde Kinder wählen die Bilder offenbar bestimmt einen richtigen Begriff von dem frisch- fröhlichen" Krieg zu geben." Er schlägt vor, das Gesetz zum Schutz der Republik zu erweitern, um die Verhegung der Jugend zu hindern. Angesichts des Treibens der„ Schwarzweißroten" ist diese Forderung begreiflich. Weißensee. Schloß theater, Lichtenberg, Möllendorfstr. 26. Weißenfee, Hohenschönhausen und und Falkenberg: Pantow, Niederschönhausen, Blankenburg und Buchholz: Lindners Restaurant, Pankow, Breite Str. 34. Referenten sind die Genossen: Bernstein, Bender, Bohm- Schuch, Breuer, Crifpien, Dr. Herz, Heinig, Dr. Hilferding, Jäder, Künstler, Löffler, Meier, Dr. Mojes, Schlegel, Stein, Ströbel. Die Genossinnen und Genoffen treffen sich um 92 Uhr in den bekannten Abteilungslokalen. Von hier aus gemeinsamer Besuch der Versammlungsstellen. Sicherstellung der Berliner öffentlichen Werke. Infolge der Besetzung des Ruhrgebiets und der Unsicherheit, die sich für die nächste Zeit in der Kohlenversorgung auswirken muß, sind in Berlin Borsichtsmaßregeln getroffen worden, um der wenigstens die im Dienste der Allgemeinheit stehenden Betriebe so gut als irgend möglich für die nächsten Wochen zu versorgen. Gø hat der Berliner Kohlenplaßhandel seine recht erheblichen Mengen Steinkohle der Kohlenwirtschaftsstelle zur Verfügung gestellt, um sich auch seinerseits an dem Abwehrkampf gegen die französische Willkür zu beteiligen. Der Magistrat bzw. das Kohlenamt wird von dem Angebot des Handels im Interesse der Industrie dann Gebrauch machen, sobald die zurzeit noch gutgefüllten Läger der öffentlichen Werte dieses erforderlich machen. Die Brikettpreise ab 15. Januar. Das Kohlenamt teilt mit: Infolge der am 12. d. M. eingetretenen Produktionspreiserhöhung ist eine entsprechende Herauffeßung des Kleinverkaufspreises für Briketts erforderlich geworden. Dieser beträgt mit Wirkung vom 15. d. M. für Küchen- und Ofenbrand ab Lager 2455 m. pro 3entner, frei Reller 2555 M. Bei fuhrenweisen Lieferungen ab Lager 2455 M. und frei Keller 2540 m. pro Zentner. Der neue Hochbahutarif. Die Hochbahngesellschaft wird infolge neuer Lohnerhöhungen Dom Montag, den 15. Januar ab die folgenden Fahrpreise erheben: bis zum 5. Bahnhof 3. Klasse 40 M., 2. Klaffe 60 M., für weitere Streden 3. Klasse 60 M., 2. Klasse 80 M. Blods zu zehn Karten können erst vom 20. Januar ab ausgegeben werden und fosten: bis zum 5. Bahnhof 3. Klasse 380 und 570 M., für weitere Streden 570 und 760 m. Umsteigefahrscheine zur Berliner Straßenbahn entsprechend dem Tarif der Straßenbahn, in der 2. Klasse mit Buschlag von 20 M. Die noch in Händen des Publifums befindlichen Fahrkarten des bisherigen Tarifs berechtigen noch bis einschl. 17. d. M. ohne Nachzahlung zur Fahrt. Berliner Kinder in Böhmen. Erscheint alle! Reiner fehle! Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Bezirksverband Berlin Gewerkschaftskommiffion Berlin und Umgegend. AFA- Bund: Ortsgruppe Groß- Berlin. Der Mord in der Beyreuther Straße. Auf der Spur der Täter. Die Firma C. H. L. Hartmann wird vielleicht erklären, daß fie noch alte Bilderbestände aus der Zeit vor dem Kriege hat. Das wäre möglich und glaubhaft, aber die Badung fann doc wohl nicht bis in die Tage der Monarchie zurüc reichen. So bedeutende Schokoladenvorräte wird gewiß keine Firma noch im November 1918 auf Lager gehabt haben, daß noch im Januar 1923 die legten Reste nicht verbraucht sein tonnten. Es ist ein Standal, daß eine Firma noch nach dem Sturz des Militarismus und der Monarchie den Käufern ihrer Ware solche Bilder bietet. Der Streik um den Leseschund. " Die Nachforschungen der Mordkommission haben Erfolg gehabt. Es wurde festgestellt, daß Nowad, der ständiger Gast im ,, Bittoria- Café" und auch in Likörstuben am Kurfürstendamm war, Zu der im Vorwärts" Nr. 599 vom 20. Dezember 1922 verin engen Beziehungen zu zwei Ausländern stand, einem am 11. Dt. öffentlichten Notiz Sch und für Schun d", die sich auf die tober 1897 zu Newcastle in England geborenen angeblichen Kauf- Berliner Gemeindeschulen 306 und 307 in der Naumann Norman Jelin, der sich auch Norman Yelin nannte, garder Straße und auf den von den Rektoren den Elternbeiräten und einem am 16. Auguſt 1895 in Dedeagatsch geborenen angeblichen vorgelegten Plan einer Bücherausstellung zur Bekämpfung der Ingenieur und Chemiter Withold Müller, der auch den Namen Schundliteratur bezog, schreibt uns Rektor Ruthe von der Wieczfinsky führte. Mit beiden betrieb er allerlei Raufgeschäfte. So 306. Schule: erwarb er von Müller, der als Chemiker und Ingenieur auch mit chemischen Stoffen handelte, verschiedene Narkotika. Müller schrieb ihm diese Bestellung in fein Notizbuch hinein. ,, Die Anregung zur Bekämpfung der Schundliteratur durch Ber anstaltung einer Bücherausstellung erfolgte auf Grund einer Berfügung vom 13. November 1922 des Jugendamtes Prenzlauer Berg, Durch die Ermittlungen der Kriminalpolizei wurde nun fest- ein Berleger, sondern der von dieser Behörde genannte Berlag war das überwiegend sozialistisch zusammengesetzt ist. Nicht irgendgestellt, daß Nowac noch 1½ Stunden vor seinem Tode mit Jelin für die Ausstellung gewonnen. Die vom Lehrer K. gezeigten Bücher sehen worden ist. Die Mordkommission stellte fest, daß es den beiden und halten sich frei von jeder parteipolitischen Tendenz. Daß fich zusammen in der Friedrichstraße vor dem Restaurant Faun" ge- find vom Prüfungsausschuß des Berliner Lehrervereins empfohlen Ausländern in der letzten Zeit nicht besonders gut ging. Beide auch Schriften über Friedrich den Großen und den Krieg 1870/71 hatten bereits erhebliche Schulden in ihren Quartieren, Jelin allein darunter befanden, ist pädagogisch selbstverständlich. Mit sieben gegen wohl 26 000 M. Er hatte in einer Goldschmelze in der Köpenider sechs Stimmen wurde die ganze Ausstellung abgelehnt, obwohl Straße seine Uhr und Kette für 50 000 m. verfekt. Gestern nun es doch den Eltern völlig freistand, unter den ausgelegten Büchern und löste Jelins Uhr und Kette ein. Das war vormittags. Er fuhr lies die Lehrerschaft beider Schulen die Sizung, weil sie sich durch fam dort Müller mit einem Auto vorgefahren, zahlte die Prämie die ihnen zusagende Wahl zu treffen. Nach dieser Abstimmung verdann mit dem Auto gleich wieder ab. Um dieselbe Zeit bezahlte den Vorwurf parteipolitischer und antirepublikanischer Einstellung Jelin in der Friedrichstraße seine Echulden. Auch Müller beglich zur Frage der Schundliteratur mit Recht beleidigt fühlen mußte." seine Rechnung und beide verließen dann ihre Quartiere mit dem Im vergangenen Sommer wurde eine große Anzahl von deutsch- Bemerken, daß sie eine Reise unternähmen. Da Jelin sowohl als böhmischen Kindern durch das Jugendamt von Reichen Müller Geschäftsverbindungen mit Frankreich unterhielten, so wird jahrsnacht wurde, wie wir berichteten, die Tochter eines HotelDie Liebestragödie auf der Burgruine Rosenberg. In der Neuberg zur Erholung nach Deutschland gesandt. Den Transporten, angenommen, daß fie versuchen werden, dorthin zu entkommen. Der befizers aus Frankfurt a. d. D. auf der Ruine Rosenberg in Westdie bei ihrer Durchreise Berlin berührten, wurde durch das Berliner Chemiker des Polizeipräsidiums Dr. Brüning hat unterdessen falen erschossen aufgefunden. Das Mädchen war von dem KaufJugendamt weitestgehende Arbeitshilfe geleistet. Zum Dant hierfür mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, daß das benutzte Betäu- mannslehrling Albert Lagedni aus Duisburg, der wegen einer lud der deutsche Landesausschuß in Berbindung mit dem Reichen- bungsmittel aus einem Gemisch von Azetylentetrachlorid und Unterschlagung von 800 000 m bereits gesucht wurde, entführt berger Jugendamt 50 Berliner Kinder nach Reichen Batschuliparfüm bestand. Dieses Gift wirkt noch stärker als Chloro- worden. Dieser hatte es auf der Ruine erschossen und war seitdem berg ein, die in dem Gebirgswinter des schönen böhmischen form, vermutlich ist Nomad damit betäubt und getötet worden, flüchtig. Seine Spur führte nach Berlin. Das Polizeiamt Prenz Bades Erholung finden sollten. Am 8. Januar fuhr der Transport während er angetrunken war. Ein chemischer Sachverständiger, den lauer Berg fahndete auf ihn und benachrichtigte auch die auswärtigen unter Führung von Frau Stadträtin Weyl, der Vorsitzenden des die Kriminalpolizei noch in der Nacht nach dem Tatort und in die Behörden. Jetzt gelang es, Lagedni in Frankfurt a. M. fest. Berliner Jugendamts, und unter Begleitung eines Turnlehrers und Wohnungen der abgereisten Ausländer führte, stellte an allen zunehmen. einer Schulschwester nach Reichenberg ab. Auf dem Bahnhof in Stellen, in den Wohnungen der beiden Männer, in deren Kleider- feinem Onkel in der Landsberger Allee verübte, zunächst nach Er wird wegen der Unterschlagung, die er bei Reichenberg wurde der ankommende Transport vom Vertreter des schränken, den gleichen Geruch fest. Ein Zeuge ist noch er- Berlin gebracht werden. Landesausschusses Dr. Heller begrüßt. Die Kinder tamen teils mittelt worden, der in der kritischen Zeit aus dem Hause Bayreuther in Einzelpflegeftellen, teils zu Familien des Mittelstandes, andere Straße 33 einen Mann herauskommen sah, der sich scheu umblickend in ein Heim. Die Kinder werden reichlich und fräftig verpflegt. wegging. Die Stadt Reichenberg gewährt den Kindern Freifahrt auf der Straßenbahn und freien Besuch der Badeanstalt. Neben diesen erfreulichen Eindrücken brachte Frau Stadträtin Weyl noch eine andere Nachricht mit, nämlich die Einladung von weiteren Attentate auf fahrende Eisenbahnzüge, bei denen zahlreiche 40 Berliner Kindern. Mit dem Wunsche, daß umfere Kin- Menschen in Gefahr kommen, gehören zu den abscheulichsten Ber= der in Böhmen gute Erholung finden mögen, verbindet sich der brechen, die verübt werden können. Es sind nunmehr wieder zwei trägt, wie bereits mitgeteilt, der Preis für Vollmilch 244 m. je Liter, Dank an den Landesausschuß und das Reichenberger Jugendamt Fälle aufgeklärt worden, bei denen es auf die Beraubung der Züge für in Berlin gewonnene Magermilch 144 M., für nach Berlin sowie an die deutschen Familien, die unsere Kinder so gastfreundlich abgesehen war. In dem einen Falle war geplant, den D- 3ug werden wie bisher mit je% Liter, die C- Milch farten sowie die aufgenommen haben. Hamburg- Berlin zur Entgleisung zu bringen. Das Unheil wurde Karten für werdende Mütter( E- Karten) wie bisher mit je ½ Liter durch die Wachsamkeit eines Streckenwärters verhindert. In dem Bollmilch täglich beliefert. einen unglücklichen Zufall. zweiten Fall war feine Entgleisung geplant, sie erfolgte aber durch Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 3 Uhr Ich bin der Prinz von Kamerun". # Eisenbahnattentäter. Einen Fonds zum Besten der Ruhrbevölkerung wollen die Potsdamer Kaffeehausbefizer schaffen, indem sie am heutigen Sonntag in ihren Lokalen einen Eintritt von 50 bzw. 100 m. erheben. Es soll durch. Vorträge in den betreffenden Lokalen der Bedeutung des Tages gedacht werden. Die Milchbelieferung. Bon Montag, den 15. Januar, ab bea Theatervorstellung im Neuen Theater am 800. Nachmittag 3 lbr im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße, Buschlag von 60 m. pro starte erhoben. Einzelfarten zum Preise von 4. Feitfonzert, Russische Mufit", 1. Serie, gelbe Starten. Es wird ein 120 M. pro Etüd find an der Staffe zu haben. Die Dbleute der Kreis. bildungsausschüsse werden gebeten, die Theater- und Opernfarten für den Monat Februar abzuholen. Der Lehrplan der Arbeiterbildungsa chule für das Duartal Januar/ März 1923 ist erschienen und zum Preise von 10 M. bei den Obleuten der Streisbildungsausschüsse und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 r., Zimmer 8, zu haben. Einer der gefährlichsten Berliner Ladendiebe wurde in der Person des Artisten Walter Schmidt dem Schöffengericht BerlinMitte aus der Untersuchungshaft vorgeführt, um sich wegen einer Das Attentat auf den von Hamburg kommenden Nacht- Dgroßen Anzahl von Diebstählen, die er bei Kunst- und Antiqui- Bug 76 vom 19. November ist von zwei jungen Leuten von tätenhändlern in Berlin und Potsdam ausgeführt hatte, zu ver- wenig über 20 Jahren verübt worden. Beide sind verhaftet und antworten. Schmidt pflegte in den betreffenden Geschäften als haben ein volles Geständnis abgelegt. Danach haben die beiden Käufer zu erscheinen und verstand es hier mit einer an Hegerei im Wartesaal des Hamburger Bahnhofes den Plan gefaßt, den grenzenden Geschwindigkeit eine Menge wertvoller Bronzen, D- Bug, in dem viele Ausländer vermutet wurden, auf der Strecke antiker Uhren, Medaillons und anderer Dinge zu ents bei Winsen zur Entgleisung zu bringen und den wenden. Schmidt hatte bereits wiederholt längere Gefängnis- und verunglückten Reisenden ihr Geld abzunehmen. Nur durch den ZuZuchthausstrafen erlitten. Da er bereits viermal aus dem 3 u ch t fall, daß ein Streckenwärter gerade diese Strecke, auf der die Schienen haus ausgebrochen war, erfolgte feine Vorführung unter An- gelöst waren, zwischen dem kurz vorhergehenden Güterzuge und dem Der Verein für Arbeiterunterrichtskurse( E. V.) eröffnet am wendung weitestgehender Vorsichtsmaßregeln. Er erschien im Ge- darauffolgenden D- 3ug beging und dann schnell entschlossen den 18. Januar neue Surie in Deutsch und Redinen. Anmeldung und Unterrichtssaal an Händen und Füßen gefesselt, da man ver- herannahenden D- Bug zum Halten brachte, wurde ein großes Niederwallitr. 12 Donnerstag, d. 18. San, Gipsstr. 28a Freitag, d. 19. Jan., richtsbeginn aber ds 7-9 Uhr in der Gleimstr. 49 Donnerstag, den 18. San., mutete, daß im Zuhörerraum fich Romplicen aufhalten, welche ihm Unglück verhütet. Auch ein zweites Attentat auf Neutöün, Kaiser- Friedrich- Str. 208-10 Freitag, den 19. Kan., Lichtenberg, bei einem Fluchtversuch behilflich sein sollten. Es tam aber nicht einen Gilgüterzug bei Gardelegen in der Nacht zum 23. Dezember Nathausstr. 8 Donnerstag, den 18. Jan. Hörgebühr für 10 Abende 100 M zu den befürchteten Zwischenfällen, da der Angeklagte bei seinem 1922 ist von der Ueberwachungsabteilung aufgeflärt worden. Seit Eintritt in den Saal dem Vorsitzenden zurief: Ich bin der langer Zeit wurde dieser Eilgüterzug, der wertvolle Güter enthielt, Berlegung der Sport- Palast- Rennen. Das für Sonntag, den Prinz von Kamerun. Ich werde mich hier doch nicht dumm beraubt und daher von Ueberwachungsbeamten beobachtet. Zwei von 14. Januar, angesagte 100 Kilometer Mannschaftsrennen ist des machen lassen!" und dann jede weitere Aeußerung zur Sache ab- diesen hatten sich in einem Bremserhäuschen versteckt. Sie sahen, nationalen Traueriages wegen von der Direttion des Sportlehnte. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Harry Pincus wurde wie kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Gardelegen ein Mann Balastes auf Dienstag, den 16. Januar, abends 7,30 Uhr, verlegt deshalb beschlossen, den Angeklagten erst durch den Gerichtsarzt, auf den Zug sprang, einen Wagen öffnete und einen großen Ballen worden. Geh. Med. Rat Dr. Hoffmann, auf seinen Geisteszustand unter- hinauswarf. Durch einen unglücklichen 3ufall kam dieser In der Scala bieten beste Artistik die drei Adones in ihren hals. suchen zu lassen, Ballen unter die Räder und brachte mehrere Wagen zur brecherischen Evolutionen am schwankenden Mast. Desgleichen die fünf 174 zuerst ein bißchen zu theatralisch auftretenden Gladiatoren Olimpici. Jn einer liebenswürdig aufgemachten Szene produzieren sich die 3 Jongleure Blanks, die auch auf anderem Gebiet fich als tüchtige Artisten erweisen. Anny Milos zeigt Monumentalplastiken" aus den schön gewachsenen Körpern junger Damen. Von der Budapester Staatsoper lant sich das Tänzerpaar Pieskowity Nadast in klassischen Tanzstüden der alten Ballettschule ein wenig, aber nicht ungeschickt, auf neu frisiert, sehen. Der männ liche Partner Nadafi zeigt beachtenswerte tänzerische Qualitäten. Die Spikentänzerin Brunhilde Freihoff bleibt dagegen in den Grenzen einer virtuosen Fußspihentechnik. Ein weiblicher Heldentenor Elfriede Desten- Henn ist ein nicht uninteressantes Stimmphänomen. Zum Schluß die vorzügliche Baepold- Redfabrertruppe mit wirklich luftigen Szenen, besonders in den grotesten Rädern der Zukunft". 17. Kreis Sichtenberg. Montag, den 15. Januar, 7 Uhr, Funktionärinnen. fonferenz bei Tempel, Gudrunstr. 7. Neuwahlen. Die Mitglieder des Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuskommission. Dienstag, Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutz müssen erscheinen. den 16. Januar, nachmittags 5 Uhr, Borstandssigung im Reichstag.( Austunft Portal 11, Eingang Königsplay.) 3. 7. 9. Kreis Webbing. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Dienstag, den 16. Januar, 7½ Uhr, Helferinnensigung im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, 1 Treppc. Areis Charlottenburg. Dienstag, den 16. Januar, 8 Uhr, engere Sigung, Kreis Wilmersdorf. Dienstag, den 16. Januar, 7½ Uhr, Bersammlung der 1 Stunde früher, im Rathaus, 8immer 1. Elternbeiräte im Lehrerkonferenzzimmer der 4. Gemeindeschule, Mädchenabteilung, Koblenzer Straße. 14. Kreis Neukölln. Dienstag, den 16. Januar, 7 Uhr, Sigung sämtlicher Funktionärinnen im Parteibureau, Nectarstr. 3. 2. Areis Tiergarten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Montags und Donnerstags von 3-6 Uhr Spielnachmittage in der Siemens- Schule, Siemensstraße. 3m Wintergarten finden die ausgezeichneten Darbietungen der chinesischen Gautlertruppe Youny Dsai verdienten Beifall. Gerhardi Mohr, der sich als der beste Springer der Welt bezeichnet, sucht diesen Anspruch durch seine Sprünge über eine Doppelreise von je zehn Personen und schließlich über ein Auto zu rechtfertigen. Anerkennung verdient auch der Trampolinakt der 8. Abt. drei Tawos, die elegant und sicher arbeiteten. Die Groteske: „ Einbrecher von New York" und„ Die Borschule" find schon von früher bekannt. In seiner Gesamtheit reicht das Programm bei weitem nicht an das des Dezembers heran. Ganz und gar fehl am Drt war es auch, daß die Kapelle( Leiter Herr Snaga), die Wacht am Rhein" die doch zurzeit leider die Franzosen halten spielte. Im Admiralspalaft zeigt das Januar- Programm eine bunte Reihe moderner Nummern. Mit zwei englischen Setterhunden stellt ein Fräulein Delilia plastische Jagdbilder", die weniger durch Driginalität in der Erfindung als durch die ausgezeichnet dreffierten beiden Hunde Interesse erregen. Rogges Kugel- Balance- Att sieht man immer wieder gern, da er egatte Arbeit in ansprechender Umrahmung zeigt. Das gleiche ist zu sagen von dem Echleuderbrett- Att der 5 Balafis und den Leiterkünften der Braun- Mattana- Truppe. Als Clon des Programms gelten die Tigerdressuren von Sailer- Jackson, der seine Tiere auch auf der Baritébühne zu meistern versteht, ohne den Nerven empfindlicher Zuschauer allzuviel zitzumuten. Die Rheinfrage, Herr Paul Jülich ist aber zu ernst, als daß wir fie weiterhin auf der Bühne dem johlenden Ergößen patriotischer Fettwänste ausgliefert sehen möchten. Das müßten Sie als Kölner eigentlich wissen. Im Hansa- Kabarett am Alexanderplatz sorgt ein reichhaltiges Programm für gute Unterhaltung. So vor allem der ausgezeichnete Balaleita. spieler Badorin, der außerdem mittels eines Storfens ein Xylophon gut imitiert. Außerdem gefällt das Meisterschaftstänzerpaar Janos und Olivia in erstklassigen Darbietungen sowie die Vortragstünstlerin Emmy v. Emme ring. Der Bauchredner Rochellt hat die Lacher auf seiner Seite. Den Clou des Abends bringt die Senta Söneland in einer Szene. Das Programm der„ Roten Nachtigall, Elsasser Str. 26, ist reich an Abwechselungen. Inge Lund mit ihren Tänzen zeigt, daß es auch noch Leute gibt, die wirtlich ganz bei ihrer Sache find. Die heiteren Zauberkunststücke des Thelo sind in einigen Teilen, alt, wirten aber noch immer verblüffend. Ernste und heitere Chansons trug Emmi v. Emmering wirkungsvoll vor. Zum Schluß schwebte noch das immer noch Ballett" Celly de Rheid über die Bretter. Groß- Berliner Parteinachrichten. Frauenausschuß. Montag, den 15. Januar, vormittags 10 Uhr, Sigung im Gefretariat, Lindenstr. 3. 20. Kreis Reinickendorf. Da im Kreise selbst eine Bersammlungen stattfinden, werden die Genossen ersucht, an den ihnen am nächsten liegenden Berfammlungen teilzunehmen. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 15. Januar, 7% Uhr, bei Rabe, Fichteftr. 29, Kreisvertreterversammlung. Thema: Die auswärtige Lage Deutschlands". Referent Genoffe Dr. Bechlin. 13. Kreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelde, Lichtenrade. Am Montag, den 15. d. M., 7½ Uhr, im Rathaus zu Mariendorf, 8immer 26, wichtige Fraktionssigung. 10 Uhr nach Moabit. Die Genossen treffen fich 9½ Uhr Magdeburger Platz. Abmarsch um Heute, Sonntag, den 14. Januar: 15. bt. Treffpunkt 9% Uhr bei Obiglo, Stralfunder Str. 11. 30. Abt. Die Genossen treffen sich zum gemeinsamen Abmarsch zur Versammlung vormittags 9½ Uhr Lnchener Straße, am Helmholzplag. 33. Abt. 9 Uhr vormittags Treffpunkt sämtlicher Genossen und Genoffinnen am Rudolfplatz vor der Schule. Abmarsch 9½ Uhr. 86. Abt. Mariendorf. 10 Uhr vormittags in den Bezirkslokalen; von bort gemeinsam zur Demonstrationsversammlung. 121. Abt. Karlshorst. Treffpunkt zur Versammlung vormittags 9.50 Uhr am Bahnhof. Erscheinen aller Parteigenossen Pflicht. 8. Morgen, Montag, den 15. Januar: Abt. Die Bezirksführer holen ihr Material vom Genossen Thannheuser, Steinmegstr. 44, ab. Elternbeiräte: 7 Uhr in der Schulaula, Steinmet ftraße 79, öffentliche Elternversammlung in Berbindung mit dem Bund proletarischer Freidenker. Thema: Unsere Schulziele". Referenten: Dr. Kriesche und Lehrer Hübner. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Suchland, Sprengelstr. 17, Ede 35, Abt. 7 Uhr im Kleinen Gaal der ehemaligen Germania- Brauerei, FrantSamoaſtraße. furter Allee 313, Mitgliederversammlung. Thema: Die politische Lage". Referent Rurt Riegmann. Diskussion. Wahl der Kreisvertreter und der Delegierten zum Bezirkstag. 4. 5. Frauenveranstaltungen am Montag, den 15. Januar: Kreis Prenzlauer Berg. 7 Uhr pünktlich Sigung der Funktionärinnen bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Tagesordnung: ,, Wahl der Vertreterin der Frauen im Kreisvorstand". Kreis Friedrichshain. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt: 7½ Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Bersammlung. Vortrag der Genoffin Wachenheim über Das Reichsjugendwohlfahrtsgeset". Die Kinderschuttommiffion muß ebenfalls erscheinen. 14. Abt. 7% Uhr bei Gollwald, Putbuser Str. 24, Vortrag der Genoffin Ryned, M. d. R. 23. Abt. 7½ Uhr bei Saube, Müllerstr. 62a. Thema:„ Erziehung zum Bazi31. Abt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Beginn der Bortragsfismus". Referentin Genoffin Bfülff, M. d. R. Bortragende Genoffin Bohmreihe ,, Die Frau und der Gozialismus". Schuch. Außerdem Neuwahl der Frauenleiterin. 46. Abt. 7 Uhr bei Geißler, Staliger Str. 59. Thema: Familie und sozia. listische Erziehung". Referentin Frau Hoffmann- Gwinner. 48. Abt. 7% Uhr bei Redling, Wassertorstr. 71. Thema: Das Reichsmietengefeß und feine Auswirkung". Referent Genosse Schulz. 31. t. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Schönfließer Str. 7. Jahresbericht, Neuwahl der Abteilungsleitung und Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. 51. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Passenheim, Kirschenallee 12a, Barstands figung gemeinsam mit den Gruppenführern. Die Parteigenossen, die am 18. d. M. in der öffentlichen Versammlung zu tun haben, werden gebeten, pünktlich 27 Uhr zu erscheinen. 79. Abt. Schöneberg. Bünktlich 7½ Uhr erweiterte Vorstandssigung bei Rosenau, Hohenfriedberg, Ede Rolonnenstraße. 120. Abt. Friedrichsfelde. 7 Uhr in der Mädchenschule, Wilhelmstr. 29, Mitgliederversammlung. Vortrag der Genossin Wurm, M. d. R.:,,Nationalis mus und Sozialdemokratie. Diskussion. Da der Schulraum um 9 Uhr geräumt werden muß und die Tagesordnung reichhaltig ist, wird pünktfiches Erscheinen besonders der Frauen gewünscht. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, Mitgliederversammlung. Thema: Gemeindepolitit". Referent Genosse Kämig. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 16. Januar: 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr in der Gemeindeschule Werderstraße. 104. Abt. Niederschöneweide. 7 Uhr in der neuen Schule, Rudower Straße, Frauenabend mit Lichtbildervortrag über ,, Körperliche Gebrechen und deren Verhütung". Referent Genosse Dr. Roeder. 105. Abt. Adlershof. 7½ Uhr im Zeichensaal der Schule Radicestraße. Thema: ,, Die Frau im politischen Tageskampf". Referent Genosse Lempert. * Jugendweihe im 18. Berwaltungsbezirk( Weißensee). Selbige findet am unterricht beginnt am Montag, den 15. Januar, nachmittags 24 Uhr, im Sonntag, den 25. März, in der Gemeindefesthalle statt. Der BorbereitungsSchulhaus Wörthstraße. Anmeldungen sind umgehend beim Genossen Heinl, Gäblerstr. 7, zu erledigen. Wetter bis Montag mitrag. Wärmer, anfangs vielfach heiter bet mäßigen nordwestlichen Winden. Später Trübung und auffrischende westliche Winde. Keine erheblichen Niederschläge. Neu aufgenommen: Herrenstoffe Gute Qualitäten, billige Preise, große Auswahl. Oranienstraße 41 Neueste deutsche Mode Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Gicht Rheuma Ischias og al ftillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausge Best. 64,3% zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Acid. acet. salic., 0406%, Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. M. SCHULMEISTER 104. Abt. Niederschöneweide. Der Frauenabend findet erst Dienstag statt. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Schreiner, Friedrichstraße. Thema: ,, Das Serenlied", von Ernst von Wildenbruch. Referent Genosse Hinrichsen. 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr in der Schule Schillerstraße Frauenleseabend. MSchulmeister Thema: Gerhart Hauptmann". Uebermorgen, Dienstag, den 16. Januar: 8. Abt. 7 Uhr Rarl- Liebknecht- und Rosa- Luxemburg- Gedächtnisfeier der sozia Itstischen Arbeiterjugend Westen in der Schulaula Culmftr. 15. Mufit, Chorgefänge, Sprechchor. Genosse A. Stein: Gedächtnisrede. Die Genossen werden aufgefordert, sich vollzählig an dieser Veranstaltung zu beteiligen. Herren Knaben Kleidung Yor in billige Tage Kottbuser for Herren-, Knaben- u. Jünglings- Kleidung Mittwoch letzter Tag Am 9. Januar verstarb nach Tangem, qualvollem Leiden unser einziger lieber Sohn Paul Schröder im blühenden Alter von neunzehn Jahren. Um Stilles Beileid bitten Paul Schröder u. 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