I Nr. 24 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 12 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 902. voraus zahlbar Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig. Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 2600 M., für das übrige Ausland 3600 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden. Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. bellage Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage., Seimwelt" und ber Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Sionpareillezetle toftet 400 M. Reklamezeile 2000 W. ..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 150 M.( zulässig zwei fettgedrydte Worte), jebes weitere Wort 00 M. Stellengesuche das erste Wort 100., jedes weitere Wort 70 M. 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Die Franzosen und Belgier begründen ihren neuen Boreiner Kundgebung am heutigen Abend, die ungefähr eine marsch mit der passiven Resistenz der Unternehmer und ArStunde dauerte, fam es vor der Realschule zu einem blufi- beiter, die von der Regierung in Berlin aufgehetzt sein sollen. NaDer Dollar stieg gestern nach amtlicher Notierung bis auf gen Zusammenstoß mit den eingerüdfen Befahungs- türlich ist das nur eine Ausrede. Noch bevor Poincaré, entgegen fruppen. Eine Schar junger Leute, die als Mitglieder des der Erklärung seines Beamten Cofte, die Bezahlung der zu lie- 11 870, er schnellte im freien Verkehr bis auf 12 800 empor. Bismardbundes bezeichnet wurden, versammelte sich vor der fernden Kohle rückgängig machen ließ und noch bevor die Weis Am Devisenmarkt droht eine Panit infolge des Umstandes, Schule und fang verschiedene Lieder, darunter auch das be- gerung der Zechenbefizer, auf Grund der Anweisung des Reichs: daß die Besetzung des Ruhrgebietes und des Ausfalls der fannte Soldatenlied, in dem die Worte vorkommen:" Siegreich fohlenfommiffars weder bezahlte noch unbezahlte Kohlen zu liefern, einer erhöhten Wareneinfuhr erwarten läßt. Die Spekulation Kohlenversorgung einen stärkeren Devisenbedarf zur Deckung wollen wir Frankreich schlagen". Die Bejahungstruppen gaben ausgesprochen wurde, war der Vormarsch von Paris aus einer erhöhten Wareneinfuhr erwarten läßt. Die Spekulation aus etwa 25 Gewehren eine Salve ab. Ein Mann blieb befohlen. Das geht flar und deutlich aus ber Bariser Bresse hat sich das bereits zunuze gemacht. Sie, die aus der Not des fot auf der Strede, ein anderer wurde verlegt. Die Dom Sonntag hervor. Borläufig werden die Zechenbefizer jeden Ausland swert der Mart bis auf ein DreiBoltes Profite zu ziehen nachgerade gewohnt ist, hat den Menge flüchtete, nachdem die Schüffe abgegeben roaren. falls, trop fortgesetter Drohungen, feine Rohlen liefern. Am DiensSoweit unser nach dem Ruhrrevier entfanbter Sonder- tag beabsichtigen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Berschnellen die Warenpreise in die Höhe. Was wird man zur tausendstel des Bortriegsmertes herabgefeßt. Sprunghaft berichterstatter, dessen Unparteilichkeit und Gewissenhaftigkeit weigerung der Kohlenlieferungen eine gemeintame Abwehr der hieraus erwachsenden Gefahren tun? uns bekannt ist. Er hätte es gewiß nicht unterlassen, zu be- Konferenz in Düffeldcrf abzuhalten. Die Spizenverbände des gesamten deutschen richten, daß sich die französischen Soldaten in Notwehr Vormarsch bis Samm? Unternehmertums, darunter auch der Reichsverband befunden hätten, wenn das tatsächlich der Fall gewesen wäre. War das aber nicht der Fall, waren die französischen Soldaten Effen. 15. Januar.( T.) Nach einer foeben eingehenden der deutschen Industrie, die Vereinigung der Arbeitgebervernicht angegriffen und ernstlich bedroht, dann ist es gleichgültig, Mittagsmeldung aus Düsseldorf geht der Vormarsch heute offensicht- bände und der Reichslandbund, haben am vergangenen ob es sich um rechts oder lintsgerichtete Demonstranten han- lich weifer. In Redlinghausen find heute morgen Transport- Dienstag dem Reichskanzler die Versicherung abgegeben, die Reichsregierung angesichts der gegen= delte, ob die Kundgebung flug und die bei ihr gesungenen 3üge eingelaufen. Aus der Anordnung ist zu entnehmen, daß der daß fie Situation mit allen ihnen zu Gebote Lieder gut gewählt waren. Sondern es muß vielmehr fest- Vormarsch bis in die Linie Hamm- Bielefeld fortgefeht werden wärtigen stehenden Kräften unterſtüzen würden. Sie haben gestellt werden: Das französische Militär hattein foll. Auch wurde eine Anzahl weiterer Orte heute befeht. ferner, wie einer amtlichen Erklärung über diese BeRecht, sich im Ruhrrepier aufzuhalten und Elsen, 15. Januar.( WIB.) Der Vormarsch der franzö- sprechung zu entnehmen war, die Einheitsfront des dort Menschen zu erschießen. Das in Bochum ver- fischen Truppen geht ununterbrochen weiter. Im Norden ftohen gesamten deutschen Boltes verlangt und betont, daß von dieser floßen gossene Blut tommt auf die Häupter der französischen Macht- Radfahrertrupps über Herten und Redlinghausen nach Datteln vor. Zuversicht getragen die Wirtschaftsstände alle Opfer brmhaber. Sie haben wie zum Hohn erklärt, es handle sich bei der Für den Bezirk Redlinghausen sind zehn Züge im Anrollen, deren gen würden, die die Not des Baterlandes erheischten. Außer Besetzung des Ruhrreviers um eine polifommen östlichster Bestimmungsort Datteln ift. Im Süden find große dem hat der Reichskanzler Cuno im Auswärtigen Ausschuß friebliche Attion". Die Friedlichkeit dieser Aktion ist Maffen auf dem Wege von Werden über Kupferdreh und Hattingen erklärt, es gälte jegt, jede unnötige Teuerung abzuwehren, die uns durch Geschütze, Tants und Maschinengewehre demon im Vordringen. Hattingen und Blankenstein find befeht. Außer sich insbesondere aus der wahnsinnigen sprunghaften Steigestriert worden, sie ist durch die rohe Bluttat von Bochum vor dem rollen sechs Züge für Hattingen und Blankenstein heran. Die rung der fremden Währungen ergeben werde. aller Welt in das richtige Licht gestellt. Berbindungslinie Datteln- Blantenstein schließt Bochum bereits ein. In Steele find große Truppenmengen zusammengezogen. Es geht Reichsregierung würden faum ihren Eindruck verfehlen, wenn Die Erklärungen der Unternehmerorganisationen und der das Gerücht, daß die Grenzlinie des neubefehten Gebiets zwischen diesen schönen Worten auch die entsprechenden Taten folgen. Lünen und Schwerte verlaufen wird. Damit würde das gesamte Da das bisher niemals der Fall war, so braucht man sich über rheinisch- westfälische Industriegebiet von den franzöfifchen Truppen das erhebliche Maß von Mißtrauen, das jetzt gegenüber diesen umschloffen fein. Erklärungen vorhanden ist, nicht zu wundern. Bleiben aber Es steht nunmehr fest, daß eine driffe Division, die die Bestim- folche Taten aus, so dürfte die Wirkung der Erflärungen na mung hat, Bochum zu besetzen, von Gerresheim aus in Vormarschtürlich stait der erhofften Beruhigung verstärkte Beungefeht ist. Mettmann, Wülfrath, Neviges, Belbert und Langenberg ruhigung der Bevölkerung sein. find bereits mit starten Kavallerie- und Infanteriefrästen befeht. Daß das eintreten muß, zeigt folgende Ueberlegung: Die Dortmund, 15. Januar.( WEB.) 3m Stadtteil Dorstfeld ungeheure Berelendung großer Maffen der Bevölkerung, die find zwei franzöfifche Offiziere, zwei Unteroffiziere und zwei Mann ja neben den Lohn- und Gehaltsempfängern vor allem die Er eingetroffen. Der Ort Mengede, 15 Kilometer von Dortmund, wurde werbsunfähigen, die Rentner und die freien Berufe betroffen von einer flarten Abteilung Franzosen befeht, ebenso Marien. hat, hat bisher weder die Industrie, noch den Handel, noch die Essen, 15. Januar.( WTB.) Heute vormittag zog nach Ablauf Landwirtschaft zu irgendwelcher Rücksichtnahme bei der Preisder halben Trauerstunde eine größere Menschenmenge vor das Hotel gestaltung veranlaßt. Wenn der Dollar stieg, stiegen auch die Kaiserhof, das von der Bejagungsbehörde requiriert ist, und stimmte Preise und behaupteten ihren Hochstand, ja gingen noch dardort das Deutschland- Lieb und andere patriotische Lieder an. Es über hinaus, auch wenn sich eine rückläufige Bewegung in den ereigneten fich feinerlei Zwischenfälle. Die Befagungsbehörde ver. Devisenturfen zeigte. Der Dollar ist nun in den letzten Tagen, langte von der deutschen Polizei, die Täter dieser Demonstration veranlaßt durch die außenpolitische Entwicklung, aufs neue erausfindig zu machen und zu verhaften. heblich gestiegen. Ein starkes Anziehen aller Preise ist bereits die Folge. Jetzt ist also die Stunde gekommen, wo die Wirtschaftsstände beweisen fönnen, daß quch sie bereit sind, Opfer zu bringen. Reichsfangler Cuno hat die Förderung dieser Absichten zwar in Aussicht gestellt. Inzwischen werden aber über die Maßnahmen der Regierung zur Milderung der Not nur angefündigt: ein Verbot des Absinth- Ausschankes, eine starke Einschränkung des Alkoholausschantes, ein neues Schankstättengefeß, ein Gesez zur Einschränkung der Luftbarkeiten und des Tanzbetriebes der Bars und Dielen. Das ist alles! Es waren gewis törichte junge Leute, die da fangen: „ Siegreich wollen wir Frankreich schlagen". Wir wollen nicht " Frankreich schlagen", sondern wir wollen, daß die französische Republik aufhört, ihren Namen zu schänden, indem sie sich mit Gewalttaten befleckt. Gleichpiel: auf Borte, die nach dem englischen Sprichwort feine Beine zerbrechen, antwortet man nicht mit Schüssen, die Menschenleben vernichten. Und so entschieden wir vor unbesonnenen Kundgebungen warnen, und so sehr mir hoffen, daß der blutige Borfall feine Nachfolge finden wird, so sind wir doch gezwungen, an die ganze zivilifierte Welt, einschließlich jenes Frankreichs, das einst die Menschenrechte verkündete, die Frage zu richten, wie lange fie noch ruhig dem zusehen will, was jebt im Ruhrrevier gefchicht. ( Siehe auch dritte Seite.) 17 Französischer Kriegsbericht.. Der weitere Vormarsch. Effen, 15. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Feldmarschmäßig gerüstet haben starte französisch- belgische Infanterie- und Artillerie kolonnen den Vormarsch gegen ein friedliches Bolt fortgefeht. In den ersten Bormittagsstunden wurden die Bahnstationen auf der Strede von Essen nach Bochum belegt, weitere Landgebiete blieben bisher noch verschont. Bochum selbst ist von den Siegern" Paris, 15. Januar.( WTB.) Das Kriegsministerium gegen Mittag eingenommen" worden. Wie überall, wurden auch hier der Bahnhof, die Bost und andere wirtschaftlichen Behörden peröffentlicht über die militärische Lage() im Ruhrgebiet unter die Kontrolle der franzöfifchen Bajonette gestellt. Raum mar folgenten Bericht: Die franzöfifchen Truppen im Ruhrgebiet und in der Rechtsbruch dergrößert, als auch schon der Belagerungs- Düsseldorf feßten die Durchführung des vorliegenden Planes fort zustand verhängt wurde- trobem aber die Anfündigung, daß und sind heute pormittag in allgemeiner Richtung auf Bochum vor eine Einschränkung der freiheitlichen Rechte der Bevölkerung nicht gerüdt. Heute abenb waren fie auf der Linie Werden hat erfolge. Achtlos sind die Truppen von der Bevölkerung empfangen tingen Herne Heinrichenburg Redlinghausen worden, die gegen die militärische Aktion protestierte, aber schon Bottrop und stehen links in Fühlung mit der belgischen von blaugrauen Eindringlingen umgeben war. Erst gegen Abend Abteilung. In dieser kommandiert General Henrys, im Norden bilbeten sich. auf den Hauptverkehrsstraßen Züge, die unter„ Deutsch- Beneral Caron.( Es fehlt nur noch die Zahl der Gefangenen und land, Deutschland über alles", die Wacht am Rhein" und fortge- der eroberten deutschen Geschüße. Ret. d.„ V.".) fehten Hochrufen auf Deutschland die Stadt durchzogen. W Die Ohnmacht der Gewalt. # Unter Zurüdlaffung einer starten Stadtwache setzten die Haupttrupps ber französisch- belgischen Truppenverbände in Bochum ben Paris, 15. Januar.( WTB.) Wie„ Temps" mitteilt, wurde in Vormarsch in der Richtung auf Dortmund fort. Starte der heutigen Ministerkonferenz beschlossen, wenn die BergwertsBerstärkungen transportierten sie mit der Eisenbahn nach. Die Züge befizer im Ruhrgebiet ihre Haltung nicht änderten, die Kohlen- und mußten von der Eisenbahnbirektion auf Befehl zur Verfügung ge. Sotsmengen, die für die Reparationen erforderlich feien, durch Restellt werden. Daß dieser Befehl der zu großen Berspätungen für quifitionen zu verfchaffen. Die Angelegenheit wäre dann nicht die nach Mitteldeutschland fahrenden Züge und damit zu Verkehrs. mehr allein Seche des Ingenieurs Coffe, es hätte General Deftörungen in ganz Deutschland führte, jeder wirtschaftlichen Ber. goutte einzugreifen. nunft widerspricht, begreift die Belt Abends 7% Uhr war Dort. Der Beschluß des französischen Ministerrates ist ein Eingemund noch nicht befett Bis zu den Borstädten war ständnis der Schwäche des„ Siegers". Daß man mit militärischen aber der Rechtsbruch bereits erweitert worden. Damit stehen, ab. 3wangsmaßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiete nichts erreicht, hat gesehen von einzelnen Bezirken, die ganze Rheinprovinz und außer die Braris der deutschen Besatzungstruppen in Belgien und Norddem der wirtschaftlich wichtigste Teil des Tales unter Aufsicht französischer und belgischer Sanonen und Maschinengewehre. Hundert franzöfifche Journalisten, für die in Essen besondere Zimmer auf Roften des deutschen Boltes beschlagnahmt wurden, sollen Gelegen heit nehmen, fich von diesem Wahnsinn zu überzeugen. frankreich gezeigt. Und daß man mit Hilfe von Requifitionen gegen elementare Biderstände nicht anzulämpfen vermag, haben die Er fahrungen der bolfchewiftischen Gewaltperiode in Rußland er wiefen. Glaubt Boincaré mehr Erfolg haben zu können ais Luden dorff und Troyti? Daß diese Mittelchen an der Notlage irgend etwas ändern, ist ausgeschlossen. Insbesondere wirken diese Maßnahmen den Preissteigerungen in feiner Weise entgegen. Diese werden aber frog der gegenteiligen Bersicherungen des Reichskanzlers Cuno durch die Maßnahmen der Regierung gefördert. Die starke Kohlenpreiserhöhung wirkt in dieser Richtung. Noch. mehr aber muß man erstaunen, wenn man erfährt, daß die Regierung jegt bereits die Borbereitungen trifft für eine weitere Erhöhung der Umlagepreise für Ge treibe. Das ist doch gerade das Gegenteil von dem, was die Regierung erklärt hat. Will sie unbedingt den Beweis liefern, daß Aufforderungen der Agrarier heiliges Gebot für fie find? Ebenso unbefriedigend ist die Entwicklung der Lohnverhältnisse der letzten Monate. In dieser Zeit ist der Reallohn der Arbeiter erheblich gesunken, vom September bis November 1922 allein um etwa 33 Proz.! Ein lediger Hauer 3. B., der im April 1922 noch etwa zwei Drittel seines Borkriegslohnes bezog, erhielt im November nur wenig mehr als die Hälfte. Aehnlich, ja noch schlechter ergeht es allen Arbeiterschichten. Trotzdem haben in den letzten Wochen die Bayerische„ Kraftprobe"? Köln und die englische Besatzung. Ein Teil der deutschen Presse, auch v. Gerlach in der ,, Welt Unternehmer in allen Industrien dem Anspruch der Arbeiter| hat nun Poincaré die Erfllung ihrer Wünsche gebracht. Sie] auf Erhöhung ihrer Gelblöhne trotz des Anwachsens der Teue- warten nun sehnsüchtig auf weitere Rechtsbrüche und Gewaltrung sehr erheblichen Widerstand entgegengesetzt. Dasselbe taten, um die Saat der Völkerverhezung um so ungestörter geschah von der Regierung gegenüber den Beamten, Arbeitern ausstreuen zu können und den Boden für einen neuen Krieg am Montag", fordert von der britischen Regierung die Zurückund Angestellten. Praktisch bedeutet das, daß die Arbeiter, vorzubereiten. Die deutsche Reaktion blidt hoffziehung der britischen Truppen aus dem Kölner Brüdenkopf. Angestellten und Beamten alle Lasten und Opfer der Geld- nungsvoll auf den französisch en Imperialis ir glauben nicht, daß der Abmarsch der Briten aus Köln entwertung tragen. mus das ist das Kennzeichen der Situation! eine nachhaltige Wirkung auf die franzöfifche Politik ausüben würde. Was aber würde aus dem Kölner Gebiet, wenn die Berstärkt hat sich leider in den letzten Tagen auch die Anbritische Besatzung es verlassen hätte? Nach dem Friedensschauung, daß angesichts der Gewaltpolitik Frankreichs die perirag braucht Köln erst im Jahre 1925 geräumt zu werden, Ordnung der Finanzen des Reichs und der öffentlichen KörperMan hat sich allmählich daran gewöhnt, Alarmnach- und zwar unter der Voraussetzung, daß Deutschlchand ſeine schaften durch raschen Eingang der Steuern minder notwendig geworden sei. Wir möchten vor dieser Anschauung und beson- richten über bevorstehende nationalistische Putsche in Bayern Verpflichtungen erfüllt hat. Die Franzossen würden also ders vor Maßnahmen, die ihr Folge leisten, auf das ent- nicht allzu tragisch zu nehmen. Infolge des Einmarsches der zweifelios das Recht für sich in Anspruch nehmen, Köln durch schiedenste warnen. Die Abneigung in den Kreisen der Be- Franzosen in das Ruhrbecken spizt sich aber die gefährliche ihre Truppen zu besetzen. In Köln gibt es aber wohl kaum fizenden gegen die Steuerleistung braucht wirklich nicht noch inner- und außenpolitische Lage Deutschlands derart zu, daß jemand, der diesen Zustand wünschte. Solange das wichtige engereizt zu werden. Andererseits sind diejenigen Kreise des lede kraftprobe", die von irgendeiner Seite gemacht Kölner Handels- und Industriegebiet den Franzosen nicht Volkes, die seit Jahr und Tag dem Reichssäckel durch Taten wird, zu den schwersten Erschütterungen führen kann. Des- preisgegeben ist, besteht ein für die französische Politik unüberzu Hilfe geeilt sind und wirklich große Opfer bringen, ohnedies halb darf man die in den jüngsten Tagen aus München ein windliches Bollwert inmitten der franzöfifischen Rheinfront. laufenden Meldungen nicht unterschätzen, daß Hitler feine Solange werden auch Absonderungsputsche, die mit französiüber das Bersagen des Steuerapparates fo erregt, daß man Mannen nicht mehr fest in der Hand habe. Es war schon auf- fcher Hilfe vielleicht wiederkommen werden, nur schwer über es faum verantworten kann, diese Mißstimmung zu bekämpfen, fallend, daß dieser rücksichtsloseste und gewiffenloseste natio- das ganze Rheinland auszudehnen sein. wenn sie in diesem Augenblick durch Steuerzurückhaltung der Wiederkehr der Einwohnerwehren? * Gewiß möchten die Kölner, wie alle Rheinländer, gern tefizenden Kreise( Steuerstundungen!) oder Milderung der nalistische Aufwiegler jüngst vor Ausschreitungen warnte. Er Steuergesetze verstärkt würde. Im übrigen aber wollen wir würde das nicht getan haben, wenn er sich seiner Leute noch von jeder Besagung befreit sein. Solange sie aber nur die keinen Zweifel laffen, daß wir es nach wie vor für die drin- sicher fühlte. Wie der Soz. Parlamentsdienst erfährt, haben traurige Wahl zwischen den Befagungstruppen der Ententegendste Pflicht der Reichsregierung halten, alle Anstrengungen nun seine Unterführer ihm zu verstehen gegeben, daß sie nicht staaten haben, ist jedem Rheingebiet die britische Besatzung zu unternehmen, um den Reichshaushalt in Ortung zu brin- mehr in der Lage seien, ihre Haufen zurückzuhalten, wenn es aus politischen und rein menschlichen Erwägungen lieber als gen. Der Sturz der Mark erschwert das zweifellos. Aber er nicht bald zu einer Kraftprobe fomme. Die Arbeiterschaft in französische oder belgische. Die Sozialdemokratie des Kölner macht solche Anstrengungen noch notwendiger, als sie ganz Deutschland hat allen Grund, in diesen für das Reich Gebietes hat in diesem Sinne mehr als einmal ihre Aufbisher bereits waren. Durch den Sturz der Mark wachsen alle, vielleicht allerfritischsten Wochen äußerst wachsam zu sein. feffung aud) britischen Politikern gegenüber fundgetan. Ausgaben. Je weniger fie durch Steuern gedeckt werden, um Biebererrichtung der Einwohnerwehren hänge offensichtlich Auch die nachstehende Meldung über Bestrebungen zur Köln, 15. Januar.( WTB.) Die heutige Kundgebung verlief so stärker ist die Notenausgabe, die dadurch bewirkte Inflation mit der gespannten Lage in Bayern zusammen und müssen ohne Zwischenfall. Um 11 Uhr zeigte allgemeines Glodengeläute und Preissteigerung. den Beginn der Halbstündigen Ruhepause an. Am Dom stand eine Ist diese Preissteigerung für Erwerbsunfähige, freie Be- die Mahnung zur Vorsicht verstärken. rufe und Rentner der Ruin, so bringt sie für die Massen der zahlreiche Menschenmenge barhäuptig und verharrte einige Minuten in tiefer Stille. Die Behörden, Bureaus, Fabriken usw. waren geLehn- und Gehaltsempfänger neben dem Sinfen des Real- München, 15. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Der Regens. lohnes und der Einschnürung ihrer Kauftraft auch die Geburger Anzeiger", das Organ des Abgeordneten Held, des loffen, die Geschäfte hatten die Fensterläden herabgelassen oder fahr der Erwerbslosigkeit. In einem Augenblide, Führers der Bayerischen Volkspartei, melbet, daß man in den die Auslagen abgeblendet. Jeder Verkehr stand völlig still. In in dem durch die Belegung des Ruhrgebiets die Kohlenver- Kreisen der Bayerischen Volkspartei den Gedanken hege, die alten den größeren Werken wurden ernste Feiern abgehalten. jorgung des unbesetzten Gebietes gefährdet ist und die Ar Selbstschutzorganisationen etwa in der Form der vom beitslosigkeit als unmittelbar drohendes Gespenst vor uns auf Staate legalisierten und von ihm finanziell unterstützten Einwohner taucht, darf sie unter feinen Umständen auch noch durch falsche wehren wieder aufleben zu lassen. Den Anlaß zu diesen Erwägungen Der Reichstag erledigte am Montag in seiner 287. Sigung im Regierungsmaßnahmen oder durch eine abwartende Duldung gäben die veränderte politische Lage und die damit auftauchenden Filzugstempo einige Gefeßentwürfe ohne jede Aussprache. gegenüber der Ausnutzung der Notlage der Bevölkerung ge- innerpolitischen Gefahren. Die Bedenken gegen den Weiterbeftand Rechtsschußverträge mit Defterreich und der Tschecho fördert werden. der bayerischen Einwohnerwehren feien gefallen. Der Rechtsbruch slowatei und ein vorläufiges Uebereinkommen mit Finnland der Franzosen gebe nunmehr freie Hand, den dringendsten nationalen über Fragen des Handelsverkehrs wurden in allen drei Lesungen Lebensnotwendigkeiten Rechnung zu tragen. genehmigt. Debattelos wurden der 9. und 10. Nachtragsetat, Aus maßgebenden Kreisen der Bayerischen Volkspartei wird die die neuen Besoldungserhöhungen enthalten, verabschiedet. Der mitgeteilt, daß solche Pläne durchaus nicht die Billigung der verant- Gesetzentwurf, der die Erklärung der allgemeinen Berbindlichwortlichen Stellen der Partei oder gar der Parteimitglieder in der feit von Tarifverträgen vereinfacht und beschleunigt, wird Regierung finden. Die Mittel der Regierung reichten aus zur Auf- in erster und zweiter Lesung angenommen, desgleichen die Novelle zum Beingeseh. Der Gesetzentwurf über die Rücklagen bei den rechterhaltung der Ruhe im Lande. Ein Schutz der dringendsten Berufsgenossenschaften wurde auf Antrag des Genossen nationalen Lebensnotwendigkeiten müßte auf viel breiterer Grund- Hoch dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Um 3 Uhr lage aufgebaut sein. vertagte sich das Haus auf Dienstag, 2 Uhr. Die Arbeiterklasse erwartet daher von der Regierung, daß sie es nicht bei der Versicherung von der Bereitschaft, Opfer zu bringen, bewenden läßt, sondern daß sie I aten veranlaßt, die jeden Zweifel ausschließen, daß die unausbleib lichen Opfer, die die Ruhrbefeßung dem deutschen Volk aufcilegt, nicht allein von der Arbeiterklasse getragen werden, oder gar Veranlassung zu Gewinnen für die Schwerindustrie oder die Landwirtschaft geben. Daß die Kurse der rheinisch- westfälischen Schwerindustrie gerade im Augenblick der Ruhrbefegung it a rf gestiegen sind, bestärkt gerade diese Erwartungen. Der Dollar steht auf über 12 000. Es ist Zeit zu raschen Entschlüssen, will man ernsthaft der drohenden Not steuern. München, 15. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Der Bayerische Christliche Bauernverein hat sich in einer Tagung entschieden gegen jede Wiederholung des Umlageverfahrens in irgendeiner Form erklärt. Die Verbilligung von Brot und Mehl soll durch einen Nahrungsmittelsteuerzuschlag von einem bestimmten Einkommen ab durchgeführt werden. In einer Entschließung wird gesagt, der Bayerische Christliche Bauernverein anerkenne das Bestreben der nationalsozialistischen Arbeiterpartei, im deutschen Bolle, besonders im Arbeiterstande wieder das Gefühl für nationale Ehre und Würde zu retten,(!) Mehrere Bunfte ihres Programms müßten jedoch befämpft werden, z. B. die Be rechnung der Zinsknechtschaft, die Berstaatlichung von Betrieben, die Enteignung von Grund und Boden und die Schaffung einer starten Zentralgewalt des Reiches. Unsere Hoffnung heißt Poincaré". Diese Worte stehen nicht etwa in einem französischen Chauvinistenblatte, sondern im Berliner ,, T a g", einem jener üblen Sensationsblätter, die unter der Maske der Parteilofigfeit die Geschäfte der deutschnationalen Agrarier und Schwerindustriellen besorgen. Den Hilferuf an Poincaré stößt das saubere Blatt im Zusammenhang mit einem Appell an die Reichsregierung aus, in dem diese beschworen wird, gegen die fozialistischen Parteien, die angeblich die nationale Einigkeit stören, energisch vorzugehen. Der Tag" ist wenigstens offen- traf gestern mittag in Berlin ein. herzig. Er spricht aus, was die deutschnationalen ,, Patrioten" Der deutsche Botschafter in Mostau, Graf Brodsdorf- Nangau, Der russische Botschafter Krestiniti ist nach Berlin zurückgekehrt feit Jahr und Tag insgeheim ersehnt haben. Diesen Kreisen und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen. In Effen. Bon Jakob Altmater. Geschwindtempo im Reichstag. Arbeitende Jugend Groß- Berlins! Die Der französische Imperialismus hat mit der Ruhrbesehung aufs neue den internationalen Frieden gefährdet. Die deutschen Natio= nalisten benutten scheinheilig die willkommene Gelegenheit, um unter dem Mantel der Gerechtigkeit neuen Bölferhaß und neues Blutvergießen zu predigen. Sie und all die Mitschuldigen am vierjährigen Völkermorden haben jedes moralische Recht verwirft, gegen jeden Gewaltaft zu protestieren. Wir, die organisierte arbeitende Jugend, wehren uns gegen Böllerhaß und Blutvergießen, deren Opfer wir letzten Endes doch find. Wir halten es mit den Worten unseres Führers: „ Wir wollen teine Soldaten des Kapitalismus mehr sein, aber wenn ihr Soldaten braucht für den Weltfrieden, hier sind sie!" Darum hinein in die Kampforganisation des Jungproletariats für den Weltfrieden, die Sozialistische Arbeiterjugendbewegung Jugendfefretariat, SW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof II. Straminsfy mit allen neuen Orchesterkünften und schafft ein Bild Petersburger Fastnachtstreibens, daß man fast erstaunen muß. Hingeriffen zollten die Massen Beifalldonner. -1. man jedoch die Arbeiterfreise, so wird man gewahr, daß hier etwas sprudelt und zittert. Nicht überlaut und aufdringlich. Aber deutlich. Die Arbeiterschaft ist über die militärische Besagung in ihren Grund. gefühlen aufgewühlt und verlegt. Jeden Soldaten empfindet der Jubiläum der Charlottenburger Stadtbücherei. Auf ein fünfBerschlafen guckt man aus den Fenstern des Schnellzuges in die mehr gehaßt, als sie beim Kapp- Puisch in ein Gebiet marschierte, bücherei zurücbliden, die für die Entwicklung des deutschen BolksProletarier als einen Stich gegen seine Freiheit. Er hat die Reichs- undzwanzigjähriges Bestehen fann jetzt die Charlottenburger Stadtfarblose, schmuze Morgendämmerung, die nicht Tag ist und nicht das nie eine Kaserne gesehen hat, er haßt und verachtet das fran- bildungswesens von nicht geringer Bedeutung geworden ist. Denn Nacht. Immerfort huschen die Schatten von Häusern, Hallen und zösische Bajonett, das jetzt frech und aufreizend auf den Gewehr Charlottenburg hat als erste Stadt den Forderungen Rechnung geFabriken vorüber. Das ganze Land ist übersät mit tausenden von läufen blizt. Es wäre verkehrt, heute schon in Effen allgemein Bogenlampen, die wie gelbe Scheiben scheinen, aus der Ferne nicht von einem Haß gegen die Franzosen zu sprechen. Der Ruhrarbeiter tragen, die eine moderne Bildungsbücherei für die Bedürfnisse der leuchtend, ohne Glizern, ohne Glanz, ohne Strahl. Statt Himmel: ift fein Stimmungsmensch. Er denkt, und aus diesem Denten wächst Berlagskunsthändlers Emil Beremeister und dank der Leigesamten Einwohnerschaft verlangten. Dank einer Stiftung des Rauchschwaden. Schlachtfeld der Arbeit. Wirtschaftsfrieg. seine politische Ueberzeugung. Was wollen Sie," fagt mir ein Hauptquartier Effen! Arbeiterbataillone kommen schleppend freier gewerkschaftlich Organisierter,„ wir haben so nichts und so tung von Dr. Ernst Jeep und feit 1900 von Profeſſor Dr. Frik, und müde aus den Zügen von der Front. Die Ablösung ftodt, nichts. Die Breise für die notwendigsten Bedarfsartikel sind ein dem die Bücherei zusammen mit den Groß- Berliner Boltsbüchereier flucht und verstrickt sich mit den Heimkehrern zu einem Knäuel. Drittel höher als unser Lohn. Vor der Besetzung hat sich niemand auch noch heute untersteht, hat sie besonders unserer heranwachsenEine unsichtbare Hand hat alle Bahnhofstore bis auf einen einzigen von unseren Arbeitgebern darum gefümmert, ob unsere Kinder satt den Jugend und den Arbeiterkreisen Bildungsstoff in bester AusAusgang über Nacht gefchloffen; das hemmt, verwirrt und zerstört zu essen haben. Bon jedem Pfennig Lohn haben wir Steuern bezahlt. wahl mit einer vorzüglichen Organisation dergeboten. die Schlangenlinien der an- und abwandernden Regimenter. Hie und die Besitzenden, die scheffelweise Gold verdienten? Sie haben und da ein Zuruf von Bekannten zu Bekannten, ein stachliger Wit dem Staat nichts gegeben und haben sich gefreut, wenn der Dollar wurde eine Ausstellung des Bundes Deutscher Gebrauchsgraphiker Ausstellung amtlicher Graphit. Im Leipziger Grassi- Museum und ein Hohnlachen über die Unsichtbaren, deren Befehl, Unordnung gestiegen ist, und werden schon zufrieden sein, wenn nur das Ge- eröffnet. Auf ihr zeigt der Reichstunstwart Dr. Redslob schaffend, in der Luft liegt. Die Stadt ist noch nicht erwacht. Kein Laden ist offen. Im noch mehr hungern lassen? Wir warten ab!" Das ist die Grund- die er die Verantwortung trägt. In dem er für verschiedene star? schäft geht. Sollen wir deshalb jekt streiken und unsere Familien zum ersten Male eine Kleine Auswahl der amtlichen Graphit, für „ Kaiserhof" schläft noch alles. Erst gegen zehn Uhr fommt Leben ftimmung in der Arbeiterschaft: Feindschaft gegen jede Unter- ausgeprägte Künstlerindividualitäten als Auftraggeber aufirat, ins Haus. Bornehme Damen, die sonst nicht ans Tragen gewöhnt brückung und Ausbeutung, Feindschaft gegen jegliche Katastrophen suchte er ihre Leistungen auf einen fachlichen Nenner zu bringen find, schleppen eigenhändig ihre kleinen Koffer die Treppen her politif, dabei wahrhaft deutsches Fühlen und Denken, das abseits und den Drucksachen des Reiches mit ihrer Hilfe eine bescheidene, unter. Das Hotel ist beschlagnahmt. Quartiermacher gehen durch von nationalistischem Maulaufreißen, seine guten Wege geht. die Zimmer. Die ausländischen Journalisten protestieren und aber vornehme Note zu geben. Da ist z. B. Siegmund von bleiben. Unaufhörlich flingelt der Fernsprecher. Unaufhörlich rufen dünne Bagenstimmen: Anmeldung Berlin"," Anmeldung Baris", " Brüssel"," Amsterdam"," Wien"," openhagen"," Bern"," Berlin", und dann hallt es aus den Telephonzellen in allen Sprachen und Dialekten. Deutsch, spanisch, englisch, französisch, holländisch, dänisch, und alle Sprachen flingen diesmal aleich hart und gleich rauh. Nur einer flötet zart wie immer: der Wiener. Wer nicht dieses Sprachengemisch im„ Kaiserhof" hört, sucht in Essen vergebens den Donner und den Blitz des Geschehens. Mit Ausnahme einiger Straßenpatrouillen ist von der 3000 Mann starken französischen Besatzung nichts zu sehen. Hie und da noch ein Offizier, begleitet von seinem Burschen, die auf die Straßenbahn warten; eine dampfende Feldküche in einer Nebengaffe, die deutsche Frauen und Kinder anlockt; Maueranschläge des Generals Degoutte in deutscher und französischer Sprache, daneben fleine angeklebte Handzettel der kommunistischen Jugendgruppe Frankreichs, die die französischen Brüder im Waffenroc daran erinnert, daß es nur einen gemeinsamen Feind der Proletarier aller Länder gibt, den internationalen Militarismus. Ber heute in Essen mehr sucht, rennt vergebens. Es gibt beim besten Willen feine anderen äußeren Eindrücke zu schildern. Nicht einmal, daß etwas in der Luft liege. Man geht am Nachmittag in eins der großen Raffeehäuser. Die Mufit spielt, fein Stuhl ist frei, neue Zeitungen aus Berlin finden mühsam Abfah... Es ist nur bürgerliches Publikum, das hier feinen Raffee trintt. Dafür sorgen schon die Preise. Bergebens fucht man aus den Gesprächen ein Wort über die Bejagung zu erhaschen. Nichts. So ist es in den Friseurläden, in der Straßenbahn, in den Zigarren geschäften. Niemand redet über das Ereignis des Tages. Beobachtet " fälischen Dörfer und Aeder. Als mir das letzte Mal durch diese Reiches, der Schriftfünftler Rudolf Koch Offenbach mit Zurück nach Berlin. In goldnem Abendschein liegen die west. We e ch in München mit den neuen Stempeln und Siegeln des Gegend fuhren, war es am Tag nach der Unterzeichnung des Ber- seinen Amtsschilderentwürfen, der Architekt Otto Firle Berlin sailler Vertrages. Wir famen damals von Baris. In unseren mit den neuen Eisenbahnadlern. Ganz neu erscheinen leicht überOhren dröhnten noch die tausende von Böller- und Kanonenschiffen, fehene und doch so wichtige Dinge wie die Reisepässe, bei denen auf die Freudenschreie und der bis zum Himmel tobende Trubel der dem Deckel und in der Grundierung der Bahblätter der Adler Hauptstadt Frankreichs. Vor unserem Auge lag noch der weite Beechs verwertet ist und bei denen die Schrifft zum ersten Male Saal, in dem die schicksalsvolle Urkunde unterzeichnet wurde. Bon flar und übersichtlich geordnet erscheint. Borzüglich sieht auch die Wilson bis zum turbangeschmückten Maharadscha pon Butanir waren fie alle erschienen, die der Weltkrieg in seinen Strudel ge- Umschlag mit dem Kochschen Adler in Frattur gedruckt aus, die Verfassung des Deutschen Reiches" in ihrem grauen ogen hatte. Die Stunde glich damals mehr einem Kostümfest als nun den Schülern und Schülerinnen bei der Schulentlassung ausdem ersten Friedenstag. In den Borzimmern zum großen Friedens gehändigt wird. faal stempelten franzöfifche Postbeamte den Anwesenden den dent würdigen Besttag auf Anfichtstorten und Briefmarken. Einer der geladenen Gäste hatte weder eine Briefmarte noch eine Visitenkarte noch sonst ein Bopier, auf das er sich einen Stempel geben laffen fonnte. Kurz entschlossen nahm er seine Geldtasche, öffnete fie und ließ sich den 29. 7. 1919" auf das Futter drücken. Er hatte den Tag und den Vertrag am besten begriffen. " Wie Amerita für Papier sorgt. Die Zeitungen der Bereinigten Staaten verbrauchen jährlich drei Millionen Klafter Holz, und die Fichten, die man dazu verwendet, bedürfen einer Zeit von vierzig Jahren, um schlagreif zu werden. Wie in der„ Umschau" berichtet wird, trägt man schon jetzt Sorge, um diesen Holzbedarf für ſpätere Zeiten sicherzustellen. Es werden 30 000 Quadratmeilen unbenutzten Landes in 40 Abschnitten mit Fichten bepflanzt, und durch diese weit vorausschauenden Maßnahmen wird es den amerikanischen Zeitungen nie an Bapier fehlen. Die zwei Millionen Tonnen Zeitungspapier, die gegenwärtig in den Bereinigten Staaten täglich bedruckt werden, stellen ein Band von der Breite einer gewöhnlichen Tageszeitung dar, das über 64 Millionen Kilometer lang ist, sich also am Aequator 1600mal um die Erde legen ließe. Das russische Konzert unseres Bildungsausschusses in der Philharmonie hatte Tausende von Hörern aus trübem Seelendrud zu hoher Begeisterung erhoben. Bon Gustav Brecher fühlend und feft geleitet, gaben die Philharmonifer Tschaikowskis fünfter Sinfonie den ganzen Schwung, die Süße und das Feuer des großen Meisters. Borodins mittelafiatisches Steppenstüd ist ein cn ziehender Inrischer Versuch, wohl schon eimas überlebten Geistes, Johannes Orth, der frühere Drdinarius der pathologischen Anatomie aber nach den Sturzseen der Sinfonie gut zu leiden. Dafür arbeitet an unserer Universität, ist tum Alter von 76 Jahren gestorben. Der blutige Zwischenfall in Bochum. eine Politif der Gewalt und der tollen Abenteuer ver. Reichswehr und Republik. stärkt. In Frankreich selbst aber hätten diese Maßnahmen eine Ueber den an der Spitze dieser Nummer gemeldeten brutale Reaktion ausgelöst, die die Mehrheit der Kammer des Der Untersuchungsausschuß des Reichstages gegen die Reia. blutigen 3 wischenfallin Bochum verbreitet WTB. nationalen Blods so weit geführt habe, daß sie das Recht auf Dis- wehr hat in seiner legten Sigung den Generalmajor a. D. nach Mitternacht folgende Darstellung: tussion und Kontrolle zugunsten einer Regierungsdiftatur v. Schönaich aufgefordert, für seine Behauptungen, daß in der Bodum, 15. Januar.( TB.) Heute abend fanden hier aufgegeben habe. Der Aufruf fordert die Franzosen auf, zahlreich Reichswehr fein Republikaner als Offizier möglich sei, den große politische Kundgebungen statt. Eine vieltausend- in den Protestversammlungen der CGI. zu erscheinen und dafür Beweis zu erbringen. In seiner Montagssigung lag dem Ausschuß föpfige Menge jeg vor das Rathaus, wo der französische Ge- Sorge zu tragen, daß der Völkerbund den wirtschaftlichen eine Denkschrift des Generalmajors vor, die sich über die monneral verläufig untergebracht ist und stimmte das Deutschland- Ronflift entscheide. Lied und andere patriotische Lieder an mit Hochrufen auf die deutsche Republit. Dann veranstaltete die Menge einen Umjug durch die Straßen der Stadt. Eine Abteilung fommunistisher Jugend brachie in einer Gegenfundgebung Hochruje auf die Dritte Internationale und auf die fommunistische französische Jugend aus. Die Schuyo hatte feinen Einfluß auf die Menge. Gegen 8 Uhr fam es am Bahnhof zu einem Zusammenstoß mit französischem Militär. Das Militär foß farf, tötete einen Mann und verlegte mehrere. Keine Kohle... Effen, 15. Januar.( WIB.) Bei den heutigen Besprechungen zwischen den französischen Bevollmächtigten und den Bertretern der Zechenverbände wurde von deutscher Seite den Franzosen von dem Telegramm des Reichskohlenkommissars Kenntnis gegeben und mitgeteilt, daß daraufhin die Zechen die Kohlenlieferungen an Frankreich und Belgien eingestellt hätten Daraufhin wurden die an wesenden deutschen Vertreter gefragt, ob sie für die von ihnen vertretenen Zechen verantwortlich seien. Als sie diese Frage bejahten, wurde einem jeden gegen Quittung ein schriftlicher militärischer Befehl zugestellt, die Lieferung von Reparationsfohle an Frankreich und Belgien sofort wieder aufzunehmen. Im Namen der deutschen Bertreter erklärte Fritz Thyssen, daß diesem Befehle feine Foige gegeben warden würde. Der französische Leiter der Versammlung erklärte diese daraufhin für geschlossen. Ungeheuere Preissteigerung im neubesetzten Gebiet. Dortmund, 15. Januar.( Tul.) Auch auf das bisher unbesetzte Gebiet hat der Bermarsch der Franzosen in bezug auf die Preisbildung tiefgreifende Wirkung ausgeübt. Für fast alle täglichen Bedarfsartikel ist eine Preissteigerung von 50 bis 60 Proz. feftzustellen. Keine italienischen Ingenieure. Rom ,, 15. Januar.( T.11.) Bisher ist von Italien weder ein Ingenieur noch irgendein Beamter im Auftrag der Regierung in das Ruhrgebiet abgegangen. Anderslautende Nachrichten entbehren jeder Begründung. Protestkundgebungen des Auslandes. Forderungen englischer Arbeiterorganisationen. Condon, 15. Januar.( Eca.) Verschiedene Arbeiterorganifationen haben heute ein Manifest erlassen, das gegen die Politik Intervention der holländischen Sozialisten. Amsterdam, 15. Januar.( WTB.) Auf dem in Utrecht abgehaltenen Kongreß der niederländischen sozialistischen Arbeiterpartei teilte der Dorfißende mit, daß die sozialistische Hammerfraffion im Hinblick auf die Ereigniffe im Ruhrgebiet beschlossen hat, die Regierung zu interpellieren, ob sie den Bölkerbund ersuchen wolle, vermiffeind einzugreifen. Die worden sind. archistische Gesinnung der Regimentsvereine und die Beeinflussung der Reichswehr durch diese Bereine aussprach. Die Ausfunft des Generalmajors genügte dem Ausschuß nicht, der daher beschloß, ihm v'er fonfrete Fragen vorzulegen. Die wichtigste Frage ist, wieweit sich Reichswchroffiziere dem Ehrengericht der Regiments. vereme oder des Deutschen Offiziersbundes unterstellt haben, was auch dann nicht zulässig ist, wenn es freiwillig gefchicht. Wirtschaft Bon den Metallmärkten. Auch die Schweizer Partei für Appell an den Völkerbund. Geschäftsleitung der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz hat an den Bundesrat ein Schreiben gerichtet, in dem dieser aufgefordert wird, entsprechend dem Artikel 11 des Bölkerbundpaktes die Intervention des Völkerbundes bei dem jetzt ausDer Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet, der unsere get... gebrochenen Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland zu be- Wirtschaftsloge in Unordnung zu bringen droht, ist schon jetzt au; antragen. Die geschichtliche Lage sei augenblicklich so ernst wie in die Lage der Metall märfte nicht ohne Einfluß geblieben. Schon den letzten Julitagen des Jahres 1914, nur mit dem bedeutungsvollen als die Hoffnung der amerikanischen Hilfe den Dollar nach unten Unterschied, daß die infolge der letzten internationalen politischen brachte, war das Geschäft sehr gering. Die Verkäufer wollten zu den Ereignisse heraufbeschworene allgemeine Kriegsgefahr eine durch den gebotenen Preisen nicht abgeben und die Käufer verhielten sich zuWeltkrieg und den ihm folgenden Gewaltfrieden bis auf den Grund rückhaltend, weil die Unsicherheit der Lage ihnen jede Möglichkeit zerrüttete europäische Wirtschaft trifft und Völker bedroht, die durch zu disponieren nahm. Mit dem Augenblick, in dem es feststand, daß die ungeheuerliche, jeder Bernunft hohnsprechende Reparationspolitit die Franzosen marschieren würden und die Tendenz der Devisenturse nad) oben gerichtet war, fegte eine ziemlich erhebliche Nachmehr und mehr der Verarmung und dem Ruin entgegengetrieben frage nach Metallen ein, denen ein entsprechendes Angebot nicht gegenüberstand. Jeder, der am Metallmarft interessiert ist, will In dem Schreiben wird betont, daß die schweizerische Sozial natürlich in der Hoffnung von Preissteigerungen faufen, was er demokratie die überschwenglichen Hoffnungen auf den Völkerbund taufen tann. Andererseits wollen die Besizer von Metall in Ernicht geteilt und deshalb den Beitritt der Schweiz zum Bölkerbund wartung, beffere Breise zu späteren Terminen erzielen zu können, bekämpft habe. Nun stehe aber die Frage für die Schweiz augen- nichts abgeben. Die Borräte an Metallen find in Deutschland sehr blicklich nicht fo, ob der Bölferbund angesichts der neuen Kriegs- tnapp, da infolge der ständig steigenden Devisenkurse( die kleine gefahr die in ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen vermöge oder Unterbrechung, in der der Kurs nach unten ging, ist für die Beurtei lung der Lage ohne Belang) der deutsche Metallhandel als Käufer nicht. Für die Schweiz handele es sich vielmehr darum, ob ihre für den Weltmarkt nur wenig in Frage kommt. Auf der anderen Bertreter gewillt seien, den Erwartungen zu entsprechen, Seite ist auch der Bedarf sehr gering, denn die Auslandsaufträge die sie selber bei der Behandlung der Beitrittsfrage öffentlich und der Metallindustrie gehen sehr spärlich ein und der Inlandsmarkt wiederholt ausgesprochen haben. Die Mittel zur Erfüllung dieser vermag feinen Ausgleich für den Ausfall an Auslandsaufträgen zu Versprechungen stünden dem Bundesrat zu Gebote.„ Wir nehmen bieten. an," heißt es zum Schluß in dem Schreiben, der Bundesrat werde nicht zögern, von dem ihm zustehenden Recht Gebrauch zu machen und, unbekümmert um den schließlichen Erfolg, den Gefühlen der Menschheit und der Bernunft in einer für ganz Europa tragischen Stunde Ausdruck verleihen, wie er es vor drei Jahren feierlich in Aussicht stellte." Die Weltmarktlage wird gefennzeichnet durch das Bestreben Amerikas, die Produktion immer weiter zu kontrollieren. Die Kupferförderung Chiles steht schon unter amerikanischer Konber Amerikaner, auch hier ihre Hand ins Spiel zu bekommen; trolle, für die Zinnproduktion Boliviens bestehen die Bemühungen Mexikos Bleiförderung ist in amerikanischem Besik, und auch in Zink beherrschen die Amerikaner die Weltproduktion. Die Folge ist, daß Ein Proteftaufruf der Sowjet- Negierung. trog des Steigens der Produktion und frog des Rückganges des Konsums bei fast allen Metallen steigende Preise zu verMostau, 13. Januar.( WIB.) Der Präsident des Zentral- zeichnen sind. In Kupfer machte sich dies besonders scharf bemertder französischen Regierung gegenüber Deutschland profeffiert. In exekutiofomitees, Ralinin, hat einen Aufruf an alle Böl bar, aber auch in Zinn war die Sachlage nicht anders. In Blei diesem Manifest find folgende Forderungen aufgestellt: ter der Welt erlassen mit einem Proteft gegen die Besetzung hat die Produktion nochgelassen, aber noch geringer ist der Konsum. 1. Sich der Zusammenarbeit mit den französischen Truppen zu Effens, welche das Eelbstbestimmungsrecht verlege, die mirt Man hofft, daß im Frühjahr die Nachfrage größer werden wird; enthalten und z. B. die französischen Truppen nicht schaftliche Zerrüttung Europas vermehre und die Ge- meil man dann mit einer Belebung der Bautätigkeit rechnet. Ganz durch das von England befehte Gebiet marschieren fahr neuen Blutvergießens in fich berge. Der Aufruf fritifiert u. a. eigenartig liegt ber 3 infmartt, wo trop der schwachen Produftion eine Heraufsehung der Zinfpreise stattfand. Es zeigt sich 3 laffen. 2. An der Politik der franzöfifchen Regierung nicht scharf den Versailler Frieden. eben hier ganz deutlich, daß nicht die Lage des Marktes, sondern feilzunchmen. 3. Alle Vorteile zu verweigern, die sich. ipekulative Machenschaften den Preis bestimmen. Die Der Außenhandelskommiffar raffin, der einige Tage in ecentuell aus der Uffion der französischen Regierung ergeben 1. folgenden Tabelle: fönnten. 4. Alle Maßnahmen zu treffen, die den Rudzug aller Berlin meilte, äußerte sich vor seiner Abreise über die kritische Lageursgestaltung für die einzelnen Metallarten ergibt sich aus der Befahungstruppen zur Folge haben werden. 5. Die Re- in Europa. Er erklärte, die Besetzung des Ruhrgebiets gierung der Bereinigten Staaten zu unterflügen, damit die euro- ftelle einen Sprung ins ungewisse dar. Durch die Besetzung fom Elektrolyt Kupfer 22,98 päischen Streitigkeiten einem unparteiischen Organismus pliziere sich die Krise nur noch mehr, die Lage Europas verschlim Original- Hüttenunterbreitet werden. 6. Dem Bölkerbund formelle Vorschläge mere fich dauernd, ungeachtet einzelner Besserungssymptome. Die Besetzung des Ruhrgebiets bilde ein neues Gefchmür am franfen über die Reparationsfrage zu unterbreiten. Körper Europas und fönne in feinem Falle einen Ausweg aus der Sackgasse herbeiführen. Meme! besetzt. Die Franzosen entwaffnet. 1 kg weichblei. Driginal- Robzint ( freier Berkehr) Hüttenginn, min destens 99° 8,80 30.12.19 30.12.21 58,38 20,00 8,65 21,00 30. 6. 22 29.12.22 113,34 2448 40,50 915 15.1.23 3 760 1375-1475 1725-1775 .45,50 1275 62,75 183,50 248,50 6300 10 100-10 280 Daß in der nächsten Zeit eine Veränderung dieses Bildes eintreten wird, ist kaum zu erwarten. Man muß bei sintenden Vorräten mit verstärkter Nachfrage troh Ronsumrüdganges und mit steigenden Preisen rechnen. 2. H. Eine Rede von J. H. Thomas. London, 15. Jan.( WIB.) Der Arbeiterführer 3. H. Thomas ( Borsitzender der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale und der englischen Eisenbahnergewertschaft. Red.) erflärte in einer Rede in London, die französische Politik führe dazu, daß das Ruhrgebiet von belschemistischer Propaganda überflutet werde. Die Arbeiter- Königsberg, 15. Januar.( mtb.) Das Schidial Memels partei fei der Ansicht, daß die franzöfifche Politif perhat sich im Laufe des heutigen Bormittags vollzogen. Um noch vor. Auf riefige Gewinne im Waggonbau läßt der Abschluß der derblich sei. Sie erhebe nicht nur Pretest, sondern spreche es dem Eintreffen der Ententeschiffe ihr Ziel zu erreichen, machten die Waggon- und Maschinenfabrik A.-G. vorm. Busch- Bauzen schließen. aus, daß die britische Regierung recht daran gehabt habe, sich in Litauer heute vormittag einen heftigen Vorstoß von Süden her, der Den Aktionären werden 75 Broz. Dividende und dazu eine Aktie, dieser Angelegenheit von Frankreich zu trennen. Thomas sie bis an die Dange brachte. Die franzöfifchen Besatzungstruppen die nur mit einem Biertel ihres Wertes einzuzahlen, also zu ermahnte die deutschen Gewerkschaftler, nicht den Fehler zu begehen, mußten sich vor der Uebermacht unter fämpfen auf das andere 75 Broz. gratis ist, vorgeschlagen. Die Ausschüttung beträgt nun den Militaristen in die Hände zu spielen, indem sie den Militaristen Ufer der Dange zurückziehen. Ueber die Höhe der Berlufte auf beiden nicht etwa" nur" 150 Pro 3, fie ist in Wirklichkeit viel höher einen Berwand gäben, die militärische Macht anzuwenden. Die Seifen ist noch nichts bekannt. Noch vor 1 hr nahmen die Litauer da das Bezugsrecht auf die neue Aktie selbstverständlich viel höher franzöfifche Politit, so schloß Thomas, fi eine Beleidigung des die französische Präfeffur in Besitz. Die Bejahungstruppen halten notiert werden wird als mit 75 Proz. Vorweg hat man aus dem Ertrage ganze 10 Millionen Marf für Arbeiter und Beamte zurüdmoralischen Sinnes der Zivilisation, die Gerechtigkeit selbst noch einen Teil der Stadt, der um die Kaserne herum liegt, werden gestellt. Dieser Fall, der nur einer von vielen ist, zeigt, wie im Deutschland gegenüber zu sehen wünsche. Er führte weiter in fich aus ihm jedoch bald zurückziehen müffen. In den ersten Nach- Zeichen der Mahnung zur„ Einheitsfront" das Kapital sich in seiner feiner Rede aus, Frankreich begehe einen großen Irrtum, wenn mittagsffunden war fast ganz Memel von den Litauern besetzt. Gewinnpolitik nicht beirren läßt, und wie notwendig es ist, daß die es sich einbilde, daß die Engländer nicht auch schwer unter den Steuergesetze einer derartigen Bergeudung des Betriebstapitals durch Bezugsrechte zugunsten der Aktionäre entgegentreten. Wirkungen des Arieges gelitten haben. Frankreich spricht von den Danzig, 15. Januar.( Mtb.) Die Memeler Einwohnerschaft zerstörten Gebieten, wir jedoch können unsere ein. einhalb millionen Arbeitslose vorzeigen. Es wäre verbreitet durch Funtspruch folgenden Protest: Die Nachricht des ein Irrsinn, sich darüber zu streiten, welches Land mehr amtlichen litauischen Nachrichtenbureaus Eltas, der litauischen ReOpfer gebracht hat. Man muß vielmehr den augenblicklichen gierung sei nichts bekannt, daß reguläre oder irreguläre Truppen in Stand der Dinge prüfen. Das Vorgehen der französischen Regierung ist für Deutschland entmoralisierend und behindert außerdem diejenigen in Deutschland, die loyal handeln wollen. Die franzöfifche Politik wird sicher fehlschlagen, denn sie ist ein Hohn auf den gefunden Menschenverstand. Memelländischer Proteft. das Memelgebiet eingedrungen feien. stellen wir hiermit vor der ganzen Welt als gröbste Lüge fest. Es handelt sich nicht um die Erhebung eines Teiles der im Memelgebiet anfäffigen Einwohnerschaft litauischer Abstammung, sondern um einen von langer Hand vorbe reiteten Einfall russisch- litauischer Nationalisten, welche über die Grenze des Memelgebietes mit friegsmäßiger Ausrüstung eingeDie nächterne Auffassung der englischen Regierung. drungen find. Die Cindringlinge haben das gesamte Memelgebiet In einer Rede in Canterbury sagte der englische Unterstaatssekretär besetzt. Wir protestieren gegen diese Bergewaltigung vor der im Auswärtigen Amte u. a.: Bas tas Ziel anbelangt, das er ganzen Welt. reicht werden soll, bestehen zwischen England und Frankreich keinerlei Einheitliches Vorgehen der Entente. Meinungsverschiedenheiten. Großbritannien und Frankreich find fest Warschau, 15. Januar.( Mtb.) Der Premierminister Siforsti gab entschlossen, Deutschland bis zur äußersten Grenze des im Ministerrat bekannt, daß die polnische Regierung auf ihre Protest Möglichen zum Zahlen zu zwingen, und dies so schnell als mög- note an den Botschafterrat die Antwort erhalten hätte, daß die lich. Es ist aber wieder die alte Geschichte von dem Huhn Entente einheitlich gegen die Litauer vorgehen werde. mit den goldenen Eiern. Die Franzosen wollen tiefes Die polnische Regierung habe nicht die Absicht, selbständig zu Huhn gänzlich entleeren und ihm sogar den Hals umdrehen. handeln, sie werde sich aber einer Aktion der Entente anschließen. Die Engländer wollen es nähren, damit es später Eier legen fann. Wir empfinden für dieses Huhn feinerlei Sympathie, aber wir wollen Eier haben. Nicht, weil wir der Ansicht sind, die französische Politik sei an und für sich ungerecht, verjagen Paris, 15. Januar.( BTB.) Der rumänische Gesandte Antwir unsere Mitwirkung, wir tun dies nur deshalb, weil wir über- chesco stattete heute vormittag dem Leiter der politischen Angelegenzeugt fint, daß sie den Ergebnissen schadet, die man zu heiten im Ministerium des Aeußern, Peretti della Rocca, einen erreichen sucht. Besuch ab und lenkte die Aufmerksamkeit der franzöfifchen RegieAufruf der CGT. rung nochmals auf die Meldungen über Bewegungen der ungariParis, 15. Januar.( WTB.) Der Berwaltungsrat des Allgem. schen Armee an der rumänischen Grenze. Infolge dieses Schrittes Arbeitsbundes( CGT.) wendet sich in einem Protest an die wird, wie Havas berichtet, die französische Regierung eine grünbfranzösischen Arbeiter und an die öffentliche Meinung Frankreichs, liche Untersuchung durch die Interalliierte Militärtommission Budaum Einspruch gegen die militärische Besetzung pest beantragen lassen. des Ruhrgebiets zu erheben, die er als einen gefährlichen Irrtum Ungarisch- rumänische Spannung. Betriebsrat und Kleinaktionär. Auf den Generalversammlungen der Werke des Phönig- Konzerns hatte ein Kleinaktionär, Dr. Tenhacf, die Monopolwirtschaft des Otto- Wolf- Konzerns als eine Gefahr hingestellt. Seine Ausführungen gingen auch in einen Teil der Presse. Man hatte es dem anwesenden, vom Betriebsrat gewählten Aufsichtsratsmitglied verdacht, daß es nicht Herrn Dr. Tenhaef unterfügte. In einer längeren Zuschrift rechtfertigt nun dieses Betriebsratsmitglied feine Haltung, indem es darlegt, daß der erwähnte Kleinaftionär feineswegs foziale Interessen vertreten hätte, sondern lediglich seinen eigenen Vorteil wahrgenommen habe. Er hat eine Reihe von Fragen gestellt und u. a. die Feststellung aemacht, daß die Dividende zu niedrig sei. Unter diesen Umständen hatte auch unseres Erachtens ein Arbeitervertreter im Aufsichtsrat keine Beranlassung, fich für die Interessen des profitluftigen Kleinaktionärs einzusetzen. Gemeinden und Behörden als Mitglieder von fonfumvereinen. Die Stadt Düsseldorf hat die Mitgliedschaft beim Allgemeinen Konsumverein für Düsseldorf und Umgegend erworben. Die Rreispflegeanstalt Jeftetten erwarb die Mitgliedschaft bei der Konfum- und Spargenossenschaft für Jeftetten und Umgegend. Eine ungewollte Folge des Bersailler Dittats. In einer Ueberficht über den gegenwärtigen Stand des Welthandels ftellen die ,, Daily News" die interessante Tatsache fest, daß sich in Deutschland eine neue und blühende Industrie entwickelt habe, die Schiffsabbruch sindustrie, auf welchem Gebiete Deutschland die abfolute Führung innehabe, und zwar dank seiner Erfahrungen, die Deutschland fich durch die Zerstörung von Kriegsmaterial in Ausführung der Versailler Bestimmungen habe erwerben können. Deutschland befize heute für die Abwrackung von Schiffen bessere Einrichtungen und geschicktere Arbeiter al s irgendein anderes Land der Welt. Devisenturje. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 299,25 Geld, 300,75 Brief; 100 österreichische Kronen abgeft. 16,90 Geld, 17, Marcel Cachin unter Hochverratsanflage. Der von der Kammer Brief; 1 ungarische Krone 4,61 Geld, 4,65 Brief; 1 bulgarische Lewa und als eine Schande bezeichnet. Die französische Regierung und tommiffion eingesetzte Ausschuß zur Prüfung der Frage der Auf- 81,29 Gelb, 81,71 Brief; 1 jugoslamischer Dinar 120,94 Geld, 121,56 das französische Parlaraent hätten durch die militärische Besetzung hebung der parlamentarischen 3 m munität Marcel Cachins Brief. 100 Polenmar galten im freien Berfehr etwa 50,50 M den Triumph des Säbels über die Vernunft und beschloß, bei der Kammer die Aufhebung der Immunität zu bean= Nach der amtlichen Kursfestsetzung ftiegen die Devisenturse start den gesunden Menschenverstand besiegelt, und außerhalb Frankreichs tragen. weiter. Gewerkschaftsbewegung Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre! 19 GU Arbeiter- Sport Rhythmische Volksübungen. Vorführungen beginnen Bunft 3 Uhr. Abends schließt sich ein geselliges Beisammensein im Gewerkschaftshaus an. Fußballrefultate vom Sonntag. Mittwoch, 61, Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienfitraße 17/18: Berjammung jämtlicher BSPD- Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre( Obleute, Betriebsräte, Vertrauensleute und Abteilungs- Für die jungen Mädchen und Frauen ist das Gebiet der förper- Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin hat zu der Beranstaltung junktionäre). Tagesordnung: 1. Die Vorgänge in Cub- lichen Ertüchtigung nun auch" modern" geworden. Borbei ist die ein zweifeitiges Werbeblatt herausgegeben, in dem ein spezialis wigshafen". Referent: Genosse Brey, Borfizender des Fabril-„ gute, alte Zeit", wo nur der Mann hinaus mußte ins feindliche fiertes Programm somie sämtliche Turnabteilungen des Berarbeiterverbandes. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Leben, während daheim die züchtige Hausfrau und Mutter der eins enthalten sind. Auf die Notwendigkeit der Körperpflege für das Kinder für das Wohlbefinden der Familienmitglieder forgen fonnte. weibliche Geschlecht wird in einem besonderen Artikel hingewiesen. Das junge Mädchen der Arbeiterfamilie wird, gleich dem Burschen, nach der Sculentlaffung in die Dienste des Rapitals gespannt, da mit es mit verdienen hilft. Dadurch machen sich auch alle jene schädlichen Einwirkungen bemerkbar, die mit der Fabrit und Bureau cegen Abler 12 I 3g. 2: 0; Bader I Schiller- Adlershof I Schüler 1: 0; Bader it arbeit verbunden sind. Neben dem Lurnen, Schwimmen, der Leicht. Schüler- Charlottenburg I Schüler 8: 0; Selvetia I- Bantow 081 1: 1; Sciathletik und der neuerdings sehr populär gewordenen rhythmischen Sansa II 5: 2; Arminia I- Charlottenburg II 2: 2( 1: 2); Arminia II- CharOften Brant Gymnastik kommen hier besonders die Boltstänge und Tanzlottenburg II 3: 3; Sertha 12 I- Eisenspalierei I 4: 3( 1: 2). denburg 1- Astania II 4: 1; Treptower B. C. I- Reulagen I 4: 1( 3: 1); Oberreigen als spezielles weibliches Uebungsgebiet in Betracht. fprce I gegen Lichtenberg 3 1 1: 2( 0: 2); Oberfpree II- Lichtenberg II 3: 0; Sichte- it I gegen Lichtenberg II 6: 1; Fite- Oft II gegen Lichten her 11 2: 2; Teutonia I gegen Rüftig- Borwärts 14: 1( 1: 0); Tent tonia II- Rüftig- Borwärts II 0: 4; Britannia I- Stralau I 0: 0; ReichsperSüdwest. Vittoria I- Fichte- Sub I 8: 1 einigung I- Sparta 1 3: 7( 0: 4). Zum Lohnkampf in der Metallindustrie. Da heute abend in einer Funktionärfonferenz des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der Brauerei Friedrichshain über das Ergebnis der Nachverhandlungen berichtet wird, hätten wir keine Beranlassung, auf diesen Lohnstreit einzugehen, wenn nicht die BS.Korrespondenz der Presse hierüber in einer Weise berichtete, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Der Schiedsspruch mit 15 Broz. Zuschlag für die 1. und 15 Broz. für die 2. Januarhälfte sei mit den Stimmen der Arbeitnehmerbeifißer gefällt. Die Urabstimmung sei ohne jede Kontrolle und unter nur außerordentlich geringer Beteiligung und unter Ausschluß der Unorganisierten"(!) vor sich gegangen, weshalb füglich bezweifelt werden dürfe, ob sie die notwendige Dreiviertelmehrheit für den Streit ergeben habe. Eine genaue Zahlenangabe sei nicht veröffentlicht worden, weil die genauen Zahlen doch vielleicht ein anderes Bild ergeben würden." Der Verband Berliner Metallindustrieller habe für die zweite Januarhälfte ein über den Schiedsspruch hinausgehendes Angebot von durchschnittlich mehr als 20 Pro3. gemacht und die Familienzulage um 50 Broz. erhöht, für die Ehefrau auf 12 M. und für jedes Rind auf 24 m. je Stunde. Damit seien die Löhne weit höher als die für die Reichsarbeiter. Troßdem habe der Deutsche Metallarbeiterverband auch diesen Vorschlag nicht angenommen, vielmehr spiele er immer noch mit dem Gedanken bes Streifs. Eine Höher schraubung der Löhne in der Industrie würde, nachdem das Reich jeweils die Industrielöhne bei seinen Erhöhungen zugrunde legt, zu einer Höherschraubung der Löhne des Reiches und der Stadt und damit zu weiterer erheblicher Inflation und Belastung der Allgemeinheit führen müssen." Es erübrigt sich, auf diese tendenziöse Darstellung sachlich einzugehen und auf die Unterschiede zwischen den Arbeitsverhältnissen der Reichs, Staats- und Gemeindearbeiter und denen der Berliner Metallarbeiter hinzuweisen. Es kam hier lediglich darauf an, die Methoden gewisser Sensationsjäger aufzuzeigen, durch die fie fich zu helfen wissen, wenn ihnen aus naheliegenden Gründen von der Organisationsleitung feine Auskunft gegeben wird. Sorben, Wader I- blet 12 I 3: 0; Wader II- abler 12 II 3: 0; Bader III gegen. B. Bantom II 1: 1; Wader IV- B. C. Moabit II 2: 1; Wader I 39. netia II- Bantom 08 II 2: 1; bler 08 1- Sanja I 6: 0( 3: 0); Adler II gegen II- Stern II 2: 3. Zu diesen Bolkstänzen bedarf es teiner Musikkapelle und feines glatten Tanzbodens. Am schönsten tanzt es sich im Freien, in frischer, gesunder Luft, auf einer Wiese. Im Winter behilft man fich mit einem Zimmer oder einer Turnhalle. Zu allen unseren alten. Bittoria II Site- Sub II 3: 0; M. S. C. I- Stern I 6: 1( 3: 0); Bolfsliebern haben auch unsere Altvorderen getanzt, was ihnen selbst bei dem Rhythmus der Melodie in den Sinn Lam. Dieser ihren Sih von Leipzig nach Berlin B. 35, KurfürstenDie Zentralfommiffion für Arbeitersport und Körperpflege hot Sinn liegt auch den jezigen Boltstängen zugrunde. Die Freude straße 48, verlegt. Fernsprecher: Kurfürst, 6839. Die örtlichen am Rhythmus foll den Volkstanz nicht nur schaffen, sondern die Kartelle werden ersucht, sich in allen Fragen, für die das Reich oder Tanzfreudigen auch bei der Ausführung beherrschen. Unsere mo- Breußen zuständig ist, an die Zentralkommiffion zu wenden. In dernen Rundtänze find die entarteten Kinder jener Boltstänge, die Landesangelegenheiten sind die bestehenden Landeskartelle auch ohne Gefühl für den musikalischen Inhalt des Liedes rein schema meiterhin zuständig. Die Zentralfommission erteilt Auskunft in allen tisch gehört und nur fein und affurat im Kreise abgeleiert werden, Rechtsfragen, Steuerangelegenheiten, Jugendpflege, Jugendwandern wie bei der Drehorget. Nur ja den Drei- bzw Viertakt des Walzers internationalen Verkehr. Weitere Mitteilungen gehen den Ortsund Jugendherbergsfragen. Weiterhin ist sie zuständig für den und der Polka genau einhalten und wehe der Musik, die zum Tanze fartellen durch Zirkulare später zu. Die Arbeiterpresse wird um gefühlsmäßig spielen wollte. Der Taft, das ist die Musik! Das Nachdruck dieser Notiz gebeten. Lied steht nur im Bordergrund, wenn es ein bekannter Schlager" ist. Aus diesem monotonen Einerlei führen uns die Boltstänze und Reigentänze heraus zur Empfindung des Liebes. Bald tommt der Sommer mit seinen Freuden! Der möge die arbeitende Jugend draußen in Feld und Wald finden. Arbeiter- Turn- und Sportbund, Streis I, Bezirk VI. Wasserballferie Februar 1923. RIeffe A. 1. Februar, Siadibad Prenzlauer Tor, Neptun 2- Freiheit. 2. Februar, Stadtbad Prenzlauer Tor, Vorwärts 2.- Neptun Beiß. 9. Februar, Stadtbad Kreuzberg, Union- Welle. 18. Februar, Stadtbad Prenzlauer Tor, Neptun Weiß- Neuron. 18. Februar, Stadtbad Friedrichshain, Freiheit- Neutöln( Schwimmfest). 3. Februar, Stadtbab Bedding, Borwärts 2.- Union. 11. Februar, Stadtbab Bedding, Neptun Weiß- Neptun 2. R laffe B. 4. Fe bruar, Stadtbad Friedrichshain, Charlottenburg- Belle I. 6. Februar, Stadtbad Friedrichshain, Borwärts L- Borwärts G. 6. Februar, Stadtbed Kreuzberg, Union- Belle II. 8. Februar, Stadtbad Wedding, Friedrichshagen IF. S. Nor den. 9. Februar, Stadtbad Friedrichshain, Friedrichshagen II- Neukölln. 18. Februar, Stadtbad Friedrichshain, Borwärts& II- Vorwärts N.( Schwimmfen). 11. Februar, Stadtbad Wedding, Charlottenburg- Friedrichshagen 1. 13. Se bruar, Stadtbad Kreuzberg, Union- Borwärts& II. Jugend. 1. Februar, Stadtbad Charlottenburg, Union- Charlottenburg. 7. Februar, Stadtbad Wedbing, Borwärts N- Neutolln. 7. februar, Stadtbad Neukölln, Vorwärts 2. ge gen Borwärts G. 11. Februar, Stadtbad Friedrichshain, Vorwärts-Welle I. 18. Februar, Stadtbad Neukölln, Köpenid- Neukölln. 20. Februar, Stadtbad Kreuzberg, Union- Welle II. Arbeiter- Wintersport- Intereffengemeinschaft. Freitag Uhr Bersammlung Straße. Tagesordnung: Arbeiter- Wintersportfeft. Rückzahlung von Fahtgeldern. Athletik- Sport- Club, e. V. Donnerstag 7 Uhr Sallentraining Turnhalle in ber bealklause, Neukölln, Marefcit. 14, om Singbahnhof Kaifer- FriedrichWerbe-, Turn- und Sportfest der Turnerinnen. Am nächsten Sonntag veranstalten die Turnerinnenabteilungen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin in der Zentralturnhalle, Prinzenftr. 70, ein großes Bropagandafeft. Die Sport lerinnen haben 10 × 40- meter- Bendelstafetten, 5 × 100- meterStafetten in der Rundbahn, 400- meter- Einzellauf, Weit- und Hochsprung auf dem Programm. Ueber das voraussichtliche Resultat in biefen Konkurrenzen läßt sich im voraus schwer etwas sagen, da die Zahl der Sportlerinnen in ständigem Wachstum begriffen ist. Einen breiten Raum werden die rhythmischen lebungen nach Musi? einnehmen, die das Fest eröffnen und dann noch in einigen Sonderdarbietungen zur Geltung femmen. Für das Kunst Mühlenstraße 50. Sonntag Waldlauf, Umkleidelotal Wölfel, Baumschulenweg, turnen liegen brei Melbungen vor, darunter eine Vorführung an Baumschulen ſtr. 65, Ablauf 11 Uhr. Hodenfpielführer: Walter Preez, Baumvier Barren der Weddinger. Ein allgemeines Riegenturnen wird das schulenweg, Baumsdulenftr. 84-85. Bild eines großen Turnabends in seiner bunten Bielseitigkeit, vom woch, den 17. Januar, 18 Uhr, findet bei Wegner, Frankfurter Allee 236, die Anfänger- bis zum Gipfelturnen, zeigen. Reifenübungen, Sing- und Sabres- Rartellausschußigung statt. Tagesordnung eber: Jeber Berein mus Ballspiele sind weitere Buntte des dreistündigen Programms. Die Babe ber Statistikbogen, Berteilung der städtischen Gelder. Jeder Berein muß Einignng der Rechtsanwaltsangestellten in Berlin. Am 11. JanuaⓇ tagte die erste Versammlung nach der Ver. schmelzung des Verbandes der Rechtsanwalts- und Notariats. angestellten mit dem Zentralverband der Angestellten. Nach Begrüßung der zahlreich erichienenen stoflegen gab Nollege Bohlmann einen Ueberblick über die schweren gewerkschaftlichen Kämpfe, die bie Rechtsanwaltsangestellten in der Bergangenheit gegen ihre rück ständige Arbeitgeberschaft zu führen batten. Er schilderte, wie die Rechtsanwälte mit den erdenklichsten Mitteln die Tarifgeießgebung zu umgehen versuchten Es fei eine Grotesfe, wenn diefelben Anwälte heute als Parteibertreter an Schlichtungsausschüssen, Kaufmanns- und Gewerbegerichten sowie an den fünftig einzurichtenden deute. Auch fönnte eine fürzere Arbeitszeit erst Anwendung finden, Arbeitsgerichten Zulassung begehrten. Kollege Boblmann. legte wenn sie für alle Industrien durchgeführt würde. Der zweite Richter dann die Gründe klar, die für die zwingende Notwendigkeit eines erklärte, daß nach den borliegenden Nachweisen die verkürzte Ar Zusammenschluiies aller kollegen sprechen. Er wies beitszeit zu einer Verlürzung der Produktion und dadurch zu einer auf die großen Aufgaben hin, die ber geeinigten Berentiprechenden Erhöhung der Produktionsfoften im Solz und weguna barren. Seinem Referat wurde reider Beifall gezout. Maschinenbaugewerbe im ganzen Lande geführt habe. Eine Entichließung, die, entgegen gebäifigter Angriffe der Gegner, feststellte, daß der 8. d.. alle Gehaltsbewegungen stets in Ueber einstimmung und in vollem Vertrauen aller Anwaltsangestellten geführt habe, wurde einstimmig angenommen. Zur Arbeitszeit in Australien. Arbeitersportlartell girtenberg und Umgegend( 17. Besirt). Am Mittvertreten trolle auszuüben, daß die von ihnen gewählten Aufsichtsräte in der Versamm. Freigewertschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. Tung erscheinen. Verband der Fabrilarbeiter, Bezirk Morden. Die Bezirksversammlung finbet nicht am 17. Januar, sondern am 24. 3anuar statt. Die Osis verwaltung. Gewerkschaftsgenoffen tes 15. Berwaltungsbezirks!( Treptow, Baumschulen meg, Schönemetbe ufm.) Am Donnerstag, ben 18 Januar, 6% Uhr, in der Schulaula Niederschöneweite, Berliner Straße, Berfammlung aller BSBD. Ge Das Organ des Deutschen Eisenbahner- Verbandes, Deuticher werffafisgenoffen. Tagesordnung: 1. Wirtschaftliche und politische Probleme. Eisenbahner", ericbeint fortab alle 14 Tage, anstatt wöchentlich wie ef. Genosse Emil Rauch. 2. Distuffion. Bahlreiches Erfcheinen mich erwartet. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand.? bisher. Die Bapier und Drudtoften einer Nummer im Betrage Achtung, Fabritarbeiter! Wir ersuchen alle BEPD.- Genoffen, die bevor von vier Millionen Mark erhöhten sich ab Januar auf sechs Millionen stehenden Bezirksverfammlungen zahlreich zu befuchen. Reiner darf fehlen. Mart. Anfragen, Ruschriften in Fraktionsangelegenheiten sind zu richten an Otto Breitkreuz, Neukölln, Warthefte, 11. Der Fraktionsvorstand. Das Schiedsgericht in Melbourne fällte einen Epruch, wonach Das Mitteilungsblatt der Jnfernationalen Transportarbeiterfür die im Maschinenbau und in Holzindustrien Be Föderation, das bisher in Schreibmaschinenschrift vervielfältigt erschäftigten die 48 stündige wöchentliche Arbeitszeit ichien, wird jezt in der Druderei des Internationalen Gewerkschaftswieder eingeführt wird. In bezug auf die Holzindustrie wird die bundes in Osnabrück hergestellt. Das Blatt erscheint in deuscher, feit Dezember 1920 bestehende 44- Stunden- Woche beieitigt englischer, franzöfifcher, schwedischer und spanischer Ausgabe und für solche Arbeiter, welche bei der Holzgewinnung wie bei der Ardient hauptfächlich als Materialquelle. beit in Sägemühlen beschäftigt find. Das gleiche gilt für folde Arbeiter in gemischten Industrien, in denen die Wehrzahl der Beschäftigten eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden hat. Bei der Maschinenbauindustrie bandelt es sich um die Abänderung einer Entscheidung aus dem Juni 1921, durch welche die 44stündige Arbeitswoche eingeführt worden war. Berbanb ber Gemeinbe- und Staatsarbeiter, Bezirk Wilmersdorf. Diens. g7 Uhr Bezirksversammlung in der Aula der Oberrealschule am Sindenburgpark. Verbandsbuch legitimiert, Deutscher Metallarbeiterverband. Eisenbreher. Seute, Dienstag, 7 Uhr, Simmer 7 des Berbandshauses, wichtige Kommissionsfigung. Berbaub der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Donnerstag abenb 7 Uhr, Der Präsident des Gerichts erflärte, daß die damalige Ab- Branchenversammlung der Gruppe Gemeindearbeiter, im Restaurant Schulz Berlin, Elisabethstr. 30. änderung berlangt worden sei mit dem Hinweis darauf, daß die Betriebsräte! Aufsichtsräte! Donnerstag abend 7 Uhr im Zeichen faal Arbeitszeit auch in anderen Ländern verfürzt wurde, welche geibniz- Gymnasiums, Mariannenplay 28, Versammlung in eienaar bes Australien gleichgestellt werden fönnen. Es fei nicht nachgewiefen, fichtsräte belegierten freigewerkschaftlichen Betriebsräte für den Wirtschaftsbaß die 48stündige Arbeitswoche unbedingt der Gesundheit schädlich bezirk Groß- Berlin. Tagesordnung: 1. Die Stinnesterung Deutschlands. Refe fet oder den Verzicht auf einen angemessenen Lebensstandard be- heiten. Wir bitten die Rolfegen, in den Betrieben darauf zu achten und Ron rent Genoffe Dr. Einstein, 2. Freie Aussprache. 3. Aufsichtsratsangelegen. Deutscher Metallarbeiter- Verband llgemeine Ortskrankenkasse Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. für Adlershof u. Umgegend. Belanntmachung. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Das Oberversicherungsamt Berlin hat Telephon: Amt Norben 833, 834, 335, 836. ben XIII. Gagungsnachtrag genehmigt Es Achtung! werben hierdurch die Bestimmungen ber Junttionäre. Achtung! 1, 19, 32 und 47 Bersicherungsgrenze, Seute Dienstag, 16. Januar, abends Grundlohn betr. der Kaffenjagung geandert Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, unb treter diese Aenberungen am 1. 3aAm Friebrichshain: nuar 1923 in Rraft. Das Bersicherungsamt Berlin hat den Versammlung Bert der Sachbezüge ab 1. Januar 1923 aller Funktionäre aus den Be- erhöht, worauf die Dienstherrschaften be trieben, welche dem Verband liches Dienstpersonal betragen die täglichen fonders hingewiesen werben. Für weib Berliner Metallindustrieller an- Beiträge bis 1500 M. Monatslohn 30 m geschlossen und Mitglied einer( Stufe 8), über 1500 9. bis einschließlich Metallkartell aum gehörenden 7500 M. Monatslohn 45 W.( Stufe 4). Organisation find. Drudstücke des Sagungsnachtrages Tagesordnung: Bericht über die sind in unseren Kaffenlotalen in Adlershof am Bahnhof, Berlin- Treptow, GraegSutritt haben nur Kolleginnen und ftraße 28, und Berlin- Niederschöneweibe, Rollegen, welche fich durch ihr Mitgliedsbuch Spreeftr, 24, erhältlich. Bohnverhandlung. unb ber mit bem Stempel BBMJ. per- Ablershof, den 13. Januar 1928, fehenen Funktionärtarte ausweifen fönnen, Der Kaffenvorstand. Mag Anappe, Borsigender, Das Metallkartell. I.A.: Deutscher Metallarbeiter- Verband. Beute, Dienstag, 16. Jannar, nach. mittags 5 2hr, in der inbl- Brauerei, bes 6. Bezirks. 176/4 Billige Seife Reutolla, Hermann-, Ede Jägerstraße:" Solange Vorrat reicht: Bezirkskonferenzgaushaltseife gr. Gillde 100 M., Toilettefelfe gr. Gilde 120, 150 2c.,& loSagesordnung: Neuwahl der Bezirks- fettpapier 30, 100, 120, 180, 250 2, Fieberthermometer, geprüfter, 800 unb leitung. Burritt haben nur Bertrauens bandwatte 100 g 850 M., Sautereme 350 Mt. Deiwachs- Schubcreme, Berleute und Generalversammlungsbelegierte Tube 35, 60, 90 t. 3ahnpasta 50 11. 75. des Bezirks. Betriebsräte haben keinen aluberservietten 20 Stud 30 M., bod Butritt. In diefer Ronferenz werden die neuen bofen 100 2. Gummifanger( Kriftall) 75 feine Brillantine in Glas- u. BorzellanBertrauensmännertarten ausgegeben. und 120 M., Aleiderbürften, reine Bor850 Bartbürften, Borsten, 3. 7% Uhr, im Verbandshause( Zimmer 8).15 u. 30 2 fowie viele andere billige Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen United Regierungsdampfer der States Lines NÄCHSTE ABFAHRTENI President Roosevelt 17. Jan. 28. Febr. America 1. Feor. 11. April President Harding. 14. Febr. 21. März George Washington 21. Febr. 28. März Southampton u. Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES Berlin W8, Unter den Linden 1 NW 40, Invalidenstr. 93 General- Vertretung Norddeutscher Lloyd, Bremen 556 Große Posten alte Ware Seute, Dienstag, 16. Januar, abends 50 M, Metalpuk 3 2, coffmittel Der gute Kapitän zigarren Kommissionssihung A. Maas& Co., Martgrafenftr. 84, Kaufabak ist in den meisten Zigarren- Zigaretten Linienstraße 63-83: der Eisendreher. Das Erscheinen aller Kollegen fit Pflicht. 138/14 Die Ortsverwaltung. Artikel der Guinmi- und Toilettenbranche an der Lindenstraße. Bertauf 9-6 Uhr. Gege. 1890. geschäften erhältlich. von 10000 Mark an Steuerlager Berlin, Lichtenberger C. Rocker, Straße 22. Kst. 3861. Helko, Wiener Str. 8 Vorzeigung Fahrfvergütung. Briefkasten der Redaktion. Bettende 5 S. Am 1. 8. 670,84; 30. 9. 1647,03; 1. 11. 4538,62; 2. 13. 8229,87; 30. 12. 7281,62. M. 42. 1. Uns nicht befannt; Austünfte erteilt das Reichse wanderungsamt, Quifenftt. Sla. 2. Methode Zouffaint- Langenscheidt durch die Buchhandlung Borwärts. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Sh. Glade, Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchbrucerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierzu 1 Beilage. Satyrin gegen Schwächezustände, Nervenstörungen, Neurasthenie anregendes und krartigendes Yohimbin- Hormon- Präparat der Akt- Ges. Hormona, Düsseldorf- Grafenberg. Zah reiche ärztl. Anerkennungen. Prospekte gratis. Erhältlich in Apotheken! Stets vorrätig in Berlin: ElefantenApotheke, Königin-Augustr- Sta 50: Wittes- Aporheke, Potsdamer Str. 84 a Apotheke. 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Alle Tage schwer« feucht« Lust, recht so ein Wetter, in dem sich in den feuchten Wohnungen alle Tuberkel- und sonstigen Bazillen entwickeln können. Und dann kommt endlich so ein ganz klein bißchen Frost, wie mn Sonntogmorgen, und die Sonne scheint«in paar Stunden, gerade so lange, daß die Demonstrationen sich ihrer Zroecke erfreuen können. Dann aber ist? wieder vorbei. Der Gimmel grau und dick. Schnee! Wes weiß. Aber auch Schnee ist will- kommen, wenn er nur liegen bliebe. Wenn.... Der Kundige merkt«s am schweren Niederfallen der Flocken und an dem Aue- weichen, wenn der Fuß daraus tritt, daß es«in feuchtes Weiß ist. Und richtig, es dauert gor nicht lang«, da breitet sich unendlicher Morast in den Straßen aus. Alle Weichen werden verstopft. Die Straßenbahnen kommen nicht vorwärts. Aber es fällt weiter vom Himmel, und es entsteht ein Streit, ob es Schnee, ob es Regen ist. Die«inen behaupten Regen mit Schnee, die andern Schnee mit Regen. Auf all« Fälle Feuchtigkeit, Nässe, Schmutz ohne Ende. In der Straßenbahn erzählt«in«r: Im Schworzwald liegt der Schnee anderthalb Meter hoch. Ein anderer brummelt: Nu, wenn schon! Don den Hutkrempen ergießen sich beim Neigen und Biegen des Kopfe» klein« Rinnsal« auf den Ueberzieher des Nebensitzenden und von dort auf den Fuhboden, wo sich allmählich auch ein kleiner Sumpf bildet. Also wieder überall Feuchtigkeit! Dunkel! Grau! Regen! Was hilft dagegen? Di« einen zwinkern schlau: Innere Erwärmung! Es Hilst aber auch ein klein wenig Humor, den man nicht verloren hat und ein wenig Dertrauen darauf, daß eines Tages doch wieder die Sonn, scheint!__ MoröprozeK Neißer. Vit verkeldigung gegen die Kriminalpolizei. Unter außerordenttich starkem Andränge des Publikums begann gestern»storgen vor dem Schwurgericht des Landgerichts II der mehr- mal» vertagt« Prozeß wegen des im Jahr« 192l) an dem Teppich- Händler Reißer in der Steglitzer Straße verübten Raubmordes. An- geklagt wegen Mordes und Raubes sind der Drogist Gustav P a s s a r g«. der Mechaniker Harry S e l z» r, genannt„Matrosen- willy" und die Frau Helene Spanter geborene Newalsli. Am Morgen des 3. Juli 1920 wurde der in einem Seitenflügel des Haufe» Steglitzer Str. 2 3 wohnhafte Teppichhändler Alfred Neißer tot aufgefunden. Di« Leiche lag völlig be- kleidet auf dem Fußboden in einem auch als Berkmilsraum benutzten Zimmer. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich schließlich gegen die jetzigen drei Angeklagten. In der Vernehmung der Angeklagten zur Person stellt sich heraus, daß der AngeNagte Pasiarge trotz seiner Jugend, er ist 29 Jahre alt. bereits über sechs Jahre Gefängnis vcr- büßt hat wegen Betruges, Diebstahls, Hehlerei usw. Auch der An- geklagte Selz« ist bereit, erheblich vorbestraft. Frau Spanier ging in ihrer Vernehmung zur Sack)« weitschweifig auf die bereits bekannten Vorgänge ein. Sie bestritt wie in allen bisherigen Ver- handlunaen. Neißer jemals gesehen oder gekannt zu haben und will zu der Zeit de» Mordes überhaupt nicht gewußt haben, wo die Steglitzer Straß« ist. Die Vernehmung des Kriminal- kommissar» Trettin nahm mebrere Stunden in Anspruch. Trettin ging auf oll« Einzelheiten der Mordsache ein. Er blieb auch in seiner gestrigen Aussage dabei, daß Frau Spanier krimi» naliftisch schwer belastet sei. Er erwähnte u. a. den Fall de» Althändlers Thiel, zu dem Frau Spanier mehrfach Hingegang«» war und den sie mit Ehlorofcrm hatte betäuben wollen. Nur dem Zugreifen der Kriminalpolizei sei es zu danken gewesen, daß Thiel nicht auch hätte sein Leben lassen müssen. Weiterhin bezog sich Kommissar Trettin auf den Fall des Konsuls Meyer, den Frau Lvonier in ihre Wohnung gelockt habe und mehreren Leuten den Auftrag gegeben haben soll, während seines Schlafes seine Kleider auszuplündern. Rechtsanwalt Dr. P i n d a r begann dann ein« lange und äußerst hesttig« Attacke gegen Krtminalkommisiar Trettin. Er wies darauf hin, daß Frau Spanier im Fall Thiel doch nichts Strafbares begangen habe, da der Staatsanwalt selbst mitgeteilt Hab«, daß das Berfahrcn gegen Frau Spanier wegen Mangels an Beweisen niedergeschlagen worden sei, und fragte den Kommissar, woher und weshalb denn die Presscortikel über die „große Verbrecherin Frau Spanier" gekommen seien. Zeuge Trettin: Für die Kriminalpolizei war eben doch etwa? an der Sache. Rechtsanwalt P i n d a r wies darauf hin. daß in den Akten folgender Vermerk des Kriminaloberwachtmcisters Moritz sich befindet: Die Sache Neißer hat ihre Erledigung durch das Geständnis Passarges gefunden. Der Angeklagte Pasiarge.habe ge- standen, sein Geständnis widerrufen, wieder aestanden und wider- rufen, jetzt fein Geständnis erneut, mit der Begründung, daß er bei seiner polizeilichen Vornehmung durch alkoholische Getränke widerstandslos gemacht worden sei. Rechtsanwalt Bahn fragte Kommissar Trettin. ob denn dos Geständnis Pasiarges, eines Säufers, für ihn Glaubwürdigkeit gehabt habe. Kommissar Trettin gab an, nicht gewußt zu haben, daß Pasiarge ein Säufer von solchem Grade sei. Landgerichtsrat M o t w a r d gab bei seiner Vernehmung auf eine Frone des Verteidigers Dr. Frey zu, daß weder dem Ge- stöndnis Pasiarges noch seinem Widerruf für ihn irgendwelche Glaubwürdigkeit beizumessen sei. Die Verhandlung wurde daraufhin auf heute vertagt.__ Ab Mittwoch 100 M. auf der Straftenbahn. Die VerkebrSdeputation stimmte gestern nach Ablehnung weiter- gehender Anträge der Straßenbabnverwaltung einer Erhöhung des StraßenbahntariiS auf 109 M. für die einfache Fabrt zu. Es war das erstemal, daß die Herren Stadtverordneten sich bei der Be- ratung eine Diskussion schenkten. ES besteht die tröstliche Absicht, im Januar keine weitere Erhöhungen vorzunehmen. Wieder Letter bei Sarotti. Die Gefahr beseitigt. Auf dem Grundstück der Sarotti-Gesellschaft in T e m p e l h o f, die vor einem Jahr bekanntlich von einem ge- waltigen Brande heimgesucht worden ist, brach am gestrigen Man- tag ein Feuer aus, dos, obwohl im ersten Augenblick di« Lag« recht bedrohlich erschien, durch di« vereinten Anstrengungen der um- liegenden Wehren bald abgelöscht werden konnte. In der Südostecke des Grundstücks brach gegen S Uhr in einer 25 Meter langen Baubaracke, die den in der Fabrik noch immer beschäftigten Bauarbeitern als Aufenthalt dient, aus unaufgeklärter Ursache Feuer aus. Die Fabrikfeuerwehr der Sarotti-Werke, die noch dem großen Unglück im vorigen Jahr wesentlich verstärkt war- den ist, griff sofort ein, und nach wenigen Minuten war auch die Tempelhofer Feuerwehr zur Stelle. Branddirektor Stiepeldey alarmierte auch die Feuerwehren in Martendorf und Neukölln, da bei dem herrschenden Nordwind«in Ueberspringen des Feuers auf die Fabrik selbst zu befürchten war. Man be- kämpfte den Brand mit sechs Schlauchleitungen, und bald konnte die Gefahr als beseitigt gelten. Die Direktion der Werke hatte di« Arbeiter, um jede Gefahr zu verhindern, zum Verlassen des massiven Gebäudes aufgefordert, doch konnte schon nach einer Stund« d e r gesamte Fabritationsbetrieb wieder aufgenom- m e n werden. Der durch den Brand angerichtete Schaden ist un- bedeutend._ Die Sonntag-Kunügebungen. Von den am Sanntag stattgefundenen sozialdemokratischen Kundgebungen gegen die militaristischen Gewaltmaßnahmen der französischen Machthaber tragen wir noch die folgenden nach: Im Bezirk Mitte, Prenzlauer Berg. Friedrichshatn, war der Garten der Brauerei Friedrichshain schon lange vor Beginn gefüllt. Rote und schwarzrotgoldene Fahnen leuchteten über den Massen oder wurden den Abteilungen vorangetragen. , Von der Gartenbühne herab sprach Genosse Dr. Her tz. Di« Im- ! periÄisten Frankreichs haben einen Gewaltstreich gegen«in wehr- loses Volk verübt, wie es in der Geschichte fast ohne Beispiel ist. | Vier Jahre nach dem Friedensschluß dringt ein bis an die Zähne bewaffneter Gegner in die Herzkammer der deutschen Wirtschaft, um , die„Kontrolle" über die deutschen Kohleniieferungen auszuüben. Glaubt man mit Gewalt«in paar Tonnen Kohle mehr zu bekommen? ! Wo Militarismus herrscht, ist Desorganisation, ist . keine schöpferische Tat. Und das ist das Furchtbor« an diesem Ge- 1 waltstreich, er richtet sich nicht gegen das ehemalige kaiserlich« Deutsch- land. sondern gegen die Republik und ihre Träger, gegen uns, gegen die dsutscki« Arbeiterklasie. Bringt die deutsche Arbeiterklasse nicht seit Jahr und Tag Opfer, weiter nichts als Opfer. Was ober tun die Schreier von der anderen Seite? Das erste Zeichen ist nach de? Besetzung die Erhöhung der Kohlenpreise, di« alle bis- herigen Erhöhungen in den Schatten stellt. Not und Elend wuchsen. Nur wenn w i r zusammenhalten und den Glauben nicht verlieren, brauchen wir nicht bange zu sein um die Zukunsi der deutschen Republik.(Lebh. Beifall.) Nach Annahme der Resolution schloß der Lorsitzend« mit einem dreifachen Hoch aus die Völkerverständigung die Versammlung. Auch in den Außenbezirken hatten die Versammlungen starken Besuch aufzuweisen. So die des. 9. K r e i stii s(Wilmersdorf). wo im vollbesetzten Saal des Viktoriagartens Gen. Meyer, M. d. L., unter starkem Beifall auch in der Frage der Ruhrbosetzung für eine Verständigung mit dem Proletariat und den Sozialisten aller Länder plädierte. In Lichtenberg fand in überfüllter Versammlung nach Ausführungen des Gen. Künstler der gegen die junge deutsche Republik gerichtete Gewaltakt schärfste Verurteilung. In C ö p e n i ck legte Gen. Bre.uer vor einem Kreis von Zuhörern Verwahrung ein gegen den Protest der Hergt und Helffe- rich, die doch gerade gegen die Erfüllungspolitik gewesen sind. In Niederschöneweide beleuck>teie Gen. Schlegel den Ehr- geiz der Franzosen, mit militaristiscfen Mitteln'.u erreichen, was auf legalem Wege sich nicht ermöglichen lasse. Die Ausführungen fanden den regen Beifall eines bis auf den letzten Platz besetzten Saales.— Ich Schloß W e i ß e n f e e hatten sich über 1009 Per- fönen eingefunden, die den Worten des Gen. A. Stein, die sich gegen die„nationale.Einheitsfront" richteten und den internatio- nalen Kampf des Proletariats in den Vordergrund stellen, regen Beifall spendeten. Auch die Protestoersammlung in Trebbin, in der der Land- tagsabgeordnete Gen. EmU K l o d t das Referat kielt, war außer- ordentlich gut besucht. Der Redner sprach über die voraussichtlichen Folgen der Besetzung des Ruhrqebiets. Die in den Berliner Ver- sammlungen angenommene' Protestresolution fand einstimmig« An- nähme.__ Ein Berliner Unhold in Düsieldors verhafkes. Ermordet und beraubt wurde, wie wir seinerzeit ausführlich berichteten, in ihrer Wohnung in der Wrangelstraße eine Frau Hertel, geborene Treqant, während ihr Vater auf seiner Arbeitsstelle war. Der Verdacht fiel bald aus«inen Mann, der sich der Ermordeten unter dem Namen Robert Fröhning genähert hatte. Jetzt wurde der Mörder im Asyl zu Düsseldorf ermittelt und festacnommen. Bei dem eingehenden Verhör durch die Düsieldorfor Kriminalpolizei legte er"ein Ge- ständnis ab.__ Die oberfchlefifche Bcrgwerkskalastrophc. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurden von den aus der Abwehfgrube zu Tode Gekommenen drei Bergarbeiter geborgen. Die Bergung der übrigen 43 Toten ist vorläufig unmöglich, da das Brandfeld abgedämmt werden mußte. GroK-Serliuer Parteinachrichten. 103. Olbt. Adlcr-h-s. Heute, Dienstag, den 10. Januar, T.i Uhr, Lokal Wöllstein, Bismarckstraße 73, groß- Kundgebung st-g-n Friedens. bruch und Sowalthcrrsckzaft. Ref. Den. Brdaktcur Rauch. 7.«rei». ckharloti-niurg. Mittwoch, d-n 17. Januar, 7>,) Uhr, Arbeitcr- jua-ndh-im, Rostn-nstr. i, vorn 1 Trsppo, Funitioniirsißung der„Freien Lchulgemeinbr". Jede Schul« muß vertreten sein. >. ftrn«. SBilmerrtorf. Miitmocii, den 17. Januar, 7 Uhr, Kreisdclegiertcn» Versammlung im Restaurant Stadtporl, Inhaber Rohr, Kaiser-Allee 31—32. Stellungnahme»um Bezirkstag. Neuwahl des Porstandes und Anträge. 13. Kreis. Mittwoch, den 17. Januar, 71h Uhr, Kreisvorstandssttzung mit den Abteilunaslritern in der Nauen Schule, Rudower Straße. 18. Kreis. Weistensee. Mittwoch fällt dl« Slternbairatsflßuna aus. dafilr Diens. tag, den 23. Januar, im Konferenzzimmer der Weitlichen Schule. 18. Kreis. Mittwoch, den 17. Januar, 7 Uhr, Sitzung der Bildung!! kommission im Jugendheim, Breite Straß« 32. heule, Dienstag, den 1ö. Januar: A. Abt. Reul-lln. Bezirk« 58, 31. 82, 33 714 Uhr llnterhaltungsabend Ideal- klaule. Marelchstr. 13. Zungfozialifte». Ernnn« Lichtenberg. 714 Uhr Jugendheim Parka»« 10. Ar- beitsg« mainschaft:„Rechtsfragen". Ref. wen. Felgentreu. Arauenveranstallung am Dienstag, den 1ö. Januar: 104. Abt. Niebarfchlneweid«. Der Frauenabend findat nicht Dienstag, sondern Mittwoch statt. l Nachdruck verboten. Dar Malik-Prrlag, Berlin.) Drei Soldaten. 11] Von John do» Passos. Au» dem amerikanischen Manugript übersetzt von Julian Gumperz. Ein Mann neben Fuselli spuckt« sorgfältig zielend in die Kiste mit Sägestaub in der Mitte des Kreises regungsloser Soldaten. Di« Gitarre spielt« den Ragtime noch einmal, schnell, fast spottend. Der Reger sang in tiefen, vertraulichen Tönen. O die Frauen und die Kinder, sie sanken in di- S«e. O die Frauen und die Kindel, sie sanken in die See. Um den kalten Eisberg— Roch«he er geendet hatte, tönt« ein Horn in der Fern«. W- zerstreuten sich. Fuselli und Bill(Brey gingen schweigend zu ihren Baracken zurück. „Es muh furchtbar fein, in der See zu ertrinken," sagte Bill Grey. als er sich in sein« Tücher einhüllte.«Wenn eines dieser gräulichen U-Boot«..."_ „Mir sind die ganz egal," sogt« Fuselli prahlend. Als er im Bett lag und in die Dunkelheit starrte, lieh kalter Schrecken fei»« Glieder plötzlich erstarren. Er dachte einen Augenblick daran, zu desertieren, zu behaupten, er sei krank, irgend etwas, was ihn davor bewahrt hätte, den Transport mitzumachen. O die Frau«n und die Kinder, sie sanken in die Ste, Um den kalten Eisberg— Er fühlte schon seinen Körper in eisigem Wasser versinken.„Es ist entsetzlich, einen dort hinüber zu schicken, um zu ertrinken," sagte er zu sich selbst, und er dachte an die bergigen Ströhen von San Franzisko und an das glühende Abendrot über dem Hafen und an die Schiffe, di« durch das „Golden« Tor" hinein kamen. Sein Bewuhtsein wurde lang- sam leer, und er begann zu schlafen. Di« Kolonne sah aus. wie irgendein seltsamer, kakhi- fvrbener Teppich, der den Weg, so weit man sehen tonnte, bedeckt«. In Fusellis Kompagnie standen die Leute da. schoben sich von einer Seite auf die ander«, um sich ihr« Last zu erleichtern und murmelten, es fei ein« Hölle, hier warten zu müssen. Bill Grey neben Fuselli stand gebeugt, um sich das Gewicht seines Gepäcks zu erleichtern. Sie befanden sich «m einer Wegkreuzung auf etwas erhöhtem Terrain, so dah sie die langen Barackenreihen des Lagers in allen Richtungen sth ausdehn«» sehen konnten, in langen, langen Reihen, die nur dann und wann durch ein graues Exerzierfeld unter- brachen waren. Bor ihnen- dehnte sich die Kolonne nach einer letzten Biegung des Weges hin, wo sie auf einem Hügel unter senfbraunen Vorstadthäusern verschwand. Fuselli.war aufgeregt. Er dachte noch immer an die vergangene Nacht, als er dem Sergeanten geholfen hatte, die „eiserne Portion" zu verteilen und Haufen harten Brotes herumgetragen und sorgfältig, ohne einen Fehler, die Ratio» nen abgezählt hotte. Er war so voll des Wunsches, etwas zu tun, zu zeigen, was er wert sei.„Donnerwetter," sagte er zu sich selbst,„dieser Krieg ist eine gute Sache für mich. Im Laden von R. C. Vickers u. Eis. hätte ich fünf Jahre bleiben können, ohne vorwärts zu kommen und hier im Heer habe ich eine Gelegenheit, fast alles zu tun." Ganz unten am Wegende begann die Kolonne sich in Bewegung zu setzen. Stimmen, die Befehle schrien, schlugen hart durch die morgendliche Luft. Fusellis herz hüpfte. Er war stolz auf sich selbst und aus die Kompagnie— die beste der ganzen Expeditton. Die Kompagnie vor ihnen bewegte sich scbon. Jetzt war die Reihe an ihnen. „Vorrwärrts... marsch!" Sie verkoren sich in dem monotonen Stampfen der Füße, Staub stieg von der Straße auf, auf der wie ein graubrauner Wurm die Kolonne vorwärts kroch. Ein widerwärtiger Geruch machte ihnen das Atmen fast unmöglich. „Schicken sie uns hier hinunter?" „Wäre froh, wenn ich das müßte." Sie stiegen in langen Linien die Leitern hinunter in den entsetzlichen Abgrund: es war das Innere des Schiffes, in das sie verladen werdön sollten. Jeder hatte eine blaue Kart« mit einer Nummer darauf in der Hand. An einer schumme- rigen Ecke, wo es aussah wie in einem leeren Warenhaus, stoppten sie. Der Sergeant rief: „Das werdsn nun unsere Gräben sein. Müssen'mal sehen, was wir daraus machen können." Dann verschwanh er. Fuselli sah sich um. Cr saß auf der niedrigsten von drei Lagen von Bettkästen, die ganz roh aus neuem Fichtenholz gebaut waren- Elektrische Birnen, die hier und da ange- bracht waren, gaben einen schwachen, roten Schein, nur an den Leitern waren große, hohe Kraftbivnen, die ein helleres Licht ausstrahlten. Der ganze Platz war voll strampelnder Füß«! Dröhnen erfüllt« den Raum von dem Gepäck, das von den endlosen Reihen von Soldaten, die an jeder Leiter hin- unterströmten, auf die Bettkästen geworfen wurde; irgendwo am Ende des Ganges schrie ein Offizier mit schriller Stimme: „Macht schnell, macht schnell!" Fuselli saß auf seinem Bettkasten, sah sich die erschreckende Konfusion an, war darüber erstaunt und fühlte sich gedemütigt. l Wieviele Tage würden sie in diesem dunklen Loche verbringen ! müssen? Plötzlich fühlte er Wut. Sie hatten kein Recht, einen so zu behandeln. Er war doch ein Mensch, nicht ein Haufen Heu. das man herumrollen konnte, wie es einem beliebt. „Und wenn wir torpediert Werden! Hier unten ersaufen wir wenigstens gründlich," sagte er laut. „Oben haben sie Wachen aufgestellt, um uns zu ver- hindern, an Deck zu gehen," erwiderte irgend jemand. „Verflucht nochmal. Sie behandeln einen ja wie Schlacht- vieh, das abtransportiert wird." „Du bist ja auch nicht mehr, als Fleisch für ihre Kanonen." Ein kleiner Mann, der in einem der oberen Bettkästen lag, sprach plötzlich und zog sein schmutziges Gesicht in einem seltsamen, verbissenen Ausdruck zusammen, als ob die Worte aus ihm herausgebrochen feien, trotz seiner Anstrengungen, sie zurückzuhalten. Alle sahen ihn ärgerlich an. „Diese Drecksau Eisenstein," murmelte jemand. „Na, bindet doch di« Sau draußen vor der Tür fest!" rief Bill Grey gutmütig. „Dummköpfe!" knurrte Eisenstein, wandte sich herum und vergrub sein Gesicht in den Händen. „Was, zum Donnerwetter, riecht denn so komisch hier unten?" rief Fuselli. Fuselli hotte sich lang auf Deck ausgestreckt und den Kopf aus seine gekreuzten Arme gelegt. Wenn er gerade hin- auf sah, konnte er den bleifarbigen Mast hin- und Hersegen sehen, am Himmel voll lichtgrauer und silbriger und grauroter Wolken, die nach den Rändern zu gelb ausliefen. Während er seinen Kopf etwas nach der einen Seite drehte, konnte er Bill Grcys schweres, farbloses Gesicbt und di« dunklen Stoppeln seines unrasierten Kinns und seinen etwas schiefen Mund, aus dem eine Zigarette heraushing, sehen. Ueberall waren Köpf« und Körper zusammengedrängt; eine , Gasse von Kakhiüberziehern und Rettungsringen. Und wenn die rollend« See das Deck herumwarf, konnte man groß« grüne, sich bewegend« Wellen sehen und einen grau und weiß gestreiften Dampfer und den Horizont, eine schwarze, steife Linie, die hier und da von den Spitzen der Wellen unter- krochen war.(Fortsetzung folgt.) Morgen, Mittwoch, den 17. Januar: .. Abt. Gastwirtsgchiffen. Nachmittags 5 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant Feiler, Friedrichst. 131a, Bortrag über: Kommunalpolitik". Quartalsbericht. leuwahlen und Verschiedenes. 5. Abt. Anläßlich der Wahlen der Abteilungsleitung findet 7½ Uhr eine Cgica. abteilungsversammlung im Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23-24, statt. Tagesordnung: Geschäftsbericht Wahl der Abteilungsleitung usw. 14. unb 15. 6t Für die 14. bt. 7% Uhr Egirazahlabende: Jäger, Butbufer Straße 49; Gillwald, Butbuser Straße 24; Start, Putbuser Straße 14; Fließ, Swinemünder Straße 77; Bozen, Graunstraße 17; Engel, Swine minder Straße 65. Für die 15. Abteilung: die Bezirke 253-254b und 251 bei Dietrich, Eminemünder Straße 36 und bei Schilisti, Bernauer Str. 66/67. 29. Abt. 7 Uhr bei W. Burg, Prenzlauer Allee 189, wichtige Gigung der Parteifunktionäre. 36. bt. 7% Uhr Zahlabende: 691-696 bei Busch, Tiller Str. 27. Bortrag des Gen. Drendel, 601-611 bei Biebermann, Zorndorfer Str. 9, 612 bis 615, 624-627 bei Bösenberg, Petersburger Etr. 73, 616-619 und 621 bei Wittschuß, Petersburger Str. 5, 620, 622, 623 bei Pflanz, Frankfurter Allee 329. 52. 96t. Charlottenburg. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Büttner, Kaiserin Augusta- Allee 81. Referat des Gen. Dr. Herz über Steuerfragen". 82. bt Steglig. Pünktlich 7 Uhr Mitgliederversammlung im Gymnasium Scefeftraße. Thema: Die politische Lage". Ref. Gen. Kurt Kiegmann. 94. Abt. Reutölln. 7 Uhr Abrechnung und Funktionärsigung bei Taubel, Weisestraße 23. 97. Abf. Reutöln. 7½ Uhr Funktionärsigung im Lehrerzimmer der 5. Gemeindeschule, Mariendorfer Weg 106. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Schreiner. Fri lieber versammlung. Thema: Die indirekten Steuern und die Wirkung ber Umfagsteuer auf die Preife". Ref. Gen. Goldmann- Franten, M. d. R. 116. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute im Lotal Woick, Neue Bahnhofstr. 2. 140a Abt. Wittenan- Siedlung. 7 Uhr im Restaurant Fichtmann, Versamm. lung. Thema: Soziale Baubetriebe". Ref. Gen. Hermann Lüdemann, M. d. L. Weinbrand Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 72 Uhr: Bohème Schauspielhans 72 Uhr: Polterabend Das Fesi der Handwerker Volksbilhne 72 Uhr: Die Lüge Lessing Th. 7 U. r Geschäft ist Geschäft Trianon- Th. Täglich 8 Uhr Erika Glässner in Lissi die Kokotte haben keinen Zutritt Walhalla- Th. Pers.unter 18 Jahren Tägl. 784: Die schwarze Rose Deutsch. Theat. Mittwoch 7 Der Theater des Ostens 72 Uhr: Kaiser Karls Gelsel Mw. 7 U. Hamlet Biberpelz ( Rose Theater) Donn. 7 Geschäft 73/ ist Geschäft Kammerspiele Jeut. Künstler- Th. 8 Uhr: Timotheus Heute bis Freit 12 in flagranti Grodmama arsch Sod 1 U. z. 1. Ma e: Mw. 8: Timotheus in flagranti Gr.Schauspielh. Karlstraße) 71 U. Dis törichte Jungirau Mw. 7: Die toe Magdalena Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Die U FloriansHochzeit Russisches Romant. Theater ( Apollo Theater) Friedrichstr. 218 Regie: Boris Romanofi Das Russisch, Ballett Anf. 814 Uhr. Tal. Kurf. 696 Casino- Theater Der neue Schlager! 8 Uhr: ta, Unmoralischen Wallers Prinzeßchen Sonntag, 21. janua 2 Uhr: Das schwarzwaldmädel Theater i. d. Carala Toelle, Olga Limburg. Falkenstein, Kaiser- Titz. Urania Theater 8 UhrIm Kampfm.d.Berge Königgrätz. Str. Central- Theater Klein, Saat 5%- Unr 71 Uhr: 8 U. Savonarola Ernst Deutsch Der Bigamist Komödienhaus 7.45 Erdgeist Orska, Steinrück Riemann Mont.: Erdgeist Di: Erdgeist Mi.: Erdgeist. Do.: Kameraden Der Blaue Vogel 812 Goltzstraße 9 812 Berliner Th. Nollendorf 1613 7.15: Madame Allabendlich Pompadour Das 3. Hilde Warner, Ro- Das 3. Programm berts, Wirl, Haske!. Deutsch. Opernhaus U. 3 Jahrhund. niederfänd. u.dtsch. Mal. I. 8 Unr: Wesen u. Bedeutung eines Industriefilms Circus Busch Tal. 14. Stgs. auch 3 Uhr Auf vielfachen Wunsch verlang. Der deutsche Erfols: Die Nibelungen Neue Dressuren Die 5 Lufiteufel Der Freischütz Komische Oper Große Volksoper im Theat. d. Westens 72: Lust. Weib. v. Windsor Intimes Theater 72 U.: Bubi will a'tht usw. 101: Freundinnen Gastspiel Iven Andersen Jeder die Hälfte! 8 U.: Lustspielhaus Der Mastergatte mit Max Adalbert Metropol- Theater 7% New York- Beriin U.: Neues Operett.- Th 73 Uhr: Heirate deine Frau!! Neues Th. am Zoo 7: Jean Gilberts Operetta Dorine u. der Zufall Neues Volkstheater 7% Uhr: Der Eng fänder. Satyros Renaissance- Theat. 7 Uhr: Die Juden Schiller- Th. Charl. 8 U: Großstadtloft Thalla- Theater 7% Unr: Ein Jahr ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. 7%. U.Dein Mund.. Stg.3% Vetter aus Dingsda Theater in d.Kommandant.- Str Geschl. Morg. 7½ Legende ein. Lebens Wallner- Theater 8 Uhr: Der kühne Schwimmer Residenz- Th. Tablich 8 Uhr Es lebe das Leben von H. Sudermann Ida Wüst Schroth. Klein, Böttcher, Els. Wasa ( 7) Dir.: James Klein( 7%) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Giris Max Landa, Bruno Kas ner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka, Nordheim Admiralspalast Sonntag, den 21. Januar, mittags 12 Uhr: Konzert der Kammermusikvereinigung der Staatskapelle unter Mitwirkung von Frau Rosa Walter Theater u. Kottb, Tor Tägl. 72 und Sonat.nachm. 30. EliteSänger Der große JanuarErfolg u. a. Die Ver söhnung BTL Potsdamer Str. da Der Graf v.Monte Christo. 3. Teil Eroberungen in Paris Turmstr. 12 2.Teil: DerSchatz v. Monte Christo Marten SCALA Stofciaden Uh Internat, ՍԻ Varieté 3 allen Breifen Eisen& Diamant Raiserstraße 4 Andreasstraße 13* Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 17. Januar: 32. bt. 7% Uhr Fortbildungsschule Lange Str. 31, 8immer 55. Thema: Be völkerungspolitik und feguelle Erziehung". Ref. Frau Dr. Wegscheider, M. d. L. 45. Abt. 7 Uhr Leseabend aller Genofsinnen und Genossen im Bibliothekszimmer der Glogauer Schule. 99. Abt. Brig. 7½ Uhr Schule Sannemannstraße, Bortrag: ,, Was ist Sozia lismus"?. 48. Abt. Der Frauenabend findet erst Montag, den 22. Januar, statt. Näheres fiehe Notiz am Sonntag, den 21. Januar. bteilung Feuerwehr BSPD. Donnerstag, den 18. Januar, nachmittags 4 Uhr, und Freitag, den 19. Januar, nachmittags 4 Uhr, in der Schule Steinstraße 31-34, Mitgliederversammlung. Thema: Die politische Lage". Ref. Gen. Krille. Jungsozialisten Gesamtveranstaltung Freitag, den 19. Januar, 7½ Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Reichstagsabgeordneter Sollmann spricht. Jugendveranstaltungen. Schöneberg II. Jugendheim Comeniusfhule Franfenfis. 10, Distuffionsabend: Der Altohol." Südwesten. Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: Bedeutung der Gewertschaften". Treptow. Jugendheim Elfenstr. 3, Bortrag: Die Bedeutung des Achtstundentags". Westen. In der Aula Kulmftr. 15, Picotnecht und Rosa- Lugemburg- Feier. Achtung, Abteilungsvorsitzende! Laut Beschluß des Bezirksansjouffes findet am Donnerstag, den 18. 3 Ruar, abends 7 Uhr, in den Mufitersälen, Kaiser- Wilhelm- Str. eine allgemeine Mitgliederversammlung ftatt. Genoffin Bohm- Schuch spricht über Bölterfrieben und Völlerverföhnung gegen imperialistische Willtär", alle Abteilungsveranstaltungen fallen aus. Mitgliedsbücher find mitzubringen. Gäste fönnen bura Mitglieder eingeführt werden. Am Mittwoch von 5 Uhr an Ausgabe von Hanbzetteln. Alle Abteilungen müssen dieselben abholen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Dienstag, den 16. Januar, 7% Uhr, Schule Wein meisterstage 16-17, Bersammlung. Referent A. Hoffmann.. Buch. Schule. Don Abends 7% Uhr Bersammlung. Ref. A. Sarndt: Die Freimaurer". nerstag, den 18. Januar, 7 Uhr, Oberrealschule Basteurstraße, Bersammlung. Ref. A. Harndt. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. V. 6. Bezirk. Bersammlung Mittwoch, den 17. Januar, Raabes Festfäle, Fichteftr. 29, Fortschung des Bortrages: Gibt es einen Gott?" und Antwort auf die Frage: ,, Wie ist das Leben in der Urzelle entstanden?" Bollschor Südosten. Die Uebungsstunde für den gemischten Chor fällt am Dienstag aus. Die nächste Uebungsstunde findet am Freitag um 7½ Uhr für den gemischten Chor und um 9 Uhr für den Männerchor statt. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute, Dienstag, den 16. Januar: Röpenid. Jugendheim Grünauer Str. 5, Diskussionsabend: Unsere Stellungnahme zur Partei". Gesundbrunnen. Jugendheim Gemeindeschule Goten burger Str. 2, Vortrag: ,, Runst und Naturgefühl". Niederschönhausen. Jugendheim Gemeindeschule Blankenburger Str. 69-70, Bortrag: Devisen verordnung". Norden Jugendheim Gemeindeschule Putbuser Str. 5, Vortrag: Reiseerlebnisse im Orient". Prenzlauer Berg. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Mädchenabend, Vortrag: ,, Säuglingspflege". Rosenthal. Jugendheim Schule Kastanienallee, Bortrag: Der deutsche Bauernkrieg." Winden. Wetter bis Mittwoch mittag. Etwas fübler, zeitweise heiter aber febr unbeständig mit wiederholten Schneeschauern bei starten nordwestlichen Winkelhausen Aus einem Leben der Arbeit wurde heute unser allverehrter Chef, Herr Kommerzienrat Dr.- Ing. h. c. Carl Paul Goerz in die Ewigkeit abberufen. Vor mehr als 36 Jahren gründete er die Optische Anstalt C. P. Goerz und war seither als ihr Leiter, nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrates unermüdlich für sie tätig. Seiner erfolgreichen Arbeit verdankt das aus kleinen Anfängen entstandene Unternehmen den Aufstieg zu einer Weltfirma, die eine führende Stellung in der optischen Industrie einnimmt. Mit tiefempfundener Trauer sehen wir in ihm unseren allezeit wohlwollenden Chef scheiden, der uns stets ein leuchtendes Vorbild e frigsten Vorwärtsstrebens und treuester Pflichteriüllung war und es auch nach seinem Tode bleiben wird. Berlin- Friedenau, 14. Januar 1923. Die Angestellten der Optisch. Anstalt C. P.Goerz A.-G. Reichshallen Th.] Allabendlich 7, Uhr, Sonntags nachin 3 Uhr halbe Preise STETTINER Säng. DönhoffBrett'l Anf.7U. HINDERTEN Am 10. Dezember starb unerwartet an Herzschlag in Malmö ( Schweden), seinem iezien Bohnort, der Kaufmann Wilhelm Simmel 52 Jahre alt. Im Namen seiner Tochter und seiner Geschwister: Eduard Simmel Berlin- Gr. Lichterfelde- Ost Variete Waschseifen Spielplan Rauchen gestattet! ca. 500 g Blod 200. la Faßseife 1 Rg. 400. Seifenpulver, Soda billig. Büttner, Metropol- Varieté Gr. Frankf, Str. 130 Behrenstr. 54 7% Uhr Lapo Wilkens- Schulhoff Willi Meibryck 4 Strohschneiders a. das große Internat. JanuarProgramm! Ctablissement Cafe Wielka Friedrichstr. 60 Ecke Leipziger Str. Heitere Spiele u. Margaretensaal 7% Uhr Neue Welt Hasenheide 108/14 T- Bockbierfest lich Dienstag, 16. Januar 1923, Prämiierung des elegant. Damencapes, 3baareGeldpr.: 5000, 3000, 2000 M. Anmeid. bis 92 Uhr abends an der Rasse. Am 11 d. Mts. verstarb mein lieber Mann, der Schuhm.- Mstr. Emil Tearich, Wittstockerstr. 9. Einäscherung Mittwoch nadm 3 Uhr im Stres matorium Gee richtstraße. Die trauernde Gattin nebst Verwandten. Alfe Reserve KLEINE ANZEIGEN Das bestimmt wa Jedes Wort 90 M. gedruckte Anzeigen die für die nächste Nummer Wort 150 M.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( fettgedruckt) 100 M., jedes weitere Wort 70 M. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwel Worte Verkäufe Reine Lombardware. sind, müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Hauptexpedition des Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstrasse Nr. 3, abgegeben werden. Dieselbe ist von morgens 9 Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen geöffnet Möbelhaus Rehfeld. Babstraße 34. Schallplatten vielmehr zahlt Bietic), Gelegenheitskäufe in Schlafzimmern, Streligerstraße 47. Speisezimmern, Einzelmöbeln, neu und Metalleinkauf. Felle, Roßhaare, Echaf straße 2. Aleg. 1857. Möbeleinlauf. 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