Nr. 26 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 13 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Oesterreich und Luremburg 2600 M., für das übrige Ausland 3600 M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Reit", der Unter haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 45 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile toftet 400 m. Reklamezcils 2000 97. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 150 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 90 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Bort 70 M. Morte über 15 Buchstaben gähren für zwei Morte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Seite 100 m. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Mittwoch, den 17. Januar 1923 Die Düsseldorfer Besprechungen. Ueber Dortmund immer weiter. Dortmund, 16. Januar.( WTB.) 2m 11 Uhr 15 Minuten Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Lösung des Produktionsproblems Soeben ist im Verlage des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes eine Schrift erschienen:„ Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsleistung. Tatsachen über die sozialpolitische und volkswirtschaftliche Bedeutung des Achtstundentages in Deutschland und im Auslande." Verfasser sind die Genossen Paul Herz und Richard Seidel. Die 168 Seiten starte Schrift erörtert eingehend alle Fragen des Zusammenhanges des Achtftundentages und der Wirtschaft. Sie wird deshalb in den Auseinandersetzungen über die Arbeitszeitregelung und die Produktionssteigerung eine bedeutsame Rolle spielen. Eine eingehende Besprechung der Schrift, die besonders ihre neuen Ergebnisse über die Arbeitsleistung zu würdigen haben wird, behalten wir uns vor. Mit Erlaubnis des Verlages geben wir aus dem Abschnitt über Achtstundentag und Produktionsförderung" das Schlußfapitel wieder. 1. Aus den vorhergehenden Betrachtungen ergeben sich Düsseldorf, 16. Januar.( WTB.) An der heutigen Sihung| Düsseldorf, 16. Januar.( WTB.) Frizz Thyssen wurde nahmen Regierungspräsident Grüßner und neun Vertreter der be- heute mittag vor den Generalstab des Brückentopfes Düsseldorf gedeutendsten Zechen des rheinisch- westfälischen Industriegebiets teil. laden. Im Auftrage des Generals Degoutte erklärte General Simon Die Besatzungsmächte vertraten General Simon, General Danvignes ihm und den mit ihm geladenen Generaldirektoren Kersten, Bergund die Interalliierte Kontrollkommission. General Simon teilte assessor Runge und Direktor Wüstenhöfer, daß sie, wenn sie bei ihrer mit, die deutschen Herren hätten einen Befehl des Generals Degoutte ablehnenden Haltung blieben, von jetzt an unter gerichtlichem in Empfang zu nehmen. Er verlas dann den Befehl, durch den Verfahren stehen würden. Sämtliche Herren erklärten auf Bedie Zechenbefizer zum legtenmal aufgefordert werden, fragen, daß sie bei ihrem bisherigen Standpunkt verbleiben spätestens morgen früh die Kohlenlieferungen an Frant- müßten. reich und Belgien wieder aufzunehmen. Als erste Sanktion für das Verbot der deutschen Regierung, Kohlen zu liefern, fei Dortmund besetzt worden. Sollte der Widerstand andauern, so werden weitere Sanktionen folgen. Während der Befehl an die 9 Vertreter der Werke verteilt wurde, erklärte der General, daß dia sind die ersten französischen Truppen in Stärke einer Infanteriewichtigsten Besitzungen der Großindustriellen in der Hand der fompagnie in das Zentrum der Stadt eingerückt. Während des französischen Truppen seien und daß weiterer Widerstand von den Einmarsches treifte ein Flieger über der Stadt. Zwischenfälle sind die notwendigen Maßnahmen zur Lösung des Produktions schlimmsten Folgen begleitet sein würde. Regierungspräfi- bisher nicht zu verzeichnen. Weitere größere Truppenmengen fol- problems, gleichzeitig aber auch unsere Stellung zum Arbeitsdent Grüßner wünschte das Wort zu einer Aufklärung, die ihm gen zu Fuß und per Eisenbahn. Mittags 1 Uhr wurde Dortmund zeitproblem. Im Interesse unserer Bolkswirtschaft ist es notverweigert wurde. Er bat nun um Aufklärung, warum ihm auch von Süden her durch Kavallerie und Panzerwagen be- wendig, daß wirksame und entschiedene Maßnahmen zur Stabisierung der Währung erder Befehl zugegangen sei, über die Lage der Fabriten und den feht. Kavallerie ist nach Schwerte unterwegs. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Gronowski, ist gefunden. Nur so kann das Element wildester Spekulation, griffen werden. Nur dadurch kann die deutsche Volkswirtschaft Sitz der Direktoren der Werte in den nicht befehten Städten Elberfeld und Barmen Auskunft zu erteilen. Die Antwort in Berlin zu einer Rücksprache mit der preußischen Regierung ein: das jetzt in der deutschen Volkswirtschaft hervortritt, eingewurde verweigert. Obwohl der Regierungspräsident wieder- getroffen. Man spricht davon, daß die Franzosen auch die west dämmt werden. Alle einfichtigen Wirtschaftspolitiker teilen die holt bat, seine Erklärung entgegenzunehmen, wurde die Sihung für fälische Hauptstadt Münster besetzen werden, weil dort einige Ansicht, daß eine wirkliche Lösung des Produktionsproblems Kommissionen seien, die durch Truppen geschützt werden müßten. erst nach erfolgter Stabilisierung der Währung möglich ist. Dann wurden die Vertreter der Arbeitnehmer hineingerufen. Essen, 16. Januar.( WIB.) Für den Umfang des mili- Als August Thyssen an den Reichstanzler Dr. Wirth ein Anwesend waren die Bertreter der chriftlichen Gewerkschaften und tärischen Aufgebots ift bezeichnend, daß der kommandierende Schreiben richtete, in dem er eine Berlängerung der Arbeitsder Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften sowie die Unionisten. Die General in Bredenen soeben den deutschen Behörden die bevor- zeit forderte, antwortete der bekannte Wirtschaftspolitiker lehteren waren im Widerspruch mit der vom Regierungspräsidenten flehende Ankunft eines Armeetorpstommandos ange- Calmer in seiner Wirtschaftsforrespondenz" mit Ausführunabegegebenen Erklärung eingeladen worden. General Danvignes fündigt hat, im dreifachen Umfange feines Stabes, und daß er die gen, die den Standpunkt vertreten: erst Stabilisierung der verlas im Auftrage Degouttes eine Erklärung, in deren eritem Abfah Bereitstellung der notwendigen Unterkunftsräume dafür in Bredeney Mark, dann erst können die Anstrengungen zur Steigerung der es heißt, er bedauere feststellen zu müffen, daß die Industriellen die Gütergewinnung mit Erfolg einsetzen. Lage noch zu verschlechtern suchten, die durch den bösen willen der deutschen Regierung so schwierig gestaltet sei. Bes diesen Worten erhob fich Regierungspräsident Grüßner und erklärte, daß diefer Sag eine Beleidigung der deutschen Regierung enthalte, die es ihm unmöglich mache, den Verhandlungen weiter beizuwohnen. Er verließ dann mit den Bertretern das Zimmer. geflossen er lärt. verlangt. Waffengewalt gegen Singen. Bochum, 16. Januar.( Cigener Drahtbericht.) Der fran3ösische Divisionsgeneral Nayral de Bourgon hat durch Maueranschlag bekanntgemacht, daß die Truppen gegen jede feindselige Handlung, auch wenn sie sich durch Singen, Schreien usw. dokumentiert, ohne Warnung oorgehen werden. Die Truppen Die Erklärung an die Bergarbeiterorganisationen wurde zu feien in friedlicher Absicht gekommen. Friedliebende Bürger Ende verlesen und jedem einzelnen Arbeitnehmervertreter überreicht, müßten sich bei Unruhen von der Straße fernhallen. wobei Geneal Simon betonte, daß die Beziehungen zwischen den BS. In Essen hat der französische General ein Berzeichnis Gwerkschaften und der französischen Besaßungsbehörde in Düsseldorf aller im Bezirk Eſſen wohnhaften ehemaligen deutschen Offiziere stets die besten gewesen seien; sie habe stets alle Wünsche der mit Angabe ihres jezigen Berufs gefordert. Dabei soll besonders Arbeiterschaft entgegengenommen und ihnen zu entsprechen zwischen aktiven und Reserveoffizieren unterschieden werden. versucht. General Simon forderte die Vertreter der Arbeitnehmer" Gleichzeitig wies am 31. Oftober 1922 die„ Frankfurter 3eitung" in einem Währungspolitik oder Probuftionspolitit" überschriebenen Artikel eindringlich auf die Zusammenhänge zwischen dem Währungsproblem und demt Produktionsproblem hin. Sie stellt mit aller Offenheit feít, daß sich bei vielen Unternehmern hinter dem Ruf nach Steigerung der Produktion nur die Absicht verbirgt, ernsthafte währungspolitische Maßnahmen zurückzuweisen. In seinen weiteren Ausführungen verweist das Blatt zugleich darauf, daß Produktionssteigerung ftets eine Maßnahme auf lange Sicht bedeute, im Augenblick aber gar keinen Erfolg verspreche. Gewiß wird die Stabilisierung der Währung die deutsche Industrie in weit schwerere Konkurrenzbedingungen hineinichaft auf, fich bei ihren Gewerkschaften in Düsseldorf zu erfundigen, Englands Arbeiter gegen die Ruhrinvasion. stellen, als die find, mit denen sie in der Zeit der Balutaob das nicht richtig sei. Er betonte, daß der Zustand der Freiheit der Arbeiter in Düsseldorf jetzt nicht zu vergleichen sei mit dem, den sie vorher gehabt hätten. Die Besatzungsarmee sei niemals ein Feind der arbeitenden Bevölkerung gewesen. Darauf wurde die Sitzung für geschlossen erklärt. Die ArbeiterIm Laufe des gestrigen Tages sind uns zwei Dokumente tonjunktur zu rechnen hat. Wir wissen auch, daß die verbekanntgeworden, die geeignet sind, den Millionen von änderten Umstände nach erfolgter Stabilisierung der Währung deutschen sozialdemokratischen Arbeitern trotz aller trüben fie mit mancherlei Krisen bedrohen. Aber diese Krisen müssen Nachrichten, die über uns hereinbrechen, neue Hoffnung einmal überwunden werden, und es ist besser, sie werden jetzt Wirund Zuversicht auf den Sieg der Vernunft und des Rechts überwunden, als zu einer Zeit, wo die verhängnisvollen Bit einzuflößen. fungen der Balutatonjunktur sich in Gestalt einer nur sehr vertreter waren empört, daß sie lediglich zur Entgegennahme Es handelt sich um zwei Kundgebungen der Vertreter schwer wieder gutzumachenden Herabsetzung der Leistungseines Schriftstüd's eingeladen und hierher gekommen waren und Führer der englischen Arbeiterbewegung. fähigkeit und Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie zeiund nun Zeit und Arbeit versäumen mußten. Einstimmig er. Wir haben seit vier Jahren niemals dazu geneigt, den prakti- gen werden. Die wirtschaftlichen Antriebe, die sich aus den flärten fie, aus einem solchen Anlaß fämen sie niemals wieder schen Wert internationaler Beschlüsse zu überschäzen: wir erschwerten Konkurrenzverhältnissen ergeben werden, fönnen nach Düsseldorf. wissen, wie sehr die französische Arbeiterbewegung unter ihrerseits zu mächtigsten Anstößen zur technischen und organiGeneral Simon fügte dem oben erwähnten Befehl noch reaktionärem Siegestaumel und unter dem bolfchewistischen satorischen Verbesserung unserer Wirtschaft werden. hinzu: Die Haltung der deutschen Regierung und die des Reichs Spaltungswahnsinn gelitten hat und wie schwer und langsam 2. Auf technischem und organisatorischem haben ein Einrücken der belgischen und französischen Truppen in das Ruhrgebiet nötig gemacht, um endlich die Lieferung der sie ihre Aktionskraft wiederfindet; wir wissen ferner, welche Gebiete liegen große Möglichkeiten zur ErKohlen durchzusehen, die uns auf Grund des Versailler Bertrages tiefen, aus grausamen Kriegsleiden erklärlichen inneren höhung der Leistungsfähigkeit der deutschen zustehen. Diese Lie, erungen sollen nämlich die ungenügende Förde Hemmniffe die Entschlüsse der belgischen Sozialisten be- Produktion. An fonfreten Borschlägen, vor allem auch rung der von den deutschen Armeen zerstörten Bergwerke, bie mehr einträchtigen. Hier aber handelt es sich um die Kundgebungen aus den Kreisen der Betriebsräte, die sich mit dem Problem als 10 000 Arbeitern Brot geben, ausgleichen. einer wirklichen proletarischen macht, um die der Produktionssteigerung befaßt haben, hat es nicht gefehlt. Die Ankunft unserer Truppen hat jedoch nur ten 3wed, die Stellungnahme und die Forderungen jener großen briti Allein unter der Einwirkung der Balutakonjunktur sind diese Tätigkeit der Ingenieure zu unterstügen, welche die erforder- fchen Arbeiterpartei, die Millionen von Mitgliedern Vorschläge zum größten Teil nicht verwirklicht worden aus lichen Maßnahmen ergreifen sollen, um die den Alliierten zu zählt. Bereits in den letzten Monaten des letzten Unterhauses, den Gründen, die wir oben geschildert haben. Wie unendlich stehenden Kohlen zu bekommen. Reinesfalls sollen sie die in dem die Labour Party durch nur sechzig Abgeordnete ver- piel durch eine Berbesserung der Betriebsmethoden zugunsten wirtschaftliche Lage des Landes vermin. treten war, zwang fie der Regierung Lloyd George ihre der Vermehrung der Produktionsmenge erreicht werden kann, außenpolitschen Ansichten immer mehr auf; im neuen Unter- zeigt ein Bericht der sogenannten Verschwendungskommission, hause wird sie sich erst recht mit ihren 144 Abgeordneten die unter dem Borsiz von Hoover in den Bereinigten Staaten bei der Regierung Bonar Law Gehör verschaffen. die Betriebstechnik der Industrie untersucht. Der Bericht beMit besonderem Stolz darf die deutsche Sozialdemo- weist, daß die Verschwendung an 3eit, Kraft und Material in Düsseldorf, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Anwesen- fratie; die seit Kriegsende in engstem Bündnis mit der eng- den einzelnen Industriezweigen von 50 bis 80 Proz. durch die heit der geladenen Industrievertreter wurde durch Namenaufruf lischen Bruderpartei steht, auf die klare, energische und er- Betriebsleitungen und nur zu 9 bis 28 Proz. durch die festgestellt. Als sie nach der Befehlsausgabe sich zurückgezegen hebende Sprache hinweisen, die von ihren englischen Genossen Arbeiterschaft verursacht wird. Die Hauptquelle aller Bergenhatten und ihre Stellungnahme darauf durch einen von ihnen geführt wird. Eindringlicher und packender fönnten auch dung ist die geringe Ausnutzung der Leistungsfähigkeit, die befanntgeben wollten, wurde das unmöglich gemacht. Deutsche nicht den Protest zum Ausdruck bringen. Aber diese in erster Linie den Mängeln der Betriebsleitung, der unzweckDann folgte der Aufruf„ Messieurs les ouvriers!"( Die Herren großartigen Beweise internationaler sozialistischer Soli- mäßigen Verwaltung und Verbeilung der Materialien, der Arbeiter!) Den Arbeitervertretern hatte das Warten aber zu lange barität gelten nur der Deutschen Republik und gelten ins Betriebseinrichtungen, der Werkzeuge und Arbeitskräfte zur gedauert, und sie waren inzwischen in das Gasthaus 3ur Rose" besondere der deutschen Arbeitertlasse. Sie bekräftigen Last fällt. Zusammenfassend erklärt der Bericht, daß die Bergegangen. Die Kommunisten waren direkt von den Franzosen ge- uns daher in unserem Willen, unseren Protest rein zu antwortlichkeit für die Berschwendung im allgemeinen mit laden worden und vier Mann hoch erschienen. Die französischen Mi- halten von jeder Vermischung mit der Stimme derer, die den 50 Proz. den Betriebsleitungen, und mit weniger als 25 Proz. litärs waren sehr überrascht, als die Gewerkschaftsvertreter beim Frieden, die Demokratie und den Sozialismus national und den Arbeitern und Angestellten zugerechnet werden kann. In Aufruf nicht anwesend waren. Man schickte nach der" Rose", und international erbittert bekämpfen und verleumden. der amerikanischen Industrie, die technisch weit höher entwidelt erst nach einiger Zeit famen die Arbeitervertreter, an die dann Wir veröffentlichen diese beiden Kundgebungen auf der ist als die deutsche, egiſtieren immer noch Möglichketen zur hie obenstehenden Mitteilungen gemacht wurden. 3. Seite. Berbesserung der Betrebstechnik und der Betriebsorganisation Die Besatzungsbehörde wird also i möglichstes tun, damit das Arbeitsverhältnis und tie wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter des Ruhrgebiets nicht durch Zustände erschwert wird, für die die Verantwortung einzig und allein den Industriellen und der Regierung zusteht. N zur Steigerung Vts Leistungsgra�es. In 5er 5evtfchen Ln5u- strie, die während des Krieges und nach dem Kriege technisch und organisatorisch heruntergekommen ist, sind diese Möglichkeiten in noch weit höherem Maße vorhanden. Diese Mög- lichkeiten müssen nach erfolgter Stabilisierring der Währung voll ausgenutzt werden. 3. In diesem Zusammen ha irg aber er- scheint die Aufrechterhalt ung des Achtstun- d e n ta g e s notwendig als mächtigster Hebel in der Reihe der Maßnahmen sozialer und wirtschaftlicher Natur, die zur Ge- sundung unserer Wirtschaft nötig sind. Einmal um seiner Wir- lung auf Arbeitsfreude und Arbeitsintensität willen, dann aber vor allem, weil seine Durchführung einen mächtigen An- trieb zur Hebung der Produktion in technischer und organi- satorischer Hinsicht bedeutet. Diese Funktion des Achtstunden- tages beruht auf der Erfahrung, die in der Vergangenheit mit ihm gemacht worden ist. Gestützt auf diese Erfahrung sagte Dr. H i l f e r d i n g in feinem Gutachten zum Arbeitszeit- Problem über diese Funktion des Achtstundentages aus: „Es ist eine allgemeine Erfahrung, daß der technische und organisatorische Fortschritt um so größer und um so rascher ist, je höher der Lohn rind je kurzer die Arbeitszeit ist. Der Achtstunden- tag bewirkt also eine Steigerung des Antriebes zur Verbesserung der Technik, er bewirkt weiter die Möglichkeit einer viel besieren Ausnutzung des fixen Kapitals und dadurch eine Verringerung der General Unkosten." Daß diese Wirkung des Achtstundentages bisher in Deutschland noch nicht so aussallend in die Erscheinung ge- treten ist wie in Amerika, ist zurückzuführen auf die starken Gegenwirkungen, die auf der Valutakonjunktrir beruhend, sich dieser Auswirkung entgegengestellt haben. Die Aufrechterhaltung des Achtstundentages bedeutet Wirtschaftspolitik im höheren, gemeinwirtschafttichen Sinne treiben, ihn aufheben, die Augenblicksinteressen einer dünnen Schicht der Bevölkerung in einer vorübergehenden Konjunktur über die Interessen der Wirtschast als Ganzes stellen. Die Behauptung des Achtstundentages ist darum nicht nur eine soziale Notwendigkeit für die deutsche Arbeiterklasse, sie ist eine Lebensnotwendigkeit für die Erhaltung der deutschen Volkswirtschaft und die Voraussetzung ihrer künftigen Entwicklung. In einem Teil der kapitalistischen Presse ergeht man sich in An- dentungen darüber, daß man in England im Begriff ist, für den Bergbau den Achtstundentag wieder einzuführen. Das ist nicht richtig. In England jammern zwar die Großindustriellen genau so wie in Deutschland darüber, daß infolge der Einführung des Siebenstundentages die Arbeitsleistung erheblich zurück- gegangen fei, was zu einer unproduktiven Wirtschaft geführt habe, aber das glaubt ihnen drüben kein Mensch. So erklärte der k o n- f er tmtivc Ministerpräsident Sonor Law im Unterhaus: „Die Bergarbeiter haben gerade das geleistet, was wir von ihnen gefordert haben. Sie haben derartig gearbeitet, daß sie den gröhl- möglichen Förderungsstand erreicht haben." und der Unter- ftaatsfekretär des Bergbau amtes wurde, wie wir einen, Bericht der„Boss. Ztg." entnehmen, noch deutlicher, als er sagte:„Die Förderung in Großbritannien ist trotz der verkürzten Arbeitszeit fast auf den Vorkriegsstand gestlegen."„Damit waren", so heißt es in dem Bericht,„die Vorwürfe der Arbeitgeber endgültig abgetan. Denn mehr tonnte man von den Bergleuten nicht oer- tanzen, als eine Gesamtförderung, die trotz Verkürzung der Arbeits- zeit um ein Achtel nicht hinter den Bortriegsleiftungen zurückblicb. Eine Leistung, die erst richtig gewürdigt werden kann, wenn man in Äetracht zieht, daß die Bergwertsbesitzer infolge ihrer un- günstigen Einnahmen in den letzten beiden Jahren weniger als je für die technische Verbesserung der Gruben aufgewendet haben." Genau so verhält es sich in Deutschland. Aber würde sich auch bei uns eine bürgerliche, geschweige denn konservative Regierung finden, die das eingesteht? Sozialüemokratie unö Ruhrbesetzung. Ungerechtfertigte Angriffe. In einem großen Teile der bürgerlichen Presse werden Versuche unternommen, die Haltung, die die Sozial- d e m o k r a t i e in der Angelegenheit der Ruhrbesetzung ein- nimmt, in dem Sinne zu entstellen, als ob unsere Partei in der Abwehr des französischen Rechtsbruchs nicht genügende Entschiedenheit entwickle. Das ist entweder ein völliges Verkennen der sozialdemokratischen Gedanken- gänge oder absichtliche Irreführung zu parteipolitischen Zwecken. Gerade die Sozialdemokratische Partei war es, die feit Jahr und Tag den Kampf gegen die drohende Ruhrbefetzung führte. Ihr ist es im Mai 1921 gelungen, gemeinsam mit dem einsichtigen Teil der bürgerlichen Par- teien die Besetzung des Ruhrreoiers durch die Gesamt- entente zu verhindern. Ein Kqmpf um das Ruhrrevier gegen die Gesamtentente wäre ganz aussichtslos gewesen. Wenn dieser Kampf jetzt nur gegen Frankreich und seinen halb un- freiwilligen Vasallen Belgien zu führen ist, wenn Frankreich die Ruhrbesetzung mit der Sprengung der Entente und der eigenen Isolierung zu bezahlen hat, kurz, wenn der Kamps heute mit Ausficht auf Erfolg geführt werden kann, so ist das wesentlich ein Verdienst der Sozialdemokratie. Der gegenwärtige Kampf um das Ruhrrevier ist ein Kampf ums Recht. Die Sozialdemokratie ist sich dessen bewußt, daß es ihre Aufgabe ist, ihn mit dem größten Auf- wand von Energie zu führen und daß sie dabei in die vorderste Reihe gehört. Darum sieht sie mit Besorgnis, daß fich in diese vorderste Reihe Elemente zu drängen oer- suchen, die selbst im Nachtrab kaum zu ertragen sind, weil sie den Erfolg der Aktion gefährden. Nicht in Hurrastimmung, sondern nur mit kaltblütiger Entschlossenheit kann der Kampf geführt werden. Nicht große Redensarten, sondern nur klare Umsicht und Ueberlegtheit bei der Wahl der Mittel können das Recht, das unzweifelhaft auf Deutschlands Seite ist, zum Siege führen. Aus diesen Gesichtspunkten wird die Sozialdemokratie auch die Maßnahmen der Regierung zu prüfen haben. Wenn alles aufgeboten wird, um den Eindringlingen zu zeigen, daß sie mit ihrem militaristischen Vorgehen weder Lorbeeren noch Reichtümer ernten werden, so ist das durch- aus zu billigen. Nur dadurch kann dem noch besserer Einsicht zugänglichen Teil des französischen Volkes die Erkenntnis bei- gebracht werden, daß sich ihre Regierung in ein« ausweglose Sackgasse verrannt hat. Auch würde das übrige Ausland es nicht verstehen, wenn sich die deutsche Republik widerstandslos der unrechtmäßigen Gewalt des französischen Imperialismus beugen würde. Es besteht also Einverständnis darüber, daß Deutschland' seine Rechte nicht kampflos preisgeben darf, sondern daß es kämpfen und seine Waffen dazu aus der Nüst- kammer des Rechts und der Wirtschaft holen muß. Kritik an einzelnen Abwehrmaßnahmen, wie sie von sozialdemokratischer Seite geübt wurde, kann also nur den Zweck haben, die Methoden der Abwehr zu verbessern, nicht aber den, die Kraft des Widerstandes gegen den Rechts- und Friedensbruch Frankreichs zu schwächen. Zur Verbesse- rung der Methoden gehört aber vor allem auch die Erweckung des Vertrauens in den Massen der arbeitenden Bevölkerung, daß das Möglichste getan werden wird, um ihre furchtbar schwere Lage zu erleichtern. Nörgelnde Kritik bloß der Kritik willen oder gar die Absicht, beiseite zu stehen, wo es sich um die letzten demokratischen Rechte der Selbstbestimmung handelt, liegt der Sozialdemokratie völlig ferne. Sie ist sich der weltgeschichtlichen Bedeutung der Tage, die wir durchleben und der auf ihr lastenden Verant- wortung für die Zukunft der deutschen Republik vollauf be- wüßt. Truste Tage fir Sapern. Wir wiesen bereits wiederholt darauf hin, daß die nationalsozialistische Bewegung in Bayern ihrem Hauptführer Hitter über den Kopf zu wachsen droht und auf eine Kraftprobe hindrängt. Wir erwähnten, daß sich auch das„Berliner Tageblatt" und die„Frankfurter Zeitung" mit den Gefahren beschäftigten, denen die bayerische Regierung gegenübersteht. Die„Germania" ergänzt diese Warnun- gen. Sie sagt, es sei zwecklos, länger zu verheimlichen, daß an den vielfach aus Bayern kommenden Gerüchten über eine gefährliche Zuspitzung der innerpolitischen Situation etwas Wahres sei und bemerkt dazu: „Herr Hitler ist aus naheliegenden©rünbcn nicht ganz mit dem Herzen dabei. Er weiß natürlich, daß mit Demagogie allein die Schäden von heute nicht zu kurieren sind und zerbricht sich wohl schon den Kopf, wie er die Geister, die er rief, wieder los- werden soll. Auf der anderen Seit« aber besteht die Gefahr, daß die Unterführer Weber, Esser, Koller und all die an- deren ultra radikalen Elemente über den Kopf Hitlers hin- weg zur Aktton übergehen. Sie sehen die Gefahr, daß ihnen die von ihnen enttäuschten Massen wieder davonlaufen und setzen lieber Bayerns und Deutschlands Interessen zynisch aufs Spiel, als daß sie ihre Führerrollen für ausgespielt ansehen lassen wollen. Für den 20. d. M. ist die groß« Fahnenweihe der Nattonalisten angc- setzt. Wie bestimmt verlautet, planen zum mindesten die genannten Unterführer für diese Zeit einen großen Schlag, vielleicht sogar die Ausrichtung einer Diktatur mit Judenpogromen und ähnlichen nationalsozialisttschen Mitteln." Es braucht nicht gesagt zu werben, daß ein derartiges Unternehmen in diesem Augenblick Deutschland den schlimm- sten Gefahren aussetzen müßte. Hoffentlich gelingt es der bayerischen Regierung, das Unheil abzuwenden. Aber auch in diesem Fall bleibt die Hitlersche Bewegung für Bayern und Deutschland ein Brandherd, der mindestens ebenso gefährlich ist wie der kommunistische. Indem sie die gesunde Ar- beiterbewegung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften unterdrückt, züchtet die bayerische Regierung in den Nationalsozialisten ein Element, daß, wenn es lebensfähig sein will, in demselben radikalen Sumpf enden muß, wie die Kommunistische Partei. Nachdem man in Bayern das Feuer künstlich großgezüchtet hat, wird es schwer sein, es wieder auszutreten. O Bei den vielfach sich widersprechenden Meldungen über die Wiederaufrichtung der bayerischen Einwohnerwehr han- delt e-, sich, wie der„Soz. Parlamentsdienst" erfährt, um folgendes: Nach der Auflösung der Einwohnerwehren wurde— zweifellos mit Duldung von Regierungsstellen— eifrig Propa- ganda gemacht für eine Art Bürgerwehr, die bei kritischen Augenblicken in Aktion treten soll und deren weiß« Armbinden seit langem bei den Vertrauensleuten, die sich hauptsächlich aus V e r- waltunge- und Forstbeamten rekrutteren, lagern. An eine regelrecht« Bewaffnung dieser Bürgerwehr war emstweilen nicht gedacht worden. Es hieß m den geheimen Besprechungen ein- fach: Wenn es losgeht, kann natürlich jeder sein Gewehr oder irgend- ein« andere Waffe mitbringen. Wenn jetzt die Rede davon ist, daß Bayern die Einwohnerwehr, und doch nicht die eigentliche Einwohnerwehr, wieder einführen wolle, so handelt es sich nur um diese Bürgerwchr, deren Vertrauensleute und Gruppen überall in der Stille längst existieren und die eines Tages an die Stelle der früheren Einwohnerwehr treten wird. Was von derartigen Soldatenspielereien zu halten ist, zeigt die Hitlersche Bewegung. Sie drohen stets, dem Staat über den Kopf zu wachsen._ Der Reichsiag wird fich am Mittwoch vertagen und erst Mitte der kommenden Woche wieder zusammentreten. Beim Wieder- zusammentritt soll sofort mit der Etatsberatung begonnen werden. Redner der Sozialdemokratie sind die Genossen Otto Wels und E r i s p i e n. Diebe... Bon Emil Rath- Schönholz. fc. I. Im weiten Fabrikhofe zerstreut liegen achtlos Schrauben, Nieten, schmale Streifen Eisenblech... Tausend Füße gehen gleich- gültig darüber hin, gleichgültige Blicke streifen den Rost, der an diesen nichtigen Dingen frißt, die doch tausende von Mark kosten... Zwei Arbeiter schlürfen im Gespräch vorbei. „... ist krank. Und meine Frau kann unmöglich jeden Tag einen Liter Milch kaufen..." Er seufzt. Der andere zuckt schmale Schultern. „Weißt du, ich war gestern im Warenhaus. Die Preise! Mir rauschte das Blut in Ohren und Schläfen. Hobe Kopfweh bekommen. Ganz elend, wie zerschlagen bin ich in meine kalte Bude geklettert." Seine Stimme sinkt zum Flüstern. „Wir wissen nicht, wie leben— und andere wissen nicht, wohin mit dem Geldel" Mit kurzem Ruck des Kopfes weist er hinüber zum Fabrik- gebäud«:„Die ganze Fabrikfront wird neu aufgeputzt und gestrichen. Unzählige Eimer Farbe steigen auf, viele werden verschüttet— was tut's: Die Dividende bringt es ja wieder ein. Das Geld liegt ja auf der Straße.. Die hagere Hand wehte über die verstreuten Eisenstückchen. Der andere stammelte: „Du— das ist ein Gedanke— jeden Tag so ein kleines Stück.." Er bückt sich, steckt eine Schraubenmutter in die Tasche— da fährt ihn jemand hart an: „Mitkommen! Auch wieder einer, der sein« Stellung gern los- werden möchte, nicht wohr?" Der Arbeiter murmelt:„Es ist wirklich dos erstemal!" Gelächter:„Kennen wir. Ist immer das erstemal. Kommen Sie nur!" Der andere ballt die Faust. Hundert Augen sahen beiden nach: gleichgültig«, mitleidige, düster«, haßerfüllte.... 0, das Kapital hat Augen— nicht hundert, nicht tausend: Millionen. II. Der Alte steht am Bücherkarren. Seine kurzsichtigen Augen, seine feinneroigen Hände tasten über die Bücher dahin und wissen: Dies ist Leinen, dies gar Leder, dieses schlechter, jenes guter Druck. Und er weiß ebensogut, daß er keines dieser Bücher erstehen kann. Und ihn hungert nach geistiger Kost— Seit Jahren hat er kein Auch mehr gekaust. Geht nur von Bücherkarren zu Bücherkarren, berauscht sich an dem Gedanken: Wenn dieses Buch dein eigen wäre---- Wie schön müßte es sein, am regenkalten Tage im Beit zu liegen, hin und wieder einen Blick auf die schwach belebte Straße zu tun— und zu lesen— zu lesen... Träume zu saugen aus alten und neuen Bücherwelten, v, Zum drittenmal wägt er in aufgeregter Hand das„Chagrin- leder" vo» Balzac, hebt das Büchlein an die Nase, schnuppert den traulichen Duft ein wie ein Hund die Spur eines edlen Wildes, blättert sehnsüchtig darin. Der Buchhändler streicht gerade einige Tausendmarkschc.ine ein... Noch einmal ein scheuer Bli'ck des Alten — ein unsicheres Schwanken— und das Buch ist in der Tasche ver- schwunden. Cr atmet auf—. O, das Kapital hat Millionen Augen! „5)el Sie!" Der Händler packt ihn am Arm.„Sipo!" Sie ist schon da. Denn es gilt ja, einen kleinen Dieb zu fangen. Die großen erwischt man sowieso nicht. Der Alte schluchzt. Zieht ein geblümtes Taschentuch hervor. Seine Stimme versagt ganz. Neugierige sammeln sich an. Bruchstücke eines Gespräches wehen vorüber:..... das woll'n die janz Feinen find...." III. Der Schlanke schaut unschlüssig in sein Glas. Wie schön der Niersteiner leuchtet. Und rings die schweren Eichenmöbel— wunderbar. Ja ja, der dicke Wilbrandt hatte es weit gebracht.... Der Dicke läßt nicht locker:„Doktor, verkaufen Sie. Di« Trans- aktion kann schon End« nächster Woche erfolgen. Das gibt einen Krach, stlge ich Ihnen! Meine letzten zwanzig Aktien habe ich gestern abgestoßen. Und immer noch mit Gewinn!" „Sehen Sie," antwortet der Schlanke bedächtig.„Ich habe vor einer solchen Handlungsweise etwas Abscheu. Gewiß, ich würde durch die Transaktion etwa 300()()l> verlieren. Für mich ist dos nicht viel. Aber die vielen Kleinen, wissen Sie..." „Pah, die Kleinen! Besser gehen hundert Kleine drauf als ein Großerl" Der Doktor überlegt. 300 000! Ein kleines Vermögen! Dann wieder huschen Visionen an ihm vorbei: Vergrämte Gesichter, ver- zweifelte Menschen, die vor dem Abgrund stehen, Selbstmörder...." Cr trinkt hastig den Rest des Niersteiners. Der Dicke drängt. „Bedenken Sie, 300 000!" Er spricht die Zahl langsam aus, betont jede Silbe. Der Doktor atmet schwer auf.„In Teufels Namen: Ich oer- kaufe!" „Na also! Zehn für Hundert Provision, wie vereinbart!" Der andere nickt nur. Scheu schaut er sich um. Ihm war, als hätte aus einer Zimmerecke jemand laut und vornehmlich gerufen: „Diebe!"__ Eine soziale Spende Gerhart Hauptmanns. Aus Dresden wird gemeldet: Gerhart Hauptmann teilte dem Ministerprä» sidenten Buck mit, daß er von einer Millionenspende, die seine Freund« in der Tschechoslowakei für ihn gesammelt hätten, einen wesentlichen Teil zur Unterstützung notleidender Kin- der in den sächsischen Grenzgebieten zur Bersüzung zu stellen gedenke. Er bat, daß ihm und seinen Vertrauensmännern bei der Verteilung die Miihilfe der sächsischen Regierung zuteil werden möchte. Der Ministerpräsident hat unter dem Ausdruck herzlichen Dankes diese Mithtts« zugesagt.___ � �_,__ Ein sellsamer heiliger. Heute vor hundert Iahren schied in Wien ein deutscher Dichter aus dem Leben, der seinerzeit viel ge- nannt wurde, jetzt aber sehr in Bergessenheit geraten ist,— Z a ch a- rias Werner. Geboren am 19. November 1768 in Königsberg in Pmißen als Sohn eines früh verstorbenen Professors und einer Frau, die der religiösen Schwärmerei oerfiel und im Wahn sich für die Jungfrau Maria, ihren Sohn für Christus hielt, studierte er Iura und bekleidete in verschiedenen Orten Stellen, widmete sich da- bei zeitig der Dichtung, namentlich auf dramattschem Gebiete. Es war damals die Zeit der R o ma n t i k, wo sich neben dem Kultus des Wunderboren und Mystischen eine bis zur Frivolität gehende Sinnlichkeit geltend machte. Solche Züge finden sich bei Werner in hohem Grade. Dem Mtsstisch-Verworrenen hing er mit Vorliebe nach, führte dabei einen höchst lasziven Wandel, war auch nicht weniger als dreimal mit schlechten Frauenzimmern verheiratet, um sich regelmäßig wieder von ihnen scheiden zu lassen. Nachdem er mit seinen„Söhnen des Tals" einigen Erfolg gehabt, dann aber manche Fehlschläge erlebt hatte, gelang es ihm 180S in Berlin ein« gut« Stelle bei dem Minister Schrötter zu erhalten. Hier, wo der geseicrte Iffland die Bühne beherrschte, versaßt« er das Drama„M artin Luther oder Die Weihe der Kraft" und brachte es Mit Erfolg auf die Bretter. Gleich seinen meisten Schöpfungen ist das Werk reich an theatralischen Effekten, bringt viel Allegorien und Symbolik, auch viel tönenden Wortschwall und namentlich auch viA psychologische Unwahrschcinlichkeit. Luther, den Iffland selbst spielte, tritt nicht so sehr als der starke, feurige Glaubensheld, sondern weit eher als ein visionärer Heiliger auf, und ähnlich wirkt sein« Gemahlin Katharina. In der traurigen Zeit der Franzoscnbcrrschaft und nach einem persönlichen Konflikt mit Iffland verließ Werner Berlin und führte ein unstätes Wanden leben, liefert« noch viel für die Bühne und erfreute sich in Weimar der Gunst des Herzogs und Goethes. Hauptfächlich auf des letzteren Anregung schrieb er die einaktige Tragödie„Der 2 4. Februar", welche den Anstoß zur Sckzicksalsdichtung in Deutschland gab. Den im Titel genannten Tag wählte er, weil er am 24. Februar 1804 gleichzeitig seine Mutter und einen Freund durch den Tod verloren hatte. Das Drama faßt übrigens die Idee des unerbittlich wallen-- den Schicksals keineswegs'in dem düster-erhabenen Sinne der Alte», sondern vielmehr in kleinlich-bösortiger Weise auf. Bezeichnend für Werner ist, daß er nicht nur zur katholischen Kirche übertrat, sondern auch die Priesterweihe empfing und als Prediger wirkte, ohne in- dessen seinen Wandel zu bessern. Aus seinen mit geradezu zynischer Offenheit geführten Tagebuchblättern erhellt, daß es ihm nicht darauf ankam, an demselben Tage den G o t t t« s d i c n st abzuhalten und der Fleischeslust in wüstester Weise zu fröhnen. In Wien, wo er seit 1819 im Hause des Fürst- bischoss lebte, hatte er bis zu seinem Tode mit seinen Kanzelreden gewaltigen Zulauf. Seine Dramen werden heute kaum noch gespielt. Immerhin sehen wir in ihm eine charakteristische Gestalt aus der Zeit des Niederganges der deutschen Poesie beim Ablauf der großen Klassikerperiode.__ M. Sch. Tie Kapelle der TtaatSopcr ha! unicr Leitung de» Inteudaliten TchillingS in uici Konzert:» BcclhoueiiS neun Sinsonieu für die Mitglieder der Volksbühne im Theater am LülowplaK zur Aussührunz gebracht. Der Parthenon zeigt i» seiner 3. Abstellung stir graphische Kunst lMewekestr. 1) Werke von Erich Thum.«? Neue Verfehlungen. Paris, 16. Januar.( Havas.) Die Reparationskommiffion hat eine Verschlung Deutschlands bei den Kohlen-, Holz- und Biehlieferungen mit drei gegen eine Enthaltung, diejenige des britischen Delegierten, der den unpäßlichen Sir John Bradbury vertrat, festgestellt. Gegen die Ruhrinvasion. Manifest des Vereinigten Nationalrats. WIB. meldet: Die Reparationstommiffion hat heute der KriegsAm Sonntag sind die Spikenorganisationen der britischen laftentommission mitgeteilt, daß fie auf Grund der Einstellung der Arbeiterbewegung zu einer Sigung zusammengetreten und Kohlen- und Viehlieferungen mit drei Stimmen gegen eine Stimm- haben folgendes Manifest erlassen, über das wir in enthaltung, die des englischen Delegierten, eine Berfehlung unserer Dienstag- Morgenausgabe auf Grund eines fehr un festgestellt und die alliierten Regierungen gemäß§ 17, Anlage 2, zureichenden Auszuges einer Telegraphenagentur bereits beTeil 3 des Bersailler Vertrags in Kenntnis gesetzt habe. In dem richteten, dessen Wichtigkeit jedoch eine unverkürzte Wieder offiziellen Communiqué wird erklärt, daß die Anhörung gabe erfordert: deutscher Delegierter nicht mehr erforderlich erschienen sei, da vorjähliche Berfehlung offensichtlich wäre. Die Sigung der Reparationskommission. Paris, 16. Januar.( WTB.) Der Beschluß der Reparationsfommission, der in der heutigen Sitzung, wie bereits gemeldet, gefaßt wurde, ist in folgendem Protokoll niedergelegt worden: Die Kommission ist heute um 11 Uhr unter dem Vorsitz von Barthou zusammengetreten und hat mit drei Stimmen unter Stimmenthaltung des englischen Delegierten folgenden Beschluß gefaßt: 1. Seit dem 12. Januar sind teine Rohlenlieferungen bewirkt worden. 3. Die deutsche Lieferungskommission hat die zuständigen franzefischen und belgischen Stellen offiziell davon in Kenntnis gesetzt, daß sämtliche Lieferungen sowohl zu Reparations wie zu Restitutionszwecken eingestellt würden, daß die zur Abfahrt bereiten Züge nicht abgelassen würden, und daß tatsächlich seit dem 12. Januar zwei Züge mit Vieh und Pferden von den deutschen Behörden auf der Fahrt aufgehalten worden sind. Der Bereinigte Nationalrat des Allgemeinen Gewert fchaftsbundes, des Erefutivkomitees der Arbeiterpartei und der Parlamentarischen Arbeiterfraftion lehnen in der formeuften Weise jede Handlung ab, die als eine direkte oder in direkte Zustimmung zu der Politik aufgefaßt werden könnte, die jetzt von der französischen Regierung Deutschland gegenüber getrieben wird. Sie betrachten diese Bolifif als die Invasion eines Nachbarstaates in Friedenszeiten, die jeder Berechtigung entbehrt, gleichviel, ob fie unter dem Gesichtspuntte des Bersailler Vertrages oder irgendeines sonstigen Grundsages des internationalen Rechts betrachtet wird. Sie erblicken in folgebeffen darin eine riegshandlung. lich sowohl im Rheinlande wie auch an der Ruhr den Umriß des geheimen Planes, der nach Cosreißung diefes ferndeutschen Territoriums vom deutschen Baterland hinzielt. Ebenso wie wir gegen den Imperialismus der englischen regierenden Klasse Front machen, wenn er einen Krieg anzettelt, um Petroleum und Territorium im Orient zu erwerben, so durchschauen wir flar die Gründe, die den französischen Kapitalismus dazu treiben, die Kontrolle der deutschen Kohlenproduktion zu erlangen, um damit die Ziele des französischen Nationalismus zu fördern. Seit dem Waffenstillstand hat die Politik der Sieger die deutsche Republik unterminiert, die Kräfte der Reaktion und des Militarismus gestärkt und die ärbeiter Zentraleuropas in eine Armut geftürzt, die die ganze kultur gefährdet. Auch wir Engländer sind nicht von diesen Röten freigeblieben, denn der Ruin Europas ist die Erklärung für die Arbeitslosigkeit, unter der wir leiden. Indem wir Euch unsere Grüße und Anteilnahme senden, geben wir Euch die Bersicherung, daß wir, ebenso wie bisher, auch weiter unablässig wirfen werden für die Revision des Friedens, mit dem der Imperialismus der Sieger unser Land und Euer Land bestraft hat. 2. Der Reichskohlenkommissar hat durch ein Schreiben an die zuständigen französischen und belgischen Stellen offiziell befannt- Diese Invasion stellt einen Angriff auf das Selbstbe Wir begrüßen es, daß unsere deutschen und französischen gegeben, daß die Reparationslieferungen sofort einstimmungsrecht des deutschen Boltes dar, ebenso wie Genossen sich über eine gemeinsame Politit der Wiedergeftellt werden. einen Angriff auf die Rechte der Arbeiterklasse, die wie bloße gutmachung der Schäden in Nordfrankreich und Schachbrettfiguren oder wie 23 are behandelt wird. Belgien verständigt haben. Was unser eigenes Land anbelangt, so Diese Invasion bedroht ganz Europa nicht nur mit weiterer fordern wir weder Reparationen noch Entschädi. wirtschaftlicher Zerrüttung, sondern auch mit weit verbreiteter An- gungen, denn wir sind der Ansicht, daß Entschädigungen ebenso archie und mit Wiederaufleben des tatsächlichen Kriegszustandes. bezahlen. Unseren französischen Genoffen möchten wir sagen, daß vernichtend find für diejenigen, die sie erhalten, wie für die, die fie Diese Politik geht darauf hinaus, Deutschland zu vermir auf die Streichung der franzöfifchen Schuld an England ebenso früppeln, seinen Kredit zu zerstören, und vermindert automatisch gedrungen haben, wie auf den Berzicht Englands auf seinen dessen Fähigkeit, Reparationszahlungen zu leisten. Reparationsanteil, da wir meinen, daß auf diesem Wege sichere Diese Politik muß auch dazu führen, die entsetzlichsten Folgen Aussichten bestünden, dem Militarismus ein Ende zu machen, der für die Arbeiterklasse Großbritanniens zu haben, wo die Arbeits- die ganze Zukunft Europas verdunkelt. losigkeit und die damit zusammenhängenden Nöte, welche in breitem Maße aus dem Zusammenbruch der Kauftraft Deutschlands entstanden sind, nunmehr eine Steigerung erfahren werden. Dieser Zustand der Dinge ist die vorfäglich und bewußt herbeigeführte Folge einer vom 12. Januar von der deutschen Regierung den Regierungen von Frankreich und Belgien gemachten Notifikation, deren Wortlaut von der deutschen Regierung der Reparationsfommiffion mitgeteilt worden ist. In Anbetracht der aufgeführten Umstände beschließt die Reparations- Der Rat begrüßt die fräftige Opposition, die die franzö fommission, daß bei den an Frankreich und Belgien zu machenden fischen und belgischen Sozialisten und Gewerkschaftler dieser Lieferungen seit dem 13. Jaruar zwei Berfehlungen Ueberfallspolitif entgegengesetzt haben. Deutschlands im Sinne des Paragraphen 17 des Anhangs 2 Er fordert von der englischen Regierung: zu Abschnitt 8 des Vertrages von Versailles vorliegen hinsichtlich der Kohlen und Biehlieferungen zu Reparations- bzw. Restitutions- a) daß fie jede Art von Maßnahmen der Unter- fahrung wissen, fogar die deutschen Arbeiter langfam zweden. Entsprechend dem Paragraphen 17 des obenerwähnten Anhangs 2 find diese Berfehlungen sofort den Regierungen von England, Frankreich, Italien und Belgien zur Kenntnis gebracht worden. Ueber den Berlauf der Sigung der Reparationskommiffion berichtet Havas, es feien sämtliche Delegierte zugegen gewesen mit Ausnahme von Bradbury, der unpäßlich sei und sich habe entschuldigen lassen. An seiner Stelle habe der zweite englische Delegierte Rembal Coof der Sigung beigewohnt, ebenso auch der ameritanische Beobachter Boyden. Notmaßnahmen im Ruhrrevier. Zulagen für die Staatsbediensteten. Der Einmarich der Franzosen und Belgier in das Ruhrrebier verschärft die wirtschaftliche Lage und damit die Lebenshaltung in den betroffenen Ortschaften in der empfindlichsten Weise. Die Regierungen des Reichs und von Preußen haben daher ihren Be= amten, Angestellten und Arbeitern zur Linderung der geschaffenen Not eine Zulage zu ihren Bezügen, Vergütungen und Löhnen bewilligt, deren Auszahlung alsbald erfolgt. Holzwucher und Pressenot. Der Reichstag hat am gestrigen Dienstag eine Abänderung des Preffen otgefeges verabschiedet und dabei beschlossen, daß von den Holzverkäufen 2 Proz. an den Rückerstattungsfonds für die Zeitungen abgegeben werden müssen; bisher ½ Proz., die Regierung hatte 1½ Broz. vorgeschlogen, der Reichsrat nur 1 Proz. beschlossen. Besonders eindringlich schilderte unser Genoffe Richard Fischer die Notlage der Presse: Wenn sich die Dinge so weiter entwickelten, würden sehr bald nur noch Mammuth- Kapitalisten Zeitungen herausgeben können, und die ganze öffentliche Meinung Deutschlands dann von ein paar sehr reichen Leuten fontrolliert werden. Die Hauptursache der Pressenot seien die enormen Holzpreise. Die„ Borwärts"-Druckerei brauche ieht monatlich für 25 Waggons Papier etwa 140 millionen Mart. Besonders notleidend sei auch die Presse im besetzten Gebiet, die, wenn nicht dem Holzwucher gesteuert werde, allmählich von den deutschlandfeindlichen, mit Valuta finanzierten Zeitungen zurück. gedrängt werden müßte. Unsere Partei beantragte, daß zur Berforgung der Tagespreise für die Zeit vom 1. April 1923 monatlich 90 000 Raummeter Papierholz aus den Staatswaldungen und aus hen Privatwaldungen zu bedeutend ermäßigtem Preise zur Berfügung gestellt werden foll. Einen derartigen Antrag hat unser Genosse Robert Schmidt als Reichswirtschaftsminister schon vor zwei Jahren ausgearbeitet; jedoch hat diesen Plan der Reichsrat zunichte gemacht. Die deutsche Presse wäre nicht in der furchtbaren Bedrängnis, menn schon vor zwei Jahren dieser sozialistischen Anregung gegen den Holzwucher stattgegeben worden wäre. Aber auch jetzt noch sträuben sich die bürgerlichen Parteien, das einzige zu tun, was zur Rettung der Bresse geschehen muß. Aus Furcht, daß auf irgendeinem Gebiete wieder die 3 wangs wirt fchaft eingeführt werden könne, erheben fie Bedenken über Bedenken gegen den sozialdemokratischen Antrag auf eine Holzumlage zu verbilligtem Preise. Sowohl der demokratische Redner, wie der der Deutschen Volkspartei und der der Deutschnationalen versuchten zu bestreiten, daß Holzwucher bestehe und erklärten, der Antrag der Sozialdemokraten müsse erst einmal im Ausschuß sehr eingehend geprüft werden. Unser Antrag wurde also dem Bolkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Mehrere fleinere Gefeßzentwürfe wurden verabschiedet, so eine Aenderung des Weingesetzes und über die Erklärung der allgemeinen Berbindlichkeit von Torifverträgen. ftü hung oder der Mitwirkung mit den franzöfifchen Truppen in der gegenwärtigen Affion unterlasse, wie z. B. die Erlaubnis an franzöfifche Truppen, ein Gebiet zu paffieren, das von Engländers befeht ist, oder die Erlaubnis, dieses Gebiet für irgendeine militärische Operation zu benutzen; b) daß sie durch eine eindeutige Erklärung von jeder Helfershelferschaft mit der gegenwärtigen Politik der französischen Politit a brüde; c) daß fie es a blehne, in irgendeiner Form aus der Aftion der französischen Regierung Лuhen zu ziehen, fei cs durch einen Anteil an Barzahlungen, Kohle oder Waren, die als das Ergebnis diefer Aftion erhalten werden könnten; Aber wir glauben, daß fein Fortschritt irgendwelcher Art nach der Richtung einer vernünftigen finanziellen Regelung erzielt werden kann, folange die Befehung des Rheinlandes fortdauert. Diese Besetzung hat mehr als irgend etwas anderes die einst bewundernden und herzlichen Gefühle des belgischen Boltes gegenüber Frankreich vergiftet. Sie treibt, wie viele von uns aus eigener in Deutschland gesammelter Er3um Revanchegedanken. Es gibt feine Sicherheit in einer natürlichen Grenze", die sowohl das Selbstgefühl eines großen Bolles herausfordert, wie auch von Frankreich sogar jene Nachbarn ab stößt, die glücklich wären, mit ihm in Freundschaft zu leben. Klasse, einschließlich der unserigen, der sozialistischen Kritik standDa wir wissen, wie wenig die Politit einer je den herrschenden Klasse, einschließlich der unserigen, der sozialistischen Kritit standhält, möchten wir uns jedes Wortes enthalten, das geeignet wäre, unseren französischen Genossen Unannehmlichkeiten zu bereiten. Die Note ihrer verwüsteten Gebiete haben tiefe Anteilnahme bei uns erwedt und wir sind bereit, die weitherzigsten Vereinbarungen finanzieller Art zu vertreten, 11 wenn dieser Albdruck der Besetzung beseitigt werden könnte, ehe er einen Krieg verursacht, der unsere Kultur vernichten wird. d) daß sie alle möglichen Maßnahmen ergreife, um die Zurückziehung jämtlicher Offupationsarmeen zu sichern; e) daß sie die Regierung der Bereinigten Staaten in deren Bestreben unterstühe, den gegenwärtigen konfliff dringenden Appell, von ihren Regierungen die Einberufung Wir richten an die sozialistischen Arbeiter aller Länder den einer unparteiischen Körperschaft zu unterbreiten; einer allumfassenden Weltkonferenz zu verlangen, f) und daß sie einen formellen Borschlag mache, dahingehend, daß das gesamte Reparationsproblem einschließlich der gegenwärtigen Aktion der franzöfifchen Regierung dem Bölferbund überwiesen werde. Ein Schreiben der JLP. Am gestrigen Nachmittag traf folgendes Schreiben des Nationalrats der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands( JLP.) bei uns ein: An die Mitglieder der sozialistischen Arbeiterparteien Frankreichs, Belgiens und Deutschlands. Genossen! Im Augenblick der Besetzung des Kohlenreviers an der Ruhr durch die Armeen von zwei alliierten Ländern hegen wir den Wunsch, uns an Euch zu wenden, um unsere Solidarität in dieser gefahrvollen Stunde zum Ausdruck zu bringen. Das Verhältnis unserer Partei und Eurer Bartei zu ihren jeweiligen öffentlichen Meinungen ist in dieser Frage sehr verschieden. artig. Was uns anbelangt, fo gehört weber eine besondere Kraft anstrengung noch ein besonderer Mut dazu, unsere Oppofition gegen die verhängnisvolle Gewalttat zu verkünden, die vollbracht worden ist: denn in unserem Lande gibt es in dieser Frage tatsächlich nur eine Meinung. Um so mehr wünschen wir, unsere französischen und belgischen Genossen zu dem hervorragenden Mute zu beglückwünschen, den sie gezeigt haben, als sie ihre Verurteilung zum Ausdruck brachten. As die Versailler Friedensbedingungen entworfen wurden, waren wir hier zu Lande die einzigen, die sie verurteilten; aber wir konnten feitbem erleben, wie die Mehrheit unserer Bollsgenossen sich zu unserem Standpunkte befehrte. Möget 3hr recht bald die gleiche Erfahrung machen! An unsere deutschen Genossen möchten wir eine Botschaft fieffter Sympathie in der grausamen Prüfung richten, die sie jetzt erdulden. Wir begreifen vollkommen, daß die Besetzung der Ruhr einen Schlag bedeutet nicht allein für die Arbeiter dieses Gebietes, die die Sklaven eines fremden Eintreibers geworden sind, sondern auch für das gesamte wirtschaftliche Leben Deutschlands. die mit diesem internationalen Berbrechen Schluß macht. Die Absicht dieses in einer für ganz Europa so gefahrvollen Etunde gerichteten Briefes ist, diejenigen, die unter dem neuen Uebel leiden, und diejenigen, die bereits vergeblich vorher dagegen angefämpft hatten, zu vereinigen im Sinne unserer Solidarität als Arbeiter und als Sozialisten. Wir bleiben, Genossen, im Namen der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands mit den brüderlichen Grüßen Der Nationalrat der 321. Der Nationalrat der JLP. besteht aus den Genossen R. C. Wallhead, J. Ramsay Macdonald, F. W. Jowett, David Kirkwood, Neil Maclean, E. Shinwell, Ben Riley, Morgan Jones, sämtlich Mitglieder der Arbeiterfraktion des englischen Unterhauses, ferner aus den Genossen Clifford Allen, Jack Lees, C. J. Simmons, P. F. Pollard, E. E. Hunter, Walter Ayles, J. H. Hudson. Etma 60 Mitglieder der JLP. gehören der 144 Mann starken Arbeiterfraktion des neuen Unterhauses an. # Essen, 16. Januar.( Jrff. 3tg.) Der Borsigende des Alten Bergarbeiterverbandes ist gestern nach Amsterdam abgereist zur Teilnahme an einer Sigung der Exekutive des Internationalen Gewertschaftsbundes, bei der über Protestmaßnahmen gegen die BeDer zweite Vorfehung des Ruhrgebietes beraten werden soll. sitzende des Bergarbeiterverbandes ist zu wichtigen Besprechungen nach Berlin abgereist. Schwedischer Arbeiterprotest. Gotenburg, 16. Januar.( TB.) Die Gofenburger Arbeiterschaft veranstaltete gestern abend eine Proteffversammlung gegen die französische Besatzungspolifit. In einer Entschließung murde Protest gegen die französischen Gewaltmaßnahmen erhoben. Es sei besser, daß alle Nationen Deutschland zahlen helfen, als daß das deutsche Bolt ruinierat wird und bei seinem Sturz die ganze Welt mitreißt. Die Entschließung soll dem Ministerpräsi Der Militarismus der Sieger enthüllt nur allzu deut- denten Branting überreicht werden. Lohnkampf in der Berliner Metallindufirie. für die erste Hälfte des Monats Januar lehnten die Unternehmer mit der Begründung ab, daß die durch Schiedsspruch zugestandene 15proz. Zulage ein voller Ausgleich für die in dieser Zeit eingetretene Leuerung sei. Der Redner ging eingehend auf die Stim. mung der Kollegen ein und ermahnte zur größten Besonnenheit und warnte vor jeder übertriebenen Maßnahme. Ablehnung des Angebots der Unternehmer. Gestern fand eine von über 4000 Funktionären besuchte Bersammlung in der Brauerei Friedrichshain statt, in der der Bevollmächtigte Il rich über die letzten Verhandlungen mit den Bertretern des Verbandes Berliner Metallindustrieller berichtete. Der Redner In der folgenden Diskussion, die einen recht stürmischen Cha schilderte eingehend die Borbesprechungen, die mit den Bertretern des rafter annahm, beteiligten sich 13 Funktionäre, die alle für AbArbeitsministeriums gepflogen wurden und zu einer gegenseitigen leh n ung des Angebotes der Unternehmer eintraten und sofortige Aussprache zwischen den Vertretern des B. d. M. J. und des D. M. B. Arbeitseinstellung verlangten. Man könne von den Arbeitern nicht führten. Die Arbeitgeber waren bereit, ab 15. Januar mei verlangen, bei einer so ungeheuren Preissteigerung sich mit einer Im Schlußwort ging tere 3ugeständnisse zu machen, verlangen aber, daß die solch geringen Zulage zufrieden zu geben. Leistungszuschläge erhöht werden. Diese sollen betragen: in Ulrich auf die Ausführungen der Diskussionsredner ein und erder Klasse 1 dreimal 5 M., in Klasse 2 dreimal 4 M., in Klasse 3 mahnte nochmals eindringlichst, sich nicht zu unvorsichtigen und vorFreimal 3 M., in Klasse 4 dreimal 2 m. und in Klasse 5 dreimal elligen Maßnahmen verleiten zu lassen. Das Angebot der Unter. 1 m. Das würde einen Höchstlohn ergeben in den Klassen 1 bis 5 nehmer wurde gegen eine Stimme abgelehnt. Es Die Gefängnisstrafe der Gräfin Schlieffen. Bir wiesen vor Turzem darauf hin, daß die Gräfin Schlieffen, die am 20. Januar vorigen Jahres vom Schwurgericht Görlig wegen Aufforderung zum Mord zu der auffallend geringen Strafe von 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sich noch immer in Freiheit befindet, da der Gerichtsarzt Haftunfäbiafeit wegen schwerer Spiterie" feststellte. Wie mitgeteilt wird, bat Frau Schlieffen nunmehr ihre Strafe in einem Breslauer Gefängnis angetreten. Sollte sich ihr Zustand infolge des öffentlichen Hinweises so plötzlich ge- pon 455 M., 441 m., 427 m., 413 M. und 400 M. Die Akkordbasis| wurde ein Antrag angenommen, der dem Metallkartell und den Mitbeffert haben oder haben sich daraufhin die verantwortlichen foll 430 M. betragen. Außerdem wollte man die Frauenzulage auf gliebern der engeren Ortsverwaltung Bollmacht nach jeder Stellen eines anderen besonnen? 12 M. und die Kinderzulage auf 24 M. erhöhen. Zugeständnisse Richtung hin erteilt. Gewerkschaftsbewegung Kommunistische Verdächtigung. Mit der Ueberschrift:„ Die VSPD.- Gewerkschafter für verfchlechterte Arbeitsbedingungen" brachte die Rote Fahne" am 11. Januar einen Angriff gegen die Genossen Heilmann und aß. Sie feien in der Tariffommission für verschlechterte Arbeitsbedingungen der städtischen Arbeiter eingetreten. Genosse Haß schreibt uns hierzu: Das Gegenteil der Behauptungen des Blattes ist richtig. Die Kommunisten haben es allerdings in den Deputationen und Ausschüssen leicht. Entweder find sie nicht anwesend oder sie beteiligen sich nicht an der schwierigen Arbeit, die Interessen der städtischen Arbeiter mit den allgemeinen Interessen der Bevölkerung in Einklang zu bringen. hat also an sieben Tagen in der Woche weit über eine Million Mart nehmer, die versprochen hatten, bei einer minimalen LohnaufUmfah. Daß für Bedienung noch ertra 10 Broz. aufgeschlagen wer- befferung, teine Entlassungen vorzunehmen, es nun aber doch tun. den, nur nebenbei. In diesem Geschäft sind drei Küchenmädchen Da schon die Hälfte des Monats Januar verstrichen ist, empfahlen und drei Verkäuferinnen beschäftigt, die als Gesamtentlohnung pro die Redner die Annahme der 72 Proz. und sprachen die Hoffnung Woche 48 762 M., also noch nicht einmal 5 Broz. des Umsatzes er- aus, daß bei den nächsten Lohnverhandlungen die Arbeitgeber ein halten. Welcher andere Beruf kann mit solch niedrigen Lohnfonten befferes Entgegenkommen zeigen werden. Eine schwache Mehrheit rechnen? Dabei reden die Konditoreibefizer von ihrer Notlage, nahm darauf den Spruch an. Der neue Tarifvertrag ist ab während eine Notlage ihrer Arbeitnehmer ihnen unbekannt zu sein Donnerstag im Bureau, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Aufscheint und sie nicht rührt. gang C, zu haben. Wollen die Herren Konditoreibesitzer die Dinge durchaus auf die Spike treiben, dann kommt es zum Kampf. Auf wessen Seite dann die Sympathie der Deffentlichkeit ist, wird sich dann zeigen. Lehrlingsentschädigung. Die Löhne der städtischen Arbeiter. Bom Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter wird uns mitgeteilt, daß die Regelung der Januarlöhne, nachdem der Stadtverordnetenausschuß und auch die Funktionärversammlung Zu diesem in Kleinbetrieben recht wunden Punkt erhalten wir dem Verhandlungsergebnis zugestimmt haben, erneut auf folgende Mitteilung, die wir unter Vorbehalt wiedergeben, da sie große Schwierigkeiten stößt. Die Arbeiterschaft hat dem uns ziemlich ungewöhnlich erscheint:„ Die Firma Karl Weinert, völlig ungenügenden Verhandlungsergebnis nur unter dem GesichtsBogenlampenfabrit, Berlin SD. 33, Mustauer Str. 24, zahlt punkt zugestimmt, daß die Auszahlung der Beträge den Lehrlingen im 1. Lehrjahr einen Stundenlohn von schnellstens erfolgen soll. Soeben erhalten wir Kenntnis, daß einer Papiermart. So fam es, daß ein Lehrling für die der Herr Oberbürgermeister den Erlaß der Verfügung über die Aus2o che vom 1. Januar 1923 bis 6. Januar 1923 für 35% Stunden zahlung der Löhne von einer erneuten Verhandlung der Ange35,75 Mart erhielt, wovon ihm 30 M. Krantentassenbeitrag legenheit in der morgigen Magistratssitzung abhängig macht. Es beund 5 m. für Invaliditätsversicherung abgezogen wurden, so daß deutet dies eine erhebliche Berschleppung der Auszahlung, der Lehrling noch 75 Pfennige ausbezahlt bekam." wobei zu berücksichtigen ist, daß in den Elektrizitätsmerten bereits 5000 M. zur Auszahlung gelangt sind und daß die Gas- und Wasserwerte Anweisungen erlassen haben, Auszahlungen im Betrage von 6000 bzw. 7000 m. erfolgen zu lassen. Die Inhibierung der Auszahlungen dürfte zu Komplikationen führen, deren Umfang im Augenblick noch nicht zu übersehen ist. In der Tariffommission, einer Körperschaft, die sich aus Magistrats- und Stadtverordnetenmitgliedern zusammensetzt, stand am 10. Januar der Vorschlag des Magistrats zur Debatte, den städtischen Arbeitern für die fürzere Arbeitszeit gegenüber den Reichsarbeitern bei der neuen Lohnaufbefferung 3,3 Pro 3. abzuziehen. Der Unterzeichnete wandte sich als erster Redner gegen den Abbau der ideellen Bestimmungen des Manteltarifes unter Hinweis auf seine Gültigkeit bis April 1924. Da die nicht ständigen Angestellten aber seit Monaten für die sozialen Der Einsender meint, es sei eine Schande, daß solche LehrlingsBorteile ihres Manteltarifes gegenüber den Angestellten des Reiches entschädigung gezahlt wird. Wir möchten zunächst der Firma Gefich mit einem fünfprozentigen Abzug einverlegenheit geben, sich hierüber zu äußern, bevor wir diesen Fall best an den erklärt haben, verlangten die bürgerlichen Vertreter nun urteilen. ein gleiches von den städtischen Arbeitern. Wir wandten uns gegen ein solches Diftat und verlangten zuvor Verhandlungen mit den Vertragsorganisationen. Solche Verhandlungen zu schaffen, war um so notwendiger, als die bürgerlichen Vertreter nicht nur den fünfprozentigen Abzug verlangten, sondern ohne Abzug die Lohnperbefferung nicht bewilligen wollten. Demgegenüber wollten wir die Möglichkeit der Berhandlung schaffen und den beteiligten Arbeiterorganisationen die Entscheidung überlassen. Wir stimmten deshalb aus taktischen Rücksichten dafür, daß über den Borschlag des Magistrats zuvor mit den Arbeiterorganisationen verhandelt wird. Damit erfolgte durchaus feine Entscheidung für eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, die wir im Gegenteil bekämpft hatten." Lohnbewegung der Transportarbeiter im Großhandel. Die Berhandlungen mit dem Groß- Berliner Arbeitgeberverband tes Großhandels über die Regelung der Löhne der Handelshilfearbeiter für den Monat Januar haben für neun Branchen zu einem Abkommen geführt. Des ungünstigen Geschäftsganges wegen und bei dem starren Verhalten der Arbeitgeber fonnten bedauerlicherweise nur recht ungünstige, den Teuerungsverhältnissen teineswegs entsprechende Lohnfäße vereinbart werden. Die Lohnabkommen für folgende Branchen: Chemikalien, Dele und Fette, Glas und Keramit, Altmetall, Eisenfurzwaren, Tertilgroßhandel, Lederwirt schaft, Samenhandel und Rolonialwaren tönnen beim Deutschen Verfehrsbund, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, 2 Treppen, Zimmer 31, unter Borzeigung des Mitgliedausweises bis abents 7 Uhr abgeholt werden. Für den Dunggroßhandel ist es zu feiner Berständigung gekommen, das Angebot der Arbeitgeber ist derartig niedrig, daß es hier, falls die Arbeitgeber fein größeres Entgegenkommen zeigen, zur Arbeitseinstellung tommen kann. Die Arbeiterschaft des Fouragegroßhandels befindet sich noch im Streit. 30 Firmen haben die Forderungen der Arbeiterschaft unterschriftlich anerkannt, auch die übrigen Firmen werden bei der Geschlossenheit der Arbeiterschaft zum Nachgeben gezwungen werden, besonders dann, wenn die Transportarbeiter ihren streitenden Kollegen nach wie vor die nötige Solidarität befunden. Achtung, Ofenjeher! Der Lohn für Ofenseher beträgt pro Stunde 575 M., die Leuerungszulage bei Affordarbeiten 57 400 Broz. Die Löhne der Hilfsarbeiter betragen 25 Proz., 33% Proz., 45 Broz. und 55 Proz. des Lohnes der Ofenfcher. Die Vereinbarung gilt ab 16. Januar bis einschließlich 20. Januar. Für die Tage vom 21. Januar bis 31. Januar erfolgen weitere Berhandlungen. Die Verbandsleitung. Schon jetzt fann gefagt werden, daß die Hauptschuld in solchen Fällen bei den Eltern oder Vormündern liegt. Sie müssen sich vor dem Abschluß eines Lehrvertrages darüber vergewissern, wie es mit der Entschädigung des Lehrlings gehalten werden soll. Wo die Regelung auf tariflichem Wege mit der zuständigen Gewerkschaftsorganisation erfolgt, dürfte es genügen, dies im Lehrvertrag festzulegen. Wo das nicht geschieht, sondern der Lehrmeister die Entschädigung bestimmen will, darf man sich unter feinen Umständen auf einen bestimmten Satz für drei oder vier Jahre festlegen. Man verlange die Anpassung an die tariflichen Säße einer gleichen oder verwandten Industriegruppe oder Branche, In der Wiener Metallindustrie sind die Verhandlungen über oder aber wo, wie im Kleinhandwerk, feine ähnliche tarifliche Ver- einen Lohnabbau ergebnislos verlaufen. Der Verband der Ineinbarung besteht, eine allmonatliche Neuregelung. Geht der Lehr- dustriellen will nun von heute ab einen Lohnabzug von 15 Broz. herr darauf nicht ein, dann schließe man keinen Lehrvertrag ab und vornehmen. Die Arbeiter lehnen dieses Diktat ab und fordern suche eine andere Lehrstelle. weitere Verhandlungen, um die Höhe des Abzugs im Einverständnis mit den Gewerkschaften festzusetzen. Lassen sich die Eltern von vornherein nicht auf Verträge ein, durch die die Lehrlingsentschädigung der Willkür oder dem Gutdünfen der Lehrherren überlassen bleibt, dann können derart ffandalöse Zustände, wie sie auf diesem Gebiet sich herausbildeten, nicht Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre! erst auffommen. Ist bei bestehenden Verträgen keine zeitgemäße Entschädigung auf qütlichem Wege zu erreichen in Verbindung mit Versammlung fämtlicher BSPD- Gewerkschalls- und BetriebsHeute 6 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17/18: der Zusage einer allmonatlichen Neuregelung, wendet man sich um funtfioräre( Obleufe, Betriebsräte, Vertrauensleute und AbteilungsAuskunft zur Beschreitung des Klageweges an die zuständige Orga- funktionäre). Tagesordnung: 1. Die Vorgänge in Ludnisation. Der Vorwärts" fann unmöglich jeden einzelnen scham- wigshafen". Referent: Genosse Brey, Borsitzender des Fabritlosen Lehrlingsausbeuter an den Pranger stellen, zumal solange nicht, als die Eltern Lehrverträge ohne reifliche lleberlegung, in arbeiterverbandes. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. besondere auch hinsichtlich der Entschädigung, abschließen. Sachfens. Das Arbeitsnachweisgefeh vom 22. Juli 1922 mit den Berordnungen vom 30. September und 19. Oktober 1922 und Ausführungsvorschriften des Reichs. Die Löhne in der Chirurgiemechanik. amts für Arbeitsvermittlung und der Länder, erläutert von Dr. Ostar Weigert, Abteilungsdirigent im Reichsarbeitsministerium, ist im Verlag von In einer start besuchten Versammlung der Chirurgie- Mechaniker Reimar Hobbing als Band 6 der Bücherei des Arbeitsrechts erschienen. Der am Montag in den Sophiensälen berichtete Branchenleiter Callies 177 Drudfeiten umfassende kartonnierte Band ist mit Inhaltsverzeichnis und umfassendem Sachregister versehen. Preis 3000 M. Dem Wortlaut des Geüber das Ergebnis der Lohnverhandlungen für Januar. Bei der fezes auf 18 Seiten folgen die eingehenden Erläuterungen auf 126 Seiten. Der Verhandlung mit den Arbeitgebern wurde von diesen für die erste Anhang enthält die Vorschriften des Reichsamts für Arbeitsvermittlung, die Januarwoche ein Lohnzuschlag von 10 Proz. auf die bestehenden Breußischen Ausführungsbestimmungen sowie die Verordnungen Bayerns und Löhne zugestanden. Weitere Bewilligungen wollten sie von der Einigung über den neuen Manteltarif abhängig machen. Bei der funktionäre in den Sophiensälen können noch ausstehende Listen abgerechnet Achtung, Kampffondslisten! In der heutigen Versammlung der Betriebsjetzigen Arbeitszeit von 46% Stunden wöchentlich wollten sie eine werden.. Die Berliner Konditoreibefizer gegen Tarifverträge. weitere Erhöhung der Januarföhne um 15 Broz., bei einer Arbeitszentralverband der Angestellten. Chemie. Fachgruppenversammlung zeit von 48 Stunden aber um 25 Proz. vornehmen. Die Vertreter der heute 7 Uhr in den Musiker Sälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31. Feinmea Bom Zentralverband der Bäcker und Konditoren wird uns be- Organisation erklärten, auf diese Bedingungen nicht eingehen zu lokal, Welle- Alliance- Str. 7--10. Textilindustrie, Färbereien, chem. mit und Optit. Mitgliederversammlung Donnerstag 5 Uhr im Verbands richtet: Die Konditoreibefizer haben den seit 1. februar 1919 be- fennen und auch andere Vorschläge, die eine Verschlechterung des Waschanstalten. Mitgliederversammlung Freitag 7% Uhr im Reichstafino, Neue standenen Tarifvertrag gekündigt und weigern sich, einen neuen Ranteltarifs bedeuten würden, ablehnen zu müssen. Königstraße 26. Damenwäsche, Schürzen, tonf., Weißwaren. MitgliederTarifvertrag abzuschließen. Die Konditoren Innung führte Bon den Vertretern der Kollegenschaft wurde hierauf die Ent- verfammlung Freitag 5% Uhr in den Musiler- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. gegen den Tarifvertrag einen ständigen Kampf. Ihr Obermeister scheidung des Schlichtungsausschusses angerufen. Die Verhandlung weg, Gdöneweide usw.) Am Donnerstag, den 18. Januar, 6½ Uhr, in der Gewerkschaftsgenossen des 15. Verwaltungsbezirks!( Treptow, BaumschulenLoch au schrieb dem Arbeitsministerium schon von vornherein, daß endete mit einem Spruch, der alle Löhne in der Branche um Schulaula Niederschöneweide, Berliner Straße, Versammlung aller BSPD.- Geihm der Tarifvertrag aufgezwungen morden sei und die Innung 30 Proz. ab 8. Januar erhöht. Die Arbeitgeber haben inzwischen wertschaftsaenoffen. Tagesordn.: 1. ,, Wirtschaftliche und politische Probleme". den ihr günstigen Zeitpunkt ersehne, um vom Tarifvertrag wieder beim Schlichtungsausschuß eine Verhandlung über den Manteltarif Ref. Genoffe Emil Rauch. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Partei und Gewerkschaftsausweis legitimiert. loszukommen. Das Personal wurde durch Drohungen und Ver- beantragt, die bereits heute stattfindet. Der Redner bat die Ver= Der Fraktionsvorstand. sprechungen beeinflußt, der Organisation fernzubleiben. Deutscher Solzarbeiterverband. Berwaltungsstelle Berlin. Wegen der WahAuch fammlung am Schluß seiner Ausführungen, der Kommission Richt: Ten am morgigen Donnerstag bleiben die Bureauräume an diesem Sage von Streckung der Arbeitszeit, die nicht notwendig, sondern von den linien für ihr Verhalten bei der Verhandlung über den Manteltarif 1 Uhr mittags ab geschlossen. Die Ortsverwaltung. Scharfmachern angeordnet ist, soll das Personal einschüchtern. Auch mit auf den Weg zu geben. Achtung, Betriebsräte, Aufsichtsräte! Die Versammlung mit dem Vortrage eine außertarifliche Lohnzulage wurde ohne Verhandlung von den In der Diskussion wurde das Verhalten der Organisationsver: des Genossen Dr. Einstein über: Die Stinnesierung Deutschlands" im LeibnizArbeitgebern abgelehnt, da die Löhne im Gewerbe schon heute recht treter bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern als richtig aner- Gymnasium, Mariannenplay, findet erst am Donnerstag, den 24. Januar statt. Deutscher Verkehrsbund( Deutscher Transportarbeiterverband). Branche 2. Wie steht es aber mit diesen„ hohen" Löhnen? Ein Konditor- fannt und darauf hingewiesen, daß ihnen auch ferner volles Ver- Chemische. Donnerstag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Aufgang B, 8imtrauen entgegengebracht werden könne. Die Versammlung stimmte mer 4, Funktionärkonferenz. gehilfe im Alter von 21 Jahren erhält nach dem bisherigen Tarif schließlich der Annahme des Schiedsspruches zu. pro Woche 14 250 M. Erst wenn er über 24 Jahre ist, stehen ihm 17 052 M. pro Woche zu. Allein die jetzt eingeführte Arbeitszeitstreckung bringt es mit sich, daß nur die wenigsten diesen Lohn erhalten. Daß aber die Konditoreibefizer heute noch gut verdienen, dafür ein Beispiel: hoch seien. In einem Geschäft mit Kundschaftt aus werftätiger Bevölkerung werden täglich 6 bis 7 Pfund Kaffee verbraucht. Aus einem Pfund Kaffee, 200 Gramm Zucker und 1 Liter Milch wird eine Einnahme Don 11 000 bis 12 000 m. erzielt. Die Gesamteinnahme in diesem Geschäft beträgt pro Tag durchschnittlich 160 000 m. Dies Geschäft # Junungs Krankenkasse der Tischler Innung zu Berlin. Nach erfolgter Genehmigung burch bas Bersicherungsamt der Stadt Berlin treten ab 9. Januar 1923 für Mahngebühren folgende Säge in Kraft: für einen Betrag bis zu 50.2. " 200 " " 500 6 " " " 1000 " = 8 für jede weiteren angefangenen 1000 M. werden 5 M. mehr erhoben. Berlin, den 16. Januar 1923. Der Borstand. Otto Gronau W. Lindemann Borsigender. Schriftführer. 176/5 Städt. Baugewerkschule Berlin Kurfürstenstr. 141:: Telef. Magistrat 39 Der Unterricht des Sommerhalbjahres für die Tages- und Abendschule beginnt am 9. April 1923 Anmeldung tägl. 8-4 Uhr, Sonnabends 8-1 Uhr im Geschäftszimmer der Schule Die Januarlöhne der Blumen- und Federnindustrie. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierzu 1 Betlage. Hautausschlag, offene Füße( Krampfadern) Um zum gefällten Schiedsspruch Etellung zu nehmen, versammelten sich am Montag zahlreich die Betriebsräte und Funktionäre der Blumen- und Federnindustrie. Der Bevollmächtigte Rücker gab den Bericht, wonach die Dezemberlöhne für Januar um 72 Broz. erhöht werden sollen. Dem Bericht folgte eine rege Diskussion. Wegen der geringen Zulage äußerten sämtliche Redner auch veraltete Wunden, heilt die milde u.wohltuende San.- Rat Dr.Strehis ihr Mißfallen und geißelten scharf den Wortbruch der Unter- Hausfalbe, Elefant.- Apotheke, Berlin W., Leipziger Str.74( Dönhoffpl.) .... M. 150 000 Kriegsanleihe wird zum Kurse v. 88% nur geg. Legitimat. in Zahlung genommen. 3 billige Tage!!! Sealplüschmäntel la Qualität Seidenplüschmänt. schwarz Maulw. u Biber M. 72 000 Astrachanmäntel.. Mohär Krimmermäntel. Herren- Gummimäntel Ulster gute Qualität.. M. 23 000 28 000 39.000 Mantelkeider la Ausführung Kammgarn- Röcke. · • Eskimomäntel = M. 22500 M. 36000 9 • . M. 62000 M. 27 000 M. 36 000 Graue Haare erhalten ihre ursprüngliche Farve u. natürlich. Jugend. glanz wieder durch unseren erprobten und bewährten Haarfarbewiederhersteller ,, Youpla" das Nur eine Flüssigkeit Man sieht nicht, daß Haar gefärbt ist. Frei von allen auf Kopfhaut u. Nerven schädl, einwirk.Bestandteilen. Kopp& Joseph, Parfümeriefab. 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In den nächsten Tagen finde im Oberpräsidium mit Bertretern der In der Stadtverordneten sigung tam es gestern bei trat in der ersten Beratung nur Schumacher( Komm.) u. a. mit Landwirtschaft eine Besprechung statt. In der Abstimmung der Fortsetzung der am vorigen Donnerstag wegen Beschlußunfähig dem Hinweis hervor, daß statt fünf Milliarden schon jetzt sechs bis wurden zunächst Busazanträge der Deutschen Volkspartei wegen teit abgebrochenen Bureauwahl, die wieder den Bürgerlichen sieben nötig sein würden und daß diese Summe nicht entfernt dem weitergehender Frachtermäßigungen für Milch und wegen Vermeiallein überlassen wurde, zu einem 3 wischenfall. Die Bürger ausschusse überwiesen. Hierauf gab es ein Zwischenspiel. Der auf brachte der Borsteher- Stellvertreter Schwarz den Antrag der Bedürfnis entspreche. Die Vorlage wurde dann dem Haushalts- dung der mehrfachen Zahlung von Umfassteuer angenommen. Dar lichen hatten sich über die gemeinsamen Kandidaten geeinigt, aber bei soeben zum zweiten Borsteherstellvertretr gewählte Dr. Meyer Kommunisten zur Abstimmung; nach Probe und Gegenprobe war der Wahl des zweiten Vorsteherstellvertreters stimmten die wiederrief die Annahme der Wahl, nachdem er sich von dem ziffer- der Antrag angenommen. Wie sich aus der Erörterung ergab, hatte Deutschnationalen für einen antisemitischen mäßigen Wahlergebnis genauer überzeugt hatte.( Lebhaftes Hört! ein Teil der Versammlung angenommen, daß es sich um den AusWirtschaftsparteiler. Dieser Knag in der Einheitsfront hört! lints.) Die Ersazwahl wird in der nächsten Sitzung ftat:- fchußantrag handelte, und auch Herr Schwarz gab zu, daß ihm ging den Demokraten so nahe, daß ihr Dr. Meyer, nachdem finden. Die Vorlage wegen Erhöhung des Schulgeldes ein Irrtum er die Wahl zum zweiten Stellvertreter bereits angenommen hatte, unterlaufen war. Aus der Schwierigkeit, die damit entstanden mar, fogleich danach das Amt niederlegte. Bon dem Arbeitshalf den Bürgerlichen ein Antrag des Herrn v. Eynern heraus, wonach pensum wurde diesmal ziemlich viel erledigt. Ein paar sehr wichtige an den Vollanstalten, Lyzeen und Realschulen gelangte zur An- anerkannt werden sollte, daß die Abstimmung, als auf Irrtum be Vorlagen, die Aufbringung von fünf Milliarden für nahme. Die Borlage wegen Verlängerung der Anwendung der ruhend, nichtig sei; dieser Antrag tam mit 71 gegen 70 Stimmen die Krankenhäuser usw. und die Verpachtung der Häfen Kohlenklausel zur Festsehung des städtischen Strompreises durch, und nunmehr gelangten die Ausschußanträge. jedoch mit Auswerden noch Ausschüsse beschäftigen. Der aus einem Ausschuß zurüd- ging an einen Ausschuß. Die Abänderung des Statuts der Ernahme dessen, der die Preisfeftfegung an die Gestehungskosten binden kommende kommunistische Antrag über die Sicherstellung der werbslosenfürsorge wurde nach den Ausschußvorschlägen will, zur Annahme.- Schluß: Nach 9 Uhr. Milchversorgung führte nochmals zu einer Debatte, in der beschlossen. Eine lange Reihe fleinerer Vorlagen fand fast ohne Genosse Reuter gegen den Stadtrat Dr. Richter, den untätigen Leiter des Ernährungsamtes der Stadt, scharf vorging. jede Bemerkung die Zustimmung der Versammlung. Den Betrag Don 4,6 Millionen zur Unterbringung von heil- und erholungsbedürftigen Frauen und Kindern in Heil- und Erholungsstätten beDer Vorsteher Dr. Caspari hatte für den gesamten Inhalt antragten die Kommunisten auf 10 Millionen zu erhöhen; unter Der Tagesordnung die Geschäftsordnungsbestimmung, die die Gül Ablehnng dieses Antrages wurde auch diese Borlage unverändert tigkeit der Beschlußfassung an die Anwesenheit der absoluten Mehr- angenommen. Eine längere Aussprache rief die Vorlage hervor, welche die heit bindet, außer Kraft gesetzt. Namens der Kommunisten protestierte Dorr auch diesmal, wie schon vor Jahresfrift, gegen das Verpachtung der Berliner Häfen und Ladestraßen an eine„ Berliner vom Borsteher beliebte Berfahren. Es wurde zunächst die zettel. Safen und Lagerhaus- 21.-" die durch ein Konsortium A.wahl für den zweiten Borsteher- Stellvertreter( zur Wiederwahl Schenker u. Co. und Carl Busch u. Co. begründet werden soll, in vorgeschlagen Demokrat Dr. Meyer) wiederholt und während der Aussicht nimmt. Die Pachtzeit soll 50 Jahre dauern, die Stadt soll Ermittelung des Ergebnisses zur Wahl des dritten Stellvertreters 2½ Milliarden Mark erhalten. Schumacher( Komm.) erblickte geschritten. Hier war Herr Schwarz( D. Vp.) zur Wiederwahl in dem Vorgehen des Magistrats die Verschleuderung städtischer vergeschlagen und Dr. Caspari erklärte ihn durch Zuruf für ge ebenfalls unbegreiflich, daß ausgerechnet in dieser Zeit der Magistrat Goldwerte an das Privatkapital. Richard Kunze( Dnat.) fand es wählt, indem er den von den Kommunisten in der vorigen so gewaltige Werte an Ausländer verschachert. Bürgermeister Sizung erhobenen Widerspruch für nicht mehr vorhanden und den Ritter stellte fest, daß der Magistrat gar nicht daran denke, die jezigen von Dörr erhobenen für verspätet erklärte. Da indessen Häfen zu veräußern; für die Verpachtung habe er seine guten Herr Schwarz selbst die Wahl unter diesen Umständen" ablehnte, Gründe. Nachdem auch Dr. Dowe( Dem.) sich dem Protest des mußte Dr. Caspari wohl oder übel auch diese Wahl durch Namens- Magistratsvertreters angeschlossen, ging die Vorlage an einen Auscufruf und Stimmzettelabgabe vollziehen lassen. schuß. Hierauf wandte sich die Versammlung der Frage der Zweiter Borsteherstellvertreter wurde Dr. Meyer( Dem.) mit 78 von 99 Stimmen; 20 fielen auf Herper( Wirtschaftspartei), 1 Zettel war weiß. Dritter Vorsteherstellvertreter Sicherstellung der Milchversorgung zu, die durch den kommunistischen Dringlichkeitsantrag vom 6. November 1922 erneut zur Erörterung gestellt war. Der Antrag hatte u. a. die Beschlagnahme der gesamten Milchproduktion im Interesse wurde Schwarz( D. Bp.), der von 101 Stimmen 91 erhielt, während der Kranken, Genesenden, Schwangeren und Kinder vom Reiche ver9 auf Herper entfielen. Auch die Wahl der vier Beisiger langt, die Preisfestsegung nach den tatsächlichen Gestehungskosten und sieben Stellvertreter mußte auf Verlangen der gefordert, die Aufhebung der Umsatzsteuer und billi Kommunisten durch Stimmzettel erfolgen. gere Frachtfäße und die Ueberführung der gesamten Die ordentlichen Sizungen sollen in diesem Jahre Don- Milchversorgung in die kommunale and verlangt. nerstags von 4% Uhr ab stattfinden. Hiernach wurde in Der Ausschuß ist zu folgenden Vorschlägen gekommen: Bei der die Tagesordnung eingetreten und zunächst eine Reihe von Dringlichkeitsanträgen befanntgegeben. Angenommen wurde der Antrag aller Bar teien, auf die Herabsetzung des Wertes der Sachbezüge der Hausangestellten von 12 000 auf 9000 m. hinzuwirken, der Antrag der Parteien der Rechten auf Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Kündigungen derjenigen Straßenahner, die volle 10 Jahre im Dienste standen, und der Antrag Der Deutschnationalen, der unter Bezugnahme auf die durch die Be legung des Ruhrgebiets gefährdete Kohlenversorgung ein Berbot der Lichtreflame für die Dauer der Besehung und Einfchränkungen der Fassaden- und Schaufensterbeleuchtung verlangt. Eine Dringlichkeitsvorlage des Magistrats, die H 50 Millionen zur Instandsehung von Notwohnungen in Baraden fordert, ging an den für die sogenannte Fünf Milliarden Vorlage einzusetzenden Ausschuß. Diese leziere Borlage, die den genannten Betrag für Zwecke der städtischen Gefundheits-, Jugend- und Wohlfahrtspflege in Anspruch nimmt, mußte ohnehin der Ausschußberatung überwiesen werden, und so ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 12] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuscript überfezt von Julian Gumperz. O Gott, mir ist schlecht," sagte Bill Grey, nahm die Zigarette aus dem Munde und sah sie racheburstig an. „ Mir würde schon gut sein, wenn hier alles nicht so stinken würde. Dieser Eßraumman tann ja schon das Kozen friegen, wenn man daran denkt!". Fuselli sprach jammernd und beobachtete, wie die Spiße des Mastes sich bewegte, wie ein Bleistift auf Papier schreibend, hin und her über die fleckigen Wolfen. Wieder Bauchschmerzen?" Ein braumes Mondgeficht mit dicken, schwarzen Augenbrauen und gelocktem Haar über einer Stirn mit vielen horizontalen Falten erhob sich an der anderen Seite von Fuselli. " Halt die Schnauze!" Fühlst dich frant, Junge?" fam die tiefe Stimme wieder, und die dunklen Augenbrauen zogen sich zu einem Ausdrud von Sympathie zusammen. „ Komisch, zu Hause hätte ich schon längst meinen Hinterlader rausgehabt, wenn eine: mir gesagt hätte, ich soll die Samauze halten, Junge." „ Die Leute aus unserer Kompagnie," sagte Fuselli, ..sehen aus, als ob sie Angst hätten, geschlagen zu werden. Hast du das schon bemerkt, Meadville?" ,, Was erwartest du denn sonst von Leuten, die ihr ganzes Leben in der Stadt verbrocht haben und die ein Faß nicht von einer Kanone unterscheiden können und die statt auf Pferden nur auf Besenstielen zu reiten gelernt haben. Ihr seid dazu gemacht,' ne Schafherde zu werden. Kein Bunder, daß sie euch rumtreiben müssen." Meadville stand auf, ging mit unsicheren Schritten an die Reeling, behielt aber trojdem, wie er sich durch die auf Ded gelagerten Gruppen hindurchfädelte, noch etwas von dem Gang des Combons. „ Ich weiß, was unfere Augen weiß vor Schreden merden läßt, wenn wir in diesen fauligen Freßraum hinuntergehen," sagte eine nasale Stimme. Fuselli wandte sich um. Eisenstein saß an dem Blaz, den Meadville gerade verlassen hatte. ..So, du weißt das?" Unter dem Bülow- Bogen. Da wo die Hochbahn die Potsdamer Straße überdonnert, und tags die Wellen der Großstadt durch den engen Durchgang mie durch ein Wehr schäumen, verringert sich zu später Stunde der Lärm zu einem geheimnisvollen Flüſtern und Wispern, das, ein spärliches Rinnfal des großen Wogens, um die düster- schmuzigen Riesenpfeiler der hohen Strecke rinnt. Rings blinken trübe die matten Lichter fleiner Schänken auf. Die Laternen blinzeln träge und halb erloschen in den Dunst, den dies Viertel in üblem Gemisch von HinterEdlokalen aber und unter dem Bülowbogen trifft sich beim Funzelhaus, ungelüfteten Betten und Menschenfleisch ausschwitzt. In den schein der Wursthändlerlaterne und beim Dellämpchen des Käseschrippenhändlers scheues Nachtgelichter, das im Zwielicht der Großstadtede seine bösen Geschäfte verabredet. An den schmierigen Tischen der Cafés, in den verwanzten Zimmern der Pensionate, den Pseudomassageinstituten hygienisch masfierter Kokotten wird hier so manches Ding gedreht, manche Beute verschärft, mancher Dolch geschliffen und gereinigt. Das Menschenleben steht niedrig im Kurs. Auch das des alten Teppichhändlers Neißer mag nicht viel gegolten haben. Eines Morgens lag der noch in seinen späten Jahren mädchenlüfterne und nicht sehr reinliche Greis ermordet unter einem Haufen Teppiche. Sein treuer, kleiner Spitz, ein Taschenmesser im Bauch, den Mund zum Beißen aufgerissen, fielte sich daneben in schon verwesender Starre. Zum drittenmal schon sitzen seine mutmaßlichen Mörder auf der Anklagebant. Typen des nächtlichen Berlin, Typen besonders des Bülowbogens. Sie kämpfen hart um ihr Leben, und noch ist die Sachlage Reichsregierung soll darauf hingewirkt werden, daß schleunigst durch Gesez a) für alle Milcherzeugungs-, verarbeitungs- und-transport- undurchsichtig. Alle drei sind die gegebenen Schieberfiguren. Paseinrichtungen strengste hygienische Borschriften ergehen, farge, der vier Geständnisse abgelegt und vier widerrufen hat, ist b) die Preisfestsehung nach den tatsächlichen Ge- ein bleiches, täsiges Brad und lebt vom Scheckschwindel. Seine stehungsto sten erfolgt; ferner foll bei der Reichsregierung die Arbeitsgeräte sind ein Füllfederhalter und ein Bankbuch. ZwischenAufhebung der umfassteuer und die Gewährung billi- durch verbüßt er Strafen. Der andere, Selzer, ist Gewohnheitsgerer Fracht fa te nachgesucht werden; endlich soll mit den Pro- schieber in Automobilen, ein Chauffeur, dessen Vogelkopf spitz und tuzenten darüber verhandelt werden, daß auf eine bestimmte Menge der von den Landwirten gelieferten Milch nach dem Vorbild anderer eisig scharf immer nach vorn geneigt, als führe er dauernd gegen Provinzen 1 Liter Milch unentgeltlich für die notleidende Groß- den Wind. Am rätselhaftesten Frau Spanier: schon ältlich, mit Berliner Bevölkerung geliefert werde. Schwent( Komm.) friti einem mageren Geficht. Sie hat viel Bech gehabt, ein mißtrauisches, fierte diese Vorschläge als völlig unzureichend und Dörr richtete furzes und unfreies Schnattern fißt ihr ewig in der Kehle, und sie scharfe Angriffe gegen den pflichtvergessenen" Magistrat, der nur| leugnet mit einer versteinten Entschlossenheit, die Frauen diefer turch den Dezernenten Richter, den Interessenvertreter der Groß- feelisch ausgemergelten und heruntergekommenen Art eigen ist, jede agrarier, sich vertreten lasse. Dide, bärtige Pensionsmütter mit guten Beziehungen, verlotterte Beteiligung. Um sie herum das Gewimmel vom Bülowbogen. Adlige, die ganze Familien in Bellengefängnissen zu fizen haben, Hehler, ehemalige Deserteure, Kneipwirte und anderes Gelichter, an dem man achtlos vorüberstreift, trifft man sie am Vormittag, die aber zu gefährlichen Rotten geballt, abends wie Raubvögel in einer Genosse Reuter legte dar, daß seine Fraktion dem Antrag wegen der Beschlagnahme nicht zugestimmt habe, weil sie von der Durchführbarkeit dieser Maßnahme nicht überzeugt sei, und legte andererseits dem Berliner Ernährungsamt Untätigkeit und Saumfeligkeit zur Laft. Die 150 Millionen Mart, welche als Risikospanne für die Umsatzsteuer allmählich aufgesammelt sind, be,, Es ist das System. Man muß die Menschen zu Tieren machen, bevor man sie dazu kriegen kann, so zu handeln. Kennst du Tolstoi?" " Nee. Ich rate dir aber, vorsichtig zu sein und auf das Acht zu geben, was du sprichst. Fuselli schraubte seine Stimme zu leiser Vertraulichkeit hinunter. Mir wurde von einem erzählt, den sie in Camp Merritt erschossen haben, weil er so sprach. " Das ist mir ganz schnuppe" sagte Eisenstein. " Ist dir auch schlecht?... Bist du es los geworden, meadville?" ,, Warum, zum Teufel, kämpfen sie ihren Krieg nicht da aus, wo man zu Pferde hinfommen fann!... Das ist mein Blak!" Der Platz war frei; ich sehte mich hin," sagte Eisenstein und fenfte mißmutig den Kopf. „ Ich gebe dir drei Minuten," sagte Meadville, wenn bis dahin meinen Platz nicht verlassen haft..." Er reckte seine breiten Schultern. du ,, Du bist stärker," sagte Eisenstein und schob ab. " So ohne Gewehr, das ist geradezu zum Kotzen," mur melte Meadville, als er sich wieder auf Dec sezte. Weißt du, Kerl, ich habe fast geheult, als man mich in diese verfluchte Sanitätstruppe steckte. Ich wurde für die Tants ausgehoben. Es ist das erstemal in meinem Leben, daß ich kein Gewehr in der Pfote habe. Ich glaube fast, ich hatte eins in meiner Wiege." ,, Das ist aber fomisch," sagte Fuselli. Der Sergeant erschien plötzlich in der Mitte der Gruppe mit rotem Geficht: Rerls," sagte er leise, macht, daß ihr runter kommt, so schnell wie möglich und bringt eure Betten in Ordnung. In speftion!" " Zu Befehl," sagte Fuselli schnell. Er bewunderte den Obersergeanten sehr und wünschte fich, seine joviale, befehlshaberische Art nachmachen zu können. Es war das erstemal, daß er sich im oberen Teil des Schiffes befand. Es schien eine andere Welt. Die langen Korridore mit roten Teppichen, der weiße Lack, das schöne Gesims an den Querwänden, die Offiziere, die nach Belieben hin und her gingen all das ließ ihm an die großen Dampfer denken, die er zu beobachten pflegte, wenn sie durch das Goldene Tor" hereinkamen, jene Dampfer, auf denen er nach Europa fahren wollte, wenn er reich sein würde. D, wenn er nur Sergeant erster Klasse wäre! Dann würde all dieser Komfort, all diese Schönheit ihm gehören. Er fand die Nummer und flopfte an die Tür. Lachen und lautes Sprechen fam aus der Kabine. " " Wart'n Augenblick!" rief eine unfreundliche Stimme. „ Sergeant Difter hier?" ,, Das ist einer meiner Leute," hörte er die Stimme des Sergeanten. Wollen ihn reinlassen. Der wird uns nicht verpezen." Die Tür öffnete sich, und er sah den Sergeanten Olster und zwei andere junge Männer, die ihre Beine über die rotladierten Bettstellen heraushängen ließen. Sie unterhielten fich angeregt und hielten, Gläser in den Händen. ,, Paris, das ist' ne Stadt. Ich sage dir," sprach einer. Die Mädels sollen sich einem da einfach auf der Hauptstraße an den Hals werfen!" Hier sind die Instruktionen, Sergeant," sagte Fuselli steif in bester militärischer Haltung. Dante. Ich brauche nichts weiter," sagte der Sergeant. Seine Stimme war jovialer denn je. Fall' nicht über Bord, wie der Mann aus der Kompagnie C." Fuselli lachte, als er die Tür schloß, wurde aber plötzlich ernst, als er daran dachte, daß einer der jungen Männer auf seinem Hemd das Abzeichen der Unterleutnants trug. Donnerwetter," sagte er zu sich selbst, ich hätte grüßen Sie marschierten die Blanken hinunter in das faulig riechende Loch, wo fein Licht war außer dem unregelmäßigen rötlichen Schein elektrischer Lämpchen. Sie hatten fast ihre Bettstellen erreicht, als irgend jemand Achtung!" rief. follen." Drei Offiziere stolzierten vorbei mit festem, wichtig- Er wartete einen Augenblick draußen vor der verschloffeteuerischem Schritt, der von dem Rollen des Schiffes des nen Tür, horchte auf das Spiel und das Gelächter und öfteren gestört wurde. Sie stedten ihre Köpfe vor und inspi- münschte, er gehörte zu dieser fröhlichen Gruppe, die über zierten die Bettkästen mit dem graufam forschenden Blick von Weiber in Paris spricht. Er begann zu denken:„ Sobald wir Hennen, die nach Würmern ausschauen. drüben sind, werde ich sicher Gefreiter, dann, in einigen Monaten, kann ich Korporal sein. Gibt es viel Dienst, werde ich noch schneller vorwärts fommen." " Fuselli," sagte der Obersergeant, bring' mir das Inftruktionsbuch in mein Kabinett. 213 auf dem unteren Dec." ( Fortfehung folgt. jener Kaschemmen nisten, in denen auch des alten Reißers Tod, ausgetrudelt" wurde. Ob die Spanier schuld samt ihren Genossen hat oder nicht, wird das spannendste Duell zwischen den Verteidigern und dem Staatsanwalt ergeben. Sicher ist eines: es ist nicht schade um dieser Schicksal. Mordprozeß Neißer. Falsche Beschuldigungen. In der Nachmittagsverhandlung griffen die Verteidiger bei der Bernehmung des Kriminalbetriebsassistenten Lisset wieder auf tie Gegenüberstellung der Angestellten des ermordeten Reißer mit der Frau Spanier zurück. Auch dieser Zeuge bestätigte, daß die Angeftellten die Angeklagte Spanier nicht erkannt hätten. Wirtschaft Spekulation und Produktion. Jm Berlag der Frankfurter Societäts- Druckerei erschien soeben ein Buch von Frig Naphtali: 3m 3eichen des Wäh. rungselen bs" betitelt. Wir entnehmen der Schrift, die einen fritischen Ueberblick über das Wirtschaftsjahr 1922 und der daraus sich ergebenden Lehren in Inappster Gorm bringt, folgende bemer. fenswerten Ausführungen: " Zentrale für Mädchenlieferung". Geradezu ungeheuerliche Dinge aus dem eben geschilderten be. rüchtigten Bülow- Bogen wurden gestern in einer Berhandlung vor eine Frau Pincus, vernommen. Sie stellte ihrem Bruder, ter Nach der Mittagspause wurde die Schwester des Löwy, der Straftammer des Landgerichts I verhandelt. Wegen- Ruppelei mittlerweile einen großen Geldschrankeinbruch verübt hatte, nicht das Der große Motor, der in der modernen kapitalistischen Wirtschaft hatten sich eine Frau Schnißter und eine Frau Kurwig aus beste Beugnis aus. Weiteren Aufschluß über die Persönlichkeit des Richtung und Tempo bestimmt, ist das Streben nach Erfolg. Der der Bülowstraße zu verantworten. Vor etwa einem Jahre 2öwy gab die Bernehmung feines Baters, der eben- Erfolg hat zwei Hauptquellen: produttive Leistung und entfloh die jetzt erst 17jährige Anita H., die Tochter acht falls über seinen gegenwärtigen Aufenthalt nicht orientiert ist. Sein glüdliche Spetulation. Das Verhältnis zwischen diesen barer Eltern, der väterlichen Wohnung und fand nach langem Um Gohn habe einen geistigen Defeft und sein ein Bhantast und Lügner. beiden Faktoren hat sich durch die 3 errüttung der Währung herirren bei einer Frau v. 2., die mit der Mutter des jungen Der Direktor der Irrenanstalt Buch hat seinerzeit über ihn gesagt, völlig verschoben. Früher spielte die produktive Leistung, die nicht Mädchens befreundet ist, Aufnchme. Anstatt den Flüchtling ins Elternhaus zurückzubringen, machte Frau v. W. die Angeklagte er habe einen starten Defeft und ist für manches nicht ver- nur auf dem engeren Gebiete der Rohstoffgewinnung und FabriSchnißter auf das junge, sehr hübsche Mädchen aufmerksam. Die antwortlich zu machen. Eines Mordes halte ich ihn nicht für fähig. fation, sondern auch in der Sphäre des Verkehrs und der Verteilung Sch. holte eines Tages Anita S. ab, erzählte ihr, daß sie eine junge Der Lümmel ist auch viel zu feige zum Stehlen. Er tut es nur, Don Gütern und Kapitalien liegen kann, die Hauptrolle, und die Gesellschafterin brauche und verschleppte sie dann in ihre Mein Sohn erzählt Ihnen zwei Stunden lang Märchen, und hinter- geworden. Für den Erfolg von unendlich vielen Unternehmungen wenn sechs Mann hinter ihm stehen.( 3um Vorsitzenden gewandt:) Spekulation war ein bescheidener Nebenspieler. Heute ist es anders Wohnung in der Bülowstraße, wo noch eine Anzahl anherer Mädchen untergebracht mar. ist heute nicht so sehr die Leistungg entscheidend, sondern die glückWie die Ermittlungen der her lacht er Sie aus. Kriminalpolizei nun ergaben, war das Haus der Schnikker eine in die nichts Wesentliches ergibt, erzählte der Zeuge Betriebsassistent die starke Behauptung ihrer Interessen im Kampf um die PreisNach der Vernehmung des Zeugen Detektiv Grünberg, liche Eindedung mit Devisen und Warenvorräten, weitesten Kreisen der Lebeweit bekannte Bermittlungsstelle für junge Moriß noch einmal umständlich die ganze Mordgeschichte stellung, die richtige Disposition in der Beschaffung oder Anlage von Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren. Der Betrieb wurde Neißer in allen ihren Wandlungen. Der Zeuge Morik gab an, Kapital. Die Finanzierung fällt schwerer ins Gewicht als die Technik. streng geschäftlich gehandhabt. Die im Bülow- Bogen gelegenen zahlreichen Bordell- und Absteige quartiere, die den Passarge bei der Vernehmung ins Nebenzimmer geführt und Je heftiger die Werte schwanken, um so stärker wachsen die Mög namentlich von valutakräftigen Fremden aufgesucht wurden, be- ihm vorgehalten zu haben, daß Frau Spanier Mutter von zwei lichkeiten, von der Ausnugung oder Ausgleichung dieser Schwanstellten auf Wunsch diesen Kunden" bei ihren Lieferantinnen, wie Rindern sei und taß er sie nicht fälschlich beschuldigen fungen zu existieren. Die Folge diefes Zustandes find gewaltige Umder Schnißfer und der Kurmik, junge Mädchen. Die als Zeugin dürfe. Basfarge habe ihm darauf geantwortet: Ich fann doch nicht schichtungen der Bevölkerung nach ihrer Berufstätigkeit. Warenvernommene Anita S. sagte aus, daß sie von der Schnitzler zunächst eine andere Frau beschuldigen, wenn Frau Spanier die Täterin ist. handel, Banken und Börse ziehen einen wachsenden Teil der gesamauf das eleganteste cingekleidet und auf das beste verpflegt worden Auf verschiedene Borhaltungen des Rechtsanwalts Pindar gab der ten Arbeitskräfte an sich auf Kosten der Sphäre der unmittelbaren fei. Dann habe sie mit den übrigen Mädchen Nadt tänze ein- 3euge Morih zu, daß er Paffarge, als dieser den Namen der Mit. Produktion. Die Börsen sind ein Kristallisationspunkt der spefustudiert, die von den Fremden besonders begehrt waren. Eines täter noch nicht genannt hatte, das Bild der Frau Spanier gezeigt lativen Seite wirtschaftlicher Tätigkeit: Abends sei sie dann von der Schnißter zusammen mit einem an- und ihn gefragt habe, ob es diese Frau fei. Basfarge habe das Zahl der Börsenbesucher deren Mädchen nach einem Salon" in der Bülowstraße geschicht bejaht. Der Angeklagte Basfarge äußerte bemgegenüber auf worden, wo vorwiegend Ausländer verkehrten. Nach einem uppigen eine Frage des Rechtsanwalts Eisenstädt: Ich hätte ebenso eine Feftgelage entkleidete sich die ganze in dem Salon anwesende Ge- Frau Schulze oder Müller oder Lehmann belaftet, wenn mir deren sellschaft, und die von der Schmigter gefandten Mädchen mußten Photographie gezeigt worden wäre. Die Photographie ist nicht bei bann Nachttänze vorführen. Am nächsten Morgen wurden dann den Atten. Auf Antrag der Berteidigung soll die Photographie, die von den einzelnen Sentralen" gelieferten Mädchen nach Hause eine Polizeiaufnahme, für die meitere Berhandlung beschafft werden, geschickt und die Salons" verrechneten mit der Schnitzker, um festzustellen, ob tatsächlich eine Aehnlichkeit vorhanden sei. Die Kurwitz und anderen Inhaberinnen solcher Institute. Die ebenfalls unglaubwürdigkeit des Zeugen Löwy junior geht bei der Schnitter untergebrachte 17jährige 3eugin, Anna nach den Angaben des Zeugen Morih außer verschiedenem anderen 2., bestätigte nach anfänglichem Zögern die Angaben der H. Der auch daraus hervor, daß er seinerzeit behauptet hatte, in Lemberg als Zeuge vernommene Kriminalfommissar Runze bestätigte die An- gewesen zu sein, von Lemberg aber absolut teine Anhnung hatte. gaben der Mädchen und behauptete, daß ihre Erzählungen nach als Beute bei dem Einbruch bei Neißer wollte er eine Kaffette und feinen Erfahrungen durchaus glaubwürdig feien. Der Bülom- Geld erhalten haben. Diese Gegenstände habe er auf der Rennbahn Bogen" berge eine Unzahl von" Salons", und die Polizei tönne bei Rarlshorst vergraben. An der ganzen Geschichte war fein wahres dem raffinierten Wachsystem, das dort herrsche, leider nicht immer Wort. Die Verhandlung wird auf heute vertagt. so durchgreifen, wie sie gern möchte. Der Zeuge befundete weiter, daß die von den beiden Mädchen angegebenen acht oder zehn Bordelle zu den übelberüchtigsten Lokalen gehören, in denen außer dem Mädchenhandel auch noch Nepp und Raub blühe. Das Gericht erkannte gegen die beiden Angeklagten auf die ungewöhnlich milde Strafe von 2 bzw. 1 Monat Gefängnis. Bemerkenswerterweise wird auf Anfrage mitgeteilt, daß gegen die in der Verhandlung genannten Inhaber der Salons bisher teine Antlage erhoben worden ist. in Berlin: 1913 Ende 1922 in Frankfurt a. M.: 1913 Ende 1922 Insgesamt: 3457 Davon Chefs: 1900 Angestellte: 6082 1500 2400 3700 Insgesamt: Davon Chefs: Broturisten: Angestellten: 712 1361 460 571 90 206 162 584 Die Gesamtzahl der Börsenbesucher hat sich nahezu verdoppelt. Dabei bedenke man, daß die Tätigkeit jedes einzelnen an der Börse an Intensität außerordentlich gewonnen hat, daß also die Zahl der in den Bantbureaus mit der Erledigung der Börsengeschäfte Beschäftigten viel stärker wachsen mußte als die der Börsenbesucher, selbst wenn nicht eine weitere Mehrbelastung mit steuerlichen und anderen Formalitäten in Interesse des Staates hinzugekommen wäre. Die starte Verschiebung der Verhältnisse zwischen Firmeninhabern bzw. Direktoren und Angestellten schon innerhalb der Börsenbesucher läßt ja Rückschlüsse darauf zu, wie stark weltbekannten Optischen Anstalt C. B. Goerz 2.-G. in Friedenau, Gründungstätigteit hinausgegangen ist. Freilich, Kommerzienrat C. P. Goerz gestorben. Der Begründer der die Anziehung von Arbeitskräften in das Bankgewerbe über die gestorben. C. P. Goerz gründete Ende des Jahres 1886 in Berlin Funktion für ihre Firmen bewerten, man darf auch ihre gene TeilKommerzienrat Carl Paul Goerz ist gestern nach längerem Leiden im Börsenverkehr selbst darf man die Angestellten nicht nur in ihrer im ersten Stockwerk des Hauses Zimmerstr. 23 ein Versandhausnahme am Geschäft nicht unterschätzen, wenn auch jener Devisen. pon mathematischen Instrumenten. Im Hause Belforter Str. 3 händler der Bantfiliale eines Provinzplatzes, der nicht ohne Stolz entstanden die ersten Goerz- Objettive, von denen schon von sich sagen konnte, daß er Gott sei dant ein größeres Geschäft habe am 24. Juni 1901 das Hunderttausendste fertiggestellt wurde. Aus als seine Bank, ein frasser Fall sein mag. Im übrigen illustrieren ja diesen fleinen Anfängen ist dann das riesige, weltumspannende Werk die aufgesetzten Stockwerke und erweiterten Bantneubauten im Reiche entstanden, das in der Welt nur noch einen ebenbürtigen Ron- am besten die Lage. Besonders wenn man bedenkt, daß dieser Bankfurrenten, das Beißwert in Jena hat. und Börsenapparat für ein nach Gebiet, Bevölkerungszahl und Wirtfchaftstraft start verkleinertes Land arbeitet. Aber die Umschichtung nach Gewerbegruppen ist nur eine Seite der Arbeitsumschichtung. Die andere liegt innerhalb der Industrieunternehmungen. Jedes größere Wert hat heute sein eigenes Devifenburcau. Ueball ist bei zweimal monatlich wechselnden Tarifen das Lohnbureau gewaltig angewachsen. Ueberall ist ein weit größerer Stab als früher mit Kalkulationen, Preisveränderungen, Steuerberechnun gen und anderen nicht unmittelbar produktiven Arbeiten beschäftigt, bie ihre legte Ursache in der schwankenden Währungsgrundlage der deutschen Wirtschaft haben. Wenn in einer Zeitungsdruckerei für eine Anzahl von Sehern die Arbeit mangelt, weil der Produktionsumfang fich verringert hat und diese Seger werden in die kaufmännischen Bureaus übergeführt, weil dort die rechnerische Arbeit frog der verringerten Produktion gewaltig gewachsen iſt, ſo iſt dieſer Fall fennzeichnend für viele Berschiebungen von Arbeitskräften innerhalb der Betriebe. Nehmen wir hinzu die Fülle der Behör den, die zum großen Teil mit der Abwicklung des Friedensvertrages ( Reichsausgleichsämter, Entschädigungsstellen u. a. m.) gewaltig angewachsen sind, und wir werden die Aktualität eines früheren Wortes on Mar Warburgg begreifen:" Ein Bolt, das feire Arbeitskräfte über den Weg zur Gefundung aus solcher Betrachtung lernen. Wir falsch verwendet, wirtschaftet falsch." Aber wir werden auch etwas wiffen jetzt wie unmittelbar und verheerend die Krankheit der Wäh rung auf die Intensität der Produktion zurüdwirtt. Die falsche Verteilung der Arbeitskräfte spielt für die Gesamtleistung der Wirtschaft wahrscheinlich eine viel größere Rolle als die Verminderung der Arbeitsstunden in der Industrie, de so gerne von manchen Seiten mit der Alleirfchuld belastet wird. Gewiß fann an manchen Stellen feineswegs überall ist fie möglich MehrBroletarische Feierstunden. Sonntag, den 28. Januar, vormittags arbeit notwendig erscheinen. Im ganzen aber wird fein nüchterner 11 Uhr, findet im Großen Schauspielhause die nächste Feierstunde Beobachter sagen dürfen, daß das deutsche Bolt faul geworden sei. Monatskarten, vom Monat Februar ab: Stamm bahnen: 1 Linie 6000 M., bis zu 3 Linien 8000 m., alle Linien Männerchors Fichte Georginia unter Leitung von Dr. Joll und des Sprechlerisch- wissenschaftlicher Betätigung lebende Kraft hat die Not der Zeit statt. Unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie- Orchesters( Blüthner), des Es wird sehr viel gearbeitet, und manche früher feiernde oder künst16 000 m., im Bereich der genannten Vorortbahnen: 1 Linie 4000 M., chors für die Proletarischen Feierstunden. Eintrittskarten à 150 m. im in die Wirtschaft getrieben man denke an unsere Werkalle Linien einer Vorortbahn 5000 M. Schülermonats- Bezirksbildungsausschuß, Lindenstr. 3, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, aber es wird piel in falscher Richtung gefarten vom Monat Februar ab: 1900 m. Buchhandlung Freiheit, Urbanstr. 7; Norden; Böblertstr. 7( Restaurant studenten Arbeiterwochenkarten vom 22. Januar 1923 ab: Stamm- riese). Burgsdorf- Ede Wildenomstraße( Restaurant Barleben), Utrechter arbeitet. Eine Richtungstorreftur wird indessen bei schwankenbahnen: 6 Wochenfahrten 500 m., 12 Wochenfahrten 1000 m., Str. 21( Restaurant Stroll), Tychener Str. 8( Restaurant Soffmann): der Währung stets unzulängglich bleiben. Nordoft: Guse, Allensteiner Str. 7; Often: Petersburger Str. 5( Restaurant 48 Wochenfahrten( Bierwochenkarte) 4000 m., im Bereich der ge- Bittichus), Romintener Str. 46( Bigarrengeschäft Dietrich), Markusstr. 36 nannten Vorortbahnen: 12 Wochenfahrten 800 M. Die Ein bet Beipe; Südosten: Naunynstr. 9( Restaurant Lier); Süden: Schönlein- Neue Eisenpreiserhöhungen. Die neue Balutaverschlechterung tommensgrenze für den Bezug von Arbeiterwochenkarten wird auf straße 21 Ede Urbanstraße( Bigarrengeschäft Kuhring); Nordwest: Got: brachte eine weitere Berteuerung der Eisenpreise mit sich. Der 750 000 m. jährlich oder 15 000 m. möchentlich erhöht. Towstaftr. 34( Restaurant Kaiser, Westen: Steinmetstr. 23 parterre, bei Stahlbund setzte die Preise der Walzfabrikate um 14,37 Proz. Döring. herauf. Ein Kilo Stabeisen fostet jetzt 406 M.! Die neuen Straßenbahnfahrpreise. Einzelfahrpreis 100 m. Monatsfarten 6000 m. Höhere Hofspreise. Das Kohlenamt teilt mit: Infolge der Der neue Tarif der Berliner Straßenbahn tritt, wie bereits bereits ab 12. t. M. eingetretenen Erhöhung der Zechenpreise ist eine entsprechende Heraufsetzung der Kleinverkaufspreise für Rots mitgeteilt, heute in Kraft. Im einzelnen werden kosten: erforderlich geworden. Diese betragen mit Wirkung vom 17. d. M.: Einzelfahrschein für Erwachsene auf den Stammbahnen bei Küchen- und Ofenbrand: Gastots je Zentner ab Lager 4150 M., 100 M., im Bereich der Borortbahnen( vormals Spandauer, frei Keller 4255 M.; bei fuhrenweisen Lieferungen je Bentner: GasCopenider Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Grunewald: fots 4150 bzw. 4250 m., Westfälischer Schmelztofs 5070 bzw. 5170 bahn) 80 M., für Kinder von 6 bis 14 Jahren, ferner( auf Mart, Lichtenberger Schmelztots und Berliner Sammerofenfots Berechtigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14 bis 5070 bzw. 5170 mt., Oberschlesischer Schmelztoks deutscher Herkunft 17 Jahren und für unbemittelte Studenten sowie( auf Aus- 5255 bzw. 5355 M., Niederschlesischer Schmelzfots 5200 bzw. 5300 meis des Bezirksfürsorge oder Wohlfahrtsamts) für Kriegsbe- Mart, Sächsischer Hüttenkoks 4590 bzw. 4690 m. schädigte und im Gehen schwerbehinderte Personen Kinderzeichnungen als Dant an Amerifa. Dem Deutschen 50 M. Die Einkommensgrenze für den Bezug von Berechtigungs. Bentralausschuß für die Auslandshilfe find als Dant für die scheinen für Lehrlinge und Schüler ist auf 120 000 m. jährlich( ein- Speisungen zahlreiche Kinderzeichnungen zur Weitergabe schließlich Naturalbezüge) erhöht. Die Ausfertigungsgebühr für den nach Amerita zugegangen. The die am besten gelungenen dieser Blätter an die amerikanischen Freunde gesandt werden, will der Umsteigefahrschein, auch im Wechselverkehr mit der Hoch Deutsche Zentralausschuß für die Auslandshilfe sie hiesigen Mit bahn, 150 M., im Bereich der vorgenannten Vorortbahnen arbeitern und sonstigen Interessenten zeigen. Die kleine Aus 100 M., die zweite Fahrt muß innerhalb zweier Stunden nach der stellung ist Donnerstag, den 18. und Freitag, den 19. Januar, durch Lochung auf dem Umsteigefahrschein gekennzeichneten Stunde nachmittags 5 bis 6 Uhr und Sonnabend, den 20. Januar, mittags angetreten werden; gelocht wird die angefangene halbe Stunde. Die 1 bis 2 Uhr in den Geschäftsräumen, Dorotheenstr. 2, zu bisherigen Fahrscheine mit niedrigerem Preisaufdruck werden auf sehen. Die Eltern, Lehrer und Freunde der Jugend find willkommen. gebraucht und zu den neuen Tariffägen ausgegeben. Mütterkursus. An der Charlottenburger Säuglings- und Rin berlinit, Chriftstr. 9, findet vom 16. Januar ab ein vierwöchiger Kursus über die Pflege des Säuglings in gefunden und franken Tagen statt. Der Kursus umfaßt 4 theoretische und 4 prattische Unterrichtsstunden. Anmeldungen bei der Oberin der Klinit, Wilhelm " Kurzfahrerwochenkarten für die Hauptverkehrspunkte Alexanderplatz und Botsdamer Platz( versuchsweise) 600 m. Die bis zum platz und Botsdamer Blak( versuchsweise) 600 M. Die bis zum 16. d. M. für die dritte Woche ausgegebenen Karten behalten ohne Nachzahlung Gültigkeit. Teilstreckenfahrscheine( versuchsweise) auf den Linien 9, 16 und 116 für die durch Aushang in den Wagen bekanntgegebenen Streden 70 M.; Fahrten darüber hinaus foften 100 m. 4428. 28. Januar. Für gebührenpflichtiges Gepäck und für Hunde wird Fahrgeld wie für eine erwachsene Person erhoben. Im AnSprech- Chor für die Proletarischen Feierstunden, Donnerstag, Fernwirkungen der Ruhrbesahung. Nach einer Meldung aus schlußbetrieb mit der Bahn Spandau- Hennigsdorf,( Linie 120) be- abends 7 1hr, Aula der Sophienschule, Beinmeisterstr. 16/17: Uebungstragen die Fahrpreise für eine Einzelfahrt auf den Strecken stunde und Ausgabe der Karten zu den Proletarischen Feierstunden am Johannesburg hofft man, daß der süd afritanische SteinSpandau- Hennigsdorf 160 M., Spandau- Niederneuendorf und fohlenhandel infolge der Befehung des Ruhrgebiets fich wieder Johannisstift- Hennigsdorf 120 M., Spandau- Johannisstift, Jo Stadtverband der Groß- Berliner Frauenvereine am 18. Januar, abends hatte für den südafrikanischen Kohlenhandel den Berlust des ostasiaEine Frauenfundgebung zur Ruhrbesckung Deranstaltet der erholen werde. Der Streif im Randgebiet im vergangenen Jahre hannisstift- Niederneuendorf und Niederneuendorf- Hennigsdorf 8 Uhr, in den Räumen der Sozialen Frauenschule, Barbaroffaftr. 65. fischen Marktes zur Folge, und die britischen Bergwerke versehen 80 Mt. Das Strafgeld für Fahrgäste, die ohne gültigen Fahrschein Rednerinnen: Dr. jur. Anna Mayer, Stadtverordnete. Dorothee betroffen werden. beträgt fünftig das Dreifache des Fahrgeldes für bon Belfen, Geschäftsführerin des Bundes Deutscher Frauenvereine. gegenwärtig Indien und den fernen Osten mit einem großen Teil eine Einzelfahrt eines Erwachsenen auf den Stammbahnen, mithin Emma Walther, Berband der weibl. Handels- und Bureauangestellten. ihrer Steinkohlen. Wenn aber der europäische Markt die jekt 300 m. Die Gebühr für Aushändigung von Fundsachen beträgt Marie Juch a cz. M. d. N. Die andere, für den 18. Januar bereits vor englischen Kohlen dringend benötigt, hofft man, daß die Bergauf den Bahnhöfen 50 m., im Fundbureau, Leipziger Platz 14, 80 M. einiger Zeit angekündigte Versammlung des Stadtverbandes wird ver- werte von Natal und Transval wieder nach dem asiatischen Markt schoben. liefern. Ueber die Tenkungsart der Franzosen spricht Helmuth v. Gerlach morgen( Mittwoch), abends 7 Uhr in der Aula des Nealgymnasiums in eigensee, Bocldpromenade, auf Veranlassung des Arbeiter- Elternbundes. Der Scheck aus Amerika. Der Boykott französischer und belgischer Waren. Angesichts des Eine angenehme Ueberraschung erlebte eine Frau D. aus dem Borgehens der französischen und der belgischen Regierung hat der Borstand des Landesverbandes Berlin und Brandenburg des Süden der Stadt. Sie erhielt vor einigen Tagen von ihrer Bank Reichsverbandes des deutschen Nahrungsmitteíin der Wiener Straße die Mitteilung, daß ihrem Guthaben 50 000 Schiffe in Лof. Ein heftiger Zusammenstoß ereignete Großhandels e. V. seinen Mitgliedern aufs dringendste empMart zugeschrieben werden waren. Die Frau fonnte sich sich um Mitternacht in dem Scheldeknie im Bezirk Austrumcel wi- fahlen, feinerlei Geschäfte mehr mit franzöfifchen und belgischen nicht erklären, woher das Geld gekommen sei und erfundigte sich schen dem aus Hamburg fommenden deutschen Dampfer Firmen direkt oder indirekt zu machen, keinerlei waren mehr mit bei der Bant. Es stellte sich heraus, daß ein Mann einen Sched Aleppo der Deutschen Levante- Linie und dem italienischen französischer oder belgischer Währung zu kaufen und mit keinerlei über 50 000 m. auf ihren Namen eingezahlt hatte. Die rätselhafte vom Lloyd Royal Belge als Fischdampfer gecharterten Dampfer Waren mehr zu handeln, die in französischen oder belgischen Häfen Sache wurde jegt von der Kriminalpestdienststelle aufgeklärt. Ein uguaglianza. Die Aleppo fant schnell, ihrer Befagung gelang liegen, nach deutschen unterwegs oder dort angeladen sind. Schwager der Frau D. hatte an fie einen Brief mit dem Sched aus es, fich zu retten. Der Bordersteven der Uguaglianza ist vollständig Amerita abgefchickt. Diesen hatte ein Briefträger Billi K. in Wildau eingedrückt. Es wird für unmöglich gehalten, den Dampfer Aleppo Devisenkurse. In unserer gestrigen Kurstafel war versehentlich in die Hände bekommen. Statt ihn zu bestellen, war R. mit dem wieder flott zu machen; man wird das Brack wahrscheinlich mit der Briefturs für Dollar falsch wiedergegeben. Er muß richtig Scheckt, den er für sich behielt, sofort nach Berlin gefahren, um Dynamit sprengen müssen. Das deutsche Motorschiff Hei heißen: 16 691,63. Nachzutragen find noch folgende amtlichen Noihn bei der Bank zu Geld zu machen. Zufällig war er aber gerade mat aus Lübeck ist in der Macht vom Sonntag auf Montag an tierungen: 1 japanischer Den 7880,25 Geld. 7919,75 Brief; 1 brafian die Bank der Empfängerin gelemmen. Als man ihm bedeutete, der schwedischen Küste in der Nähe von Sandhamm unterge lianischer Milreis 1895,25 Geld, 1904.75 Brief: 100 österreichische daß er nach einigen Tagen wiederkommen möge, fürchtete er Ent- gangen. Die gesamte Mannschaft, die wahrscheinlich Kronen 22,94 Geld, 23,06 Brief; 1 tschechische Krone 458,85 Geld, deckung und ließ den Scheck in Stich. K. wurde festgenommen. fechs bis sieben Mann betragen hat, ist ums Leben gekommen. 461,15 Brief; 1 ungarische Krone 6,38 Geld, 6,42 Brief; 1 bulgarische Bei ihm fand man noch aus einem andern Briefe zwei Dollarnoten Der Dampfer Greifswald aus Caßrig ist vor Ström- Lema 109,72 Geld, 110,28 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 161,59 Geld, und einen Taschenkalender, der aus einem dritten unterschlagenen stad untergegangen. Die Besayung, acht Mann wurde 162,41 Brief; 100 polnische Mart galten im freien Verkehr etwa Briefe stammt. gerettet. 52 m Der Protest des Reichswirtschaftsrats. In der gestrigen Bollfigung des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates stattete der Borsigende Leipart zunächst dem Hause feinen Dant für die Wahl zum Vorsitzenden ab und fährt dann fort: Groß- Berliner Parteinachrichten. Berfaffungskursus. Donnerstag, den 18. Januar, 7½ Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof parterre. Ref. Genossin Klara BohmSchuch, M. d. R. delegiertenversammlung), Sigung des Bildungsausschusses bei Rohr. Karten zu ,, Anatol" vergriffen. Kreis. Webbing. Donnerstag, den 18. Januar, 7 Uhr, im Gigungsfaal der Kreis. Friedrichshain. Elternbeiräte und Freie Schulgemeinde. Donners. Bezirksversammlung, Schönstedtstr. 1, Rurfus für Schöffen und Geschworene. tag, den 18. Januar, 7 Uhr, Generalversammlung in der Schule Peters. burger Str. 4. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Wir haben uns auf diesen Protest nicht beschränkt, sondern 9. Kreis. Wilmersdorf. Mittwoch, den 17. Januar, 6½ Uhr( vor der Kreisselbstverständlich die Einstellung aller Reparationsleistungen an Frankreich und Belgien verfügt.( Lebh. Zustimmung.) Damit hat 3. Der aufdämmernde Morgen einer besseren Zeit, auf den wir vor allem die Lieferung an Reparationsfohle aufgehört. Frankreich 5. unsere Hoffnung bereits gefeht hatten, ist gleich zu Anfang des neuen scheint nun durch neue Gewalt die Lieferung erzwingen zu wollen, Jahres in tiefen Nebel versunken. Schwere Sorgen lasten wieder nachdem es die Zechenbesiger nicht gefügig genug gefunden hat seinen auf uns angesichts des unerhörten völkerrechtswidrigen Gewaltplänen gegenüber. Die den Zechenbefißern zugestellten BeGewaltakte, die gegen unser Volk und Land verübt worden fehle, die die Beschlagnahme der Kohle androhen, sind ein neuer find. Das ganze deutsche Volk, die Regierung und der Reichstag Gewaltatt, ein neuer Bruch der allerelementarsten Grundsäge an der Spize, hat gegen diese des Völkerrechts. durch nichts gerechtfertigte und durch nichts entschuldbare Bergewaltigung unseres friedlichen und mehrlosen Landes bereits lauten und entschiedenen Protest erhoben.( Lebhafter Beifall.) Auch dieses Haus, das darf ich wohl in aller Ihrer Namen sagen, schließt sich mit dem Ausdruck tiefster Empörung diesem Protest an( lebhafte Bustim mung; die Mitglieder erheben sich von den Plätzen), der als Appell an das Gewissen der ganzen gesitteten Mitwelt auch aus diesem Gaale herausflingen soll. Unseren von der Fremdherrschaft bes drückten und gequälten Landsleuten wollen wir unsere innige Teilnahme, unsere Sympathie dadurch bekunden, daß wir ihnen die Berficherung geben, alles zu tun, was in unserer Macht liegt und dazu geeignet ist, diesen Zustand der Fremdherrschaft abzukürzen und sie möglichst bald wieder zu befreien. Niemals zuvor ist der Wirtschaft in Deutschland eine größere Bedeutung zugekommen als in dieser Gegenwart; von ihrer Weiterentwidlung und Gesundung hängt es ab, ob es uns gelingen wird, aus der Dunkelheit der Sorge und der Not wieder zu einer besseren und lebenswerten Zukunft zu gelangen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es ohne Zweifel jeht mehr als je notwendig, den Ausgleich der Interessen zwischen den verschiedenen Gruppen und Gliedern unseres Wirtschaftsförpers, den Ausgleich zwischen den verschiedenen wirtschaftlichen Auffassungen anzustreben, zu welchem 3mede ja unsere Körperschaft in erster Linie berufen worden ist( Sehr richtig!), d. h. natürlich einen solchen Ausgleich, der die berechtigten Interessen und die notwendigen Be dürfnisse jedes Teils in berechtigter Weise berücksichtigt.( Lebhafte Zustimmung.) Bor Eintritt in die Tagesordnung ergreift das Wort Reichswirtschaftsminister Dr. Becker: Zu meinem lebhaften Bedauern ist es ein bitterer und ungemein trauriger Anlaß, der mir Gelegenheit gibt, zum ersten Male vor Ihnen namens der Reichsregierung das Wort zu ergreifen, und doch bin ich Ihnen dankbar dafür, daß auch Sie mit Ihrem Vorsitzenden laut Ihre Stimme erheben wollen zu einem flammenden Protest gegen den Gewaltaft, den man uns seit langem angedroht und in Diesen Lagen zur Ausführung gebracht hat. Ueber die Art dieses militärischen Einmarsches hat der Herr Reichskanzler am vorigen Sonnabend Einzelheiten mitgeteilt, die den Eindruck erwecken, als fürchte man auf der anderen Seite heute noch jene sagenhafte Ludendorff- Armee, wenn nicht andererseits die Annahme berechtigt wäre, daß diese theatralische Aufmachung des französischen Einmarsches cm Sonntag soll der Einmarsch schon in Bariser Kinos vorgeführt worden sein( hört! hört!) als große Geste in der ganzen Welt wirken sollte. Es ist nichts als ein Ueberfall auf ein wehrlojes Bolt im tiefsten Frieden. Die Fehimenge an Holz und Koks in unseren Reparationsleistungen wird von der anderen Seite als Grund für den Gewaltaft angegeben. Unser Versuch, gerade die Kohlenleistungen zu er füllen, ist soweit gegangen, daß wir in England Kohlen faufen wollten und sie Frankreich anboten, daß Frankreich aber dieses Angebot abgelehnt hat.( hört! hört!) Man wollte eben " Berfehlungen", um die Unterlagen für seine Politif zu gewinnen. ( Sehr richtig!) Die letzten Ziele Frankreichs liegen auf ganz anDerem Gebiet.( Erneute Zustimmung.) Es sind die alten Ziele Frankreichs: Deutschland überall Glieder wegzureißen, es zu zersplittern und zu vernichten als ob man ein Sechzig- Millionen Bolt so einfach aus der Weltgeschichte ausstreichen könnte! Der Minister bespricht nun die bisherigen Folgen der Ruhr besekung, an erster Stelle die Vergrößerung der im Ruhrgebiet ohne hin schon besonders starten Wohnungsnot. Berufsbera tung und Tuberkulose fürforge in der Schule wird verhindert; will man auch noch unsere Kinder opfern, will man tat sächlich das Wort Clemenceaus wahrmachen, daß in Deutschland noch 20 Millionen Menschen zuviel herumlaufen?( Bewegung. Buruf: Das ist ja die Absicht!) Die Kohlenproduffion, die gerade der Befagungsarmee und den Gewalthabern auf der andern Seite am ersten am Herzen liegen mußte, ist nach zuver läffigen Nachrichten an diesen Tagen Man droht uns mit der Beschlagnahme der Kohlensteuer. Man will damit offenbar die Mittel gewinnen, um die Kohle zu bezahlen. Auch eine solche Maßnahme wäre ein grober Bruch des Bölkerrechts und würde so recht in vollem Umfange die angeblich friedlichen und rein wirtschaftlichen Absichten der Franzosen fennzeichnen, von denen diese sprechen. Wir vermögen das nicht zu verhindern, sind aber gerüstet auf diese Maßnahmen und werden dagegen diejenige Maßnahmen treffen, die geeignet fein werden, auch jene Gewaltmaßnahme zu vereiteln.( Lebhafter Beifall.) Aus der Verlegung des Synditats hat man allerlei Schlüsse dahin gezogen, daß das Syndikat aufgehoben werde und die ganze gemeinwirtschaftliche Behandlung der Kohle damit außer Kraft tritt. Wer das Kohlenwirtschaftsgeseh kennt, weiß, daß derartige Befürchtungen unbegründet sind. Die Gemeinwirtschaft beruht auf dem bekannten Gefeß von 1919, folange dieses Gesez besteht, ist die Kohle eben gemeinwirtschaftlich zu bewirtschaften und auch für den Ruhrkohlenbezirk ein Kohlensyndikat zu bilden. Wir müssen uns aber in diesen ernsten Stunden fragen, was uns die Zukunft bringt. Wir dürfen uns keiner Täuschung darüber hingeben: Die Franzosen werden heute und morgen nicht von der Ruhr weggehen, und die Wirkungen auf unser ganzes deutsches WirtschaftsLeben werden schon vielleicht nach nicht langer Zeit sehr schwer sein. Es wird aller Kräfte bedürfen, daß wir über diese Schwierigfeit hinwegkommen. Wir werden eine Berschlechterung der Kohlenlage 136. st. Reinidendorf- Dit. 7½ Uhr Funktionärsizung im Jugendheim SeeMorgen, Donnerstag, den 18. Januar: bad, Residenzstr. 49. Jeder Bezirk muß vertreten sein. Jungsozialisten. Gruppe Neukölln. Die Veranstaltung fällt aus. Alle Genossen besuchen die Gesamtveranstaltung am Freitag. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 18. Januar: 3. Abt. 7% Uhr bei Krüger, Engelufer 23. Thema: Massenelend und Gebärzwang". Ref. Gen. Dr. Moses, M. d. R. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Abteilungsvorsigende! Laut Beschluß der Bezirksausschußfigung findet am Donnerstag, den 18. Januar, abends 7 Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Straße, eine allgemeine Mitgliederverfammlung statt. Die Genoffin Bohm- Schuch spricht über das Thema: Völkerfrieden und Völkerversöhnung; gegen imperialistische Billtür". Alle Abteilungsveranstaltungen fallen aus. Mitgliedsbitcher sind mitzubringen. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Heute, Mittwoch, den 17. Januar, findet in der Zeit von 5-7 Uhr die Ausgabe der Handzettel statt. Alle Abteilungen müssen dieselben abholen. Heute, Mittwoch, den 17. Januar: Friedenau. Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Diskussionsabend: Politische Tagesfragen". Friedrichsfelde. Jugendheim Berliner Str. 44, Bortrag: ,, Darwin und feine Lehren". Friedrichshagen. Jugendheim Scharnweberstr. 105, Gemeindeschule Auguste- Bittoria- Straße, Vortrag: Vortrag: Arbeiterjugend und seguelle Fragen". Karlshorst. Jugendheim ,, Was uns die Revolution brachte". Raulsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Adolfft, 25, Vortrag: ,, Gemeinschaftsgeist". Lichtenberg- Mitte. Jugendheim Dosseftr. 22, Diskussions. abend: Alkohol und Nikotin". Marienborf. Jugendheim Schulbaracke Königstraße, Vortrag: Kunst und Proletariat". Nordosten. Jurandheim Chrisi. in Deutschland unter allen Umständen zu verzeichnen haben, schon burger Straße 14, Diskussionsabend: Sozialismus Religion". Prenzlauer infolge der geringen Förderung, dann aber sicher auch durch die stad. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Bortrag: Sport und Körperpflege". Schöneberg III, Lindenhof. Jugendheim Schule in der Maßnahmen, die Frankreich und Belgien treffen werden. Unsere Siedlung, Vortrag: Arbeiterinend und seruelle Fragen". Wedding. Rohlenversorgung ist zurzeit erträglich. Ueber das Schwerste wer- Jugendheim Gemeindeschule Müller, Ede Triftstraße, Vortrag: ,, Sozialisieden wir zunächst einmal hinwegkommen. Wir werden uns aber rungsbestrebungen nach der Revolution" andererseits auch heute schon dorauf einstellen müssen, daß Ein- Ede Böhmische Straße. 14. Kreis. Kreisdelegiertenßigung 7 Uhr in der Jugendherberge, Canner, schränkungen in der Zuteilung deutscher Kohle unabweisbar sein werden, daß wir unsere Betriebe schon heute danach einstellen und unter Umständen abstellen müssen und daß unter allen Umständen, wenn ungehindert weitergearbeitet werden soll, fremde Kohle hereingebracht werden muß, selbstverständlich unter großen Opfern, so wie die Marktlage heute geworden ist und wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten sein wird. Wir werden aber auch, und darüber muß die Bevölkerung völlige Klarheit haben, mit einer starken Berteuerung unserer Lebenshaltung für die nächste 7 hr Ede Weißenburger und Saarbrüder Straße. Zeit zu rechnen haben, die sich ohne weiteres aus der Befehung des Ruhrgebiets und dem Sturz der Mart zwangsläufig ergibt, ohne daß man durch irgendwelche Maßnahmen ihr ernsten Einhalt tun könnte. Aber gerade diese Entwicklung, der wir heute schon ins Auge sehen sollen, legt der Gütererzeugung, dem Umsatz und allen daran Beteiligten die schwere Pflicht auf, wenigstens dafür zu sorgen, daß die Verteuerung nicht über das unbedingt notwendige Maß hinausgeht. ( Sehr richtig!) Mit gefeßlichen und Verwaltungsmaßnahmen ist leider nicht viel zu machen, wir müssen uns selbst, soweit wir daran beteiligt find, innerlich darauf einstellen, daß wir nicht aus der Not der Zeit noch Vorteil ziehen wollen. Was die Regierung tun fann, find wir bereit zu tun. Mit den Gewerkschaften werden in der allernächsten Zeit neue Verhandlungen stattfinden. Immer werden wir dabei uns und den anderen ins Gedächtnis zurückrufen, daß es auch Menschen in unserem Volte gibt, die nicht in der Lage sind, die ganze Teuerung der Zeit auf andere abzuwälzen, die heute schon an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stehen. Wie mancher hat in den lezten Monaten schon das Lehte hingeben müssen, um nur den dürftigsten Lebensunterhalt bereitzustellen, soweit er nicht schon bereits dahin hinübergegangen ist, wo er Vergessenheit von alledem findet, was uns drückt. Schweres steht uns bevor. Ueberraschen dürfen wir uns nicht laffen von dem, was kommen wird. Wir müssen auch mit Ar beitslosigteit, mit Einstellung und Einschräntung gen. Täuschen wir uns nicht darin, daß, wenn auch Hilfe vom Aus Der Betriebe rechnen, wir müssen rechtzeitig vorfor land tommen sollte, auf die wir nicht mehr rechnen können und wollen, wir wollen allein stehen und allein auf uns angewiesen sein, diese Hilfe fehr lange auf fich warten lassen wird. Wenn es schon den anderen Mächten nicht gelungen ist, die Fran30fen von dem Einbruch ins Ruhrgebiet zurüdzuhalten, so wird es noch schwerer fein, sie wieder zurüdzubringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Friedensgesellschaft hält Mittwoch, den 17. Januar, im Hörsaale des Juſtituts und Museums für Meereskunde in der Frau Dr. Helene Stöcker und Dr. Kurt Siller über den Haager Welt( Georgenstraße 34-36, am Friedrichsbahnhof), abends 7% Uhr, eine Gigung ab, friedenstongreß, Bericht erstatten werden. Gefangverein Berlin- Mitte. Donnerstag, den 18. Januar, Uebungsstunde gemeinsam mit dem Gesangperein Einigkeit". Treffpunkt der Sangesbrüder Bund heimattreuer Ostpreußen. Gruppe Nordwest. Versammlung Donnerstag 8 Uhr im Artushof, Perleberger Str. 29. Berein für Kunstpflege. Lichtbildervortrag Feuerbestattungen in alter und neuer Zeit". Ref. Herr Millahn, Donnerstag, den 18. Januar, 7½ Uhr, im Augusta- Gymnasium, Charlottenburg, Cauerstr. 37. nuar, abends 8 Uhr, in der Sozialen Frauenschule, Barbarossastr. 65. Thema: Ctadtverband der Groß- Berliner Frauenvereine. Donnerstag, den 18. JaBon ausländischer Frauenarbeit". 1. Gindrücke von der Tagung der internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit im Saag: Dorothee v. Velfen 3. Eindrücke von Frauenarbeit in England: Alice Salomon. und andere. 2. Eindrücke von Frauenarbeit in der Schweiz: Anna v. Gierke. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Abteilung Webbing. Freitag, den Arbeiter- Samariter- Rolonne Berlin, c. V. Abt. Hermsdorf. 19. Januar, Mitgliederversammlung mit äußerst wichtiger Tagesordnung, u. a. Reumahlen, beim Genoffen Dieke, Boyenstr. 19. Beginn 18 Uhr. turfus in der ersten Hilfe beginnt am 19 Januar, 8 Uhr, im Turnhallen gebäude, Roonstraße, Feuerwehrvaum. Anmeldungen dort. Der LehrLebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau. Fische ziemlich knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 950-1275 M., ohne Knochen 1200-1400 M. Schweinefleisch 1300-1650 M. Kalbfleisch 850-1450 M. Hammelfleisch 1250 fisch 300-573 M. Kabeljau 300-550 M. Rotzungen 380-475 M. Grüne bis 1500 M. Rüokenfett 1700-1880 M. Rindertalg 1300-1400 M. SchellHeringe 250 M. Flundern 200-450 M. In Eis: Schleie 700-900 M. Hechte 650-775 M. Lebende Schleie 900-1100 M. Hechte 840-950 M. 2000-2200 M. Eier 125-145 M. das Stück. Weißkohl 50-60 M. WirNaturbutter 2250-2600 M. Margarine 1200-1500 M. Schweineschmalz singkohl 50-65 M. Rotkohl 80-100 M. Kohlrüben 35-46 M. Mohrrüben 35-38 M. Grünkohl 55-70 M. Kartoffeln 120-140 M. 10 Pfund. Wetter bis Donnerstag mittag. Zunächst etwas tälter, zeitweise beiter, jedoch unbeständig bei frischen nordöstlichen Winden. Deftlich der Oder leichter Frost, später neue Erwärmung bei mäßigen füdwestlichen Binden, Lessing- Th. Central- Theater um 15 bis 20 Prozent zurüdgegangen. ( Hört! hört!) Die Bergarbeiter haben erklärt, daß fie Ueber schichten, die sie vom 15. Januar ab verfahren wollten, nunmehr nicht verfahren würden. Auch die Bergarbeiter im übrigen Ruhrgebiet haben erflärt, daß fie feine Ueberschichten verfahren wollten in dem Augenblick, wo die Franzosen anmarschieren würden. Wenn wir alles das, was uns bevorsteht, bestehen wollen, fo Der deutsche Arbeiter ist eben ein freier Arbeiter, Fron- und müssen wir uns in einem zusammenfinden, wir müssen gemeinsam Knechtsarbeit liegt ihm nicht, er will in Freiheit feiner Arbeit nach mit Ernst und Würde zu tragen versuchen, was uns die Zukunft auch gehen, aber nicht unter dem Druck der Bajonette. Was glaubt Frant bringen möge. Der Obmann des Betriebsrats von Krupp reich unter solchen Umständen mehr aus dem Ruhrgebiet ziehen zu hat den Arbeitern zugerufen faft mit denselben Worten: Wir sind fönnen? Bermindert sich die Kohlenproduktion an der Ruhr, so Deutsche und werden Deutsche bleiben, troß französischer Bajonette müssen wir im übrigen Deutschland drosseln oder uns Kohlen im und Franken. Einiges Zusammenstehen ist jetzt die Parole"( LebAusland laufen. Es gibt also entweder bei uns Arbeitslosig hafter Beifall.) Ich wüßte auch fein befferes Wort zum Abschluß keit oder eine Hauffe in Kohlen auf dem Weltmartt, meiner Darlegungen. Wir werden die Gefahren der nächsten für die sich doch auch die andern Völker etwas mehr interessieren 3 eit nur dann bestehen, dann aber auch sicherlich Schatzgräber Verschwender bestehen, wenn wir einig zusammenstehen. An der Der Einbruch der Franzosen hat weiter die deutsche Mart, gefchloffenen deutschen Abwehrfront werden alle französischen, poli- Schauspielhaus von der man fürzlich glauben konnte, fie habe ihren Liefstand befifchen wie wirtschaftlichen Bläne ficherlich zerschellen.( Bebhafter Hidalla Deutsch. Theat. Sod. U. z. 1. Mae Varieté fönnten. reits hinter sich, wieder ein gewaltiges Stück rüdwärts geriffen. Beifall und Händeklatschen.) Heute wird der Dellar mit 16 000 gemeldet.( Hört! hört!) Glaubt man damit, Deutschland leistungs fähiger zu Reparationsleistungen zu machen, an denen allein es doch Frankreich nach seinen Behauptungen liegt? Der Anleiheausschuß hat schon schon flipp und flar erklärt, daß Deutschland zahlungsunfähig sei. Glaubt denn Frankreich von seinen fünstlichen Mitteln, mit denen es den Kurs des Frankens bisher einiger maßen hat halten können, auf die Dauer Gebrauch machen zu fönnen und davon dauernden und starken Erfolg zu haben? Für das neubelegte Gebiet gab dann der christliche Gewerktiefste Entrüstung und Empörung der Bevölkerung des Ruhrgebiets schaftler Breddemann Essen eine Erklärung ab, in der er die zum Ausdruck brachte. Im Namen aller Bolfsgenossen des Ruhrgebiets legte er das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Gesamtvolte und zum Gesamtvaterlande ab und versprach, dem übrigen Deutschland die Treue zu halten, um die das Bolt an der Ruhr selbst bittet. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 7 Uhr: 72 Uhr: Theater 1. d. 7 Uhr: Hamlet Königgrätz. Str. Karts Gelsesr SU: Savonarola Kammerspiele H. H. v. Twardowski 7.45 3 Uhr: Timotheus Donn. 8 Uhr: Das Glas Wasser ( Karlstraße) Jungfrau Sonntag, 21. Januat Komödienhaus in flagranti 145 Erdgeist Der Reichswirtschaftsrat nahm folgende Entschließung Do Kameraden Gr.Schauspielh. Darf man annehmen, daß die wirtschaftliche Beunruhigung fiá einstimmig an: Berliner Th. U: Die törichte auf Deutschland beschränken und nicht vielmehr weitere Kreise der Die im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat vereinigten Vertreter 7.15: Madame Do. 72: Die töWelt ergreifen wird? Wird nun Frankreich auch nur annähernd fein des gesamten deutschen Wirtschaftslebens billigen die von der deut- Pompadour richte Jungfrau Ziel erreichen und mehr Kohle und Holz erhalten? Mit unseren fchen Reichsregierung abgegebenen Erklärungen, insbesondere den Hilde Wörner, Ro- 2 Uhr; Das Schwarzganzen Holzlieferungen haben wir nur einen Rückstand von darin zum Ausdrud gebrachten festen Willen des deutschen Boltes, berts, Wirl, Hasket. wenigen Millionen Frank in französischer Währung. Unser ganzer den übernommenen Verpflichtungen bis zur Grenze der Trianon- Th. Rückstand an Robienlieferungen beträgt ebenfalls in französischer Währung vielleicht 20 bis 25 Millionen Frant. Nun handelt es sich ei ffungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft nach zuum rund 60000 Mann französischer Soldaten, wovon jeder tommen. allein einen Sold von 22% Frank bekommt. Man berechne danach, Die vertrags- und völkerrechtswidrige Befehung des Ruhrgebiets wieviel Millionen allmonatlich diese Besetzung foftet, und vergleiche als wichtigsten Rohstoffzentrums der deutschen Wirtschaft hat den damit die geringen finanziellen Vorteile, die sie etwa haben fönnte. angestrebten Ausgleich mit Frankreich unmöglich gemacht und muß Wir haben solange mit vernünftigen Zureden gearbeitet und es hat die erdrücklichsten Folgen nicht nur für die deutsche Volkswirtschaft, nichts genutzt. Gewalt fönnen wir der Gewalt nicht entgegensetzen, sondern auch für die ganze übrige Welt zeifigen. wohl aber haben wir in schärffter Form Proteft gegen dieses völkerrechtswidrige Vorgehen erhoben, und es ist erfreulich, daß in diesem Augenblick hinter diesen Brotesten das ganze deutsche Bolt in allen seinen Schichten und Ständen sich gestellt hat. Der Vorläufige Reidswirtschaftsrat erhebt gegen die Gewallatie Frankreichs und Belgiens schärften profeft. Er gelobt einmütig, die Reichsregierung bei Abwehr diefer Gewcltafte mit allen zweddienlichen Mitteln zu unterstühen. Täglich 8 Uhr Erika Glassner in issi die Kokotte Pers.unter 18 Jahren haben keinen Zutritt Walhalla- Th. Tägl. 7: Die Schwarze Rosel waldmädel 7% Uhr: Der Biberpelz Donn. 7 Geschäft ist Geschäft Freitag 7: Faust 72: Der Bigamist Freitag z. 1. M.: Die Macht derFinsternis Deut. Künstler- Th. SCALA Heute bis Freit 72: 8 Großmama( Dorsch Magdalena Uhr Jnternat Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 7%) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vem Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka, Nordheim. Wien- Berlín Unterhaltungs- Varieté Jagerstr 4 Uhr 8 Uhr 3 Das neue Programm 630 Theater, Lichtspiele usw. siehe auch nächstfolgende Seite! 133. 0. 87. 21. Deutsch. Opernhaus Berlinbet am 6. Mai 1921. Abends 7 Ubr: AIDA Große Volksoper im Theat. d.Westens 7: Tristan u. Isolde Intimes Theater 72 U.: Bubi will nicht usw. 104: Freundinnen " Gastspiel Iven Andersen Jeder die Hälfte! Lustspielhaus 8 ( gez.) Romeite als Gerichtsschreiber. Im Namen des Volkes! Anerkenntnis- Tellurteil. In Sachen der Firma H. Underberg- Albrecht zu Rheinberg( Niederrhein) Klägerin Prozeßbevollmächtigte: Rechtsanwalt Justizrat Dr Seligsohn I, Justizrat Selig. fohn Il und Dr. Julius L. Seligsohn zu Straße 1 Admirals- Varieté täglich 4- UHR- Tee mit be sonderem Varieté- Programm Ohel freiem Eintritt! dmirals- Verieté 730 Das neue Programm! 7 Die Sensation Berlins J: Der Mustergatte Berlin NW 7, Brinz- Louis- Ferdinand Deutscher Metallarbeiter- Verband U.: mit Max Adalbert Metropol- Theater 72 U.: gegen Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. den Kaufmann Hermann Reinhold Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr. NewYork- Berlin brecht zu Berlin, Friedrichstr. 122/123 Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Beklagten Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Neues Operett.- Th 73% Uhr: Heirate deine Frau! Dr. Walter Fraentel zu Berlin C 19, Gertraudtenstr. 18/19 Gold- und Silberschmiede Heute, Mittwoch, 17. Januar, nachNeues Th. am Zoo hat die 16. Zivilkammer des Landgerichts I mittags 5 2hr, im Dredener Garten, 72 Jean Gilberts Operette in Berlin unter Mitwirkung des Land Dresdener Straße 45: Neues Volkstheater 7% Uhr: Sardanapal Renaissance- Theat. ben, des Landrichters Lindhorft und Amtsfür Recht erkannt: Borine u. der Zufall erichtsdirektors Dr. Gerdes als Borgen. Branchenversammlung gerichtsrats Gayl als beisigende Richter, aller in der Gold- u. Silberwaren industrie beschäftigten Kolleginnen Dem Betlagten wird unter Anund Kollegen. drohung einer Strafe von 1500 Mart oder einer Haftstrate von 6 Monaten Tagesordnung: 1. Bericht der Berhandlungskommission. 2. Distuffion. für jeden Fall der Uebertretung unterfagt, selbst oder durch seine Bertreter Die Bersammlung wird pünktlich oder Beauftragten die Behauptung zu eröffnet, daher ist es Pflicht aller Kolleginnen verbreiten, daß er früher in der Firma und Kollegen, rechtzeitig zu erscheinen. H. Underberg Albrecht gewesen ist, 7 Uhr: Die Juden Schiller- Th. Charl. 8 Uhr: Pygmalion Thalia- Theater 7 Uhr: Ein Jahr ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. 7% U.Dein Mund... Stg.312: Vetter aus Dingsda Theater in d.Kommandant.- Str Geschl. Morg. 72 oder daß er das Originalrezept dieser Heute, Mittwoch, 17. Januar, abends Firma besige, oder daß die Firma fich 7 Uhr, in Kliems Festfälen, Hasenheide: aufgelöst hat Entscheidung über die Roften Versammlung des Rechtsstreits bleibt dem Schluß aller Heizungsmonteure, NohrDieses Urteil ist leger, Rohrlegerhelfer und Bauflempner, die während des urteil vorbehalten. vorläufig vollstreckbar. Legende ein. Lebens( gez.) Dr. Gerdes Gayl Lindhorst Streits zu den vom Deutschen Wallner- Theater 8 Uhr: Der kühne Schwimmer Der Blaue Vogel U. Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 33. 0. 87. 21. Im Namen des Volkes! Zeilurteil. Jn Sachen der Firma H. Underberg- Albrecht in Rheinberg( Niederrhein) Klägerin Metallarbeiter Verband aufge stellten Lohnbedingungen ge arbeitet haben. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Die Bertrauensleute treffen fich eine Stunde früher im selben Lokal. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Prozeßbevollmächtigte: Rechtsanwälte Juftizrat Or. Seligsohn I, Juftigrat Selig- Donnerstag, 18. Januar, pünfflich john il und Dr. Julius L. Seligfohn in nachm. 4 2hr im Lokal von Schrader, Berlin, Prinz- Louis- Ferdinand- Str 1 Alte Schönhauser Straße 23: gegen 8% den Kaufmann Hermann Reinhold Branchenfommissionsfißung Allabendliche Das 3. Programm 14 Albrecht in Berlin, Friedrichstr. 122/125 der Zigaretten Maschinenführer Beklagten und Betriebshandwerker. Abends 7 Uhr findet in demfelben Lokal die Bertrauensmännerfigung statt. - Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr. Walter Fraentel in Ber.in, Ger traudtenstr. 18/19 Residenz- Th. Dat die 16. Ziviltammer des Landgerichts I Täglich 8 Uhr in Berlin auf die mündliche Berhandlung vom 28. Juni 1921 unter Mitwirkung des Landgerichtsrates Rusch und des LandEs lebe das Leben andgerichtsdirettors Dr. Gerdes, des yon H. Sudermann richters Lindhorst Ida Wüst Schroth, Klein, Böttcher, Els. Wasa Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen Carola Toelle, Olga Limburg Tägl. 10-12 Uhr: Nachtvorstellg. Rita Sachetto, Marcel Salzer und das große Januar- Programm! Theater des Ostens 73 ( Rose- Theater) FloriansHochzeit Casino- Theater für Recht erkannt: Alle Vertrauensleute haben zu erscheinen. Donnerstag, den 18. Januar: Branchen- BertrauensmännerKonferenzen: Der Beklagte wird verurteilt, es bei Bermeidung einer für jeden Fall der Autogen- und Elektroschweißer: Zuwiderhandlung festzusegenden gerichtlichen Strafe und zwar Geldftrafe bis zu 1500 Mart oder yaft bis zu 6 Monaten zu unterlassen: den von ihm hergestellten oder vertriebenen Bitör als Echter Boone tamp, Marte gefeßlich geschüßt" zu bezeichnen oder für ihn eine andere Bezeichnung zu gebrauchen, die den Anschein erweckt, als ob dem Be- Elsenformer und Berufsgenossen: tlagten die Bezeichnung Abends 7 Uhr, im Lokal von Neumann, Gubener Str. 45. Chirurgische Branche: Nachm. 5 Uhr, im Lokal von Hummel, Sophienstr. 5. Drahtarbeiter: Abends 7 Uhr, bei Einrichter und Revisoren: Abends Bieberstein, Adalbertstr. 59. 6 Uhr, im Rofenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Am 14. Januar verstarb Herr Kommerzienrat Dr.- Ing. h. c. C. P. Goerz Gründer unseres Werkes, dieses aus kleinen Anfängen rastlos fördernd, für seine Entwicklung stets bedacht, gütig gegen jedermann, erfüllt uns gegen den Heimgegangenen besonders in dieser Stunde schmerzlicher Trauer tiefste Dankbarkeit und Verehrung. Sein Vorbild in dauerndem Gedenken, wird die Weiterarbeit in seinem Geiste für uns eine Ehrenpflicht sein. Berlin- Zehlendorf( Wsb.), den 15. Januar 1923 Die Angestellten und Arbeiter der Goerz Photochemisch. Werke G. m. b. H. Am Sonntag, den 14. Januar, verschied nach kurzem Krankenlager unser verehrter Chef, der Kommerzienrat Dr.- Ing. h. c. C. P. Goerz Wir betrauern in ihm einen der Tüchtigsten der optischen Industrie und den geistigen Leiter unserer Firma. Er war ein aufrichtiger und lauterer Charakter. Ehre seinem Andenken! Zehlendorf( Wannseebahn), den 14. Januar 1923 Die Angestellten und Arbeiter der Sendlinger Optisch. Glaswerke G. m. b. H. rugenlose Zur KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 90 M. Anzeigen die für die Fettgedrucktes Wort 150 M. ( zalässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wert( fettgedruckt) 100 M., jedes weitere Wert 70 M. Werte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Werie bestimmt sind, müssen bis 42 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Verwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe istwachentags von morgens 9 Uhr bis nachmittags 50br ununterbrochen geöffnet. Verkäufe Berfer und beutsche Teppiche auft höchstzahlend Reschte, Neutölln, RaiserFriedrich- Etraße 5. Tel. Neukölln 9123. Metalleinkauf. Felle, Roßhaare, Schafwolle. Fahrtvergütung. Woldenbergerstraße 2. Aleg. 1837. * Möbeleinkauf. Wirtschaften, Nachlässe, Teppiche, Klaviere. Woldenbergerstr. 2. Alerander 1857. * Säde fauft Bener, Gollnowstr. 9. Glühftrumpfafche tauft Blümel. Elfasserstraße 25a I. höchsten Pianos, Flügel fauft zu Tagespreisen Pianomagazin, Barba 197/ 12* reffeplag 2, Nollendorf 5397. 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Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung An Höhe von 50 000( rün zigtausend) Mart vorläufig vollstreckbar. ( gez.) Dr. Gerdes, zugleich file ben beurlaubten Landgerichtsrat Rusch ( gez.) Lindhorst Der neue Schlager! 8 Uhr: 33. 0. 87. 21. Mullers Prinzeßchen Im Namen des Volkes! Urania Theater 8 Uhr: Die. Rätsel d. Vogefzuges. Kl. Saal 8 U.: Bilder aus d. Eheund Familienleben unserer Vögel. I. Reichshallen- Th. Allabendlich 7/2 Uhr, Sonntags nachm. 3 Uhr halbe Preise In Sachen der Firma H. Underberg- Albrecht in Rheinberg( Niederhein) Klägerin Prozeßbevollmächtigte: Rechtsanwälte Justizrat Dr. Seligsohn I, Justizrat Seligjohn Il und Dr. Julius L. Geligfohn in Berlin, Prinz- Louis- Ferdinand- Str. 1 gegen den Kaufmann Hermann Reinhold Albrecht in Berlin, Friedrichstr. 122/123 Betlagten -Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr Walter Fraentel in Berlin, Gertraudtenstr. 18/19 STETTINER Säng. wegen unlauteren Wettbewerbes Dinhoff- bat die 16. 8iviltammer des Landberichts 1 in Berlin auf die mündliche Verhandlung Brett'! Dom 7. Februar 1922 unter Mitwirkung Anf.7/ 20. der Landgerichtsräte Dr. Gayl und Kusch und des Landrichters Lindhorst für Recht erkannt: WINTERTEN VarietéSpielplan Rauchen gestattet! Circus Busch Tgl. 74. Stgs. auch 3 Uhr Auf vielfachen Wunsch verläng. Der deutsche Erfols: Die Nibelungen Neue Dressuren Die 5 Luftteufel Theater u. Kottb, Tor Täg!. 72 und I. Der Klägerin wird die Befugnis zugesprochen, den verfügenden Teil diefes Urteiles sowie den des Anerkenntnisurteiles vom 6. Mai 1921 und des Teilurtelles vom 5 Juli 1921 innerhalb eines Monats nach Zustellung dieses mit dem Rechtstraftatteste versehenen Urteiles auf Roften des Betlagten in filntzehn deutschen Zeitungen befanntzumachen. II. und Signalbaubetriebe: Abends 7 Uhr, bei Dams, Schlegelftr. 9. Eisen-, Revolverdreher und-dreherinnen sowie Rundschleifer: Abbs. 7 Uhr, in der Schulaula, Koppenplag 12. Elektromonteure und Heifer: Abds. 7 Uhr, in der Schule, Auguststr. 68. Emaillierer: Abends 6 Uhr, bei Boß, Weberstr. 6. Gold- und Silberarbeiter: Nachm. 5% Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45a. und C 19, Seydelstraße 5( Spittelmarkt) Max Busse Neu eröffnet! Gegründet 1878. Neu Ankaufsabteilung eröffnet! für Gold-, Silber-, Platin- I Brillanten gegenüber dem altbekannten Haupt Geschäft Brunnenstraße 18 Graveure und Ziseleure: Nachm. 5 Uhr, im legandriner, Aleganbrinenstr. 37a, Gaal 4. Gürtler, Kronenschlosser Kronenklempner: Nachm. 5 Uhr. im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. Hilfsarbeiter: Abends 7 Uhr, bei Carus, Boltastr. 37. Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser 1. welbliche Berufsangehörige: Abends 6/2 Uhr, im Sigungssaal des Verbandshauses, Linienſtr. 83/85. Kesselschmiede: Abends 7 Uhr, im Lotal von Barleben, Burgsdorfstraße Ecke Wildenomstraße. Klempner: Rachm. 5% Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 24. Maschinenschlosser: Abds. 7 Uhr, im Mechaniker, Uhrmacher, Optiker, Rosenthaler Hof, StofenthalerStr.11/ 12. Eicher und Elcherinnen: Nachm. 5 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 24( Saal 1). Metalldrücker: Nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshans, Engelufer 24. Metallformer und Berufsgenossen: Rachm. 42 Uhr, im Lotal von Müller, ca. 500 g Block 280. la Faßseife 1 kg 400. Schönleinstr. 6. Metall, Revolverdreher und-dre Seifenpulver, Soda billig. herinnen: Nachm. 5 Uhr, bei Reinte, Büttner, Griinauer Straße 17. Metallschleifer und Galvaniseure: Gr. Frankf. Str. 130 Nachm. 5 Uhr, im Dresdener Gesellschaftshaus, Dresdener Straße 116. Der Beklagte hat die Roften des Schmiede: Abends 7 Uhr, im BerbandsRechtsstreits zu tragen. III. Das Urteil zu 1) ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 3000( breitausend) Mart vorläufig vollstreckbar. ( gez) Dr. Gay! Rusch Lindhorst Vorstehendes Urteil hat die Rechtskraft erlangt. Berlin, den 20. Dezember 1922. ( gez) Rommel, Justiz- Obersekretär ( L.S.) Gerichtsschreiber des Landgerichts I 8ipiltammer 16. gesticgen im Elite- Ungeheuer Preise sind hans, Linienftr. 83-85. an der Invalidenstraße. Waschseifen Schokoladen, Schnittarbeiter, Stanzer, Presser, große Auswahl be Zuschneider und Arbeiterinnen: fannter Marten. Abends 6 Uhr, in der Schulanta, Billigft.Bezugsquelle Weinmeisterstr. 16. für Kantinen und Schraubendreher: Abends 6 Uhr, im Wiederverkäufer Lokal Stalizer Straße 51/52 Paul Grindel, Schwarzbleche, Eisenmöbel- und Möbelschloßbetriebe: Abends 7 Uhr, Schokol Großhandl., Berlin C. 25, bei Boweleif, Jostystr 7. 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