Abendausgabe Nr. 27 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 14 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife sind in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SB. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlia Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 22 Mark Mittwoch 17. Januar 1923 Berlag und Anzeigehabteilung: Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Verlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Beschlagnahme der Kohlensteuer. Paris, 17. Januar.( WEB.) Die Agentur Havas berichtet| Bohwinkel, 17. Januar.( Köln. 3tg.") Da auch der nörd über die nächsten Maßnahmen: Infolge der gestern festgestellten Ver- liche Teil des Kreises Mettmann besetzt ist, begab sich der Landfehlungen Deutschlands bei den Kohlenlieferungen hätten fich die rat zu dem französischen General in Bredenen und erklärte ihm, französische und die belgische Regierung entschlossen, sofort auf Konto daß er die Belegung für einen Bruch des Bölkerrechts und der Alliierten die Kohlensteuer in den besetzten Gebieten zu des Bersailler Friedens halte, mogegen er Einspruch erhebe; er werde erheben. Jtallen werde sich dieser Maßnahme anschließen. Weitere als Beamter seine Pflicht erfüllen und sich nicht von seiner deutschen Sanffionen seien noch Gegenstand von Beratungen zwischen den drei Gesinnung abbringen lassen. Der General nahm diese Erklärung Regierungen, und zwar infolge der zwei weiteren von der Re- schweigend zur Kenntnis. parationstommiffion festgestellten Berfehlungen Deutschlands. Es fäme die kontrolle der Dominialwälder in Betracht. Nur 45 000 Mann." Diese werde vorbereitet, ferner werde die Errichtung einer Hughes hat den französischen Botschafter Jusfer and um Aus. Paris, 17. Januar.( New York Herald.") Staatssekretär 3ollinie im Rheinlande und um das Ruhrgebiet geprüft.. tunft ersucht, ob wirklich 100 000 Franzosen ins deutsche RuhrNach dem Journal" werden im Reparationsausschuß die Ber- gebiet eingerüdt feien. Boincaré wies den Botschafter an, zu handlungen über die deutschen jogenannten Verfehlungen fortgefeht erklären, daß die Invasionsarmee 45 000 Mann nicht überschreiten werden. Die Berfehlungen bei den Sfidstofflieferungen und bei der werde. Durchführung der französischerfeits geforderten großen öffentlichen Arbeiten erfordern eine vorherige Prüfung, mit der man begonnen habe. Bezüglich der Benzollieferungen an Italien werden die deutfchen„ Berfehlungen" unverzüglich festgestellt werden. 99 Wie die Agence Havas berichtigend mitteilt, hat die Reparationsfommission in ihrer gestrigen Vormittagsfihung Berfehlungen Deutschlands" bei den Kohlen- und Biehlieferungen festgestellt, nicht aber bei den Holzlieferungen. Die Kohlenrequisition. Baris, 17. Januar.( Havas.) Gestern haben sechs Effener Zechenbefizer die Requisitionsorder erhalten. Weitere Requisitionsbefehle sollten gestern abgehen. Die Grubendirektoren werden einzeln für die Lieferungen haftbar gemacht, d. h. es wird ihnen mit dem Prozeß vor dem Militärgericht gedroht. Weiterer Vormarsch. Die Hoffnung auf Rußland. In der fritischen Lage in der sich gegenwärtig Deutschland befindet, zeigt sich erneut der unpolitische Sinn und die illusionäre Einstellung breiter Kreise des deutschen Boltes. Es ist nicht nur bezeichnend, daß man sich über die ungeheure wirtfchaftliche und politische Tragweite des Konfliktes mit Frankreich feine Rechenschaft abgibt und sich wie in den Jahren des Krieges an patriotischen Phrasen und großen Gesten berauscht, noch wesentlicher ist, daß man sich in denselben unpolitischen Kreisen des Volkes Julufionen hingibt, die in krassem Widerspruch zu der Wirklichkeit stehen. Eine dieser Illusionen ist die Hoffnung auf Rußmachen sich Anzeichen einer nationalbolfchemistischen Bewegung Ian d. Wieder, wie zur Zeit des russisch- polnischen Krieges, in Deutschland bemerkbar. Träger dieser Bewegung sind gerade jene Kreise des Bürgertums, die sich sonst mit Haß und Ingrimm gegen den Sozialismus und Kommunismus wenden. Sie sprechen auch heute verächtlich von den sozialpolitischen Bestrebungen der kommunistischen Partei und der Sowjet regierung. Was sie wollen, ist die militärische UnterDie Franzosen haben heute morgen ihren militärischen Borstützung, die sie in Sowjetrußland zu finden hoffen. Diese Spe marsch von Dortmund und Essen aus fortgefest Swischenfälle tulation, die ebenso verfehrt wie verbrecherisch ist, findet in Richtung Kupferdreh, jedoch sind Schwelm und Elberfeld noch den reaktionären Zielen der Nationalbolichemisten nichts ge find nicht bekannt geworden. Der Vormarsch geht über Mettmann merkwürdigerweise Antlang auch in solchen Kreisen, die mit nicht besetzt; in nördlicher Richtung Vormarsch von Dortmund aus in Richtung auf Asselm. Unna ist noch nicht besett, auch Hagen noch frei. Hingegen ist er defe gestern abend noch besegt worden. Die beitenden Bergbaubeamten der Gute- Hoffnungs- Hütte er flären, daß fie, wenn ihre Direttoren verhaftet werden, ebensowenig wie diese fich französischen Befehlen fügen würden. Die lints rheinischen Bechen haben erklärt, daß fie, soweit nichtdeutsche Stellen in Frage tommen, lediglich von dem Alliierten Ausschuß in Koblenz Werke und der geförderten Kohlen erfolgen sollte, so wird auch diese Befehle entgegennehmen werden. Falls eine Beschlagnahme der Maßnahme den Franzosen nicht das Geld einbringen, um die Bergarbeiter damit bezahlen zu können. Auf den Halden sind kaum fo viel Kohlen vorhanden, wie den französischen Wünschen entsprechen Paris, 17. Januar.( WTB.) Journal" berichtet, daß eine neue Abteilung Ingenieure zur Berstärkung der Mission Coste abgereist| dürften. ist; einige englische Ingenieure sollen sich Frankreich für das Ruhr. gebiet zur Berfügung gestellt haben. Paris, 17. Januar.( Eca.) Wie die„ Temps" mitteilt, haben die Besitzer der deutschen Kohlengruben im Ruhrgebiet ihren Geschäftsfreunden im Auslande mitgeteilt, daß fie infolge höherer Gewalt ihre Lieferungstontratte annullieren müßten. Baterlandes zum Ausdrud kommen. 17 Den Bertsvertretern hat man erklärt, daß die ihnen zur Be antwortung vorgelegten Fragen das Gefchäftsgeheimnis nicht gefährden würden. Tatsächlich hat die französische Note jedoch die Borlegung fämtlicher Dokumente, auch von Brivat. werfen, verlangt. ,, Ausgesprochen ernste Lage". meinsam haben. Man glaubt, wie im Sommer 1920, daß man nur die Hand auszuftreden brauche, um die russische rote Armee und die angeblichen großen Waffenvorräte Sowjetrußlands dem deutschen Bolte zur Verfügung zu stellen. Und man vergißt, daß man durch folche Erwartungen nicht mur den Blick von den wirklichen Broblemen der Gegenwart ablenkt, sondern auch unermeßlichen politischen Schaden anrichtet. Genosse Hermann Müller hat in seiner Rede in der Sonnabend sigung des Reichstages mit aller gebotenen Schärfe darauf hingewiesen, daß es Pflicht der Regierung sei, den im Auslande auftauchenden Gerüchten von einer militärischen Abmachung zwischen Deutschland und Rußland immer wieder mit aller Energie entgegenzutreten. Doch solche Erklärungen der Regierung genügen nicht. Nicht minder wichtig erscheint es uns, daß jede Gemeinschaft Nicht minder wichtig erscheint es uns, daß jede Gemeinschaft mit nationalbolschemistischen Bestrebungen auf das schärfste zurückgewiefen und jene Illusionen zerstört werden, die in manchen Kreisen des Boltes hinsichtlich der Möglichkeit einer russischen Unterstützung wieder lebendig geworden find. gogische Einstellung der Partei, die ihr enges Interesse stets höher stellt, als das allgemeine Intereffe der Arbeiterbewegung, nur zu sehr geeignet, eine Entmidlung zu fördern, die in ihren Auswirkungen der Arbeiterbewegung den schlimmsten Schaden zufügen muß. Tagen erhärten das zur Genüge. Gestern veröffentlichte die Die tommunistischen Veröffentlichungen in den letzten Rote Fahne" einen Aufruf der Kommunistischen Internatio nale, in dem die deutschen Arbeiter aufgefordert werden, als Antwort auf die Ruhrbesetzung in den Kampf um die Aufrichtung einer Arbeiterregierung einzutreten und die Losung der Vereinigung mit Sowjetrußland in die Massen zu tragen. und heute veröffentlicht dasselbe Blatt den Wortlaut des Protestes des Allruffischen Sentralerekutivfomitees gegen die Ruhrbesetzung, in dem mit besonderem Nachdruck gegen die Bergewaltigung des Rechts des deutschen Bolles auf Unabhängigkeit Einspruch erhoben und vor der Gefahr neuen Blutvergießens, die Europa bedroht, gewarnt wird. London, 17. Januar.( BTB.) Der Sonderberichterstatter der Baden lehnt Bevorzugung ab. Times" in Düsseldorf schreibt, die Lage im Ruhrgebiet fei in den Karlsruhe, 17. Januar.( Franff. 3tg.") In der Trauerfund letzten 24 Stunden ausgesprochen ernst geworden. Der Begebung in Freiburg teilte Arbeitsminister Genoffe Dr. Engler richterstatter hatte eine Unterredung mit einigen Vertretern der Teil Schuld der Kommunistischen Partei. Bir glauben nicht, Daß diese Illusionen bestehen, ist zu einem nicht geringen mit, Frankreich habe verschiedenen deutschen Gebieten, darunter auch Großindustrie nach ihrer Zusammenkunf mit den französischen daß die verantwortlichen Kreise dieser Partei bewußt Baden, eine bessere Belieferung mit Rohle in Aussicht gestellt. Generalen Simon und Denvignes gehabt. Die deutschen Industriel nationalbolichemistische Agitation treiben. Aber ganz abgeUnter lebhaftem Beifall betonte der Redner, Baden habe diese Ein- len erklärten mit bem größten Nachdrud, daß nichts fie versehen davon, daß es in den Kreisen der Kommunistischen seitige Bevorzugung abgelehnt, da fie anderen beutschen anlassen würde, ihre Haltung zu ändern oder auch Bartei genug Wirrköpfe und Phantasten gibt, die sich über Staaten zum Nachteil gereichen würde. Heute, an einem Zeitpunkt nur einen Augenblid die Reparationslieferungen zu erwägen, fo. ihre Ziele ebensowenig im flaren sind wie über die Folgen drohender Fremdherrschaft dürfe es keinen Partitularismus ein- lange die französischen und belgischen Truppen im Ruhrgebiet ihrer bedenkenlosen Handlungen, so ist die allgemeine demazeiner Bundesstaaten mehr geben. Mehr als je müsse die Idee blieben. Zwei Gewertfchaftführer und Mitglieder des Aus: eines einigen deutschen Boltes und eines gemeinsamen deutschen schusses des Deutschen Bergarbeiterverbandes erklärten, an der abfurden Lage sei nur der Militarismus schuld. Die Gewerf schaftsführer gaben ihrer großen Empörung darüber Ausdrud, Die Ausdehnung der Befehung. daß sie nach Düsseldorf berufen wurden, um eine so bedeutungsEffen, 17. Januar.( WTB.) Alle Anzeichen weisen darauf, lose Mitteilung eines französischen Generals entgegenzudaß für heute eine weitere Ausdehnung der Befehung geplant nehmen und erklärten nachdrücklich, daß sie einer weiteren Aufift. Die Eisenbahnen melden starte Truppentransporte forberung zu einer solchen Zusammenkunft nicht mehr folgen in öftlicher Richtung, so heute morgen weitere 7 3üge. Dortmund, würden. Der Berichterstatter stellt meiter fest, daß sich die deutsche das von 1500 Mann besetzt ist, die unter dem Befehl der Generale Entschlossenheit unter den Arbeitgebern, Arbeitern und BeDuvisy und Rampon stehen, ist von größeren Truppenabteilungen amten feftige und daß die Erregung der deutschen Bevölkerung passiert worden, die östlich, füdlich und südöstlich weiterziehen. zunähme. Der Regierungspräsident von Düsseldorf erklärte dem 3wischenfälle von besonderer Bedeutung haben fich Berichterstatter, daß die Lebensmittelpreise in Effen feit nirgends ereignet. 3n Buer- Erle ließ ein franzöfifcher der Besetzung um 50 Broz. gestiegen sind und daß die Requi Major den Polizeifommiffar einige Stunden ein- fitionen besonders von Holz, Stroh und Petroleum große not sperren, weil er innerhalb einer ihm gefehten Frist nicht die verursachten. Niemand wisse, woher das Geld, das notwendig fei, um für das Nachtquartier der Truppen angeforderten 12 vollständigen die 550 000 Ruhrbergarbeiter zu bezahlen, nach dem nächsten 3ahBetten mit Bettgestellen, ferner 30 weitere Beffen und 450 Stroh- lungstage fommen folle. fäde beschaffen fonnte. Es gelang schließlich, die Forderung auf die Hälfte herabzuschrauben, was für die Stadt noch immer eine Das deutsche Bolt tann mit Genugtuung die Tatsache schwere Millionenausgabe, da Strohfäde, von denen das Effen, 17. Januar.( Mtb.) In der Sihung des Internatio- verzeichnen, daß die Regierung Somjetrußlands mit der Stud 5000 Mart tostet, getauft getauft werden mußten. Der nalen Gewerkschaftsbundes zu Amsterdam wird u. a. die Profla- felben Schärfe und Energie gegen den Gewaltaft und Rechts. Belagerungszustand in Effen hat eine weitere mation eines internationalen Generalstreits erwogen werden. bruch des französischen Imperialismus protestiert, wie es die Berfchärfung erfahren, indem jetzt auch Aufzüge und leitenden Körperschaften der englischen, französischen und besUmzüge der für Bersammlungen vorgeschriebenen Genehmigung, die drei Tage vorher eingeholt werden muß, unterliegen. Auch sonst gischen Arbeiter fun. Wir wissen auch, daß nicht nur die Sowjetregierung und die in Rußland herrschende kommunistische macht sich der Drud der Befahung von Tag zu Tag fühlbarer. EntDer Peffimismus der Börse. Aktienhausse. Partei hinter diefem Protest stehen, sondern daß auch die von gegen der Gepflogenheit einiger Geschäfte, von geringen Beständen einzelnen Personen nur bestimmte Mengen abzugeben, verlangen findet, erhält ihren ziffernmäßigen Ausdrud in den von Tag zu Tag chen Parteien mit der regsten Anteilnahme und Sympathie Die verzweifelte Stimmung, in der sich ganz Deutschland be ben Kommunisten verfolgten und verfehmten fozi a listi= die Franzosen, daß jede von ihnen verlangte Menge abgegeben sprunghaft steigenden Devisenkursen. Heute erreichte der Dollar den zwiefachen Kampf des deutschen Proletariats gegen die wird, so daß einzelne Geschäfte schon fast leer gekauft sind. mit einem Kursstande von 17 700 gegen Mittag wieder einen neuen äußere und innere Reaktion verfolgen. Aber zwischen den KundDie Preise steigen sprunghaft. Die Bejahungstruppen find bisher Reford. Ein Ende dieser Bewegung ist noch nicht abzusehen. An gebungen internationaler Solidarität der russischen Arbeiter in 10 Volksschulen und einer höheren Schule untergebracht, und der der Börse gibt man sich hinsichtlich der Ereignisse in den nächsten für das deutsche Proletariat und den besonderen Zielen der Shulunterricht hat in den in Frage kommenden Schulen Tagen und Wochen den allerschlimmsten Befürchtungen russischen Staatspolitit, die sich der Kommunistischen hin. Man rechnet mit schweren internationalen Berwicklungen. Internationale nur als erfzeug bedient, flafft ein AbGelsenkirchen, 17. Januar.( TU.) Dem Oberbürgermeister er- Die Aufwärtsbewegung der Kurse am Effettenmarkte grund, über den sich jeder deutsche Arbeiter Rechenschaft abflärte General Be balon im Divisionshauptquartier Redling vollzieht sich ohne Rücksicht auf die schwierige Lage der deutschen legen muß, wenn er nicht als Kanonenfutter für Unternei). hausen, daß nunmehr der Stadt- und Landkreis Gelsenkirchen als Industrie. Die Kurssteigerungen sind das einfache rechnerische Er- mungen dienen will, die mit den Zielen der sozialistischen besetzt zu gelten hätte und daß er der zuständige Oberbefehlshaber gebnis der Martentwertung und haben mit der Beurteilung der Arbeiterbewegung nichts gemeinsam haben. fei. Der Oberbürgermeister und sein Begleiter erhoben gegen diese Aussichten unserer Wirtschaft nichts mehr zu tun. Die Makler- Gegenwärtig erregt in Frankreich die Veröffentlichung Unterstellung unter fremde Befehlsgewalt Einspruch. General tafeln waren heute schon bei Beginn der Börse mit unzähligen Bedalon nahm davon Kenntnis, erklärte aber, daß er seine Befehle Blus- Plus- Zeichen bedeckt, die eine Aufwärtsbewegung anfündigten. auszuführen hätte, daß er im übrigen durchaus fein gewaltsames Die Umfäße find jedoch bei weitem nicht mehr so groß mie in der Borgehen wünsche, im Gegenteil allen ihm unterstellten Militär- vergangenen Woche. Auf verschiedenen Märkten zeigte sich bereits personen ein forreftes Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung zur ein gewiffer Stüdemangel, da große Mengen von BertPflicht gemacht habe. Umgekehrt erwarte er ein gleiches Berhalten papieren in den legten Wochen in feste Hände übergegangen find. gegenüber feinen Truppen. Die amtliche Dollarnotierung überffieg 18 000! ausgefeht werden müssen. Internationaler Generalstreik? Weitere Markentwertung. der Thesen und Aeußerungen ungeheures Aufsehen, die einer der russischen kommunistischen Führer, Bucharin, auf dem letzten Moskauer Weltfongreß zur Frage der fommunistischen Außenpolitit bekanntgegeben hat. Die deutsche kommunistische Presse hat ihren Lesern diese neuesten Leitsätze der Kommu ni stischen Internationale forgfältig verschwiegen. Sie wußte, weshalb sie es tat. Denn die Thefen Bucharins, die zwar vom Kongreß nicht angenommen wurden, aber von ber erweiterten Erekutive im Notfall sofort in Kraft gefeßt merden können, bedeuten nichts anderes als das offene Abfozwenten der Kommunistischen Internationale in das im perialistische Fahrrasser, da nach diesen Leitfäßen Sowjetrußland berechtigt ist, Militärbündnisse mit dieser oder jener bürgerlichen Regierung zu fchließen, um mit ihrer Hilfe eine andere Bourgeoisie über den Haufen zu werfen. man bei dem Stand unserer Kohlenversorgung und angesichts der sehr geringen bisherigen Bestellungen mit großem Zwei fel gegenüberstehen. Deshalb muß die Regierung auch in der Währungsfrage Attivität entfalten, statt die Dinge nach den Wünschen gewiffer Spekulanten treiben zu lassen. Die brüchige Bürgerfront. Monaten sei abweichend von diesem Grundsak verfahren worden, weil ganz besonders zwingende Gründe dafür vorlagen. Es handle sich dabei um insgesamt 22 milliarden. Der Geschäftsführer des Reichstohlenrats führte die wirtschaftlichen Gründe für die Stundung der Kohlensteuer an. Seit Herbst vorigen Jahres sei eine Aenderung der Lohnzahlungstermine eingetreten, die vorübergehend etwa verboppelte geldliche Anforderungen an flüssigen Mitteln bedeuteten. In der gestrigen Berliner Stadtverordnetenversammlung Auch sei seit Herbst v. 3. durch den Sturz der Mark eine riesige Diese Richtlinien kommunistischer Bolitik bedeuten in der spielte sich ein höchst charakteristischer Zwischenfall ab. Schlechterstellung der Werke in bezug auf die Deckung der Mittel, Braris der Sowjetregierung nichts wesentlich Neues. Die Die bürgerlichen Parteien hatten unter Beteiligung auch der die zur Aufrechterhaltung des Betriebes nötig seien( Materialkosten), ganze auswärtige Politik der Sowjetregierung ist namentlich Demokraten und des Zentrums bei der Besehung des Bor- eingetreten, da die Werke Bezahlung für ihre Produktion nach den in den lezten Jahren von dem Bestreben erfüllt gewesen, durch standes einen Blod der bürgerlichen Barteien ge- 3ahlungsbedingungen des Syndicats erst regelmäßig sechs Wochen Bündnisse mit der einen oder anderen bürgerlichen Regierung bildet, da sie der Sozialdemokratie das Recht auf den Bor- später erhielten. Duch sei die durch die Stundung der Kohlensteuer imperialistische Großmachtpolitik zu treiben. Neu ist lediglich steher streitig machten. Für die Demokraten war Dr. Mayer geschaffene Erleichterung des Bergbaues bei der Preisbildung seitens bie Tatsache, daß diefe Politit zur offiziellen Politit cls Stellvertreter vorgesehen. Nachdem die Kandidaten der der die Preise kontrollierenden Instanzen zu berücksichtigen. der Kommunistischen Internationale gemacht wird, und daß Volkspartei und Deutschnationalen gewählt waren, wurden Abg. Dr. Helfferich( Dnat.) wies darauf hin, daß die vorvon nun ab die kommunistischen Arbeiter in allen Ländern gegen Dr. Mayer 20 deutschnationale Stimmen einem anti- getragenen Erflärungen ein fennzeichnendes Licht auf die großen verpflichtet sind, nach den jeweiligen Direktiven der Mos- femitischen Kandidaten gegeben. Die Folge diefes pe in- Schwierigkeiten werfen, unter denen die ganze Kohlenproduktion zu fauer Erefutive den Kriegsbefehlen dieser oder jener bürlichen 3 wischenfalls" war die Amtsniederlegung des arbeiten habe. gerlichen Regierung Folge zu leisten. demokratischen Kandidaten. Die Demokraten haben keine Gen. Dr. Hertz( Soz.) erklärte, durch die Auskünfte der ReEs ist durchaus verständlich, daß die Veröffentlichung Beranlassung, sich über diese antisemitischen Seitensprünge gierung nicht befriedigt zu sein. Er behielt sich weitere dieser Richtlinien im französischen Proletariat eine ungeheure ihrer deutschnationalen Bundesbrüder zu beklagen. Sie haben Maßnahmen je nach der Stellungnahme seiner Fraktion zu der AnErregung ausgelöst hat Um so mehr haben wir deutschen selbst in ihrer Presse und in der Stadtverordnetenversamm gelegenheit vor. Der Kohlenbergbau hätte den Privatkredit Sozialdemokraten die Pflicht, uns gegen diesen verbrecherischen lung oft genug den Deutschnationalen bescheinigt, daß ihre oder den Kredit der Reichsbank in Anspruch nehmen müssen. Die Unfinn zu wenden und die imperialistische Ausartung des Politit eine rein demagogische Agitationspoli. Stundung ohne Sicherung gegen den Kurssturz und ohne ZinsKommunismus vor der gesamten deutschen Arbeiterklasse zu fit sei und daß ein Zusammenarbeiten mit ihnen an ihrer zahlung sei eine ungeheure Belastung der Kohlenbrandmarken. Bir stimmen hier durchaus Ledebour zu, rein negativen Einstellung scheitern müsse. Die Demo- perbraucher und des Reichs zugunsten der Kohlender in seinem„ Becruf" mit aller Entschiedenheit den Ge- traten werden also letzten Endes nur mit den Ruten ge- industriellen und angesichts der Billionen- Kredite des Reiches faum danken bolfchemistischer Angriffstriege mit oder ohne bürgerüchtet, die sie sich selbst geflochten haben, als sie mit zu verantworten. Daß durch die Stundung der Steuer die Kohlenliche Bundesgenoffen zurückweist und diesen Methoden gegen den Deutschnationalen sich auf eine Politik des Bürger- preise herabgedrückt worden seien, sei völlig unbewiesen.- Beüber an die alte Klaffenkampftaftit des internationalen Brole blods einließen. Vielleicht trägt aber die erteilte anti- fchlüffe wurden nicht gefaßt. tariats erinnert, die heute mehr denn je als Richtschnur des semitische Ohrfeige dazu bei, die Demokraten doch dapraktischen Handelns der Arbeiter aller Länder dienen muß von zu überzeugen, daß es für jedermann eine peinliche Sache ist, mit Deutschnationalen in einer Front zu marschieren. Regierung und Teuerung. Hirnpest. Bölkischer Bazillenkrieg. Zur Rede des Reichswirtschaftsministers Dr. Becker. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Beder hat in seiner gestrigen Rede im Reichswirtschaftsrat erklärt, daß mit einer Die Deutschoöltischen sind absolut übergeschnappt. Sie glauben starten Verteuerung unserer Lebenshaltung die Stunde zu einer gesteigerten nationalistischen Hezze für die nächste Zeit zu rechnen sei. Sie ergebe sich zwangs ausnutzen zu fönnen. In der Staatsbürgerzeitung" schreibt Serr läufig aus der Besetzung des Ruhrgebietes und des Sturzes Rudolf Lebius:" Nicht Trauer, sondern But und Empörung, der Mark, ohne daß man durch irgendwelche wie Kampfeswille erfüllt die deutschen Herzen... 1813 ermehrten Maßnahmen ihr ernstlich Einhalt tun fich die Russen der Franzosenräuber, indem sie mostau in tönnte". Mit gesetzlichen und Verwaltungsmaßnahmen sei Brand stedten..." leider nicht viel zu machen. Die Beteiligten müßten sich„ in- Da dieses Mittel bei unserer Bage auch nach der Meinung des nerlich darauf einstellen, daß sie nicht aus der Not Herrn Lebius nicht aktuell ist, so empfiehlt er noch Vorteile ziehen wollen." „ Berbreitung von Cholera und Best. Die Möglichkeit hierzu liegt vor, weil an jeder Universität die Keime diefer Krankheiten in Kulturen gezüchtet werden." Abweisung einer Kontrollkommission. Steffin, 17. Januar.( TU.) Wie die Oftfee- 3tg." meldet, hatte die Stettiner Interalliierte Kommission für den kommenden Donnerstag eine neue Besichtigung des Hauptversorgungsamtes und des Versorgungsamtes Stettin angefeht. Auf die Benachrichtigung davon hat der Direktor des Hauptversorgungsamtes folgende Antwort erteilt: Da ich ohne andere Anweisungen des Ministeriums den Standpunft vertrete, daß durch die Gewaltmaßnahmen der Franzosen worden ist, entfällt für mich auch die Grundlage für die Tätigkeit im Westen das Diftat von Bersailles beiseite geschoben der Interalliierten Kommission. Ich fann daher zurzeit die für den 18. Januar beabsichtigte Besichtigung im Amte oder einer der mir unterstellten Aemter nicht gestatten. Die Reichsregierung hat erflärt, daß fie stets bereit sei, mit der Gesamt entente, zu der ja auch England gehört, zu verhandeln. Die Erklärung des Direktors in Stettin scheint uns mindestens eine poreilige Eigenmächtigteit zu sein. Niederschönenfeld. Landtagsabg. Hagemeister gestorben. Der Fatalismus, der aus den Worten des Reichswirtschaftsministers spricht, ist ebenso gefährlich, wie sein Appell an die innerliche Einstellung wirtungslos ist. Teilt die ReJeder weiß aus den Erfahrungen des Weltkrieges, welch ungierung diefen Standpunkt des Reichswirtschaftsministers, so fch ätbare Waffe in der Hand der Ententechauvinisten und bedeutet das nichts anderes, als daß die Masse der Verbraucher Militaristen die Entgleisungen unserer übergeschnappten Heim. schutzlos den Wirkungen des Martzusammenbruches aus- trieger gewefen find. Auch was dieser ehrenwerte Herr Bisher sind alle Versuche, die Opfer der bayerischen Sonder geliefert wird. Wir fönnen uns zwar vorstellen, daß die Mei Lebius auf dem geduldigen Druckpapier seiner Staatsbürger. nung Dr. Beckers das Ergebnis der einseitig zusammen zeitung" empfiehlt, ist natürlich Wasser auf die Mühlen der reatgerichte zu befreien, vergeblich gewesen. Jegt ist einer der in Niedergefeßten Beratung mit den Händlerorganisationen tionären Kreise im Ententelager, bie behaupten, das schönenfeld Inhaftierten gestorben. Um so bringlicher muß die For. ist, die am 13. Januar im Reichswirtschaftsministerium statt- neue republitanische Deutschland sei nicht anders zu be- derung nach Amnestie der aus politischen Gründen Berurteilten, die gefunden hat. Aber schon in dieser Sigung haben die Bertre werten als das alte wilhelminische. Es ist nicht nur fo, in ganz Deutschland freigelaffen find, jezt auch für Bayern erhoben ter der Gewerkschaften die gar nicht absehbaren Gefah- wie neulich der Tag" schrieb, daß Poincaré die Hoff werden. Wolffs Bureau meldet: Der fommunistische Abg. Hage ren einer solchen Handlungsweise dargelegt. Ohne tiefeinnung" der deutschen Reattionäre ist, die deutschen Reattio. meister ist in der Festungsstrafanstalt Niederschönenfeld an einem Herzleiden gestorben. Hagemeister war wegen hochyverräteri schneidende Maßnahmen gegen den Egoismus von nare find auch die Hoffnung Poincarés scher Bestrebungen zu längerer Festungshaft verurteilt worden und Erzeugern und Händlern läßt sich die Geschlossenheit des hätte noch etwa zehn Jahre zu verbüßen gehabt. Der NachBoltes nicht aufrechterhalten. Rein psychologisch bereits gefolger Hagemeisters im Landtag ist der Stimmenzahl nach der rät diese Front ins Schwanken, wenn das Volk sieht, daß sich Monteur Gar- München. das Opfern nur auf die Massen bezieht und die Sachwertbesitzer den Vorteil davon haben. Es geht aber auch nicht an, daß, weil die Franzosen im Ruhrgebiet stehen, nun eine schrantenlose Eindedung mit Devisen erfolgen darf, die den Sturz der Mart beschleunigt. Der Angabe, daß diese Devisentäufe für die Eindeckung mit englischen Kohlen benötigt werden, darf Kohlenstädte. Bochum. Eine Stadt der Arbeit. In der Mitstadt schmale, frumme, furze und winklige Straßen; seitwärts zum Teil noch winzige Gäßchen; längere, gerade und durchgehende Straßenzüge führen meist bald hinaus in die Außenbezirke oder die Bororte, die heute sämtlich eingemeindet sind. Denn wenn Bochum auch eine Großstadt von mehr als einer Viertelmillion Einwohnern ist, eine Großstadt, deren Rhythmus verblüfft lange ist es noch nicht her, daß die jetzt zweitgrößte Stadt Westfalens zu den Großstädten zählt. Noch an der Jahrhundertwende hatte Bochum nicht mehr als 65 000 Seelen, und man merkte es der engen Altstadt an, daß fie für ungleich feinere, bescheidenere Berhältnisse zugeschnitten war. Nicht nur die schwarzen Diamanten unter der Erde haben Bochum groß und reich gemacht; auch Eisen und Stahl haben, wie in Essen, der Stadt ihre Impulse gegeben. Man braucht nur an den Bochumer Berein zu denten, einen der größten Bergbau- und Hüttenunternehmungen des Ruhrreviers, der im nächsten Jahre den Siebzigsten Geburtstag begehen lann. Rings um die Stadt rauchen hohe Schlote, dröhnen Maschinen, flammen Feuer, drehen sich auf ben Fördertürmen die Seilscheiben. Arbeit, schwere Arbeit, wohin man blidt. Heere von Arbeitern, die beim Schichtwechsel durch die Werttore fluten; dichtgedrängte Scharen von Menschen in den HauptDerkehrsstraßen der Altstadt. Es wird Geld verdient in Bochum wie in allen diesen Industriestädten. So mancher Kaufmann, der zu Beginn der neunziger Jahre jung einen fleinen Laden auftat, bonnte fich mit 40 Jahren zur Ruhe sehen und seinem Nachfolger ein prächtiges modernes Raufhaus übergeben. Die gestundete Kohlensteuer. Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde am Dienstag die Finanzaussprache fortgefeßt. Gen. Dr. Serb( Soz.) fragte, Zum Reichspreffechef ift Geheimrat Heilborn ernannt welche Steuerbeträge an Kohlensteuern, indiretten Steuern, Zöllen worden. Geheimrat Heilborn hat diesen Posten bekanntlich schon und direkten Steuern gest undet worden seien und zu welchen unter dem bürgerlichen Kabinett Fehrenbach- Simon innegehabt. Bedingungen diese Stundung erfolgt sei. Kommunistenverhaftungen in Belgrad. Die serbische Regierung ließ 12 Kommunisten, darunter 2 Abgeordnete und 5 Journa Ein Regierungsvertreter erwiderte, daß grundsäglich ein Aufschub der Kohlensteuer nicht zugelassen worden sei. In den letzten listen, verhaften. Mehrzahl der Bewohner ihre Behausung draußen in den Bororten| wissenschaft, Politik, Bolkswirtschaft, Statistit mit 2371. Auf dem hat, die sich zwischen den Zechen in das hier schon ganz flache Land hinaus erstreden. Ohne die Straßenbahn wäre das Berkehrsleben in diesem ganzen Bezirk nicht denkbar. Innerhalb der Städte felbft braucht man fie faum. Aber die Vororte ziehen sich, einftmals alles foge. nannte Reihendörfer, weit hinaus ins Land, und die Städte selbst liegen so dicht im Raume, sie hängen wirtschaftlich dabei alle jo eng zusammen, daß die Eisenbahn dem Berkehrsbedürfnis gar nicht Genüge leisten fann. Wenige Kilometer nur trennen Geffentirchen von Bochum; aber mit der Bahn kann man nicht hinfahren. Diesen natürlichsten Verkehrsweg benugt nur, wer schweres und umfang. reiches Gepäd zu expedieren hat. Jeder andere fährt mit der Elektrischen von Bochum nach Gelsenkirchen. Wollte jemand die Sehenswürdigkeiten Gelsenkirchens besichtigen, er brauchte gar nicht erst anzufangen. Es gibt teine pompöfen Gebäude; es gibt fein Theater und fein Museum; es gibt faum eine Straße mit eleganten Wohnhäusern; denn die reichen Zechenbefizer und Grubendirektoren haben ihre Billen und Gärten hinter hohen Mauern vor neugierigen Blicken verborgen. Gelfendirchen hat über haupt nicht das, was man städtische Einrichtungen nennt. Die Krankenhäuser sind von den Kirchengemeinden geschaffen und unterhalten; Straßenbahn, Gas, Wasser und Elektrizität sind in den Händen von Aktiengesellschaften. Nach dem Kriege hat die Stadt zwar eine Voltshochschule errichtet; aber es geht ihr schlecht. Was Gelsenkirchen hat, das ist der Boden, auf dem es steht, der Boden rings um die Stadt, der aus Milliarden Schäßen an Rohlen besteht. 2. R. Gebiete von Handel und Berkehr sind 1664 Neuerscheinungen ge zählt. Die Gruppe Erziehung und Unterricht, Jugendbewegung, Schulbücher umfaßt 1592 Neuerscheinungen. Religionswissenschaft, Theologie, Mythologie stehen mit 1403 Nummern an fünfter Stelle. In der Gruppe, die Werke allgemeinen Inhalts umfaßt, werden 1012 Neuerscheinungen gezählt. Auf dem Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes, von Musil, Theater, Tanz, Rino find 921 Neuerschei nungen gebucht. Von auffälligen Einzelheiten gibt der Bearbeiter an, daß die erbauliche Literatur, die der Gemeinschaftsbewegung dienen will, flärfer als sonst hervortritt; ebenso wurden Beröffent lichungen über Themen, die die innen und außenpolitische Lage bessern helfen sollen, häufiger als früher gezählt. Die Broschüren und andere fdymale Bändchen haben ein großes llebergewicht über dickletbige Werte erreicht. Während die Zahl der Neuerschei nungen zugenommen hat, darf angenommen werden, daß die Auflagenhöhe der einzelnen Erscheinungen, gemessen an der Vortriegszeit, bedeutend zusammengeschrumpft ift. Die Berliner Bühnen am Trauerfonntag. Bekanntlich hat eine ganze Anzahl Berliner Bühnen, vor allem die Operettentheater, sich nicht an die ausgegebene Barole gehalten und am Sonntag Stücke zur Aufführung gebracht, die in feiner Beise der Stimmung des Tages entsprachen. Wie wir hören, wird sich die am fommenden Sonnabend stattfindende Versammlung der Bühnen. angehörigen mit dem Vorgehen der in Frage fommenden Direktoren beschäftigen. Amerikanische Gabe für bie deutsche Wifenfchaft. Die Rodes feller Stiftung bat den nach dem heutigen Martstande riesigen Betrag von 50000 Dollar der deutschen Gelebrienwelt Hauptsächlich für naturwissenschaftliche Forschungen zur Verfügung gestellt. Zur Förderung des Segelfluges. Am 21. findet im Marmore aus ein allgemeinverständlicher Vortrag des Geschäftsführers der Wissen schaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, Hauptmann a. D. Krupp, über das werden im Lichtbild und Film vorgeführt. Der Ertrag der Einnahmen Problem des Segelfluges ftatt. Die Flüge in der Rhön wird für die Zwecke des deutschen Segcifluges 1923 verwendet. Wie sieht eine Stadt wie Bochum aus? Man glaube nicht, Kein Frauenbart mehr! Bisher wurde die Behandlung des thren Reizen mit den üblichen Begriffen von schön" oder„ häßlich" Frauenbartes und anderer entstellender Haare mit Hilfe der Elektrobeikommen zu fönnen. Im Grunde ist Bochum weder häßlich noch lyse durchgeführt, wobei jede einzelne Haarwurzel abgetötet werden fchön; es ist nüchtern, zweckmäßig es ist, wenn man will, impc- muß und nicht nur sehr viel Geduld erforderlich ist, sondern auch fant. Und deshalb ist die Stadt gewiß nicht weniger fehenswert als das Ertragen großer Schmerzen. Außerdem führt diese Behand fo monche alte, verträumte, mit mittelalterlichen Giebeldächern reich lung nur in seltenen Fällen zum Ziel. Wie in der Umschau" versehene Stadt in meniger rußigen Gauen des deutschen Bater- berichtet wird, hat nun Dr. Frih M. Meyer die harten Strahlen, die Ehrung eines deutschen Gelehrten in Megito. Das Rational. landes. So, wie Bochum, find jene amerikanischen Großstädte, die aus der Röntgenröhre austreten und stärker als die mittelweichen museum für Archäologie, Geschichte und Völkerfunde in Merito bat an die innerhalb weniger Jahrzehnte aus dem Nichts emporgewachsen sind. Röntgenstrahlen auf die tierische und planzliche Belle einwirken, nach Deutsche Gesandtschaft ein Schreiben gerichtet, worin der Tod des berühmten Gelsenkirchen. Noch dichter der Ruß und Rauch, der über dem achtjährigen Bersuchen mit Erfolg dazu verwendet, den Frauenbart deutschen Gelehrten Eduard Seler, den sie mit Stolz zu ihren Ehrenmit ganzen Industrieland liegt, noch ftaubiger die Straßen im heißen pollfommen und sicher zu beseitigen. Die Patientin muß allerdings gliedern zählte, beklagt. Das Museum wurde ihm zu Ehren auf drei Sommer, noch schlammiger in der winterlichen Regenzeit. Noch die behaarten Hautstellen dreimal in bestimmten Zeiträumen be- Tage geschloſſen. primitiver das Stadtbild, bem man es ansieht, wie menig Gelsen handeln lassen, und auch dann ist bisweilen noch weitere Bestrahlung tirchen je daran gedacht hat, einmal ein Gemeinwesen mit rund nötig. edenfalls aber ist hier der Frauenwelt ein Mittel an die 200 000 Bewohnern zu werden. Erst im Jahre 1875 hat es die hand gegeben, diese Berunstaltungen los zu werden. Stadtrechte erlangt, nachdem 20 Jahre zuvor in dieser Gegend der Deutsche Bücherproduktion im ersten Halbjahr 1922. Die neueste Rohlenbergbau begonnen hatte, der im Laufe der Zeit gerade in Statistik über die deutsche Büchererzeugung, die Ludwig Schönrod dielem Distrikt seine höchste Entwicklung nehmen sollte. Gelsenkirchen im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel veröffentlicht und die Für die neue Ausstellung der Freien Sezeffion, die diesmal in ist nur und nicht anderes als Kohlenstadi; nur eine einzige, nicht vom Januar bis zum Juni 1922 reicht, zeigt ein weiteres Anden Räumen der Galerie Luz veranstaltet wird, haben die Jurierungsmehr als fünf Minuten Fußweg lange Straße wirbt großstädtisch. fchwellen der literarischen Produktion. Die Summe aller regi- mehr als einjähriger Bause mit ihrem neuen Borftande unter Leitung arbeiten begonnen. Es ist die erste Ausstellung, die die Bereinigung nach Es ist die Bahnhofstraße, der Mittelpunkt des geschäftlichen Lebens ftrierten Veröffentlichungen beläuft sich auf 18 332. Davon hat die Mag Bechsteins zeigt. Sie soll einen Ueberblid über das Schaffen der zeit und des Verkehrs in diesem weit auseinander gezogenen Gemein größte 3iffer an Neuerscheinungen die Gruppe schöne Lite- genölichen deutschen Kunst geben, wie es durch die Künstler des Kreises wesen, in dem der Kern weitaus am Bleinsten ist, und die großelratur, nämlich 2855; dann folgt die Gruppe Rechts- und Staats- ber alten Tezession um Liebermann vertreten wird. " Sungertod eines russischen Schriftstellers. Der belannte ruffische " Schriftsteller A. S. Naydeneff, dessen Stud Die Kinder Maninching in allen europäischen Hauptstädten mit Erfolg aufgeführt wurde. fit in Jalta an Hunger und Entbehrung gestorben. Er hat bereits vor einiger Reit alle schriftstellerische Arbeit aufgeben müssen, um eine bescheidene Stelle, welche ihm die Gemeindebehörden anboten, anzunehmen. England prophezeit Frankreichs Niederlage. meiden könne. Roheit! Asty dacht mitteilte, bat Frau M, thr doch den Mantel vorläufig zu lassen, damit sie nicht blamiert werde. Die Bestohlene tat das dann auch. Der Man hört und liest, daß Diebe die Dedel von den Gullys stehlen, um ihren Mantel später abzuholen. Segt fam fie aber schlecht an. so daß Menschen, die der Weg in der Dunkelheit über die Straßen Frau W. verweigerte die Herausgabe und behauptete, führt, Gefahr laufen, in den Kanalisationsschacht zu fallen und sich nunmehr wurde das Kleidungsstück einem Schneidermeister in der ihr Mann habe den Mantel in Wien in der Jüdengasse gebauft. Arm und Bein zu brechen. Man hört davon, doch das Wundern Kantstraße vorgelegt, bei dem Frau R. vor zwei Jahren ihren darüber hat man verlernt. Man erfährt, daß unlängst gegen Abend Mantel hatte machen lassen. Der Meister untersuchte den der Telephonbetrieb beim Amt Eteglig für lange Stunden unter- Mantel ganz genau und erfannte ihn an verschiedenen brochen war, weil Diebe ein Stück Kabel gestohlen hatten. Die Men- Mertzeichen als sein erfstüd wieder. Auch der Geselle, der schen verbarrikadieren sich zur Nachtzeit in ihren Wohnungen wie in feinerzeit daran gearbeitet hatte, bestätigte die Untersuchung. einer Festung. Sicherheitsschlösser fehlen an feiner Tür, die außer Mantel wurde daraufhin beschlagnahmt, zumal da die Eheleute W dem mit Eisenblech beschlagen ist, und geladene Revolver werden in in ihren Angaben nicht übereinstimmten. vielen Wohnungen zum Empfang der Einbrecher bereit gehalten. Kein Mensch verliert über alle diese traurigen und troftlosen Dinge überhaupt noch ein Wort, sondern man nimmt alles dies mit gleich. Die von der Stadtverordnetenversammlung für das zweite HalbDie Kopfsteuer genehmigt. gültigen Gebärden hin. In den Häusern werden Türschlösser und jahr des Etatsjahres 1922/23 beschloffene opisteuer, die als Messing flinten abgeschraubt und die Hähne der Wasserleitung auf eine Ergänzung der Gewerbesteuer aufgefaßt murde, ist den Höfen gestohlen. Manche Wagen der Stadt- und Ringbahn icht von den Aufsichtsbehörden endlich genehmigt. Es ist mit sehen, wenn sie abends in das Depot oder zur Endstation kommen, ziemlicher Sicherheit damit zu rechnen, daß anläßlich der Beratung gerade so aus, als ob sie im Krieg gewesen wären. Sie bluten ge- der bekannten Fünf Milliarden Borlage für Krantenwissermaßen aus tausend Wunden, und fast alle Einzelteile an Türen häuser und Wohlfahrtspflege eine wesentliche Erhöhung der daund Fenstern find gestoften. Die Diebe denten nicht daran, daß fie mals im September festgelegten Steuersäge vorgenommen wird. dadurch Menschenleben in die größte Gefahr bringen. Beim eiligen Es muß bei dieser Gelegenheit nachdrücklich darauf hingewieſen merGinsteigen in ein Abteil in später Abendstunden kann man leicht den, daß durch die schleppende Ausführung des Auf übersehen, daß Diebe das innere Schloß von der Tür abgeschraubt die Intereffen der Stadt aufs schwerste geschädigt werden. sichtsrechtes durch die Ministerial- und Oberpräsidialbehörden haben, so daß man auf die Gleise stürzen und von einem Zug Wenn in irgendeinem der zahllosen deutschnationalen Lügenaus der Gegenrichtung überfahren werden kann, wenn man sich blätter irgendeine neue Erfindung über städtische Mißwirtschaft" gegen die Tür mit dem Rücken lehnt. Ein Kopfschütteln, ein Achsel- zum besten gegeben wird, dann sehen sich am nächsten Tage die Auszuden ist alles, was man in den meisten Fällen für diese Roheiten schnittsbureaus sämtlicher gl. preußischen Ministerien in Bewegung aufbringt. und veranlassen dringende Anfragen" mit ,, befristeter" behörden wechselseitig geforat. Wünschen aber die Gemeinden, um Aufforderung zur Rüd äußerung" Auf diese Weise wird für Beschäftigung in den hohen Staatsihre Arbeit zu fördern, die Beschleunigung irgendeiner Genehmigung, dann gehen Wochen ins Land. Die Reise von einem Zimmer zum anderen, von einem Geheimrat zum anderen ist eben ein fompliziertes und schwieriges Unternehmen. Daß diefer Betrieb auf Kosten der Steuerzahler geht, das braucht die Herren ja nicht zu fümmern. Bei der neuen Beratung der preußischen Gemeindeordnung muß entschieden dafür gesorgt werden, daß dieser Bummel ei ganz ener gisch ein Riegel vorgeschoben wird. Condon, 17. Januar.( BTB.) Die Besetzung Dortmunds durch die Franzosen und der heutige Sturz der Mark wird in ber Bresse lebhaft besprochen Die Blätter heben hervor, daß nach britischer Ansicht die Ereignisse im Ruhrgebiet auf eine Rata strophe hintreiben. " Ball Mall and Globe" zufolge ruft die Lage im Ruhrgebiet immer größere Besorgnisse hervor. In amtlichen Kreisen sei man der Ueberzeugung, daß der Vormarsch der Franzosen zur Ratastrophe führe. Die britische Regierung sei noch nicht bereit, eine endgültige Attion zu unternehmen, aber die Ansicht gewinne ständig an Boden, daß eine solche Aktion nicht mehr lange Der oben werden fönne, wenn nicht eine durchgreifende Aenderung in der Gesamtlage eintrete. Bonar Law befaffe sich fast ununterbrochen mit der Lage. Es werde ernstlich bezweifelt, ob Frankreich eine erniedrigende Niederlage seiner Politit ver„ Evening Standard" schreibt über das Vordringen der Franzofen, es handle sich um eine Probe der Ausdauer. Frantreich müsse fich bei jedem Schritt fragen, ob der nächste Schritt der Mühe wert sei. Es fönne nicht mehr zurüd. Jeder Regung des Biderstandes auf feiten Deutschlands müsse mit einer Gegenbewegung entgegengetreten werden. Jede Gegenbewegung müsse zu neuen Schwierigkeiten führen, und das Maß des Schadens müsse wohl einen Umfang annehmen, der außerhalb der Wirtschaftsfähig feit Frankreichs liege, vielleicht sogar außerhalb seiner militärischen Stärke. Manchester Guardian" schreibt, für den Augenblid seien nicht viel Anzeichen dafür vorhanden, daß unter den deutschen Groß industriellen Furcht herrsche, und für eine Schwächung in der Haltung der deutschen Regierung lägen überhaupt keine Anzeichen vor. Empörung hochreißt, erfährt man von einer Tat, so roh, daß sie Aber dann hört man etwas, was einen doch wieder zur hellsten Tatsächlich zeige die deutsche Regierung eine beispiellofe die größte Gemeinheit noch übergipfelt. Aus einer Gemeinde Fähigkeit, zu antworten, schule haben unlängst in zwei aufeinanderfolgenden Nächten Diebe London, 17. Januar.( WTB.) Ber Berliner Berichterstatter 60 Büchsen tondensierter Milch gestohlen, die für der„ Times" schreibt, es beständen Anzeichen dafür, daß in Deutsch arme, trante und unterernährte Kinder bestimmt land die Politik eines paffioen Widerstandes, wenigstens waren und aus der Quäferhilfe stammten! Bor soviel unerhörter für den Augenblic, starter sei als die Politik der Berhand. Roheit steht der Anständige ratlos da. Es ist ihm, als ob sich ein lungen mit der Entente als Ganzem. Selbst die SoziaAbgrund öffnet, der ihn verschlingt! listen erklärten, daß das Frankreich Poincarés nirgends geschloffenere Gegner habe als unter den deutschen Arbeitern und daß es fich nur um die Frage handle, ob angesichts der Not, die unvermeidlich für das deutsche Bolt fommen müsse, die deutsche Republit aushallen fönne, bis in Frankreich ein Regierungswechsel ftattfinde und bis ein von seiten Großbritanniens und Ameritas ausgeübter Drud eine Wandlung zum Beffeffren zustande bringen könne, Die Boulevardpresse wird nervös. " Die Kohlenlage in Berlin. Kein Grund zur Beunruhigung. In der Schreibmaschinendiebstähle en gros. Große Beutezüge machten in der vergangenen Nacht die Schreibmaschinendiebe. Mart, in der Fortbildungsichule in der Gubener Str. 58 Königin- Augusta- Straße 14 stablen sie aus den Bureaus des Justiz alle 18 Schreibmaschinen, die dort für den Unterricht bennyt rate Samter 11 Maschinen im Werte von mehr als 11 min. wurden. Rohlenwirtschaftsstelle, die lediglich eine Vorsichtsmaßnahme darstellt, Die Beschlagnahme aller Steinfohlenvorräte in Berlin durch die hat vielfach zu übertriebenen Gerüchten über eine bedrohliche Lage der Berliner Kohlenversorgung Anlaß gegeben. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß Grund zu Befürchtungen im Augenblick nicht Paris, 17. Januar.( Eca.) Die franzöfifche öffentliche Meinung besteht. Die Elettrizitätswerte und die der Gasbe. Geffohlene Telegraphenstange. Was ist vor den Langfingern ist noch nicht davon überzeugt, daß die persönlichen Zwangsmaß- triebsgesellschaft gehörenden Gasanstalten find im noch sicher? In Johannisthal fägten zwei Jugendliche den größten nahmen, die den Industriellen der Ruhr angedroht worden sind, zum Durchschnitt noch für mehrere Wochen mit Borräten ver- Teil eines Telegraphenmastes ab, zerkleinerten ihn gleich an Ort Biele führen werden, und daß auf diese Weise und durch dieses forgt, nicht so günstig steht es dagegen mit den städtischen Gas- und Stelle und füllten mit dem Holz die mitgebrachten Säde. Die Borgehen Kohlenlieferungen an Frankreich und Belgien nunmehr merken, die zurzeit nur Kohlenvorräte für zirfa eine Woche befizen. Diebe wurden gefaßt und der Kriminalpolizei übergeben. Besorgniserregend ist dieser Zustand aber feineswegs, da es Monate fichergestellt würden. Das Petit Journal" bedauert, daß die Droh- gegeben hat, in denen die Borräte der Werte noch viel geringer ung sich an die Direktoren der Gruben und nicht an die eigentlichen waren, ohne daß sich deshalb eine Störung der Gasversorgung er Bechenbefizer wendet. Die Drohung wäre wirffamer gegeben hätte. Die Berladungen von Steinkohle nach wefen, wenn Stinnes, von Haniel, Röchling und Kirdorf per Berlin und dem Reich überhaupt werden bisher im Ruhrrevier sönlich getroffen wären. noch ungestört durchgeführt. Die Franzosen beschränken sich bisher auf die Kontrolle der das Ruhrgebiet verlassenden Kohlen züge, haben aber bis zur Stunde noch feinen Einspruch gegen die Transporte erhoben. Allerdings ist die Förderung in den letzten Tagen durch die unter den Belegschaften hervorgerufene Unruhe etwas zurückgegangen, auch die Abwicklung der Transporte hat naturgemäß unter der Behinderung durch die zahlreichen französischen Militärzüge etwas gelitten. Im großen und ganzen ist die Kohlenbelieferung jedoch bisher noch normal. Daß Frankreich nunmehr bereit ist, feine lebte Karte auf den Tisch zu werfen und mit allen Mitteln vorzugehen, wie die nationalistischen Teile es bereits seit längerer Zeit verlangen, sieht man aus einem Artikel, den Bertinag im Echo de Paris" veröffent. ficht und in dem es heißt, es sei cine bedeutende Partie, die jetzt gespielt wird. Niemand hat sich jemals Illusionen hingegeben. Was wir jekt vorhaben, ist " Ein Markenbrot 582 Mark. Prozeß Neißer. Ein Sensationszeuge. sowohl diplomatisch als auch wirtschaftlich ein Verdun. Längere Zeit wird notwendig fein, bevor das Resultat erkennbar wird. In diesem neuen Kampfe müssen wir schließlich den Eieg preises, die zu Anfang der laufenden Woche in Kraft getreten ist, Das Ernährungsamt teilt mit: Die Erhöhung des Kohlendavontragen, denn wir verfügen über eine Macht, die das ganze macht die Heraufsetzung des Preises für Kommunalbrot auf 582 M. deutsche Volk zu Unglüd und Hunger verurteilen kann. vom Beginn der nächsten Woche ab erforderlich. Der Preis Paris, 17. Januar.( Eca.) Gegen die franzöfifch- belgische Aktion der Kommunalschrippe bleibt unverändert. macht sich in der französischen Bresse selbst immer mehr Wider. ft and bemerkbar. Der heutige Leitartikel des Deuvre" beschäftigt fich in ironischer Weise mit der gestrigen Forderung des Temps", Frankreich müsse immer geradeaus marschieren. Bis wo= hin, fragt der„ Deuvre"? Bis nach Berlin antmortet der Wahnsinnige( gemeint ist Léon Daudet. Neb.), der die Republit zum Abgrund führt. Nur bis nach Berlin? Das genügt doch wohl nicht. Die französische Expedition müsse doch wohl min. destens bis mosta u gehen. Das gleiche Blatt teilt mit, daß eine der maßgebendsten Persönlichkeiten nunmehr flar erflärt habe, das ganze Borgehen im Ruhrgebiet fei doch eine Sanktion; es habe also den Sinn gehabt, Deutschland zu einer direkten Aussprache unter anderen Bedingungen zu zwingen. Diese dirette Aussprache sei jedoch bei dem augenblicklichen Stand der Dinge zwischen Frant, reich und Deutschland nicht möglich. a Museumsführungen. Sonntag, den 21. Januar. 91, Uhr vorm., finden wiffenschaftliche Führungen durch Direktorialbeamte im Stailer- Friedrich- Museum( Venezianische Malerei), im Neuen Museum ( Baleniammlung) und im alten Kunstgewerbemuseum( Die Vorzeit Europas) statt. Eintrittskarten zu 1 m. und Programme zu 2 M, sind vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhältlich. tow fand in der Aula des Realgymnasiums Treptom ein vom Bürger. Zum Besten der Jugendwohlfahrtseinrichtungen im Bezirk Trepmeister des Bezirks veranstalteter Liederabend vor einer zahlreichen Zuhörerschaft statt. Frau Reichspräsident Ebert und Ministerial rat Dr. Döhle, in Bertretung des Reichspräsidenten, nahmen gleichfalls an der Veranstaltung teil. Die Darbietungen des Abends murden bestritten vom Ebert- Manns- Quartett und dem Organisten Kurt Rosenhauer. In Formvollendeter Weise brachte das Quartett mit einer Beihilfe des Reichspräsidenten im Betrage von 50 000 in einer gut zufammengestellten Folge Kompofitionen ernsten und heiteren Inhalts zum Vortrage, so daß ihnen allfeitiges Lob wurde. Mart hatte die Veranstaltung ein finanzielles Ergebnis von zirka 100 000 Mart. Gine Gruppe Lehrer der jüdischen Volksschulen des Oftens mit jiddischer Unterrichtssprache veranstaltet mit Hilfe des Bundes entschiedener Schulreformer einen Vortragszyklus über Fragen der neuzeit lichen Pädagogit. Den ersten Vortrag hält Prof. Destreich am Mittwoch, ben 17. Januar, 8 Uhr abends, im Turnersaal der Sophiensäle, Sophienftraße 18/19. Lehrer, die sich der Gruppe anschließen wollen, werden gebeten, fich eine halbe Stunde vor Bortragsbeginn einzufinden. Mit hundertdrei Jahren lebensmüde. Eine 103 Jahre alte Frau namens Elena Jovanovicz in Temesvar( Ungarn) machte ihrem Leben gewaltsam ein Ende, weil sie des Lebens überbrüssig war. Sie hatte 13 Kinder und 20 Entelfinder gehabt, die alle vor ihr dahingegangen waren. Ihr Vater war 102, ihre Mutter 105 Jahre alt geworden. Um Tage des Selbstmordes stand sie wie immer um Nagel in die Wand und erhängte sich. In der heutigen Vormittagsverhandlung gegen die Angeklagte Spanier und ihre beiden Mitangeklagten plagte in die ruhige Zeugen vernehmung eine kleine Bombe hinein. Es meldete sich plöt Zugzufammenfloß in Frankreich. Kurz vor 2 Uhr morgens ist lich der Zeuge Bosch, den die Staatsanwaltschaft im Ermitt lungsverfahren auf feine Weise ausfindig zu machen vermochte. der Expreßzug von Nantes auf einen anderen Bug auf dem BahnBosch wandte sich an den Berteidiger Rechtsanwalt Bahn und bat hof in Tour aufgefahren. Neun Baffagiere wurden zum Teil ihn, ihm Zutritt zum Verhandlungsfaal zu verschaffen, damit er sich schwer verlegt. die Angeklagten ansehen könne. Er habe Interesse an der Sache; er müsse aber am Donnerstag von Berlin fortfahren. Als der Zeuge die Angeklagten fah, jagte er fofort, daß Passarge für die Läterschaft in Frage tomme. In einer Bernehmung gab er an, daß in der Mordnacht vor dem Neißerschen Haufe in der Paris, 17. Januar.( Mbb.) Loucheur gibt in einem Inter. Stegliger Straße eine Drofchte angekommen fei, aus der noch im Fahren ein junger Mann abgefprungen sei, den view, das er dem Pariser Vertreter des Manchester Guardian" ge- er heute als Baffarge wiederzuerkennen glaube. 6 Uhr morgens auf, fleidete sich vollständig weiß an, schlug einen währt hat, die Möglichkeit eines Mißerfolges der franzö: Dieser junge Mann, der einen Regenmantel und einen weichen Hut fischen Aftion im Ruhrgebiet zu. Auch ber Temps" fieht sich getragen habe, habe einer jungen blonden Dame mit frempenlofem genötigt, das Bublifum zu warnen, sich durch die Schwierigkeiten. Hut( diese Beschreibung paßt auf die von der Staatsanwaltschaft auf die die franzöfifche Attion gestoßen fei, entmutigen zu laffen. gegebene) aus der Droschte geholfen, dann wurde der Kutscher ab Frankreich habe jetzt eine Periode der Klippen und hinder gelohnt und die Droschte fuhr langfam um die Ecke und hielt dort. nisse zu überwinden. Es fönne nur zum Ziel gelangen, wenn es nach etwa einer Stunde sei das Paar mit einem großen gerade vorwärts schreite, ohne sich durch Hindernisse von seinem Batet wieder aus dem Haufe getommen und wieder Bege ablenten zu lassen. in einer Droschte fortgefahren. Im scharfen Verhör, in das ihn Rechtsanwalt Fren nahm, gab Bosch zu, daß er den Basfarge nicht mit absoluter Sicherheit identifizieren tönne. Rechtsanwalt Fren stellte darauf hin erneut Beweisanträge, u. a. den, daß P. zu jener Zeit weder einen weichen Hut noch einen Gummimantel besessen habe. Als Grund für sein Erscheinen vor Gericht gab der Zeuge Bosch an, daß er dieser Tage erst nach Berlin gekommen sei und zu seinem Erstaunen von dem Prozeß Spanier gelefen habe. Er sei nach den damals geführten Unterhaltungen immer der Ansicht gewesen, daß der jekt als Zeuge vor Gericht er6483.87 6466.18 fcheinende Stanzel der Täter sei. Rechtsanwalt Bahn unterstützte 6034.87 6065.18 bann die Beweisanträge des Rechtsanwalts Fren gegen die Ab1014.97 1020.03 lehnung durch Staatsanwalt Ortmann, der auf den Zeugen Bosch, 7. 2892.75 2907.25 trobem er ein Belastungszeuge sei, tein Gewicht lege, weil er in 3167.06 8182 94 femer Aussage gewisse Widersprüche entnehmen zu fönnen glaube. 4889.- 4411. Die weitere Bernehmung des Zeugen Bosch wird daraufhin bis nach 410.97 418.08 der Mittagspause ausgefeßt. Die Beweisaufnahme nimmt ihren 8822.- 7880.25 7919.75 Fortgang. 887.22 798.टाय 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinische Papier- Beso. 1 belgischer Frant.. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Jen 1 italienische Dire 1 Bfund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanische Beseta 100 österr. Stronen( abgeſt.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarische Lewa 19 1 jugoslawischer Dinar Kurs 17. Januar 16. Januar Käufer Verkäufer Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Sturs Kurs Kurs 7221.90 7268.10 6807.98 6842.03 1122.18 1127.82 8851.60 8368.40 8581.02 8598.98 4887.75 4912.25 451.86 454.16 8778.882.78 802.84787 50 85212.50 75311.25 75688.75 1236.91 1243.09 2034.90 2045.10 Perfianer mit Skunks. Deutscher Schiffsverkehr nach Amerika. Der Norddeutsche Lloyd nimmt nunmehr auch den Dienst auf den früheren Linien nach Philadephia und Baltimore auf. Als erstes Schiff dieser Linie wird am 7. März der neuerbaute Dampfer Borta( 6500 Tonnen Tragfähigkeit) von Bremen abgefertigt. In brei Wochen Abstand werden die Dampfer Eisenach und Hameln folgen. Dann wird der Dienst regelmäßig auf Grund eines achtzehntägigen Fahrplanes durchgeführt. Die Dampfer Borta und Eisenach befördern auch eine Anzahl Kajütenreifende. reifende Wetter für morgen. wiegend bewölft und etwas nebelia mit geringen Niederschlägen und mäßigen westlichen bis nordwestlichen Winden. Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, beränderlich, überGroß- Berliner Parteinachrichten. Kreis, Charlottenburg. Donnerstag, den 18.. abends 7% Uhr, öffentliche Berfammlung in der Schulaula, Scharrenftr. 25. Referent: Genoffe Subcil, M. b. 9. Die Mitglieder des Gesangpereins Harmonie" treffen sich dort eine Biertelstunde früher. Achtung, Verfassungstarsus. Der Rurfus findet nicht Donnerstag, sondern am Freitag, den 19., statt. Sport. 18154.50 18245.50 16608.37 16991 63 Im Dezember 1920 wurde einer Frau R. aus der Leipziger Sieg von Osfar Tiet- Neinas. Im Sportpalast tam gestein 1107.22 1112.78 Straße ein Perfianermantel mit Stuntsbesatz im Werte von bei bolbejeztem pause ein 100 ilometer Mannicaits. 1895.25 1904.75 6 Millionen Marf gestohlen. Am 24. Dezember 1922 nahm rennen zum Austrag. Zwölf Mannschaften, darunter als Favoriten 3421.42 3438.58 8117.18 3182.82 nun die Bestohlene an der Hochzeitsfeier ihres Bruders in einem Adolf Suichte- Stolz und Richard Quichte- Stohl gingen auf die lange Reise. 2832 90 2817.10 2583.52 2596.48 Lotal in der Kaiser- Wilhelm- Straße teil. Da erschien bei der Hoch- Beide Mannschaften hatten jedoch überraschender Weise mit dem Ausgang 22.94 23.06 zeitsgesellschaft eine Frau M. aus der Kaiser- Wilhelm- Straße, die des Rennens nichts zu tun; fie fonnten sich in feiner Wertung plazieren. 461.15 Frau eines früheren Rabbiners, der jetzt Handelsgeschäfte betreibt. Budem wurde die Mannschaft A. Quichte- Stolz noch überrundet, was Huschte wohl Beranlassung gab, das Rennen aufzugeben. Das Rennett 6.42 Sie trug einen tostbaren Persianermantel mit Stuntsbesaß, der gewann die in blendender Verfassung sich präsentierende Mannschaft Oskar 110.28 Frau R. fofort auffiel und in dem sie bestimmt ihren gestohlenen Ties- Reinas mit 32 Buntten in 2 Stb. 31 Min. 3, Set. vor Hahn Bade161.59 162.41 Mantel zu fehen glaubte. Als Frau R. der Frau W. ihren Ber- busch 27, Rizetto- Carli 19, Schrefeld Balentini 10, Behrend- Struplat 7 Buntte, 458.85 6.38 109.72 Die technischen Beamten zur wirtschaftlichen Lage. Gewerkschaftsbewegung erheiten, Wo bleibt der Reichsarbeitsminister? Nach der einmütigen Ablehnung der geringfügigen Zugeständnisse der Metallindustriellen durch die Funktionärversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes scheint der Kampf unver meidlich. Wohl hat die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes, um die Stillegung der Berliner Metallindustrie mit ihren verhängnisvollen wirtschaftlichen Folgen, wenn noch irgend möglich, zu vermeiden, das Reichsarbeitsministerium angerufen, aber bis heute ist weber eine Einladung erfolgt, noch irgendeine Mitteilung über die Festfehung von Verhandlungen ergangen. Die Stimmung in der Arbeiterschaft der Metallindustrie ist aufs äußerste gespannt. Bisher ist es der Ortsverwaltung gelungen, unter Hinweis auf das bevorstehende Eingreifen des Reichsarbeitsministars, die Arbeitsnieberlegung hintanzuhalten. Aber die Kraft, die Arbeiter von einer Arbeitsniederlegung zurückzuhalten, hat eine Grenze. Diese Grenze ist jeßt erreicht. Wenn nicht ein fofortiges Eingreifen des Reichsarbeitsministers erfolgt, Dann fomnit in fürzester Frist die Stillegung der Berliner Metallindustrie. Wir müssen unsere Ueberraschung ausdrücken, daß der Reichsarbeitsminister Die Dinge hinauszögert. Weiß Herr Dr. Brauns nicht, was ein Metallarbeiterstreit in Berlin bedeutet? Weiß er nicht, was ein derartiger Streik insbesondere in der gegenwärtigen mit tatastrophalen Entwicklungsmöglichkeiten geschwängerten Lage bedeutet? Herr Dr. Brauns fann unmöglich die Dinge nicht tennen. Rennt er fie aber, wie fann er es verantworten, daß durch feine Lässigkeit die Katastrophenpolitik der Unternehmer unterstützt wird! achten, wo bisher die Kommunisten alle Funktionen in den Händen hatten. Parteigenossen, tut Eure Pflicht! Sorgt für Delegierten vorschläge. Der Werbeausschuß. Lohnregelung bei den Bauanschlägern. " In einer überfüllten, vom Bund der technischen Angestellten und Beamten nach dem großen Saal des Nordischen Hofes" ein berufene Versammlung nahmen am 11. Januar die technischen Beamten und Angestellten im Reichs, Staats- und Kommunaldienst Groß- Berlin zur wirtschaftlichen Lage Stellung. Dabei wurde aner- Die Bauanschläger Groß- Berlins waren am Dienstagabend fannt, daß mit Gehaltserhöhungen allein der Not der Beamten und zahlreich im Sigungssaal des Metallarbeiterverbandes versammelt, Es wurden daher Maß- um einen Bericht über die mit dem Schutzverband der Berliner Angestellten nicht gesteuert werden kann. nahmen wirtschafts-, finanz- und steuerpolitischer Art gefordert, wie Schlossereien" vor dem Demobilmachungskommissar geführten Lohn fie vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund und vom AfA- Bund verhandlungen entgegenzunehmen, der vom Kollegen Grunow er schließung gefaßt, die besagt, daß die Bersammelten mit Entrüftung einbarungen: Stundenlohn 480 M. und bei Affordarbeiten das von der Regierung verlangt worden sind. Es wurde eine Ent- stattet wurde. Für die erste Januarhälfte bestanden folgende Verdavon Renntnis nehmen, daß die Absichten der Regierung darauf 540fache des Tarifs vom Jahre 1912. Durch die Verhandlungen hinauslaufen, den Tarifvertrag in bezug auf Bewertung vor dem„ Demo" wurde für die Zeit vom 16. bis 31. Januar der und Mitbestimmung wesentlich zu verschlechtern, um gleich Stundenlohn auf 560 m. erhöht und für Affordarbeiten das zeitig die unbedingt notwendige Revision der Besoldungsgesetze zu 630fache des Tarifs von 1912 festgesetzt. Die Landzulage für Sonnumgehen. Die Versammelten erwarten, daß die Reichs- und Staats- und Feiertage foll vom 2. bis 31. Januar 1500 m. betragen. Nach regierung bei den fünftigen Tarifverhandlungen mehr Verständnis einer fehr fachlichen und ruhigen Aussprache stimmte die Bersamm für die rechtliche und soziale Lage der technischen Angestellten zeigt lung der Annahme des Spruches zu und auch durch eine tiefgreifende Reform der Besoldungsgesehe den technischen Beamten die Stellung im öffentlichen Dienst einräumt, die ihnen auf Grund ihrer Befähigung und Leistung zukommt. Soll unser schwer daniederliegendes Wirtschaftsleben wieder gefunden, muß der jede freie Entwicklung hemmende formal- bureau fratische Geist in der Verwaltung ersetzt werden durch eine vom technisch- wirtschaftlichen Geist durchdrungene Berwaltungsreform. Die Holzarbeiter- Sperre. Die Sperre über die Firma Ligges u. Co., Inh. Dr. Mar. in Böhme, Greifswalder Straße 40, und Neue Königstraße 61/64, ist hiermit aufgehoben. Die stattgefundenen Verhandlungen haben zu einer beiderseitigen Verständigung geführt. Die Sperre über die Firma Kurt Loebel, Frankfurter Allee 76, bleibt für organisierte Arbeitnehmer nach wir vor bestehen. Genannte Firma hat eine Berichtigung an die Preffe ge fandt, daß es unwahr sei, daß sie beabsichtige, eine größere Zahl Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes zu maßregeln. Hierzu Gegen eine Arbeitnehmerfammer für Oldenburg. ist zu betonen, daß ursprünglich die Firma Kurt Loebel nur die Eine tombinierte Bersammlung der Arbeitervertreter in Rüftringen älfte der Belegschaft wieder einzustellen gedachte und daß erst Wilhelmshaven nahm zu dem Gefeßentwurf über die Einrichtung durch Verhandlungen des Holzarbeiterverbandes die Firma fich beeiner Arbeitnehmerkammer für den Freistaat Oldenburg Stellung. reit erklärte, sämtliche Arbeitnehmer einzustellen, aber nur zu einer Nach einem Referat des Arbeitersekretärs Genossen Groenewald, perfürzten Arbeitszeit von 24 Stunden. Da dies Ber der auf den eng begrenzten Aufgabenfreis einer solchen Rammer halten sehr durchsichtig erscheint, ist anzunehmen, daß Maßregelunund die durch sie bedingte unverhältnismäßig hobe finanzielle Begen auf Umwegen vor sich gehen und in furzer Zeit nach Lage lastung der Arbeiterschaft hinwies, weiter aber für paritätische der Verhältnisse die Firma die ihr nicht beliebten Arbeitnehmer Wirtschaftskammern eintrat, wurde mit 51 gegen 9 Stimmen folgende entlassen wird. Entschließung gefaßt: Wenn die Firma Kurt Loebel die Arbeitszeit über 24 Stunden ausdehnt, werden die Arbeitnehmer des Betriebes auch die Arbeit aufnehmen. Deutscher Holzarbeiterverband. Wahlen im Holzarbeiterverband. Der Deutsche Verkehrsbund, Bezirk Groß- Berlin hat nach Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß und dem Demobilmachungskommissar das Dezember- Lohnabkommen für den Kurz-. Galanterie- und Spielwaren Großhandel getroffen und am 9. Januar mit den durch Generaldirektor Neuhaus vertretenen Firmen des Eisen und Stahlgroßhandels die Januarlöhne vereinbart. Auch die Januarlöhne der Trans portarbeiter im graphischen Gewerbe find vereinbart worden, und zwar für folgende Gruppen: Buchdruckereien, Buchbindereien, Beitungsverlagsanstalten, Briefumschlagfabriten, Rontobuchbetriebe, Luxuspapierfabriken sowie Papier und Pappengroßhandel. Die Tarifverträge fönnen im Zimmer 32 des Gewerkschaftshauses gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches in Empfang genommen werden. Wirtschaft Chicagoer Riesenschlachthäuser sind weltbekannt. In den erschütternJn Amerita ist ein riesiger Fleischtrust im Entstehen. Die den Schilderungen Upton Sinclairs wird die schreckliche Ausbeutung der Arbeitskraft durch eine eintönige, bis zum letzten rationalisierte Arbeitsmethode in diesen Schlachthäusern dargestellt. Das lebende Bieh wird dort eingeführt und mit Hilfe von vielen Masa, inen und einer Arbeitsteilung, bei welcher ein jeder Arbeiter den ganzen Tag nur dieselbe Bewegung wiederholt, binnen furzem zu fertigen Kon. serven usw. verwandelt. Jetzt ist in diesem Industriezweig ein Die heute, am 12. Januar 1923, im Werftspeisebaus tagende riesiger Trust im Entstehen begriffen. Die fünf Großfirmen dürfBersammlung der Vertreter der Gewerkschafte vorstände, Bes ten bald in nur zwei Trusts vereinigt werden. Die Verschmelzung triebsräte, des Drteausschusses des ATGB. und des Afa- Bundes, der berühmten Firma Armour des Fleischkönigs" mit der lehnen die von der oldenburgischen Regierung beabsichtigte Eranderen Großfirma Morris ist bereits fertig und bedarf nur richtung einer Arbeitnehmerfammer in der bekanntgegebenen In 45 Mitgliederversammlungen werden am noch der Zustimmung der Regierung, welche auf Grund des AntiForm ab, da dieser Entwurf nebst der veröffentlichten Be- Donnerstag die Wahlen der Branchen- und Bezirksleitungen und der trustgesetzes auch verweigert werden könnte. Die Vertreter der gründung feineswegs den Forderungen der Beschlüsse der Ge- Kommissionen vorgenommen. Von dem Ausfall der Wahlen hängt Farmer protestieren gegen den neuen Trust, dem sie infolge wertschaftstongresie sowie der gewerkschaftlichen Zentralvorstände die Jahrestätigkeit der Verbandsfunktionäre ab. Soll sie im Sinne der Ausschaltung der Konkurrenz bei dem Verkauf ihrer Viehentspricht. Die Bersammelten erwarten vom oldenburgischen der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale und nach unseren bestände ausgeliefert werden sollen. Der politische Einfluß der Ministerium und Landtag, daß, wenn eine solche gesegliche Traditionen erfolgen, so müssen alle Barteigenossen an der Wah Farmer ist in letzter Zeit wesentlich größer als bisher. So ist der Regelung erfolgen soll, so nur in dem Sinne der vom Gewert teilnehmen, Leute unserer Richtung vorschlagen, und für ihre Ausgang des Kampfes zwischen Trusttapital und Farmer wobei schaftstongreß geforderten paritätischen Wirtschaftskammein." Wahleintreten. Nur dann fönnen die heute nicht organisierten sicher große Bestechungssummen verwendet werden unsicher. Daraus geht hervor, daß die Regierung es nicht für not- Holzarbeiter für uns wiedergewonnen werden, wenn unsere Partei- Das Betriebsvermögen der beiden zu verschmelzenden Firmen wird wendig erachtete, sich vor der Fertigstellung ihres Entwurfs mit genossen in der Gewerkschaft tätig sind. auf eine halbe Milliarde Dollars geschätzt. Als dritte soll die Großden Vertretern der organisierten Arbeiterschaft in Verbindung Auch die Kandidatenlisten für die Wahl der Delegierten firma Wilson zum Trust hinzutreten. Zwischen den beiden au feßen, offenbar in der Annahme, daß die Gewerkschaften sich zu den Generalversammlungen des Jahres 1923 werden in diesen anderen Fleischmagnaten Swift und Cudahy soll ebenfalls eine im Prinzip ohne weiteres für die zu ihrer öffentlich- rechtlichen Ver- Bersammlungen aufgestellt. Hier kommt es darauf an, Berschmelzung der Betriebe vorgenommen werden. tretung bestimmten Arbeiterkammer einfegen würden, die nur als die ganzen Listen mit unseren Borschlägen zu besetzen. Später iſt Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: ein Provisorium bis zur reichsgeiezlichen Schaffung von feine Gelegenheit mehr, vorzuschlagen und zu wählen. Jest muß sh. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bezirkswirtschaftsräten gedacht sein konnte. jeder Borschlag angenommen werden. Das ist besonders da zu be- Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. -WO Unser Saison- Ausverkauf diesjähriger Von 12-3 Uhr geschlossen bietet eine außerordentlich günstige Gelegenheit zu enorm billigen Einkäufen. 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