Abendausgabe Nr. 2940. Jahrgang Ausgabe B Nr. 15 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in ber Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 22 Mark Donnerstag 18. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-280% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die franzöfifchen Drohungen. # Paris, 18. Januar.( WIB.) Mafin" berichtet über die Ab- p Der Zwischenfall von Bochum. sichten, die die französische Regierung im Ruhrgebiet plant. Eine Der für den Zwischenfall in Bochum verantwortliche Untersuchung werde heute gegen die widerspenstigen Industriellen des Ruhrgebiets eingeleitet werden. Ein mit französische Oberst Houiller ist, wie die PPN. erfahren, glied des Kriegsgerichts werde sie vorladen. Die Ausbeutung durch seine vorgesetzte Behörde von seinem Bosten a bberu der Wälder im Rheinlande und im Ruhrgebiet werde sofort fen worden. Das Regiment, dessen Angehörige auf die beginnen. Während der Ministerkonferenz sei die Lage im einzelnen Demonstranten geschossen haben, wurde durch ein anderes ab geprüft worden. Die neu festgestellten Verfehlungen und der Wider- gelöst. stand des deutschen Reiches würden eine Reihe von progresDer Reichspräsident hat an den Oberbürgermeister fiven Santtionen nach sich ziehen. Darunter lönne man die der Stadt Bochum ein Beileidstelegramm gerichtet, in dem er Beschlagnahme der Staatsgruben anführen, die Aus- ihn ersucht, den Angehörigen des Ermordeten feine herzlichste weifung der preußischen Beamten, die Beschlag- Teilnahme auszusprechen. Bon verschiedenen Seiten sind dem nahme aller Steuern, die Errichtung einer 3ollgrenze. Reichspräsidenten Mittel zur Unterstüßung der Hinterbliebenen Weil die deutsche Industrie, vertreten durch den Reichskanzler des Erschossenen zur Verfügung gestellt worden, die dem OberCuno so schließt der Matin"- den Wirtschaftstrieg will, bürgermeister der Stadt Bochum überwiesen worden sind. wird sie ihn haben, und da sie sich aller ihrer Waffen bedient, werden Frankreich und feine Alliierten( lies Belgien) feine der ihrigen vergeffen." Bisherige Ergebniffe" der Requisition. Effen, 18. Januar.( 2.) Nach einer amtlichen franzöfischen Darstellung hat das erste Ergebnis der Kohlen requifition im Ruhrgebiet ergeben: 5812 Tonnen fots und 587 Tonnen Kohlen. Seit Spa erhielt die Entente insgesamt zwei milli o nen Tonnen deutscher Kohlen monatlich, wovon der größte Teil Frankreich zufällt. Das waren etwa 67 000 Tonnen täglich. Deutschnationale Einheitsfront. Die Deutschnationalen predigen die Einheitsfront gegen Frankreich. Mit der Einheitsfront ist es aber in ihrem eigenen Lager schlecht bestellt. Wir sprechen hier nicht von dem HahnenBölfischen, die nur völkisch sein wollen, die deutschnationale fampf zwischen den Nationalen, die auch völlisch, und den Bartel trägt ja für ihre abgelöste Leibesfrucht, die völkische Freiheitspartei, teine parteimäßige Berantwortung mehr. Bir wollen uns also nicht bei den Mecklenburger Reisereden des Herrn v. Graefe aufhalten, in denen Herr Hergt als Gegner eine bedeutendere Rolle spielt als Herr Poincaré, und auch nicht bei der feltsamen Ahasverusfahrt der völkischen Dreimännergruppe, die feiner in seiner Nähe dulden will: durch die Bänke des Reichstages. Aber die Deutsche Tageszeitung" und die Deutsche Beis tung" find wohl beide deutschnationale Blätter, und Herr Wilhelm Adermann und Herr Mar Maurenbreder find beide führende Publizisten der deutschnationalen Partei. Trozdem scheint die„ Einheitsfront" zwischen ihnen nur sehr mangelhaft hergestellt zu sein. In der Deutschen Tageszeitung" stellt sich Herr Acermann schüßend vor die Regierung Cuno und erhebt Anklagen gegen die Sozialdemokratie, weil sie die von dieser Regierung geführte Einheitsfront störe. Diese Anflagen gründen sich in der Hauptsache auf einen Artikel des Parijer Temps", der seine schlechte Unterrichtung in deutschen Din gen verrät, indem er von den deutschen Arbeitern eine gewisse Unterstützung des Boincarismus erwartet. Herr Ackermann fagt u. a.: Die Saararbeiter warnen die Ruhrbergarbeiter. Saarbrüden, 18. Januar.( Mtb.) Das Kartell der freien Gewerkschaffen, die Vereinigte Sozialdemokratische Partei und die kommunistische Partei hatten die werttäfige Bevölkerung in Bölflingen und Umgebung zu einer öffentlichen Maffenfundgebung gegen die Befehung des Ruhrgebiets in der Turnhalle zu Bölklingen für den lehten Sonntag einberufen. Die oberste Polizeiverwaltung der Saarregierung hat jedoch diese öffentliche Kundgebung verboten. Eine Begründung für das Berbot wurde nicht abgegeben. Daraufhin beriefen alle dem Startell der freien Gewerkschaften angeschlossenen Organisationen eine ar fellversammlung ein, die einen gewaltigen Besuch aufwies. Es wurde eine Resolution gefaßt, aus der folgender Sat geistige Befruchtung seines Verfassers durch die sozialdemokratische Zeile für Zeile fast zeigt sich in dem Artikel des Temps" die Paris, 18. Januar.( Tu.) Den Bariser Blättern zufolge ist es besonders hervorgehoben zu werden verdient:„ Gleichzeitig warnen deutsche Presse. Man erkennt das besonders deutlich an dem Berin der gestrigen Nacht in Dortmund zu Straßenstreitig die hier Versammelten ihre westfälischen Arbeitsbrüder dringend fuch, den Gegensaz zur Industrie, der von ihr mit ihrem teiten zwischen Nationalisten und Komunisten gekommen. Die davor, sich von den eventuellen Versprechungen der Fran- gewohnten sicheren politischen Instinkt bis in die jüngste Zeit hinein französischen Truppen griffen nicht ein; fie„ befürchteten überdies, 30jen( Einführung des valutarisch besseren Frankenlohnes usw.) unterstrichen worden ist, für die franzöfifchen Pläne auszuschlachten. daß dann sich die Manifestanten gemeinsam gegen sie wenden beeinflussen zu laffen, da dadurch, wie es im Saargebiet zu ver. Es find Tone, die wir im eigenen Lande zu hören gewohnt sind, würden". Trogdem wurden noch im Laufe der Nacht zwei zeichnen ist, der steigenden Berelendung nicht im geringften wenn der" Temps" barauf hinweist, daß die Industrie beim Ravallerieregimenter und eine Abteilung Tants vom Einhalt geboten werden fann." Hauptquartier Düsseldorf nach Dortmund beordert, um für alle Fälle gesichert zu sein". Und immer mehr Truppen!.... Kohlenzüge beschlagnahmt und freigegeben. Die franzöfifche Befagung im Ruhrgebiet hat am Mittwoch die verschiedensten Versuche gemacht, sich die wirtschaftliche Macht anzueignen. Unter anderem wurde zu diesem 3wed auch ein baye. rischer Rohlenzug beschlagnahmt, den man DON Die Weigerung der Zechenbefizer. Nach einer Sigung der Bechenbefizer am Mittwoch nachmittag in Essen wurde eine Erflärung beschlossen, die jeder einzelne I penjägern scharf bemachen ließ. Die Militärs mußten Besiter unterschrieben und der Besagungsbehörde übermittelt hat. aber bald einsehen, daß ihr Beginnen finnlos war. Ein Zug reihte In dieser Erklärung wird mit Bezug auf den Lieferungsbefehl des fich schließlich an den anderen, so daß eine regelrechte Vertebrs Bergwertsinspekteurs Ceste darauf hingewiesen, daß durch den stodung eintrat. Die Franzosen wußten sich deshalb feinen Friedensvertrag die Souveränität des Deutschen anderen Rat, als den beschlagnahmten bayerischen Kohlenzug frei Reiches feierlich anerkannt werde und daß infolgedeffen nur die zugeben, um Luft zu schaffen. deutschen Geseze im Reichsgebiet für die deutschen Staats. Ueber die Betriebslage der Reichsbahn im neuangehörigen Geltung haben. Der Reichsfohlenkommissar habe die besetzten Gebiet wird mitgeteilt, daß bis heute vormittag der Betrieb Lieferung verboten, die Zechenbefizer würden sich nach diesem Be- im Ruhrgebiet fich glatt abgewickelt hat. Die Befehungszone ist bis fehl richten und handelten dabei im Einklang mit den Bestimmungen iegt nicht erweitert worden. In Düsseldorf wurden 3 Truppen des Waffenstillstandsabkommens, des Friedens- züge nach Bochum angefordert. An der Ruhr sind gestern vertrages, des Rheinlandabkommens und aller er- 21 237 Wagen gestellt worden; das entspricht der üblichen durch gänzenden Bestimmungen sowie der Haager Landfriegs.fnittlichen Tagesanforderung des Ruhrgebiets. ordnung und den Regeln des Bölkerrechts, wie sie in allen Rulturstaaten anerkannt sind." Die Erklärung fährt fort: Auch die Finanzämter geräumt. Export zwar Balutagelb perbiene, daß fie aber ihre Arbeiter in Papiergeld bezahle. Man ertenni an diesen Dingen wieder einmal, wie das Krebsgeschwür der inneren Heze den nationalen Abwehrkampf erschwert und be einträchtigt, wie der gemeinsame Gegner seine Rechnung auf dem inneren Gegensatz aufbaut. Kann Herr Adermann etwa die Tatsache, daß die Indu ftrie beim Export Baluta verdient und die Arbeiter in Papieraclb bezahlt, bestreiten? Und fann ein so ausgesprochenes Interessentenblatt wie die Deutsche Tageszeitung" der Arbeiterpreffe einen moralischen Vorwurf daraus machen, daß fie die Intereffen der Arbeiter vertritt und auf eine annähernbe Angleichung der Löhne an die hochgetriebenen Preise für Agrarprodukte hindrängt? Was soll denn aus den arbeitenden Massen werden, wenn nur die Industriellen und die Agrarier das Recht haben sollen, ihre Gewinne zu erhöhen, während es den Arbeitern schon als innere Heze" verdacht wird, wenn sie für die Aufrechterhaltung ihres Eristenzminimums einzutreten wagen? Man sieht, daß Herr Ackermann zu den abenteuerlichsten Effen, 18. Januar.( Deta.) Die Franzosen beginnen allmählich Mitteln feine Zuflucht nimmt, um feine nationale EinheitsEffen, 18. Januar.( Deta.) Die Franzosen beginnen allmählich mit der Beschlagnahme von Rohlen im Ruhrgebiet. Die Besatzungs. front" zu schüßen. Zur felben Stunde aber erscheint in der „ Ich weiß, daß gerade in Frankreich der Schutz der behörden haben gestern einen bayerischen Kohlenzug beschlag- Deutschen Zeitung" ein Artikel Mar Maurenbrechers, Ehre und des Gewissens, der persönlichen Freiheit und des Eigen- nahmt, ihn aber später wieder freigegeben. Die Kohlen- in dem sich folgende vielfagende Säße finden: tums der Zivilbevölkerung im Falle einer Dffupation ein von allen steuer, die vorläufig in Papiermart zu entrichten ist, soll heute Der Reichsfangler Cuno ist nod) allzu sehr im Nebel Beth. Völkerrechtslehrern anerkannter und hochgehaltener Grundsay ist. zum ersten Male erhoben werden. Generalinspektor Cofte verfügte, mannschen Dentens befangen. Nicht ohne Nachwirtung ist Ich weiß endlich, daß meine Haltung im Einklang steht mit dem daß die Bechenbesitzer mit ihrem Privatvermögen für das er in der ganzen Zeit, mo Bethmann Staatssetretär des Innern französischen Landesrecht. Der Befehl meiner zuständi. Aufkommen der Steuer zu haften hätten. Gleichzeitig beabsichtigen und Reichskanzler war, unter den höheren Beamten des sen Behörde schafft für die Bechenvertreter einen Fall von höherer die Franzosen, heute die Finanzamter im Befagungsgebiet zu Reiches tätig gewesen. Benn er dann mitten im Kriege in die Gewalt, bei bem auch nach französischem Recht jede persönliche befeßen. Sie werden aber wenig Freude daran haben, denn die Geschäftsleitung der Hamburg- Amerika- Linie übergetreten und damit Berantwortlichkeit ausgeschlossen ist. Er ist als ein Eingriff von Finanzämter find ebenso wie das Kohlensyndikat geräumt. noch persönlich in die Schule Ballins gefommen ist, so ist auch bas gerade teine Borbereitung, mie der deutsche Staatsmann der Gegenwart fie einzig brauchen fann. " Gefangverbot. höherer Hand für mich absolut binden d. Außerdem würde bei der heutigen Sachlage eine Lieferung von Brennstoff an FrantEffen, 18. Januar.( WTB.) Auf Befehl der Besagungsbehörde reich und Belgien die Aktion fördern, welche Frankreich und Belgien im Gegensatz zu unserer Regierung gewaltsam durchzu- ist das Singen nationaler Lieber, wie„ Die Wacht am Rhein" führen versuchen. Es wird also von mir verlangt, daß ich einer und das Deutschlandslied", verboten worden. gegen meine eigene Regierung gerichteten Maßnahme Fimmen kommt nach Berlin. meine tätige Unterstüßung gewähre und positiv daran teilnehme. Amsterdam, 18. Januar.( WTB.) Nach einer Blättermeibung Memand tann gezwungen werden, gegen sein Vaterland zu wird der Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, handeln und eine ehrlose Handlung zu begehen. Die Anforderung, Fimmen, heute abend nach Berlin abreisen. die an mich gestellt wird, schafft für mich einen moralischen Zwang, der auch nach französischem Recht jede Verantwortung meinerseits ausschließt. Zusammenfassend stelle ich fest und erkläre hiermit auf das Bestimmteste: zu einer Handlung gegen mein Vaterland und zu einer ehríosen Handlung lasse ich mich nicht zwingen." Folgt Unterschrift. Henderson gewählt. Unterhaus wurde in Newcastle der englische Arbeiterführer Artur Condon, 18. Januar.( EE.) Bei einer Nachwahl in das Henderson mit 11 066 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat der Unabhängigen Liberalen erhielt 6682 und der fonfervative andidat 6480 Stimmen. Dollar 23000. Nafender Marksturz. Deutscher Verzicht auf Verhandlungen. Bei der Hauptwahl im November 1922 hatte der gewählte, inParis, 18. Januar.( TU.) Die Kriegslastenkommiffion war zwischen verstorbene Arbeiterkandidat Bell 10084 Stimmen er bekanntlich aufgefordert worden, zu der gestrigen Sitzung der Repa- halten, der Linksliberale 6999 und der Lloyd- George- Liberale 6273. rationstommiffion Bertreter zu entsenden, die wegen der italienischen Benzollieferungen mit der Reparationsfommission verhandeln follten. Staatssekretär Fischer als Vorfihender der Kriegslaftenfommission feilte aber der Reparationsfommission mit, daß deutscherfeits auf jede mündliche Verhandlung verzichtet würde. Die An der Börse herrscht die Meinung, daß die gestrigen nach Sigung der Reparationsfommiffion wurde daraufhin auf Freitag richten über eine angeblich bevorstehende englische Intervention vertagt. Es foll in dieser Sigung endgültig über die Benzollieferun- Seifenblasen waren. Dementsprechend macht die Entmertung der gen an Italien befchloffen werden. Ju derselben Sigung wird sich, Mart rasende Fortschritte. Der Dollar fchwantte im heutigen die Reparationsfommission mit der Antwort der Reichsregierung Devisenverkehr zwischen 22 000 und 24 000. Gegen mittag stellte befaffen. fich ber Rurs etwa auf 25 000 bet anhaltender Nachfrage Es wird dann gegen die Regierung Cuno der Borwurf erhoben, daß fie bis zum letzten Augenblick auf die Wiederkehr der wirtschaftlichen Vernunft in Frankreich gewartet und , teinerlei Vorkehrungen getroffen habe, um Das ist wohl der schlimmste Vorwurf, den man einer Re Deutschland vor diesem Schlag zu schüßen". gierung und diesmal handelt es sich um eine bürger liche Regierung überhaupt machen fann. Der Name Bethmann wedt ja sehr interessante und lehr reiche Erinnerungen. Bethmann war der Rangler des Raisers, in dem Deutschland gegen die ganze Welt zu fämpfen hatte, der gepriesenen Monarchie. Als aber der Weltkrieg ausbrach, wie war es denn damals mit der Einheitsfront"? Gegen die vom Raiser ernannte gar nicht demokratische und gar nicht parlamentarische Reichsregierung brach eine innere Hege los, die in der Geschichte ihres gleichen sucht. Herr Helffe rich, der bamals auch noch als hoher Reichsbeamter ganz und gar im Nebel Bethmannschen Dentens befangen" wet, wird sich jener Borgänge noch genau erinnern. Er faß ja als Staatssekretär im Reichstage neben Bethmann, als dieser mitten im Kriege vor den allbeutschen Biraten der öffentlichen Meinung" feine Flucht in die Deffentlich feit ergriff. Meil der fonservative Herr v. Bethmann fein Länder freffer war, weil er sich den Ansprüchen der arbeitenden Massen auf Brot und Recht nicht völlig verschloß, darum stürmtex die Deutschnationalen unter Führung einer hohen Generalität jo lange gegen ihn an, bis er glüdlich zur Strede gebracht war. Das war, mitten im Kriege, die„nattonale Cinheits- front". Wenn jetzt fien Cuno in deutschnationalen Blättern mit Bethmann in Parallele gestellt wird, wenn ihm der ungeheuer- liche Vorwurf gemacht wird, er hätte das schwerste Unglück, das Deutschland seit Ludendorffs Wasfenstillstandsbitte ge- troffen hat, den Ruhreinmarfch, tatenlos an sich herankommen lassen, so erinnert man sich daran, daß Herr H e r g t— übrigens auch ein Mann aus dem Bethmann-Nebel— erst vor wenigen Tagen auf dem deutschnationalen Parteitag in Pommern Herrn Cuno sein uneingeschränktes Vertrauen aus- gesprochen hat. Was gilt nun? Wer hat recht, Hergt oder Maurenbrecher? Wo ist die nationale Einheitsfront? Und wo ist die Einheitsfront der Deutschnationalen? Das Ermächtigungsgefey. Ein Teil der bürgerlichen Presse macht der Sozialdemo- kratie heftige Vorwürfe, weil sie in der gestrigen Sitzung des Reichstages dem Ermächtigungsgesetz nicht zugestimmt habe. Die Sozialdemokratie trage damit die Verantwortung für etwaige Unannehmlichkeiten, die sich daraus für die Lage der gesamten Bevölkerung ergeben könnten. Dagegen ist folgendes festzustellen: Di« sozialdemokrattsche Fraktion hat ausdrücklich erklärt, daß sie, um sofortige gesetz- geberische Eingriffe zu ermöglichen, verlangt, daß der Reichstag zusammenbleibe. Damit werde das Er» mächtigungsgesetz überflüssig. Lediglich der Wunsch der bür- gerlichen Parteien nach Vertagung des Reichstages trägt also die Schuld daran, daß die von der Regierung in Aussicht ge- nommcnen Maßnahmen verzögert werden. Das stellt sogar ein deutschnationales Blatt fest. Unter der Ueberschrift:„Versagen der bürgerlichen Mehrheit" klagt die„K r e u z z e i t u n g die bürgerlichen Parteien an, daß bei der Abstimmung des ErmächtigungsgeseZes von ihren 269 Abgeordneten nichteinmallöOzurStelle waren. Schuld an einer etwaigen Verzögerung gesetzgeberischer Borlagen der Regierung trägt nicht die Sozialdemokratie, sondern die Teilnahmslosigkeit der bürgerlichen Abgeordneten, die es ja auch durchfetzien, daß sich der Reichstag gegenden Widerspruch der Sozialdemokraten bis zum nächsten Donnerstag vertagte. Cin Sprengstoff-prozeß. Nachklänge zum mitteldeutschen Aufstand. Leipzig, lg. Januar.(WTB.) Da, Reichsgericht ver- urleilte nach siebentägiger nichtäsfentlicher Verhandlung den Arbeiter Schatz, den Tlettromonteur Menzel, den Maurer Mixdors und den Schreiner Müller, sämtlich aus tjolle, wegen Vergehen» gegen das Spreng st offgesetz, bei Mixdors und Müller in Verbindung mit Beihilfe zum Hochverrat, zu st fünf Jahren Zuchthaus. Die Angeklagten hatten während der Märzunruhen 1321 S pr e n gst o f f a t t« n t at« gegen die Ma. schinencinrichtung der„Saale-Zeitung" und gegen da» Polizei präsi- dium in Halle versucht. Die Lechilfe de» Schatz an der Sprengung de» Bahnhof» und der Post m Ammendorf tonnte nicht erwiesen werden. Der„entartete* Graf. Auf seinem Schlosse Oest bei Essen ist der rheinische Sonderbündler Reichsgraf Günther von der Schulenburg verhastet worden. Er war einer der Leiter der rheinischen Separationsbewegung, welch« die Rhsinlande für Frankreich ge. winnen wollt«, und hatte sich nach Ausbruch der Differenzen zwischen die Sonderbündler Dorten und Emeet» unter französischen Schutz gestellt. Die Verhaftung tonnte erfolgen, weil Schloß Oest in der Nähe von Kettwig auf unbesetztem Gebiet liegt. Hierzu werden uns noch interessante Einzelheitnen mitgeteilt: Graf Schulenburg, ein S ch w a g« r de» ehemaligen preußischen Hofmarschall» Grafen Pückler und Vetter des Fürsten Bülow, früher Vorstandsmitglied der rheinischen Zentrumspartei, war vor etwa IS Jahren wegen angeblicher Geistesschwäche entmündigt worden. Die psychiatrischen Gutachten bezeichnen ihn als einen„höheren Entarteten", wozu auch der später in einem österreichischen Strafverfahren bc- stätigt« Verdacht einer gewissen Neigung beitrug. Er kämpfte jähre- lang ohne Erfolg um die Wiederaushebung seiner C n t m ü n d t- g u n g, die auch einen politischen Charakter trug. Graf v. d. Schulenburg war mißliebig geworden, weil er sich zur Kaiserzeit wiederholt in öffentlichen Versammlungen und Kon- gressen zu Regierungsaktionen von hervorragender Bedeutung in Widerspruch gesetzt hatte. So griff er dl« deutsche Reichsregierung wegen der Beteiligung am Chinafeld» z u g e an, kritisierte Im Jahr« 1S01 auf dem Kongreß der Rechts- Parteien in Draunschweig abfällig die türkenfreundliche Haltung der Berliner Regierung» verurteilte scharf das Regiment des Sultans Abdul Hamid und warf sich zum Schutze der verfolgten Armenier auf. In den Entmündigungsgründen heißt e», daß die antipreußische Gesinnung des Grafen zur Familientradition gehöre. Die Entmündigung hat den reichsfeindlichen Weifen- grasen Deutschland noch mehr entfremdet. Er ging vor dem Kriege mehrere Jahre nach Griechenland, hielt sich längere Zeit in Korfu auf, war bei der Kriegserklärung Italiens in Mailand, wo er inter- niert wurde. Ob er heute noch als„höherer Entarteter" gilt und etwa auf Grund des§ 51 des Strafgesetzbuches vor einem Hochverratsprozeß bewahrt wird, bleibt mit Interesse abzuwarten. Graefes Siegeszug. Gegen die„deutschnationale Judenpartei". Die„Mecklenburger Warte" feiert den völkischen Abgeordneten v. G r o e f«, der durchs Land zieht und überall der deutschnationalen Partei empfindlich« Niederlagen bereitet. In Güstrow, Wiimar, Schwerin hätten sich kaum noch vereinzelte Stimmen für diese Partei erhoben. In Rostock lehnte am 10. Januar eine von Tausenden be- suchte Wählerversammlung die von den Deutschnationalen geforderte Mandatsniederlegung Graefes gegen vier Stimmen ab. Dem Bericht de» völkischen Blatte» zufolge beschäftigte sich Herr o. Eraefe nur in wenigen Anfangssätzen mit den Vorgängen im Ruhrrevier, dann wandte er sich gegen die Deutschnationalen, die er als„engstirnige Politiker" bezeichnete und die, wie der Abg. Metterhausen, jetzt schon erklärten,„nur durch da» internationale Juden» kapital könne der Aufbau Deutschlands erfolgen". Die Hergt- Helfferich-Gruppe unterscheide sich heute in nichts mehr von Strese» mann. So wie die Deutschnationalen die traurige Lage Deutschlands dazu benützen, um gegenüber den anderen Parteien Ihre Geschäfte zu besorgen, so tun das jetzt die Völkischen den Deutschnationalen gegenüber. Man wird immer mit dem gestraft, womit man ge- sündigt hat. Nach kommunistischem Muster. Das Organ der Deutschvölkischen Freiheitspartoi, die„M eckten- burger Warte", meldet:„Auf dem Kreisvcreinstag des Kreises Ib Wismar der Deutschnationalen Doltspartei wurde der Antrag, den Kreisvcrein aufzulösen und da» Vermögen der Deutschvölkischen Freiheitspartei zu überwei» f e n, einstimmig genehmigt. Die stimmberechtigten Mitglieder bc» schloffen, ihre Ortsgruppen der Organisation der Deutschvölkischen Freiheitspartei anzuschließen." So spaltet die Deuischvölkisch« Frei» heitspartei nach Moskowiter Muster lustig drauflos. Was dabei herauskommt, kann man in der Geschichte der Kommunist� t en Parteien in aller Herren Länder nachlesen. Völkischer Schwindel. Die„Deutsche Zeitung" hat kürzlich mitgeteilt, daß die Beschlagnahm« der zur Selbsthilfe auffordernden Flugblätter der Deutschvölkischen Freiheitspartei durch den Berliner Polizeipräsidenten nach einer vom Reichsmini st erde» Innern erteilten Auskunft ungesetzlich sei. Hierzu ist fcstzust:ll-n, daß im Rcichsministerium de» Innern eine solche Auskunft nicht erteilt worden ist, zumal keinerlei Veranlassung oor'.ag, die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Beschlagnahme in Zweifel zu ziehen. Kosmistbe Grippe. Don Bruno Manuel. Außergewöhnliche Zeiten, an die kein außergewöhnllcher Maß- stab gelegt wird, oerdienen nicht außergewöhnlich zu sein. Der gewöhnliche Maßstab ist geläufig: die Entartungen der Zeit sind da» Resultat menschlich-geistiger Entartung.. Wir haben uns damit abgesunden, über dem Porträt der lebenden Generation den Satz zu lesen: Der Mensch ist schlechtl Da» außergewöhnliche Urteil hätte zu lauten: ver Mensch ist gutt Das will mit dem Maßstab physikalischer Beurteilung nach- gemeffen werden. Dazu muß man die ultramaterialistische Brille absetzen— sofern sie einem nicht hinter den Ohren festgewachsen ist. Dazu muß man aus dem Seelenwärmer subjektiver Anschauung steigen— sofern er nicht zur unlöslichen Epidermis geworden ist. Dann kann man behaupten: Die Menschen schlechter Zeiten brauchen kein« schlechten Menschen sein. Unsere Philosophen, an die wir glauben, meinen: Menschlicher Wille wird physikalisch beeinflußt. Machen wir uns das Leben leichtl Schieben wir alle» einem unsichtbaren Fatum in die Schuhel Weg mit den Bleigewichten eigener Derantwortungl » Ich besitze die Kühnheit, zu erklären: Aus dem Planeten Alba im Sternbild de« Bären ist vor dreitausend Iahren der heimtückische Vulkan Kotaputaroda zerplatzt. Seilte scheußlichen Gase sind von der Substanz de» Aether» mit Vergnügen geschluckt worden. Da» ging soweit ganz gut. Vis unsere Erde im Jahre de» Unheil» 1014 aus unbekannten Motiven die Zunge ausstreckte und von den ent- arteten Partikelchen einig« in die Atmosphäre zog. Damit hat sie die Menschheit vergiftet: und die Menschheit Hot die Zeit vergiftet. Die Staatsmänner der Welt können untereinander nicht einig «erden, solange nicht das Mittel erfunden ist, sich und uns von der kosmischen Gripp« zu kurieren. Die Kataputarota-Atome dieser zu» dringlichen Alba reizen sortwährend die Schleimhäute sämtlicher Säugetiere auf Erden. Sie erdreisten sich, bei dem vornehmsten Säugetier, also dem Menschen, ins Gehirn vorzudringen: in der Zentrale unserer Willen», und Charaktcrelgenschaften alles auf den Kopf zu stellen: die Armeen unserer undisziplinierten Denkmolekül« gegen un» zu mobilisieren. Wir sind infiziert vom Kosmos: müffen sämtliche Stadien diese» ätherischen Schnupfens ratlos über un» ergehen loffen. Es bleibt un» nichts erspart. Der einzige Trost mag sein: Gegen dag außer- irdische Uebel Helsen keine Spritzen studierter Männer: keine Sprüche spiritistischer Gesundbeter: keine Milliarden stinnesischer Herkunft: kein« Opfer hingebungsvoller Kurtisanen. Ideen und Taten, dl« den Rahmen friedfertiger Gemeinschaft sprengen und die der Mensch unzulänglich bald Bolschewismus, bald Fascismus, bald Revolution, bald Reaktion nennt, Wucher und Er- Pressungen, Raffgier und Hypermaterialismus— werden erst aufhören, wenn der Kataputarota-Bazillus in uns ausgetobt hat. Fassen wir uns mit Geduld. Es geht uns nichts verloren. Eine naturnotwendige Höherentwicklung ist ja laut Keyserling sowieso ausgeschlossen. In allen Lebenslagen dieser entarteten Welt ver- gegenwärtig« man sich diese physikalische Ursache. Sie macht— abgesehen von ihrem ganz plausiblen Klang—- die von ollen Teufeln geritten« Zeit noch am erträglichsten. Franz Schreker, der Dichterkomponist de«„Schatzgräber". empfahl sich in der gestrigen Ausfuhrung der„S t a a t s o p e r" nicht nur als Schöpfer von Dichtung und Musik, sondern er dirigierte auch selbst und stellte seine Gattin, die hochbegabte Maria Schreker, in der Hauptrolle der Els zum ersten Male vor das Berliner Publikum. Dos Werk ist unter den Neuaufführungen der letzten Saison da» zugkräftigst«, dankbarste geblieben. Der Eindruck eines außerordentlich spannenden, thoaterkräftigen Stückes verstärkt sich immer mehr. Unter der zart abschattirrenden Hand des Kom- ponisten wurden die besonderen Tonreiz« der Partitur erst ganz sinnfällig: au» dem theatermäßia kräftigen Grundton hebt sich die ätherische Jnstrumentalstimm« ab wie Gold auf dunklem Grunde. Maria Schreker sang ihr« Rolle nicht ohne Ermüdung. Wo sie sich aber mit ihrer schönen, zarien Stimm« emporrang, da spürt« man die Menschheit Nähe dieser sensibel-erotischen Frauenrolle wl« nie zuvor. Ihr Spiel zudem, in allen Feinheiten aus die Partitur ein- gestellt, gab der liebenden und leidenden El» etwas märchenhaft Reines, Zwingendes, eines vom Schicksal Gezeichneten. Dielleicht fehlt« noch«ine letzte Zutat an glühender Dämonie, weil die Stimme den elementaren Schrei nicht hergibt. Di« Lyrik des Schlaflledes und aller verträumten Stimmungen aber liegt dieser musikalischen Frau bedeutend nahe. Das spürt« auch«in gedrängtes Publicum und rief den Gast oft vor die Rampe. St. S. Me der Monk-Blanc-Tunncl verlaufen wird, ver neu« fron- zöstsch.itallenische Tunnel, der durch den Mont Blanc hindurchführen soll, wird dl« großartigste Jngenieurleislung darstellen, die der Menschheit bisher gelungen ist. Er wird etwas östlich von dem Gipfel gelegt werden. Bis Oex wird die Linie dieselbe sein wie die, die jetzt den Touristen von Poris direkt nach Chamonix führt, und zwar bleibt Genf nördlich liegen, da die Linie ganz auf französischem Gebiet gehalten werden soll. Don Sallanches bis zu bem Beginn des Tunnels steigt die Eisenbahn Immer schneller In die Höhe, Indem sie am linken Ufer der Arve emporklimm. Für diese Strecke sind sieben neu« Tunnel und sechs Brücken vorgesehen, um die reißenden Strömungen de» Flusses und die sich verschiebenden Felsenmassen zu überwinden. Der Haupttunnel, der durch die Kette der Zentral- alpen hindurchgeht, führt in da« Gebirge hinein oberhalb des kleinen Dorfes Hauches, be! dem das Tal von Ebamonlx beginnt. Die süd- liche Oeffnung soll an einer Stelle auetreten, die als„ein wenig unterhalb Courmayeur" angegeben wird, von Courmayeur aus bleibt für die Eisenbahnftrsck« nur der ein« Weg durch da» Tal der Erneutes verbot öer Kohlenlieferung« Essen, 17. Januar.(WTB.) Bei den Zechenbesitzern sind heute folgende Telegramme des Reichskohlenkommissars einge- gangen: Ich bestätige hiermit meine heutige Drahtung. Unter Bezug- nähme auf die Besprechung der französischen industriellen Ruhr- ! kommission mit den Zechenbesitzern verbiete ich mit Rücksicht aus den französisch-belgischen Einbruch besonders ausdrücklich die Lie- iferung von Kohle und Koks an Frankreich und Belgien auch für den Fall der Bevorschussung oder Bezahlung durch dies« Staaten. Reichskohlenkvmmissar Stutz. Ich mache ergebenst darauf aufmerksam, daß Zuwiderhand- lungen gegen meine Ihnen vorstehend bekanntgegebene Anordnung nach§ 7 der Bekanntmachung über die Bestellung des Reichskohlen- lommissars für die Kohlenverteilung vom 28. Februar 1017(RGBl. 192) mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. Reichskohlenkommissar, gez. Stutz. �its Reichstagsausschüjsen. Nm die Krankenkassen. Im Reichstaosausschuh für Sozialpolitik wurde die Frage der Leistungsfähigkeit der Krankenkassen erörtert. Ge- heimrat vpielhagen(Reichsarbe'tsministelium) forderte, daß die!krankenkassen in größerem Umfange als bisher Geldleistungen an die Stelle der Sachleistungen treten lassen müßten. Ein« Ver- ständigung über die Frage der Kassenärzte oder Aerztc- Neuwahlen müßte endlich gefunden werden, ohne daß eine wesentliche Verschlechterung der Loge der Kassenmitglieder dadurch eintrete.— Minlstcrloldirektor G r i eser(Arbeitsministerium) erklärte sich bereit, in eine grundsätzliche Erärterung der«mzelnen Maßnahmen einzutreten und nach deren Ergebnis eine Vorlage aus- zuarbeiten.— Es folgt« eine informatorisch« Rücksprache mit Der- tretern der Krankenkassen, der Dcrufsgenossenschasten und Aerzte. Das Reichsschulgesetz. Der Vildungsausschuß behandelte d!« beiden letzten Paragraphen des Relchs'chulgesetze».§ 16 steht vor, daß auf Anstalten und Schulen für den Unterricht blinder, taubstummer, schwerhöriger. sprachleidender, schwachsinniger, krankhaft veranlagter, sittlich ge- sährdeier oder verkrüppelter Kinder die Vorschriften dieses Gesetzes keine Anwendung finden sollen. Nach längerer Aussprache wurde die Regierungsvorlaze unter Streichung der Worte„schwerhöriger, sprachleidender" angenommen.—§ 17 ist vom Rcichsrat neu einge- fügt worden, ohne daß die Reichsreglerung ihm zugestimmt hätte. Er steht vor, daß die Mehrkosten, die den Ländern und Gemeinden durch diese« Gesetz entstehen, zu zwei Dritteln vom Reiche erstattet werden. Die Entscheidung über das Schul- gesetz wurde bis zum Erlaß des Lande» st euergesetzes vertagt._ Ausschreitungen der Sefahungstruppen. Eine Denkschrift der Reichsregiernng. Der Reichsminister des Innern hat dem Reichstag auf dessen mehrfache Wünsche ein« Denkschrift über die A u s s ch r e i t u.1- gen der Besatzungetruppen im besetzten rheinischen Gebiet zugehen lassen. Die Denkschrift umfaßt 300 Fälle. Mehr als die Hälfte, nämlich 170, beziehen sich auf Sittlichkeitsdelikte und je 65 aus vorsätzliche Tötungen und Mißhandlungen. Das in der Denkscyriit mitgeteilte Material beruht ausnahmslos auf amtlichen Berichten. die einer wiederholten Nachprüfung unterzogen wurden. Es ist der Regierung leider nicht möglich gewesen, jede einzelne Ausschreitung der Besatzungsbehörden zur Kenntnis der deutschen vefsentlichkeit zu bringen. Di« Denkschrift der Regierung beschränkt sich daher nur auf die schwersten Fälle. Nicht erwähnt sm>> z. B. die zahlreichen Fälle von Belästigungen, denen die Frauenwelt aus- gesetzt ist. von Rohheitsdelitten, die einen glimpflichen Ausgang genommen haben, sowie die vielen Fälle, in denen Deutsche durch Fahrlässigkeit von Bcsatzung-angehörigen zu Tode oder zu Schaden gekommen sind. Empörend ist, daß in d«n meisten Fällen und ins- besonders da, wo es sich um Sittlichteitsdelikte handelt, die Täter zumeist nicht ermittelt oder dann nur zu ganz geringfügigen Strafen verurteilt wurden. Der größte Teil der Sittlichkelisdelikte ist auf das Konto der schwarzen Truppen zu setzen. Ein Einblick in die Denkschrift ergibt, daß di« Verwendung schwarzer Truppen in Europa eine unentschuldbare Kultur. Widrigkeit ist. Dora Baltea bi» zu dem Ort Aosta auf italienischem Boden. Zur Anlage dieses großartigen Unternehmens sind bedeutende Schwierig- leiten zu überwinden. Aber di« Technik hat sich seit der Durchsüh- runa(ähnlicher Bauten, seit der Eröffnung des Mont-Cenis-Tunncls im Jahre 1871 und des Simplon-Tunnels 1006 sehr vervvll- kommnet, und man hofft den Bau innerhalb von fünf Jahren zu vollenden, wenn nicht die Franzosen während dieser Zeit zu viel anderes zu hm haben. Sonnenfcheinaulograph. Der Unterschied in der täglichen Dauer des Sonnenschems ist für die verschiedenen Länder Europas ganz bettächtlich: während Schottland nur drei Stunden täglichen Sonnenschein im Iohresdurchschnitt aufweist, hat Deutschland viercinhalb, Frankreich fünfeinhalb und Spanien sogar sieben bis acht Stunden Sonnenscheindauer. Es war bisher sehr mühsam, di« tägliche Dauer des Sonnenscheins zu messen und zu registrieren. Neuerdings ist aber ein Instrument konstruiert worden, daß diese Arbeit mechanisch ausführt und daher überall auf den meteorologischen Stationen benutzt wird. Diese» Instrument, dos den Namen„Sonnen- schein-Autograph" führt, besteht au» einer auf einem Gestell ruhenden Glaskugel, welche die bekannte Eigenschaft hat. alle aus- fallenden Lichtstrahlen auf einen Punkt, den Brennpunkt, zu kon- zenttieren. In der Entfernung des Brennpunktes ist nun zwecken:- sprechend ein Streifen weißen Kartons angebracht, der mit sogenann- ten Stundenlinien markiert ist. Der Autograph ist so aufgestellt, daß sein Brennpunkt bei Aufgang der Sonne auf die Anfangslinie des Streifens fällt. Während der Dauer des Tages rückt nun der Brennpunkt immer weiter auf dem Streifen vor, er erreicht Mittags 12 Uhr den Höhepunkt und ist bei Sonnenuntergang bei der letzten Markierlinie des Stteifens angelangt. Durch die Hitze, die die konzentrierten Sonnensttahlen im Brannpunkt hervorrufen, wird der Kortonstmifen angelengt: tritt nun im Laufe des Tages eine« Wolke vor di« Sonne, so hört natürlich diese Hitzwirkung auf, da sich dann kein Brennpunkt bildet: der Popierstreilen bleibt also an diesen Stellen weiß. Nimmt man nun am Abend den Streifen ab, so kann man ohne weiteres an der eingebrannten Linie und an den gebliebenen Lücken ablesen, zu welchen Stunden de» Tages die Sonne geschienen hat und zu welchen nicht. »aS Jnftiiut für lrexualwiffenlchaft bat eln« Suzenisch« Ab. tellung für Mutter und Kind in den Zellen S» und IS «wgerichtet. Rudolf«. Laban, der bekannte Tanwädagoge. hat für Tanz und tänzerllchc Symnastit BorberciwngSkucje in Berlin, Schöneberger User 3i, «ingerichtet. Die zweite Danzmatinee Kielelbansen findet a« Sonntag, mit« tag» 11'/, Uhr, in der Brohen Dolksoper statt. Ein Kunstwerk au» der Steinzeit. Eine der Siteren S'einzcit entstammende, etwa IS Zentimeter hohe Figur, die au» dem Elfenbein «ine» Mammutzabn» gefqniht ist, wurde kürzlich In einer Kroite in Lex- hugne im französischen Departement H ernte. Gm unne gefunden. Die Statuette stellt eine Frau dar und siebt nach dem UrteU Sachverständiger aus ein Atter von 20000 dt««0000 Jahre zurück. fudhen. Sämtliche Ruhrbahnhöfe besetzt. Wenn der Hauswirt nicht zahlt. leider! Straße ein Mord passiert sei. Es wurde hierbei auch der Name Reißer genannt. Der Name der Frau Spanier, die damals Effen, 18. Januar.( WTB.) Bis 11 Uhr vormittags flegen feine Nachrichten vor, daß die gestern abend von französischer Seite nicht leisten will oder fann, dann müssen Wenn ein Hauswirt die für sein Haus erforderlichen Ausgaben als Frau Dr. Stein auftrat, sei auch öfter in ihrem Pensionat angefündigte Beschlagnahme von Eisenbahnwagen die Mieter genannt worden. Bersönlich habe sie diese Frau S. nicht fennen Borbereitungen dazu find offensichtlich im Gange. Bei der Elfen- gesehen, vielen ihrer Abnehmer die schon lange üblich gewesenen Tage unschuldig in Untersuchungshaft gesessen. Sie war dabei, als und Schleppraum sowie ter zehen ausgeführt worden wäre. es büßen. In letzter Zeit haben die Werte der Statt sich genötigt gelernt. Die 3eugin ist, wie sie weiter erklärt, von Kriminalfom bahn werden nach und nach fämliche Bahnhöfe militärisch befeht autionen zu erhöhen. Ist ein Hauswirt mit der Bah- der Angeklagte Paffarge von dem Kommissar Trettin vernommen und Bureaus angefordert, die von französischen Beamten befeht lung des Wasser oder Gasgeldes im Rückstand geblieben oder hat wurde. Die ganze Vernehmung sei von dem Kommissar Trettin werden. Auch verlangten die Besatzungsbehörden von der Eisen- das Haus den Eigentümer gewechselt, so fordern die Werte der in einem sehr scharfen Ton geführt worden. Rechtsanwalt Bahn bahn allerhand statiffifches Material über den Jugoerkehr der lehten Sicherheit halber eine höhere Raution, die tem jezigen Geldmert fragte die Beugin, ob es richtig ist, daß eine gewiffe broweit, Tage, insbesondere darüber, wohin die aus dem Ruhrgebiet fom- mehr entspricht. Besonders die in Berlin sich mehrenden Berkäufe die bei ihr gewohnt hat, ihr erzählt hat, sie wisse, daß an der mende Kohle gegangen ist. Von den Wasserstraßen wird gesagt, daß von Häusern an Ausländer haben bewirkt, daß die Werke vielfach Spanier. Sie, die Abroweit, halte es lieber mit den in Freiheit Reißer- Eache eine Frau beteiligt fei. Dies fei aber nicht rau die französischen Behörden die Umleitung von Schiffsraum seit heute vermittag vornehmen und durch Befehle die Verschiffung von Kohle, zu Kautionserhöhungen schreiten mußten. Nicht selten wird die befindlichen Bersonen, von denen mehr zu holen sei? Die Beugin die unterwegs ist, nach von ihnen angegebenen Orten zu erzwingen Zahlung einer höheren Kaution verweigert, worauf zunächst Schwebt erklärt, daß sie sich ihrer nicht mehr erinnern könne. Die Mahnung erfolgt, bei weiterer Zahlungsverweigerung aber die 3 u Bernehmung der Zeugin Schwedt zieht sich bis in die Mittagsstunführung von Gas und Wasser abgeschnitten wird. den hin. Forderungen der englischen Handelskammern Die Entrüftung der Mieter eines solchen Hauses ist begreiflich, zumal Zum Waffenfund im Hauptversorgungsamt. Im Anschluß an London, 18. Januar.( EE.) Gestern fand eine Sigung der Ber. wenn sie selber pünktlich ihre Mieten samt den Anteilen an den Uneinigung der englischen Handelskammern statt, die folgende Bedin fosten bezahlt haben. Namentlich tie Abschneidung der Wasser unsere Mitteilungen zu diesem Gegenstand in Nr. 550 vom 21. Nogungen aufstellte: 1. Gewährung eines Moratoriums für Deutsch- Hauses die Gesundheit schädigen und bei Ausbruch eines Feuers fie prüfung der Angelegenheit feinerlei Anhalt dafür ergeben zufuhr ist im höchsten Grade bedenklich, weil sie den Bewohnern des vember und Nr. 573 vom 5. Dezember 1922 wird uns vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt, daß eine nochmalige amtliche Nach land. 2. Sofortige Festsetzung der Höhe der Reparationssumme. land. 2. Sofortige Festsetzung der Höhe der Reparationssumme. 3. Einigung unter den Alliierten über die Rückzahlungsmodalitäten. in Lebensgefahr bringen kann. Aber auch die Abschneidung der hat, daß von dem Vorhandensein der 6 Gewehre dem Direktor von 4. Festsetzung des eventuellen Zinsfußes. 5. Gewährung einer inter- Gaszufuhr bringt die Hausbewohner in arge Bedrängnis, so daß igleben und dem Amtmann Marbach etwas bekannt gewesen ist. nationalen Anleihe für Deutschland ist nicht unbedingt notwendig. man wünschen muß, sie vor einer solchen Maßregel bewahrt zu Es müssen erst Garantien für die Amortifierung und die Binfen- und Wasserzufuhr auch dann abgeschnitten werden, wenn der Gas- Bieferungen eingestellt haben, weil die Franzosen angeblich Sen fehen. Wegen Nichtzahlung der geforterten Raution fann die Gas- Die Margarineverforgung Berlins fichergestellt. Die Nachricht, daß die Rheinischen Margarinefabriken vorläufig bie Eine Ein- und Ausfuhrtare foll in Gold erhoben werden, ebenso eine internationale Kontrolle der und asserverbrauch des Hauses bisher stets pünktlich bezahlt wor- dungen nach hier nicht mehr durchlassen, ist vollständig unzutreffend. deutschen Zölle. 6. Die militärische Besetzung muß eingestellt Weigerungen der Hauswirte, höhere Rautionen zu zahlen, zurüd- gen von den Franzofen angehalten feien. Am ersten Tage der Be den ist. Mitteilungen über Gas- und Wassersperren, die auf solche Es ist nichts davon befannt geworden, daß einige rollende Sendun zuführen waren, find uns mehrfach zugegangen. Es ist uns un segung des Ruhrgebiets find nur einige geringe Berkehrsstockungen möglich, alle Fälle einzeln zu besprechen. Die Mieter sollten in eingetreten. Die Versorgung Berlins mit Margarine jedem Fall schleunigst beim zuständigen Amtsgericht bean. ist dadurch aber in feiner Weise gefährdet, da sich in Rom, 18. Januar.( WTB.) Die hiesige Abendpresse vertragen, durch einstweilige Verfügung den Hauswirt an die Berlin selbst einige Margarinefabriten befinden und die auswärtigen urteilt einstimmig die Ausdehnung der militärischen Attion Frant. Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten zu Fabriken, die die Belieferung Berlins vorzugsweise durchführen, reichs im Ruhrgebiet. Giornale d'Italia" schreibt: Das französische mahnen. Allerdings sind die Gebühren für einen Anwalt, falls in unveränderter Weise fortfahren, Berlin zu versorgen. Borgehen ist nichts anderes als die Verlegung fremden Gebietes ein solcher in Anspruch genommen werden muß, jetzt so hoch, daß fie mitten im Frieden, und die Deutschen haben vollkommen recht, wenn vielleicht sogar den Betrag der ganzen Kaution für ein fleineres fie behaupten, daß Frankreich auf Grund des Friedensvertrages Haus übersteigen fönnten. nicht berechtigt ist, aus eigener Initiative und ohne ein vorheriges Abkommen mit allen anderen Signatarmächten Umstände zu schaffen, welche die Lage Europas ernstlich bedrohen" Corriere d'Italia" sagt in sichtlicher Besorgnis, daß Frankreich entgegen seinem Versprechen der Ruhrkontrolle einen vorwiegend militärischen Charakter gebe. Mussolini habe zwar dagegen protestiert. Aber der Inhalt der fran zösischen Antwort sei noch unbekannt." Epoca" schildert, wie die Ingeniurfommission vor allem den Militärbehörden untersteht, und meint dazu, Italien habe tein Interesse, die wirtschaftliche und polis tische Hegemonie Frankreichs in Europa zu fördern. Tribuna" bedauert, daß entgegen dem Bersprechen Frankreichs der Vormarsch im Ruhrgebiet vollständig den Charakter verloren hat, den Mussolini als Borbedingung feiner Zustimmung festgelegt hatte. Frantreich habe seiner Expedition einen vorwiegend, wenn nicht aus schließlich militärischen Charakter gegeben. Es sei daher logisch, daß Italien Frankreich feine weitere Gefolgschaft leiste. Auch müßten gegen eine weitere Ausdehnung der Besetzung Bedenken verschiedener Art ausgesprochen werden. Auch die„ ber Nazionale" ist der Anficht, daß das französische Vorgehen der letzten Tage vielbeutig ift. Italien aber werde weder durch Deutschland noch durch Frankreich eine tatsächliche Abänderung des Friedensvertrages zulassen, sondern feine eigene Auffassung in Paris und London verteidigen. werden, sobald es die Sicherheit der Alliierten gestattet. Italienische Unzufriedenheit. Sozialistischer Protest in Belgien. Brüffel, 18. Januar.( Eca.) Der Minister des Aeußern hat geffern vor der kommiffion für Auswärtige Angelegenheiten des Senats einen Bericht über die Befehung der Ruhr gegeben. Die Sozialisten protestieren gegen das Verfahren Frankreichs und Belgiens und drückten ihr Bedauern aus, daß die alllierten Regierungen feine anderen Maßnahmen gefunden hätten, als diese Zwangsmaßnahmen. Rückzug der Litauer? Wie die P. P. N. melden, ziehen sich die litauischen FreiSchärlertruppen in der Hauptsache aus Memel zurüc; in der Stadt Memel haben sie nur noch einige Posten zurüdgelaffen. Es hat sogar den Anschein, als ob sie das ganze Memelland wieder verlaffen wollten. Die Orientverhandlungen. Paris, 18. Januar.( WTB.) Heute nachmittag findet am Quai d'Orsay eine wichtige Beratung in der Orientfrage statt, an der ber zweite Delegierte Frankreichs auf der Konferenz in Lausanne, Bom part, und Vertreter des Finanz- und Handelsministeriums teilnehmen werden. Es soll dabei eine endgültige Form für die finanziellen und wirtschaftlichen Bestimmungen des Friedensvertrages mit der Türkei gesucht werden. Nach dieser Beratung wird eine Zusammen funft mit je einem Wirtschaftsfachverständigen Italiens und Englands stattfinden, die mit Botschafter Bompart aus Lausanne in Paris eingetroffen find. Kommunistische Fälschermanieren. In ihrer Antwort auf unferen gestrigen Artikel über die ruffische Außenpolitik schreibt die Rote Fahne uns den Saz zu:„ Ein Bündnis mit Sowjetrußland müsse der Arbeiterbewegung den schlimmsten Schaben zufügen." Dieser Gaz ist eine glatte Fälschung der Roten Fahne", die sich d'ele Worte aus den Fingern gesogen hat. Im übrigen zeugt der Artikel von einer tödlichen Berlegenheit des fommunistischen Bentralorgans, das auf unsere Ausführungen nur mit hilflosem Geftammel antwortet. Devisenkurse. 1 holländischer Gulden..... 1 argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Serone 1 finnische Mark. 1 japanischer en 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 brasilianischer Milreis 1 spanische Veseta 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 Schweizer Frant.. 100 österr. Seronen( abg t.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 18. Januar 17. Januar Käufer Berfäufer Stäufer Bertäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 9077.25 9122.75 7221.90 7258.10 8548.57 8591.43 6807.98 6842.03 1896.50 1403.50| 1122.18 1127.82 4289.87 4260.63 8351.60 8888.40 4518.68 4568.82 8581.02 8598.98 6174.52 6205.48 4887.75 4912.25 568.57 571.48 11072.25 11127.75 8778.1107.22 1112.78 882.78 887 22 106732.56 107267.50 84787 50 85212 50 ftellter des Bolts- Feuerbestattungs- Vereins Groß- Berlin, Chauffee Eine schwarze Aftenmappe mit wichtigen Aften hat ein Ange. traße 63, am Sonntag, den 14. b. M., abends 412 Uhr, in einem Buge Lichtenberg- Friedrichsfelde liegen lassen. Der Finder wird gebeten, doch wenigstens die für den Verlierer unersetzbaren Aften Die Frau im Wirtschaftsleben. Um die Stellung der Frau zu untersuchen, findet im Rahmen der Freigemerschaftlichen Betriebsräteschule ein Lehrgang statt: Die Frau im Wirtschaftsleben". Er beginnt Donnerstag, den 1. Februar ,. Nicht alltäglich ist das Verfahren, das der Eigentümer des abends 8 Uhr, im Sophien- Lnzeum, Weinmeisterstr. 16/17. Hörer. Hauses Büschingstr. 9, Herr Blaga, gegen seine Mieter anges farten( zum Preise von 50 M., für Arbeitslose unentgeltlich) werden wendet hat. Zwischen ihm und dem im Hause gewählten Mieter- im Bureau der Betriebsräteschule, Engelufer 24/25, 2. Sjof. 1 Tr., ausschuß, den er nicht anerkannte, bestanden Meinungsverschieden. ausgegeben. Lehrberatungs- Sprechstunden Montags heiten über das Recht, die auf die Mieter umzulegenden Ausgaben und Freitags von 4-7 Uhr. an Hand der Rechnungen zu prüfen; daher verweigerten die Mieter einstweilen die Zahlung der Umlage. Auch wegen des Zeitpunktes ber Entgegennahme der zum 1. Januar fälligen Miete tam es zu Differenzen, und als Herr Plaga dann am Vormittag des 9. Januar die Ablieferung in seinem Geschäftslokal in der Barnimftraße bis zum Nachmittag um 3 Uhr forderte, blieben die meisten Mieter aus. Am 16. Januar sperrte Herr Plaga die Wasserzufüh rung ab und schrieb unter Hinweis auf die Richterledigung der Mietzahlung den Mietern, er habe, weil die Wasserrechnung schon überfällig sei und er noch Wassergeldvorschuß zahlen solle, biefer 3wangsmaßregel" gegriffen. Als die Mieter felber die 17. Januar die Wafferuhr abnehmen, und als die Wasserwerfsvers Wafferzuführung wieder in Gang brachten, ließ der Wirt am waltung diese nach Herbeiholung von Polizei wieder einsetzte, ließ er sogar das Wasserrohr durchschneiden, so daß die Wafferzuführung unmöglich wurde. Das muß wirklich ein eigen artiges Bergnügen sein, in solchem Hause zu wohnen! Der Mord in der Bayreuther Straße. „ Der Amerikaner wird gemacht." Der Raubmord, dem in der Nacht zum 11. d. M. in der Bay. reuther Str. 33 der amerikanische Staatsbürger Kaufmann Robert wat zum Opfer fiel, ist durch die Mordkommission aufgetlärt worden. zurückzugeben. Die Museumsführungen der Humboldt- Sochichule werden am Sonnabend, den 20. Januar. nachmittags 5 Uhr, burch einen Vortrag es wird ein ganz neuartiger Industrieiilm vorgeführt werden, ber in der Aula des Realgymnasiums, Georgenstr. 20/31, eingeleitet werden. die Bearbeitung und Herſtellung von Treibriemen von der rohen haut bis Film einer größeren Buborerschaft vorgeführt wird. Daran schließt sich ein um fertigen Fabrikat darstellt. Es ist das erstemal, daß ein derartiger Vortrag über Warenzeichen an, den Herr Defar Bachse unter Vor führung einer reichhaltigen Bilderfammlung, bestehend in Etiketten und lafaten, balten wird. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Einrichtungen der öffentlichen Auslegehalle im Reichspatentamt ausführlich geschildert werben. Die 45 Opfer der Donnersmarck- Hütte. Das amtliche Untersuchungsergebnis über das Grubenunglüd. Die amtliche Untersuchung des Gruberbrandunglücks, tas fich am 10. Januar auf der Abwehrgrube der Donnersmard- Hütte in Mitult schüß bei Hindenburg in Oberschlesien ereignete, hat nach amtlichen Mitteilungen bisher folgendes ergeben: Die Spuren, die die Mordkommission fand, lenkten ben brinIn der Grundstrede des 5 ugoflözes( bes obersten der dort genden Berdacht auf einen 28 Jahre alten Norman aus New abgebauten Flöge) wird die Förderung in Zügen durch BenzollotoCastle in England, dessen Geliebte Martha Mariansti motiven bewerkstelligt. Am Abend des 10. Januar trat ein De fett aus Gelfentirchen, einen 27 Jahre alten Biteld Müller, der an einer Benzolletomotive ein, wobei die Leitung vom sich auch Wie faffinsti nennt und dessen Geliebte, eine Marga- Benzolbehälter zum Vergaser abriß. Das ausfließende Benrete Müller aus Charlottenburg. Der Verdacht hat sich jetzt in 801 wurde wahrscheinlich durch Funken der sich reibenden Me- also nicht, wie ursprünglich in einem Teil der Presse ange. bereits im Gewahrsam. Beide leugneten anfangs hartnädig, geben, durch Gebrauch offenen Lichts zur Entzündung gebracht. vollem Umfange bestätigt. Die Mariansti und Jelin igen tallteile, legten aber endlich das Geständnis ab, daß sie bei dem Ber- Dadurch wurte ein Stredenbrand hervorgerufen, der sich auf brechen beteiligt gewesen sind bzw. davon gewußt haben. Müller die Kohle übertrug. Die entstehenden Brandgase zogen in ein und Margarete Griefer sind noch flüchtig. Die beiden nahes Abbaufeld, in dem 47 Mann arbeiteten. Nur zwei fonn Ausländer find in Deutschland planmäßig auf Verbrechen ausges ten fich durch die Flucht retten; drei weitere fonnten gangen und haben wahrscheinlich noch viel mehr auf bem Kerbholz, als Leichen geborgen werden. Die Löschungsarbeiten, die in der als man bis jetzt weiß. Auf ihre Rechnung fommt sicher schon in Grundstrecke unverzüglich aufgenommen wurden und bis zum Berlin ein früherer Chloroformanfall auf einen Deutsch- Ameritaner 13. fortgefegt wurten, find ohne Erfolg geblieben. Ein Heranund die Ausplünderung eines Mannes in Braunlage. Martha fommen an die eingeschlossenen Leute von den benachbarten Flözen Mariansti wurde ergriffen, als sie in Recklinghausen ihre erwies fich als unmöglich. Als dann die notwendigen Aufräumungss Mutter besuchte. Zunächst bestritt sie alles und behauptete, erst arbeiten durchgeführt wurden, hatte der Brand bereits auch auf das unterwegs von dem Tode Nowats gehört zu haben. Jelin sei nach Nachbarflög übergegriffen. Da es nad übereinstimmendem Urteil Paris weitergefahren. Unterbeffen lief bei dem Bolizeipräsidium aller an der Untersuchung Beteiligten ausgeschlossen ist, daß noch eine Depesche ein, daß Jelin in Paris in einer amerikanischen Bei einer der 42 Eingefchloffenen fich am Leben befindet, so hat man sich tung von dem Verbrechen an Nowat und dem Berdacht, der auf am 14. Januar entschließen müssen, das Brandfeld allseitig abzuihn falle, gelesen habe. Er stelle fich als Zeuge zur Verfügung und dämmen. Ein Deffnen der Branddämme fann erfahrungsgemäß werde nach Berlin kommen. In der Tat erschien er gestern mit erst nach längerer Zeit ir Betracht gezogen werden. An der Unterungewöhnlicher Dreiftigkeit bei der Kriminalpolizei, verfuchung haben außer Vertretern der Bechenverwaltung und des goß Tränen über den Tod seines besten Freundes Nowak und Betriebsausschusses mehrere Mitglieder des Oberbergamtes Breslau wies jeden Verdacht, an dem Verbrechen beteiligt zu fein, entschieden fowie der Unfallausschuß der Grubensicherheitskommission Breslau zurüd. Von der Berhaftung seiner Geliebten Marianski hatte er teilgenommen. Außerdem hat der Leiter tes Grubensicherheitsamtes teine Ahnung und erklärte sich bereit, fie fofort zu suchen. im Handelsministerium bie Grube befahren. Wetter für morgen. In den Aussagen der Mariansti und Jelins hatten sich nun schon erhebliche Widersprüche gezeigt. Jelin wurde zunächst abgeführt und feine Geliebte von neuem verhört und diese legte ein umfassendes Geständnis ab, das Jelin schwer belastete. Dieser Berlin und Umgegend. Ein wenig tälter, zeitweise beiter, aber blieb zunächst noch beim Leugnen. Endlich mußte aber auch er sich noch überwiegend bewölft und etwas nebelig bei mäßigen, zwischen Nordzu einem Geständnis bequemen. Wie er sagt, lernte er Nowat auf und Dit schwankenden Binden. Keine erheblichen Niederschläge. ber Ueberfahrt tennen, und Müller erklärte, der Amerikaner wird gemacht". Bei einer Zusammenkunft, bei der sich Mowat mit Jelin, der Griefer und Müller getroffen hatte, hatte die Grie. ser dem Amerifaner Sto pelamin in den affee getan. Bu Haufe legte sich Nomat auf die Chaiselongue. Jelin nahm nun den Schlüffel und holte Müller herauf. Als er zurückfam. lag Nowak halb ausgezogen bereits auf dem Bett. Müller hielt ihm noch ein Fläschchen unter die Nase, begoß das Kissen mit dem Rest der Flüssig. feit und legte es Nowat auf den Kopf. Dann plünderten sie den Betäubten aus. Mordprozeß Neißer. In der heutigen Vormittagsverhandlung wurden die Sachver 451.86 454.16 ständigen vernommen. Geheimer Medizinalrat Dr. Hoffmann, wel cher ben Angeflagten Basfarge beobachtet hat, befundet, daß biefer ein erblich schwer belasteter Mensch sei. Der§ 51 tomme bei ihm nicht in Frage. Frau Spanier sei eine nervöse und kranke Person, bei der ebenfalls ein Strafausschließungsgrund nicht vor. liege. Sanitätsrat Dr. Juliusburger hat als Leiter des Sana8421 42 8438.58 toriums Schlachtensee die Angeflagte Spanier vor längerer Zeit 2882 90 2817.10 behandelt. Sie sei nicht im Vollbefiz ihrer Geistesträfte. 22967.43 23082.57 18154.50 18245.50 1326.17 1533 88 1286.91 1243.09 2568.56 2588.44 2034.90 2045.10 4299 22 4820.78 3571.05 3588.90 159.60 628.42 160 40 631.58 144.63 145.87 24,18 24 82 Hierauf wird die Pensionsinhaberin Frau Schwebt vernom 507,72 510.28 men. Sie befundet folgendes: In derselben Nacht, in der der Mord 6,63 6.67 paffiert fei, sei zwischen 12 und 1 Uhr in ihrem Pensionat von 114,71 115.29 Stanzel oder von Paffarge genau wisse sie nicht mehr, wer von 168,59 164.41 beiden es gewesen war erzählt worden, daß in ber Stegliger. Groß- Berliner Parteinachrichten. Zur Nachahmung empfohlen! Bon der verhältnismäßig fleinen 2bteilung 111( Bohnsdorf), find auf 10 Sammellifien 56 296 2. gesammelt worden. Darunter auf Ciste Nr. 1859 allein 51 000 m., worüber hiermit quiffiert wird. Allen Zeichnern hierdurch besten Dant. Alex Pagels. Jungfozialisten. Morgen abenb 7, Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, Vortrag bes Genoffen Ströbel: Ruhrbesezung und Reparationen. Gäste willkommen. Bernau. Sonnabend, den 20. Januar, abends 7%, Uhr, Mitgliederversammlung bel Modisch, Kaiserstraße. Tagesordnung: Rommunale Angelegenheiten." Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. in den Musikerälen, Kaiser Wilhelm- Straße, statt. Genoffin Bohm- Schuch Seute abend findet die meh fach angekündigte Mitgliederversammlung ( nicht, wie in ber Morgenausgabe irrtümlich angegeben, Frau Dr. Beg scheiber) pricht über Bölterferieben und Bolterversöhnung; genen imperialistische Willtür. Gewerkschaftsbewegung Aus der kommunistischen Praxis. Die Vorgänge in Ludwigshafen bildeten den Gegen and der Tagesordnung einer gut besuchten Versammlung der BSPD.- Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre, die gestern abend in den Sophienfálen stattfand. Referent war der Borsigende des Fabritarbeiterverbandes, Genosse Bren. Der Redner wies bei dem Beginn seines Bortrags darauf hin, daß im kommunistischen Blätterwald wie auch in den tommunistischen Bersammlungen jetzt ganz besonders auf den Fabritarbeiter verband geschimpft werde. Beranlassung hierzu sei den Rommunisten durch die Vorgänge in Ludwigshafen gegeben worden. Ueber diefe Borgänge herrsche noch viel Untlarheit vor, die von kommunistischer Seite gefliffentlich genährt werde. Auf die Ursachen zu den Vorgängen näher eingehend, führte Genosse Bren folgendes aus: Drei Betriebsräte, die zu dem bekannten fommunistischen Be. triebsrätetongreß nach Berlin reisen wollten, wurde der Urlaub verweigert. Der Organiſation ist vorher feine Mitteilung von dem Borhaben gemacht worden. Eine Betriebsversammlung, an der aber von den etwa 20 000 Arbeitern nur 6000 teilnehmen fonnten, stellte fich hinter die Entlaffenen und so tam es zur Arbeitseinstellung. Man faß aber bereits am Verhandlungstisch und es war zu hoffen, daß es mit Zustimmung der Entlassenen zu einer Regelung tommen werde. 20ber das war nicht nach dem Sinn der fommunistischen Ratgeber, die dafür sorgten, daß ein Betrieb nach dem anderen stillaelegt werden mukte. Obwohl der Vorstand des Berbandes ein Mitberatungs- und Mitbestimmungsrecht hat, ist er bei der ganzen Aktion gar nicht befragt, sondern einfach vor voll endete Tatsachen gestellt worden. Und nicht nur bei dem Kampf. sondern auch bei den Zielen wurde die Organisation ausgeschaltet. antwortung tragen bie, bie zu dem Kampf aufgerufen haben, bie unberufen in die Rechtssphäre der Organisation eingedrungen find.( Lebhafter Beifall.) In der anschließenden Diskussion stellten sich alle Redner rid haltlos auf den Standpunkt des Referenten. Nach einem Schlußwort des Genossen Bren wurden die Genossen Krüger, Ill. mer und Fiedler in den erweiterten Bezittsvorstand gewählt Wirtschaft Ruhrbefehung und Teuerung. Die Berschlechterung des Markkurses infolge der Besetzung des Ruhrgebietes hat eine weitere scharfe Preissteigerung auf allen Gebieten des Warenmarktes ausgelöst. Die auf den Stichtag des 15. Januar berechnete Großhandelsindegziffer des Statistischen Reichsamtes DON dem 1670fachen ift Die unfittliche Entschädigung der Lehrlinge. Am 20. Dezember fällte das Gewerbegericht Chemnitz- Stadt am 5. Januar auf das 2131 fache gegenüber dem Frie Ein im dritten ein Urteil, das allgemeine Beachtung verdient. Behrjahr stehender Lehrling der elektrotechnischen Fabrik Ostar dens stande oder um 27,6 Proz. am 15. Januar gestiegen. In dem gleichen zehntägigen Zeitraum haben die vorwiegend im Schmidt, Chemniß, flagte auf Herausgabe des Arbeitsbuches. Als Grund der einseitigen Auflösung des Lehrverhältnisses wurde die 3nlande erzeugten Rohstoffe( Inlandwaren) von dem zu niedrige Entlohnung angegeben. Der Lehrling erhielt 1472fache auf das 1894fache oder um 28,6 Proz., die Einfuhrim dritten Lehrjahr Dezember 1922 pro Woche 120 mM.! Wir waren von dem 2660fachen auf das 3316fache oder um 24,7 Proz. laffen das Wesentliche der Urteilsbegründung folgen, es heißt: angezogen. Das Preisniveau der Lebensmittel hat sich von dem 1311fachen auf das 1703 fa dhe oder um 29,9 Proz. erhöht, das der Industrie stoffe von dem 2342fachen auf das 2931fache oder um 25,1 Proz. Deutschlands Handelsbilanz. Einfuhr Ausfuhr 830 4 Mill. Goldmark 325,4 Mill. Goldmark 359,6 1922 Januar Februar. März. April. . " 563,2 . • " 508,0 565,2 9 564,6 684,8 545,1 Mai Juni Juli Auguft 297,9 324,0 827,0 416,2 427.9 336,3 254.8 290,9 291,4 255,2 Für den gegenwärtigen Rechtsstreit sind jedenfalls die Partei vereinbarungen maßgebend und nach diesen handelt es sich nach dem Lehrvertrag um einen ohnanspruch des Klägers und Widerbeflagten. Dieser Lohn ist in der von dem Beilagten und Wider Lehrvertrage hat sich der Bellagte und Widerkläger verpflichtet, ge= fläger gezahlten Höhe von 120 m. unfittlich niedrig. Nach dem wiffe Mindestlohne zu zahlen. Aus dieser Bestimmung ergibt Deutschlands Handelsbilanz ergab nach den Ermittelungen des fich auf der anderen Seite noch, daß der Lohn den jeweiligen Statistischen Reichsamtes von Januar bis November vorigen Jahres Berhältnissen angepaßt werden soll. Anders ist wenigstens in einem Falle der vorliegenden Art die Bezeichnung des einen Einfuhrüberschuß von rund zwei Milliarden Lohnes als Mindestlohn nicht aufzufassen Es bedarf nun wohl Goldmart. In den einzelnen Monaten gestaltete sich der Wert teiner weiteren Ausführung darüber, daß ein Wocherlohn von 120 der Ein- und Ausfuhr folgendermaßen: Mart bei einem Lehrling im dritten Lehrjahr unter Berücksichtigung Der derzeitigen Lebensbedingungen nicht mehr angemessen ist. Wenn man die Berhältnisse vom September 1919, unter denen der Lchrverirag abgefd loffen wurde, mit den derzeitigen vergleicht, so wird man mindestens bei einem Lehrling auf eine Steigerung Es muß der bestehenden Organisation bei felchen Riesentämpfen, um das 200fa che fommen müffen, wenn man eine angemessene wo es sich um die Existenz Taufender handelt, doch die Möglichkeit ge Entlohnung zugrunde legen will. Es würde dies die Hälfte von geben werden, sich über den Einsatz und das Erreichbare far zu werden. Der Steigerung der Löhne sein, die im Durchschnitt ein gelernter Die Kommunisten nehmen aber für sich in Anspruch, an all diesen Arbeiter in der erwähnten Zeit erfahren hat Der Kläger und Dingen vorbeizugehen. Gelingt ihnen die eingeleitete Attion nicht, Widerbeflagte hätte nach dem Lehrvertrage 8 m. monatlich zu er so heißt die weitere Parole: Der Kampf muß auf eine breitere halten gehabt. Unter den jetzigen Verhältnissen würden es nach Grundlage gestellt, über die Lohngruppen hinaus geführt der obigen Rechnung 1600 m. monatlich sein müssen. Diese noch werden. Frägt man, wie sie sich die Durchführung denten, so erhält sehr gering gegriffenen Säge erreichen noch nicht einmal die, die in man die naive Antwort: Darum haben wir uns noch nicht ge- der Metallindustrie für die Lehrlinge tarifmäßig vorgesehen find. Bei der Beurteilung dieser Wertziffern ist allerdings zu beräd. fümmert." Und doch müßten sie wenigstens so viel wissen, daß Das ertennende Gericht erblidt in ber unfittlich sichtigen, daß die Feststellung der Goldmarkwerte auf Schwierig. die Möglichkeit, die Massen über Waffer zu halten, nur durch uns niedrigen Bezahlung eine lebervorteilung des feiten gestoßen ist, die das Statistische Reichsamt veranlaßten, geheuere Mittel, durch Hunderte von Millionen zu erreichen Klägers und Widerbeklagten und mußte daher den Lehrift und daß, wenn der Kampf auf eine immer breitere Grundlage vertrag auf Grund der Erflörung vom 2. Dezember 1922 auf Grund seine Berechnungsmethode zu reformieren. gestellt wird, alle Mittel nicht ausreichen, dieser Möglichkeit den von§ 124, 3iffer 4 der Gewerbeordnung in Verbindung mit Erfolg zu sichern. Jeder auch nur einigermaßen aufgeflärte Ge-§ 127b der Gewerbeordnung für ordnungsgemäß gelöst Erhöhung des Wechselzinsfuges. Die Reichsban? hat ben werkschafter wird eine hirnverbrannte Idee darin erblicken, solche ansehen. Der Beklagte und Widerkläger ist daher auch verpflichtet, Wechseldistont von 10 auf 12 Broz. und den Lombardzinsfuß von Rämpfe zu entfeffeln, die nicht anders als mit einem völligen dem Kläger und Wiberbeklagten dessen Arbeitsbuch herauszugeben. 11 auf 13 Broz. erhöht. 3usammenbruch enden können. Einen solchen Riesenbrand Diefer Fall widerlegt zunächst einmal schlagend die von der zu entfachen lehnten unsere Organisation und auch die anderen ab. Rechten eifrig tolportierte Behauptung von der hohen Entlohnung len haben in Anpassung an die Devisensteigerung den Preis für 1 Pfund Weizenmehl 470 m.! Die süddeutschen Müh. Man hat dann die Behauptung an die Deffentlichkeit geworfen, der Jugendlichen" und gibt zugleich allen, die in gleicher Not leben, Weizenmehl spezial 0 auf 94 000 m. für den Doppelzentner mit daß es sich um Abwehr des 3ehnstundentages handle. bie Waffe in die hand, sich unter Umständen trot Lehrvertrages Gad ab Mühle erhöht. Kein Wort davon ist wahr! Weiter behauptete man, der Kampf werde um die Lohnregelung geführt. Die Lohnfache war aber schon und Unvernunft des Handwerksmeisters eine angemessene Entschädivorher anhängig bei den Instanzen und ist auch von diesen ent- gung zu sichern. fchieben werden. In der mitteldeutschen Metallarbeiterbewegung tam es, wie uns aus Halle gemeldet wird, zu einer Einigung. Das Reichsarbeitsministerium hat einen Schiedsspruch gefällt, wonach der Spiken lohn für die erfte Januarhälfte 400 m., für die zweite Hälfte 480 m. beträgt. Die Fertigkeitszulagen betragen 56 bis 50 M. Der Schieds: spruch ist angenommen, damit sind alle Schwierigkeiten er ledigt. Die bürgerliche Presse brachte gestern die Nachricht, daß in Mitteldeutschland die Metollarbeiter in Streit getreten feien. Diese Nachricht ist, wie aus vorstehender Meldung hervorgeht, falsch. Bu bemerken ist noch, daß der Schiedsspruch den Metallarbeitern höhere 2öhne zubilligt als den Berliner Metallarbeitern. September. 421,8 Dttober. 531,7 November 536,2 0 " AP Die Sicherstellung der Kohlenversorgung. Nach einer Meldung aus englischer Quelle soll Stinnes bei englischen Banken einen Kredit von 2 Millionen Pfund Sterling zum Einkauf englischer Rolher erhalten haben. Das würde einer Kohlenmenge von etwa 1½ Millionen Tonnen entsprechen. Es sind auch Bestre bungen im Gange, aus dem polnisch gewordenen Teil Oberschlesiens Kohlengroßhandel und polnischen Gruben in Oberschlesien erRohle erhalten haben. Das würde einer Kohlenmenge von etwa handlungen im Gange, um eine Kohlenmenge von 500000 Tonnen Steinfohlen, die in Oftoberschlesien lagern, nach Deutschland zu schaffen. Auch eine Herabsetzung der Lebensmittelpreise wurde gefordert. Das fönnte aber doch nur durch eine andere Gesezgebung er reicht werden. Ebenso würde diese für eine Lebensmittelkontrolle der Arbeiterschaft Boraussetzung sein. Dann die Amnestieerlasse. Hier fordern die Kommunisten etwas, was die Mostauer Gerichte entschieden ablehnen. Ueberhaupt verfahren die Kommunisten in Rußland ganz anders als in Deutschland. So hat sich der allrussische Gewerkschaftsbund auf seinem Rongreß dahin ausgesprochen, daß der Lohnkampf wieder unter Leitung der Gewerkschaften zu führen sei. Damit hat der Bund ausgesprochen, daß die Partei in diese Kämpfe nicht hineinzureden hat, die Streifleitung also ache der Gewerkschaften ift. Man findet mithin das in Moskau selbstverständlich, was hier von den Kommunisten betämpft wird. Auch dagegen haben sich die russischen Kommunisten noch nicht gewehrt, daß dort ber Rapitalismus eingeführt wird, den ihre Parteigönner in Deutsch land bekämpfen. Hier läßt man noch die Walze der Weltrevolution" erflingen, hier glaubt man, mit einer politischen Dittatur den Rapi- Betriebsräteschule. Außer für die Unterrichtsstätten Köpenid, talismus abschaffen zu können, der in Rußland unter der politi- Steglitz und Spandau ist der Beginn sämtlicher Kurse der Schule Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin: für Anzeigen: schen Diftatur wieder aufgebaut wird. um eine Woche verschoben worden. Unterrichtsbeginn ist also in Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: der Woche vom 28. Januar 1923. Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Ausstand, Aufstand und Bürgerkrieg, das sind die Parolen der Rommunisten. Wohin sie führen, ist aus Beispielen in anderen Bändern, so auch Italien, zu erkennen. Es ist eine Utopie, mit einem Rud durch Ergreifung der politischen Gewalt die wirtschaft lichen Verhältnisse ändern zu wollen. Daß die drei Betriebsräte in Ludwigshafen schließlich ein Anzahl Schicksalsgenossen erhalten haben, ist nicht verwunderlich. Soviel geschehen tonnte, ist die Zahl durch die Gemertschaft vermindert worden. Die Ber Achtung! Seifenarbeiter! Die Lohnbewegung für den Monat Januar ist beendet. Die Januarlöhne find tariflich festgelegt. Tarife fönnen gegen Legitimation durch Mitgliedsbuch und Funktionärkarte im Bureau des Fabrikarbeiterverbandes, Engelufer 24/25, Aufgang CI, abgeholt werden. Tarife für die Parfümerieindustrie sind eben falls dort zu haben. Hörerfarten zum Preise von 50 M.( für Arbeitslose unentgeltlich) fowie Unterrichtsverzeichnisse werden im Bureau der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale( Abt. Räteschule), Engelufer 24/25, 2. 5of, I, ausgegeben. Dort finden auch, außer in den Bureaustunden, Montags und Freitags von 4-7 Uhr Lehrberatungssprechstunden statt. Freigemertschaftliche Betriebsräteschule. Max Busse Der große Andrang Neu eröffnet Gegründet 1878. 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Fahrgeldvergütung! Polens Kohlenförderung. Der amtlichen Statistit zufolge betrug die Gesamttohlenproduktion Polens im Jahre 1922 im Dombrowaer Kohlengebiet 7 050 458 Tonnen, d. s. 103,17 Proz. der Vorfriegsförderung des Jahres 1913. Im Krafauer Rohlengebiet 1 981 031 Tonnen, d. f. 100,41 Proz. der Borkriegs förderung, im Teschener Kohlengebiet 165 327 Tonnen, d. f. 89,75 Broz. der Bortriegsförderung. Im oberschlesischen Kohlengebiet 25 598 798 Tonnen, d. 1. 80,61 Broz. der Borfriegsförderung, insgesamt 34 795 613 oder 85,43 Proz. der Borkriegsförderung des Jahres 1913. ähne 400 n. 500 M. mit Friedenskautschuk Schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen, Plomben, Stiftzähne. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. 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