Abendausgabe Nr. 31 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 16 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Zel- breffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 25 Mark Freitag 19. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin SW. 68, Cindenficaße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Poincaré leugnet weiter. Die Reichsregierung hatte durch ihren Geschäfts- Botschaftsrat von Hoesch in Paris ist beauftragt worden, träger in Paris unter dem 17. Januar die französische Re Herrn Poincaré folgendes zu antworten: gierung vorsorglich darauf aufmerksam machen lassen, daß die französisch- belgischen Truppen bei einem weiteren Bormarsch über Dortmund hinaus in das Gelände deut. scher Garnisonen fommen würden. Darauf hat Herr Boincaré dem Geschäftsträger folgende Note zugehen lassen: Sie haben mich durch Ihren Brief vom heutigen Tage wiffen laffen, daß die deutsche Regierung sich verpflichtet glaubte, recht zeitig die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die Tat fache zu lenken, daß, falls die französischen und belgischen Truppen ihren Vormarsch auf deutschem Gebiete fortsetzen, sie auf Gebiets teile gelangen würden, wo sich Garnisonen deutscher Truppen befinden. Ich habe die Ehre, Sie zunächst daran zu erinnern, daß die von der französischen und belgischen Regierung unter Mitwirkung der italienischen Regierung getroffenen Maßnahmen, um Deutschland zur Lieferung der an Frankreich geschuldeten Kohle anzuhalteri, in feiner Weise den Charakter einer militärischen Operation tragen. Ich kann mich in dieser Hinsicht nur auf die Worte des Schreibens beziehen, das ich am 10. d. M. an Seine Exzellenz Herrn Dr. Mayer gerichtet habe. Ich bin ferner verpflichtet, darauf aufmerksam zu machen, daß die auf Weisung der Reichsregierung eingenommene Haltung der Ruhrindustriellen es den alliierben Behörden unmöglich macht, auf gütlichem Wege vorzugehen, sie vielmehr zwingt, die zu liefernde Kohle zu requirieren und Umleitungen im erforderlichen Maßstabe vorzunehmen. Die Alliierten haben im Augenblick die Pflicht, vor allem für die Abwicklung der fälligen Reparationsleistungen sowie für die Bedürfnisse des Ruhr, und des linksrheinischen Gebiets zu forgen. Den anderen Teilen Deutschlands wird lediglich der danach ver. Sollte also durch die Schuld der deutschen Behörden oder In bleibende Ueberschuß zugeführt werden können. dustriellen die Förderung unter die gegenwärtige Ziffer herabsinken, so würden dadurch möglicherweise alle( Sohlen) fendungen nach Deutschland verhindert werden. Ich bitte Sie, die deutsche Regie rung für alle Fälle hierauf aufmerksam machen zu wollen. Die Beschlagnahme beginnt! In Mainz, Wiesbaden, Worms, Bingen und Bonn sind auf Anweisung der interallierten Rheinlandtommission die Bestände der dortigen Reichsbankstellen beschlagnahmt und Zahlungen verboten worden. Nach einer weiteren Meldung ist inzwischen die allgemeine Beschlagnahme aufgehoben worden, dagegen die Beschlagnahme der Guthaben der 3oll- und Finanzämter aufrecht erhalten und außerdem die Aushändigung von Attien verboten worden. Der Oberdelegierte der Interalliierten Rheinlandfommiffion für die Provinz Rheinhessen hat den Binger Wald, das Privateigentum der Stadt Bingen, einen der schönsten und prächtigffen Wälder des Rheinlandes, beschlagnahmt. Darin find einbegriffen das gefchlagene und das auf Lager liegende Holz. Die Stadtverordneten haben gestern eine scharfe Protestentschließung gegen die Beschlagnahme gefaßt, welche der Bürgermeister dem Kreisdelegierten persönlich heute überreichen wird. Der Wald liegt zum Teil auch auf preußischem Gebiet. Wie mtb. von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, find fämtliche auf der Fahrt von der Ruhr nach Mannheim befindlichen Kohlenschiffe des Mannheimer Kohlen- und Braunkohlensyndikates von Franzosen beschlagnahmt worden. Wohin die Schiffe geleitet worden sind, ist den Eigentümern nicht bekannt. Die Mannheimer Reedereien und Kohlenfirmen haben daher die Kohlenschiffahrt nach der Ruhr eingestellt. Die französische Regierung hat den Hinweis, daß die in das Die französische Regierung hat den Hinweis, daß die in das Ruhrgebiet eingedrungene franzöfifch- belgische Armee bei weiterem Vorrüden das Gelände deutscher Garnisonen betreten würde, mit einer Wiederholung der Behauptungen beantwortet, daß die von ihr gemeinsam mit der belgischen Regierung getroffenen Maßnahmen feineswegs den Charafter einer militärischen Operation hätten. Sie hat bei dieser Gelegenheit ferner mitgeteilt, daß sie durch die den Zechenbesitzern im Ruhrgebiet erteilten Weisungen der deutschen Regierurz zur Requisition der Kohle und zur Umleitung von Trans porten ge, vungen sei, und daß sie für das nichtbesetzte Deutschland nur denjenigen Teil der Produktion des Ruhrgebiets freigeben fönne, der nach Befriedigung der Reparationsforderungen und der Bedürfnisse des besetzten Gebietes etwa noch übrig bleiben würde. Die deutsche Regierung hält jede weitere Erörterung des Zweedes des französisch- belgischen Einmarsches für überflüffig. Sie kann nur ihrer. Berwunderung derüber Ausdruck geben, daß die franzöfifche Regierung den vor aller Welt offenfundigen Charakter ihrer Affion auch jest noch ableugnen zu fönnen glaubt. Das Steuerunrecht. Bon M. Kayfer. stände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und In der Denkschrift zur Einkommensteuer, welche die Bordes AfA- Bundes kurz vor Weihnachten dem Reichskanzler überreicht haben, ist eine in der Holzarbeiter- Zeitung" aufein Hamburger Tischler mit 2 Kindern im Jahre 1921 an Ein gemachte Rechnung erwähnt, in der nachgewiesen wird, daß fommensteuer den Lohn für 145,5 Stunden gezahlt hat. Wäre ihm die Steuer nicht vom Lohn abgezogen wor ben und wäre es ihm möglich gewesen, seine Steuerschuld für 1921 erst zu Anfang November 1922 zu begleichen, dann hätte der Lohn von 5,9 Stunden ausgereicht. Das Erempel ist so der Lohn von 5,9 Stunden ausgereicht. Das Erempel ist so lehrreich, daß es hier wiedergegeben sei. Unter Berücksichtigung stunden berechnet Bei der Berechnung des Stundenlohnes ist der Feiertage sind die in jedem Monat geleisteten ArbeitsDer an jedem Tage des Monats geltende Vertragslohn zugrunde gelegt, aus dem der Durchschnitt gezogen ist. Der Bestimmungen in Rechnung gestellt. Daraus ergibt sich ein Steuerabzug ist entsprechend den jeweils geltenden gesetzlichen Jahrseinkommen von 17 256,80 m. und eine Jahressteuerfumme von 1067,10 m. für 1921. Der vertragliche Stundenlohn, der im Durchschnitt des Monats Dezember 1921 11,75 M. betragen hatte, war Ende September 1922 auf 93 M. gestiegen; für den JahressteuerDie deutsche Regierung muß sich jedoch dagegen verwahren, daß betrag von 1067,10 m. brauchten also nur noch 11,5 Stunden die franzöfifche Regierung mit ihrer Begründung der ge- gearbeitet zu werden. Ende Oktober, bei einem Stundenlohn planten Requifitionen und anderen Zwangsmaßnahmen von 130 m. genügten 8,2 Stunden, Anfang November einen neuen Versucht macht, den wahren Sachverhalt zu verschleiern. bei einem Stundenlohn von 180 m. nur noch 5,9 Stunden. Die Unmöglichkeit, die Kohlen für Reparationszwede und für den Bedarf des besetzten Gebietes auf ordnungsmäßigem Wege zu liefern, ist nicht die Folge des Verhaltens der deutschen Regierung oder anderer deutscher Stellen, sondern die Folge des rechtswidrigen Einmarsches. rapide fortgeschrittene Geldentwertung. Das Unrecht liegt An sich ist diese Feststellung nur eine Illustration für die darin, daß im Gegensatz zum Arbeiter, oder richtiger gesagt, zum Lohn- und Gehaltsempfänger, dem die Die französische Begründung läuft auf die Behauptung hinaus, daß dessen Einkommen also bis zum legten Pfennig erfaßt und in Steuer bei jeder Lohnzahlung abgezogen wird. fugt sei, weil das zuerst begangene Unrecht, der Ginmarsch in deut- werbetreibende seine Steuer erst viel später in start Frankreich deshalb zu immer gröberen Formen des Unrechts be- vollwertigem Gelde bezahlt wird, der selbständige Ge fches Gebiet, von Deutschland nicht unterstützt worden ist. entwertetem Gelde zahlt. So fommt es, daß die Ein tommensteuer, die das Rückgrat der Reichseinnahmen bildet, in machfendem Maße auf die Lohn- und Gehaltsempfänger abgewälzt wird. Von dem Gesamtaufkommen an Einkommen. Steuer entfielen auf den Steuerabzug von Lohn und Gehalt im August 1922 57,13 Broz, im September 58,33 Broz. und im Oftober waren es schon 71,97 Proz Im übrigen weist die deutsche Regierung darauf hin, daß die Ausführung der Drohung, für Deutschland lediglich den verbleibenden Rest der Kohlenproduktion freizugeben, ein neuer Rechtsbruch sein würde. Kampf den Prassern. Es ist nicht ganz leicht, den Vorteil zahlenmäßig nachzu Entsprechend dem Ernst der Zeit hat die Reichsweisen, den der selbständige Gewerbetreibende von der nachregierung an die Landesregierungen zwei träglichen Steuerzahlung hat. In dem nachfolgenden Versuch Rundschreiben gerichtet, in denen der Schlemmerei und benußen wir als festen Wertmesser, wie beim Arbeiter dem Alkoholmißbrauch der schärfste Kampf angesagt wird. die Arbeitsstunde, beim selbständigen Gewerbetreibenden den Einschneidende Berfügungen werden in Aussicht gestellt, jedoch Dollar. Den Umstand, daß der Selbsteinschätzer bei der Gins fordert die Reichsregierung auf, nicht bis zum Erlaß dieser schätzung berechtigte und unberechtigte Abzüge in fehr Maßnahmen zu warten, sondern von den bestehenden Befug- erheblichem Umfange machen kann, lassen wir außer Betracht. nissen sofort den allerschärfsten Gebrauch zu Die Steuermogelei ist ein Kapitel für sich, das hier nicht machen. berührt werden soll. Das zweite Rundschreiben richtet sich vor allem n die Oeffentlichkeit und fordert dazu auf, fich im öffentlichen Leben und in der ganzen Lebenshaltung die äusterße Zurück haltung aufzuerlegen. Der Kampf müsse sich vor allem richten gegen jede Art von Brunt, unfittlichkeit und Ausschreitungen. Er müsse sich richten gegen bestimmtes Genre, wie es augenblicklich im Theater und bei anderen öffentlichen Vorführungen überhand genommen habe. Private 3irfel, Presse und die gesamte Deffent. lichkeit sollen in dieser Richtung erzieherisch wirken. Nehmen wir den selbständigen Gewerbetreibenden A, der im Jahre 1920 ein steuerbares Einkommen von 50 000 M. hatte. Bei einem Dollarkurs im Jahresdurchschnitt von 63 entspricht das einem Einkommen von 793 Dollar. Im Jahress durchschnitt 1921 betrug der Dollarturs 108,5 und das Ein fommen des 2 war in diesem Jahre auf 90 000 m. gestiegen, das waren 829,95 Dollar. Im Jahre 1922 mar der Dollarfurs auf durchschnittlich 1885,75 gestiegen und das Einkommen entsprechend auf 1 500 000 m. oder 795,43 Dollar. Auf Grund des Einkommens von 50 000 m. hatte 2 für das Jahr 1920 13420 M. Einkommensteuer zu zahlen. Diese Cachins Immunität aufgehoben. Steuereinschätzung für das Jahr 1920 ist maßgebend, für die Steuersumme, die A im Jahre 1922 für das Jahr 1921 zahlte. Stürmische Szene in der französischen Kammer. Je am 15. der Monate Februar, Mai, Auguft und November Paris, 19. Januar.( WTB.) Die Kammer hat in einer Nacht- ist eine Vierteljahrsrate der Steuer fällig, und zwar fifung mit 371 gegen 143 Stimmen die Aufhebung der parlamen- wird diese Rate nach der letzten Steuereinschäzung berechnet. farifchen 3mmunität für den kommunistischen Abgeordneten Marcel Da die Steuereinschätzung ziemlich spät im Jahre erfolgt, ist Effen, 19. Januar.( WTB.) Heute morgen ist mit der Be- Cachin befchloffen. Die Verhandlungen waren von einer Heftigkeit, für die Steuerzahlung im Jahre 1922 zunächst die Steuerschlagnahme der staatlichen Bergwerte in Buer, wie man fie felten im französischen Parlamente erlebt hat. Die einschäzung für 1920 als die legte vorliegende mañ Westerholt und Horst- Emscher begonnen worden. Die Beschlag- Sigung mußte wiederholt unterbrochen werden. Zum Schluß tam gebend. Daß das steuerbare Einkommen des A im Jahre 1921 nahme ist in der Welfe vorgenommen worden, daß franzöfifche es fogar zum Handgemenge. Der Antrag des fommunistischen Ab- 90 000 m. betragen hat und daß er dementsprechend für das Truppen alle wichtigen Positionen der Bergwerke befeht haben. geordneten Ernest Lafont, die Dokumente, die der Anflage gegen Jahre 1921 28 100 m. Einfommensteuer schuldet, gelangt erit Mehrere Direttoren sind verhaftet worden, u. a. Ober- Cachin:„ Attentat gegen die Sicherheit des Staates" zugrunde liegen, recht spät im Jahre 1922 zur Kenntnis der Steuerbehörde, die bergrat Ahrens von Westerholt sowie der Direktor der staatlichen nochmals prüfen zu lassen, wurde mit 372 gegen 171 Stimmen ab- dann dem Steuerpflichtigen die Steuerforderung zustellt. Bergwerte von Buer und der Präsident der Bergwerkskommiffion gelehnt.- Petit Parifien" glaubt, daß der Abgeordnete Cachin Redlirghausen v. Raiffeisen. Die Verhafteten sind nach Düffel- heute verhaftet werden wird. Sehen wir nun zu, wie A, der ein pünktlicher Steuer. zahler ist, seine Steuern für 1921 bezahlt. Bir rechnen dorf übergeführt worden. dabei seine Steuerleistung entsprechend dem Durchschnittskurs in dem betreffenden Monat in Dollar um. Die ersten Verhaftungen, Abwehrmaßnahmen der Reichsbahn. Schwankungen an der Börse. Dollar 21000. Zahlungstermin Steuerbetrag in Dollar Steuerbetrag Mart Dollarkurs im Monats burchschnitt 3855 208.8 16.06 $ 955 $ 855 18 085 290.1 11.50 1 184.2 7183.0 295 251 28 100 33 08 Heute morgen ist, wie wir erfahren, an die Generalbetriebsleitung Weft, deren Sig in Essen war, die aber seit dem Einmarsch nach Elberfeld verlegt worden ist, eine Anweisung des Reichsver- Um Devisenmarkt haben heftige Schwantungen eingesetzt. fehrsministers ergangen, wonach den Beamten und Arbeitern der Der Dollar wurde heute vormittag zeitweise mit 18 000 bis 19 000 Reichsbahn den Bestimmungen des Reichskohlen- Kommissars ent- genannt. An der Börse stellte sich der Kurs gegen mittag auf Febinar 1922 Mai fprechend verboten wird, kohlen nach Frankreich zu 21250. Man rechnet in hiesigen Finanzkreisen auf Grund neuerer Auguft befördern oder entsprechende Umleitungen vorzunehmen. Ent- Meldungen doch ernstlicher mit ter Möglichkeit einer englisch- ameri Movember, gegenstehende Anordnungen werden als ungültig bezeichnet. Zu tanischen Vermittlung. Im Zusammenhange mit der unsicheren diesem Zwede ist die 3ufuhr der Kohlenzüge zu den Rhein- Haltung der Devisen, der zunehmenden Geldknappheit und in Anbefippern zu unterbinden. Belgische und französische Leerwagen tracht der außerordentlich schwierigen Lage der Industrie nahm die Hierbei ist angenommen, daß A, nachdem er die Augustfind den Zechen nicht zuzuführen. Außerdem wird heute im Reichs- Spekulation heute am Devifenmarkte größere Abgaben vor, um rate gezahlt hatte, die Steuerverslagung für 1921 erhielt; verfehrsblatt ein Criaß des Reichsverkehrsministers erscheinen, daß ihre Gewinne in Sicherheit zu bringen. Man rechnet auch hier mit bei der Zahlung im November hat er auch den Rest gleich mit wegen des völkerrechtswidrigen Einbruchs in das Ruhrgebiet er- der Möglichkeit eines sehr scharfen Rückschlages. Sebenfalls entrichtet, ob nicht recht viele Steuerzahler die Entrichtung laffene Anordnungen und Befehle der Reichsbahnstellen nicht zu be- fonnten sich heute bei den Papieren der inländischen Industrie die der Restschuld noch weit länger hinausschieben, als hier an. folgen find. Dorgestern erreichten hohen Kurse größtenteils nicht mehr behaupten.' genommen ist. Zusammen zügen. Die Januartagung des Staatsrats. Nun können wir die Wirkung der verschiedenen Arten der Ein Diplomat aus der„ guten" alten Zeit.] Für die Notleidenden. Steuererhebung vergleichen Der Arbeiter in unserem BeiDa die deutschnationale Presse sich wieder einmal in der Dem Reichspräsidenten find in letzter Zeit wiederum spiel hat im Jahre 1921 2342 Stunden gearbeitet und er hat den Lohn für 145,5 Stunden an Steuern bezahlt, das ist Heldenpose gefält und mit dem Brustton des Ich von verschiedenen Seiten in dantenswerterweise Mittel zur Linde. 6,2 Proz. seines Einkommens. Nach dem Steuer- hab es immer gewußt" nach den starken Männern aus rung der Not zur Verfügung gestellt worden, die fofort verteilt der Zeit ihres Heldenkaisers W. II. ruft, ist es vielleicht nicht wurden. So hat der Oberbürgermeister von Berlin 1½ Millionen tarif ist er mit 10 Proz. seines Einkommens zur Steuer veranlagt, der Minderbetrag ergibt sich aus den gesetzlichen Ab- ganz unangebracht, einen dieser starten Männer in Freiheit mart für die notleidenden Kinder der Stadt erhalten; dressiert vorzuführen. Kapitänleutnant a. D. Perfius für die hinterbliebenen Opfer des oberschlesischen Grubenunglücks Der selbständige Gewerbetreibende hatte im erstatter während des Baltan krieges. Sein Weg führte find Wohlfahrtsorganisationen des befezten Gebiets überwiesen Der selbständige Gewerbetreibende hatte im plaudert in der Weltbühne" über seine Tätigteit als Bericht hat der Reichspräsident 1 Million Mark gespendet. Andere Beträge Jahre 1921 ein Einkommen von 90 000 M. Nach dem Steuer ihn furz vor Ausbruch des Krieges nach Belgrad, wo er sich worden. tarif foll er 28 100 m. Steuern zahlen, das ist 31,2 Proz. zum deutschen Gesandten Freiherrn v. Griesinfeines Einkommens. Der Steuertarif ist start progressiv, die ger begab. Hier spielte sich folgendes ab: größeren Einkommen werden viel stärker zur Steuer heran- ger begab. Hier spielte sich folgendes ab: Obs Krieg gäbe, fragte ich. gezogen als die kleinen, wenigstens in der Theorie. Die Braris sieht etwas anders aus. Die 90 000 m. Einkommen er. Die Gerben sind ein feiges Bad, haben keinerlei militärische im Jahre 1921 waren soviel wie 829,95 Dollar. Dafür wur- Ausrüstung. Alles ist bei ihnen jam mervoll. Die Türken hinten, wie wir gesehen haben, 33,08 Dollar Steuern gezahlt, gegen sind von unserem Goltz ausgebildet und glänzend ausgestattet. das sind 3,9 Proz des Eintommens! Das nennt das sind 3,9 Proz des Einkommens! Das nennt Sie würden die Gerben und Bulgaren einfach über den man in Deutschland Steuergerechtigteit! Haufen rennen, wenn die wagen wollten. Aber die denken Unser braver Steuerzahler steigerte sein Einkommen ent- ja gar nicht daran." fprechend dem gestiegenen Dollarfurs im Jahre 1922 auf ,, Wenns aber dennoch zum Kriege kommen sollte", drang ich in 1 500 000 m. Davon hätte er nach dem seitherigen ihn, würden Euer Exzellenz mich dann als Berichterstatter beim Steuertarif 575 000 m. Steuern zahlen sollen. Als Entschädi- serbischen Hauptquartier empfehlen? Wollen Sie mir zunächst eine gung dafür, daß er sich, wie wir gefehen haben, bei der Steuer Audienz beim Ministerpräsidenten Paschitsch vermitteln, mich auch zahlung für 1921 so start übernommen hat, ermäßigte die im Auswärtigen Amt vorstellen?" bürgerliche Reichstags mehrheit seine Steuer. leistung für 1922 auf 315 000 m.! " Er lachte hell auf. Daran glaube ich nie", antwortete Der Preußische Staatsrat beendete heute morgen seine Januar tagung. Die erste Tagung im neuen Jahre muß nach der Geschäfts ordnung die Neuwahl des Präsidiums vornehmen. Die schon den Anspruch auf den Präsidenten geltend machte, ließ dies Fraktion der Arbeitsgemeinschaft, die als stärkste Frattion früher mal erflären, daß sie angesichts der ernsten politischen Lage von einer Aenderung des Präsidiums absehe. Sie schlug vor, das bisherige Präsidium wiederzuwählen. Der Staatsrat trat diesem Bors schlag bei. Präsident des Staatsrates bleibt also Herr 21 benauer. Erster Bizepräsident Genoffe Gräf Frankfurt und zweiter Bizepräsident Oberbürgermeister I arres. Duisburg. nungen hatte der Staatsrat in seiner Januartagung den Haus. Außer einer Reihe weniger wichtiger Borlagen und Verordbaltsplan des Freistaates Preußen für 1923 zu begut achten. Die Etatsberatungen gaben unseren Genoffen im Staatsrat Gelegenheit, die Tätigkeit der preußischen Regierung vom sozialisti schen Standpunkt fritisch zu beleuchten. Zur allgemeinen Finanzverwaltung sprach Cenosse Eberle, der besonders auf die Notwendigkeit der beschleunigten Steuereinziehung hin wies. Zu den verschiedenen landwirtschaftlichen Haushaltsplänen brachte Genoffe Schumann die vielen Beschwerden, die das werttätige Bolt auf dem Gebiet der Boltsernährung hat, wirksam zum fchen Justiz, Cenoffe Fuchs beleuchtete in fachtundiger Weise die Ausdruck. Genosse Weinberg übte scharfe Stritit an der preußi Gebiete der Bolkswohlfahrt und des Unterrichtswesens. Bedaure, wenig eigentlich nichts für Sie tun zu können." Ich merkte, daß hier jebe Minute zwedios geopfert war, stand auf und empfahl mich furz. Als mein Wagen in die Terasia einbog, stauten sich dort gemaltige Menschenmassen vor großen Plataten: Die Kriegs er flärung Serbiens an die Türkei". Tableau! Aber es tommt noch besser: Ich eilte, ins Hotel zu tommen, um zu telegraphieren. In der Halle trat der Portier an mich heran:„ Bitte fofort ans Telephon der deutsche Gesandte hat bereits zweimal an gerufen." Unsere Genossen benutzten die Etatsberatungen zur Stellung eines Anfrages auf Aufhebung des Staatsrates. Den Antrag be gründete Genosse Reimann in eingehender Weise. Die Redner aller bürgerlichen Parteien wandten sich mehr oder minder lebhaft gegen den Antrag. Um das Steuerunrecht zu beseitigen, hat die Reichsregie rung den Entwurf eines Geseges über die Be= rücksichtigung der Geldentwertung in den Steuergesetzen" ausgearbeitet, der dem Reichswirt schaftsrat vorliegt. Den Weg zu gehen, daß die rückständigen Steuern nach dem Devisenstand am Tage der Fälligkeit er hoben werden, lehnt die Regierung ab. Dieser Weg wäre zwar wirksam, aber etwas umständlich. Das Ziel foll in der Weise erreicht werden, daß derjenige, der mit der Steuerzahlung in Rückstand bleibt, zu dem rückständigen Steuerbetrag Freiherr v. Griefinger: Ah, verehrtester Herr einen 3uschlag von 10 Bros. für jeden angefan Rapitän, würden Sie die Liebenswürdigteit haben, heut genen oder vollen Monat zu zahlen hat. Das ist ein bei mir zu frühstü den? Dann tönnen wir unsere interberzügliches Mittel, den Pelz zu waschen, ohne ihn naß zu effante Unterhaltung von Bormittag fortsetzen." machen. Es mag sein, daß der eine oder andere faule Kunde Schnell gefaßt sprach ich: Berbindlichsten Dant. Bebaure un- Zu dem Gesamthaushaltsplan war von den bürgerdadurch veranlaßt würde, feine Steuerschuld rascher an die endlich, der gütigen Einladung nicht Folge leiften zu fönnen- ich lichen Fraktionen ein Gutachten vorgelegt, das im wesentlichen nur Steuertaffe zu bringen. Im allgemeinen wird die Gefahr, bin bereits versagt. Empfehle mich gehorsamst" und hängte an... die Forderung äußerster Sparsamkeit und darüber hinaus Ein10 Proz. Monatszinsen zu zahlen, nicht sehr abschreckend mir- Am Abend dieses Tages war Biergesellschaft im Deutschen Klub schränkungen bei den Staatsangaben stellte. Von den werbenden fen. Gar mancher Kapitalist zahlt diese 10 Pro3. ganz gern, von Belgrad. Der Gesandte fragte den Konful Dr. Schlieben: bürgerlichen Fraftionen bebutend höhere Einnahmen, um die SteuerAnlagen des Staates( Bergwenke, Hütten, Salinen) erwarten die tenn er verdient viel mehr, wenn er das dem„ Sagen Sie, mein Lieber, hat Sie da etwa auch ein deutscher erträge niedrig halten zu fönnen. Unsere Frattion fonnte nur Reiche gehörige Geld für seine privaten Spe- Rapitän Perfius besucht, der als Berichterstatter für das wenigen Punkten des Gutachtens zustimmen, im ganzen lehnte fiz Pulationen benügt. etelhafte Berliner Blatt... engagiert ist?" Und er es ab. Ebenso die Kommunisten. Am 20. Februar soll der StaatsFür unser Beispiel kommt diese Androhung einer Strafs fügte einige fchmeichelhafte" Bemerkungen über meine Person rat wiederzufammentreten. Steuer aber gar nicht in Betracht, denn der Steuerzahler hat hinzu. pünktlich bezahlt und doch den großen Profit Dr. Schlieben antwortete: Jawohl, der Herr Kapitän zur See gemacht. Diesem Fall will der Gefeßentwurf in der Weise war gestern bei mir. Er erzählte, Sie hätten ihn zum Frühstück beitommen, daß den Steuerpflichtigen aufgegeben wird, eingeladen. Ich verstehe nicht recht, wie Sie diesen Herrn bei Der preußische Landtag sette heute die Aussprache über die gleichzeitig mit der Abgabe der Eintommen Ihrer Meinung über ihn und fein Blatt zu sich ins Haus bitten fort. Abg. Dr. Leidig( D. Bp.) bezweifelt, daß im jetzigen Beit Städteordnung und die Landgemeindeordnung steuererklärung, die angeblich in der Regel im Laufe fonnten." des Monats Februar erfolgt, die endgültige Steuerpunkt die Aenderung der Gemeindeverfassung eine so wichtige AufJa, wissen Sie, man muß in meiner Stellung vorgabe fei. Die Städbeordnung habe als Grundlage der Gemeindeschuld zu errechnen und den Restbetrag fofort ein fichtig sein. Man weiß nicht, was folch ein Bresse menfch. verfassung doch sogar die Revolution ganz gut überdauert und die zuzahlen. Sofern er das unterläßt, würde er ebenfalls nun gar noch von dem... Berliner Blatt, einem für Unannehmlich neue Boriage bringe grundlegende Renderungen überhaupt nicht. mit dem erwähnten zehnprozentigen Zuschlag belegt werden. teiten machen kann." Die Verabschiedung der neuen Gefeßentwürfe werde sicherlich noch Auch das wäre nur ein sehr unzulänglicher Notbehelf, der das längere Zeit in Anspruch nehmen. Darum dürfe der Zeitpunkt der Uebel nicht an der Wurzel anfaßt. Wenn man die Lohn- und fommunalen Neuwahlen nicht mit dem Schicksal der Vorlage verGehaltsempfänger mit der Tatsache aussöhnen will, daß ihnen der Städteordnung eine hochpolitische Angelegenheit. bunden werden. Der Kommunist Katz betont, Jeine Partei sehe in die Steuerschuld vom Lohn abgezogen wird, dann wird man nach anderen Mitteln suchen müssen, um die Selbsteinschäßer zu veranlassen, ihre Steuern in vollwertigem Geld zu zahlen. An fich ist das System des Steuerabzuges vom Lohn gut, es mirtt aber aufreizend, wenn daneben die un verantwort liche Begünstigung der großen Steuerzahler bestehen bleibt. Der Gefeßentwurf des Herrn Hermes ist nur weiße Salbe, die das Verlangen der Arbeiterschaft nach Steuergerechtigkeit nicht befriedigt. Man wird sich also nach etwas Besserem umsehen müssen, wenn man auf die Stimmen der Arbeiter Wert legt. Scheiden tut weh. Bon Bruno Manuel In Koblenz, fagt man, fließen jetzt so viel Tränen, wie noch vor In Koblenz, sagt man, fließen jetzt so viel Tränen, wie noch vor einem Monat Mein. Das läßt sich nicht genau nachprüfen; aber be greiflich ist es ja. Man braucht diesem Porträt nichts hinzuzufügen, es spricht für sich selbst. Schaut nicht das liebenswürdige Bild unseres verflossenen Heldentaisers aus jedem dieser markigen, ehrlichen und so überaus meitsichtigen Worte? Alte Schule, alte Schule!" werden unsere Freunde von der Rechten feufzen und sich das Monokel schärfer in das tränende Auge brüden. Reichstagsabgeordneter Paul Hegemann teilt uns mit, daß er in der Reichstagssigung vom Mittwoch den Antrag:„ Die Regierung Produzenten, Groß und Kleinhändler mit allen Mittein entgegen wird ersucht, der unbegründeten Erhöhung der Warenpreise der zuwirken," nicht abgelehnt habe. Er legt ferner Wert darauf, festzustellen, daß er nicht" wild", sondern Mitglied der Unabhän gigen Sozialdemokratischen Partei" ist. Fernen entrückt. Jm preußischen Landtag. Polen mobilisiert nicht. Entgegen anderslautenden Nachrichten wird uns nochmals von autoritativer Seite mitgeteilt, daß die pol nische Regierung Maßnahmen zu einer Mobilisation weber getroffen hat, noch zu treffen gedenkt. Bolen hat den Wunsch, mit seinen Nachbarn im Frieden zu leben. Begnadigung Larfins. Der Gouverneur des Staates New Dort hat den irischen Urbeiterführer Larkin, der vor längerer Zeit wegen anarchistischer Umtriebe zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. war, begnadigt. Welt. In hundert Jahren wird die große Roblenzer Frauen-| wärmer, Stedtontaft am Toilettentisch, Nähmaschine, Kocher, Radio, entführung von 1923 unseren Entein wie ein wundersames Märchen apparat für die Kinder, die drahtlos Märchen erzählt bekommen, flingen. Heute sei aber an das allgemeine Herzeleid gedacht, das in falls die Mama verhindert ist, fie in den Schlaf zu singen, Spiel den Familien herrscht, wo eine Tochter fünf Minuten vor ihrer geug- alles elettrisch. Die elektrische Küche umfaßt: Herd, Geschirr Berlobung stand, als Herr Harding zum Abmarsch blies. Bielen wafchapparat, Grillvorrichtung, Waffeleisen, Rest, Schaumschläger, winfte bereits das Dollarparadies; nun ist es in unerreichbare reiniger, und die elektrische Waschküche: Waschmaschine, Trocken. Teigrührmaschine, Kaffeemühle, Ciszerkleinerer, Eismaschine, Wasserapparat, Bügeleisen, Blissierapparat. In Garage, Werfstätte bzw. rien, eine elettrische Luftpumpe, elektrische Dreh- und Bohrbank, auf dem Hof befinden sich eine Vorrichtung zum Laden von Batte Löttolben, Leimtopf, Pumpen usw. Die Einrichtung eines solchen Hauses wird vervollständigt durch Telephonanschluß in allen Räumen, Türöffner, Transformatoren, die den Lichtstrom für die Klingelein. richtungen umschalten, Alarmvorrichtungen, die anzeigen, wenn ver gesien worden ist, das Licht im Keller, Treppenhaus usw. auszudrehen, Schalter, die automatisch dunkle Räume, Schränke ufw. erleuchten, wenn die Tür aufgedreht wird, Batuumreiniger usw. usw. Wenn auch viele von diesen Einrichtungen als Lurus verwöhnter die Industrie noch schaffen tönnte, wenn die Bedürfnisse der Masse Reicher anzusehen sind, zeigt der elektrische Haushalt boch, was alles erst maßgebend werden. Wenn nur Herr Harding wüßte, welches Unheil Amerita über Roblenz gebracht hat! Als die uniformierten Söhne der neuen Welt auf der Ehrenmädels jetzt wieder zufliegen werden, wollen fühl bis ans Herz Und die Koblenzer Junggesellen, denen die Herzen der Bürgerbreitsteinfeste ihr Sternenbanner zusammenrollten, hißten die Roblenzer Geschäftsleute und die Damenwelt ihrerseits sämtliche bleiben. Wurst wider Wurst sagen fie. Bier Jahre lang find fie Gefühlswimpel auf Halbmast. Die fefchen Original- U. S. A- Schirm- die Abgewiesenen gewesen. Jegt wollen fie vier Jahre die Abmüßen wurden von den mißvergnügten Hutmachern aus den Schau- wefenden sein. Es werden fünftig in Roblenz noch viel mehr Tränen fenstern genommen; die Schneider schmissen ihre Schnittmuster für fließen. die breiten Breeches und schlanken Taillenröcke in die Ece; ber öffentliche Stiefelputer, der sich seiner Kundschaft zuliebe boats cleaner genannt hatte, pacte seinen hölzernen Thron zusammen. Und die jungen und auch nicht mehr ganz jungen Damen von Stoblenz träumen bloß noch von den vergangenen Schönheiten: vom rollenden Dollar und von eleganten Extratouren; von nobeln Besten und noch nobleren Gaben. Was die romantischeren Mädchen sind, so werden sie noch lange von den verflossenen Mondspaziergängen Bentralorganisation für den Filmverleih in allen Ländern der Sow an der nächtlichen Mosel schwärmen. Die Armee ber klassisch fizenden Uniformjaden und feudal polierten Stiefel ist abmarschiert. Sie waren Repräsentanten eines Militarismus ohne Kafernenhofblüten, ohne den Geist der schirm lofen müßen und angepaßten Refrutenröde. Ihr gesellschaftlicher Ehrgeiz stand höher als ihr soldatischer Ehrgeiz. Benn jekt Koblenz Rattowi wäre, dann hätten die armen Mäbchen neben dem Berlust ihrer überfeeischen Ravaliere noch den Berlust ihrer 3öpfe zu beklagen. In Oberschlesien stand seinerzeit beim Abrüden der polnischen Besatzung deutscherseits Bopfabschneiderei im Programm verwirrter Röpfe. Mädchen, welche ihr Herz an polnisches Tuch gehängt hatten, mußten ihre freie Wahl durch öffentliche Bespeiung büßen. foeben ein Gesetz erlassen, das dem Filmwesen neue Grundlagen Der Film in Sowjetrußland. Die russische Regierung hat geben soll. Der Film wird darin als Bildungsmittel und Beistung von fünstlerischem Wert anerkannt. Die Kincabteilung des Rom missariats für Kunst und Boltsbildung wird zu einer staatlichen jetrepublik ausgebaut und zugleich in ein rein wirtschaftliches Unternehmen umgewandelt, bas jedoch verpflichtet ist, zu seinen Arbeiten die örtlichen und Bezirtsorgane der Boltsbildung heranauziehen. Eine Filmzenjur wird nach deutschem Vorbilde ein gerichtet, sie wird ebenfalls von einer Abteilung des von Luna ficharsfy geleiteten Rommissariats für Kunst und Boltsbildung ausgeübt werten und vor allem auch die Herkunft eingeführter Filme zu prüfen haben. Privatunternehmungen der Filmindustrie bedürfen in Rußland fünftig einer staatlichen Lizenz, jedoch wird ihnen, soweit sie selbst dort produzieren, jede staatliche Förderung Bugesichert und insbesondere ein weitgehendes Berleihrecht ein geräumt. Das elektrische Heim. Die International General Electric Co., die amerikanische ACG., unterhält in New Yort eine ständige AusIn Rheinnähe hat die deutsche Eiche nicht so entartete Triebe ftellung„ Das elektrische Heim", das aus einem ganzen Haus und ntfaltet wie in Odernähe. Das kommt wohl daher: weil die einem vollständigen Haushalt besteht, in dem alle nur erdenklichen Roblenzer Soldaten Dollar, aber die Kattowizer Soldaten bloß modernen elektrischen Apparate und Hilfsmittel zur Anwendung geRoblenzer Soldaten Dollar, aber die Kattowitzer Golbaten bloß bracht worden sind. Als Erfolge diefer Ausstellung, die von mehr polnische Mark in der Tasche hatten. An der Mosel lohnte es sich, als einer Million Menschen besucht wurde, konnte die Gesellschaft im Amerita zu hofieren; an der Oder lohnte es sich nicht, Bolen zu letzten Jahre 80 Aufträge auf foldhe tompletten elektrischen Heime hofieren. Die erotischen Seitensprünge ber Koblenzerinnen müssen buchen. Zur Einrichtung des Wohnzimmers eines solchen Heimes mehr vom Verstand denn vom Herzen angefeuert worden sein. Die gehören: Fächer, Heizapparate, Rufglode, Leuchter, Uhren, leuchtende erotischen Seitensprünge der Kattowizerinnen müssen mehr vom Blumentische, erleuchtete Gemälde und Vogeltäfige, Bigarren Herzen denn vom Berstand angefeuert gewesen sein. Wenn es un anzünder, erleuchteter Arbeitsborb, Siegelladerhiger alles mit bedingt nicht ohne 3opfabschneiderei sein fann: dann müßten die dem Zusaß ,, elektrisch" zu denken. Im Eßzimmer dürfen nicht Roblenzer 3öpfe eher fallen als die Kattowiger Zöpfe. fehlen: Raffeemaschine, Samovar, Toaster( Brotröste), Tellerwärmer, Waffeleisen, Eiertocher, Grill, Wärmplatte, Stedfontatte am Tees wagen, Büfett und Eßtisch. Im Schlafzimmer, Badezimmer und Kinderzimmer finden Verwendung: Heizbare Kissen und Rasierbeden, Brenneisen, Haartrockner, Haarschneider, Fußwärmer, Wasser Eine Unmenge Amerikaner, die als Junggesellen in Koblenz einzogen, marschieren als Ehemänner weg. Mit einem Schwarm von Frauen und Kindern dampft das Besagungsheer in die andere Eine Bode- Stiftung. W. Bode, der zu seinem fünfzigjährigen Amtsjubiläum von Deutschen und Ausländern eine ansehnliche Stif tung erhalten hat, will fie- im Betrage von 170 Millione art- zur Fertigstellung des im Außenbau im wesentlichen schon pollendeten Asiatischen Museums in Dahlem zur Verfügung ftellen. Nur durch Ueberführung der Ilamischen Sammlungen ist es nach feiner Meinung möglich, im Kaiser- Friedrich- Museum den: nötigen Blaz zu gewinnen, um die feit längerer Zeit zu wesentlichen Teilen magazinierten Sammlungen wieder auszustellen und zu gleich die Sammlungen des Museums für Völkerkunde und die Ostasiatische Kunstsammlung würdig zur Aufstellung zu bringen. gemeldet wird, hat der Rat der Volkskommiffare verfügt, daß die Künstlerreifen nach und aus Rußland. Wie aus Mostau Erteilung von Einreisefichtvermerten an ausländische Künstler wie auch von Ausreifefichtvermerten an russische Künstler in jedem Einzelfalle vom Sonderausschuß für Auslandstourneen und Kunstausstellungen beim 3entralfomitee zur Liquidierung der Hungerfolgen fanttioniert werden muß. Augenscheinlich bezweat tiefe Mahnahme, einen Teil der Einnahmen aus Kunstreifen und Kunstausstellungen dem genannten Bentraitomitee sicherzustellen. Deutsche Kunst in Amerita. Die Direktion ber holländerbühne hat den Antrag erhalten, mit ihrer Ausführung der Strausschen Operette Opera Co. Nordamerita unter Hartmann u. Blech ist 145 Mann Die törichte Jungfrau" in Amerita su naftieren. Die Deutfche tart, in Bremerhaven eingeschifft worden. Zum Abschied gab sie im Bremerhavener Stadttheater eine Borstellung der„ Meister finger". Silberer, der unter dem Pfeudonym Sil Bara bekannt geworden ist, Selbstmord Sil Baras. Der Wiener Schriftsteller Herbert hat injolge nervöser Ueberreizung in seiner Wohnung in Wien Selbstmord durch Eihängen verübt. Sein Luftspiel Die Frau von 40 Jabren wird eben jezt mit großem Erfolg im Biener Burgtheater gespielt. 20 Eine völkische Leuchte verurteilt. Schutz der Republik vor dem Schöffengericht. So wenig er als Großfapitalist verfäumte, die materiellen Interessen der Großfinanz wahrzunehmen, versuchte er doch wiederum, feinem Tun den Anstrich der Gemeinsinnig teit zu geben." Hier wird Rathenau also der Vorwurf gemacht einer Heuchelei Don Gemeinfinnigkeit". Weiter wird in dem Flugblatt Rathenau als Mitglied der geheimen Weltregierung" bezeichnet und als erant wortlich für den Krieg erflärt, aber ihm die Ehrlich feit abgesprochen, diese Verantwortung zu übernehmen. Dann heißt es weiter in dem Flugblatt: Der 18. Januar. Zwei Kundgebungen. " tarismus Propaganda machen zu wollen. Diese Rellamebilder feien aus der Zeit vor dem Kriege übriggeblieben, und der Bildervorrat sei noch 10 außerordentlich groß, daß die Firma ibn in der von uns bemängelten Weise verwerten zu müssen geglaubt habe. Bor 52 Jahren, am 18. Januar 1871 wurde in Versailles das nach Erscheinen des Vorwärts" Artikels hat die Firma, um nicht deutsche Kaiserreich gegründet, dessen letzter Vertreter versprochen in den Verdacht der Absicht politischer Propaganda zu kommen, hatte, das deutsche Volk herrlichen Zeiten entgegenzuführen unt fofort veranlaßt, daß die Jugendwehr Bilderferie den der in dem Zusammenbruch, den dieses Kaiserreich erlitten hatte, waren nicht mehr beigelegt wird. Beffer wäre es geeinen ruhmlosen Abschied nehmen mußte. Ausgerechnet diesen Tag, wesen, wenn sie das von vornherein unterlassen hätte. der für monarchistisch gefinnte Leute insofern noch von Bedeutung ist, als an ihm im Jahre 1701 das preußische Königtum gestiftet wurde, glaubte außer der Berliner Univerfi ät auch die Handelshochschule Berlin zu einer Feier benutzen zu müssen. werden. 99 Weil der Dollar steigt? Die Preise in der Zentralmarkthalle. Fast der gesamte Lebensmittelmar bt stand am gestrigen Abend start im Zeichen des Dollarstandes von 24 000. Das weitere fatastrophale Steigen des Dollars zauberte ein faufmütiges Bublifum hervor, das fanatisch bemüht war, auch den letzten Geldschein in Sachwerten" anzulegen. 21 Auslandsmare? War Bor dem Schöffengericht in Görlig hatte sich der Obertelegra phensekretär Jenzen wegen Bergehens gegen den§ 8 Abs. 1 des Gesezes zum Schuße der Republit vom 21. Juli 1922 zu verantworten. In einem nach dem Rathenau- Mord von Jenzen verfaßten und im August 1922 verbreiteten Flugblatte waren an meh. reren Stellen schwere Beschimpfungen und wahrheits widrige Behauptungen gegen den ermordeten Minister Rathenau enthalten. Beim Oberstaatsanwalt in Görlig war dieser halb Anzeige erstattet. Sie wurde von dort an den Oberreichsanwalt Man war geschickt genug, nur die Errichtung eines einigen weitergeben, von diesem aber an die Oberstaatsanwaltschaft Görlitz Deutschland" zu würdigen und hütete sich, der Feier einen beson zurückgegeben zur endgültigen Erledigung, und so tam es, daß das deren monarchistischen Anstrich zu geben. Der Festredner Professor Schöffengericht Görlig sich mit der Angelegenheit beschäftigen Dr. Bonn hielt vielmehr eine meisterhafte Rede, aus der man in mußte. Zunächst erklärte der Angeklagte, daß er Juden oder jüdisch direkt eine Anerkennung der Republik herauslesen konnte aber versippte Richter oder auch solche, die der Sozialdemokratischen Par auch das Gegenteil, fo wissenschaftlich torrekt" entledigte er sich tei" angehören, ablehnen müßte. Nach kurzer Beratung der bliden auf vergangenen Glanz. Eine Knospe blühe nicht zweimal, ver. einer recht heillen Aufgabe. Slug warnte er vor einem Burüd An einzelnen Ständen in der Zentralmarkthalle herrschte gestern kündete der Vorsitzende, daß weber einer der Richter Jude noch jüdisch aber ein träftiger Baum vermöge oft zu blühen. Einem star abend oft ein Leben wie man es felten gewöhnt ist. Die Verkäufer verfippt sei, auch einer der Sozialdemokratischen Partei ange- ten volle gezieme es nicht, in die Bergangenheit von Fettwaren hatten voll zu tun, um die Käufer befriedigen höre. Nach der Anklageschrift wird die Beschimpfung in einem zu schauen, es müsse vielmehr in die Zukunft blicken. Sehr zu fönnen. Schweineschma13 war ber begehrteste Ar Flugblatt, betitelt„ Der Wahrheit eine Gaffe" gefunden, das von richtig wurde die Abhängigkeit des modernen Staates von der Wirt titel. Kauste man am Mittwoch ein Pfund Schweinschmale, so Jenzen unterzeichnet und im August in Görlig öffentlich verbreitet schaft gekennzeichnet. Der moderne Staat tönne ohne feine Bro- zahlte man im Durchschnitt 2400 m. dafür und mer da dachte, für wurde. In dem Flugblatt heißt es in bezug auf Rathenau u. a.: duktivkräfte keinen Krieg mehr führen, denn die Materialmengen, 2400. am Donnerstag noch ein Pfund erstehen zu können, der die ein moderner Krieg erfordere, tönnen nicht vorrätig gehalten hatte fich gründlich geirrt. Der Sdymalzblod hatte eine Preistafel In diesem Zusammenhange verwahrte der Redner sich bekommen und darauf stand zu lesen: 3500 m. Das Publikum und faufte dennoch. Was soll man denn aber ausdrücklich dagegen, etwa als Pazifift betrachtet zu werden. Schimpfte und fluchte Sehr hübsch war der Sah, daß Deutschland nicht an den Folgen machen", erklärte eine Käuferin, am Freitag fostet es ja bestimmi feines Zusammenbruchs leide, dann müßte man sagen, daß auch mehr". Sicherlich", bekräftigte die Händlersfrau und sticht aber. England an den Folgen seines Sieges feide. Wir alle liften viel. mals ein Pfund vom Block ab. Fragt man, warum das Schmals mehr an den Folgen der Bernichtung von Menschen so entfeßlich im Preise steige, erhält man zwei Worte als Antwort: und material. Der Redner definierte in feingeschliffenen Der Dollar! Schmalz ist ausländische Ware und muß nach dem Gähen die Begriffe der Macht und der Herrschaft und zeigte, wie Dollarftande vertauft werden.( Merkwürdig, daß die Konsumenten in einem machilofen Staale Privatpersonen die Macht als bei einem Ginten des Dollarstandes davon so selten etwas „ Selbstschub in weitestem Sinne" ergreifen, und wie die merken.) Ebenso soll die Margarine vom Auslande abhängig sein Im Kriegsministerium... an einem Diplomatenschreibtisch deutsche Kleinstaaterei aus einem zunächst rein privatrechtlichen Vor- und das ist Grund genug, die Preissteigerung mitzumachen. Aber umgeben von anderen seines Stammes gehen der ehemaligen deutschen Fürsten entstanden ist. Der Wert ist unsere Moltereibutter aud) faß Herr Walther des Barlaments bestehe darin, daß es ein Mittel der Ueberrebung, es mirklich nötig, daß man fie gestern mit 3800 m. handelte? Beim Rathenau und disponierte; er vergab die Heereslieferungen. Der Beeinflussung des Belles fei. Es sei deshalb auch verfehlt, das Fleisch haben die Preise ebenfalls starfangezogen. Rind. Und es war nicht zu verwundern, daß dabei jüdische Firmen Barlament als Schwahbude" zu bezeichnen. Man solle auch nicht fleisch wurde noch am Dienstag mit 950 bis 1400 m. verkauft faft immer den Vorzug erhielten. Die Kriegsgesellschaften..., wiewohl fie gemeinnüßige Ein- glauben, daß es dort so leicht sei, zu fügen. Wer als Staatsmann und war am Donnerstag nicht unter 1200 bis 1500 m. zu haben. mit Erfolg lügen wolle, müffe es darin schon zu einer hohen Schweinefleisch fostet im Augenblid 2000 bis 2700 m. und richtungen sein sollten, dienten doch vorwiegend der Bereicherung Meisterschaft gebracht haben. Zum Schluß seiner Ausführungen war noch vor einigen Tagen um etwa 30 Broz. billiger. einzelner hauptsächlich jüdischer Personen. In den Aemtern mies der Redner auf die Vorgänge im Ruhrgebiet hin, denen Aehnlich haben sich die Steigerungen beim Kalb- und Hammelfleisch der Kriegsgesellschaften waren die Juden bevorzugt besonders Deutschland durch einen geschlossen geführten waffenlofen, ausgewirft. Um 1000 m. ist der Rindertalg erhöht worden. Bie junge Juden, die sich dadurch dem Heeresdienst entzogen. geistigen Abwehrkampf begegnen müsse. Wenn Deutschland wir schon vor einigen Tagen berichten fonnten, ist der Fischmarkt Bei der Auflösung des Heeres wurden wiederum die meisten in der geistigen Abwehr start bleibe, werde ihm der Sieg zufallen, von großen Erhöhungen bis jetzt verschont geblieben. Aber das ist Bestände ungeheure, nach Milliarden zu bewertende Borräte jüdischen Firmen zugewiesen, die sich in maßloser Weise daran be. Nach einer Ansprache des Retters der Handelshochschule Prof. Dr. auch das einzig erfreuliche Zeichen, das gemeldet werden kann. Obl Nitlisch nahm ein Vertreter der Kilner Stuben und Gemüse wiederum, find von der Teuerung erfaßt worden. reicherten. Schieber- und Buchertum nahmen eine gewaltige Austenschaft das Wort und erklärte, daß im befekten Gebiet alle Sier ist es besonders der Rotkohl, der ungefähr 100 m. pro dehnung an immer unter Borantritt der Kinder Ifrael. treu zu Deutschland ständen und daß insbesondere die akade Pfund fostet. Der Ausstand der Markthallenstandinhaber soll zur Rathenau hat es nicht gehindert“. mische Jugend die Schufte von Separatisten" verurteile. Er er meiteren Verteuerung am Gemüsemarkt erheblich beigetragen haben. Weiter wird der Vorwurf erhoben, Rathenau habe als haupts flärte, jeden Nationalismus und Chauvinismus zu sächlichster Vertreter der Erfüllungspolitit ausprobieren" wollen, haffen, allein dieses schweigend aufgenommene Bekenntnis wieweit man ein Boltin Not geraten lassen kann. hinderte ihn nicht, am Ende feiner Ausführungen unter dem Bei Das Gericht erkannte auf 4 Monate Gefängnis und fallsgetrampel der Kommilitonen recht nationalistische Phrasen zu 5000 m. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wurde gesagt, daß gebrauchen. Vernunft und Gefühl waren auch hier wie bei sehr für die Behauptungen auch nicht die geringsten Beweise erbracht sind. vielen Menschen im Widerstreit. Alles in allem: man bekannte Die Beschimpfungen sind so ungeheuerlicher Natur, daß eine strenge fich zum einigen Deutschland, hütete sich, ausgesprochen monarchistisch Bestrafung Platz greifen müsse. Straf mildernd fomme in Beulein, aber es fehlte das bedingungslose Bekenntnis zur einigen deutschen Republit. Aber schließlich würde ein solches Bekenntnis tracht, daß der Angeklagte an das von ihm Behauptete glauben mag!! fich in einem Gaalc, in dem das überlebensgroße Konterfei Wilhelms des Lehten hinter dem Rednerpult prangt, auch geradezu parador fein. Englische Stimmen für Intervention. Im Gegensatz zu dieser zweifelhaften Rundgebung der akademi London, 19. Januar.( WTB.) Lord. Robert Cecil erklärte in fchen Jugend stand einer Rede, er hoffe, daß ein Ausweg aus dem Ruhrabenteuer geeine Kundgebung der sozialistischen Arbeiterjugend, funden werden könne und daß es nicht bis zu seinem bitteren Ende in der Genoffin Bohm Schuch über Bölferfrieden und getrieben werde. Einige weitere Etöße gegen das europäische Wirt. Bölterverföhnung gegen imperialistische Will. schaftssystem fönnten olgen hervorrufen, an die niemand denten für referierte. Diese Kundgebung war vom unbedingten In ganz Italien mütete ein großer Schneesturm, der tönne. Er hoffe, daß die Möglichkeit gefunden werde, eine Rege. Betenntnis zur Republik getragen, in ihr war der unbeug- befonders in den Apenninen gewaltige Verwüstungen an lung zu erzielen, sei es durch den Bölterbund oder auf fame ille zum Frieden das tennzeichnende Merkmal. Genoffin richtete. Sechs italienische Soldaten wurden von dem Schneesturm Bohm Schuch erklärte, daß es ein erfreuliches Zeichen sei, daß überrascht. Drei von ihnen wurden halberfioren aufgefunden; die anderem Wege. die Berliner sozialistische Jugend in diefer ernsten Stunde zufam übrigen drei waren bereits vollständig erfroren. Ein Segelboot, In einem Leitartikel schreibt Times", das französische Experimentomme, um ihre Stimme für den Frieden zu erheben. Die das vor dem Schneesturm längs der Küfte des Thyrrenischen Meeres ment im Ruhrgebiet habe bisher zu feinen Ergebnissen geführt, die Besetzung des Ruhrreviers ist eine Gewalttat des franzöSchuh suchte und nicht landen konnte, mußte von seiner aus sieben als vorteilhaft für die Franzosen oder für Europa im allgemeinen fischen Imperialismus, die wir ganz entschieden ver Mann bestehenden Besatzung aufgegeben werden, die sich ins Meer angesehen werden könnten. Die Schwierigkeiten und Komplitationen urteilen. Wieder erleben wir, was uns schon alle Kriege gelehrt stürzte, um schwimmend das Land zu erreichen. Bier Matrofen vermehrten sich dauernd. Die britische Regierung sei untätig, weil haben: Militarismus und Imperialismus als starte Stüße des Kapi ertranfen dabei, den drei übrigen gelang es, in völlig er. sie der Ansicht sei, daß, ehe die Franzosen selbst nicht die Folgen talismus; dod) wir wollen unseren Protest nicht gemeinsam mit denen schöpftem Zustande die Küste zu erreichen. eines Experimentes einsehen, das England von Anfang an miß erheben, die die politischen Ereignisse benutzen, um die nationalistibilligt habe, sie nicht zum Borteil intervenieren fönne. Die Zeit ichen Instinkte aufs neue aufzuftadeln. Diejenigen, die schuldig sind fel bereits gekommen, um zu erwägen, ob irgendwelche Verhand- an dem Weltkriege, haben jedes Recht zum Proteft vermirtt; geradezu lungen zwischen Frankreich und England im Interesse der Alliierten Wahnsinn ist es, einen neuen Krieg gegen Frankreich zu predigen. Er ist nicht nur unmöglich, weil wir entwaffnet find, auch weil wir und des europäischen Friedens möglich feien. wirtschaftlich nicht dazu imftande sind und weil die Arbeiterschaft aller Länder teinen Krieg, sondern den Frieden will. Wirkt für die Böllerversöhnung und ihr bahnt damit dem Sozialismus den Weg." Nach diesen mit startem Beifall aufgenommenen Worten wurde die Bersammlung mit einem hoch auf die internationale sozialistische Jugendbewegung geschlossen. „ Daily Chronicle" erklärt, Frankreichs Schwierigkeiten im Ruhrgebiet nähmen zu und mit ihrer Zunahme verminderten sich die Aussichten Englands, Reparationen von Deutschland zu erhalten. Die Zeit nähere sich, wo die Ereignisse in Westfalen die Fähigkeit Englands auf die Probe stellen könnten, die britischen Interessen gegen ernstere Gefahr zu schützen. Nener Interventionsantrag Borahs. Paris, 19. Januar.( CS.) New Dort Herald meldet aus Washington, daß sich im Senat lebhafte Opposition gegen das völlig passive Verhalten des Staatssekretärs Hughes in der Reparations frage bemerkbar mache. Senator Borah bereitet einen Angriff auf Hughes vor. Er beabsichtigt, seinen Antrag auf Einberufung einer allgemeinen Wirtschaftsfonferenz nötigenfalls wieder aufzunehmen, da er ihn nur unter der Boraussetzung zurückgezogen habe, daß die Regierung von sich aus Maßnahmen zur Klärung der Situation einleiten werde. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frank. 1 norwegische Strone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mort 1 japanischer gen 1 italienische Lire 1 Dollar.. 1 brasilianischer Milreis 1 spanische Beseta 1 Bfund Sterling 1 französischer Frank 1 Soweizer Frank.. 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 19. Januar Stäufer Bertäufer ( Gelb-)( Brief-) Aurs Sturs 18. Januar Käufer Berläufer ( Gelb-)( Brief-) Rurs # Das markenfreie Brot 1000 mark. Der Zweckverband der Bädermeister Groß- Berlins teift mit, daß der Preis für marfenfreies Gebäd vom Sonnabend, den 20. Januar ab erhöht wird. Es tosten: Martenfreies Brot 1000 m. ( bisher 700 M.), Schrippen 40( bisher 27 m.), Hörnchen usw. 45 ( bisher 30 m.), Schneden 50( bisher 35 M.), Blechtuchen 90( bisher 60 m.), Einbad 700( bisher 480 M.), 3wiebac 1000( bisher 720 m.). Abbaden von Stuchen 100 bis 125 m. Es wird hinzugefügt, daß auch diese erhöhten Preise kaum längere Zeit gelten dürften, da neue Erhöhungen schon eingetreten find, bie in diesen Breisen noch feine Berücksichtigung erfahren haben. Revolverschüsse aus Notwehr? Eine Schießerei auf offener Straße rief in der vergangenen Nacht das Ueberfallkommando der Sophie- Charlotten- Wache nach dem Hause Suarezftr. 46 in Charlottenburg. Die Beamten fanden bort auf dem Bürgersteig einen schwerverwundeten Mann liegen, der Schüsse in den finten Arm, die linke Hand und in den Unterleib erhalten hatte. Er wurde festgestellt als ein Rauf Kurs mann Erich Keil vom Horstweg 23 und von der Rettungsstelle 7755.56 7794 44|| 9077.25 9122.75 nach dem Krankenhaus Westend gebracht. Während die Beamten 8348.57 8591.43 noch mit ihm beschäftigt waren, erschien ein Kaufmann Richard 1896.50 1408.30 rob aus der Köpenicker Straße 29 und gab an, daß er die Schüsse 4239.37 4260.63 abgegebn habe. Wie er fagt, ging er mit seinem Vater und seiner 4313.68 4563.82 Braut die Suarezstraße entlang, als plöglich Keil ihn anfiel und 6174 52 6205.48 mit Fäusten schlug. Er ging zurüd, Keil aber solgte ihm und schlug 952.88 568.57 571.48 weiter auf ihn ein. In der Notwehr griff er jetzt zur Pistole 9177.- 9228.- 11072.25 11127.75 und gab 4 Schüsse ab, von denen drei den Gegner trafen, so daß 1107 22 1112.78 er zusammenbrach. Broh wurde von der Woche wieder entlassen, 91021.87 91478.18 106732.56 107267.50 feine Biftole aber beschlagnahmt. Der Vorfall wird noch weiter 19700.62 19799 38 22967.43 23082.57 untersucht. 7281.87 7268.13. 1187.02 1192.98 8740.62 8759.88 8815 43 8834.57 5261.81 5288.19 947.62 1816.70 1828 80 1826.17 1588.88 Schluß mit der Jugendwehr! 2204.97 2215.58 2568.56 2588.44 8690.75 8709.25 4299.22 4320.78 Die Schokoladenfirma C. H. 2. Gartmann( Altona), 8077.28 8027.72 3571.05 8588.90 beren Schokoladentafeln bisher als Beigabe eine Jugendwehr 30.92 31.08 Bilderferie gebracht haben, schickt uns zu dem im Vorwärts" 628.42 631.58 Mr. 22 beröffentlichten Artifel Der richtige Soldat im 8.42 8.48 ololadenpatet eine Erwiberung. Sie versichert, daß 144.68 145.87 ihre Metlamen tendenzlos feien, und daß es der Firma völlig 159.60 160.40 ferngelegen habe, für die Jugendwehr und indirekt für den Mili" Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Im Mordprozeß Neißer verwahrte sich Kriminalfommiffar Trettin energisch gegen die Behauptung des Angeklagten Basfarge, daß gegen ihn, den Zeugen, ein meineidsverfahren schwebe. Die Verteidigung erklärte, mit dieser Behauptung niemals einver standen gewesen zu sein, und Rechtsanwalt Dr. Frey nahm sie mit dem Ausdruck des Bedaueins zurück. Bon Rechtsanwalt Dr. Eisenstädt wird ein aus dem Zuhörerraum an ihn gerichteter umfangreicher Brief eines gewiffen Haffe verlesen. In diesem teilt Hasse mit, daß er vor der Tür des Schwurgerichts/ aales die Unterhaltung zweier herren mitangehört habe, die erflärten, Frau Spanier fei pöllig unschuldig, und sie wüßten ganz genau, wie sich die Tat abgespielt habe. Das Gericht beschloß. ben Zeugen zu laden. Schneesturm in Italien. Opfer der Arbeit. In einem Hochofenwert in der Nähe von Charleroi( Belgien) sind durch giftige Base vier Arbeiter auf der Stelle getötet worden. Schweres Eisenbahnunglüd in Frankreich. Borgestern abend hat sich auf der Strecke von Saint- Jean- d'Angeln ein schweres Eisenbahnunglüd ereignet. Cine Lokomotive entgleifte mit zwei Gepädwagen und neun anderen Waggons. Bis jetzt zählt man 2 Tote und 4 Schwerverwundete. Man befürchtet, daß noch mehrere Berwundete unter den Trümmern liegen. Theaterstreif in Belgien. Mit Ausnahme der balb staatlichen Bühnen haben alle Theater und Kinos Belgiens durch eingeschriebenen Brief ihrem Personal zum 30. April gefündigt. An diesem Datum haben sie beschloffen, ihre Bjorten zu schließen, wenn bie Theatersteuern bis dahin nicht gemildert werden. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas gelinder, veränderlich, überwiegend bewölft mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Binden. Gewerkschaftsbewegung Die 60- Stunden- Woche für Lehrlinge. Der Reichswirtschaftsrat hat im Dezember v. J. das Arbeitszeitgefeg verabschiedet. Für viele Leute ist Erhöhung der Produk. tivität stets identisch mit Berlängerung der Arbeitszeit und daher er. scheint es sehr verständlich, daß für manche Gruppe der Arbeiter schaft Verschlechterungen, erhebliche Verschlechterungen, gegenüber bem bisherigen Zustand herausgekommen sind. Lehrlinge, um die es sich hier in der Hauptsache handelt, sind aber feine Arbeiter! Der Reichswirtschaftsrat hat es befchloffen! So mancher Jurist hatte sich während der letzten Jahre abgequält, um durch Burückgehen bis auf die Anfänge des Lehrlingswesens zur Belt Karls des Großen nachzuweisen, daß alle anderen Momente für den Lehrherrn eher eine Rolle spielen, als etwa die Erwartung einer bestimmten Arbeitsleistung. Wie im grauen Mittelalter, so habe auch heute der Lehrmeister nur das Bestreben, feine Fähig leiten und Kenntnisse dem Gewerbe zu erhalten, deshalb halte er Lehrlinge, die nur Beit fosten, aber nichts einbringen. Solche Er. wägungen leiteten wohl den Reichswirtschaftsrat, als er im Gegen faß zu dem Regierungsentwurf im Arbeitszeitgefeß einen Unterfchied( oder sogar einen Gegensatz?) zwischen Lehrlingen und Ar. beitern fonstruierte. Wer in den letzten Jahren den ständigen Kampf zwischen Ge merkschaften und Handwerksorganisationen verfolgte, weiß, daß die Handwerker ihre Weigerung, den Lehrlingen Löhne nach Tarif zu zahlen, immer wieder damit begründeten, daß das Lehrver hältnis tein Arbeitsverhältnis fei und infolgedessen nicht der Tarifvertragsverordnung vom 23. Dezember 1918 unter worfen werden könne. Und das heißt wieder, die biederen Meister wollen zahlen, was ihnen paẞt zum mindesten den Lehrlingen gegenüber wollen fie Herr im Hause sein. Wie hierbei, so tommt bie wahre Absicht dieser anscheinend rein theoretischen Unterscheidung und in Zeiten schlechten Geschäftsganges noch eine größere Bevor- fanden neue Verhandlungen statt, wobei die Unternehmer für die zwischen Lehrlingen und Arbeitern auch im Arbeitszeitgefeß zum zugung der Jugendlichen vor den Erwachsenen in der Einstellung Bollarbeiter 100 m. bewilligten, für die Reparateure 80 m., für Durchbruch. Denn wenn ein Lehrling fein Arbeiter ist, so arbeitet würden die unmittelbaren Folgen sein. Was sich dann noch mittel- Polierer 80 m. und für Jugendliche 60 M. Aehnlich sind die Zuer auch nicht, sondern er lernt eben, d. h. was er tut, ist nur zu bar auf den Gebieten der Jugendpflege, Fortbildungsschule, des lagen für die Silberarbeiter. Hier fanden die Verhandlungen feinem persönlichen Besten. Falsch wäre es deshalb, die Zeit zu Sports usw. herausstellen wird, fönnen uns berufene Fachleute selbst am Dienstag statt. Zuerst boten die Unternehmer ebenfalls 70 M., um nach langen Auseinandersetzungen folgendes Angebot zu unterfurz zu bemessen, in der ihm als jungen Menschen Ausbildungs- ficher gut voraussagen. möglichkeiten geboten werden. Man will ihm deshalb die Möglich- Bereits im Dezember hat eine Zusammenkunft von gemert- breiten: Bollarbeiter 100 m., Polierer 70 m., jungangelernte Ars feit geben, täglich über die Normalarbeitszeit hinschaftlichen Jugendleitern zu diesen Gefahren Stellung genommen. beiter 60 M., jugendliche Arbeiter 36 M. Stundenzulage. Zur Lehraus( die übrigens nach Ansicht des Reichswirtschaftsrats nicht etwa Zunächst wurde beim Ausschuß der Deutschen Jugendverbände be- lingsentlohnung sei zu bemerken, daß jezt im 1. Lehrjahre 1200 Mt., in jedem Beruf acht Stunden am Tage betragen soll) eine antragt, diese Angelegenheit in der nächsten Tagung zu behandeln. im zweiten 1400 m., im dritten 1800 M., im vierten 2500 m. ge Stunde Vorbereitungs- und Aufräumungs. Das wird geschehen und wahrscheinlich das Ergebnis zeitigen, daß zahlt werden. Die neuen Tarife der Gold- und Silberarbeiter gelten arbeiten zu leisten. Nebenbei gesagt erwähnen hier die Bäter die Jugendvereine aller Richtungen und Konfessionen sich gegen vom 16. bis 31. Januar. In der Abstimmung nahm die Versammdes Begriffs eines nicht arbeitenden Lehrlings selbst, daß dieser die Absichten des Reichswirtschaftsrats aussprechen werden. Weiter lung beide Lohnabkommen an. doch wirkliche Arbeiten zu verrichten habe. wurde eine Reihe namhafter Persönlichkeiten nach ihrer Auffassung befragt, um den Arbeitervertretern im Reichstag recht vielseitiges Achtung, Maler! Infolge der in den letzten Tagen eingetretenen Material zur Beurteilung der Frage geben zu können. Zusammen Leuerung hat das Haupttarifamt für das deutsche Malergewerbe mit der sozialistischen Arbeiterjugend wird das Jugendfekretariat des den Lohn für Januar einer Nach prüfung unterzogen und ent ADGB. dauernd in der notwendigen Fühlung mit Arbeitervertretern schieden, daß für die Zeit vom 20. Januar bis einschließlich 2. Fe im Reichstag bleiben, um das Arbeitszeitgesetz und besonders die bruar 1923 auf den am 30. Dezember für Groß- Berlin festgesetzten Bestimmungen für die Jugendlichen in ihrer weiteren Entwicklung Lohn eine 3ulage von 80 m. pro Stunde zu zahlen ist. Berband der Maler, Filiale Berlin. verfolgen zu fönnen. Hoffentlich läßt die allgemeine politische Lage es zu, daß diesen Dingen an den berufenen Stellen und auch in der Deffentlichkeit die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet werden M. Maschte. kann. Auf diese Weise sind sechs neue Arbeitsstunden in der Woche geschaffen worden, wozu noch tommt, daß nach demselben Gefeßentwurf die Gesamtarbeitszeit einschließlich der Schulzeit für Jugendliche 54 Stunden in der Woche betragen fann. So hat man schon unter" normalen" Bedingungen eine 60 Stunden Woche für Lehrlinge, wozu noch kommt, daß so viele Ausnahmen von der Regel des Achtstundentages geschaffen wurden, daß dieser selbst wohl nach der jezigen Fassung des Gesetzes nur noch eine Ausnahme darstellen würde. Der Reichstag wird im Laufe der nächsten Monate eine endgültige Entscheidung treffen. In der Zwischenzeit aber wird es not wendig sein, der Deffentlichkeit zu zeigen, welche Wirkungen sich aus einer solchen ungerechten Behandlung der Jugend ergeben würden. Niemand wird ernsthaft annehmen können, daß der Lehrling größeres Verständnis für die Notwendigkeit gesteigerter Arbeitsleistung aufbringen wird, wenn, ausgerechnet er, der Anfänger im Gewerbe, täglich eine oder gar zwei Stunden länger arbeiten muß als seine erwachsenen Kollegen. Berbitterung der Jugendlichen, Keibungen zwischen ihnen und den älteren Kollegen im Betriebe Max Busse Neu eröffnet Gegründet 1878. Ankanisabteilung ür Neu eröffnet Gold-, Silber-, Platin- E Brillanten gegenüber dem altbekannten Haupt Geschäft Brunnenstraße 18 an der Invalidenstraße. Gold-, Gardinen Sonderangebote. Gelegenh.- Käufe in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstler jardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukölln, Bergstr.67 am inebahnhof. del- und EdelAltmetalle höchstzahlend 38, Ackerstr. 38. Volkskleidung Silber-, Platin- Brudh Hosen zahlt unüberbie: bare Preise da zur Selbstfabrikation dringend benötige Trauringfabrik R. Felske, Grosse Frankfurter Strasse 67 Bei Ankauf Fahrgeldvergüt. 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