Nr. 34 40. Jahrgang Ausgabe A fr. 17 Bezugspreis: File ben Monat Januar 1800 90. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Suremburg 2600 m., für das übrige Ausland 3600 M. Poftbeftellungen nehmen an Belgien, Dänemart. England, Estland, Finnland, Frank reich. Solland. Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden. Schweiz, Tichechoslowafei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit". der Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage,.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" 2 Sonntagsansgabe Horwärts Berliner Volksblatt 60 Mark Anzeigenpreis: Die einipaltige Ronpareillegelle Loftet 400 m. Reflamezeile 2000 Mt. Kleine Anzeigen" das fetigedrudie Bort 150 M.( zulässig zmei fettgebrudte Borte). jebes meitere Wort 90 M. Stellengesuche das erste Wort 100 R., jebes weitere Wort 70 Dt. arte über 15 Buchstaben zühren für zwei Barte. Familien- Anzeigen für Abonnentex Beile 100 m. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68. Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von. 9 Uhe frith bis 5 Uhr nochm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Zindenstraße 3 Fernsprecher: Verlag: Dinhoff 2506-2507 Redaktion: Dönhoff 292–295 Sonntag, den 21. Januar 1923 Die Forderungen der Bergarbeiter. Effen, 20. Januar.( WEB.) Bon den Bergarbeiter-| verbänden geht uns folgende Erklärung zu: Wie die Telegraphen- Union erfährt, ist die Entlohnung der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet auf jeden Fall sichergestellt, so daß sich In der letzten Woche ist das Ruhrreoler von starten franzöfifch- alle Sorgen um den Unterhalt der mannhaften Belegschaften erbelgischen Truppenverbänden mit Panzerautomobilen, Kanonen, übrigen. Maschinengewehren und sonstigen militärischen Ausrüstungen Sure Streitbrecher für das Ruhrgebiet? friegsmäßig überzogen worden. Die militärische Besehungsbehörde hat bereits gewalttäfig in das ganze Wirtschaftsleben eingegriffen. Die Kohlenbergwerte wurden zum Teil beschlagnahmt und mit Truppen besetzt, auch wurde eine Anzahl Werksleiter und Beamte verhaftet. Die Sicherheit für das Leben der Bevölkerung wird auf das äußerste gefährdet. Es sind bereits friedliebende Bürger erfthoffen worden, München, 20. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Wie wir hören, wurden hier 65 Italienische Arbeiter und an der deutschschechischen Grenze 60 tschechische Arbeiter aufgehalten, die auf franzöfifchen Befehl angeworben worden waren, um im Ruhrgebiet als Streitbrecher gegen die deutschen Arbeiter zu dienen. Die Fernhaltung dieser Arbeiter aus dem Ruhrgebiet ist zweifelWir protestieren deshalb ganz energisch los zu billigen, weil sie von unseren Arbeitern nicht mit der Sym1. gegen den widerrechtlichen Einmarsch französisch- belgischer Trup- pathie aufgenommen worden wären, die im Interesse der Bepen in das Ruhrgebiet, 2. gegen jeden Eingriff betriebfremder stehungen zu ihren Heimatländern wünschenswert wäre. Elemente in den Bergwerksbetrieb und die Berwaltung, 3. gegen die gefährliche Bejehung der Bergwerke und die Unterbringung militärischer Kommandos auf den Zechen, 4. gegen die Verhaftung voa Werksleitern und Beamten, 5. gegen die Erschließung von friedlichen Bürgern. 12 Um die Ruhe und Ordnung im Ruhrgebiet wiederherzustellen, fordern wir: 1. Sofortige Freigabe der Bergwerte und Zurüdziehung der Soldaten von den Zechen, 2. Freigabe der Wertsleitungen und Beamten, Grüßners Protest. 23 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ber Distouto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 8 Englands Pflicht. Bon Eduard Bernstein. Es scheint mir. angezeigt, die Frage von Englands Berhalten zum lleberfall Frankreichs auf das deutsche Volk unter einem Gesichtspunkt zu besprechen, der in der Preffe des Inlandes mie des Auslandes, soviel ich sehe,' bisher gar nicht oder jedenfalls nicht mit der genügenden Schärfe hervor gehoben worden ist. Es handelt sich darum, ob England ein Recht hat, diesem verbrecherischen Gewaltaft gegenüber pafsio zu bleiben, wie es von verschiedenen englischen Politikern ausgedrückt wird, fich" neutral" zu verhalten. Ein folches Recht kann England nicht zuerkannt werden. Wenn der Staatssetretär Mc Neill es jüngst damit zu begrünben versucht hat, daß Deutschland im Weltfrieg ja auch allerhand verwerfliche Gewaltatte begangen habe, so verlegt er fich damit auf eine Argumentation, die feiner genaueren Brüfung standhält. Angenommen, daß es sich mit jenen Gewaltatten genau Essen, 20. Januar.( WIB.) zu der Berhaftung der sechs so verhalten habe, wie Mr. Mc Neill unterstellt, so waren das Großindustriellen und Bergwerfstirettoren hat Regierungspräsident Handlungen, die ausgingen von einzelnen Bersonen Grügner an General Denvignes einen Brief gerichtet, in dem auf die Staatsmänner, Generäle usw. Erklärung des Generals Degoutte vom 11. Januar Bezug ge- 23oIt. Das deutsche Bolt in feiner Gesamtheit und jene jedoch nicht vom deutschen nommen wird. Nach dieser Erklärung sollen die deutschen Gefeße in einzelnen oder die Regierung, als deren Beamte oder Träger Kraft bleiben; die Berhafteten hätten sich lediglich an die deutschen fie handelten, find aber streng zu unterscheidende Wesenheiten. Geseze gehalten. Regierungspräsident Grüßner ersucht deshalb Wenn Mr. Mc Neill das ignoriert und, auf den leidigen um fofortige Mitteilung, ab und wann die Verhafteten wieber Sprachgebrauch gestützt, der ein und dasselbe Wort Deutsch3. Sicherheit für Ceben und Eigentum der freigelassen werden. Infolge der Berhaftung der Grubenbirettoren land bald für die Regierung und bald für die Nation schlecht friedlichen Bevölkerung, find bereits auf einigen Bechen Leitstreits ausgebrochen, fo hin setzt, das deutsche Bolk für die Handlungen, jener auch 4. Zurüdziehung der Truppen aus unserem fonitu. a. auch auf den Stinnesschen Bechen Bittoria Matthias moralisch verantwortlich machen will ökonomisch mus friedlichen Wohn- und Arbelisgebiet. 即: und auf der Zeche Graf hold haben fich die Beamten und tech es ja ohnehin schmer genug an der Berantwortung tragenWir erwarten, daß die Befagungsbehörde den berechtigten Jor. nifchen Angestellten ebenfalls geweigert zu arbeiten, falange die bann handelt er nach der Logif jener Reger von Haiti, die derungen Folge leistet. Werden unsere Mahnungen nicht gehört, Direktoren in Haft sind. Ebenso wird auf der Zeche Köln Reu bei einem Aufstand gegen die Franzosen mit dem Christusbild dann ist an eine geregelte Kohlenförderung nicht zu denten, Stoffen gestreift; hier haben die Truppen tie Baschräume der Berg- herumliefen und schyrien:„ Die Weißen haben ihn getötet, töten rungen des Wirtschaftslebens werden dann un leute mit Beschlag belegt. Eine heftige Erregung wird auch von den wir die Meißen. Der Gewaltatt des Kabinetts Boincaré ist vermeidbar. Die friedliche Bevölkerung des Ruhrgebiets lehnt Rechen des Bochumer Vereins und der Bergwerksgesellschaft kein Att der Sühne an den Hofmann, Ludendorff und Gees gauz cuffchieden ab, unter den Bajonetten franzöfifcher Soldaten Deutsch- Buremburg gemeldet. noffen, er ist ein leberfall auf Deutschland als Nation, der zu arbeiten. diese in ihrem politischen Lebensrecht und ihren wirtschaftlichen Lebensbedingungen auf das schwerste trifft, der in feinen RüdDer deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, wirtungen auf das deutsche Wirtschaftsleben mit dem erneuten friebsräte der Thyssen- Werte, die insgesamt 65 000 Arbeiter der französischen Regierung folgende Rote zu überreichen:„ Die mili- Sturz der Mart schon heute über Hunderttausende unschuldiger vertreten, machten am Sonnabend nachmittag dem Regierungsprä- tärische Belegung des Ruhrgebietes hat zu Gewaltmaßnah Deutscher die bitterste Not gebracht hat. Und dieser Gewaltatt, für den sich die Regierung Poincaré fidenten in Düsseldorf auläßlich der Verhaftung von Frih Thyisen men der franzöfifchen und belgischen Befehlshaber geführt, die neue einen Besuch, um mit ihm eventuelle Maßnahmen zu besprechen. fchwere Rechtsverletzungen barstellen. Nachdem die deutsche mit einer Rabulistit, der sich die englische Regierung in UeberDer Regierungspräsident, Genosse Grüner, begab sich mit den Regierung bie Belegung als Rechts. und Bertragsbruch einstimmung mit der großen Mehrheit des englischen Boltes Betriebsräten zu den Kommandierenden Generälen der Befagungs- gekennzeichnet hat, erübrigt es sich, die Rechtswidrigkeit aller biefer nicht anschließen mochte, auf das Bersailler Friedensdiktat truppe. Unter anderem forderten die Betriebsräte fofortige Frei- Maßnahmen im einzelnen nachzuweisen. Einen Vorfall aus der beruft, ist selbst ein verbrecherischer Hohn auf die in jenem laffung von Frih Thyssen, andernfalls sofortige Einstellung Reihe der rechtswidrigen Atte muß die deutsche Regierung jedoch Vertrag niedergelegten Rechtsgrundsäke. Bom ersten Augenbesonders hervorheben, weil er schwere Bluttaten gegen Deutsche zur blick an als ein militärischer Ueberfall ins Bert Folge gehabt hat und die Willkür des franzöfifch- belgischen Borgehens aufs deutlichste in die Erscheinung treten läßt. Der in Rede stehende Vorfall hat sich nach ben der deutschen Regierung bis jetzt zugegangenen Berichten folgendermaßen abgespielt: Freilassung oder Streik! Düffeldorf, 20. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Be der Arbeit bis zur Freilassung. Deutsche Protestnote. gefeßt, trägt er jegt auch ganz offen bie Büge eines folchen. Effen, 20. Januar.( WIB.) Die franzöfifche BejahungsBiber alles Völkerrecht geberden fich franzöfifche Militärs als behörde hatte an die hiesige Eisenbahndireffion das Ersuchen gestellt, die Befehlshaber im deutschen Ruhrgebiet, besetzen die Kohlenden Befehl des Reichsverkehrsministers, feinerlei Kohlentransporte gruben, belegen die Eisenbahnen, quartieren ihre Mannnach Frankreich und Belgien abzuferfigen und solche Transporte, Am 15. Januar abends fam es in Bochum unter dem Eindrud fchaften gewaltsam in Schulen, aus denen sie die Schüler, und froh des Befehls der Bejahungsbehörde, nicht umleiten zu lassen, zu der militärischen Besetzung der Stadt zu Rundgebungen, die darin in Brivatwohnungen, aus denen sie die rechtmäßigen Bewohner widerrufen und den Anweisungen der Bejahungsbehörde Folge zu bestanden, daß Ansammlungen von Einwohnern, patriotische Lieder milltürhaft entfernt haben, ein, nehmen Verhaftungen von geven. Als dieses Unfinnen abgelehnt wurde, wurden Eisenbahn- fingend, durch die Straßen zogen. Ein solcher Zug, der fich haupt. Beamten vor, die fich meigern, wider das deutsche Gesetz zu präsident Jahn und Baurat Pusch verhaftet. Sie befinden sich fächlich aus Arbeitern und Angestellten zusammensetzte, fam in die handeln, drohen mit Kriegsgerichten, requirieren nach Kriegszurzeit- um 5 Uhr nachmittags- unter Bewachung franzöfifcher Nähe des Eisenbahnbirektionsgebäudes, wo französische Boften gebrauch und bringen so über den ganzen hochindustriellen Be Boften auf ihren Dienstzimmern, die außerdem von je zwei fran ftanden. Die Boften forderten die Arbeiter auf, das Singen einzuirt einen Wirrwarr, der Berlufte im Werte von Milliarden zöfifchen Offizieren besetzt sind. Jeder Verkehr mit ihren Beamten stellen und fchoffen darauf in die Menge hinein. Ein junger verursacht. und der Außenwelt ist ihnen untersagt. Ein dänischer Journalist, Mann, der Sohn des Lokomotivführers Birve, wurde sofort getötet, Und das alles an einem Lande, das durch den Versailler dem es gelungen war, bis zum Zimmer des Eisenbahnpräsidenten mehrere andere Bersonen wurden schwer verletzt. Es steht fest, daß Bertrag wehrlos gemacht ist. Der Grundsatz, daß man auf verzubringen, wurde vom Präfidenten gefragt, was er wünsche, die an dem Zuge teilnehmenden Personen nicht bewaffnet worauf ihm die franzöfifchen Offiziere untersagten, weiterhin auch waren und daß sie die Posten weder angegriffen noch auch nur be- den der Verteidigungsmittel Beraubten nicht noch treten spil. nur ein Wort zu sprechen. Der Journalist wurde aus dem Zimmer droht haben.. Erst nach dem Borfall ist von dem französischen Kom. wird durch dieses Verfahren auf das schnödeste selbst mit Füßen getreten.n gewiefen. acti mandanten eine Anordnung erlaffen worden, die Ansammlungen auf Ich habe lange genug im englischen Bolt gelebt, um zu Effen, 20. Januar.( WEB.) Der Reichsbahnpräji- ber Straße untersagte. dent Jahn und der Oberbaurat Pusch erhielten heute abend ge- Die deutsche Regierung erhebt gegen diesen Maffengemaltatt wiffen, wie sehr bas, was sich jetzt im Ruhrgebiet abspieit gen 10 Uhr die Mitteilung, der kommandierende General habe an- auf deutfchem Boden schärfsten Brotest Sie behält sich vor, für die und vielleicht morgen schon auf weitere Teile Deutschlands aus. geordnet, daß bis zum Abschluß der Untersuchung die beiden Herren dem Gewaltatt zum Opfer gefallenen Berfonen und für ihre Ange- gedehnt wird, seinen Rechtsbegriffen widerspricht und zweifle Daher keinen Augenblick, daß die große Mehrheit des engin Freiheit gefeht würden. lischen Bolles das Borgehen der heute in Frankreich Regie renden von Grund aus mißbilligt. Effen, 20. Januar.( TB.) Frih Thyffen, Generaldirettor Tengelmann, Generaldirettor Wüstenhöfer, Direttor Resten, Bergaffeffor Olfe und Direktor Spindler, die heute vormittag verhaftet wurden, fomie Geheimrat Raifeisen und Bergrat Ahrens von der ftaatliden Bergwertsdirektion, die nach Düsseldorf gebracht worden maren, sind nach Mainz gefchafft worben. hörigen volle Genugtuung zu fordern." # Der Reichsfinanzminister hat folgende neue Verfügung an die Aber die bloße Mißbilligung genügt in diesent ihm unterstellten Beamten erlassen: Unter Berlegung des Rheinlanbablommens mill die Falle nicht. Als miturheber und mitunterzeich Rheinlandkommiffion Anweisungen gehorchen, bie, mie fie betont, ner des Versailler Diftats darf sich England nicht mit einer gewiffe Obertommiffare von ihren Regierungen empfangen haben, bloßen Gefte des Bedauerns der Verpflichtung entziehen, die Deutschland zustehenden 3ölle, die deutsche Rohlensteuer die es durch diesen auf sich geladen hat. Ich meiß, daß ich und die deutschen Ausfuhrabgaben in die Raffen des Aus- unzähligen Engländern und insbesondere seinen sozialistischen Kontrollfyftem zur Erfassung der Kohle. landes leiten. Diese Anordnungen ab rechts unwirksam. Arbeitern aus dem Herzen spreche, wenn ich ihnen zurufe: Köln, 20. Januar.( Mtb.) Die Franzosen beabsichtigen, heute Deutsche Beamte werben Zahlungen, die Deutschland entzogen und Euer Land hat im Berein mit Frankreich Deutschland außer nacht ein neues umfangreiches System zur Kontrolle und er fremden Mächten zugeführt werden sollen, nicht entgegennehmen. stande gefeht, der Gewalt mit der Gewalt zu begegnen; es faffung der Rohle auf der Eisenbahn einzuführen. Auf einer An die Kaffen des befeßten Gebiets ist daher nur zu zahlen, folange hat dies mit dem Berfprechen getan, Deutschland dafür Reihe von großen Bahnhöfen wie Effen, Duisburg, Dortmund, die deutschen Beamten sich bereit erklären, die Zahlungen für einen feften, gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern Redlinghausen usw. werden ein bis zwei Kontrollgruppen eingefeßt, deutsche Rechnung entgegenzunehmen. Wird Annahme ver-( Einleitung des Versailler Bertrags); es ist daher verpflich die aus je einem Offizier, einem technischen Beamten mit Bersonal weigert, so befreit nur noch die Zahlung an deutsche Kassen im uu tet, fein Mögliches zu tun, daß diefe Entwaffmmg Deutsch und einer größeren Anzahl von Soldaten bestehen. Sie haben die lands seinem Bolte nicht zum Fluch, nicht zum Freibrief für Ausgabe, die Güterzüge anzuhalten und die Kohlenwagen auszueinen übelmollenden Nachbar wird, dessen wirtschaftlichen Gee rangieren. Ble gerüchtweise verlautet. wollen die Franzosen in den sundungsprozeß zu unterbinden." nächsten Tagen die Dezernenten und Vorsteher größerer Bahn höfe usw. durch Franzosen erfeßen, besetzten Gebiet von der Steuerschuld. Es wird von der Bevölke rung erwartet, daß fie nicht durch Zahlung von Zöllen, Rohlensteuer oder Ausfuhrabgaben an fremde Beamte und an fremder Gewalt unterworfene Rassen den Willen und die Macht derer stärkt, bie Deutschland vernichten wollen. Daß letteres, wenn es nicht der vorbebachte 3wed des Borgehens der gegenwärtigen Regierung Frankreichs ist, doch D« weitevnn Fortschreiten auf der eingeschlagenen Dahn dessen Wirkung sein muß, kann nach dem, was wir nunmehr vor uns sehen, keinem Zweifel mehr unterliegen. Jeder Tag, man könnte fast sagen jede Stunde, zeitigt neue Akte brutalen Eingreifens der französischen Militärs in das deutsche Wirtschaftsleben, neue Eewaltmaßnahmen, welche die Bevölkerung der besetzten Ortschaften erbittern, die sittliche Entrüstung auf die Spitze treiben. Bei den Begriffen von Ehre und Ansprüchen des Prestiges, die in den Kreisen ob« walten, welche heute in Frankreich an der Macht sind, ist es aber aussichtslos, von ihnen ein freiwilliges Einlenken zu er- warten. Ohne dieses Eingreifen von außen werden sie sich zu einem solchen nicht entschließen, auch wenn sie einzusehen beginnen, daß sie auf falschem Wege sind. Darum ist die Stunde für England gekommen, von seiner bisherigen Passivität abzulassen. Ich weiß, seine Lage ist eine schwierige, und es siegt mir fern, etwas von ihm zu verlangen, was es nicht ohne ernsthafte Gefahr leisten kann. Ich mute ihm nicht zu, sich dem Vorwurf auszusetzen, daß es Deutschland zuliebe seinen bisherigen Partner Frank- reich schädigen solle. Ich fordere nur etwas von ihm. was es sich s e l b st schuldig i st. England ist als einer der H a u p t b ü r g e n für die gerechte Ausführung des Verfailler Bertrages sich selbst schuldig, daß dieser nicht zum Gespött der Welt werde. Dieser Vertrag sollte Europa den Frieden sichem. Was aber Frankreich heute an Deutschland ausübt, das ist keine Friedenshandlung, das sind K r i e g s m a ß n a h m e n. Sie haben nur deshalb noch nicht zu Bluwergießen im großen Maßstabe geführt, weil Deutschland von der Gegenwehr absieht, zu der es im Angesicht jener Maßnahmen nach Volkerbrauch be- rechtigt wäre. Wie leicht es jedoch zu solchen bei der Ge- spanntheit der Lage kommen kann, haben wir gesehen. Jede Stunde kann ein solches herbeiführen. Darum ist es die Pflicht Englands, nicht länger w der Rolle des Pontius Pilatus zu verharren, die ihm nirgends Freundschaften oder Dankbarkeit einträgt, sondern auf allen Seiten nur Geringschätzung seiner moralischen Kraft zur Folge hat. Seine Stellung ist unter den augenblicklichen Verhältnissen tatsächlich eine stärkere, als seinen Staats- männern zum Bewußtsein zu kommen scheint, oder vielmehr, sie kann es sein. Sie brauchen sich nur dessen zu erinnern, daß es sich hier nicht um eine Frage von Gunst oder Ungunst, von Wohl- oder Ucbelwollen, sondern eben um die Frage Pflicht oder nicht handelt, und die Sachlage erhält sofort ein anderes Gesicht. Und daß eine Pflicht Europa gegenüber vorliegt, wer könnte einen Augenblick darüber noch im Zweifel sein? Der»große KlaööeraÜatsch". Eine Erinnerung. Die Amerikaner sind vom Rhein zurückgezogen, umd in England erörtert man die Frage, ob man ihrem Beispiel nicht folgen solle. Die Truppen PoincarSs aber stehen an der Ruhr und setzen deutsche Beamte und Angestellte, die ihren „friedlichen" Befehlen nicht folgen wollen, m Haft. In weiten Kreisen Deutschlands aber schlummert die Hoffnung, daß von England und Amerika doch noch eiinmal die Hilfe für unser Land kommt, sei es finanzieller oder diplomatischer Art. Es ist allerdings noch nicht lange her, als es in Deutsch- land zum guten Ton der M deutschen gehörte, ihr„Gott strafe England" zu brüllen, und noch weniger lange, seit Herat, der Führer der Deutschnationalen, über die Amerikaner spotten zu dürfen meinte:„Sie werden nicht kommen, denn sie können weder schwimmen noch fliegen!" Run sie d o ch ge- kommen waren, trat die militärische Katastrophe ein, die nüchterne Leute als unvermeidbar längst erkannt hatten. Allerdings wurden diese wegen ihrer Erkenntnis als „vaterlandslose Gesellen" beschimpft und heute des„Dolch- stoßes" geziehen. Marc Chagall. von John Schikowski. . Zu Witebsk im russischen Litauen, im Srmsichsten Viertel der Stadt, in einem winzigen Häuschen hinter dem Gefängnis, wurde ein armer Judensunge geboren, ein blasser Knirps, der nicht leben wollte.... Es war gerade eine große Feuersbrunft in der Stadt und das Bett mit der Matratze, auf der der Knabe zu Füßen der Mutter lag, mußte in Eile an einen anderen Ort geschafft werden. Dann stach man den anscheinend Totgeborenen mit Nadeln und warf ihn in einen Eimer voll Wasser, bis endlich das erste Lebenszeichen. ein leises Winseln, sich hören ließ. Die früheste Erinnerung des Knaben war, wie er spater erzählte, ein Troa, eine gewöhnliche viereckige Mulde, in der man ihn untergebracht hatte. Er wuchs heran zwischen den Kirchen, Zäunen, Kaufläden, Synagogen von Witebsk— alles so einfach, einsilbig ewig wie dl« Bauten auf den Fresken von Giotto. Und um ihn herum allerhand Juden. Wie ein Traum zog diese Umwelt an ihm vorüber: Es schwirrte hin und her, drehte sich, bewegte sich einfach vorwärts Man ging nach Hause oder in den Laden. Und hoch am Himmel die stillen Stern«, die ihn in den„Choder", die Kinderschule, begleiteten und auf der Straße seiner harrten, bis er wieder heimging. Der arme Juden» knabe aus Witebsk zog hinaus in die große Welt und wurde ein Maler. Er hatte nichts weiter mit sich zu nehmen als seine Kind» heitsträume, und diese verliehen ihn nicht. Halb träumend schuf er Bilder von einer seltsamen, fremden Pliantastik, in der krasse Wirk- lichteit mit grausigem Märchenspuk sich verband— alles in düster lodernde Farbengluten gsiaucht. In Paris war es, wo man sein« Größe zuerst erkannte und seine Art verstand, die ganz anders war als die aller anderen Maler vor und neben ihm. Der seltsam«, mit nichts zu vergleichende Eindruck der Kunst Marc Ehagalls— so heißt der Maler— ist in Worten schwer nachzuformen. Chagalls Gemälde sind keine Gemälde, die Dinge selber scheinen uns entgegenzutreten. Aber nicht in ihren natürlichen Formen, sondern als nächtliche Gespenster, oerzerrt, zerrissen, bizarr verfärbt, Menschen und Tiere schlafwandelnd, die Natur unter den erstickenden Beklemmungen eines Albdrucks in Todesangst sich win- dend. Ueber dem schmutzigen und blutigen Chaos des Irdischen leuchtet aber Irgendwo in Himmelshöhen ein stiller Stern, aus dem Aechzen und Stöhnen der gequälten Kreatur klingt, wie in ver- schneiter Steppe fernes Schlittenglockengeläut, ein leiser zarter Ton der Sehnsucht, der Besänftigung und der Verheißung einer schöneren Welt. Der klare Wirklichkeitssinn des modernen Juden, die düstergrausige Phanlastit althebräischer Poesien und die schwermütige Lyrik der russsschen Volksseele bilden die Element«, aus denen Cha- galls Wesensart sich zusammensetzt. Das allumfassende Gefühl und die elementare Gestaltungswucht des großen Künstlers schafft sich eine neue eigene Welt und die Vision wird auf der Bildtafel zum organisch geordneten, rhythmisch bewegten Kunstwerk gesonnt. Der Ausbau jeder Fläch« ist, trotz der— anscheinend— stofflichen Verworrenheu streng, klar und durchsichtig. Die Farbe von über- irdischer Schönheit, von flimmerndem Märchenzauber und einer hin- reißenden Gewalt, die die tiefsten Seelentiefen packt und ausrührt. Bor genau zwanzig Jahren— am 22. Januar 1903— hielt unser A u g u st Bebel im Reichstag eine Etatsrede, die sich zu einer großen Anklage gegen die Innen- und Außen- Politik des wilhelminischen Systems auswuchs. Heute ist es doppelt wichtig, daß der große sozialdemokratische Führer schon damals die Gefahr aufzeigte, die für Deutschland wie für die ganze europäische Wirtschaft drohte, falls Amerika einmal in den Weltkrieg eingreifen würde. Er wies auf die damaligen neuen Uebungen ameri- konischer Truppen mit Riesengeschützen hin. die Geschosse von 1100 KUogramm etwa 32 Kilometer well schleudern sollten, und fuhr dann fort: „Wie auf dem industriellen Gebiete es die Amerikaner gewesen sind, die durch Erfindungen und Verbesserungen aller Art da» alt« Europa in den Schatten gestellt haben, und wie es gerade diese kolossale technische Entwicklung ist, die Amerika das riesige Uebergcwlcht auf dem Weltmarkt gibt und später in immer höherem Grade geben wird, so können wir versichert sein, daß bei der außerordentlichen Energie und Tatkraft der Amerikaner und bei den kolossalen, nahezu unerschöpflichen Finanzmiitsln, die ihnen zur Verfügung stehen, sie auch aus dem Mlilär- und Marine. gebiet Zlnglaubllches. bisher noch nicht Dagewesenes leisten werden, sobald sie einmal anfangen, sich damit zu beschäftigen." Bebel erinnerte an die ungeheuren Leistungen Amerikas im Sezessionskriege und fügte hinzu:„Ein nächstes Mal wird es noch ganz anders kommen!" Und prophetisch sagte er die Jetztzeit voraus: „Wenn es wirklich zu einem großen Zusammenstoß kommt, bann muß auch der allgemeine Kladderadatsch eintreten, über den Sie so oft mir gegenüber gelächelt haben, wenn ich davon sprach. Jawohl, meine Herren, das ist das notwendige End« dieser Entwicklung!" Heute haben wir diesen„großen Kladderadatsch" mit all seinen furchtbaren Auswirkungen. Daß eine Anzahl Kronen dabei mifs Pflaster flogen, ist die am leichtesten trag- bare Folge. Aber der Ruin der ganzen euro- p äi scheu Wirtschaft, der Zusammenbruch der beut- scheu, Stockung in England und Amerika, finanzieller Bankrott Frankreichs— oll das sah Bebel voraus. Aber die Militär- und kriogsbegeisterten Parteien von damals glaubten der So- zialdemokratie nicht. Sie dachten nur an Wettrüsten mit England und Frankreich, an Kriegsschiffe und neue Kanonen. Aber schon damals wies Bebel den Weg zu einer gesunden deutschen Politik. Er versicherte, daß er sich „gar kein größeres Unglück denken könnte, als ein ernsthaftes Zerwürfnis zwischen England und Deutschland, zwischen zwei Nationen, die Hanno- nische Interessen trotz mancherlei Gegensätze besitzen", daß „wir ein dringendes Interesse— gerade wir auf dem Kon-- tinente, eingekeilt von Frankreich und Rußland— daran haben, in England eine Macht zu besitzen, die zum mindesten uns nicht feindlich gesinnt ist". Auf der anderen Seite ermmerte er daran, daß er seit Jahrzehnten allezeit» auch«in freundliches Verhalten zu Frankreich befürwortet habe und daß er mit seiner ganzen Partei weiter dafür wirken wolle.„Frieden und Freundschaft zwischen den ersten Kulturnationen des Konti- nents wiederherzustellen". Das war vor genau zwei Jahrzehnten! Wer damals stand das wilhelminische Rederegiment in voller Blüte, und die bürgerlichen Parteien, besonders Agrarier und Schwer- industrielle, jauchzten dem Schwätzer, zu, wenn er die Sozial- demokratie rednerisch vernichtete und wenn er abwechselnd nach England oder Frankreich die„gepanzerte Faust" reckte. Heute haben die„vaterlandslosen Gesellen" von damals an der Ruhr die Rechte des deutschen Volkes zu wahren, und die„Patrioten" wären unglücklich, wenn sie versagten. Eine Ehrung für Sautsky. Wie die„Wjener Arbeiter, eitirnq' mitteilt, hat der unqarische Minister des Innern über Karl Kautskyi Buch„Die proletarische Revolution und ihr Programm" die Post- sperre verhängt. Chagalls größte koloristische Tat: ein leuchtendes, lebendiges Schwarz, das kein Maler vor ihm sah und sinnfällig werden ließ. Marc Chagnll ist den Berlinern kein Fremder. Seit länger als einem Jahrzehnt erscheinen sein« Werke auf den Ausstellungen des „Sturm", und wer die größten Meisterwerke seiner früheren Epoche kennen lernen will, der findet sie fast vollzählig in der Waldenschen Privatgalerie vereinigt. Aber es war ein verhältnismäßig kleiner Kreis, der ihn bisher kannte und verehrt«. Die schöne, umfassend« Sonderausstellung, die die Galerie L u tz u. C o.. Unter den Linden 21, jetzt veranstaltet hat. bietet dem großen Publikum Gelegenheit, sich mit ihm bekannt und vertraut zu machen. Sie zeigt einige Arbeiten aus seiner früheren Zeit, darunter ein.Selbstporträt"(Nr. 1) von 1903, auf dem schon das charakteristische Schwarz erscheint, Schöp- fungcn aus der mittleren Entwicklungsphase, in welcher der Chagall entstand, den man bisher schätzte(die Gemälde Nr. 4—49, die Aqua- relle 68—84), und Werte der letzten Jahre. Ein großes„Selbst- portröt mit Weinglas"(51) bezeichnet den Uebergang zu dieser neuen Periode, die durch fortschreitende Weichheit, Flüssigkeit und Helligkeit der Farbe und eine der gegenstandslosen, sogenannten „absoluten" Malerei(Nrn. 63, 64, 65, 67) zuneigende Auffassung charakterisiert ist. Wer den früheren, wilden, dämonischen Chagall verehrte, der muß sich vor diesen Gemälden völlig neu einstellen, und es kann sein, daß er manches als allzu zart, fast süßlich emp- findet Ich möchte diese Empfindung nicht zu einem Urteil formen. mir scheint, daß Chagall, der wie jeder groß« Künstler in dauernder Entwicklung sich befindet, gegenwärtig eine Periode durchmacht, in der er auf die stilleren, sanfteren Seiten seines Wesens, lauscht, und ich glaube, daß aus dem Jetzigen und dem Früheren eine dritte, höhere,'vollkommenere Synthese sich bilden wird. Di« Chagall-Ausstellung bei Lutz umsaßt 164 Werte und füllt die ganze obere Etage der Galerie. Sie ist am heutigen Sonntag von 11—2 Uhr geöffnet, der Eintrittspreis beträgt 50 M. Wer Zeit hat und die Summe erschwingen kann, sollte den Besuch nicht ver- säumen. Er wird Eindrücke von unvergleichlicher Tiefe und dauern- dem Wert empfangen._ Das unanständige Medizinstudinm. Den Frauen, die Aerzte werden wollen, werden in England viele Schwierigkeiten ge« macht, die mit der betonnten Prüderie der Engländer zusammen- hängen. Wie in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mit- getellt wird, hat jetzt die größte Medizinschule Londons, das L o n- don Hospital, beschlossen, keine Frauen mehr zum Medizin» studium auszunehmen. In der Begründung dieser Maßnahme wird ausdrücklich betont, daß man die Eignung der Frauen zum Studium nicht bezweifle: aber der gemeinsame Unterricht mit Männern habe sich als unmöglich erwiesen; es fei nicht angängig, gewisse Kapitel der Medizin jungen Männern und Frauen gleichzeitig vorzutragen. Die Universitäten Dundee und Manchester haben ebenfalls die Frauen vom Medizinstudium ausgeschlossen, well ihre Ersahrungen mit denen des London Hospital übereinstimmen, und auch an anderen Universitäten ist eine Bewegung gegen das Frauen. studium in Gang In Edinbourg, wo 400 Medizin-Studenlinnen sind, wird der geburtshilfliche Unterricht in getrennten Klassen er- teilt. Die Hemmungen, denen die Frauen beim Studium an den englischen Hochschulen ausgesetzt sind, haben in ihnen den Gedanken entstehen lassen, eigene Frauen. Umoersstäten ins Leben zu rufen. Jechenbach-Urteil und Nationalgefühl. Die Liga für Menschenrechte kündigt für Montagabend eine Versammlung an, in der das Fechenbach-Urteil besprochen werden soll. Der Berliner„Lokal-Anzeiger" verfällt darüber geradezu in Tobsucht und fordert ein Verbot dieser Ver- sammlung. Er schreibt: Wir selber haben es an der notwendigen Kri- tit des Münchener Fechenbach» Urteils nicht fehlen lassen. Um so mehr sind wir berechtigt, die hcuttge Ankündigung der Liga für Menschenrechte als eine unerhörte Herausforde- rung des nationalen Gefühl» zu bezeichnen. Fechenbach ist zu 11, Gargas zu 12, Lembke zu 10 Iahren Zuchthaus verurteilt worden. Der„Lokal-Anzeiger" hat es an „der notwendigen Kritik" dieses Urteils nicht fehlen lassen, er gibt damit zu, daß das Urteil ungerecht ist. Nach seiner Auffassung ist es aber„eine Schmach sondergleichen", ja sogar „ein Verbrechen", wenn man sich um diese drei unschuldig Verurteilten kümmert; das„nationale Gefühl" gebietet nicht etwa, daß das Unrecht gutgemacht wird, sondern im Gegenteil, daß man Unschuldige im Zuchthaus verfaulen läßt. Für dieses„nationale" Gesühlsmenschentum haben wir aller- dings nicht das geringste Verständnis. öaperische Sorgen. München, 20. Januar.(Cig. Drahtb.) Die halbamtliche Kor- respondenz Hossmann hatte von„maßgebender Stelle des Reiches" eine Mitteilung gebracht, in der die Versuche, die Einwohner- wehr zu beleben, aus außerpolitischen Rücksichten abgelehnt wurden. Der„Regensburger Anzeiger", das Organ des Abg. Held, wendet sich nunmehr heftig gegen Herrn v. H a n i e l, den Vertreter des Reiches in München, den er für den Urheber der offiziösen Mitteilung hält. Das Blatt sagt u. a.:„Der Reichs- Vertreter soll eine ausgesprochen diplomatische Funktion in München ausüben. Nicht mehr und nicht weniger. In offiziöser Weise, wie es hier in der Presse geschieht, zu politischen Fragen Stellung zu nehmen, gehört nach diplomatischen Gepflogenheiten nicht zu den Aufgaben des Gesandtschastsdienstes. Geschieht das trotzdem, wie in diesem Falle, so kann die Vermutung entstehen, daß sich der be- treffende Diplomat weniger als Diplomat, sondern als eine dele» gierte A m t s n e b en st e l l e der R e i ch s r e g i er u n g in München fühlt. Würde der neue Reichsoertreter solche Auffassungen über seine Stellung und seine Mission hegen, so würde das sehr bald zu unliebsamen Reibungen führen. Denn die Reichsvertretung ist für Bayern nur dann erträglich(l), wenn sie sich von allem Schein fernhält, gewissermaßen als A u f s i ch t s o r g a n(!) des Reiches fungieren zu wollen. Eine Orientierung bei den maß- gebenden Stellen hätte die ganze Aktion der Reichsstelle wahrschein-, lich unnötig gemacht, denn es hätte sich dabei wohl herausgestellt� daß die Pläne, die man hegt, auch der neuen außenpolitischen Lage durchaus Rechnung tragen." Das Blatt erklärt dann noch zum Schluß:„Wir müssen den Mut zur Wiederbelebung des Wehrgedankens in Deutschland finden, weil wir erst wieder ein wehrhaftes Boll werdkn müssen, bevor der Tag der Rettung anbrechen kann. Die Not des Baterlande- zwingt dazu, dieses Be- kenntnis laut auszusprechen."_ Ende der hessischen Regierungskrise. Darmsiadt, 20. Januar.(Mtb.) Amtlich wird mitgeteilt: Di« Krise in der hessischen Regierung hat. nachdem die zwischen den Parteien geführten Verhandlungen noch zu keinem Abschluß ge- kommen waren, unter dem Eindruck der neuesten feindlichen Maß- nahmen im besetzten Gebiet ein rasche» Ende dadurch gefunden, daß Finanzrnimster Henrich auf eine erneut an ihn ergangen« Anfrage sein Rücktrittsgesuch zurückgezogen hat. vi« Nakionassoziallsttsche«rbcilerpartel hält vom 27. bi, 29. Januar ihren ersten Parteitag in München ab. Bei dieser Ge» legenbeit sind verschiedene' Massenversammlungen vorgesehen, außer» dem ole Fahnenweihe der Sturmabteilung. Autos au» Baumwolle. Die Baumwolle ist für uns so teuer geworden, daß wir sroh sein müssen, wenn wir genug davon be- tommen, um sie zur Kleidung zu verarbeiten. In baumwollreichen Ländern aber, besonders in den Vereinigten Staaten, wo ein Ueber- fluß an diesem Stoff herrscht, verwendet man die Baumwolle zu Zwecken, die uns zunächst sehr überraschend erscheinen. Wie in „Ueber Land und Meer" erzählt wird, ist das Neueste in dieser Hin- Mit die Herstellung von Kraftwagen au» Baumwolle. Man verwendet dazu hochgradig gepreßte Baumwolle, die der Er- fiicder dieses neuartigen Materials„Eottonid" genannt hat. Man glaubt, daß die Eisenkonstruttionen der Autos in Zukunft immer mehr durch Baumwolle ersetzt werden können, und m den Fabriken des„Autokönigs" Ford ist man bereits im großen dazu übergegangen, gepreßt« Baumwolle bei dem Bau der Wagen zu verwenden. Das Eottonid besitzt eine Dauerhaftigkeit, Zähigkeit und Leichtigkeit, die von keinem anderen Stoff uberboten werden können. Es eignet sich auch dazu, beim Hausbau an die Stelle der Backsteine zu treten, und würde bei Eisenbahnwagen eine gewaltige Gewichtsersparnis bedeuten. Man hat ja bereits früher Baumwolle zur Fundamentierung von Bauten verwendet, die auf sandigem Boden errichtet wurden. Das un- gewöhnliche Baumaterial bewährte sich zum erstenmal beim Bau des Leuchtturmes von Leasowe, der zwischen den Flüssen Merse und De« liegt. Durch Zufall kam man auf diese Benutzung der Baumwolle. Die Schaffung der Basis für den Leuchtturm stieß auf die größten Schwierigkeiten. Da wurde das Wrack eines Baum- wollschiffes ans Land gespült, und die Baumwolle vermischte sich mit dem Sand. Die äußerordentliche Festigkeit des dadurch her- vorgerufenen Bodens brachte den Bauherrn auf den Gedanlen, die Baumwolle zur Fundamentierung zu verwenden, und es war möglich, auf diesem Grund von Baumwolle und Sand einen Stein- türm aufzuführen, der auch den heftigsten Stürmen standhielt. Die Mtte der Welt. Dächer als Wasserscheiden zweier Meere find nicht selten. Eine solche Rolle spielt z. B. das Schloß- dach des Fürsten Hohenlohe-Schillingsfürst bei Rothenburg ob der Tauber. Die südlich« Dachrinne läuft nach Frankenheim in die Warnitz und durch die Donau nach dem Schwarzen Meer, die nörd- liche nach der Tauber und durch den Main und Rhein zur Nordsee. In der Schweiz sind ähnliche Fälle noch häufiqer. Hier handelt es sich um die Wasserscheide von Nordsee und Mittelländischem Meer. Bei Bevcy.am Genfer See findet sich oberhalb der Stadt ein das Rhein- und Rhonebeckcn in unparteiischer Gerechtigkeit speisendes Dach. Ein anderes bei Eossonay zwischen Lausanne und Neuchatel gab dem Gehöft seit Jahrhunderten seinen Namen. Es führt den prunkhaften Titel:„Die Mitte der Welt". Ter Berliner Bolkschor(Diriacnt Dr. Zander) veranstaltet deute einen Schubert-Abend in der Hochlchule>ür Musik. Pros. Albert Fiicher wird den Licderzhklus.Tie schöne Müllerin' fingen. Ansang 8 Uhr. Zugunsten des Tchuyverbandes deutscher Tchriftsteller veranstalte! das Neue Koniervatoiium sür Musik unter Leitung von Tr. Lieber- son am 28. im großen Saal der Philharmonie«m Elite- K o uz ert in Berlin lebender rus fis ch er Künstler. Unsere Gerichte. Die Wirkungen der Besatzung. Wirtschaft bic Verschärfung der Wirtschaftsnot. Die Berschärfung der Lage im Ruhrgebiet prägte 17. 18. Sie sind die Hüter des Rechts und der Ordnung. Effen, 20. Januar.( WTB.) Die Eingriffe der französischen Die Republik wird durch ihre unantastbare Objektivität Machthaber in Bergbau, Eisenbahn und Schiffahrt zeitigen bereits vor jedem frevelhaften Angriff gesichert. In politischen ihre verhängnisvollen Wirkungen auf die Wirtschaft. Die unter Prozessen ist ihre Leidenschaftslosigteit in der der Arbeiterschaft herrschende Erregung beeinflußt die Kohlen. ganzen Welt bekannt. Wir finden das erneut bestätigt införderung ungünstig, so daß erhebliche Berringerungen in der sich auch in den Devisenkursen aus. Die Mittelfurfe für den Förderung zu verzeichnen sind. folgender Meldung: Unter dem Eindruck der französiDie Flugblätter der Deutschvolfischen Freiheits. Ichen Gingriffe in den Schiffsverkehr sind die Zufuhren von Kohle Dollar an der Berliner Börse waren in der letzten Woche: und Rots start zurückgegangen, so im Ruhrorter Hafen um fast die 13. 15. 16. 19. 20. Januar partei, in denen angesichts des räuberischen Einfalls der Fran- Hälfte, denn die Verlader wollen nicht das Risiko auf sich nehmen, 10 350 11 675 16 650 18 200 23 020 19 750 18 750. zosen und Belgier in das Ruhrgebict zur Selbsthilfe aufgefor- daß die von ihnen bezahlte Kohle von den Franzosen ohne Bedert worden war, waren auf Anordnung des preußischen Ministers zahlung beschlagnahmt wird. Auf den Ortschaften des Ruhrgebiets Nach der wilden Aufwärtsbewegung der Wechselkurse, die bis Severing beschlagnahmt worden. Auf die Beschwerde der lastet besonders schwer die Sorge um die Unterbringurg der zum Donnerstag anhielt, ist also gegen Wochenende eine gewisse Parteileitung hin ist heute die Aufhebung der Beschlag. Truppen, die ständig wachsende Ansprüche stellen und immer Beruhigung eingetreten. Dennoch liegt der Kurs vom Sonnabend nahme durch das Amtsgericht Berlin- Mitte erfolgt. In dem Be- neuen Zuzug erhalten. Besonders schwer getroffen ist das Schul noch um volle 100 Broz. über den höchsten Kursen, schluß des Amtsgerichts heißt es:„ In der Aufforderung der tat- wesen. Die Kinder haben z. B. hier in Essen so gut wie feinerlei die in früheren Zeiten der Marfpanit notiert wurden. geregelten Schulbetrieb mehr. 8000 Schulkinder fönnen nicht unterträftigsten Selbsthilfe ist in Anbetracht der heutigen richtet werden. Auch ist der Gesundheitszustand der ganzen Be- aren- und am Aktienmarkt die Flucht aus der BapierUnter diesen Umständen ist es fein Wunder, daß auch am Ohnmacht des Deutschen Reiches eine Aufforde- völkerung und besonders der Kinder infolge der durch die Besetzung mart sich erneut geltend macht. Steigende Aktienkurse, empor rung zu Gewalttätigteiten nicht zu erblicken. Viel eingetretenen Berteuerung der Lebensmittel auf das schnellende Breise waren die Kennzeichen der Marttgestaltung auf mehr soll nur mit den noch bereiten Mitteln eine Abmehrbereitschaft Nachteiligste beeinflußt. Bisher gab Effen mit Hilfe amerikanischer diesen Gebieten. Die Lebenshaltung der breiten Massen ist gefördert werden. Das ist nicht mehr, als von jedem unterbrüdten, Spenden täglich an 10 000 Rinder ein Schulfrühstück aus. Seit der wiederum einer starten minderung ausgelegt. Die Teuerungs aber noch ehrliebenden und noch nicht der Inter.Belegung jo vieler Schulen ist das nicht mehr möglich. Auch mußten welle, die jegt über das ganze Land hinbraust, ist in gleicher Hef= nationale verfallenen Wolfe verlangt werden kann. die Schulärzte ihre Tätigkeit einstellen. tigfeit noch niemals beobachtet worben. Die verschärfte Handhabung faum den gröbsten Ausschreitungen der Bucherer und Preisber Suchergesehe, die von der Regierung angefündigt wurde, wird treiber vorzubeugen vermögen. Noch sind die Barden des Erhardt- Liebes Hakenkreuz und Stahlhelm..." ihre Gummifnüppel und Revolver verblieben. Noch also, da sie ja nicht zu den der Inter. nationale Berfallenen" rechnen, werden sie zur Dr ganisation der ,, Selbsthilfe" aufrufen tönnen, um Deutsch land zunächst einmal nach dem Rezept, das Herr von der Goltz foeben in der Deutschen 3eitung" empfohlen hat, von feinen inneren Feinden zu reinigen. Wer wundert sich, wenn das Bolt gegen solche Justiz rebelliert? Wo bleibt die Gerichtsreform? Wir sind gespannt, ob der Staatsanwalt gegen ein solches Urteil Revision einlegen wird. Kleine Vorlagen im Landtag. Nach Schluß der Aussprache über die Städte und Land gemeindeordnung gingen in der geftrigen Landtagsjigung die beiden Entwürfe an einen besonderen Ausschuß. Der Rechtsausschuß beantragt einen sozialdemokratischen An. trag auf Aufhebung der ärztlichen Ehrengerichte, die Einbringung eines Gefeßentwurfs, der tie ärztlichen Ehrengerichte zeitgemäß reformiert, vor allem ein Wiederaufnahme verfahren und eine Revisionsinstanz einführt. Der Landtag stimmt dem Ausschußantrag zu. Das Gesetz über die Genehmigung von Siedlungen nach§ 1 des Reichsfiedlungsgefeßes wird in zweiter Lefung mit einem Roalitionsantrag angenommen, wonach das Gesetz auf Berlin teine Anwendung finden soll. is die Beamten heute früh ihren Dienst antraten, weigerten fie Die Effener Reichsbankstelle ist bis jetzt, 12 Uhr, noch befeht. fich, Dienst zu tun, bevor die Franzosen die Bant geräumt hätten. Als die Franzosen dies verweigerten, wurde die Bank gefchloffen, Darum war es eine herbe Enttäuschung für die Gesamtheit der und zum Zeichen des Broteftes haben auch sämtliche anderen Banken von den Preisschwankungen am schwersten Betroffenen, als der ihren Betrieb eingestellt. Im übrigen haben sich die Franzosen auf Reichswirtschaftsminister in seiner großen Protestrede por bem ihren Borstößen gegen die Gruben und Eisenbahnen dank der ent- Reichswirtschaftsrat teinerlei Maßnahmen in Aussicht zu siebenen Stellungnahme aller Beamten und stellen vermodyte, bie auf eine gründliche Rüstung der ReichsArbeiter bis gestern arg die Finger verbrannt. Noch im Laufe regierung gegen die wirtschaftlichen Folgen ber Ruhrbefegung des Abends wurde auf den Einspruch der Arbeiter hin auch die schließen ließ. Das Wolf weiß, daß um das Ruhrtohlengebiet ein ber Eisenbahn find bisher alle Versuche der Franzosen, Kohle oder weiß auch, daß es jest um ein hohes Biel geht und denkt nicht daran, Möller- Zeche geräumt und die Truppen zurückgezogen. Auch auf Wirtschaftsfrieg von unerhörter Schärfe entbrannt ist. Das Bell Rots nach Frankreich expedieren zu lassen, fehlgeschlagen. Daß die der Ruhrbevölkerung bei ihrem Abwehrkampf in ben Rücken zu Franzosen por Anwendung brutalster Gemaltmittel nicht zurück- fallen. Es bringt in stiller Entbehrung Opfer, die schwerer wiegen schrecken, beweist der Umstand, daß fie an den Stellwerfen der nach als wortreiche Kundgebungen. Aber es hat ein Recht zu fordern, Often führenden Ausfallbahnhöfe Maschinengewehre auf daß man auch die letzte Kraft aufbietet, um zu verhindern, daß gestellt haben, in der Absicht, Züge, die auf ihren Befehl nicht halten, einzelne aus der Not der Gesamtheit Vorteil und privaten zu beschießen. Als nämlich die Franzosen vor zwei Tagen in Profit ziehen. Marten einen Kohlenzug zum Halten aufforderten, braufte der Zug mit Bolldampf durch den Bahnhof und entging auf diese Weise der Beschlagnahme. Die Beamten der mit Maschinengewehre bedrohten Stellwerte haben sofort ihren Dienst eingestellt. Weil die Teuerung bestimmt wird von der Entwertung unseres Geldes im Ausland, weil die Panit am Devisenmarkt einen derartigen Umfang angenommen hatte, daß das Inland die Mart fchlechter bewertete als das nach den Rotierungen der Auslandsbörsen So lagen die Dinge heute vormittag um 12 Uhr, als die Kunde notwendig schien, und weil schließlich die Devisen bei ver von neuen Gewalttaten der Franzosen eintrifft, die wie ein Lauf hältnismäßig geringen Umfäßen, zustande tam, so daß der Wert feuer die Welt durcheilen wird. In Bredenen sind heute vormittag ber amtlichen Rotierungen ein durchairs fragwürdiger, ihre Wirkung Frizz Thyssen und die anderen 6 Herren verhaftet worden. Sie aber gleichwohl verhängnisvoll war aus allen diesen Gründen wurden unter militärischer Bedeckung in Automobilen nach Düffel hat man angeregt, man solle doch einfach auf Devisen notie borf gebracht. Gleichzeitig rüden neue Truppen zur Befejung rungen in Berlin verzichten. So nahe diese Forderung liegt, der staatlichen Bergwerte heran. Bergmannsglid ist bereits fo wenig scheint sie zur Milberung des Devisenelends geeignet. Die befeßt, Roferei und Rohlenerpedition mit Beschlag belegt. Gewalt starte Nachfrage nach Devisen entspringt ebensofehr einem Be Zu verschiedenen Anträgen über Gehalt und Anstellungsverhält also auf der ganzen Linie, die hier gefchloffene Abwehr darf der 3mporte ure, die nach der Besetzung des Ruhrgebiets, nisse der Studienaffefforen und Studienreferen findet. Die Antwort der Bergarbeiter auf die gestrige Befehung auf größere Einfuhren, besonders von Rohle rechnen, wie allerdings dare hat der Ausschuß, an welchen die Anträge verwiesen waren, und Verhaftungen, schreibt die sozialdemokratische Essener Arauch speculativen Treibereien. Die letzteren können und müssen u. a. beschlossen, das Ministerium zu ersuchen, die an Studien beiterzeitung", wird auch Herrn Poincaré und feinen Heer auf andere Weise bekämpft werden. Für den Warenimport aber affessoren und affefforinnen zu gewährenden Unterstützungen an eine gewaltigen zeigen, daß deutsche Arbeiter feine Heloten sind, die sich würde das Fehlen eines amtlich beaufsichtigten regulären Marttes größere Zahl von Anwärtern zu geben und den Durchschnittsbetrag willenlos jeder Bergewaltigung fügen, und er wird immer mehr für Devisen eine erhöhte Unsicherheit, wahrscheinlich auch eine in temselben Berhältnis zu erhöhen, in welchem die Besoldungsfäße einsehen lernen, daß er mit diesen Methoden nicht zum Ziele kommen Verschärfung der Kurstreiberei bedeuten. Will man dem entgegender Studienräte erhöht werden. Ferner soll nach allen Kräften dafür gesorgt werden, daß die Zahlungen von Gehältern, Unter- fann, möge er nun anstellen, was er will. Die deutsche Arbeiter- wirken, so müßte man wenigstens einen Teil der lebenswichtigen dafür gesorgt werden, daß die Zahlungen von Behältern, Unter- schaft wird in der Abwehr der franzöfifchen Anschläge gegen ihre Einfuhr so organisieren, daß ihr Devisenbedarf ohne Inanspruch haltszuschüssen und dergleichen sowie die Erhöhungen dieser Beträge Lebensintereffen feft zusammenstehen und sie wird ihre ganze Kraft nahme des freien Marties erfolgen fann. Gerade auf diesem Gemit größter Beschleunigung erfolgen Die Bergütung für den Mebenuntereihi soll auf einen bestimmten Brozentlaß auch der deutschen Republik leihen, die ebenso stark bedroht ist wie biete aber ist in der letzten Woche dadurch gefündigt worden, baß nicht einmal die amtlichen Organe ihren Bedarf mit Hilfe der Reich Dom jeweils geltenden Grundgehalt, Ortszuschlag sund Ausgleichs das Leben jedes einzelnen Arbeiters. bant, sondern am Devisenmarkt selbst deckten und die Kurse treibert zuschlag der Besoldungsgruppe X festgelegt werden. Der Aus. halfen. Das ist unhaltbar und fordert zu schärfstem Brotest heraus. schußantrag wird angenommen. Planmäßige Devisenbeschaffung ist notwendig. Darüber hinaus. verdient auch der Vorschlag Beachtung, daß nun auch der Devisenmartt der öffentlichen Kontrolle zugänglicher gemacht wird, indem man täglich feststellt, wieviel Dollar ober Gotomart an fremden Zahlungsmitteln am Devisenmarkt umgefeßt wurden. Auf diese Weise wäre es sicherlich möglich, die Wirkungen der Banit am deutschen Devisenmarkt auf das Ausland einzuschränken. Das Haus vertagt sich dann auf Montag 1 Uhr: Kleinere Borlagen. Schluß: 3 Uhr. Bertagung des Presseballs. Angesichts der äußerst ernsten politischen Lage, die durch die französische Gewaltherrschaft im Ruhr, gebiet eingetreten ist, hat sich der Verein Berliner Preffe" doch noch entschlossen, den Presseball am Sonnabend, den 27. Januar, nicht stattfinden zu lassen. Er wird einstweilen vertagt. Dieser Befchluß ist nach Bekanntwerden der Polizeiverordnung über die Berkürzung der Polizeistunde gefaßt worden. Der Clown. Bon einem Jahre ungefähr starb in einem Berliner Zirkus ein Clown, tnapp, ehe er in die Manege treten sollte. Den Clows hatte der Schlag getroffen. Die Zeitungen überschrieben die Nachricht von feinem Tode:" Der Tod in der Manege." Dann erfuhr die Welt, daß der Clown für einen alten Bater und für eine Frau und zwei Kinder gesorgt hatte und daß er ein sehr braver Bürger gewefen. Seine Hauptnummer bestand darin, daß er seit fünfzehn Jahren Abend für Abend fich rücklings auf den Boden legte, indes eine feingefleidete Dompteufe einen großen Kragenbären über seinen Rörper schreiten ließ. so war er eigent lich nur ein Anlaß für die Produktion des Kragenbären. Welch ein geistreicher Kragenbär! fagten die Leute, als sie fahen, daß dem Clown nichts geschah. Welch ein dummer Clown! hätten sie gesagt, wenn der Herr Kragenbär den Clown zerstampft hätte. Die Clowns müssen ein halbes Leben über eine neue Lächerlichkeitsvariante für ihren Frad nachdenken und werden trotz dem nicht unsterblich. In zehn Jahren fann man eine neue Odyssee geschrieben haben und jahrtausendelang in der Untersetunda stan diert werden. Immer größere Erregung. # Effen, 20. Januar.( BTB.) Ueber die Verhandlungen mit Thyssen und den übrigen 3e chenvertretern erfahren wir, daß die Herren heute früh um 10% Uhr in Begleitung ihres Ber teidigers Rechtsanwalt Dr. Grimm Effen im Generalfom. mando in Bredenen erschienen. Die friegsgerichtliche Vernehmung follte fortgesetzt werden. Dr. Grimm beantragte, zu ihr zugelassen zu werden, indem er sich gleichzeitig durch seine Vollmacht als Berteidiger auswies. Die Herren wurden in ein Nebenzimmer gebeten, und gleich darauf wurde dem Berteidiger mitgeteilt, daß fie verhaftet wären. Da Dr. Grimm vergeblich auf eine Benach. richtigung wartete, ging er schließlich wieder in das Rommanto gebäude, wo man ihm sagte, die Herren feien auf Befehl Degouttes bereits nach Mainz abtransportiert worden, wo sie fofort vor ein Kriegsgericht gestellt werden würden, da die Sache eilig sei. Keinem der Berhafteten ist erlaubt worden, seiner Familie irgendwie Nachricht zu geben. Unterdessen durcheilt die Kunde von diesen und von den übrigen gemeldeten Berhaftungen mit Windeseile das ganze Ruhrgebiet; fie dringt in die Bechen und ruft immer größer werdende Erregung hervor. Zum Teil stellen die Schichten die Arbeit ein, zum Teil verweigern fie die Einfahrt. Die Riefenwelle des Generalstreits troht alles zu überfluten und alle Hemmnisse hinwegzureißen. Nene Truppen mit Panzerautos. Aber es ist notwendig, daß man schleunigst die notwendigen Maßnahmen trifft. Mit jedem Tage perschärft sich die wirtschaftliche Not, die auf den breiten Masse lastet, und noch ist kein Ende abzu fehen. Steigerung der Großhandelspreise um 60 Pro3. Die Großhandelspreise von 44 Waren, wie sie von der Industrie und Handelszeitung" zu einer Meßziffer aufgerechnet werden, stiegen in der letzten Woche um volle 60 Broz!, also fast. zwei Drittel des letzten Standes, auf das 3293fache Vorfriegsniveau. Zur Diskonferhöhung der Reichsbant führte in der Sigung des Zentralausschusses der Reichsbant der Präsident Dr. Havenstein aus, das vom 7. November, dem Ausweistage vor der legten Distonterhöhung Reichsbant und Darlehnskaffen zusammen bis zum sin, 20. Januar.( WTB.) Die Kölnische Zeitung" meldet 15. Januar für nicht weniger als 1323 milliarten. aus Buer: Bei den staatlichen Bechen in West- Recklinghausen Mart Kredite hätten neu gewähren müssen. Die lezttägige find im Laufe ter Nacht und des heutigen Vormittags er heb- tatastrophale Verschlechterung der deutschen Baluta peranlasse die ( dü iche Berstärkungen eingetroffen, die vor allem aus belgischen Bevölkerung in Befürchtung weiterer Preissteigerungen wieder zu Truppenverbänden bestehen. Auf dem Wege zwischen Bergmanns- weitgehender Einbedung ihres fünftigen Bedarfes glüd und Westerholt bei Buer sind Panzerautos aufgestellt. und zur Auffpeicherung von Rohstoffen, Nahrungsmitteln, Fertig waren, aber auch von Devisen und Wertpapieren. Hiermit hingen. JoV) eus ni Zeitungsverbot. wachsende gewaltige Anforderungen an Krediten und an Zahlungsmitteln gegenüber ter Reichsbant zusammen. Unter diesen Uma ständen sei eine gegenüber den Berhältniffen des offenen Marties mäßige Diskonterhöhung von 2 Proz. an fich nicht ausreichend, um die notwendigen Einschränkungen in der Inanspruchnahme der Bant herbeizuführen. Das Reichsbankdirektorium sei sich aber Bant herbeizuführen. Das Reichsbankdirektorium ſet ſich aber andererseits bewußt, daß in der gegenwärtigen Not des deutschen Boltes alles vermieden werten müsse, was geeignet fet, die gefunde Zu Hause hat der Clown vielleicht Wohnstube und Küche, und 12 Ausweisungen- Berhaftungen. Brobuftion und die Ernährung ber Bevölkerung zu erschmeren. in der Wohnstube steht ein breites Meffingbett. Bon den vier blin Der Präsident des Landesfinanzamtes Köln, aehling Das Reichsbankdirektorium verspreche sich von der Diskonterhöhung fenden Bettkugeln fehlt die rechte am unteren Ende und ist unter von Langenauer, der im Alter von 82 Jahren steht, wurde eine verstärkte Förderung des zur Entlastung der Bank unbe das Bett gerollt usschuß der Neben den Schränken hängt ein Delbrud. Darauf, sieht man auf Befehl der Interalliierten Rheinlandkommission mit sofortiger bingt nötigen Absages von Schaganweisungen. Der einen Nachen über See gleiten, in sich Mond aus das besette Gebiet innerhalb von vier Tagen zu verlassen. Steber ben grönten bent in Deum. Darauffieht man wirtung ausgewiefen. Seine Familie erhielt gleichfalls Befeht, Bentralausigung fimmte bez borgeschlagenen Diskonterhöhung einstimmig zu. Gelatine spiegelt. Deber dem Spiegel ist ein Lorbeerkranz befestigt Leiter der Zweigstelle Speyer, Landesfinanzamt Würzburg, Regie Einschränkung des Verkaufs staatlicher Grundstüde. Um den Der Clown aber ist nur ein Baufenzubehör. Als Ereignis steht er im Rang eines Klingelzeichens und Trommelwirbels. Einmal sah ich einen Clown aus dem Zirkus heimgehen. Seine Frau ging mit ihm, er trug seine Berufskleidung in einem schwarzen Röfferchen. Sie sprechen jegt von der Teuerung und von Stiefel fohlen, dachte ich. Paris, 20. Januar.( MTB.) Nach einer Blättermeldung aus Straßburg find durch Entscheidung des Generalfommissars die" Saar brüder Zeitung", die Frankfurter Zeitung", das" Berliner Tage blatt" und die Bossische Zeitung" in Elsaß- Lothringen verboten Ing" in Elfah- Lothringen verboten worden. 17 Der mit einer roten Schleife. Der Clown hat alle Wife in der Manege gemacht und zu Hause rungsdirettor Morgens, wurde von den Franzosen verhaftet, da Staat nach Möglichkeit bei Grundftüdsverfäufen vor Verlusten zu ist er schweigfam. Er denkt vielleicht an Teuerung und dergleichen. er den Anordnungen des Reichsfinanzministeriums pflichtgemäß schützen, weift der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen Ja, er denkt vielleicht in der Manege fogar an fchabhafte Stiefel Folge lefftete. Die Verhaftung bes 83 Sahre alten Herrn stellt fohlen. Dann brückt er einen verborgenen Knopf im Unterfutter einen Att besonderer Roheit dar. Der Reichsbankdirettor in Lub. feiner Wefte, und feine brandroten Berüdenhaare stellen sich und wigshafen wurde verhaftet, weil er den Auftrag der Franzosen, das stehen aufrecht, wie Stecknadeln auf einem Nähtissen. Ronto 3ölle" zu streichen, ablehnte. Gott aber fennt alle Gedanken und alle verborgenen Knöpfe. Deshalb schickt er manchmal dem Clown den Tod hinter die Manege und den Bon läßt er Zahlfellner werden! Der rote Joseph. Das„ Nuffische Nomantische Theater führt beufe im Apollo Theater zum bundertsten Male sein Eröffnung programm auf. Es wird alsdann vom Spielplan abgelegt. Das Theater bleibt am 22. und 23. geschlossen, da am 24. die Premiere der neuen Ballett und Pantomime Aufführungen stattfindet. Frankfurt, 20. Januar.( Eigener Drahtb.) Der Stellvertreter des Oberpräsidenten in Wiesbaden, Oberregierungsrat v. Roedern, ist von der französischen Besatzungsbehörde ausgewiesen worden, weil er die Anordnungen der deutschen Regierung über das Ver. halten der Postbeamten im belegten Gebiet weitergegeben hat. Die Hannoveraner haben durch ein Schreiben an den Reichsinnenminister auf die Festsetzung eines Termins für die hannoversche Deutsch- Schwedische Vereinigung. Die beim Gesellschaftsabend Abstimmung verzichtet. Im Dezember verloften Eintrittstarten gelten für den Vortrag des Frl b. Sell über Geistige Bechselbeziehungen zwischen Braunschweig vermindert die Zahl seiner Abgeordneten von 62 Deutschland und Schweben am 28. Januar, abends 8 Uhr, im auf 48. Die Neuerung tritt nach Beendigung der jetzigen Wahlbörjaal& des neuen Aulagebäudes. periode in Kraft. und Forsten die Regierungen an, mit Rücksicht auf die schwerwiegen ben wirtschaftlichen Folgen der Schwankungen auf dem Geldmarkt zurzeit Gruntstüde überhaupt nicht zu vertaufen. Ausnahmen sollen nur stattfinden, wenn der Verkauf aus bringenden Rücksichten auf das Gemeinwohl nicht zu umgehen ist. Die Kauf bewerber sind darauf aufmerksam zu machen, daß dem von der Regierung genannten vorläufigen Raufpreise nur die Bedeutung einer Schäßungsgrundlage für die spätere en bgültige Festfezung ter Kaufsumme durch den Minister zukommt. Das zu ge nehmigende Verlaufsangebot muß, namentlich bezüglich des Kaufpreises, furs befristet werden. gegen Gewaltige Dividendensteigerungen im Brau- und Spriffonzern. Die zum Konzern Katzenellenbogen gehörigen Unternehmungen ver öffentlichen folgende Dividendenvorschläge: Schultheiß Bazenhofer Brauerei- Aktiengesellschaft 58 Proz 20 Pro3. im Borjahre. Oft werte Aftiengesellschaft 7.5 Bro3. gegen 26 Bro8. im Borjahre. C. A. F. Rahlbaum Aftien Tgesellschaft 75 roz gegen 26 Broz im Borjahre 3 Gewerkschaftsbewegung Reichsarbeitsministerium und Achtstundentag. Unter der Ueberschrift„ Der efelhafte Achtstundentag" war in Nr. 23 des„ Borwäris" vom 15. Januar 1923 die Rüdübersehung eines Schreibens des Reichsarbeitsministeriums an das Internatio nale Arbeitsamt aus dem Englifchen wiedergegeben. Hierzu mird uns vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt: " Zunächst ist die Wiedergabe des Schreibens des Reichsarbeitsminifteriums weder richtig noch vollständig, was wohl darauf zurüdzuführen ist, daß bei Ueberlegung und Rüdübersetzung sich leicht Mißverständnisse und Fehler einstellen. Tatsächlich hat das Schreiben folgendermaßen gelautet: ,, Nach den Berichten der Gewerbeaufsicht scheint sich vielfach bie früher geheate Erwartung, daß der Arbeiter in 8 Stunden annähernd basfelbe leistet wie in der früher üblichen längeren Arbeitszeit, nicht erfüllt zu haben, die Leistung scheint im Gegenteil teilweise zurüdgegangen zu fein, so daß öfters in 3 Schichten meniger erzeugt wird als früher in 2 Schichten. Diese Erscheinung ist indessen an erster Stelle mohl nicht auf die Einführung des Dreifchichtenbetriebes, sondern auf andere Gründe, mie allgemeine Arbeits. unluft, unruhige politische Verhältnisse und der. gleichen, ferner auf die noch an vielen Stellen mangelhafte Arbeitsdisziplin zurüdzuführen. Die Belegschaft fängt oft mit ihrer Arbeit zu spät an und hört vor ber festgefeßten Beit auf, so daß sich bei jedem Schichtwechsel eine längere Bause ergibt, die natürlich die Leistungen erheblich drückt. Diefer Nachteil macht sich beim dreischichtigen Arbeitstag mit seinem öfteren Schichtmechsel stärfer bemerftar als beim ameifchichtigen Ar. beitstag. Genaue zahlenmäßige Angaben über die Berringerung der Erzeugung find nur felten mitgeteilt. Ein Gewerbeaufsichts beamter berichtet z. B., daß auf einem großen Hüttenwert im Jahre 1919 im Vergleich zum Monatsdurchschnitt im Geschäftsjahre 1913/14 die Zahl der Arbeiter um 33 Broz. geftiegen, die Rohstahlerzeugung trobem jedoch um 43 Proz. gefunten mar( vgl. Jahresbericht der Gemerbeaufsichtsbeamten und Bergbehörden 1919 I. G. 500). In dem gleichen Bezirke wurden die Schichtleistungen in den verschiedenen Betrieben eines Werkes wie folgt festgestellt: Hochofen. Soferei 9 9 1913/14 2,055£ 0. ⚫ 6,508 2,09 1919 0,896 0. 2,540 0,655 0,364 " Stahlwert Walzwerk. 0,611 1920 1,026 0. 2,675 0,785 0,405 ( gl. Jahresberichte der Gemerbeaufsichtsbeamten und Bergbehörden 1920 I. G. 562.) Eine allmähliche Besserung ber Lage ist aus den Angaben zu ertennen und wird auch sonst bestätigt." Am Montag follen nun nochmals birefte Berhandlungen ftatt- Aufhäuser über Die politische und wirtschaftliche Bage" refe finden und, falls diese zu feiner Verständigung führen, soll für rieren wird. Einladung und Delegiertenfarte find als Ausweis Dienstag ein neuer Verhandlungstermin vor dem Demobilmachungs- mitzubringen. tommissar festgesetzt werden. Die Arbeiter, die dieser Verschleppung der dringenden Aufbesse rung ihrer Löhne müde sind, verlangen entsprechende Borschußzahlungen. Falls die Unternehmer auch das verweigern, dann haben fie die Echuld, menn es zu Konflikten und Komplitationen in verschiedenen Großbetrieben kommt. Post- Abonnenten D er Vorwärts" muß bei der Post jetzt monatlich bestellt und bezahlt. werden. Damit die regelmäßige Zustellung des„ Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebfame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. Angestelltentarif der Metallindustrie! Nachdem die direkten Verhandlungen zwischen dem Verband Berliner Metallindustrieller und den Angestelltenverbänden über die Lohnerhöhungen. für Januar gescheitert find, ist das Reichsarbeitsministerium um Vermittlung angerufen worden. Das Ram. hat einen Schlichtungsausschuß eingesetzt, der am Afa- Bund eingerufene Funktionärversammlung statt. Dienstag tagen wird. An diesem Lage findet abends eine vom Der Afa Bund legt Wert auf die Feststellung, daß die jetzt in den Betrieben seitens des BBM3. befanntgegebenen Borschußzahlungen einseitig festgelegte, mit den Verbänden nicht vereinbarte Regelungen darstellen. Streik in den Roscher- Werken". Für die Handelshilfsarbeiter des Großhandels find unter Be rücfichtigung der durch die politische Krife eingetretenen fatatrophalen Preisentwicklung, die bei den zuletzt getroffenen Vereinbarungen nicht vorauszusehen war, von dem Verkehrsbund beim Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels für die zweite Hälfte des Monats Januar Ausgleichsverhandlungen beantragt worden. Ueber die Stellungnahme der Arbeitgeber wird in den Branchen berichtet. Betriebsräfe! Die Bollversammlung der Gruppen finden statt: IIL Belleidungs- und Textilindustrie, X. Bederindustrie: Montag, 7 Uhr, in Wilte's Festfälen, Sebastianstr. 99; VIII. Landwirtschaft, IX. Sebens- und Genußmittelindustrie: 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 5; Dienstag, VI. Graphisches Gewerbe: Mittwoch, 5 Uhr, im Gemertschaftshaus. Engelufer 24-25, Gaal 1; XII. Staatliche und tommunale Behörden, XIII. Berkehr: Donnerstag, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 4. Tagesordnung: Der Betriebsrat und die Betriebskontrolle. Es ist Bflicht sämtlicher Betriebsräte, in ihren Gruppenvollversammlungen au erfcheinen. Als Legitimation dient die Betriebsrätelarte und das Verbandsbuch. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Birtschaftsbetrieb Groß- Berlin. Bertiebsräte! Aufsichtsräte! Am Donnerstag, ben 25. Sanuar, abends 7 Uhr, im Reichensaal des Leibniz- Gymnasiums, Mariannenplak 28, Bersammlung fämtlicher in die Auffightsrate delegierten freigewerkschaftlichen Betriebsräte für den Wirtfchaftsbezirk Groß- Berlin. 1. Die Stinnefierung Deutschlands. Referent: Genoffe Dr. Einstein. 2. Freie Aussprache. 3. Aufsichtsratsangelegenheiten. Wir bitten die Rollegen, in ben Betrieben darauf an achten und Rontrolle auszuüben, bak die von ihnen gewählten Auffichtsräte in der Bersammlung erscheinen. Freigemertschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezir! Grok- Berlin. Achtung Buchbender! Die Schlußabrechnung der Gammlungen an läßlich des Gendelschen Konflikts liegt auf der Berwaltung zur Einfichtnahme aus. 3. A.: Feige. Eisenbahner! Beamte! Angestellte! Mittwoch abent 6 Uhr in der Pfefferberg- Brauerei, Schönhaufer lee 176. Große Bersammlung aller im DEV. organisierten BSPD.- Genossen. Tagesordnung: 1. Die politische und wiztidhaftliche Rtilis. Referent Genoffe Aleganber Gtein; 2. Bartel und Gewerkschaften. Partei und Gemertschaftsausweis legitimieren. Sympathiserende tönnen burd Ge noffen eingeführt werden Berbeausschuß der BSBD.- Eisenbahnez. Deutscher Solzarbeiterverband. Montag, gleich nach Feierabend, Bezirksvertrauensmännerversammlungen in allen Bezirken und Branchen, die dem Reichsmantelvertrag unterstehen. An diesen Bersammlungen haben auch alle als Delegierte zur Generalversammlung aufgestellten Kollegen mit Verbandsbuch und Barteiausweis aweds Nachprilfung teilnehmen. Die Bersammlungen find in denselben Sotalen, wo die laufenden monatlichen Bertrauensmännerversammlungen ftattfinden. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Stellungnahme aur augenblidlichen Wirtschaftslage. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 5 Uhr Maschinenarbeiter und Fertigmacherinnen, Röpenider Str. 127a. Dienstag 6% Uhr, Versammlung der Maß- und Reparatur- Schuhmacher Groß- Berlins, Refidenafeftfäle, BandsDiese Mitteilungen beruhten auf den Berichten der Gewerbe aufsichtsbeamten und Bergbehörden von 1919 und 1920. Die Berichte von 1921 lagen zur Zeit der Absendung 19. September 1921 noch nicht vor. Tatsächlich war, wie allgemein bekannt ist, bie Arbeitsleistung im Jahre 1920 durch die unruhigen Zu der Notiz mit dieser Ueberschrift in Nr. 28 des„ Borwärts" politischen Verhältnisse( Kapp- Butsch) erheblich herabgemindert. Die vom 18. Januar erhielten wir von der Roscher- Wert A.-G. unter gegen Ende des Jahres 1920 und im Jahre 1921 zu verzeichnende Berufung auf das Breßgefeß folgende Berichtigung: Befferung der Lage ist am Schlusse des Schreibens ausbrüd Gemäß der Arbeitsordnung unseres Betriebes findet die Entlich hervorgehoben. Das Schreiben des Reichsarbeits- lohnung nach dem Tarif statt und war im Monat Dezember ein berger fraperb Bentralverband der Maschinisten und Seizer. Dienstag, 6 Uhr, im Gewer ministeriums hat demnach weber den Achtstunden- Ablommen über die Lohnfäße getroffen. Für ten Januar verschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 4. Generalversammlung. Geschäftsbericht arbeitstag als„ efelhaft" bezeichnet, noch die Beffe langte der Betriebsrat eine Festlegung des Grundlohnes von füle 1922; Raffenbericht vom 4. Quartal; Neuwahlen; Berschiedenes. Es iſt rung verfchwiegen, bie nach den Schwierigkeiten 50 Prog. über die gezahlten Dezemberlöhne unter Berzicht auf die Pflicht eines jeden dienstfreien Rollegen pünktlich auch Die Ortsverwaltung. ber Uebergangszeit in der Arbeitsleistung zu verzeich fozialen Beihilfen. Nachdem dieser Sag abgelehnt war durch die AfA- Funktionäre Metall- Industrie! Dienstag, 7% Uhr, Saverlands Festfäle, Erflärung der Betriebsleitung, daß über den Grundlohn nur auf Neue Friedrichstr. 35, Bersammlung. Bericht über die Berhandlungen im Grund der Tariffäße verhandelt werde, verlangte der Betriebsrat. Mitgliedsbuch unb Funktionärausweis legitimieren. Ohne beibe das Zugeständnis einer 25prozentigen übertariflichen Bezahlung. Es ist also nicht wahr, daß der Betriebsrat teine Regelung der Januarlöhne erzielen fonnte. und es ist nicht als Hartnädigkeit der Betriebsleitung zu bezeichnen, menn die aus der Luft gegriffene Forderung einer 25prozentigen übertariflichen Zahlung auf unbestimmte Zeit abgelehnt wurde. Men war." Abänderung der Tarifvertragsverordnung. Der Reichstag bat am 16. Januar 1923 das Gefes über die Erklärung der allgemeinen Verbindlichkeit von Tarifverträgen in britter Beiung angenommen. Hierdurch wird das bisherige Ber fabren wesentlich vereinfacht, indem bei Abänderungen allgemein verbindlicher Tarifverträge, die ausschließlich eine Anpaffung der geldlichen Leistungen an die Zeuerungsverhältnisse enthalten, die Erklärung der allgemeinen Verbindlichkeit ohne vorherige Befanntmachung und Segung einer Einfpruchsfrist erfolgen lann, wenn der Antrag auf Erklärung der allgemeinen Berbindlichkeit von fämtlichen Vertragsparteien gestellt oder gegen den von einzelnen Bertragsparteien gestellten Antrag von den anderen Bertragsparteien feine Einivendung erhoben wird. Konflikt im Einzelhandel. Ausweise tein Eintritt. Afa- Delegiertel Mittwoch, 6% Uhr, Resibenafestfäle, Landsberger Str. 32. Bertreterverfammlung des Drtstartells gemeinsam mit der Berliner Gewert fchaftstommiffion. Referat Aufhäuser: Die politische und wirtschaftliche Lage Ausweise mitbringen. Zentralverband der Angestellten. Donnerstag. Th Uhr, in den Mufifer Gälen, Raiser- Wilhelm- Str. 81, Mitgliederversammlung mit bem Thema: Ruhrbefegung Wirtschaftslage Reichsregierung. Referent: Baul Sers, M. d. R. Geschäftliche Mitteilungen. Die Deutsche Dunlop Gummi Compagnie A. G. tann am 26. Januar 1923 auf the 30jähriges Bestehen in Sanau auridbliden. Gie führt ihren Namen auf ben Erfinder bes Fahrradreifens J. B. Dunlop aurud und ist eine bez bebeutendsten Gummireifenfabriten Deutschlands. Es ist weiter unwahr, daß dem Beauftragten des Deutschen Metallarbeiterverbandes von der Betriebsleitung die dringende Regelung der Löhne mit der Begründung abgelehnt wurde, daß sie in der nächsten Zeit feine Zeit zu Berhandlungen habe und daß die Ergebnisse ter Berhandlungen in der Metallindustrie abgewartet werden sollen. Wahr ist vielmehr, daß Sonnabend, den 13. Ja nuar d. 3, Herr Direktor Roscher dem Vertreter des Verbandes erklärte, daß er infolge Geschäftsschluffes allein sei und demzufolge Beschlüsse nicht faffen fönne. Wie schon dem Obmann des Betriebs. Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bieter Schiff, Berlin; file Anzeigen: rates am Bormittag des 13. Januar d. 3. erklärt wurte, sei die Be Th. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: triebsleitung bereit, am darauffolgenden Dienstag zu verhandeln. Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Sindenft. s Hierzu 2 Bellagen Dieser Tag mußte verlangt werden, weil vorher der Syndikus der Gesellschaft nicht verfügbar war." Die Handelsarbeiter im Einzelhandel erhalten heute noch Löhne von 9000 und 10 000 m. pro Woche. Die Unternehmer, worunter fidh leistungsfähige Großbetriebe befinden, zeigen sich unglaublich bodbeinig gegenüber einer zeitgemäßen Aufbesserung diefer Hunger. Infolge unberechtigter Arbeitsverweigerung sei die gesamte BeLöhne. Am Sonnabend follten nun Berhandlungen vor dem Demo. legfchaft ordnungsgemäß entlaffen und infolge tätlicher Angriffe bilmachungstommiffar stattfinden. Aber die Herren Unternehmer auf Arbeitswillige der Betrieb vollständig geschlossen. gaben ihren Arbeitern ein sonderbares Beispiel: fie streitten. Nur ihr Synditus mar ba, der jedoch keinerlei Bollmacht besaß. Die Herren Unternehmer entschuldigten sich mit Lohnverhandlungen, die fie am Abend zuvor mit den Angestellten gehabt hatten und die fich bis spät in die Nacht hingezogen hätten. Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Derenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma 3schias Der Ausschuß der Berfiner Gewerkschaftskommiffion hat zu Mittwoch, 6% Uhr, gemeinsam mit dem Ortskartell des Afogal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausge Bundes eine Blenarversammlung nach den Residenz Fest zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. 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Am Fahr- kartenschalter hat sich vor den zwei kleinen Kabinenfensterchen eine doppelte Menschenschlange gebildet, alles Fahrgäste, die möglichst schnell abgefertigt und noch schneller befördert sein wollen. Es ist ja überhaupt ein sonderbares und peinliches Symptom unserer Zeit, dieses grauenhafte Hasten und Drängen, das man fast nir- gendwo besser beobachten kann als auf unseren Verkehrsmitteln. Bureaudamen, meist schick gekleidet, mit modernen Lederhüten und — gar nicht so selten, wie man denkt— seidenen, dünnen Strümpfen; Bureauangestellte, nach„ernster" Männer Sitte schon einfacher gekleidet, wofern sie nicht noch in blühender und duftender Jugend sind; Geschäftsleute, solide und meistentells kreditfähig; Bür. ger, etwas phlegmatisch und breit angelegt; keine Beamte, denen der Kampf ums Dasein in dem sorgenvollen Gesicht geschrieben steht; dazwischen ein paar Arbeiter, stämmig, verschlossen und ver- trauen erweckend und, natürlich nicht zu oergessen— wir sind ja hier im Westen—, Ausländer, darunter mehrere Russen und Ja- paner, die Frauen in wertvollen Pelzen und die Männer in teuren Mänteln, einige undefinierbare Genis, ein paar Kokotten, die Revier- Wechsel vornehmen und zur Friedrichstraße fahren, und direkt hinter ihnen, ein wuchtiger Kontrast, drei Provinzler, die sich Berlin an- sehen wollen. Hier fehlen die Leute, die man am Halleschen Tor, cm Alexanderplatz oder am Spittclmarkt schon in der Mehrzahl sehen kann, die durchweg«infachen Leute und die einfacher geklei- deien Bureau- und Geschäftsangestellten, namentlich die vielen Ar- beiter und blaßen Frauen des Nordens. Hier sieht man entweder den Wohlstand oder den von den reichen Arbeitgebern, vornehmeren Bureaus und Geschäften erzwungenen Schein-Wohlstand. Dann bekam ich meine Karte und wanderte ich in die Tiefe. Auch hier nahm ich mir Zeit und stellte als erstes wieder einmal dreierlei fest, nämlich, daß der Berliner immer noch am liebsten dann er st in den Zug springt, wenn er abfährt, zweitens d i e Abteile bevorzugt, die schon überfüllt sind und drittens in überfüllten Abteilen prinzipiell den Mittelgang haßt und sich lieber hinten wie in einer Sar- dinenbüchse zusammendrängt als in der Mitte in freier Lust zu stehen. Sie sind furchtbar nervös, die Mehrzahl der Fahrgäste, und schimpfen ständig; sie sind dabei nicht minder schwerfällig und stehen sich immer im Wege. Die Schaffner haben alle Not mit ihnen. Zoo bis Leipziger Platz. Dritter Klasse; das Abteil ist wie gesagt, überfüllt. Man spricht wenig; ein Teil liest— Bücher, Schwarten und Zeitungen—, der andere Teil schweigt. Die Mehrzahl scheint übermüdet zu sein und sich nach Hause zu sehnen. Es sind anscheinend meist Bureauangestellte und in kaufmännischen Betrieben Tätige, dazwi- schen ein paar Bürger, die aus Prinzip Dritter fahren, und eine Anzahl von Leutchen, denen man es ansieht, daß sie lieber in der zweiten Klasse säßen, daß sie aber sparen wollen oder müssen. Sie strömen ein bemerkenswertes Fluidum von Arroganz aus und sind unsterblich langweilig. Sie sind für mich die Ueberspießer. W i t- tenbergplatz— ich steige um. Bielleicht finde ich etwas besseres. Quetsche mich in ein Doppelwbteil hinein, vorne dritter, hinten zweiter Klasse und sehe mir die K o n t r a st e an. Hier, in der dritten, mit Ausnahme einiger feschen Mädchen, bei denen es übrigens weniger die Kleidung als die Gesamterscheinung macht, viel einfach« Garderobe und Mode eines vergangenen Jahrzehnts. Was mir aber trotzdem ausfiel, war, daß man sich doch wieder Anschaf- funaen leistet, wenn auch in der Mehrzahl die weniger kostspieligen Garderobenstücke bevorzugt werden. Die Bluttemperatur steigt im Abteil und alle finden sich in ihrer Empörung und ihrer Sympathie mit Thyssen. Man spürt, wenn je die Entente eine Dummheit gemacht hat, so hat sie es jetzt getan. Man erkennt, Frankreichs Vorgehen ist nicht nur ein Verbrechen an Deutschland, an Europa, an der Erde, am Völkerrecht, sondern auch die stärkste Flamme, die den deutschen Nationalismus und darüber hinaus die Reaktion bis zur Höhe anschürt. Gleisdreieck— ich steige aus, sehe mir den Bahnsteig an und beobachte, wie sie hastend und atem- keuchend die Treppe hinauftasen und drängen, als gelle es Leben oder Tod. Das Schild„Rechts gehen!" lächell ironisch— oder hilflos traurig?— in das Gedränge hinein. Und dabei handelt es sich nur um den Anschluß zur Warschauer Brücke! Sicher, für manchen wichtig! Aber— nehmen sehr viel« ihn nicht vielleicht doch zu wichtig? Die armen nervösen Menschen tun mir leid, und hier wird es mir schon verständlich, daß der liebe, gute Jean Paul, der ge- mütliche Raabe, Storm und Keller, Andersen und Grimm für diese Menschen ungenießbar sind! Ueberall hämmert das verfluchte Wort „Dollar" einem die Nerven entzwei, als ob der ganze Kosmos eine Börse und Gott der Dollar sei! Bumms! Leipziger Platz! Man drängt sich heraus zum Zcnttum des Zentrums. Von hier aus wird eingekauft, von hier aus sich amüsiert usw. Mein« zwette Etappe beginnt: Leipziger platz bis /llexanSerplatz. Ich steige wieder in die dritte Klasse ein. Aus dem Bank- und Geschäftsviertel kommt der meiste Andrang und damit— es ist viel Jugend dabei— etwas Leben und Lachen. Drüben in der Ecke packt einer seine Stullen aus und verzehrt sie. Ich bin etwas neugierig: ganz gut belegt! Braunschweiger, sogar ziemlich dick! Der Verzehrer gehört— aus der Unterhaltung er- fahre ich es— dem kleinen Bankberuf an. Hm, ob er wie die Bielzuvielen m Dollars macht?(Wieder dieser oerfluchte Dollar!) Wahrscheinlich! Er sitzt ja an der Quelle! Am Spittel markt kommt auffällig viel Konfektion hinzu; es schwirrt um mich von Ausdrücken, die mir Kifhuaheli sind so z. B. Sutasch; nach- träglich erfahre ich, daß das eine Art Borde sein soll. Die soll nämlich im Steigen begriffen sein, auch Hemdenstoff« zögen an und Seide steige— toi, toi! Gott, was steigt schließlich nicht! Und was zieht nicht an! Hauptsache, wenn man noch selbst etwas an- zuziehen hat. Nun wird es ruhiger. Das Einsteigegedränge hat etwas nachgelassen. Aber es steigen auch nur wenige aus. Insel. brücke'und Klosterstraße ziehen vorbei; jetzt kommt Alex- anderplatz. Ich steige mit aus und bummle etwas auf den Bahnsteigen. Das gleiche Bild wie auf dem Bahnhof Zoo, nur die Menschen sind anders, die das Bild hier ausmachen. Sonst die gleiche Eile, das gleiche Springen ini Abfahrtmoment, die gleichen Zurufe der Schaffner, die gleichen Schimpforgien und dazwischen das gleiche Pkklegma! Drüben, um eine Bank gruppiert, eine de- battierende Gruppe, diesmal Arbeiter. Das Thema, wie ich mir schon dachte, Ruhrbesatzung und politische Lage. Ich höre zu: „Wenn sie nur drüben bei der Stange bleiben und sich nich' provo- zieren lassen! Wenn se man noch'n 14 Dage so wellermachen, denn kracht Poincar« mit seiner janzen Karre zusammen!— In einer Beziehung is't janz jut, detft so jekommen is! Nu sehn die Herrn Engländer un' Italiener un' Amerikaner endlich mal, wer sie je- neppt hat un' neppen will, det't nich wir sind, sondern die Fran- zosen! Klexanöerplatz bis Noröring zeigt gleiche Bilder, überall einfache Leute, mit Rucksäcken und Packen. Bureaumädchen, die an Stelle der westlichen Aktentasche den Schul- ranzen von ehemals benutzen, Angestellte mit kleinen Paketen, die sie wohl denen zu Hause mitbringen, Arbeiter mit Handwerkzeugen. Im Nachbarabteil sitzen einige Händler aus der Zentralmarkthalle: ich höre schwindelhafte Summen, die in die Millionen gehen. Sie erzählen sich von ihren Provisionen. Ich rechne mir aus und staune, es sind Hunderttausende. Warum haben die Leute eigentlich ge- streikt? Und dann— warum erzählen sie das so offen? Ist es nur Dummheit oder ist es schon Arroganz? Die Gattin des einen trägt einen Brillantting, schätzungsweise ein Drittel Karat. Das Karat kostet, ich glaube, VA Millionen. Also läßt sich der Ring auf ZG) OOO Mark schätzen. Und diese Frau kann, wenn sie will, durch die Scheibe drüben in die dritte Klasse sehen und an der Tür den jungen Menschen beobachten, der genau so aussieht, als ob er Hunger hat, dessen Rock zerrissen und dessen Hofen zu kurz sind. Da taucht Station Nordring auf. Ende des Untergrundbummels. Ich steige aus und gehe langsam zum Schalter hinunter, um mir eine Rückfahrtkarte zu lösen. * Am Schaller unten das gleiche Bild wie am Zoo. Ich be- wundere die kleine Beamtin, oie da hinter der Scheibe sitzt, auto- matisch, fast zur Maschine geworden, Billette gibt, Geld wechsell, alle Karten einlöst, mechanisch Fahrpreise nennt und sich geduldig — manchmal anpöbeln lassen muß. Ihr Dienst ist grauenhaft öde und verantwortungsvoll. Wäre es, wenn sich manche Fahrgäste dos überlegten, wirklich so schwer, hier etwas höflicher zu fein und Mensch dem Menschen gegenüber zu bleiben? Ich glaube es nicht, ebensowenig, wie ich glaube, daß es schwer sein soll, den Bahn- beamten, die doch nur um ihrer Passagiere willen handeln, etwas mehr Folge zu leisten, etwas freundlicher gegenüber zu sein, und die letztere Methode den Fahrtgenossen gegenüber ebenfalls anzu- wenden. Denn zwischen Schnoddrigkeit, die der Berliner ruhig be- halten soll, und Unhöflichkeil ist ein himmelweller Unterschied. Wovon man nicht spricht. Es ist eher möglich, einen Mauerstein mit den Fingernägeln aus der Wand zu kratzen und durch einen neuen zu ersetzen, als die Idee eines alten Regierungsrates durch eine neue zu ersetzen. Viele sind noch im Banne der Gewohnheit aus der Kirche hervorgegangen. Theologisch' aber heißt es, alles Geschlechtliche ist unanständig und alle sexuell» Aufklärung ist unanständig. Folglich haben wir uns vor der Natur gefürchtet und das ist der Wahnsinn. Das Denken fällt uns schwer; wir denken betrüblich wenig und als einmal der Rektor Oskar S e i n i g in seiner Schule eine Denkstuude einge- richtet hatte, kam ein Oberregierungsrat und sagte:„Aber, ich bitte Sie, das ist doch nicht erlaubt." Solche und noch mehr äußerst krasse Fälle tonnte Seinig bekunden, als er im Auftrage der Ge- sellschast für Geschlechtskunde und der Gesellschaft für Sexualreform über das Thema:„Wie sage ich es meinem Kinde?" sprach. Das althergebrachte„Ach, das verstehst du nicht," ist keine Antwort für ein Kind. In diesem Falle ist nicht das Kind zu dumm, um zu verstehen, sondern der Erwachsene, um zu antworten. In Japan und den Vereinigten Staaten, diesen beiden großen Kinderländern, weiß man auf alle diese Fragen Antwort. Uns aber fehlen noch die sprachlichen Mittel. Uns fehlen die Vergleiche. Beim ständigen Ver- gleich von Mensch, Tier und Pflanze zeigte der Redner sodann be- stimmte Methoden seiner Darstellung. Ganz energisch, unter Be- Nutzung starker Ausdrücke, betonte der Redner die Gangbarkeit seiner Weg«. Er bat dann die Versammelten um Mithilfe, neu« Ideen zu verbreiten. Wir müssen mit den Kindern leben. Die Well geht wirklich vorwärts; um nicht zurückzubleiben, müssen wir uns umschalten. Eine Versöhnung oüer nicht! Eine Gucklochgeschichte aus einer Ehe. Ehescheidungsaffäre, deren Einzelheiten bei ihrer Erörte rung vor Gericht wiederholt heimliches Schmunzeln erregten, be ., tigt zurzeit die Zivilkammer des Landgerichts I. Ein Kaufmann R„ ein Mann im vorgerückten Alter, heiratete eines Tages ein sehr junges und sehr hübsches Weibchen, das aller,. dings seine Tochter hätte sein können. Eines Tages glaubte der „junge" Ehemann die Wahrnehmung machen zu können, daß feine Frau es mit der ehelichen Treue nicht genau nehme. Ein Detektiv stellte fest, daß die Frau einem jungen Manne wiederholt längere Besuche in dessen Wohnung abstattete. Die Folge davon war die Anstrengung der Ehescheidungsklage. Frau R., welche inzwischen von ihrer flüchtigen Leidenschaft längst kuriert war, versuchte alles Mögliche, um eine Aussöhnung herbeizuführen. Das gelang ihr auch, denn ihr Ehemann konnte eines Tages doch nicht ihren Reizen widerstehen und die Folge war, daß ihr Rechts- Vertreter dem Gericht mitteilte, daß die„Versöhnung" stattgefunden habe, so daß nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch der Klagegrund hätte in Wegfall kommen müssen. Das wurde jedoch von dem Ehemann auf das entschiedenste besttitten. Das Gericht schob ihm hierüber den Eid zu. Nun verfiel die junge Frau aus ein merkwürdiges Mittel; sie bohrte in die Tür ihres Büfetts ein Loch, plazierte zweimal eine Freundin von schlanker zierlicher sNochdruck verboten. Der Malik-Verlag, Bert Drei Soldaten. 16s Von Zohn dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuskript übersetzt von Julian Kümpers. „Hört doch diesen Kerls zu," sagte der Mann mit seiner zwitschernden, nervösen Stimme und starrte gerade in Fusellis Augen.„Wir machten eine Attacke, um unsere Gräben aus- zurichten, gerade eh' es mich haschte. Unsere Geschütze rissen die Gräben der Fritzies ein bißchen auf, und wir liefen gerade drauf los und besetzten sie. Es war so ruhig, wie an einem Sonntagmorgen zu Hause.. „Stimmt," sagte sein Freund. „Und ich hatte ein Bündel Handgranaten, und einer kam gelaufen und flüsterte, daß eine ganze Schar von Fritzies in einem Unterstand drüben Karten spielen. Sie wissen schein- bar nicht, daß sie gefangen sind. Wir wollen sie lieber ge- fangen nehmen." „Ach was, gefangen— sagte ich—. Mit denen werden wir reinen Tisch machen. So krochen wir vorwärts und sahen in den Unterstand hinunter.. „O Madmerselle aus Armentieh; Parleh wuh!" „Ihre Helme sahen aus wie Pilze; ich mußte fast darüber lachen. Und sie saßen rund um die Lampen und legten ihre Karten sehr ernst ins Spiel, so wie es die Deutschen zu Hause in ihrem Ratskeller machen." „Und nahm sie mit die Treppen rauf und in sein Bett; Parleh wuh!" „So lag ich dort eine höllische Zeit, und dann faßte ich eine Granate und schmiß sie ganz sanft die Treppen runter. Und all diese komischen Helme knallten in die Lust, un' jemand schrie, un' das Licht ging aus. un' die verdammte Granate platzte. Dann ließ ich sie' liegen und ging weg. weil einer so furchtbar stöhnte. Bald darauf sielen ihre Geschütze über uns her, und ich kriegte was ab." „Die Pankees haben'ne verdammt schöne Zeit; Parleh wuh!" „Und das erste, woran ich dachte, als ich wieder auf- wachte, waren diese verfluchten Helme. Man wird ganz ver- rückt, wenn man daran denkt." Seine Stimme schlug in ein Wimmern um, wie die gebrochene Stimme eines geschlagenen Kindes. „Du mußt dich zusammennehmen. Mann," sagte sein Freund. „Weiß schon, Tub, ich brauche'ne Frau." „Weißt du, wo du eine kriegen kannst?" „Ich möchte gern ein nettes kleines Franzosemnädchen haben bei einer Regennacht wie dieser." „Muß ein verdammter Weg zur Stadt sein... Das ganze Rest soll übrigens von Militärpolizei voll liegen," sagte Fuselli. „Ich weiß'nen Weg," sagte der Mann mit der nervösen Stimme.„Komm, Tub." „Ich Hab' die Rase voll von diesen verfluchten Franzosen- weibern." Sie versießen die Kanttne. Als die beiden Männer fortgingen, am Gebäude entlang, Härte Fuselli durch das metallische Plätschern des Regens die nervöse, zwitschernde Sttnnne:„Ich kann es nicht vergessen, wie komisch diese Helme um die Lampe herum aussahen... Ich kann nicht vergessen,..." Bill Grey und Fuselli legten ihre Bettücher zusammen und schliefen zusammen. Sie lagen auf dem harten Boden des Zeltes, ganz nahe beieinander und lauschten auf den end- los plätschernden Regen, der die feuchte Leinwand des Zeltes über ihren Köpfen hinabrann. „Ich werde hier'ne Lungenentzündung kriegen, Bill," sagte Fuselli und putzte seine Nase. „Das ist das einzige, vor dem ich Angst habe bei diesem verdammten Geschäft. Ich will nicht an einer Krankheit sterben... Und einer soll an... wie heißt es noch... Mens- gitis gestorben sein." „Hatte Stein das?" „Der Korporal will nicht raus mit der Sprache." „Armer Junge. Siehst selbst krank genug aus," sagte Fuselli.„'s ist dieses ekelhafte Klima," flüsterte Bill Grey mitten m einem Hustenanfall. „Mensch, sperr doch den Rachen zu und laß das Husten; wir wollen schlafen," kam eine Sttmme von der anderen Seite des Zeltes. „Nimm dir ein Zimmer in einem Hotel, wenn s dir nicht paßt." „Gib's ihm nur ordentlich, Bill!" „Kerls, wenn ihr nicht bald aufhört mit dem Gequatsche, werde ich euch alle in die Küche stecken," sagte der Sergeant mit seiner gutmütigen Stimme. Im Zelt wurde es still, nur das schmale Geräusch des plätschernden Regens und Bill Greys Husten war zu hören. „Dieser Husten macht mir Schmerzen im Nacken," mur- melte Bill Grey mürrisch, als sein Hustenanfall aufgehört hatte und er sich unter den Decken wälzte. Nach einer Weile sagte Fuselli ganz leise, so daß niemand außer seinem Freund es hören konnte: „Sag mal, Bill, ist es nicht ganz anders, als wir dachten?" „Iaaa. Ich mein«, die Leute hier denken ja gar nicht daran, d«n Hunnen eins aufs Dach zu geben. Die haben ge- nug damit zu tun, sich über alles aufzuregen." „Das sind die oben, die das Denken besorgen," sagte Grey großsprecherisch. „Ja, aber ich dachte, es würde aufregend sein wie im Kino." „Ich denke, wir haben genug gesprochen." „Mag sein." Fuselli schlief auf dem harten Boden ein, fühlte die a>. genehme Wärme von Grey neben sich, hörte das endlose, monotone Plätschern des Regens auf der durchnäßten Lein- wand über seinem Kopfe. Er versuchte noch einen Augen- blick wach zu bleiben, um sich an Mabe zu erinnern. Doch Schlaf schloß ihm schnell die Augen. Das Signalhorn jagte sie von ihrem Lager hoch, noch ehe es hell war. Der Regen hatte aufgehört. Die Luft war rauh und voll weißen Nebels, der kalt an ihre noch vom Schlafen warmen Gesichter drang. Der Korporal rief sie auf und zündete Streichhölzer an, um die Liste lesen zu können. Als er die Formatton enlließ, hörte man die Stimme des Sergeanten aus dem Zelt, wo er noch in seine Laken ein- gerollt lag. „Korporal, lassen Sie Fuselli Leutnant Stanfords Zim- mer in Ordnung bringen." „Hast du gehört, Fuselli?" „Zu Befehl," sagte Fuselli. Sein Blut begann plötzlich zu kochen. Es war das erstemal, daß er die Arbeit eines Knechtes zu verrichten hatte. Er war nicht in die Armee eingetreten, um ein Sklave zu sein für irgendeinen ver- dämmten Leutnant. Außerdem war es gegen die Armee- ordnung. Dagegen muß man aufmucken. Man darf sich nicht zum Sklaven machen lassen. Er ging an den Eingang des Zeltes und überlegt« sich» was er dem Sergeanten wohl sagen wrede. lFortsetzung folgt.) Figur in ihrem Büfett, jebesmal eine andere, und der Ehe. Ein herzloser Schurke. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 3 hr im Neuen Theater am 800 Anatol", vier Einalter von Schnipler, mann war nicht wenig überrascht, vor Gericht zu hören, daß die Der Kriegsinvalide Paul Byszewiki aus der Hausburg- nachmittag 8 Uhr im Schiller heater, Charlottenburg, Grolmann Freundinnen seiner Frau Zeuginnen verschiedener Zärtlichkeiten gestraße 15, der sich seinen Lebensunterhalt durch Straßenhandel ber- ftraße 70/71, Rosenmontag" von Otto Erich Hartleben. Für beide worden waren. Da von dem Vertreter des Ehemanns, Justizrat dient, stand seit einiger Zeit mit feiner Ware in der Greifswalder Borstellungen wird ein Zuschlag von 20 M. bro Starte an der Staffe er Abrahamsohn, die Möglichkeit bestritten wurde, von dem Büfett aus Straße zwischen dem Bahnhof Weißenfee und der Carmen- Sylva hoben. Der Lehrplan der Arbeiterbildungsschule für das bestimmte Borgänge zu beobachten, beantragte Rechtsanwalt den Dbleuten der Kreisbildungsausschüsse und im Bureau des BezirksDr. Rocksiroh, in der Wohnung der Parteien einen Lofaltermin ab- Straße. An einem der legten Abenbe gegen 8 Uhr brach der Quartal Januar/ März 1923 ist erschienen und zum Preise von 10 M. bei leidende Mann o bnmächtig zufammen und diese Gelegen bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8, erhältlich. zuhalten. Das Gericht schloß sich diesem Antrage an. heit benutte ein bisher unbekannt gebliebener Schurke, um die Hab. Proletarische Feierstunden. Sonntag, den 28. Januar, vormittags feligkeiten des Kriegsinvaliden zu rauben. Es handelt sich um einen Karton mit 150 Tafeln Schokolade. Marke Frisco" in roter und 11 Uhr, findet im Großen Schauspielhause die nächste Feierstunde statt. Unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie- Orchesters( Blüthner), des grüner Padung im Werte von 30 000 m., um 22 000 M. Bargeld Männerchors Fichte- Georginia unter Leitung von Dr. Joll und des Sprech und einige Papiere, die auf den Namen des Geschädigten lauten. hors für die Broletarischen Feierstunden. Eintrittstarten à 150 M. int hiemiti hat für die Wiederbeschaffung feiner Habe 10 000 M2. Be- Bezirksbildungsausschus, Lindenstr. 3, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, lohnung ausgefezt. Personen, die irgendwelche Angaben über den Buchhandlung Freiheit, Urbanstr. 7, und den bekannten Verkaufsstellen. Täter machen können, werden gebeten, diese dem 1. Kriminalbezirk des Polizeiamts IV Brenzlauer Berg, Weißenburger Straße 6, Zimmer 34, zu übermitteln. Wildwest in Oberschöneweide. Wie die zeitgemäße nervöse Ueberreiztheit und Empfindlichkeit, nachbarliche Unverträglichkeit und übertriebene Rechthaberei von Zant und Streit zu wörtlichen Beleidigungen und von hier zu tätlichen Angriffen führte, bei denen es um ein Haar zur Ausrottung zweier Familien gefommen wäre, zeigte ein Fall vor der Straffammer des Landgerichts II. Der Sachverhalt, der der Anklage zugrunde liegt, ist folgender: Der Hund des in Oberschöneweide anfäffigen Bauern Nomad hatte ein Huhn seines Nachbarn Merting totgebissen. Das war nicht zum erstenmal der Fall, aber dafür zerstörten die Hühner des Merting andauernd die Garten und Aderanlagen des Nowad. Merting geriet in eine unbändige But und erging fich in Drohungen. Am Nachmittag begab er sich mit seinem Sohne und einem Bekannten auf den Hof des Nowad, wo es alsbald zu einem Streit fam, der in unerhörter Weise, wie man sie nur aus phantastischen Schilderungen aus wüsten Goldgräbergegenden fennt, ausarten sollte. Es entstand nämlich eine tolle gegenseitige Revolverschießerei, bei der der Sohn des Merting im Rüdgrat verlegt wurde, während Frau Nowac ein Auge verlor unb ihr 16jähriger Sohn einen Schuß in den Arm und einen in den Hals erhielt. Merting selbst erhielt einen so fchmeren Bedenschuß, daß er zu ber gestrigen Berhandlung auf einer Tragbahre in den Saal geschafft werden mußte. Der Staats. anwalt beantragte gegen die vier Angeklagten, Merting, Nowad, Rozat und Binandy, je 2 Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte gegen Merting auf ein Jahr, gegen Nowack auf 2 Jahre, gegen Rozak auf 1 Jahr 6 Monate und gegen Binandn auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Weiteres Steigen der Milchpreise. Eine öffentliche Versammlung zu dem Thema Ruhrbesetzung findet am Montag, den 22. Januar, abends 8 Ube, im Moabiter& c= fellich afshaus, Wiclefitr. 24, statt. Das Thema des abends lautet: " Die Ruhrbesetzung fein Vertragsbruch?" Freie Diskussion. Der Prozeß Neißer förderte in den Beugenausfagen am SonnKammermusif- Abend. Die Deputation für das Bildungswesen des abend nichts zu Tage, was von Bedeutung war. Am Montag um Bezirksamts Friedrichshain veranstaltet am 27. d. M., 7, Uhr, in der Uhr wird die Vernehmung des legten Beugen be- Aula des Andreas- Realgymnasiums, Stoppenstr. 76, einen Stammermusitginnen und alsdann, wenn möglich, noch an demfelben Tage die Abend. Werte von Mendelssohn, Schumann und Brahms werden von Verhandlung beendet werden. Allerdings dürfte, wie der Vor- bekannten Stünstlern zu Gehör gebracht werden. fiende, Landgerichtsrat Beltason ausführte, das Urteil erst in den Preise von 40 M. im Bezirksamt, Markusstr. 49, und an der Abendkasse späten Abendstunden zu erwarten sein. Allgemeine Funktionär- Bersammlung am Mittwoch, den 24. Januar, abends 6 Uhr, im„ Deutschen Hof", Ludauer Straße 15. Tagesordnung: Das Kohlenreparationsproblem und der Gewalfaff auf das Ruhrgebiet. Referent: Genosse Heinrich Löffler. Mitgliedsbuch der BSPD. und Funktionärtarte gelten als Ausweis. Der Bezirksvorstand. Fall Frauz. Genosse Dr. Kopp fpricht morgen, Montag, abends Das Ernährungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Die Milchpreiſe 8 Uhr, im Raum der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, vor dem Im Stadtbezirk Berlin müssen von Montag ab wieder erhöht Sozialistischen Studentenbund über den Fall Franz in feiner friminalmerden. Für Bollmilch 320 m. je Liter, für in Berlin psychologischen und ferualpsychologischen Bedeutung". Gäste willkommen. gewonnene ma germilch 172 m. je Liter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 128 m. je Liter. Die A.Milchfarten werden wie bisher mit% Liter, die C- Milchfarten sowie die Karten für merdende Mütter( E- Karten) wie bisher mit je ½ Liter Bollmilch beliefert. Die Steigerung bes Milchpreifes von 244 m. auf 320 m. je Liter ist zunächst auf die Erhöhung des Preises frei Bahnhof Berlin zurückzuführen; diese Erhöhung war bei der grundsäßlichen Berech nung des Milchpreises in Anlehnung an den Butterpreis bei den dauernden Steigen des Butterpreises nicht zu vermeiden. Der Milch preis, frei Berlin, beträgt jest 229,50 m. gegenüber bisher 175,50 m. it bem zunehmenden Steigen der Unkosten sind auch die in Berlin am Milchverkehr beteiligten Gewerbefreise mit der Forderung auf eine erhebliche Erhöhung der Spannen an die Stadtverwaltung herangetreten; dieser Forderung fonnte nicht in vollem Umfange entsprochen werden, jedoch haben sich die gesamten in Berlin entstehenben Unkosten von 70,50 auf 90,50 m. erhöht. Der Preis, frei Berlin, und die Untoften find hiernach annähernd gleichmäßig um etwa 30 v. H. gestiegen. Die bereits im Besiz der Milchbezugsberechtigten befindlichen Milchkarten für den Monat Februar 1923 müssen bis zum 24. Ja nuar in den Milchkleinhandelsgeschäften und in den Abmelfwirt schaften( Kuhställen) angemeldet werden. EDEL- LIKORE Delpey I Delpey DELUKORE WEINBRAND Weinbrand seit A- Delpey& CA G Berlin, N24 Johannisstr 18/19 1872 Likörfabriken Fruchtsaft- Presserei Weinbrennerei . Geschlechtskranke O Syphilis, Männerschwäche, Frauenleiden. Hartnäckige veraltete Ausflüsse finden schnelle Hilfe ohne Berufsstörung durch Phorosanos neues deutsches Reichspatent Tausende, auch die schwersten Fälle, die anderweitig jahrelang ohne Erfolg behandelt waren, wurden d Phorosanes kurzfristig geheilt. Täglich viele Danksagungen u Dankschreiben. Untersuchung und Aufklärung kostenlos. Teilzahlung. Gewissenhafte ärztliche Leitung. Phorosanos Hellanstalten: Potsdamer Str. 109, nahe Steglitzer Str., Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler Platz. Getrennt für Herren und Damen. Sprechst. 10 bis 7 Uhr täg!, Sonntags 10-12 Dringender Bedarf! 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Fische ziemlich Obst und Gemüse reichlich, Geschäft rege. erhältlich. Eintrittskarten zum Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Der Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln veranstaltet am Montag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, in der Aula der Boddinschule, Boddinstraße, eine Rinovorführung. Aur Aufführung gelangt Sanneles Simmelfahrt". Karten zum Preise von 20 M. für Jugendliche und 50 M. für Erwachsene find an Saaleingang zu haben Die Sandzettel sind von einigen Abteilungen noch nicht abgeholt worden. Die Handzettel müssen unbedingt in der kommenden Woche vom Jugend fekretariat abgeholt werden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Sportkartell Wilmersdorf. Montag, 22. b. M., 7% Uhr, auf dem Turnplak ber freien Turnerschaft", Württembergische Straße, ordentliche Generalverfammlung mit Vorstandswahl ufw. Mitgliederbestand angeben und Kartell. beiträge mitbringen. Boltsfeuerbestattungs- Verein Groß- Berlin. Diftritt II. Montag, den 22., Die Distriktleitung. Bund religiöser Sozialisten Deutschlands. Am Montag, den 22. Januar, 7½ Uhr, Verfammlung, Kranoldstr. 16, II. Es spricht Genosse Bichowsty über Gäste und Gesinnungsfreunde das Thema: Was ist Gott?" Eintritt frei. willkommen. abend 28 Uhr, in der Schulaula, Kulmstr. 15, Wahl- und Distriktsversammlung. Mitgliebtarte mitbringen. 1 Arbeitersport. Die Fußballspiele der MSB. Groß- Berlin am heutigen Sonntag In der Woche vom 14. bis 20. Januar galten in der Zentral- fallen fämtlich aus. markthalle folgende Kleinhandelspreise: Flundern 580 M. Schollen 700-800. M. Blele 600 M. Zander 800-1000 M. Plötzen Rindfleisch 1100-1200 M. ohne Knochen 1800-1400 M. Schweinefleisch 1900-2400 M. Kalbfleisch 1100-1500 M. Hammelfleisch 1800 bis 1600 M. Geräucherter Schinken 2600-3000 M. und Speck 2000 bis 2800 M. Puten 1600 bis 1700 M. Hühner 1500-1700 M. Gänse 1400-1700 M. Enten 1500-1600 M. Schellfisch 500-700 M. Kabeljau 550-700 M. Dorsch 350 M. In Eis: Hochte 700 M. 400 M. Lebende Barsche 750 M. Hechte 900 M. Blele 750 M. Karpfen 800-900 M. Schlele 1000 M Naturbutter 8300-3600 M. Margarine 1560-1850 M. Schweineschmalz 8200-3300 M.( Die letzten drei Artikel stehen seit einigen Tagen bedeutend höher im Preise). Eier 150 M. das Stück Erbsen 450-550 M. Weiße Bohnen 380 M. Linsen 500 M. Weizenmehl 350-880 M. Graupen 350-380 M. Maisgrieß 300 M. Kartoffelmehl Buchweizengrütze 450 M. Haferflocken 450-500 M. 240 M. Nudeln 360-500 M. Weißkohl 52-65 M. Wirsingkohl 130 M. Kohlrüben 40 M. Mohrrüben 82-36 M. Sellerie 60 M. Zwiebeln 30 bis 85 M. Kartoffeln 140-160 M. Blumenkohl 450-600 M. der Kopf. Rotkohl 110 M. EBäpfel 80-150 M Kochäpfel 55-70 M. Apfelsinen 180-175 M. und Zitronen 75 M. das Stük. Legitimation unhedingt erforderlich! Achtung! Augen auf! Achtung! Diese Woche zahlen mit Riesenpreise Das altbewährte Kräftigungsmittel für Körper und Nerven Sanatogen ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. 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Mts. verschied plötzlich in Klosters, wo er Erholung suchte, mein einziggeliebter, guter Mann, unser innigstgeliebter, treuer Vater und Schwiegervater, mein guter Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Oscar Tietz Im Namen aller Hinterbliebenen in tiefstem Schmerz Betty Tietz geb. Meyer Georg Tietz Martin Tietz Elişe Zwillenberg geb. Tietz Edith Tietz geb. Grünfeld Hugo Zwillenberg Hanns Hermann Tietz Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. d. Mts., mittags 12 Uhr in Weißensee von der alten Halle aus statt. Am 17. Januar verschied unerwartet in Klosters, wo er zur Erholung weilte, mitten aus seinem arbeitsreichen Leben, unser über alles geliebter Vater, der Gründer und Senior- Chef der Firma Hermann Tietz, Herr Oscar Tietz Mit ihm ist uns die Idealgestalt eines wahren Kaufmanns genommen worden. Er war uns ein treuer Freund und kluger Berater, ein nachsichtiger Lehrmeister und weitblickender Führer, ein Vorbild nicht nur der Schaffenskraft und Schaffensfreude, sondern auch wahrhafter Menschengüte. In seinem Sinne zu wirken, seinem Lebenswerk zu dienen, wird uns heilige Pflicht sein. Die Inhaber der Firma Hermann Tietz Georg Tietz Martin Tietz Hugo Zwillenberg Unerwartet verloren wir durch den Tod den Begründer und Senior- Chef unserer Firma, Herrn Oscar Tietz Mit nie rastendem Fieiß und mit eiserner Energie hat der Entschlaiene aus kleinen Anfängen heraus sein Unternehmen zu der heutigen weltbekannten Bedeutung entwickelt. Mit seinem weitschauenden Blick. seiner Herzensgüte und seinem reichen Wissen war dieser treffliche Mann uns allezeit ein unersetzlicher Führer, ein stets hilfsbereite: Berater und wohlwollender Chef. Sein Andenken wird unauslöschlich mit uns leben, und wir werden es ehren, indem wir weiter in seinem Geiste und nach seinem Vorbild arbeiten. Die Geschäftsleiter der Firma Hermann Tietz und deren Tochtergesellschaften. Am 17. Januar verschied plötzlich unser Senior- Chef, Herr Oscar Tietz in Klosters, wo er zur Erholung weilte. Fief ergriffen. von inniger Trauer erfüllt, beklagen wir den Verlust dieses selten ausgezeichneten Mannes. Seine Einsicht und Umsicht, seine unermüdliche Arbeitskraft, seine reiche Erfahrung und kluge Beobachtung aller wirtschaftichen Momente haben ein Unternehmen geschaffen, das über das Grab hinaus von seinem Namen Kunde geben wird Wir verlieren in dem entschlafenen einen Chef voll Herzensgüte, der für uns alle stets Verständnis hatte. Sein Andenken werden wir allezeit in Ehren halten. Die Abteilungsleiter der Firma Hermann Tietz. In Klosters, wo er zur Erholung weilte, starb am 17. ds. Mts. unser Senior- Chef, Herr Oscar Tietz Ausgezeichnet durch hervorragende Geistes- und Herzenseigenschaften, war er uns ein Vorbild höchster Pflichterfüllung und rastiosen Fleißes. Wir werden seiner stets als eines gerechten und warm empfindenden Menschen gedenken und sein Andenken alle Zeit in höchsten Ehren halten. Die kaufmännischen Angestellten der Firma Hermann Tietz Wir sind tief erschüttert durch den plötzlichen Tod unseres Senior- Chefs, Herrn Oscar Tietz Der Verstorbene war uns ein gerechter und wohlwollender Chef, dessen unermüdliche Schaffensfreude, dessen rastloser Fleiß uns stets ein leuchtendes Vorbild bleiben wird. Wir werden ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Die gewerblichen Arbeiter der Firma" Hermann Tietz Am 17. d. Mts. verschied plötzlich und unerwartet unser SeniorChef, Herr Oscar Tietz Wir verlieren in dem Entschlafenen ein Vorbild höchster Pflichterfüllung und rastlosen Fleißes, dem wir alle Zeit ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren werden. Die kaufmännischen und gewerblichen Angestellten der Tochtergesellschaften der Firma Hermann Tietz Berlin, München, Chemnitz, Plauen, Elberfeld, Guben, Amsterdam Am 17. Januar verschied plötzlich unser geliebter Onkel, der Begründer unserer Firma, Herr Oscar Tietz in Klosters( Schweiz), wo er zur Erholung weilte. Wir beklagen in dem Dahingeschiedenen einen uns durch Fleiß und unermüdliche Arbeitskraft vorbildlichen Kaufmann, der uns durch seine reichen Erfahrungen auf allen kaufmännischen und wirtschaftlichen Gebieten stets ein treuer Berater war. Das von dem Dahingeschiedenen gegründete Werk werden wir in seinem Sinne weiter führen und ihm stets ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Die Inhaber des Kaufhauses Römischer Kaiser G. m. b. H., Erfurt Siegfried Pinthus Arthur Arndtheim Lebensmittel bis 50 Proz.unter Tagespreis Zwecks Gründung einer Genossenschaft zur Errichtung einer Schweinezucht Schweinemästerei Molkerei Geflügelzucht auf dem Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne in der Blücherstraße werden Damen und Herren gesucht, welche durch Erwerbung eines Anteils von 20 000 Mark Anspruch auf Lieferung von Butter, Eier, Käse, Fleisch, Geflügel je nach Jahreszeit und Produktion bis zur Hälfte des Tagespreises haben. Auskunft erteilt: DURAG W Deutsch Ungarisch Rumänische Handels- A.- G. Blücherstr. 26 Mpl. 11454 u. 11692 Ausschneiden! Ausschneiden! Ich habe Interesse, einen Anteil gegen Zahlung von 20 000 Mark zu erwerben und bitte um Zusendung der Bedingungen und Betrittserklärungsformulare. Name: Stand: Wohnung: Deutliche Adresse. 1 Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Liebenwalder Fritz Petri Straße 10 am 17. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenten! Die Einäscherung findet Dienstag, den 23. Januar, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 138/21 M ünzen kauft Münzenhandlung Ball, Wilhelmstraße 46. Marken kauft Markenhandlung Kosack, Burgstraße 13. für 200000 Mark bar Aufklär. anreg end. Erfinder Gratisbroschüre d F Erdmann& Co., Bin., KöningrätzerStr.71 Brillanten Berlen, Edelmetall- Bruch tauft A. Fuss, Sendelstraße 32 Eckhaus Spittelm. geöffn. 8-1 und 2-5 Uhr Engres Damen- ExportLager Lager Winter- Konfektion hautherabgesetzi Flauschulster, Seidenpläschmäntel ffenmantel Astrachanmäntel, rimmermäntel, Strickjacken, Katzenjacken, Toch mäntel 5500 10 500 15 500 18 500 22 000 25 000 36 000 45 000 65 000 Neue FrühjahrsKonfektion unter Jotzigem Herstellungspreis. Gummi- Mäntel. Tuch- Wickelmäntel. Kostüme. Covercoat- Paietots. Alpaccamäntel. Imprägnierte Sommer- Mäntel. 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Bestätigung bes Versammlung sämtlicher Metalldrückerlehrlinge. Das Erscheinen aller Lehrlinge ist Pflicht. Bezirksleiters. 2. Bezirksangelegen. Dienstag, 23. Jannar, abbs. 6 Uhr, heiten. in der Schulaula, Weinmeisterstr. 16/17: Dienstag, den 23. Januar, abends Branchenversammlung 6 Uhr, im Berbandshause( Gigungs- fämtlich. Schnittarbeiter, Stanzer, faal), Linienstraße 83-85: Konferenz der weiblichen Vertrauensleute. Tagesordnung: 1. Berbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Prefer, Zuschneider und der zur Branche gehörigen Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Das neue Arbeitsrecht. Referent: Kollege F. Jante. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.Dienstag, den 23. Januar, nach- Das Erscheinen aller ist Pflicht. mittags 4 Uhr, in der Schulaula, Pantstraße, Ede Böttcherstraße: Miffioch, 24. Januar, nachm. 5 Uhr, bei Reckling, Waffertoritraße 71: Branchenversammlung Versammlung der Geldschrankschloffer. Tagesordnung: 1. Bericht der TarifD aller Lehrlinge der Metallschleifer und Galvaniseure. fommission 2 Stellungnahme dazu Tagesordnung: Lohn- und Arbeits3. Branchenangelegenheiten." Das Erscheinen aller ist Pflicht verhältnisse Das Erscheinen aller ist Pflicht. Achtung! Funktionäre Achtung mittwoch, den 24. Januar, nachDienstag, den 23. Januar, nachmittags 4%, Uhr, im legandriner ( Saal 2), Alegandrinenstraße 37a: mittags& Uhr, im Verbandshause, Branchenversammlung Sinienstraße 83-55. Versammlung der Kollegen aus den Betrieben der Feinmechanik und Optit. Das Erscheinen aller ist Pflicht. der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die letzten Tarifabschlüffe und Stellungnahme zu neuen Lohnforde rungen. 2. Brand, enangelegenheiten. 3. Berfchiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.Metallorüder und polierer Das Erscheinen aller iſt Pflicht. Dienstag. 23. Januar, nachmittags mittwoch, 24. Januar, abds. 7 Uhr, 5 Uhr, im Gewertschaftshause( Saal 1), in der Schule, Annenstraße 1b: Engelufer 24/25: Branchenversammlung der Metalldrücker und Polierer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Branchenkommission. 3. Verschiedenes. Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Die Folgen des der Mechanikerlehrlinge. Krieges und unsere Aufgaber. Stef: Kollege Winguth. 2. Branchenange legenheiten. Das Erscheinen aller jugendlichen Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Kollegen ist unbedingt notwendig. 138/19 Die Ortsverwaltung. Nr. 34 40. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Arbeiter- Bildungsschule. Die Berliner Parteischule beginnt am 23. Januar d. J. unter dem Namen„ Arbeiterbildungsschule der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei Groß- Berlins" ihre Vorlesungen. Damit ist dem Gedanken der Einigkeit auch innerhalb unserer Kul turbestrebungen ein weithin sichtbarer Ausdrud gegeben. Die Arbeiten im Quartal Januar- März 1923 beginnen unter verstärktem wirtschaftlichen Drud, der durch die letzten politischen Borgänge noch eine unerhörte Verschärfung erfahren hat. Wir werden deshalb die größten Anstrengungen machen müssen, um unsere Schule, die feit vier Jahrzehnten für die Berliner Arbeiterbewegung Hervorragen des geleistet hat, erhalten zu können. Die Ausgaben für den Schulbetrieb: Honorare, Miete, Beleuchtung und Drucksachen sind start gestiegen und trotz der Erhöhung der Hörgebühren auf 200 m. bleiben immer noch große Ausgaben für die Schule aus allgemeinen Mitteln zu decken. Die Mieten für die Schullofale sind allein auf 700-800 m. pro Abend gestiegen, und dankbar sei an dieser Stelle anerkannt, daß die Durchführung unserer Arbeiten im geplanten Umfang nur möglich ist durch die Opferwilligkeit der Genossen, welche ein Lehramt an der Schule übernommen haben. In dem Bestreben, den Intelleft unserer Anhänger zu entwickeln und ihre Bildung zu vertiefen, darf uns fein Opfer zu schwer sein. Die heutige Zeit stellt in raschem Wechsel Fragen von gewaltiger Tiefe und Kompliziertheit auf allen Lebensgebieten vor uns hin; sie verlangt von uns Erfüllung und Lösung der Aufgaben. Sie fordert Führer, die mit Sicherheit und Klarheit ans Wert gehen, Persönlichfeiten, die aus innerster Ueberzeugung zu großen Zaten bereit sind. Es werden Anforderungen an uns gestellt, die weit über die Intereffen der Partei hinaus die Gesamtheit des ganzen Bolkes berühren. Don 7% bis 9 Uhr abends, im Konferenzzimmer der Schule Wal denserstr. 20/21. Dienstag, den 30. Januar 1923: Sonntag, 21. Januar 1923 Morgen, Montag, den 22. Januar: 4. Abt. 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Schulz, Elifabethftraße 30. Thema: Die politische Situation". Ref. Gen. Otto Meier, M. d. 2. Neuwahl des Borstandes. Stellungnahme zum Kreisvertreterund Bezirkstag. Kreis 7( Charlottenburg). Gen. Richard Woldt:„ Großindustrie und Arbeiterfrage". Bortragsreihe, 6 Stunden, von 7% bis 7. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Dahms, Schlegelftr. 9. 9 Uhr abends, im Rathaus, Charlottenburg, Berliner Straße.( Bortragsraum wird später befanntgegeben.) Die Hörgebühr für jeden Kursus beträgt 200 m., für Mitglieder der Arbeiterjugend die Hälfte. Gedruckte Lehrpläne zum Preise von 10 M. pro Stüd im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Treppen, Zimmer 8, und bei den Dbleuten der Kreisbildungsausschüsse. Ein fchwerer Kampf ift durch die verbrecherische Befehung des Ruhrgebiets von nun ab auf wirtschaftlichem Gebiete auszufechten. Die Putfchiften von rechts find bestrebt, diesen Kampf auch auf das Gebiet der inneren Politif 3n übertragen und gegen die Republik auszunuzen. Den Kommunisten hilft diese hinterhältige Politit in ihren unheilvollen Bestrebungen. Beide Richtungen wollen die große Not des Boltes zur Beseitigung der Republit ausnuten. Freiwillige Beiträge zur energischen Führung der notwendigenkämpfe zur erfolgreichen Abwehr der unheilvollen Bestrebungen von rechts und links follte jeder ehrliche Republifaner fofort senden auf Portfcheckkonto Berlin Nr. 487 43 an 8. Abt. Die Bezirksführer holen sich ihre neuen Ausweise bei Schilling, PallasStraße 5, ab. 24. bt. 7 Uhr Funktionärsgung bei Schüß, Belterstr. 2. 26. bt. 7% Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1, ganz kurze wichtige 28. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferens im Warteraum für Männer, Badeanstalt Funktionärbesprechung. Oderberger Straße. Die zuständigen Bezirksverordneten sind eingeladen. 38. Abt. 7% Uhr bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1, Gigung des Abteilungsvorstandes und der Delegierten der Kreisvertreterkonferenz. Alle regfamen Genoffinnen find dazu eingeladen. 51. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Passenheim, Rirschen- Allee 12a, Borstands. fizung mit den Gruppenführern. Die Funktionärversammlung des Kreises findet am Dienstag, ben 23. Januar, Schillerstr. 25-27, statt und nicht am Montag. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr erweiterte Borstandssigung bei Hansen, Borussia, Ede Neue Straße. 108. Abt. Köpenid. 7 Uhr im Konferenzzimmer der 2. Gemeindeschule, Alter Markt, Sigung der soz. Elternbeiräte. 125. Abt. Weißenfee. 7% Uhr Lobal Stärke, Charlottenburger Str. 3, Gigung der Zeitungskommission. Jungsozialisten. Gruppe Schöneberg- Friedenau. Pünktlich 8 Uhr im Heim der Werffreunde, Magdeburger Str. 7, Arbeitsgemeinschaft über: ,, Wiederaufbaufragen". Frauenveranstaltungen am Montag, den 22. Januar: 2. Kreis. Ziergarten. 7 Uhr bei Berger, Jagom, Ede Levezomstraße. Thema: Jugendwohlfahrtspflege". Referentin Gen. Demmning. Familie, Che 8. Abt. 7% Uhr Baugewerkschule Kurfürstenstr. 141. Thema: und Sozialdemokratie". Nef. Gen. Richmann. 16. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34. Thema:„ Das Segualproblem in der Jugenderziehung". Ref. Gen. Dr. Löwenstein. 21. Abt. 7% Uhr Lehrerzimmer der Schule Senefelder Str. 6. Thema:„ Die mittschaftliche Lage". Ref. Gen. Rogle. 24. Abt. 7% Uhr bei Winzer, Christburger, Ede Winsstraße. Thema: Soziale Dichtung" Referentin Gen. Begfcheider, M. d. L. 25. Abt. 7 Uhr Oberrealschule Pasteurstr. 45. Thema: Die neue Schule". Ref. Genoffin Elfriede Schäfer. 34. Abt. 7% Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19. Thema: Die Stellung der Frau im Staatsleben". Ref. Gen. Täubert. 37. st. 37. bt. 7 Uhr bei Gerasch, Ebertnstr. 10, Ede Kochhannstraße. Thema: 8wei Frauengestalten". Ref. Gen. Dr. Schütte. 42, Abt. 7% Uhr bei Sölte, Bergmannstr. 69. Thema: Frauenleid und Frauenleiden" Ref, Gen. Dr. Moses, M. d. R. 43. Abt. 7% Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26. Thema: Die Frau im Orient". Ref. Genoffin Büsing. fardt: Die Frau und der Sozialismus 48. Abt. 7 Uhr bei Redling, Wasserthorstr. 71. Thema:„ Das Reichsmieten gefet und feine Auswirkung Ref. Gen. Schulz. Die Arbeiterbildungsschule ist die Werkstatt, in der wir zu diesem gewaltigen Kulturfampf Schwert und Rüftung schmieden. Einen Schatz von großem Wert hat die Schule durch die Zusammenlegung der Bibliotheken der beiden Parteien erhalten. Dadurch ist eine Büchersammlung von 10 000 Bänden geschaffen worden, in der fast alle Wissensgebiete vertreten find: Nationalökonomie, Theorie und Braris des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, Sozialpolitit, Philofophie, Geschichte, Kulturgeschichte, Naturwissenschaft, Reli Alex Dagels, Berlin SW 68, Lindenftraße 3. 4. b 45. Abt. 1½ Uhr Bet Laafer, Laufiger Str. 25. Ref. Genoffin Schwei gienstunde, Pädagogit, Literaturgeschichte und anderes. Daneben enthält die Sammlung klassische Meisterschöpfungen aus allen Ländern und Werke der schönen Literatur von unbestrittener Bedeutung und anerkanntem Wert. Der freundliche und geschmackvoll aus gestattete Bibliothetsraum befindet sich in der Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Treppen, Zimmer 3, und ist jeden Dienstag und Donnerstag von 5 bis 8 Uhr abends geöffnet. Das Mitgliedsbuch der Partei oder Arbeiterjungend dient als Legitimation. Die Lesekarte kostet 10 pro Vierteljahr, das 130 Seiten umfaffende Bücherverzeichnis 150 m. Der Bibliothekar wird jeden Leser bei der Auswahl der Literatur sachverständig beraten. Wir bitten die Genossen, die reichen Bücherfchäze recht eifrig zu benußen. Im Quartal Januar- März 1923 finden 5 Arbeitsgemeinschaften and 7 Vortragsreihen statt. Dienstag, den 23. Januar 1923: Kreis 5( Friedrichshain). Gen. Theodor Raschte:„ Die Entmidlung der Geschichts, Staats- und Gesellschaftslehre bis Karl Marg". Vortragsreihe: 6 Stunden, von 7% bis 9 Uhr abends, in der 71. Gemeindeschule, Fruchtstr. 38. Kreis 9( Wilmersdorf). Gen. Schröter:" Die weltliche Ge meinschaftsschule und die Paulsensche Gemeinschaftsschule". Bortragsreihe: 6 Abende, von 7% bis 9 Uhr abends, in der HindenburgOberrealschule, Hindenburgstraße in Wilmersdorf, Ede Augustastraße, nahe der Ringbahnstation Schmargendorf. Groß- Berliner Parteinachrichten. 79. Abt. Echöneberg. Die Genoffen gehen zum Lichtbildervortrag der 78. Abteilung in der Schule Feurigftr. 57, 8immer 14. Ref. Gen. Dr. Röder. Neukölln. 90. Abt. 7% ühr Aula der Mädchen- Mittelschule, Donaustr. 127. Thema: Schulfragen". Ref. Dr. Löwenstein, M. d. R. Gäste willkommen. 94. Abt. 7% Uhr bei Taubel, Weiseftr. 23. Thema: Das GeschlechtsTeben des Menschen". Ref. Gen. Miethte. bt. Jehannisthal/ hr bei Schreiner Friedrichstraße. Thema: ,, das Segenlied" von Wildenbruch. Ref. Gen. Sinrichsen. 10. Abt. 7% Uhr Diskussionsabende: Hansaviertel: Kirch- und Thomaſiusstraße Uebermorgen, Dienstag, den 23. Januar: froß mehrfacher Aufforderung die Einigungsmarten noch Achtung, Kassierer! Bon einer Anzahl Abteilungen find immer nicht vollständig abgerechnet worden. Das muß aber unbe- 106. dingt in den nächsten Tagen geschehen, weil diese Marten so schnell als möglich mit dem Parteivorstand abgerechnet werden müssen. Wir bitten deshalb nochmals dringend um diese Abred nung und machen gleichzeitig darauf aufmerksam, daß die sa umigen Abteilungen in der nächsten Woche an dieser Stelle veröffentlicht werden. 3. A.: Alex Pagels. Achtung, Konferenz der Kreisleiterinnen und Borfißenden der Kreisausschiffe für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußkommission! Die geplante Busammentunft findet nicht Dienstag, sondern erst am Freitag, den 26. d. M., statt. Das Lotal wird noch bekanntgegeben. 6. Kreis 13( Tempelhof). Gen. 3ienau: Bolkswirtschaftliche Systeme"( mündliche und schriftliche Uebungen). Arbeitsgemein schaft, 6 Arbeitsstunden, von 7% bis 9 Uhr abends, in der 2. Ge- 5. meindeschule, Friedrich- Wilhelm Ede Werder Straße. Donnerstag, den 25. Januar 1923: Für alle Kreise. Gen. Merander Stein: Sozialwissenschaftfiches Seminar" Die Theorie und Praris der modernen Arbeiterbewegung". Arbeitsgemeinschaft, 6 Arbeitsstunden, von 7½ bis 9 Uhr abends, in der Sophienschufe, Weinmeisterstr. 16/17. Kreis 4( Prenzlauer Berg). Gen. Albert Horliz: Bom utopischen zum wissenschaftlichen Sozialismus".- Bortragsreihe, 6 Stunden, von 7% bis 9 Uhr abends, im Phyfifzimmer der Schule, Senefelderstr. 6/7. Kreis 11( Schöneberg). Gen. Dr. Israel: Utopie und Wissenschaft". Arbeitsgemeinschaft, 6 Arbeitsstunden von 7% bis 9 1hr abends, in der 11. Gemeindeschule, Feurigstraße. Freitag, den 26. Januar 1923: Für alle freise. Gen. Dr. Helmut Faltenfeld: Philo Sophie und Sozialismus", 2. Teil. Arbeitsgemeinschaft, 6 Arbeitsstunden, von 7% bis 9 Uhr abends, in der Sophienschule, Zimmer 9, Beinmeisterftr. 16/17. 7. Areis. Wilmersdorf. Sonntag, den 21. d. M., außerordentliche erweiterte Kreisvorstandssigung vormittags 11 Uhr bei Bieper, Holsteinische Str. 60. Erscheinen Pflicht. Dienstag, den 23. Januar, 8 Uhr, bei Pieper, Holsteinische Str. 60, engere Streisvorstandssigung. Tagesordnung: Besegung der Kommissionen. Rreis. Kreuzberg. Montag, den 22. Januar, 6 Uhr, Sigung des Fraktionsvorstandes der Bezirksverordneten 8immer 29( Eleiner Sizungssaal), Yordstraße. Um 7. Uhr Frattionsfigung im gleichen Gaal. Mittwoch, den 24. Januar, 6 Uhr, Bezirksverordnetenverfammlung im Bezirksamt Streuzberg, Vordstr. 10. Montag, den 22. Januar, 7 Uhr, Gigung der Eltern beiratsobleute jeder Abteilung und Vorstand der freien Schulgemeinde in der Wohnung des Genossen O. Müller, Mittenwalder Str. 16. Kreis. Friedrichshain. Dienstag, den 23. b. M., 7% Uhr, in der Schule Fruchtstr. 38( Klassenzimmer im Wohngebäude), Arbeiterbildungsschule. Be ginn der Vortragsreihe: Die Entwidlung der Geschichts, Gefellschaftsund Staatstheorie bis Karl Marg. Lehrer: Gen. Raschte. Hörertarten am Eingang. Mittwoch, den 24. Januar, 6½ Uhr, erweiterte Kreisporstandsfizung. Um 7 Uhr Kreisvertreterfonferenz in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. Tagesordnung: 1. Wahl des Kreisvorstandes. 2. Vortrag des Genossen Müntner: Der Friedenskongreß im Saag". 3. Diskussion. 4. Berschiedenes. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die Legitimationsfarten für die Delegierten auszustellen. bei Trümper, Flensburger Str. 3. Alle übrigen Bezirke bei Mathes, Paulftraße 20. Berteilung der neuen Funktionärtarten 30. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärtigung bei A. Carl, Wichertstr. 69. Die Funktionäre und Kreisdelegierten müssen erscheinen. 89. Abt. Neukölln. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Stahl, Sanderstr. 11. Erscheinen unbedingt Pflicht. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 23. Januar: 18. und 19. Abt. 7½ Uhr Unterhaltungsabend im Ledigenheim, Schönstedt. Straße 1. Lieder zur Laute: Hannchen Grebenstein. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr bei Thiel, Albrecht, Ede Ringstraße. Ref. Genoffin 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr bei Schulz, Bahnhofstr. 34. Ref. Genoffin Marie Klara Bohm- Schuch, M. d. R. Thema: Das Mutterschaftsproblem" Juchacz über: ,, Das Reichsjugendwohlfahrtsgeset". 47. Abt. Die für den 24. Januar angefekten 8ablabende finden der wichtigen Achtung, Polizeibeamte! Am 23. und 24. b. M., 7 Uhr, findet im Lokal Georgen großen allgemeinen Funktionärtonferenz wegen am 31. Januar ftatt. firchstraße 32, eine Sigung des Werbeausschusses und der Funktionäre statt. Kollegen, die auf dem Boden unserer Partei stehen, tönnen mitgebracht werden. Sunafozialisten. Ortsgruppe Norben. Mittwoch, den 23., abends 8 Uhr, in der Schule Butbufer Straße 3-6, Bortrag des Genossen Fuchs: Parlamenta rismus und Demokratie". " Better bis Montag mittag. Zeitweise beiter, jeboch unbeständig, vereinzelte Niederschläge in Schauern. Zunächst etwas heiter bet lebhaften Kreis. Charlottenburg. Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute! nördlichen Winden, später neue Erwärmung. Stonferenz nicht Montag, fondern Dienstag, den 23. d. M., Aula der Siemens- Oberrealschule, Schloßstraße, 7% Uhr. Thema: Der Streit in Budwigshafen". Ref. Gen. Reimann. Partei- und Gewerkschaftsausweise mitbringen. 11 14. Rreis. Neukölln. 8eitungsfommiffion aller Bezirke. Dienstag, den 23. b. M., 7 Uhr, in der Aula der Knaben- Mittelschule, Donauftr. 120, Vortrag des Genoffen Schiff: Die Bedeutung des Borwärts" im Auslande". Sämt liche Mitglieder des Wahlvereins haben 8utritt. Dienstag, ben 23. Januar, im Rathaus, Gaal 1, Gigung der fommunalen Kommiffion. Bortrag des Gen. Reinhardt über: Wohnungsfragen". Die Bezirksverordneten fowie alle ehrenamtlich tätigen Genossen sind eingeladen. 10. 17. Kreis 1( Miffe). Gen. Albert Horlik: Der wissenschaftliche Sozialismus." Vortragsreihe, 6 Stunden, von 7% bis 9 Uhr abends, in der Sophienschule, Zimmer 38, Weinmeisterstr. 16/17. Kreis 14( Neukölln). Gen. 3ien au: Wirtschaftsgeographie". 19. Bortragsreihe, 6 Stunden, von 7% bis 9 Uhr abends, in der Mädchen- Mittelschule, Donaustraße. Montag, den 29. Januar 1923: Kreis 2( Tiergarten). Genoffin Dr. Sie mfen:„ Allgemeine Schuffragen und Rechte der Elternbeiräte". Bortragsreihe, 6 Abende, reis. Zehlendorf. Montag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, im Kaiserhof, Potsdamer Straße, Wahl des Kreisvorstandes. Die Kreisdelegierten werden um vollzähliges Erscheinen gebeten. Rreis. Lichtenberg. Montag 7 Uhr Fraktionssitung im Rathaus. Diens tag, den 23. Januar, gemeinsame Sigung des engeren Kreisvorstandes mit der kommunalen Rommission und dem Wohlfahrtsausschuß 7 Uhr im großen Sigungsfaale des Rathauses. Die Kreisvertreterversammlung findet am 31. b. M., 7 Uhr, in der Aula der Schule Marktstr. 11 ftatt. Die Abteilungsführer werden gebeten, fofort das Abressenverzeichnis der neugewählten Abteilungsvorstände dem Kreisvorsitzenden zu übergeben. Streis. Baniow. Dienstag, den 23. d. M., 7% Uhr, bei Bater, Mühlenftraße 12, Kreisvorstandssigung. Wichtige Tagesordnung. Arbeitsgemeinfchaft der Kinderfreunde. Dienstag, den 23. d. M., 7% Uhr, Sigung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gäuglingsheim, Breite Str. 14, Ede Florastraße. 20. Kreis. Reinickendorf. Bollversammlung des Gesamtwohlfahrtsausschusses und der Kinderschuttommission Dienstag abend 6 Uhr Reinickendorf- West, Ort muß vertreten sein. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise Boltshaus, Scharnweberstr. 114-116. Dringende, wichtige Arbeiten. Jebee MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 KON T.INON MassaryDie Dafeinsberechtigung diefer Zigarette, der Berveis für ihre Güte, kommt erfreulich in der ftändig nachfenden Zahl ihrer Anhänger zum Ausdruck. elft edel wie der Name. Korge Kauf ohne Sorge- bei Korge B Wer klug ist, legt sein wertloses Geld in Ware an! Trotz verheerender Markentwertung liefern wir noch zu erstaunlich billigen Preisen, solange unser Vorrat reicht! 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