Nr. 26. * Vorwärts Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preislifts für 1895 unter Nr. 7120. 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfaefpaltene Petitzeile oder deren Haum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Donnerstag, den 31. Januar 1895. " Schlosser Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Innung. Dann folgt eine Erzählung aus dem Leben: " Zu Tode gehetzt", von Franz Held. Diese Er Zu Beginn eines neuen Monats richten wir an alle zählung beruht durchweg auf gerichtlichen Atten, Freunde und Parteigenossen die dringliche Bitte, für die die von uns dem Verfasser zur Verfügung gestellt worden Erweiterung unseres Abonnententreises sind, und sie zeigt, wie heute der, welcher von seinem Rechte mit aller Energie thätig zu sein. Gegen die Partei, nicht weicht, in Form Rechtens" zu Grunde gederen Zentralorgan der Vorwärts" ist, haben die verrichtet werden kann. Nach Schluß von: Zu Tode gehetzt! beabsichtigen wir Binubereiter. einigten Parteien der Reaktion, denen der Boden unter den Füßen wankt, jetzt alle ihre Kräfte auf den früher angekündigten Roman, die Berliner März Physikalische Instrumente geboten; durch ein neues Knebelgesetz soll die zahl- ereignisse des Jahres 1848 behandelud, zu veröffent- Bosamentier. reichste Partei in Deutschland, mundtodt gemacht, und für lichen. Indem wir so bestrebt sind, unsere Leser zufrieden zu Tischler unsere Feinde und des Volkes Feinde die Ruhe des Kirchhofes hergestellt werden, damit sie ungestört stellen, dürfen wir uns auch der Hoffnung hingeben, daß ihre gemeinschädliche und gemeingefährliche Arbeit dieser Aufruf an die Freunde und Genossen seinen Zweck Steine, Sties. verrichten können. Die Kämpfe, in denen wir stehen, nicht verfehlen wird. sind von entscheidender Bedeutung; und die VerhandIungen des Reichstages über die sogenannte Um sturz vorlage, die jetzt in der Kommission sich abspielen, bald aber im Plenum stattfinden werden, Berlin, Januar 1895. Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Bier Baumeister Maurer 1890 1885 Innungsmeister Bei Innungs meistern besch. Arbeiter Auf 1 Arbeitg. überh.kommen O Arbeiter Auf 1 Jnn. mftr. fommen Arbeiter tamen auf 1 Jnnungs mistr. Arbeiter 195 . • . • 1587 10,44 8,14 6,62 414 2056 3,90 4,96 3,74 84 453 4,39 5,40 3,14 68 741 7,41 10,90 7,08 49 414 7,15 8,45 4,07 941 5791 4,42 6,15 4,31 46 785 4,23 17,06 3,60 111 3028 14,90 27,28 16,88 24 1092 15,02 45,50 17,13 34 622 20,27 18,26 6,73 19 282 10,68 14,84 11 • 294 62,68 26,73 12,33 14 263 25,82 18,79 10,57 80 1571 8,26 19,64 15,35 45 554 16,11 12,31 . 39 1526 11,03 39,14 17,50 6 103 2,20 18,50 15 150 0,83 10,00 Maschinenbauer Seifen, Licht Bespinuste Papier. Zimmerer Gasanleger Buchdrucker find von ganz besonderer Wichtigkeit. Unter diesen Sind die bestehenden Junungen Graveure. genoffen sich in dem Bentralorgan der Partei über alle vor- wirklich Handwerker- Verbände? Industrie Umständen ist es doppelt nothwendig, daß die Parteitommnisse aufs genaueste unterrichten, und daß sie dafür zu machen! " " • Waarenhandel . . 12003 45998 2,41 3,83 2,91 In der Reichstagssigung vom 15. Januar wurde über Die Grenze zwischen Handwerk und fabrikmäßigem sorgen, daß der Vorwärts" immer weiter verbie geplanten Handwerkerkammern verhandelt und bei dieser Großbetrieb wird man bei fünf Arbeitern ziehen tönnen. breitet wird. Je größer die Verbreitung des Zentral- Gelegenheit von den Innungsfreunden die Jnnungen wieder Wer in Berlin fünf und mehr Arbeiter beschäftigt, benöthigt organs, desto größer sein Einfluß und seine Wirksamkeit, einmal als ein festes Bollwerk des heutigen Handwerks dazu eines großen Raumes, großer Lagerräume u. s. w., die und desto größer die Macht der Partei. hingestellt. Die Innungen müssen jedenfalls erhalten und bei den hohen Miethen nur für große Unternehmer zu haben Die Redaktion des Vorwärts" wird bemüht sein, ihre dürfen ihrer Rechte nicht beraubt werden, im Gegentheil, find. Danach würden alle hier angeführten Innungen dem Pflicht zu thun, und das Zentralorgan der Partei würdig ihre Rechte müssen erweitert werden," sagte der Zentrums Großbetrieb zuzurechnen sein. Die Goldschmiede, Schloffer redner Hize und verlangte damit Ausdehnung der und Lederarbeiter würden hart an der Grenze stehen. Den Innungs Organisation auf das gesammte Handwerk. vollkommensten Großbetrieb zeigen die Industrie der Steine, In dasselbe Horn blies der konservative Junungs- wo 46 Arbeiter auf einen Meister entfallen, dann folgt die bruder Jacobstötter." Der Handwerkerstand hat immer Buchdruckerinnung mit 39, die Maurer- und Spinnerinnung obligatorische Innungen verlangt. Fakultative Innungen mit je 27, Zimmererinnung mit 20, Graveurs und Papierhaben wir seit Jahrhunderten; auf deren Boden hat sich Innung mit je 19 u. f. w. Und derartigennungen" der Handwerkerstand entwickelt. Heutzutage ist alles brüsten sich damit, Handwerkervertretungen zu sein!! obligatorisch. Da müßte doch auch der Zwang bestehen, einer Innung beizutreten." Mit dem 1. Februar eröffnen wir ein neues AbonneMit dem 1. Februar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 2,20 M. für die Monate Februar u. März entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) W Ja sie gehen noch weiter und prätendiren, sie bildeten einen festen Damm gegen das sonst ja nicht zu leugnende Für die Herren steht es also unzweifelhaft fest, daß in Vordringen des Großbetriebes. Prüfen wir auch diese Be den Innungen der handwerksmäßige Kleinbetrieb organisirt hauptung einmal durch die Vergleichung des Zahlenmaterials ist und daß innerhalb der Jnnungen durchaus keine Annäherung von 1885 und 1890. Soweit vergleichbare Zahlen vorlagen, an den fabrikmäßigen Großbetrieb stattfindet. Fällt diese hat in allen Junungen der Großbetrieb gewaltige Fort stillschweigende Boraussetzung, und läßt sich nachweisen, daß schritte gemacht. Bei den Lederarbeitern beschäftigte ein in den Innungen mehr und mehr der Großbetrieb an Junungsmeister 1885 nur 4 Gesellen, 1890 schon 9, bei Boden gewinnt, so verliert natürlich der ganze Innungs- den Maurern find die Zahlen 17 und 27, bei den Baurummel seinen realen Grund. Denn wenn die Innungen meistern 4 und 17), bei den Posamentirern 7 Nach Beendigung des Romans: Jm Exil", bringen teine Handwerkerorganisationen sind, können sie den Hand- und 11. Das klingt ganz anders, als der Ausspruch werfern natürlich auch nichts helfen. older Junungen, fie erhielten das Handwerk. Nein wir zunächst ,, Ein Blatt südamerikanischer Geschichte", werkern natürlich auch nichts helfen. Werfen wir zur Beantwortung dieser Frage einen Blick fie selbst werden wider ihren Willen und ent eine lebensfrische Stizze aus Süd a merita, deren Ver- auf die Berliner Statistik, die sowohl 1885 wie 1890 bei gegen ihrem eigentlichen Zweck von der übergewaltigen fasser aus dem Born seiner eigenen Erlebnisse und der Volkszählung die Zahlen der Junungsmitglieder und Wlacht der wirthschaftlichen Entwicklung mit fortgerissen, Erfahrungen schöpft und ein wahrheitsgetreues Bild der bei ihnen beschäftigten Arbeiter erfragt und aus fie die Handwerker" per Exzellenze werden nothwendig zu der Zustände in jenen Landstrichen giebt. gezählt hat: Groß- Unternehmern. Feuilleton. Im Exil. von Marie Kunert. der Literatur war [ Nachdruck verboten.] " kündigte an, ja mehr noch: Die Muße zum Denken und Schreiben, Frau Messant sogar begriff, daß man auch anderswo die Möglichkeit, seine Gedanken der Deffentlichkeit vor- leben und glücklich sein konnte. Ihre Familie, ihre Bes zutragen. Er sah die wechselnde Spiegelfläche des blauen tannten hatten sich ihr seit ihrer Rückkehr so gleichgiltig und Sees, die dunklen Berge mit den filbernen Gipfeln, die egoistisch gezeigt. René ließ sich also von den Ereignissen, Wiesen mit ihrem Narzissenduft, ihren dunkelblauen die ihn fortzogen, leiten und schwermüthig und belästigt Gentianen wieder. Welche Wonne, seine fiegreiche zugleich folgte er dem gewundenen Lauf, den sein Leben 64 Liebe wieder in den Schooß dieser erhabenen genommen hatte. Warum sollte er eigentlich traurig sein? Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung Natur zu führen, wo ihm in seiner Jugend das Herz so Er hatte von nun an zwei Heimatbländer, das war alles; oft geblutet hatte! Er war von Dankbarkeit gegen dieses das Annette's und das seinige, die wie sie beide durch alte, zweite Vaterland erfüllt, das sich seiner erinnerte und ihn festgegründete Zuneigung mit einander verbunden waren. Das Leben, das gegen René so lange herbe und grausam zurückrief, obgleich er nur sein Adoptivsohn war. Er fühlte Treu gegen Frankreich würde er in der Schweiz ein Vers gewesen war, schien jetzt leichter werden zu wollen. Aus in seiner Brust etwas wie einen reinen, erfrischenden treter des französischen Gedankens sem. Und was hinderte Der Schweiz fam ihm eine zweite Freude. Die„ Romanische Hauch bei dem Gedanken, eine Umgebung mit einfachen ihn denn nun noch, dort ebenso wie hier, mit allen Kräften Revue", die Herr de Marnand in Lausanne leitete, war Sitten und demokratischen Bräuchen wiederzufinden, in der für das Wohl der Menschheit, die doch nur ein großes mit seinem Tode eingegangen. Ein Kreis von Freunden man es ihm nicht zum Verbrechen anrechnete, wenn er Vaterland umfaßt, zu kämpfen? mit der Gründung einer andern glaubte und sagte, daß eine Republik nur dazu da ist, um Eines Abends es war am 23. Juni beschäftigt, die wirklich modern von freiheitlichem die republikanischen Prinzipien in die That umzusetzen. er seine Absicht au, auf die Aufforderung, die an ihn erGeiste getragen werden, den philosophischen Diskussionen offen Doch wie! Paris verlassen, dieses lebensvolle, so leiden gangen war, einzugehen, und Henri schlug vor Freude stehen und allen Talenten, wie allen Theorien zugänglich schaftlich entbehrte Paris! Er sollte ein zweites Mal in darüber in die Hände. Die beschlossene Veränderung und sein sollte. Kurz, sie sollte die geistigen Strömungen der fremdem Lande Wurzel schlagen! Gewiß, René liebte sein vielleicht auch die Atmosphäre draußen hatten die Geister tleinen französischen Echweiz, die in ihren ruhmreichsten Geburtsland, diese parteiische Mutter, die sich weigerte, allen in Gährung versetzt, so daß nun wie Champagnerschaum Epochen die Führerin Frankreichs zur Demokratie, zum ihren Kindern die gleiche Liebe zukommen zu lassen, trotz Pläne und Träume hervorsprudelten. Die Luft war an Verständniß der Natur und der Literatur der übrigen Länder alledem. Er liebte es noch immer, das mächtige Paris, diesem Abend mit Elektrizität geladen, große, blendende gewesen war, zusammenfassen und fördern. Man wollte an das die Seinen vergaß, daß das Leben den Reichen so an- Blige ohne Donner entzündeten über Paris eine phandie Spitze dieser Revue einen Mann setzen, der Frankreich genehm und den Armen so schwer machte, dieses unruhige taftische Illumination. René, der erregt, fast im Fieber und die Schweiz gleich gut kanute. René's Name war da Meer, in dem der einzelne wie ein Wassertropfen verschwindet, war, vermochte nicht ruhig af einem Blaze zu bleiben. genannt, und Pastor Borel, sein alter Freund, war beauf- in dem das ständige Rollen der Wogen die besten Gewissen so Er tam, ging, lachte und plauderte verjüngt, wie ums fragt worden, die Unterhandlungen mit ihm anzuknüpfen. schnell abschliff, wo die Perle, das Ambra, die Koralle, alle die gewandelt. War er überhaupt jemals verwundet geDa fand ein seltsamer Kampf in der Seele des jungen Wunder, die in den fruchtbaren Tiefen des Ozeans erblühen wesen? Mannes statt. Sollte er als Freiwilliger Exiliter wieder und reifen, nur in einem Gewirr von Seetang, Trümmern Wir werden, sagte er, ein kleines, von Glycinien umnach dem Laude zurückkehren, wo er so oft unter dem Mar- und trübem Schaum an die Oberfläche kommen. ranktes Haus, das unter Grün und Blumen ganz versteckt tyrium des Erils gelitten hatte? Die Versuchung war eine Indessen hatte er für die Niesenstadt nicht mehr den liegt, mit einem weiten Horizont von zwanzig Meilen in mächtige. Man bot ihm eine gesicherte, ehrenvolle Stellung blinden Enthusiasmus, den er ihr früher gewidmet hatte. der Runde haben. Das soll das Sinnbild unseres Lebens 3 Natürlich war es dem Elsässer Guerber spielend leicht, diese Begründung über den Haufen zu werfen. = Der Schützling der„ Post", Herr Professor v. Kaufmann, Profeffor Schmoller über Profeffor v. Kaufmann. erhält von Professor Schmoller in der National- Beitung" die folgende Bensur: Noch eine hübsche Illustration wollen wir diesem Bilde| Die Reichslande werden heute noch als erobertes Land be-[ nehmen von der Erklärung des Herrn Geheimrath v. Raufvon den Handwerker- Innungen" hinzufügen. Von sämmt handelt und der letzte Polizist habe dort weitgehendere mann Att, und wollen nur noch bemerken, daß das Eut lichen selbständigen Gewerbetreibenden gehörten 1890 einer Rechte als im Reiche der höchste Beamte. stehen ähnlicher Gerüchte, wie des von uns erwähnten, Innung 13 Prozent an; von den sämmtlichen bei den Redner schloß seine hochinteressanten Ausführungen das durch die heute Abend veröffentlichte Zuschrift des Professors selbständigen Gewerbetreibenden beschäftigten Arbeitern mit, daß er erklärte, allerdings wenig Hoffnung zu haben, daß Schmoller an die National" und" Kreuz- Zeitung" seine standen 1890 bei Jnnungsmitgliedern in Arbeit 20,6 die Regierungen dem Antrage zustimmen werden. Eher wäre Erklärung findet. Prozent, sodaß die durchschnittliche Größe der Innungs- man wohl geneigt, die Diktatur über ganz Deutschland zu betriebe um die Hälfte( 51 Prozent) größer ist, verhängen, was freilich ein trauriger Beweis dafür sei, wie als die aller Betriebe, oder mit anderen Worten, tief der öffentliche Geist bei uns gesunken ist. ein selbständiger Meister beschäftigt durchschnittlich 2,4, Recht wirksam für den Fortfall der Diktatur sprach ein Innungsbruder 3,8 Arbeiter. Um diese sehr lehrreiche nach Bebel der Herr- Reichskanzler. Der verehrte Herr fonThatsache auch bei den einzelnen Gewerben zu verfolgen, statirte nämlich, daß diese außerordentlichen Gewalten für die Herrn v. Kaufmann zu einer Profeffur an einer deutschen UniMein Urtheil über die wissenschaftliche Qualifikation des haben wir in Spalte 3 die Vergleichung sämmtlicher Arbeit Bevölkerung der Reichslande gar nicht mehr gebraucht werden. versität, zu dessen offener Aussprechung er mich nöthigt, beruht geber, also einschließlich der Innungsmeister, mit ihren Nur gewisse auswärtige Agitationen sollen damit ferne 1. auf der Art, wie Herr v. Kaufmann promovirt hat, und Arbeitern hinzugefügt. Nur in 5 Gruppen zeigen danach gehalten werden. Der Ausnahmezustand solle eine War 2. auf seinen literarischen Erzeugnissen. Ich gehöre zu denen, die Innungen kleinere Betriebe als der Durchschnitt, und nung tafel sein. welche stets den bis vor wenigen Jahren noch an einigen bezeichnenderweise sind dies Gruppen, in denen die deutschen Universitäten üblichen Unfug, den Doktorgrad in Junungsmeister selbst 26, 19, 18 Arbeiter beschäftigen, dem absentia zu ertheilen, bekämpft haben; da das mündliche Großbetrieb also vollkommen angehören. In sämmtlichen Mit der Schneidigkeit des Gardelieutenants griff dann schriftliche Arbeit vom Kandidaten selbst verfaßt sei, so wurde Gramen die einzige Garantie dafür ist, daß die eingereichte anderen Gruppen sind die Jungsbetriebe größer, z. B. der Staatssekretär für die Reichslande, Herr v. Puttkamer, mit Recht jeder, der in absentia promovirt hatte, scheel sogar bedeutend, so bei den Baumeistern u. s. w. um das in die Debatte ein. Der gute Herr mußte aber bald er- angefehen, als einer betrachtet, der sich einen Titel vierfache, bei den Maurern um das zweifache, bei den Buch- fahren, daß er sich nicht im Landesausschuß in Straßburg getauft habe. Herr v. Kaufmann hat nicht einmal, druckern um das vierfache, bei den Graveuren um das neunfache befinde. Der Minister, der ganz in Schulmeisterart mit sondern zweimal in absentia promovirt. Aus welchen Motiven und beim Handel mit Kolonialwaaren gar um das zwölffache. Drohungen gegen etwaige Unarten herumwarf, wurde er das gethan, ob er wußte, daß er damit für jede gelehrte Also nicht nur im Durchschnitt, sondern fast durchgehends in von Dr. Lieber so kräftig zurechtgewiesen, daß er woh unbekannt. Wollte er nur als reicher Mann seine Muße in Laufbahn sich eigentlich unmöglich mache, ift mir allen Gewerben sind die zum Schutz des Handwerks errich- sobald seinen Zeigefinger gegen Abgeordnete nicht wieder unbekannt. Wollte er nur als reicher Mann seine Muße in teten Jnnungen weit mehr Großbetriebe als die außerhalb der erheben wird. Auch sonst sprach Dr. Lieber recht wirksam ausfüllen, so mochte ein solcher unter allen Umständen mißehrenhafter Weise durch Vorlesunghalten und Bücherschreiben selben stehenden Unternehmungen, eine Thatsache, die natürlich und geschickt für den Antrag. deutbarer Schritt hingehen. Wollte er nun aber Professor au die Innungsmeister keineswegs abhält, sich als die echtesten Außerdem sprachen noch der Abg. Hoefel( freikonser der ersten Hochschule der Welt werden, so mußte der Flecken, und zünftigsten Handwerker zu geriren und im Namen vativer Elsässer) und unser Genosse Bueb für den Antrag. den jede mit oder ohne Bewußtsein der Folgen geschehene der Handwerker Borrechte und Zunftprivilegien zu er Bueb schöpfte aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen Promotion in absentia dem Gelehrten anheftet, durch heischen. unter der Diktatur. Gegen die Sozialdemokratie hat zwar wissenschaftliche Arbeiten vorzüglichster Art getilgt Herrn Mag man also die Innungen von oben noch so sehr auch das Gewaltregiment nichts geholfen, im Gegentheil, werden. Don Kaufmann's seitherige seitherige litera nicht. Einige find protegieren, mag man sie obligatorisch einführen für das gerade in den Reichslanden ist unsere Partei außergewöhnische Erzeugnisse sind das ganze Reich, unter den Händen der Gesetzgeber werden die lich rasch gewachsen. Zum Schlusse meinte unser Genosse, nur mit der Papierf cheere gemacht, andere find bra u ch Innungen, dem Zwange der wirthschaftlichen Entwickelung der Zweck aller dieser Ausnahmemaßregeln sei nicht der, Börsenjournalist machen fann; sie sind alle bare Materialjammlungen, wie fie jeder fluge folgend, aus handwerksmäßigen Kleinbetrieben zu kapita- die Reichsländer zu verdeutschen, sondern man wolle sie fal opp gearbeitet, entbehren derjenigen listischen Großunternehmungen sich umbilden. Es bleibt ver preußen; das werde aber nicht gelingen. ibissenschaftlichen Methode und Schulung, des eben dabei, wie der Genosse Bock in der schon genannten Nach Bueb wurde die Verhandlung auf morgen 2 Uhr Gedankenreichthums, der Bertiefung, wie ich sie von dem verDebatte den Jnnungsfreunden zurief: vertagt. lange, der deutscher Universitätsprofessor werden will. In all' Sie tönnen die Maschinen nicht ver dem liegt kein persönlicher Vorwurf; Herr v. Kaufmann hat in bieten, Sie können die Großfabrikation Im Abgeordnetenhause wurden heute die Verhand- älteren Jahren nach einer praktisch- kaufmännischen Thätigkeit dem nicht verbieten, Sie fönnen Sie Kontur- lungen über den Etat der landwirthschaftlichen Verwaltung Beruf des nationalökonomischen Schriftstellers sich zugewendet. Er renz nicht verbieten und alles Audere ist fortgesetzt, und auch heute hielt sich die Debatte noch auf ist zugleich Archäologe, Mumienausgräber; auch ist es ihm geglüdt, ohne Belang. der Höhe, daß die Redner verschiedener Parteien ihre und alle möglichen Ehren und Titel auf sein Haupt zu sammeln. ihrer Parteien allgemeine Auffassung zu der Gesammtheit Habeat sibi. Aber die gelehrten Stellen lasse er den Gelehrten. der landwirthschaftlichen Fragen darlegten. Buerst sprach zeugniffe Kaufmann's werden nicht alle Fachgenossen gang übereinMit meinem fachwissenschaftlichen Urtheil über die ErEugen Richter, der in einer langen Rede auf die gestrigen stimmen. Ich weiß z. B. wohl, daß mein Kollege A. Wagner Ausführungen des Ministers erwiderte, in manchen Punkten etwas günstiger über sie denkt, zugleich aber weiß ich, daß viele mit diesem einverstanden zu sein erklärte, im einzelnen aber Fachgen offen noch viel härter urtheilen, als ich, doch die meisten der vom Minister vorgeführten Hilfs- und daß 80 bis 95 pet. derfelben mindestens mir zustimmen. maßregeln kritisirte. Politische Leberlicht. Berlin, den 30. Januar. Aus dem Reichstag. Der heutige Tag war den Reichslanden gewidmet und nach der Besetzung des BundesFuchsmühl. Die Fuchsmühler Militär- Attacke rathstisches zu schließen, hätte man es mit einem der Finanzminister Miquel polemisirte gegen Richter und wird, wie wir unseren Lesern berichtet haben, noch einmal vor sogenannten großen parlamentarischen Tage zu thun gehabt. versuchte sich ein wenig an diesem zu reiben. Der Land der Straftammer in Weiben zur Verhandlung kommen. In Der Reichskanzler, die Minister von Köller und wirthschaftsminister präzisirte noch einmal kurz seine Stellung vergangener Woche find die Anklagefchriften in Fuchsmühl einBötticher und der Staatssekretär des Intern für die zum Antrag Kanik auf Einführung des Getreidemonopols, getroffen. Die Anklage lautet auf mit vereinten Kräften gegen Reichslande zierten neben einem ganzen Stabe Beamten indem er erklärte, daß ein Getreidemonopol an sich nicht Sachen begangene Gewaltthätigkeiten, rechtswidrige Zueignung zweiten und dritten Ranges die Bundesrathsbänke. Die gegen die Bestimmungen der abgeschlossenen Handels- von Holz, Mißbrauch väterlicher Gewalt, und Dienstgewalt, Abgeordnetensize dagegen waren auch heute, wie in der verträge verstoßen würde, daß ein solcher Verstoß aber öffentliche Zusammenrottung, Widersetzlichkeit gegen die StaatsRegel, zum guten Theile leer. de nar feiner Meinung nach in dem Verkauf des Getreides gewalt, Landfriedensbruch 2c. 2c. Bekanntlich ist die Fuchsmühler Gemeinde sehr arm; die Den von unserer Partei gestellten Antrag auf Auf zu bestimmten Durchschnittspreisen liegen würde. Die große Armuth war ja die Ursache, daß die Fuchsmühler so hebung des Diktatur Paragraphen für die Reichslande be- Agrarier waren von dieser Erklärung sehr niedergeschlagen. energisch auf Durchfechtung ihrer Holzgerechtsame bestehen gründete Bebel. Ein großer Theil von ihnen verließ den Saal. Nachdem mußten. Die Lage ist für viele Familien jetzt sehr traurig und Der Redner gab zunächst ein Bild der bisherigen sprachen noch die Abgeordneten Sattler, Mendel- Steinfels, troftlos. Kommt nun noch der Prozeß dazu, so wird des Elends parlamentarischen Kämpfe um diesen Artikel, um dann, ge- Sieg und Herold. Fortsetzung der Debatte ist Donnerstag fein Ende sein. Viele Angeklagte find in einer so traurigen stüßt auf ein ungemein reichhaltiges Material, die 11 Uhr. Lage, daß sie nicht einmal die Reise nach Weiden zur Verschlimmen Wirkungen dieser Ausnahmhgesetzgebung in satten handlung bestreiten fönnen! Unter den Angeklagten befinden Farben zu schildern. Bebel hob besonders auch die Verferner der durch 17 Bajonnetstiche verwundete Johann sprechungen hervor, die seinerzeit von Bismarck und einer Fichtner. Als Zeugen für die Anklage sollen der Förster Graß Reihe angesehener Parteiführer den Reichslanden gemacht mann, die Gendarmen, sowie eine Anzahl der bei dem Gemehel wurden, und zeigte, wie wenig davon gehalten worden sei. betheiligten Soldaten vernommen werden. Die Fuchsmühler wollen Herrn Rechtsanwalt Dr. Bernstein in München zum Vertheidiger wählen. fein: bescheiden, den Blicken der Neugierigen entzogen und doch mit allem, was uns umgiebt, verknüpft und verSchlungen. Er fragte Annette: Wird es Dir gefallen, meine Kleine?- denn ganz unmerklich waren sie bahin gelangt, sich zu duzen, was ihnen eine neue Art der Annäherung schien. Annette antWo Du bist, mein Geliebter, werde ich glücklich sein. Und ich, unterbrach Henri sie, was werdet Ihr aus wortete: mir machen? Die Tabakstener Vorlage ist nun endlich zur Ver- fich eine Anzahl Frauen, sowie unbetheiligte 3uschauer, theilung gelangt. ,, Dem deutschen Vaterland" will irgend ein patriotischer Schlaumeier den Reichstagsbau widmen. Das ist aber ebenso sinnlos und beschränkt wie die Inschrift: Dem Deutschen Reich", deren Verurtheilung eine allgemeine ist. Dem deutschen Vaterland!" fann ebensogut wie: Dem Deutschen Reich" auf jeder Kaserne, in jeder Polizeistube als Jufchrift prangen. " Bei der großen Zahl der Angeklagten werden die Verhandlungen fich jedenfalls ziemlich lange hinziehen. am Das Schweigen der Völker ist die Lehre der Bolts Soll der Zweck und das Wesen des Reichstages, der Könige. Dieses Wort, das wir gestern irrthümlich eine Bo Its vertretung ist und sein soll, durch eine Inschrift Johann Jacoby zuschrieben, rührt von dem Franausgedrückt werden, dann muß auch das spezifisch Aus- 3ofen Mirabeau her und ist hundert und sechs Jahre zeichnende zum Ausdruck kommen, und das ist, daß alt. Es wurde am 15. Juli 1789, den Tag nach der Der Reichstag die Bertretung des deutschen Volkes ist. Er stürmung der Bastille, in der französischen Das deutsche Volk hat viele Kasernen und Polizeistuben, aber Nationalversammlung gesprochen. Wie andere geflügelte nur eine Voltsvertretung. Und soll auf der Wohnung Worte hat auch dieses eine Vorgeschichte. Schon in Leichenrede des Königs Ludwigs XV, dieser Volksvertretung eine Inschrift stehen, so kann es ver- der Du, Du wirst Schriftsteller, ein Mitarbeiter unserer nünftigerweise nur eine solche sein, die den Zweck und die 27. Juli 1774- fagte ber Abbé de Beauvais*): Das Revue, ein Haupt, ein Führer der neuen Generation! Dann eilte René zu seiner Mutter, die im tiefsten Bestimmung des Reichstags ausdrückt- also: Dem Volt hat ohne Zweifel nicht das Recht zu murren, allein Dann eilte René zu seiner Mutter, die im tiefften Innern vielleicht doch etwas Bedauern bei dem Gedanken, deutschen Volke! Oder vielleicht noch passender: ohne Zweifel hat es das Recht zu schweigen, und fein Schweigen ist die Lehre der Könige Frankreich zu verlaffen, empfand und flüsterte ihr ins Dhr: Des Voltes Wille das höchste Gesez. Freilich, diese Juschrift muß das deutsche Volk sich erst( son silence est la leçon des rois während das MiraD, Du wirst Dich nicht langweilen. Wir werden Dir erkämpfen.beau'sche Wort lautete: le silence des peuples est la leçon bald ein Enkelchen zu wiegen geben. Und wie von einem leichten Rausch erfaßt, schwelgte Herbert Bismarck ist gelegentlich der Geburtstags- des rois). Und wie wir soeben durch eine Zuschrift von der junge Mann in der Zukunft. Geduldig wollte er feier des Kaisers zum Obersten und der kleritale Agrarier befreundeter Hand erfahren, wurde der Gedanke bereits an seinem Werke schaffen. So hoffte auch er sich noch Frhr. von Schorlemer- Alst zum Major ernannt worden. mehrere Jahre vorher, in faft derselben Form, von dem 80jährigen Bischof So anon ausgesprochen, als dieser seiner einmal einen Namen zu erobern und das Recht, gehört zu Die Aktien der Bismarcker und Agrarier stehen gut. werden. In zehn, in fünfzehn Jahren höchstens würden die Jansenistischen Frrlehren" wegen abgesetzt und des Landes Herr von Stumm vor dem Strafrichter? Der verwiesen wurde. Das Wort Johann Jacoby's, gerichtet an demokratischen Prinzipien in die französischen Gesetze über- Deutschen Warte" geht von angeblich unanfechtbarer Seite den König Friedrich Wilhelm IV., lautete: Es ist das gegangen sein und sich wie ausdauernde Pflanzen ent- Die folgende Mittheilung zu: wickelt haben. Die gefestigte Republik würde, nachdem sie Wie wir hören, hat der Erfte Staatsanwalt am hiesigen Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit M nicht hören. von dem Kampf gegen den sterbenden Royalismus befreit Sandgericht I durch Vermittelung des Ober- Staatsanwalts am war, begreifen, daß eine Reform der Gesellschaft ihre Rammergericht an den preußischen Justizminister die Anfrage Das Ministerium Ribot wird nicht von langem Pflicht und der Grund ihres Seins war, und zweifellos gerichtet, ob er gegen den Freiherrn von Stumm wegen der be: Bestande sein, da gegen den in die Panamasache verwickelten würde sie dann allen denen, die von der ersten Stunde an fannten Affäre Stumm Wagner die Anklage aus S 201 des Ministerpräsidenten mit sehr kompromittirenden Entfür sie gearbeitet hatten, Gerechtigkeit widerfahren lassen. Strafgesetzbuchs( Herausforderung zum Zweifampf mit tödtlichen So verging der Abend schnell wie ein seliger Traum. Waffen) erheben soll. Die Antwort des Ministers steht noch aus. hüllungen vorgegangen wird. So wird aus Paris gemeldet: Wir warten die Bestätigung der Meldung ab und daß dem Untersuchungsrichter Doppler in der That die amtliche In der bekannten Affäre Portalis wird noch mitgetheilt, Man trennte sich früh wegen des drohenden Gewitters, nicht ohne unzählige Male Lebewohl zu sagen und Ab glauben, daß selbst im Falle der Richtigkeit derselben Frei- Mittheilung gemacht worden sei, bas Comptoir d'Escompte habe schiedstuffe zu wechseln, um die Länge der Trennung zu herr von Stumm keine Gelegenheit haben wird, sechs Monate an Portalis vom„ XIX. Giècle" 30 000 Fr. ausgezahlt, um mildern. Um acht Uhr am nächsten Morgen wollten alle auf einer Festung zu logiren. Die Strafen auf grund des dessen Schweigen zu erkaufen und zwar sei dies auf den § 201 des Strafgesetzbuches sind bisher fast nie zur voll- besonderen Wunsch des damaligen Ministers eine Ausfahrt in das Boulogner Wäldchen unternehmen. des Aeußern Ribot geschehen. Die ganze MitAm folgenden Tage fanden Annette und ihr Bruder tommenen Vollstreckung gelangt. theilung ruft große Sensation hervor. sich schon vor der festgesetzten Zeit ein, doch der Faulpelz Die boykottirten Gegner des Katheder- SozialisRené hatte sich noch nicht gezeigt. Man klopfte mehrmals an seine Thür.... man rief ihn. Keine Antwort. Da trat man in das Zimmer. Er lag unbeweglich da und schien zu schlafen. Er schlief ach!- jenen Schlaf, von dem man nicht wieder erwacht. Der Körper war schon kalt... Und während die beiden Frauen vom Schmerz überwältigt am Fuße des Bettes wortlos, thränenlos nieder sanken, stellte der eiligst herbeigerufene Arzt fest, daß René in der Nacht an einem Bluterguß, einer Folge seiner Verwundung, gestorben war. Ende. mus. Unter dieser Spigmarke brachten wir in der Nummer vom 25. Januar eine Mittheilung, die unter andern des „ Gerüchts" erwähnte, daß Herr Geheimrath von Kaufmann wesentliche Partien" seines Wertes Die Finanzen Frank reichs" sich von Herrn Maurice Block in Paris habe verfassen lassen."" Eine Erklärung, die uns von seiten des Herrn Geheimrath von Kaufmann zugeht, bestreitet dies in entschiedenster Form und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Vorrede zu jenem Wert, in welcher auf S. XX anerkannt ist, daß Maurice Block ihn Herrn von Kaufmann- bei seiner Arbeit durch Zuweisung von Material und Auskunft mit wahrhaft hingebender Liberalität unterstützt" habe. Wir Das Amnestiedekret hat in Frankreich einen sehr günstigen Eindruck gemacht. In dem Leitartikel der Petite République" von gestern sagt unser Genosse Marcel Sembat: " Gerechtigkeit, wie er sich in der Amnestie äußert, tein endgiltiger ist. Ich weiß wohl, daß unsere Feinde wieder zum Angriff vorgehen werden. Ich weiß wohl, daß Faure ein ziemlich magerer Tausch ist für Casimir Perier, und daß Ribot als Nachfolger ,, Dh ich weiß wohl, daß der Triumph der Humanität und " = *) Wir entnehmen dies den trefflichen Geistesblitzen" von Ferdinand Knie, während Buchmann's" Geflügelte Worte" uns im Stich ließen. Dupuy's uns nicht begeistern tann. Ich weiß, daß bei der ersteny griffen Wei- hai- wei zu gleicher Zeit zu Lande an, wurden aber Gelegenheit, bei der ersten Panit, bei dem ersten großen Erfolg ebenfalls zurückgeschlagen. Die Chinesen verloren 27 Seeleute, der Sozialisten, die ganze Bande der Angstmeier( des affolés) die Japaner hatten 300 Todte und Verwundete. wieder Rufe der Reaktion und der Diktatur ausstoßen wird. Nach einer amtlichen Depesche hat General Nogi aus Huntfai Aber hat denn einer von uns geglaubt, die feindliche am 28. d. M. gemeldet, daß die Chinesen ihre Stellung in der Festung sei erobert? Wer hat je die Amnestie als das Ende Nähe von Jingtao verstärkten. Die japanischen Kavallerieder Schlacht und den abschließenden Sieg betrachtet? fundschafter fönnen nicht weiter vordringen, als bis Laopeng, da Im Gegentheil es ist nur ein Anfang, aber ein guter, der Feind seine ganze Linie vorgerückt hat. ein ausgezeichneter Anfang. 1 Rehre die Reaktion zurück, so hart und so brutal wie sie wolle in jedem Fall haben wir eine Position erstürmt und eine Bresche gemacht." " Am 8. Januar wurden, wie aus Tschemulpo gemeldet wird, die aufständischen Tonghats von den japanischen und koreanischen Truppen bei Tschenghsing geschlagen und erlitten schwere VerTufte. Eine weitere Abtheilung ist von Liotschou aufgebrochen, um die Tonghaks in Koschin anzugreifen. Parlamentarisches. Man sieht, die französischen Sozialisten machen der nenen Regierung und dem neuen Bräsidenten durchaus teine Opposition um jeden Preis"; und sie haben für den ersten Aft der neuen Regierung die vollste Anerkennung. Einstweilen ist die ganze Kammer noch in wärmster Amnestiestimmung, so daß die Amnestie auch auf Jaurès Die Umsturzkommission tagte von Mittwoch vormittags und Rouanet ausgedehnt wurde, die durch einen Utas 10 Uhr ab. Dieselbe fegte ihre Berathung fort mit dem Antrag des Kammerpräsidenten von 15 Sigungen ausgeschlossen des Zentrums, den§ 166( Religionsschmähung) auch in den § 111a aufzunehmen. waren. Anseele's Rede, die in der belgischen Rammer zu den bekannten pöbelhaften Szenen der ordnungsliebenden" Rechten Anlaß gegeben hat Szenen, so pöbelhaft, daß der, selber der Rechten angehörige Präsident sein Amt endgiltig niederlegte wird in deutschen Blättern als eine Sammlung von boshaften Lügen und Verleumdungen hingestellt; die Fabrikanten von Gent seien vollkommen uns schuldig; Anseele habe alles, was er gesagt, aus den Fingern gefogen 2c. Nun ist aber unser Genosse Anseele einer Lüge nicht fähig, und aus der radikal- bürgerlichen Réforme" von Brüssel erfahren wir, daß die von Anseele gebrandmarkten Brattiken( Zurückhaltung von Lohn, Geldbußen und Betrug bei Berechnung der gelieferten Arbeit) zum theil notorisch seien, daß sich aber bis jetzt fein Staatsanwalt gefunden habe, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Jetzt wird der Herr Staatsanwalt wohl zugreifen bada müssen.Die niederländische Volkspartei. Aus Amsterdam schreibt man uns: " Sonntag fand die Versammlung statt, welche durch den Vorstand des Vereins für das allgemeine Wahlrecht" zusammenberufen war, mit dem Zweck, eine niederländische Bollspartei" zu stiften. v. Stumm wird für den Antrag stimmen, ebenso Enneccerus, obwohl sie die Materie lieber in einer neuen lex Heinze geordnet sähen. Der§ 172 wird hierauf mit großer Majorität aufgenommen. Gegen die Aufnahme des§ 242( Diebstahl) in den§ 111a spricht Bebel, indem derselbe auf Nothdiebstähle hinweist, welche man, wenn auch nicht billigen jedoch entschuldigen fann. Redner weist auf Aussprüche des Apostels Paulus und Martin Luthers hin, welche den Diebstahl aus[ Noth unter Umständen gerechtfertigt haben. Wenn in anarchistischen Schriften der Diebstahl überhaupt glorifigirt werde, so sind dies in der Regel Geistesprodukte von Verrückten. Uebrigens ist das bischen Anarchismus, was wir in Deutschland bisher hatten, dem ersten ernsten AnSturm der Polizei gegenüber in die Luft geflogen. Uebrig blieb davon nur noch ein recht bürgerliche Bestreben, nämlich aus eigener Rraft Produttivgenossenschaften zu gründen. Geheimer Rath v. Sedendorf erklärt die von Bebel ans geführten Beispiele als nicht zutreffend. Bebel verwahrt sich dagegen, daß er übertrieben. Der § 111a sei dazu bestimmt, gewiffe geistige Strömungen zu unterbrücken, und da nach den Motiven die Entschuldigung irgend Spahn( 3.) begründete den Antrag kurz. eines Bergehens schon strafbar sein soll, so könne man sich auf Hüpeden( f.) befundet seine Sympathien mit dem alles gefaßt machen. Antrag, bittet aber, es bei der Regierungsvorlage zu belaffen. Auer erinnert daran, daß fein geringerer als der Herr Bei der Gegenfählichkeit zwischen den großen christlichen Kon- Minister des Innern, Herr von Röller, im Plenum die Noth fessionen in Deutschland liege die Gefahr nahe, daß die Anhänger wendigkeit der Bestrafung der Glorifikation des Diebstahls mit derselben sich zu unbedachten Aeußerungen hinreißen lassen, welche dem Zitate eines Redners begründet habe, welcher den Hungrigen später strafbar sein würden, besonders bestehe diese Gefahr, wo nicht bestraft wissen wollte, wenn er ein Stück Brot stiehlt, um meint, daß gerade auch die von höchster Stelle in der katholischen Kirche Entschuldigungen hin, welche gewiffe Ausschreitungen unserer unter dem Worte ,, beschimpfen" fich jede Stritit faffen läßt. Redner feinen Sunger au stillen. Redner verweist weiter auf die ausgehenden Urtheile über den Protestantismus das protestantische Strieger während der Feldzüge, gerade in der" patriotischen" Gefühl auf das tiefste verlegen. Redner weist auf die wider: Presse gefunden haben und er konstatirt, daß gewiffe ,, Kulturs sprechenden Urtheile der Gaffeler und Elberfelder Gerichte träger" in unseren Kolonien aller denkbaren Verbrechen sich hin, welche über Antlagen gegen§ 166 Recht zu sprechen schuldig machen, ihre Thaten aber gerade in der Preffe verhatten. herrlicht werden, welche im Rampfe gegen den Umsturz das Enneccerus findet, daß der§ 166 in diesem Geseze große Wort führt. nichts zu thun hat. Redner meint, das Zentrum habe Bei der hierauf erfolgenden Abstimmung wird der§ 242 abgelehnt wird, einen Vorwand für die Abgeordneten Wundel in den§ 111a aufgenommen. diesen Antrag nur gestellt, um, wenn derselbe mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Ablehnung der ganzen Vorlage zu haben. Damit werden die Verhandlungen abgebrochen und soll die nächste Sigung am Freitag, 1. Februar, vormittags 10 Uhr, stattfinden. Liebermann von Sonnenberg billigt ebenfalls die Tendenz des Antrags, so weit durch denselben die christ lichen Bekenntnisse geschützt werden sollen. Aber gegen das Judenthum und den Talmud müsse Schimpffreiheit bleiben. Die Geschäftsordnungs- Kommiffion des Reichstages war heute nochmals bezüglich ihrer Stellungnahme zur Frage der Priorität der Initiativanträge zusammengetreten und hat ihren Beschluß auf Abänderung des Abfayes 3 des§ 35 in dem Bunfte abgeändert, daß über die Reihenfolge gleichzeitig eins gebrachter Anträge der Präsident allein entscheiden soll, während nach dem ersten Beschluß der Präfident im Einverständniß mit dem Seniorenkonvent darüber zu befinden hatte. Gefenentwurfes über Binnenschifffahrt und Flößerei hat zu Die Reichstage- Kommission zur Berathung des ihrem Vorsitzenden den Abg. Baffermann( natl.), zum Stellvertreter den Abg. Letocha( 3.), au Schriftführern den Abg. Rintelen( 3) frägt, wo denn die Grenze für den§ 111a liegt, wenn man die Religionsschmähung nicht in denselben ein beziehen will? Die Religion folle doch gerade durch dieses Gefeb mit geschützt werden. Redner bedauert, daß Hüpeden die Bertreten waren: Der Verein für Frauenwahlrecht, der fonfeffionellen Gegensäge in die Debatte gezogen habe. Hier Bund für Eisenbahnpersonal, der Anstreicher- und Tapezirer- follte nur das Bindende, nicht das Trennende betont Bund, der Bund für Landnationalisation, der Radikale Bund, werden. Was die Ausführungen von Enneccerus betreffen, der Allgemeine niederländische Arbeiterbund, der Sozialdemo- so habe derselbe sich einer Argumentirung bedient, wie sie sonst fratische Lehrerverein, der Freidenferverein De Dageraad", der nur von den Sozialdemokraten gegen die Vorlage gebraucht Metallarbeiter= Bund, der Bund für niederländische Lehrer werde. und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Buchta( f.) giebt die Erklärung ab, daß Hüpe den nur Die Delegirten des legten Vereins, die Genossen Heledingen für seine Person gesprochen habe. Redner hat im v. Langen( t.) und Megger( S.) gewählt. Außer legterem ge und Troelstra versuchten eine Uebereinkunft zwischen die ver- Namen der großen Mehrzahl seiner Partei- hören die Abgg. Gerisch und Klees als Vertreter der sozialschiedenen vertretenen Organisationen zu treffen, blos aber für genossen die Erklärung abzugeben, daß sie für demokratischen Fraktion der Kommission an. die Wahlrechtagitation. den Zentrumsantrag stimmen werden. Wenn durch Der folgende Beschluß wurde gefaßt: das Gesetz die Antisemiten genöthigt werden, sich in ihren An" Die Bersammlung beauftragt nach Anhörung der Dis- griffen auf das Judenthum etwas zu mäßigen, so schade das nichts. fuffionen das Bureau, zu untersuchen, auf welchen Grundsätzen ein Bachem( 3.) bestreitet, daß der Antrag einen fonfessionellen Zusammenwirkten der verschiedenen demokratischen Elemente und Charakter trage. der Arbeiter zur Stiftung einer niederländischen Volkspartei möglich sein soll, in erster Linie zum Zwecke der Eroberung des allgemeinen Wahlrechts." Durch Annahme dieser nichtssagenden Resolution ist das Projekt einer Volkspartei" vorläufig wieder aus dem Wege gefchafft. Der Absolutismus in Rußland. Servile Organe, die dem jungen russischen Kaiser eine Messiasrolle anaudichten suchten, wollten uns glauben machen, daß er eine Ronstitution einzuführen beabsichtige. Daß er diese Absicht nicht habe, hat er nun in feierlichster Weise betont beim Empfange von 182 Abordnungen des Adels, der Städte, der Semstwos, der Rosaken, sowie Vertreter des Kaukasus. Er sagte nämlich: Das russische Volt wird sich erkämpfen, was man glaubt ihm heute noch vorenthalten zu dürfen. Aufhebung des nordamerikanischen Zucker- Differential zolles. Wie aus Washington drahtlich gemeldet wird, hat das Repräsentantenhaus mit 239 gegen 31 Stimmen unverändert die Vorlage angenommen, durch die der Zucker Differentialzoll aufgehoben wird. Der Abgeordnete v. Stumm wird für den Antrag ftimmen. Ebenso spricht Wolszlegier( Pole) für denselben. Weiter protestirt Redner dagegen, daß der Rektor der Berliner Universität den Ultramontanismus und die Sozialdemokratie als gleich gefährlich zusammengeworfen habe. Hammerstein( f.) meint, mit dem Gesetz soll der Versuch gemacht werden, auf dem Boden des gemeinen Rechtes alle Bestrebungen, welche auf die Untergrabung der Staatsordnung hinstreben, unter Strafe au stellen. Er stimmt für den§ 166. rathung dieser Vorlage hat zum Vorfizenden Dr. Size( 3.), zum Berufs- und Gewerbezählung. Die Rommission zur BeStellvertreter desselben Dr. Schneider( freis. Volksp.) und zu Schriftführern Dr. Schoenlant( S.) und Weiß( frs. Volksp.) gewählt. Außer Genosse Echoenlant gehört der Kommission lein Wertreter unserer Partei an. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 8. Sigung vom 30. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Hammerstein. Bebel( Soz.) konstatirt, daß die Herren Enneccerus, Süpeden und Liebermann jeht merken, daß sie sich in der Falle mit befinden. Wer aber den§ 111a überhaupt will, der muß auch den§ 166 in denselben aufnehmen. Die Regierung verbiene geradezu einen Vorwurf, daß sie den Paragraphen nicht von vornherein aufgenommen habe. Wenn Herr Enneccerus meine, Das Haus setzt die zweite Berathung des Stats fort bei die Aufnahme des§ 166 ftöre den religiösen Frieden, so geschehe dasselbe den dauernden Ausgaben der landwirthschaftlichen durch den ganzen Paragraphen gegenüber dem sozialen Frieden. Berwaltung Redner erklärt, daß, nachdem die Mehrheit der Konservativen Abg. Richter( frs. Wp.): Wenn ich auch in manchen Punkten für die Aufnahme stimmen werde, es sich für die Sozialdemo- anderer Ansicht bin als der Landwirthschaftsminister, so fann ich " Ich weiß, daß in einigen Vereinigungen von Cemstwos traten erübrige, dafür einzutreten. Anderenfalls würden sie für doch den Gebrauch, daß ein Minister darlegt, wie er zu allen Stimmen laut geworden sind, welche auf den Wunsch nach Ver- die Aufnahme gestimmt haben. Die sozialdemokratischen Mit Fragen seines Refforts steht, nur billigen. Es befundet das ein wirklichung abfurder Träume hindeuten, indem man glaubt, glieder werden sich jetzt in diesem Punkte der Abstimmung ent- Berständniß für die parlamentarische Form. Ich kann nur daß die Sem st wos an den Staatsangelegenheiten balten. wünschen, daß die übrigen Herren Minister diesem Vorgange theilnehmen würden. Möge jedermann wissen, daß ich alle Enneccerus( nat.) sucht noch einmal die Ueberflüssigkeit folgen und daß auch die Herren Minister der Justis und des meine Kräfte der Wohlfahrt des theueren Rußland weihe, daß der Aufnahme des§ 166 nachzuweisen, wobei er sich in Er- Jnnern, bevor ihr Gehalt bewilligt wird, darlegen, wie sie zu ich aber auch ebenso fest und beständig wie mein wägungen ergeht, welche bisher nur von der Oppofition geltend den einzelnen Fragen ihres Ressorts stehen( Lachen rechts). Daß anvergeßlicher Vater die Autotratie aufrecht gemacht wurden. Für den Fall der Aufnahme des Paragraphen die äußerste Linte fein warmes Herz für die Landwirthschaft erhalten werde." prophezeit Redner eine gewaltige Kulturkampf- habe, muß ich als eine ungebührliche Berdächtigung zurückweisen. bebatte im Plenum und in der Preffe. Nicht derjenige ist der zuverlässigste Arzt, der sich stellt, als Hüpeden( t.) bestreitet, daß er Lust am Kulturkampf ob er, ein unfehlbares Arcanum für alle Uebel befäße. habe. Das Gegentheil sei der Fall; er wisse, daß gerade die Die niedrigen Getreidepreise wirken nur in dem Maße nachtheilig, protestantische Kirche darunter am meisten gelitten habe. Der wie der Körnerbau vorherrscht. Wo der Viehzucht ein größerer Vorwurf, mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen, sei ein Antheil zufällt, ist die Landwirthschaft auch heute noch rentabel verbrauchter Wauwau und genire ihn, Redner, nicht. ( Widerspruch rechts), zumal die Landwirthe in der Lage sind, das geringwerthige Getreide zur Viehfütterung zu verwenden. Die niedrigen Getreidepreise wirken auch verschieden je nach der Größe des Besizes, sie wirken weniger nachtheilig bei den selbst arbeitenden Kleinbefizern. Einen Unterschied macht auch das Maß der Verschuldung; leider ist ein großer Theil des GroßDie deutschen Waffer Chauvinisten entrüften fich von Stumm hofft, im Gegensatz zu Bebel und Enneccerus, grundbesitzes übermäßig verschuldet, weil er die Güter zu theuer darüber, daß Mr. Rhodes, der Ministerpräsident und daß das Gesetz den religiösen und sozialen Frieden fördern werde. bezahlt hat oder weil die Güter über den eigentlichen Umfang oberste Regierungsbeamte der Kapkolonie, in einer Unter- Dr. Lieber bittet, im Interesse der Wiederherstellung des des Vermögens hinausgehen. Ich möchte aber nicht annehmen, redung kurz und bündig erklärt hat, die Walfisch Bay fonfessionellen Friedens den Antrag anzunehmen. Redner meint, daß, wenn der Rübenbau sich als unrentabel erweist, das werde nie und nimmermehr an Deutschland abgetreten daß seine Fraktion sich auf den Rahmen des Gesetzes nicht ein eine Ausdehnung der Krisis auf den Westen bedeutet; das mit Buckerrüben bepflanzte Areal stellt werden; sie gehöre der Rapkolonie und die englische geschworen habe. Will die Regierung das Gesetz durchbringen, denn bebauten Areals dar. Regierung habe da nicht hereinzureden. Unsere Kolonial barf sie sich nicht zu enge an den Rahmen der Vorlage nur 2 pet. des mit Getreide halten. Die niedrigen Preise sind eine Folge der guten Ernte; es werden fege, die bekanntlich die Walfisch- Bay für Deutschland bes Liebermann von Sonnenberg reklamirt noch ein- sich durch den Wechsel der Witterung andere Preise herausstellen, anspruchen, weil sie für die angrenzende deutsche Kolonie mal die Schimpffreiheit auf das Judenthum. Wenn die ver- weil selbst in den andern wettbewerbenden überseeischen Ländern sehr nüßlich wäre, hätten sich die Entrüstung derblichen Lehren des Talmud nicht mehr fritisirt werden dürfen der niedrige Getreidepreis zur Einschränkung des Körnerbaue sparen können. Denn jeder, der mit den Ver- und zwar in schärfster Weise, so sei das Staatswohl gefährdet. führen muß.( Buruf: Argentinien!) Das tommt nicht allein in hältnissen einigermaßen vertraut ist, wußte von vornherein, Redner weist darauf hin, daß die Juditatur wechselt. betracht, sondern in Nordamerika ist die Krisis auch schon vordaß die Kapkolonie sich die Walfisch- Bay nicht nehmen Was unter der 3ensur straffrei blieb, werde heute handen. Mit vollem Recht hat der Minister die große Erleichte laffen würde selbst wenn die englische Regierung bereit bestraft, besonders wenn der Richter ein Juberung hervorgehoben, welche der Landwirthschaft zu theil wird set. Der Fehler der Vorlage sei, daß sie Anarchisten und durch das Inkrafttreten der Steuerreform, welche namentlich bem wäre, sie abzutreten. Die englischen Kolonien pflegen nur, Sozialdemokratie auf dem Boden des gleichen Rechtes be- platten Lande des Ostens zu gute kommt. Bezüglich der Eisenso lange sie schwach find, Befehle vom Mutterland an- tämpfen wolle. Redner will Anarchisten, Sozial- bahnen, speziell der Staffeltarife, bin ich vollständig einverstanden zunehmen. Sind sie erstarkt, so gehen sie ihren eigenen demofraten und Juden durch ein Ausnahme- mit dem Minister. Die Staffeltarife müssen den Mittelpunkt der Weg, und stellt das Mutterland sich ihnen in den Weg, so geset bekämpfen. Eisenbahntarifreform bilden. Wir müssen uns abwenden von der reißen sie sich gewaltsam los, wie das die Vereinigten Lenzmann( FV) will den§ 166 im Strafgesetzbuch er- Eisenbahnpolitik Maybach's, welche das Heil für die Eisenbahnverwaltung erblickte in möglichst einfachen und ungebrochenen Staaten von Nordamerika gethan haben. Und die Kap- halten wissen, denselben aber nicht in den§ 111a aufnehmen. Enneccerus wehrt sich aufs neue gegen den Antrag, Gütertarifen. Von der Dezentralisation der Eisenbahn- Verwal kolonie, gleich den australischen Kolonien, fühlt sich jetzt obgleich er glaubt, daß derselbe in der Praxis gar keine An- tung verspreche ich mir für die Tarife teine Vortheile. Das ist chon als selbständige Macht.-. die böse Folge der Verstaatlichung der Eisenbahnen. Die finan ziellen Rücksichten wirken viel zu sehr ein. In der Hauptstadt Brasiliens ist wieder eine der landes, üblichen Revolutionen ausgebrochen. D Vom chinesisch- japanischen Kriegsschauplate liegen die folgenden Depeschen vor: wendung finden werde. Der Antrag Spahn wird hierauf mit 16 gegen 8 Stimmen, der Liberalen, Hüpeden und Liebermann, angenommen. Die Sozialdemokraten enthalten sich der Abstimmung. Die Aufnahme des§ 167 in den§ 111a wird mit großer Mehrheit beschlossen. Wie der Times" aus Shanghai von geffern gemeldet wird, haben die Kommandirenden der chinesischen Streitmächte tele= graphisch berichtet, daß die japanische Flotte am 26. d. M. um 3 Uhr morgens gegen Weihaiwei in zwei Divisionen mit Das Zentrum beantragt weiter, daß§ 172( Ehebruch) in 19 Schiffen vorrüdte. Die Kanonen der chinesischen Flotte und den§ 111a aufgenommen werde. Spahn( 3.) und die Landbatterien eröffneten das Feuer auf die erste Division, Hüpeden( t) sprechen für die Aufnahme. Beide Redner be als diese 1000 Meter von der chinesischen Flotte entfernt gründen ihre Stellungnahme besonders mit dem Hinweis auf die war. Die schnellsten chinesischen Schiffe und Torpedoboote Ghebruchsbramen. griffen den Feind an und schlugen ihn zurüd. Liebermann von Sonnenberg wird sich der Abjapanische Division segelte nordwestwärts, die zweite südwärts. Stimmung enthalten, da er zwar der Tendenz des Antrags zu Mehrere japanische Schiffe seien beschädigt worden. Die Japaner stimmt, aber die Konsequenzen nicht überfeben fann. Die erste Von einer Börsenreform erwartet der Minister nicht eine Steigerung, wohl aber die Stabilität der Getreidepreise. Wenn Stabilität das Ideal der Landwirthschaft wäre, dann würde das leicht erreicht; denn die Getreidepreise sind seit Monaten stabil( Heiterkeit rechts), freilich zu niedrig. Stabil können die Getreidepreise nicht sein, weil die Witterung nicht stabil ist. Was man mit der Börse machen will, ist ganz geeignet, die Aenderung der Preise zu begünstigen. Die Einschränkung des preisausgleichenden Terminhandels führt zu Preisschwankungen. Bezüglich der Währungsfrage hat der Minister cs mißbilligt, daß die Agitation in die großen Maffen getragen wird, um so mehr, als ein praktisches Ergebniß Parteinachrichten. = " Dr. Rüdt. Der Offenburger Boltsfreund" veröffentlicht folgendes Schreiben, welches Dr. Rüdt an den Vorstand der Landesorganisation in Offenburg unterm 28. Januar gerichtet hat: entsprechen. wegung. nicht zu erzielen ift. Unter dem Deckmantel, die Täuschung mit Benn große Unternehmer fich vereinigen, um] der Margarine zu verhindern, verbirgt sich das Bestreben, eine im Inlande theurer au verkaufen als nach Steigerung der Butterpreise herbeizuführen und den Verbrauch dem Auslande, so ist das durchaus nicht Gegen den ,, Umsturz". Unsere Parteigenossen im ganzen der Margarine einzuschränken. Das Bestreben wird aber wohl tadelnswerth. Die Zuckerfabriken können sich aber nicht Reiche fahren fort auf das lebhafteste zu agitiren gegen das geohne Erfolg sein. einigen. Wenn der Staat seine Vermittelung eintreten läßt und plante Knebelgesetz. Und der Stimmung nach zu schließen, die Der Minister hat eine große Menge von Fragen der nimmt von dem Betheiligten eine Steuer, um Prämien zu zahlen, fich in weiten Boltstreifen gegen dieses neue Attentat gegen die Gesetzgebung berührt; er dachte, wer vieles bringt, wird jeder- so ist das nur ein Schutz der Schwachen, die sich nicht fümmerlichen Volksfreiheiten geltend macht, dürfte die Regierung mann etwas bringen. Aber wer solche Programmreden der felbft helfen können. bei einer event. Auflösung des Reichstages recht bittere Erfah= Minister öfter gehört hat, der denkt dabei, wie der Jüngling Die Warnung des Herrn v. Puttkamer bezüglich der Rentenmit tausend Masten sich einschiffte und wie ſtill auf ge gutsbildung nehme ich gern hin. Es ist schon geschehen, rungen machen. Es haben weitere Proteſt- Versammlungen statt. rettetem Boot der Greis in den Hafen zurückkehrt.( Heiterkeit.) was geschehen konnte. Bielleicht hat man in der ersten gefunden in Dessau, wo der Reichstagsabgeordnete SchmidtMagdeburg referirte. In Stettin sprach der Reichstage= Der Minister meinte, daß die deutsche Landwirthschaft den Fleisch- Beit nicht genug Vorsicht angewendet; solche sozialen abgeordnete Schuh in a che r- Solingen vor etwa 4000 Personen. konsum vollständig befriedigen könne. Das Gegentheil ist niemals Maßregeln dürfen nicht überstürzt werden, damit man Eine fo start besuchte Versammlung hatte seit der letzten Wahlvon unserer Seite behauptet worden. Deshalb haben die Vieh- die gemachten Erfahrungen zur Vermeidung der Fehler bewegung in Stettin noch nicht stattgefunden. Das eine hat die zölle, auch wenn sie immer noch nachtheilig sind, nicht die Be- verwenden kann. Heutzutage wird wohl nicht mehr be- Umsturzvorlage sicher zu Wege gebracht, daß die Arbeiter aus deutung wie die Getreidezölle. Die Viehzölle wirken besonders stritten, daß die Landwirthschaft gegenwärtig der am meisten ihrer Gleichgültigkeit aufgerüttelt worden sind. nachtheilig bei gewissen Konjunkturen, z. B. 1889-90 bei dem gefährdete Erwerbszweig ist. Vor nicht langer Zeit wurde das Jm 7. schleswig- bolsteinischen Wahlkreise Mangel an Futtermitteln. Die amtliche Statistit hat bei der konstant bestritten und lediglich eine Nothlage des Großgrund sprach in mehreren Versammlungen der Reichstags- Abgeordnete letzten Viehzählung festgestellt, daß das Vieh sich um 10 pCt. befizes zugegeben. Darüber sind wir hinaus.( Sehr richtig! Legien, in Nortorf referirte der Genosse KIüß Riel. vermehrt hat. Die Menge des gebauten Getreides wird wachsen, rechts.) Am Sonntag, den 27. Januar, sprach Genosse Wenzel aus aber niemals so sehr, daß Deutschland des Zuschusses aus dem Landwirthschafts- Minister v. Hammerstein: Ich habe gestern Auslande entbehren könnte. Das könnte nur geschehen durch gesagt, es sei in der Generaldiskussion von anderer Seite Ludwigshafen vor ungefähr 1000 Personen in einer Volksversammlung in Pirmasens. Der Vortrag fand großen Beifall Machtmittel des Reichs, durch Vertheuerung der Preise. Die Frage angeregt, ob es nicht möglich und ausführbar und wurde die Protestresolution einstimmig angenommen. In Deutschland ist weit mehr als jedes andere Land vom inter- sei, in eine Revision der Handelsverträge einzutreten. Homburg( Taunus) fand am gleichen Tage eine öffentliche nationalen Waarenaustausch abhängig; will es seine sich ver- Ich habe diese Frage als außerordentlich schwierig Bolksversammlung statt, die trotz der strengen Kälte auch von mehrende Bevölkerung ernähren, bedarf es eines zuschusses an bezeichnet; von mir ist eine solche Anregung nicht gegeben. Den umliegenden Orten gut besucht war, etwa 300 Personen Nahrungsmitteln, der bezahlt werden muß durch Exportwaaren. Bezüglich des Antrages Kanit habe ich ausgeführt, daß ein füllten den Gaal bis auf den letzten Play. Reichstag- AbgeordHier spricht man davon, daß Deutschland sein Getreide selbst formulirter Antrag noch nicht vorliege. Ich habe zunächst ge- neter Brüh ne sprach unter lebhaftem Beifall über die Umsturzbauen müsse, und im Reichstage verlangt man eine Kreuzerflotte, fagt, die Staatsregierung sei entschlossen und gewillt, die vorlage. Ein Geheimpolizist, welcher außer den beiden überdurch welche die Zufuhr auswärtigen Getreides geschützt wird. Handelsverträge auszuführen und dann dargelegt, daß es wachenden Beamten im Saal war und sich Notizen machte, mußte ( Heiterkeit.) Ich kann mir teine politische Sonstellation zweifelhaft fei, welche innerhalb des Antrages Kanis angeregten auf Veranlassung des Genossen Brühne den Saal verlassen. Die vorstellen, in welcher Deutschland die Rolle einer belagerten Gedanken ausiührbar feien ohne Verlegung der Handels- Versammlung nahm einen ausgezeichneten Verlauf.- In Hanau Festung spielen würde. Bei jedem Kriege werden andere Fragen verträge. Ein Getreidemonopol habe ich als keinen Verstoß fand ebenfalls eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der die Rolle spielen als die der Ernährung der großen Heeresmaffen. gegen die Handelsverträge bezeichnet; aber den Verkauf des Ge: Genosse och Frankfurt referirte. Protestresolutionen wurden Ungünstige Konjunkturen kommen auch in Handel und Industrie freides nach einem bestimmten Durchschnittspreise habe ich als in sämmtlichen Versammlungen angenommen. vor, aber man erhebt dort kein Lamento darüber. Müssen sich nicht einen solchen Verstoß gegen den Handelsvertrag bezeichnet. Beim die Arbeiter bei ungünstigen Konjunkturen mit einem geringeren Lohn Schluß der Debatte will ich auf die anderen Fragen eingehen. begnügen? Ja, entbehren sie nicht manchmal der Arbeitsgelegenheit Nach dieser Bemerkung verlassen die Mitglieder der Rechten überhaupt? Eine Echmälerung der Rente des Besitzenden ist fast sämtlich den Saal. erträglicher als eine Schmälerung des Einkommens des Besitz- Abg, Sattler( natl.): Die Landwirthschaft ist ein wichtiger, Losen. Gerade den großen Arbeiterklassen kommen die niedrigen vielleicht der wichtigste Zweig unseres Erwerbslebens. Wir stellen Seit meinem im Anfang November geschehenen Austritt aus Getreidepreise zu gute.( Widerspruch rechts.) Das Märchen, daß dabei immer den Bauernstand in den Vordergrund, weil die der Partei- Organisation sind mir, abgesehen von den bekannten die Bäcker, die Müller und die Zwischenhändler den Vortheil anderen Zweige der Landwirthschaft, wenn sie einmal zu grunde öffentlichen Kundgebungen, von seiten sozialdemokratischer von den niedrigen Getreidepreisen haben, das glaubt Ihnen nie- gehen sollten, viel leichter ersetzt werden können als der Bauern- Vereine, sowie von zahlreichen Parteigenoffen aus allen Gegenden mand. Während man früher für 50 Pfennig nur 3-3 Pfund stand. Mit dem Landwirthschaftsminister sind wir einverstanden, des Landes Schreiben geworden, die mein Scheiden aus der Brot kaufen konnte, fann man jekt 6-61/ 2 Pfund Brot be daß alles geschehen soll, um der Landwirthschaft auf dem Gebiete Partei auf das lebhafteste bedauern und mich in vertrauenskommen. Die Rente des beweglichen Kapitals ist viel mehr ge- des Verkehrswesen zu helfen, auch durch bessere Tarife, fogar voller Weise aufforderten, meinen Schritt zurückzunehmen. Trokfunken als die Grundrente.( Widerspruch rechts.) Um 10 pet. durch Staffeltarife, die freilich nicht in Berlin enden dürfen. An dem habe ich bisher gezaudert, dem Wunsche der Genossen zu find die Domänenpachten seit 1876 gesunken; die Zinsrente ist die Eisenbahnen und Wege schließen sich Wasserstraßen und aber seitdem um mehr als 22 pet. gesunken. Die Neu Kanäle, die für landwirthschaftliche Produkte die größte Bedeutung Nachdem nun aber gestern auch von seiten des Vertrauens verpachtungen find aber immer noch 50 pCt. höher für die haben und keineswegs blos der Erleichterung der Einfuhr dienen. mannes des 12. badischen Reichstags- Wahlkreises im Auftrage neue Pachtperiode gegenüber der vorvorigen von 1858-76. Den Antrag des Grafen Kanit hat der Minister nicht freundlich des sozialdemokratischen Vereins" Vorwärts" in Heidelberg, Ein Hauptvortheil von Handelstarif- Verträgen besteht in der aufgenommen; Herr von Puttkamer sprach ja von einem Be- meinem Wohnsize, an mich das" Ersuchen gerichtet wurde, Sicherheit, welche sie für alle Erwerbszweige bieten. Wenn nun gräbniß erster Klasse. Eigentlich bleibt von dem Antrage Kanit wiederum das Reichstagsmandat für den genannten Wahlkreis unmittelbar nach dem Abschluß von Verträgen die Revision der nichts übrig, was vor den Handelsverträgen bestehen kann. Der anzunehmen und in die Reihen der Partei zurückzutreten, felben als erwähnenswerth erklärt wird, so wird dadurch Un- Charakter des Etaatsrathes als sachverständiger Beirath ergiebt habe ich geglaubt, dem Willen meiner Parteigenossen mich ficherheit erzeugt und dadurch der wesentlichste Vortheil der Ver- sich daraus, daß man sogar einen Sozialdemokraten vor dem nicht mehr länger widersezen zu sollen und habe die Busage träge beseitigt. In bezug auf die Branntweinbrennerei will man selben vernommen hat. Herr Richter sollte sich doch darüber meines Wiedereintritts in die Parteiorganisation gemacht. Ich die großen Brennereien mehr belasten. Man will die neuen nicht so sehr aufregen. Der Landwirthschaft im Osten geht es halte mich nunmehr auch verpflichtet, dem Vorstande der LandesBrennereien nicht mehr am Kontingent betheiligen. Dadurch würde schlechter als der im Westen, dem Großgrundbesitzer schleuter als organisation sowie meinen Parteigenossen im ganzen Lande hiervon den Gütern, welche jetzt Brennereien haben, eine Realberechtigung dem kleinen Besizer, der selbst mitarbeitet, während der erste Nachricht zu geben. Dr. P. A. Rüdt. gewährt werden, wie sie am Anfang des Jahrhunderts be- unter dem Arbeitermangel und den hohen Löbnen leidet. Man Wir beschränken uns für heute darauf, unseren Lesern obiges standen, die wir mit schwerem Gelde abgelöst haben. muß deshalb auf eine Aenderung in der Befißvertheilung hin zur Kenntniß zu bringen, möchten aber doch gegen die AnDer Redner geht dann näher auf die beabsichtigte Berufung wirken. Das Bauernlegen kommt jetzt selten vor; man müßte schauung, als ob die Zugehörigkeit zu unserer Partei gewisserdes preußischen Staatsraths ein. Der Staatsrath war früher jetzt eine Mischung der verschiedenen Besigklassen herbeiführen, maßen so oft als ein Rock gewechselt werden könnte, ganz entschieden in Preußen ein Surrogat des Parlaments; alle politischen Fragen durch die Kolonisation und die Rentenguts- Bildung, durch das Front machen, es entspricht das nicht dem Ernste unserer Bemußten ihm vorgelegt werden. Davon ist keine Rede mehr. Anerbenrecht. Für die Fideikommisse aber müßte eine obere Die Verhandlungen haben jeht gar keine Autorität mehr. 1884 Grenze gefchaffen werden, damit nicht alles Land festgelegt und wurde der damalige Kronprinz zum Vorsitzenten des Staatsraths dem Verkehr entzogen werde. Wir sehen der Führung des berufen, um ihn in die Politik des Fürsten Bismarck hineinzu- Ministers mit Vertrauen entgegen.( Beifall bei den Nationalziehen, was allerdings nicht gelang. 1890 hatte der Minister liberalen.) v. Bötticher jede Arbeiterschutz- Gesezgebung abgelehnt und neun Abg. v. Mendel- Steinfels( t.) protestirt dagegen, daß man Wochen später kamen die kaiserlichen Erlasse, und der Staats- den Nothstand der Landwirthe erst dann anerkennen will, wenn rath sollte für den Fürsten Bismarck einen Widerstand gegen die sie verhungern. Schlemmer sind die Agrarier nicht, das fönnen Wünsche des Monarchen bilden. Jetzt will man nicht Deckung die Sozialdemokraten und Herr Richter erfahren, wenn sie sich haben nach oben, sondern nach unten hin gegenüber den Agrariern einmal auf das Land begeben wollten. Die Produktionskosten und der konservativen Partei in bezug auf den Antrag des Grafen übersteigen den Preis; fann die Regierung dagegen ein anderes Kanik. Man behandelt den Antrag Kanis dilatorisch, man lehnt Mittel vorschlagen als den Antrag des Grafen Kanik, so wird ihn nicht ohne weiteres ab. Die Rücksicht auf vorhandene Strö man den letzteren fallen laffen. Manche Maßnahmen der Remungen im Parlament ist an sich ganz richtig. Aber die augen- gierung haben Unzufriedenheit im Lande erregt, die nicht eher blickliche Strömung verdient nicht hohe Beachtung. Der Antrag schwinden wird, bis man Thaten statt der Worte des Grafen Kaniz ist gegen 46 Stimmen abgelehnt worden. sieht. Wenn durch Handelsverträge die 3ölle fest Die Kölnische Zeitung" hat es ausgeplaudert, was in der wirth- legt, wenn man die gesperrten Grenzen öffnet, so muß schaftlichen Bereinigung vorgegangen ist. 21 unter 36 anwesenden das Misstimmung erregen. Der Rückgang der LandwirthMitgliedern von den 100 Mitgliedern waren nur so wenig schaft hat auf die Konsumfähigkeit von 47 pCt. der Bevölkerung, erschienen waren für die Einbringung des Antrages. Und und damit auch auf Handel und Gewerbe nachtheilig gewirkt. Wolff's Telegraphen- Bureau. darüber soll nun der Staatsrath beschließen.( Heiterkeit.) Der Denn Deutschland ist kein Industriestaat, wie im Reichstag gesagt Breslau, 30. Januar. Die Schlesische Zeitung" schreibt: Minister stellte es als zweifelhaft hin, ob der Antrag Kanit wurde, Deutschland ist em Agrarstaat und wird es noch lange gegen die Handelsverträge verstoße. Das ganze Ansehen bleiben. Je mehr Deutschland sich abhängig macht mit seinem Nach Mittheilungen Reisender rannte der Berlin- Wiener SchnellDeutschlands würde durch eine solche Maßregel erschüttert industriellen Export von fremden Staaten, desto mehr wird es zug, welcher um 4 Uhr 54 Minuten in Berlin eintrifft, auf öster werden.( Lachen rechts.) Wirthschaftlich betrachtet, bedeutet der abhängig von allen Revolutionen in den überfeeischen Ländern. reichischem Gebiete in einen auf offener Strecke liegenden Güters Abg. v. Tiedemann- Labischin( it.) weist darauf hin, daß zug. Die vier letzten Wagen des Güterzuges wurden zerAntrag eine Erhöhung des Bolles für Roggen von 35 cui 80, für Weizen von 35 auf 100 M. Man nennt das eine gleitende die Landwirthe am meisten über die Arbeiterversicherung flagen. trümmert, die Maschine des Schnellzuges wurde erheblich Stala; ja, aber der Minimalzoll wird nicht ermäßigt, er wird Er sei kein Gegner derfelben; man habe damit einen Sprung beschädigt. Der Durchgangswagen Wien- Berlin fonnte die Fahrt nur erhöht. Der Antrag will den Durchschnittspreis der letzten ins Dunkle gemacht, aber nach den gemachten Erfahrungen müsse fortfeßen. Dem Schaffner des Schlußwagens des Güterzuges 40 Jahre zum Minimalpreis machen. Warum soll blos für den er erklären, die Gesetze seien mit den Forderungen des praktischen wurden beide Beine abgefahren, derselbe starb unter den Händen Getreidebau der Großgrundbefizer( Lachen rechts) eine Preis Lebens nicht vereinbar. Er macht dann verschiedene Verbesserungs- eines im Zuge befindlichen Breslauer Arztes. Der Lokomotiv regulirung eintreten? Warum nicht bei anderen landwirthschaft- vorschläge und bittet die Regierung dieser Frage ihre Aufmerksam führer und der Heizer des Schnellzuges retteten sich durch Abs springen. lichen Produkten, ja bei allen industriellen Produkten und bei der feit zuzuwenden. Zinsrente? Und fann der Arbeiter nicht auch einen MinimalWien, 30. Januar. Die„ Neue Freie Presse" meldet aus Abg. Sieg( ntl.) dankt dem Minister für sein Entgegen lohn verlangen? Man will das Privateigenthum fommen den Wünschen der Landwirthschaft des Ostens gegenüber Sofia: Die parlamentarische Untersuchungstommission beschloß, behalten, aber das Risito nicht tragen. Wer und bittet ihn, baldigst eine Informationsreise daselbst vor über den unbeweglichen Befiz Stambulow's die Sperre zu das nicht tragen will, der verliert die fittzunehmen, aber nicht unter Führung der Oberpräsidenten, verhängen. Die Verwaltungsbehörden gaben diesem Beschlusse Die Folge. liche Berechtigung zum Privateigenthum! sondern lieber der Landräthe oder der Kreisdeputirten. Christiania, 30. Januar. Wie von unterrichteter Seite vers ( Sehr richtig, lints) Ein fo gemäßigter Mann, wie Herr Steuerreform habe der Landwirthschaft feinen Vortheil gebracht; von Bennigsen, der selbst Gutsbefizer ist, bezeichnete den die Gewerbesteuer werde namentlich von den Brennereien in unsichert wird, werde das Kabinet nach dem Schluffe der morgigen Antrag Ranig als gemeingefährlich, als Wasser auf die Mühle angemessener Höhe erhoben; man steigere auch die Anforderungen Staatsrathssigung demissioniren. Brüffel, 30. Januar, Repräsentantenkammer. Beernaert der Sozialdemokratie; er meinte, man sollte einer Anzahl von für die Schule gegen das Votum der Kreistage, meist auf AnFanatikern die Vertretung der Landwirthschaft aus der Hand treiben von Regierungsassessoren, die von den Berhältnissen nichts wurde zum Rammerpräsidenten gewählt mit 91 Stimmen der Rechten gegen 46 Stimmen der Linken, welche für den bisherigen nehmen. Die Herren von der Rechten bekundeteen dem neuen verstehen. Landwirthschaftsminister gestern noch etwas fühl das Vertrauen, Abg. Herold( 3.) dankt dem Minister für seine Antritts- Präsidenten de Landsheere abgegeben wurden. Rom, 30. Januar. Die Agenzia Stefani" veröffentlicht aber das wird sich bald in Mißtrauen wandeln, wenn seine Ant- rede und spricht die Hoffnung aus, daß derselbe der Landwirthwort gestern wirklich nur ein Begräbniß erster Klasse bedeutete. schaft helfend zur Seite stehen werde. Deshalb sei auch wohl folgende Note: Zwei Bataillone, die heute von Neapel nach Finanzminister Miquel: Ich muß dabei bleiben, daß diese seine Ausführung über die Staffeltarife nicht dahin zu verstehen, Maffauah abgeben, sind dazu bestimmt, die Vertheidigungskräfte Verhandlungen beffer im Reichstage stattfänden. Herr Richter daß er diese wieder einführen wolle. Eine Steigerung der Ge- gegen die Tigriner endgiltig zu vervollständigen. Es sind das Alle wir gern annehmen, wenn sie die letzten(?) Bataillone, die nach Afrika gehen. hat sich mißfällig geäußert über die beabsichtigte Berufung des treidepreise würden auch Staatsrathes. Die Frage, ob der König von Preußen einen möglich wäre. Aber der Antrag Kanig ist unausführbar, Meldungen von einer Expedition gegen Harrar find durchaus Agitation weil für denselben ist bedenklich, fachkundigen Beirath berufen will, um wichtige preußische die fie unbegründet. Die italienische Regierung unterhält die besten entfacht ist, aber nur schwer Fragen, die auch Reichsfragen sind, zu entscheiden, hängt leicht zurückgedrängt Beziehungen zu Ras Maconen. New- York, 29. Januar. Nach einer Meldung des„ Herald" allein ab von der Entscheidung des Königs und unbedingt werden kann. Der Hinweis auf die Viehzucht hat nur dann eine nicht von der Kritik des Landtages, die keinen Rechtsgrund hat. Bedeutung, wenn durch die schärfste Kontrolle jede Senchengefahr aus Rio de Janeiro vom heutigen Tage lagern die Truppen auf Der Staatsrath ist keine Körperschaft, die sich beliebig von verhindert und die Landwirthschaft vor den aus den Seuchen ent- den öffentlichen Plägen, patrouilliren in den Straßen und be jemand gebrauchen läßt. Mit Reichsfragen soll sich der Staats- stehenden Verlusten beschützt wird. Man brauche nicht einmal schüßen die Bureaus der Zeitungen. Zur Unterstützung des Redner empfiehlt den Militärs ist Marine Infanterie gelandet worden. Die Kadetten rath gar nicht befassen. Kennt Herr Richter die Tagesordnung die Vieheinfuhr für das Zuchtmaterial. des Staatsraths? Glaubt er, daß derselbe allein wegen des An- Schutz der Butter gegen Margarine, bessere Fürsorge für die der Militärschule haben sich empört; man glaubt, daß dieselben trages des Grafen Ranih berufen wird? Wir kennen die Tages- Buckerindustrie, Förderung der Kleinbahnen und des Eisenbahn sich im Besige von Kanonen und Munition befinden. ( Depeschen- Bureau Herold.) ordnung noch nicht einmal. Wenn der Kaiser sachverständige verkehrs, namentlich durch Einrichtung von Güterbahnhöfen auf Frankfurt a. M., 30. Januar. Die„ Frankfurter Zeitung" Männer beruft, um seine Etellung in Reichsfragen zu nehmen, dem platten Lande; Gewährung des Reichsbankkredits für die ist das zu tadeln? Herr Richter hat ebenso unbewiesen mich als Genossenschaften, beffere Regelung des Gesindemaklerwesens 2c. meldet aus München: Eine zahlreich besuchte Versammlung der Vater des Zuckersteuer- Gesetzes von 1891 bezeichnet. Das ist Mißtrauisch ist Redner gegenüber den Siloanlagen, deren Vor- Sektion Landsberg des oberba yerischen Bauernbundes protestirte Dieses Gesetz verdanken wir der räthe immer preisdrückend wirken würden. auf Kleitner's Antrag einstimmig gegen den Antrag Kanit und falsch( Heiterkeit rechts). Darauf wird die Debatte vertagt. gegen die drohende Wiedereinführung der Staffeltarife auf GeInitiative der Reichsbehörden allein. Es ist ein Kompromiß der treide und Vieh in Preußen. Ich war damals eben in das verschiedenen Strömungen. Ministerium gekommen und habe damals nicht voll erkannt, welche Wirkungen das Steuergesetz haben würde. Der Minister geht 11 näher auf die von Richter angegriffene Exportprämie für Zucker ein. Man kann als Nationalökonom die Exportprämien grundsäglich verwerfen und sie doch als ein nothwendiges Uebel binnehmen. " Es folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Schluß nach 41/2 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag Uhr( Fortsetzung der abgebrochenen Debatte). 3 Wahlkampf. Durch die Mandatsniederlegung des Reichs. tage Abgeordneten Baron v. Bulach, der bekanntlich zum Unterstaatssekretär für Elsaß Lothringen ernannt wurde, hat eine Neuwahl im Kreise Erstein- Molsheim stattzufinden. An dieser Wahl werden sich auch, obwohl Aussicht auf Erfolg nicht vorhanden ist, nach der Mittheilung des Offenburger Volksfreund", die Sozialdemokraten betheiligen, indem sie einen eigenen Kandidaten aufstellen. Todtenliste der Partei. Gegen 500 Genoffen gaben am Sonntage dem verstorbenen Genoffen unit in Stötteriz das letzte Geleit. Von einigen unliebsamen Szenen mit dem Herrn Geistlichen abgesehen, verlief die Feier in würdigster Weise; dem Verstorbenen werden die Genossen ein treues Andenken bewahren. Depeschen. " Wien, 30. Januar. Der 64 Jahre alte Eifengießer- Gehilfe Krabam versuchte aus Furcht, daß nach seinem Tode seine be= deutend jüngere Frau Hunger leiden würde, dieselbe durch Hanımerschläge auf den Kopf zu tödten und erstach sich dann mittels eines Messers. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ar. 36. Donnerstag, de« 31. Jannar 1893. 13. Jahrg. Z?«rlk»»nenksl»eviihke. Deutscher Reichstag. 26. Sitzung vom 30. Januar 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesralhs: Reichskanzler Fürst H o h e n � lohe. Staatssekretär von Puttkamer. Ter erste Gegenstand der Tagesordnung, Bericht der Ge schäfteordnungs Kommission über die Frage der Priorität der Jnilialivanlräpe, wird abgesetzt, da neue Anträge dazu eingebracht sind, die noch nicht gedruckt vorliegen. Das Haus wendet sich zur ersten Berathung des von den Sozialdemokraten eingebrachten Gesetzentwurfs, wodurch der Diklalurpnragraph für Elsaß-Lothringen aufgehoben werden soll. Mit dieser Berathung wird diejenige der eisaß-lolhringischen Abgeordneten, denselben Gegenstand betreffend, verbunden. Antragsteller Abg. Bebel: In wenigen Monaten werden es 24 Jahre, daß der Deutsche Reichstag fast einstimmig be- schloß, das dutch den deutsch- französischen Krieg eroberte Elsaß- Lothringen als einen Theil des Deutschen Reiches einzufügen. Als jene Eroberung sich vollzogen halte, ertönten in nahezu der gesammten deutschen Presse wahre Dithyramben auf die wiedergewonnenen Brüder, und es hatte den An schein, daß es jetzt die vornehmste Aufgabe des Deutschen Reiches bezw. der deutschen Volksvertretung sein werde, alles aufzubieten, um den„wiedergewonnenen Brüdern" die neue Staatsangehörigkeit so erträglich und angenehm wie möglich zu machen. Dem widersprach auch zunächst nicht die Thatsache, daß der Reichetag im Mai 1871 der Eingliederung von Elsaß-Loth- ringen zustimmte und dem Reichskanzler die vollständigste Vollmacht ertdeilte, in bezug auf die inneren Verhältnisse Elsaß-Lothringens zu schallen und zu walte», wie er es ziveck- entsprechend hallen würde. Diese umfassende Diktatur wurde zunächst auf zwei Jahre festgestellt und das staatsrechtliche Verhäliniß Elsaß-Lothringens ist bis zum heutigen Tage insofern das alte, als nach wie vor der in Eisaß-Lolbringen residirende Statthalter als höchster Reichsbeamter, als Regent der Reichs- lande, Vollmachten in einen, Unisange besitzt, wie sie kein anderer deutscher Staat, ja kein anderer Kulturstaat in ähnlichem Maße Hai. Es ist wichtig. Ihnen die freundlichen Aeußerungen ins Gedächtniß zu rujen, welche seinerzeit bei dem Emverleibungs- Gesetzentwurf von seilen des damaligen Reichskanzlers und der anderen Redner hier gefalle» sind. Damals sagte Fürst Bismarck, nachdem er daraus hingewiesen, daß die Elsaß-Lothringer sich in ihre französische Zugehörigkeil leicht hineingefunden hätten und daß im Elsaß eine gewisse Abneigung gegen Deutschland vorhanden war, es sei unsere Pflicht, diese Abneigung mit Geduld zu überwinden, im allgemeinen hätten wir Deutsche die Gewohnheit, wohlwollender und menschlicher zu regieren, als die französischen Staatsmänner thälen, das sei ein Vorzug des deutschen Wesens, der im deutschen Herzen liege und der dem Elsässer bald erkennbar werden würde, �ivir seien auch in der Lage, den Bewohnern einen viel höheren Grad von kom- munaler und individueller Freiheit zu bewilligen, als die französischen Einrichtungen und Traditionen dies je vermochte». Er sei überzeugt, daß es uns mit großer Geduld und mir Wohl- wollen gelingen werde, den Landsmann dort zu gewinnen, viel- leicht in kürzerer Zeit als man jetzt erwarte. Diese Ausführungen des damals maßgebenden Staatsmannes berechtigten zu den be- gründetsten Hoffnungen, daß es in vergleichsweise kurzer Zeit möglich sein werbe, die Elsaß-Lothringer als vollberechtigte deutsche Staatsbürger anzusehen. Das dies nicht der Fall ist und daß heute die schlimm st en Ausnah niezu stände dort eristiren und fortdauern ist nicht die Schuld der dortigen Bevölkerung, und ich bin gespannt vom Regierungstisch zu er- fahren, was die ungeheure Mehrheit der elsaß-lothringischen Bevölkerung gethan oder nicht gethan hat, um diesen Ausnahme- zustand zu rechtfertigen. In derselben Sitzung, von der ich vorhin sprach, erinnerte Herr v. Kardorff an die vielen Drang- sale, welche die deutschen Protestanten von Elsaß-Lothringen unter französischer Herrschaft zu erdulden gehabt haben und er wies darauf hin, daß das auch für dies wirthschnftliche Gedeihen des Landes, das zu neuer nationaler Krajt erwachte, in sich befestigte Deutsche Reich eine größere Bürgschaft biete als Frankreich mit seinen fortwährend wechselnden Regierungsformen. Weitere bemerkenswerthe Aeußerungen liegen aus jener kurzen Debatte nicht vor. Aber in dem Bericht der Kommission, welcher der Entwurf überwiesen, war in prägnantester Weise zum Ausdruck gebracht worden, daß auch sie entschlossen war, alles aufzubieten, um den Elsaß- Lothringern die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich so angenehm wie möglich zu machen. Wenn trotzdem die ungeheuere Mehr- heil der Elsaß-Lothringer diese Gefühle, die hier von Ihnen er- wartet wurden, nicht theilt, wie ich offen bekenne, so wird es später meine Ausgabe sein, zu untersuchen, warum. Bei der zweiten Lesung des Entwurfs sprach sich Herr v. Treitschke be- sonders wohlwollend für die Elsaß- Lothringer aus, er forderte für sie die Selbstverwaltung im deutschen Sinne. Aber jene Versprechungen und Voraus- setzungen sind nichterfüllt worden. Die Diktatur besteht nach wie vor in Elsaß-Lothringen.(Redner zitirt die ein- schlagenden Bestimmungen der noch jetzt für die Reichslande bestehenden Gesetzgebung, durch welche über das gesammte soziale Dasein Elsaß-Lothringens die Diktatur verhängt wird.) Alle Maßregeln kann der Statthalter danach treffen, die er nach seiner individuellen Meinung für geeignet hält, um die nach seiner Meinung für die öffentliche Sicherheit vorhandene Gefahr fernzuhalten. Das ganze Land ist jetzt beinahe 24 Jahre diesem dauernden Belagerun gs zu stände ausgesetzt. Man kann wohl sagen, der letzte Polizist in Elab-Lothringen hat dort eine weit größere Gewalt über die Existenz des einzelnen Bürgers, als im übrigen Deutschland ein höherer Re- gierungsbeamter. Ein solcher Zustand ist natürlich höchst unbehaglich und drückend für die Bevölkerung, da niemand weiß, in welchem Augenblicke er sich etwa das Wohlwollen der betreffenden Behörden, in deren gutachl- liches Ermessen er seine ganze soziale und wirthschaftliche Existenz gegeben hat, verscherzt hat, und da die Mittel zu seiner Schädigung geradezu ohne Grenzen sind, so muß das selbst- verständlich aus den gesammten Geist der Bevölkerung im höchsten Maße deprimireud einwirken. Niemand wagt etwas zu äußern aus Furcht, sich dabei zu schade»; so komme» denn die allerberechtigsten Beschwerden über das Verhalten der Beamten garnkcht zur Kennlniß des höheren Beamten, geschweige denn des Statthalters. Thalsächlich >vird Elsaß-Lothringen in vollem Umfange als ein erobertes Land behandelt(Zustimmung bei den Sozialdemokraten), die Be- völkerung als eine feindliche angesehen, gegen welche die außer- ordentlichsten Verwallungsmaßregeln nothwendig sind. Wie könnte man denn sonst diesen Znstand ausrecht erhalten? Elsaß-Lothringen ist seit 1871 ein deutsches Land, aber mehr als neun Zehntel seiner Gesetze sind heute noch französischen Ursprungs.(Hört, hört i links.) Diese Gesetze bestanden auch in Frankreich, aber während bei dem beständig wechselnden Regierungssystem in Frankreich die «ine Regierung auf eine ganze Reihe von Vollmachten freiwillig verzichtete, oder sie einschlafen ließ, und die andere Regierung sie für „olhwendig erachtete, um ihre Existenz aufrecht zu erhalten, be- stehen jetzt diese Gesetze in Elsaß-Lothringen in voller Kraft. Es handelt sich um Gesetze, Dekrete und Verordnungen, die zum theil ein ganzes Jahrhundert zurückreichen und in der Periode des sogenannten Schreckens unter dem Konvent für nothwendig erachtet wurden, während andere ebenso drakonische Bestimmungen aus der Zeit Napoleons I. und III. und Louis Philipps herrühren. Frankreich hat sich seit 1871 bis heute als Republik erhalten können; sie hat also eine Lebensdauer, wie sie in gleicher Weise keine Staatsform in Frankreich früher erreicht hat. Während dieser ganzen Zeit ist eine Menge älterer Gesetze und Verordnungen in Frankreich beseitigt worden; Elsaß- Lothringen wird immer noch auf grund jener beseitigten Gesetze weiter regiert. Diese Gesetze werden von unser» deutschen Beamten in einer Weise angewendet und ausgelegt und ihre Uebertretung bestraft, wie man es selbst in den schlimmsten Zeiten in Frankreich kaum ärger gekannt hat.(Zu- stimmung links.) Das muß ein Gefühl der Rechtlosig- keit, der Vernachlässigung, d e r U n t e r d r ü ck u n g in den weitesten Kreisen Elsaß-Lothringens hervorrufen. Mit der Schaffung des Landesausschusses ist eine gewisse Erleichterung gewährt worden, aber es ist eine 'Art von Parlament, welches man spottweise Rentner- Parlament genannt hat, weil in ihm nur die Bemittelten Sitz und Stimme haben. Ich selber habe mich persönlich im letzten Sommer auf einer Reise nach Basel aus der Unlerhaltung eines Freiburger Professors und eines Freiburger Gcschästs- mannes, die mich beide nicht kannten, überzeugen können, wie unheilbringend die Diktatur sich im Elsaß geltend macht. 1885 beantragte der Abg. Cablä die Beseitigung des Diktatur- Paragraphen. Zu einer zweiten Lesung des Antrages kam es nicht, und es steht dahin, welches Schicksal der Antrag eventuell gehabt haben würde. Jetzt ist es aber die allerhöchste Zeit, daß die 1371 in Aussicht gestellte Gleichberechtigung der Elsaß-Lothringer mit den Altdeutschen endlich zur That und Wahrheit wird. Heute fehlt es in Elsaß-Lothringen an den er- forderlichen Organen, um die Beschwerden der Bevölkerung frei und offen zum Ausdruck zu bringen. Jedes Blatt fragt sich naturgemäß in erster Linie, ob es nicht in der Ausdrucksweise oder in der Beschwerbe überhaupt so weit gehe, daß eventuell die Unterdrückung des Blattes aus grund des Diklalurparagrapben eintreten könnte. Es ist nicht einmal nothwendig, daß eine einzige bestimmte Handlung einen solchen Gewaltakt rechtfertigt oder provozirt, sondern es heißt da unter Umständen auch: Ja. das Blatt ist unterdrückt worden, wir haben es speziell schon lange aus dem Korn und endlich ist das Maß zum Ueberlausen voll geivorden; der oder jener Punkt hat endlich den letzten Tropfen in das Blaß gegossen, wo die Geduld dann reißt. Es ist auch nicht zu übersehen, daß jene Unter- drückung eines solchen Blattes zugleich eine geschäftliche Schädi- gung der Redakteure, Expedienten und Schriftsetzer zur Folge hat. Dieses über dem Haupte der betreffenden immerfort schwebende Damoklesschwert übt einen lähmende» Einfluß aus die Presse aus, so daß die Rcgierungsorgane gar nicht in der Lage sind, die wirkliche Stimmung der Bevölkerung zu beurtheilen. Die Preß- freiheit in Elsaß-Lothringen ist eine Phrase. 1831 am 15. Sep- tember, einen Monat vor der Reichstagswahl, wurde die „Preffe von Elsaß-Lothringen". am 4. Mai, einen Monat vor den Bezirkstags-Wahlen das„Elsässische Volksblatt" unterdrückt. Herr Anloine hatte 1833 die Absicht, eine Zeitung„Metz" heraus- zugeben. Durch Ukas vom 5. August 1883 wurde bereits im voraus das Erscheinen dieses Blattes verboten. Die Behörde sagte sich, zunächst mag ja das Blatt keine Bedenken für die öffentliche Sicherheit erwecken, weil es noch nicht existirt, aber später wird es anders, wenn es er- scheint. Am 22. November 1884 wurde das Blatt„Union von Elsaß-Lothringen", ein katholisches Blatt, verboten, endlich wurde auch das„Echo", ein gänzlich unpolitisches Witz- blatr, verboten. Selbst die nationalliberale„Slraßbnrger Post" konstalirte, daß keines der erwähnten Blätter proiestlcrisch im landesüblichen Sinne gewesen sei. Nicht allein die ausländischen'Zeitungen können, wie auch anderwärts ver- boten werden, sondern es kann auch jedem altdeutschen Blatt, dessen Haltung bedenklich erscheint, der Eintritt nach Elsaß- Lothringen untersagt werden. Es können auch Altdeutsche, wenn sie durch ihre Thätigkeit Bedenken erwecke», ausgewiesen und über die Grenzen geschoben werden. Es geschah im Jahre>834, als ich mich aus einer Geschäitsreise in Offenburg in Baden aufhielt und zwei nieiner Parteigenossen aus dem Elsaß mich besuchten. Wir machten einen gemeinsamen Ausflug; davon er- hielt ein Spitzel Kennlniß, und es genügte diese Thalsache dann, um diese beiden deutschen Staatsangehörige» aus Elsaß- Lothringen auszuweisen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokrale».) Es wurde auch die„Elsaß-Lolbringische Volkszcitung" verboten wegen eines Artikels über den Kaiser Wilhelm I., ohne daß die geringste Möglichkeit bestand, diesen Artikel vor dem Strafrichter zur Verantwortung zuziehen. Die Herausgabe einer neuen Zeitung wurde dann meinen Partei- genossen ohne jede Begründung verboten. Als mein« Parteifreunde den Versuch machten, eine neue Zeitung ins Leben zu rufen, wurde auch sie verboten. Auch heute noch gilt dort das Dekret über die Presse vom 17. Februar 1352, wo- nach jedes Tageblatt LlltXX) M., jedes Wochenblatt 10 000 M. Kaution zu stellen hat. Die Zeilungsdruckpresse darf nichts anderes als die Zeitung drucken, also kein Wahl-Flugblatt, kein Zirkular u. f. w., wozu eine besondere Genehmigung erforderlich ist. Die Konzession zur Errichtung einer Druckerei für die zuletzt ge- nannten Zwecke muß vom Ministerium eingeholt werden, und sie wird nicht eher ertheilt, als bis der betreffende Herausgeber oder Trucker vor Gericht einen Eid abgelegt hat, vermuthlich dahin, daß er nichts gegen die bestehende Ordnung druckt. Und wer nicht vollständig verfassungstreu ist. bekommt die Ge- nehmigung nicht. Auch ein Befähigungsattest als Buchdrucker von vier seiner Kollegen muß er beibringen.(Heiterkeit.) Diese Sicherheitsmaßregeln übertreffen alles, was man in einem Kulturstaat für möglich halten sollte. Auf das ge- ringst« Versehen stehen furchtbar hohe Geldstrafen, bis zu 1600 Mark, und schwere Gefängnißstrafen. Weiter be- steht die schöne Bestimmung, daß ein Blatt, wenn es in einem Prozeßbericht mehr als die bloße Thatsache der Vernrtheilung und mehr als den Thalbestand berichtet, sofort bestraft werden kann. Für ein Blatt, das an bestimmten Orlen nicht gut angeschrieben ist, ist es einfach unmöglich, Leute zu sinden, welche das Blatt zu kolportiren das Recht haben, weil die Kolportage auch wieder von der persönlichen G e- nehmigung der Behörden abhängt und sie dem be- treffenden entzogen werden kann, wenn er nicht die nöthige Garantie für sein Wohlverhalten bietet. Auch in bezug aus die B e r e i n e besteht eine Gesetzgebung, die antidiluvianisch genannt werden kann; in das Belieben der Polizeibehörden kann die Gründung eines Vereins und die Ab- Haltung einer Versammlung gelegt werden. Ich erinnere an die Entrüstung, die über die Auflösung des Eidellavereuies und das Verhallen des Herrn Feichler im ommer 1393 herrschte. Damals stand in Aussimt, daß die Sacke gerichtlich klargestellt werden würde, es ist auch Klage erhoben worden, aber in dem Augenblick der Entscheidung kamen die Parteien überein, die Klage zurückzunehmen. Wir haben also heute keinen Einblick in jene Verhältnisse, die damals allgemeine Entrüstung erregten; trotzdem ist der Polizeipräsident Feichler mit Pension verabschiedet worden oder zur Disposition gestellt, wie Herr v. Köller mir eben zuruft. Dieser Herr soll sogar Aussicht haben, rehabilitirt zu werden und aus den Bezirkspräsidentschafts-Stuhl in Metz zu gelangen(Zuruf bei den Sozialdemokraten), von dem Verein habe ich aber nicht gehört, daß er das Recht erhalten hätte, wieder ins Leben zu treten. (Redner zitirt eine Reihe von Fälle», in welchen die Genehmigung von Vereinen untersagt oder erschwert wurde.) In Mühlhausen wurde mir zwar gestattet, öffentlich wohl über die allgemeine wirthschaftliche Lage, aber nicht über die politische zu sprechen; ein Zustand, wie unter dem selig ent- schlafen«» Sozialistengesetz. Die Schließang oder Konzessions- eniziehung von Wirlhschasten unterliegt in Elsaß-Lothringen nicht der richterlichen Entscheidung, sondern dem Gutdünken der Beamten. Ost muß die Schließung von Lokalen wieder zurück- genommen werden, wie Redner an mehreren recht prägnanten Beispielen zeigt, weil daS Verbot unter ganz falschen Voranssetznngen ergangen war. Nach einer Anordnung des Polizeipräsidenten von Straßburg sollen in bestimmten Wirlhschasten keine politischen Bestrebungen getrieben werden. Das ist zwar offiziös widerrufen, aber manche Wirthe haben ihren Gästen den Rath gegeben, politische Gespräche zu unierlassen. Für den harmlosen Ruf„Vivo 1a ITranco" ist auf ein Jahr Gefängniß erkannt. Und was hat der Statthalter alles für Vollmachten? Er ernennt die Bürgermeister, die Geistlichen der Augsburger Kon» fession, einen ganzen Theil der katholischen Geistlichen; die Lehrer- schafl ist gänzlich von den höheren Beamten abhängig, Berwal- lungsgerichte für Beschwerden gegen Behörden existiren nicht. Ein solcher Zustand ist eines Kullurstaates unwürdig. Wenn das maßgebend ist, was heute für die Aufrechterhaltung der Diktatur angeführt ist. dann wird der Belagerungszustand nie aufgehoben werden. Eine so behandeltejBevölkerung kann sich mit der Veränderung ihrer Verhältnisse nicht aussöhnen. Als 1359 und 1860 Savoyen und Nizza von Frankreich annektirt wurden, ist es selbst einem Napoleon III. nicht eingefallen, das Land unter Ausnahme- zustände zu stellen; als die Lombardei und Venedig unier öfter» reichischer Fremdherrschaft standen, ist Jahre lang Tag für Tag in der lräsligsten Weise gegen die österreichische Regierung gewettert und gedonnert worden, die„Kölnische Zeitung" und die „Gartenlaube" sandten Extra-Berichterstatter nach den geknechteten, unterjochten Provinzen." die Material sammeln sollten, wenn untergeordnete Polizei-Organe sich etwas gegen die Bevölkerung zu schulden kommen ließen, um diese Organe als ungeheuer gewaltthätig der deutschen Leserschaft darzustellen. Eine ähn- licke Taktik ist in bezug auf Schleswig-Holstein gegen das Schandregiment der Dänen beobachtet worden. Würden heute etwa schweizerische oder französische Journalisten nach Elsaß- Lothringen kommen, um Material zusammenzutragen über die Unzufriedenheit der Bevölkerung, sie würden ebenso viel Material finden, wie jene deutschen Berichterstatter(Zuruse). Herr v. köller und Herr v.Bötticher bestreiten mir das gleichzeitig. Natürlich müssen sie das bestreiten und den heutigen Zustand zu rechtfertigen versuchen; sie werden auch vielleicht die Mehrheit des Reichstages überzeugen, daß sie Recht hätten. Kommt das so, dann beweist es nur, wie tief der öffentliche Geist in Teutschland schon gesunken ist(Zu- stimmung links). Wenn in bezug auf Gesammt- Deutschland die Diktatur als das einzige Mittel, Deutschland zu retten. vorgeschlagen, wenn dem Kaiser und dem Bundesrath die Diktatur auf unabsehbare Zeit übertragen werden soll, wenn zahlreiche Prsßorgane verschiedener Parteien solchen Plänen zu- stimmen, dann dürften allerdings viele nicht begreifen können, daß wir verlangen, es solle endlich in Elsaß-Lothringen das aufhören, was gewisse Leute gerade jetzt in Deutschland einführen wollen. Wir haben aus der großen Zahl unserer Anträge gerade diesen Antrag als den ersten zur Verhandlung gestellt, und nicht etwa um sozialdemokratische Agitation zu treiben; wir können mit den Fortschritten unserer Partei in Elsaß-Lothringen äußerst zufrieden sein. Unser Anwachsen ist dort geradezu kolossal, das haben Sie nicht verhindern können, ebensowenig wie Sie mit § lirer Umsturzvorlage die Gesellschaft zu retten vermögen. Geben ie doch endlich einmal diese ewige Selbsttäuschung auf. Bei der Einbringung dieses Antrages haben wir uns gesagt: Ehe wir eine Erweiterung der Rechte der übrigen deutschen Staatsbürger verlangen, wollen wir dafür sorgen, daß die Elsaß- Lothringer wenigstens die Reckte bekommen, die wir bereits haben. Ihr Beifall oder ihr Mißfallen kann uns nicht abhalten, diesen Antrag zu stellen oder ihn gegebenenfalls zu wiederholen. Die„wiedergewonnenen Brüder" sollen sich auch als deutsche Brüder fühle», und das können sie nur, wenn Sie sie zu voll- berechtigten Deutschen machen, wenn Sie mit einem Worte die Diktatur aufheben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Der Reichstag wird wohl nicht annehme», daß ich die 9 Jahre meiner Amtsführung ein Tyrann der Reichslande gewesen wäre. Der Staatssekretär wird auf die Einzelheiten antworten. Ich beschränke mich aus einig« allgemeine Bemerkungen. Das Gesetz von 1871 wurde unmittelbar nach der Einverleibung von Elsaß-Lothringen in Deutschland. also zu einer Zeit gegeben, wo noch in manchen Kreisen eine gewisse Mißstimmung über die Abtrennung des Landes von Frankreich vorhanden war. Man befürchtete damals Aus- schreitungen in einer gewissen Richtung und man konnte damals mit einiger Berechtigung sagen, daß die Maßregel gegen die Bewohner von Elsaß- Lothringen gerichtet war. Heute kann man das nicht mehr sagen. Der sogenannte Diktatur« Paragraph hat heute nur noch«ine theoretische Bedeutung. (Widerspruch und Lachen bei den Sozialdemokraten.) Er ist während meiner Amtszeit überhaupt nur zweimal angewendet worden: die Bevölkerung hat sich daran gewöhnt, den jetzigen Zu st and als einen dauernden anzusehen. Viele sind auch von Herzen gute Deutsche, und im allgemeinen ist die Bevölkerung von Elsaß-Lothringen ein arbeitsames, treues. Gesetz und Religion ehrendes Volk. Trotzdem halte ich tS nicht f ü r rathsam, den sog. Diktatur-Para- graphen jetzt aufzuheben. Die Regierung von Elsaß- Lothringen bedarf einer gewissen Sicherheit, nicht gegenüber der Bevölkerung, sondern gegenüber auswärtigen Agitatio- n e n.(Zustimmung.) Ich hebe hervor, daß die sranzösiche Re- gierung zu allen Zeilen in der korrektesten und loyalsten Weise verfahren ist. Das hindert aber nicht, daß in Frankreich selbst zahl- reiche Menschen sich von dem Gedanken nicht trennen können, daß Elsaß-Lothringen wieder mit Frankreich vereinigt werden müsse. Wenn Sie annehmen, daß diese französischen Agitationen auch nach Elsaß-Lothringen übertragen werden können, so müssen Sie zu- geben, daß auch der Fall eintreten kann, daß die Bewohner von Elsaß-Lothringen durch Agitationen von außen zu unbesonnenen Schritten verführt werden können. Gegen diese Verführungen errichtet das Gesetz von 1871 eine Art"Warnungstafel. Wenn es manchen Unbesonnenen vor dem Landesverralh behütete, so würde es sich schon dadurch aNein bezahlt machen. Ich wünsche auch von ganzem Herzen, daß Elsaß-Lothringen mit dem übrigen Deutschland gleichgestellt würde. Diese Gleichnellung kann aber erst dann erfolgen, wenn wir vor fremden Einwirkungen sicher gestellt sind. Bis dahin müssen wir das Gesetz behalten und ich rathe Ihnen deshalb den Antrag abzulehnen.(Beifall.) = feine Abg. Gnerber( Elsässer): Daß unsere ewig junge Diktatur| ist festgestellt, daß man§ 10 gegen die Bewohner des Landes heute| Ministers v. Köller: Es ist das befte!) Wir wollen uns vere noch im neuen Reichstage debattirt werden würde, hätten wir nicht mehr anwendet; das ist die erfreulichste Frucht der heutigen pflichten, die Protestpartei kurz und klein zu triegen, wenn Sie nicht erwartet. Gine theoretische Bedeutung soll sie nur noch Debatte. Déroulède und Genossen scheinen uns nur die nöthige Versammlungsfreiheit geben wollten. haben. Aber jede Theorie ist grau und grau sind unsere Haare wirklich den neuesten Streich nur verübt zu Der Reichskanzler hat das Zentrum auf seine Wirksamkeit um aufmerksam gemacht, Elsaß Lothringen unter der Diktatur geworden! Eine Warnungstafel soll sie sein, haben, um uns zu veranlassen, die Dittatur in darauf fie wird nicht angewendet, aber ohne sie kann man das Land auf Elsaß Lothringen weiter lasten zu lassen. firchenpolitische Vergangenheit abzuschwächen, und nicht regieren. Also man braucht sie und man braucht sie nicht( Unruhe und Widerspruch.) Auf solche Gedanken muß man nach hingewiesen, wie er sich mit der Geistlichkeit gut zu stellen - welch ein flagranter Widerspruch! Beide Säße find thatsächlich den Darlegungen des Reichskanzlers kommen! Bange machen gilt gewußt hätte, und es sind ihm ja auch Komplimente vom unrichtig. unrichtig. Sie ist gebraucht worden zu Ausweisungen, gegen die nicht. Die Liguisten und Revindicateurs mögen in Frankreich Bentrum dafür gemacht. Ob dieses hohe Lied am Play war, Presse und bei den Wahlen. Die politische Almacht repräsentirt treiben was sie wollen. In dieser Beziehung hat uns auch Herr erscheint mir zweifelhaft. Mein Gegenkandidat bei der Reichstags" Herr" Gendarm, vor dem sich tief Se. Gyc. der Bürgermeister von Puttkamer ein Schauergemälde entworfen. Fürst Hohenlohe wahl hat im Laufe des Wahlkampfes ein Schriftstück unterschreiben beugt, der jeden Augenblick vom Statthalter, b. h. Kreisdirektor, hat troy der außerordentlichen Vollmachten wesentlich zur Ber- müssen, durch welches er fich eines Theiles feiner politischen wie ernannt, so abgesetzt werden kann. Die Dittatur wird also föhnung des Landes gewirkt. Raum eine schönere Aufgabe für Rechte begeben mußte.( Hört! hört! links.) Ich glaube gern, gehandhabt, aber man tönnte sie sehr wohl entbehren. Den Reichskanzler gäbe es, als von hier aus der Bevölkerung daß dieser Geistliche vereinzelt dasteht unter der Geistlichkeit, aber Unruhen, Konspirationen sind im Reichslande das Joch der Diktaturparagraphen vom Halfe zu nehmen. es ist doch bezeichnend. unbekannt. Die Elsässer sind friedfertig und leichter als Es ist kein gutes Zeugniß für das Macht- und Rechtsbewußtsein Besonders schlimm sind wir daran, weil wir kein Oberirgend ein deutscher Stamm zu regieren. Unsere Zustände des Deutschen Reiches, wenn man eine so große Besorguiß vor verwaltungsgericht haben, bei welchem wir uns gegen die Ver Der Wunsch aber kommen fast den türkischen gleich. Braucht dieser französischen Agitation an den Tag legt.( Lebhafter Bei- fügungen der unteren Organe befchiveren können. man die Diktatur nicht, so beseitige man sie auch als Schreckbild; fall im Zentrum und links.) der sie hat schon zu lange diesem Zweck gedient. 24 Jahre schon Abg. Söffel( Elsaffer, Reichspartei) wird, wenn auch mit warten wir auf den Messias; nicht zum Wohle des Reiches läßt der Motivirung der Anträge nicht einverstanden, für dieselben man das Elsaß immer länger warten. Die Sozialdemo- stimmen. Die Beseitigung des Diktaturparagraphen, der nicht tratie wächst tros der Diktatur. Was kann die mehr nöthig ist, würde im Lande selbst und nach außen hin nur Dittatur nüßen gegen Agitationen von Frankreich her? Die vortheilhafte Wirkungen hervorbringen. machen uns nicht warm und nicht falt, wenn Sie uns nur im Innern zufrieden stellen. Es ist das blos ein vom Zaun gebrochener Scheingrund. nach demselben wurde schon 1879 Iaut; bis heute ist er aber noch unerfüllt, wahrscheinlich mit Rücksicht auf die vielen Sozialdemokraten, mit welchen die Regierung zu thun hat. Wie die diskretionäre Gewalt der einzelnen Beamten ausgeübt wird, das hat sich gezeigt, als wir ein neues Preßorgan gründen wollten. Abg. Bucb( Soz.): Das Material, welches die Regierung Herr Zorn v. Bulach hat stets für die Aufhebung des hier gebracht hat, hat einen imposanten Eindruck auf mich nicht Diktaturparagraphen gesprochen, und ich glaube doch, daß dem Eintritt in das Migemacht. Es war da wesentlich von Hilfsvereinen die Rede und er feine Ueberzeugung mit müssen. Er fagte, daß der Staatssekretär konnte nur von Unterstützungen sprechen, die nisterium nicht hat verkaufen müssen. den Emigranten zu theil würden. Es ist doch ein alles gefchehen müsse im Sinne der Versöhnung. Wir sollten sonderbares Zusammentreffen, daß diese Agitationen wieder ja die Lieblingskinder des deutschen Reiches werden, aber die auftreten sollen, nachdem die Patriotenliga von der Prügel, welche auf uns herabgerasselt sind, haben uns über diese Bildfläche verschwunden war. E3 ist für mich kein Lieblingskinder eigenthümlich belehrt( Heiterkeit). Man sagt, wir Zweifel, daß sie zu neuem Leben nicht wieder entstehen wird. sollen Deutsche werden, zu Deutschen gemacht werden. Das Die Franzosen wissen ganz gut, daß wir ihnen die Sympathien glauben wir schon lange nicht mehr, aber daß wir verpreupt nicht mehr entgegenbringen können, wie im Anfang der 70er Jahre. werden sollen, das haben wir schon längst gewußt. Die Behand Von Agitationen weiß man bei uns nichts im Lande. Wenn irgendwo lung, die uns zu theil wird, ist eine preußische: preußischer der Minister eines Landes von einem leichten Verkehr im Lande mit Korporalstock, preußischer Unteroffizierston die Beamten find Unrecht gesprochen hat, so ist es der von Elsaß- Lothringen, denn wesentlich Breußen. Wird wirklich einmal ein füddeutscher nirgends ist der Verkehr mehr eingeschränkt als hier. Ich glaube nicht, Beamter genommen, so muß er erst die preußische Schule durchdaß auch nur 5 franzöfifche Zeitungen nach Elsaß fommen. Aber machen. Justitia est fundamentum regnorum( Die Gerechtig mit den Zahlen bleibt man wohlweislich zurück. Wenn heute feit ist die Grundlage der Staaten) hieß es hier viel in Wochen, daß ein Beweis, es dieser Leute nach Frankreich auswandern, noch Frankreich auswandern, so geschieht den letzten es wesentlich wegen der schlechten wirthschaftlichen Ver- wiederholten Mahnung bedurfte. hältnisse. Die Auswanderung und die anderen an populi fage ich, Gerechtigkeit und Volksliebe des Staates, Gerechtigkeit durch geblichen Gefahren können doch einem so mächtigen Staat Grundfäulen wie Deutschland nicht gefährlich erscheinen; wozu haben seitigung aller Ausnahmegesetze, der Preß, Vereins und Ver wir denn das viele Militär? Von all' diesem leichten Verkehr, fammlungsgefeße. Sie( nach rechts und dem Bundesrathstische) von den Familienbeziehungen, von der Agitation weiß man im glauben sich die Liebe des Volfes bereits errungen zu haben. Lande garnichts. Ein klassischer Zeuge dafür ist Herr Zorn von Ellenlange Berichte erschienen in allen patriotischen Blättern über Bulach, der einmal sagte: Was versteht denn der Staats- die herzliche Aufnahme des Kaisers seitens der Bevölkerung fetretär unter chauvinistischer Agitation Wir, die wir mitten in von Elsaß- Lothringen", und erst vor einigen Tagen hat bei Ge der Bevölkerung stehen, wissen nichts davon; die Franzosen denken legenheit des Geburtstages des Kaisers der neue Statthalter geviel ruhiger und weniger chauvinistisch als wir".( Hört! sagt, er habe aus dem Munde des Kaisers gehört, wie sehr sich hört! links). Daß die Ruhe und Ordnung im Lande nicht gestört derselbe über die Entwickelung des Landes freue und wie gerne worden ist, das hat uns der Reichskanzler heute selbst erklärt und er sich seines Aufenthalts in Elsaß- Lothringen erinnere. Herr von Buttkamer auch. Der Herr Staatssekretär hat gemeint, die Abgeordneten, die die Angelegenheit hier zur Sprache gebracht, hätten sie besser im Landesparlament vorgebracht. Als aber der Diktaturparagraph im Landesausschuß zur Sprache fam, wurde mit höflichen und feinen Worten darauf hingewiesen, daß man sich an den Reichstag nach Berlin zu wenden hätte.( Hört! hört! links.) Wir werden von Pontius zu Pilatus gefchickt! " Justitia et amor bilben die BePräsident v. Levetow: Der Geburtstag des Kaisers und die Niede des Statthalters haben mit dem Diktatur- Paragraphen nicht das geringste zu thun. Staatssekretär v. Puttkamer: Nach den Erklärungen des Reichskanzlers beschränke ich mich auf eine kurze Erklärung. Die Verhältnisse bei uns sind nicht so harmlos, wie Herr Guerber sie darstellt. Die Einwirkungen der ligue des patriotes, die Reden des Herrn Déroulède waren sehr geeignet, Aufregung hervorzubringen; zu tausenden sind bekanntlich Elsaß- Lothringer im franzöfifchen Heere und Beamtenthum angestellt und halten ihre Beziehungen zur Heimath aufrecht.. Die zahlreichen elsaß- lothringischen Vereine verfolgen nicht blos humanitäre, sondern auch politische Zwecke. Sie unterstüßen zum theil die nach Frankreich übersiedelnden Elsaß Lothringer mit Summen, die in die Millionen gehen, und die Fäden spinnen sich damit immer dichter vom Elsaß nach Frankreich hinüber. Die vornehmste dieser Gesellschaften befundet ganz offen das Bestreben, die Emigration nach Frankreich zu fördern, also die Wunde nicht zu schließen, sondern dauernd offen zu erhalten. Den Heißspornen geht sie dabei immer noch nicht thatkräftig genug, vor. Dem gegenüber müssen wir die Augen offen halten. Noch ganz neuerdings, am 25. Januar, ist die Rekonstruktion der ligue des patriotes erfolgt( hört, hört!), fie hat sich noch ein schärferes Statut gegeben, das aus schließlich die revendication", die Wiedererlangung ElsaßLothringens ins Auge faßt. Die Bevölkerung der Reichslande, unbeirrt und unbeeinflußt, erfordert nicht die Aufrecht erhaltung des Gesetzes; aber die erwähnten Einwirkungen von außen erfordern sie. Von den Schilderungen des Abg. Bebel soll man sich nicht bange machen lassen. Der Diktatur- Paragraph befretirt keine Dittatur; er bestand vor 1871 auch im Elsaß als ungeschriebenes Recht. In der württembergischen Verfassung steht etwas ganz Analoges; ebenso in der hessischen Gesetzgebung. Von einer Ungeheuerlichkeit läßt sich also nicht reden.§ 10 des Gesetzes von 1871 fodisigirt nur das schon vorhandene ungeschriebene Recht. Statt Schauergemälde vorzuführen, hätte man Mißbräuche in der Anwendung des Gesezes nachweisen sollen. Schon die Diskussion hier im Hause ist eine Kautel dagegen. Ueber die Anwendung vor 1885 gehe ich hinweg. Vereins- und Versammlungsrecht, sowie Man behauptet, daß die französische Agitation im elsaß Die Preßgefeßgebung sind feine Ausnahmegesetze, sondern giltiges Recht. Bon Deutschen dritter Klasse tann demnach auch nur lothringischen Volk Wurzel fasse. Wenn wir Elsaß Lothringer fprechen, wer die Verhältnisse nicht tennt. Eine Ausnahme- diefem Drängen nachgeben würden, wenn wir wirklich so dumm stellung ist nur im Charakter des Landes als Reichsland be- wären, uns irgend einen Erfolg zu versprechen, wenn, was doch gründet; nur dieses Ausnahmerecht giebt den Herren das das Endziel der Agitation wäre, ein Krieg zwischen Frankreich Recht, hier noch über innere Reichslands Angelegenheiten zu und Deutschland hereinbräche, wer würde dann schwerer darunter reden. Den Landesausschuß, das Rentnerparlament", schiebt zu leiden haben, als wir Elsaß- Bothringer. Das Bolt ist viel Herr Guerber bei feite; er läßt bei seite, daß das zu praktisch, um solchen Agitationen nachzugeben. Der Staatsallgemeine Wahlrecht im Elsaß eine ganz andere Aus- sekretär v. Hofmann hat bereits im Landesausschuß 1887 von behnung besitzt, als in irgend einem anderen deutschen Staat. den Emigranten gesagt, daß sie sich an der französischen Nation Auch Herr Bebel hat sich wohl gehütet, dies zu erwähnen. versündigten, indem sie die Täuschung hervorriefen, als ob sie den Im Landesausschuß fann alles vorgebracht werden, was hier Krieg wollten. Wir wollen in Elsaß- Lothringen vorgebracht wird. Als wir das Gesez von 1879 machten, haben keinen Krieg. wir nicht geglaubt, daß nach wie vor aller dieser Krimsframs Der Dittaturparagraph soll eine Warnungstafel fein. Hat im deutschen Reichstage würde verhandelt werden. Ich habe die denn die elfaß- lothringische Regierung keine Warnungstafel, um elsässische Presse hier im Bureau auslegen lassen; wenn die sich den anderen gegen sie gerichteten Bestrebungen zu widerHerren einen Blick in die Blätter thun wollen, werden sie feßen? Sie hat auch ohne den Paragraphen Machtmittel genug sich überzeugen, daß es mit den Schilderungen des in den Händen, die sie ausnutt nach der Magime: Car tel est Abg. Bebel nichts ist, besonders nicht mit der Angst, mon plaisir. Gerade die Sozaldemokratie hat am meisten in der sich fortwährend der Redakteur vor dem Diktatur- diese Ausnahmegeseze zu spüren gehabt. Wir haben eine träglich zu berichten haben, Kastanien- Allee 96. paragraphen befindet. Seit die, Elsaß Lothringische derartige Masse von einschränkenden Gesetzen im Versammlungs. Spigel Riecken hält sich zur Zeit in Spandau auf und will Volkszeitung" unterdrückt ist, fommt der Offen recht, in den Buchdruckereien, in der Presse, daß die Regierung sich an die Arbeiter der Gewehrfabrik heranmachen. Man hüte burger Volksfreund" zu uns. Der ist gegen jene" Volkszeitung" schon heute das öffentliche Leben im Lande fast völlig lahmlegen sich also, durch den Mann in Ungelegenheiten zu kommen. wie Limonade. Der Vorwärts" tommt hin, und der schreibt tann, was ihr aber dank der Sozialdemokratie nicht gelungen M Als aber = von Abg. Bucb( fortfahrend): Ich wollte sagen, daß die Bevölkerung feinen Grund gegeben hat, die Ausnahmemaßregeln aufrecht zu erhalten. Die politischen Agitationen uns nicht jenseits geniren nicht im geringsten, ich fürchte nicht, daß fie in Lande unferem einigermaßen nur faffen Wurzel können. Einen agitatorischen Zweck hat unser Antrag nicht. Halten Sie den Diktaturparagraphen aufrecht oder erweitern ihn, so arbeiten Sie uns in die Hände. Mit einer solchen Behandlung machen Sie uns nicht zu Deutschen, wohl aber zu Sozialdemokraten, und das kann uns auch recht fein.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Hierauf wird die Debatte vertagt. In persönlichen Bemerfungen verwahren sich die Abgg. Colbus, Winterer, Guerber gegen die Ausführungen des Staatssekretärs. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr. ( Fortsetzung der Berathung; Antrag Anter wegen Abänderung der Wahlkreise; Fortsetzung der ersten Lesung der Vorlage, betr. das Hausirgewerbe.) Tokales. Parteispedition. Spediteur Mars wohnt, wie wir nachin teiner Weise heftiger oder schlimmer als der„ Volksfreund". ist. Als ich über die Thätigkeit des Reichstages öffentlich Be- ,, Wo hat der Umsturz noch nicht seine Zelte anfBom Diftaturparagraphen hat Herr Bebel so wenig wie Herr richt erstatten wollte, wurde die Versammlung verboten, es geschlagen?" Dieser Verzweiflungsruf dringt mit possirlicher Guerber gesprochen; beide haben nur Fälle angeführt, die die wurde mir aber gestattet, fie abzuhalten, wenn ich Angst aus einem Waschzettel heraus, der zur Zeit durch diverse Anwendung besonderer Geseze betreffen. Unleugbar über meine Thätigkeit im Reichstage sprechen wollte. bürgerliche Blätter die Runde macht. hat ja die Sozialdemokratie bei uns Fort( hört! links.) ich meine Thätigkeit auch Ziemlich gleichlautend bringen Tageblatt",„ KI. Journal" schrifte gemacht; das hängt mit der Dittatur gar dabin auffaßte, daß zu ihr auch das Zuhören der Reden und Boff. 8tg." das Angstprodukt, das wir zur Erheiterung nicht zusammen. Herr Bebel ist in Straßburg nicht aus gehöre, wurde die Versammlung mir einfach aufgelöst. Es unserer Leser hier wiedergeben: eigener Kraft der Sozialdemokraten, sondern in erster Linie durch verden fogar Fachvereine verboten, welche ausdrücklich durch Der sozialdemokratische, Vorwärts" hatte in jüngster Unterstüßung der Reste der ehemaligen Protesi partei gewählt§ 152 der Gewerbe- Ordnung zugelassen sind.( Buruf.) Unter Beit nicht nur mehrmals vertrauliche Dokumente verworden. Bei den legten Bezirksraths Wahlen sind die Herren welchen Gründen fragen Sie. Eine Begründung giebt öffentlicht, sondern war auch schon am Sonntag im stande gesogar in Mülhausen unterlegen. Schließlich protestirt der es in Elsaß Lothringen überhaupt nicht( Heiter- wesen, einen Theil der Geburtstags- Ueberraschungen, Staatssekretär gegen die Ausführungen des Abg. Colbus über feit), da wird einfach dekretirt und damit ist es gut. die der Reichs- Anzeiger am 27. b. M. nachmittags publizirte, schon die Straßburger Professoren und speziell über die evangelisch- Einfache Rauchklubs werden sogar aufgelöst. Ein Verein wurde in seiner Morgennummer mitzutheilen. Diese vorzeitigen theologische Fakultät, als ob bei ihr fein Funke von Religion vorhanden aufgelöst mit der Begründung, daß sich Sozialdemokraten unter den Veröffentlichungen des Vorwärts" beschäftigen gegenwärtig, wie fei; nicht ein Echimmer des Beweises sei dafür erbracht worden. Mitgliedern befänden. Wenn sich Sozialdemokraten unter den Steuer- ein Berichterstatter schreibt, die politischen Behörden In den elfaß- lothringischen Schulen werden auch nicht eine, zahlern befinden, so hat die Regierung nichts dagegen( Seiterkeit), daß auf das eifrigste. Zunächst fucht man zu er sondern vier bis fünf Stunden wöchentlich Religionsunterricht unter einem solchen Regiment der patriotische Geist nicht mächtig mitteln, an welcher amtlichen Durchgangsstelle der ertheilt.( Buruf des Abg. Colbus.) Der Herr scheint aufrecht aufwuchert in der Bevölkerung, ist selbstverständlich. Nur die neueste Vertrauensbruch begangen sein kann, ob bei irgend erhalten zu wollen, daß 4 oder 5= 1 ist.( Heiterkeit.) Auch Sozialdemokratie hat die Früchte davon. Ich bin einer der Zentralbehörden oder aber in der Druckerei Die Klagen über die Nichtberücksichtigungen der französischen in Mülhausen gewählt worden mit 400 Stimmen Mehrheit, die des Reichs- Anzeigers". Wie verlautet, wäre die Untererhalten babe, ba man was für Muttersprache beim Religionsunterricht feien unbegründet. Die ich aus dem Landkreise die suchung bis jetzt ergebnißlos geblieben, fortdauernde Emigration bildet für uns den Pfahl im Fleisch, Landbevölkerung gegen die Stadtbevölkerung gegen die Stadtbevölkerung auszuspielen die betheiligten Behörden um so peinliche Wenn eš jezt Dazu brauchen wir die Gewalten des sogenannten Diftatur fuchte. einer zu Reichstags Auflösung ist, a 13 der Kaiser selbst von dem unliebsamen Kenntniß paragraphen. Ich erinnere nur noch an das Verhalten des aus. täme, dann würden Sie die elfaß- lothringischen Sozialdemo- Ereignis in allen Ginzelheiten gewiesenen Herrn Antoine in Frankreich.( Sehr richtig! rechts.) Die traten in größerer Zahl hier wieder finden!( Lachen rechts.) er langt und den Wunsch ausgesprochen hat, daß der Elsaß- Lothringische Volkszeitung" wurde unterdrückt wegen eines Wir haben bei Gelegenheit der letzten Wahlen viel gelernt, wir Schuldige ermittelt werde. In amtlichen Kreisen scheint Artikels über Kaiser Wilhelm I., der in der schmählichsten haben die Praktiken und Taktiken der Kreisdirektoren abgesehen, man übrigens daran zu zweifeln, daß derselbe irgend ein Weise verunglimpft wurde; das durften wir in dem neueroberten und es ist nicht unmöglich, daß der Abgeordnete von Hagenau Subalterner" oder gar ein Arbeiter" sei. Manche Lande nicht dulden.( Buftimmung rechts.) Lehnen Sie die An- fich mit einem Geheimen Legationsrath" wird begnügen müffen begleitenden Umstände sollen vielmehr dafür sprechen, daß er auf träge als zur Zeit nicht entsprechend ab!( Beifall rechts.) und nicht mehr Reichstags- Abgeordneter ist.( Heiterkeit.) einer viel höheren Sprosse zu suchen fei. Man vers Abg. Lieber( 3): In dem Ton des Herrn Staatssekretärs Ich kann die Stimmungmacherei nicht besser kenn- muthet, daß hier dieselbe geheimnißvolle Hand im Dr. wenn ich wieder haben wir doch einen Hauch des Dittaturparagraphen ver- zeichnen, als Petri zitire, der Spiele ist, welche schon oft intime Geheimnisse des Schlosses und nommen.( Sehr richtig! und lebhafte Bustimmung lints.) Wir über die Zustände im Landesausschuß fagt: Es giebt der Aftenmappen öffentlich preisgegeben hat. Wer um die Bus Zuwollen mit dem Antrage auch nicht den Reichstag mit Krims- Leute, die sich zur Aufgabe zu stellen scheinen, eine wendung der hunderttausend Mark aus dem Dispositionsfonds trams" behelligen. Es liegt im Interesse des Reichstages, wenn Agitation im Lande zu finden, die garnicht existirt, die hinter an den Reichskanzler gewußt und sich beeilt hat, mit ver= wir von der weitausschweifenden Antwort des Staatssekretärs jedem Baum einen Berräther erspähen und auf jeden Fremden stellter Schrift diese Neuigkeit sofort bestimmten abgeordneten, auf das Thema der Anträge zurückkehren. Wir fordern von den als auf einen Spion sehen; wenn doch nur ein für allemal und Korrespondenten und Redakteuren zu übermitteln, der wird Bewohnern der Reichslande rückhaltlose Anerkennung des Frank zwar nicht nur unsere, sondern alle deutschen Regierungen diesen so sagt man auch Mittel und Wege gefunden haben, die furter Friedens; wir wünschen zugleich, daß deutscherfeits alles ge- Leuten feinen Glauben mehr schenken wollten! Glauben Sie faiserlichen Restripte vorzeitig gerade an den Vorwärts" schehe, um der Bevölkerung die Erfüllung dieser Forderung zu er doch auch einmal uns; wir wollen eine ersprießliche Ent- auszuliefern. Es gilt für die Behörden also, einem systematischen leichtern. Wir sehen in der Aufrechterhaltung des alten französischen wickelung unserer wirthschaftlichen Verhältnisse auf grund der Treiben ein 8iel zu setzen, das vielfach öffentliches Krimskrams" und des Diktaturparagraphen das Hinderniß der Zusammengehörigkeit mit dem Deutschen Reich. Aergerniß erregt und in ernsten politischen Kreisen als raschen und vollständigen Amalgamirung der reichsländischen Das allgemeine Stimmrecht, welches wiederholt angezogen ist, Symptom des moralischen Niedergangs gewisser Bevölkerung. Unbestreitbar ist der Artikel 68 der Reichsver haben Sie aus der französischen Gesetzgebung übernommen, und Beamtentategorien aufgefaßt und beklagt wird." faffung ein Dittaturparagraph, danach kann der Kaiser den Be- das ist nicht etwa ein Segen, den Sie uns aus Deutschland Ja, wer soll da helfen? Vielleicht versucht der gutgesinnte Lagerungszustand proklamiren; der§ 10 des Gesetzes von 1871 gebracht hätten. Es ist das etwas von dem wenigen Guten, Berichterstatter, der diesen Artikel geschrieben, für sein Theil geht noch weiter und sollte doch kein Diftaturparagraph fein. welches aus der französischen Zeit übrig geblieben ist. einmal, bas Baterland zu retten. Wie wäre es mit einer AnDas Herumstöbern, in den deutschen Verfassungen führt in der Auf welche Art und Weise das Landesparlament aber zusammen- frage bei Ben Ali Bey, ober l'homme masqué, ober, Konsequenz auch zur mecklenburgischen Verfassung, wonach sich gesetzt wird, davon will ich gar nicht sprechen. Fürst Bismarck wenn alle Stränge reißen, mit einer Konsultation des Schäfers dann beweisen ließe, daß der Konftitutionalismus aus dem bat bas preußische Landtags- Wahlrecht einmal als das aller- Ast in Rabbruch? Reichslande verbannt sei. Behandeln Sie Elsaß- Lothringen deutsch, erbärmlichste aller Wahlsysteme bezeichnet. Hätte er dieses Aber Scherz bei Seite. bann wird es sich auch deutsch fühlen. Durch die Erklärung des Ranglers Wahlrecht gekannt, so hätte er das nicht gefagt.( Buruf des " Hunderte Momente zeugen dafür, daß die Sozialdemokratie 10 Im Laufe in allen Gesellschaftsschichten begeisterte und opferwillige Anhänger geführt und eine an die Stadtverordnetenversammlung zu| Bein. Am 29. d. M. nachmittags wurde am Schöneberger bat, und an hunderten Momenten nimmt der gefährdete Polizei: richtende Petition beschlossen, welche die dringende Bitte" aus Ufer ein Mann durch eine Droschte überfahren und am Kopfe, staat wahr, daß ihm der Boden überall unter den Füßen wankt. spricht, daß die Einverleibung im Sinne der Denkschrift des sowie an den Füßen schwer verletzt. Abends vergiftete sich ein Und da will man verzweiflungsvoll im erneuten Sturmlauf die Eingemeinde Ausschusses recht bald zur Durchführung gebracht Drogist in einem Geschäft in der Chausseestraße. Sozialdemokratie niederrennen. Und da will man es wieder wird. des Tages fanden sechs kleine Brände statt. mit den alten abgelebten Polizeimittelchen in etwas verallgemeinerter Form versuchen, da will man die Rezepte, die in Den zwölf Jahren von Deutschlands tiefster Schmach die SozialDemokratie riesengroß gemacht haben, auf die gesammte Opposition unseres armen Vaterlandes anwenden. " Witterungsübersicht vom 30. Januar 1895. bürgermeister Belle von einem Ungenannten 10 000 M. überZu Brennmaterial für hiesige Arme sind dem Oberwiesen worden. Wenn diese Summe zu gleichen Theilen unter die mehr als 20 000 laufend unterstützten Almofenempfänger vertheilt würde, so kämen auf jeden weniger als 50 Pf. Dafür Stationen. Wie Ihr wollt! Auf zum Kampf für Ordnung, Religion fann man im Winter in Berlin noch keine hundert Preẞkohlen und Sitte!" Die Sozialdemokratie ist auch auf diesen schlechtester Qualität kaufen. Bei der knaufernden Vorsicht, mit Strauß voll gerüftet sie wird ihn ehrenvoll beder die Armenverwaltung ihre Spenden zu vertheilen pflegt, stehen. möchten wir trotzdem beinahe annehmen, daß auch die geringe Summe von 10 000 M. für diesen besonderen Zweck noch nicht einmal vollständig verausgabt werden wird. In solchen Angelegenheiten besigt man bekanntlich bei der Kommunalverwaltung Berlin überhaupt eine große Virtuofität darin, keinen Nothstand und Bevor aber der Kampf für Ordnung, Religion und Sitte gegen die Parteien des Umsturzes auf der ganzen Linie entbrennt, gilt es natürlich, die unbekannten Feinde im eigenen Lager auf zusuchen, um sie zu zerschmettern. Suchet, suchet, suchet! " Swinemünde. Hamburg Wiesbaden. München folglich keinen Anlaß zu besonderen Maßregeln erblicken zu Wien tönnen. Haparanda • Barometers tand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) 845B2B Wetter woltig heiter halb bedeckt bedeckt Schnee Temperatur ( nach Celsius 50.4° R.) 773 NO 774 • • NND NO 5 NA NW -14 WNW Schnee -10 776 WSW 4. halb bedeckt-12 774 DSD balb bedeckt 3 · . 783 NNO • 768 NND 3 -11 halb bedeckt wolkenlos Wetter- Prognose für Donnerstag, 31. Jaunar 1895. Zeitweise heiteres, vorherrschend wolkiges Frostwettter mit Schneefällen und starken östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Ein großes Klagelied stimmt das Organ der RadauAntisemiten, die Staatsbürger- Zeitung" von Staatsbürger- Zeitung" von wegen unserer Geburtstagsnachrichten an. Die sich wiederholenden VertrauensDer Verein der Gastwirthe von Weißenfee hat in seiner Petersburg brüche", so schreibt das Blatt, find traurige Beichen einer tief letzten Versammlung beschlossen, an den Amtsvorsteher das Er- Cort. gehenden Korruption, die um so bedentlicher er suchen zu richten, einen Gastwirth, der zugleich Gemeindevertreter Aberdin. scheinen muß, je höher die Kreise sind, in denen die Urheber ist, von der Ortsvertretung auszuschließen. Der Verein hat sich Paris vermuthet werden. Daß der Keiser jetzt von diesen Vorgängen zu diesem Beschluß bestimmen lassen, weil der betr. Gemeinde selbst Kenntniß erhalten hat, was nach der obigen Notiz sonst vertreter im legten Geschäftsjahr nie Zeit gefunden haben soll, nicht der Fall gewesen zu fein scheint, halten wir gerade für an den Gemeinderaths Sigungen theilzunehmen. gut; denn nun steht zu erwarten, daß er mit gewohnter Energie die Waffen der Jutrigue und des Verrathes zerreißen wird, die in immer unheimlicherer Weise unser öffentliches Leben umziehen. Wir könnten nur wünschen, daß der Kaiser von allen Vorgängen dieser Art erführe und ganz flar feben tönnte, er würde dann gewiß über manche Regungen in unserm Volte anders urtheilen, als er es vielleicht jezt thut, wo ihm vieles verschwiegen zu werden scheint." Jst das Blatt aber neidisch! = Polizeibeamte als Wahlagitatoren. Von dem Ausfall der Charlottenburger Stadtverordnetenwahl haben wir gestern unsere Leser unterrichtet. Obgleich unser Parteigenosse Goerte noch nicht im ersten Wahlgang den Sieg davon getragen hat, läßt der Stimmenzuwachs, der ihm zugefallen, auf ein günstiges Endergebniß schließen. Aber es muß wacker gekämpft werden, denn auch der Mischmasch- Kandidat, Herr Fränken, hat, trotzdem ihm ein ganz besonders patriotischer Mann aus dem reaktionärsten Lager entgegengestellt war, einen nicht unbeträchtlichen Stimmenzuwachs erhalten. Und daß man im Lager der Ordnungsbrüder bei der Stichwahl alle Minen springen lassen wird, das lehrt bereits die Agitation, die am Montag von Organen der Behörde für die gute Sache" betrieben worden ist. Reviers. Unsere Parteigen offen werden nicht versäumen, die polizeiliche Hilfe, die Herrn Fränken zu theil geworden, bei der Stich wahl ins rechte Licht zu rücken und sie nach Gebühr zum Siege der Sozialdemokratie auszunuzen. Hütet Ench vor Denunzianten! In einer antisemitischen Versammlung, die am 10. d. M. in Schöneberg stattfand, sollen, einer Zeitungsmeldung zufolge, zwei Sozialdemokraten bei dem Hoch auf den Kaiser sigen geblieben und darauf denunzirt worden sein. Wir wissen nicht, ob diese Meldung fich bewahr heitet, immerhin aber sollten unsere Parteigenossen sich hüten, an Gesellschaften theilzunehmen, die sie in derart unnüße Fähr lichkeiten bringen möchten. Brausewetter bleibt uns. Landgerichts Direktor Clauß in Stolp ist zum Landgerichts- Präsidenten in Gnesen ernannt. Das Gerücht", welches den Berliner Landgerichts- Direktor Brausewetter für diesen Posten in Aussicht nahm, ist damit endgiltig widerlegt. 11 Ein Kontrollapparat soll auch den Droschten II. Klasse bescheert werden. Gewerkschaftliches. Achtung, Buchbinder! In der Papierwaaren- Fabrik von Lehmann u. Hildebrandt in Ottensen ist wegen Differenzen ein Streit ausgebrochen. Wir ersuchen alle Kollegen, dort nicht eher regelt erklärt wird. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Alle in Arbeit zu treten, bis die Angelegenheit von hier aus als ge= Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Die Mitgliedschaft Hamburg des Verbandes der Buchbinder 2c. stattgefunden. 67 Kinder im Alter von 1-18 Jahren sind auf Eine Maffentaufe hat am letzten Sonntag in Rigdorf einmal getauft worden. An sich ist solch massenhaftes Taufen nichts Ungewöhnliches. Soviel wir wiffen, ist es sogar allgemein üblich, diejenigen noch ungetauften Kinder, deren Eltern, durch wiederholte Besuche von Stadtmiffionaren gedrängt, in eine Seinrich u. Bertram in Brandenburg ist, nachdem fämmitliche Achtung, Lederarbeiter! Der Streit bei der Firma nachträgliche, aber unentgeltliche Taufe einwilligen, für einen Forderungen der Arbeiter bewilligt worden sind, beendet. Ebenso gemeinsamen Taufatt aufzusparen. Die Sache sieht dann wohl find sämmtliche Forderungen der Arbeiter( zehnstündige Arbeitsetwas geschäftsmäßig aus, aber es ist flar, daß auch Taufen zeit, Minimallohn von 21. u. f. w.) feitens der übrigen fich im ganzen billiger stellen müssen. An der Rixdorfer Fabrikanten mit einer ganz geringfügigen Abweichung bewilligt Massentaufe ist nur das eine auffällig, daß sie, wie worden. mitgetheilt wird, im Schulhause vorgenommen worden ist, und daß in den meisten Fällen Lehrer oder deren Angehörige, in ganz wenigen Fällen Angehörige oder Verwandte der Täuf linge felbst sich als Pathen hingegeben haben. Sollte etwa auch von der Schule auf die Eltern der räubigen Schäflein, die bis bahin ungetauft geblieben waren, ein sanfter, aber fühlbarer Druck ausgeübt worden sein? Es wäre bedauerlich, aber aus der Noth der Zeit heraus erklärlich, wenn sich die Eltern solchem Druck gebeugt hätten. " Der Winter bedeutet für uns immer eine Zeit schlimmster EntAn die Maurer Berlins und der Umgegend! Kollegen! behrung und Noth. Durch die Eigenartigkeit unferes Berufes Bor uns liegt ein Flugblatt des Romitees der vereinigten im Berein mit der ganzen wirthschaftlichen Misère find tausende bürgerlichen Parteien, daß einige nichtssagende Phrasen zu blößt von dem Nothwendigsten, sind sie nicht selten gezwungen, unferer Berufsgenossen zu langer Arbeitslosigkeit verdammt. Entgunsten des Geheimfefretär im Reichsschahamt, Herrn Emil das Brot der Wohlthätigkeit zu essen, wenn sie nicht verhungern Fränken", enthält. Dies den Wählern zugesandte Flugblatt ist wollen. Dabei stehen unsere Kollegen der Organisation gleichmit einem hettographirten 3 us at versehen, der folgendermaßen lautet: giltig gegenüber und vernachlässigen damit die Bestrebungen, die Im Intereffe der guten Sache bitten sich gestern den Norddeutschen Eiswerken an, auf die kunde hin, führen können. Wir richten deshalb die Mahnung an alle, einDas Massenelend. Viele Hunderte von Arbeitslosen boten zunächst eine Aenderung dieser jammervollen Zustände herbeiwir Sie, Ihre Stimme Herrn Fränken zu geben. daß die Werke jetzt mit der großen Eisernte beginnen wollen. gedent ihrer Pflicht, uns die nöthige Unterstützung im Kampf gez. Münster, Mundt, Meist waren es Bauhandwerker und Schiffer. Arbeit fand nicht zu versagen und sich der Organisation, dem Verein zur Polizei Hauptmann. Polizei Lieutenant gestern noch teiner ber Reflettanten, doch wurde ihnen der Be Wahrung der Interessen der Maurer anzuschließen. u. Vorstand des 4. Polizei- fcheid, daß die Werte heute 300 Mann einzustellen gedächten. Die Sammlungen zum Generalfonds müssen mit größerem Eifer Zu welchem Lohn? betrieben werden, damit die Vertrauensmänner, die von den Ein moderner Ritter ohne Furcht und Tadel. Ein Berliner Maurern gewählt find, auch die ihnen gestellten AufEdelſter und Bester, Graf Willy Bernstorff, hatte vor kurzem gaben erfüllen könnten. Die Bahlstellen befinden sich in folgenden mit einer der fünf Barrisons, die im Wintergarten ihre lockeren Sotalen: Böhl, Rüdersdorferstr. 8; Berndt, BlumenthalGesänge zum Besten geben, eine kleine Reise nach London unter firaße 5; Briese, Mittenwalderstraße 43; Hoffmann, nommen, um sich, wie es hieß, dort mit der Dame zu verehelichen. Waldemarstr. 61; Schmidt, Rykestraße und WörtherstraßenDarob große Sensation in gewiffen Klatschblättern. Der Graf wurde Ecke; Holzbacher, Thurmstraße 84; Maltow stie, als ein Held gepriesen, der seiner Familie und der deutschen Weddingstr. 9; Petersohn, Veteranenstr. 21. In sämmtlichen Botschaft zum Troß über alle Hindernisse hinweg das geliebte Bahlstellen werden Beiträge des Sonnabends von 8-10 Uhr Mädchen heimführen werde. Ja, man berichtete bereits von der entgegen genommen. H. Schulz, Vertrauensmann, SwineTrauung als von einer vollzogenen Thatsache; die Liebe hatte münderstr. 33. wirklich einmal über die verblaßten Standesvorurtheile gefiegt. Der Weberstreik in Aachen ist durch die Vermittelung Dann wurde es einige Zeit still in der Sensationspresse, bis der Behörden beendet. Die Arbeiter haben einige Erfolge Die Agitation der proletarischen Franen hat unter das Kleine Journal" gestern mit einer Nachricht folgenden erzielt. anderem auch das Gute, baß Kreise, die diesen Bestrebungen Inhalte aufwarten fonnte: Die Ehe des Grafen Bernstorff mit Miß Sofie Barrison Ieber die mechanische Schuhwaaren- Fabrik von Strunz prinzipiell abhold sind, veranlaßt werden, Fragen, die von sozial ist nunmehr definitiv aufgegeben worden. Es haben. Giffriedt in Nürnberg ist von der Nürnberger demokratischer Seite aufgeworfen werden, in den Bereich ihrer Erörterungen zu ziehen. Das trifft zum Beispiel zu bei der fich also unsere dahingehenden Andeutungen bestätigt. Wie uns Arbeiteaschaft der Boykott verhängt worden. Erörterungen zu ziehen. Das trifft zum Beispiel zu bei der unser Londoner Korrespondent telegraphisch meldet, haben sich Gesinde Ordnung. In einer kombinirten Sigung der die Doktors Commons", die zur Ertheilung von Ghe- Lizenzen Arbeiter. In einer Versammlung aller Gewerkschaften FrankDer städtische Arbeitsnachweis und die Frankfurter Vereine Frauenwohl" und Jugendschutz" die Mitglieder beider Vereine rekrutiren sich aus den Schichten der humanen" eingesetzte Londoner Behörde, ebenfalls geweigert, die Ehe zu furts, die darüber Beschluß zu fassen hatte, ob die organisirten beider Vereine refrutiren sich aus den Schichten der" humanen" vollstrecken, ohne daß ihnen in die Dokumente über die erste Arbeiter sich, nachdem der sogenannte Streifparagraph von der Bourgeoisie äußerte sich die Referentin, Frau Sanitäts be des Grafen Bernstorff Ginsicht gewährt würde. Das Regierung gestrichen worden ist, doch noch an der Wahl der äußerte sich die Referentin, Frau" Sanitätsrath Schwerin, in bemerkenswerther Weise über dieses Rüstzeug autokratischer Herrlichkeit. Sie bezeichnet die Gesinde geschah auf Veranlassung der deutschen Botschaft in London. Kommission des Arbeitsamts betheiligen sollen oder nicht, wurde Rüstzeug autokratischer Herrlichkeit. Sie bezeichnet die Gesinde: Am Sonnabend war der Bruder des Grafen Bernstorff, der nach einem Referate des Genossen Dr. Duard und nach einOrdnung als die Gierschale einer despotischen Zeit und führte Landrath Percy Bernstorff, in London eingetroffen, um seinen gehender Debatte folgende Resolution gegen 4 Stimmen an im weiteren aus, daß die Zahl der Personen, welche in Berlin Einfluß zur Hintertreibung der Ehe aufzubieten. Nach genommen:„ Die heutige öffentliche Bersammlung der Frankder Gesinde- Ordnung unterstellt sind, im Jahre 1890 noch 97 640 anfänglich hartnäckiger Weigerung gab Graf Bernstorff dem furter Arbeiter erklärt: In der Streichung des sogen. Streitbetrug. Die Rednerin wünscht die Errichtung von Gesinde Drängen der Familie nach und entschloß sich, Miß Barisson varagraphen aus dem Ortsstatut betreffend den städtischen fammern, um die Dienstboten dem zweifelhaften polizei- unter bestimmten Bedingungen nicht zu heirathen. Arbeitsnachweis, erblickt lichen Schutze zu entziehen; fie pläbirt dafür, daß die Rechte Eine Hauptbedingung ist die Zahlung einer Entschädigungs- eine von die Frankfurter Arbeiterschaft den Unternehmern gegen die Arbeiter und und Pflichten des Gefindes der modernen Beit angepaßt werden. um me an Miß Barrison. Zu diesem Zweck kam der Rechts: ihre Koalitionsbestrebungen gerichtete Maßregel, die den Es sei beschämend, daß man eine Person, die vielleicht 30-40 Jahre vertreter der Familie Bernstorff vorgestern nach London und er organisirten Arbeitern die Benutzung der städtischen Arbeitsgedient" habe, mit ganze 12 M. Monatsunterstützung( Gefinder zielte eine gütliche Uebereinfunft über die Höhe der Gelbfumme, vermittelung vorläufig nicht räthlich erscheinen läßt. Im Intereffe belohnungsfonds) abfinde. In der anschließenden Diskussion Hübsch macht es sich, der unorganisirten Arbeiter jedoch werden die Beisitzer beim Gesprach sich Oberstlieutenant v. Egydi in ähnlichem Sinne aus. welche sofort ausgezahlt wurde." Sollten sich etwa Volksvertreter finden, meint er, die im wenn das Blatt jetzt weiter schreibt:„ Wir freuen uns im werbegericht aufgefordert, an den Wahlen zur Arbeitsnachweisgegebenen Falle mit dem Gefeß nicht tabularasa machen, so solle Interesse der Familie Bernstorff, daß die peinliche An- Kommission theil zu nehmen und unaufhörlich für Verbesserungen das Bolt hübsch für solche Vertreter danken. gelegenheit diese Wendung genommen hat. Graf Willy der Einrichtung innerhalb der Arbeitsnachweis- Kommission thätig Bernstorff und Miß Sofie Barrison befinden sich allerdings noch zu sein." Ferner wird auf Anregung des Genossen Knoblich mit Miß Barrison noch gestern Vormittag spazieren geben sehen; wird aufgefordert, in die Pachtverträge, welche die städtischen immer gemeinsam in London und man konnte den Grafen( Kellner) folgender Beschluß gefaßt:" Der hiesige Magistrat beide wohnen auch noch im gleichen Hotel und bemühen sich auf Gtablissements( Forsthaus 2c.) betreffen, die Bestimmung auf Auch eine Kirchennoth. Ein Berliner Geistlicher schreibt das äußerste, die ihnen auflauernden Reporter zu vermeiden." zunehmen, daß die Pächter ihren Bedarf an Personal bei dem dem„ Volt":" Wir Pastoren der... Kirche erhielten am Vielleicht hat Graf Bernstorff nunmehr die Qualifikation er städtischen Arbeitsnachweis zu decken haben." 27. Januar, nach 1 Uhr Mittags ein Telegramm von Exzellenz langt, als Ritter erster Klasse den Kreuzzug gegen die Parteien Barkhausen mit dem Inhalte, es sollten an diesem Tage sämmt- des Umsturzes mitzumachen. Die Lederfärber( Glaceeleder) von Brüffel find in liche Berliner Kirchen den ganzen Tag über offen gehalten den Generalstreit eingetreten, weil ein Unternehmer, der Der Sturm, der in der letzten Nacht über Berlin und Um- 43 Mann beschäftigte, seine Arbeiter zum Austritt werden. Selbstverständlich war niemand in unserer Kirche an wesend. Es fonnte ja auch nicht mehr bekannt gemacht werden." wesend. Es fonnte ja auch nicht mehr bekannt gemacht werden." gegend daherbrauste, hat bedeutenden Schaden angerichtet. Im der Organisation zwingen wollte. Mehrere andere Unternehmer Bielleicht wäre auch bei rechtzeitiger Bekanntgabe taum jemand Thiergarten wurde in der Quer- Allee einer der ältesten Bäume gingen in ähnlicher Weise vor, sodaß die Annahme berechtigt ist, Bielleicht wäre auch bei rechtzeitiger Bekanntgabe taum jemand umgeworfen. Im Humboldhain und im Treptower Bart haben baß die Unternehmer es auf eine Sprengung der Organisation gekommen. Berlin ist gar so gottlos. die Biersträucher hauptsächlich zu leiden gehabt, da eine größere abgesehen haben. 200 Mann, fast durchweg Familienväter, sind Ein Jdyll aus dem Lager der Kämpferschaar für Ordnung, Anzahl derfelben vollständig entwurzelt wurde. Auf den öffent am Streit betheiligt. Da die Mittel der Organisation zur UnterReligion und Sitte. Ueber den Fall Roze" schreibt der Berliner lichen Wasserstraßen mußten die Schiffe Nothanker werfen. stützung so zahlreicher Personen nicht ausreichen, so ersuchen die Feuilleton- Korrespondent der Hamburger Nachrichten" seinem Blatte:„ Auch die leidige Affäre Koße ist wieder aufgelegt. Ein find richten an die Union des Teinturiers en Peaux 31, Ritterromantik. Zwei Arrestanten in Mastenkostüm find Streifenden um Zuwendung materieller Unterstüßung. Sendungen zu Better des vielgenannten Zeremonienmeisters, der Rittmeister geſtern früh durch den grünen Gefangenen- Transportwagen in Rue de Comte de Flandre 37. Bruxelles Malenbeck St. Jean. v. Roze, hat den Zeremonienmeister und Kammerherrn Baron das Polizeigewahrsam eingeliefert worden. Die beiden Masken, Schrader vor das Pistol gefordert. Das Duell fand statt, verlief besucht und waren einer Spanierin wegen in Streit gerathen, zwei Talmi- Ritter, hatten einen Maskenball auf dem Wedding aber unblutig. Man traf sich nicht, vertrug sich aber auch nicht. der sich bis auf die Straße fortsette. Als sie dort der NachtUnd das wird wohl nun so weiter gehen. Der Leser wird sich wächter zur Ruhe wies, drangen sie vereint auf den Beamten entfinnen, daß ich schon vor Monaten von einer gewissen ein und beleidigten ihn, was ihre vorläufige Inhaftnahme nach Hofclique sprach, auf deren Intriguengelüfte die Machenschaften fich gezogen hat. gegen Herrn v. Roße zurückzuführen seien. Es ist anzunehmen, daß das Duell Kohe- Schrader den König veranlassen wird, der Ein größerer Brand hat am Dienstag Vormittag um ganzen Angelegenheit persönlich ein wenig näher zu treten; denn 10/2 Uhr auf dem Güterbahnhofe in Westend gewüthet. thatsächlich ist die Unglücksaffäre nunmehr zu einem Standal Brennende Kohlenstücke, die aus dem Schornstein einer angeworden, der schleunigster Beilegung bedarf. Herr v. Schrader, geheizten Maschine herausgeflogen waren, hatten das Dach des ber 1889 den Freiherrntitel erhielt, stand lange in hoher Gunst Maschinenhauses in Flammen gefeßt. Auf die Meldung Großs beim König. feuer" rückte die Charlottenburger Feuerwehr sofort auf die Brandstelle, konnte aber das Dach nicht mehr retten. Dagegen gelang es bei zweistündiger Thätigkeit, den übrigen Theil des gefährdeten Gebäudes zu sichern. Es wäre gar nicht übel, wenn Herr v. Egydi sich in den preußischen Landtag wählen ließe und das einmal den Herren Boltsvertretern" ins Gesicht sagte. Die Berliner Vororte betreiben ihre Eingemeindung mit fieberhafter Gile. In einer am Dienstag abgehaltenen Verfammlung, die im Terminushotel in der Friedrichstraße stattfand, wurden in ausführlichen Referaten die mannigfachen Polizei- Bericht. In der Nacht zum 29. d. M. fiel in der Gründe, welche für die Einverleibung sprechen, nochmals vor- Zanfigerstraße ein Mann infolge der Glätte hin und brach sich ein Vermischtes. aus In der ganzen Schweiz herrschte in der Nacht zu gestern intensive Rälte; im Jura fiel das Thermometer bis 35 Grad unter Null. Der Bahnverkehr erlitt bedeutende Verspätungen und Unterbrechungen. Es herrschte heftiger Nordwind. 10 Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Saṛt) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Uhr abends spätestens dort aufgegeben sein und zwar als: Stuttgart. Telegraphiren Sie; die Depesche muß aber 10 Uhr abends spätestens dort aufgegeben sein und zwar al3: " dringend". F. T. Naumburg. Es ist unmöglich, jeht nach 3 Wochen Ihren Bericht noch aufzunehmen. Nr. 30. Wenden Sie sich an das saubere Blatt, auf das Sie abounirt find. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 31. Januar. Opernhaus. Fra Diavolo. Schauspielhaus. Kriemhild's Rache. Deutsches Theater. Weh' dem, der lügt. Berliner Theater. Marienburg. Lessing- Theater. Zwei Wappen. Neues Theater. Das liebe Geld. Residenz- Theater. Fernand's Ghefontratt. Theater Unter den Linden. Der Probefuß. Schiller Theater. Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Bellealliance- Theater. Mein junger Mann. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. National- Theater. Geschlossen. Alexanderplat- Theater.Der wunde Punkt. | Allen Freunden und Sangesbrüdern zur Nachricht, und Vorsitzender National- Theater. Passage- Panopticum. gem. Kranken- u. Sterbekaffe dicht, daß unser Sangesbruder Große Frankfurteritraße 132. Donnerstag wegen Vorbereitung zu dem Sensations- Schauspiel Die lebende Brücke geschlossen. Freitag, den 1. Februar: Bum 1. Male: Sensationelle Novität! Die lebende Brücke. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Englischen von Sutton Bane, übersetzt Der Meister: Rob. Biberti ( The span of Life.) Großes Sensationsschauspiel mit Musit in 4 Aften( 11 Bildern). Nach dem von H. Schwab. Regie: Max Samst. Dirigent: Adolf Wiedecke. 1. Bild: Haß und Eifersucht. 2. Bild: Mutter und Sohn. 3. Bild: Das elastische Trio. 4. Bild: Kein Licht im Leuchtthurm. 5. Bild: Noch nicht zu spät. 6. Bild: Ein Drama im Leuchtthurm. 7. Bild: Der Diebstahl des Kindes. 8. Bild: Mutter und Sohn. 9. Bild: Ein menschenfreundl. Araber und ein menschenfeindlicher Europäer. 10. Bild: Die lebende Brücke über den Wasserfall. 11. Bild: Die Vergeltung. Reichshallentheater. Spezialitäten- Raffenöffnung 612 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, 31. Januar, abends sühr: 8 Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Die Weber. Vorher: Im Fluge durch die Welt. Tannhäuser. Anfang 7 Uhr. Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! Der zerbrochene Krug. Frauen- Die Riesen des dunkeln Erdiheils: kampf. Freitag, 1. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonnabend, 2. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonntag, 3. Februar, nachm. 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas als Gast. Anna Bäckers. Josefine Dora. Vorletzte Woche! Zum 151. Male: O, diese Berliner! Große Bosse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Adolph Ernst- Theater Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Zum 36. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangspoffe mit Tanz. Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Infolge des großen Andrangs bleibt die Kaffe von Vormittags 10 Uhr ununterbrochen geöffnet. Kaufmanns' Variété ist noch immer ausverkauft und warum?? KT Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Weihnachts- Ausstellung Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Unter den Linden 21. Ben. Jeden Sonntag Nachmittag d.dentschen Drechsler und deren Berufsgenossen ( E. H. 86, Hamburg. Bezirk D.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Paul Baumann am Sonntag, den 27. d. M., verstorben ist. 123/7 Franz Rinke am 28. d. m. verstorben ist. nachin. 2 Uhr, vom Krankenhaus Am Die Beerdigung findet am 31. d. M., nachin. 2 Uhr, vom Krankenhaus Am Friedrichshain aus statt. Gesangverein Echo II. 24696 Die von mir gegen Frau Sase, Tegelerstr. 26, gemachte Beleidigung, Die Beerdigung findet am Donners- welche von mir herrühren soll, erkläre ich für unwahr. Frau Lob. tag, den 31. b. M., nachmittags um Kirchhofes in der Freienwalderstraße 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Sophien. Milchkübel, Sinnen, Gatten, Make, ( Gesundbrunnen) aus statt. Der Bevollmächtigte. Tafelwaagen, Lampen, Kühlapparate. Buttermaschinen Butterkneter, Drehrollen. Jordan, RI. Markusstr. 28. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. zu halb. Preisen. Donnerstag, 31. Jan., abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstrasse: Orientalische Al- Familienvorstllg. Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 18 Uhr. General- Versammlung. B Zages Ordnung: Bericht der Revisoren. Anträge des Vorstandes Vereinsangelegenheiten. Der Fall Hohenstein. Raffenbericht. und der Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimirt. Achtung! " Sanssouci 284/14 Kottbuserßraße 4a. Der Vorkand. Achtung! Grosse Elite- Soirée Berein der Brauerei- Hilfsarbeiter. der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Vorverkauf 40 Pi.( siehe Plakate). Elite Programm! Zum Schluß: Circus- Bilder Ensemble von Meysel. Sonntag, den 3. Februar, nachm. 2 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandanten- Straße Nr. 20: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über das verflossene Vereinsjahr. 2. Bericht des Kassirers und der Revisoren. 3. Statutenänderungen. 4. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 5. Innere Vereinsangelegenheiten. Die Mitgliedsbücher find vorzuzeigen! Das Erscheinen sämmtlicher organisirten Brauerei- Hilfsarbeiter ist unbedingt erforderlich. 91/20 Zahn- Klinik. Der Vorstand. Preise Ich erkläre Frau Döring als eins event. unbescholtene ehrliche Person. Theilzahl. 2466b Frau Olga Jacobson, Invalidenstr. 140. Karl Hesse. Ladeneinrichtung, Billard, Kleiders Masken- Garderobe ſpind, Betten, Gelöſpind. Bankſtr. 20. für Herren und Damen Masken C. Ernst, SO., Köpnickerstr. 126, I. verleiht billig Steuke, Dennewigs ftraße 1. Vereine Preisermäßigung. gebraucht, 24626 Bäckerei- Niederlage mit guter Runds Schöneberg. Möbel, Handlung Rosenthaler- ſchaft ist zu verf. Nah. i. b. Exp. d. Bl. Täglich Vorstellung im wissenschaft- Freitag, den 1. Febr., vorm. 10 Uhr: Straße 13. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Fern- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Jeden Tag: Große Oeffentliche Versammlung der Arbeitslosen im Lotale des Herrn Kessner, Grunewaldstr. 110. Tagesordnung: 1. Die Ursachen der heutigen Arbeitslosigkeit. Referent: Sen. Rohrlack. 2. Diskussion. Zellersammlung findet nicht statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 258/17 Der Vertrauensmann. Arzt Dr. Hösch, Linienstraße Künstler- Vorstellung Homöopath. rase 149, 8-10, 5 bis Riesen- Programm! Ab 1. Februar: Auftreten durchweg uener Kunstkräfte. Am 2. Februar: Grosser 7, Gonntags 8-10 Uhr. 1375L Knopfstiefel, chic 5,50, m. ## Presskohlen, 2 Läden m. Wohn., sowie kleine u. Mittelwohn. Rostockerstr. 14.[ 20336* Freundl. Schlafstelle für Herren bei Wive. Zieth, Adalbertstr. 21, v. 4 Tr. Möbl. Schlafft. Vieillard, Oraniens 24655 straße 171, Hof 2 Tr. Staligerstr. 29a, vorn 2 Tr. rechts, 24566 möbl. Stube, Pr. 12 M. 2 möbl. Schlafst. n. v. Ww. Gesch, 24606 anerkannt beste Heizkraft, wenig Asche Adalbertstr. 84. gebend. 92 Preise pro Januar: Marke Centrum I, 18 Ctm. lang 6,50 M. Senftenberger Jise, 18 Ctm. Lang Damen- 3.90, Ballschuhe Beste Senftenberger Marie II, 2,35. 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Gleichzeitig ift für die Branche Rus fammensetzer der Pianofabrik Kunze & Sohn, Blumenftr. 70, infolge Maßregelung laut öffentlicher Versammlung vom 13. Januar cr. die Sperre ver hängt worden. 198/13 Die Lohnkommission. Eine alte deutsche Feuer Versiche rungs- Gesellschaft sucht für Berlin und Vororte thätige Haupt u. SpezialAgenten unter sehr günst. Bedingungen Off. unter P. 2. nimmt die Ereved. d. Bl. entgegen. 2314b Klempnergehilfe, welcher auf bessere Petroleumbrenner arb., nach auswärts bei dauernder Beschäftigung gesucht. Fahrt verg. Meld. b. Heinze, Dress denerstr. 13, 2 Tr. 12-3, 7-9. Uhr, Arbeiter u. Arbeiterinnen, welche einen großen Bekanntenkreis haben, und sich für Versicherungen inters effiren wollen, werden gebeten Offerten unter V. W. niederzulegen in der Exped. d. Bl. 2467b = Tüchtige Marquetterie- Arbeiter finden in New York dauernd guten Verdienst. Näheres unter ,, Brennabor" 366 M poftlagernd Hamburg, Verantwortlicher Redakteur: I. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 26. Lütticher Anarchistenprozek. gefagt: ( Original Bericht.) = " Donnerstag, den 31. Januar 1895. und " Te " 12. Jahrg. Kunst und Wissenschaft. " Da angenommen größten Kostümateliers besitzt, für diesen Be- Instanz bekundet, daß er niemanden denunzirt, sondern in feiner trieb als erste Arbeiterin, Zuschneiderin und Anprobirerin für bösen Absicht nur einen Unteroffizier gefragt habe, warum sich Röcke, Leibchen und Paletots engagirt worden. In dem schriftlich der erst erwähnte Soldat, als er den verbotenen Laden betrat, 2üttich, den 29. Januar. abgeschlossenen Arbeitsvertrage hatte man der Engagirten die so scheu umgefehen hätte. Bezüglich des Horniften erklärte Krußte, Heute wurde die Vernehmung der Entlastungszeugen be- Reisekosten von Paris nach Berlin, Wohnung und Beköstigung daß er diesen gleichfalls nicht denunzirt habe, weil ein Hautboist, endet. Die meisten Aussagen waren unwesentlicher Natur: all im Hause der Firmeninhaber und ein monatliches Gehalt von dem er den Vorfall mitgetheilt, ihm gesagt habe, von der Sache nichts gemeine Leumundzeugnisse zu gunsten der beiden Schlebach, 250 Francs zugesichert und eine einmonatliche Kündigungsfrist zu machen. Im Anschluß an diese dem Krugte gemachten VorBach's und Broich's. Nur die Aussage des protestantischen festgelegt. Am 5. November in das Atelier D. Petrus ein- haltungen brachte die Brandenb. Zeitung" noch eine Reihe von Gefängnißgeistlichen, Pastor Peterson, verdient Beachtung. Er getreten, wurde Frl. de Wakotsch bereits am 6. Nov. gekündigt, ironischen Artikeln, die auf Krugte gemünzt waren und in denen fagte etwa folgendes über die Persönlichkeit der Angeklagten, mit ohne daß man ihr einen Grund dafür angab. War Ausdrücke wie" Biegenbock"," Boykott- Wachtmeister"," Strohdenen er in Berührung gekommen ist, aus: Der Angeklagte das für die Dame schon eine äußerst unliebsame und unerwartete topf", 3wirnspißel" zc. vorfamen. Der Staatsanwalt beantragte Müller ist nach meiner Ueberzeugung ein ganz verlogener Ueberraschung, so sollte sie ihre Landsleute von der Firma D. Petrus mit Rücksicht darauf, daß Privatpersonen gegen derartige Ans und bornirter Mensch, der bereits zweimal im Gesäng- die Juhaber sind ebenfalls Franzosen von einer noch ganz griffe sozialdemokratischer Blätter geschützt werden müßten, drei niß gefeffen hat. Mir hat er selbst über feine anderen Seite fennen lernen. Sie wurde nicht nur am 16. No- Monate Gefängniß gegen Simon. Der Gerichtshof ging mit Eltern verschiedentlich falsche und erlogene Geschichten vember entlassen, ohne den Lohn für ihre Thätigkeit zu Rücksicht darauf, daß der Schneidermeister Krupke durch die erzählt. Seine Angaben verdienen nicht den geringsten Glauben. erhalten, sondern man verschloß ihr auch das bis dahin Artikel der Brand. 3tg." fortgesetzt derartig lächerlich gemacht Ich habe den Eindruck von ihm gewonnen, daß er geistestrant inne gehabte Logis und setzte ihre Effekten vor die sei, daß er sich kaum mehr habe auf der Straße sehen lassen ift, er gehört in ein Irrenhaus, nicht ins Gefängniß Thür desselben, so daß sie in der folgenden Nacht tönnen, erheblich über das beantragte Strafmaß hinaus und Das Lügen ist bei ihm geradezu Manie. Er fann für seine mittellos und hilflos auf der Straße zubringen mußte. Das erkannte auf fechs Monate Gefängniß! Thaten, das Gefühl habe ich, überhaupt nicht verantwortlich ge- ungeheuerliche dieser That der noblen Firma tritt erst so recht Ein Brügelpädagoge. Der seit 19 Jahren amtirende macht werden. Der Angeklagte Bach hat das Unglück gehabt, in die Erscheinung, wenn man sich vergegen: värtigt, daß es sich Lehrer Franz Xaver Linhardt in Mühlenbach wurde feine Eltern früh zu verlieren. Er hat sich durchs Leben schlagen um eine Pariserin handelte, die Berlin so gut wie garnicht fannte am 13. November vom Landgericht München II wegen Vers müssen, und es ist ihm häufig sehr schlecht gegangen. Das ha und hier auch keinen Anhalt hatte, war Fräulein de Wakotsch doch gehens im Amte, Körperverlegung in acht Fällen, unter der Freiihn zu seinen Ansichten geführt. Er hat sehr viel gelesen und taum 10 Tage in der Stadt. Mit Hilfe der Polizei gelang es der fprechung von der Anklage der Körperverlegung in neun Fällen, ist in der Geschichte sehr gut orientirt. Der Ange- selben am 17. November, wenigstens 43,50 M. von ihren liebens zu 40 Mark Geldstrafe verurtheilt. Er prügelte die Kinder im Elagte Wilke ift ein ausgezeichneter Mensch. Er hat würdigen Arbeitgebern, Herrn Gaston Oudin und Fräulein Françoise Alter von 7-12 Jahren mit einem fingerdicken, 1/2 Meter langen nie Schnaps angerührt. Ich feinen Charakter Ghedeville, zu bekommen, angeblich als Fahrgeld für die Rückreise Stocke auf Rücken und Kopf, riß sie zur Abwechselung auch an nur rühmen. Was er sagt, ist wahr. Ich habe die feite Ueber- nach Paris. Beim Gewerbegericht stellte Frl. de Wakotsch den den Haaren und versette ihnen Faustschläge auf den Kopf; zeugung, daß er an dem Chevroner Dynamitdiebstahl unbetheilig Antrag, jene beiden Inhaber der Firma zur Zahlung ihres Ge- troßdem er erst 1892 deswegen verwarnt worden war. Seine ift. Zwei seiner Kinder habe ich in mein Haus genommen, und haltes für den November und die ersten 6 Tage des Dezember, Revision wurde verworfen. ich muß sagen, so gut erzogene Kinder habe ich noch nicht also bis zum Ablauf der Kündigungsfrist, zu verurtheilen, sowie Tennen gelernt. zu einer Kost- und Logisentschädigung für die Zeit vom 16. Mo- Ast, Die Berufungsverhandlung gegen den Wunderdoktor ( In einer persönlichen Unterredung sprach Pastor Peterson vember bis zum 6. Dezen.ber. Das Gericht erkannte dem An- ft, über die wir vorgestern einen ausführlichen Vorbericht gebracht haben, bot in ihrem weiteren Verlaufe nicht das Interesse, das feine Wieinung über den Prozeß dahin aus, daß er an die Existenz trage gemäß insofern, als es 40 M. Borschuß, die Klägerin eines Komplotts nicht glaube. Einzelne Angeklagte seien bezahlte schon in Paris erhalten hatte, und die oben erwähnten 43,50 m. man im allgemeinen erwartet hatte. Dies lag zunächst daran, Werkzeuge in der Hand des Russen gewesen, der unzweifelhaft von der Gesammtforderung daß der Radbrucher Schäfer nicht selber zum Termin erschienen in Abzug brachte und im Dienste der Bolizei gestanden habe. Der Berichterstatter.) Der Klägerin 208,80 M. zusprach. Das Gericht( Kammer L, Ferner wurde das Interesse an der Verhandlung dadurch einwar, sondern sich durch einen Rechtsanwalt vertreten ließ. An diese Ausiage schloß sich das Verhör eines Polizei: Assessor Techow), hatte davon Abstand genommen, über tommiffars, der gestern Abend in Gegenwart eines Vertheitigers die Behauptung der Beklagten Beweis zu erheben, daß geschränkt, daß der Gerichtshof auf die Bernehmung der vor und des Staatsanwalts in der Nähe der St. Jacques- Kirche eine die Klägerin zur Ausfüllung ihrer Stellung völlig unfähig gewurde, daß Ast nicht in strafbarer Absicht gehandelt Lokalinspektion vorgenommen hat. Die Zeugin Rovenne, ein wesen sei; ebenso hatte es auf eine Beweiserhebung bezüglich habe. Nach kurzer Berathung wurde folgendes Urtheil verkündet: zwölfjähriges Mädchen, will dort den Angeklagten Berg under gegentheiligen Behauptungen der Klägerin, die sich u. a. auf Ter Gerichtshof hat dahin erkannt, daß die Berufung des mittelbar nach dem Attentat beim Schein einer Gaslaterne be: Atteste von Akademien 2c. stützte, verzichtet. Folgende Gründe Angeklagten zu verwerfen und ihm auch die Kosten des Versonders an seinem rothen Shlips erkannt haben. Gestern verhielt es für ausschlaggebend: Die Beklagten seien unstreitig längere fahrens aufzuerlegen seien. Der Gerichtshof tann der Ansicht mochte sie jedoch Farben bei der angegebenen Entfernung nicht Zeit vor Abschluß des Engagements in der Lage gewesen, Gr- des Herrn Staatsanwalts nicht beitreten, daß verschiedene strafmehr zu unterscheiden; ebensowenig fonnte sie das Aussehen un- hebungen über die Qualifikation der Klägerin anzustellen. bare Handlungen vorliegen, der Gerichtshof erblickt vielmehr in befannter Personen beschreiben, die auf der Stelle standen, wo uch wären die Beklagten nach der am 6. November dem Treiben des Angeklagten ein einheitliches Delift. Nach§ 268 fie Berg gesehen haben will. unstreitig ohne Angabe von Gründen erfolgten Kündigung der Strafprozeß- Ordnung hat aber der Gerichtshof nur das Die Zeugin wird nochmals eingehend vernommen, bleibt nicht mehr berechtigt gewesen, innerhalb der Kündigungs- Urtheil der ersten Instanz zu prüfen. Der Gerichtshof war das aber dabet, daß sie Berg am Abend des Attentats erkannt habe. rist die sofortige Entlassung wegen gänzlicher Unfähigkeit aus: her nicht in der Lage, eine Prüfung vorzunehmen, ob der GrundNunmehr werden die letzten Verhöre des Russen in Petere susprechen; und zwar deshalb nicht, weil die angeblich gänzliche burg den deutschen Angeklagten in deutscher Uebersetzung vor Unfähigkeit der Klägerin am 6. November bereits eben so sicher maß rechtfertigt sich einmal durch die Vorbestrafung des An fag des Ne bis in idem" hier verletzt worden sei. Das Strafgetragen. Die Uebersetzung ließ viel zu wünschen übrig und war feitzustellen gewesen wäre wie 10 Tage später. Dazu komme, maß rechtfertigt sich einmal durch die Vorbestrafung des Anmanchmal beinahe unverständlich. daß die Nichtgeltend machung dieses gerügten angeblichen geklagten und andererseits durch den großen Umfang der von Sagolfowity hat danach im wesentlichen folgendes aus Mangels der Klägerin bei der Kündigung in Verbindung ihm verabreichten Araneten. mit dieser eine Anerkennung des Vertrages vom 22. Ottober und Ich bin unabhängiger Sozialist. Die Betheiligung der Nebenabrede sei, daß derselbe nach Ablauf eines Monats an den Wahlen verwerfe ich ebenso wie den Parlamentarismus abgelaufen fein folle. Gleichzeitig sei dadurch anerkannt worden, überhaupt als nuglos und schädlich. Anarchistische Bücher habe ich daß die Klägerin eine erste Arbeiterin sei. Borgänge im Schiller- Theater", so wird aus Theater. freifen einem hiesigen Blatt berichtet, haben in letzter Zeit viel beseffen, aber das ist ja erlaubt. Ich bestreite, daß ich zu Broic gefagt habe, ich sei von englischen und französischen Anarchister des Bittoria und des Belle- Alliance- Theaters", Litaschy, ist Theaters", Herr Cohn, der sich Gellert nannte, ist plöglich Wie man ein Theater Icitet. Dem ehemaligen Leiter von fich reden gemacht. Der Direktionssekretär des„ Schillernach Lüttich gesandt worden, un dort Attentate 3 die Theaterfonzession entzogen worden, Der Polizeipräsident entlassen worden, weil es sich herausstellte, daß er seine veranstalten. Die Chemikalien, die in meinem Koffer gefunden worden sind, haben mit Bombenfabrikation nichts zu schaffen, hatte gegen ihn die Klage auf Zurücknahme der ihm nach§ 32 Stellung ausgenutzt, um von einigen Mitgliedern Tribut zu und beweisen nicht, daß ich Anhänger der Propaganda der That der Reichs- Gewerbe- Ordnung von 1890 ertheilten Ronzession erheben. Auf eine Anzeige beim Aussichtsrath wurde eine Unterbin. Das Chlorfali benugte ich zum Gurgeln. Einen Herrn zum Betriebe des Gewerbes als Schauspiel- Unternehmer mit der fuchung angestellt, in welcher die Schauspieler Forst und Felix de Léonard giebt es in Paris nicht. Die Polizei fonnte ihn Begründung erhoben, daß ihm die erforderliche Zuverlässigkeit angaben, Herrn Gellert nicht unbedeutende Summen geopfert zu de Léonard giebt es in Paris nicht. Die Polizei konnte ihn in finanzieller und sittlicher Hinsicht feble. Die Angelegenheit haben, um sich die Gunst des einflußreichen Sekretärs des Herrn also auch nicht auffinden. Ich habe den Namen erfunden. beschäftigte, wie ber Berl. Börsen Courier" meldet, Gelb erhielt ich, wenn ich es brauchte, von Dienstag den Bezirksausschuß. Nach der Klageschrift hatte 2. die Borhand zu haben. Der Aufsichtsrath verfügte natürlich am Dr. Löwenfeld zu erwerben und um bei Vertheilung guter Rollen meinen Genoffen. Ihre Namen zu nennen auf grund jener Konzession die Genehmigung erhalten, in dem sofort die Entlassung des Vertrauten des Herrn Dr. Löwenfeld, Iehne ich ab. Jn Lüttich hielt ich mich Studien halber auf; Belle- Alliance- Theater", daß er für jährlich 75 000 M. gepachtet an dem dieser eine so arge Enttäuschung erleben mußte. ich besuchte die Universität und wollte später ein Gramen machen. batte, öffentliche Theatervorstellungen zu veranstalten. Er selbinettes Bröbchen von der unwürdigen Schmach, der die deutschen Borher hatte ich in der französischen Fremdenlegion. war ohne baare Mittel und hatte sich solche darlehnsweise be- Schauspieler zum theil unterworfen find. in Algier gedient. Ich war desertirt und mußte Zum Kampf für Ordnung, Religion und Sitte. Fräus fürchten, ausgeliefert und vor ein Militärgericht gestell: chafft. Als die Vorstellungen am 25. Dezember 1893 eröffnet zu werden. Ich mußte deshalb unter falschem Namen überall Bahlungsstockungen ein. Bezüglich der zu begleichenden Theater in München, veröffentlicht in einem Münchener Blatte unter wurden, war das Geld fast ganz verbraucht. Es traten auch fast lein Paula Wirth vom Reside, z- Theater, früher am Gärtnerplayals Baron Ungern- Sternberg auf einen Paß hin leben. Gagen und des Pachtgeldes waren sie einstweilen von vorüber dem Titel Selbst- Erlebtes" eine Episode aus ihrem Liebesleben, die den ich seinem Eigenthümer in Algier entwendet habe. richtig, daß ich an Müller einen Brief geschrieben habe, in dem gehender Natur. Echlechter erging es den Theaterlieferanten dort um fo größeres Aufsehen erregt, als ein in der bayerischen ich ihm vorschlage, einen Zug zu berauben, der Geld nach dem Diese waren gezwungen, die Hilfe des Gerichtsvollziehers Bejagter Offizier, der fich lange Zeit mit Recht den Intimus der und den sonstigen persönlichen Gläubigern des Beflagten. Residenz sehr bekannter Offizier auf das heftigste angegriffen wird. Staatsschat bringt.( Der vereidigte Ueberfeger verdollmetschte in Anspruch zu nehmen, der denn auch bald ständiger pifanten Künstlerin nennen durfte und der zu allen Zeiten, auch diese Stelle der Aussage des Russen nörtlich wie folgt:" Man muß die Bugmaschine fennen, auf welcher man das" G.ld Baſt in den Theaterräumen und in der Privatwohnung des in Uniform, an der Seite der Dame gesehen ward, hat sich vor 2. wurde. Anfang März 1894 brach das Unternehmen endlich einiger Zeit mit einem reichen Fabritanten- Töchterlein verheirathet. dem Staate gebört, stehlen kann.") In den anarchistischen Exekutiv Komitee war ich eine zeitlang Schriftführer; das Manifest, das meinen Namen trägt, habe nach Nieder- Defterreich, unter Hinterlaffung einer Schuldenlaft nun die fleine Erzählung„ Selbst- Erlebtes" gewidmet, unter welche ich nicht verfaßt; ich gab nur meine Erlaubniß, meinen Namen von über 70 600 Mart. Der Polizeipräsident vertritt die Auf die Verfasserin demonstrativ ihren vollen Namen segte. Sie darunter zu feyen. Es ist nicht wahr, daß ich Bach verfassung, daß ein derartiger Kongeffionar nicht die vom Gesetzgeber schildert ihr Verhältniß zu dem Offisier, fie will es unverständlich anlassen wollte, in verschiedene Lütticher Hotels mit Dynamit erforderte Zuverlässigkeit in fittlicher und finanzieller Hinsicht finden, wie ihr Herz für ihn schlagen fonnte, wie sie um seinetgefüllte Koffer einzuschmuggeln und die Gebäude dann in die besitzt. Regierungsrath Hoppe beantragte, dem Beklagten die willen einen ehrlid, en Menschen verließ. Sie erzählt, wie fie Luft zu sprengen. Die Joee hat Bach allein gehabt. Ich sagt Stonzession als Schauspiel- Unternehmer zu entziehen. In diefer ein guter Freund von dem Verrath des Geliebten in Kenntniß ihm, er solle diese„ Kinderei" lassen. Ueber die Verbindung, die Richtung machte sich auch der Bezirksausschuß schlüssig. Der gefeßt und wie sie den Verräther aufgefordert, die Wahrheit zwischen den deutschen und den wallonischen Anarchisten bestand, Beklagte hatte in der Klagebeantwortung zugegeben, daß er völlig einzugestehen. Unter ihren Blicken aber leugnete er die Vertann ich nichts sagen. Müller hat die Attentate bei Renson lobung, bis eine zur Unzeit eingetroffene Depesche, deren sich die und an der St. Jacqueskirche verübt. Ich habe sie nicht veranlaßt. getränkte Künstlerin bemächtigt hatte, die Wahrheit an den Ohne imfturzparagraphen. Vor der Straffammer zu Tag brachte. In nicht sehr schmeichelhaften Worten schildert die Miller hat stets als Anarchist gegolten. Ich lernte ihn Potsdam wurden, wie wir bereits furz berichteten, vor einigen Stünstlerin nunmehr das Verhalten des Geliebten. Die ganze tei Schlebach kennen. Als er mir erzählte, er habe das Attentat Tagen zwei Preßprozesse gegen die sozialdemokratische" Branden Erzählung findet einen sehr poetischen Abschluß. Die Künstlerin an der St. Jacques- Stirche verübt, fühlte ich mich nicht mehr in burger Beitung" verhandelt, die ihren Ursprung in dem Militär- ficht den treulofen Offizier mit der Anderen zur Kirche fahren, Lüttich sicher und reiste nach Maastricht. Die Polizei war mir pontott hatten, der im Frühjahr v. J. in Brandenburg a.. vor seinen Blicken tanzt ein kleines Muttermal, das die Künstlerin auf den Fersen und ich nannte mich Richter. Am 1. Mai fehrte über eine größere Anzahl Lokale verhängt war. Bunächst hatte zum Entzücken fleidet, die Orgel rauscht, wie Grabeston flingen ich nach Lüttich zurück, brachte aber keine Bombe, sondern nu: ich der Expedient Otto Sidow wegen Beleidigung des Gast ihre Register: es wird das Glück zur Ruhe getragen. ich nach Lüttich zurück, brachte aber keine die Manifeste mit. wirths Gerlach( Pables Salon) in Brandenburg, die durch ein Der Reichskanzler hat, wie die Diat.- 3tg." erfährt, den Es ist richtig, daß ich den russischen Konful in Amsterdam der Zeitung am 28. April v. J. beigelegtes Flugblatt:" An die Ankauf der von Helmholtz hinterlaffenen Bibliothek für die aufgesucht und mich ihm als russischen Polizei- Agenten vor Bevölkerung der Stadt Brandenburg", begangen sein soll, zu vers physikalisch- technische Reichsanstalt angeordnet. gestellt habe. Ich wollte ihn aber damit nur mystifiziren.( Der antworten. Das Schöffengericht in Brandenburg hatte Sidom, physikalisch- technische Reichsanstalt angeordnet. russische Konsul in Amsterdam hatte bei seiner ersten Bernehmung unter Ablehnung des Antrages des Amtsanwalts, der auf 50 W. Ordnung, Religion und Sitte gegen die Parteien des Umsturzes Die Umsturzvorlage, mit deren Hilfe der Kampf für gesagt, er habe den Baron" für einen russischen Polizei- Agenten Geldstrafe lautete, freigesprochen, gegen welches Urtheil geführt werden soll, scheint fetzt schon dem Berliner Polizeigehalten. Bei seiner zweiten Bernehmung erflärte er: Ich bin die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. In dem präsidium vorzuschweben. Der Schriftsteller Franz Held, russischer Konsul und sage gar nichts mehr.) Flugblatt war erwähnt, daß über das Gerlach'sche ber jetzt in München lebt, erhielt nach der Münch. Post" auf So weit die Aussage Jagolfowety's in ihren wesentlichen Bofel die Sozialdemokratie den Verruf verhängt habe. Die Bunkien. Nach ihrer Verlesung erklärt der Borsigende die Arbeiterpartei werde Gegenmaßregeln gegen die Saalbefizer lichen Berbots seines 23 mal am Berliner National- Theater aufBeschwerde bei dem Berliner Polizeipräsidium wegen des plötz Beweisaufnahme für beendet und vertagt die Sigung auf treffen, die, obgleich sie von der Arbeiterschaft leben, doch vor geführten Dramas„ Gin Fest auf der Bastille" den Bescheid, Donnerstag 91/2 Uhr früb. Der dazwischen liegende Tag, fagt der Behörde zu Streuze friechen und das Ansehen der Bürger- daß das Verbot aus" ordnungspolizeilichen Gründen aufrecht erer lächelnd, wird hoffentlich kein verlorener Tag sein. Die fchaft mit in den Schmutz treten helten 2c. 2c. Diese Säße er balten bleibe, weil, was dem Verfasser unbekannt war, der jungen Herren Vertheidiger werden ihn sicherlich dazu benutzen, achtete der Staatsanwalt für Gerlach, über deffen Lokal schon Anarchistentlub Freiheit" das Stück im National Theater ihren Plaidoyers möglichste Kürze zu verleihen. vier Wochen vor Erscheinen des Flugblatts der Verruf verhängt wieberbolen wollte. Held strengt nun Klage beim Ober- Berivalwar, beleidigend und beantragte drei Monate Gefängniß. Der tungsgericht gegen den Polizeipräsidenten an. Gerichtshof erkannte auf fechs Wochen Gefängniß. Der andere tungsgericht gegen den Polizeipräsidenten an. Fall betraf den Redakteur Emil Simon, der vom Brandenburger Es wird beabsichtigt, für die Sternwarte der Uni Schöffengericht wegen Beleidigung des Schneidermeisters Krugte verfität Königsberg einen großen Defraktor anzuschaffen. in vier Fällen zu 100 M. Geldstrafe oder 20 Tagen Die Wittel hierzu find in einer längeren Reihe von Jahren aus Erst aus der französischen Heimath fort. Gefängniß verurtheilt war, wogegen sowohl der Staats: der sächlichen Dotation der Sternwarte angesammelt worden. gelockt und dann dem Mitleid der Straße preis: anivalt wie der Angeklagte Berufung eingelegt hatten. Zur Aufstellung dieses Refraktors ist die Herstellung eines gegeben hatten die Juhaber der Firma D. Petrus die Am 17. April 1894 sollte nach der Behauptung eines Thurmes mit einer Drehkuppel erforderlich. Der letztere soll mit Zuschneiderin Therese de Wakotsch, was zu einem Prozeß vor Artikels der Brandenburger Zeitung" der Schneidermeister Krugte dem Gebäude durch einen gedeckten Gang verbunden werden. dem Gewerbegericht den Anlaß gab. Am 22. Oktober 1894 mar einen Soldaten, der ein verbotenes Lokal betreten, denunzirt Aus dem Lande, dem Deutschland nacheifert.„ WohlFräulein de Wafotsch in Paris von einem Beauftragten der haben, ebenso einige Tage später einen Hornisten, der dafür mit thäter der Menschheit", das harmlose Echauspiel von Feliz genannten Firma, die Unter den Linden 10 eines der feinsten acht Tagen Arrest bestraft worden sei. Krugte hatte in erster Philippi, ist in Riga von der Censur verboten worden. welches Gerichts- Beifung. Gewerbegericht. Es ist mittellos fei. F Ein Freie Volksbühne. Heute Donnerstag, den 31. Januar, abends 8%, Uhr, im Saale des Herrn Gründel, Brunnen- Strasse 188: General- Versammlung. V Zages Ordnung: 1. Rechenschafts- und Kassenbericht. 2. Verschiedenes. # Sonntag, den 3. Februar, nechmittags 2½ Uhr: V. Serie VII. Abtheilung( Lessing- Theater): Der Traum ein Leben. Zu dieser Vorstellung werden Extrakarten à 75 Pf. verkauft. VI. Serie III. Abtheilung( National- Theater): Kein Hüfung( Keine Heimstätte). Mitglieder, die der Vorstellung einer Abtheilung beiwohnen wollen, der sie nicht angehören, haben kein bestimmtes Anrecht auf den Einla; sie erhalten Stehplähe, soweit Raum vorhanden ist. Die Zahlstelle in Moabit ist von R. Quentzel, Thurmftr. 18, #ad W. Reddemann, Seifengeschäft, Pritwalkerstr. 3, verlegt worden. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 300/2 Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalljahr Montag Dienstag. .. Mittwoch. Donnerstag Freitag. Sonnabend • . 1894/95. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Naturerkenntniß. Volksthümliche Medizin. ( Erste Hilfe bei Unglücksf.) Nationalökonomie. Geschichte( Mittelalter). Deutsch( Literatur). Diskutir- Uebungen. Südost- Schule. Waldemarstr. 14. Boltsthümliche Medizin. Nationalökonomie. Geschichte ( neueste seit 1848). Naturerkenntniß. Deutsch( Literatur). Diskutir- Uebungen. Die Schulräume sind Abends von 1/28 Uhr an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, in dem außerordentlich reichen Zeitungs-, Zeitschriften- 2c. Material zu studiren. Der Unterricht beginnt um 1/29 Uhr und endet um 1/211 Uhr. Die Theilnahme an der Lektüre und dem Unterricht steht Jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, in welchen wissenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld Ausnahme- Preise! . 358M Meter 90 Pf. Stück 1,50 Mk. Mittwoch, Donnerstag, Freitag, den 30., 31. Januar u. 1. Februar: Schwarz Cachemir reine Wolle, prima Waare Weisse Unterröcke mit Stickerei Bettvorleger... 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Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Tempel, Langeftr. 65. 55/8 N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 29. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. 13649* [ 21456 In RohTabaken Cigarren- Fabrikanten !! billigster bietet sich Brautleuten 2c. im Möbelspeicher, Rosenthaler- Strasse 13, 1. und Utensilien für Daselbst stehen täglich zum Verkauf: nene gediegene Möbel zu außergewöhn lich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahrhaften Spottpreisen. Theilzahlung ge stattet. Kleiderschränke 15, Küchenspinde, Kommoden 12, Sophas 15, Bettstellen mit Matragen 18 Mart, Nußbaum- Kleiderschränke, Bertitows 30, TruEinkauf!! Stühle 8, Muschelspinden 40, W. Hermann Müller meaux 65, Paneelsophas 75, Plüschgarnituren 60 Mark. Herren- Schreibtische, Schreibsekretäre, Buffets, Koulissentische, Spiegel, alles staunend billig. 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System Dr. Blücher, Billeit, Vertreterin von Gautsch, und andere mehr, sowie gegen mehrere auswärtige Firmen Klage wegen Patentverletzung eingereicht. In der Klagesache gegen die Vertreterin der Neuen Deutschen Gasglühlicht- Compagnie ist auf Antrag der Deutschen Gasglühlicht Aktiengesellschaft, Molkenmarkt 5, im Wege der einstweiligen Verfügung der Beklagten bei Vermeidung einer fiskalischen Strafe von 1000 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung untersagt, für die Dauer des Prozesses solche in Bunsenbrenner für Gasglühlicht- Beleuchtung gewerbsmässig herzustellen, feilzuhalten, Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen, bei denen ein fester Körper ganz oder zum theil in oder oberhalb der Brennermündung zu dem Zwecke angeordnet ist, um Explosionen in der Flamme oberhalb der Brennermündung und damit das Geräusch der Flamme zu beseitigen und bei denen um den festen Körper eine Kapsel angeordnet ist, über welche das untere Ende des schlauchförmigen Glühkörpers zu dem Zwecke gezogen wird, um die richtige Lage desselben 47/21 zur heissesten Zone der Flamme zu sichern. Die Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft wird nunmehr auch gegen diejenigen Abnehmer nachgemachter Brenner und Glühkörper mit Klage vorgehen, welche dieselben gewerbsmässig in ihren Läden, Werkstätten, Wohnungen etc. gebrauchen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthfiraße 2