Abendausgabe Nr. 37 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 19 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Rebaltion: SW. 63, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 30 Mark Dienstag 23. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Arbeiterkampf und Wucherertreiben. Internationaliſierter Hausbefit. Einigkeit in der Abwehr. Effen, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Abwehrwille der Bergarbeiterschaft im Ruhrgebiet nimmt fortgesetzt zu. Neben dem deutschen Proletariat sind die polnischen Arbeiter Eine Konferenz von Partei und Gewert der Zechen, deren Direktoren bereits zu Ende der vergangenen schaftsfunktionären aus dem alten und neu besetzten Woche verhaftet wurden, weiterhin im Streit. Heute sind Gebiet trat am Sonntag den Beschlüssen der Ber= weitere sechs Bechen in den Ausstand getreten, so daß jezt liner Borständekonferenz vom 19. Januar ein ungefähr 25 Gruben die Arbeit restlos eingestellt haben und mütig bei. Die Berichte aus den verschiedenen Bezirken passive Resistenz üben. Das ist ein Erfolg“ Poin- legten Zeugnis ab von dem einheitlichen Kampfwillen, der die carés, der sich nach einer Verurteilung der Zechendirektoren gesamte Arbeiterschaft beseelt. Weder mit Zuckerbrot noch mit ganz erheblich steigern wird. Der entschiedene Kampfeswille unserer Arbeiterschaft muß Peitsche werden die Franzosen die Arbeiter ihrem Willen gefügig machen. leider abgeschwächt werden, wenn das Verhalten gewisser Kreise, die sich der„ Vaterlandsliebe" bei jeder Gelegenheit Die Konferenz war einig tarin, daß die Arbeiter rühmen, in Wirklichkeit aber keine Scheu davor haben, aus der schaft den schweren und vielleicht langwierigen Ab Not t'es Volkes und dem Opferfinn der werftätigen Bevölke- wehrkampf gegen den verübten Rechtsbruch in vorder: rung Gewinn zu erzielen, fich nicht ändert. Seit der Ankunft ster Reihe zu führen hat. Darum legte die Konferenz auch der Franzosen und Belgier im Ruhrgebiet meist z. B. der das größte Gewicht darauf, daß die kämpfenden Arbeiter über Viehmarkt in Essen eine dreißig Brozent höhere Be alle zu ergreifenden Maßnahmen rechtzeitig gehört wer fchidung mit Schweinen auf als vorher. Aus dieser Tat den, und daß für ihre Ernährung und auskömmliche sache ist zu entnehmen, daß sowohl die Mäster, wie auch der Entlohnung genügend gesorgt wird. Handel infolge der Besetzung auf besonders hohe Preise spefulieren; während der kurzen Dauer der Besatzungszeit Die Kohlenverteilung geht heute in dem gleichen ist der Preis für das Pfund Lebendgewicht im Durchschnitt um Maße weiter, wie in den letzten Tagen. Am Montag sind von 25 Broz. gestiegen. Die Stadtverwaltung Essen hat hier be- der Eisenbahn 13 692 Wagen für den Kohlentransport gestellt reits mit Erfolg eingegriffen. Aber es wird Aufaabe der worden. Heute sind 17 600 Wagen angefordert. Voraussicht Reichsregierung bleiben, dem unverantwortlichen Treiben lich werden aber nur 12 700 Wagen gestellt werden können, derer, die aus der Not des Volkes Profit zu ziehen gedenken, da die Besatzung den Verkehr verwirrt. schnell und entschieden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das ist um so mehr notwendig, als für die Lebenshaltung gewiffe Gefahren bestehen. Die Franzosen, die mit der friedlichen Aktion" Poin carés beauftragt sind, schrecken nicht davor zurück, der Bevölkeruna die aufgespeicherten Lebensmittel 21 nehmen. Unter anderm wurde heute vormittag das städtische Schlacht haus in Recklinghausen bis auf das letzte Pfund Fleisch ausgeplündert. Noch nicht einmal das Gefrier fleisch, das nls Motreserve galt, hat man zurüfgelaffen. Und trotzdem schämt sich Poincaré nicht, durch seine Beauftragten der deutschen Revölkerung eine bessere Lebenshaltung" verivrechen zu laffen. Die friedliche Aktion. Bochum, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Für das Wohlwollen" der Besatzungsbehörde spricht folgendes Ereignis: Der Maurerpolier Elbers aus Steele wurde wegen Beleidigung der französischen Besagung innerhalb 24 Stunden zu 20 Tagen Gefängnis und 100 000 m. Geldstrafe verurteilt. Die Beleidigung" be stand darin, daß Elbers in angeheitertem Zustande zu franzöfifchen Soldaten gesagt hat: Was habt Ihr für schöne Stiefel an." Die friedliche Aktion" zeichnet sich stündlich mehr durch pöbelhaftes Berhalten der Soldaten gegen die Bevölkerung aus. Effen, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Nach den Berhaftungen scheint jetzt die leberwachung der Telephonge= Die Lebensmittelversorgung im Ruhrgebiet ist das spräche der gewerkschaftlichen Organisationen wichtigste Problem, das von der Regierung behandelt und der Arbeitgeberverbände die nächste Aufgabe der Besagungs: werden muß, soll der Kampf der Bergarbeiter mit Erfolg zu truppen zu sein. Eine Briefkontrolle, die zur Folge hat, daß Ende geführt werden. Man muß natürlich damit rechnen, die Briefe regelmäßig 24 Stunden später als sonst in den Besiz daß mit einer starken Lebensmittelanfuhr der Lebensmittel der Organisation gelangen, ist bereits eingeführt worden. Die Teleraub der Besagung gesteigert wird, um die Bevölkerung phonüberwachung plant man durch Anleger besonderer Leitungen. mürbe zu machen. Diese Tatsache müssen die amtlichen Stellen Die erste Leitung zum Belauschen der Gespräche des Bergbaulichen in Berlin bei den eventuellen Maßnahmen zur Lebensmittel- Vereins ist im Bau, natürlich wirken deutsche Arbeiter dabei nicht versorgung des Ruhrgebiets mit in Rechnung stellen. Der Langendreer- Protest zurückgeschickt. Die Note, worin der deutsche Geschäftsträger in Paris, auftragsgemäß gegen die Erschießung des Krantenträge. 5 Romalski in Langendreer protestiert hatte, ist Herrn von Roesch vom französischen Außenministerium mit folgender Begleitnote zurüd. gesandt worden: „ Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten beehrt sich, „ Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten beehrt sich, der deutschen Botschaft des heute erhaltene Schreiben 3 u rudzu senden. Es ist ihm nicht möglich, ein Schreiben anzunehmen, das in derartigen Ausdrüden abgefaßt ist." . Hierzu berichtet WIB.: Es sind nicht die Ausdrücke der Note, sondern die darin festgestellten Tatsachen und Berant. wortlichkeiten, die der französischen Regierung unbequem sind und an die sie nicht erinnert zu werden wünscht. Die Rücksendung der Note schafft diese Tatsachen und Verantwortlichkeiten nicht aus der Welt. Sie zeigt nur, daß die franzöfifche Regierung nichts anzuführen weiß, was die Erschießung eines hormlofen Krankenträgers durch einen franzöfifchen Wachtposten und die dieser Bluttat zugrunde liegenden Instruktionen zu rechtfertigen vermag. mit. bei Holz- und Kohlenlieferungen den militärischen Vormarsch bis nach Berlin, die Verhaftung aller wirtschaftlichen und politifchen Führer in Deutschland, die beliebige Beschlagnahme deutschen Staats- und Privateigentums oder was den Franzosen sonst beliebt, rechtfertigen würden. Der in der Antwort befundeten Entschloffenheit der französchen Regierung, ihr Unrecht immer weiter zu treiben, wird auf deutscher Seite mit nicht geringerer Entschloss treten. Die Drohung mit weiteren Sanktionen wird uns nich fenheit der moralische Widerstand des deutschen Volkes entgegen hindern, auf dem Standpunkte unseres guten Rechtes zu verbarren, der weder durch Umkehrungen des Tatbestandes noch durch Willfür und Gewaltafle entkräftet werden fann. Die Verkehrsverwirrung. Ha as, Mitglied des Landtags. In den nächsten Tagen wird sich der Preußische Landtag mit dem Gesetz über den Verfehr mit Grundstücken befassen. Nach den stürmischen Beratungen im Ausschuß ist anzunehmen, daß das Gesetz auch im Plenum des Landtages heiß umstritten wird. Sm Oktober vergangenen Jahres fand durch eine„ Große Anfrage" der Volkspartei im Landtage eine ausgedehnte Debatte über den Auff auf deutschen Hausbesizes durch Ausländer statt. Es wurde mächtig über die leberfremdung des Hausbesizes gefchimpft und von der Regierung Gegenmaßnahmen verlangt. Als die Regierung diesem Rufe nachfam und Anfang Dezember ein Gesetz vorlegte, wonach alle Verkäufe von Grundstücken über 100 Quadratmeter, mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Grundstücke( die durch Reichsgesetz während des Krieges schon geregelt wurden), genehmigungspflichtig sein sollten, fanden die bürgerlichen Parteien ein Haar in der Suppe. Die Beftimmungen, wonach in den Städten der Gemeindevorstand( Magistrat, Bürgermeister) und in den Landkreisen der Landrat über die Genehmigung oder Nichtgenehmigung entscheiden sollte, hatten es ihnen angetan. Daß die Genehmigung auch unter einer bestimmten Auflage, die der Käufer an die Gemeinde für den Wohnungsbau zu zahlen hätte, erfolgen fönnte, wollte den Schützen des Besizes ebensowenig in den Kopf, wie das Verkaufsrecht, das der Gemeinde beim Bersagen der Genehmigung zustehen sollte. Der§ 4 des Gesetzes sagte über die Nichtgenehmigung folgendes: Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn gewich. tige Allgemeininteressen entgegenstehen, insbesondere 1. wenn durch die Ausführung des Rechtsgeschäfts die ordnungsmäßige Bewirtschaftung des Grundstücks zum Schaden der Wohnungsfürsorge oder des Wirtschaftslebens gefährdet erscheint, 2. wenn das Rechtsgeschäft zum Zwecke der Stillegung eines auf dem Grundstück betriebenen Industrie. oder gewerblichen Betriebes erfolgt, es sei denn, daß die Stillegung aus besonderen Gründen gerechtfertigt erscheint, 3. wenn die Uebereignung unter Ausnutzung der Notlage des Eigentümers zu unbilligen Bedingungen, insbesondere einem er. heblich hinter dem Werte zurückbleibenden Preise erfolgen soll, 4. wenn die Veräußerungen an jemanden erfolgt, der aus dem Grundstüdshandel ein Gewerbe macht oder Grundstücke zu spekulativen 3weden auftauft. " " " " Nachdem am 10. Januar der Schuhverband für deutschen Grundbesig" im ehemaligen Herrenhause eine Delegiertenversammlung abgehalten hatte, worin der Geheimrat Rießer und der Kommerzienrat HaberlandBerlin das Gesetz in Grund und Boden verdonnert hatten, hagelte es täglich Petitionen von allen möglichen Hausbesizerpereinen auf die Abgeordneten. Deputationen auf Deputa tionen erschienen, um den armen, verelendeten Hausbesik vor der Sozialisierung"( die man im Englischen Nationalisierung" nennt. Red. d." B.") zu schüßen. Die Ueberfremdung( also Internationalisierung. Ned. d.„ B."), war gar nicht mehr so schlimm, denn Geld stinkt nicht, auch menn es vom Ausländer kommt. Es ist immerhin besser, daß der Ausländer den Besitz erhält, als deutsche Gemeinden. Alle Hinweise darauf, daß die Gemeinde nur dann das Vorkaufsstimmungen des§ 4 persagt worden sei und sie dann ja an recht ausüben könnte, wenn die Genehmigung nach den Bedas Angebot des Käufers, an deffen Stelle sie trete, gebunden märe, halfen nichts. Vor Tisch wurde immer erzählt, so und so viele Hausbesiger hätten ihr Haus dem Magistrat angeboten, aber der Magistrat wollte sie gar nicht von ihrem Jammerdasein erlösen. Nach Tisch war alles anders. Herr Haberland, der Direktor der Berliner Bodengesellschaft, hatte in der erwähnten Versammlung sogar den Ausspruch getan: Effen, 23. Januar.( WIB.) Die Eingriffe der Franzosen in das Verkehrswesen haben bereits erhebliche Stockungen hervor. gerufen. Die Ankünfte von Kohlen per Achse im Ruhrorter Hafen, die bereits in starkem Rückgang begriffen waren, haben heute so gut ,, Wir können uns nicht den Lugus erlauben, uns wie ganz aufgehört, so daß keinerlei Berladungen mehr statt- bei wirtschaftlichen Dingen vom Nationalgefühl finden können. Einige noch in Fahrt befindliche Schiffe find von leiten zu laffen." den Franzosen beschlagnahmt worden, doch ist ihre Weiterführung Wie es mit dem Grundstücksverkauf in Preußen ausficht, darüber geben nachstehende Zahlen einigen Aufschluß: boten ist. Keine Aufhebung der Verhaftungen. Die französische Regierung hat dem deutschen Geschäftsträger in unmöglich, da Schleppen und Durchschleusen solcher Kähne verParis folgende Mitteilung überfandi: Dollar schwankend. Stadt Die französische Regierung bestätigt den Empfang des AideMémoire, womit die deutsche Regierung gegen die Berhaftung gewiffer Personen im Ruhegebiet protestiert hat. Die französische Regierung weist diesen Profest zurüd und ist entschlossen, ihm Die Lage des Devisenmarktes war heute urklarer denn je. Das in feiner Weise Rechnung zu fragen. vorliegende Material an politischen Nachrichten ist ziemlich wider. Alle von der Offupationsbehörde getroffenen Maßnahmen find spruchsvoll und gestattet keine sichere Orientierung. Außerdem wird Breslau.. vollkommen rechtmäßig. Sie sind die Folge der von der deut- die hiesige Börse dadurch irretiert, daß New York der Ab fchen Regierung begangenen Verlegungen des Vertrages wärtsbewegung der Mart an den anderen Börsen nur von Versailles. Die französische Regierung, entfchloffen, die Aus- fehr zögernd folgt und immer Kurse meldet, die noch führung dieses Vertrages durchzusehen, behält sich vor ,, alle wesentlich über der Parität des Berliner Dollar. anderen Santtionen anzuordnen, welche die Haltung der furses liegen. Man handelte hier heute gegen mittag Dollar= deutschen Regierung, der deutschen Beamten oder der deutschen noten mit 20 250, d. h. ganz wesentlich unter den gestrigen Staatsangehörigen notwendig machen sollten." Kursen. は Gesamtzahl Grundstücksverkäufe an Ausländer Zeitraum ber Grundstücksverkäufe v. S. der Anzahl Gesamte zahl in Sv. 3 1922 4596 Berlin- Mitte 1922 6300 998 21,7 3300 53 " Charlottenburg 1922 3500 1885 50 Schöneberg 1922 2000 1600 80 " Tempelhof. 1922 1350 725 54 " Lichtenberg 1922 2800 280 10 Bankow 1922 1250 250 20 " Neukölln 1922 950 650 70 " Weißensee 1922 500 190 38 1922 1922 470 1800 47 10 1440 80 1. 4. bis 28.12.1922 736 36 4,8 1922 1150 43 3,7 614 11,6 Lichterfelde Wedding. ••. 1. 1. 20 bis 30. 9. 22 5278 BTB. schreibt dazu: Die französische Regierung hält also die Für Effekten sind die Meinungen ebenfalls geteilt. Die Anführung fachlicher und rechtlicher Gründe für ihre Gewaltatte Auslandstäufe in westdeutschen Montanwerten, verschiebenen nicht mehr für erforderlich, fondern fie versucht, durch eine bloße Tertilaktien und chemischen Werten nehmen ihren Fortgang. Halle Behauptung die Dinge in ihr Gegenteil umzudrehen. Deutsch- Andererseits verhehlt man, sich in Streifen der Berufsspekulation Dortmund land felbst soll en allem schuld sein, weil es die französische Action nicht, daß im Zusammenhange mit der politischen Lage auch eine Köln. brüchigen Kontrahenten zu leisten, so lange er den rechtswidrigen 3uspigung der Geldmarttverhältnisse sehr leicht Bon allen Bezirken wird gemeldet, daß die Verkäufe im Zustand aufrechterhält. Mit dieser Art zu argumentieren, fönnte eintreten fann. Man sieht deshalb dem herannahenden Ultimo mit letzten Monat, nach Bekanntwerden des Gesetzes, ungeheuerlich Herr Poincaré mühelos nachweisen, daß die deutschen Rückstände besonderen Sorgen entgegen. start zugenommen haben. Sie wollen noch alle ihren Besitz nicht unterstützt und es ablehnt, an einen vertrags= ht zahlungsfähige Zhände bringen, damit, wie die Herrschaften sagen, die 5)äuser vor dem Verfall bewahrt werden, denn der solide Hausdesitz könnte ja keine Repara- wren mehr machen lassen. Dabei weiß jeder, daß die Schieber, Spekulanten und Neureichen sich am allerwenigsten um die Instandhaltung der Häuser bekümmern. Unzählige Grund- stücke haben in den letzten Jahren drei-, viermal ihren Besitzer gewechselt, ohne daß sie der Besitzer jemals gesehen hat. Durch das fortwährende Umfallen der Zentrumsvertreter ist es den bürgerlichen Parteien gelungen, im Ausschuß dem Gesetz die„schlimmsten Giftzähne"— Auflage und Verkaufs- recht— zu nehmen. Das Zentrum, das in dieser Frage, wie in so vielen anderen, gespalten ist, hat Tänze aufgeführt, wie sie nur in einer Partei möglich sind, in der sich stark wider- strebende Jnteressenvertreter befinden. Unsere Genossen werden alles tun, um dem Messer wieder eine Klinge zu geben, das heißt dem Gesetz d'ie Macht, es anwenden zu können im Interesse der Allgemeinheit gegen In- und Aus- länder. In Sachsen besteht ein derartiges Gesetz seit zwei Jahren; es hat in der Debatte eine große Rolle gespielt und wird im Plenum sicherlich zitiert werden. Daß es im roten Sachsen nicht zu fürchterlichen Zuständen geführt hat, geht aus folgen- den Zahlen hervor: Genehmigungsanträge wurden 14 8 4 8 g e- stellt. Versagt wurde die Genehmigung nur in 272 Fällen; dagegen wurde mit einer Auflage in 1308 Fällen ge- nehmigt. Vom Vorkaufsrecht wurde nur in 32 5 Fällen Gebrauch gemacht. Dabei ist zu berücksichtigen, daß man in Sachsen den Gemeinden und Kreisen in allen Fällen das Vorkaufsrecht gegeben hat. Nach der preußischen Vorlage nur in den Fällen, wo man die Genehmigung nach den vorgeschriebenen Bestimmungen versagte. Bei diesem Kampfe trennen sich die Geister nach Geld und Besitz: boffen wir, daß die Besitzlosen im Parlament die Mehr- heil haben._ Krastmel'er. In dieser Zeit, da an der Ruhr um die Existenz des Meiches gerungen wird, sollte man den stillen und zähen Widerstand der dortigen Bevölkerung nicht durch überflüssiges Kraftmeiertum— außerhalb der Besatzungszone!— zu stören suchen. Es ist für die unter der ungeheuren Preissteigerung schwer leidenden arbeitenden Schichten schon aufreizend genug, wenn ihnen die Grubendirektorcn und Großindustriellen fortwährend als Helden vorgeführt werden, während die Herren doch selbst davon überzeugt sind, daß sie nur einfach ihre Pflicht gegen ihr Land erfüllen, genau so wie die Ar- beiter, Angestellten und Beamten, die oft unter schwierigeren Bedingungen dem fremden Militär ihren Willen zum Wider- stand entgegensetzen. Aber die Mache wird noch viel bösartiger, wenn vom sicheren Port Berliner Redaktionsstuben aus Ratschläge erteilt werden, die auf den Kommers irgendeiner Burschenschaft sich imposant ausnehmen mögen, im nüchternen Leben aber ent- weder zu einer Provokation schlimmster Art oder zur Lächerlichkeit werden. Die„Deutsche Allgemeine Zei- tung" des Herrn Sttnnes fordert in burschikoser Weise den Reichskanzler auf, imRuhrgebietunterfreiem Himmel eine Volksversammlung abzuhalten! Man müsse abwarten, ob die Franzosen auch den deutschen Reichskanzler oerhaften würden. Außerdem fragt das Blatt, wann die Regierung mit den kriegsmäßigen Re- p r e s s a l i e n beginne und in Deutschland„Valutafranzosen" als Vergeltung für die verhafteten Grubenleiter einsperre! Man könnte zunächst fragen, warum denn nicht Herr Hugo S t i n n e s, der Eigentümer der„Deutschen Allge- meinen Zeitting", im Ruhrreoier unter freiem Himmel Ver- sammlungen abhalte, statt daß er in dieser Zeit der Not im Thüringer Winterkurort Ober Hof der Ruhe pflegt. Aber wir stellen die Frage nicht, denn auch eine Stinnes-Ver- fammlung würde gegenwärtig wahrscheinlich mehr schaden als nützen. Um wieviel mehr erst eine Veranstaltung des Kanzlers, Kriegsopfer. Von I. Steiner-Julllen. Es war am 6. September 1914. Die Marneschlacht hatte be- qonnen. Die deutsche Armee stand nördlich und östlich von Paris. Wir hatten Paris nach der noch offenen Seite verlassen und uns nach Bordeaux geflüchtet, das damals die provisorische Hauptstadt Frankreichs war. Eine Fahrt von 27 Stunden, eingepfercht in«inem mit Flüchtlingen überfüllten Packwagen, lag hinter uns. Eine Fahrt in einer Atmosphäre der abenteuerlichsten Gerücht-e und Erzählungen, des Jammerns und Fluchens, vorbei an frisch auswaggonierten Truppen, an endlosen Truppentransporten, an halb eingekleideten Landwehrleuten, die die Eisenbahnlinien gegen die Attentate beut- scher Spione bewachten, jener Spione, die man überall sah und die die Bevölkerung mit Schrecken und Wut ersüllten. In dieser Atmo- sphär« des Wahnwitzes, der überall gesprengte Brückm, angezündete Wälder und Dörfer, abgeschnittene Kinderhände und Frauenbrüste sah, In dieser Atmosphäre des Krieges kamen wir müde, hungrig und übernächtigt in Bordeaux an, wo ich nur einige bekannte Ge- nossen hatte, von denen ich nicht einmal die Adresse wußte. Aufs Geradewohl in ein Hotel zu gehen und ein Zimmer zu mieten, doran war nicht zu denken. Wir hätten unsere Papiere vor- zeigen müssen, und da wir„Feinde" und ohne besonder« Erlaubnis nach Bordeaux gefahren waren, stand uns die sichere Verhaftung wegen Spionage in Aussicht, wenn nicht viel Schlimmeres. Ich ging zur Arbeitsbörfe, dem Sitz der Gewerkschaftsorgani- fationen. Meine Fragen nach den Adressen meiner Bekannten wur- den mit der natürlichen Auskunft beantwortet:„Mobilisiert". Daran hatte ich nicht gedacht. Meine Frau und ich sahen uns an. Was nun? Einfach so zu Sembat gehen, der damals Minister der öffent- liehen Arbeiten war, im Direktorbureau eines neugebauten Lyzeums sein Mnisterkabinett aufgeschlagen hatte, während seine Beamten in Schulsälen auf Schulbänken saßen...? Nein, das ging nicht. Ich machte«inen letzten Versuch. Können Sie mir nicht die Adresse des Genossen... wie heißt er doch?(Ich glaube, ich hatte damals seinen Namen noch nicht gekannt.) Wissen Sie, er war vor zwei Iahren Sekretär des Orga- nifationskomite«? des Berbandstaqes der Bauarbeiter. Ein älterer Genosse mit einem langen graumelierten Vollbart." „Ah, Sie meinen G u i r e a n d?" „Ja, den meine ich." ..Der ist noch nicht mobilisiert. Er wohnt Rue Belfort Nr. 10." Mein Freund Guireaud— er ist mein Freund geworden— saß mit seiner Frau und seinem Jüngsten gerade beim Mittagessen, als wir eintraten. Ich nannte meinen Namen und erinnerte ihn an den Bau- arbeiterkongreß von 1912. Sein Gesicht hellte sich auf. Ja, gewiß, jetzt erinnerte er sich. Damals, mit den deutschen Genossen. Wir mußten uns setzen, n'Uessen, seine Frau machte einen extra- starken Kaffee, der uns doppelt wohl tat. Und dann machte er sich auf die Suche nach«inem vorläufigen Nachtquartier und nach einer dauernde« Wohnung bei Leuten, die der von Herrn Stresemann aufdringlich als der erste Kanzler der„Aktivität" gepriesen wird. Es erscheint uns notwendig, den moralischen Mut der Nuhrleute zu stärken. Aber durch- aus verwerflich, mit den Mitteln der Kriegspsychose zu ar> beiten und eine Hurrastimmung erzeugen zu wollen, während der Dollar in der kurzen Zeit der„Regierung der Aktivität" von 8000 auf weit über 20 000 gestiegen ist. Diese Ablehnung der Bramarbassaden gilt auch für die Versuche, an der allgemeinen Begeisterung wieder einen kleinen Scheiterhaufen für Kommunisten zu entzünden. In allen Tonarten kehrt der Reim wieder, daß man gegen die Kommunisten vorgehen müsse, ganz wie es der sran.zösischs Nationalblock gegen Cachin getan. Sogar der sonst ruhig urteilende Heinrich R i p p l e r versucht, die deutsche Regierung zu Kraftanstrengungen—„ungleich ihrer Vorgängerini" — nach dieser Richtung anzustacheln. Und in der deurschnatio- nalen Presse heult der Chor die gleiche Weise. Wir warnen die Regierung davor, etwa mit Ausnahmsverordnungen oder dergleichen sich in Abenteuer zu stürzen. Sie könnte dadurch sehr leicht die Abwehrfront gegen den militaristischen Einbruch in deutsches Gebiet selbst zerstören. Und zum Kraftmeierspielen haben wir wirklich keine Zeit. Ebensowenig, um kleine oder große Belagerungszustände wieder einzuführen, die vom Kriege her noch in der unangenehmsten Erinnerung sind. Keine verwirrungsphrasen! In Hamburg hat der Abgeordnete Stresemann in" einer öffentlichen Versammlung anläßlich eines örtlichen Parteitages der Deutschen Volkspartei den Kampf, der sich augenblicklich im Ruhrgebiet abspielt, als„einen Kampf der Idee de? Weltwirtschaft liehen Verbundenheit der Völker gegen die raublustige Machtpolitik eines einzigen Volkes" bezeichnet. Er bezeichnete in dem Zusammen- hang den V e r s a i l l e r Vertrag als einen„Fluch nicht nur für die Unterlegenen, sondern auch für die Sieger". Er malte in diesem Zusammenhang das Gespenst eines möglichen Bolschewismus in Deutschland an die Wand. Es paßt nicht recht zu der Einsicht von der weltwirt- fchaftlichen Verbundenheit der Völker, wenn Dr. Stresemann im gleichen Atemzuge versicherte, daß mancher, der früher auf den Militarismus geschimpft habe, froh sein würde, wenn wir ihn heute noch besäßen. Der Widerstand, der sich dem fran.zö- fischen Rechtsbruch im Ruhrgebiet entgegenstellt, kann nicht die Ausgabe haben, aus Deutschland, wie Stresemann meint, ein einziges Irland am Körper Europas zu machen und eine Revanche st immung in Deutschland zu ver- breiten. Es hieße die Aussichten Deutschlands nur ver- schlechtern, wenn die Außenpolitik der Regierung als eins Wendung und ein Bruch der bisherigen Politik aufzufassen wäre, wie deutschvolkspartciliche und viel mehr noch deutschnationale Stimmen es in diesen Tagen geflissent- lich tun. Gerade angesichts der demnächst bevorstehenden Re- parationsverhandlungen wird jede deutsche Regierung, so energisch und entschlossen sie sich gegen den Rechtsbruch des französischen Imperialismus wehrt, doch ihre Bereit- Willigkeit zu Verhandlungen mit den gesamten Alliierten bekunden müssen. Die Aktivität, die man von der Regierung Cuno in bestimmten Kreisen auf dem Ge- biet der Phrase und der Selbstberauschung erwartet, wird sich ganz im Gegensatz zu diesen Einflüsterungen in einer klaren und eindeutigen Fortsetzung der von der Wirthschen Re- gierung eingeleiteten Bereitwilligkeit zu einer ehrlichen und für Deutschland erträglichen Erfüllungs- Politik zeigen müssen._ Internationale Soliöarität. Protest der deutfch-tschechischen Gewerkschaften. Beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund ist folgendes Telegramm aus Reichenberg eingegangen: „Der Deutsche Gewerkschaftsbcmd der Tschechoslowakei gibt seiner Entrüstung über den französisch-belgischen Einfall in das Ruhrgebiet Ausdruck. Neue Kriegsgefahr und weitere Verschlechte- rung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands begleiten dieses empö- nicht nach unserer Staatsangehörigkeit fragten. Es mochte nicht leicht gewesen sein, denn Bordeaux war voll von Flüchtlingen und dem Schwärm von Zeittmgsleuten, Politikern usw., die der Re- gierung gefolgt waren. Aber Guireaud fand für uns eine ganze möblierte Wohnung für den Spottpreis von 40 Franken monatlich. Wir verkehrten dann viel in seinem Hause als gern gesehene Gäste. Er hatte drei Söhne, wovon erst«iner sich selbst erhalten konnte. Er selbst war durch den Krieg arbeitslos geworden. Cr war Maler von Beruf. Er wurde Straßenkehrer, dann Aushelfer an der Post. Er war ein vornehmer und kluger Mensch. Wir sprachen viel über den Krieg, sein« vermeintlichen Ursachen und voraussichtlichen Wirkungen. Wir sprachen uns immer ganz offen aus. Ich hotte nie das Empfinden, anders sprechen zu müssen, als ich dachte. Und ich dachte nicht immer so wie mein Freund Guireaud. Zwischen uns war der Krieg nicht, denn wir waren beide Genossen. Wir sind dann, über diese Episode hinaus, im Briefwechsel ge- blieben. Und immer kehrte seine klagende und anklagende Frage wieder: Wann wird endlich Frieden werden? Und nun ist er tot. Auch mein Freund Guireaud aus Bordeaux. Nach Sembat und Guesde, die mir auch während des Krieges nicht anders begegneten als früher. Er ist tot. Herzleidend. 1914 war er es noch nicht. Ein spätes Opfer des Krieges. Die Arckikekken beim Reichspräsidenien. Um für die Ueberwei- sung von 3 Millionen Mark aus der Weihnachtssammlung der New Porter Staatszeitung zu danken, ist der Bundesvorstand des B u n- des deutscher Architekten beim Reichspräsidenten erschienen. Der Bundesvorstand hob bei dem Besuche hervor, daß der Not der freien deutschen Baukün stier, so wertvoll auch die Fürsorge mit Ueberweisung der Spende sei, am besten durch Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten gesteuert werden könnte. Das Reich habe es in der Hand, den Architekten Austrage zu geben und damit nicht nur die Notlage der Privatarchitekten zu lindern, sondern auch gleichzeitig den Kulturinteressen des Reiches zu dienen. Z. B. werden in Schlesien an den neuen Reichs- grenzen eine große Reihe von Staatsgebäudsn zur Ausführung gebracht: auch die Schaffung neuer Zentralämter bei der Neurege- lung der Verwaltung in Deutsch-Oberfchlesien erfordert die Errich- tung neuer größerer staatlicher Baulichkeiten. Es liegt im kultu- rellen Interesse Deutsehlands, an den Grenzen des Reiches Bauten auszuführen, die das künstlerische Können der deutschen Architekten auch unseren östlichen Nachbarn vor Augen führen und so dazu bei- iragen, das Ansehen des deutschen Namens im Osten zu stärken. Im Wiederaufbau gebiet Ostpreußens kämpfen die Archi- tekten bereits feit Monaten vergebens um die Anpassung ihrer Be- züge an die Kaufkraft des Geldes. Der Wiederaufbau der Provinz gerät da, weiA die Architekten ihre wirtschaftliche Vernichtung nicht hinnebmen können, in schwierige, zeittauhende und für die Berwal- tung kostspielige Verwickelung. Auch im besetzten Gebiet im W e st e n müssen die Architekten, die zur Errichtung der Besatzungs- bauten mit herangezogen werden, aufs schwerste kämpfen, damit die laufenden Verträge den heutigen Verhältnissen einigermaßen an- gepaßt Verden. Wenn endlich die Nottage dem Reiche und den rende und verbrecherische Abenteuer. Selbst bedrückt von schwerer, wirtschaftlicher Not, versichern die im Deutschen Gewerkschastsbund der Tschechoslowakei organisierten Arbeiter und Angestellten die deutsche Arbeiterklasse ihrer Solidarität, insbesondere im Sinne der Beschlüsse des Internationalen Friedenskongresses und der Ent- scheidung des Internationalen Gewerkschastsbundes." Das Schweizer Proletariat gegen die Ruhrbesetznng. Die Berner Arbttterschaft belchloß nach Anhörung eines Re- ferates des Genossen Grimm über die Ruhrbesetzung folgende Kundgebung: Der Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet ist ein Glied in der Kette der imperalsttischen Ziele des kapitalistischen Frankreichs, eine Etappe auf dem Wege zur politischen und wirtschaftlichen Hege- monie des franzosi chen Industriekapitals in Europa. Der Komps zwischen d:m deutschen und französischen Imperialismus im Welt- krieg findet damit einen neuen Abschluß, der die ökonomischen Kräfte zugunsten des siegreichen Frankreichs verschiebe und an Stelle der deutschen Vorherrschaft das französische Uebergew cht bringt Dies« kapitalistische Umgruppierung, weit entfernt davon, der Menschheit den langersehnten Frieden und die Weltversöhnung zu bringen, o e r s ch ä r f t aufs neue die kap.talistisch-iirpena- listischen'Gegensätze, vertieft den NationalitätenHaß, vergrößert das wirtichaftliche Elend in Deutsehland und damit die wirtschaftliche Krise für alle und bedroht die Menschheit durch ihre Interessen- gegensätze mit anderen, vorab den englischen Kapitalmächten wiederum mit kriegerischen Konflikten. Die Arbeiterschaft, die gegen die Ziele und Uebergriffe des deutschen Imperialismus mit aller Schärfe protestiert hat, protestiert auch mit allen Kräften gegen die Ziele und Uebergrif:« des sranzö- fischen Imperialismus. Sie stellt fest, daß die bürgerliche Herrschaft den Frieden und die Abrüstung nicht gebracht hat, ist sich bewußt, daß es immer die Arbeiterklasse aller Länder sein wird, die die Kosten der imperialistischen Abenteuer der kapita- listischen Klassen zu tragen hat und erklärt, daß ein dauerhafter Völkersriede, das wirtschastliche Wohlergehen der Nationen uno Aufstieg der Menschheit aus dem Ebaos der imperialistisch-kapta- listischen Gegensätze erst möglich ist mit der Beseitigung der kapita- listischen Ausbeutung und Profitwirtschaft in allen Ländern. So ergibt sich für das internationale Proletariat die Pflicht, in erster Linie den revolutionären Klassenkampf gegen die taptalistischen Mächte im eigenen Lande zu führen und so die Vorbed ngungen zu schassen für die wahre internationale Versöhnung der Arbeit und der Völker._ §ür öeutfch-franzö'sische verftanüigung. Paris. 23. Januar.(EP.)„Petit Journal" teilt mit, daß der Vorschlag in dem französischen Moratoriumsentwurf, Barzahlungen durch eine innere Anleihe von drei Milliarden Goldmark zu ersetzen, zuerst auf der Pariser Konferenz durch den Marchese d e l l a F e r- r e t t a gemacht worden sei. Dieser Vorschlag hätte damals die De- sehung der Ruhr verhindern können. Der italienische Delegiert« z.� aber den Vorschlag zurück, da ihm Poineare zu verstehen gab, daß eine Besprechung darüber nutzlos sei, da keine Derständigung mit England möglich scheine. Po!ncar6 nahm jetzt den gleichen Vorschlag wieder auf. Für den jetzigen Augenblick genüge dieser aber nicht, da es überhaupt nutzlos ist, von einem Moratorium zu sprechen, da Frankreich und Deutschland in einem waffenlosen Krieg stehen. Es wäre besser, wenn man ein für allemal das Reparationsproblem in feiner ganzen Ausdehnung und voller Trag- weite prüfen würde. Einer solchen tznittalive müsse allerdings vor- ausgehen, daß zwischen Frankreich und Deutschland eine Annähe- rung erzielt würde._ Die italienische Vermittlung. Paris, 23, Januar.(DA.) In hiesigen politischen Kreisen wird bestätigt, daß Mussolini sich noch London und Paris gewandt hat, um in der Frage der Ruhraktion zu vermitteln. Gleichzeitig verlautet hier, daß der Berliner italienische Botschafter Bosdari sowohl den Alliierten als auch der deutschen Reichsregierung vor- läufig rein privatim seine Vermittlerdienste angeboten habe. * An Berliner zuständigen Stellen liegen Nachrichten vor, daß der italienische Botschafter in Berlin, Bosdari, zwar den Alliierten seine Vermittlung angeboten haben soll, doch ist von einem solchen Angebot an die deutsche Regierung hier nichts bekannt. Ländern zur Pflicht macht, den Behördenapparat immer mehr abzu» bauen, so ist der Gedanke erwägenswert, die staatlichen Bauämter, deren Arbeit von den Privatarchitekten mit gleichem Erfolge ge- leistet werden kann, möglichst einzuschränken. Es wird zwar häufig eingewandt, daß Privatarchitekten teurer bauen als das staatliche Dauamt. Daher wünschten die Vertreter des BDA, eine p a r l a- m e n t a r i s ch e Kommission, die die Frage der Kosten des Einzelbaues und der Zweckdienlichkeit großer Bauämter für Staat und Baukunst erörtert. Endlich sollte die längst versprochene U e b e r- Prüfung der Gebührenordnung des BDA. mit dem Ziele ihrer Anerkennung durch die Reichsbehörden erfolgen. Der Reichspräsident, der die kulturelle Bedeutung des Privat- architektenstandes ausdrücklich mit freundlichen Worten anerkannte, stellte in Aussicht, daß er, soweit sein Einfluß auf die Reichs- und Staatsämter reiche, gern die Privatarchitekten bei der Erreichung dieser Ziele unterstützen werde. So viel an ihm läge, werde das Reich alles tun, um den für unser Kulturleben so wichtigen Stand der freien Architekten vor der wirtschaftlichen Bernichtung' zu be- wahren. Hoffenttich wird man es, im Hinblick auf die große kulturelle Bedeutung der Frage, nicht versäumen, bei der Vergebung von Reichsbauten in Zukunft stets den R e i ch s k u n st w a r t hinzu- zuziehen. Filmbezlehungcn zu Sowfekrußland. Es werden gegenwärtig in Berlin Verhandlungen zwischen russischen Regie- rungs stellen und europäischen sowie amerikanischen Film- gesellschoften geführt, die um Konzessionen in Rußland ein- gekommen find. Die Absicht der russischen Stellen dürste sein, sie — unter Einbeziehung sowohl des staatlichen Goskino als auch der russischen Privatuntsrnehmungen— zu einem Syndikat für Orzanifatton der Filmproduktton und des-Verleihes in Rußland zusammenzufassen. Aebersall auf pecksteln. Mar Pechstein, der Berliner Maler, ist das Opfer der Unsicherheit auf den Straßen Berlins geworden. Auf dem Nachhausewege überfielen um 1112 Uhr abends an der Ecks der Kurfürsten, und Nettelbeck st raße, also an einer der meist begangenen Stellen des alten Westens, drei Männer den Künstler kurz vor seinem Hause. Der eine sprang von hinten auf ihn herauf und raubte ihm Uhr und Tabaksbeutel, den er statt der Brieftasche griff. Da der kräftige Pechstein sich der Kerle erwehrte, ließen sie von ihm ab und Sipos verfolgten sie, ohne sie fassen zu können. Für Pechstein aber hat der Ueberfall so schmerzhafte Folgen, daß der Künstler an den Vorbereitungen zur Ausstellung der Freien Sezelsion, die am 1. Februar eröffnet werden soll und deren Vorsitz er führt, aufs schwerste behindert ist. „Der Stil im Biifmeitbild", 6 Vorträge von Professor Vischel m Kunftgewerbe-Mu seum. Beginn heute DienZtaz, 8 Uhr. Max Nordan. der Mitbegründer deS Zionismus mid streitbare Journalist, dessen Schiistcn.Die tonventionellen Lügen der Kult Urmensch heil- und„Paradoxe- in den 1880 er Jahren viel gelesen wurden, ist in Paris, wo er seit länger als vier Jahrzehnten leinen Wobnsitz hatte, gestorben. Er war als Sobn eines Rabbiner» Südselb 1843 m Pest geboren. Kundgebung des AfA- Bundes. " Patrioten"-Rausch. 23 Jahre alter aus Altona gebürtiger Herbert Richter gebracht haben, der zulegt in der Röntgenstraße 23 zu Charlottenburg geDie Körperschaften des AfA- Bundes haben am In den letzten Wochen und Tagen sind uns verschiedene Mit- wohnt habe Diese Straße zählt aber nur 12 Nummern. Alle die22. Januar im Industriebeamtenhaus zu Berlin getagt und sich in teilungen über„ patriotisch" sein sollende Kund- jenigen, die um Beiträge für die„ Akademikerhilfe" angegangen mehrstündiger Beratung mit der durch die Besetzung des Ruhrreviers gebungen zugegangen, die sich in Caféhäusern, Bierwirtschaften, worden sind, oder sonstwie in Angelegenheiten, bei denen die ergeschaffenen politischen und wirtschaftlichen Lage eingehend befaßt. Weinstuben und anderen Stätten des Genusses und des Vergnü feinem Berbleib etwas miffen, werden ersucht, sich bei der Ab. wähnten Stempel in Betracht kommen, oder die von Richter und Es wurde allgemein gefordert, daß die Reichsregierung bei ihren gens abgespielt hatten. Wenn die sich urteutsch gebärdenden Hurra- teilung la im 3immer 348a des Polizeipräsidiums umgehend 2 weiteren Beschlüssen über den organisierten passiven und Mordpatrioten gehörig altoholisiert sind, fordern sie melden. Widerstand gegen das militaristische Ruhrabenteuer unter allen von dem Klavierspieler das Deutschlandlied", die Wacht am Umständen vorher mit den Gewerkschaften und den Bertretungen Rhein" oder gar das heil dir im Siegerfranz". Gewöhnlich ber Belegschaften des Ruhrreviers Stellung nimmt. Die vom Refe- tommt es dann zu erregten Auseinandersetzungen mit anderen Schwerer Kampf mit Einbrechern. renten für die weitere Haltung des AfA- Bundes vorgetragenen Gästen, die sich weigern, bei der von solchen Leuten veranstal- von Karow in der Brunnenstraße 169, an der Ecke der Anklamer Am Sonntag früh hatten es Einbrecher auf das Wäschegescha Richtlinien fanden die Zustimmung der Konferenz. An die Rame- teten Rundgebung mit aufzustehen. Mitteilungen über derartige Straße, abgesehen. Sie wurden jedoch von Hausbewohnern beob raden im Ruhrrevier wurde eine Kundgebung gerichtet. Bom AFA- Vorkommnisse sind stets lehrreich für uns, aber wir fönnen natür- achtet, und tiefe verständigten die Polizei. Ein Polizeibeamter, der Borstand find sofort Schritte zur Aufbringung von Mitteln zur fich nicht jeden dieser Auftritte in unserem Blatt verzeichnen und zur Festnahme der Diebe schreiten wollte, wurde von diesen ange Unterstügung der Opfer des militaristischen Ruhraben- besprechen. Der folgende Fall, der uns aus einem Lokal der Frie- festzunehmen. Der zweite lief tavon und blieb auch auf Anrufe nicht fallen. Es gelang ihm jedoch, einen der Täter zu überwältigen und teuers einzuleiten. drichstadt gemeldet wird, mag zeigen, wie die betrunkenen stehen. Um sich der Festnahme zu entziehen, gab er mehrere Regierung und Gewerkschaften. Patrioten" das deutsche Vaterland vor dem Schüsse ab. Von den Schüssen des Verbrechers wurde der PostGestern fand unter dem Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Ausland bloß stellen. In diefes Lokal ging nach Theater Schaffner Eduart Ostwald aus der Bernauer Straße so schwer Beder eine Besprechung mit den Führern der Gewerkschaften Schluß ein Amerikaner deutscher Abstammung, ein in Wesen und in den Unterleib getroffen, daß er schon auf dem Wege und der Konsumgenossenschaften statt zur Erörterung der durch den Gesinnung echt deutscher Mann, ganz der deutschen Sprache mäch nach dem Lazarus- Krankenhause verstarb. Der Verbrecher entkam Gewaltatt und Rechtsbruch der Franzosen und Belgier geschaffenen tig, ftolz auf seine deutsche Herkunft, voll tiefen Mitgefühls mit in der Dunkelheit. Der Verhaftete wurde festgestellt als ein Hermann wirtschaftlichen Nottage. Es trat einmütig die Auffassung zutage, der Not des deutschen Voltes. Sechs Herren der„ höheren Stände", Blasig aus der Bernauer Straße, der schon 31 Jahre hinter Gedaß den bedrängten Boltsgenossen im Ruhrgebiet mit allen Mitteln die sich in Weinlaune verfekt hatten, wohl um betrunten ihrer fängnis- und Zuchthausmauern gefeffen hat. das Aushalten erleichtert werden muß. Als Mittel hierzu wurde nationalen" Trauer besser Ausdrud geben zu können, ließen die in erster Linie die Sicherung der Ernährung anerkannt, Kapelle die Wacht am Rhein" und" Deutschland über alles" fpielen, gröhlten dazu, tanzten umher und hielten große Reden über die französischen Eindringlinge. Beim„ Deutschlandlied" forberten sie in frechem Ton den Deutsch- Amerikaner auf, sich von feinem Sig zu erheben. Der aber antwortete ihnen:„ Wenn ich Ich entehre dieses nicht, so wie ihr es tut!" Beinahe wäre es betrunken bin, singe ich nicht mein Nationallied. zu einer Schlägerei gekommen, wenn nicht der Deutsch- Amerikaner, Sterkrade, 23. Januar.( Köln. 3tg.") Als der Ausstand der angeefelt von dem widerlichen Treiben, die Gaststätte verlassen Beamten und Arbeiter begann, besetzten die Belgier den Bahnhof hätte, begleitet von den höhnischen Rufen der betrunkenen Bamit einer Rompagnie. Nach Berhandlungen mit dem Bahnhofs trioten". Treffend schreibt hierzu unser Gewährsmann: Blid vorsteher zogen sie später wieder ab. Jetzt ist der Betrieblicherweise ist nur ein kleiner Teil des deutschen Volkes so wie wieder im Cange. Der Bahnhofsvorstand hat folgende Bedin diese Batrioten" und" nationalen" Männer. Ist es aber nötig, gungen gestellt: 1. vollstständige Räumung des Bahn- daß wir immer wieder durch diese Beute in den Augen rechtlich hofs, 2. fein Soldat darf den Bahnhof ohne Bahnsteigtarte benfender Angehöriger anderer Länder herabgesetzt werden? noch betreten, 3. fein Beamter oder Arbeiter darf wegen des Ausstandes dazu jetzt, wo die gesamte Kulturwelt auf unserer Seite ist gegen zur Berantwortung gezogen werden. französischen Chauvinismus und Militarismus!" Arbeitsaufnahme der Eisenbahner. Nach Erfüllung ihrer Forderungen. Dortmund, 23. Januar.( WTB.) Der Eisenbahnbetrieb ist wieder aufgenommen. Verhaftung des Kölner Finanzpräsidenten. Unter englischem Beistand. Köln, 23. Januar.( WTB.) Kurz nach 10 Uhr abends er. schienen vor der Privatwohnung des Präsidenten des Landesfinanz amts, Haehling v. Lanzenauer, drei Automobile, von denen eines mit franzöfifchen Offizieren, die anderen mit englischem Militär besest waren. Die französischen Offiziere eröffneten dann dem Präsidenten, daß sie einen Haftbefehl des französischen Befehlshabers in Bonn hätten und daß sie ihn nach Bonn abführen Befehlshabers in Bonn hätten und daß sie ihn nach Bonn abführen müßten. Der Präsident wandte sich an die englischen Offiziere mit der Frage, ob die Engländer die Genehmigung zur Bollstreckung eines Haftbefehls, der seines Erachtens eine neue Maßnahme gegen ihn darstelle, erteilt hätten. Die Engländer erwiderten, sie wären nicht da, wenn nicht der englische Befehlshaber die Genehmigung erteilt hätte. Darauf wurde dem Präsidenten angedroht, er würde mit Gewalt abgeführt werden. Dieser fügte sich schließlich der Gewalt und ließ fich abführen. Die Franzosen nahmen ihn in ihr Auto und fuhren davon. Passanten, die Zeugen der Abfahrt waren, brachten ein begeistertes dreifaches Hoch auf den Präsidenten aus. Angeblich soll inzwischen die englische Besatzungsbehörde erklärt " " Die Tarifschraube der Straßenbahn. Arbeitsstredung beim Personal. " PP In der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates der Straßenbahn wurde über die beabsichtigte Erhöhung des Einheitstarifes auf 150 Mart berichtet. Die Verkehrsdeputation wird fich am Freitag damit beschäftigen. Die B. 3." macht darauf aufmerffam, daß man in Kreisen der Stadtverordneten, die der Deputation angehören, ernste Bedenten gegen das auszukommen". Go oder so wird ja die Lage der Straßenbahn Anziehen der Tariffchraube habe. Man hoffe mit 120 mart immer schwieriger werden. Ein deutschsozialer Reinfall. Einen bösen Reinfall erlebten die Anhänger Knüppel- Kunzes in Niederschöneweide durch die Rührigkeit unserer Genossen. Die deutschsoziale Partei hatte zu Montag abend 8 Uhr eine Versamm lung der Ortsgruppe im 15. und 16. Bezirk nach Niederschöneweide einberufen. Zu der Versammlung, die sehr start besucht war, waren Gäste durch Handzettel eingeladen. 13 Als um 8% Uhr noch kein Referent erschienen war, gab ein Herr, Unsere Genossen machten von dem Gastrecht tüchtig Gebrauch. der die Kontrolle an der Tür ausgeübt hatte, bekannt, daß er bes dauern müsse, daß der Referent, Herr Merz, noch nicht erichienen sei; die Herrschaften mögen fich noch etwas gedulden. Aus der Mitte der Versammlung heraus wurde der Antrag gestellt, ein Bureau zu wählen und einen zufällig anwesenden Staatsrats. mitglied das Referat halten zu lassen. Einstimmig wurden die Genossen Jung und Reimann in das Bureau gewählt. Genosse Rei. Befferung der wirtschaftlichen und politischen Lage ein?" das Wort. mann nahm als Referent zu dem Thema: Wann endlich tritt eine Nachdem die Versammlung in vollem Gange war, erschien Herr Merz und begrüßte das Bureau freundlichst. Er war nicht wenig erstaunt, schon einen Referenten vorzufinden. Er wurde von der Leitung schnell aufgeflärt und fand sich mit der. Gache ab. Als der Referent auf die Kriegsheher zu sprechen fan, versuchten einige Damen und Herren die Versammlung zu stören. Als ihnen das nicht gelang, verließ ein Dußend den Raum. Herrn Merz wurde dann in der Diskussion 20 Minuten Redefreiheit gewährt. Es gelang ihm aber nicht, die Ideen und Ziele feiner Partei farzulegen. Nachdem nun der Genosse Reimann noch das Schlußwort erhielt, wurde die Resolution gegen die Ruhrbeseßung einstimmig angenommen. Mit nale Sozialdemokratie wurde die Bersammlung geschlossen. einem begeistert aufgenommenen och auf bie internatio Um der Entlassung von etwa 1000 Mann vorzubeu- Ein gefährlicher Filmbrand tam heute vormittag furz nach 9 Uhr gen, will die Verwaltung auf Vorschlag des Betriebsrates in dem Gebäude des Ifa- Film, Friedrichstraße 6, zum Ausbruch. eine Arbeitsstredung dergestalt vornehmen, daß die Angestellten monatlich vier Tage weniger arbeiten und dadurch die Zahl der Arbeitsstunden von 208 auf 176 herabgesetzt wird. Die Entlassungen wären sonst angesichts der mitgeteilten Einschränkun gen und der Eröffnung der Nord südbahn in Höhe von zirfa 1000 Mann unvermeidlich. Schlagsahne aus Butter? Das Feuer entstand aus noch nicht aufgeflärter Ursache gleich nach Arbeitsbeginn in der im dritten Stod des Seitenflügels gelegenen Kleberei, in der augenblicklich eine ganze Reihe von Filmstreifen fertiggestellt werden. Als die Löschzüge 1 und 9 an der Brandstelle eintrafen, stand bereits der ganze Kleberaum in hellen Flam. men, die auch Teile der Dochtonstruktion schon erfaßt hatten. Das Personal hatte sich aus den bedrohten Räumen rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Mit drei Schlauchleitungen wurde das Feuer angegriffen, doch bedurfte es anderthalbstündigen Wassergebens, um den Brand, der an den Films, der Einrichtung und der Dochtonstruttion immer wieder Nahrung fand, zum Berlöschen zu bringen. Der angerichtete Schaden ist ziemlich erheblich. Gin in dem Klebe raum beschäftigter Angestellter erlitt beim Einschlagen der Fenster. scheiben Schnittwunden an Armen und Händen. haben, daß sie weitere frankobelgische Verhaftungen nicht gulalle dienst eine Erflärung des preußischen Stcatstommiffars für Bolts- Die Aufräumungsarbeiten nahmen noch längere Zeit in Anspruch. merde. Die oberste Justizbehörde soll auf Anfrage Bonar Laws die frantobelgische Mition als Bruch des Friedensvertrages erflärt haben. Mordprozeß Neißer. Nach der Unterbrechung in der gestrigen Berhandlung wurden die Plaidoyers der Verteidiger fortgesetzt. Rechtsanwalt Bahn plädierte für Freisprechung der Frau Spanier. Erfappte Steuerhinterzieher. Der Steueraußendienst beim Finanzanderen zahlreichen Fällen auch zwei nicht deklarierte Privatver amt für Umfassteuer Berlin- West hat im Monat Dezember unter fäufe von Automobilen ermittelt. Allein in diesen beiden Fällen Eine Angelegenheit, die der Aufklärung bedarf. Am 10. Oftober 1922 verbreitete ber Amtliche Preußische Presseernährung, daß im Kühlhaus in der Köpenider Straße 1450 3entner Butter der Meierei Bolle lagerten. Diese Butter sei im Einverständnis mit dem Ernährungsamt der Stadt Berlin bort eingestellt und zu einem Großhandelspreise von 60 bis Neue Strafmaßnahmen geplant. 100 M. für das Pfund eingekauft worden. Sie solle aber nicht dazu dienen, Konjunkturgewinne zu erzielen, sondern fei sicherParis, 23. Januar.( EE.) Ueber die gestrigen Minister gestellt, um im Winter zu Emulsionsmilch für die Versorgung der besprechungen in Anwesenheit des Marschalls Foch weiß die„ Daily dieser 1450 Bentner Butter durch die Meierei Bolle würde ,, beBerliner Bevölkerung verarbeitet zu werden. Die Berwendung Mail" zu berichten, daß ein Beschluß gefaßt wurde, um den Eisen- fonders" beobachtet werden. Der Polizeipräsident und die Polizei bahnerstreit zu bekämpfen, die Bergarbeiter und Rofsarbeiter zur prüfungsstelle sei mit besonderen Anweisungen versehen worden, die wurden von den Steuerpflichtigen an nachverlangter Steuer und Arbeit zu zwingen und eine vollständige Bollinie um das Ruhrgebiet Ein- und Ausgänge und die Lagerbestände an Butter für die Strafe 1476000 m. erhoben. zu errichten und schließlich, um eine neue Währung im Ruhrgebiet fommenden Wintermonate scharf zu überwachen. Es wird nun einzuführen. Gewisse militärische Maßnahmen, über die aber striftes behauptet, daß die Hälfte der eingelagerten 1450 Bentner Butter 30 Millionen Mark gespendet worden. Die ersten 20 Millionen Für die„ Winterhilfe, Notgemeinschaft Berlin", sind bisher über Stillschweigen beobachtet wurde, feien ebenfalls ins Auge gefaßt bereits aus den Kühlhallen verschwunden sei, und als Egbutter mart sind bereits berteilt und zwar an Bedürftige und von Poincaré und Marscholl Foch gebilligt worden. Außerdem mit einem Ronjuntturgewinn von ca. 2000 m. pro erfährt der diplomatische Mitarbeiter des Blattes, die französische Pfund in den Verkehr gebracht worden seien. Auf Anfrage bei und dauernd Erwerbsunfähige, die von regelmäßig Regierung wolle wegen der feindlichen Haltung Deutschlands und den Kühlhallen der Norddeutschen Eiswerte wurde verdienenden Angehörigen nicht unterstützt werden. Dabei werden mitgeteilt, daß die obigen Angaben richtig sind, da zurzeit nur noch in erster Reihe möglichst über 60 Jahre alte Personen berücksichtigt. wegen des wiederholten Bruches des Versailler Bertrages eine ener- etwa 600 Faß Butter vorhanden seien. Erst in den allerlegten Die Zahl der Unterstützten wird, um eine wirkiame Hilfe zu ergische Note an die deutsche Regierung absenden, worin erklärt wirt, Tagen seien wiederum 100 Zentner von dem vorhandenen Quantum möglichen, so bemessen, daß Beträge nicht unter 1000 M. die von deutschen Ministern unternommene Attion sei eine scharfe abgeholt worden. Das Milch amt Berlin aber erklärt heute, gezahlt werden. Die Auswahl erfolgt beschleunigt durch die pariVerletzung des Vertrages von Versailles und mache weitere Straf daß es mit der Einlagerung und der Ueberwachung der Butter tätischen Bezirksausschüsse. Weitere und entsprechend der Geldentmaßnahmen erforderlich. Weitere Abteilungen von französischen nichts zu tun gehabt habe. Vielmehr habe das Milchamt im vorigen wertung hohe Spenden werden dringend erbeten, da die Not mit Eisenbahnern, Finanz- und Bollbeamten gingen gestern in das Ruhr. Oftober dem Oberpräsidenten mitgeteilt, daß das Mitchamt eine jedem Tag fürchterlicher wird. Eigenes Postscheckkonto der„ Wifttergebiet ab. Die französischen Besatzungsbehörden trafen, wie ver- rechtliche Grundlage zur Ueberwachung dieser Buttermengen nicht hilfe" Berlin NW., Nr. 143 700; Adresse: Berlin W. 30, Monftr. 22. lautet, Vorbereitungen, um gegen jede Verlegenheit, die entstehen besize. Dieses Schreiben sei dann dem Preußischen Staatsfönnte, gewappnet zu sein. Die Ausweisung aller preußischen Bes fommissar übermittelt worden. Nach Ansicht des Milchamtes habe anstaltet in der Zeit vom 23. Januar bis 81. März 1928 im Märlichen amten aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinlande steht noch zur Er einzulagern, um im Fall einer Milchnot Emulsionsmilch herzu die Aufgaben des Elternbauses bei der Berufsberatung; Gewerbliche Berufe die Meierei Bolle damals vielleicht die Absicht gehabt, die Butter Saal des Rathauses, Berliner Str. 72/73 berufstundliche Vorträge in Wort und Bild. Die Vorträge behandeln: Das Groß- Berliner Wirtschaftsleben; wägung. stellen, zu deren Fabrikation Butter notwendig ist. Tatsächlich hat in der Metallverarbeitung; Gewerbliche Berufe in der Metallverarbeitung aber die Firma Bolle Emulsion smilch nicht produziert,( Fortsetzung); Die Frau im Handwerk; Berufe der Baugewerbe; Berufe durfte das auch ohne Genehmigung des Milchamtes nicht tun. Es der Hoizindustrie; Die Hausangestellte und Beamtin in Stadt und Land; bestehe schließlich, wie bas Milchamt behauptet, die schwache Mög- Die Frau in der Landwirtschaft: Die Kinderpflegerin; Berufe des Verlichkeit, daß die Meierei Bolle bisher 800 Bentner Butter ver- bielfältigungsgewerbes und der Papier industrie; Berufe des Belleidungs. braucht habe, um die bekannte„ Cocos Raffeefahne" her- gewerbes und der Lederindustrie; Freie Berufsarten; Berufe der Nahrungszustellen, die als„ Original Schlagsahneerjah" in allen besseren geweibe; Handelsgewerbe( Fortsetzung); Lande und Forstwirtschaft; Der und Genußmittelgewerbe sowie Gaft- und Schantwirtschaft; HandelsCafés und Hotels verabreicht wird. Nun besteht aber das strenge Bärtner; Der ungelernte Arbeiter; Die ungelernte Arbeiterin. Tag und Berbot des Milchomtes, zur Herstellung dieser Ersay- Schlagsahne Stunde der Vorträge sind zn erfragen bei Sfelle VI des Arbeitsamtes, Butter zu verwenden. Abteilung Berufsberatung, Bismarcftr. 50, Fernsprecher: Amt Wilhelm 7800/7303. Die Memeler Gewerkschaften lehnten die Aufforderung der neuen Regierung ab, 10 bis 12 Vertreter für den Staatsrat vorzuschlagen. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 28. Januar Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 7980.- 8020.7451.81 7493 69 1147.12 1152.88 3839 58 1 argentinische Papier- Peso 1 belgischer Frant. 1 norwegische Krone 8820.42 1 dänische Krone. 3830.40 3849.60 1 schwedische Krone 5476 27 498.76 5503.78 496.46 1 finnische Mark 1 italienische Lire 1 japanischer Jen 1 Pfund Sterling 1 Dollar... 1 französischer Frant 22. Januar Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 8279.25 1286.77 4219.42 4829.15 5985.555 60 Die Angelegenheit bedarf dringend der Aufklärung durch die in Frage kommenden Stellen. Die„ Akademikerhilfe". Berufskundliche Vorträge. Das Bezirksamt Charlottenburg verSchwerer Rodefunfall. Auf der Rodelbahn der Landeskrone fuhr ein mit drei Personen befehter Rodelschlitten so heftig gegen einen Baum, daß einem Wirtschaftsbeamten der Kopf zer. schmettert wurde. Er war auf der Stelle tot, während zwei junge Mädchen in schwerverlettem Zustande dem Krankenhaus zugeführt wurden. Die Lawine. Eine Gesellschaft von 15 Genfer Alpinisten ist im Tal von Champery von einer Lawine überrascht worden. Alle 8867.77 8912.23 Ein planmäßiger Sammelschwindel, dessen Tragweite 15 wurden verschüttet. Schließlich gelang es drei von ihnen, 8820.75 noch nicht zu übersehen ist, wurde in Berlin von zwei jungen sich aus dem Schnee zu befreien. Der Führer namens Collet 1298.23 Männern betrieben, die sich für Studenten ausgaben. Die beiden, it getötet. Das Schicksal der übrigen ist noch unbekannt. Es 4240.58 die sich eichenbart und Richter nannten, suchten seit Mo- sind zwei starte Rettungsfolonnen zur Hilfeleistung abgesandt 4850.85 naten Großhandlungen und Industriebetriebe auf und baten die worden. 6015. Inhaber oder Bertreter um einen Beitrag für die Akademiker 538.40 hilfe" zugunsten notleidender Studenten. Sie famen stets in Band 10972.50 11027.50 und Müge, legben eine Liste vor, auf der schon erhebliche Beiträge 942.63 947.87 1057.35 1062.65 gezeichnet waren und fanden überall Vertrauen. Wie sie er 93765 94235. 104488.- 105012.- zählten, handelte es sich um Arbeitsgelegenheit für Studenten und 19950,- 20050.- 22344.- 22456. Geldunterstüßungen zu Freitischen usw. Die Angesprochenen über 1286.77 1298.23 1416.45 1423.55 zeugten sich aus der Liste, daß ihnen bekannte Geschäftsleute tat3740,62 8759.88 2518.68 2531.32 fächlich Beiträge bis zu 400 000 und 500 000 mt. gezahlt hatten. 4179.52 4200.48 Sie erfahen das besonders aus den Namenszügen, die ihnen bekannt 3132.15 3147.65 3491.25 3508.75 waren. Jetzt ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Schwindler, 27.53 27.67 30.42 30.58 die Unfummen erbeutet haben müssen, zu entlarven und einen von 555.89 611 46 614.54 ihnen festzunehmen. Der Verhaftete ist ein 21 Jahre alter 8.18 Erich 3, der Sohn eines Beamten. In der Wohnung des Ver187.35 hafteten fanden tie Beamten eine große Menge Stempel aller 160.40 Art. Auf den Schwindel mit der Akademikerhilfe" soll ihn ein 1 brasilianischer Milreis 1 Soweizer Frank.. 1 spanische Beseta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Strone 552.61 1 ungarische Krone 1 Bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 8.12 136.65 159.60 Schiffszufammenstoß auf der Schelde. Auf der Schelde sind die beiden Dampfer Nautilus und Australia zusammengestoßen. Der erstere sant in sehr turzer Zeit. Bier Mann der Besatzung find dabei umgekommen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zunächst etwas tälter, vielfach heiter, bet frischen nordwestlichen Winden. Nachher neue Erwärmung, Trübung und geringe Niederschläge Gewerkschaftsbewegung Es waren keine Kommunisten. " " Zusammenschlußbestrebungen in England. Franenzeitung". Runmehr follten aber die betreffenden Gewerkschafts-| wiebergegebene Summe inzwischen schon welt überholt ist. Die mitglieder sich den Weiterbezug dieser Zeitschrift durch Bestellung Reichsbahnverwaltung hat, wie es in den Erläuterungen des Haussichern. Bei Bezug durch die Bost foftet sie monatlich 40 W., wer haltsplanes heißt, scharfe Maßnahmen zur Einschränkung des fie jedoch durch Vermutlung seines Verbandes bezieht, erhält sie Brennstoffverbrauch es getroffen. Sie nimmt an, daß hier. für den halben Preis. durch der Durchschnittsverbrauch für 1000 Lokomotivfilometer, der Unter der anmutigen Ueberschrift ,, Die täglichen Lumpereien 1920 noch 19,69 Tonnen betrug und für 1922 auf 18,80 Tonnen des Vorwärts", befaßt sich die heutige Morgenausgabe der Roten veranschlagt ist, im Jahre 1923 weiter auf 18 Tonnen sinten wird. Fahne" mit dem im gestrigen Abendblatt des„ Borwärts" veröffent- Anfang Februar werden auf Veranlassung des Generalrates Außerordentliche Generalversammlung der GEG. Die Geschäftslichten Drohbrief der Anhänger der freien Pfalzbewegung an des englischen Gewerkschaftsfongreffes zwei Konferenzen stattfinden, führer der Großeintaufs- Gesellschaft Deutscher die Direktion der Badischen Anilin- und Sodafabrik. Der besseren um die Möglichkeit der Vereinigung zweier Gruppen von Gewert Konsumvereine m. b. H., Hamburg, veröffentlichen die EinWirkung halber gibt die Rote Fahne" ein Stinnesblatt als ichaften zu diskutieren. Delegierte von 35 Gewerkschaften der ladung zu einer außerordentlichen Generalversammlung am 19. FeQuelle unserer Notiz an, um dann zuzugeben, daß unsere Partei- Maschinenbauindustrie werden in Manchester unter dem bruar im Gewerkschaftshaus in Hamburg. Auf der Tagesordnung blätter in Mannheim und Ludwigshafen den Drohbrief zuerst ver- Voifig eines Mitgliedes des Generalrates eine Konferenz abbalten steht als erster Beratungsgegenstand die Erhöhung des öffentlicht haben, dessen Abschrift uns aus Ludwigshafen Die Absicht des Generaliates ist, eine Verschmelzung der Gewert Stammfapitals, das jezt bis 50 Millionen Mark beträgt, am Rhein zugegangen war. schaften in dieser Industrie anzuregen. Man nimmi an, daß die bis zu 500 Millionen Mart. Ferner sind Anträge zur AbDer Redaktion der Pfälzischen Post" in Ludwigshafen ist nun Beischmelzung der berufsverwandten Gewerkschaften gefördert änderung des Gesellschaftsvertrages zu erledigen und ist außer genach Angabe der„ Roten Fahne" unterm 19. Januar von der werben fann, wenn der Generaltat einigen Beistand verleibt. Es schäftlichen Mitteilungen die Wahl eines Mitgliedes zum AufsichtsPfälzer Bezirksleitung der Kommunistischen Partei eine preßgefez- wurde anerkannt, daß zurzeit die Gewerkschaften eine in das Ge- rate vorzunehmen. liche Berichtigung zugestellt worden, wonach feiner der Unterzeichner biet der anderen übergreifen, daß dadurch mehrere Gewerfichaiten des Drohbriefes der Kommunistischen Partei angehört und diese dieselbe Klaffe von Arbeitern vertreten und daß die Ausgaben Für die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Eisenbahn bestehen Eisenbahnfantinen auf genoffenfchaftlicher Grundlage in Baden. Partei die Separationsbewegung stets bekämpft habe. höhere werden. Um diese Verschwendung auf ein Mindestmaß zu in Orten mit einer größeren Zahl Beschäftigter seit langem Wirt " Die erbärmliche, niederträch ige Kampfesweise des„ Vorwärts" beschränken und die Einheit der Arbeiterklasse zu fördern, hat der schaftskantinen. Diese sind bisher als Wohlfahrtseinrichtungen der leitet die„ Rote Fahne" insbesondere aus der Behauptung her, wir Generalrat beschlossen, eine Reihe von Zusammenschluß- Konferenzen Bahn betrachtet worden. Da die Kantinen eine notwendige Einhätten trotz dieser öffentlichen und offiziellen Richtigstellung" den einzuberufen, und auf der Konferenz der Metallarbetter- Gewerk- richtung der Eisenbahn darstellen, Zuschüsse aber nicht mehr geleistet Drohbrief unter der. Ueberschrift Kommunistische Strategen" ge- fchaften folgende Refolution zur Diskussion vorzulegen: werden können, hat man den Eisenbahnern empfohlen, die bestehe bracht. Daß die tommunistische Parteileitung solche Drohbriefe nicht schreibt, war uns dabei von vornherein klar. Sie hat offi ziell" auch nicht den wilden Streit in Ludwigshafen heraufbeschworen, ja sie hat nicht einmal den Berliner Betriebsrätetongreß einberufen. Allein ihr ganzes Treiben führt dazu, daß sich allerlei Birrköpfe und schließlich auch der eine oder andere Spitzel ihren Aktionen" anschließt. Die Geister, die fie heraufbeschwört, wird sie auch durch öffentliche und Die 35 Gewerkschaften der Metallindustrie, die eingeladen offizielle" Richtigstellungen nicht wieder los, und sie läßt sich worden sind, Delegierte zur Konferenz zu entfenden, haben zu deren gefällige Mitwirkung stets so lange gefallen, als sie nicht durch fammen über 700 000 Mitglieder. Bu der Konferenz der Textildas Verhalten zweifelhafter Elemente gezwungen ist, diese abzu arbeiter Gewerffchaften in Bra ford find 15 Organischütteln. Alle Schimpferei ändert nichts an der moralischen Berfationen mit einer gesamten Mitgliedschaft von 160 000 eingeladen antwortlichkeit der Kommunisten für die Folgen ihrer worden. ,, Aktionen". Wer die Unorganisierten gegen die Ge= wertschaften ins Treffen führt, sei es zu„ Erwerbslosendemonstrationen" oder zu„ Generalstreits", tarf sich nicht wundern, wenn er in Verbindung mit polit schen Kindsköpfen" oder bezahlten Agenten genannt wird, die in seiner Gefolgschaft waren. Das Gegreine über eine Bogromhege gegen die Kommu nisten" steht den Helden übel an, die die Hege gegen die freien Gewerkschaften berufsmäßig betreiben. Daß dies nicht nur in den Spalten der kommunistischen Presse und in Ber. sammlungen geschieht, beweisen unter anderem die fommunist i= fchen Bogrome gegen die Gewerkschaftsangestell. ten im Berliner Gewerkschaftshaus. Die künstliche Aufregung der getränkten Unschuldslämmer fann nach alledem, was wir von ihnen erlebt haben, nicht tragisch genommen werden. Die Kommunistische Partei ist öffentlich und offiziell für die Aktion in Ludwigshafen und deren Begleiterscheinungen und Folgen verantwortlich. " " Die Gewerkschaftliche Frauenzeitung". " # Seit dem 1. Januar erscheint die Gewerkschaftliche Frauen zeitung" in neuem Gewande. Die steigende Verteuerung der Druck fachen zwang den Verlag zu einer Vereinfachung der Aufmachung und einer geringen Verkleinerung des Formats, ohne daß der Inhalt Schaden leiden wird. Es kommt ja leider vor, daß Gewerkschaften gezwungen sind, die fostenlose Zustellung diefes vom ADGV. herausgegebenen couenblattes an ihre weiblichen Mitalieder einzustellen. Dies gefchiebt jedoch lediglich aus Gründen der Ersparnis und nicht wegen des Inhalts der Gewerfichaftlichen 86 Gartenstr. 86 Zahngebisse Gold, Silber- Bruch, Platin kauft zu höchstem Tageskurs Paul Schneider, Juwelier 86 Gartenstr. 86 Der weiteste Weg zu mir lohnt sich! Korb- u.Rohimöbel Eig.Fabrik, stets hervorrag Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise. 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Donnerstag, 5 Uhr, Bersammlung ber Betriebsräte und Obleute der Fabriken und des Handwerks bei Hentschel, Köpenicker Straße 127 a. Achtung Fabritarbeiter! Bezirksversammlung in Oberschöneweid e morgen, Mittwoch, 7 Uhr, im Beichensaal der Mädchenschule, Nieberiöneweibe Ecke Hasselwerder Straße. Bergolder- und Bilderrahmenbranche! Morgen Mittwoch 5 Uhr: Versamm. lung aller in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen, in der„ Königs bant", Gr. Frankfurter Str 117. Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen im Schlichtungsausschuß Groß- Berlin. Sutritt nur gegen Mitgliedsausweis! Die Kommissionen. Wirtschaft Keine Hollandkredite für Biehfütterung. Der Unterausschuß für Ernährung und Landwirtschaft des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats hatte den Beschluß gefaßt, bei der Regierung die Bereitstellung von ehn Millionen holländischer Gulden aus dem deutschniederländischen Kreditabkommen zur Erhöhung der Milchoewinnung durch Einfuhr von Viehtraftfutter zu beantragen. Wir hatten uns feinerzeit gegen diesen Beschluß ausgesprochen. Jezt hat auch der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschafts. rats den Antrag des Unterausschusses abgelehnt, nachdem ein Vertreter des Reichsernährungsministeriums fich dagegen gewandt und betont hatte, die Regierung brauche den Rest des Hollandkredites als Reserve zur Lebensmittelbeschaffung für den Fall der höchsten Not. Aus der Partei. Der Ortsverein Hannover steigerte im letzten Quartol feine Mitgliederzahl von 23 497( 19 197 männlichen und 4300 weiblichen) auf 24 289 Dollzahlende Mitglieder( 19 811 männliche und 4478 weibliche). Darunter befinden sich 82 Genossen und Genossinnen der früheren USPD. Der Beitrag beträgt im Februar 30 M. für Männer und 10 M. für Frauen. チラ Eisenbahn und Balutasfurz. Der Reichshaushaltsplan des Reichsverkehrsministeriums für 1923 läßt erkennen, welche ungeheuren Schwierigkeiten der Verwaltung der deutschen Reichsbahn durch die immer schwieriger werdende Kohlenlage des Reiches entstehen. Unter dem Titel„ Beschaffung der Betriebsstoffe" sind diesmal für Kohlen, Koks und Preßkohlen zur Lokomotivfeue; rung und für alle anderen Pwede 211920000000 Mart gegenüber 16 798 848 000 m. im Vorjahre angesetzt. Wenn man bedenkt, daß etwa ein Fünftel des gesamten Kohlenbedarfs der Reichsbahn wegen der Lieferungen auf Grund des Friedensvertrages aus dem Auslande bezogen werden muß, und daß Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bietor Schiff, Berlin: für Anzeigen: der Devisenkurs von jet wesentlich höher ist als zur Zeit der Auf- Th. Glocke, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: stellung des Haushaltsplanes, so ist leicht zu erkennen, daß die oben Bormärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3 Jm Wiener Kampf", der wissenschaftlichen Zeitschrift der österreichischen Sozialdemokratie, ist ein Redaktionswechsel eingetreten. Im Auftrage des Parteivorstandes wird die Zeitschrift vom 1. Ja nuar ab von den Genossen Helene Bauer, Julius Braunthal, Sig mund Kunfi und Oskar Pollak redigiert. Bettwäsche Immer noch herabgesetzte Preise Trotz der gewaltigen jetzigen Preissteigerung verkaufen wir unsere Waren weit unter Tagespreis und bielen unserer werten Kundschaft zum Einkauf eine außerordentlich günstige Gelegenheit. Deckbettbezüge... 5800.- 7900.- 8900.- 9800.Kissen. Laken in allen Größen, Inlette federdicht 1550.- 1975.- 2250.- 2550.3250.- 4950.- 6200.- 7850.9800.- 12500.- 14800.- 16800.Doppelgarnituren 2 Deckbetten 25800.- 28000.- 31500.Uberschlaglaken 4 Kissen m. dazu passenden Paradekissen u. Plumeaus außerordent!. preisw. Besonderes Angebot: Wäschestoffe 80 cm breit Linon 130 cm breit Deckbettbezüge ohne Naht bunt und weiß... 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