Abendausgabe Nr. 41 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 21 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 30 Mark Donnerstag 25. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 0-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbs. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Internationale Solidarität. Spende der niederländischen Gewerkschaften für die Ruhrarbeiter. Amsterdam, 25. Jamuer.( WTB.) Die Vorstände der im Niederländischen Gewerkschaftsbund zufammengefchloffenen Körperschaften haben beschlossen, zunächst 2% Pro3. des Bermögen's des Niederländischen Gewerkschaftsbundes für die deutschen Arbeiter im Ruhrgebiet zur Verfügung zu stellen. Ferner wurde beschlossen, eventuell nach fünf Wochen von neuem die Frage einer weiteren finanziellen Hilfe zu erwägen. Flämischer Sozialistenprotest. Brüffel, 24. Januar.( Eca.)„ Bolfsgazet" in Antwerpen, das Organ der flämischen Sozialisten, fchreibt: Wir fordern, daß unsere Soldaten aus dem Ruhrgebiet sofort zurückgezogen werden. Unsere Söhre sind in der Armee, um Belgien zu verteidigen und sie sollen nicht nach Deutschland geschickt werden, wo sie nichts Nühliches leisten werden, sondern wo sie nur in blufige Rämpfe hineingezogen werden. Die belgischen Soldaten müßten fort von der Ruhr. Kundgebung der englischen Arbeiter. Zwischenfälle in Mainz. Die Schleier fallen... Das wahre Gesicht der Ruhraktion. Die Nachrichten des letzten Tages werfen auf die Lage im Ruhrrevier ein grelles Licht. Man hat die Unterneh= mer zu Geldstrafen, die Be a mten zu Gefängnis mit Strafaufschub verurteilt. Zur selben Zeit wurden Arbeiter wegen ihrer Weigerung, fich ungeseßlichem 3wang zu beugen, mit der Schußwaffe bedroht; die Rheinschiffahrt steht infolgedessen still. Panzerantos zum Schuh des Kriegsgerichts. Mainz, 25. Januar.( EE.) Die Mainzer Militärbe. hörden veröffentlichen folgendes Communiqué: Der Prozeß gegen die Industriellen und Beamten, die im Ruhrgebiet verhaftet und gegeben, sie werde die sozialen Gegensäge im RuhrDie französische Regierung hatte sich dem Wahn hinvor das Mainzer Kriegsgericht gestellt worden waren, gab in der revier zu ihren Gunsten ausnüßen fönnen; sie hatte darum den Stadt zu Rundgebungen Anlaß, die auch während des Vorsatz gefaßt, sich durch scharfes Borgehen gegen die RapiAbends fortdauerten. Mit Beginn der Nacht ging die talisten auszuzeichnen und durch Schmeicheleien und VerMenge, die sich allmählich in der Umgebung des Justizpalastes an- sprechungen die Arbeiter zu födern. Diesen sollte der Glaube gesammelt hatte, um das Urteil abzuwarten, dazu über, pario- beigebracht werden, die französische Regierung sei doch ganz tische Lieder zu fingen und heftige Rufe auszustoßen. Die anders als die deutsche; sie nehme teine Rücksicht auf die Militärbehörden haben Nachricht, daß deutsche Agenten aus dem Herren des Geldsacks und behandle dafür die Arbeiter um so nicht befehten Deutschland eingetroffen waren, um auf jeden Fall besser. blutige Zwischenfälle mit den Truppen herbeizuführen. Die Agitatoren wurden aber enttäuscht; die Truppen beschränkten sich darauf, es die französische Regierung auch nicht. Sie ist die ausAber wie niemand aus seiner Haut heraus tann, so fann die Menge zurückzuhalten, ohne von der Waffe Gebrauch zu machen. gesprochenste Bourgeois. und Kapitalisten regieArtillerieabteilungen wurden aufgeboten, um die De- rung, die jemals existiert hat. Der fommunistische Wahnsinn monstranten zu zerstreuen. Diese verbreiteten sich in zahlreichen hat die französische Arbeiterbewegung so geGruppen in der ganzen Stadt, stießen feindliche Rufe aus und schwächt, daß sie feinerlei Einfluß auf die Politik ihres Landes schleuderten einige Steine auf die Hotels und Gebäude, nehmen und dem verbrecherischen Imperialismus der RegieFür sofortige Räumung des Ruhrgebiets. die Franzosen gehören. Die deutsche Polizei bewies hiergegen voll London, 25. Januar.( WTB.) Der Rat des Gewerkschafts- tommene Unfähigkeit, weshalb die französischen Truppen Berhaf- rung, so sehr sie ihn auch verurteilt, teinen Widerstand ent tongresses und der Bollzugsausschuß der britischen Arbeiterpartei tungen vornehmen mußten. Verhafgegensehen kann. Der französische Kommunismus hat in haben ein gemeinsames Manifest veröffentlicht, worin die Frankreich eine wahre Diftatur geschaffen, aber nicht die DiftaDer Mainzer Korrespondent des Echo te Paris" meldet: Spät tur des Proletariats, sondern die Diftatur der rücksichtslosesten Solidarität der britischen Arbeiterschaft mit den dent- in der Nacht drangen Deutsche in das Hotel Holland und reaktionärsten Elemente der Bourgeoisie. schen Arbeitern im Ruhrgebiet ausgesprochen wird. Das ein, wo eine größere Anzahl französischer Offiziere wohnt. Sie Manifest verurteilt die Untätigkeit der britischen Regierung und zwangen die Musikkapelle, sich auf die Straße zu begeben und revier einen ganz anderen Verlauf nimmt, als es den überDaraus erklärt sich auch, daß die Entwicklung im Ruhrerklärt, die französisch- belgische Attion bezwecke durch ein militäri-„ Deutschland, Deutschland über alles" zu spielen. Französische schlaueen Blänen der franzöfifchen Regierung entspricht. Die sches Unternehmen eine Neuregelung in Europa zu erzwingen, der Panzerautos wurden gegenüber dem Hauptquartier aufgestellt." militaristische Brutalität, die vor dem UnterGroßbritannien auf der Pariser Konferenz zuzuftimmen fich geweigert habe. Die Grundlage dieser Regelung sei die Rhein- RuhrMainz, 25. Januar.( WTB.) Im Anschluß an die Berdrän- nehmertum, über die eigene Kühnheit erschreckt, zurückweicht, Grenze für Frankreich und die Zerstüdelung Deutschlands, die voll- gung der Menschenmenge gestern abend vor dem Zentralhotel durch wagt sich den Beamten gegenüber ein Stück weiter vor, Ständige Kontrolle der Haupthilfsquellen Deutschlands durch die französische Kavallerie tam es zu einzelnen Zusammen gegen Proletarier entfaltet fie sich hemFranzosen und die Beherrschung des Kontinents. Das Manifeft ftößen zwischen dieser und Teilnehmern an der Kundgebung. mungslos. fordert die britische Regierung auf, auf diplomatischem Wege, wenn mehrere Personen sollen verhaftet worden sein. Kamöglich unter Mitarbeit der Vereinigten Staaten zu inter- valleriepatrouillen durchzogen während der ganzen Nacht die einvenieren, um eine fofortige Räumung des Ruhrgebietes zu erreichen. zelnen Stadtteile. Das Manifeft schlägt eine Regelung der Frage der französischbelgischen Reparationen durch den Völferbund vor. Main 3, 25. Januar.( WTB.) Der Plattommandant Die sogenannten Geldstrafen, richtiger Brandschahungsbefehle, bie über die Unternehmer verhängt worden sind, wirten nach dem Brimborium, das ihnen vorausgegangen ist, lächerlich. Aufgepflanzte Bajonette, fauchende Militärautos, der franzöfifchen Truppen in Mainz gibt durch Maueranschlag be. Militärgefängnis, Verweigerung jeder Versorgung mit Wäsche und Lebensmitteln- zwei Tage darauf soundsoviel tausend fannt, daß infolge der gefirigen Vorgänge der Polizeipräsi- Frank Geldstrafe, Berbeugung und Schluß. Man wagt es dent der französischen Militärbehörde unterstellt worden sei, und daß die Truppen Befehl erhalten hätten, eventuell weiß, daß sich ihre Standesgenossen in der ganzen Welt über nicht, die Unternehmer ins Gefängnis zu werfen, weil man von der Waffe Gebrauch zu machen. eine solche Schändlichkeit mit Recht empören würden, und man muß diese Standesgenossen in ihren Gefühlen schonen, sie sind mächtig. Etwas weniger Umstände macht man schon mit den BeMan leistet sich die Infamie, sie wegen ihrer " Gie # Das englische Kabinett zur Ruhrfrage. Reine Zurückziehung der englischen Besatzungstruppen. London, 25. Januar.( WTB.) Wie die Blätter melden, wurde in der gestrigen Sigung des britischen Kabinetts außer der Die Schwierigkeiten im Ruhrgebiet. Moffulfrage auch die Frage der britischen Besehung Paris, 25. Januar.( WTB.) Der Minister für die öffentlichen am Rhein im Hinblick auf die französische Ruhrbefehung er Beŋamten. örbert.„ Daily Chronicle" zufolge hat die Regierung sowohl Lord Arbeiten, Le Trocquer, ist in Begleitung des Generals Wey- amten. Kilmarnock als auch General Godley angewiesen, sich weiter an ihre gand gestern abend nach dem Ruhrgebiet abgereift. Der Petit Treu e zum Gesez zu Gefängnisstrafen zu verurteilen, Kilmarnod als auch General Goblen angewiesen, sich weiter an ihre Barifien" gibt zu, daß die Reise wegen der dort entstandenen wagt es aber doch nicht, das Urteil zu vollziehen. Also Strafbisherigen Instruktionen zu halten. Sie sollen den Franzosen teinerlei Hindernisse in den Weg legen, wenn Schwierigteiten erfolgt. Das Blatt muß ferner zugeben, aufschub. Was haben die Arbeiter getan, durch deren schimpfdiefe„ Sanktionen" durchführen, solange die britischen Truppen nicht mächte nach Frankreich oder Belgien gefandt werden sollten, ihr davon berührt werden. Die Haltung des britischen Kabinetts fei, Biel nicht erreicht hätten; nach wenigen Kilometern hätten fie liche Mißhandlung der Rheinstreit ausgelöst wurde? wie verlautet, folgente: Die Zurückziehung der britischen Truppen wieder den Weg nach dem unbesetzten Deutschland eingeschlagen. haben genau dasselbe getan wie die Grubenbesitzer und die wie verlautet, folgente: Die Zurückziehung der britischen Truppen Der Widerstand sei noch nicht gebrochen. Da man nicht zu unnötiger Direktoren: sie haben sich geweigert, einem ungesetzlichen Bevom Rhein würde nicht nur einen Bruch des Versailler Vertrages seitens Englands darstellen, sondern auch einen Bruch der englisch- Strenge greifen, auch nicht improvisieren wolle, feien die Befehl Folge zu leisten. Und wie antwortete man ihnen? Man französischen Entente, was man zu vermeiden wünsche. Aber wenn fagungsmächte verpflichtet, sowohl hinsichtlich der Requierierungen zwingt sie mit Iodesdrohung zum Gehorsam! die Entwicklung der französischen Aktion dazu führe, die britischen als auch hinsichtlich der Einziehung der Kohlensteuer eine gewisse Behörden am Rhein zu einer Politik zu verpflichten, die nach An- Baufe eintreten zu laffen. Nur Studium an Ort und Stelle werde ficht der britischen Regierung untIug fei, dann würde die Frage es geftatten, bie Mittel vorzuschlagen, durch die man zur Lösung der Zurückziehung der britischen Truppen aus dem Rheinlande un- fommen tönne. Der Minister und der General würden aber auch verzüglich von der britischen Regierung erwogen werden. Die noch außerhalb diesen Organisationsplänen die Aufgabe haben, die britische Regierung wünsche, soweit wie möglich, die englisch- fran- verschiedenen Dienstzweige, bie jetzt tätig seien, in einen einzigen zösischen Meinungsverschiedenheiten zu lokalisieren und werde überleiten zu lassen. Jetzt habe man dret Instanzen: die aus diesem Grunde danach streben, weiterhin eine neutrale befeßende Militärbehörde, die Ingenieurfommission und den rhei Haltung einzunehmen. Ein Ziel, das gesucht werde, sei die Auf- nischen Oberkommissar. Sehr oft seien die getroffenen Maßnahmen rechterhaltung einer vereinten Front zwischen Frankreich und nicht gleichmäßig, und man müsse wieder in Paris zurüdfragen England, wie dies augenblicklich in der Orientfrage der Fall sei. Paris, 25. Januar.( WTB.) Das Kriegsministerium gab gestern London, 25. Januar.( WTB.) Reuter erfährt: Infolge der Be- zu, daß in Anbetracht der Streitbewegung bei den Eisenbahnen sprechung zwischen Lord Crewe und Poincaré in Paris ist im Ruhrgebiet die Mobilisierung eines Rontingentes Das Verhältnis zwischen den englischen und franzöfifchen Behörden von Eisenbahnern für notwendig befunden wurde. Fünf im Rheinland, soweit es sich durch die Inhaftierung deutscher Be- Detachements feien einberufen worden, und 760 Beamte feien amter gestaltete, beträchtlich geklärt worden. Es ist nicht wahr gestern abend abgegangen. Das Kriegsministerium behauptet, es scheinlich, daß jezt irgendein Mißverständnis entstehen wird. Es ist handle sich aber nicht um eine Mobilisierungsmaßnahme, wie einige flargelegt worden, daß Großbritannien nicht in der Lage ist, bei Blätter mitteilten, sondern um eine Einberufung, um eine Instrut. der Anwendung irgendeiner Art von Santtionen im britischen Be- tionsperiode von beschränkter Dauer. fazungsabschnitt mitzuwirken, und daß die britischen Truppen nicht dazu verwendet werden können, den französischen Behörden hierbei Unterstützung zu gewähren. Es wird aber nichts getan werden, die Franzosen bei der Ausführung irgendwelcher Maßnahmen, die fie für nötig halten, zu hindern. Reuter fügt hinzu: Die Instruk tionen, die dem französischen Oberfommissar im Rheinland gegeben worden sind, gestalten die Lage für die britische Behörde so leicht wie möglich. Dollar 21600. Es hat nicht erst dieses Ereignisses bedurft, um die Arbeiterschaft den wahren Charakter des Ruhrabenteuers erkennen zu laffen. Sie ist es, gegen die sich in Wahrheit der Angriff richtet. Wäre Frankreich von Männern regiert, die soziales Verständnis und überhaupt nur menschliches Gefühl befäßen, so hätten diese sich sagen müssen, daß die elende Lage der arbeitenden Massen in Deutschland überhaupt feine weitere Verschlechterung verträgt, wie sie durch gewaltsame Eingriffe von außen von selbst herbeigeführt werden muß. Trotzdem hat sich die französische Regierung das Ziel gesetzt, diese Maffen burch Hunger und Waffengewalt zu noch schlimmerer Fronarbeit in fremden Diensten anzutreiben. Die Arbeiterschaft, die das erfannt hat und ihre Politik dementsprechend einstellt, wird das Gerebe der Kommunisten, sie habe dadurch eine Einheitsfront mit den deutschen Rapitalisten gebildet, nach seinem Wert zu würdigen wiffen. Die Arbeiterschaft wird feinen Augenblick vergessen, was zwifchen ihr und dem deutschen Kapitalismus steht. Sie wird ihre Tattif in diesem Augenblick aber nicht so einrichten, daß sie in ihrer Wirkung auf eine Unterstübung des französis schen Imperialismus und auf eine Zerschlagung der deutschen Arbeiterbewegung hinausläuft. Man spricht von einer Berständigung zwischen den franDa die Lage im Ruhrrevier sich in den letzten Tagen wenig ver- zösischen Erz- und den deutschen Kohlenkapitalisten, die eines ändert hat, beobachtet die Börsenspekulation am Devifenmarkt eine Tages fommen soll. Daß diese Berständigung einmal tommen gewisse 3urückhaltung. Neuerdings haben jedoch von seiten wird, ist nicht nur wahrscheinlich, sondern sogar gewiß, und es der Industrie wieder größere Räufe in ausländischen Zahlungs. fragt sich nur, unter welchen Umständen sie sich vollmitteln eingefeßt, die man in Zusammenhang bringt mit dem ziehen wird. Geschieht sie unter dem Diktat des französischen Englische Kritik. deutsch schwedischen Erzlieferungsablommen. Kapitalismus, dann ist es gewiß, daß sie sich auf dem Rücken London, 25. Januar.( WTB.) In einem Leitartikel schreibt Offenbar decken sich die großen Werke rechtzeitig mit Devisen für der Arbeiterschaft vollziehen wird. Die Arbeiterbewegung für fommende Auseinandersetzun „ Daily Chronicle": Durch eine schwache Politit Englands sei den Erzbezug ein. Der Dollar, der heute mit 21 600 amtlich notiert eine sehr starte politische und diplomatische wurde, stieg späterhin noch weiter. Anscheinend wird vorläufig gen start zu erhalten, ist die Forderung des Tages. Sie fann Stellung preisgegeben worden. England hätte alle auch die Hausse am Effettenmarkt weitere Fortschritte mur erfüllt werden, wenn die berühmte Regel Lassalles beFranzosen nicht durch Köln gehen lassen brauchen für ein Unter- machen. Es herrschte heute trotz des Börsenruhetages wieder eine folgt wird, alle Energie im entscheidenden Augenblick auf nehmen, das es verurteile und dessen gesonderte Durchführung gegen sehr starte Nachfrage nach westdeutschen Montanwerten, einen Puntt zu fonzentrieren. Die Arbeiterbeweden Willen Englands als Bruch des Vertrages angefehen werden von denen anscheinend verschiedene in großen Beträgen für fran- gung ist nicht start genug, um den französischen Imperialismus zösische Rechnung getauft werden. und den deutschen Kapitalismus mit einemmal schlagen zu tonne. fönnen. Sie muß im Kampf gegen den einen Gegner, bem stärksten und im Augenblick weitaus brutalsten, die Feuerprobe den anderen wenden will. wollender Beifall.) Gewaltsam fortgeschafft. angetane Schmach. Es tana teine Gemeinschaft mit denen geben, die heute noch tein Vaterland bestehen, wenn sie sich später mit Aussicht auf Erfolg gegen die Gerichtsverhandlung wurde Dr. Schlafius und Geheimrat haben.( Bravo!) Es möge ein drittes Versailles folgen, ähnlich Mainz, 25. Januar.( WTB.) Unmittelbar im Anschluß antennen, die es verraten und im Stiche gelassen Sozialistische Gesinnung ist unvereinbar Raiffeisen mitgeteilt, daß sie aus dem befehten Ge- jenem des 18. Januar 1871. Dann wollen wir unser Banner mit der Duldung von Fremdherrschaft. Ein biet ausgewiefen feien und es fofort zu verlaffen hätten. Sie schwarzweißrot wieder entrollen( minutenlanger Beifall). Daß Proletariat, das vor einem fremden Eroberer den Naden wurden alsdann durch zehn kriminalbeamte, unbekannt dieser Tag nicht allzuferne sei, das walte Gott!( Nicht endenbeugte, würde bald bemerken, daß es auch gegen seine inneren wohin, weggeschafft. Klaffengegner jede Kraft verloren hat. Das Dhr eines wahren Verhaftung eines Eisenbahners. Generalleutnant Kleinhenz hieß besonders herzlich Kronprinz Sozialisten ist hellhörig für den Schrei der getretenen Kreatur. Effen, 25. Januar.( TU.) In Witten ist ein Eisen. Rupprecht willkommen; seine Anwesenheit gebe uns den Ansporn, Dieser Schrei flingt jetzt an Rhein und Ruhr so laut zu uns bahner aus unbekannter Ursache von der Besagungs. alles zu tun, um unser Baterland wieder start zu machen und alles herüber, daß er in allen Ländern, wo sozialistische, ihrer Men- behörde verhaftet worden. Ein dienstlicher Anlaß liegt das zurückzuerkämpfen, was wir schmählich verloren haben.( Brauschenwürde bewußte Arbeiter wohnen, verstanden wird. nicht vor. Trotz eifriger Nachforschungen ist sein Aufenthalts- sender Beifall.) Ursprünglichstes Gefühl und ruhigste politische Erwägung ort noch nicht ermittelt worden. Im Bahnhof Duisburg. Im Saal des Löwenbräufellers, der mit schwarzweißroten und weisen denselben Weg. Es ist hier, im ersten Stadium der find französische Eisenbahner eingetroffen. Soviel bis jetzt befannt weißblauen Fahnen festlich geziert war, hatte sich die akademische Ruhrbesehung, einmal gesagt worden, wo ein Kampf um s ist, find diese noch nicht in Attion getreten. Jugend eingefunden, um den Tag der Erstehung des deutschen Recht geführt werde, da gehörten die Arbeiter nicht in den Raiserreiches in ernstem Gedenten zu begehen. Machtooll rauschten Nachtrab, sondern an die Spize. Diese Entwicklung hat sich Der Kampf gegen den Möbelwagen. die Töne des Deutschlandliedes durch den Saal. Kurze Zeit später jezt im Ruhrrevier vollzogen; die Arbeiterschaft hat den Kampf Die Franzosen sehen allmählich ein, daß sie den Widerstand entsteht am Eingang lebhafte Bewegung. Ein Ehrenspalier von gegen den Vorstoß des französischen Imperialismus aufgenom- der Beamtenschaft nicht brechen können. Sie versuchen es auf anderen Studierenden und Offizieren bildet sich, und Kronprinz Rupp men. Arbeiter, Angestellte und Beamte haben sich zu einer wegen. Sie wenden sich an die Frauen der Beamten und suchen recht betritt, jubeld begrüßt, den Feftraum. Die alte banerische Front des moralischen Widerstandes gegen militaristischen ihnen Angst zu machen. Sie drohen mit Ausweisung und Rönigshymne erflingt und wird von der Menge im Gesang aufÜlebermut zusammengeschlossen. Dem deutschen und dem inter- erklären, die Ausgewiesenen dürfen nur 15 Kilogramm Gepäd mit genommen, dann folgt ein brandendes Hoch auf den Kronprinzen, nationalen Broletariat erwächst die Pflicht der Solidarität, fie nehmen. So halten sie gegenwärtig den gepackten dem immer wieder der Ruf entgegenschallte: Hoch, König uppin ihrem gerechten Rampf mit aller Kraft zu unterstützen. Möbelwagen der Familie des verhafteten Leiters des Haupt- recht! Mit begeisterten Hochrufen wird auch Erbprinz Albrecht zollamts Mainz, Oberregierungsrat Offenbaecher, zurüd empfangen, der etwas später in Begleitung des ebenfalls stürmisch und suchen dieses einer wehrlosen Familie gegenüber doppelt ver- begrüßten Regierungspräsidenten Dr. v. Kahr erscheint. abscheuungswürdige Berhalten mit der lächerlichen Behauptung zu rechtfertigen, daß in dem Möbelwagen Dienstatten verborgen sein könnten. Die Franzosen werden auch mit dieser Methode Schiffbruch leiben. Der einzige Ausweg. Nachdem sich die allgemeine Bewegung gelegt hatte, nahm Finanzminister Dr. Krausned das Wort.. Degen die geplante Zollinie. Elberfeld, 24. Januar.( T.) Der Reichsverkehrsminister telegraphierte an die Reichseisenbahndireffion: Nach mir gewordenen Meldangen der Direktion Frankfurt a. M. foll von den FranzoAuf dem Königsplat spielte sich nach Schluß der Versammlung fen am 22. Januar gegen das unbejezte Deutschland die Zollinie im Löwenbräufeller eine Szene ab, die wie teine andere die wahre errichtet werden. Sämtliche Bedienstete sind darauf hinzuweisen, daß Stimmung weitester Bolfsfreife widerspiegelt. Mehrere tausend jebe Mitwirkung dabei verboten ist. Aenderungen des Teilnehmer an der Rundgebung im Löwenbräufeller zogen, verstärft Fahrplanes 3n Zollrevisionen dürfen nur auf meine Anorddurch viele Passanten, in geschlossenem Zuge zum Königsplay, wo nung erfolgen.- 3n Düffeldorf find 240 französische Zollbeamte partelblatt, die„ Volkszeitung", ist von Donnerstag bis Sonn- Scheiterhaufen aufgebaut ward. Mainz, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Unser Mainzer aus alten Tannenbäumen und dürrem Holz rasch ein mächtiger eingetroffen, die bei der Errichtung der Zollgrenze verwendet werden abend einschließlich von der französischen Bejahungsbehörde verrichtete eine eindringliche Ansprache an die Versammlung, dabei Schriftsteller Hausmann follen. Düffeldorf, 24. Januar.( Eca.) Der deutsche Delegierte für boten worden. In der Begründung heißt es: In Ihrem Artifel darauf hinweisend, daß der Friedensvertrag nie feinen die Ein- und Ausfuhr in Ems ist heute nach Koblenz beordert vom 24. Januar haben Sie die Arbeitertleffe aufgereizt Namen verdient habe, daß er einzig und allein ein Instrument des worden, wo ihm eröffnet wurde, daß die Franzosen in Düsseldorf zu und gebungen gegen die Befehle der hohen Kommission." Bernichtungswillens Deutschland gegenüber gewesen sei, und daß eine Sammelstelle für die Ein- und Ausfuhrgenehmigungen für das neu befeßte Gebiet zu errichten beabsichtigen. Der deutsche Delegierte hat sich gemeigert, an der Errichtung der Sammelstelle mitzuwirken. Auch die anderen deutschen Beamten sprachen ihre Beigerung zur Mitarbeit aus. Ebenso hat der Bertreter des deutschen Delegierten bereits erklärt, daß er genau so verfahren merde wie sein Borgänger. Effen, 24. Januar.( TU.) Die deutschen Eisenbahnbehörden weigern sich, besondere Abteile für Militär freizuhalten. Karlsruhe, 24. Januar.( TU.) Die Franzosen haben auf dem Rhein weitere Schiffe mit Getreide und Rohlen beschlagnahmt. Ein Rahn mit englischer Rohle ist wieder freigegeben worden. i dn Das Telephonamt stillgelegt. Bochum, 25. Januar.( WTB.) Gestern abend 7 Uhr haben die Fernsprechgehilfinnen des hiesigen Telegraphenamts wegen llebergriffe der Besatzungsbehörde die Arbeit niedergelegt. Diesem Borgehen schlossen sich sämtliche Angestellten des Telegraphenamtes an, so daß jeder Berkehr ruht. Hörde, 25. Januar. Das räudige Pferd. Bon Erna Büsing. Traurig steht es da, denn es hat die Räude, das fleine Pferd. Es hat schon bessere Tage gesehen. Ja, früher zog es einmal das leichte Bägelchen einer leichten Dame. Dazumal war es so guter pferdlicher Mittelstand, der durch tändelnden Schritt, hohen Trab und imponierend beigestellten Kopf fich einbildet, das Zentrum aller Dinge zu sein. Doch seine Dame verheiratete sich, wurde fett und bequem, ihr Mann aber eifersüchtig und da hörden die Parade bequem, ihr Mann aber eifersüchtig und da hörden die Parade fahrten auf. Weshalb man das fleine Pferd verkaufte. Polnische Hilfe für Frankreich. nicht verer jetzt nach dem jüngsten Borgehen der Franzosen legt, sondern endgültig vernichtet sei. Nach diesen Worten wurde ein Exemplar des Friedensvertrages in BuchWTB. schreibt: Nach einer aus Warschau stammenden Nachricht, form zerrissen und unter den Klängen des hat das polnische Kriegsministerium angeordnet, daß solche ge- Deutschlandsliedes und der Bacht am Rhein" dienten Mannschaften des polnischen und früheren deutschen Heeres den Flammen übergeben. fich fofort durch ihre vorgesetzte Dienstbehörde der franzöfifchen Hierauf zog die Menge unter Musik zum Palais des RronReigerung zur Verfügung stellen sollen, die dem Post-, Eisenbahn-, prinzen, diesem durch einen etwa eine halbe Stunde währenden Bant-, sowie berg- und hüffenmännischen Dienst angehören. Die Vorbeimarsch ihre Huldigung darbringend. Der Kronprinz erschien Mannschaften sollen in tleineren Trupps über Sosnovice, auf dem Balton, worauf die Bolksmenge in nicht endenwollende Warschau, Danzig verladen werden, von wo Verschiffung nach dem Hoch- und Heilrufe ausbrach. Ruhrgebiet erfolgt. Verlangt wird volle Kenntnis der deutschen Sprache. Aeußerst hohe Enflohnungen find 3ngesichert. Bayerisches. Der Münchener Kindl- Keller sah am Montag abend die Männer und Frauen der vaterländischen Vereine Münchens in großer Zahl verfammelt. Präsentiermarsch und jubelnder Beifall begrüßten den Exzellenz v. Kahr. Man sah die führenden Männer der vater. Erben der Krone Bayerns, ebenso den Ehrenvorsitzenden ländischen Bewegung ( Aus der München- Augsburger Abendzeitung".) Verleumder. Genoffe Parvus bittet uns um Abdruck der nachstehenden Berichtigung, die er der„ Roten Fahne" hat zugehen lassen: politische Tätigkeit, dessen Verfasser zu den verschiedensten unwahrIn Nr. 17 Ihres Blattes bringen Sie einen Artikel über meine fügt. Er schreibt: heiten, die ich bereits wiederholt dementiert habe, eine neue hinzu„ Er( Parvus) ist es gewesen, der auf Leo Jogiches, den genia tei hinwies. Leo ward gemeuchelt." len Organisator des Spartakusbundes und der Kommunistischen Par Das ist eine infame Lüge. Ich nehme zugunsten des Verfaffers des Artifels an, daß ihm diese Gemeinheit von anderer Seite zugetragen worden ist. Das entschuldigt aber die fritiflose Verbrei tung der Verleumdung nicht um so mehr, als es dem Verfasser bekannt sein dürfte, daß Jogiches in seinem ganzen Leben, außer Rosa Luxemburg, faum jemand hatte, mit dem er so intim befreun det gewesen wäre, wie mit mir. Ich ersuche um sofortigen und unveränderten Abdruck dieser Entgegnung. Widrigenfalls werde ich gegen Sie gerichtlich wegen Verleumdung vorgehen. Führer unserer jungen Malerei, im Umfang eingeschränkt. An die Stelle der ausscheidenden Bilder Marcs tritt eine Ausstellung der Sammlung Kirchhoff, die der Wiesbadener Sammler für einige Zeit der Nationalgalerie leihweise zur Verfügung stellte. In der Sammlung Kirchhoff sind alle bedeutenden Persönlichkeiten der neuen und neuesten deutschen Kunst hervorragend vertreten. Ferner tritt im obersten Stock an die Stelle der neu erworbenen Zeich nungen und Aquarelle eine Ausstellung neuer indischer Run st. Sie soll hier zum ersten Male das neue auflebende, die Ueberlieferung ihrer alten Miniaturentunst erneuernde Schaffen der zeitgenössischen Maler Indiens vorführen. graphenamts der Stadt hörde erfahren wir noch, daß die Beamten ( WTB.) Zu der Belegung des Teleund Beamtinnen durch tätliche Angriffe gezwungen murden, entgegen der Anordnung ihrer Borgesetzten ihre Pläge Generalleutnant v. Kleinhenz begrüßte im Namen der vaterzu verlassen. Sie wurden in den Ankleideraum gebracht und bort bis zum Abend gefangengehalten. Durch Verhandlungen mit ländischen Verbände Bayerns die Erschienenen und wies auf die dem französischen Kommandeur wurde heute erreicht, daß ein Teil Gründung des Reiches im Spiegelsaale des Schloffes von Verder französischen Boften zurückgezogen wurde. Da aber das Tele- failles hin. Damals und heute! Welcher äußere Gegensah. Ohne graphenamt noch nicht frei ist, befinden sich sämtliche Post Festgepränge gedenten wir des historischen Tages, heute, wo wir und Telegraphenbeamten und beamtinnen noch im in Not und Elend find. Schmählich und verbrecherisch ist das Tun Streit. Für heute ist ein 24ftündiger Proteststreit der Be- und Handeln der Franzosen und Belgier im Westen.( Bfui!) Unser amten der Post, Eisenbahn, des Gerichts, des Zollamts, der Kreis- Ingrimm ballt sich zusammen in unauslöschlichem Haß( stürmische verwaltung, des Finanzamts, der Stadtverwaltung und der Lehrerschaft vorgesehen, an dem sich auch ein Teil der Kaufmannschaft be. Suftimmung), in einem Haß, den wir vererben müs. teiligen wird. Die gesamte Arbeiterschaft der Stadt hat ihre Sym- fen auf Rind und Kindestind, ein Haß, der erst getilgt pathie erklärt. ist, wenn wir Rache genommen haben werden für die uns Mannes, deffen Mutter, eine berühmte Schönheit, einst mit ihrem Neue Ausstellungen im Kronprinzenpalais. Im KronprinzenVerehrer, dem Lord Porteous, durchging, treibt einen romantischen palais, der neueren Abteilung der Nationalgalerie, wird jetzt die Kultus mit dem Andenken der ihr unbekannten Schwiegermutter. Gedächtnisausstellung für Franz Marc, den im Kriege gefallenen Wie fühn hat die gehandelt, als fie, dem Beckruf der Liebe folgend, sich von der Ehe losriß, um mit dem Fremden einen freien Bund der Neigung einzugehen! Sie fühlt sich einer Tat von gleicher Seelengröße innerlich gewachsen. Und selbstverständlich ist ein junger Mann zur Hand, der eine solche Tat verdienen würde. Ein unge bärdig grünes, in der Mischung nüchternen Gradfinns und trogig er plosiver Verliebtheit mit überlegenem Humor gezeichnetes Bürsch chen, von Hans Brausemetter sehr luftig dargestellt. Die romantische Verklärung, in der Elisabeth das Schicksal jener Frau erscheint, erlebt nun freilich eine grausame Enttäuschung. als jene und ihr Verehrer zum Logierbesuch tommen und dabei mit dem Richtiggehend arbeiten mußte es dann und wurde trotzdem einst betrogenen, indes längst wieder sehr fidelen Ehemann zunicht sonderlich gepflegt. Es war eben fein Lurusartifel mehr, fammentreffen. Aus der berühmten Schönheit ist ein weltes, ge dieferhalb sant es in der Wertschäzung der Menschen. In irgend- schwäbig- eitles, unausstehlich prätentiöses Wesen geworden. Jo einem Stall holte es sich die Räude. hanna Terwin brachte die Figur, das outriert füßliche Gehabe, Gegenwärtig ist es schwer trant. Folglich wäre das fleine wie den in Erinnerung an frühere Zeiten durchbrechenden Schmerz, Pferd für die Menschen eine wirkliche Gelegenheit Gutes zu tun. in der Rolle des steif und weiß gewordenen, ewig mäkelnden Lord Doch daran denkt niemand. Nun es trant ist, lädt man ihm die Porteous, stand ihr als Partner famos zur Seite. Ebenso war der schwerste und schmutzigste Arbeit auf. Warum auch nicht, es hat ja joviale Ehemann a. D., an dem die Jahre spurlos vorübergegangen doch nur noch eine furze Zeit zu leben! Berkaufen kann der Be- bei Erich abst vortrefflich aufgehoben. fizer es auch nicht, weil die Räude unter die gefeßlichen Fehler fällt. fahrungen der Alten lernt die Jugend nichts. Die junge, von FräuDoch von den Er. Daher zieht es jetzt einen Müllwagen. Das fleine Pferd und seine lein Bergner sehr anmutig gespielte Frau ist von der selbst etelhafte Fellfrankheit stehen nunmehr in einer triften, verschleiern lofen Großmut und Liebe ihres Mannes, als sie ihm die Ehe fünden Staubwolke. Der gutmütige Rutscher hat ihm eine Art Schurz. digt, tief bewegt. Sie kann sich nicht verhehlen, wie hoch er über fell als Decke über den Rücken geworfen und das fleine Pferd ihrem Grünling steht. Bernunft und Billigkeitsempfinden bringt kneift dann und wann mal, halb aus Berzweiflung und halb aus ihren törichten Entschluß ins Wanten. Doch nur für einen AugenNichtsdenken mit seinen Lippen in seine langhängenden Zügel. Da recht bös gezantt hat, als er zum Abschiede erscheint, begeistert an blid. Dann wirft sie sich dem Burschen, der bereits so oft mit ihr bei schaut es todtraurig drein. Es erinnert an die hoffnungslos die Brust, um mit ihm in die weite Welt zu ziehen. Ein Luftspiel, vergrämten Menschen, die ein Gesicht haben, das stets nach Asche das lächelnd, ohne fünstliche Berrenfungen und Bluffs mit feinem aussieht: nirgends frivolem Spott ein gut Teil Menschentorheit widerspiegelt. Die Regie lag in den Händen Bernhard Reichs. Ja, liebes, fleines, räudiges Pferd, diefes langsame zu- Todequälen ist eine wirtschaftliche Maßnahme". Und wenn die Menschen schuldbewußt sind, nennen sie sie sogar göttliche Einrichtung" Kleines Pferd, du bist wirklich traurig daran, denn du kennst nicht einmal die Bertröstungen zuständiger Stellen. Die haben wir Men schen vor dir voraus. Sonst haben wir sehr viel gleiches mit dir. So ergibt dein Anblick eine gewisse Annäherung, eine Abart von Berföhnung für die ganz Berbitterten. Nur was uns zurzeit das Nötigste vom Nötigen ist, wonach wir uns alle wund sehnen, das gibt uns dein Anblick nicht, liebes, fleines, räubiges Pferd, nämlich den Glauben an die Menschheit. dt. Archäologen, die im Gräbertal bei Luxor ausgraben, förderten fürzEine ägyptische Hoffchönheit vor 4000 Jahren. Amerikanische lich einen schönen Fund ans Licht, nämlich eine 4000 Jahre alte ägyp= tische Prinzessin, augenscheinlich eine der Schönheiten der ersten thebanischen Dynastie um 2180 v. Chr. Büfte und Nacken der Munie ihrer Kaste und ihres Adels tätowiert. Die Aegyptologen schließen aus diesen zarten Inschriften ihres Körpers, daß es sich um eine der beliebtesten Hofdamen am Hofe des Pharao, Menthuhotes, handelt. den Hals, die Handgelende, Finger und Fußknöchel weisen darauf Haar und 3öpfe sind vollständig erhalten. Leichte Einschnitte um hin, daß die Prinzessin Armbänder, Halsbänder und Fußringe trug, als man sie ins Grab legte. Dieser Schmud ist aber später gestohlen morden. Ein langes, dünnes Brandzeichen am Unterleib, das augenscheinlich mit einem heißen Eisen hervorgerufen ist, bringt ärztliche Sachverständige, die den Körper beaugenscheinigten, auf die Krankheit gestorben ist, die man in jenen fernen Zeiten mit Hilfe Bermutung, daß diese Hofschönheit an einer schweren organischen großer Hiße zu heilen suchte. flossenen Jahre hat die Zahl der in den Bereinigten Staaten Weniger Lynchjustiz in den Bereinigten Staaten. Im verDorgefallenen yn chungen einen Rückgang erfahren, und zwar im Blüthner- Saal. Ihre reizende und höchst amüsante, wenn Tegas mit 18 Fällen, es folgt mit 11 Fällen Georgia. Die AusDie jugendliche Tänzerin Maryla Gremo produzierte sich gestern Don 62 auf 57 Fälle. Den Reford dieser Schande hält der Staat auch noch unentwickelte Kunst besteht sozusagen aus lauter Pointen, übung der Lynchjustiz beschränkt sich ausschließlich auf die Südaus fleinen Momentesfetten. Was dazwischen liegt, der verbindende staaten. Dreizehn Opfer dieser Justiz wurden vom Mos aus dem Uebergang, wirft oft äußerlich, mechanisch, wie der Anlauf zum Gefängnis geholt, fiebzehn weitere den Händen von Beamten der Sprungbrett. Das meiste ist Dressur, allerdings eine staunenswert Bolizei außerhalb der Gefängnisse entriffen. Erfreulich ist, daß in raffinierte, ans Fabelhafte grenzende Dressur. Aber aus Einzel- 85 Fällen es der Gerichtsbarkeit und ihren Organen möglich geheiten leuchtet doch schon etwas wie eine fünstlerische Persönlichkeit, wesen ist, Lynchungen zu verhindern, in 4 Fällen allerdings nur die unabhängig von den Reizen findlicher Anmut und Drolerie ihre nach Waffengebrauch. Wirkung tut. In der preziösen Grazie einer ,, Gavotte" trat das am deutlichsten hervor. Die große Frage ist nun, wie sich der Uebergang zur wirklichen, ernsten, selbständigen Kunft vollziehen, wieweit Kammerspiele:„ Der Kreis" von Maugham. Die Komödie dieses es der Kleinen gelingen wird, die Form, die sie bereits meistert, mit englischen, in seiner Heimat viel gespielten Autors, baut fich auf einer persönlich Empfundenem. mit eigenem Leben zu erfüllen. Die hübschen unterhaltsam durchgeführten Rontraſtierung auf. Die Aussichten find günstig, wenn man sie nicht verleitet, ihre zweifellos Bronie hat eine Shawjche Färbung. Elisabeth, das hübsche Frau- ungewöhnliche Begabung in billigen Amüsierpiecen zu verzetteln, chen eines reichen und ehrenhaften, nur etwas pedantisch- forretten an denen das gestrige Programm leider allzu reich war. J. S. bildervortrag Aegypten" von Direktor Schäfer ftatt. Kunstgewerbe- Museum. Morgen abend 8 Uhr, findet ein Lichtam 8. Februar eine neue Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und In der Euphorion- Kunstausstellung, Faianenftr. 85, beginnt Handzeichnungen von Arthur Degner. Berliner Sinfonic Orchester. Das nächste Sonntags! onzert, am 28. 8 Uhr abends, bringt im Blüthner Saal einen Norbifchen Abend". Dirigent: Camilo Hildebrand. Solistin: Ellen Dvergaard( Sopran). Eine neue Protestnote. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, Der französischen Regierung folgende Note zu über. reichen: Der Einsturz im Mosse- Haus. Simmer der befden ein Schuß. Gleich darauf stürzte Schulze auf den Korridor und erklärte dem Hotelpersonal, seine Braut habe sich soeben im Bett erschossen. Er versuchte dann in der allgemeinen übergeben. Bei der Vernehmung verwickelte er sich in Widersprüche; Aufregung zu entfliehen, wurde aber festgehalten und der Polizei er gab an, daß seine Braut mit seinem Revolver gespielt habe, wobei Die Schuldfrage noch nicht festgestellt. Im Mosse- Haus arbeitet man wieder. Wie täglich, so steigen Die französischen Befehlshaber im Ruhrgebiet haben neuerdings auf der Straße die Neugierigen noch immer stauen. Wian fährt der tödliche Schuß, der übrigens auch ihn getroffen und in der auch heute die Maurer die Gerüsileiter empor, während sich unten Deitere Beamte, nämlich den Telegraphendirektor Meyer mit dem Fahrstuhl in den zweiten Stock und wirft einen Blick in Tat verwundet hatte, losgegangen sei. Bei dem jungen Mädchen Horst( Emscher) und den Bostdirektor in Redlinghausen die Deffnung des Unglücksschlundes: Schutt, Asche und Bapiere fand man 10 000 m., bei dem Mann 20 000 m. bares Geld, über perhaftet. Die Verhaftungen sind auch in diesen Fällen erfolgt, weil liegen dort in großen Haufen. Männer und Frauen sichten das beffen Herkunft er sich nicht ausweisen fonnte. Zunächst wurde die Beamten die Befehle ihrer vorgesezten deutschen Durcheinander, und immer wieder trägt an einen Korb mit wich- Schulze unter Raubmordverdacht verhaftet und ins Polizeipräsidium Behörden befolgt haben. Die deutsche Regierung erhebt tigen Papieren hinaus. Die Baupolizei hat heute durch Mauer- gebracht. angesichts diefer Gewaltatte erneut Protest und stellt bie gleichen Forderungen, die sie anläßlich der früheren Verhaftungen geltend gemacht hat. Kein Fehlbetrag der Reichsbahn. Ebenso wie für die Monate April bis Oktober 1922 werden auch, wie die P. P. N. melden, für die Zeit von Oktober bis Ende Dezember 1922 die Ausgaben der Reichsbahn im ordentlichen Haushalt durch die Einnahmen gedeckt. Es bleibt fogar ein Ueberschuß von 2,89 Milliarden. In dem Abschluß sind ämtliche Kosten, auch der Schuldendienst, berücksichtigt. Da der ordentliche Haushalt der Reichsbahn bereits für die ersten brei Monate des Jahres 1922 balanzierte, hat die Reichsbahn auch im Kalenderjahr 1922 trog der großen Erschwernisse des Wirtschaftslebens sich aus eigener Kraft und ohne Buschüsse aus allgemeinen Reichsmitteln erhalten. Außer den Tariferhöhungen haben dies die Ersparnismaßnahmen auf allen Gebieten der Verwaltung zuwege gebracht. Der Landtag über den Rechtsbruch. Präsident Leinert eröffnet die heutige Sigung des Preußischen Bandtages mit einer von den Abgeordneten stehend angehörten Ansprache, in der er des furchtbaren Btuunglücs im Mosse- Hause gebenft. Er teilt dabei mit, der Wohlfahrtsminister werde alle Maß nahmen treffen, um bei den Aufstockungsarbeiten in Berlin ähnliche Unglüdsfälle unmöglich zu machen. Unter dem Beifall des Hauses erhält der Präsident die Ermächtigung, den Hinterbliebenen der Todesopfer und der Schwerverletzten die herzliche Leilnahme des Landtages auszusprechen. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Haushaltsplanes für 1923 in Verbindung mit besonderer Besprechung über den franzöfifchen Einbruch ins Ruhrgebiet 1923. anschläge an dem Verlagshause bekanntgegeben, daß eine weitere Einsturzgefahr nicht besteht, und daß die Angestellten und Arbeiter ihre Dienststätte ohne Furcht vor einem weiteren Unfall aufsuchen können. Die Mehrzahl der Angestellten ist auch auf Grund dieser Zusicherung erschienen. Etwa 50 Angestellte, die gestern ohne Berlegungen davongekommen sind, liegen heute noch an den Folgen eines Nervenchods zu Bett, andere fühlen sich so schwach, daß fie noch nicht ihre Wohnung verlassen können. Maffenzahlungsbefehle gegen Mieter. Die Herauffehung der Mietzuschläge vom 1. Januar 1923 ab auf 700 Proz. und die gleichzeitig angeordnete Zahlung eines Umlagekostenvorschusses in Höhe des 15fachen Betrages der Gruntmiete befehlen zur Folge gehabt. Während eine Reihe von Mieterverhaben eine von Tag zu Tag sich mehrende Flut von Zahlungsbänden dringend abraten, es im Einzelfalle auf die heute sehr tostspielige gerichtliche Klage ankommen zu lassen, ist von anderen Seiten Die Unglüdsstelle wurde am heutigen Vormittag abermals die vielfach befolgte Parole der Nichtzahlung ausgegeben worden. Baupolizei und der Staatsanwaltschaft unterzogen, forderung sich mit dem Reichsmietengesetz vereinbaren läßt. Ohne einer eingehenden Untersuchung durch die Bertreter der Rein juristisch betrachtet, fann Zweifel bestehen, ob die Vorschußbaues beschäftigten Bauarbeiter eingehend vernommen, um 1922 hierüber zunächst Gesegestraft erhalten. Infolgedessen werden ebenso wurden die Bauleiter und die an dieser Stelle des Neu- 3weifel hat aber die Magistratsbefanntmachung vom 30. Dezember noch gewisse Widersprüche über den Sachverhalt zu flären. Feststellungen der Behörden werden sich in erster Linie mit der Amtsgerichten durchweg kostenpflichtig verur Die die fäumigen Zahler, wenn sie Widerspruch erheben, von den Stärke der auf dem Dach lagernden Kiesmenge zu beschäftigen haben. teilt. Richtiger wäre es gewesen, die Vorschußzahlung erst mit Die Baupolizei scheint der Ansicht zu sein, daß es sich nicht um eine Wirkung vom 1. Februar ab anzuordnen, dann wäre die aroße MißBelastungsprobe der neu hergestellten Dede handelte, und daß auch ſtimmung unterblieben. In vielen Fällen haben sich die Mieter unter die Kiesschicht höher als 35 Bentimeter gewesen sei. Die Behörde, Hinweis auf ihre bedrängte wirtschaftliche Lage mit den Hauswirten die sich vorläufig auf die Aussagen der Bauarbeiter stüht, nimmt dahin geeinigt, daß sie ten Umlagevorschuß erstmalig am 1. Februar an, daß auf dem Dache aus dem Grunde größere Kiesmengen ge- zahlen. Wenn andere Hauswirte nicht immer gleich mit Zahlungs. lagert worden sind, weil der Lauftran, mit dem der Riestransport befehlen, die jetzt die Gerichte ungeheuer belasten, vorgehen wollten, bis dahin bewerkstelligt worden war, an eine andere Stelle des würde das den Kampf zwischen beiden Parteien sicher in mildere Neubaues verschoben werden mußte und man aus diesem Grunde alle Materialien für die Betonmischung rechtzeitig auf maschinellem Mieter durch die Borschußzahlung nicht zu beBahnen lenten. Ein Vermögensnachteil ist für die Wege zur Höhe bringen wollte. Ale diese Mutmaßungen bedürfen fürchten, da die Vorschüsse noch nicht die wirkliche Höhe der Umaber noch der Bestätigung durch ein einwandfreies Untersuchungsergebnis, das bisher noch nicht vorliegt. Im übrigen geht der Neu- lagekosten erreichen. Es liegt also ein reiner Prinzipienstreit vor. bau im Mosse- Haus in allen anderen Teilen des Gebäudes weiter, nur an der Einbruchsstelle ist der Bau bis auf weiteres eingestellt. Das Befinden der Verletzten. Ein ausgeplündertes Erholungsheim. In der Königsheide bei Johannistal liegt das bekannte Neutöllner Erholungsheim, das im Winter nicht benutzt wird. Die bei der Einsturzfatastrophe im Mosse- Haus schwerverletzten Vorsichtigerweise hatte man das gesamte Inventar in Sicherheit ge 10 Angestellten, die in der Charité und den Kranken- bracht. Zahlreiche Diebe haben nun aber auch den Bauselbst häusern Am Urban und in der Gitschiner Straße unter- start demoliert. Die Fensterfreuze, Türfüfungen, ganze und über die Erklärung des Ministerpräsidenten vom 10. Januar gebracht sind, haben die Nacht leiblich verbracht und befinden sich Türen, in der Kochbaracke die Kochvorrichtungen und Beierbehälter Genosse Limberg: zum Teil außer Lebensgefahr. Man kann demnach hoffen, daß das find herausgebrochen und fortgeschleppt worden. A fenft ist im Die im Schauhaus eingelieferten Unbekannten wurden noch in der der Marienthaler Straße in Baumschulenweg dabei al gejaßt, als furchtbare Unglüd fein weiteres Todesopfer mehr fordern wird. Innern des Baues alles zerstört, was sich für die Diebe irgendwie verwerten ließ. Borgestern wurde der Schlosser Franz Cendt aus Nacht von den Angehörigen refognosziert. Es handelt sich um eine er Nachlese hielt und mit einem Sack voll herausgerissenen Holzes 20jährige Kontoristin Liesbeth Teichmann, deren Tod um so das Erholungsheim verließ. Ob das Heim bei den heutigen hohen tragischer ist, als sie kurz vor der Hochzeit stand, und um den Be- Materialpreisen zur Benußung im nächsten Sommer wiederhergestellt amten H. Meininger. Das schwerverletzte Fräulein Rüst- werden tann, ist sehr fraglich. Auf diese Weise werden dem ermann im Krankenhause in der Gitschiner Straße befindet sich auf holungsbedürftigen werftätigen Bolte die wenigen Erholungsstätten, dem Wege der Besserung. Das gleiche wird von den beiden Ber- die noch vorhanden sind, auch noch entzogen. Besser werden diese letzten Thomas und Schmelber gemeldet, die in der Charité Buftände erst, wenn die Bevölkerung die Bemühungen der Polizei unterstützt. Aufnahme gefunden haben. Bor wenigen Tagen haben wir hier protestiert gegen die Gemalttat der französischen und belgischen Regierung. Dieser Gewaktat find inzwischen weitere ernstereBedrohungen gefolgt. Aber auch neuerer und ernsterer Widerstand wurde von unserer Seite aus organisiert. Wenn wir Sozialdemokraten zu den Ereignissen hier Stelluno nehmen, dann können wir das nur tun, indem wir uns erneut zu der bisherigen Außenpolifit bes Retches bekennen. Die Erfüllungspolitik hatte im Frühjahr 1921 die Befehung des Ruhrgebiets verhindert. Hätten wir damals nicht Erfüllungspolitik getrieben, dann hätten wir die gan ze Entente gegen uns gehabt. Wir setzen teine großen Hoffnungen auf Amerika und England. Aber das eine steht heute fest: die Entente ist heute nicht einig. Das ist nicht ganz unwesentlich. Das deutsche Volt und besonders die deutsche Arbeiterklasse waren für eine Wiedergutmachung bis an den äußersten Rand der Kraft. Wären unsere „ Grüße aus Doorn". Kirchturmpolitik. In der gestrigen Neuköllner Bezirksversammlung Geglückte Spekulationen auf nationale Gefühlsduselei. leistete sich das Sammelsurium von Deutschnationalen, Volksparteilern und Zentrum, genannt ,, Bürgerliche Bereinigung", ein SüdDer Akademikerhilfe- Schwindel, über deffen Aufklärung wir be- chen, das verdient, der breitesten Deffentlichkeit bekannt zu werden. richteten, beschäftigt immer noch weiter die Kriminalpolizei unt zieht Die sozialdemokratische Fraktion hatte den Antrag gestellt, in weitere, gewissermaßen nationale Kreise. Die Schwindler haben sich Rudow einen Sportplatz zu errichten. Aus angeblichen Sparfamnämlich fast ausschließlich an nationale Vereine und Persönlichkeiten feitsrücksichten wandte sich die Rechte dagegen. Eigenartig und beBorschläge über den Wiederaufbau Nordfrankreichs herangemacht und es nicht nur verstanden, die Herrschaften durch zeichnend für die Denfungsart dieser Kreise war die Begründung der angenommen worden, dann stände Nordfrankreich heute wie Ost- falsche Uniformen usw. schmählich zu düpieren, sondern ihnen auch Ablehnung. Rudom sei ein Dorf, habe wenige Sportler und Schulpreußen da. Allein der französische Kapitalismus ganz erhebliche Geldbeträge abzunehmen. Selbst ein veritabler finder, mithin ist ein solcher Platz überflüssig. Fehlte nur noch: wollte nicht. Gewisse große Interessengrupen, die am Kriege Hohenzollernpring ist den Gaunern ins Garn gegangen. Die Gast- Da die Jugend und die meisten Einwohner Gelegenheit haben, beim verdient haben, wollen auch an der Wiedergutmachung verdienen, beffer gesagt, sie wollen aus den durch die Wiedergutmachung beirtsgehilfen aber, die man jett anläßlich des 11- Uhr- Schlusses dingten Entbehrungen der Volksmassen Profite schlagen. Es fo gern gegen die Behörden ausspielen möchte, werten mit Erstaunen ist das Ziel des französischen Imperialismus, Deutschland politisch und gewahr werden, wozu gerade die Großunternehmer, die es jetzt so wirtschaftlich unter die Fuchtel zu bekommen. Die Erze Lothringens eilig mit dem Entlassen ihres Personals haben, immer noch Geld in genügen den Herren nicht. Sie möchten nun auch die Kohle dazu Masse haben. haben, nachdem sie sich bei der Verwendung der Saarfohle technisch geirrt haben. Deshalb die Attacke auf die Ruhrfchle. Deshalb eine Beitlang die verschiedenen Finessen, um irgend eine große deutsch franzüsche Kapitalistengruppe zufammenzuschweißen. Wir wollen nicht Berständigung zwischen den Rapitalistengrupen, Bauer zu arbeiten, haben sie Sport genug. Genosse Gutschmidt fand treffende Worte für solch demagogisches Gebaren. Scharf geißelte er die Kirchturmspolitik dieser Kreise, die es mit den Bauern nicht verderben wollen, weil es ihre Wähler sind. Der Antrag erhielt eine Mehrheit. Die Verrechnung des Waffergeldes. Die Direktion der Wasserwerfe macht bekannt, daß die im Dezember eingeforderte 2 b= chlagszahlung auf Wassergeld auf den Wasserverbrauch in den Monaten Februar und März verrechnet wird, und daß von da ab auf das von den Wasserwerken im voraus gelieferte Wasser jeweils eine Abschlagszahlung in der Weise erhoben wird, daß über je 2 Monate, und zwar über den ersten endgültig, über den zweiten vorläufig eine Rechnung ausgestellt werden wird, von der der vorläufig berechnete Betrag nach endgültiger Ablesung der Wassermesser auf der folgenden Rechnung in Anrechnung gebracht wird. Mit dieser Maßnahme wird den Wünschen der Wasserabnehmer entsprochen. Wieder Autobusverkehr durch die Friedrichstraße. Seit furzem fahren die Kraftomnibusse der Linien 4, 5 und 11 wieder den früheren Weg durch die Friedrichstraße. Der füdlichste Teil ist allerdings infolge der Arbeiten vor dem Apollo- Theater noch nicht fahrbar. Die Wagen der Linie 4 verkehren darum bis auf weiteres noch durch die Koch- und Charlottenstraße, die Wogen der Linie 11 nur in der Richtung Moabit- Neukölln durch die Friedrichstraße, in der entgegengefeßten Richtung wie bisher durch die Charlottenstraße. Ab Behrenstraße fahren auch die Linien 4 und 5 in Nordrichtung durch die Charlottenstraße bis zur Dorotheenstraße. Wann die beiden Gauner zuerst aufgetreten sind, ist noch nicht ganz flar. Es steht aber bereits fest, daß ihr Treiben bis in das Jahr 1921 zurüdreicht. 3. und Thiede spielten bereits während des großen Ausstandes der Gastwirtsgehilfen eine Rolle. Sie gründeten damals ein sogenanntes Abwehrtommando, wir wollen die Berständigung der Bölker. das den Gastwirten angeblich Studenten als Erfaz für die streifenden Gehilfen zur Verfügung stellen wollte. Bon verschie Das Ruhrgebiet ist das große deutsche Industriegebiet der Zu- denen größeren Gastwirtschaften und Hotels funft. Darüber braucht man nicht viel Worte zu machen. In erhielten sie daraufhin auch erhebliche Summen. Sie stellten dieses Gebiet ist nun die französische Soldatesta eingefallen. Hun- aber feine Silfskräfte, ließen vielmehr nichts mehr von sich hören derttausende von Wohnungen fehlen, und Frankreich fchidt Hundert- und verwandten das Geld für sich, zunächst einmal dazu, fich fein taufende von Soldaten dorthin. Ungeheures Elend muß die Folge einzufleiden. Sie trugen nunmehr schöne Belze und famen überall sein. Deshalb verlangen wir Taten, nicht Worte zur Linde- mit einem Privatauto vorgefahren. Von da an machten die rung der Not. Schwindler sich besonders auch bei allen nationalen Zu der Gefahr für das Ruhrgebiet gefellt sich große Gefahr Feiern bemerkbar. So erschien bei der Gründung und für das unbesetzte Deutschland. Man wird das Ruhrgebiet mit Fahnenweihe eines Bismard- Bundes 3. in der Offiziersuniform des einer Zollmauer abzuschließen versuchen. Frankreich erklärt, wir 1. oder 2. Garderegiments, geschmüdt mit vielen Orden, hätten uns Berfehlungen zuschulden kommen lassen. Gewiß, und Thiede in studentischem Bollwichs. Thiebe, ein sehr wir haben vielleicht ein paar tausend Telegraphenstanden zu wenig redegewandter Mann, hielt dabei auch eine Ansprache. Beide fuhren geliefert, aber hat man denn jemals nach unseren wirtschaftlichen nach Schluß der Feier mit einem Brivatauto wieder ab. Alle diese Möglichkeiten, hat man sich nach unserer Leistungsfähigkeit erfun- Beranstaltungen besuchten die Gauner nur, um sich hoch geftell digt? Die Bergarbeiter hatten genauen Einblick in die Reparations- ten Perfönlichkeiten vorstellen zu lassen und hinter fohlenfrage verlangt. Statt Prüfung erfolgte der Einmarsch. deren Rüden ihren Namen zu neuen Schwindeleien zu mißbrauchen. Deutschland hat, um feinen Kohlenverpflichtungen nachzukommen, 3. besaß sogar die Dreistigkeit, in der Offiziersuniform bei dem für 300 bis 400 milliarden Mart fremde Kohle eingeführt. Das ist Brinzen August von Preußen im Auto vorzufahren. Diesem schwin Unberechtigter Hundefang. Es find in lezter Zeit wiederholt wirtschaftlich nicht tragbar. Frankreich macht mit der Reparations delte er vor, taß er foeben von Doorn tomme und von dert Fälle vorgekommen, daß Leute den Hundefang in unberechtigter tohle Geschäft. Grüße zu überbringen habe. Der Prinz entsprach auch Weise ausüben. Das Publikum wird daher darauf aufmerfiam ( Schluß im Morgenblatt.) feiner Bitte, ihm ein aus Doorn mitgebrachtes Bild zu widmen gemacht, daß die polizeilich angestellten Fangbe und mit seiner Namensunterschrift zu versehen. Das war wieder ein amten Dienstmüße tragen, fich im Befiße eines Er Mittel, um sich zu Schwindeleien in andere Kreise einzuführen und rennungsschildes und des polizeilichen Ausweiies dort Vertrauen zu verschaffen, besonders in nationalen Ber- befinden, und haben die Beamten bei Eintritt einer Uebertretung anstaltungen aller Art. Auch zur Kranzniederlegung am auf Verlangen diese Ausweise vorzuzeigen. 25. Januar 24. Januar Grabe der Kaiserin in Potsdam erschienen die beiden in Uniform und Wichs. Thiede alias Richter wird immer noch gesucht. Wer er Käufer Berkäufer Käufer Verkäufer eigentlich ist, steht noch nicht fest. Mitteilungen zur weiteren Auf( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) flärung nimmt Kriminalkommissar Wussa, Dienststelle B II der Kurs Kurs Kurs Kurs Kriminalpolizei, im Zimmer 219 des Polizeipräsidiums entgegen. 8455.81 8496.19 8428.87 8471.13 7905.18 7944.82 7905.18 7944.82 Die neuen Verordnungen für das Gastwirtsgewerbe. 1251.86 1258.14 1231.91 1238.01 3980 02 3999,98 3965.06 3984.94 Eine nochmalige Prüfung der Verordnungen über das Verbot 4174.58 4195,47 4185.44 der Tanzlustbarkeiten hat ergeben, daß die Tagung ge 5735.62 5764 38 5710.68 5739 3: fchloffener Gesellschaften in Restaurants, hotels oder 532.66 535,84 541.35 Sälen nicht verboten ist. Nach§ 4 der Bestimmungen ist lediglich 10374. 10426.- die Abhaltung von Tanzluftbarkeiten untersagt und es bedarf in 1089.89 1045,11 1027.42 1032.58 jedem Falle der besonderen Genehmigung der zuständigen Polizei99500.62 99999.38 99001.87 99198,13 behörden. Ueber die Speise vorschriften in den Gaststätten 21546.- 2165421745.50 21854.50 haben gestern im Reichsernährungsministerium mit den Vertretern 1386.52 1893.48 1391.51 1898.49 bes Deutschen Gastwirtegewerbes nochmals Besprechungen stattge 2433.90 2446.10 funden, doch ist an eine Aenderung der vor einigen Tagen erlassenen 4019.92 4040.08 4009 95 4030.05 Borschriften nicht zu denken. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 4164.56 538.65 1 argentinische Papier- Befo 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 8361.57 100 österr. Stronen( abgest.) 1 tschechische Krone 601.49 604.51 1 ungarische Krone 1 bulgarisme Rewa 1 jugoslawischer Dinar 11 182.08 200.99 1 Schweizer Frant. 1 spanische Beseta 8366.56 3388.44 8378.43 29.78 Der Schuß um Mitternacht. 29.62 598.50 601.50 Eine Schießaffäre mit tödlichem Ausgang spielte sich in der ver. 8.22 8.28 gangenen Nacht im Gasthof 3ur Sonne" in der Golfnomstr. 34 ab. 133.34 Dort war ein 24jähriger Mann namens Wilhelm Schulze mit feiner 202.01 20jährigen Braut eingefehrt. Gegen Mitternacht ertönte aus dem Deutscher Monistenbund E. V., Ortsgruppe Berlin. Am Freitag, den 26. Januar, abends 7%, Uhr, spricht Herr Prof. Dr. Alfred Menzel Leipzig im Werner- Siemens Gymnasium, Hobenstaufenstr. 47/8 über das Thema: Die philosophische Grundidee der Goetheschen Faustdichtung". Dreifacher Raubmord in den Bergen. Einbrecher sind in der Nacht zu gestern in die bei Hohenelbe im Riesengebirge gelegene Kasperbaude eingedrungen, haben den Besizer Konstantin Erben, dessen Frau und dreijährigen Sohn erschlagen und alle Wertsachen, Wäsche, Uhren und 600 Kronen Bargeld geraubt. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas fühler, zeitweise aufflarend, jedoch überwiegend trübe mit leichten Regenfällen und frischen westlichen Winden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 14. Kreis Neukölln. Zu dem am Freitag, den 26. b. Mts, 72 Uhr, in der MädchenMittelschule beginnenden Rurius der Genoffin Sienam über: Wirtschaftsgeographie" find Teilnehmerkarten bei allen Bildungsfunktionären zu haben. Frauenveranstaltung. 121. abt., Karlshorst. Der Frauenabend findet heute abend nicht bei Belau, sondern im Jugendheim Augufta- Bittoria- Straße in der Schule statt. Gewerkschaftsbewegung neuen Lohnvereinbarungen, welche zwischen Arbeitgeber- und ArUnterstützungsaktion für die Ruhrarbeiter. Deutscher Eisenbahner- Verband und Deutsche Republik Beamtenkonferenz in Bremen. batarbeiter und Tabatarbeiterinnen, dafür zu sorgen, daß bie beitnehmerorganisation vereinbart worden find, in allen Betrieben stritte durchgeführt werden. Schließlich wurde folgende Resolution gegen wenige Stimmen angenommen: ,, Die am 24. Januar 1923 bagende gemeinsame Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend und des Ortsfartells Groß- Berlin des Afu- Bundes erhebt gegen die Besetzung des Ruhrreviers und die an der dortigen Bevölkerung verübten Gewalttaten schärfsten Protest. Die Versammlung erblickt in diesem imperialistischen Raub. In diesem historischen Augenblick spricht die Arbeiter und Angestelltenschaft Groß- Berlins den von Mut und Entschlossenheit erfüllten proletarischen fämpfenden Kameraden im besetzten Gebiet für ihre prachtvolle Haltung Dank und Bewunderung aus. Die versammelten Funktionäre und ihre Belegschaften werden der Bevölkerung des Ruhrreviers den Kampf gegen finnlosen Rechtsbruch, gegen militärische Gewalt und gegen die Verelendung der Arbeiterkasse nicht allein überlassen. Wie ein bürgerliches Nachrichtenbureau mitteilte, hat sich die Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission. entralarbeitsgemeinschaft gestern nachmittag in einer Die politische und wirtschaftliche Lage" lautete außerordentlichen Sizung mit der Frage einer Unterstüßungs- das Thema eines Bortrags, der in einer gemeinsamen Plenarver- feldzug der französischen und belgischen Regierungen eine neue, aktion für die in Not geratenen Arbeiter des Ruhrge sammlung der Gewerkschaftskommission Berlin und Umgegend mit in ihren Folgen unabsehbare Kriegsgefahr. Ein unerfättlicher biets beschäftigt. Es wurde beschlossen, einen gemeinsamen Auf dem Ortskartell des Af- Bundes am Mittwoch in den Residenz Kapitalismus, eine unbegrenzte Expansionssucht seiner Träger wollen ruf zu erlassen und die Arbeitgeber aufzufordern, das mindestens sälen" vom Genoffen Reichstagsabgeordneten Aufhäuser ge- auch heute das friedliche Zusammenleben der Böller nicht aufBierfache der Stundenlöhne der bei ihnen beschäftigten halten wurde. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Bor- kommen lassen. Die Nationalisten glauben in den angreifenden LänArbeiter und Angestellten abzuführen. Die Arbeiter und Ange- fihende, Genosse Sabath, von dem Unglücksfall bei der Firma dern wie auch in Deutschland ihre Zeit als gefommen fehen zu dürstellten werden aufgefordert. den einmaligen Beitrag eines Stun offe Mitteilung und wies darauf hin, daß man hier über Opfer fen, um ihre reaktionären Ziele verwirklichen zu können. auf dem Felde der Arbeit zu flagen habe. Die Versammelten erdenlohnes zu leisten. Wie wir erfahren, wird der Aufruf heute hoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Plätzen. abend der gesamten Bresse zugehen, so daß wir ihn morgen früh zu Hierauf führte Genosse Aufhäuser im wesentlichen etwa folveröffentlichen in der Lage sein werden. gendes aus: Die deutsche Arbeiterschaft hat einen schweren Rampf nach awei Fronten hin zu führen, um so mehr ist es für sie nötig, sich den höchsten Grad von Nüchternheit und leberlegung zu bewahren, damit sie in dem Ringen nicht zum Kanonenfutter wird. Für die Direktionsbezirke Hannover, Altona mit Mecklenburg, Das, was sich jest abspielt, ist eine Angelegenheit, die alle angeht. Münster und Oldenburg der Reichseisenbahn hatte der Hauptvor. Die Besetzung des Ruhrgebietes ist nicht als ein vereinzelter VorDie geschlossene Abwehr des imperialistischen Ruhrabenteuers stand des DEV. zum 21. Januar eine Beamtenkonferenz nach dem gang aufzufassen, bei dieser tommt vielmehr die ganze wirtschaft wird aber auch die organisierte Arbeitnehmerschaft nicht daran hinDomrestaurant in Bremen einberufen. Die Vertreter des Haupt- fiche und politische Lage in Betracht. Die deutsche Arbeiterschaft dern, nach wie vor das Wert der Wiedergutmachung der durch vorstandes Bernhard und Jahn, Berlin, gingen in ihren Referaten hat sich wiederholt mit der Frage der Wiedergutmachung befaßt und den mörderischen Weltkrieg verursachten Schäden, insbesondere ter auf die gegenwärtigen Berhältnisse der gesamten deutschen Be- es sind von ihr eine Reihe von Borschlägen gemacht worden. Das Berstörung in Nordfrankreich und Belgien, als ein wahres Werk der amtenschaft, insbesondere auf die der Reichsbahnbeamten ein. Wäh- Werk der Bölkerverföhnung nach Kräften zu fördern. rend der Rollege Bernhard auf die dringende Notwendigkeit hin- Bölferverföhnung durch den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Von der deutschen Reichsregierung fordert die Bersammlung mies, gerade in der gegenwärtigen Zeit alle republikanisch gesinnten in Frankreich und Belgien war unser Ziel. Die Kapitalisten hüben endlich schleunigst durchgreifende Maßnahmen gegen tie Eisenbahnbeamten und Arbeiter in einer Organisation zusammen und drüben haben sich aber widersetzt. Sie wollen keine Schmäle die spekulativen Umtriebe auf dem Geldmarkt und gegen die an unerträgliche Teuerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel, gegen zufassen, um so einen Schuhwall der deutschen Re= publit gegen alle Angriffe der monarchistischen Leisetreter zu reine Barleistungen eingestellt. Hierdurch sind die Schwierigkeiten haltende Steuerfabotage der Besitzenden. Eine weitere Steuer- und bilden, legte Kollege Jahn in zielflaren Worten dar, welche Wege der Erfüllung bedeutend verstärkt, ist unsere Baluta bedeutend verwiegend Opfer und Lasten zu tragen hätte, wie sie sich aus der Bes beschritten werden müssen, um alle wirtschaftlichen, rechtlichen und schlechtert worden. Man sagte sich, so fönne es nicht weitergehen. sozialen Ziele der gesamten deutschen Eisenbahnbeamtenschaft zu aber unsere Kapitalisten waren gegen alle Vorschläge, die eine Ga- fegung ergeben werden, müßte die Gewerkschaften zu entschiedenem erreichen. Beide Referate wurden von den anwesenden 80 Delegierten der obengenannten Bezirke recht beifällig aufgenommen, ein nierung herbeiführen sollten. Sie machten ihre Mitwirkung von Beweis dafür, daß alle Beamtenfunktionäre den Kern der Sache einer Pfänder politit, von der Abschaffung des Achtstunden- die Arbeitnehmer aller Länder richtet die Versammlung den dringenAn den Internationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam und erfaßt hatten. Beiden Referaten folgte eine lebhafte Debatte, in tages abhängig. Also nicht nur die französischen, sondern auch die den Ruf, alle mögliche Aktivität zu entfalten, um durch eine vom ber sämtliche Redner einmütig zum Ausdruck brachten, daß sie fich deutschen Kapitalisten find für die Pfänderpolitik. Wenn die Fran Geifte brüderlicher Solidarität getragene fraftvolle internationale der Schwere ihrer Pionierarbeit für die freie Beamtenbewegung 3ofen für das Eindringen in das Ruhrrevier auch nur Vorwände Aktion die kapitalistischen Unterdrücker aller Länder zu überwinden voll und ganz bewußt sind, diefelbe aber gern geleistet haben und haben, so ist doch nicht einzusehen, warum die deutsche Regierung und der Vernunft zum Siege zu verhelfen." auch in der Zukunft noch intensiver leisten werden aus der Ueber diese nicht hätte vermeiden können. Bei den letzten Berhandlungen zeugung heraus, daß nur durch Schaffung eines großen freigemerk. mit dem Reichskanzler sei von den Gewerkschaftsvertretern gebeten chaftlichen Machtfaktors der gesamten deutschen Eisenbahner die ge- worden, mitzuteilen, wie die Regierung sich die Lösung der Pfänder fteckten Ziele der Eisenbahnbeamten und Arbeiter im Interesse der frage dente. Die Antwort fei aber ausgeblieben. Augenscheinlich Gesamtheit erreicht werden fönnen. bemühe sich die französische Regierung, einen Nachtrag zum Verfailler Vertrag zu erhalten, um, nachdem sie die Eisenproduktion Lothringens bereits in Händen habe, num auch im Zusammenhang damit die Herrschaft über die Kohlenproduktion In einstimmiger Entschließung stellte sich die Konferenz auf ben Standpunkt, daß alle wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Ziele der gesamten Eisenbahnbeamtenschaft nur verwirklicht werden fönnen durch Zusammenschluß aller Eisenbahnbeamten und Arbeiter in einer Organisation. Die Notwendigkeit, diese Zusammenfassung so schnell wie möglich zu bewertitelligen, liegt um fo mehr vor, als nur durch die Konzentration aller republitanisch gefinn ten Eisenbahnbeamten und Arbeiter mit der übrigen gesamten Arbeitnehmerschaft Deutschlands die deutsche Republit ge festigt, andererseits alle gerade gegenwärtig geführten Angriffe der monarchistischen Gesellschaft abgeschlagen werden können. Ferner begrüßte die Konferenz die durch den Allgemeinen Deutschen Beamtenbund erfolgte Annahme der vom ADGB. und dem f- Bund aufgestellten Grundsäße und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der ADB. Absatz 3 der angenommenen Grundfäße betreffs Verschmelzung der RG. mit dem DEB. bald in Erfüllung gehen möge. Jannarlöhne in der Zigarrenindustrie. Nachdem am 4. Januar in Eisenach die Lohnverhandlungen ge. scheitert waren, wurde vom Deutschen Tabafarbeiterverband der Schlichtungsausschuß von Groß- Berlin zur Regelung dieses Lohn streites angerufen. Die Verhandlungen haben am 19. Januar stattgefunden und wurde folgender einstimmiger Schiedsspruch gefällt: Die bis zum 31. Dezember 1922 gezahlten Löhne werden wie folgt erhöht: Für die Zeit vom 1. bis 15. Januar wird ein Zuschlag von 40 Prozent und für die Zeit vom 16. bis 31. Januar wird ein Zuschlag von 105 Prozent auf die Endlöhne im Dezember 1922 gewährt. Den Parteien wird aufgegeben, diese Zuschläge durch einen besonderen Anhang zum Reichstarifvertrag auf die Mai- Junilöhne prozentual umzurechnen. Beiden Parteien ist eine siebentägige Frist gefeßt, innerhalb welcher sie sich erklären müssen, ob sie den Schiedsspruch annehmen wollen. rung ihres Profits. So wurde schließlich das ganze Problem auf Finanzpolitik, bei der wielerum die arbeitende Bevölkerung vorWiderstand herausfordern. Dazu wurde vom Genossen Zista folgender Zufazantrag gestellt und auch angenommen: Die Gewerkschaftstommission und das APA- Ortsfartell erklären, daß neben der moralischen Unterstützung und der allgemeinen Sym notwendig find. Diese Unterstüßungsaftionen fönnen aber nur pathie materielle Hilfeleistungen für die Ruhrarbeiter Aufgabe der Gewerkschaften sein. Die Versammelten lehnen deshalb aus gewerkschaftlichen Gründen und im Sinne der allgemeinen proVerwaltung der einfommenden Gelder mit Bertretern der Industrie letarischen Auffaffung gemeinsame Sammlungen sowie paritätische ab, ebenfo jeden auf Vereinbarung beruhenden Lohnabzug. zu gewinnen. Die Einstellung der Arbeiterklasse im Ruhrrepier zu dem französischen Borgehen müsse die volle Billigung der gesamten deutschen Arbeiterschaft finden. Hierbei fommt es nicht darauf an, ob uns das heutige Regime gefällt oder nicht. Die Charlottenburger Gewertschaftskommission. Wir machen die ganze werftätige Bevölkerung blidt mit Bewunderung auf Gewerkschaftsmitglieder hiermit darauf aufmerksam, daß die Arden Kampf, wie er gegen die militärische Gewalt von den Arbeitern beiterbildungskurse am Dienstag, den 30. Januar d. J., im Ruhrrevier geführt wird. Die französischen Imperialisten wer- abends 7% Uhr, im Schillergymnasium, Schillerstr. 26, beginnen. den zu der Einsicht kommen, daß man mit Bajonetten Anmeldungen nehmen entgegen und sonstige Auskünfte erteilen der feine Kohle graben tann. Für uns dürften sich aus der Vorsitzende der Kurse, Fr. Rohr, Sophie- Charlotte- Str. 115, und Haltung unserer Arbeitsbrüder im Ruhrrevier gewisse Pflichten er- der Obmann der Gewerkschaftskommission, Otto Flemming, geben. Eine materielle Unterstügung muß grundsäglich Pestalozzistr. 13. Der Ausschuß. bejaht werden. Aber ebenso ist eine internationale Rundgebung dringend erforderlich. Streit im Bielih- Bialer Industriegebiet. Nach dem OberWir werden die Ausschlesischen Kurier" ist Dienstag abend in einer in Bielik tagenden führung dieser Gedanken in die Hände der Gewerkschaften legen Bersammlung der sozialdemokratischen Gewerkschaften der Generalfönnen. Auf eine Anregung der Unternehmer einzugehen, nach der streit der gesamten Bieliz- Bialer Industrie einstimmig beschlossen sich die Arbeiter einen Lohnabzug für diesen Zweck gefallen lassen worden. Der Streit begann Mittwoch früh. Der Grund des Streits follen, ist nicht ratsam. Voraussichtlich wird sich der Internationale Gewerkschaftsbund in den nächsten Tagen schon mit den zu unternehmenden Schritten beschäftigen. Neben diesem Kampf müssen wir aber auch den Kampf gegen die Reaktion im eigenen Lande, gegen Wucherer und Spetulanten, energisch weiterführen. Heine Einheitsfront mit Imperialisten und Nationalisten! Sobald eine Berständigung mit den Franzosen möglich ist, verlangen wir, daß die Reichsregierung diesen Weg beschreitet.( Lebhafter Beifall.) An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache, an der sich Deutschmann, Jäger, Saar, Kaspar, Urich und Zista beteiligten. Die kommunistischen Redner brachten wieder ihre bekannten Barolen vor, wurden mit diesen aber von den anderen Rednern, auch von Arbeitgeber wie Arbeitnehmerverbände haben dem Schiedsspruch ihre Zustimmung gegeben. Es ist nun Pflicht aller Ta-| Aufhäuser in einem Schlußwort, gründlich abgewiesen. Max Busse Neu eröffnet! 77 Gegründet 1878. Ankaufsabteilung für Neu eröffnet! Gold-, Silber-, PlatinBrillanten gegenüber dem altbekannten Haupt Geschäft Brunnenstraße 18 an der Invalidenstraße. Zähne auf Teilzahlung! Durch frühzeitigen Einkauf bin ich in der Lage, meinen Patienten zum halben Tagespreis künstliche Zähne, Kronen und Brückenarbeiten auf Kredit zu liefern. Für natürliches Aussehen und Brauchbarkeit beim Essen übernehme ich volle Garantie. Zahnziehen in örtlicher und allgemeiner Betäubung. Plomben usw., Umarbeitungen und Reparaturen sofort. Hans Berlin, Dentist, Moabit, Stephanstr. 171 Straße Sprechzeit von 9-12 und 2-7 Uhr, Sonntags von 10-12 Uhr. find Lohnstreitigkeiten. Die Stettiner Hafenarbeiter haben gestern den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses abgelehnt. Vom Reichs. arbeitsminister sind nunmehr weitere Bemühungen zur Beilegung der Differenzen abgelehnt worden. Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts- Buchbruceret u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3 Th. Glocke, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin. Drud: ähne zu 600 n. 700 Mark. Goldkronen Ersatzkronen Plomben. Vorzeiger dieser Annonce 10% Rabatt! Besondere Abteilung: Einkauf von Gold- Silber- Platin- Bruch. ahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. Juwelen Perlen Margraf& Co. Berlin, Kanonierstrasse 9 Unter den Linden 21. Besondere Ankaufs- Abteilung. 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Fredersdorf- Petershagen: Otto Bilinski, Fredersdorf, Arndtstraße. Friedenau: Rheinstr. 27, Ede Rönnebergstraße. Straße 1. Bichterfelbe- Ost, Lankwig: S. Wenzel, Lantwig. ftraße 15. Sichterfelde- West: Berndt. Stegliger Str. 19. Mahlsdorf: Wilhelm Ruta, hönower Str. 177. Mariendorf: August Leip Chauffeeftr. 29. Marienfelbe: Greulich, Berliner Str. 143. Reuenhagen Wenate. Riegelstr. 71. Neukölln I: Neckarstr. 2. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Milling, Erasmusstr. 4. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen. Kurze Neukölln II: Siegfriedftr. 28/29. Webbing: Müllerstr. 84a, Gde Utrechter Straße. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Wattste. 9. Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. Grünan: P füßner, Röpenicker Str. 105. Schönhauser Vorstadt: Greifenhagener Str. 22. Salenfee, Grunewald: Frau Road, Riost Henriettenplag. Brinatwohnung: Katharinenftr. 4. Ablershof, Alt- Glienicke: Gad. Friedrichstr. 46 III; Fräu- Seinersdorf: Frau Golbbach, Niederschönhausen, Schloßlein Walter, Adlershof, Genossenschaftsstr. 6, part. allee 45. Baumschulenweg: Frau Röpfe, Riefholaftr. 180, Laden. Sennigsdorf: Frau Rorbasinsti, Rathenauftr. 8. Bernau, Röntgental, Revernid. Schönbrück, Karow und Buch: Soppegarten: Rausch. Hoppegarten- Birkenstein, Barzelle Seinrich Brofe Bernau Mühlenftr. 5. Biesborf: W Danneberg Bittoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Paradies. Johannisthal. I win Gammilch Bismarcftr.&. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall. ftraße 63. Charlottenburg 1: Sefenheimer Str. 1. Sharlottenburg II: Sauroggener Str. 11. Charlottenburg III, Eichtamp: Joachimi, Raiserbamm 102, Gartenhaus 1 Tr. Sharlottenburg IV: Bufentat, Augsburger Str. 47, Bortier. Nr. 119. Karlshorst: Reinhold Berndt, Waldowallee 4. Raulsdorf: Bogt. Bredereckstraße 19. Königswusterhausen: E. Meyer. Potsdamer Str. 9. Ropenia, Hirschgarten: Schlag. Rieger Str. 6( Baden). Lichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg, Boghagener Str. 62. Sichtenberg III, Friedrichsfelbe: Frankfurter Allee 185, Laben. Siethen- Steglig: Fro ft. Dippelftr. 35. Südende: Ludmia Salsteftr. 36. Zegel, Borgwalde, Reinickendorf- West, Tegefort, Joers. felbe, Conradshöhe, Wittenau, Waidmannsluft, Herms. borf, Hohennenendorf, Birkenwerder: Paul Kienast, Borsigwalde, Stäufchftr 10. Teltow: ä fel. Mitterftr. 29. Tempelhof: Raiser Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Randler, Suhenzollerntorso 5. Erebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. Treptow: Weiß. Riefholaftr. 18b. Weißensee: Greunte, Berliner Allee 54. Neukölln III: Wintler, Hobrechtste. 40, v. L. Neukölln- Brig: Mittag. Brig. Chauffeeftr. 82. Rieberschöneweide: Schindler, Fennstr. 28. Rowames: Rari Rohnberg Etfenbahnftr. 10. Oranienburg: Sein r. Loenhardt, Stralsunder Str. 6. Bildau- Hoherleyme: Rub. Lettow. Mathildenftr.& Oberschöneweibe: Robert Paul Bankow: Rikmann Mühlenstr. 70. Stahnsdorf: Teichert. Forststr. 7. Reinidendorf- Oft Schönbola: Albert able. Broving Straße 56( Laben). Gillmann, Carmen- Sylva- Straße 57. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmftr. 31. Wilmersdorf: Frau Schubert, Tubinger Str. 2a. Woltersdorf: Schurban m Wilhelmsaue 27. Eichenbamm 22. Reinidendorf Rosenthal: Seinrich Gorsti, Saupt- Behlendorf, Schlachtenfee, Nikolasfee: Behlendorf. Teltower ftraße 28. Schmargendorf: Nehab, Breite Str. 3. Schöneberg: Belaiger Str. 27. Senzig, Mittenwalbe, Schenkendorf, Nieberlehme, Rene Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friebewald, Genzig, Chauffeeftr. 54. Staaten: Itel. Efchenwinkel 16. Siemensstadt: Tiels, Reißftt. 22, s. 2 2. Straße 3. Benthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofstr. 2. Boffen: Witt, Bahnhofstr. 25. Sämtliche Miteratur fowie alle miffenfchaftlichen Berke werden geliefert. Sonntags fnb die Geschäftsstellen gefchloffen.