Nr. 44 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 22 Bezugspreis: Für den Monat Januar 1600 M. boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 2600 M., für das übrige Ausland 3600 M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage., Bolt und Zeit". der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 400 m. Reklamezeile 2000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 150.( zulässig awet fett. gedruckte Worte), jedes weitere Wort 90 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wort 70. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 100 Wt. Anzeigen für die nächste Nummer. müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 27. Januar 1923 Ausnahmezustand in Bayern. ſetzt sein. Norddeutsche Statisten zur Münchener Hitler- Parade passieren Verlin. Mit der Verhängung des Belagerungszustandes über anderen Städten am 25. Januar Marsch befehl nach Mün. Bayern ist der lange erwartete Augenblick eingetreten, in dem hen erhalten. Die Leute haben Fahrkarten und 16 000 m. pro sich selbst die bayerische Regierung, das heißt die Mann bekommen. Bon Hamburg sollte ihnen ein Sonderzug geRegierung der Bayerischen Volkspartei und der Deutschnatio- ftellt werden, das fonnte aber wegen Wagenmangels( 1) nicht nalen genötigt fieht, gegen die fascistische Bewegung, die ihr geschehen. Von Hannover sollen 1500 Mann in Marsch geüber den Kopf zu wachsen droht, Schuhmaßnahmen zu ergreifen. Durch diese Tat gibt sie das alles zu, was zur Kritit ihrer teils passiven, teils direkt fördernden Haltung dieser Bewegung gegenüber von uns gesagt worden ist, zutreffend war. Die nächsten Tage müssen zeigen, ob diese Maßnahmen fünf Minuten vor oder fünf Minuten nach zwölf ergriffen sind. Eigentlich müßte man von den Bayern politischen Verstand genug erwarten, um zu begreifen, daß ein fascistischer Putsch heute nur Arbeit für Poincaré ist. München, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Die Treibereien der Nationalsozialisten, gegen die die Regierung bisher nichts unfernommen hat, haben das Staatsministerium veranlaßt, den Ausnahmezustand über Bayern zu verhängen. 3m Laufe der Woche haben die Nationalsozialisten in ihrem Parteibureau Handgranaten verteilt. Als Auftakt für den morgen beginnenden Parteitag waren zwölf große Bersammlungen angekündigt, in denen Hitler reden sollte; sie sind ebenso wie die Gegendemonftrationen der sozialdemokratischen und der kommuniftischen Partei verboten worden. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit wurde ferner die kommunistische Neue Zeitung" verboten. München, 26. Januar.( TU.) Heute vormittag erschienen zwei Bertreter Hitlers im Ministerium des Innern und ließen sich zu der Drohung hinreißen, daß sie die untersagten Rundgebungen do ch veranstalten würden, die Dinge müßten dann eben ihren auf nehmen, wenn ihnen Widerstand geleistet würde. Feiglinge feien unter ihnen nicht. Der Minister des Innern ist zum bayeGeneralstaatskommiffar mit diftatorischer Vollmacht, die Regierungspräsidenten der rechtsrheinischen Bezirke sowie die Bolizeipräsidenten von München und Nürnberg zu Staatsfom= missaren ernannt worden. rischen Polizeiliche Plündererprotektion. München, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Der Sturm auf das Hotel Grünwald war ein organisiertes Borgehen der National fozialisten. Als die drohende Menge vor dem Hotel erschien, fam deren Augen die ersten Eisstücke gegen die Fenster des Speise eine Hundertschaft der Landespolizei am hotel vorbei, unter saals geworfen wurden. Ein Mann der grünen Polizei stand am Eingang zum Speisesaal, als die Menge eindrang und die Vermüftungen vornahm. Der Aufforderung eines Hotelangestellten, einzugreifen, fam er nicht nach. Auch die Hundertschaft vor dem Hotel tat nichts. Die Zerstörer verließen zum größten Teil das Hotel durch den Haupteingang, mußten also die Bolizeimann genommen, nicht einmal die Namen der Leute festgestellt. Als der schaften passieren, trozdem wurden feine Verhaftungen vorBolizeipräsident Nork und der Leiter der politischen Polizei am Tatorte erschien, geschah ebenfalls nichts, um die Rädelsführer festzunehmen. Die Münchener Bost" weist darauf hin, daß die Demonftranten Angehörige der Nationalsozialistischen Bartei waren und daß ein Führer seine Hundertschaft fortwährend dahin und dort bin fommandierte. Bei der Demolierung des Speisesaals gingen " Derloren", einem der Plünderer wurde von der Polizei ein einige 20 filberne Eßbeftede und anderes Silbergeschirr filbernes Messer aus der Tasche gezogen; er erklärte, er habe es als Andenten mitnehmen wollen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Aussprechen, was ist! Es hilft nichts, den Kopf jetzt in den Sand zu stecken und fich außen- und innenpolitisch irgendwelchen Illusionen hinzu geben. Die Lage ist so furchtbar ernst, daß nur flare Erfennt nis der Dinge dem deutschen Proletariat die Kraft und die Fähigkeit geben kann, die Kämpfe siegreich auszufechten, die ihm durch die Verschärfung der europäischen Krife aufgezwungen worden sind. Ein großer Teil der deutschen Presse hat mit einer Leichtfertigkeit, die an ihre Haltung während der Kriegsjahre erinnert, eine Hurrastimmung erzeugt, die nicht nur den Blick breiter Boltskreise gegenüber dem Ernst der Lage getrübt, sondern auch gefährliche und in ihren Nachwirkungen vielleicht verhängnisvolle nationalistische Unterftrömungen hervorgebracht hat. Diesem Treiben gegenüber darauf hinzuweisen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamthalten wir es für unsere Pflicht, mit besonderem Nachdruc heit erst am Anfang einer schweren Leidensperiode steht und daß die Deutsche Republik von außen und von innen Gefahren ausgesetzt ist, die ihre Eristenz auf das schwerste bedrohen. Weltpolitisch liegen die Dinge so, daß Deutschland zunächst nur auf seine eigene Kraft und Widerstandsfähigkeit tische Unreife jener Kreise des Volkes, die sich nach wie vor angewiesen ist. Es ist nur ein neuer Beweis für die polials Führer der Nation" aufspielen, daß sie nach ihren Haßgefängen gegen das„ Gott- strafe- England" während des Krieges jetzt mit gläubiger Inbrunst auf die sofortige Einmischung der konservativen englischen Regierung in die Ruhrfrage warten. Eine solche Erwartung ist illusionär. Die englische öffentliche Meinung steht zwar in ihrer überdie englische Geschäftswelt verurteilt auf das entschiedenste die wiegenden Mehrheit der Ruhrbesetzung ablehnend gegenüber; Katastrophenpolitit Poincarés, die die wirtschaftliche Gesundung Europas hemmt; die englische Schwerindustrie verfolgt mit Besorgnis die Machterweiterung der französischen Schwerindustrie, die durch die Ruhrbesetzung einen weiteren Schritt zur Aufrichtung eines tontinentalen Eisen- und Kohlentrusts getan hat, dessen Monopolstellung die englische Schwerindustrie bedrohen würde. Aber alle diese Faktoren sind angesichts des gegenwärtigen Kräfteverhältnisses in der europäischen Politik nicht start genug, um die englische Regierung zu einem offenen Bruch der Entente und zu einem aktiven Vorgehen Politik ist vielmehr eine abwartende, und diese Raffiträge an die englische Kohlenindustrie die Arbeitslosigkeit in England gemildert und daß außerdem in einflußreichen Krei fen Bestrebungen im Gange find, das Intereffe des englischen Deltapitals an den Petroleumquellen im Mossulgebiet dadurch wahrzunehmen, daß man der französischen Schwerindustrie im Ruhrgebiet freie Hand läßt. München, 26. Januar.( Amtlich) Bekanntmachung über die Berhängung des Ausnahmezustandes im rechtsrheinischen Bayern: Der Druck der Feinde auf Deutschland verlangt zurzeit gebieterisch die Zusammenfassung aller Kräfte zur einheitlichen Abwehr. Jetzt Das Moratorium abgelehnt. ist nicht die Zeit zu polifischen Auseinandersetzungen, durch welche ,, Allgemeine Verfehlung" Deutschlands festgestellt". die Gefahr von 3usammenstößen unter Deutschen heraufbeschworen wird. Den Führern der nationalfozialistiParis, 26. Januar( WTB.) Havas teilt mit: Die Repafchen deutschen Arbeiterpartei wurde daher eröffnet, daß unter rationstommission trat heute nachmittag 3 Uhr zufammen. diefen Umständen anlählich ihres Barteitages Veranstaltungen und Die Sigung war um 4% Uhr beendet. Nach dem Vorschlag der Festlichkeiten unter freiem Himmel nicht zugelassen Delegierten Barthou und Delacroig nahm die Kommission werden. Sie lehnten, die Beachtung dieser Anordnung ab und Kenntnis von der deutschen Note vom 13. Januar, in der die deutsche gegen Frankreich zu veranlassen. Die Linie der englischen drohten, daß der staatlichen Gewalt Gewalt ent- Regierung mitteilt, daß fie die Sachlieferungen an Frankreich und gegengefeht werden würde. Damit hat die Nationalsozialistische Belgien einstelle. Die Reparationsfommission hat entschieden, vität wird noch dadurch verstärkt, daß die zahlreichen AufArbeiterpartei den gefehmäßigen Boden verlassen und der verfassungsmäßigen Regierung den Kampf angefaat. Um allen daß hierdurch das Verlangen eines Moratoriums, das am Störungen von Ruhe und Ordnung, von welcher Seite fie auch 14. november gestellt wurde, hinfällig wurde. Infolgedeffen fommen mögen, zu begegnen, haf die Staatsregierung befchloffen, wird der Zahlungsplan vom 5. Mai 1921 wieder in Kraft treten. den Ausnahme zust an d zu verhängen. Sie erwartet von allen Die Reparationsfommiffion habe übrigens Deutschland in feinen Staatsbürgern die genaueste Beachtung der bestehenden Gesetze und Zahlungen bereits einen Aufschub bis zum 31. d. m. bewilligt. der ergehenden Anordnungen. Die Reparationsfommiffision hat mit drei Stimmen bei einer Stimmenthaltung( der des britischen Delegierten) beschlossen, daß Veranlassung besteht, die allgemeine verfehlung Deutsch- Begebenheiten der letzten Monate einen eigenartigen CharakIm Lichte dieser Bestrebungen nehmen die weltpolitischen lands hinsichtlich seiner Reparationsverpflichtungen gegenüber Frant- ter an: Es sind nicht die Parlamente mit ihren Schönrednern, reich und Belgien auf Grund des§ 17 festzustellen. Dieser Beschluß und nicht die Staatsmänner und Diplomaten mit ihren Kundwird der deutschen Regierung alsbald notifiziert werden. Die Kom- gebungen, Denkschriften und Dekorationen, die die Geschicke miffion hat sofort anschließend im gegenseitigen Einvernehmen ein der Völker dirigieren; hinter diesem Puppenspiel stehen vielSchreiben an die deutsche Regierung abgefaßt, in dem sie diese mehr die gewaltigen Gerüste des Eisen-, Kohlen- und Deloffiziell von dem doppelten Beschluß informiert: Ablehnung des fapitals, steht die Allmacht des internationalen moratoriums und Feststellung der allgemeinen Ver- Finanztapitals, das die Interessen der Völker wie fehlung. hohle Nüsse verschachert. Als die deutschen Soldaten vier Havas fügt hinzu: Anders als bei dem gelegentlich der früheren Jahre lang in den Schüßengräben bluteten, waren es die Entscheidungen befolgten Verfahren hat die Kommission fich darauf Herren der deutschen Schwerindustrie, die von der ErAuf dem Lehrter Bahnhof trafen Freitag nachmittag beschränkt, Deutschland diefe offizielle mitteilung ohne irgendwelche oberung der Erzgruben von Longwy und Brieŋ träumten, um 250 bis 300 meist junge Leute ein, die in Medlenburg und offiziöse 3ufähe zu machen. Es muß darauf hingewiefen werden, das Monopol eines deutschen Montantrusts in Europa aufBommern zusammengezogen waren, um gemeinsam zum Mün- daß, wenn bei der Beschlußfaffung teine Einstimmigkeit erzielt zurichten. Heute ist dieser Plan- nur in umgekehrter Richchener Parteitag der„ Deutschvölkischen Freiheitspartei" verfrachtet zu werden. Arrangiert war der Transport vom Reichstagsabgeord worden ift, die Diskussion nichtsdestoweniger sich in grundsäglicher tungvon der französischen Schwerindustrie aufgenommen neten Wulle und dem Freikorpsführer Roßbach. Auch soll jener Weise vollzog. Wenn aber der englische Delegierte auch geglaubt worden, und die Macht dieser Gruppe, verbunden mit den Bade aus Schwerin mitbeteiligt sein, der den Rathenau- Mördern hat, fich den Beschlüssen feiner Kollegen nicht anschließen zu sollen, Bestrebungen der miteinander rivalisierenden Gruppen des die Maschinenpistole vermittelt hatte. Die Berliner Polizei hatte fo hat er doch Wert darauf gelegt, nicht gegen fie zu ffimmen internationalen Deltapitals und mit der überwältigenden Kenntnis von der Ankunft dieser Horde und ein größeres Bolizei und hat sich einfach der Stimme enthalten. aufgebot stellte nach Einlaufen des Zuges die Namen der einzelnen Macht des auf seinen Schuldschein pochenden amerikanischen fest und durchsuchte sie, troh ihrer Entrüftung, nach Waffen. Finanzkapitals ist es, die die eigentlichen Linien der euroSolche wurden zwar nicht gefunden nur zwei große af en treuzDie Reparationsfommission ist sich wohl darüber selbst im päischen Politt bestimmt. fahnen wurden befchlagnahmt, wogegen der lauteste flaren, daß ihre Beschlüsse nur eine lächerliche FormaBrotest nichts half. Die Leute begaben sich dann einzeln nach dem lität find. Alle Mächte haben längst eingesehen, daß das Anhalter Bahnhof. ulle hatte vor einiger Zeit einen Sonderzuq Londoner Zahlungsstatut unausführbar und dringend revibeftellt, den das Reichsverkehrsministerium unverständlicherweise auch sionsbedürftig ist. Das hatte sogar Poincaré zugegeben, inzugefaat, im letzten Augenblid aber mit Rütlicht auf die politische dem er der Gewährung eines Moratoriums, allerdings gegen Laat verweigert hatte. So löften sich die Jünglinge ihre Pfänder, sowie der Herabsetzung der deutschen Schuld bei Rorten felbst und fuhren mit dem beschleunigten Bersonenzug nach gleichzeitger Herabsetzung der interalliierten Schulden zuftimMünchen Bei dem Leiter des Transportes fand man eine die men wollte. Jetzt aber erklärt die Reparationsfommiffion, Aftermonne, die poffaefnidt wor mit 10 000der. Allein die das Moratorium set abgelehnt, Deutschland müsse bis zum Fahrt diefer 250 his 300 Mann von Mecklenburg und Bommern 31. Januar 500 Millionen Goldmart, d. h. nach dem gestrigen über Berlin nach München fommt auf über eine halbe Million zu stehen. die Verpflegung ganz abgerechnet Dies in der Zeit der Na Kurse 3 000 000 000 000 Papiermart ,, lies dreitausend tionalfammlung für den Abwehrkampf an der Ruhr! In Thüringen Milliarden bzw. drei Billionen Papiermart be follten weitere Abteilungen zu dem Transport stoßen und für den zahlen! späten Abend war die Ankunft eines weiteren Transports in Berlin angefündigt. Der englische Delegierte hat durch Stimmenthaltung offenbar zum Ausdruck bringen wollen, daß man diesem Die TU. berichtet, daß auf dem Lehrter Bahnhof 15. Ber- groben Unfug nicht die Ehre einer Bolemit erweisen darf haftungen vorgenommen worden seien. und hat sich der Stimme enthalten. Havas aber will der Welt Hamburg, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Die Hamburger einreben, feine Haltung bedeute eine stillschweigende Geneh Mitglieder der nationalsozialistischen Gruppen haben ebenso wie in migung dieses Beschlusses Schwerindustrie, die offensichtlich die Politik Frankreichs diriGegenüber dem Ausbreitungsdrang der französischen giert, ist die Haltung der deutschen Arbeitertlaffe flar und eindeutig. Wie sie den Eroberungsdrang der annerionistischen Wirtschaftsverbände Deutschlands während des Krieges befämpft und gezügelt hat, so befämpft sie heute den Einbruch der französischen Stahlkönige in das deutsche Wirtfchaftsgebiet. Sie tut das nicht im Interesse des deutschen Grubentapitals, nicht im Interesse der Herren Stinnes, Thyssen, Klöckner usw., zu denen sie nach wie vor in heftigem Klaffengegensatz steht, sie tut das vielmehr im Interesse ihrer eigenen Zukunft, im Interesse der Erhaltung der Bodenschäze Deutschlands für das arbeitende Bolt, im Interesse der Ber teidigung des deutschen Wirtschaftsgebietes und der Einheit der deutschen Republik, die verloren gehen würde, wenn es einerseits Poincaré und andererseits seinen deutschnationalen Bundesgenossen, die begeistert ihr Gott erhalte uns Poincaré!" rufen, gelingen würde, den deutschen Staat in feine Bestandteile aufzulösen und eine unaufhaltsame Welle des Natioiialismus, damit aber auch zugleich die Gefahr neuer blutiger Kriege heraufzubeschwören. Man kann mit Fug und Recht von den Sünden und Ver- fehlungen des deutschen Großkapitals sprechen, dessen kurzsichtige, egoistische Politik ein gerüttelt Maß von Schuld an der Verschärfung der außenpolitischen Lage wie an der Verelendung der arbeitenden Massen in Deutschland trägt. Aber mit Recht hat schon Genosse W e l s in seiner Etatrede im Reichstag erklärt, was bei uns in Ordnung zu brin- gen fei, würden wir selbst ohne fremde Hilfe fertig bringen. Die deutsche Sozialdemokratie denkt keinen Augen- blick daran, ihren Kampf gegen die Mächte des Kapitalismus abzuschwächen oder gar einzustellen. Sie hat es abgelehnt, sich mit jenen Elementen in eine„nationale Einheitsfront" zu stellen, deren Bestreben einzig und allein darauf gerichtet'st, durch die Aufpeitschung des Nationalismus ihre eigenen Sünden vergessen zu machen und den Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit mit schönen Phrasen und Versprechungen zu verkleistern. Gegenüber den Schmeicheleien aus reaktionär- bürgerlichen Kreisen, daß die Arbeiter des Ruhrgebietes nun zum ersten Male in einen„nationalen Streik" eingetreten seien und daß es nun klar zutage trete, daß die irnistriellen Unternehmungen auf den breiten Schultern der Arbeiter- und Betriebsröte fester ruhten als auf dem ererbten Recht der „Herren im Hause", bewahrt die Arbeiterklasse jene kühle Skepsis und Geringschätzung, die ihr durch Jahrzehnte harter, erbitterter Klassenkämpfe eingcbläut worden ist. Es möge nach außen hin mit aller Deutlichkeit gesagt sein: Nach wie vor steht die deutsche Arbeiterklasse aus dem Boden der E r s ü l l u n g s p o l i t i k, soweit diese der Lei- slungsfähigkeit Deutschlands angepaßt ist. Nach wie vor strebt sie eine Verständigung mit den Unterzeichnern des Ver- sailler Friedensoerttages an, um die Politik und die Wirt- fchast Europas von der furchtbaren Geißel der fortgesetzten Reparationskrisen zu befreien. Sie denkt keinen Augenblick daran, sich schützend vor die Kassenschränke der Besitzenden ZU stellen, um den Gläubigern Deutschlands das zu' entziehen, was sie mit Fug und Recht zu beanspruchen berechtigt sind und was im Vereich der deutschen Leistungsfähigkeit liegt. Sie lehnt aber mit Entschiedenheit die Zumutung ab, sich der Beb- mittlung Poincar6s und seiner bewaffneten Mannschaften zu bedienen, um ihre Rechnung mit den großkapitalistischen Steucrhinterziehern und Saboteuren der Crfüllungspolitik zu bereinigen. Diese„Vermittlung" muß vielmehr zwangsläufig dahin führen, daß der proletarische Klassenkampf in Deutsch- land abgeschwächt, die Position der kapitalistischen Reaktion verstärkt und dem Treiben der monarchistischen Sonderbündler und nationalistischen Verschwörer Tür und Tor geöffnet wird. In dieser Stunde der Gefahr ergeht daher unser Ruf an dos internationale Proletariat, insbesondere an das Proletariat Frankreichs, Belgiens, Eng- lande und Italiens, daß es durch energischen und stets zunehmenden Druck auf die Regierungen der Gefahr der Bat- kainsierung Europas, der Vernichtung der deutschen Demo- kratie, der Entfachung neuer kriegerischer Konflikte Einhalt gebiete. Und ebenso ergeht unser Ruf an das deutsche Proletariat, daß es sich freihalte von jedem Rückfall in nationalistische Irrgänge, von seder Konzession an die bürger- lichen Harmonieapostel und Burgsriedenspolitiker, von jeder Verkleisterung des Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit, die letzten Endes nur der Wucher- und Ausbeutungspraxis des Kapitals Borschub leistet. Wohl noch nie in seiner langen Leidensgeschichte hat das Geschick dem deutschen Proletariat eine so schwere Last wie jetzt auf die Schultern geladen. Es l?at Hand in Hand mit seinen Brüdern im Auslande gegen den Rechtsbruch und die Gewalt des französischen Jmperialis- mus anzukämpfen. Und es hat gleichzeitig im Imiern die Deutsche Republik und den deutschen Sozialismus vor ihren crbittersten Feinden zu verteidigen und den Boden für einen neuen Aufschwung der Arbeiterbewegung vorzubereiten. In diesem Kampfe gilt es, klaren Blick und sozialistische Erkenntnis zu bewahren. Es gilt, sorgfältig hauszuhalten G, Siefs Zeiten! Von Fritz Müller, Chemnitz. Richard B., Inhaber eines gutgehenden Koloniallvorenge- [(Hösts: 0, diese Zeiten! Wenn das Lahr tS23 nicht besser wird als das verflossene war, so muß ich mein Geschäft aufgeben und auf Arbeit gehen! Bemerkung: Roch nie ging Richard B.'s Geschäft so gut wie im Jahre 1922. Besonders im letzten Monat wurde er Ro- fmen, Mandeln, Lichter, Christbaumschmuck, Rum, Liköre, Zigarren, Zagiretten, Seife, Parfüms usw. trotz der hohen Preis« reißend los. Cr hat sich ein drittes Haus gekauft. Hugo H., Packmeist-r auf dem Güterbahnhof: O, diese Zeiten! Man weiß nicht, wo man das Geld hernehmen soll! Di« verfluchte Revolution!! Bemerkung: Hugo H. stand vor dem Kriege schlecht da. Er hatte einen Sohn und drei Töchter, die ihm auf der Tasche lagen. Jetzt sind der Sohn und eine Tochter auswärts verheiratet. Die zweite Tochter ist verlobt und geht mit ihrem Bräutigam, der bei Hugo i H. Astermicter ist, ins Geschäft. Die jüngste Tochter ist verheiratet und wohnt ebenfalls zu Haus«. Ihr Mann oerdient mehr als Hugo H. Da drei Familien einen Haushalt haben und sich alle gut vertragen, können sie sehr gut leben. Die jungen Paare schaffen sich viele Sachen an,• e sie nicht kaufen könnten, wenn sie allein wirtschaften müßt« e alten Leute leisten sich ebenfalls manches, was sie sich früt.'- cht geleistet hatten, und werden all- seitig beneidet. Paul N., Hausbesitzer, Beamter im Haupt- und Geflügelzüchter im Nebenamt: O, diese Zeiten! Daß ich ein Haus habe, ist mein Berderb. Es verzehrt mein Gehalt und mein NermSgen und bringt mich an den Bettelstab! Bemerkung: Paul N. hat im Garten, im Hinterhaus und auf den, Boden eine Geflügelzucht eingerichtet. Auf Ausstellungen erhält er für seine Hühner und Tauben kostbar« Preise. Er ver. kauft die besten Tier« entweder ins valutastarke Ausland oder an Landwirt«, Fabrikanten. Händler usw. gegen Waren. Seiner Frau schenkte er zu Weihnachten 100 und jedem Kind 50 holländische Gulden. Außerdem bog sich der Weihnachtstisch förmlich unter der Last der Stoffballen, des Porzellans, der Schmucksachen usw. Emil Gr., ein Lugendlicher: O, diese Zelten! Es ist gar nicht mehr schön auf der Welt. Wenn es so weiter geht, schieße ich mich tot! Bemerkung: Emil Gr. wohnt bei den Eltern und braucht, da er der einzig« Sohn ist und die Eltern nicht schlecht dastehen, so gut wie kein Kostgeld zu bezahlen. Von den Einkünften, die er hat. müssen ander« eine ganze Familie erhalten. Er ist modern von den Halbschuhen bis zum teuren Delourhut gekleidet, trägt. mit den vorhandenen Kräften, eine elastische Taktik zu üden, die Selbständigkeit semer eigenen Politik zu wahren und vor allen Dingen das höchste Gut, das es im letzten Jahre errun- gen hat, zu schützen: die Einheit und Geschlossen- heit der Partei!____ Luüenöorff und der �vorwärts". Wer lügt? Am 25. Januar bracht« der„V o r w ä r t s" eine Mel- dung aus München des Inhalts, Ludendorsf habe bei der Reichsgriindungsfeier des Bundes Oberland eine Rede gs- halten, vün der dann berichtet wurde: „Der Geist der ehrlosen E r s ü l l u n g beherrsche auch die gegenwärtige Rcichsregiemng. Höhnisch bezeichnete er die Ein- heitsfront als eine Fassade, solange sich noch M o r x i- sten in leitenden Stellen befinden und solange nicht Ratio- naliften in der Reichsregierung und allen Landesregierungen herrschen." Im Reichstag hat nun H e l f f e r i ch gestern erzählt, der Bericht des„Vorwärts" habe Anlaß zu einer telegraphischen Rückfrage an Ludendorfs gegeben, auf die dieser geantwortet habe:„Vorwärts lügt." Nun gibt die„München-Zlugs- burger Abendzeitung" die betrefsende Stelle der Rede folgen- dermaßen wieder: „Der Geist der Erfüllung geht wiede�: stärker umher. W i r wissen, wer ihn belebt und werden uns den merken. Lassen wir uns nicht noch einmal durch das Schlagwort Einheitsfront täuschen. Es ist nur eine Faf- fade. Die Einheitsfront ist nicht da, solange sich betätigende Vater- landsliebe verboten, gehemmt oder sogar bestraft wird, solange un- gestraft Verrat am deutschen Volke getrieben werden darf, solange der internationale Marxismus in leitenden Stel- l e n sitzt und die vaterländisch Denkenden sich zerfleischen. Der Feind steht immer noch in unseren Reihen." In diesem Bericht fehlt nur der Hinweis auf die Reichs- regierung. Da aber auch diese immer wieder ihre Bereitschaft erklärt, in Verhandlungen mit der Entente das Maß des von Deutschland Erreichbaren ehrlich festzustellen, geht Lndendorffs Hetzrede auch gegen die Reichsregierung, gleichgültig, ob sie ausdrücklich' genannt wurde oder nicht. In allen anderen Punkten stimmt unser Bericht mit dem des Mün- chener L u d e n d o r f f- O r g a n s nahezu wörtlich ü b e r e i n Wenn also in diesem Fall einer lügt, dann ist es ganz bestimmt nicht der„Vorwärts". Luise Aietz zum Andenken. Heute vor einem Lahre bereitete der Tod dem unermüdlichen Wirken unserer Genossin Z i e tz ein plötzliches Ende. Kaum faßbar für alle jene, die sie kannten und seit Jahren ihren heroischen Kampf gegen ihr schweres Leiden miterlebten. Der Tod traf sie an jenem Platz, um dessen Eroberung für die Frau sie seit Jahrzehnten io Wort und Schrift unermüdlich gekämpft: mitten im Reichstag, zu dessen arbeiiseifrigsten Mitgliedern sie gehört hat. Mit Luise Zietz ist eine jener Genossinnen dahin gegangen, die zu einer Zeit für den Sozialismus, für die Befreiung der Frau gekämpft, als jeder Sozialdemokrat in Deutschland Freiwild war und die Gleichberechtigung der Frau selbst im Kreise. der eigenen Genossen nicht mehr bedeutete al« ein fernes Zukunfts- lied. Doch sie setzte sich durch! Innerhalb wie außerhalb der Part« wurde sie bald als unerschrockene Kämpferin für die Rechte oller Ausgebeuteten geachtet und geschätzt. Tausende von proletarischen Klassenkämpfern hat sie dem Sozialismus gewonnen. In Massen- Versammlungen wie in dem kleinsten Frauenleseabend wußte sie ihre 5)öm zu fesseln. In der Nationalversammlung, in die sie das Vertrauen der Berliner Arbeiterschaft entsandt, wie im Reichstag rief ihre scharfe Kritik oftmals den Widerspruch der bürgerlichen Parteien hervor, trotzdem haben auch diese stets die Lauterkeit ihrer Gesinnung wie ihrer Absichten offen anerkannt. wenn er ausgeht, stets funkelnagelneue Glacehandschuhe. Ist nie anders als mit der Zigarette zwischen den Zähnen zu sehen. Be> sucht Abend für Abend Bergnügungslokale usw. usw. Bruno F„ Gutsbesitzer: l), diese Zeiten! Wenn es so weiter geht, muh die Landwirtschaft zugrunde gehen I Bemerkung: Im Herbst 1922 hat sich seine einzige Tochter verheiratet. An der Hochzeilsfeier, die vier Tage lang dauerte, nah. wen 48 Personen teil. Da» ganze Gut war neu vorgerichtet worden. Die Möbel- und Wäscheausstattung der Tochter wurde allgemein bewundert. Obwohl im Gut für die alten Leute Platz genug gewesen wäre, wurde ein Auszugshäusel erbaut, das man ganz neuzeitlich einrichtet« und vollständig mit neuen Möbeln aus- stattete. Trotz der Riesenausgaben, die Hochzeit, Hausbau ufw. erforderten, konnte der Vater seiner Tochter zum Geburtstag ein Klavier und zu Weihnachten eine Skunkspelzgarnitur schenken! Die prcmßische Polizei soll die Theatermlßssände sanieren. Der Preußische Minister des Innern hat im Einvernehmen mit dem Kultusminister ein« Verfügung an die Polizeibehörden gerichtet, worin der zügelloie Lebensgenuß gewisser Schichten und die Preis- gäbe der künstlerischen Aufgaben gewisser Theater zugunsten der Befriedigung niederer Instinkte festgestellt wird. ,„In weiten Kreisen"— heißt es dann weiter„begegnet man der Auffassung, daß durch Beseitigung der Zensur dem Staate jeße Möglichkeit zur Bekämpfung der Mißstände im Theaterwesen ge- nommen worden sei, und daß nunmehr auch die schamlosesten Darbietungen auf der Bühne ungehindert geduldet werden müßten. Dieser irrigen Annahme muß nachdrücklichst entgegengetreten werden. Durch die Reichsvcrfaflung sind, worüber weder in der Wissenschaft noch in der Rechtsprechung Streit herrscht, lediglich die Vorschriften beseitigt worden, dj« sich auf die sogenannte„Vorzensur" bezogen. Im übrigen, darf heute weniger denn je die Polizei sich der Aufgab« entziehen, alle Maßnahmen zu treffen, die zur Erhaltung der öffcnt. lichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung erforderlich sind. Ist also der Inhalt eines Theaterstückes oder die Art seiner Aufführung ge- eignet, die öffentliche Sittlichkeit und damit«inen wichtigen Bestandteil der dem staatlichen Schutz anvertrauten öffentlichen Ord- nung zu gefährden, so ist'die Polizei zum Einschreiten verpflichtet. Dies ist keine Zensur im Sinn« der Reichsverfassung, sondern ergibt sich aus den durch d>e Verfassung nicht beseitigten allgemeinen Auf- gaben der Polizei. Bor allem wird bei Stücken, die schon durch die Wahl Ihres Gegenstandes oder die Art und Wirkung Ihrer Dar- stellung in leichtfertiger, frivoler oder abstoßender Weise die be- rechtigten Empfindungen aller anständig denkenden Volkskrelse un- verkennbar herausfordern und verletzen müssen, in der jetzigen Zeit in noch streng-rem Matze als bisher zu prüfen sein, ob nicht die Gefahr einer unmittelbaren Störung der öffentlichen Ruhe, Sicher- heit und Ordnung zu befürchten ist. Werden diese Boraussetzungen bejaht, so haben die Polizeibehörden sich aller ihnen nach dem Gesetz zur Verfügung stehenden Mittel zu bedienen, um diesen Störungen mit Nachdruck entgegenzutreten." Was Luise Zietz für die Propaganda soziallstischer Weltanschauung, für die Aufklärung der Frauen und deren Ge- winnung als Genossinnen im Kampf für ihre eigene Befreiung ge- leistet, das fetzt ihr m der Geschichte der Sozialdemokratie ein un- vergeßliches Denkmal. Ihr Andenken zu ehren, ihr Wirken denen nahezubringen, die sie nicht gekannt, veranstaltet der Bczirksverband Berlin am Sonn- tag, den 28. Januar, nachmittags 3 Uhr, in der Aula der Sophien- schule, Weinmeisterstr. 16/17, eine Gedenkfeier, in der Genossin Wurm spricht. die landwirtschaftliche Ruhrkilfe. Nachdem die Spitzenorganisationen der deutschen Landwirt- schast bereits mit einem Aufruf an ihr« Mitglieder herangetreten sind, für die durch die Besegung des Ruhrgebiets betroffenen Be- völkerungskreise Liebesgaben zu spenden, ist dieses Hilfswerk nun- mehr in Verhandlungen zwischen den Organisationen und dem Reich unter dem Vorsitz des Reichsernührungsministers organisiert worden. Di« Sammlung und Zusammenführung und die Zuweisung in die notleidenden Gebiete bleibt in der Hand der Landwirtschaft, die Unterverteilung aber liegt m der Hand derer, die hier die Ber- hältnisse am besten beurteilen können, nämlich der leitenden Per- sönlichleiten des Ruhrgebiets. Im einzelnen ist die Gliederung folgendermaßen: Die Vorsitzenden der Landwirtschaftskammern setzen sich in ihren Bezirken mit den in Betracht kommenden Kreisen in Verbindung und organisieren die Sammlung. Sie rufen die in ihren Gebieten vorhandenen landwirtschaftlichen Organisationen zu gemeinsamem Sammelwerk auf und nehmen dessen Leitung in die Hand. Die Sammelstelle steht unter der Leitung der Landwirt- schaftskammer Westfalen, und zwar wird die Zweigstelle Minden i. W. der Landwirtschaftskammer die Aufgabe der Sammlung und Weiterleituiig übernehmen. Alle unentgeltlich zur Borfügung gestellten Spenden werden als Liebesgaben von der Reichsbahn frachtfrei befördert. Zur frachlsteien Beförderung ist erforderlich, daß die Absendestelle amilichen Charakter hat und den Beförderungspapieren ihren Dienststempel beidrückt(z. B. Land- rat, Amtsvorsteher, Landwirtschaftskammer). In den Frachtbriefen ist unter der Angabe des Inhalts der Vermerk aufzunehmen: .Freiwillig gespendete Gaben zur unentgeltlichen ver- teilung durch die Landwirtschaftskammer Wesifolen, Zweigstelle Minden i. W. Auhrhilse." Das sonst übliche statistische Merkblatt ist sür diese Sendungen nicht erforderlich. Bei Gaben von Getreide und lebendem Vieh ist zu beachten, daß nur Sendungen in vollen Wagenladun- gen frachtfrei sind, also nicht einzelne Tiere oder kleinere Mengen von Getreide. Betriebstechnische Gründe ließen ein« andere Rege. lung nicht zu. Einzelspenden müssen demnach im Heimatbezirk zu Waggonladungen zusammengestellt werden. Als Spenden kommen in Betracht: Speck, Dauerfliischwaren, Hülsenfrüchte, Käse, Mehl, Getreide und, falls es in ganzen Wagen- ladungen versandt wird, lebende» Vieh sowie endlich Kartoffeln, bei denen dann eine vorhergehende Anfrage an die Empsangsstelle in Minden erwünscht ist. Bei der Bestimmung über die Verteilung wirken unier Leitung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf Vertreter aller notleidenden Bezirk« mit. Vertretern der Spender wird auf Wunsch gern Gelegenheit gegeben werden, an Ort und Stelle in die Tätigkeit der Verteilungsorganisotion Einblick zu nehmen. Die Organisation ist also möglichst einfach getroffen, um sie schnell und ohne Reibungen wirken zu lassen. Die Spende der holländischen Gewerkschaften. In Ergänzung unserer gestrigen Meldung, daß der holländische Gewerkschastsbund beschlossen hat, zunächst 2'A Proz. seines Der- mögcns für die deutschen Arbeiter im Ruhcgebiet zur Verfügung su stellen, teilt der„Ricuwe Rotlerdamsche Courant" mit. daß diese Spende sich auf ISO 000 Gulden, also über eine Milliarde Muri. beläuft. Die Schwierigkeiten dieser Bekämpfung von Theaterauswüchsen liegen in der Anwendung der kantschukartigen Begriffe wie„be- rechtigte Empfindungen" und„Störung der Ruhe" iüw. Es muß jedenfalls mit aller Sorgfalt verhütet' werden, daß Polizeiorgane im Porzellanladen der Kunst Lberflüisige Attacken reiten. Alfons Petzold ist. wie uns aus Wien gedrahtet wird, in Kitz- b ü h e l in Tirol gestorben. Dort suchte der Wiener Arbeiterd'.chtcr Milderung seines schweren Lungenleidens: vergebens— im 41. Iichr ist er dem Proletariat entrissen worden.„Menschen im Schalten" hieß eines seiner letzten Bücher. Als ein„Mensch im Schatten" ist dieser begabte Dichter durchs Leben gepilgert: früh wurde er in die Berufsmühlc geschleudert, die ihn In immer neue Posten brachte, bis er als Wrack liegen blieb. Aber dennoch war in ihm der un- löschbare Durst nach Bildung und dichterischer Gestaltung alles dessen, was in ihm an inneren Erlebnissen und leisen Stimmen lebendig wurde. So wurde ihm in seinem kurzen Leben ein stattliches Werk eigen an Gedichten, Skizzen und Erzählungen, und so hat er auch die Rot und den Drang seiner ei geben Jugend geschildert. Duisburg als Hauptort des rheinischen holzgrohhandeis. Duisburg. Ruhrort ist, was im Osten des Reiches nicht genügend bekannt ist, Hauptsstz des rheinischen Holzgroßhandels und der Holzichisfahrt auf dem Rhein. Der Holzhandel ist in Duisburg wegen der Ber- sorgung der Schissswerften, die bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Fahrzeuge aus Holz bauten und wegen ber Ver- sorgung des Baugewerbes im Ruhrgebiet schon früh ansässig ge- wesen. Solange aber Eisenbahnen ins Industriegebiet fehlten und solange Bergbau und Industrie keine wesentlichen Fortschritte machten, war auch das Absatzgebiet beschränkt. Erst das industrielle Emporblühen des Ruhrgebiets nach der Erbauung der ersten Schienenwege ließ den heutigen gewaltigen Duisburger Holzgroß- Hände! entstehen, durch den Duisburg bereits zu Ansang der sechziger Jahre zum bedeutendsten Sitze des Holzhandels am Nicoer- rhein wurde. Die wichtigste Zeil seiner Entwicklung fiel nach der örtlichen Chronik zusammen mit d«r Anlag« von Eisenhüttenwerken am Duisburger Rheinufer und mit den Anfängen des Duisburger Kohlenbergbaues. In jenen Iahren gingen di« Duisburger Holz- großhändler dazu über, Sägemüh len anzulegen. Schon 1856 waren in Alt-D»isburg drei DampssSgewert« mit etwa 100 Arbeiiern im Betrieb, 1870 waren es bereits sechs, 1876 schon acht Werke. Neben den Sägemühlen entstanden dann in den achtziger Iahren Hobelwerke, Möbelfabriken und sonstige holzv'cr- arbeitende Werk«. 1910 betrug die Schisfs�ufuhr in den Duisburg- Ruhrorter Häfen 560 000 Tonnen Holz. Bon den deutschen Wold- gebieten liefern vor allem der Schwarzwald und das Maingebiet Floßholz, weiche Balken und Br-tter: dazu kam in norma'en Zelten viel ausländisches Holz, meist au« Schweden, Finnland, Ruß'and und sogar aus Amerika nach dem Duisburger Holzhafen: außerdem viel tropisches Holz aus unseren nunmehr verloren gegangenen beut- schen Kolonien. Der heutige Duisbu'-ger Holzgroßhandel ist zum erheblichen Teil speziaiisiert, u. a. für exotische Hölzer und für Grubenholz, von d«m hier ganz enorme Mengen ins Kohlen- gebiet längs der Ruhr geliefert werden. Dazu kommen eine große Anzahl bedeutender Hobel- und Sägewerk«, Möbelfabriken, Bau- fchreinereien, Fenster-, Tür-, Parkett-, Stiel-, Holzschuh-, Rolladen- und Kistenfabnkeu. Ein zweites Saargebiet an der Ruhr. ( Drahtbericht unseres Sonderkorrespondenten.) Effen, 26. Januar. Reichstag und Ruhrkampf. Der Reichstag feste gestern Freitag die 1. Lesung des Haushaltsplans fort. Finanzminister Dr. Hermes: Für den Ausgleich der momentanen Krisis Wir wollen eine Verständigung mit Frankreich und deshalb verlangen wir mit doppeltem Rechte Gehör, wenn wir der Regierung Poincaré Friedensbruch vorwerfen. Wir flagen Poincaré an, daß er den schwersten Schlag gegen die deutsche Demokratie und Republik geführt hat. Die französische Gewaltpolitik scheitert an der organisierten Gewaltlosigkeit, Die militärische Abriegelung des Industrie gebietes von dem übrigen Deutschland ist vollendet. Sämtliche Eisenbahnknotenpunkte, sämtliche Verkehrsmafferstraßen und alle wichtigen Landfahrwege, die einen Der Abg. Wels behauptete gestern, wir hätten die Kohlen. Automobilverkehr ermöglichen, find start militärisch besetzt. steuer im Betrage von 30 bis 40 Milliarden Mark gestundet. Eine Nachdem die militärische Abriegelung vorgenommen ist, verStundung der Kohlensteuer fucht man jetzt in der Richtung von Westen nach Osten die ist tatsächlich erfolgt. Das ist aber durchaus nichts Ungewöhn= Eisenbahn in Betrieb zu setzen, zunächst die Linie Duisburg- li che s. Die Frage ist nur die: Lagen derartige zwingende wirt. Der Augenblick, in dem von dieser Linie abgewichen wird, zerstört Oberhausen- Essen- Dortmund regelrecht in die Hand zu be- fchaftliche Gründe vor? Nach meiner Auffassung war das der Fall. die Nachbarschaft zwischen Ihnen( rach rechts) und uns. Zersplittern fommen. Zu diesem Zwecke wird das deutsche Personal aus Im September vorigen Jahres hatten die Zechen mit den Berg- Sie nicht diese Einheitsfront! Nehmen Sie Rücksicht auf die Stimden Bahnhöfen ausgewiesen und durch Franzosen ersetzt. arbeitern vereinbart, daß den Arbeitern zwei Drittel thres Lohnes mung des Auslandes, die für die Gewaltlosigkeit Sympathie hegt! Der Erfolg war, daß die Franzosen zwar einen Lebens jeweils einen Monat früher gezahlt werden sollten. Hin- Wir verlangen von der Reichsregierung Aufklärung über die von mittelzug loslassen fonnten, ohne jedoch sicher zu sein, wo sie ou tam eine Erhöhung des Bohnes um 100 Broz. und die dem kommunistischen Redner behaupteten Zusammenhänge zwischen Reichswehr und Orgesch. landeten. Ihre Lebensmitteltransporte sind zum Teil entgewaltige Erhöhung der Betriebskosten durch die Geldentwertung. Den Arbeitern aber rufen wir zu: Laßt Euch nicht propo= gleist oder fuhren mit einer Geschwindigkeit, die hinter der zieren! Ihr gehört an die Arbeit ins Ruhrgebiet! Stundenleistung eines gemütlich gehenden Fußgängers noch zurückbleibt. Wir hatten heute nachmittag Gelegenheit, einen gab es zwei Wege: Kohlenpreiserhöhung und furzfristige Stun. Durch donnernde Reden Helfferichs bringen wir die Franzosen nicht dung der Kohlensteuer. Um der Boltswirtschaft in dem aus dem Ruhrgebiet heraus. Es würde gefährlich sein, wenn die derartigen Zug auf der totliegenden Strecke Düsseldorf- ett- Augenblick, wo eine Rumulation erschwerender Mo. Abwehr ins nationalistische Fahrwasser abgebogen würde.( zuruf rechts: Sie haben wohl Angit davor?) Jawohl, wir haben Angst mig zu beobachten. Die Maschine war start besetzt, außerdem mente eintrat, eine weitere Preissteigerung zu ersparen, rechts: Sie haben wohl Angst davor?) Jawohl, wir haben Angst davor, aber nicht um unfertwiqen, sondern um des deutschen wurde ein Personenwagen mit ungefähr 40 Soldaten zur haben wir uns für die Stundung der Kohlensteuer entschlossen. Boltes willen.( Lebh. Zustimmung links. Unruhe rechts.) Bedeckung der übrigen 15 Güterwagen mitgeführt. Ein Abg. Fröhlich( Komm.): Die Darstellung des Abg. Helfferich Wir stehen jetzt gegen den Imperialismus der Franzofen. Epaziergänger fonnte nicht langsamer gehen als der Zug fuhr. über die Entwicklung der Löhne ist falsch. Der Reallohn es werden aber sehen, wie schnell und wie gut wir die Front zu Infolge der Arbeitseinstellung der Weichen- Arbeiters macht heute nur noch ein Drittel des Friedenslohnes wechseln verstehen, wenn sie den Weg der Gewalt einschlagen. Wir steller sind die Franzosen troß geschulter Kräfte aus Frant aus. Dagegen haben sich die Trustverbände der Großindustrie tolof vertreten nicht nur die Intereffen Deutschlands und Europas, wir reich nicht in der Lage, die Stellwerte zu bedienen. Die fal bereichert. Auf dem Misthaufen des Elends, des deutschen Volkes vertreten die Interessen der Welt.( Lebh. Beifall links und auf den deutsche Stellwerkseinrichtung findet in feinem Ententelande muß den Mut des Finanzministers bewundern, wie er die Stundung Abg. Helfferich( Din.): Ich nehme nicht den Handschuh auf, wächst und gedeiht ein kleiner Kreis von Großkapitalisten. Man Tribünen.) ihresgleichen, so daß selbst die französischen Weichensteller de: Kohlensteuer verteidigt. Dabei haben die Kohlenbarone mit den mir Herr Breitscheid hinwarf. Wenn er in der Abwehr an der als Fremdlinge an die Arbeit gehen müssen; daher auch die Sillfe diefer geftundeten Steuern riesige Devisenfpekulationsgewinne Ruhr nur ein Stüd Klaffenkampf sieht, fo fehlen mir die Worte vielen Entgleisungen. Von 10 Zügen sind bisher mindestens gemacht. Die Verantwortung für das, was fommt, trägt die profit- Ruhr nur ein Stück Klassenkampf sieht, so fehlen mir die Worte dafür. 8 entgleist. Die Besagung hilft sich deshalb selbst zunächst da- mütige Kapitalistentlasse.( Beifall b. d. Komm.) mit aus, die Weichen mit Brechstangen an Ort Abg. Ledebour( 1. Soz.): An Helfferichs Rede wird Herr und Stelle zu dirigieren, das geht vielleicht zwei bis drei Poincaré große Freude haben. Wenn die französische Boltsstimmung so aufgepeitscht wird, fann er seine Gewaltpolitit Tage gut, dann sind die Weichen ruiniert. noch lange fortfehen. Herr Helfferich und seine Freunde haben im Kriege den französischen Militaristen das Beispiel für ihre Berge waltigungspolitit gegeben. Aus dem Elend fönnen wir nur mit Hilfe des internationalen Profetariats herauskommen. Nach den bisher getroffenen und noch in Aussicht genommenen Vorbereitungen Einführung einer rheinischen Währung! muß damit gerechnet werden, daß die Fran30sen ihre Pläne mit aller Entschiedenheit ausführen werden. Die systematische Säuberung der Behörden von ihrem Personal muß schließlich eine Erregung hervorrufen, die durch Bajonette nicht eingedämmt werden kann, sondern im Gegenteil täglich größere Formen annehmen muß. Wir wissen, daß die Reichsregierung für die ihrer Stellung enthobenen Beamten, Angestellten und Arbeiter in finanzieller Hinsicht die notwendige Vorsorge getroffen hat, daß Listen angelegt sind, die die Aus händigung der monatlichen Einkünfte an das Personal ficherstellen. Die Finanzen allein genügen nicht, vor allem brauchen wir an der Ruhr Lebensmittel. Nach Meldungen aus mehreren rheinischen Städten be steht tatsächlich die Absicht, unter dem Schuße französischer Bajonette einen Butsch der Sonderbündler zu unternehmen. 3war ist sicher, daß dieser Putsch in der Be völkerung feinerlei Antlang finden würde, aber die französischen Militärs hoffen wohl, daß es gelingen werde, bie Bevölkerung nie berzuhalten, wenn französische Soldaten und bewaffnete Sonderbündler gemeinsam vorgehen. Die massenhaften Ausweisungen von leitenden Beamten sellen anscheinend den Zweck haben, die Regierungsstellen fo zu entblößen, daß der Butsch nicht mehr den genügenden Widerstand findet. Schuß den Beamten. Bon zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Reich und Länder werden allen Reichs, Staats- und Kommunalbeamten, Geistlichen und Lehrpersonen in den alt- und neubefehten Gebieten jeden Schaden ersetzen, den sie in Erfüllung ihrer öffentlichen Pflichten durch die rechtswidrigen Maßnahmen der Befejungsmächte erleiden. Das medizinische Berlin. Der unter diesem Titel von Dr. Gotthold Mamlod herausgegebene Führer für Aerzte( Berlin, S. Karger) ist soeben neu erschienen. Daß nach wenigen Monaten, innerhalb deren die vorige Auflage vergriffen war, eine neue notmendig, erweist, daß ein Bedürfnis für ein solches Nach fchlagewert vorliegt. Besonders werden alle auf dem Gebiete der Sozialhygiene und Fürsorge tätigen Organisationen das kleine Nachfchlagewert benötigen, es find alle in Betracht kommenden Berliner Einrichtungen mit größter Genauigkeit aufgeführt. Für die hiesigen wie fremden Aerzte ist ein unentbehrlicher Wegweiser in dem Buche geschaffen. Periden aus Glas. So unwahrscheinlich es auch flingt, so hat man doch mit gläsernen Berüden die besten Erfahrungen gemacht. Es hat sich gezeigt, daß gesponnenes Glas der trefflichste Ersatz für menschliches Haar ist. Perücken, die aus diesem Stoff gefertigt werben, find außerordentlich leicht und machen einen sehr schönen Ein brud. Glasperüden sind ohne Schwierigkeiten in jeder Zonfärbung herzustellen; auch Loden und Wellen lassen sich ganz nach dem Be fehl der Mode an diesen Berüden anbringen. Man behauptet, daß bie gläsernen Haare die natürlichen so vortrefflich nachahmen, daß eine solche gläferne Berücke überhaupt nicht erkannt werden kann, wenn man nicht eine genaue Untersuchung pornimmt. Die gläfernen Haare fehen ganz so aus wie wirkliches Haar, das auf dem Kopf gewachsen ist. Abg. Dr. Breitscheid( Soz.): Das Schweigen der bürgerlichen Parteien gegenüber den Ausschreitungen der Nationalsozialisten in München und anderen Orten muß den Eindruck erwecken, als ob diese Ausschreitungen ihre Buſtimmung finden. Wir warnen vor unüberlegten Schriften im Ruhrgebiet und verlangen, daß die Regierung uns vorher über ihre Absichten unterrichtet. Bir identifizieren uns nicht mit der Regierung und lassen uns auch nicht von einer Kritik an den inneren Buständen abhalten. Die Tatsache, daß ein Teil der Kohlen feuer inzwischen zurückgezahlt ist, ändert nichts an unserer Kritit. Die Steuergelder sind nicht dazu da, um die Kreditbedürf nisse der Industrie zu befriedigen. Die geftundeten Beträge find nicht einmal verzinst worden und ebenso wenig wurde eine Sicherung für Kursverlufte gegeben. Die Deutschnationalen hätten beffer getan, in dieser schwierigen Situation nicht Herrn Helfferich als Redner vorzuschicken, der selbst ein gerüttelt Maß von Schuld an den jeßigen Zuständen hat. Herr Selfferich flagt über die Proletarisierung des Mittelstandes und hat felbst nichts getan, um ihr vorzubeugen. Die Regierung hätte die Sachwerte erfaffen müffen, um einen Ausgleich für die Brole tarisierung der anderen Kreise zu schaffen. In der Zurüdweifung des franzöfifchen Rechtsbruchs faffen wir Gozialdemokraten uns von niemandem übertreffen. Unfer Broteft dürfte sogar wirksamer fein als der Protest der Leute, die mit Brien und Longmy ebenso verfahren wollten wie jetzt die Franzosen mit uns. Wir bestreiten, daß Deutschland absichtlich den Bantrott herbeigeführt hat. Aber gewisse nationalistische Rundgebun. gen konnten diesen Eindruck in Frankreich erweden. Die Beamten bleiben fest. Düsseldorf, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Die Celter fämtlicher Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten des Regierungsbezirks Düsseldorf haben heute beschlossen: In den letzten Tagen sind einzelne Dienststellen in schwere Konfitte gekommen, weil die deutsche Regierung den Befehl gegeben hat, gewiffen auch mit dem Rheinlandabkommen nicht zu vereinbarenden Anordnungen der Besezenden keine Folge zu geben. Als deutsche Beamte erklären wir, daß wir uns durch Eid, Ehre und Gewiffen für verpflichtet halten, nur den Anordnungen der Reichs- und Landesregierung Folge zu leisten. Wir wissen, daß alle unsere Beamten, Angestellten und Arbeiter mit uns gleichen Sinnes find und daß alle ehrenhaften Männer unfere Stellungnahme billigen. Wir erwarten, daß auch die Bejahungsbehörde dies zu würdigen wiffen wird. Gie Abg. Korell( Dem.): Was jetzt im Rheinland und an der Ruhr geschieht, ist die Fortehung der brutalen Bernichtungspolitit, die Frankreich seit Jahrhunderten am Rhein betreibt. Es handelt sich im Ruhrgebiet nicht um einen Klassenkampf. Es ist so, wie Solimann auch auf dem Parteitag sagte:„ Wir müffen gemeinsam das Baterland retten vor brutaler Gemalt." Unsere stärkste Waffe ist die Einheitsfront der gewaltlosen Abwehr. Wir lassen uns nicht weiter als Sklaven behandeln.( Lebh. Beifall.) Abg. Becker- Arnsberg( 3tr.): Herr Breitscheid ist nicht legitimiert, als Vertreter der Arbeitermassen an der Ruhr zu sprechen. Unzählige Arbeiter stehen nicht hinter ihm, sondern hinter uns, und die zählige Arbeiter stehen nicht hinter ihm, sondern hinter uns, und die treiben die Abwehr nicht aus Klassentampfideen.( Sehr wahr!) Abg. Remmele( Komm.): Ich dante unseren Brüdern in Frankreich, daß sie sich gegen die Imperialisten gewendet haben. Sie haben den Soldaten gefagt, fie follten nicht vergessen, daß sie Arbeiter find und daß die Arbeiter im Ruhrgebiet ihre Brüder find. Abg. Dr. Breitscheid( Soz.): 3 Interesse des gemeinsamen Widerstandes mußte den Auffassungen entgegengetreten werden, die der Abg. Dr. Helfferich ausgesprochen hat. Wenn Herr Hepp mir zugerufen hat, ich würde wahrscheinlich nicht nach Mainz transportiert worden sein, so hoffe ich, sollten damit nicht Beziehungen zu Frankreich angedeutet sein. Einen derartigen Anmurf müßte ich mit Berachtung zurückweisen. Wer ihn ausspricht, ist ein niederträchtiger Berleumber. Nach einer Erwiderung des Abg. Dr. Most( D. Bp.) auf die Ausführungen des Aba. Remmele erwidert Abg. Sepp( D. Vp.) gegenüber dem Abg. Breitscheid: Ich bin empört gewesen über bie Worte, die ein deutscher Abgeordneter hier gesprochen hat. Ich habe mich geschämt, daß ich diese Worte anhören mußte.- Abg. Breitscheid( Soz.) stellt daraufhin fest, daß 21bg. Sepp seinen Zwischenruf nicht auch zurückgenommen habe und die vorhin ausgesprochene Charakterisierung also auf ihn zutreffe. Darauf erwidert Abg. Sepp( D. Vp.), daß er der Sozialdemokratie nicht den Vorwurf machen wolle, daß sie Beziehungen zu Frankreich unterhalte. Der Haushaltsplan wird dem Hauptausschuß überwiesen. Nächste Sizung: Sonnabend 2 Uhr.( Kleine Borlagen.) u. a. gefordert: Freigabe sämtlicher Räume des Post- und Telegraphenamtes, Aufhebung der Briefzensur, Zurüdziehung sämtlicher Poften aus dem Post- und Telegraphenbureau. Französische Säbelattacken in Trier. Trier, 26. Januar.( TU.) Heute vormittag ist es verfchiedentlich zu ernsten Zwischenfällen gekommen. 3 ahlreiche Berfonen, darunter Frauen und Kinder, sind verwundet worden. Die Bahl der Verletzten läßt sich nicht feststellen, da das Betreten der Straße mit Lebensgefahr verbunden ist. Die französischen Spahis durchrafen die Stadt und hauen mit den Säbeln auf die friedlichen Bassanten ein. Der tägliche Verkehr ruht. Die Trierer Landeszeitung" ist für drei Tage verboten worden; der Direktor der Zeitung wurde von Maroffanern angefallen und verprügelt Der zweite Bürgermeister wurde heute während einer Fraktionsführerbesprechung verhaftet, ebenso der Polizei- gen präsident wegen der gefftigen Demonftrafion. Boykott aus Not. Essen, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Troß der Anweisung der Besatzungsbehörde, wonach an Militär Speisen, Getränke und Waren verkauft werden müssen, haben die Vertreter der Kaufmannschaft, des Handwerks, der Gastwirte und der Gewerkschaften beschlossen, folgendes der Deffentlichkeit bekanntzugeben: Widerstand gegen die Verschleppungen. Boppard, 26. Januar.( Frtf. 3tg."). Aus Anlaß der gestriDemonstration für Thyssen wurden drei Bürger verhaftet, weil sie sich geweigert hatten, die Namen der Demonstranten bekanntzugeben. Die Verhafteten sollten in dem Zug um 2 Uhr nac) Kreuznach transportiert werden. Die Einwohner ließen den 3ug nicht abfahren. Nach wiederholten Versuchen mußten die Franzosen es aufgeben und die Verhafteten wieder aus bem 3uge schaffen. Es heißt, daß man sie nun mit einem Automobil fortschaffen will. Eine neue deutsche Protestnote zählt 38 Berhaftungen, Aus. weisungen, Abschiebungen usw. auf. Die Rheinschiffer unbengfam. Ruhrbesatzung und Wareneinkauf des Besatzungsheeres haben Kanarienvögel als Nachtigallen. In den„ Mitteilungen über die Die 8entralstreitleitung des Verbandes der Vogelwelt" wird von einem großen Erfolg berichtet, den ein bremi- die Warenbestände in erheblichem Umfange verringert und die fcher Kanarienzüchter, Karl Reich, errang. Reich hat einen Kanarien Breife in die Höhe getrieben. Die Selbſterhaltung fordert, baß mai chini sten und Heizer berichtet, daß zwischen der Direktion stamm gezüchtet mit reinem Nachtigallenschlag. Dieser Erfolg ist das aufhört. Die Kaufleute, Handwerker und Gastwirte Bochums der Société pour la navigation du Rhin und den streifenden ArReich nur dadurch geglückt, daß er durch peinlich durchgeführte haben daher im Einvernehmen mit ihrem Arbeitgeberverein und beiterorganisationen am Donnerstag Verhandlungen stattgefunden unter Zustimmung der Spikenorganisationen beschlossen, ab SonnTemperaturregelung die Mauser und damit die Gesangsperiode sellschaft rundweg abgeschlagen wurde, wonach der Jahr verteilen konnte. Er schuf damit vier Schlagzeiten zu je drei Getränken an französische und belgische Militär- und Zivilpersonen Kapitän und der Maschinist eines jeden Schiffes an Bord bleiben einer Anzahl in seinem Befih befindlicher Nachtigallen über das ganze abend, den 27. Januar, die Verabfolgung von Waren, Speisen und haben, in denen das Verlangen der französischen GeDie Durchführung dieser lebensnotwendigen und die Schiffe auf das beschte Ludwigshafener Gebiet bringen Monaten, und die jungen Kanarienvögel feiner Zucht hatten infolge au perweigern. dessen ohne Unterbrechung Nachtigallenvorschläger. Diese Versuche Maßnahme foll von der gesamten Einwohnerschaft unterstübt follten. Infelge der Ablehnung des franzöfifchen Verlangens bleiben begannen 1911, der erste Kanarienhahn, der die Klangfarbe des werden. Verstöße sollen bei den Berufsvertretungen zur Anzeige die Schiffe auf Mannheimer Gebiet. Ihrer Benutzung durch fremde Besatzung ist vorgebeugt worden. Nachtigallenorganes besaß, murde 1914 gezüchtet. Im Jahre 1918, gelangen. Bochum ist feit Tagen von jeder Post- und Tele. also nach weiteren vier Jahren mühevoller Suchtwahl, wurde der erfte Ranarienvogel mit typischem Nachtigallengesang erzielt. Die graphenverbindung abgeschnitten. meiteren Zuchterfolge befestigten diese erworbene Eigenschaft derart, dak Reich seit 1921 auf die Machtinallenvorschläger verzichten fann und die jungen Kanarienhähne bei Sängern mit Nachtigallenvorschlag der eigenen Rasse in die Lehre gibt. Der Verband Deutscher Bühnerfchriftsteller und Bühnen. der Ruhrbefekuna auszuschließen. Demonstrationen. Oberpräsident Noske und die Ruhrflüchtlinge. Hannover, 26. Januar.( TU.) Etwa 1600 Ruhrflüchtlinge find hier angekommen. Gestern vormittag hat Oberpräsident Noste beruhigend zu ihnen gesprochen und ihnen den Standpunkt der ReDuisburg, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Zum Protest gegen gierung dargelegt; es sei durchaus unmöglich, eine friedie Verhaftung des städtischen Forstmeisters Berg demonstrierten heute früh die städtischen Beamten. Vor dem Hause des belgischen gerische Operation einzugehen; die Leute sollten in das Ruhrfomponisten hat best lofsen, seine französischen Mitglieder für die Dauer Rommandanten wurde der Demonstrationszug, der sich aus meh- gebiet zurückkehren. Die Stadt Hannover hat den Flüchtlingen FreiDieser Beschluß hat zur Folge, dan reren tausend Beamten zusammensetzte, angehalten und etwa fahrtscheine nach dem Ruhrgebiet ausgestellt, von denen jedoch nur franzöfifche Bühnenwerte auf deutschen Bühnen innerhalb dieser Frist nicht 20 Personen aus der Menge herausgeholt und verhaftet. wenige Gebrauch gemacht haben. Die Mehrzahl von ihnen verDarauf rückte belgische Kavallerie an und zerstreute die Menge. langt, nach dem Often abtransportiert zu werden. Zahlreiche Hochöfen in Lothringen ausgelöscht. Effen, 26. Januar.( Eig. Drahtbericht.) Beim Polizeipräsidenten eine fleine Ausstellung unter dem.Titel Von Schadow bis zum ist ein Schreiben des Kommandeurs der 128. Division eingegangen, Paris, 26. Januar.( EP.) Wie das„ Journée Industrielle" jungen Menzel. Sie zeigt Berliner Stunit von 1800 bis 1850 in in dem die gestrige Demonstration scharf gerügt und vor Wieder mitteilt, mußten zahlreiche französische Hochöfen in Zeichnungen und Kleinplanit; vor allem Werke von Schadow, Schinkel holung gewarnt wird. Das Verhalten der deutschen Polizei wird den lehien Tagen infolge des Ausbleibens der deutschen Kohlenund Menzel, daneben auch Blechen, Krüger, Eduard Meherheim, Steffed lobend anerkannt. und vielen anderen, die bisher nur den Fachmännern befannt waren. Das Post- und Telegraphenpersonal hat die Befagungsbehörde lieferungen an Frankreich ausgelöscht werden, jo 3. B. 6 HochLautenabend von Otto Gebühr. Der Reinertrag des am 28. im Sarmentajaa I stattfindenden Lautenabends ist für die Berg- darauf hingewiesen, daß es unter den gegebenen Umständen um öfen der Firma Wendel, 2 Defen in Eputanges, 2 Defen in DiedenIeute im Ruhrgebiet bestimmt. möglich ist, den Betrieb ordnungsgemäß aufrechtzuerhalten. Es wird hofen, 5 Defen in Lugemburg und 5 Defen in Nancy. gespielt werden dürfen. Die Afobemie der Künfte eröffnet am Sonnabend, den 27. Januar, Gewerkschaftsbewegung Lehrverträge sind Arbeitsverträge. Beamtenverbände und Ruhrgebietbefehung. Januar beträgt die Zulage für die erfte Hälfte im Februar 225 M., gegen Januar in der zweiten Hälfte des Monats Februar beträgt Die Atfordpreise werden besonders festgesezt. die Zulage 350 M. Die Sozialzulage soll betragen für die Ehefrau 16 M. und für jedes Kind unter 14 Jahren 40 M. Die Spigenverbände der deutschen Beamten haben zur dauern den Fühlungnahme mit der Reichsregierung sowie zur laufenden Verarbeitung von Fragen, die die Beamten im Ruhrgebiet betreffen, einen Aktionsausschuß eingesetzt, in dem verDie Handwerkerpresse gibt sich alle erdenkliche Mühe, um das treten find: Gegenteil zu beweisen. Die Lehrlingshalter werden von ihren Deutscher Beamtenbund, Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, Lohnabkommen der Schuhmacher. Innungen und sonstigen Organisationen in dem Bestreben unterstützt, Gesamtverband der deutschen Beamten- und Staatsangestellten. Die Löhne der Makichuhmacher Groß- Berlins gestalten sich laut ihnen die Lehrlinge als Freiwild zu überlaffen. Sie gewerfichaften, Gewerkschaftsring und Reichsbund der höheren Abkommen vom 23. Januar wie folgt: Mindeſtſtundenlohn für möchten die veralteten Bestimmungen der Gewerbeordnung über Beamten. männliche Zeitlohnarbeiter und als Attordbasis für neue Arbeiten das Lehrlingswesen unverändert beibehalten oder aber sie noch Auch an dem von der Zentralarbeitsgemeinschaft veranlaßten für die Zeit vom 22. Januar bis 28. Januar 525 M., vom 29. Januar verschlechtern, falls fie verändert werden. Für die Hand- Aufruf zur Bereitstellung von Geldmitteln für die Arbeitnehmer- bis 4. Februar 600 M., für weibliche Zeitlohnarbeiter 510 bzw. werkslehrlinge sollen keine der bestehenden Schutzbestim- fchaft im Ruhrgebiet ist die gesamte Beamtenschaft durch ihre 585 M. als Atfordbasis für Reparaturen 490 bzw. 540 M. mungen für Jugendliche gelten, es soll für sie der Achtstunden- Spigenorganisationen beteiligt. Versammlung tag aufgehoben und die Entschädigung für die Lehrlinge ja nicht etwa extra tariflich mit den Gewerkschaften vereinbart werden. Es genügt, diese Motive aufzuzeigen, die Absicht zu fennzeichnen, um die verzweifelten Anstrengungen des Kleinunternehmertums im Handwerk, dem Lehrverhältnis den Charakter als Arbeitsverhältnis abzuftreiten und zu verleugnen, aller in der Mieterbewegung( Mietervertreter) tätigen von vornherein ins rechte Licht zu setzen. Man versucht das Lehrverhältnis als ein„ Erziehungsverhält. " Mitglieder der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei am Mittwoch, 31. Januar, abends 61, Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17/18 Tagesordnung: Die Löhne der Reparaturbranche sind durch Abfommen von 24. Januar festgesetzt für die Zeit vom 29. Januar bis 11. Februar für männliche Zeitlohnarbeiter in mechanischen und orthopädischen Betrieben 550 M., in anderen Betrieben 500 m., für weibliche ZeitIohnarbeiter in allen Betrieben 450 M. Die Affordbasen betragen für neue Arbeiten in orthopädischen Betrieben 550 M.. in anderen Betrieben 500 M., für Reparaturen in allen Betrieben 450 M. Beide Tarife sind im Verbandsbureau, Engelufer 24, sowie in den Bezirksversammlungen am 5. Februar erhältlich. Ofenseher Berlins! Die Verhandlungen über die Lohnerhöhung ab 21. bis 31. Januar sind resultatlos verlaufen. Die Arbeitgeber machten ein men sich die Lehrlinge absolut unterzuordnen haben, auch wenn sie Das Reichsmietengesetz in der Praxis. angerufen und wird voraussichtlich in den nächſten nis", die Lehrmeister als Erzieher" hinzustellen, selbst wenn sie mit einem Dugend und noch mehr Lehrlingen ohne einen einzigen Gefellen wirtschaften. Bei diesem Erziehungsverhältnis" ist natürlich alles Recht auf seiten des„ Erziehers", dessen Maßnahnoch so übel behandelt werden. Der Lehrvertrag ist„ tein Arbeitspertrag". Weil der Lehrling zunächst in den Handgriffen der Arbeit unterwiesen werden muß, die er zu leisten hat? Man fagt, der Lehrling jei kein Arbeiter, weil er noch nicht alle die Arbeiten leiften kann, die von einem Gefellen verlangt werden. Falls der Lehrling nicht monatelang mit der gleichen Teilarbeit beschäftigt wird, die jeder nicht im Lehrverhältnis stehende ungelernte Arbeiter ebenso bald und ebenso gut leisten kann, wird er allmählich mit den einzelnen Arbeiten vertraut, an die er gestellt wird und die er zu verrichten hat. Für die geringe Mühe, die man sich im Kleinhandwerf gibt, im Gegensatz zu den Lehrwerkstätten in der Großindustrie, um dem Lehrling diefen oder jenen besonderen Handgriff beizubringen, wird der Arbeitgeber reichlich entschädigt. Die Arbeit, die der Lehrling schon nach kurzer Zeit zu leisten hat, müßte entweder ein Ausgelernter mit verrichten oder ein ungelernter Arbeiter. In jedem Fall müßte anstatt der lächerlich geringen Entschädigung" Lohn gezahlt werden. In der zweiten Periode der Lehrzeit ersetzt der Behrling nicht nur die Arbeitskraft eines ungelernten Arbeiters vollauf, sondern die eines jungen Gesellen, wenn der Lehrmeister nicht nur Arbeitsleistungen von ihm gefordert, sondern ihn auch in qualifizierten Arbeiten gehörig unterwiefen hat. Wollte man die Erzieherrolle an Hand praktischer Beispiele untersuchen, mürden nicht wenige unserer Lehrlingserzieher bloßgestellt werden. Der Lehrvertrag ist heute freilich noch fein Arbeitsvertrag schlechthin, vielmehr die primitivste, rückständigste Art eines Arbeitsvertrages zuungunsten des auf mehrere Jahre hindurch gebundenen jugendlichen Arbeiters im Handwerk. Das zum Unrecht gewordene Lehrlingsrecht muß daher neuzeitlich verbessert werden, damit die Lehrverträge zu ordentlichen Arbeitsverträgen werden. Auch die Arbeitskraft der Schulentlassenen ist heute viel zu wertvoll, um auf Jahre hinaus dem Kleinhandwerk zur fostenfreien und unbeschränkten Ausnußung, außer der sogenannten Entschädigung, auf Kosten der Arbeitereltern ausgeliefert zu werden. " Hyänen des Arbeitsmarktes. Unter welchen miserablen Lohnverhältnissen einzelne Berufe heute noch zu leiden haben, spottet jeder Beschreibung. Das ist aber fur möglich, weil die betreffenden Arbeitnehmer noch immer der Organisation fernstehen. Zu diesen Berufen gehören vor allem die Kunstwerkstätten. Die Arbeitnehmer in diesen Berbstätten müssen nach Ansicht ihrer Herren Arbeitgeber schon davon fatt werden, in einer Kunstwerkstatt arbeiten zu können. Die Entlohnung beträgt für Frauen 3000 bis 6000 M., für Männer 7500 bis 10 000 M pro Woche. Die Arbeitszeit soll pro Woche 48 Stunden betragen, jedoch sind leberstunden von 2 bis 6 Stunden pro Tag an der Tagesordnung. Die zuständige Organi sation ist stets bemüht, diese Arbeitnehmer zu erfaffen. Ist jedoch eine Betriebsversammlung angefeßt, so werden die Arbeiter an diesem Tage zu leberstunden angehalten, ja selbst an Sonn tagen. In einigen Betrieben wird nun den Arbeiterinnen auf Wunsch Heimarbeit mitgegeben. Was die Arbeitsräume anbelangt, so sind in einem Betrieb in der Ritterstraße die Arbeitsräume nur durch Holzwände getrennt und noch andere Mißstände vorhanden. Obendrein sind aber auch noch die gewerbsmäßigen Stellenvermittler an der Arbeit. Bor uns liegt ein Originalschriftstüc folgenden Inhalts: ,, Bei mir liegt eine Nachfrage nach tüchtigen Wachsarbeitern und Formern für Teepuppen vor. Wenn Sie mir fofort ein Honorar von 10 000 m. zahlen, fönnen Sie fich sofort vorstellen gehen. Ich erwarte Ihren w. Besuch schnellstens von 2 bis 4 Uhr. Hochachtungsvoll Otto Schulz, bekannter Makler. Eilt sehr! Brivatadresse: Bin. B. 30, Nollendorfstr. 40 ( am Hochbahnhof Nollendorfplatz) Sprechzeit 2 bis 4 Uhr. Referent: Genosse B. Kuhnt, M.d.R. Die Ausführungsbestimmungen des Berliner Magistrats zum Reichsmietengeset werden ebenfalls behandelt./ Wir erwarten pünktliches und zahlreiches Erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch der Partei kein Zutritt. Der Bezirksvorstand. Lohnbewegung im Großhandel. Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels in Rücksicht auf die Der Deutsche Verkehrsbund hatte am 19. Januar beim Großunvorhergesehene fatastrophale Teuerung beschleunigte Verband lungen zwecks Ausgleichs der niedrigen Lohnfäße für die Handelshilfsarbeiter beantragt und erhielt unter dem 24. Januar folgendes Antwortschreiben: ,, Wir kommen zurück auf Ihr Schreiben vom 19. d. M. und gestatten uns, Ihnen mitzuteilen, daß Ihr Antrag in einer Ausschußfizung eingehend durchberaten worden ist. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, daß der Standpunkt derjenigen Gruppen, die noch irgendwie in der Lage sind, eine Erhöhung der vertraglich festgelegten Bezüge für den Monat Januar vorzunehmen, dahingehend lautet, daß unter Berücksichtigung, insbesondere auch der gesamten außenpolitischen Lage unseres Baterlandes Bereitwilligkeit besteht, von sich aus eine Erhöhung der tariflich festgesetzten Bezüge in den Betrieben vorzunehmen. Eine neuerliche vertragliche Vereinbarung, die in Form eines Ergänzungsabkommens bestehen müßte, wurde als mit dem Wesen eines Tarifvertrages nicht in Einklang stehend bezeichnet, so daß eine diesbezügliche Aussprache auch nicht als notwendig bezeichnet wurde. Die Mitglieder der Fachgruppen werden von den Beschlüssen in den nächsten Tagen unterrichtet." Die Organisation war nun begierig zu wissen, was den Arbeitern als Ausgleich geboten wird und erfuhr telephonisch, daß nur die Arbeitgeber folgender Branchen willens sind, ihren Arbeitern im paterländischen Interesse 10 Proz.(!) für den Monat Januar nachzubewilligen, und zwar: Tertilgroßhandel, Lederwirt schaft, Glas und Keramit, Dele und Fette, Kolonialwaren und Samenhandel, während die Arbeitgeber des Chemikalien-, Eisen- und Kurzwaren-, Werkzeugmaschinen- und Altmetall- Großhandels diesen Beschluß ablehnen.( Hoffentlich aus dem Grunde, weil ihnen dieser Betrag als zu gering erschien.) Es werden in all diesen Branchen im Durchschnitt höchstens 16 000 m. pro Woche an verheiratete Arbeiter gezahlt. Die Arbeiter befinden sich in verzweifeltster Lage. Die 10prozentige Erhöhung bedeutet für sie nicht einmal einen Tropfen auf einen heißen Stein. Die gesamte Arbeiterschaft wird überrascht sein, welch großes Intereffe die Arbeitgeber des Großhandels für die Erhaltung ihrer Arbeitskräfte, für das Wohlergehen derer Familien befunden. Die beantragten Verhandlungen werden kurzer Hand abgelehnt, trotzdem da die durch die politische Katastrophe entwerteten Berträge in neue Löhne für den Monat Februar den nächsten Tagen ablaufen bereits festzusehen wären. Eine allgemeine Funktionärversammlung obengenannter Branchen am Dienstag nimmt zu dieser Situation Stellung. Lohnregelung im Buchdruckgewerbe. ist Tagen verhandeln. Fachgruppe der Töpfer. Achtung! Metallarbeiterfunktionäre und Bertrauensleute! Die Berliner Geweikichaftskommission hat befchloffen, Sammellisten herauszugeben zur Unterstützung der Notleidenden infolge der Ruhrrebierbefegung. Die Sammellisten sind für unsere Funktionäre von heute mittag an in unserem Verbandsbause, Linienftr. 83, 85, Portal III 2 Tr., beim Kollegen Genossen Tirpit in Empfang zu nehmen. Deutscher Metallarbeiterverband. Drtsverwaltung Berlin. Metallarbeiter der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei! fünfte statt: Eisenformer und Berufsgenossen: 6% Uhr bei Leuschner, der Am Mittwoch, den 31. Januar, finden folgende Fraktionszusammen straße 110. Metallformer: 6% Uhr bei Müller, Schönleinste. 6. Uhr in der Schule Koppenplag, Klaſſenzimmer. Maschinenschlosser: 6 Uhr 6 Klempner: im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße, fleiner Gaal. Schleifer und Galvani feure: 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 5, Engelufer 24-25. Widler: 6 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 79. Bauschloffer: 6½ Uhr bei Boweleit, Rohrleger: 6% Uhr in der Schule Roppenplag, Beichenfaal. Joftystr. 7.Drücker: 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Engelufer 24-25. Mechaniker: 6% Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Elettromonteure: 6% Uhr bei Beinhold, Gipsstr. 3. Metallbrücker: 5 Uhr bei Reinke, Grünauer Str. 7. Graveure und Ziseleure: 5 Uhr im Alegandriner, Alegandrinenstr. 37a. Dreher: 6 Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße. Zutritt nur gegen Funktionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei. Der Fraktionsvorstand. J. A.: H. Knaad. Handelshilfsarbeifer im Großhandel! Dienstag 7 Uhr in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31, allgemeine Funktionärversammlung aller Branchen. Besondere Einladungen erfolgen nicht. Achtung, Schuhmacher! Am Montag abend 6 Uhr bei Henschel, Köpenider Str. 127a, wichtige Versammlung aller Kollegen und Rolle ginnen der Richtung Amsterdam. Erscheinen aller Parteigenossen ist dringend notwendig. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. im Verbandshaus, Rungestr. 30, Arbeitslosensaal. Verbandsbuch legitimiert. Achtung, Modelltischler der Privatbetriebe! Montag 4% Uhr Bersammlung Die Ortsverwaltung. Achtung, Bekleidungsarbeiter! Montag 5½ Uhr in der Schulaula Nieder. wallfir. 12 für alle im Bekleidungsarbeiter- Verband organisierten Kolleginnen und Kollegen der Richtung Amſterdam Bersammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen unbedingte Pflicht. Die Vertrauensleute der Richtung Amsterdam. Wetter bis Sonntag mittag. Mild und überwiegend bewölft. An der Küste leichte Regenfälle, sonit meist trocken bei mäßigen westlichen Winden. Verantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin: für Anzeigen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag G. m. b. H.. Berlin. Drud: Gierzu 1 Beilage. Bei Grippe- Gefahr schützen die fachärztlich empfohlenen Panflavin- Pastillen Der Deutsche Buchdruckerverein teilt mit: Die Tariffommission des Deutschen Buchdruck gewerbes hat für die beiden Wochen vom 29. Januar bis 11. Februar eine Lohnerhöbung auf 80 000 m., Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. für die Woche vom 12. bis 18. Februar auf 36 000 m., in den Spizenlöhnen beschlossen. Die Lohnerhöhung in Verbindung mit der weiteren Steigerung der Preise für alle Materialien hat eine Erhöhung der gegenwärtigen Druckpreise um 75 Broz. erforderlich Erstklassige Herrenbekleidung gemacht. Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Lohnzulagen in der Berliner Metallindustrie. Bilige Preise Also, um zu einer derartigen Beschäftigung zu gelangen, die Gegenüber den Löhnen, wie sie durch die Vereinbarungen fest- MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 höchstens 10 000 m. wöchentlich einbringt, soll man derartigen frag- aelegt waren bis einschließlich 28. Januar. ist für die Zeit vom würdigen Eristenzen einen vollen Wochenlohn in den Rachen werfen. 29. Januar bis einschließlich 11. Februar der StundenVon dem Inhaber solcher Kunstwerkstätten muß mindestens erwartet werden, daß sie der Ausbeutung Arbeitsloser teinen Vorbis einiol. 25. Februar beträgt der Stundenlohn in Klasse I 850 M. hergestellt. chub leisten und sich derartige Bermittlungen verbitten. Wozu Die weitere Regelung für die übrigen Klaffen ergibt sich aus dem Dr. Wegscheiders Brust- Tee nach Original- Vorschrift baben wir Arbeitsnachweise? üblichen prozentualen Verhältnis. Gegenüber der Regelung für Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dōnhoffplatz KON TINON Massary lohn in der Klaffe I erhöht worden auf 725 M.; ab 12 Februar Bei Husten, Asthma und Lungenleiden D Die Dafeinsberechtigung diefer Zigarette, der Berveis für ihre Güte, kommt erfreulich in der ftändig nachfenden Zahl ihrer Anhänger zum Ausdruck. elft Zu haben: edel wie der Name. + Nr. 44 40. Jahrgang ang Se Beilage des Vorwärts Beilage Die Ursache des Einsturzes im Mosse- Haus. Nach den bisherigen Ermittelungen liegt ein Verschulden der Bauleitung vor. Die städtische Baupolizei teilt über die Ursache der! Nach diesen Ausführungen scheint also festzustehen, daß die Einsturzkatastrophe im Mosse- Haus nach den bisherigen Unter- Schuld an dem Einsturz offensichtlich die Bauleitung trägt, die suchungen das Folgende mit: große Kieslaften auf einer noch nicht tragfähigen Decke lagerte. Nach unserer Ansicht hat jetzt der Staatsanwalt das Wort. Voraussehungen für das Aufstocken. Sonnabend, 27. Januar 1923 Konkurrenten der Kohle. Vielleicht sollte man beffer und richtiger sagen: Ersatz für Rohle! Jedenfalls ist das, was man heute auf vielen Straßen und vor vielen Häusern sieht, ein bedeutsames Zeichen unserer trauEmpfänger sind glücklich tarüber, Brennmaterial zu erhalten, das rigen Zeit. Große Fuhren mit Torf werden abgeladen und die billiger ist als Preßtohle. Torf als Heizstoff war früher in Berlin fast ganz unbekannt und wurde nicht benutzt. Das, man fann Die Notwendigkeit, einen an der Front der Schüßenstraße befindlichen fog. Boß- kran zum Aufwinden von Baustoffen zu fagen, flassische Land des Torfs ist Ostpreußen, wo seit langem beseitigen, um die um seinetwillen noch vorhandene Lücke in der schon nicht nur auf dem Lande, sondern auch in den Städten die Front des 6. Geschosses schließen zu können, hatte die Bauleitung Geht man offenen Auges durch unsere Geschäftsstraßen, so wird und den Mooren wird viel Torf gestochen", und es ist ein eigenDefen mit Torf gefeuert werden. Auf den vielen Wiesen Ostpreußens bewogen, eine größere Menge von Kies zur Er- man mit Staunen gewahr, wie zahlreiche Aufstockungen bereits artiger Anblick, wenn man durch die Provinz fährt, die vielen und sparung von Trägerlohn auf den Deden zu vorgenommen worden sind und noch fortwährend ausgeführt ziemlich hohen Haufen Torf zu sehen, die man zum Trocknen auflagern; Refte dieser Aufschüttung am Rande der Einbruchstelle werden. Ganz enorm ist diese Bautätigkeit in dem sogenannten geschichtet hat. Im 6. Geschoß ließen erkennen, daß hier der Kies, mindestens Bankenviertel, dessen Kern bekanntlich die Deutsche Bant bildet, das durchaus trocken sein, wenn er als Brennmaterial Bedeutung und Torf muß nämlich im Gegensatz zur Breßtohle stellenweife, bis zu rund 70 3entimeter Höhe lag, sich aber bis zur Hedwigskirche ausdehnt und zu dem neuerdings Wert haben soll. Er entwickelt, und das wird in Berlin interwährend er auf der darüber liegenden, den Einsturz veranlaffenden auch die Straße Unter den Linden durch bedeutende Neuerwerbun- effieren, eine große Heizkraft, aber er hat auch den großen Nachteil, Dede in der Nachbarschaft bis zu rund 35 Zentimeter Höhe aufge- gen und damit verbundene Neuaufstockungen hinzugekommen ist. Hausfrau, die unter den beschränktesten Verhältnissen wirtschaften, daß er start rußt und beim Verbrennen viel Asche hinterläßt. Die fchichtet war. Ein Zeuge, der Einschaler Friedrich Lamp, behaup- Aufstockungen nehmen am Schiffbauerdamm die AE. und die infolgedeffen mehr Arbeit und Anstrengung aufwenden muß als tete, daß der Kies über der eingebrochenen Dede an einigen Stellen mindestens 70 Zentimeter hoch gelegen habe; dem wurde vom BEW. und in der Dorotheenstraße das Postscheckamt vor. Das fo- früher, wird faum eine Freundin des Torfs sein, weil er schmutzt Polier August Puhke, dem Bauführer Buchholz u. a. indes wider- genannte alte Geheimratsviertel um den Potsdamer Bahnhof her- und das Paket häuslicher Arbeit noch vermehrt und beschwert. sprochen, so daß Abschließendes erst die gerichtliche Vernehmung um gewinnt durch diese Ueberbauten ein ganz neues Aussehen, und ergeben fann. Nun ist die Dede zu einer Zeit ausgeführt worden, das Beispiel des aufgesteckten Primus- Palastes an der Ede det in der die Temperatur fich ständig um den Nullpunkt bewegte. Ob Potsdamer und Margaretenstraße beweist, daß ein solcher Bau gerade zurzeit der Ausführung und in den nächsten folgenden Tagen man könnte ihn Mittelhochhaus nennen Frost geherricht hat, fonnte noch nicht ermittelt werden, weil sowohl werten architektonischen Eindrud ermedt. einen beachtens meteorologische Aufzeichnungen als auch das genaue Datum der Ausführung nicht vorliegen und ebenfalls erst durch Gerichtsverhandlungen festgestellt werden können. Der oben erwähnte Zustand der Elfeneinlagen und die allgemeine Erinnerung über die Witterung der letzten sechs Wochen läßt befürchten, daß die Dede noch nicht einwandfrei abgebunden hatte. Die Bauausführung war der Ansicht gewesen, daß ffrenger Frost jedenfalls in der fraglichen Zeit nicht geherrscht habe; die üblen Erfahrungen, die über das Abbinden des Zementmörtels bei niedrigerer Temperatur mehrfach gemacht worden sind, scheint ihr unbekannt geblieben zu sein, und so hielt sie eine Abbindezeit von etwa vier Wochen für ausreichend, so daß fie eine Ausschalung der Deden am 19. 6. M. an der Unfallstelle und östlich von ihr vornahm, während die Einschalung westlich und füdlich( rechts und nach hinten zu, von der Straße aus gefehen) noch vorhanden ist. Die ausgeschalten Teile links von der Unfallstelle sind erhalten geblieben, obwohl auch auf Ihnen zum Teil kirsschüttung lag. Sie find gegenwärtig von neuem abgefteist worden, so daß weitere Einstürze nicht erfolgen fönnen. Die zufammengebrochene Dede hat also ohne Einschalung fünf Tage lang unter Kiesbelastung gestanden. Ob befondere Umstände dann schließlich den Zusammenbruch veranlaßt haben, konnte bislang nicht festgestellt werden. Da sich fein Bauarbeiter unter den Verunglücten befindet, ist nicht anzunehmen, daß auf der Dede gearbeitet worden ist; dem widerspricht auch, daß die( allein noch erforderliche) Aufbringung der Zementabgleichsschicht im Stockwerk darunter im Gange war. Es muß daher angenommen werden, daß die durch Regen ständig vermehrte und an sich zu Unrecht vorgenommene Ueberbelastung schließlich die noch nicht vollständig abgebundene Dede zum Einsturz gebracht hat. Ob die Aufbringung des Kiefes von Eine sehr schwer zu lösende Frage ist bei jeder Aufstockung in der Bauausführung( Firma Georg Jacobowig und deren Bau- den dicht bebauten Geschäftsgegenden die Unterbringung der nötigen führer Buchholz und Polier Puhke) oder von einem Bauleitenden Baumaterialien, für die im allgemeinen weder auf den engen Höfen der Firma Moffe angeordnet worden ist, war nicht aufzuklären; der noch auf den schmalen, vom Verkehr beanspruchten Straßen und Polier behauptete, die Bauleitung habe die Anordnung getroffen; Bürgersteigen Platz ist und die deshalb vielfach auf den Boden weiteres muß der gerichtlichen Vernehmung vorbehalten bleiben. Der& ies ist jedenfalls erst am 19. d. 2. aufgebracht worden, und oder auf das Dach gebracht werden müssen, ein Umstand, der bei zwar nach der legten baupolizeilichen kontroll- der Katastrophe im Mosse- Haus eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat. besichtigung. Diese fanden im allgemeinen rund alle acht Tage Außer einigen Privatvillen und mehreren Genossen statt; dabei wurden jedesmal so befriedigende Verhältnisse vor- fchaftshäusern sind die Aufstockungen im Berliner Geschäftsviertel so gefunden, daß eine Bermehrung der jedesmal mehrere Stunden er- ziemlich die einzigen Neubauten, die das Berliner Baugewerbe zurfordernden Kontrollen nicht erforderlich schien, zumal alle Ge- zeit auszuführen hat. fahren mit sich bringenden Rohbauarbeiten beendet waren und sich eine Maßnahme wie die vorgenommene unsachliche Lagerung von Kies auf der frischen Dede nicht voraussehen ließ, wie denn auch bei der betreffenden Kontrolle davon nichts verlautete. Auch bei Prüfung der statischen Unterlagen für die Decke ist baupolizeilicherfeits nichts verabsäumt worden." ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 21] Drei Soldaten. Von John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuskript überseht von Julian Gumperz. Dann schwirrten wir ab.. Kerls, mir ist im Hals fo trocken, als ob ich in der Hölle säße. Bestellen wir noch' ne Flasche!" „ Selbstverständlich," fagten alle " Neben dem Torf behilft man sich heute in Berlin, weil man tie ungeheuerlichen Preise für Breßtohle nicht bezahlen fann, mit Braunkohle, die gleichfalls früher in Berlin nicht benutzt und geschäßt wurde. Indessen, was die Heizkraft anbelangt, fo gilt für bie Braunkohle dasselbe, was porhin darüber vom Torf gefagt worden ist. Aber auch die Braunkohle„ ascht" start und macht der Hausfrau mehr Arbeit. Dazu kommt, taß die Berliner Defen, weil fie feine Rofte haben, auf diese Feuerung nicht eingerichtet sind, die dann auch infolge der mangelnden Roste nicht voll zur Auswirkung fezungen für eine Aufstockung gegeben sind, ist, ob der bestehende renten der Breßfchle ganz gut helfen, und es ist entschieden besser Die wichtigste baupolizeiliche Frage, ob die statischen Boraus fommen fann. Jedenfalls aber fann man sich mit diesem Kontur Unterbau fräftig genug ist, einen Aufbau auszuhalten. Es darf und bequemer für den Einzelnen und vor allem befömmlicher der wohl ohne weiteres gesagt werden, daß in Berlin bisher feine Auf- gesamten Wirtschaft und der Allgemeinheit, wenn man als Erfah stockung ohne eine sehr eingehende und gründliche Untersuchung für Breßkohle zu Torf und Braunkohle die Zuflucht nimmt, als daß der Tragfähigkeit des Baues von der Baupolizei genehmigt worden man wie vor Jahren in Wien zur Selbsthilfe greift, ganze Wälder ist. Auch der Mosse- Bau ist ein modernes Haus mit schwergefügtem abrodet und das Unterbau, das zweifellos eine Aufstockung sehr gut verträgt. Die beraubt. Land hervorragend schöner Naturdenkmäler Aufstockung selbst erfordert nicht nur eine forgfältige Ausführung, sondern sehr vorsichtige und sorgfältige Vorbereitungen. Das alte stehende Gebäude wird zunächst vollständig von einem riesigen, hohen Gerüst umkleidet, das allen für die Bauarbeiter nötigen Sicher heitsanforderungen entsprechen muß. Leider hat der Aufbau eines solchen Gerüftes zur Folge, daß den Einwohnern zunächst alles Tageslicht geraubt wird. Eingebaut in das Gerüst werden elektrische Aufzugsvorrichtungen und bewegliche Baulastfräne, die in eisernen Turmgerüsten untergebracht sind. Schutt wird weder heruntergetragen noch gefahren, sondern durch staubsichere Trichter herunter geschüttet. Um das Gebäude gegen Witterungseinflüsse( Regen, Schnee) zu schützen, muß der Architekt bestrebt sein, das alte Dach so lange wie möglich zu erhalten. Die Aufstockungen müssen in fich start verantert sein, um nicht den Zusammenhalt mit dem alten Gebäude zu verlieren. Baumaterial auf dem Dach. Einffurzfatastrophe in Weida. Infolge des eingetretenen Tauwetters stürzte beim Neubau eines Kesselhauses in Weida eine Wand ein und begrub fünf Maurer unter sich. ihnen, sämtlich Familienbäter, waren sofort tot, der Vier von Verlegte ist ins Krankenhaus gebracht worden. " tohle der Kots. Er ist so populär geworden, daß er befungen Am beliebtesten aber ist in Berlin seit jeher neben der Breßworden ist und viele unserer Leser werden sich gewiß noch des schönen Couplets erinnern: Mutter, der Mann mit dem Rofs ist da!" Heute freilich kommt der Mann mit dem Kofs nicht mehr ins Haus und bietet ihn an wie fauer Bier. Heute muß man ihn holen, und auf den Höfen der Gasanstalten sieht man lange Schlangen der auf Rots Wartenden mit fleinen Hantwagen. Rots ist gewiß nicht billig, doch er hat hohe Heizkraft und brennt sparsam. In Friedens zeiten bereits brannte in Arbeiterwohnungen in der Küche fast ausschließlich Kofs und die ganze Familie wärmte sich an der Kochmaschine, die außerdem noch die färgliche Mahlzeit lieferte. ist aber entschieden ein milder Winter, wie wir ihn bis jetzt gehabt Der beste Konkurrent der Kohle und ihr gefährlichster Gegner haben und der uns hoffentlich beschert bleibt und so manche laſtende Gorge lindert. Noch keine Tariferhöhung bei der Straßenbahn. Hornberger Schießen. Alle vorliegenden Anträge der Verwaltung Die gestrige Sitzung der Verkehrsdeputation endete wie das wurden abgelehnt. Die Verwaltung hatte infolge neuer Lohnsteigerung 180 M. für den Einheitstarif beantragt. Die Mehrheit der Deputation war für 150 M. Da aber ein Abänderungsantrag der abgeSozialdemokraten auf Verbilligung der Wochenkarte reicht. Die Deputation wird am Montag erneut zusammen. treten. Es ist in dieser Sigung mit der Annahme des 150- M.Tarifs zu rechnen. Angenommen wurde eine Entschließung, die Ausdehnung der Bersuche mit Teilstredentarif verlangt. Ferner wurde allfeitig energisch der Standpunkt vertreten, daß die Gehälter der Straßenbahn unter allen Umständen pünktlich zu bezahlen sind. Straßenbahneinstellung. Die Mindener Straßenbahn stellt infolge von Finanzichwierigkeiten am 1. Februar ihren Be Die Leipziger Straßenbahn erhöhte den Tarif auf trieb ein. 150 M. ein fleines Kaffee und amüsierten uns da' mal anständig. feinem Wagen Benzin literweise zu saufen und schoß ab, wie Fühlten uns da recht wohl, und ich sage also zu Bill: Bill, ein Ball aus der Hölle, und da war verdammt viel Berkehr wir müssen ins Quartier zurück und denen erzählen, daß bei auf der Straße, weil da an der Front wieder' mal ein solch einem Unglücksfall unser Wagen in Stücke ging, ehe noch diese närrischer Angriff vor sich ging. So fam ich nach Paris. Militärpolizisten sich mit uns beschäftigen. Und er sagt: haft Da wäre alles schon gut gewesen, wenn ich nicht so ein Mädel verdammt recht. Gerade in dieser Minute sah ich durch eine getroffen hätte, das ich kannte. Ich hatte noch fünfhundert Spalte in der Tür, wie fo'n Feldgendarm ins Kaffee fam. Wir Franken bei mir, und so machten wir' ne feine Riste auf. Wie rückten aus durch den Garten und machten uns an die Mauer wir eines Tages im Café de Paris faßen wir waren beide ran. Kamen auch gut rüber, obschon mir ein anständiges fo'n bißchen angefäuselt, un' hatten nicht genug Geld, die Stück meiner Hosen an den Glassplittern zurückließen. Aber Rechnung zu bezahlen- un' Jane lief, um' was Geld zu holen. diese Feldschweine famen auch rüber und hatten ihre Knall büchsen in der Pfote. Und alles, was ich dann noch von Bill Rees sah... war ein großes, fettes Weib in einem roja Kleid, " Noch eine Champagner, Marie!" die wusch Wäsche in einem großen Faß, und der arme Bill " Nun," fuhr er fort, wir surrten los, wie ein Ball aus Rees rennt gerade auf sie zu und purzelt mit ihr in das Waschder Hölle, eine schöne Straße hinunter, und es ging alles faß. Na, da hatte ihn ja das Schwein. So entfleuchte ich. ganz gut, bis einer der Hauptleute dachte, wir müßten mal ein Und das allerlegte, was ich noch von Bill Rees fah, war, wie fleines Rennen machen. Das taten wir auch... Comprih? er so aus dem Waschfaß' raustam, als ob er am Schwimmen In der Hitze des Gefechts wurden wir so aufgeregt, daß wir fei, und das fette Weib saß am Boden und erhob die Fäuste alle den Sergeanten vergaßen. Der fiel runter, und feiner gegen ihn. Bill Rees war der beste Kamerad, den ich je hatte." fümmerte sich darum. Und schließlich zogen wir vor eine Er machte eine Pause und goß den Rest des Campagners Kneipe, und einer der Hauptleute sagte: wo ist denn der Ger in fein Glas, wischte den Schweiß von der Stirn mit seiner geant? Und der andere meinte: gar feiner mitgewesen. Und großen, roten Hand. Bon swar, ma chérie, Comment allez vous?" darauf tranfen wir alle. Und der eine Hauptmann sagte Er machte eine Pause und goß den Rest des Champagners ständig: alles nur Einbildung. War nie ein Sergeant mit. in fein Glas, wischte den Schweiß von der Stirn mit seiner Würde doch nie mit'm Sergeanten losfahren, nich', Leutnant? großen, roten Hand. Er nannte mich immer Leutnant. Nun, auf diese Weise kam" Du bindest uns doch hier nicht etwa einen auf?" fragte ich zu der neuen Anklage. Irgend jemand fischte den Ser- Fuselli. geanten auf, und der hatte so' ne fleine Gehirnerschütterung " Frag' du' mal Leutnant Whitehead, der mich vor dem weg... Zur gleichen Zeit ungefähr meinten die Hauptleute, Kriegsgericht verteidigt, ob ich euch einen aufbinde. Ich habe wir fönnten mal nach Paris fahren. Und wir sagten, wir im Ring gefämpft, Kerl, und daruf tannst du deinen lezten würden sie mitnehmen. Und so taten wir das ganze Benzin Dollar wetten, daß ein Mann aus dem Ring die Wahrheit in meinen Wagen, und wir fletterten alle vier auf das ver- fagt." dammte Chassis, und ab aings, wie ein Ball aus der Hölle... Fahre fort, Dan," sagte der Sergeant. Na, nach ungefähr zwei Minuten fanden wir uns auf einem ,, Un' seitdem habe ich nie wieder von Bill Rees ein Wort dieser netten fleinen Steinhaufen wieder. Wir standen aber gehört. Ich denke, die haben ihn in die Gräben gebracht und alle wieder auf Der eine der Hauptleute hatte' nen ge- furze Arbeit mit ihm gemacht." brochenen Arm, und das war' ne schlimmere Geschichte, als Da Cohen machte wieder eine Pause, um sich eine Bigaben Sergeanten zu verlieren Go gingen wir dann zu Fuß rette anzuzünden. die Straße' runter. Ich weiß nicht, wie es fam; es wurde ,, Nun, eines dieser Feldschweine fommt hinter mir her aber wieder hell. Und so tamen wir in irgend so' ne ver- und beginnt zu schießen. Ihr könnt euch denken, daß ich lief. tammte Stadt, und da waren zwei Militärpolizisten, die schon Donnerwetter, hatte ich' ne Angst. Aber ich hatte Schwein; auf uns warteten. Comprih? Na, wir haben da nicht lange da war ein Franzofe, der gerade mit seiner Karre losfuhr, mit den beiden Hauptleuten' rumgefacelt. Wir machten uns und ich sprang auf und sagte, die Feldgendarmen seien hinter gleich dünne, schwirrten eine Seitenstraße hinunter, gingen in mir her. Der wurde ganz weiß, dieser Franzmann. Er gab Inzwischen aber faßte mich' n Feldgendarm, un' dann war die Hölle los... Comprih? Sie steckten mich in die Bastille, dann verluden sie mich nach irgend so' nem verdammben Lager, gaben wir ein Gewehr un' ererzierten mich eine Woche und packten nns schließlich alle in einen Zug nach der Front. Da war wieder fast Schluß mit mir, aber als wir in Vitry- leFrançois antamen, schmiß ich meine Knarre aus dem einen Fenster und sprang aus dem anderen un' auf einen Zug nach Paris zurück und ging und berichtete im Quartier, wie ich den Wagen zu Scherben gefahren habe, un' in der Bastille war, und alle waren wütend auf die Feldgendarmen, und sie fandten mich zu einer Abteilung, und alles ging gut, bis ich Befehl bekam, in dieses fogzige Lager zu kommen. Un' jetzt weiß ich nicht, was sie mit mir vorhaben." ,, Donnerwetter!" ,, Großartig, so'n Krieg. Sage, ich möchte nicht drum rumtommen. Bin froh, daß ich dabei bin." In der anderen Ede des Zimmers fang einer: " Oh Madmerfelle aus Armentieh, Parleh wuh?" „ Donnerwetter, ich muß jetzt hier' raus!" sagte Dan Cohen nach einer Minute." Draußen wartet' n Mädel auf mich." Er schwankte hinaus und sang das Lied, das er immer Bon swar, ma chérie, Comment allez vous? Sie vous voulez Couchez avec moi sang: Die Tür schlug hinter ihm zu, und viele, hatten das Kaffee verlassen. Madame hatte wieder zu stricken begonnen, und Marie mit den festen, weißen Armen saß hinter ihr, hatte den Kopf zurück gegen die Flaschen gelehnt, die in Haufen hinter der Bar aufgeschichtet waren.( Fortsetzung folgt.) Die Streikabficht der Kassenärzte. 4 Wirtschaft Einschränkung des Eisenbahnverkehrs. Zu unseren am Freitag veröffentlichten Mitteilungen über An- Berminderung der Personenzüge um 10 bis 20 Prozent. griffe, die von dem Groß- Berliner Aerztebund durch Berminderung der Personenzüge um 10 bis 20 Pro3. Spekulation auf Staatskosten. seinen Geschäftsführer Sanitätsrat Dr. Sternberg gegen die Der Personenzugverfehr der Reichsbahn soll in Krankenkaffen gerichtet werden, sendet uns der Verband der nächster Zeit um insgesamt rund 10 bis 20 Prozent einge- Nach den Bestimmungen über die Stundung von HolzKrantenfassen Berlins eine längere Erwiderung. schränkt werden. Die Einschränkungen erfolgen zum Teil sofort, faufgelbern vom 18. Juli 1921, welche von dem damals Wir entnehmen ihr die folgenden Angaben über die Ursachen, zum Teil von Mitte nächster Woche ab. Wenn auch die Dienst- amtierenden bürgerlichen Fachminister Warmboldt erlassen worden die dazu geführt haben, daß die Krankenkassen mit den Aerzte- fohlenlage der Reichsbahn zurzeit noch günstig ist( Vorrat für find, kann Holzkäufern unter bestimmten, leicht zu erfüllenden Behonoraren zum Teil im Rückstand bleiben mußten. etwa 40 Tage), so müffen boch bei der Ungewißheit der dingungen das Kaufgeld für das von ihnen in den Staatsforsten Bis zum 1. Mai 1922 durften die Kaffen nur Beiträge nach Weiterlieferung von Kohlen in das nichtbesetzte Gebiet getaufte Holz bis zum 3. März des dem Forstwirtschaftsjahre des einem Grundlohn von 60 M., von Mai bis Oktober nach einem die Ersparnismaßnahmen sofort einsehen. Die Einschränkungen er- Holzeinschlages folgenden Kalenderjahres gestundet werden. Grundlohn von 120 M. und erst nachher nach einem Scundlohn Der Grund für die Stundung der Kaufgelder war der, daß von 500 M. berechnen. Unter Berücksichtigung der in beschränktem folgen auf Grund von Plänen, die die Reichsbahndirektionen nach Umfange zulässigen Beitragserhöhungen hatten die Kranfenfassen bis ben örtlichen Verhältnissen aufgestellt haben. Dabei ist auf die Bes auf diese Weise den Holzfäufern ermöglicht werden sollte, das von 1. Oktober nur Einnahmen in Höhe des Zwanzig- bis Bierzig- dienung des Berufsarbeiter und des übrigen lebensnotwendigen ihnen gefaufte Holz zu verarbeiten, durch Verkauf zu verwerten fachen, ab 1. Oktober in Höhe des Hundertfünfzig bis Berkehrs, besonders auch der Post sowie von Milch in Personen- und aus dem erzielten Erlöse die Kaufgelder zu bezahlen. Infolge der rasch fortschreitenden Entwertung unserer Baluta 3weihundertsachen der Friedensfäße. Demgegenüber stehen zügen Rücksicht genommen. Die Unbequemlichkeiten, die aus den Steigerungen der Ausgaben bis 1. Oftober in Höhe des Drei Einschränkungen bei dem zurzeit sehr starken Bersonenverkehr ent- haben sich jedoch aus der Anwendung dieser Stundungsbestimmun hundert bis Bierhundertfachen, jetzt in Höhe des Sieben stehen sollten, müssen in den Kauf genommen werden. Im Berenderung dieser Bestimmungen dringend erforderlich ist. Bisher gen derart erhebliche Misst än de entwickelt, daß eine schleunige hundert bis Achthundertfachen gegenüber dem Frie- liner den. Die Kaffen fonnten schon im September ihren Berpflichtungen diner Stadt, Ring- und Vorortverkehr tritt eine hat die Forstverwaltung nach dieser Richtung nichts getan. nur mit großer Mühe nachkommen. Trotzdem erließ die Regierung Einschränkung des Verkehrs nicht ein. Entsprechend dem Fortschreiten der Martentwertung sind die eine Verordnung, nach der den Krantenfaffen zwar im November Holzpreise in den letzten Monaten ins Ungemessene, zuletzt fogar Mehreinnahmen zufloffen, die sie aber schon ab 1. November Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangner am Sonntag, den der Preise für Rohholz hängt auch zusammen die Steigerung ber Kundgebung der ehemaligen Kriegsgefangenen. In der von der über den Weltmarktpreis gestiegen. Mit der Steigerung verpflichtete, gan 3 erheblich erhöhte Barleistungen zu gewähren, für die eine Dedung nicht vorhanden wer. Infolge. 28. d. M., vormittags 10 Uhr, in der Stadthalle, Klosterstraße Preise für Zellulose und, Papier, so daß auch die gegenwärtige dessen ist schon im vorigen Quartal ein Teil der Kassen nicht in der( nahe Alexanderplah), stattfindenden Protestfundgebung wird der Ba piernot, die Not unserer Presse, das Eingehen zahlreicher Lage gewesen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Sie erhalten 1. Bundesvorsitzende Genosse Erwin Barjanti über: Die Gewalttat Tageszeitungen eine Folge dieser enormen Preissteigerung für durch Vermittlung der Regierung, die anerkannte, daß die Kassen an an der Ruhr" und Regierungsrat Amberger über: ,, Bergeffene Repa- Rohholz ist. Wenn der Holztäufer das Holz, das er in der Zeit von der finanziellen Lage schuldlos find, einen einmaligen Kredit. Der rationsleistungen" sprechen. 1921 bis 1922 getauft hat, erst am 31. März 1923 zu bezahlen hat, Krebsschaden in den Krankenkassen ist die 3ersplitterung. besteht die Aussicht, daß der Wert der gezahlten Summe infolge Besonders in den Betriebs- und Ersatkassen sind die hochgelohnten Geldentwertung nur 1/100 desjenigen Betrages beträgt, den er im Angestellten und Arbeiter, die vorher auf ihren Gesundheitszustand Winter 1921/22 schuldig geworden ist. Dadurch wird einmal der untersucht werden. In den Allgemeinen Ortsfrankenkassen sind die Fiskus sehr wesentlich geschädigt. Inzwischen hat der Käufer Schlechtgelohnten, tie unter erheblich höheren Krankheitsgefahren das von ihm im Winter 1921/22 getaufte Holz aufgeschnitten, verstehen. In der Allgemeinen Ortsfrankentasse Berlin gehörten am arbeitet und zu wesentlich höherem Preise verkauft, und zwar inner1. Dezember 1922 nur 30 Broz. der Mitglieder der höchsten Stufe" Der Frembenlegionär" heißt das neue Manegeschauftück im Birkus halb einer Zeit von längstens sechs Monaten. Mit dem durch den Ein großer Teil zahlte im Jahre 1922 noch nicht so viel Bush. Man fommt in acht Bildern, die das abenteuerliche Schickial eines Verkauf erzielten Erlös, der zur Bezahlung des Ankaufes dienen an Beitrag, wie die Aerate im Monat Honorar verlangen. Den in bie Fremdenlegion verschlagenen Deutschen schildern, leider ein wenig zu sollte, aber noch immer gestundet wird, betreibt der Käufer auf Abänderungen der Beitragsfäße wurden von den Aufsichtsbehörden sehr der Zeitstimmung entgegen. Wir wissen natürlich alle, daß die franzö ftets Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Die letzte am 1. Januar life fremdenlegion eine der widerwärtigften Erscheinungen des Militarismus Roften des Forstfiskus schwungvolle Spetulationsan- und darstellt. Man soll sie mit allen Mitteln betämpfen. Das geschieht aber perkäufe und verdient mit ihrer Hilfe einen Betrag, der um ein in Kraft getretene Aenderung erhöht zwar die Einnahme der besser nicht von der Bühne oder der Manege aus, wo im Augenblick die Bielfaches höher ist als der Kaufpreis, den er im Winter 1921/22 Krankenkassen, aber infolge ter inzwischen eingetretenen Steigerung Gefahr besteht, daß sich das übelite nationalistische Radauheldentum der für das Holz geboten hat. Der Forstfiskus aber, auf deffen Kosten auf allen Gebieten ist eine durchgreifende Befferung nicht zu er Sache bemächtigt. Es soll aber anerkannt werden, daß das Schaustück im bie ganze Spekulation erfolgt ist, erhält nur den im Winter 1921/22 warten. Dies ist nur möglich, wenn den Allgemeinen Birfus Busch gefchidt möglichst alle Stlippen vermeidet und sehr abwechslungsvereinbarten, nach dem gegenwärtigen Balutastande lächerlich geOrtstrantentassen alle Versicherungspflich reiche Bilder stellt, Das Stüd wird heute nachmittag 3 Uhr in einer tigen zugeführt werden. Solange es aber der Geseggeber Sondervorstellung vorgeführt, deren Gesamteinnahme ohne jeden ringen Preis von dem Holzläufer. Mit dürren Worten ausgedrüdt, wird also der Holzfäufer aus ftaatlichen Mitteln und auf Kosten nicht nur zuläßt, sondern direkt veranlaßt, daß die höchstgelohnten Abzug den Arbeitern des Nuhrgebiets zufließen soll. des Staates in einer jedes Maß übersteigenden Weise be= Arbeiter und Angestellten in Sonderkrankenkassen versichert sind und reichert. Der Forstfiskus züchtet auf diese Weise Nachkriegs. den Allgemeinen Ortsfrankenkassen nur die schlechten Risiten bleiben, gewinnler, indem er ihnen gewissermaßen die Mittel zu ihrer prowird eine Besserung der finanziellen Lage nicht eintreten. buftionsverteuernden Spekulation zur Verfügung stellt. Das ist ein Zustand, der nicht mehr geduldet werden kann. erhalten durch die Stundung auch die Möglichkeit, angesichts der Die Räufer auf den Auftionen der einzelnen Oberförstereien an. Die Zuschrift, aus der wir wegen ihrer Länge hier nur einen Teil wiedergeben konnten, bedauert, daß die Regierung nicht wirlfam eingreift. Der Krantenfallennerband meist die = Für die Ruhrbevölkerung erhielten wir vom Regelflub„ Holzmustel", Treptow, 18 000., die wir an die Gewerkschaftsfommission Berlins und Umgegend weitergeleitet haben. Wir bitten, alle weiteren Beträge, welche für diesen Zweck gesammelt werden, direkt an die von den Gewerkschaften eingerichtete Sammelstelle in der Gewerkschaftskommission, Engeinfer 14/15, abzuführen. Der Mord auf der Kasper- Baude. Das Drama auf der Rasper- Baube im Riefengebirge ist auch bis zur Stunde noch nicht völlig geklärt. Die Kasper Baude, die zu den unweit von Niederhof bei hohen- Elbe in 1000 Meter Höhe gelegenen Böhmischbauden gehört, ist, da der Schnee über einen Meter hoch liegt, Deffentlichkeit herabzusehen versucht habe. Sein Borgehen werte erfehr abgeschnitten gewesen. Die Tat wurde zuerst gegenwärtig noch steigenden Valutaentwertung den Weltmarktvon allen, die die Lage der Krankenkassen kennen und sie objektio von einem Waldjäger, der bem Kasper einen Brief zu überbringen beurteilen, nicht gebilligt werden. mar, entdeɗt. hatte, und der auf Schneeschuhen durch den Hochwald vorgedrungen Er fand den Mann, die Frau unt das dreiEine Diebesbande verhaftet. jährige Kind ermordet vor, während ein 6 Jahre altes Kind unverlegt in feinem Bette schlummerte. Das Bich hat offenbar Die Säge in der Stiefelfohle. Bier Schwerverbrecher, die in der letzten Zeit in Berlin feit einigen Tagen fein Futter erhalten. Die Gerichtstommiffion aus Hohenelbe vermochte bei der Unwegsamkeit des Geländes und der bandenmäßig Schreibmaschinendiebstähle verübten, wurden von der hohen Schneelage erft 2 Tage nach Entdeckung der Lat bis an die Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Die Einbrüche dieser Art Baude vorzubringen. Auch sie hat noch feine Klarheit zu mußten. Aus dem Amtsgericht Charlottenburg wurden Tat von Räubern, deren Spur durch den lekten Schnee offenbar nahmen so überhand, daß besondere Maßregeln getroffen werden schaffen vermocht. Zunächst wurde angenommen, daß es sich um die von den Einbrechern alle Maschinen gestohlen, ebenso verwischt sein mußte, handelte, doch neigt man jezt der Auffaffung auch auf den Bureaus großer Geschäfts- und Fabritbetriebe. Die zu, daß der Kasper, der mit seiner Familie in Unfrieden lebte, Verbrecher erbeuteten Millionenwerte. zuerst die Frau und das dreijährige Kind erschlug und sich dann durch Dolchstiche ums Leben brachte. Völlige Klarheit hat sich auch deshalb noch nicht erzielen laffen, weil der Waldjäger bei der Enttedung der Tat im ersten Schreck die Leiche nicht unberührt liegen ließ. Arbeitersport. Hallensportfest am 4. Februar. Benn beispielsweise ein Holzläufer im Winter 1922/23 für ein be preis ohne jedes Risiko ihrerseits zu überschreiten. liebiges Quantum Holz 1 Million Marf bietet, während dieses Holz Burzeit des Kaufes nur einen Weltmarktpreis von 800 000 m. hat, die Geldentwertung mindestens um weitere 100 Proz. fortgeschritten so fann er damit rechnen, daß bis zur Zahlung am 3. März 1924 ist und die wirklich gezahlte Summe nur noch einen Wert von 500.000. darstellt. Die Differenz zwischen dieser Summe von 500 000 m. und dem Weltmarktpreis von 800 000 m. ist der 500 000. und dem Weltmarktpreis von 800 000 M. ist der fagt, Spekulanten mindest gewinn des betreffenden Holzfäufers ober, besser geDie Stundung des Kaufgeldes führt zu ganz ungefunden Ber hältnissen, die den weiteren Verfall unserer Baluta zu beschleunigen geeignet sind. Denn wenn tatsächlich diese hohen, den Weltmarktpreis übersteigenden Summen für Holz. gezahlt werden, so schnellen nach der bekannten und berüchtigten Wiederbeschaffungstheorie sofort sämtliche Holzfabritate, welcher Art fie auch sein mögen, auf einen Preis in die Höhe, der den von den Holzläufern gebotenen Preisen für Rohholz entspricht. Dadurch wird die Lebenshaltung unseres Boltes verteuert und die Notwendigkeit einer andauernden Steigerung der Gehälter der Beamten und Angestellten und der Löhne der Arbeiter herbeigeführt. Denn Holz ist neben der Rohle eines der wichtigsten Bedarfsartikel des deutschen Boltes. feine lediglich auf ein weiteres Ginten der Baluta gegründete SpekuAuf der anderen Seite hat aber der gewissenlose Spetulant, damit fation nicht fehlschlägt, ein Interesse daran, den Weltmarktpreis zu überbieten und auf diese Weise die Preise für die Fertigfabrikate zu Baluta zu begünstigen. Es wurde nun ermittelt, daß ein gefährlicher Ein- und Ausbrecher Peter Umlauf dabei seine Hand im Spiele hatte. Dieser hat den Strafbehörden schon viel zu schaffen gemacht. Umlauf veranlaßte im vorigen Jahre die Meuterei im Zuchthaus zu Branden. burg a. d. Hapel. Er wurde dann zur weiteren Verbüßung seiner Strafe nach In sterburg gebracht. Dort gelang es ihm mit Hilfe einer Säge, die er zwischen den Sohlen eines Stiefels versteckt hatte, auszubrechen. Er entfam nach Litauen, arbeitete dort furze Zeit, bis er fich neue Kleidung anschaffen fonnte und ging dann in der Maste eines Landarbeiters mit einer Miftgabel anstalten am Sonntag, den 4. Februar, im Sportpalaft, BotsDie gesamten Arbeitersportorganisationen Groß- Berlins per auf der Schulter über die Grenze. Zunächst wandte er sich nach bamer Straße 72, ihr diesjähriges Hallensportfeft. Die Arbeiter feiner Heimat Wattenscheid und fehrte dann nach Berlin zurück radfahrer( Solidarität) führen Einzel, Kunstfahren, Radball- und und warb einen Albert Klein, einen Leo Wittkowiti und Radpolospiele vor. Von den Arbeiterathleten werden nur Die einen Otto Setteforn zu einer neuen Bande an, die die Um Stärtften im Gewichtheben( bis 3 Beniner zur Hochstrecke) auftreten, steigern und dadurch eine immer weitere Entwertung unserer gebung Berlins unsicher machte. Nach einem Einbruch in ein Bauerngehöft bei Neu- Ruppin, mp. die Bande Hammel und auch zu den Ringkämpfen fommen nur die Gewandtesten und Eine schleunige Revision der genannten Bestimmungen vom Hühner abschlachtete, wurde Umlauf auf dem Bahnhof Stärksten unserer Berliner Arbeiterringer zusammen. Die Jiu- Jitsu ergriffen und nach Rathenow gebracht. Dort fiel er in seiner Ge- Rämpfer werden neue Berteidigungsmöglichkeiten vorführen. In 18. Juli 1921 ist daher notwendig, und zwar etwa dahin, daß im fängniszelle über den alten Auffeher her, nahm thm die Schlüssel den leichtathletischen Kämpfen treten nur eingeladene erste Kräfte Falle einer Stundung der zur Zeit des Holzverkaufes geltende ab, schloß ihn in seine Zelle ein und öffnete dann auch andere Bellen der Arbeiter- Sportvereine Groß- Berlins auf den Plan, denen sich Roggenpreis zugrunde gelegt wird, und daß der Käufer, falls türen. Aus dem Zimmer der Aufseher ftahl er zwei Bistolen. End- noch erfte Läufer aus Leipzig zugefellen. 40 Frauen und Mädchen der Roggenpreis bei der Fälligkeit des Holztaufgeldes höher sein lich gelang es ihm, vom Hof aus über die hohe Umfaffungsmauer zu den Klängen der Musik rhythmische Leibesübungen zeigen. Schul Kaufpreis zu zahlen. Die Sicherheit, welche vom Käufer zu der Bundesschule des Arbeiter- Turn- und Sportbundes werden nach sollte, verpflichtet ist, einen entsprechenden prozentual höheren entkommen. Die Bande wurde nun in einer Schantwirtschaft in der Invalidenstrake ermittelt, wo sie mit weiblichem Unhana Orgien mädchen und-fnaben, Jugendliche und Männer werden an den Gestellen ist, und die heute nur 10 000 m. oder in einem anderen zu veranstalten pflegte. Als sie gerade den gelungenen Einbruch räten die Entwicklung des Turnens vorführen. Den Abschluß des in das Amtsgericht feierte, murde sie von der Polizei überrascht. Die Programms bildet ein Hockenspiel von Arbeiterfrauen und mädchen. Falle 30 Proz. des Papiermarkfaufpreises beträgt, muß mindestens vier Verbrecher wurden gefesselt nach dem Bolizeipräsidium gebracht. Der Sportpalaft wird nachmittags 1 Uhr geöffnet, Beginn der Bor- 100 Proz. höher sein als der von ihm gebotene Raufpreis. Auch Eine genaue Untersuchung seiner Kleidungsstücke förderte auch Um- führungen 2 Uhr. Eintrittstarten für Erwachsene 200 M., an der Staffe 250. muß dem Fiskus das Recht zustehen, falls die Sicherheit infolge Für Jugendliche im Vorverkauf 100 M., an der Kasse 150 M. Jugendbarten laufs Säge zu Tage, mit der er schon 6 Ausbrüche bewert werden im Borverkauf nur durch die Sportorganisationen ausgegeben. Für stelligt hatte. Die Schreibmaschinen aus dem Amtsgericht und von Erwachsene Borvertauf, Webbing: Metallarbeiter- Börse, Magstraße 12; Mitte: Sporthaus Fichte", Röpenider Straße 108; Often: Restaurant Wegener, Frant verschiedenen anderen Stellen wurden von den Kriminalbeamten furter Allee 236; Neutoun: Sporthaus„ Frei Seil", Staiſer- Friedrich- Straße GL wiedergefunden und befchlagnahmt, ebenso die Barabellum Außerdem bei allen Arbeitersportlern in den Betrieben. Genoffen, unterstügt pistolen, mit dene alle vier Berbrecher ausgerüstet waren. biefe Arbeiter- Sportveranstaltung durch zahlreichen Besuch. Fußball am Sonntag. weiterer Entwertung unserer Baluta nicht ausreichen sollte, eine Erhöhung der Sicherheit oder sofortige Zahlung des Kaufgeldes zu verlangen. Eine Bestimmung zugunsten des Käufers dahin, daß beim Sinfen des Roggenpreises sich auch der Kaufpreis entfprechend ermäßigt, erscheint nicht erforderlich, weil ja der Käufer jeberzeit, auch während des Laufens der Stundungsfrist, die Forde 21 Monate in Untersuchungshaft. rung des Forftfiskus abdecken und dadurch einer weiteren ErDie Tatsache, daß jemand wegen einer verhältnis. Beziel Norden. 1. Mannschaften. 2 Uhr. Abt. A: Alemannia- Boru höhung seiner Schuld gegenüber dem Forstfiskus vorbeugen kann, Fichte Bittoria, Abt. B: Arminia- Bader 20, Bernau Charlottenburg. mäßig geringfügigen Straftat 21 Monate in Abt. C; Sentonia B, C. Moabit, Germania- Borwärts- Rathenow. Abt. D: während der Forstfiskus an die tundungsfrist gebunden und daher Untersuchungshaft zubringen mußte, tam in einer Ber- Rathenow Siemensstadt, Pantow 08- Reinickendorf. Jugend. Gesellschaftshandlung vor der Straftammer des Landgerichts I zur Sprache. fpiele. 1. Mannschaften: Rathenow- Reinickendorf( 11 Uhr), Adler 08- Bor nicht in der Lage ist, eine Rückzahlung der Forderung bei steigender Wegen gewerbsmäßiger Hehlerei war die Händlerin Luise Lezius Boltersdorf Ertner, Fichtenau- Tasdorf, Furstenwalde- Neuenhagen, Treptowwärts( 10% Uhr). Bezirk Often. 1. Mannschaften. 2% Uhr. Abt. A: Valuta vor Ablauf der Kündigungsfrist zu verlangen. Die vorges und der Eachhändler Friedrich Wolf angeflagt. Die Angeklagte Berolina. Abt. B: Niederlehme- Luftig- Fidel, Deutsch- Busterhausen- Mogen, schlagene Aenderung der Bestimmungen würde dazu führen, daß die hatte im Jahre 1916 einem zum Militär eingezogenen Fuhrwerks- Frisch- Frei- Grünau. Abt. C: Brandenburg- 3. B. C., Lichtenberg III- wilde Spekulation mit Holzwerten mit ihren fatastrophalen Folgen Abt. D: Sparta Stralau, Rüftig- Borunternehmer Dennewik die Wirtschaft geführt und dann auch für Askania, Friedrichshagen- Neukölln. Bezirk Süd- aufhört und stabileren Verhältnissen Play macht. Vor allem würde stand in der Hauptsache darin, daß er für die Mehlverteilungsstelle Abt. B: Luckenwalde 1-8offen, Froh- Frei- Fichte- G. Abt. C: WoltersdorfWir erwarten, daß die zuständigen Organe möglichst umgehend des Magistrats das Mehl an die einzelnen Bädermeister abfuhr. Trebbin. 6. C. Sparta 1911. Gihung der Fußballabteilung, Männermannschaften, Hierbei soll die Angeklagte die Kutscher nun veranlaßt haben, ieden Freitag 8 Uhr, Jugendabteilung 7 Uhr; Beichtathletik leden Donnerstag im Sinne der vorstehenden Anregungen eingreifen, um schwere Mehl aus den Gäden zu entnehmen und ihr auszuhändigen. nad bem 1. und 15, im Monat. Bereinslotal Mas, Lichtenberg, Wagenerite. 44. wirtschaftliche Schädigungen unseres Boltes zu verhüten oder doch Zum Teil soll sie sogar die Rutscher unter Schlägen gezwun- Spiele am Sonntag, den 28. Januar: Sparta Stralay 1 Sparta II- Strain ihren Birtungen abzuschwächen. gen haben, ihr Mehl zu liefern. Die Folge dieser Mehlschie- lau II: Spielanfang 2 Uhr bzw. 12% Uhr auf den Städtischen Spielplägen an der Wagenerstraße. Das erste Spiel verlor Sparta mit 2: 1. Ob Stralau bungen war die jetzige Anklage wegen gewerbsmäßiger Hehlerei, biefes Ergebnis wieder zeitigt, muß der Sonntag lernen. Fichte- Oft IIIdie fich auch gegen den Mitangeflagten richtete, der ebenfalls Mehl Sparta III, 2 Uhr; Jugend I: Lichtenberg-Sparta, 10.20 Uhr: Jugend II: erhalten haben soll. Die Angeklagte L. 2. hat in dieser Sache nicht Sparta- Fichte- Südost 1, 19.20 Uhr; Jugend III: Sparta- Lichtenberg 3 II, meniger als 21 Monate in Untersuchungshaft gesessen. Das veran laßte vor Gericht die Berteidiger, den Antrag zu stellen, wenn das Gericht nicht zu einer Freisprechung tommen sollte, die erkannte Strafe zum mindesten als durch die Untersuchungshaft verbüßt anzusehen. Das Gericht erkannte gegen die Angeklagte Lezius auf ein Jahr Zuchthaus, welche Strafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. Der Angeklagte Wolf wurde freigesprochen. die Fortführung des Geschäftes gesorgt. Das Geschäft des D. be- wärts- Tasmania, Fichte- Of- Britannia, R. e. R.- Teutonia. west. 1. Mannschaften. 2 Uhr. Abt. A: Sertha- Ludenwalde- Wilmersdorf. sie die Holzpreise wesentlich senten. 9 Uht. Hoden am Sonntag. Devisenturje. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 öfter. Kronen abgestempelt 30,17 Gelb, 30.33 Brief; 1 tschechische Krone 643,38 Gelb, 648,62 Brief; 1 ungarische Krone 8,27 Gelb, 8,33 Brief; 1 bulgarische Lema 142,17 Geld, 142.86 Brief; 1 jugoslaw cher Dinar 194,51 Geld, 195,49 Brief; 100 polnische Mart galten im freien Berkehr etwa Gruppe Beft: Wilmersdorf I- Moabit I, Wilmersdorf, 24h: Fichte 12 I- Lichtenberg 2 I, Schönhauser Allee, 1-3 Uhr. Gruppe Oft: Fichte 12 1- Fichte I, Schönhauser Allee, 3-4% Uhr; Fichte- Ost I- Lichten: 74. Moabit 1, Wilmersdorf, 1-2 Uhr: Roland II- Moabit III, Schönhauser Allee, berg 1 I, Schönhauser Allee, 12-1½ Uhr. Gruppe Süd: Wilmersdorf II10%-12 Uhr; Staaten I. 6. C. II, Staaten, 10%-10 Uhr. Gruppe Norb: Fichte 1 II- Fichte- Dft I, Schönhauser Allee, 9-10% Uhr. Bunb religiöfer Sosialisten Deutschlands. Folgende sozialistische Touristen Berein Die Naturfreunde", Abt. Gildmeft und frühere Mitglieder Geistliche ſprechen am Sonntag, den 28. Januar: Pfarrer Fraule, borbes Arbeiter- Banderbundes Die Naturfreunde": Montag, den 29. Januar, mittags 10 Uhr in der Heilig Kreuz Stirche am Blücherplay; Pfarrer gemeinsame Versammlung im Jugendheim Bärwaldstraße( Badeanstalt). Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Außerordentliche Genevalner Schmidt um 6 Uhr nachmittags in der Thomaskirche ani Mariannenplag. I fammlung in der Sichte- Diele, Treptow, heute 7 ht. Wichtige Tagesordnung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterverband Deutschland. Deffentliche Mieterversammlung Sonntag, ben 28. Januar, vormittags 10 Uhr, im Jahn- Realgymnasium, Martiste, 7. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Leffing- Warfeum, Brüberste. 18, Vortrag des Herrn D. Roth: Die Entstehung des Zebens in der Urgelle, L" Gäste willtommen. Etatsdebatte im Landtag. In der Landtagssigung am gestrigen Freitag wurden gegeben, der erklärte, der Rampf gegen die Eindringlinge Franzosen zum Gesetz betr. Berfehr mit Grundstücken in namentlicher und Belgier stände an zweiter Stelle und an erster Stelle müsse Abstimmung der Antrag der Deutschnationalen mit man jetzt 245 gegen 76 Stimmen abgelehnt und die 3iffer 5 mit einer wiederhergestellt. Mehrheit der Linken, zu der ein Teil des Zentrums gehört, in§ 4 3u§ 5 haben die Sozialdemokraten den Antrag gestellt, die Genehmigung mit Auflage wiederherzustellen. Der Antrag wird abgelehnt mit 166 gegen 147 Stimmen. Vorlage mit großer Mehrheit zur Annahme. Die von den Deutschnationalen beantragte Entschließung über die Rechte der Ausländer geht, wie unsere Genossen verlangt hatten, an den Rechtsausschuß. Das Haus sept die Beratung des Haushalts für 1923 fort. Finanzminister Dr. Richter: Der Haushalt des Jahres 1923 schließt mit einem Gott erhalte uns Ludendorff. Berfonalreferenten find daraufhin gewechselt worden? Wie hat man fontrolliert, daß nur zuverlässige Republikaner die Bersanalreferate und die leitenden Stellen haben?( Sehr gut! links.) Wir sind einmal überzeugt: Nur die Republit tann Deutschland aus der jezigen Not erretten. Wir verschwenden noch immer die Kohle, gerade als dächten wir Notwendig sind wirtschaftliche Maßnahmen. gar nicht daran, daß wir vielleicht monatelang ohne Zufuhr vom Ruhrrevier bleiben müssen.( Sehr wahr! rechts.) Wie wollen Sie die Ernährung der Stäble ( Großer Lärm und lebhafte Pfuirufe bei den Sozialdemokraten. Rache nehmen an den Lumpen und Verrätern vom 9. November. Ein Abgeordneter der Deutfchnationalen Boltspartei sichern, wie die gleichmäßige Berteilung der wenigen ausländischen ruft: Gehr richtig!) Blicken Sie auf die monarchistischen Kund- sichern, wie die gleichmäßige Verteilung der wenigen ausländischen gebungen in München! Lesen Sie die Deutsche Zeitung" von Kohle sicherstellen? Der Kampf gegen den Bucher wird mit Entrüffungsphrafen nicht erfolgreich Der Rest des Entwurfs wird im wesentlichen nach den Be- gestern. Dort steht im Leitartikel: schlüssen zweiter Lefung angenommen. In der Schlußabstimmung am Gott erhalte uns Poincaré. geführt. Kaum war das Kabinett Cuno im Amt, so hat der neue gelangt bie Was heißt das? Sie wollen den Boincaré und den Einmarsch, um Reichs justizminister einen Erlaß über den angemessenen Reichswirtschaftsminister zusammen mit dem neuen bie nationalistische Erregung zu steigern.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Freunde des Herrn Poincaré in Breis herausgegeben, nachdem die preußischen Wucherpolizeibehörden erflärt haben, sie erstatteten jetzt Paris schreiben Leitartikel und als Ueberschrift: feine Strafanzeige wegen Wuchers mehr, Herr Abge. Haß hat gestern gesagt: Deutschland hat seinen ba das jetzt aussichtlos fei.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Sind sich die Herren von der preußischen Regierung flar über guten und ehrlichen Willen der Erfüllung bewiesen. Das ist die 18 unentbehrliche moralische Grundlage, auf der wir stehen.( Sehr gut!) die notwendigen Wie wäre unsere Lage, wenn wir es im Mai 1921 zu diesem EinMaßnahmen gegen den Hunger? Fehlbetrag von 14 620 Milliarden Mart. marsch und zur Besetzung des Ruhrreviers hätten kommen lassen. Sorgen Sie dafür, daß uns die Hungerkatastrophe nicht wieder Bon den Einnahmen entfällt der Hauptanteil auf die Ueberweisung Gerade weil wir damit rechneten, wollten wir diesen Einmarsch überfällt.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen auf die Reichssteuern, die entsprechend der Geldentwertung gegen in einer für uns nationale Taten, nicht nationale Redensarten. über den früheren Sägen außerordentlich gestiegen sind. Während einigermaßen erträglichen infernationalen Situation ( Sehr richtig! links.) Die deutschynationale Preise hat in dem AugenPreußen bisher von der Reichseinkommensteuer und Körperschafts- haben. Sie mögen die französische Aktion im Ruhrrevier einschätzen, blick, als die außenpolitische Situation fich für Deutschland gefahrvoll fteuer 33% Broz. erhielt, beträgt der Anteil jetzt die Ausgaben wie Sie wollen, Sie werden sie nicht leichtfertig nehmen. Die veränderte, als in Italien Mussolini zur Macht fam, als an die Gemeinden abgerechnet. 37½ Proz. Demgegenüber sind die Macht, mit Bajonetten Kohlen zu schaufeln, hat Frankreich nicht. fascistische Banden die Deutschen in Südtirol quälten, MussoEinnahmen aus eigenen Quellen verhältnismäßig gering. Aber die Macht, mit Bajonetten die Zufuhr von Kohlen nach lini gefeiert, bloß weil er ein Reaktionär war, bloß weil er die Bei den Domänen sind Mehreinnahmen im Betrage von 494,5 Deutschland zu sperren, hat es. Und die wird es ausnutzen. Hätten Arbeiterkammern in Italien niedergebrannt hat. Als die Banden Millionen, bei der Forstverwaltung von 5½ Milliarden Mart wir es im Mai 1921 zum Einmarsch kommen lassen, dann hätten wir des Generals Horthy ins Burgenland einfielen, da hat die eingefekt worden. Gegenüber den Verbesserungen nehmen die Berteln Städ englischer fohle " Deutsche Zeitung" geschrieben, die Entrüstung darüber wäre nur schlechterungen auf der Ausgabenseite einen sehr großen Umfang bekommen.( Lachen rechts.) Im Mai 1921 wären die Engländer an wurden, da waren es wieder Deutschnationale, die für die Absplittejüdische Mache. Ais in Ostpreußen zwei Landräte gemaßregelt ein. Bei der Gestütsverwaltung haben wir eine Ber- der Besetzung des Ruhrreviers beteiligt gewesen. Sie hätten uns schlechterung von rund 70 Millionen Mart. Mehrausgaben find mit den Franzosen zusammen die Kohlen gesperrt und Polen hätte den Sozialdemokraten.) Das, meine Damen und Herren, steht nicht rung Ostpreußens Propaganda mochten.( hört, hört! und Pfui! bei ferner entstonden bei der allgemeinen Finanzverwal- Oberschlesien besetzt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) tung 14 Miffarben, beim Landtag 240 Millionen, beim Frankreich hat sich heute schwere Bunden geschlagen mit dem Ein- mehr weit ab von Smeets und Torten.( Sehr wahr! links.) Staatsrat 21 Millionen, beim Staatsministerium marsch, aber es schlägt auch uns schwere Wunden. Wir können sie land verteidigen wollen Wir gehören in eine Einheitsfront mit allen benen, die Deutsch85 Millionen, beim Finanzministerium 2,7 Milliarden, beim nur ertragen, wenn wir Handelsministerium 2 Milliarden, beim Justisministe unter der Fahne der Republit feine Unbesonnenheiten rium 1,8 Milliarden, beim Kultusministerium 5,6 Mil begehen und uns nicht unnül neue Feinde auf den Hals hetzen. Horden und beim Wohlfahrtsministerium 1,7 Milliarden Es ist ein großer moralischer Gewinn für uns, daß der Einmarsch Mart. Die Besoldungsausgaben erfordern im Jahre 1922 bereits der Franzosen ohne einen Schuß und ohne Toten auf feiten Frank die Hälfte der Staatseinnahmen. Die am 31. März 1920 vorhandene reichs vor sich gegangen ist. Wir haben in diesem Augenblid zwar schwebende Schuld von 14,6 Milliarden Mart wurde mit der Ueber- feine aftive Hilfe, aber wir haben Sympathien in der ganzen nahme der Eisenbahn auf das Reich auf den Kaufpreis in An- Welt. Es ist ein furchtbarer Unfug, wenn jetzt rechnung gebracht, so daß Preußen beim Beginn des Rechnungs jahres 1920 schuldenfrei war. Seitdem haben wir eine neue schwebende Schuld aufnehmen müssen, die sich bis Oktober v. J. in verhältnismäßig engen Grenzen hielt. Ende des Rechnungsjahres 1922 betrugen die schwebenden Schulden 3,2 Milliarden. Der Höchststand ift im Sep. tember mit 3,4 Milliarden, der tiefste Stand im August 1922 mit 1,1 Milliarben zu verzeidhmen. An fundierten Schulden find feit dem 1.. April 300 Millionen fünfprozentige Schahanleihe, von denen rund 233 Millionen ausgegeben sind, aufgenommen. Der Minister befont, die Ausgaben feien verhältnismäßig wenig gestiegen, wenn man die Geldentwertung berücksichtigt. Auf dem Ge biete der Boltsernährung fönne nicht gespart werden, bei der Milchversorgung müßten finanzielle Gefichtspunkte zurückgestellt werden. Ebenso müßten wir auf dem Gebiete der Bildung das aufrecht, erhalten, mas mir besigen. Das Haus tritt dann in die allgemeine politische Ausforache ein. Als erster Redner in der Aussprache über den Etat erhält das Wort Genosse Heilmann: Panifmacherei getrieben wird. Diese Propaganda muß unterbleiben. Ferner muß einmal: Deutsche im Ruhrrevier, seid auf Eurer Hut vor jedem allen Propofateuren auf die Finger gesehen werden. Ich sage noch Flaumacher, aber auch vor jedem Radaumacher.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Beschränken mir uns auf die Waffen des Rechts, mit denen allein wir Erfolg erzielen können.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Bir führen feinen Krieg, wir haben feinen Friedensvertrag zerrissen, wir halten uns an das Recht des Friedens und wollen das allein durchsetzen. Wir müssen uns aber auch flar sein, was wir denn eigentlich durch unseren Widerstand erreichen wollen und können. Wenn wir das tun, werben Berhandlungswille und Erfüllungsbereitschaft niemals verschwinden tönnen. Damit fomme ich auf einen Punkt, den der fommunistische Abgeordnete Dahlem gestern berührte. Der Hinweis auf Sowjetrußland fann uns nicht zu Illufionen verführen. Bei der gestrigen Abstimmung war von meiner Frattion ge- Klassenkampf führen heißt unserer Meinung nach, das Interesse der wünscht worden, daß dieser Antrag als Arbeiterklasse wahrnehmen. Das Interesse der deutschen Arbeiterflasse fordert heute: Antrag der Koalitionsparteien dem Hause zuginge. Nachdem die Deutsch nationale Bolts. partei unterschrieb, hat ein Teil meiner Freunde gegen diesen Antrag gestimmt. Ich benuße diefe Gelegenheit, um feftzustellen, daß dieser verschiedenen Abstimmung feine fachliche Meinungsverschiedenheit zugrunde liegt, daß meine ganze Fraktion einstimmig hinter dem sachlichen Inhalt des angenommenen Antrages steht.( 3uftimmung bei den Sozialdemofraten.) Man hat uns nun den Vorwurf gemacht, wir hätten durch diese Ablehnung der deutschnationalen Unterschrift Widerstand gegen den französischen Imperialismus. und mit der Waffe des Rechts. Dam, aber auch nur dann, hoffen wir, diefe furchtbare Prüfung zu überstehen, und darum wollen wir mit allen, die guten Willens find, gemeinschaftlich fämpfen für politische, für soziale und für interund in der Mitte sowie auf den Tribünen.) nationale Gerechtigteit.( Beifall bei den Sozialdemokraten Das Haus vertagt sich auf Eonnabend 11 Uhr: Beiterberatung. Schluß gegen 47 Uhr. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. # Heute abend 6 2hr wichtige Sihung des Bezirksvorstandes im Jugendheim, Lindenstr. 3. Borständefonferenz am Sonntag, den 28. d. M., vorm. 10 Uhr, in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31. Tagesordnung: Beitragsfefffehung für den Monat Februar. Zur Teilnahme an diefer Konferens laden wir ein: Den Bezirksvorstand, zwei weitere Vertreter der Kreisvorstände, die Abteilungsleiter, ihre Stellvertreter und die Abteilungstaffierer. Jede Abteilung drod muß vertreten sein. Die Anwesenheit der Saffierer ist Pflicht. # Bezirkssekretariat. s. Kreis Wilmersdorf. Sonntag, den 28. Januar, 6 Uhr, in der Aula der Hindenburg- Oberrealschule, Unterhaltungsabend, unter Mitwirkung nam13. Kreis Tempelhof. Sonntag, den 28. b. M., vormittags 9 Uhr, in Marienhafter Künstler.( Hauser- Abend findet nicht statt.) dorf, im Reichensaal der Barade beim Lnzeum am Bahnhof, Kreisvertreterversammlung. Neuwahl des Kreisvorstandes. Stellungsnahme zum Begirtstag. 17. weide, Rudower Straße, Kreisvorstandssitung mit den Abteilungsleitern, Elternbeiräten und den Lehrern. Wichtige Tagesordnung. Pünktliches Erfcheinen Pflicht. ( Sehr wahr!) Die französische Politit spekuliert darauf, daß wir 15. Kreis. Montag, den 29. Januar, 7 Uhr, in der Knabenſchule Niederschöneuns von dem Schlagwort des Klassenfampfes gegen Stinnes und Thyssen einfangen lassen. Ueberlegen Sie sich einen Augenblick ganz ruhig die Weltlage. Wenn Poincaré fiegt, dann wird in Frankreich der nationale Block doppelt so start und das erzeugt in Deutschland den Sieg der Reaktion. Dann ist die Arbeiterbewegung hüben und drüben tot. Die Arbeiterbeweging in Deutschland hängt mit ihrem Leben daran, daß der Raubzug Boincarés scheitert. Damit war die französische Propaganda in den breiten Massen die notwendige Einheit gestört. Auch wir wünschen Festigkeit, aber seitigt werden, woran sie sich antlammert. Ein Angehöriger meiner bes Ruhrreviers und sonst nicht Boden faßt, muß alles bas beeben deshalb müssen wir Partei, Felix Fechenbach, figt auf lange, lange Jahre wegen angeblichen Landesverrats im Zuchthaus. Es ist in dieser Situation für meine Bartei unerträglich, daß man einen Angehörigen meiner Partei, den ich für so unschuldig halte, wie mich felbst, daß man den im 3uchthaus hält unter dem schimpflichsten Urteil, fein Band verraten zu haben. Wir leiden in dieser Situation noch mehr als in normalen Zeiten unter dem falsche Methoden der Abwehr zurückweisen. Gerade weil wir seinerzeit nicht wollten, daß durch den verschärften U- Boot- Krieg Deutschland zugrunde gehe, mußten wir die Fanatiker des U- Boot- Krieges bekämpfen. Wir waren damals erfolglos und das war Deutschlands Unglüd.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Lachen und Widerspruch rechts. Neue lebhafte 3uftimmung links.) Meine Herren! Sie wissen, daß am Tage der Abstimmung über den verschärften U- Boot- Krieg ein Staatsfefretär erklärte:„ Wir müssen uns heute darüber flar sein, wenn diese Karte nicht slicht, dann ist Deutschland für Jahrhunderte verloren." ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Zurufe rechts.) Der Herr war Dr. Helfferich.( Hört, hört!) Notwendig ist schärffter Kampf gegen alle, die meinetwegen gute Patrioten sein mögen, ficher aber fálechte Berater des deutschen Boltes waren.( 3uftimmung fints.) Gerade peil wir die deutsche Einheit und Freiheit retten wollten, müssen wir nationalistische Kriegshebe und irrfinniges Rachegefchrei zurückweisen. Zustand der preußischen Juftiz. ane. Kreis Lichtenberg. Jugendweihen am 18. und 25. März in der Aula ParkAnmeldungen für den Unterricht nehmen entgegen: Fichter, Lichtenberg, Scharnweberstr. 49; Richter, Lichtenberg, Eitelstr. 72: Dr. Sturm, Möllendorffstr. 43, und die weltlichen Schulen Scharnneberstraße, PfarrStraße, Marktftraße, Holteistraße, Lidstraße und Friedrichstraße. Det Unterricht beginnt am 2. Februar. Heute, Sonnabend, den 27. Januar: 112. Abt. Rahnsdorf, Wilhelmshagen, Seffenwinkel. 7½ Uhr im Restaurant Lebitki, Rahnsdorfer Mühle, Chaussee, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Morgen, Sonntag, den 28. Januar: Sungfezialisten. Gruppe Brik: Besuch des Kaiser- Friedrich- Museums. Treffen 8 Uhr auf dem Spielplay. Mittwoch, den 7. Februar, 7 Uhr, ipricht im Jugendheim, Chauffeestr. 48, Genosse Prof. Leo Kestenberg über Was bedeutet Mufit für unser Leben". 33. * Abt. Montag, den 29. Jannar, 7½ Uhr, Frauenleseabend im Konferenz zimmer der Schule Hohenlohestr. 10. Die Funktionärinnen werden ersucht, einzuladen. Da hat ein Flugblatt der Deutschoölkischen Freiheitspartei das Volk Amtsgericht Berlin- Mitte hat das Flugblatt freigegeben mit der Begründung, das Flugblatt verlange nur, was jeder verlange, der sei. 3ft gegen den Richter schon ein Disziplinarverfahren noch ehrliebend und noch nicht der Internationale verfallen eingeleiter? Im Kapitel 61 des Etats des Finanzministeriums werden 300 millionen zur Berwaffung des Hohenzollern- Vermögens gefordert Ich weiß, daß heute nach der Geldentwertung 30 Milli arden Zuschuß notwendig sein werden.( Hört, hört!) Wie wäre es, wenn wir das Hohenzollern- Bermögen einmütig als ersten zur Bewaffnung und zur bewaffneten Selbsthilfe aufgefordert. Das be Jugendveranstaltungen. Beitrag zur Ruhrfpende Wir hätten es jegt sehr leicht, parteipolitische Dema. geben?( Sehr gut!) Wir wollen wissen, was die Herren bisher gogie zu treiben. Wir könnten jetzt dem Bolte mit Recht erzählen, Herr Minister, daß Sie feinen Pfennig mehr ins Ausland geschickt bekommen haben.( Finanzminister Richter: Gar nichts!) Ich weiß, wenn man nicht Rathenau ermordet, menn man nicht Wirth gestürzt hätte, wenn man nicht ein Rabinett ber haben. Wir wollen genau wissen, was in Zukunft gezahlt werden Schwerindustrie gebildet hätte, würde der Einmarsch niemals foll.( Sehr gut! links.) gekommen sein. Allein die Haltung meiner Partei im Reichstage im Landtage und in den Beschlüffen unserer Organisationen ist ficherlich frei von jeglicher Demagogie.( Burufe rechts: Da wären Sie auch schön angefommen!) Herr Kollege, nicht alle Deutschen haben sich derartig benommen. Es hat in München einen Herrn In Anneme beißt es besonders fparfom Ein Mittel zum Sparen if Zuid wirtschaften. Süßstoff. Gin vorzügliches Süßgewürz. Gut, billig, belömmlich. Der Jabalt eines H- Páddhens ent. fpricht der Süßtroft eines Pfundes Buder, Grbältlich in Rolonialwaren.. Drogenhandlungen uab Apothefen Wir haben im Sommer eine Entschließung angenommen, die verlangt vom Staatsministerium, daß die leitenden Stellen in der Berwaltung und Justiz mit ( zuverlässigen Bertretern der republikanischen Verfassung besetzt werden. Ich frage den Herrn Ministerpräsidenten: Wieviele Möbelfabrik., Hoffnung" Allgemeine Ortstrantentaffe für Eingetr. Genoffenschalt mt. befche. Saftpflicht Berlin- Mariendorfu. Umgegend Berlin, Krautstraße 52 Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Mitwirkende: Agnes Schulz- Lichterfeld, Lieber zur Laute, und Hans Lichterfeld, Rezitationen. Eintrittskarten zum Preise von 50 M. find an der Stasse su Am Sonnabend, ben 27. Januar, veranstaltet die Abteilung Süden in der Aula des Leibniz- Gymnasiums, Bariannenplag 27, einen Seiteren bend". haben. Gin Opfer ihres Leichtfinnes wurde eine Frau Weber aus Lobfens, welche ihre schmerzharten Sühneraugen mit einem Rasiermesser zu beseitigen versuchte Sie schnitt sich dabei ziemlich lief ins hatte, denn in die Bunde war Schmus hineingeraten. Die Amputation des Beines ber Fuß start an und es stellte sich heraus, daß fie fich eine Blutvergiftung zugezogen Fleisch, ichentte aber der Wunde teine große Beachtung. Am nächsten Tage schwoll tam bereits zu spät, denn Frau Beber starb kurz nach derselben. Die Unfitte, Hühneraugen mit dem Meffer au beseitigen, bat also wieber ein Opfer geforbert. Diese Unfitte follte ein für allemal unterbleiben, denn man sieht aus vorstehender Meldung zu welchen traurigen Folgen das führen kann mit dem ärztlich empfohlenen, in vielen Millionen Fällen bewährten Hühnerangenmittel Kufivol entfernt men Sühneraugen, Hornhaut, Ghwielen und Warzen volltommen schmerz- und gefahrlos. Eine Schachtel toftet mur 300 Bapiermart. Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Die Rutirol- Fabrit Groß- Calze 173 bei Magdeburg liefert die überaus Schreiben darum. tiden wie foleresante Broschüre„ Die richtige Fußpflege" gratis und portofrei. gemeine Ortskrankenfaffe f. b. Berwaltungsbez. XI der Stadt Berlin Schöneber- Friedenau. Sonnabend, den 17. Februar, nach- Der von den Kaffenorganen ordnungsHierdurch wird befannt gemacht, daß mittags 1 2hr, im Geschäftslotai: gemäß beschlossene 14. Nachtrag zur in der Vorstandsfizung am 23 Januar 1923 General- Versammlung 2022, 25, 32, 34 4, 47, 51, 52, 72, 84 Borsigender: Stadtrat Artur Schuldt, GeGagung betr. Die Abänderung der§§ 1. bestimmt worden sind als Tagesordnung: Geschäftsbericht. und 98 ist vom Oberversicherungsamt wertschaftsbeamter, Berlin, Potsdamer Neuwahl des Borstandes und Berlin am 20 Januar 1923 genehmigt Straße 82b; 107/1 morben und am I. Januar 1923 in Kraft ftello. Borfigender: Hermann Rösener, getreten, soweit es nicht bereits durch ge- Werkzeugmacher, Neutölln, Gengerstr.6 Wilhelm Langer. fegliche Borschriften vor diesem Zeitpunkte Schriftführer: Fritz Senß, BuchdruckereiBilanz Aufsichtsrates. Der Verstand. Rarl Schmidt. Brillanten Perlen, Edelmetall- Bruch tauft A. Fuss, Seybelfteaße 32 Eckhaus Spittelm. I geöffn. 8-1 und 2-5%, Uhr gefchehen ist. befther, Schöneberg, Grunewaldstr. 83; Druckstücke der Gahungsänderung sind ftello. Ghriftführe Georg Lorenz, Lagerdemnächst im Rassenlotal zu haben. hatter, Stegtig, Mommsenstr. 41, Berlin- Schöneberg, 24. Januar 1923. Der Vorstand. 176 19 Artur Schuldt, Bori. Fritz Senẞ, Schriftf Berlin Mariendorf, den 23. Januar 1923. Der Vorstaub. Schulze, Borfigender. [ 176/18 Niebel, Schriftführer. Jschias, 15 Tage, Rheuma, Gicht be handelt Jacoby, Juvalidenstr. 106. -Garderobe auf bequemste Teilzahlung Herren- DamenAnzüge, Paletots Paletots, Kostlimė, Schlüpfer Röcke, Kleider. 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Kleines Th. 74 Uhr: Königin Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen Lustspiel von Lothar Schmidt nachm 3 Uhr halbe Preise STETTINER Säng. DönhoffBrett'i Anf.720. HINDERTEN VarietéSpielplan Rauchen gestattet! Theater u. Kottb, Tor Tägi. 7/2 und Sonnt.nachm. 3U. EliteSänger Der große JanuarErfolg u. a. Die Ver söhnung Möbel Bar od. Teilzahl von der Straße billige Preise Theaterin d.Kommandant.- Str Stg. 3: Vetter aus Dingsda Wohnz., Schlafz.. 7 Uhr Legende Speisez., Herrenz. eines Lebens Wallner- Theater Bunte Küchen Carola Toelle, Olga Limburg Uhr: Der kühne Falkenstein, Kaiser- Titz Schwimmer Binzelne Möbel Kostenl. Lagerung Trianon- Th. Walhalla- Th. Möbel- Cohn Die schwarze Rose Gr. Frankfurt. Str. 58 Erika Glässner in Sissi 5 Minuten v. Alexanderplatz die Kokotte SCALA Fil: Badstr. 47/48 Pers.unter 18 Jahren haben keinen Zutritt Central- Theater 8 Uhr: Internat. Varieté 5 Min. v. Bahnb. Gesundbr. 7, U. Othello Sonnt. 330 z halb.nferate im mit O. Abelian Preis.d voll.Prog Komische Oper ( 72) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in Londen mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Baizer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka, Nordheim dmirals- Varieté A 30 Das neue Programm! 7.30 73 Die Sensation Berlins Zur Aufklärung! Marke Bleyle B Schutzmarke Es wurde in letzter Zeit häufig versucht, gestrickte uns hergestellt waren, alsally Anzüge, die nicht von ,, Bleyle's Knabenanzüge" oder„ ,, Bleyle's Sweater" zu verkaufen. Wir warnen vor dieser mißbräuchlichen Benützung unseres Namens und des guten Rufs unserer altbewährten Fabrikate. Das kaufende Publikum achte the streng darauf, daß bei jedem einzelnen Stück der Name Bleyle" und nebenstehende Schutzmarke angebracht ist. 10/201501 Nicht jeder gestrickte Anzug ist ein Bleyle- Anzug Wilh. Bleyle, G. m. b. H., Stuttgart Alleinige Herstellerin von Bleyle's Fabrikaten. alled Die nächstgelegene Verkaufstelle wird auf Wunsch durch die Fabrik mitgeteilt. BLEYLES Schuts- Marke Bleyle B Bley Te Conaning KNABEN ANZÜGE SWEATER UND MADCHEN Bleyle's Spezialhaus Christoph Stenger Berlin, Potsdamer Strasse 20, I. Alle Artikel zum DeutscherMetallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin K 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr: Telephon: Amt Norben 833, 834,835, 836. Achtung! Metallfartell Achtung! Sonntag den 28. Januar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichs. hain, Am Friedrichshain: Versammlung jämtlicher Funktionäre aus den BBMJ. Betrieben. 8ahlreiches Erfd einen wird gewünsche Für die Betriebe, die nicht dem BBM. angehören, Sonntag, den 28. Jannar, vormittags 10 Uhr. in der Schulaula, Koppenplay 12. Achtung! Weißmetall Achtung! Montag, den 29. Januar, nachmittags 42 Uhr, im„ Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147: Versammlung Allgemeine Ortstrantentafe Berlin- Wilmersdorf Bekanntmachung Durch Beschluß des Oberversicherungs amts Berlin vom 29. Dezember 1922 ist die Landkrantenkaffe Berlin- Wilmersdorf, Brandenburgische Str. 6, mit dem 31. De sember 1922 geschlossen. Sämtliche Mit glieder dieser Kaffe einschließlich der Berficherungsberechtigten sind der Allgemeinen Berlin Wilmersdorf, Ortstrantentaffe Raiser Allee 173a. zugewiesen worden. Das Versicherungsverhältnis der übergehenden Mitglieder wird unmittelbar fortgesetzt. B An-, Ab- und Ummeldungen der bisher zu dem Kreise der Landkrankenkasse Berlin- Wilmersdorf gehörenden Mitglieder find bis auf weiteres wie bisher bei den zuständigen Polizeirevieren oder in der Geschäftsstelle der früheren Landkrankentaffe, Brandenburgische Str. 6, abzugeben; tönnen aber auch in der Geschäftsstelle der Allgemeinen Ortstrantentasse Berlin- Wil mersdorf, Kaiser- Allee 173a, abgegeben werden. Ein- und Auszahlungen jeglicher Art, welche die bisherige Landtrantentaffe beireffen, erfolgen, ebenfalis bis auf weiteres noch in deren Geschäftsstelle, Branden burgische Str. 6. Bei Ueberweisungen per Boftsched wird gebeten, darauf zu achten, daß die Ueberweisungen auf die Nummer der bisherigen Landkrankenkasse( 9. 20 047) erfolgen. Wir weisen gleichzeitig darauf hin, daß mit Wirtung vom 1. Januar 1923 durch das Verficherungsamt Berlin der Wert der Sachbezüge( freie Station) bedeutend heraufgesezt worden ist. Er beträgt: für häusliche Angestellte höherer Art täglich 600 0. " Arbeiter, männliches Dienstpersonal usw. täglich 500 jugendliche Arbeiter und für 19 weibl. Dienstpersonal täglich 400 Die Beiträge betragen 10 Broz des dmirals- Konzert Grundlohnes und werden in der bisSonntag, den 28. Januar 12 Uhr: Konzertr Kammermusikvereinigung der Kapelle der Staatsoper unter Mitwirkung der Kammersängerin Lula Mysz- Gmeiner Verkäufe Pelzwaren: herigen Weise erhoben. Der Beitrag beträgt: für häusliche Ang stellte höherer Art bis zu einem Bargehalt von 1.00 M. täglich 60 m, vierteljährlich 5460 W, mit einem Bargehalt von über 1500 m bis 7500 Mt. täglich 80 m, vierteljährlich 7280 M., rur Dienstboten bis zu einem Bargehalt von 1500 M. täglich 40 m, vierteljährlich 3640 M., mit einem Bargehalt von über 1500 902. bis 7500 2. täglich 60 W., pierteljährlich 5460 M. Berlin- Wilmersdorf, b. 17. Jan 1928. Der Borstand. 176/6 R Engelhardt Fr. Wiemann Borsigender. Schriftführer. Berfer und deutsche Teppiche tauft höchstzahlend Reschke, Neukölln, RaiserFriedrich- Straße 5. 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Belegschaften Zur Aufführung gelangt: Die neue Manege Sensation UFA- PALAST AM ZOO Der Fremdenlegionär Urania und ein Circus- Vorprogramm Die Gesamt- Einnahme wird ohn. Abzug abgef. Direktion: J. Wilhelm Ein Glas Wasser Das Spiel der Königin von Dr. Ludwig Berger und Adolf Lantz Regie: Ludwig Berger In den Hauptrollen: Mädy Christians, Lucie Höflich Helga Thomas, Hans Brausewetter, Rudolf Rittner Hans Waßmann Uraufführung: Donnerstag, 1. Febr. 8 Uhr. Theater 8 Uhr Oberammerg. Pass.Vorverkauf 11 bis 1 Uhr Etablissement Cafe Rofenthaler Straße 11/12: Montag, 29. Januar, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Inselstraße 2-5: bardware. Reine Säde aller Branchenverfammlung eine Lombardware.( Nettelbeckplay): Elsasserstraße 76a, nur 1 Treppe, nicht 139/6 77/ 4* im Lumpenteller. Norden 2696. Dopder Elektromonteure und Helfer Teppiche, herrliche Bersermuster, Di- pelte Fahrtvergütung. Groß- Berlins. pandeden. Brücken, billige Gelegenheit. Neukölln, Tagesordnung: 1. Bortrac. 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