Abendausgabe Nr. 4740. Jahrgang Ausgabe B Nr. 24 Bezugsbebingungen und Anzeigenpretfe sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adreffe: Sozialdemotrat Berlin Preis 30 Mark Vorwärts= Berliner Volksblatt 29. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Gegen die Lüge. Erklärung der Arbeiter- Internationale gegen die Ruhrbesehung. fich Die Münchener Posse. So tam es und so fing es an: die Nationalsozialisten unter Hitlers glorreicher Führung, eine jugendliche Garde, die von überzeugt fein mag, daß fie der Welt großen Nugen bringe, mollte ein Fe st feiern. Zunächst sollte die" Het schon am Die Erefutiofomitees des Internationalen Geheimen Pläne des Militarismus und Imperialismus zu der 20. Januar steigen. Man hatte sie indessen vertagt. Und nun werkschaftsbundes( Amsterdam), der zweiten In eiteln und so zur Aufrechterhaltung des Friedens beizu- ging fie am legten Sonntag vonftatten. Mit Hilfe der Roßternationale( London) und der Internationalen tragen. bach, Graefe, Bulle und anderer norddeutschen Bayern wollie Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Par. Sie warnen die Arbeiter aller Länder vor der Ver- man dem Fest der Fahnenmeihe" einen besonderen Rahmen teien( Wien) find am 26. und 27. Januar 1923 in Amsterdam giftung durch die Lügen der bürgerlichen Presse, die verschaffen. Deshalb die Versuche, aus Norddeutschland zusammengetreten, um die durch die militärische Besetzung des ebenso wie im Kriege bereits wieder begonnen hat in allen Gummitnüppelgardisten und sonstige zweifelhafte Ruhrgebiets geschaffene tragische Lage zu prüfen. Ländern, von allem aber in Deutschland und Frankreich, die Gestalten mittels Ertrazügen nach München zu schafgrößten Ungeheuerlichkeiten zu verbreiten, um die Völker fen. Die Lefer wissen, daß einige dieser sonderbaren Züge abgegeneinander zu heben. gefangen wurden. Man mußte sich in München also ohne sie behelfen. In Uebereinstimmung mit den früher in Frankfurt( Februar 1922) und Amsterdam( Juli 1922) angenommenen und vom Weltfriedenstongreß im Haag im Dezember letzten Jahres feierlich bestätigten Refolutionen verurteilen sie auf bas entschiedenste die militärische Besetzung des Ruhrgebiets und die Anwendung von Zwangs- und Gewaltmethoden in der Lösung der Reparationsfrage. Sie fonstatieren, daß die Besetzung des Ruhrgebiets, die unter dem Bormande des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete erfolgt, in Wirklichkeit aber diesen Wiederaufbau nur erschwert und hinausschiebt nur einen Teil bildet des großen Kampfes der verschiedene Gruppen der großfapi talistischen Schwerindustrie Deutschlands und Frankreichs um den dauernden Besitz der wichtigen Kohlenund Eisenzentren. Die Arbeiterklasse ist heute ebenso wie im Kriege das Opfer dieser tapitalistischen Profitgier, ihr Interesse einzig die Bekämpfung der großkapitalistischen Absichten und die Herbeiführung eines wahren Friedens. Sie bekräftigen neuerdings ihren Willen, durch Zusam menfassung aller Kräfte und in internationaler 3 usam menarbeit aller Bölfer am wirtschaftlichen Wie deraufbau Europas mitzuwirken. Die gerechtfertigten, unbedingt notwendigen und in den Grenzen des Mög lichen an Frankreich und Belgien für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Gebiete zu leistenden Wiedergutmachungen find ein wichtiges Element dieses Wiederaufbaus. Sie machen die Arbeiterklasse und die gesamte Deffent lichkeit aufmerksam auf • die verheerenden Folgen der militärischen Besetzung des Ruhrgebiets, auf das unmögliche Regime, dem die friedliche Arbeiterbevölkerung jetzt unterworfen wird, auf die daraus entstehen den ernſten und blutigen Ronflikte und endlich auf die Tatden ernsten und blutigen Konflikte und endlich auf die Tat sache, daß sie den Reim zu neuen Kriegen in sich bergen. Sie stellen dieser Politit der Gewalt eine Friedens. und Verständigungspolitit entgegen, die auf dem gemeinsamen Interesse des arbeitenden Bolfes beruht. Sie beschließen: 1. Die Propaganda diefer Grundfäße in allen Ländern auf dem Wege der Presse, der Bersammlungen und Demonftrafionen zu verffärfen. Insbesondere weisen sie auf die Lüge der Regierungen PP Es wäre übertrieben, wenn man annehmen wollte, daß die Sturmtrupps der Hitler- Ludendorff für sich allein imhin, die behaupten, daß fie nur gegen die deutschen Rapi- ftande wären, ein ungeheures Interesse in Deutschland zu ertalisten vorgehen, während doch die ersten Opfer ihrer weden. Nur die schweigende, aber wohlwollende Aktion die deutschen Arbeiter sind, deren gemerffchaftliche Unterstügung, die ihnen jetzt schon seit langem von den und sozialistische Organisationen die Pflicht Deutschlands, im Organen der bayerischen Rechtsregierung zuteil geworRahmen des Möglichen Wiedergutmachungen zu leisten, anden, und die Aufbauschung ihrer Tätigkeit durch die Münchener erkannt haben und auch heute anerkennen und so der rechtsorientierte Presse hat ihnen den Schein einer größeren Demokratie die sicherste Garantie für die Herbeiführung eines Bedeutung verliehen, als fie aus sich selbst heraus gewonnen wahren Friedens gaben. haben würden. Die bayerische Arbeiterschaft sieht allerdings mit wachsendem Zorn den Mißbrauch, den die Nationalsozialisten mit dem Namen einer Arbeiterpartei" treiben, und ist empört über die Toleranz, mit der die bayerischen Behörden dem Raufkomment der Hitlergarden zuschauen. Des wegen rief die Bereinigte Sozialdemokratische Partei Münchens zu Gegenfundgebungen auf. Die Folge war die Verhängung des Ausnahmezustandes über ganz Bayern. Man muß noch einmal die Begründung für die Berhängung des Belagerungszustandes lesen, um die ganze Boffenhaftigkeit des weiteren Berlaufes der Dinge verstehen zu fönnen. Es fei jetzt, so hieß es, nicht Zeit zu politischen Auseinandersetzungen, durch welche die Gefahr von 3ufam= menstoßen unter Deutschen heraufbeschworen werde: „ Den Führern der„ Nationalsozialistischen Arbeiterpartei" wurde eröffnet, daß unter diesen Umständen anläßlich ihres Barteitages Beranstaltungen und Festlichkeiten unter freiem Himmel nicht zugelassen werden. Sie lehnten die Beachtung dieser Anordnungen ab und drohten, daß der staatlichen Gewalt Gewalt Sie stellen fest, daß die sozialistischen und gewertschaft lichen Organisationen von Frankreich und Belgien nachbrücklich und flar in den Parlamenten, in öffentlichen Versamm lungen und in der Presse gegen die den Frieden gefährdende Politit ihrer Regierung protestiert und alles getan haben, was angesichts der Spaltung in der Arbeiterbewegung und der jezigen Macht des siegestruntenen Kapitalismus möglich ist, um die Massen zu entschiedenerem Auftreten zu veranlaffen. Sie erklären, daß es ihre Pflicht ist, diese Bestrebungen mit aller Energie fortzufeßen. Im Intereffe diefer Friedensgarantie, um das Reparationsproblem auf dem Wege friedlicher Verhandlungen zu lösen und einer weiteren Berrüttung der europäischen Wirt schaft entgegenzumirfen, wird das Weltproletariat, insbeson dere aber das französische und belgische Proletariat, aufgefordert, fich für den fofortigen Rüdzug aller Offupationstruppen aus dem Ruhrgebiet einzusehen, während gleichzeitig die deutsche Arbeitertlaffe aufgefordert wird, die deutsche Regierung und die deutschen Kapitaliſten zu zwingen, die Deutschland obliegenden Reparationen im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit zu erfüllen. Die Komitees der internationalen Organisationen stellen fich den nationalen Organisationen zur Verfügung, um den Beranstaltungen in den einzelnen Ländern einen internationalen Charakter zu geben. Der Niederländische Gewerkschaftsbund in Amsterdam hat im 2. Den ständigen Austausch genauer und zuverläffiger Jafor- Susammenhang mit der Lage im Ruhrgebiet einen Brief mationen über die Lage in den verschiedenen Ländern zu organisieren, an das Sekretariat des Bölkerbundes gesandt, in dem die um die Bande des gegenfeifigen Bertrauens, welche die proletarischen Ansicht ausgesprochen wird, daß die Lage im Ruhrgebiet Maffen der verschiedenen Länder miteinander verbinden sollen, aufrechtzuerhalten und zu stärken. 3. In allen Parlamenten auf die Regierungen einen Drud auszuüben, um fie dazu zu bringen, daß der Bölkerbund angerufen wird, in den vor allem Deutschland mit den gleichen Rechten wie die anderen Nationen aufgenommen werden muß. Sie lenten die Aufmerksamkeit der Arbeiter speziell auf die wachsenden Kriegsgefahren und fordern sie auf, alle ihre Kräfte einzusehen, um die offenen und geAusdehnung der Besetzung. Paris, 29. Januar.( ED.) Die Chicago Tribune" behauptet, eine weitere Ausdehnung der Befaßungszone sei unter Umständen in Aussicht genommen; denn die gegenwärtigen Stellungen der franzöfifchen Truppen feien un praktisch und gestatteten feine völlige kontrolle des Ruhrgebietes. Eine Errichtung von Zollschranken an den Punkten, wo die Besahungstruppen gegenwärtig ftehen, würde Schwierigkeiten hervorrufen. Infolgedeffen wäre es möglich, daß die Franzosen Wesel, Hamm, Hagen, Barmen und Elberfeld besetzten. Strengere Maßnahmen. entgegengesetzt werde. Damit hat die„ Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei den gefehmäßigen Boden verlassen und der verfaffungsmäßigen Regierung den Kampf angefagt." Aus den Mitteilungen, die der neue Generalstaatskom miffar" der Bresse machte, geht hervor, daß Hitler selbst dem Polizeipräsidenten, der ihm von dem Berbot der Ber fammlungen unter freiem Himmel Kenntnis gab, mit ge. maltsamem Widerstand gedroht hat. Der Polizeipräsident, der jegt in München die ehrenvolle Rolle des Staatstommissars zu spielen hat, ließ nun nicht etwa den ,, maßlos erregten" Hitler megen Bedrohung und Nötigungsversuch von der Stelle weg verhaften, sondern lud denselben Hitler ein, ins Ministerium zu gehen und mit dem geeignet sei, bas industrielle Leben in ganz Westeuropa zu lähmen, Innenminister eine„ Berständigung" zu suchen. Diesem freundda die Arbeiter fich meigern, unter der Bedrohung von Waffen zu schaftlichen Winte folgte allerdings Hitler nicht, sondern schickte arbeiten. Es bestehe unzweifelhaft die Gefahr eines Krieges, zwei seiner Gehilfen, die mun ihrerseits den Minister zur wie sie in Artikel 11 der Bölterbundsatzung erwähnt ist. Der Niederländische Gewerkschaftsbund sei infolgedessen der Ansicht, daß alle Maßnahmen getroffen werden sollten, um das Ziel des Bölferbundes au verwirklichen und den allgemeinen Frieden zu erhalten.- Eine Abschrift dieser Mitteilung ist an das Internationale Arbeitsbureau in Genf und an das niederländische Minifterium überfandt worden mit der Bitte um Unterstügung. tungen zu treffen feien, um die Zugänge abzuschließen. In Erwar tung dieses Augenblids macht die französisch- belgische Einrichtung geduldig und ohne Lärm jeden Tag weitere Fortschritte. Steigende Verkehrsschwierigkeiten. Köln, 29. Januar.( Mtb.) Die Stillegung des Verkehrs auf einzelnen ober- und niederrheinischen Strecken verursacht gewaltige Störungen im gesamten westdeutschen Eisenbahnbetrieb. Der Kölner Bahnhof war gestern und heute von unzähligen Reisenden belegt, die nicht weiterfahren und teilweise auch in der Nacht nicht unterfommen fonnten. Einzelne Züge werden auf Umwegen nach dem Ruhrgebiet geleitet. Der direkte Weg nach Duisburg- Ruhr ort- Oberhausen usw. ist gesperrt Dollar 33 000! Rede stellten" und erklärten, daß die nationalsozialistischen Rundgebungen unter allen Umständen stattfinden würden. Feiglinge würden nicht dabei sein... Darauf schleunigster Ministerrat. Verhängung des Belagerungszustandes. Auf Grund dessen Berbot der sozialdemo tratischen Rundgebungen. Ebenso Verbot des fommunistischen Blattes. Und alle Welt harrte gespannt der Dinge, die am Sonntag fommen würden. Doch was geschah? Die Staatstommissare des Belagerungszustandes verhandelten weiter mit den Leuten, die ihnen offene Gewalt angedroht hatten. Auf Grund des Belagerungszustandes erlaubten sie ihnen die Revolu tion zu fünfzig Prozent. Statt zwölf Versammlungen follten sie nur sechs abhalten dürfen. Umzüge wurden nicht gestattet. Tatsächlich haben am Sonnabend die zwölf Berfammlungen an Stelle der erlaubten sechs stattgefunden. Tatfächlich haben am Sonnabend tro Verbotes die Nationalsozialisten sich in geschlossenen Zügen auch innerhalb der Bannmeile des Landtages gröhlend durch die Straßen bewegt und wieder, wie vordem das Café Grunwald, so jetzt einige Fensterscheiben demoliert. Die Polizei griff nicht ein. Und am Sonntag fonnte die Bannerweihe der Hafenfreuzler ungestört vonstatten gehen. Unter freiem Himme! Paris, 29. Januar.( EE.) Havas stellt in einer Düffelselbstverständlich, trotzdem das besonders verboten dorfer Depesche die Lage im Ruhrgebiet folgendermaßen dar: Die Wann wird dem Treiben endlich Einhalt geboten? mar. Sämtliche Teilnehmer waren durch rote Armbinden mit offene Feindseligkeit der deutschen Regierung erfordert durch das interallierte Kommando eine neue Tattit. Es müssen Die Berliner Börse, die in den letzten Jahren manche stürmische Hafenkreuz geschmückt. Die Polizei des Belagerungszustandes ffrengere Zwangsmaßnahmen in Aussicht genommen Hauffe erlebt hatte, dürfte einen so strammen Anfturm wie heute sorgte dafür, daß der Umzug zum Festplatz ohne Störung werden. In kurzer Zeit müssen alle Maßnahmen für eine lang- mohl noch nie erlebt haben. Das Mißverhältnis zwischen vor sich ging, und auf dem Festplate selbst tonnte Hitler diese fristige Besahung getroffen werden. Die wirksamste Nachfrage und Angebot war so start, daß bei den meisten unglaubliche Ansprache halten, ohne gestört zu werden: " Deutschland hatte bis 1918 eine Flagge, heute haben wir Zwangsmaßnahme, die die Deutschen fürchten, bestehe darin, das Papieren des Großverkehrs variable Kutse faum notiert werden unbefehte Deutschland von der Kohlenzufuhr aus fonnten. Man mußte fich damit begnügen, Einheitsturse teine deutsche Flagge mehr. Deshalb müssen wir uns dem Ruhrgebiet gänzlich abzuschnüren. Infolgedessen werden festzustellen, daß ein Angebot vielfach gar nicht vorlag. Die Kurs felber ein Einnbild geben. Wir danken dem Schicksal, daß es im um das besetzte Gebiet zahlreiche Ueberwachungsschranken errichtet steigerungen sind naturgemäß dementsprechend groß. Es vollzieht November 1918 die alte Fahne einrollen ließ, so daß das, was werden, die im geeigneten Augenblid alle Türen verschließen und sich auf allen Märkten das Schauspiel einer Ratastrophen- uns das Heiligste war, nicht besudelt worden ist. Sie wird die alle Kohlentransporte in das unbefehte Deutschland verhindern hausse, wie sie selbst die Wiener Börse in solchem Ausmaße Flagge von Deutschlands Größe bleiben, während die, die man uns fönnen. In einem so verzweigten Gebiete mit so zahlreichen Elfen- taum gesehen hat. Besonders gesucht waren heute die westdeutschen gegeben hat, ein Zeichen fein wird von Deutschlands Schande, bahnlinien ist eine solche Organisation nicht von einem Tage zum an- Montanwerte, Balutapapiere und alle diejenigen Effeften, bei denen Deutschlands Ehrlosigkeit und Deutschlands Zusammenbruch...." Ein fomödienhafter Rütlischwur auf die Hakenkreuzs decen ins Leben zu rufen. Infolgedeffen fann es der Aufmertfam- Grubenbesig in Frage fommt. feit der Franzosen und Belgier nicht entgehen, daß noch Borbereifahne folgte. Und dann trat der bekannte deutschnationale Am Devifenmarkt stieg der Dollar gegen Mittag auf 33 000! Oberst Xylander vor, um den Nationalsozialisten zu ber banerischen Regierung. Diefe habe ich dadurch gezeigt, baß fie| Räumung fämtlicher befehten Umschalteftationen. gratulieren, daß sie tro 3 aller Furcht und mit Hitler Handelsgeschäfte abgeschlossen habe, indem Aus Düsseldorf find Bürgermeister Schmid und Regieengste der fogenannten" Regierung" ihre sie ihm gegenüber das Verbot der sozialistischen Bersammlungen rungsrat Derle ausgewiesen und abgeschoben. General Simon Tagung abgehalten hätten. Nur das Hakenkreuz und der vom Freitag als Rompensationsobjekt benutzt habe. Bon vornertlärte den Beanttenorganisationen zuerst, die Besatzungsbehörde Stahlhelm fönne Deutschland retten! Abmarsch in geschlosses herein habe man es auf eine Einigung mit den National- tönne in das Verfahren nicht mehr eingreifen, da es bereits beim nem Zuge durch die Stadt nach dem Kindifeller, wo das fozialisten abgefehen, was das Verhalten des Polizeipräsidenten behörde die Ausweisung verfügt. Das Postamt Düsseldorf ist von Kriegsgericht anhängig fei. Trogdem habe die BesatzungsWeitere besorgt wurde. Mork und des Innenministers Schwener auf die Drohungen Hitlers französischen Truppen besetzt, Beamte und Beamtinnen herausDie Bergarbeiter bleiben fest. Effen, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die militärischen Absperrungsmaßnahmen um das Induftriegebiet gaben uns am Sonntag Beranlassung, das neubefeßte Gebiet zu umfahren. Rein äußerfonders auf. Es gibt wohl taum eine französische Waffengattung, lich fiel die äußerst starte Truppentonzentration be bie da nicht vertreten ist, während die weiter im Innern liegenden Bandgebiete von Soldaten fast frei find. Neben sehr vielen Tants sind viele Batterien zu fehen. Starb fallen auch die vielen Sanitätstolonnen ins Auge und besonders rege ist der Autotolonnenverkehr. verhängt. Die Rheinlandkommission hat wieder eine Menge Landräte, Bürgermeister, Grubenbeamte usm. abschieben lassen, weil sie fich geweigert hätten, den Ordonnanzen zu folgen; ausgewiesen ist der Hauptschriftleiter der Wiesbadener Beitung, Gorrenz, wegen aufreizender Artikel". Die Familien haben innerhalb von vier Tagen das bejezte Gebiet zu verlassen. lizeiaufsicht. Die 8eitungsverbote find so zahlreich, daß wir fie nicht mehr verzeichnen können. Der Bund heimattreuer Oberschlesier und seine Effener Bor prüfungsstelle für Erfaß von Berdrängtenfchäden sind unterdrückt. nach; der Bürgermeister durfte nicht einmal noch seinen Mantel Der Präsident des Emser Ein- und Ausfuhramtes ist aus. gewiesen, ebenso Landrat und Bürgermeister von Bad Kreuz. anziehen! ist im franzöfifchen Militärgefängnis in Maing ertranft und Der Kölner Landesfinanzamtspräfident Haehling von Langenauer wird in das französische Militärhofpital gebracht. Am Abend war großer Razenjammer. Natürlich in und seiner Leute bewies. Die Meldung von der Sertrümmerung getrieben worden, zum Teil mit Gewalt, weil einige Teleden Kreifen der bayerischen Regierung. Und die Münchener der Schaufensterscheibe eines Modehauses ist dahin richtigzustellen, graphenleitungen der französischen Zentrale gestört sein sollen. Neuesten Nachrichten" wußten zu melden, daß der Minister daß die Fensterscheiben in der Wohnung des Genoffen Ueber das Kohlenrevier von Moers ist der Belagerungszustand des Innern und Generalstaatskommissar Schweŋer dem Dr. Landauer, ber als Rebner der Partei bekannt ist, von Ministerpräsidenten sein Abschiedsgesuch eingereicht Hatenkreuztern eingeworfen wurden. habe. Wegen des Sieges natürlich, den die Nationalsozialisten über die Regierung davongetragen. Aber am Montagfrüh ist der amtliche Dementierapparat schon in Tätig feit: Die Meldung, daß der Minister einen selbst verständ- Hamm, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Betriebslichen Entschluß gefaßt, wird schleunigst als nicht der Wahr räte der Bergarbeiter aus dem ganzen Ruhrbezirk waren Die Eifel 3eitung" in Daun ist unter Borzenfur gestellt heit entsprechend bezeichnet. Sie bleiben also alle drei: der am Sonntag in Hamm versammelt, um zu der gegenwärtigen Lage und muß in jeder Nummer an der Spige fostenlos die BeHitler, der Schweŋer und der Belagerungszustand! Der Stellung zu nehmen. Genoffe Husemann war mit dem Referat tanntmachungen des Kreisdelegierten veröffentlichen. letztere gilt felbstverständlich nur für die Linksparteien. Die beauftragt. Er lehnte nach wie vor jeden Generalstreit Der Aachener Polizeipräsident ist ausgewiesen und abgetommunistische Neue Zeitung" bleibt verboten; der Böllische ftellung foll im glel ajen Maße beibehalten werden. Diese Auf- vertreter, weil sie die Ordnung nicht aufrechterhalten hätten. Der a b. Die bisher von der Bergarbeiterschaft eingenommene Abwehr- fchoben worden, ebenso der Regierungspräsident und sein StellBeobachter" erscheint und schimpft ruhig weiter. Die Staats- faffung wurde von jämtlichen Teilnehmern der Konferenz geteilt. belgische General Gilain gibt befannt, daß die deutschen Polizeiautorität, auf die man sich in München so viel zugute tat, ist eine Entschließung spricht sich gegen jeden Nationalismus beamten ihm allein unterständen. Die Truppen feien ange. durch das neue Bossenspiel sehr wesentlich gestärft" worden. aus und hebt hervor, daß die Tätigkeit der Unternehmer in der wiesen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Der fleine Belage Um feinen Zusammenstoß stattfinden zu lassen, verhan- Gegenwart befonders aufmertjam verfolgt werden muß. Eine rungszustand werde zunächst durch Früherlegung der nächtlichen Berdein die Slaatsgewalten mit den Umstürzlern. Und alles Frantenlohnung wird entschieden abgelehnt und aus- tehrssperre verschärft. Der Hauptbahnhof ist militärisch abgegeht seinen Gang. drückliche Treue zur deutschen Republit gelobt. Bei sperrt, jeder Eisenbahnverkehr ruht. Es hat lange gedauert, bis unter Lerchenfeld der der Regelung der Lohnfrage erwartet die Bergarbeiterschaft In Rheinhessen hat die Befagung alle Versammlungen Kahrsche Belagerungszustand beseitigt wurde. welteftes Entgegenkommen der Unternehmer und der Reichsregierung verboten; ber pfälzische Kreistag berät unter französischer BoDer Hitler gab seinem Ehrentafelgefährten v. Knilling und dem Herrn Schwener Gelegenheit, besagten Aus * Ueberwachung der Kohlenabfuhr. nahmezustand wieder einzuschmuggeln. 3war steht fremdes Militär im Ruhrgebiet, zwar ist auch die bayerische Pfalz von der Annexion bedroht, aber was tut das, wenn man in Mün chen nur mit den Rabauhelden leiblich auskommt. Neugierige Leute fragen, warum die bayerische Regierung zunächst die große Geste machte, um dann trotzdem in fast allen Punkten nachzugeben? Es wird geraunt, daß dieser Umfall auf das vermittelnde Eingreifen des Münchener Führers der republitanischen Reichswehr, des Generals v. Lossow zurückzuführen sei. Wir vermögen diesen Gerüchten einst weilen noch keinen Glauben zu schenken und erwarten, daß auch hier der Dementierapparat alsbald feine segenbringende Borbereitungen irgendwelcher Art bisher nicht unterrichtet wor. lung des Landesfinanzamtes Düsseldorf, Dr. Finger, ist heute vor. Gange find, die eine Zollerhebung( chon in den allernächsten worden. Der Aufenthaltsort Dr. Fingers ist unbekannt. den. Sie haben auch nicht den Eindrud, daß Borbereitungen im mittag von der Befagungsbehörde in feiner Wohnung verhaftet Lagen ermöglichen tönnten, glauben aber aus Unterredungen mit französischen Offizieren vermuten zu sollen, daß die militärischen Maßnahmen auf die Schaffung einer Boll- Linie hinaustaufen. Mit einer Kontrolle der Güterzüge ist in allerfürzester Zeit bestimmt zu rechnen. Vorläufig wurde mur der Bahnhofsvorsteher in Hörde von einem franzöfifchen Offizier offiziell gefragt, ob er bereit sei, alle paffierenden Güterzüge in Zukunft 15 Minuten anhalten zu laffen, um eine Kontrolle zu ermöglichen. Die maßgebenden Eisenbahnbeamten glauben, daß durch eine leberwachung des Güter München, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht. Heute wtrб mit nicht zu unterschätzende verfehrstechnische Schwierigtelten verkehrs für das innere Deutschland, wenigstens für die erste Beit, geteilt, daß an dem Gerücht von dem Rüdtritt des Inneneintreten, auf die man sich vorbereiten follte. ministers Dr. Schweŋer fein wahres Wort ist. Gegenüber diesem Zusammenfassend tann man sagen, daß eine Zoll- Linie en ben Dementi ist die Bestimmtheit, mit der die Meldung über das Rüd. nächsten Tagen nicht in Erscheinung treten wird, daß aber mit einer ständen Anzeichen, daß in Frankreich eine Intervention mehr Der Pariser Rorrespondent des Observer" schreibt, es be trittsgesuch des Ministers auftrat, so auffallend, daß man wohl mit leberwachung der Züge bestimmt zu rechnen ist. Recht annehmen kann, daß der Minister sich durch seine Attion fobre, läuft die französische Lattil zunächst daraus hinaus, die Rubr. ohne Berluft an Würde erfolgen könne. Die französischen Radi Wie ich aus äußerst zuverlässiger französischer Quelle er begrüßt als übel aufgenommen werden würde, wenn sie gegen die Nationalsozialisten fo bloß gestellt fühlte, baß er sich tafbahn, bas ist die Ctrede von Düsseldorf- Rettwig- Hattingen talen fprächen oft über den Bölterbund. Es beständen An mit Rüdtrittsgebanten trug, bie er aber wieder aufgegeben hat, um nach Schwerte, vollständig zu militarifleren, um ble zur Berzeichen dafür, baß in franzöfifchen Regierungsfreifen Nervosität eine Regierungstrife, die ohne Zweifel hieraus entstanden wäre, zu forgung ber Truppen notwendigen Transporte ficherzustellen. herrsche. vermeiden. Der Sonntag ist ruhig verlaufen. Die Hatenkreuzler Außerdem foll bie Linie Düffeldorf- Oberhausen- Osterfeld- Red hielten vormittags ihre Fahnenweihe auf dem Marchfelde ab, troß- finghausen- Lümen zum gleichen 3wed vollkommen militari zeichen dafür beständen, daß die Meinung der Geschäfts- und BanktTimes" meldet dagegen aus Parts, wenn auch endgültige Anbem angeblich keine Erlaubnis dazu gegeben war. Hier nannte Hitler fiert werden. Kontrollstellen zur lleberwachung der auf ben welt in Frankreich über den gigantischen und zweifelhaften in seiner Ansprache die Fahne der Republit einen Fezen. Obert werden. Erst wenn die gesamten Eisenbahnlinien fest in der Hand Charakter des Unternehmens beunruhigt set, so scheine doch Inlander übermittelte die Sympathien bes völlischen Rechtsblods der Befagung find, will man an die Errichtung von Zollstellen gehen, die Bolts- und Parlamentsstimmung entschlossener zu mer. Tätigkeit entfalten werde. Einstweilen endete das Stüd, das mit dem Bathos der Tragödie eingeleitet wurde, in einer Bosse. Die Frage aber ist, wie lange noch sich das deutsche Bolt, dem an der Ruhr der Lebensnerv abgeschnürt werden soll, weiterhin solche bayerischen Possenspiele gefallen lassen, und ob nicht endlich die Reichsregierung es als ihre Aufgabe ansehen wird, dem nationalsozialistischen Sput in Bayern ein Ende zu bereiten! Niederlage der Regierung. gegenüber den Nationalsozialisten. Die Sturmabteilung, etwa 2000 Mann, zog mit drei Mufiftapellen und 93. Fahnen durch die Bolltechnische Vorbereitungen haben wir nicht bemerkt. tünftige Zollstation bezeichneten Ortschaften find über zolltechnische Die Bertreter der Behörden in den von den Franzosen felbst als Willkür über Willkür. Die Abschiebung des Mainzer Oberbürgermeisters erfolgte Düsseldorf, 29. Januar.( WTB.) Der Präsident der 2. Abtei aus dem Krankenhause heraus, in dem er lag! Englische Stimmen über Frankreich. Condon, 29. Januar.( WTB.) Der Sonderberichterstatter des Daily Chronicle" in Köln schreibt, es bestehe Grund zu der Annahme, daß die französische Politit immer noch unbestimmt und unentschlossen sei, und daß die Franzosen immer noch durch die fefte Opposition der deutschen Arbeiter außer Fassung ge hörden nicht wüßten, woran fie find, und daß viele von ihnen nicht bracht seien. Alles deute darauf hin, daß die französischen Beein noch aus fönnten. Wegen! Die Münchener Post stellt ble vollkommene tabel durchschnitten. Der Regierungspräsident wird wegen entschloffen, ob er die Lage im Ruhrgebiet vor den Völkerbund den denn je. Reine Hoffnung bestehe augenblicklich in französi schen Kreisen, daß der Bölberbund im gegenwärtigen Zeitpunkt Riederlage der Regierung feft und wendet fich beftig Wiederherstellung verhandeln. Die Reparatur tann nur von beut bringen foll. Viviani werde, wie verlaute, eine Berwendung Die Franzosen haben bet Steele und bei Düsseldorf das Rhein. weddienlich eingreifen tönne. Branting habe ich noch nicht gegen die einseitige parteipolitische Einstellung schen Beamten vorgenommen werden, und diese verlangen die des Bölkerbundes in diesem Sinne ablehnend aufnehmen. Arbeitsvolk! Bon Billi Birnbaum. Laufende müde, abgehärmte, verdroffene, sorgendurchfurchte Gefichter schaue ich jeden Tag, fehe fie in breitem Strom des Morgens schweigfam und frierend zu ihren Arbeitsstätten wallen und ebenfo wortfarg am Spätnachmittag zum Bahnhof pilgern. Bleischwer flegen die Jahre auf ihren Gemütern, jeber Tag grauer, troftlofer Debe frißt an thren Nervenfträngen. In unfteten Augen verbirgt fich die bangende Frage: Was bringt der morgige Tag? Schon fündet fich's fort, hier und da find Arbeitsfürzungen, Betriebsstillegungen, Entlassungen. Rechnungen schwirren durch die Hirne, die immer, wie man es auch beginne, mit einem Minus enden. Drohend, frecher nur grinst Elend und Sorge. 40 Und doch sie schaffen tagaus, tagein, pumpen fich aus, thr ganzes Leben nichts weiter, benn ein großes, einziges, munter brochenes Schaffen. Wer kennt nicht die engbrüftigen, hohlwangigen, blassen Gestalten? An der Zeitungsfiliale ftauen fich für einen Augenblid die Menschen, aufschauend für einen Moment. Der Dollar ift wieder geklettert! Im Ruhrgebiet greift der franto- belgische Militarismus zu neuen Repressalien! Es ist, als verdüstere sich immer mehr der Horizont. Schon drängen neue Gruppen heran; man hört Flüche, fieht in falte Augen, in deren Grundtiefen Haß aufquillt mit quälen den Sorgen vermengt. tr. welchen Fächern die Mädchen in der Schule bessere Leistungen aufweifen als die Knaben. Nach den hier angestellten Untersuchungen aus: Englische Sprache und Literatur, moderne Sprachen, Geschichte, find die Knaben den Mädchen in folgenden Unterrichtsfächern voraber nur in der Wiedergabe von Taffachen, nicht in der Auffassung und Bewertung der Ereignisse, Mufit, in dem besseren Berständnis und in technischer Geschicklichkeit, aber nicht in schöpferischer Arbeit. Die meisten Urteile, die abgegeben wurden, stimmten darin über ein, daß die Mädchen sich besser der Schulzucht fügen, daß sie fleißiger und pflichtbewußter find als die Knaben. Wenn die Jungens zu viel aufbekommen, dann arbeiten sie einfach weniger oder gar nichts. wenn sie auch damit ihre Gesundheit schädigen. Dieselbe Ausdauer Die Mädchen aber feßen thren Ehrgeiz barein, alles zu bewältigen, und Gewissenhaftigkeit soll die weibliche Jugend auch beim Sport beweisen, und es besteht daher für eine Üeberanstrengung der Schüle rinnen auf diesem Gebiet fehr viel mehr Gefahr als bei den Schülern. Eine Waffe gegen die Milchplantscher. Die Milchkatastrophe be-| nette Sachen, so wenn er von den Richtern in Moabit sagt:„ Die broht die teutsche Boltsgesundheit und besonders das Leben des Bollbärte, die sie tragen, find im Grunde nur heruntergerutschte Nachwuchses heftiger als alles andere in unserer arg gefährdeten Allongeperücken oder: 3m Gerichtssaal begegnet man noch ab Ernährung. Nicht nur die beständig wachsende Teuerung der Milch und zu einem menschlichen Wesen, und das fist auf der Antiage. fpielt dabei eine Hauptrolle, sondern auch die Verschlechterung ihres bant. Aber selbst dieses Wort tommt einem schließlich irgendwie onto ber Milchfälscher und Milchplantscher fällt. In bas schändliche möchte ihn gern bei etwas Tiefe faffen und halten, aber er in Gehaltes, die Verwässerung und Berschmuzung, die auf das Schult bekannt vor. Man fucht in feinen Dichtungen die Einheitslinie, Treiben dieser Gesellschaft leuchtet ein Artikel Bur Frage der Milch- wifcht einem mit elegantem Spott und verflüchtigt seine Seele in hygiene, insbesondere über die Berhütung der Milchfälschung durch ein geschicktes Bonmot, ein blizendes Paradoxon, einen raffiniert zwedmäßige Berechnung des Milchpreises" von tem Greifswalder abgebogenen Refrain. Interessiert lauscht man ihm indes, aber Hygieniter Prof. E. Friedberger in der Klinischen Wochenfchrift" immer bleibt man fühl hinein. Er betont, daß die behördlichen Bestimmungen über Milch fontrolle nicht im entferntesten mit ben ftrengen und wirksamen Worin die Mädchen die Knaben schlagen. Ein Bericht des engMaßnahmen verglichen werden können, durch die die Bevölkerung lischen Unterrichtsministeriums beschäftigt sich mit der Frage, in vor dem Genuß gesundheitsschädlichen Fleisches geschützt wird. Die Schwierigkeit, für die Milch ähnliche ftraffe Gefeßesbeftim.nungen und des Milchhandels. Die Gemeinden find deshalb vielfach dazu durchzuführen, liegt in der Dezentralisierung der Milcherzeugung übergegangen, städtische Milchhöfe meist in Berbindung mit den Schlachthöfen einzuführen. Aber bie zweckmäßige Behandlung der Milch an diesen Zentralen fann doch nur zu guten Ergebnissen führen, wenn schon eine sachgemäße Gewinnung und Behandlung der Milch beim Erzeuger erfolgt. Ein großer Mißbrauch wird mit der Bezeichnung Bollmilch getrieben. Diese soll mindestens 2,7 Broz. Fett enthalten. Der Fettgehalt der Ruhmilch schwankt Es erscheint aber geradezu absurd, für Milch ohne Fettgehalt, die aber in dem unverfälschten Zustand zwischen 2 Broz. und 5,5 Proz. fog. Magermilch, faum die Hälfte des Breises zu zahlen wie für Milch mit 2,5 Broz. Fettgehalt, und andererseits für Milch mit folchem D, fie haben in langen Jahren es genugsam erfahren: Gewalt Fettgehalt ben gleichen Preis zu entrichten wie für Milch mit etwa mirtt immer zerstörend! Sie spüren Grimm, wenn sie des ge- doppeltem Fettgehalt, die auch als„ Bollmilch" bezeichnet wird. Da fräßigen Molochs Militarismus gedenten, ber instinktmäßig über die Mindeftfettgrenze für tie Bollmilch auf 2,7 Bros. festgefeht ist, fich hinausgreifend an sich selbst zerschellen muß! Aber in unfere fo hat sich diese Mindestzahl ganz unberechtigterweile rasch zur teimenden Hoffnungen fallen bittere Tropfen Wermut. Was wird Normalzahl herausgebildet. Die Milchfälscher erhalten dadurch er vorerst an Werten vernichten, wieviel Willen zu fruchtbringender, geradezu einen Anreiz zu teilweiser Entrahmung und Verwässe mertefördernder Arbeit zum Erliegen bringen! Die Gebanten rung ber Bollmilch". Der fleine Milchproduzent und der Händler wachsen mit jedem neuen Tag und türmen sich zu gigantischer Bein. Bollmilch. Die großen Molkereien verwenden von vornherein die verwässert fettere Milch und macht sie auf diese Weise zu der üblichen Ich hörte gestern ein Wort: Das ist der Geist von 1914, ber ba fettreichsten Milchquoten mit 3-5 Proz. zur Sahne und Butter im deutschen Bolte umgeht!" und weiß, daß es Menschen gibt, die bereitung. Gegen die Berfälschung der Milch durch Bässerung folches glauben. Schaut nur näher hin und ihr werdet gewahren, und Entrahmung und gegen die fyftematische Fernhaltung der Milch daß es anders heute ist. Damals glaubten nur gar zu viele dem quoten mit hohem Fettgehalt vom Konsumenten, sagt Friedberger, Bopanz Gewalt und jubelten ihm zu. Die Jahre haben es anders gibt es nur ein sicheres Mittel: das ist die Preisfestlegung gewiesen; heuer wissen wir, es schafft nur neue Berge von Schutt der Milch nicht nach dem Bolumen, sondern lediglich nach dem und Gerümpel. Wir sehen Illusionen, die ins Graue zerstieben! Fettgehalt." Wenn heute ein Liter Vollmilch mit 5 Broz. 5 M. wir haben noch den Glauben, daß rohe Gewalt an dem würde, mit 2,5 Proz. Fett 2,5 M. usw., Milch mit weniger als ( natürlich mit der jeweiligen Teuerungsinderzahl multipliziert) toften Willensfelsen der hohen Bernunft über kurzem zerschellen wird. Ar 0,5 Proz. Fett als Magermilch 50 Pf., fo würde sich fein Milch beitsbrüder diesseits und jenseits der Grenzen geben uns ermun plantscher mehr die Mühe machen, feine Milch zu verwässern. ternde Zeichen: Seid fest! Wir haben manchmal in all den Jahren die Zähne zusammengebissen; wir pressen sie fefter noch! Reingen vor einer aufmersam und hingegeben lauschenden Anhänger bat auf dem Flugplay von Camiers bei Etaples mit feinem motorlosen Walter Mehring sprach im Grünen Gaal eigene Dichtun- Senefebedſtr. 54 aus eigenen Berfen. Ein neuer Rekord im Gleitflug. Der französische Flieger Boussoutrot Hauch des Haffes unsere Lippen entfliehe! Nur Zuversicht, feften char. Er sucht das Kosmische wie das Romische zu umspannen. Flugzeug einen neuen Reford im Gleitflug aufgestellt, indem er 3 Stunden Millen und wir erleben die Wiedergeburt ehernen Menschen- Er geht zum Ausfall über, aber sein Degen sticht nicht zu; er 31 Winuten 45 Sefunden in der Lust blieb. Der Wind hatte eine Stärke rechts: Ein freies Bolt unter Menschenbrüdern zu sein!! figelt und fragt den Gegner nur. Mitunter gelingen ihm ganz von 30-35 Stm. Ja " Was ein Brief toffet. Die Roften, bie ein gewöhnlicher Ge äftsbrief unter den heutigen Umständen verursacht, werden nach genauen Ermittlungen in Leipzig für den 17. Januar im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" angegeben. Das Ba pier eines einfachen Briefes ist mit 9 m. berechnet, Say, Drud, mit 45 m., das Maschineschreiben von 15 Minuten mit 55,30 m., Schneiden mit 5 M., das stenographische Dittat von sechs Minuten der Farbbandverbrauch mit 3 M., der Briefumschlag mit Aufdruc mit 7,50 m., das Postgeld mit 50 M. Danach foftet also ein einfacher Brief 174,80 m. Eine Bofttarte wird nach denselben, heute schon wieder fehr überholten Säßen mit 79,40 m. Roften berechnet. Eintrittspreise der Staatstheater. Die durch amtlich beglaubigtes Lichtbild fich ausweisenden Reichsdeutschen, Deutschösterreicher und Ungarn Ausländer zahlen vom 30. b. M. ab mur ben 6. Teil, anstatt den 5. Teil fowie sonstige länger als ein Jahr hier ansässige und Steuern zahlende der Eintrittspreise. Außerdem wird die Vorverkaufsgebühr abgeschafft. Hans Sochaczewer left Donnerstag 8 Uhr in der Ewer- Buchhandlung Zur Erhöhung SerErwerbslosenunterftützung Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat an das Reichsarbeitsministerium das dringend« Ersuchen gerichtet, schnellstens eine entsprechende Erhöhung der Unter- stützungssätze für Erwerbslose vorzunehmen. Die Notwendigkeit dazu scheint um so mehr gegeben, als infolge der Vorgänge im Ruhrrevier eine Zunahme der Erwerbslosig- keit zu erwarten ist._ Eröffnung öes kommunistischen Parteitags. In Leipzig wurde gestern der kommunistische Parteitag mit einem Referat Klara Zetkins über die weltpolitische Loge er» öffnet. Sie führte etwa folgendes aus- Der politische Geschäftsführer des französische» Kapitals, Poincare, hat das Ruhrgebiet beisetzt. Der politische Geschäftsführer des deutschen Kapitals, Herr C u n o, ruft zum paffiven Widerstand auf. Heut« empfiehlt man den Arbeitern den Streik. Das Proletariat muß wissen, daß hier feine Interessen nicht verfochten werden. Die Deutschen haben keine Veranlassung zu sitllicher Entrüstung über gebrochene Verträge. Vereits der Weltkrieg wurde um Erz und Kohle geführt. Heute find nur die Köllen vertauscht. Die weltpolitische Situation trägt den Keim des Revanchekrieges in sich. Die Kriegsgefahr be- deuet einen erneuten Weltkrieg von noch größeren Dimen- fionen als der, den wir erlebten. Don England und Amerika haben wir nichts zu erhoffen. Amerika ist an den niedrigen Löhnen der deutschen Arberter interessiert. Zwischen dem deutschen und französischen Kapitalismus besteht kein Unterschied. Deswegen ist es ein Verbrechen, den deutschen Arbeitern einzureden, daß eine Verbrüderung mit der deutsch Bourgeoisie möglich sei. Die Hilfe ist Sache des internatio» nalen Proletariats, ganz besonders der deutschen und französischen Arbeiter. Eine Rettung wäre nur möglich, wenn d i e Arbeiter zusammenstehen. Notwendig ist die Erfassung der Sach. und Goldwerte. Das Proletariat, vereinigt zur einheit- iichen Macht, kann die erforderlichen Maßnahmen durchfuhren. Die Reform! st en halten Einheit mit den Kapitalisten, nur die kommunistische Internationale stellt stch auf die Sei!« des Prole» tciriats. Di« einzige Regierung, die gegen die Ruhrbesetzung pro» testierte, war das proletarische Rußland. Di« Aufgabe des Parteitags ist es, die Maßregeln zu ergreifen, damit das Pro» letariat seine Aufgabe erfüllt. Wenn deutsche Proletarier ver- zweifeln, müssen wir sie auf Rußland verweisen. Rußland hat gezeigt, daß die Wiedergeburt politisch und wirtschaftlich erst möglich wurde, als da» Proletariat die Macht übernahm. An das Referat Klara Zetkin» schloß sich ein« feierliche Uebergab» roter Fahnen mit russischen revolutionären Inschriften an die Hamburger und Leipziger Organisation der KPD. an._ Neue Ruhrreffe£e Troquers und tvepganös Paris, 29. Januar.(Eca.) Der Minister für öffentliche Ar» bciten, Le Troquer, und General Weygand sind in Be» gleitung de« Grubendirektor» Guilleaum« und des Generalsekretär» d?s Obersten Eisenbahnrates gestern abend auf» neue in» Ruhrgebiet abgereist, wo sie den Blättern zufolge bi» Dienstag bleiben werden. Die Reis« soll den Zweck haben, eine enge Per- b i n d u n g der französischen Regierungsstellen mit den Besatzung». behörden zu schaffen zur Durchführung de» in den letzten Tagen ausgearbeiteten Planes, um den Widerstand Deutschlands zu brechen. Unzweifelhaft hat die umfangreiche Stillegung in dem Eisenbahnbetrieb und der Post» und Telegraphenverbindun- gen, die sich besonders gestern nicht nur im neubesetzten Ruhrgebiet, sondern auch in einem TeSe de» besetzte» linksrheinische« Gebiete» bemerkbar gemocht hat, hier große Beunruhi- g u n g hervorgerufen. Die Blätter erklären, man stehe einem neuen deutschen Sabotagesystem gegenüber, das vielfach nicht zu fassen fei und den Anschein zu erwecken such«, als ob die Zerstörungen und Verkehrsstockungen die Schuld der Unfähigkeit der französischen Techniker und Arbeiter sei, die es nicht verstehen, mit den deutschen Zügen und Apparaten umzugehen. Pari». 29. Januar.md beschl«"'. nahmt.■ Die Gasvergiftungen nehmen zu. Die Feuerwehr hat jetzt mehr Gasoergistungsfälle als Brände zu verzeichnen. So wurde sie am Sonntag u. a. nach der Markthalle am Marheinekeplatz, nach der Bedürfnisanstalt vor dem Haufe Lothringer Sk. 26, Tiergarten- straße 7. Linienstr. 247, Friedensk. 96, Gleimsk. 66, Lange Str. 26 usw. gerufen. Leider in mehreren Fällen zu spät. Mit Sauerstoff gelang es, einig« Vergiftete zu retten und nach Kronken- an st alten zu schaffen. Immer wieder muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß sofortige telephonische Benach- richtigung stet» schnellste Hilfe gewährleistet. 24 ösfeuMche Meterversammlungen, die am gestrigen Sonntag in Groß-Berlin stattfanden, faßten eine Entschließung, in der sie von dem Magiskat Groß-Berlins verlangen, daß derselbe keinerlei Mietserhöhungen durch irgendwelche Zuschläge mehr zustimmen soll, denn die wiiffchaftliche Leistungsfähigkeit der Mieter sei voll- ständig erschöpft durch die furchtbare Teuerung auf allen Gebieten ihrer Lebenshaltung. Die Mieterschast erklärt schließlich, im äußersten Fall zum Streik schreiten zu wollen. Schwerer Anfall de» Kölner Schnellzuges in Paris. Zum zweiten Male seit ganz kurzer Zett hat der aus Köln emtreffende Schnell- zug einen Prellbock im Pariser Nordbahnhof überfahren. Durch die Erschütterung wurden Türen und Türfenster der ersten Waggons vollkommen zertrümmert. 12 Reisende, Franzosen und Beliger, je- doch kein Deuffcher, erlttten Quetschungen und Verletzungen durch Glassplitter. In einem nahegelegenen Krankenhaus wurde ihnen die erste Hilf« zuteil._ Wetter für morgen. verlin«nd llmgearnd. Etwa» kühler, veränderlich, überwiegend trüb- mit wiederholten Niederschläge» und ziemlich frischen westlichen bis nordwestlichen Winden._ Groß-Serliner parteinachrichten. 11. Abt. SUiutQO, den Marien! urg er Str. 18; echüfc. ZeUerstr. 8. SO. Januar, abend« 7 Uhr, gahladend bei Schmidt, Zl&me� Jnmianueikirchftr. 35; Winzer, Christburger Str.»; Gedächtnisfeier für Luise Zieh. Gewerkschaftsbewegung Löhne der Berliner Gemeindearbeiter. Arbeiter Arbeiterinnen beitszeit. Die nach dem Bericht einsehende Aussprache richtete fich mit großer Schärfe gegen das Verhalten der Arbeitgeber. Die Arbeiterschaft werde den hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen und den Kampf mit allen gewerkschaftlichen Mitteln führen. Sehr bedauerlich sei die Tatsache, daß die Bersorgung der Krankenhäuser Die Nachtragsverhandlungen des Lohnfat tells ergaben folgende mit Instrumenten und die Bersorgung der Kriegsbeschädigten mit tünstlichen Gliedern in Frage gestellt werde. Ein Antrag, der Lohnfäge für die Zeit vom 16. bis 31. Januar: erklärt, daß die Kollegenschaft sich die Provotation der Unternehmer Ungelernte nicht länger gefallen lassen könne und die Beibehaltung der 46% stundigen Arbeitswoche, andernfalls fofortige Anwendung des letzten gemerfichaftlichen Mittels fordert, fand mit der Erweiterung die volle Zustimmung der Versammlung, daß der Lohnkommission bei der Arbeiterinnen Verhandlung mit den Arbeitgebern freie hand gelassen werden foll. über 18 bis zum 21. Lebensjahr " 糖 über 21 24 Jahre". 24. Angelernte 18 bis zum 21. Lebensjahr 21* 24 Jabre". 24. • . • 411 M. 464 488 267 M. 302 314 Arbeiter 421 M. 295 M. O 475 495 bandwerker 439, 496 бat. 516 M., Arbeiterinnen 307, 348 bzw. 361 m. Jugendliche 15 16 17 . minbererwerbsfähige über 18 bis zum 21. Lebensjahr Am Sonntagnachmittag hatten sich in der Aula in der Weinmeisterstraße Frauen und Männer der Sozialdemo= tratischen Partei versammelt, um Luise Zieg eine Gedächtnisstunde zu weihen. Genoffin Wachenheim eröffnete die Versammlung. Sie führte aus, daß Luise Zieh nicht nur für den Sozialismus ge fämpft habe, sondern daß sie auch die Frauenbewegung ein Stüd vorwärtsgebracht habe. Der Dant für die Kämpferin müsse darin bestehen, daß die Frauen ihre Arbeit fortsegen und für den Soziafismus arbeiten. Sodann gab die Reichstagsabgeordnete Genossin Burm ein Lebensbild Luise 3iez'. Sie führte u. a. aus, Luise Zieh habe ein Leben des Kampfes, ein Leben der Arbeit für die Befreiung aller Menschen gelebt. Sie entstammte dem Proletariat. Schon von frühester Kindheit an wollte sie durch eigene Arbeit weiter. In Hamburg hörte sie zuerst das Evangelium des Sozia lismus. Schon in den achtziger Jahren findet man in der Ham burger Bewegung ihren Namen. Sie wußte, ohne die Mitarbeit der Frauen gibt es feinen Aufstieg der Menschheit. Harte Kämpfe natte sie nicht nur nach außen, sondern auch nach innen zu führen. In den legten 10 Jahren drückte sie eine schwere Krankheit, aber im Alter von 14 Jahren deren ungeachtet fämpfte sie unentwegt weiter für das Recht der Frauen und das Recht der Kinder. Sie war der heftigste Rämpfer gegen die Kinderarbeit. Wer ein wehrloses Kind ausbeutet, ist ein Berbrecher, das war ihr Standpunkt. Für ein Kinderschuhgesez, 1904 tam das erste, arbeitete fie in langjähriger Agitation. Ber geblich fämpfte sie für den Schuh des als Gesinde in der Landwirt. schaft beschäftigten Kindes. Das Jugendwohlfahrtsgeseh hat sie leider nicht mehr erlebt. Sie fämpfte auch für die in der Heimarbeit bes fchäftigten, schutzlofen Kinder. 1904 schloß fie auf der Bremer Frauentonferenz ihr Referat mit den Worten:„ Unfern Kindern zum Schutz, den Unternehmern zum Trup." Sie trat für die Land. arbeiterinnen ein, die schlimmer als ein Tier behandelt wurden, fie trat gegen die Hungerlöhne der Ziegeleiarbeiter und arbeiterinnen auf. Den Frauen rief fie immer zu:" Wehrt euch selbst!" Ihr Kampf war nicht leicht. Denn die Schar der Frauen, die zuerst hinter ihr stand, war nur winzig flein. Ihr Arbeitsgebiet hatte feine Grenzen. Bis 1908 hatten die Frauen nicht das Recht, sich politisch zu organisieren. Die Rednerin wies darauf hin, wieviel Kraft, wieviel Hingabe, wieviel Opferfinn nötig waren, um damals zu arbeiten. Nicht im Frauenwahlrecht sah sie das Endziel, aber das Frauenwahlrecht fah sie als eine Etappe zum neuen Menschen tum an. Es ist nicht leicht, fich durchzusetzen, doch Luise Zieh hat fich durchgesetzt. Sie, die 1916 die Trennung der beiden Barteien erlebte, sab die Wiedervereinigung nicht mehr. Von Anfang an stand sie im Kampfe gegen die Kommunisten. Nachdem die Bortragende sodann noch Luise Zieh' parlamentarische Tätigkeit ge würdigt hatte, schloß fie mit dem Aufruf an die Frauen, zu kämpfe rinnen zu werden im Sinne der Berstorbenen. 21 24. Arbeiter 333 347 Lohnbewegung im Großhandel. Da der Arbeitgeberverband des Großhandels eine Ausspradje qualifizierte über eine Nachzahlung für die zweite Januarhälfte für überflüssig hielt, hat der Deutsche Verkehrsbund auf Beschluß der HauptArbeiterinnen funktionäre nunmehr den Schlichtungsausschuß angerufen, der voraussichtlich am Mittwoch, eventuell auch über die Löhne für die erste Februarhälfte, verhandelt. Die Funktionäre werden noch einmal auf die Versammlung am Dienstag abend aufmerksam gemacht. 141 189" Der Berliner Artistenstreit bei der Café Stern A.-G. ist Arbeiterinnen durch Verständigung beigelegt worden. 214 M. 97 M. 145 217 290 IP . Arbeiter 329 M. 871 · • 886 63 M. 94 241 251 24 Jahre. Die Frauenbeihilfe beträgt 34 M., die Kinderbeihilfe 32 M. je Stunde. Berständigung in der Metallindustrie. Die Funktionäre der Metallarbeiter aus den Betrieben des Bereins der Berliner Metallindustriellen nahmen am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain" Stellung zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern. Ulrich erstattete den Bericht. Die Lohnfäße sollen nach dem Angebot der Arbeitgeber in Klasse I für Arbeiter über 21 Jahre ab 29. Januar bis 11. Februar 725, ab 12. bis 25. Februar 850 M. betragen. Für Arbeiter von 18 bis 21 Jahre 615 bzw. 725 M. Leistungszuschläge für alle Klassen dreimal 5 M bei Affordarbeit ab 12. Februar denselben Stunden zuschlag. Akkordbasis bei diesen und den älteren Arbeitern gleich. Augenbliche Arbeiter von 14 bis 18 Jahre erhalten 150 bis 290 bzw. 180 bis 340 m. Arbeiterinnen über 21 Jahre 490 bzw. 575 M. Arbeiterinnen von 18 bis 21 Jahren 455 bzw. 490 m. vom 12. bis 25. Februar wird ein fester Stundenzuschlag bei AkkordAttordbafis bei Arbeiterinnen über 18 Jahre 465 M. Für die Zeit arbeiten gewährt in Höhe des für Lohnarbeiter bestimmten Zuschlags. Für Arbeiterinnen über 21 Jahre beträgt der Stundenzuschlag bei Affordarbeit 85 M. Für jugendliche Arbeiterinnen im bis 320 M. vorgesehen. Teuerungszulagen für Ehefrauen 16, für Kinder unter 14 Jahren 40 M. Für die Affordarbeiten wird ein Umrechnungsverfahren festgelegt. Die Bertreter des Metallfartells haben fich mit den Arbeitgebern dahin geeinigt, daß noch im Laufe des Abkommens für die zweite Hälfte Februar bei einer rapid steigenden Teuerung neue Verhandlungen eingeleitet werden fönnen. Eine proletarische Freidenferschule in Groß- Berlin ist von der Gemeinschaft proletarischer Freidenber, die mit zirta 100 000 organi- 2lter von 14 bis 18 Jahren sind Löhne von 145 bis 270 bzw. 170 fierten Mitgliedern und 700 Ortsgruppen den Befreiungstampf des Proletariats auf geistigem Gebiete als ihre Aufgabe betrachtet, so eben errichtet worden. Die Schule hält jeden Dienstag 7% Uhr in der Schule Niederwallstr. 12 eine Arbeitsgemeinschaft ab. Leiter ist Genosse Dr. Krische. Es soll in ihr zunächst in einem Kursus über Gemeinschaftstunde die grundsägliche Stellung proletarischer Kultur geklärt werden, also die Stellung zu wissenschaftlichen, religiösen, ethischen, fünstlerischen und erzieherischen Problemen. Borübergehende Schließung des Bezirkswohnungsamts Friedrichshain. Wegen Umstellung des Geschäftsganges bleibt das Be. girlswohnungsamt Friedrichshain, Große Frankfurter Straße 137, in der Zeit vom 1. Februar bis einschließlich 28. Februar für den Berkehr mit dem Publikum geschloffen. Die polizeilichen Anmeldun gen, Mietverträge unt Wohnungsangelegenheiten werden in der bisherigen Weise erledigt. Die Abendsprechstunden fallen in dieser Zeit ebenfalls aus. Konfum- Genoffenfchaft Berlin und Umgegend. Donnerstag, ben 1. Februar, abends 6%, Uhr, im Saalbau Friedrichshain", Am Friedrichs. bain 16/23: Außerordentliche eneralversammlung Geschäftsanteilerhöhung und Statutenänderung. Nach einer längeren, überwiegend sehr ruhig und fachlich ge führten Distuffion stimmte die Versammlung der Annahme des Abfommens gegen eine starte Minderheit zu. Mit einem warmen Appell an die Kollegenschaft, auf die von den Gewerkschaften herausgegebenen Sammelliften zur Unterstützung der rheinischen Arbeitsbrüder zu zeichnen, schloß Urich die start besuchte Versammlung. Gespannte Lage im Buchhandel. Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs wurde vom Demobilmachungskommiffar abgelehnt, da eine Zulage von 10 bis 20 Proz. zu den Dezemberlöhnen in Höhe von etwa 12,200 m. der eingetretenen Geldentwertung entsprechend sei und somit tein öffentliches Interesse zur zwangsweisen Neuregelung der Löhne vorliege. Dabei haben die Geschäftsinhaber felber sich in Mieterverband Lichtenberg( Siz Dresden), Geschäftsstelle: Reue zwischen bereit erklärt, zu den Sägen des Schiedsspruches für die Bahnbofstr. 28. Montag, den 29. Januar, Aufflärungsabend für legte Januarwoche weitere 10 Broz. zuzulegen. die Mieterausschüsse in allen Miets- und Hausangelegenheiten in der gestrige Bersammlung der Markthelfer und Bader nahm Die Senaben- Mittelschule, Markiftr. 7. zu der veränderten Lage Stellung. Nach dem Bericht des Kollegen Schade traten alle Diskussionsredner für schärfsten Kampf bis zum äußersten ein. Heute abend werden die Vertrauensleute und Funk tionäre in der Schulaula, Stallschreiberstr. 54a, Beschluß fassen. Sport. Die Nabrennbahn im Sportpalast batte zum Sonntag, den ameri fanischen Champion Willi Spencer verpflichtet. Spencer startete im Großen Winterpreis, einem Rennen in drei Treffen nach Bunktwertung, Huichte, Dstar Tiek, Bauer und Hahn. Der Amerikaner erlitt eine Streifgefahr in der Chirurgie- Mechanik. Betriebsräteschule. Morgen, Dienstag, beginnen folgende Rurse, an denen noch neue Hörer teilnehmen fönnen: " 8entrum, Sophien- Enzeum, Beinmaisterstr. 16-17. Arbeiterbewegung und Arbeitsrecht bis zur Gegenwart"( 6 r). Inhalt und Pragis des modernen Arbeitsrechts"( 6 Uhr). Der juristische und wirtschaftliche Charakter ber Rapitalgesellschaften"( 8 Uhr). Staatsfinanzen und Boltswirtschaft"( 6 Uhr). ,, Gewerbe- Hygiene"( 8 Uhr). Nordwesten, Friedrich- Werderfches Gymnasium, Bochumer Str. 8b. ,, Allgemeiner Einführungskursus"( 8 Uhr, 8. 201). Norden, Gemeindeschule, Greifenhagener Str. 58. Allgemeiner Einführungsfurfus"( 8 Uhr, 3. 3). Die Arbeitsorganisation im induſtriellen Großbetrieb triebsrätegefeh", 2. Teil( 6 Uhr, 3. 17). Buchhaltung und Bilanz"( 8 Uhr, ( 6 Uhr, 8. 3). Südoften, Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. Das De 3. 17). Einführung in die wirtschaftslehre"( 6 Uhr, 3. 18).„ Wirtschaft und währung, Bernel Offen, Textil- Fachschule, Warschauer Plaz 6-8. um in der Heesestraße.„ Einführung in die Bolkswirtschaft"( 7 Uhr). Das Wesen der modernen Produktion"( 46 Uhr, 8. 115). Steglig, Gymna Söverkarten( aum Breife von 50 M., für Arbeitslose unentgeltlich) werden in ber Betriebsrätezentrale( Abt. Räteſchule), Engelfer 24 ze zmien, Mone tags und Freitags von 4-7 Uhr. Auch können die Kollegen die Kurse direkt ausgegeben. Lehrberatungs- Sprechstunden, außer in den Bureaustunden, auffuchen und den Hörerbeitrag bort an den Bertrauensmann zahlen. Nicht nur Betriebsräte, ſondern alle freigewerkschaftlich organiſierten Arbeiter und Angestellten Lönnen die Rurfe besuchen. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. ACG., Brunnenstraße. Morgen, Dienstag, 8% Uhr, Fraktionsfigung der BGPD. der AEG.- Berle Brunnenstraße in der Schulaula Wiesenstr. 66. Da sehr wichtige Tagesordnung, muß jeder Funktionär erscheinen. Der Fraktionsvorstand. AFA- Mitglieder der Gesundheitsindustrie. Morgen, Dienstag, pünktlich 8 Uhr, im Weißen Gaal bes Nordischen Hofes, Invalidenstr. 126, Bersammlung. Mitgliedsbuch eines Afa- Berbandes legitimiert. Zentralverband der Angestellten. Bo ft behörben Mitgliederversammlung heute 7 Uhr in den Gobhieniälen, Sophienſte 17/18 Brivatversicherung. Funktionärversammlung heute 7½ Uhr im Berbanbslokal, Belle- Adiantes verlammlung morgen abend 8 Uhr im Zweigbureau, Rommandantenftr. 63/64 Straße 7/10. Privatversicherung( ehemalige Bietoriaeinnehmer). Breußische Staatsbebörben Mitgliederversammlung morgen 7 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18. Wirtschaft Steigende Getreideproduktion der Welt. Die Ernten in den wichtigsten Bodenfrüchten sind in denjenigen Ländern, von denen Berichte porliegen( fie fehlen etwa von Rußland, der Türkei und einigen anderen Staaten). seit Kriegsende langsam aber stetig angeftiegen. Die Ernte von 1922 dürfte als Welternte genommen, fogar die seit 1915 größte gewesen sein. Das Internationale Institut für Ackerbau in Rom meldet sogar trotz der Fehlernten in mehreren' Ländern eine Weltrefordernte in Beizen für das verflossene Jahr von 2 932 000 000 Bushels zu 27.2 Kilogramm gegen 2 288 000 000 Bushels im Jahre 1917; ferner ist Berichten des Ackerbaudepartements in Washington zu entnehmen, daß die Erträge der leztjährigen Jahres und noch erheblich meiter über die des Jahres 1917 hinausRoggen-, Gerste- und Kartoffelernte über die des vorangegangenen gehen. Die Erträgnisse des Anbaus der sieben wichtigsten Nahrungs mittel, Weizen, Roggen, Reis, Kartoffeln, Mais, Gerste und Hafer, zusammengenommen waren im Durchschnitt der berichtenden Länder für 1922 größer als in irgendeinem anderen Jahr feit Ariegsbeginn. Die Ernte in Roggen nach dem Weizen die wichtigste Brot In der chirurgischer. Branche der Metallindustrie wird es zu frucht- belief sich im Erntejahr 1921 auf 783 000 000 Bushels( zu gegen bie Staliener Garli, Stizetto, und unſere zurzeit besten Fahrer Gebr. einem harten Lohnkampf kommen, wenn die Industrieherren sich 25,4 Kilogramm) gegen 473 000 000 Bushels im Jahre 1917 und bie eflatante Niederlage: im ersten Lauf war er zwar fiegreich gegen Hahn, nicht in letter Stunde noch dazu entschließen, die berechtigten Forde- Ernte des Jahres 1922 wird die von 1921 bestimmt um ein im dritten Treffen( lange Strede) fonnte er aber den Borstößen von Bauer rungen der Arbeiterschaft zu erfüllen. Am Freitagabend fand in den Erhebliches übertreffen. An Mais, von welchem ein immer und Calar Elez nicht widerstehen, was ihm und auch Hahn eine Verlust Sophiensälen" eine start besuchte Bersammlung aller in dieser größerer Teil zu Nahrungsmitteln verarbeitet wird, wurden 1921 runde eintrug. Der unermüdliche Tiek ließ nun nicht mehr loder, über Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen statt, in der vom 3710 000 000 Bushels( zu 25,4 Kilogramm) geerntet gegen rundete auch das übrige Feld, um gleich darauf in Gemeinschaft mit Branchenleiter Callies über den Spruch des Schlichtungsausschusses 3 129 000 000 Bushels im Jahre 1918. Die Ernte in Hafer, von dem Richard Huschle eine zweite Gewinnrunde zu buchen. Spencer und Hahn und den Berlauf der letzten Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern nur ein geringer Teil zu Zwecken menschlicher Ernährung Bers gaben das Rennen auf. Auch im 50- Ritometer- Rennen wurde der Favorit, Schrefeld, geschlagen. Das Rennen blieb jedoch bis zum letzten Wertungs. berichtet wurde. Bei dem Spruch handelt es sich um den Manteltarif. wendung findet, war 1921 etwas geringer als in den Vorjahren. spurt offen. Best schoß Behrend wie ein Pfeil aus vierter Bofition hervor Er geht dahin, daß tie bisherige Arbeitszeit von 46% Stunden weiter Die Kartoffelernte ist größer als im Vorjahr. und ging als leichter Sieger durchs Ziel. bestehen bleiben soll. Ferner wird im Spruch zugestanden, daß Boyfoft des Antwerpener Hafens. Eine Versammlung führender Ergebnisse: Großer interpreis. 1. Treffen über 5 Runden: wegen Mangel an Arbeit erst dann Entlassungen erfolgen dürfen, niederrheinischer Schiffahrts, Epeditions, Handel- und IndustrieR. Huschte vor Carli; A. Huschte vor Rizetto; Spencer vor Hahn; Bauer wenn hierfür die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt sind. 5 Proz. der firmen beschloß, daß angesichts der neuesten Entwicklung der Dinge bor Ostar Lies. 2. Treffen über 10 Runden: Rizetto vor Hahn, Bauer Belegschaft fönnen vom Arbeitgeber im Laufe des Jahres frei ein- der Hafen von Antwerpen völlig gemieden werden müsse, und R. Huschte; Carli vor A. Huschke, Ostar Tieg und Spencer( gestürzt). gestellt werden. Die Urlaubsbestimmungen sollen bleiben wie bisher. und mit deutschem Willen feine Tonne mehr über diesen Hafen ein3. Treffen über 200 Runden: Tiez vor A. Huschte, N. Huschte, Carli und Alls Affortarbeiter sollen diejenigen anzusehen sein, die in der letzten oder ausgeführt werden dürfe. Für deutsche Berfrachter und Fracht. Bauer, Spencer und Habn aufgegeben. Gesamttlaffement: 1. Ds. Woche 60 roz. der Arbeit gegen Stücklohn geleistet haben. Bon empfänger fönnen fünftig nur die deutschen und holländischen far Ziez 65, 2. A. Huschte 36, 3. St. Huschte 27, 4. Carli 25 Punkte. 50 Silometer- Bunttefahren: 1. Behrend 1 Std. 15 Min. den Arbeitgebern ist dieser Spruch abgelehnt worden. den Arbeitgebern ist dieser Spruch abgelehnt worden. Am( Rotterdam) Nordseehäfen in Betracht kommen. 20% Set 17, 2. Techmer 14, 3. Häusler 11, 4. Schrefeld 9, 5. Stobl letzten Mittwoch hat die Lohnfommission mit den Arbeitgebern über Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: 8 Bunfte. Borgabefahren, 5 Runden: 1. Müller 40, 2. 2insener eine neue Regelung der Löhne verhandelt. Sie haben eine Erhöhung sh. Glade, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: 40, 3. Schulz 20, 4. Rädlis 60, 5. Dtto Ziet, O Meter Borgabe. der Säße um 25 Proz. geboten, verlangen aber eine 48stündige Ar- Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Komische Oper ( 71) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mi wirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kas ner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka. 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