Nr. 4840. Jahrgang Ausgabe A nr. 24 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 9. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Oesterreich und Suremburg 3600 S., für das übrige Ausland 4600 W. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der..Borwärts mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile foftet 600 M. Reflamezcile 3000 m. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 180 M.( zulässig zwei, fet: gedruckte Borte), jedes weitere Wort 100 M. Stellengesuche das erste Mort 100 M., jedes weitere Wort 70 M. Worte über 15 Buchstaben zühren für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 150 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags int Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 30. Januar 1923 Gesteigerter Druck im Ruhrrevier. Im Abwehrkampf. ( Drahtbericht unseres Sonderkorrespondenten.) Duisburg, 29. Januar 1923. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Das Bankgeheimnis. Niederlage, Berschmetterungsfrieden und Auferlegung einer aberwitzig hohen Kriegsentschädigung geraten sind, durch Ultimaten und militaristische Borstöße heilen. Die Sozialdemo fratie hat innerhalb und außerhalb der Regierung alle Anstrengungen gemacht, um das Rückgrat jedes Staatswesens, die Finanzverwaltung, wieder gesund zu machen. Sie hat ein Recht, sich jede Belehrung und Kritik von Seite jener zu ver bitten, die durch ihre unsinnige Reparations- und Sanftions. politik alle Bestrebungen zur Herstellung eines gesunden Steuersystems in Deutschland zunichte gemacht haben. Einen Mann, der vor Erschöpfung taumelt, fann mon Reichsbankdirektor Blumhof verhaftet. Die Beamten legten durch Stöße ins Genic nicht dazu bringen, wieder gerade zu darauf die Arbeit nieder. Die übrigen Privatbanken in Bochum gehen. Ebensowenig läßt sich die 3errüttung, in die haben zum Brotest ebenfalls geschlossen. Ferner wurde der Leiter unsere deutschen Reichsfinanzen durch Krieg, bes Hauptzollamtes Bochum, Faust, verhaftet. Die Gefangenen find alle im Weitmarer Paftorat untergebracht. Der Fernsprechbetrieb, Unter dem Vorwande, die Kohlenverteilung im Ruhr- der seit Mittwoch voriger Woche ruhte, ist heute mittag wieder aufgebiet neu zu regeln und den von Deutschland rückständigen genommen worden. Die franzöfifchen Truppen, die das TelegraphenBestand an Kohle sicherzustellen, hat Poincaré unter Bruch und Postamt besetzt hielten, find abgerückt und haben den Teledes Völkerrechtes große deutsche Gebietsteile neu besetzen grapheninspektor Birte mit sich fortgeführt. laffen. Bisher hat er feine Rohle erhalten, ebenso mußte Der Oberbürgermeister von Duisburg, Dr. Garres, erhielt heute er auf die durch den Friedensvertrag von Versailles sicher- den Ausweisbefehl. Kurz vor 6 Uhr ist er von den Besatzungsgestellten anderen Lieferungen verzichten. Nun greift er truppen mit unbekanntem Ziel wegtransportiert worden. au neuen Zwangsmaßnahmen, zu einer Taktik, die auf eine Der Präsident der Oberpostdirektion Düsseldorf hat enfchiedene Französierung des Ruhrgebietes hinausläuft. heute morgen einen Ausweisungsbefehl mit fofortiger Wir Im Innern find diese zerfahrenen Verhältnisse von Indu Seine Militärs haben beim Einmarsch in das Ruhrgebiet fung erhalten. Der Stellvertreter des Präsidenten des Finanz strie, Banken und Handel dazu benutzt worden, um auf dem Freiheit und Sicherheit der Person und ebenso die Recht- amts in Düsseldorf ist heute morgen verhaftet worden. Dr. Bege der Gesetzgebung die weitestgehende steuerliche Schonung mäßigkeit deutscher Geseze garantiert. Bo bleiben diese Schlutius, der eigentliche Präsident, wurde bekanntlich vor mehreren des mobilen Kapitals durchzusetzen. Die letzte Milderung der Sicherheiten? Berhaftung von Beamten folgt auf Ver- Tagen in Mainz verurteilt und ausgewiesen. Einkommensteuer im Dezember, die ungeheuerliche Scho haftung, eine Ausweisung jagt die andere. Jetzt Düsseldorf, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das in Düssel nung der Sachwertbesiber bei der Zwangsanleihe, folgt der Versuch, zunächst wichtige Eisenbahnstrecken in Be- dorf stationierte Generalfommando der Besazung hat dem Re- find Zeichen dieses Erfolges. Das mobile Kapital begnügt sich trieb zu feßen. Wir sind uns flar darüber, daß es den Fran- gierungspräsidenten auf die inzwischen mündlich beantwortete Frage, aber nicht mit diesen Errungenschaften. Unter der jezigen zofen möglich sein wird, mehrere Eisenbahnstrecken notdürftig ob an eine unger blockade ernsthaft gedacht sei, jetzt auch rein- bürgerlichen Regierung Cuno- Becker will es auch noch für ihren Bedarf sicherzustellen. Aber was haben sie dann? eine schriftliche Mitteilung zugehen lassen. In dem Schret bas bisher zu seinen Gunsten geübte Steuerunrecht legalisieren. Neue Kosten für die Unterhaltung ihrer Truppen, für die Auf- ben wird festgestellt, daß nicht daran gedacht sei, die für die Unter der Führung der Banken und mit Hilfe der zu Kapitalsrechterhaltung der Bahnlinie und noch lange feine Rohle! deutsche Bevölkerung reservierten Lebensmittel zu beschlagnahmen, diensten stets willfährigen Reichsbant ist in den letzten MoDarüber muß man sich doch endlich klar sein, daß der deutsche ferner auch in feiner Weise beabsichtigt werde, die Lebensmittelzu- naten ein gewaltiger Ansturm unternommen worden zur Bergarbeiter nur für Deutschland Kohle fördert, oder will fuhr abzuschneiden. Wenn in der Lebensmittelversorgung Schwie Wiederherstellung des Bantgeheimnisses man später zu jedem Bergarbeiter in der Grube einen Soldaten rigkeiten eintreten würden, so sei das die Schulb der Eisenbahner, und der Aufhebung des Depotzwanges. mit aufgepflanztem Seitengewehr stellen? Für derart schlechte die seit einigen Tagen das Eisenbahnneh lahmlegten. Der Versuch, Daß gerade der gegenwärtige Augenblick für diesen AnKenner der Psychologie unserer Westfalen halten wir die die Eisenbahner gegen die Bevölkerung des Ruhrgebietes auszu- sturm gewählt worden ist, hat seine besondere Bedeutung. Franzosen nicht. Selbst die Zolleinnahmen, die bei Schaffung spielen, wird mißlingen. Auch die Bewohner des Industriebezirks Leider wird sie von vielen, die dem Ansturm der Bankintereiner Zollgrenze in Frage kommen würden, fönnen bei wissen, aus welchem Grunde die Eisenbahnerschaft paffive Resistenz effenten in gutem Glauben Vorschub leiften, nicht beachtet. höchster Schäzung nicht einmal genügen zur Bereitstellung übt und sie stimmen mit ihr überein in der Auffassung, daß die In diesen Wochen geht nämlich die Veranlagung zur von 38 Kohlenzügen, wie sie Deutschland infolge des Spaer Französierung deutscher Eisenbahnstrecken entschieden verhindert Vermögenssteuer, zur Vermögenszuwachs Abkommens gratis und franto liefern mußte und geliefert hat. werden muß. Wir geben auf die Zusicherung, daß die Lebens- steuer und zur 3 wangsanleihe vor fich. Auf diese Deshalb jetzt die Französierungstatiit, deshalb die fort mittelzufuhr nicht abgeschnitten werden soll, gar nichts. Es steht Veranlagung Einfluß zu gewinnen und fich lästiger Kontrolle währenden Ausweisungen der höchsten Beamten und die fort- einwandfrei fest, daß die Franzosen die Ruhrtalbahn ebenso zu entziehen, ist der eigentliche Zweck des gegenwärtigen gesetzten Berhaftungen der Köpfe der Behörden. Durch ihre die Strecke Duisburg- Oberhausen- Lünen von eigenem Per- Kampfes. Zu der gewaltigen Bevorzugung der SachwertErledigung glaubt man schließlich, die Bevölkerung führerIos zu machen. In Düsseldorf, Essen, Duisburg, man fann ruhig fonal bedienen lassen wollen und jede Benutzung für befizer, die ohnedies durch diese Steuergesetze selbst ermöglicht fagen, in fast allen Städten, wo maßgebende Persönlichkeiten deutsche Transporte auszuschalten gedenken. Damit find ist, soll die gefeßlose Steuerhinterziehung treten, wodurch die Wirkung dieser Gesetze als Belastung des Besizes völlig illuin verantwortlicher Stellung den Maßnahmen der Franzosen zwei Strecken für die Lebensmittelzufuhr lahmgelegt. und Belgier entschiedenen Widerstand entgegengesetzt haben, forisch gemacht würde. Stillegnng von Post und Telegraph in Essen. In dem Gefeßentwurf über die Berücksichti murden sie Montag und Dienstag ausgewiesen. Selbst vor Effen, 29. Januar. Für heute mittag 2 Uhr hatte der gung der Gelbentwertung in den SteuerBerhaftungen gefeßlicher Vertretungen der Arbeiter, Ange- französische Kommandeur für das Telegraphenwesen die Gegesehen ist die Streichung der Verpflichtung der Banken stellten- und Beamtenschaft schreckt man nicht mehr zurück. vertschaftsvertreter der Beamtenschaft, der Post und des zur Einreichung von Kundenverzeichnissen und die Aufhebung Am Montag in den ersten Nachmittagsstunden war der Be- Telegraphenamts zu sich geladen, um sie zur Unterzeichnung einer des Depotzwangs für festverzinsliche Wertpapiere vorgesehen. amtenbeirat der Hauptpost in Essen zusammengetreten, um Erklärung zu bewegen, daß sie sich den französischen Anordnungen Dieses Entgegenkommen der Regierung an das mobile Kapiüber die Lage zu beraten. Am Beratungstisch wurden fämt- fügen würden. Dieses Anfinnen wurde abgelehnt. Dem Direktor tag, gegen das wir die schärfften Bedenken haben, genügt aber liche Vertreter der Beamtenschaft verhaftet, wie das Vieh in Juenger, der dagegen Einspruch erhob, wurde erklärt, daß er den Banten nicht. In einer Eingabe verlangen sie die restlose ein Laftauto gepfercht und unter starter Bedeckung mit frem fich zur Verfügung der franzöfifchen Behörde zu halten habe. Die Beseitigung des Depotzwanges und die Beschränkung der Ausdem Ziel abtransportiert. Als sie ein Hurra der vor dem sechs Vertreter der Beamtenschaft wurden sofort verhaftet funftspflicht der Kreditinstitute auf solche Fälle, in denen Boftamt wartenden Bevölkerung an deutsche Sympathien er- und in einem bereitstehenden Auto mit unbekanntem Ziel fortge- wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bereits ein innerte, machten die Eindringlinge noch Anstalt zum Schießen. bracht. Die Vertreterin der Beamtinnen wurde von den Franzosen Strafverfahren eingeleitet ist. Im Finanzpolitischen Ausschuß Mehrere der festgenommenen Beamtenräte waren treue fofort freigelassen. Infolge des Vorgehens der Franzosen hat das des Reichswirtschaftsrates ist auch die allgemeine AuskunftsParteigenossen. Ihre Festnahme beantwortete die gesamte personal der Post und des Telegraphenamts beschlossen, die pflicht der Banten beseitigt worden und der Depotzwang für Beamtenschaft mit dem sofortigen Streit. So liegt neben dem Arbeit um 8 1hr niederzulegen. Postamt in Bochum jetzt auch in Essen der Postbetrieb vollalle Wertpapiere. tommen still. Außerdem ruht die Eisenbahn im Zentrum des fischen Besagungstruppen haben das erst vor wenigen Monaten in nahme zu erklären, die Aufhebung des Bankgeheimnisses und Düffeldorf, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die franzö Diese Beschlüsse sind nur durch die weitverbreitete AnIndustriegebietes auf wichtigen Strecken zum Teil burch neue Betrieb gefehte Rheinlandtabel bei Steele und Düsseldorf die Einführung des Depotzwanges feien die Ursache für die Eingriffe der Franzosen, so daß für die. weiterverarbeitende durchschnitten, um sich einzuschalten und Telephongespräche Industrie die Rohmaterialien ausbleiben. Wir befürchten, zu belauschen. Dadurch ist der Telephonverkehr im Industriegebiet rebitnot und damit eine Schädigung der deutschen Wirtdaß die Verhaftung des Beamtenrates in Essen vorgenommen und mit dem übrigen Deutschland zum größten Teil lahmgelegt. fchaft. Diese Begründung ist aber nur eine Spekulation der wurde, um die Beamtenschaft zum Ausstand zu provozieren Der Regierungspräfident hat gegen diese wirtschaftliche Maßnahme" Banten auf die Einsichtslosigkeit und die wirtschaftliche Unund einen weiteren wichtigen Knotenpunkt des Postver- Protest eingelegt. fenntnis gewiffer Mittelschichten, die durch die Geldentwertung fehrs lahmzulegen. Duisburg, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Durch Eingriffe zur Anlage ihrer Gelder in Wertpapieren veranlaßt worden der Besatzung ist in dem Industriegebiet außer dem Eisenbahnverkehr sind. In den eigentlichen Wirtschaftskreisen ausgenommen auch der Telephonverkehr in wesentlichem Maße lahmigelegt worden. Die Reichsbant, die jeden von Kapitalinteressenten behaupteten Wie der telegraphische Verkehr so ist nun der telephonische Unsinn glaubt weiß man, daß die Kreditnot ganz andere Berkehr mit Essen unterbrochen. Ursachen hat als den Depotzwang oder die Auskunftspflicht der Banken. Noch vor wenigen Tagen( 13 Januar 1923) Die Arbeiterschaft, ebenso aber die Beamten und Angestellten haben allen Anlaß, die Entwicklung der Lage mit offenen Augen zu betrachten. Wir betonen noch einmal: Haushalten mit der Abwehrkraft! tung des überaus schwierigen Abwehrkampfes. Es erscheint Der Völkerbundrat ignoriert die Ruhrfrage. schrieb die Frankfurter Zeitung": Verhaftungen über Verhaftungen. Eine Voraussetzung hierzu ist die einheitliche Leiunbedingt notwendig, daß an der Peripherie des neu be- Gestern ist in Paris unter Vivianis Borfiz die Tagung des ,, Was aber die Auskunftspflicht der Banken anbelangt, so halten fegten Gebietes sowohl von behördlicher mie non gewerkschaft- Bölterbundrates eröffnet worden. Zwar wird man fich dort mir vor allem die Auffassung, daß die Kredit- und Kapitalnot oder licher Seite eine Instanz geschaffen wird, die vollkommen felb- auf englischen Antrag mit der Frage von Mossus beschäftigen, die gar die vorübergegangene Zahlungsmittelknappheit zu einem irgendständig die Führung bei der Abwehr übernimmt. Die besten| Ruhrinvasion wird dagegen allem Anschein nach nicht zur wie wesentlichen Teile durch die Aufhebung des Bankgeheimnisses Männer aus dem Bolke sind hierzu gut genug! Sprache gebracht werden, da Frankreich dagegen protestieren würde. verschärft worden sei, in keiner Weise für stichhaltig. Da indeffen die übrigen Mitglieder des Bölkerbundes selbst das Benn heute weite Kreise, anstatt Bantguthaben zu unterhalten, AnBochum, 29. Januar.( WTB.) Heute morgen 7% Uhr wurde Gefühl haben, daß es einem totalen Zusammenbruch der Völker- lagen in Sachwerten irgendwelcher Art vorziehen, so liegt das in der Bochum, 29. Januar.( WTB.) Heute morgen 7½ Uhr wurde bundidee gleichen würde, wenn der Rat an diesem weltgeschichtlichen Hauptsache daran, daß die Bankguthaben, die übrigens von den in seiner Wohnung der Kommandeur der Schuhpolizet, Oberst Bethge, aus dem Bett heraus verhaftet. Su gleicher Zeit Ereignis vollkommen vorbeiginge, fucht man frampfhaft nach einem Banken nach wie vor nur mit sehr geringem Anreiz verzins erschien ein großes militärisches Aufgebot, befette das Finanz- Weg, sich den Anschein zu geben, als ob man etwas unternimmt. werben, ter vollen Wucht der Geldentwertung ausgefekt sind. Es amt Bochum und begab sich dann zu der nahegelegenen Wohnung So meldet der„ Daily Telegraph": Anstatt die Frage der Ruhrbe- handelt sich also dabei wesentlich um Auswirkungen unserer feines Leiters, Oberfinanzrats Schmidt, der ebenfalls aus dem fezung durch einen Vertreter, eines neutralen Staates vorbringen traurigen Währungsverhältnisse und nicht um Aus Bett heraus verhaftet wurde. Herr Schmidt hat erst vor furzem zu lassen, sei jetzt, um die franzöfifche Empfindlichkeit wirkungen der steuerlichen Gesetzgebung." zwei schwere Operationen überstanden, unter deren Nachwehen er zu schonen, beabsichtigt, eine Entschließung einzubringen, die Sein Stellvertreter, Regierungsrat Grünewald, den Bölkerbundrat in den Stand sehen solle, seine Unterstützung Beitung", sondern die aller Sachverständigen, die die volks noch leidet. begab sich zum Divisionskommandeur in Weitmar, um selbst gegen zur Erreichung einer Uebereinstimmung in der Reparationsangedie Verhaftung zu protestieren. Eine Beamtenabordnung wurde nicht vorgelassen, dagegen wurde Regierungsrat Grünewald gleich- legenheit anzubieten, vorausgesezt, daß die beteiligten Regie falls verhaftet. Ferner wurde heute die Reichsbant befeßt und rungen damit einverstanden sind, Das ist aber nicht nur die Meinung der Frankfurter wirtschaftliche Einsicht höher stellen, als das finanzielle Interess der Kapitalisten. Es ist auch nicht wahr, daß die Auskunfts pflicht der Banten zu der 3 ahlungsmittelnot geführ hat. Die sich jetzt noch in Privathänden befindlichen Banknoten werden gewaltig überschätzt. Die Geldentwertung hat die ehemals besonders in landwirtschaftlichen Kreisen aufgestapelten Bapiergeldvorräte längst in den Berkehr gebracht und zur AnGegen die Politik der Gewalt. Eine englische Stimme. Jeindringliche Mahnung an die Arbeiterbepölferung Frankreichs, im Namen der Menschlichkeit dem Sieg der Gemalt über das Recht die Hilfe zu versagen, und äußert die Hoffnung, daß die übrigen Hauptorganisationen der Arbeiter sich dieser Resolution zweds Erhöhung ihrer Wirkung anschließen möchten. In der neuesten Nummer des„ New Leader", der großen Zeitlage in Wertpapieren oder Waren geführt. Selbst der dümmste schrift der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands, schreibt deren Bauer hat nämlich langsam eingesehen, daß die Wertver Herausgeber, Genosse H. N. Brailsford, über den Fehlschlag minderung der in gehamsterten Banknoten festgelegten des Militarismus", die bisherigen Ergebnisse der Ruhrinvasion entMarkveträge viel größer ist als irgendeine Steuer. Die Be- sprächen allen Beraussagen; Frankreich erhalte feine Reparationen Die italienische Partei geht nach Hamburg. seitigung der Auskunftspflicht der Banken kann deshalb gar mehr, es habe das Wirtschaftsleben an der Ruhr desorganisiert, es Mailand, 29. Januar.( WIB.) Der kongreß der Profeine Milderung der Zahlungsmittel herbeiführen. Ebenso habe Arbeitgeber und Arbeitnehmer zufammengeschweißt, und jeder vinzialverbände der vereinigten italienischen sozialisti. lächerlich ist der Einwand, daß der Depotzwang zu Verfuch der Anwendung militärischer Gewalt zur Bezwingung der schen Partei beschloß, an dem Kongreß für die Wiederhersteleiner Erschwerung der Anlage des Geldes in standhaften Maffen habe mit einer erniedrigenden Niederlung der sozialistischen Internationale in Hamburg feilzufest berzinslichen Werten geführt habe. Daß heute lage der Franzosen geendet: Reichs- oder Kommunalanleihen und ähnliche Werte nicht genehmen. Ferner erhob er gegen die Befehung des Ruhrgebiets durch die Franzosen Einspruch. zeichnet werden, ist nicht die Folge des Depotzwanges, sondern die Folge des Sintens des Goldwertes dieser Anleihen, die ebenso wie die Banknoten in voller Bucht von dem Sturz der Mark betroffen werden. „ Es ist dies ein wunderbares Schauspiel natio naler Ginigkeit und Bürgermutes und das erstaunlichfle Beispiel der Macht, die in der passiven Resistenz liegt, das die Geschichte unserer Generation jemals geboten hat. Die weiteren Pläne Frankreichs bedeuteten 3wangsarbeit mit Auch die Behauptung in der Eingabe der Banten, es stehe Bereflendung als„ Sanktion"." Ludendorff habe bei den belgisch ,, unwiderleglich fest, daß die Bestimmungen über die Aus- französischen Deportationen nichts Schlimmeres begangen. Brails hebung des Bantgeheimnisses und die Einführung des Depot ford fritifiert energisch die Haltung der Regierung Bonar Law, zwanges die steuerlichen Interessen des Reiches in feiner deren Mitglieder in dem Vorurteil der alleinigen deutschen Kriegsirgendwie nennenswerten Beise gefördert haben", ist unschuld noch immer befangen seien. Er wendet sich scharf gegen diese mahr. Die Begründung zu dem erwähnten Gesehentwurf These und erklärt, daß es jedenfalls nicht die jetzige deutsche Re stellt, obwohl sie in sehr weitem Umfang den Gedankengängen publik sei, die diesen Schuldanteil trage. der Banken folgt, fest, daß beide Maßnahmen( Auskunftspflicht Brailsford bekundet sodann offen feine Sympathie für und Depotzwang) namentlich bei den großen Vermögens- Deutschland und seine Hoffnung, daß der französische steuern des Reiches den Finanzbehörden nicht unwesent Militarismus, dessen Ziele die schlimmste Bedrohung unserer liche Dienste geleistet" haben. Deshalb erscheine„ die Auf- gemeinsamen Kultur bedeuten, eine völlige Niederlage erhebung dieser nicht unwirksamen Mittel zur steuer- leiden merde. Er verlangt schließlich die völlige Revision lichen Erfassung des Besizes wenig wünschenswert, des Versailler Vertrages und die Schaffung eines neuen Frie namentlich in einer Zeit, in der die Finanzverwaltung daran- dens auf Grund von Verhandlungen. geht, den Erfassungsapparat mehr und mehr auszubauen". Solidaritätskundgebung der tschechischen Gewerkschaften. Wenn ferner in der Eingabe der Banken das Mißtrauen der Bankfundschaft wegen der Auskunftspflicht zur Begründung benußen. Der Zentralausschuß der tschechischen Gewerkschaften in der für seine Beseitigung herangezogen wird, so fann man mit Zschechoslowakei beriet in seiner legten Sigung auch die durch die derselben Berechtigung die Abneigung gegen Steuerleistungen Besetzung des Ruhrgebietes geschaffene Lage und sprach sich gegen als Begründung für die völlige Steuerfreiheit der Kapitalisten lede gewaltsame Lösung des Konfliktes aus, die nur als Begründung für die völlige Steuerfreiheit der Kapitalisten neue wirtschaftliche Schäden verursachen könnte, ohne zu einem Nicht vom Standpunkt des einzelnen aus, sondern vom Standpunkt der Reichsfinanzen und der Notwendigkeit der gerechten Durchführung der Steuergesetze muß die Stellung zum Bankgeheimnis und Depotzwang bestimmt werden. Bei der Neigung großer Kreise der Kapitalisten, sich jeder Steuerleistung zu entziehen, und angesichts der restlosen heranziehung des Arbeitseintommens der Lohn- und Gehalts empfänger zur Steuerleistung, fann auf Kontrollmaßnahmen nicht verzichtet werden. Wollte man die Auskunftspflicht der Kreditinstitute nach den Wünschen der Banten auf solche Fälle beschränken, in denen wegen Verdachts der SteuerzuwiderHandlungen ein Strafverfahren eingeleitet ist, so würde das mur die Steuerhinterziehung legalisieren. * Die italienische Partei hatte während des Krieges die Zweite Internationale verlassen und zunächst beschlossen, sich der Moskauer Internationale anzuschließen. Doch lehnte sie in ihrer überwiegenden Mehrheit die 21 Bedingungen Sinowjews ab, was zu einer ersten Spaltung führte. Später wollte aber der von Serrati geführte Flügel den Anschluß dennoch vollziehen, woraus ein Abbröckeln der Partei entstand. Die große Mehrheit der Parteimitglieder, sowie die fähigsten Köpfe unter den Führern- Turati, Treves, Modigliani, d'Aragona u. a.- sind indessen der alten sozialistischen Partei treu geblieben, die übrigens mit etwa 80 Abgeordneten die weitaus stärkste Arbeiterfraktion im Parlament bildet. Mit ihrem Beschluß, den alle Sozialisten Europas be= grüßen werden, hat sich die italienische Partei auf den Boden des Aufrufes der Kölner Konferenz gestellt und damit ihrer fast siebenjährigen freiwilligen Isolierung aus der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung ein Ende gemacht. Der kommunistische Parteitag. Die gestrige Tagung des fommunistischen Parteitages brachte die = üblichen Wahlen und die Begrüßungsansprachen. Bei den Wahlen zeigte fich, daß die Berliner Linte bedeutend ge günstigen Ergebnis zu führen. Die deutsche sozialistische Bevölke- genüber den Vorschlägen der Zentrale in der Minderheit blieb. rung anerkennt die Ansprüche Frankreichs, soweit es sich um Wieder. Als Vertreter der Crefutive der kommunistischen Internationale sprach gutmachung der Schäden in den zerstörten Gebieten handelt. Die Kolarom. Alle Begrüßungsansprachen standen unter dem Einmilitärische Besehung stärkt nur jene Kräfte, die sich gegen jede druck der Ruhrbesehung und waren auf den gleichen Ton geEntschädigung stelle. Der Zentralausschuß der tschechischen Gewerf stimmt, wie die Ausführungen Klara 3ettins am Vortage. Befchaften ist dafür, den Streit dem Bölferbund vorzulegen, damit fonders stürmischen Beifall erntete der Vertreter der französi dieser prüft, ob und in welchem Maße und in welcher Zeitdauer fchen Kommunistischen Partei. Zu Borsitzenden wurden Paul Böttcher( Leipzig), Stolzena Deutschland fähig ist, die aus den Zerstörungen französischer Geburg( Essen) und Wilhelm Bied( Zentrale) gewählt. biete erwachsenen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Zentralausschuß Ueber die politische Lage referierte Ernst Meyer( Sentrale). ruft die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft auf, darauf zu Die fascistische Bewegung, die eine Gefahr für das Proletariat achten, daß im Sinne des Internationalen Gewerk bedeute, sei eine Folge der Passivität der Sozialdemo schaftstongreffes jeder Gefahr eines friegerischen Konflifts traten. Sie haben es nicht verstanden, durch die Tat sich der Nöte entgegengetreten wird und die Aktionen unterstützt werden, der Arbeiter und auch der kleinbürgerlichen Schichten anzunehmen. Die Sozialdemokratie wolle auf dem demokratischen Wege das InterMag den Banttreisen auch die Absicht fernliegen, die zu denen die gewerkschaftlichen Organisationen auffordern. esse der Arbeiter wahrnehmen. Die Bourgeoisie benutzt die bürgergefamte politische Lage zur Durchfegung ihrer Forderungen Eine holländische Getverkschaft spendet 45 mill. Mark. liche Demokratie zu Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft. Das Verzu benutzen, so ist das doch der Eindruck, den ihr VorAmsterdam, 20. Januar.( WTB.) Wie das Algemeen Han- halten der SPD., die durch den Anschluß an die USB. nicht gestärkt gehen erzeugt hat. Damit rufen fie aber schwere innerpoli- defsblad" meldet, hat der Ausschuß des Bundes niederländischer Ar- worden sei, sondern eine 3ersegung in sich aufgenommen habe, tische Auseinandersetzungen hervor. Denn weite Kreise der beiter und Arbeiterinnen der Wäschereien, Sofoladen müsse sich entscheiden für die Sozialdemokratie oder die revolutionäre steigere die Unzufriedenheit in den eigenen Reihen. Das Proletariat Bevölkerung verlangen an Stelle des Abbaues der Kon- und 3uderwarenfabriken dem Niederländischen Allge- Bartei. Für eine Zwischenpartei, sei fein Raum mehr. Auch in den trolle der Steuerleistungen der Besitzenden deren Ausbau. meinen Gewertschaftsbund die Summe von 3500 Gulden für die Gewerffchaften wachje die Oppofition gegen die Politik der Sie wollen die Offenlegung der Steuerliften, Arbeiter des Ruhrgebietes zur Verfügung gestellt( gleich Bureaukratie. Es sei Aufgabe der Partei, allen von der Not erfaßten damit die Möglichkeit geschaffen wird, die kapitalistischen zirka 45 Millionen Papiermart. Red. d.„ V."). Bolksschichten zu helfen und sie gegen Ausbeutung zu schützen. Kreise ebenso restlos zur Steuerleistung heranzuziehen wie die Arbeiter, Angestellten und Beamten. Aber auch außen politisch ist das Vorgehen der Banten unflug und schädlich. Stockholm, 29. Januar.( WTB.) Der in Stockholm tagende Es hat bereits jetzt dazu geführt, daß im Auslande erneut die lintssozialistische Kongreß faßte folgenden Beschluß: Meinung verbreitet wird, daß die deutschen Kapitalisten sich Die Sozialdemokratische Linkspariei empfindet es im Augender Steuerleistungen entziehen wollen. Wir möchten deshalb blid ihrer Wiedervereinigung mit der alten sozialhoffen, daß man von der Forderung nach Beseitigung der demokratischen Arbeiterpartei als unumgängliche Pflicht, jetzt, Auskunftspflicht und der Aufhebung des Depotzwangs Ab- wo sich die Gewalt in der europäischen Politik, breit macht und die ſtand nimmt und nicht Poincaré Waffen liefert, die nicht nur Zivilisation um Jahrhunderte zurückzuwerfen droht, gegenüber der die deutschen Kapitalisten treffen, sondern das gesamte französischen imperialistischen Ruhr Politit deutsche Volk. flammenden Protest zu erheben. Der Rongreß richtet die Schwebende Welt. Bon Bruno Frei. Was ist fester als ein Haus? Selbstverständliches bewundern wir nicht; Häuser sind uns selbstverständlich, also wundern wir uns nicht, daß wir Stockwert auf Stockwerk türmen und uns heimisch fühlen in schwindelhafler Höhe, wie auf festem Grund. Der ursprüngliche Mensch lebt auf der Erde, zu ihr hat er Zutrauen. Gegen die Unbilden der Witterung schüßt ihn Dach und Wand läßt den Boten unter seinen Füßen nicht. aber er ver= Wir aber bauen große Steinstädte, und wenn wir teinen Play haben, steigen wir einander auf die Köpfe und bauen Gebilde übereinander, in welchen die Bevölkerung mittelgroßer Ortschaften lebt und wirkt. Einer auf dem Kopf des anderen. Immer höher, immer unhaltbarer, immer billiger. Wir sind dem Ertboden entwachsen; wir leben in der Luft. Schwebende Welt. Haus. Eine schwedische Kundgebung. der Niederbeutschen gegen die vom preußischen Ministerium Der Staatsgerichtshof verwarf die Beschwerde des Bundes erlassene Auflösungsverfügung. Auch ein Attentat Als das englische Königspaar gestern nachmittag von Sandringham nach London zurückkehrte, stellte ich ein früherer Soldat ihm in den Weg und schwang einen rück stod. Bei seiner Verhaftung erklärte er, er habe den König wegen der Arbeitslosenfrage sprechen wollen. Der Mann soll.an einer Nervenkrankheit leiden, die er sich im Kriege zuge zogen hat. Es muß eben alles zusammenstürzen, an dem herumgeflickt wird.| gelang damals, einmal einen hellen Sonnenstrahl in fein armfeliges. Man soll feite Stockaufsehungen machen. Man soll alles gleich von Leben zu schicken. Auf einen Aufruf fanden sich hilfsbereite MenGrund auf gut und richtig machen: die Häuser, die Gesellschaft, die schen, die die schlimmste Not verhinderten. Der Wiener RechtsBölfergemeinschaft. Solides Fundament, einheitlicher Bau, fein Flickwerk, keine schwebende Welt. sie den alten Bau einreißen, um den neuen um so sicherer zu er Rust tüchtige Baumeister zum Werk und fürchtet euch nicht, wenn richten. Dieser darf nicht einstürzen, er soll für die Ewigkeit sein. Alfons Pehold. Bon Hans Brodmann. anwalt Dr. Licht schuf ihm ein Heim, Freunde richteten ihm eine Buchhandlung ein, die er mit Liebe und Hingabe führte. Das noch so häßlichen Dinge die Liebe, die Schönheit zu dem verklärenden Evangelium durch: Suche in jedem Elend ist ihm trotzdem treu geblieben, und doch rang Pezold sich und die Güte". Immer war fein Herz voller Sehnsucht, voller Hoffnungen. Es flingt beinahe unfaßbar, daß dieser Mensch aus tieffter Seele hoffend sagie: ,, Einmal werden sich die Tage ändern, Leuchtend wenden, wie ein Baum im Frühling; Gott wird stehn an allen Straßenecen Entsetzlichkeit eines freud- und lichtlosen Daseins bis zur Neige Wenn irgend ein Mensch Not, Elend, Qual, Hunger, die ganze Und aus jedem Herzen Güte schürfen. In den Häusern werden alle Dinge ausgekostet hat, so war es Alfons Pezold. Aber feiner hat troz Wesen sein, die mit beseeiter Stimme oliem dunklen schweren Leid so nach den lichten Höhen des Lebens Leise zu den frohen Menschen sprechen: gestrebt wie er. Mit Pezold hat nicht nur das Proletariat einen Welche Gnade, daß wir leben dürfen!" Eines Tages aber wird der geduldigen Materie die Last zu seiner berufendsten Sänger verloren, an Begold verliert die ganze schwer. Die Bolzen lösen fich, die Mauern geben nach, die Eisen- geistige Welt einen stillen, innigen, weh- und leiderfüllten Dichter. Pezzold, die Nöte und Leiden des Proletariots in dichterische Form Reiner aus der Gruppe der Arbeiterdichter war so berufen wie träger fniden, der Bau bricht ein, die schwebende Welt stürzt. Die Behold, der seinen Bater im mittelalterlichen Zwang eines Siechen zu gießen. Den Willen der Arbeiterschaft, die höchsten Gipfel geiEinwohner der mittelgroßen Ortschaft, die in tem zusammenbrechen- hauses verkommen sah, deffen Mutter vor seinen Augen an Hunger stiger und seelischer Kultur zu erringen, hat Pezold in seinen den Haufe leben und wirken, fällt einem räumlich begrenzten Erdbeben wie ein Verzweifelter, um nicht zu viel häßliches aus diesem Leben ein bleibendes Denkmal gefeht. Aus seinen Gedichtbänden„ Bolk, und Entbehrung ftarb, rang all die Jahre seines qualvollen Daseins Büchern„ Das rauhe Leben" und von meiner Straße" zum Opfer. Tote, Verwundete... Einsturzkatastrophe im Mosse- mit hinüberzunehmen. Den Keim zu seinem frühen Tode legte mein Volt",„ Der heilige Krieg" flingen die gequälten folgendes Erlebnis: Kaum aus der Schule entlassen, heißt es: Geld Seufzer um seine leidenden Brüder. Tiefe Gottgläubigkeit und Einen halben Tag lang, solange die Nerven noch nachzittern, verdienen! Bezold schlägt sich als Bergarbeiter, Straßenfeger, innerste Hingabe tönt aus seinen beiden letzten Büchern Ein trauen wir der Materie nicht, die uns in unserem Kinderglauben Kutscher, Fabritarbeiter, Hausdiener, Laufbursche usw. durchs fehr" und" An Cott".„ Trog alle dem!" Heimat, getäuscht. Kann man fünf Treppen steigen und sich dann ausziehen Leben. Eines Tages ertranft er an einem Lungenleiden. Etwas Welt",„ Aus der Wertstätte des Werdenden" werden uns ins Bett legen? 35 Meter oberhalb des Erdbodens schwebent? erholt, nicht geheilt, will er nach furzer Zeit feine Stelle als Haus- der Arbeiterschaft auf dem Wege Aufwärtsvorwärts!" Mahner Es sind doch nur Ballen, Traversen und Zement! Kann man im schuldigen zu müssen. Demütig steht er vor dem Geschäftsführer. fchriftsteller. Die Innsbruder Rammerspiele führten mit großem bursche wieder antreten. Er glaubt sich für feine Krankheit ent- und Führer sein. Zuletzt versuchte sich Petzold noch als BühnenErdgeschoß gemütlich Abendbrot cssen, wenn man weiß, daß eine Se Rauh und grob fährt ihn dieser an: Faulenzer fönnen wir nicht Erfolg sein Goethespiel Sefenheim auf. funde genügt, um von einem Trümmerturm begraben zu werden? brauchen. Hier ist Ihr Arbeitsbuch und der Lohn für die acht Tage Ein Angstgespenst quält mich in halbschlafender Zeit, fcitdem ich die der Kündigung. Sie fönnen jofort gehen." Leichen von der Schützenstraße wegführen gesehen habe: tie völlig neue Erkenntnis, ein Haus fann auch einstürzen! Unsere Welt ist aber eine Häuserwelt, das ganze Leben lebt man in Häusern, also kann das ganze Leben jeden Augenblick zusammenbrechen, einstürzen. Alles schwebt. Ein Balken verläßt sich auf den anderen und alle zusammen auf den Ingenieur. Aber auf diesen kann man sich nicht pertassen. Miles schwebt. Die Schichten der Gesellschaft bilden ein Haus, dessen Risse weithin sichtbar sind. Vorläufig ist der Giebel mit der Krone weggeflogen. Die Fassate aber steht noch da. Noch. Ales schwebt. Die Völker bauen ewig den babylonischen Turmbau, nur bilden sie sich ein, daß er eine Pyramide darstellen muß, deren Gipfel zu sein Aufgabe des stärksten, auserwähltesten Velkes ist. Diese babylonische Berwirrung nennt man Nationalismus. Und deshalb muß auch der Schwebebau der Völkergesellschaft zusammen ftürzen, Der arme, gequälte, gemarterte Dichter ruht nun aus. Hingelosigkeit verfolgen den Dichter. Diese Zeit wird aber auch die Ur- Pezold. Ehren wollen wir ihn, indem wir seiner Kinder, feines uns und grüßen das Grab des Menschen, des Dichters Alfons Einè furchtbare Zeit hebt an. Arbeitslosigkeit, Hunger, Obdach. gangen ist der Sänger des Leibes, der Schmerzen! Tief neigen wir sache zu dem Leiden, das Petzold jezt hinweggerafft hat. Lungen- Weibes, seiner Leidensgenossen gedenken. Es wird eine Ehrentuberkulose! Der Mensch, der die meiste Zeit feines Lebens liegend pflicht nicht nur des Proletariats, nein, eine Ehrenpflicht der geisti zubringen mußte, der sich das Hirn blutig geschunden hat, um aus cen Welt Deutschlands und Desterreichs sein, dafür zu sorgen, daß dem Erlös feiner Arbeit Frau und Kind zu ernähren, war zu seine Familie nicht dem Schlimmsten ausgeliefert wird. dieser stille Dulder immer mehr an das Leiden seiner Mitmenschen schwach, um einen Grippeanfall zu überwinden. Und doch dachte als an das seine. Als er vor zirka zwei Jahren wieder schwer„ Mit Sang und Klang durch Schwarzwald und Alp" ist eine erfranft war, schrieb er mir aus dem Krankenhaus folgende Beilen: wertvolle Bereicherung des Urania- Programms. Die Augen Wäre mir die Dichtfunft nicht Arbeit ums liebe Brot geworden, offen und die Herzen weit, wandert man durch Württemberg. Mit fönnte ich noch meine Arme tüchtig rühren, ich würde nicht viele dessen Geisteshelden man bekannt wird, die wohl geeignet sind, uns Zeilen mehr schreiben. Was nun meine Krankheit betrifft, so habe den wahren Wert der Dinge schätzen zu lernen. Eine Serie feinster ich in der Helanstalt unvergleichlich mehr Leid gesehen. Mir Landschafts- und Innenaufnahmen, in der jedes einzelne Bild das dienen die Wände cft non hen Schmerzen ihrer Bewohner ge- Beugnis einer hochentwickelten photoarophischen Technik ist, beglückt fdönheitsburstige Augen. Biel Ficik, begleitet von historischer fütlist, und oft glaube ich, fie müßten zu schreien beginnen." = In dieser Zeit erwartete Pezold bei seiner Rückfehr wieder ein- Kenntnis, hat in gewollter und weiser Beschränkung das Notwendige mal gräßlichste Not. Wieder stand das Gespenst des Hungers vor herausgeschält. Ünendlich feine Stimmungsreize, die dem Heim feinen Augen, verzweifelt denkt er an Weib und Kind, Aber es und Fernwehtranten Tränen in die Augen loden, teilen sich einers Die Suche nach einem Ausweg. Eine französische Stimme für Verständigung. Demokratie leiden würden". Bayern im Reichstag. Ausschußdebatte über Hitlers Sieg. Wann greift das Reich ein? " 1 " 1 Der bekannte oppositionelle Schriftsteller Robert de Jouven el, der im ,, Deuvre" während der lezten Wochen des verflossenen Jahres für eine vernünftige Regelung des Berteidigung der so fläglich gescheiterten Aktion ist darauf zurüc Reparationsproblems eingetreten war und den Einmarsch ins zuführen, daß es einflußreiche Kreise der Bayerischen Volkspartei Ruhrgebiet bekämpft hatte, veröffentlicht in der Dienstagauswaren, die ein forsches Vorgehen verlangten. Es wird allerdings gabe feines Blattes einen interessanten Artikel unter der Ueber- immer standalöseres Ansehen, je mehr die Einzelheiten für die Verhängung des Ausnahmezustandes der Zustimmung sämt Die Münchener Borgänge am Sonntag gewinnen ein unwidersprochen in der Presse behauptet, daß sich der Ministerrat schrift:„ Wir können die Ruhr nicht mehr räumen. Wie werden schrift:„ Wir können die Ruhr nicht mehr räumen. Wie werden mir von dort herauskommen?" Er stellt fest, daß gegenüber der bekannt werden. Die banerische Regierung, die mit stolzen licher bürgerlichen Frattionen des bayerischen Landtages versichert mir von dort herauskommen?" Er stellt fest, daß gegenüber der Worten die Verhängung des Belagerungszustandes als aus- hat. Die Bayerische Volkspartei scheint sich aber über den Charakter Erklärung der Reichsregierung, fie fönne mit Frankreich nicht drücklich gegen die nationalsozialistischen Machenschaften ge- der bayerischen Bolizei, die von dem früheren Polizeipräsidenten verhandeln, folange es die Ruhr besetzt halte, fast gan richtet bezeichnete, hat eine vollständige Niederlage Boehner organisiert worden ist, keine Rechenschaft gegeben zu haben, Frankreich erwidere, man könne jetzt nicht vor dem deutschen Widerstand zurückweichen. Das sei mehr als eine Frage schen Widerstand zurückweichen. Das sei mehr als eine Frage erlitten. Hitler hat sich zweifellos als Herr der Situation als sie die Regierung zum Eingreifen antrieb. Die parteiamtliche des Selbstgefühls, es sei eine eminent praktische Frage: da gezeigt. Fraglich ist nur noch, ob die bayerische Regierung bayerische Volkspartei- Korrespondenz greift heute den Polizeipräsides Selbstgefühls, es sei eine eminent praktische Frage: da und insbesondere der bayerische Innenminister Schmeyer, denten N or z heftig an, weil er angeblich Hitler zu weit entgegendie französische Regierung ihre legte Karte ausgespielt habe, müsse man danach trachten, die Partie dennoch zu ge- dem man für die kritischen Tage die Funktion eines General gekommen sei. Die deutschnationale" München- Augsburger Abendhabe, müsse man danach trachten, die Partie dennoch zu ge- staatskommissars" übertragen hatte, diese Niederlage nicht zeitung" hat an dem Ausnahmezustand lediglich auszusehen, daß er winnen. Es liege aber weder im deutschen noch im franzöſi- selbst gewünscht hat. Das einzig positive Ergebnis des gegen die Nationalsozialisten verhängt worden ist und der Linken schen Interesse, daß das Ruhrgebiet zerstört und der Schuldner Deutschland dadurch ruiniert werde. Belagerungszustandes bleibt das Verbot sozialisti- die Möglichkeit gegeben sei, im ganzen Reiche Stimmung gegen Bir begrüßen es, daß es auch im bürgerlichen Frankreich ich er Versammlungen, wie das dauernde Berbot des Bayern zu machen. ernste Leute gibt, die sich um einen Ausweg aus der Sackgaffe tung". Wenn in offenbar offiziös inspirierten Meldungen herrschten Münchener Neuesten Nachrichten" unternehmen unter Münchener kommunistischen Organs, der„ Neuen Zei= Die von den Bereinigten Vaterländischen Verbänden" bebemühen, in die Europa, und vor allem Frankreich, durch den die Regierung behauptet, der Ausnahmezustand sei keine der sensationellen Ueberschrift„ Die Krise in Bayern! Wechsel im tungen in Gewaltakt an der Ruhr geraten ist. Wir begreifen auch, wenn maßnahme gegen links gewesen, und die für Freitag Ministerium! Wahl eines Staatspräsidenten!" einen heftigen Vorselbst politische Gegner Poincarés erklären, eine Lösung zu bekämpfen, die einer Kapitulation Frankreichs gleichfäme und ohne weiteres genehmigt worden, wenn die Partei um eine nach ihrer Meinung der absolute 3wang besteht. Die Staatsregie bekämpfen, die einer Kapitulation Frankreichs gleichkäme und vorgesehenen sozialdemokratischen Versammlungen wären stoß gegen den Innenminister Dr. Sch weyer, für dessen Rücktritt von der sie einen„ Triumph des Alldeutschtums" befürchten, Genehmigung nachgesucht hätte", so wird jeder wissen, wie rung habe sich um jede Autorität gebracht. Die wechselnden Berunter dem vor allem Deutschland selbst und die internationale eine solche ,, Berlautbarung" einzuschäzen ist. Der Reichs bote und Erlaubnisse der nationalistischen Versammlungen hätten Nach unserem Dafürhalten stellt sich die Frage doch etwas innenminister Deser hat im Haushaltsausschuß des Reichs- jeden Ernst vermissen lassen. Die Verhängung des Ausnahmezuanders: dem deutschen Bolke ist durch den Einmarsch ins tages feinen Zweifel darüber gelaffen, daß auch er die Maß standes habe das staatliche Prestige" Bayerns in Deutschland und Ruhrgebiet Unrecht geschehen. Darüber gibt es in ganz nahmen der bayerischen Regierung ähnlich beurteilt. Es ist der Welt ganz außerordentlich geschädigt und dadurch den Eindruck Deutschland und darüber hinaus in den weitesten Kreisen des unmöglich, für eine jede Regierung, die für Deutschland erwedt, als ob in Bayern der Bürgerkrieg vor der Tür stände. Auslandes nur eine Meinung. Wahrscheinlich ist sich sogar irgendeine Verantwortung übernehmen will, sich weiter diesen Es sei infolgebeffen zu befürchten, daß Frankreich und die TschechoSouvenel dessen bewußt, daß der Rechtsstandpunkt Poincarés Dingen gegenüber passiv zu verhalten. Die national- flowakei zu einer attiven Politik gegen das rechtsrheinische Bayern moralisch und formell unhaltbar ist. Der Kampf an der Ruhr ftrophe führen müßten, müffen ein für allemal zu spüren be- neren Konflikt geschwächt erscheine. Das könne nur durch den Rück. fozialistischen Banden, deren Sieg zu einer ungeheuren Kata- fchreiten würden, dessen nationale Widerstandskraft durch diesen inist zu einer Kraftprobe zwischen französischem Militaris= mus und organisierter deutscher Arbeiterschaft ge Staatsgewalt zu entreißen, rechtzeitig zu verhin stehenden Verhältnissen zieht das Blatt die Schlußfolgerung, daß kommen, daß die Republik jeden Versuch, ihr die tritt Dr. Schweners wieder gutgemacht werden. Aus den bes worden. Verhandlungen, die durch diesen militärischen Druck dern weiß. Das Reich muß endlich um seiner selbst willen nicht eine Aenderung in der Zusammensetzung des Ministeriums, erzwungen wären, bedeuteten eine Sanktionierung dieses Rechtsbruches und einen Triumph der französi eingreifen. wohl aber die sofortige Wahl eines Staatspräsidenten die starke fchen„ Alldeutschen". Sie bedeuteten infolgedessen eine nationale Disziplin und Unterordnung wieder herstellen könne. Niederlage der internationalen Demokratie, deren Nuznießer In der Montagsigung des Haushaltsausschusses nahm Dieser Vorstoß der organisierten bayerischen Reattion inzugleich die deutsche Reaktion sein würde. Jedenfalls legen bei der Aussprache über den Etat des Reichspräsidenten ihrem Hauptorgan zeigt deutlich, mit welchen Hoffnungen sie die gerade wir Sozialdemokraten den größten Wert darauf, und des Reichstanziers Genosse Hermann Müller- Fran- Situation betrachtet. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß daß bei diesen Verhandlungen die Rechtslage unbedingt fen Anlaß, die Vorgänge in Bayern zu erörtern. Der Belagerungs: das Blatt die Sozialdemokraten als die allein Leidtragenden des und ein für allemal, sei es durch leberweisung an den Haager zustand ſei nur gegen lints angewendet worden. Dagegen Ausnahmezustandes bezeichnet und sie für seine Ministerstürzerei zu Schiedsgerichtshof oder durch Entscheidung des Völkerbundes, schlossenen Räumen gestattet und auch den öffentlichen Umzug habe man die nationalistischen Versammlungen in ge- gewinnen versucht. endgültig geklärt werde. Geschieht das nicht, würde dies eine nicht verhindert. Werde diefe ungleiche Pragis aufVerewigung der militaristischen Drohung bedeuten, deren ver- rechterhalten, dann seien die schwersten Auseinander tragswidrige Ausführung wir jetzt erleben. segungen auch außerhalb Bayerns nicht zu vermeiden. Auch Wir begrüßen es, daß Jouvenel die automatische Räu- über die Wirkung der Ungleichheit auf das Ruhrgebiet folle mung des Ruhrgebiets" als das Ergebnis solcher Berhand man sich keinen Läuschungen hingeben. Ist es wahr, daß der Umlungen bezeichnet. Ob„ Vorausseßung" oder„ Ergebnis", da- fchwung in der Haltung der bayerischen Regierung durch das Einvon soll natürlich die durch die Invasion aufs höchste gefährdete greifen des Kommandeurs der Reichswehr, General v. offom, Zukunft Europas nicht abhängen. Aber die Räumung müßte herbeigeführt worden ist? Auch die Anwerbungen im Ruhr jedenfalls das sichere und sofortige Ergebnis dieser Ver- der Regierung. Diese aus allen möglichen Elementen zusammen. jedenfalls das sichere und sofortige Ergebnis dieser Ber- gebiet für die Reichswehr erforderten die größte Aufmerksamkeit handlungen sein. Es müßte, auch wenn die Verhandlungen gesetzten Trupps, von denen einer ja auch nach Berlin gelangt sei, nicht gleich zum Ziele führen, als das Resultat einer beschleu- gefährden die öffentliche Ordnung. In Berlin habe man sogar der nigten internationalen schiedsgerichtlichen Entscheidung her- Regierung ein illtimatum gestellt, wegen der Unterbringung vorgehen über deren Charakter wir, und wahrscheinlich auch in Kafernen. Wir verlangen eine flare Erklärung der Jouvenel, nicht im Zweifel sind. Und diese Verhandlungen Regierung, daß die Reichswehr nicht vermehrt wird und daß Anwären mit der gesamten Entente zu führen, nicht werbungen für sie nicht erfolgen. aber allein mit den Mächten, die es auf sich genommen haben, den Vertrag zu brechen und wehrloses deutsches Gebiet miliden Vertrag zu brechen und wehrloses deutsches Gebiet militärisch zu besetzen. Auf dieser Grundlage müßten sich alle diejenigen leicht finden können, die um die Wahrung des internationalen Rechts, um die Niederlage der internationalen Reaktion und um den Sieg der internationalen Demokratie aufrichtig bemüht find. mit. Bis in die verstecktesten Eigenarten hinein wurden dem Sonnenlicht und der Abenddämmerung, dem frischen Laub und den Blüten, dem heraufziehenden Gewitter, dem Schnee und dem Mondlicht alle Schönheiten abgelauscht. Man empfand die Traulichkeit der alten Städtchen und die Raumwirkung prächtiger Kirchen. Ein Kranz musikalischer Darbietungen umschlang diesen Vortrag, der, in flug abgewogener Steigerung aufgebaut, den Hörern und Zuschauern sehr viel geb. man müsse doch das Verhalten der bayerischen Regierung, die der In der Aussprache meinte Abg. Dr. Beyerle( Bayr. Bp.), ungefeßlichkeit habe entgegentreten wollen, anerkennen. Bersamm: umzüge. Der Vorwurf des Umfalls der bayerischen Regierung sei lungen in geschlossenen Räumen sei doch ungefährlicher als Straßen: nicht berechtigt. Deutschvölkische Drohungen. = Die Regierung fügt fich. Nach einem Bericht der B. S.- Korrespondenz hat der Abgeord nete v. Graefe Goldebee im Auftrage der Parteileitung der Deutschvöllischen Freiheitspartei beim Reichsfanzler gegen die Gera protestiert, die bekanntlich einen 3ug von 300 Hitlerpolizeilichen Maßnahmen der thüringischen Regierung in, Mannen nach München in Gera zum Stehen brachte. Wie die Korrespondenz meldet, foll Reichskanzler Cuno daraufhin die Frei laffung der festgenommenen Nationalsozialisten verfügte haben. Die Korrespondenz teilt mit, daß die Parteileitung sich damit nicht zufrieden geben wolle, sondern gegen die„ verfassungsrung den ihr aufgezwungenen Rampf mit allen gewidrige Einmischung der Behörden vorgehen und gegen die Regiejeglichen Mitteln aufnehmen will". Das Vorgehen der ReMitglieder zu verschärfen und es könne der Fall eintreten, daß gierung sei nur geeignet, die Erregung in weitesten Kreisen ihrer ,, aus dieser Erregung heraus einzelne Personen sich zu Vorkommniffen hinreißen ließen, für welche die Parteileitung die Berantwor tung ablehnen müsse". Minister Deser erklärte, die Reichsregierung fei noch nicht im Besiz amtlicher Informationen, auch die Ausnahmeverordnung sei ihr noch nicht zugegangen. Die bayerische Regierung habe sich allem Anschein nach von der Gefährlichkeit der Morde in Deutschland fich erlauben können, ist nur die Folge der Die Sprache, die die Organisatoren politischer nationalsozialistischen Bewegung überzeugt. Es fei allerdings nicht zu leugnen, daß die praktische Anwendung der teils offenen, teils geheimen Unterstützung, der sich diese GeVerordnung nur gegen die Sozialdemokratie erfolgt sellschaft in den Kreisen der Schwerindustrie wie der Versei, die auf dem Boden der Verfassung stehe, nicht aber gegen die, waltungsbureaukratie erfreut. Wenn die Regierung die die Verfassung gewaltsam stürzen wollten. Andererseits dürfe Cuno sich gegen die Gefahr, daß bewaffnete Banden über man nicht verkennen, daß die 3rverlässigkeit der Reichs- die Regierung und das Land herrschen, nicht rechtzeitig sichert, dann wehr die Verhandlungsbereitschaft Hitlers zur Folge gehabt fönnen uns auch im übrigen Deutschland ähnliche Zustände blühen, hätte. Auf diesem Boden sei wohl die Vermittlung der wie sie in Bayern jetzt an der Tagesordnung sind. e. b. Reichswehr erfolgt, um Zusammenstöße zu vermeiden. Minister Defer bestätigte ferner Müllers Angaben über die Anwer= bung von Arbeitern aus dem Ruhrgebiet, die sich in Berlin mit der Hitler- Garde gemischt hätten, die nach München fuhr. Die Reichsregierung lehne jede aftive Gegenwehr gegen Frankreich ab. Wenn die Anwerbungen weitergehen, müßten Ausnahmemaßnahmen getroffen werden. r Drohende Gefahren! Zerreißung Deutschlands durch französische Truppen! Putschabsichten in Bayern! Sprunghafte Steigerung des Dollarturses! Sinken der Mark ins Bodenlose! " Das find Dinge, die heute jeden im Volke in allen seinen die politischen Vorgänge informiert wird. Er muß deshalb Interessen treffen! Da ist es erforderlich, daß er dauernd über den Vorwärts" abonnieren, der als einziges sozialdemokra= tisches Blatt Berlins zweimal täglich über alle politischen, wirtLeser werbe zum 1. Februar noch einen neuen Abonnenten fchaftlichen, lokalen und kulturellen Dinge unterrichtet. Jeder für den „ Vorwärts"! Wohnungsnot und Gesundheit. Einen Ueberblick über die schweren Gefahren, die die heute herrschende Wohnungsnot für die Bolksgesundheit mit sich bringt, gcb Dr. Krautwig in einem Bortrag, über den in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" be richtet wird. Die Wohnungsnot schädigt die Lebenskraft weiter Volksmassen, erschwert die Heilung und begünstigt das Entstehen von Erkrankungen. Die gesundheitlichen Schädigungen der WohnungsAbg. Dr. Helfferich( Dnat.) meinte, die Ruhe in München not machen sich nur langsam bemerkbar, aber deshalb nicht beige den Erfolg des Verhaltens der Regierung. Das Verhalten weniger verhängnisvoll. Durch das enge Zusammenleben vieler der" Roten Fahne" sei standalös. Auch dagegen müffe eingehäufen sich die Schmuh frankheiten und voraussichtlich auch schritten werden. bei längerer Einwirtung die Infektionsfrankheiten. Be Wunsch der bayerischen Regierung gewesen, Schlimmerem vorzuEin bayerischer Regierungsvertreter betonte, es sei der völkerungspolitisch ist die Wohnungsnot deshalb so gefährlich, weil beugen. Das habe sie erreicht, also einen großen Erfolg(!) fie die Familiengründung und Familien entfaltung davongetragen. hindert. Der Geburtenrückgang wird dadurch beschleunigt und verstärkt, ebenso die sittliche und gesundheitliche Verkümmerung in München nicht mit gleichem Maße gemessen worden sei. Genosse Müller Franken stellt dann noch einmal fest, daß tinderreicher Familien. Je größer die Wohnungsnot wird, um so 3weierlei Maß aber lassen wir Sozialdemokraten uns nicht gemehr muß die Ausgestaltung der Krankenhäuser, der Entbindungs fallen. Wir werden deshalb die Aufhebung des Ausnahmezustandes enstalten und des Fürsorgewesens gefördert werden, und es muß beantragen, zumal die Schutzgeseze vollkommen ausreichen, wenn Darauf hingearbeitet werden, daß die Wohnungspflege im Rahmen man sie anwenden will. Die Antwort des Ministers Deser über der gesundheitlichen Familienfürsorge umfassend und wirksam aus- die Beteiligung der Reichswehr an dem Umschwung der bayerischen Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die gebaut wird. Regierung sei ungenügend. Wenn die Reichswehr zuverlässig ist, Hauptgeschäftsstelle des„ Borwärts". Berlin SW. 68, LindenAmerikanische Krebswochen". Die amerikanische Gesellschaft dann dürfte es doch wohl auch nicht richtig sein, daß Herr Straße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins für Krebsbekämpfung", die jeßt bereits auf ein zehnjähriges Be- v. Lossow auf den Rückzug der bayerischen Reist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) stehen zurückblicken fann, hat sich die Aufgabe gestellt, Kenntnisse gierung hingewirkt habe. Nicht unwahrscheinlich ist allerdings zu verbreiten von den Symptomen, der Diagnose, der Behandlung auch, daß die bayerische Regierung sich hinter v. Lossom verkrochen und Verhütung der Krebskrankheit, die Bedingungen zu erforschen, habe. Was richtig ist, muß festgestellt werden. Wir verlangen auch unter denen die Krankheit gefunden wird, und soviel wie möglich genaue Feststellung über die Geldgeber für die Ertrazüge und statistisches Material zusammenzutragen". Diese Gesellschaft ver- die Brieftaschen, gespickt mit Zehntausend- Markscheinen. anstaltet alljährlich eine besondere Krebswoche", in der mit Minister Deser hat keine Bedenken gegen die Aufhebung allen verfügbaren Kräften unter Mitwirkung aller amerikanischen des Ausnahmezustandes, will aber noch abwarten. Kapitän Ehr Aerzte Aufklärung über die furchtbare Krankheit ins Volt getragen hardt sei nicht aus dem Untersuchungsgefängnis entlaffen. wird. Die letzte Krebswoche", die im November 1922 stattfand, hat, Eeine Entlaffung sei auch nicht beabsichtigt. Abg. Gräf- Thürin wie Emil Simon in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" gen( Dnat.) greift die thüringische Regierung an und fordert Aufberichtet, besonders große Erfolge aufzuweisen gehabt, und man hebung des Belagerungszustandes für Gera. hofft, wenn diese Propaganda noch einige Jahre fortgesetzt wird, fast nur noch frühe Fälle zu Gesicht zu bekommen und so der Krankheit Herr zu werden. Die Geschichte der Szene" wird Dr. Hans Lebebe auf Ein jadung der Boltsbühne in einer Reihe vou vier Vorträgen, deren erster am 3. Februar in der Aula des Gymnasiums zum Grauen Kloster statt findet, behandeln. Erute im Januar. Im sogenannten Obergericht, dem südlichen Teile des Wlünderer Kreises, ist die Einte noch immer nicht beendet. Es steht 1och eine große Menge eigen drangen, von dem man einen erheblichen Teil einzubringen hofft. Es steht auch zu hoffen, daß die noch im Boden befindlichen Kartoffeln gerettet werden. Der Kampf um Schweyer. München, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Auseinandersetzungen über die Politik der bayerischen Regierung gegen die Nationalsozialisten zeigen, daß lediglich die Presse der Baye= rischen Boltspartei die Maßnahmen der Regierung billigt und verteidigt. Sowohl von der Linken wie auch von der Rechten wird die Verhängung des Ausnahmezustandes als Mißgriff be= zeichnet. Das Organ der Bayerischen Volkspartei behauptet, daß die befolgte Taftit der Regierung, die Nationalsozialistien zur Unterwerfung unter die Geseze gezwungen habe. Diese bedingungslose " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolf und Zeit", der Unterhaltungsbeilage „ Heimwelt" und der 14 fägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name " Wohnung: Straße Nr. vorn Hof Quergeb.- Seit: nfl. Tr. links rechts bei 1 Bemortschaftsbewegung Chließt die Reihen! Die deutsche Arbeiterschaft steht im Trommelfeuer der Preisfteigerungen, der sprunghaften Entwertung der Löhne, der beerohlich anschwellenden Arbeitslosigkeit. Seit der Demobilmachung hat es noch nie eine fo riesige Arbeitslosigkeit ge geben. In der Textilindustrie allein waren Ende Dezember mehr als ein Biertel aller Beschäftigten entweder arbeitslos oder auf Kurzarbeit gestellt. Zugleich droht durch die französische Invasion die reaktionäre Flut in Deutschland die Errungenschaften der Revolution wegzuschwemmen. In dieser höchsten Not haben die Gehalts- und Lohnempfänger nur einen festen Rückhalt: ihre Organisationen. Rommunisten, mit diefer Urwahl bezweden wollen, dürfte ihnen Fragen der prinzipiellen Anerkennung der Gemertschaften, selbst nicht flar fein. Nach dem Stande der politischen Zugehörigkeit manchen Staafen Nordameritas fogar auf die Frage der Koalitions der Beschäftigten in den Kommunal- und Staatsbetrieben ist der freiheit( das Anti- Streitgesetz im Staate Kanjas) zurüdgezogen. Ausfall der Urwahl den Kommunisten nicht seifelhaft; oder ist Daneben spielt die Bekämpfung des closed shop"( bes geschlossenen, ihnen die Urwahl zum Berbandsbeirat schon aus den Gedächtnis ge- d. h. nur den Gewerkschaftsmitgliedern zugänglichen Betriebs) in schwunden? Das verwerflichste und zugleich bedenklichste ist jedoch den Bereinigten Staaten eine wichtige Rolle. dabei, daß die Parteigänger Mostaus sich zu ihrer Propagandaent- Die Organisationstätigkeit der Unternehmerverbände wies faltung der finanziellen Mittel der Gewerkschaften während der Krise eine doppelte Tendenz auf. Für die allgemeine bedienen. Dieses festzustellen halten wir für besonders wichtig, taktische Leitung sowie für Verhandlungen mit der Regierung oder damit unsere Kollegen und Kolleginnen bei der stattfindenden Urwahl mit dem Auslande ist Zentralisation am Plaze. Biele Gediesen Wölfen im Schafspelz die nötige Lektion erteilen können. wertschaftszweige haben daher Spikenorganisationen ins Leben gerufen. In Frankreich ist zum erstenmal ein allgemeiner Arbeitgeberverband in Aussicht genommen; in der Tschechoslowakei haben die deutschen und die tschechischen Unternehmer je eine Zentrale gebildet. Die Verbände Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands haben ein gemeinsames Nordisches Zentralbureau mit einem Aktionsprogramm( nämlich Lohnherabsehung) errichtet. Endlich verstärkt und hat neben der gewerblichen eine landwirtschaftliche Seftion gegründet. Versammlung Tagesordnung: Neue Lohnfäße der Transportarbeiter im graphischen Gewerbe. Für die Transportarbeiter in den Buchbindereien, BriefumschlagStontobuchbetrieben. sowie Papier- und Pappengroßhandel find Bas aber tun die Kommunist en gerade jegt? Sie, die von aller in der Mieterbewegung( Mietervertreter) tätigenich hat sich die Internationale Organisation der Arbeitgeber wesent fich einmal behauptet haben, für die Einheitsfront des Proletariats Mitglieder der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei zu sein, sie benutzen die Not des Proletariats, um ihm in den Rücken zu fallen. In allen Organisationen arbeiten die komam Mittwoch, 31. Januar, abends 61%, Uhr munistischen Sprengfolonnen mit Hochdrud. Bei den Holzarbeitern, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17/18 den Bekleidungs- und Metallarbeitern, bei den Gemeinde- und Staatsarbeitern, bei den Eisenbahnern, den Laufmännischen Anblasen. Aber nicht etwa gegen das Unternehmertum, nicht etwa gegen das Kapital und die Reaktion. Der fommunistische Generalangriff geht gegen die Gemertschaften. Diese werden berannt. Die Gewerffchaftsführer sind der Feind, gegen den die Kommunisten ihre Angriffe richten. Diese niedrige Absicht fann nur mit niedrigen Mitteln ausgeführt werden. Der 3wed dieser Sturmparade ist in Wirklichkeit die Eroberung einiger Gewertschaftsposten, um dann von hieraus auf Kosten der Mitglieder die von Moskau ausgegebenen politischen Parolen ins Bert zu sehen. Der Schutz der Arbeiter gegen die Entwertung der Löhne ist die allerlegte Sorge der Kummunisten. gestellten, überall wird jetzt von den Kommunisten Sturm ge. Das Reichsmietengeset in der Praxis. Sarifverträge für die zweite Hälite des Monats Januar zum Gagen dieses fommunistische Kesseltreiben müssen unsere Ge-= nossen überall energisch Front machen. Heute hängt alles ab von der Einigkeit und Entschlossenheit der Arbeiter schaft. Wer die zu zerstören sucht, der arbeitet für Stinnes und Ludendorff, der ist ein Feind der Arbeiterschaft Daran muß festgehalten werden. Jetzt ist weniger als je Lauheit am Plage. Wenn die wirtschaftliche und politische Reaktion nicht siegen soll, müssen ihre Kerntruppen, die Kommunisten, in die Schranken gewiesen werden. An die Arbeitnehmerschaft Groß- Berlins! Dem Beschluß der gemeinsamen Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend und des Ortsfartells des AFA- Bundes vom 24. Januar folgend, haben die unterzeichneten Leitungen der örtlichen Spizenförperschaften, wie bereits in unferem Aufruf vom 27. Januar bekanntgegeben worden ist, die erforderlichen Maßnahmen für eine eigene Sammlung der gemerf schaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft unter dem Titel Ruhrhilfe eingeleitet. Die Mittel hierzu sollen durch Sammellisten aufgebracht merden, die bereits den Organisationen zur Weiterleitung zugestellt sind. Wir ersuchen die Ortsverwaltungen, nunmehr für schnellste Verbreitung der Listen zu forgen. An die Arbeitnehmerschaft Groß- Berlins richten wir das dringende Ersuchen, zum mindesten einen Stundenlohn auf diese Listen zu zeichnen und damit erneut zu beweisen, daß fie, menn der Hilferuf in Not geratener Arbeitsbrüder und deren FamiTien an sie ergeht, in der Betätigung praktischer Solidarität mit an crfter Stelle steht. Wir erklären nochmals, daß die an uns abgelieferten Beträge dem Beschluß der Plenarversammlung entsprechend verwendet werben.. Und nun, Kollegen und Kolleginnen, sammelt schnell, denn die Not ist groß; es werden darum auch große Mittel gebraucht. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommiffion Berlins und Umgegend. Afa- Bund, Ortsfartell Groß- Berlin. Die Zerstörer an der Arbeit. " Referent: Genosse B. Kuhnt, M.d.R. Die Ausführungsbestimmungen des Berliner Magistrats zum Reichsmietengefet werden ebenfalls behandelt./ Wir erwarten pünktliches und zahlreiches Erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch der Partei kein Zufriff. Der Bezirksvorstand. die Abschluß gelangt und können gegen Mitgliedsausweis im Bureau Empfang genommen werden. des Deutschen Verkehrsbundes, Engelufer 24/25 II, gimmer 31, in Der Deutsche Holzarbeiterverband ermahnt alle Tischler, bei Zuzug nach Hamburg äußerste Vorsicht malten zu lassen. Es besteht dort absolut fein Mangel an Tischlern. Im Gegenteil, es ist eine größere Anzahl Arbeitsloser vorhanden. Auf einigen Werften wird fogar verkürzt gearbeitet. die Nachverhandlungen am 26. Januar stellen sich die Stundenlöhne Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer teilt mit: Durch der Arbeitnehmer der Groß- Berliner Privat- Elettrizitäts= werfe ab 17. bis einschließlich 30. Januar folgendermaßen: Gruppe I 590 M., Gruppe II 575 M., Gruppe III 565 M., Die vorläufige Arbeitslosenversicherung. Gruppe IV 525 M., Mindererwerbsfähige in Gruppe V 440 10., Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschafts. Frauen in Gruppe VI 400 m. Die Frauenzulage beträgt 576 M. rats nahm in seinen beiden letzten Sizungen Stellung zu einem wöchentlich, die Kinderzulage 1344 m. Bericht seines Arbeitsausschusses über den Entwurf eines Gesetzes Achtung Fabritarbeiter! Die Sammellisten für das Nuhrland über eine vorläufige Arbeitslosenversicherung und gab find ab heute Engelufer 24/25, Aufgang C, 1 Treppe bei dem dem Gefeßentwurf, trotz gewisser grundsätzlicher Bebenken, in seiner Kollegen delmann in Empfang zu nehmen. Mitgliedsbuch und Dorliegenden Geſtalt feine 3ustimmung. Der Entwurf beabsich- Funktionärausweis vorlegen. Die Ortsverwaltung. figt die Einführung einer öffentlichrechtlichen 3 wangsversiche ung gegen Arbeitslosigkeit, die an die Stelle der bisher geübten Fürsorgetätigteit des Staates treten soll. Er ist ausdrück lich als vorläufige Regelung einer Arbeitslofenversicherung gekennzeichnet, da er während der Uebergangszeit Fürsorgemas nahmen für versorgungsbedürftige Arbeitslose vorsieht, gleichzeitig aber schon den auf Leistungen gegründeten Rechtsanspruch der Bersicherten Genüge tun foll. Im Falle einer unverschuldeten ArbeitsLage verursacht ist, und bei Eintritt von Krankheit während der Zeit losigkeit, von Kurzarbeit, die durch die allgemeine wirtschaftliche ftüßung für sich und ihre Angehörigen gewährt werden. Der Kreis der Arbeitslosigkeit soll den wirtschaftlich Unselbständigen Unterder Bersicherten umfaßt grundsäglich die der Krankenversiche Baugewerkschaft, Fachgruppe Glaser. Der Lohn beträgt vom rung unterliegenden Berufsgruppen. Die ungleichartigen Risifen 25. bis 31. d. M. 592 W. Gehilfen im ersten Jahre nach beendeter der einzelnen Berufe werden in Gefahrenklassen teilweise berüd- Lehrzeit 10 Broz. weniger. ſichtigt; jedoch soll das Prinzip der Solidarität aller Berufsgruppen gestalten. Die Mittel sollen zu zwei Dritteln gemeinsam von den vorangestellt werden, um die Versicherung überhaupt tragfähig zu Arbeitgebern und den Arbeitnehmern, zu einem Drittel von Reich, Ländern und Gemeinden aufgebracht werden. Träger der Berfiche: rung sollen die Rrantenfassen sein. Die Unternehmerverbände der Welt im Jahre 1922. Die Hauptattionen der Unternehmerverbände im verflossenen Jahre waren sämtlich von der Weltkrise bestimmt. Sie können in folgende drei Gruppen eingeteilt werden: 1. Serabsehung der Produktionstoften, 2. Rampf gegen die Gemertfchaftsrechte, 3. Organisationsaufgaben. fegungen und Verlängerung der Arbeitszeit, daneben auch die techZur ersten Gruppe gehören ganz besonders die Lohnherabnischen Verbesserungen der Production. Achtung, Zimmerer! Das Bezirkslohnamt hat am 27. Januar folgenden Spruch gefällt: Bom 25. bis 31. Januar beträgt der bisher mit 5 M. pro Stunde bestehen. Neue Verhandlungen finden Lohn pro Stunde 590 M.; die Werkzeugentschädigung bleibt wie am Mittwoch, den 31. Januar, statt. Metallarbeiter der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei! Tente statt: Eisenformer und Berufsgenossen: 6½ Uhr bei Leuschner, AderAm Mittwoch finden folgende Fraktionszusammenfünfte der Bertrauensftraße 110.- Metallformer: 6½ Uhr bei Müller, Schönleinsir. 6. 6 Uhr in der Schule Roppenplay, Alaffengimmer. Klempner: Maschinenschloffer: Uhr im Rofenthaler Hof, Rosenthaler Straße, fleiner Gaal. Schleifer und Galvani feure: 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 5, Engelufer 24-25. Widler: 6 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 79. Baufchloffer: 6% Uhr bei Boweleit, Brüder: 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Engelufer 24-25. Mechaniker: Jostystr. 7. Rohrleger: 6% hr in der Schule Roppenplag, Seichenfaal. Elektromonteure: 6% Uhr bei Wein6½ 2hr im Gewerkschaftshaus, Saal 3. Graveure und 3ifeleure: 5 Uhr im Alegandriner, Alexandrinenſtr. 37a. Metalldreher: 5 Uhr bei Reinte, Grünauer Str. 7. Dreker: 6 Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße. Maschinenarbeiter: 6½ Uhr im Klassenzimmer 9 bes Sophien- Gymnasiums, Beinmeisterstr. 16-17. hold, Gipsstr. 3. Zutritt nur gegen Funktionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Bekleidungsarbeiter! Heute abend 6 Uhr finden in den von der Organisation bekanntgegebenen Branchenversammlungen die Wahlen der Delegierten zu der Generalversammlung statt. Es ist Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen der Richtung Amsterdam, in ihrer zuständigen Branchenversammlung zu erscheinen! Die Bertrauensleute der Richtung Amsterdam. Arbeiter und Angestellte der SSB. Charlottenburg! Am Mittwoch, 4 Uhr, bei Berger, Levegow, Ede Jagowftraße, Bersammlung aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten. Wichtige Tagesordnung. Bartei. und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Mitiwoch 7½ Uhr in Haverlands Feſtsälen, Neue Friedrichstr. 35. Zentralverband der Angestellten. Finanzbehörden: Mitgliederversammlung Scifen handel: Mitgliederversammlung Mittwoch 8 Uhr in Haverlands Festsälen, Vorträge. Vereine und Versammlungen. für Damen und Herren in der 120. Gemeindeſchule, Gartenſtr. 107a. Stenographen Berein Stofze- Schren. Dienstag von 7-9 Uhr Uebungen Briefkasten der Redaktion. E. 6. 2. Wenden Sie sich an die Geschäftsstelle der Akademischen Unter richtsturse( Volkshochschule), Georgenstraße 34-36. Im Kampfe für die Lohnreduktion und gegen den A chtstundentag beriefen sich die Unternehmerverbände auf die Interessen der nationalen" Brobuftion, die sich auf dem Weltmarkt durch die Konkurrenz derjenigen Länder, welche bereits diese Maßnahmen getroffen hätten, bedroht fühlte. So entstand ein Wettlauf um den schleunigen Abbau der Errungenschaften der Arbeiterschaft, der sehr an den gleichartigen Rüstungswettkampf der Staaten erinnert und durch die bestehenden Schranken des Waren- und Menschenverkehrs gesteigert wird. Es fragt sich allerdings, ob es In der Generalversammlung der Gemeindearbeiter am Freitag doch nicht einfacher wäre, diese Schwierigkeiten des Beltmarkt. im Gewerkschaftshaus hatten die Moskauer Jünger das Bedürfnis, kampfes nicht auf die eigenen Arbeiter abzuwälzen, sondern durch Neue Friedrichstraße 35. viel von sich reden zu machen. Nachdem der erste Bevollmächtigte der Uebereinkünfte über gleichzeitige Abschaffung der 3ollschranken Berliner Ortsverwaltung, Genoffe Bolenste, den Geschäftsbericht und für das verflossene Jahr erstattet hatte, versuchten nunmehr die Romeine leichterung der Wanderung aufzuheben. Es besteht zwar munisten, auf Anordnung der Münzstraße, den Beweis zu erbringen, aber offenbar bessere Ergebnisse im Kampf gegen die Arbeiter, als in internationale Arbeitgebercrganisation; ihre Tätigkeit erzielt daß die bisherige Berwaltung ihren Pflichten nicht nachgekommen sei. einer gemeinsamen Aktion zur Erleichterung des Weltverkehrs. Auch Da ihnen ties jedoch nicht gelang, fie auch zum Geschäftsbericht nichts die Bersuche der internationalen Arbeiterkonferenz, durch eine gleich zu fagen wußten, ergingen fie fich, wie üblich, in allgemeinen Redens artige Regelung der Arbeitsbedingungen in allen Ländern den arten und schimpften in der widerlichsten Art über den Berrat" der traurigen Wettkampf zu verhindern, find tatsächlich auf passiven Gewerkschaften und des ADGB. Für die Entlassung der Straßen Widerstand der Arbeitgebertreife aller Länder gestoßen. behner wurde die Gewerkschaft verantwortlich gemacht! Nach Auffassung des fommamistischen Hauptrebners, der gleichzeitig Mitglied Grundsäße einander gegenüberstanden: Bei der Durchführung der Lohnreduktion haben zmei des Hauptvorstandes ist, ist das Berhalten der Gewerkschaften und des ADGB. in der Frage der französischen Invasion als Anpassung der Löhne an die Kosten der Lebenshaltung Berrat an der Arbeiterklaffe" zu bezeichnen. Der internationale oder deren Anpassung an den möglichen Warenpreis. Im großen Generalstreit soll als Antwort auf die Ruhrbefeßung einsetzen; die und ganzen fann man fagen: bet steigenden Preifen neigen die Gewerkschaften wollten ihn aber nicht. Aus diesen Gründen müsse Arbeitgeber dem Brinzip der Anpassung an die Kosten der Lebensdie bisherige Ortsverwaltung durch eine kommunistische ersetzt werden. haltung zu( Deutschland, Desterreich); bei sintenden Preisen In dieser Weise bewegten sich die Reden aller übrigen Kommu-( England, Amerika in der ersten Jahreshälfte). Von den Ländern suchen sie die Löhne den Möglichkeiten des Absages" anzupassen niften. Als ein Rebner unserer Richtung darauf hinwies, daß all mit intenden Breifen hat sich nur in Frankreich- mo übrigens die Dinge mit dem Geschäftsbericht nicht das geringste zu tun haben, die Preissenkung nicht sehr bedeutend war wurde er durch den üblichen ohrenbetäubenden Lärm am Sprechen paffung an die Lebenshaltungskosten durchgesetzt. das Prinzip der Angehindert. Außerdem wurde dem verrüdten Kerl", wie die Kom munisten ihn benannten, in Aussicht gestellt, daß man ihm den Schädel einschlagen und ihn in den Kanal werfen werde". Das ein zige Sachliche, was der oben bereits erwähnte fommunistische Redner vorbrachte, war, daß er die pretäre Wirtschaftslage des Reiches und der Kommunen anerkannte, und daß unter Berücksichtigung dieser Tatsache der Gewertschaftsleitung es nicht möglich war, höhere Lohn ergebnisse zu erzielen. In gleichem Atemzuge versuchte dieser Stra toge aber nachzuweisen, daß die Organisationsleitung, der er felbft angehört, ihre Pflichten bei Verhandlungen nicht getan hätte. Bon dem gleichen Redner wurde mehr Sparfinn von der Gewerkschaftsleitung gefordert. Man solle, wie das der Magistrat tue, den Perjonalbestand verringern. Wetter bis Mittwoch mittag. Zunächst etwas tälter, zeitweise aufllarend, aber veränderlich. Später neute Trübung und besonders an der Rüfte leichte Niederschläge bei mäßigen nordwestlichen Binden. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: America President Harding George Washington 7. Februar II. April ..... 14. Februar 21. März ..21. Februar 28. März .28. Februar 4. April Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 President Roosevelt Die Bewegung der Unternehmerverbände gegen den Achtst unbentag hat die ganze Welt erfaßt; allen Ländern voran gehen die von der Krise heimgesuchten Länder des mesteuropäischen Rontinents mit Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark und Schweden an der Spitze, aber auch Deutschland blieb diese Frage nicht erspart. Dagegen lag in England das Schwergewicht mehr auf der Frage der 2ohnherabseßung. In Amerita, wo die Regelung der Arbeitszeit viel zu wünschen übrig läßt, ist der Angriff der Unternehmer mehr gegen die Prinzipien der Organifationsfreiheit, des Tarifvertrages und der Betriebskontrolle gerichtet. Was die Produktionsverbesserungen betrifft, fo haben hierbei die Verbände eine geringere Rolle gespielt, als bei der Aenderung der Arbeitsbedingungen: diese Frage will jeder Bei dem Punkt Neuwahl der Ortsverwaltung“ und„ BeſtäUnternehmer lieber für sich allein lösen. Bon irgendwelchen gemein tigung der Angestellten" verlangten einige Unentwegte der Ledebour samen Maßnahmen ist nicht viel zu hören. Nur in Schweden hat Gruppe und einige Neutrale" die Urabstimmung. Mit Hilfe der der Industrieverband die Gründung einer StandardisierungsfomKommunisten brachten sie alsdann die erforderliche-Mehrheit für mission" zur Festsetzung bestimmter Produktionstypen angeregt. die Urabstimmung auf: Damit machten sie eine noch malige Ge miffion" zur Festlegung bestimmter Produktionstypen angeregt. Der neralversammlung und die Beschaffung des Materials für die UrKampf gegen die Rechte der Gewerkschaften abstimmung notwendig, was eine finanzielle Belastung der hat gegenüber dem Borjahre als es galt, die beginnende Krise zu Gemertschaftstasse von ungefähr 500 000 m. bedeutet. Da einer Gegenoffensive auszunuhen die Erhöhung der Beiträge gleichfalls abgelehnt wurde, ist nicht recht eingebüßt. Es ist bloß ein Nachtlang der vergangenen Kämpfe, an Bedeutung und Schärfe ersichtlich, woher die Mittel dazu genommen werden sollen und ganz wenn sich die italienische Konfederation der Industrie oder der Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: besonders nicht zu ersehen, wo hier die von den Kommunisten gefor englische Maschinenbauverband scharf gegen die Arbeiterkontrolle Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: derte„ Sparsamkeit“ zu finden ist. Was diese Leute, besonders die der Betriebe ausspricht. Im übrigen hat sich der Kampf auf die Borwärts. Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Weinbrand UNITED STATES LINES BERLIN W 8 Unter den Linden 1 BERLIN NW 40 Invalidenstraße 93 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Winkelhausen Hierzu 1 Beilage. Alfe Reserve Wa ttr. 48 ♦ 40. Jahrgang Heilage öes vorwärts Dienstag, 30. Januar 1423 Die Noröfüöbühn fährt. Der Probezug Hallesches Tor-Seeftrafze.— Heute erster Verkehrstag. Nachdem der Berliner über 11) Jahre hindurch die Buddclei durch das herz ssiner Stadt geduldig schimpfend mitangesehen, nachdem er in Sand» und Kieshaufen versunken, beschwingten Fußes über Steinhügel hüpfend durch Engpässe auf Brettern mühsam sich durch- gerungen, erreicht ihn heute die Tatsache, daß alles das nicht ver- gebens gewesen ist. Er kann wahr und wahrhaftig vom halleschen Tor untertags nach dem Stettiner Bahnhof fahren und wird es in wenigen Wochen bis über den Wedding hinaus zur Seestraße können. Und in einem weiteren Jahr etwa klettert er in der Berg- siraße zu Neukölln in die Nord-Süd und steigt nach einer guten halben Stunde in der Gegend des Schillerparks wieder an das Tageslicht. Das ist immerhin etwas und unter Berücksichtigung der katastrophalen Zeitgeschehmsie sogar eine bewundernswerte Leistung, die nur der großen Energie und dem Fleihe aller derer, die an dem Bau dieser neuen Berkehrsstrecke beteiligt waren, zu danken ist. Gestern, am frühen Nachmittag, so gegen 3 Uhr, fuhr vom halleschen Tor der erste Zug ab, der ein größeres Publikum geladener Gäste tnit sich nahm. Er war so gefüllt mit all denen, die sich für die Nordsüdbahn eingesetzt, an ihrem Bau fördernden Anteil genommen, den Mitgliedern des Magistrats, der Reichsbehörden, der Stadt- und Bezirks- verordnetenoerfammlungen, der Presse und vielen anderen mehr oder. weniger Interessierten, daß zwei weitere Züge ihm folgen mußten. Also ging es aus von der imposanten Halle des Bahnhofs am Halleschen Tor, die auf weißem Grunde ein sattes Blau bei den kantigen Säulenträgern und im knapp ver- wendeten Zweckornament zeigt. Der Zug ist im Rollen durch den Tunnel der südlichen Friedrichstraße, der in das Sumpfgelände dieser Gegend mit unsäg- licher Mühe gebettet wurde. Kochstraße, Leipziger Straße, die Farben auf den Bahnhöfen wechseln, auf Gelb folgt Rot, Bahnhof Französische Straße gräbt sich durch ein stumpfes Grau dem Auge ein. Am Bahnhof Friedrichstraße, der mit der Stadt- und Fernbahn in inniger Ver- b-indung steht, steigt, durch die große Tiefe der Anlage bedingt, wieder eine mächtige halle, ähnlich der am hallcschen Tor, über den einfahren- den Zug. hier herrcht neben dem Weiß wieder das Grün vor. Nun geht's tiefer hinunter unter das Bett der Spree im Zuge der alten Weiden- dammcr Brücke und jenseits wieder langsam hinauf, dem Bahnhof Oranienburger Tor zu, bis nach einem etwas ausgedehnteren Strecken- abschnitt die vorläufige Endhaltestelle Stettiner Bahnhof erreicht ist. Die Probezüge fuhren aber weiter, um auch das letzte Stück der fertigen Nordstrecke bis zum Betriebsbahnhof Seestraße zeigen zu können, hier zeigt sich der schönste der Bahnhöfe, der am Leopold- platz, im Schmuck bräunlich getönter Kacheln.(Man hatte ihn be- reits vor Kriegsbeginn fertiggestellt, unsere Not zwang dann, an Stelle des kostspieligen Kachelbelages den weniger kostspieligen Farbenanftrich treten zu lasien.) Auf jeden Fall ist auch die Nord- strecke fertig, und es mangelt nur noch an der Wagengestellung, um auch sie in Betrieb nehmen zu können. In aller Kürze soll das geschehen. Auf der Rückfahrt gab es auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße, wie sich dos so gehört, höchst feierliche Reden. Es sprachen Stadtbaurat Hahn, Oberbürgermeister Böß und Äeheimrat Wittig von der Hochbahngesellschaft, der vertragsgemäß die Be- triebsführung der Nordsüdbahn obliegt, heute früh S Uhr 45 Mi- nuten wird sich die neue Bahn dem arbeitenden Berlin zum ersten- mal zur Verfügung stellen. Technische Einzelheiten. Die Nordsüdbahn, die heute dem öffentlichen Verkehr über- geben wurde, wird sicherlich eine der verkehrsreichsten Strecken des Berliner Schnellbahnnetzes fein, führt doch ihre Linie unter der be- lebten Friedrichftraße mit ihren zahlreichen Vergnügungsstätten und Geschäftshäusern hindurch. Schon Werner v, Siemens pffinte eine elektrische Straßenbahn, die den Norden mit dem Süden verbinden sollt«. Aber erst im Jahre lSIÜ genehmigten die Stadtverordneten ein vom Stadtbaurat Krause ausgearbeitetes Projekt einer Unter- grundbahn,, die Nord- und Südring miteinander verbinden und so gleichsam, ein« Verschmelzung zwischen der bestehenden Dampfbahn und der elektrischen Schnellbahn in Berlin herbeiführen sollte. Im Januar 1S12 erhielt der Entwurf die landespolizeiliche Genehmigung, und die Konzessionsdauer wurde bis zum Jahre 2008 erteilt. Im Dezember desselben Jahres wurde mit dem Bau begonnen, und trotz der durch den Krieg hervorgerufenen Schwierigkeiten zu einem ge- wissen Abschluß gebracht. Die Bahn unterfährt die beiden Pank«- arme— den Schönhau'cr Graben und die Stadtpankc—, die Spree an der Wcidendamme: Brücke und den Landwehrkanal am halleschen Tor. Die Tunnel wurden hier iik offener Baugrube unter Aufrecht- erhaltung des Schiffahrtsbetricbes ausgeführt. Am Bahnhof Wedding nnißten die Fundamente der Brückenmidcrlager der Ctaatsbahn in Rücksicht auf den Tunnelbau tiefer gelegt werden. Die Weiden- dammer Brücke wurde abmont'ert, und an ihrer Stelle wurden zwei Notbrücken«reichtet. In absehbarer Zeit wird die alte Weiden- damnier Brücke wieder dem Berkehr dienen. Am Bahnhof hallesches Tor mußte der Viadukt der Hochbahn umgebaut werden, da ein Pfeiler der Eisenkonstruktion zu beseitigen war. Ferner mußte die Bahn durch zwei südlich der Weidsndainmer Brücke gelegene Moor- sirecken geführt werden, die 16 bis 20 Meter tief waren. Uebcr der Moorstrecke an der Besielstraße ruht der Tunnelkörper auf einem Pfahlrost aus Eisenbeton, während er auf der Strecke südlich der Weidendammer Brück« im Moor schwimmt. Interessant ist auch die Unlersahrung des Jakoblkirchhofcs an der Hermannstrahe der noch nicht fertigen Strecke in Neukölln. Die Bahn wurde dort berg- mämüfch als Stollen hergestellt. Die Tunnelbreits beträgt 6,0 Meter, die Tunnelhöh« über der Sohle 3,6 Meter, die normale Bahnhofe breite 13,10 Meter, die Bahnsteigbreite 7 Meter und tre Bahnsteig» länge 80 Meter. Di« Bahnhöfe Leipziger Straße und Hallesch«» Tor vermitteln den Uebergang zu der schon bestehenden Hochbahn, der Bahnhof Friedrichstrvße ist mit der Stadtbahn, der Bahnhof Wedding mit der Ringbahn verbunden. Die Bahnhöfe hallesches Tor und Fcicdrichstraße sind durch ihre große Höhe besonders be- merkensivcrt, da sie unmittelbar an den Unterführungen von Wasser- läusen liegen. Sehr interessant ist der Bahnhos Hallesche, Tor durch süns Zugänge von teilweise recht erheblicher Länge. Wer auf dem Bahnhof Leipziger Straße umsteigen will, muh etwa 3 Minuten unter der Frisdrichstraße entlang laufen. Die Skromlieserung erfolgt durch die städtischen Elektrizitätswerke nach den Meterstationen Wedding(S3S0 Volt) und hallesches Tor(10 Sv0 Volt), und wird hier in Betriebsstrom von 800 Bolt umgeformt. Die Fahrgeschwindigkeit kann bis zu S0 Kilometer in der Stunde betragen. Durch ein selbst- tätiges Signalsystem ist die Streck« gesichert. Infolge der hohen Kosten mußten die alten Wagen der Hochbahn für den Betrieb Ver» wondung finden. Da zwischen Balyisteig und Wagen ein etwa fuß- breiter Zwischenraum liegt, ist er durch eine an den Wagen befesttigte Bohle ausgefülllt worden. Auf dem Betriebsbahnhof Seestraße, der zu ebener Erde liegt, find zwei Modelle von Wagen zu sehen, die ehemals für den Betrieb geplant waren. Die Baukosteu für die Strecke Seestraße— hallesches Tor waren im Frieden mit 80 Millio- nen Mark veranschlagt, sie werden jetzt etwa 3 Milliarden Mark, d. h. etwa das Vierzigfache, betragen. Demnach entspricht die gesamt« Bausumm«, in Goldmark umgerechnet, noch nicht 2 Proz. der Anschlagsumme. Dieses günstige Ergebnis ist durch rechtzeitige Material kaufe und auch durch teilweis« billigere Herstellung einzelner Teile des großen Bauwerks, das anfänglich unter der Oberleitung des Stadtbaurats Krause durch Magistratsaberbaurat Nitzsch« gebaut und dann vom Jahre 1921 an unter Stadtbaurat Hahn durch Magistratsoberbaurat Zangemeister vollendet wurde. Man hofft durch den Betrieb der jetzigen Strecke die erheblichen Mittel zur Vollendung der gesamten Strecke herbeischaffen zu können. Die Stadt Berlin, die hier im Verein mit einer großen Zahl von Hand- und Kopfarbeitern ein Werk von Bedeutung geschaffen Hot, darf mit Stolz den Tag der Eröffnung der Nordsüdbahn als ei» Ereignis von weittragender Bedeutung feiern. « Auf der hoch- und Untergrundbahn findet mit Rücksicht auf die verkürzte Polizeistunde vom Dienstag, den 30. Januar d. I. ab eine Einschränkung deS Fahrplanes um durchschnittlich eine Stunde stalt. Danach verlassen die letzten Züge den Bahnhof Leipziger Straße(bisher Friedrichstraße benannt) zu den nachstehenden Zeiten 12,02 in Richtung Wilmersdorf mit Anschluß nach Dahlem, 12,07 in Richtung Charlottenburg mit Anschluß nach dem Ollen, Schöneberg. Uhlandstraße und Westend, 12,14 in Richtung Nordring. 11, öS Steltiner Bahnbof(Nordsüdlinie). Der letzte Zug mit Anschluß an die Flachbahn Warschauer Brücke— Lichtenberg geht ab Bahnhof Leipziger Straße 11,22. Straßenbahn 1 50 Mark. Einführung einer allgemeinen Wochenkarte. Die Straßenbahn hat von heute ab ihre Tarif« wieder erhöht. Sie erkürt, daß der unablässig fortschreitenden Geldentwertung und der Steigerung aller Ausgaben gegenüber sich die Einnahmen au« dem 100-M.-Tarif als unzureichend' erwiesen haben. Sie sei daher genötigt, vom 80. Januar ab den 1 S 0- M.- T a r i f einzuführen. Der Tarifs der die Zustimmung der städtischen Verkehrsdeputation erholten hat, setzt im wesentlichen folgende Fahrpreise fest: 1. Einzelfahrscheine für Erwachsene 1S0 M., im Bereich der Borortbahnen(vormals Spandauer, Köpenicker Straßen» bahn, Teltowcr Kleisbahnen mit Grunewaldbahnen) 120 M., für Kinder von 6 bis 14 Jahren, ferner(auf Berechtigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14 bis 17 Jahren und für unbemittelte Swdenlen, sowie(aui Ausweis des Bezirksfürforge- oder Wohl- fahrtsamts) für Kriegsbeschädigte und im Gehen schwer behinderte Personen allgemein 80 M. Die Einkommensgrrnze für den Bezug von Berechtigungsscheinen für Lehrlinge und Schüler ist auf 180 000 Mark jährlich(einschl. Naturalbezüge) erhöht. Die Ausfertigungs- gebühr für den Berechtigungsschein betrögt 30 M. 2. Teil- st recke nfahrscheine(versuchsweise) auf den Linien g, 16 und 116 für die durch Aushang in den Wagen bekanntgegebenen Strecken 10 0 M., Fahrten darüber hinaus kosten 120 M. 3. U m» steigefahrschein, auch im Wechselverkchr mit der h o ch b a h n, 22 0 M., im Bereich der Borortbahnen(vormals Spandauer. Kö- penickor Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Gruneroaldbahn 120 M. Die beim 100-M.-Tarif versuchsweise eingeführte Kurz, (Ziachdruck verboten. Der Molik-Vcrlag, Berlin.) Drei Soldaten. 28] Bon John dos Paffos. Tu» dem amerikanischen Manuskript übersetzt von Julian Sumperz. Sie wuschen ihr Eßgeschirr in dem Faß mit warmem Waffer, das von den Hunderten Geschirren, die schon vorher darin gereinigt waren, ganz fettig war. Ein elektrisches Licht erleuchtete schwach den nassen Stamm einer Platane, und die Oberfläche des Wassers, auf Ver etwas Hafergrütze und Kaffee- fatz herumschwamm, und die Abfalleimer mit ihren gemalten Schildern, und die Männer, die hintereinander sich aufgestellt hatten, um an das Faß heranzukommen. „Dies verdammte Leben," sagte Bill Greg wild. „Was meinst du?" „Habe die ganze Zeit nichts getan, als Verbandszeug ein- gepackt und ausgepackt. Ich werde oerrückt. Habe versucht, mich zu besaufen: nützt aber auch nichts." „Donnerwetter, mir ist der Kopf schwer," sagte Fuselli. Bill Grey legte seine'schwere, muskulöse Hand um Fusellis Schulter. Sie gingen zusammen zu den Baracken. „Ich werde desertieren, Dan." „Tu das nicht, Bill. Wir können beide nur vorwärts kommen, wenn wir keine Dummheiten machen." „Darum gebe ich keinen Heller... Warum bin ich wohl in diese verdammte Armee gekommen? Vielleicht weil ich in so'ner Uniform gut ausschaue? Was!" Bill Grey steckte die Hände in die Taschen und spie miß- mutig aus. „Aber Bill, du willst doch nicht ein dreckiger Gefreiter bleiben?" „Ich will an die Front! Ich will nicht hier bleiben, bis ich ins Kittchen fliege oder vor's Kriegsgericht komme. Sag', Dan, kommst du mit mir?" „Mensch, Bill, du machst doch nur Spaß. Die werden uns schon bald genug fortschicken. Ich will Korporal werden" -r- er drückte seine Briist heraus—,„noch ehe ich an die Front gehe, will ich zeigen, was ich kann." Ein Horn fönte. „Laß sie nicht auf dir rumreiten. Dan." Sie marschierten auf der dunklen Straße auf und fichllen. wie Ver Schlamm unter ihren Füßen schwappte. Die Fahrt- spuren waren voll schwarzen Wassers, in dem fernes elek- trifches Licht sich widerspiegelte. „Ihr arbeitet heute alle in den Lagerräumen," sagte der Sergeant mit seiner traurigen, gezogenen Stimme.„Der Leutnant sagt, daß alles heute nachmittag fertig fein muß. Sie wollen es heute zur Front fahren." Einer pfiff vor Ueberrafchung. „Abtreten!" kommandierte der Sergeant unwillig. Sie marschierten ab in der Dunkelheit, in der Richtung auf eines der Lichter. Ihre Füße platschten in den Pfützen. Fuselli trat an die Wache, die am Tor des Lagers stand, heran. Er bohrte nachdenklich in den Zähnen mit einem Splitter aus einem Brett.„Phil, kannst du mir nicht einen halben Dollar pumpen?" Fuselli blieb stehen, steckte die Hände in die Taschen, sah die Büchse an und ließ den Splitter aus einem Winkel eines Mundes heraushängen. „Unmöglich, Dan," sagte der andere Mann.„Bin voll- kommen ausgebrannt. Habe keinen Cent feit Neujahr ge- kriegt." „Warum bezahlt man uns denn nicht?" Fuselli ging den dunklen Weg hinunter. Der Schlamm war zur Stadt zu in tiefen Wagenspuren gefroren. Diese Stadt mit ihren kleinen Häusem war ihm immer noch fremd. Die Feuchtigkeit verursachte graue und grüne Flecken auf den mit roten Ziegeln gedeckten Dächern und in den engen, ge- wundenen Straßen mit den vielen Balkonen. Nachts, wenn es überall dunkel war, und wenn ein Licht in einem Fenster gelben Schein auf die nasse Straße hinausgoß und das Licht aus einem Laden oder einem Kaffee herausströmte, dann war alles fast erschreckend unwirklich. Er ging hinimter auf den Marktplatz, wo er bören konnte, wie der Springbrunnen vlö.tscherte. In der Mitte blieb er unentschlossen stehen, den Mantel aufgeknöpft, die Hände bis auf den Grund feiner Taschen vergraben.. Er härte lange Zeit dem Plätschern des Springbrunnens zu und dem fernen Geräusch rollender Züge. „Und dies ist der Krieg," dachte er.„Seltsam, es ist stiller. als zu Hause nachts." Die Straße hinunter, am Ende des Platzes, erschien ein Streifen weißen Lichtes— die Scheinwerfer eines Auto- mobils. Die beiden Augen des Wagens starrten geradeaus, gerade in seine, blendeten ihn, drehten sich dann ab nach der anderen Seite und huschten vorbei. Ein schwacher Petroleumgeruch und verschwimmende Stimmen blieben zurück. Fuselli beobachtete, wie die Fronten der Häuser hell wurden, wenn der Wagen die Straße weiter hinauf fuhr. Dann war die Stadt wieder dunkel und still. Er ging über den Platz zum„Cheval Blanc", dem großen Kaffee, wo die Offiziere verkehrten. „Schließ' den Mantel!" fauchte eine Stimme. Er sah eine steife, große Gestalt an der Ecke der Biegung. Ein Pistolenhalster war undeutlich zu sehen. Feldgendarm. Er schloß den Mantel eiligst und ging mit schnellen Schritten weg. Er hielt vor einem Kaffee an, auf dessen Fenster mit weißer Schrift„Schinken und Eier" geschrieben stand und sah voller Verlangen hinein. Jemand legte von hinten zwei große Hände über seine Augen. Er machte sein Gesicht frei. „Hallo, Dan," sagte er.„Wie bist du aus dem Kittchen rausgskommen?" „Mir kann keiner was, Mann," sagte Dan Cohen.„Hast'n bißchen Pinke?" „Nicht einen Cent." „Ich auch nicht... Gehn wir doch rein," sagte Dan. „Werde die Geschichte schon mit Marie in Ordnung bringen." Fuselli folgte ihm zweifelnd. Er erinnerte sich, daß in der vorigen Woche einer vor das Kriegsgericht kam, weil er die Zeche geprellt hatte. Er setzte sich an einen Tisch in der Nähe der Tür. Dan war im hinteren Zimmer verschwunden. Fuselli fühlte Heim- weh. Er dachte daran, wie lange es schon her sei, daß er einen Brief von Mabe erhalten hatte.„Die wird schon einen anderen haben," sagte er zu sich selbst voller Wut. Er ver» suchte, sich zu erinnern, wie sie aussah. Aber er mußte seine Uhr herausnehmen und in ihren Rücken hineinschauen, ehe er sich daran erinnern konnte, ob ihre Nase gerade oder stumpf war. Er sah auf' und ließ die Uhr mit Geräusch in seine Tasche zurückgleiten. Marie mit den weißen Armen kam lachend aus dem anderen Zimmer. Ihre großen, festen Brüste, die man unter er engen Bluse sehen konnte, zitterten ein wenig, wenn sie lachte. Ihre Backen waren sehr rot. und eine Strähne ihres kastanienbraunen Haares hing ihr übe? die Stirn. Sie nahm sie eilig auf und machte sie mit einer Nadel fest. Dann ging sie in die Mitte des Zimmers. Dan Cohm folgte ihr, ein breites Grinsen auf dem Gestüt. 7500. " fahrerwochentarte für die die beiden Hauptverkehrspunkte| persönlich Einblick in die Buchungen gestattet. Wir haben uns übernoch immer abgesprochen die Pflicht aber, religiösen Fanatis. Alexanderplatz und Potsdamer Platz für wochentäglich zwei Fahrten zeugt, daß am 25. Januar( dem Tage der Pressebesprechung) alle mus, absolut seelisches Epicl von inneren Kräften, und Gegenträften auf furzen Strecken hat infolge ihrer beschränkten räumlichen Gül- bis dahin beim Verband eingegangenen Zahlungen der Kassen dem bilbhaft zu zeigen, ist ganz gewiß schwieriger zu erfüllen. Protojanojf ist an dieser Aufgabe nicht vorübergegangen, er hat sie gelöst. Gr tigkeit nur geringen Abfat gefunden. An ihrer Stelle wird vom Konto des Aerztebundes bis auf den lehten Pfen- mieb billigen Effeft, ging von Ezene zu Szene tiefer in die innere Erfüllt5. Februar ab versuchsweise eine allgemeine Wochenfarte nig überwiesen waren. Am 26., 27. und 29. Januar gingen heit des Geschehens. Selbst auf die opernhafte Schlußapotheose wurde mit zu wochentäglich zwei ununterbrochenen Einzelfahrten auf beliebiger weitere Beträge ein, die der Verband am 27. und 29. Januar gleich- einer gemiffen Keuschheit verzichtet Sergius wandert, die Berklärtheit Strede innerhalb einer Kalenderwoche mit etwa 20prozentiger Preis- falls bis auf den legten Pfennig überwies. Das Berficherungsamt auf verwellten Lippen, einer von Bielen, in den sibirischen Tod. Ganz ermäßigung ausgegeben, und zwar für die Strecken der Stamm- dürfte aus der Buchführung des Verbandes mehr Klarheit gewonnen vorzüglich, wie der mönchische Fanatismus nicht nur in dem sehr intelli bahnen zum Preise von 1500 m., für den Binnenverkehr der zu haben als aus der Beschwerdeschrift des Aerztebundes, in der fol- genten und sehr durchlebten Spiel des starken könners Mosjou Nine 3 genannten Bororibahnen zum Preise von 1200 m. Sonntags gende Sätze stehen:„ Bon dem ihr bis zum 24. Januar 1923 zu- um Ausdrud kommt, sondern auch in der gesättigten Stimmung der Bilder, in dem Glaubenstrieb der dumpfen Menge. Pomp russischer stitche gelten die Karten nicht. Die Arbeiterwochenkarten, die bisher die gegangenen Betrage von 136 237 138 M. hat die ärztliche Organi- gab Anlaß zu dekorativen Bildern, die, mic fast der ganze Film in ein gleiche Breisermäßigung genossen haben, fallen vom 5. Februar ab fation sofort 86 000 000 m. an ihre Mitglieder ausgeschüttet. Das reizvoll wirkendes photographisches Dunkel getaucht ist. fort. Die Wochenfarten werden von den Schaffnern an jedermann entspricht noch nicht ganz dem Betrage, der den Aerzten für den ausgegeben. 5. Monatstarten vom Monat Februar Monat Oftober 1922 zusteht. Seit dem Tage der Ausschüttung, dem 1923 ab: Stammbahnen eine Linie 9000 M., bis zu drei 7. Januar 1923, find die Beträge so spärlich eingegangen, daß eine Linien 12 000 m., alle Linien 24 000 M., im Bereiche der genannten weitere Ausschüttung des Honorars bisher nicht möglich war." In Borortbahnen eine Linie 6000 M., alle Linien einer Vorortbahn dieser Darstellung, für die wir die Verantwortung dem Aerzte bund überlassen müssen, fehlt eine Angabe über die 50 Millionen, die von den bis 24. Januar eingegangenen 136 Millionen nach Abzug der ausgeschütteten 86 Millionen noch ge blieben sein müssen. Das Versicherungsamt wird, nehmen wir an, fich bei dem Aerztebund nähere Auskunft darüber holen, Zu einer wüsten Revolverschießerei fam es bei einer welche Beträge ihm als fpärlich" gelten, und wieviel Honorare Auseinandersetzung, die der Flugzeugführer Georg Hans mit bei ihm bis zur weiteren Ausschüttung aufgesammelt worden sind. seiner geschiedenen Frau gehabt hatte. Diese Szene hatte ein Nach- Aber auch die Kassenärzte dürften sich dafür interessieren, warum noch spiel vor der 2. Straffammer des Landgerichts III. Der Angeklagte am 18. Tage nach jener Ausschüttung feine weitere erfolgt war. 3. wurde der Körperverlegung mittels einer Waffel Schließlich ist diese Frage von Interesse auch für die Hunderttausende und einer das Leben gefährdenden Behandlung und unbefugten von Kassenmitgliedern, die ja bei dem wegen der Honorar- Rückstände Wir angedrohten Aerztestreit die Leidtragenden wären. Baffenbesizes beschuldigt. wiederholen, daß wir eine Verständigung zwischen dem Aerztebund und dem Kassenverband für dringend nötig halten. Aber die durch die Revision als ungerechtfertigt erwiesenen Angriffe gegen den Kassenverband können bei der Verbandsleitung nicht die Neigung stärken, sich mit einem solchen Gegner an den Berhandlungstisch zu setzen. Schatten des Schlachtfeldes. Revolverattentat eines Fliegers. Zum Streit um den Umlagevorschuß. Friz endhausen, der Stegisseur der im U. Kurfürstenda mm gespielten Filmballade Der feinerne Ritter"( nach einer Idee von Thea von Harbou), ist über die Stilabfichten und Stilisierungsmöglichkeiten des Caligari" nicht hinausgekommen. Das hindert nicht, durchaus anerkennen muß. Zumal dem Regisseur, wenn er auch feine daß man jedes Bemühen, den Film auf fünstlerisches Niveau zu heben, neue Linie fand, doch viel einfiel, und zumal er starien Stilmillen in einem heftigen Bekenntnis zum Primitiven, Naiven zeigte. Dit geht diese naive Entrüdung fast zu weit. Der balladenhafte Vorwurf nom satanischen Gutsherrn, der die ganze Dorfgemeinschaft unterjocht, und endlim, durch Liebe erlöst, mit der Retterin versteinert wird, ist dichterisch sehr fein und entbehrt auch nicht des dramatischen Atems. Nur Hafft eine üde warum ist der Mann so teuflisch? Und wieso fommt eine Entwirrung in ein Echidsal, das nicht begiüindet ist? Ganz ohne seelische Analyse wird der Film selbst zu leicht zu wundervoll gelungen: so der Riesenschatten des anreitenden Satans, der wettergleich über das ganze Dorf fällt. Klein Rogge, der Herr vom Berge, spielt noch ein wenig Dottor Mabuse dritter Teil", hat aber viel Scharfes, Eigenes. Menschliches in die Gestalt gebracht. Seine Partnerin, die Hirtin, Lucie Mannheim, trist das schwebend Visionäre nicht. Won Paula Busch, vom Stamme ältesten Zirtusvollbluts, hätte man einen neuen, eigenartigen Manegefilm erwarten dürfen. Ihr Dämon Ritschfentimentalität. Schlechtes Steinbürgertonfelt. Regie: Emil Juſt it. 3irfus"( Mozartsaal) ist aber nichts als guderüberitustete, verlogene Er hat seinerzeit die interessanten Kriminalfilme gebracht, die voll Rebendig feit waren. Diese Zirkusgeschichte ist einschläfernd. Nicht einmal eine aus dem Milieu geschöpfte frischere Situation! Die Darstellung unpersönlich, p- s. maschinell; lieblos wie der ganze Film. 1 Stein. Em paar Bilder Zas Tagebuch einer unglücklichen Frau", für Deutschland uraufgeführt im Primus Bala it, bringt der Eines- Film heraus. Das ist begreiflich, meil er eine solche Schönheit, wie die Menichelit mit der Hauptrolle betrauen fonnte. Trotzdem wird dieser Film weder entschuldbar noch gerechtfertigt. Die Menichelli ist hinreißend schön, aber zu cinem Spiel ließ sie sich überhaupt nicht herbei. Sie war gänzlich steinern, als ob sie fürchtete, es könnte durch die leiseste Gefühlsbekundung eine hügliche Falte in ihr Antlik fommen. So fab man eigentlich nur eine photographierte Zeepuppe in fortwährender Wiederholung. Das wurde auf die Dauer langweilig und das Intime aus dem Schneckenleben, das die wissenschaftliche Abteilung der Decla- Bioscop im Film festgehalten hatte, war Der Angeklagte war lange Zeit bei der Luft- Verkehrsgesellschaft als Ginflieger tätig gewesen und hatte im Kriege were Berlegungen erlitten. Im Jahre 1919 lernte er feine jezige Frau Pennen, die nach seiner Angabe damals als Soubreite in einem Kabarett auftrat. Die Heirat wurde geschlossen, nachdem furz vorher feine erste Ehe geschieden worden war. Auch die zweite Che gestaltete fich nicht glücklich. Es fam wiederholt zu sehr heftigen Auseinandersehungen, die auch in Prügelfenen ausarteten. Dies hatte zur Folge, daß der Angeflagie Die Auffassung des Berliner Magistrats. im Frühjahr 1921 seine Frau verließ, nachdem diese die Scheidungsflage gegen ihn eingelcitet hatte. Hans näherte fich jest wieder Erklärung, die er den Zeitungen übersandt hat: Der Magiftrat legt Wert auf Beröffentlichung der folgenden feiner ersten von ihm geschiedenen Frau und faßte schließlich den „ Nach Mitteilungen an das Wohnungsamt weigern sich in ein Blan, seine Möbel und sein Klavier aus der Wohnung seiner zweiten zelnen Fällen die Mieter, den vom Magistrat festgesetzten Vorschuß Frau herauszubekommen. Am 3. Juli v. J. erschien er mit einem zu zahlen. Es sei demgegenüber festgestellt, daß in der letzten BeMöbelwagen und zwei handfesten Männern in der Wohnung der kanntmachung des Magistrats ausdrücklich bestimmt worden ist, daß zweiten Frau und versuchte, die Möbel mit Gerselt herauszube- der Bermieter berechtigt ist, bei der Mietzahlung, gleichviel ob eine kommen. Hierbei kam es zu einer wüsten Szene. Der Angeflagte 3ahlung für einen Monat oder für das Vierteljahr erfolgt, außer zog plötzlich eine Piſtole hervor und gab auf seine flüchtende Frau der Grundmiete und den im§ 2 Absatz 1 dieser Bekanntmachung einen Schuß ab, der diese in den Arm traf. Als diese por jeweils festgesetzten Zuschlägen diese machen bei einfachen Häu- lichen Frau. Schreck gelähmt stehenblieb, gab er zwei weitere Schüsse fern für den Januar 766 Broz. aus die fünfzehnfache ab, die sie in die Brust und den Rücken trafen und sie lebensgefähr- Grund micte als Vorschuß auf die Umlage= lich verletzten. Die Staatsanwaltschaft hatte feinerzeit ein Berbeträge zu erheben. Die Mieter also, tie sich weigern, diesen fahren wegen versuchten Totschlages eingeleitet; die Anklage wurde Borschuß zu zahlen, haben zu erwarten, daß der Vermieter bei dem jedoch nur wegen gefährlicher Körperverlegung erhoben. In der ordentlichen Gericht Klage auf Zahlung erhebt. Hervorzuheben ist, Verhandlung machte Rechtsanwalt Dr. Schwindt für den Angeklagten daß die Bestimmung der Vorschußzahlung bei den Verhandlungen geltend, daß er infolge seiner Kriegsveriehung ein hoch gradig vor Abfassung der Bekanntmachung die Zustimmung aller Beteiligten nervöser Mensch sei, der sich im Augenblick der Tat der Trag: gefunden hat. Zu bemerken ist aud), daß die Einführung des Vorweite jeines Tuns gar nicht bewußt war. Das Gericht hielt auf schuffes für einen großen Teil der Berliner Bevölkerung nichts Neues Grund der Aussage des vernommenen Zeugen den Verdacht eines bringt, da tatsächlich im letzten Bierteljahr in außerordentlich vielen Lotschlagverfuchs für gegeben, und die Folge war, daß sich die Fällen bereits Borschuß gezahlt worden ist, und daß die durch die BeStraffammer für unzuständig erklärte und die Verhandlung an fannimechung eingeführte Vorschußpflicht auch im Interesse der das Schwurgericht verwies. Mieterschaft erfolgt ist, um sie vor außerordentlich hohen Umlages beträgen, wie sie bei der beständigen Erhöhung der Untoften,' ns besondere für Wasser, Gas, Elektrizität und dgl. zu erwarten sind, zu bewahren." Der Mann mit dem Eisenschädel. Ein Mann, der seinem Namen Ehre machte, ein berüchtigles Mitglied der Wedding- Kolonne", namens Hermann Stahl, hatte sich wegen Unterschlagung und Sachbeschädigung zu verantworten. Stahl, ein wahrer Hüne, der Boyer und Ringtämpfer gewesen ist, in Nebenberuf aber mit der„ Wedding- Kolonne" auch des Nachts ,, arbeitete", hatte durch gefälschte Zeugnisse das Vertrauen eines Bankhauses zu erwerben gewußt, so daß er eine Steilung als Staffenbote erhielt. Seine Anstellung verdankte Stahl zum Teil seiner eigenen Behauptung, daß ihm dank seiner Bärenkraft bei einem leberfall feiner etwas anhaben könne. Wieso bleibt man vor hohen Umlagebeträgen„ bewahrt", wenn man Borschuß zahlt? Noch ein Todesopfer bei dem Unglück im Moffe- Haus. Der bei dem Deckeneinsturz im Mosse- Hans schwer verletzte Buchhalter Thomas ist am Sonntag seinen Verlegungen erlegen. Es find alfo insgesamt 14 Tote bei diefer Statastrophe aut bellagen. Den übrigen Berlegten geht es den Umständen entsprechend besser. biberimal interessanter, als die aftelangen Leiden der schönen, unglüd Groß- Berliner Parteinachrichten. * e b. Stadtverordnetenfraktion. Die Mitglieder der Stadtverordneten. fraktion werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Fraktions jigung heute nachmittag pünktlich 5 Uhr beginnt. Der Fraktionsvorstand. Verfassungstursas. Donnerstag, den 1. Gebruar, abends to the, in 5. Streis. Friedrichshain. 8 Uhr Versammlung der sozialdemokratischen BeJuristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Ref. Genossin Bohm- Schuch, M. d. R. amten bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. Ausbau der Werbeausschüsse. 14. Secis. Reutöln. Dienstag, den 30. d. M., 7% Uhr, Aula des RaiserFriedrich- Realgymnasiums, Bersammlung der freien Schulgemeinde. Borirag des Gen. Dr. Löwenstein: ,, Schulpolitik im 14. Berwaltungsbezitt". Alle Eltern, Lehrer und Genossen, die im Sinne Paulsens mitarbeiten wollen, müssen erscheinen. Straße 8, Aula. Rrcis Tiergarten. Nächste Bezirksverordnetenfigung Mittwoch 6 Uhr Bochumer 20. Ateis. Mittwoch, den 31. Januar, 6% Uhr, Gizung aller Mitglieder der Bildungsausschüsse der Abteilungen in Reinickendorf, Hauptstr. 46, 8immer Str. 60. 2. Kreis. Ziergarten. Donnerstag, den 1. Februar, 7 Uhr, bei Joseph, Bilhelmshavener Str. 48, wichtige Sigung des Vorstandes und der Funktio= näre der freien Schulgemeinde sowie der Elternbeiräte und sozialistischen Lehrer. Heute, Dienstag, den 30. Januar: 89., 90. und 91. Abt. Neukölln. Die Parteigenoffen werden aufgefordert, ihre Jugendlichen zu dem Werbeabend der soz. Arbeiterjugend Neukölln I, Jugendheim Raiser- Friedrich- Sir. 4, zu senden. Bortrag des Genossen Miedbrot. Gruppe Norden. 8 Uhr Schule Putbuser Str. 3-6, Vortrag des Genossen Otto Lamm. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 30. Januar: 11 18. Abt. 7 Uhr Schule Wiesen, Ede Bankstraße, Ronferenzzimmer, Bortrag des Genoffen Ferefter: Die Frauen als Schöffen und Geschworene". Morgen, Mittwoch, den 31. Januar: Einschränkungen im Personenzugverkehr. Wegen Rohlen mangels fallen vom Montag, dem 29. Januar d. I. Schon nach wenigen Tagen hatte er 125 000 m. auf die Reichs- heute), ab eine Reihe von Schnell- und Personenzügen aus und Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. 7½ Uhr im Jugendheim, Barkane 10, Lank zu bringen und verschwand mit dem Gelde, das er in lustiger vom Mittwoch, dem 31. Januar, ab noch eine weitere AnGesellschaft bis auf den letzten Pfennig verjubelte. Schließlich fuchte zahl von Schnell- und Personenzügen. Näheres ist auf den Bahner bei seinen Freunden Unterschlupf und nahm die gewohnte Tätig- höfen zu erfahren. feit auf. Durch seine Braut", der er treulos geworden, erfuhr je- Ein Bermögen in alfen Kleidern. Ein Althändler hatte im doch die Kriminalpolizei seinen Aufenthalt und überraschte den Ge- öffentlichen Versteigerungslokal von Aurillac eine Menge alter fuchten in einer Kashemme und verhaftete ihn. Im Polizeipräsidium ieider getauft. In einem alten Ueberzieher, der sich darunter 3. machte der Berhaftete dann einen tollfühnen Fluchtver- befand, entdeďte er zu feiner größten Verwunderung ein Testament, such, indem er mit einem Hechtsprung durch eine dice worin er las, daß der Mann, der das Testament auffinde, der Erbe Fensterscheibe sa uste. Zu seinem Pech fiel der Verbrecher eines Vermögens sei, das sich in der Nähe der Stadt an einem 6. jedoch buchstäblich zwei Beamten in die Arme. Der Sprung hatte gewissen Plate vergraben befinde. Der Althändler begab sich 8. dem Ausbrecher nichts geschadet, und auf die Frage in der gestrigen ichleunigst an den bezeichneten Ort und fand dort die Summe von Berhandlung, ob er sich denn nicht am Kopf verlegt habe, meinte 80 000 Franken in Gold und Schazicheinen. Das Testament ist Stahl schmunzelnd:" I wo, bet köppfen ist von Stein." völlig rechtsgültig ausgestellt und unterschrieben. Das Gericht verurteilte Stahl, obwohl der Verteidiger ausführte, Gaspreis: 210 M. für das Kubifmeter. Im heutigen Inferaten. daß seinem Mandanten die erbeuteten 125 000 m. von einem Holteil finden unsere Leser eine Anzeige der Direktion der städtischen Gaswerke länder wieder abgeschwindelt worden seien, zu einer Gefängnis über den neuen Gaspreis. strafe von einem Jahre sechs Monaten, unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft, während es ihn von der Anklage der Sachbeschädigung, hervorgerufen durch Stahls „ Eisenschädel", freisprach. 11. bt.( Stadtbezirte 129-144). 7 Uhr Sahrabende: Lotal Schulz, Stall. schreiberstraße 29. Ref. Gen. Rudolf Kahl; Lotal Jensch, Dresdener Straße Str. 107-188, Ref. Gen, August Schmahl; Lokal Krüger, Engelufer 23, Ref. Gen. Fr. Schmidt. t. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend bei Büttner, Schwebter Str. 24. t. 6 1hr Schulaula Pallasstr. 15, Seiterer Abend. Eintritt frei. Abt. 7% Uhr Zahl- und Diskutierabend bei Berger, Levegowftr. 21, und Raiser, Goglowsinftr. 34. 17. Abt. 7 Uht 3ahlabend in folgenden Lokalen: Dose, Nordhafen 6, Muner, Trift, Ecke Tegeler Straße, Nitschke, Triftstr. 6, Sell, Sparrstr. 20, Suchland, Sprengelstr. 17, Gerth, Tegeler Str. 50. 19. st. 7% 2hr zahlabend in den bekannten Lotalen. Für die Bad, Bank-, Thurnenffer-, Gropiusstraße und Buttmannstraße bei Dietrich, Buttmannstraße. 20. 61, 72 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. Die Genoffen der Bezirke 829, 829a und 830 treffen sich in der Stimperede. br. 7½ Uhr Sablabende in folgenden Lokalen: Abraham, Nordufer 10, br. 7 Uhr Bahlabende in den bekannten Zotalen. Hauptpunkt der Radzan, Brüsseler Str, 43, Gentel, Utrechter Str. 10. Tagesordnung: Die Frauenbewegung". Die Bezirke 159 Palisadenstr. 71/ bei Strauß, 155, 156, 184 bei Falt, Fürstenwalder Str. 1, Ref. Genosse Frante, 161 bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1, 185, 186, 187, 188, 195 bei Mogwig, Barnimsir. 13, Ref. Gen. Keller. Stadtbez. 160 bei Watt, Friedenstr. 58. Zu einer Borbesprechungskonferenz werden die Frauenfunktionärinnen zunt Dienstag in die bekannten Lotale aufgefordert. Dreibundstr. 11. st. 7½ Uhr zahlabend bei Keusner, Hagelberger Str. 20a, und bei Boigt, Abt. 7½ the Zahlabend in den bekannten Lokalen, 121, Beairt bei Rad Scholz, Kamphausenstr. 25, 128. Bezirk bei Kniep, Hasenheide 11, 131. Bezirk bei Rrilger, Grimmste. 1. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Büttner, Raiserin- Augusta- Allee 81. Borstands- und Delegiertenwahlen. Referat des Gen. Dr. Heg über: Steuerfragen". " Wie lernen wir die jugendliche Seele verstehen? Ueber dieses Thema spricht der Jugendforscher Geheimrat Oberstudiendirektor Dr. Ernst 22. Gold bed am Dienstag, 30. Januar, abends 7 1hr, in öffent- 38. licher Bersammlung des Bundes entschiedener Schulreformer" im WernerSiemens- Realgymnasium, Schöneberg, Hohenstaufenstr. 47/48( IntergrundDer Aerztekampf gegen den Kassenverband. bahnhof Bittoria- nije- Play). Freie Aussprache. Jedermann ist eingeladen. Der Geschäftsführer des Groß- Berliner Aerztebundes, Die Deutsche Gesellschaft für Metallkunde" und der„ Deutsche Sanitätsrat Dr. Sternberg, hat in einem Schreiben an uns Verband für die Materialprüfungen der Technil" veranstaltet eine Reihe gefagt, er habe in seiner von uns mehrfach erwähnten Besprechung von Vortragskursen über das Materialprüfungswesen im Rahmen des 40. technisch- wissenschaftlichen Vortragswesens, Berlin. Die Vorträge finden mit Pressevertretern( am 25. Januar) die tatsächlichen, beim Berim Vortragsfaal des Metallhüttenmännischen Instituts, Technische Hoch- 43. band der Krantentassen herrschenden Verhältnisse" ge- ichule Berlin- Charlottenburg, Eingang Hardenbergstraße 35. Donnerstags schildert, und zwar so, daß einer der Pressevertreter( nicht Dr. Stern- 6 Uhr flatt. Der einzelne Vortragsabend besteht aus dem etwa 52. berg selber, wie er versichert) in Entrüstung das Wort„ Schweine- 1%, ftündigen Vortrag, verbunden mit Experimenten und anschließender wirtschaft" gebraucht habe. Jezt erfahren wir aus dem Kassen- Aussprache. Ausweistarten find gegen Einsendung der Teilverband, daß infolge der von der Wirtschaftlichen Abteilung des nebmergebühr von 1000 M. durch die Geschäftsstelle des technisch- 54. Abt. Charlottenburg. 5. Gruppe." 7 Uhr Zahlabend Lokal Bühnemann, Helmholtstr. 39. Tagesordnung: Vortrag und Neuwahl der GruppenAerztebundes bei dem Bersicherungsamt Berlin gegen den Verband pissenschaftlichen Vortragswesens- Berlin, Berlin NW 7, Sommerstraße 4a Icitung. 91. Abt. Rentölln. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Rarlsgarten. Vor. eingereichten Beschwerde( vom 25. Januar) das Versiche( Bosschedtonio Berlin Nr. 75 627), zu beziehen. trag des Gen. Dr. Paul Levi: Die politische Lage und die Aufgaben der rungsamt eine Revision der Buchführung des Arbeiterschaft". Berbandes porgenommen hat. Bei dieser Revision, die 99. Abt. Briß, Budow. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Aula der 2. Geam 27. Januar durch Stadtamtmann Heymann, einen alten und meindeschule, Bürgerstraße in Brig. Tagesordnung: 1. Welche Folgen hat die Ruhrbeseßung für die deutsche Arbeiterschaft". Ref. Gen. Robert Breuer. megen seiner Gewissenhaftigkeit und Korrektheit allgemein geachteten 2. Neuwahl der Abicilungsleitung. Beamten des Bersicherungsamtes, ausgeführt wurde, hat sich er= geben, daß die Buchführung des Berbandes nicht nur faufmännisch, sondern auch vom Standpunkt des Versicherungsamtes aus völlig cinwandfrei ist, und daß der Verband auch bezüglich der lleber weisung der von den Kassen eingezahlten Honorare nicht nur völlig forreft, sondern auch mit möglichster Schnelligkeit arbeitet. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Angaben des Aerzte bundes über die Mitgliederzahlen der Kassen nicht stimmten und daß der Bund sich bezüglich der Restzahlungen der Kassen um etliche Millionen zu seinen Gunsten verrechnet hatte. Es fann ferner feftgestellt werden, daß der Verband bereits am 27. Januar alle bisherigen Zahlungen der Kassen restlos dem Aerztebund überwiesen hat. Daß allerdings die Krankenkassen Berlins die von den Aerzten für das vierte Quartal geforderten 570 Millionen Mart, in die sich ca. 3000 Aerzte teilen, nicht aus dem Aermel schütteln können, dürfte angesichts der schwierigen Finanzlage jedem Einsichtigen flar sein. Der Geschäftsführer des Verbandes der Krankenkassen hat uns Deutscher Weinbrand Filmschau. Eine bunte Filmwoche. Russische Filmfunft. Stilfilm. 3irfustino. PP enumannt. Diesen etwas Leitien Vorwurf, 105. Abt. Johannisthel. Die für Mittwoch angesezte Sigung fämtlicher Funktionäre findet erst am Donnerstag, den 1. Februar, 7½ Uhr, Lokal Gobin, Roonstraße, flatt. 123. bis 130. Abt. Bantom. 7½ Uhr allgemeine Mitgliederversammlung int Jugendheim, Pantow, Breite Str. 52. Ref. Gen. Franz Künstler, M. b. N. Thema: Die wirtschaftlichen Folgen der Besetzung des Ruhrgebiets". 136. Abt. Reinidendorf- Oil. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Jugendhalle Seebad, Residenzstr. 49. Ref. Gen. Mendelsohn. Thema:„ Die Presse als Ranrpfmittel". Jungsozialisten. Gruppe Brig. 7 Uhr im Jugendheim, Chauffecftr. 48, Licht= bildervortrag. In Tolstois Nachlah fand sich der zelotische Noman, Bater Sergius", die tranibaft gesteigette Geidichte mönchischer Weltentfagung, die von dem ott en Dffizier Prinz Kajakti erzählt, der sich zu aut war, Alexanders, des 3aren, Geliebte zu heiraten und, weltirre, ms Sloster ging. In den Beruch der Heiligkeit, der ihn nindustet, tritt als irdische Versuchung die crzentrische Jugendgeliebte. Der Gremit Vater Sergius" en ffiicht ihr, indem er sich du rethänit von fanatisdier Innerlichteit, Laben Russen mit den änzerlich Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 31. Januar: wirtemen Mitteln des Films dargestellt und damit, nicht nur dem Format 15. Kreis. 7½ Uhr wichtige Sigung aller weiblichen Funktionäre( Agitation, nach, den größten russischen Film vollendet. Die Wiling Film- Gesellschaft Wohlfahrt und Kinderschuh) in Niederschöneweide, Schule Berliner Straße. retosanoff, der etwa das bei den Russen ist, was Maurit zeigte ihn in der Alhambra. Unter Ermolieffs Oberleitung hat 122. Abt. Biesdorf. 7½ Uhr bei Borath, Marzahner Str. 31. Thema:„, Die Frauen und die wirtschaftliche Lage". Ref. Gen. Frau Dr. Herz. Stiller unter den seinen nordischen Filmregisseuren bedeutet, eine 3. Reets. Wedding. Donnerstag, den 1. Februar, 7 Uhr, Schönstedtstr. 1 außerordentlich seine Leistung gegeben. Dic Notwendigkeit, sich von den Handlungsreizen zu emanzipieren, führte. ihn zu einer schönen Bertiefung der Idee. Das Recht auf Biyologie wird dem Film Dorn 1 Treppe, Zimmer 122, Ronferenz aller weiblichen Funktionäre( Agi tation, Arbeiterwohlfahrt, Kinderschuß und Rinderfreunde). Jede Abteilung muß vertreten sein. Hanau- Berlin 2 Wirtschaft Marksturz und Ueberfremdungsgefahr. II.*) Die Gegenüberstellung der Kurse von Unternehmungen des beder GU Arbeiter- Sport A Schauturnen. Gebrüder Knopfnadel( Union- Bittoria) im Kunstradfahren auf. Geradezu meisterhaft zeigten sie hier ihr Können, das manche beVarietékünstler stellt. Montanwerte an der Ruhr ebenjo, wenn nicht ſtartet, geweſen find, Herbauen stürmt und regnet es. Man weiß nicht, ist es noch rufsmähige Barambonies( Cubot 94), die am einarmigen als die anderen Attien. Das ist um so auffälliger, als diese Berke mit Produktionseinschränkungen zu rechnen haben. Demnach haben die Meldungen, daß das Ausland sich erneut auf dem deutschen Wertpapiermarkt mit Käufen betätigt, viel Wahrscheinlichkeit für sich. Die Bewegung hat ja sogar auf den Rentenmarkt übergegriffen, wo selbst die bisher vernachlässigten deutschen Reichsanleihen phantastische Kurse erzielten. So notierten Sparprämienanleihe einmal bereits mit 800, 3pro3. Reichsanleihe, die auch im Ausland gehandelt wird, zulegt 2600, ältere Reichsanleihen über 500 und selbst 4½ und 5proz. Reichsanleihen haben den Kurs von 100 überschritten. Wie wahrscheinlich ist es dann erst, daß Frankreich von der. Aussicht, daß die Ruhraktion doch fehlschlagen tönnte, Attien des Montanreviers an sich bringt, um mit Hilfe des Effektenbefizes das zu erreichen, was mit Gewalt nicht gelingen will. Das aber wäre eine ungeheure Gefahr! Wenn der Kampf um die Ruhr, in dem das ganze Bolt Opfer bringt, damit enden sollte, daß Frankreich sich mit Hilfe von Attien fäufen in den Besitz der umfämpften deutschen Produktionsmittel setzt, so wäre das eine Enttäuschung, deren Folgen gar nicht abzusehen find. Wohl ist bekannt, daß die großen Werke des Westens sich im allgemeinen gegen die Gefahr des Ausverkaufes an das Ausland gesichert haben, indem die ihnen befreundeten Banten oder die von ihnen gegründeten Haltegesellschaften die Mehrheit der Aktien in festen Händen haben. Immerhin zeigen gerade die großen Fufionen der letzten Jahre, daß viele Werke ganz wider Erwarten sich Dor Umgruppierungen gestellt sahen, die durch Aktienfäufe einzelner Bantiers oder Interessengruppen entstanden. Es ist notwendig, auf die Gefahr der Ueberfremdung hinzuweisen und zu fordern, daß die zuständigen Organe die notwendigen Abwehrmaßnahmen, sei es felbst das zeitweilige Verbot des Effektenhandels für die betroffenen Papiere oder die Ausgabe von Namensaftien veranlassen. den Sportbetrieb, selbst die Winterfampfspiele, Fußball und Hoden, Bendel mehrfach den lieberschlag ausführten. Zum Schluß, fei die doch beinahe jeder Witterung trogen. Aber trotzdem ruht der noch genannt der fahrende Redakt der beiden Jacksons( Einig Sportbetrieb nicht, er ist nur vorübergehend in gedeckte Räume feit). Ob es nun Afrobaten, Jongleure, Gymnastiker oder Equili verlegt, wo das Training um fo eifriger betrieben wird, um sobald bristen waren, ein jeder bot in seinen Leistungen Vorzügliches. nächsten Sonntag wird in der größten geeigneten Sjalle Berlins, im der Arbeitersport noch ziemlich schwach entwickelt. An die männ wie möglich wieder in Licht, Luft und Sonne hinauszuziehen. Am Turnabteilungen im Westen Berlins. Im Westen Berlins ist Sportpalast, der Kartellverband Groß- Berlin alle Sportarten liche und weibliche Jugend ergeht daher die Bitte, sich der in furzen Zügen zur Darstellung bringen. Aber auch die kleineren Turnabteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlins anzuschließen, Arbeitersportveranstaltungen bieten interessante Bilder für jeden, der die Dienstags und Donnerstags von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle fich für Leibesübungen interessiert. So war am Sonntag ein Sch a u- Culmftr. 15 ihre Turnübungen abhält. Kinder turnen an den turnen des Bezirks Norden der Freien Turnerschaft Groß- gleichen Abenden von 6 bis 8 Uhr( Knaben Dienstags, Mädchen Berlin. 500 Zuschauer waren herbeigeftrömt, dicht gefüllt die Halle, Donnerstags). Für Erwachsene ist die Einrichtung einer be= so daß die lebenden nur gruppenweise ihre Leistungen zeigen sonderen Abteilung geplant. Anmeldungen werden Dienstags und fonnten. Die Nordenturner haben sich, vor zwei Jahren dem Ar- Donnerstags von 8 bis 10 Uhr entgegengenommen. Die Arbeiterwiesen. Männer, Frauen und Jugendliche marschieren mit Gefang beiterturn- und Sportbund beigetreten, als fehr werbefräftig er schaft wird um rege Unterstützung gebeten. ein, dann zeigen uns die Turnerinnen rhythmische Freiübungen, und nun wird alles zum gemeinsamen Geräteturnen vereinigt, in dem die bekannten guten Leistungen gezeigt wurden. Besonderen Beifall fanden die Sondervorführungen. Die Kinder sind auch nicht untätig, sie haben schon viel gelernt und find stolz, um ihren Eltern ihre Künste zeigen zu können. Ein Schlußlied beendet die gut gelungene Veranstaltung. Neue Mitglieder sind gewonnen, aber noch steht die Masse der Berliner Jugend beiseite. Einmal weniger Kino, und ihr könnt euch einen gesunden Körper schaffen. Nutzt die Zeit und schließt euch den Arbeitersportvereinen an, damit eine freiheit liche, gesunde Generation heranwächst. Gruppe Norden des Schwimmvereins Borwürts" Berlin 1897 am Sonnabend, Gin Schwimmfest im Stadtbad Wedding( Gerichtstraße) veranstaltet die den 3. Februar, abends 8 Uhr. Ein reichhaltiges Programm, enthaltend Schiller- und Jugendwettkämpfe, Männer und Damenschwimmen, Tauchen, Reigenschwimmen, Gchaufpringen, Wasserballspiele. Besonderes Interesse dürften die Staffelkämpfe erregen, wo sich die vier Vereinsgruppen nach Jahresfeist wieder einmal gegenüberstehen. Ein sehr niedrig gehaltener Eintrittsschwimmsportlichen Beranstaltung ermöglichen. Cinlaß 8 Uhr. preis foll der sportliebenden Arbeiterschaft den Besuch dieser volkstümlichGeneralversammlung des Kartellverbandes. Laut Beschluß der Vorständekonferenz vom 25. Januar findet die Generalden 17. Februar, in der Schulaula Weinmeisterstraße 16 statt. Beginn pünttlich um 6 Uhr. Diese Versammlung fegt fich aus den Delegierten der Gruppen, Abteilungen, Beveine zusammen. Diese haben jedem ihrer Delegierten einen mit Vereinsstempel versehenen Ausweis mitzugeben. Tagesordnung: Bericht des Geschäftsführenden Ausschusses( Dehlschläger). Wahlen: des Vorfienden, des Geschäftsführenden Ausschusses, der Breß- und Revisionstommission, Anträge und Kartellangelegenheiten. Anträge der Organisationen Besetzung des Geschäftsführenden Ausschusses erfolgen von den Organisationen. oder Bezirkskartelle müssen fofort eingereicht werden. Klein- Berlins( Bezirke 1 bis 6),§ 5 Abs. a. Die Turner sind vertreten durch 3, die Nadfahrer 2, die Schwimmer und die anderen angeschlossenen Orga nifationen durch ie 1 Mitglied. Die Vorschläge hierzu sind ebenfalls fofort: einzureichen. Bereine, Gruppen, Abteilungen usw., die den Beitrag für 1922 noch nicht refilos bezahlten( Mitglied und Jahr 4 M.), haben kein Stimmvecht und können teine Aemter besetzen. Abe Anträge, Borschläge und Bei-. tagszahlungen an Robert Dehlschläger, Geschäftsstelle das Kartenverbandes, Berlin GO. 16, Röpenider Straße 108. versammlung des Kartellverbandes für Sport und Körperpflege am Sonnabend, Die Vorschläge, zur. Spielpläge vorgenommen werden soll und für unsere Vereine nur durch das An alle Kartellvercine! Da die Berteilung der städtischen Sport- und für sie in Frage kommende Bezirtstartell mit dem gleichen Bezirksjugendamt geregelt wird, ist es notwendig, den gewünschten Blaz nebst Tag und Zeit dem betreffenden Borsigenden des Bezirkstartells einzureichen. Alle anderen Abmachungen sind ungültig. auträglichteilen sofort persönlich an Dehlschläger, Köpenicker Straße 108. Irgendwelche sich hierbei herausstellende Un10. Bezirk( Zehlendorf). Sartellsigung am Mittwoch, den 14. Februar, 7 Uhr, bei Mende, Zehlendorf- Mitte, Machnower Straße 2. Jeder Verein bruar, vormittags 9% Uhr, im Bürgergarten", Reinickendorf- Ost, Hauptstraße. Berichte. Neuwahl der Bezirksleitung. Stellungnahme zur Verbandszum 20. Bezirk gehörenden Orte haben je einen Bertreter all ſenden. Bercine, die nicht vertreten sind, werden in Zukunft bei ihren Beranstaltungen nicht mehr unterftligt. hat wenigstens einen Vertreter zu entsenden. 20. Bezirk( Meinickendorf). Kartellversammlung am Sonntag, den 11. FeAlle Arbeiter- Sportvereine der Aus der Arbeit des Kartellverbandes. Die Arbeiterbewegung hat sich ihre eigenen Organisationen geschaffen. Neben Bartei. Gewerkschaft und Konsumgenossenschaften bestehen riesige Arbeitersportorganisationen. Turner, Leichtathleten, Fußballer, Hockenspieler, Schwimmer sind im„ Arbeiter- Turn- und Sportbund" mit über einer Million Mitglieder vereinigt. Die Radfahrer zu Hunderttausenden im Arbeiter- Radfahrerbund„ Solidarität". Die Ringer, Borer, Heber, Jiu- Jitsu- Kämpfer im Arbeiter Die Preissteigerungen an den Produktenmärkten. Athletenbund, mit vielen Zehntausenden. Dann kommen die Die mit der Ruhrgebietsbefehung einsetzende Marfentwertung Wanderorganisationen der Arbeiterschaft und viele andere. Fast hat die Preise an den Produktenmärkten fatastrophal in die Höhe alle diese Organisationen find Mitglied der Sentralkommission für netrieben. Dabei ist der Umfang des Geschäfts auf den meisten Arbeitersport und Rörperpflege". Diese Kommission ist der Kopf Barengebieten sehr zurückgegangen, da die dazu erforderlichen Kapi- der Arbeiter- Sporttartelle Deutschlands. In jedem Ort, Dorf, Stadt talien, die bei den heutigen Preisen außerordentlich groß sind, fehlen. usw. sind die oben genannten Organisationen( Vereine) verpflichtet, Die Warenverkäufer aber legen sich, in der Erwartung, ständig höhere ähnlich den Gewerkschaften, eine Verbindung( Kartellierung) Preise für ihre Produkte erzielen zu fönnen, zurüdhaltung einzugehen. So auch in Groß- Berlin. Groß- Berlin ist in 20 Verauf und geben nur das ab, was sie abgeben müssen, um ihren Be- waltungsbezirte eingeteilt. Jeder Verwaltungsbezirt hat sein Betrieb aufrechterhalten zu können oder um nicht mit den Preis- zirisamt, dem auch das Bezirksjugendamt unterſtellt ist. Jedem treibereigesezen wegen künstlicher Warenzurückhaltung in Konflikt Jugendamt obliegt die Bearbeitung der Fragen, die für alle Jugendzu geraten. Das Ausland kommt als Warenlieferant für Deutsch- pflege und Leibesübungen treibenden Vereine von großer Wichtig lands Ernährungswirtschaft hauptsächlich nur in Frage, soweit es feit ist. Darum haben sich alle in den einzelnen Bezirken befinduns Kredite gewährt. Man sprach gerade in den letzten Tagen da- lichen Vereine, Gruppen, Abteilungen usw. obengenannter Organivon, daß sowohl von den Vereinigten Staaten als auch von den füd- fationen zu einem Bezirkskartell zusammengeschlossen. Diesen Karamerikanischen Staaten Verhandlungen angeknüpft seien, um gegen tellen obliegt die Wahrnehmung der Interessen der ihm angeschlosse Kreditgewährung bei uns überschüssiges Getreide, Mais bzw. Weizen nen Bereine usw. In Frage kommen Verteilung von Spielplätzen, unterzubringen. Wenn diese Gerüchte auf Wahrheit beruhen, so ift Turnhallen, Ferienspiele, Wanderungen der Kinder, Jugend usw. es natürlich dringend erforderlich, die Verhandlungen bal- Da aber Streitfälle mit den Behörden, der Schuldeputation, dem digst zum Abschluß zu bringen, da ja mit einer baldigen jeweils in Frage kommenden Jugendamt und auch der Vereine Befferung der Mart wohl faum zu rechnen ist. Nach der Auf- untereinander vorkommen, so mußte eine Stelle geschaffen werden, Sämtliche 20 Berfaffung des Ernährungsministers find für die Ernährung des unbe- die zentral alle diese Fragen zu regeln hatte. fekten Deutschland feine Schwierigkeiten zu erwarten. Biel größere waltungsbezirke( Arbeiter- Sportfartelle) vereinigten sich nun zu Sorge bereitet aber die Frage, wie es möglich sein wird, auf die einem Kartellverband, der von einem gefchäftsführenden Dauer das Ruhrrevier mit den erforderlichen Lebensmitteln Ausschuß geleitet wird. Die Arbeitersportbewegung auch hier in Berlin ist aber so ungeheuer gewachsen, daß zurzeit der KB. über zu versorgen. Die ganze Frage ist in erster Linie eine Verkehrs- 100 000 Mitglieder zählt. Da war dann eine ehrenamtliche Tätig wettenen findet für die Bereine des 5. Bezirks am Sonntag, den 18. Fefrage. Es wird natürlich leicht möglich sein, die Lebensmittel bis feit nicht mehr möglich. So wurde dann der Vorsitzende des ge- allee 5-7 in Treptow, statt. Kampfrichterfizung 1 hr im Lokal Neute Krugan das bejezte Gebiet heranzuschaffen. Der Weitertransport von schäftsführenden Ausschusses als Vertreter des KB. angestellt. Was allee 59. Die Anzahl der Teilnehmer und auch der Stampfrichter( auf 1 Scify dort aus wird jedoch, je mehr die Berkehrsverhältnisse sich dort in der Kartellverband sportlich zu leisten vermag, ist durch die bis- nehmer 1 Kampfrichter) sind bis 10. Februar an Auguft Soffmann, Räpenice, folge der Befehung verwirren, schwieriger. In diesem Zusammen- herigen Stadionfeste bewiesen. Auch am 4. Februar wird der for Derliner Simmverein Der Berliner Schwimmverein Freiheit" hält am Sonning, den 11. Fehang sei auch darauf hingewiesen, daß die Preise für den KB. im Sportpalast wieder beweisen, erstens einmal, daß er Ar- bruar, nachmittags 3 Uhr, im Stadtbad Prenzlauer Berg, Oberberger Straße, Transport auch im unbefezten Gebiet eine sehr wesentliche Rolle beitermassen zusammenbringt und zweitens, daß er guten Sport zu ralversammlung. Der reservierte Babeabend findet jeden Donnerstag in der spielen und daß die Erleichterungen im Frachtentarif für die Lebenszeigen vermag, ohne üble Sensationshaicherei. Eintrittskarten im mittel noch lange nicht weit genug gehen. Es muß gerade in den Berverkauf 200 m, und an der Kasse 250 M. im Sporthaus Fichte, Gätischen Badeanstalt, Oberberger Straße, von T½ bis 8½ Uhr statt, wo jezigen Zeiten, wo die Not im Bolke immer mehr zu steigen be- Röpenicker Str. 108, Norden, Metallarbeiterbörse", Marstr. 12, ginnt, ein Weg gefunden werden. bei Naß und bei allen Arbeitersportlern in den Betrieben zu haben. Artiftenwettstreif. Bon den einzelnen Märkten ist zu berichten: Für Roggen traten hauptsächlich die Mühlen als Käufer und Begehrer von Ware auf. Angesichts der Preissteigerung für das freie Brot ist die Nachfrage nach Markenbrot und damit auch nach Roggenmehl im Steigen begriffen. Auch die Mühlen können natürlich große Mengen von Mahlgetreide nicht kaufen, brauchen aber Borräte für acht bis vierzehn Tage. Start gefragt war auch safer, und zwar deswegen, weil Haferpräparate, Nährfloden, Hafermehl und ähnliche Artikel sehr begehrt find. Je mehr der Fleischkonsum zurückgeht, je meniger Leute es sich leisten tönnen, weil sie mit ihren Marten nicht auskommen, markenfreies Brot als Erfah zu faufen, desto mehr werden Haferpräparate zu Mahlzeiten benutzt, in denen es sonst üblich war, Brot oder Fleischwaren zu essen. Für Gerste ist die Nachfrage infolge des Rückganges des Bier fonjums zurückgegangen, auf der anderen Seite wird durch das Begehr von Fabriken, die Nährpräparate herstellen, hier ein Ausgleich geschaffen. Nur die Donauftaaten tommen nach wie vor als Lieferanten für diese Getreideert in Frage. Mit der Freigabe der Kartoffeln für die Herstellung von Trint branntwein ist auch der Umjaz in Mais start im Rückgang begriffen; denn die Brenner, die einzig und allein diese Getreideart zu Brennzweden faufen, finden es jeẞt natürlich viel lohnender, schlechte, manchmal auch gute Kartoffein für Trinkbranntwein zu verwerten. Die Preisentwidlung ergibt die nachfolgende Tabelle: 2. Jan. 22 2. Oft. 22 29. Dez. 22 29. Jan. 23 ( in Mark für 50 kg) Mitte Juni 1914 す sirt( ziergarten). Nagbem auf einer öffentlichen Bezivisverordnetensißung auf eine Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion der Bürgermeister Doflein den bestehenden Orisausschuß als eine private Einrichtung bezeichnete, trat das bestehende Bezirksarbeitersportkartell zusammen und tonftituierte sich unter Teilnahme aller Arbeitersportverbände, der sozialdemokratischen Arbeiterjugend, der kommunistischen Jugend, der freigewerkschaftlichen Jugend, der sozialistischen Lehrerschaft, der freien Saulgemeinde u. a. m. zu einem proletarischen Ortsausschuß. Die nächfle Aufgabe wird die Errichtung von Jugendheimen für alle angeschlossenen Organisationen sein. Vorsitzende des Ausschusses find: Gustav Dickom, Waldstr. und Walter Stephan, Gidingenstr. 53, an welche Adreſſe alle Sufchriften zu richten sind. Arbeiter- Sur- und Sport- Bund. 1. Kreis. 5. Bezirk. Das Kreisbationbruar, nachmittags 2 Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums, Reue Strugein Schwimmfeft ab. Nachfeier in der Böhow- Brauerei. Am 2. März Genewillkommen find. Der Turnhalle Mithtenstr. 50. Männer und Jugend 7 Uhr. Frauen 29. Uhr: Athletil- Sport- Klub, e. V. Leichtathletik- Soden- Rudern. Männer-, Frauen, Jugend- Abteilung. Donnerstag, den 1. Februar, Hallentraining in Freitag, den 2. Februar, Monatsversammlung bei Linsener, Mühlenstraße, Ecke Brommybride. Beginn. 18 Uhr. Bertreter der Hocken- Abteilung: Walter Der Arbeiter- Athleten Bund( 4. Kreis Branden Breck, Baumschalenweg, Baumschulenftr. 84-85. Geschäftsstelle: Alfred Beh burg) veranstaltete am Sonntag in der Hafenheide einen Artisten- rends, Bertin NM, 87, Rinzendorfite. 7. Der Arbeiter- Mthleten- Bund, 4. Kreis, veranstaltet am Donnerstag, den wettstreit. Da das Programm außerordentlich umfangreich war 1. Februar, im großen Saale der Pharus- Säle, Mukerstraße 142, einen EntDie besten Arbeitersportler im Ring. es umfaßte 40 Schaunummern begann der Wettstreit schon scheidungs- Großkampftag im Bogen. Arbeiter unterstützt Eure Sportbewegung durch zahlreichen mittags 1 Uhr. Alle boten Artistit, die sich sehen lassen kann. Und Anfang 8 Uhr. Besuch unfecer Beranstaltungen. darum fargte das Publikum nicht mit Beifall, zumal es ihre eigenen Arbeiter- Sportlartell. 6. Bezirk( Kreuzberg). Die Arbeiten innerhalb des Klaffengenossen waren, die am Trapez, Red oder auf dem Kunst- Bezirks erfordern es, daß ich sämtliche Vereine und Abteilungen en den Arbeiten und Gigungen beteiligen, andernfalls fie evtl. teine Brücksichtigung rade arbeiteten. Auswärtige Teilnehmer waren ebenfalls zum finden. Die Sigungen finden fhaft jeden 1. Montag im Monat im Lotal von Wettstreit erschienen und wurden warm begrüßt. Besonders star zier, Quisen- Ufer, Ede Prinzessinnenstraße. Sur nächsten Gigung hat jeder ten Beifall ernteten die Hallenser, die als Parterre- Akrobaten Berein oder jede Abteilung den genauen Stand der Mitglteberzahl, eingeteilt in Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, mitzubringen.( Jugendliche zählen tüchtige Leistungen auftoiesen. Von den Akrobaten feien genannt bis zum 21. Lebensjahre.) Die nächste Sigung findet am Montag, den 5. Fe die drei Robottes( Einigkeit). Daß der Humor auch gepflegt bruar, pünktlich 7% Uhr, statt. wird, bewiesen die beiden Pauls( Südost 94) mit der Vorführung eines fomischen gymnastischen Attes, ebenso Fredy und Kurt ( Einigkeit). Dann traten die in Arbeitersportkreisen bekannten Arbeiter- Athletenband( Kreis Brandenburg). Die fitr den 1. Februar ongefeßte Delegiertenversammlung fällt aus und findet bestimmt am Donners. fag, den 8. Februar, abends 7 Uhr, bei Schulz, Elisabethstr. 30, statt. Wir erfuchen die Vereine, für pünktliche Vertretung Gorge zu tragen. willigen Lieferungen für das besetzte Gebiet zur Linderung der Er-| Marten und Beitungen für den Monat Februar statt. Alle Abteilungen müssen nährungsnot beizutragen. ihr Material abholen. Der Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln veranstaltet am Mittwoch, den 31. Januar, abends 6 Uhr, in der Aula der Boddin- Schule einen KinoAbend. Zur Aufführung gelangt der Film ,, Der Kampf mit dem Berge" sowie das Beiprogramm. Eintrittskarten für Jugendliche 30 M. und für Erwachsene 100 M. find am Eingang zu haben. * Devisenfurse. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mark 837,90 Geld, 842,10 Brief; 100 österr. Kronen abgeft. 46,63 Geld, 46,87 Brief; 1 tschechische Krone 952,61 Geld, 957.39 Brief; 1 ungarische Serone Gesundbrunnen. Jugendheim Gemeindeschule Gotenburger Str. 2, Bortrag: 12,66 Geld, 12,74 Brief; 1 bulgarische Lewa 194,51 Geld, 195,49 Runst und Kulturepochen". Neukölln I. Jugendheim Münchener 52, Borttag: Neukölln III: JugendBrief; 1 jugoslawischer Dinar 275,31 Geld, 276,69 Brief. Die törperlichen und seelischen Feinde der Jugend". Rosden. Jugendheim GemeindeDie Devise heim Stogatstr. 53, Vortrag: August Bebel". 100 Bolenmart galten im freien Verkehr 95-96 M. Rosenschule Butbuser Str. 5, Diskussionsabend: Wir und unsere Gegner". 46000-48000 41000-48000 Warschau wurde jedoch zeitweilig mit 100 notiert; also ist die that. Jugendheim Schule Kastanien- Allee, Bortrag: Schönheiten der Mart". 3450-3525 13400-13700 36000-38000 deutsche Mark nahezu auf den Stand der Polen7,25 281-282 3500-3550 15600-15800 23,50 930-1075 9550-10200 41000-46000 135000-145000 mart herabgefunten, ein erschütterndes Kennzeichen unseres 100 kg Roggenmehl. 22,80 730-810 8000-8600 38000-42000 120000-130000 Valutaclende. Beizen Roggen Gommergerite. Safer Mais . 100 kg Weizenmehl 10,50 376-382 8,70 300-306 8,25 356-370 9-283-288 3450-3500 3100-3150 3150-3450 15600-10400 14000-14100 12500-135009 50000-53000 46000 Mit Ende Dezember sind die Preise mehr als verbreifacht, bleiben aber weiter nach oben gerichtet. Um so mehr erwächst den Landwirten, die von diesen Preisen profitieren, die Pflicht, durch die Erfüllung der Umage und durch die von ihnen zugesagten frei*) Siehe„ Vorwärts" vom 28. Januar. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Raffierer! Am Mittwoch, den 31. Januar, abends in der Zeit von 5 bis 7 Uhr, findet im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, die Ausgabe der 11 Trep Tegel. Jugendheim Bahnhofstraße, Bortrag: Was ist Bildung?". Wilmersdorf, Jugendheim Hildegardtstraße, Ede Kaiser- Allee, Bortrag: ,, Getow. Jugendheim Elsenstr. 3, Vortrag:„ Entwicklung des Menschen". schlechtsfrankheiten und ihre Bekämpfung". Husten mit Auswurf milffen Sie schnellstens beseitigen. 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