Abendausgabe Nr. 4940. Jahrgang Ausgabe B Nr. 25 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- breffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 30 Mart Dienstag 30. Januar 1923 Berlag und Anzeigenabteilt. Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Poincaré erklärt sich. Die Unzweckmäßigkeit der Ruhraktion. Basel, 30. Januar.( Tul.) Der Berliner Korrespondent der Basler Nachrichten" hatte eine Unterredung mit dem Außenminister Dr. v. Rosenberg, der ihm zum Standpunkt Deutschlands zur Ruhrbefeßung u. a. folgendes erflärte: Frankreichs Gewerkschaften. Zn ihrem Pariser Kongreh. Baris, 30. Januar.( WTB) Ministerpräsident Poincaré emp- aufgeben und einer konferenz in der Reparationsfrage juffimmenfischen Gewerkschaftsbundes zusammen. Heute tritt in Paris der 17. Kongreß des franzö fängt an jedem Montag die Pariser Korrespondenten der amerika- werde. Man sei in Paris der Ansicht, daß dies ein„ ficheres Mittel Dieser trüben Zeit, die der französische Imperialismus über Mittelschen Gewertschaftsbundes zusammen. In nischen Presse. Cestern abend erklärte er, entgegen den deutschen sein würde, um die Welt von der Ehrlichkeit Deutschlands und dieser trüben Zeit, die der französische Imperialismus über Behauptungen habe Frankreich nicht die Absicht, das feiner aufrichtigen Abficht zu überzeugen, seinen Anteil an den Ber- das deutsche Volk und über die ganze Welt gebracht hat, ist Ruhrgebiet zu annettieren, um die notwendigen Kohlen tragsschulden zu zahlen". der französische Gewerkschaftsbund Hoffnung und Unterpfand für die Eisenindustrie in Cothringen herauszuholen. Er betonte jeeiner besseren Zukunft. Der französische Gewerkschaftsbund doch, daß die französische Armee solange das deutsche Gebiet besetzt hat sich nicht begnügt, einer vernünftigen Reparationspolitik halten werde, bis Deutschland seine Reparationsverpflichtungen geftets das Wort zu reden, er hat sich auch praktisch für sie ein gesetzt. Das Aftionskomitee der zerstörten Gebiete Nordmäß den Klauseln des Versailler Bertrages erfüllt habe. Frankreich, frankreichs ist in Wirklichkeit eine Gründung des französischen so erklärte er, ist fest entschlossen, das Pfand nicht aufzuGewerkschaftsbundes. Wenn der Vertrag dieses Komitees geben, das feine Truppen in Händen haben, bevor die Zahlungen mit dem Verbande sozialer Baubetriebe nicht zur Ausführung erfolgt sind. Auf diese Weise verhindern wir im voraus jedes fremde Nach Frankreich ist bis zum 11. Januar, dem Tage des Ein- fam, dann trifft die volle Schuld dafür die französische Manöver, in das Vorblem einzugreifen. Die Ruhr ist ein weiteres marsches, täglich für rund 430 000 Goldmark Rohle und für rund Schwerindustrie, die hinter dem nationalen Block verPfand von der gleichen Art wie die Rheinlande. Wenn Deutih 30 000 Goldmart Hola geliefert worden, nach dem Einmarsch zwar schanzt, Militär in das Ruhrgebiet geschickt hat, um billigen land dartuf, daß es die Absicht hat, seine Ber- anfänglich unter schwerstem Eingreifen in das Privateigentum täg Rofs und billige Kohlen zu bekommen. Der französische Gepflichtungen durchzuführen, wenn es mit 3ah- lich rund 8000 Goldmark Kohlenwerte, zurzeit aber gar feine Kohle werkschaftsbund hat diesen triegerischen Raubzug als eine lungen beginnt und Cieferungen ausführt, wie mehr und ebenso wenig Holz. Dafür entstehen Frankreich, wenn Sch ma ch gebrandmartt und er hat zugleich in ganz Frank fie ausgemacht wurden, so werden die franzöfi- man die Befagungsstärke gewiß zu niedrig mit 50 000 Mann an reich, vor allem aber in den zerstörten Gebieten selbst, Protest ichen und belgischen Truppen fich aus dem Ruhr- fett, an Mehrfosten für die Verwendung seiner Truppen im Ruhr versammlungen einberufen, um die verbrecherische Dummheit gebiet zurädziehen, und 15 Jahre, nachdem mit der Aus- gebiet Milliarde Goldmark täglich, dazu die Wirkungen der der poincaristischen Politif aufzuzeigen. führung der Vertragsbestimmungen begonnen ist, wird auch das Ruhraftion auf die französische Bolfswirtschaft. Unter dem Drud linte Rheinufer geräumt werden. Nach dem Kriege von 1870 haben der Bajonette wird aber der deutsche Arbeiter feine Rohle fördern. die Preußen ihre Garnisonen in Frankreich gelassen, bis der letzte Wenn man glaubt, uns durch einen inneren Krieg von Verurteilun Cenfim bezahlt war. Die Pfandnahme wird also so lange dauern, gen, Ausweisungen, Beschlagnahmen mürbe zu machen, so täuscht bis Deutschland bezahlt hat. Es tönnen fünf Jahre vergehen, bevor man sich. Das Bewußtsein, daß das Recht auf die Dauer durch genügende Beweise der Aufrichtigkeit, Reparationen zu zahlen, sei- Gewalt sich nicht beugen läßt, bestimmt unsere Politik. Bei der fens des Deutschen Reiches gegeben werden. Aber das Deutsche Reich Abwehr des Ruhrabenteuers handelt es sich bei uns weder um eine fann das Ruhrgebiet befreien, wenn es fein Finanzinstem re- Prestigefrage noch um eine Spekulation. Wir wollen nur das Beste organisiert und eine solide Basis schafft, um eine inter- verteidigen, was uns nach dem Diftat über Oberschlesien in wirtnationale Anleihe zu sichern, deren Ertrag für den Wieber- fchaftlicher Konkurrenz und wirtschaftlichen Zukunftsmöglichkeiten aufbau beffimmt ist. Aber Frankreich ist einmütig darin, das Ruhr- geblieben ist. gebiet, das die Garantie darstellt, vor diesem Augenblid nicht zu verlaffen. Poincaré fühlte fich auch berufen, die Korrespondenten vor der dcuffchen Propaganda zu warnen, die behaupte, Frankreich vergeude ungeheure Summen für die militärische Befehung des Ruhrgebietes. Das sei vollkommen falfch. Frankreich habe nicht einen Soldaten mobilisiert; es habe nur über die Soldaten verfügt, die fchon unter den Waffen stehen. Die Unterhaltungstoffen an der Ruhr jcien taum höher als die in Frankreich denn der Transport der Lebensmittel und der sonstigen Gebrauchsgegenstände fei nicht fehr beträchtlich. d Labour Party fordert Englands Eingreifen. Condon, 30. Januar.( EE.) Die englische Arbeiterpartei frat geffern unter dem Borfih von Ramsay Macdonald zu einer Sigung zufammen. Es wurde die Cage im Ruhrgebiet nach allen Seiten geprüft. Berschiedene Lösungsmöglichkeiten wurden in Aussicht genommen. Unter anderen: Die Anrufung des internationalen Haager Gerichtshofes; ferner eine Bitte an Amerita, einen Schiedsspruch vorzunehmen; eine Bitte an Frankreich, das Minimum feiner Forderungen anzugeben; die eventuelle Zurüdziehung der englischen Befahungstruppen; die Haltung, die einzunehmen wäre, falls ein Konflikt ausbräche, der auf die eine Seite Frankreich und Polen, Wenn man sich zwingt, unter Zurückstellung aller be- auf die andere ein sowjefiftisches Deutschland und ein sowjefistisches rechtigten Empfindungen in den Ausführungen des franzö- Rußland ftellen würde. Es wurde einstimmig ein Beschluß gefaßt, fischen Ministerpräsidenten einen Bunft zu fuchen, an dem daß Macdonald fich zu Bonar Law begeben soll, um ihn zu bitten, fich später vielleicht eine Berständigung anfnüpfen das Unterhaus vor dem 13. Februar zusammentreten zu laffen. Die fönnte, dann stößt man auf die Worte von der internatio- Londoner Seffion der Labour Party und die Gewerkschafts. nalen Anleihe. Das ist zweifellos ein Mint an die fommiffion organisieren zum nächsten Sonntag eine große Kundamerikanischen Gläubiger und Geldgeber, fie sollten durch eine gebung am Trafalgar Square, um die diplomatische entsprechende Behandlung der französischen Schulden und 3ntervention der englischen Regierung im RuhrEröffnung weiterer Kredite eine Lösung des europäischen fonflikt zu fordern. Konflikts erleichtern. Leider stehen die Handlungen der französischen Regierung in direttem Widerspruch zu solchen Gedanfengängen, denn die Ruhraktion hat den deutschen Kredit, Paris, 30. Januar.( Franff. 3tg.") Das Sefretariat des auf den sich eine solche internationale Anleihe aufbauen soll, Bölkerbundes hat im Gegensatz zu den früheren Pariser Tagungen nur noch tiefer in den Abgrund geschleudert. diesmal auch die Bertreter der deutschen Blätter zur Teilnahme So lange die Ruhraktion dauert, wird sich die Zahlungs- an den Verhandlungen eingeladen. fähigkeit Deutschlands nicht verbessern, sondern nur verschlech tern. Der Völkerbund... Unaufhaltsam. Dollar 41 000. S zösische Gewerkschaftsbund, der nach dem Kriege in Frankreich Vorläufig triumphiert allerdings Poincaré. Der franeine Macht war, mit der auch der nationale Block rechnen mußte, ist heute fast auf seinen Borfriegsstand zurückgeworfen. Diese Schwächung der Arbeitskraft und der Völkerverständigung ist das ausschließliche Wert der Kommunisten. werfschaften nach den an den Gewerkschaftsbund abgeführten Berechnet man die Mitgliederzahl der französischen Ge Beiträgen, dann betrug fie im 1. Halbjahr 1914 durchschnittlich 364 644. Der Krieg hat die französischen Gewerkschaften Länder in Mitleidenschaft gezogen. Erst im Jahre 1917 begann wieder ein neuer Aufstieg. Mit der Durchführung der Demobilmachung, die in Frankreich erst im Jahre 1919 beendet war, vollzog sich dieser Aufstieg sprunghaft. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Ursachen waren es in erster Linie die allgemeinen psychologischen Momente, geschaffen durch den Krieg und die politischen Umwälzungen, die er im Ge folge hatte, die diesen ungeahnten und beispiellofen Auffchwung der französischen Gewerffchaften er. zeugten. Im 2. Halbjahr 1919 war die Mitgliederzahl auf 1364 000 gestiegen; im 1. Halbjahr 1920 betrug sie im Durchschnitt rund zwei Millionen. Von diesem Zeitpunkte beginnt ein rascher 2 b ft i eg. Verursacht wurde er durch die inneren Kämpfe. Diese von Moskau dirigierten Kämpfe gehen bis auf das Jahr 1918 zurück. In der sozialistischen Partei und in den Gewerkschaften Frankreichs begann ein Steffeltreiben, mie wir es in Deutschland erlebt haben und noch erleben. Es war den Kommunisten gelungen, fich der Leitung des französischen Eisenbahnerverbandes zu bemächtigen. Die Folge war der Eisenbahnerstreit im Mai 1920, zu deffen Unterstützung ein allgemeiner Generalstreit einseite. Der Streif ging verloren. Es begann eine reaktionäre Hege gegen die Gewerkschaften. Der Gewerkschaftsbund wurde gerichtlich aufgelöſt". Gleichzeitig wurde der Kampf der Mosmit verdoppelter Bucht fortgesetzt. fomiter zur Sprengung der Gewerkschaften mehr als die Gewerkschaften der anderen am Kriege beteiligten Weihnachten 1920 erfolgte die Spaltung der Da diese Selbstverständlichkeit auch Herrn Poincaré Die Saarabordnung darf nicht zum Bölkerbund. Partei. Genau ein Jahr darauf, im Januar 1922, maren nicht entgangen fein tann, muß man gegen ihn den Vorwurf Saarbrüden, 30. Januar.( Mtb.) Anläßlich der gestern be auch die Gemertschaften gespalten. Die Folgen erheben, daß er abfichtlich die Räumung des Ruhrgonnenen Tagung des Bölferbundrates in Paris, der fich u. a. auch diefes selbstmörderischen Kampfes spiegeln sich deutlich in den repiers Don unmöglichen Bedingungen ab- mit verschiedenen Saarfragen beschäftigen soll, beabsichtigte eine Mitgliederzahlen wieder. Bom 1. Juni 1920 bis zum 31. Mai hängig macht. Poincaré will an der Ruhr bleiben, er Deputation der Fraktionen des Soarlandesrats nach Paris zu reifen. 1921 betrug die Mitgliederzahl durchschnittlich etwas über mill auch am Rhein bleiben. Das letztere sagt er ganz un- Die Gaarregierung foll aber die Ausreisegenehmigung nicht er 900 000. Die Gewerkschaften hatten also mehr als die Hälfte verhohlen, denn er erflärt, auch nach Wiederaufnahme der teilt haben! ihrer Mitglieder eingebüßt. Die Mitgliederzahl fant im Durchdeutschen Zahlungen, das heißt, von einem ganz unbestimmschnitt der letzten sieben Monate des Jahres 1921 auf 536 000. ten Zeitpunti an, sollte das linke Rheinufer noch 15 Jahre Dann fam die Spaltung. Die Kommunisten hielten die besetzt bleiben, während es nach dem Friedensvertrag ab Gewerkschaften für so weit geschwächt, um die Spaltung zu schnittweise in zwei, sieben und zwölf Jahren zu räumen ist. ristieren. Aber nur ein fleiner Teil der Mitglieder folgte Nach Poincarés Theorie dauert dagegen die Besetzung noch 15x Jahre, d. h. praktisch unbegrenzt. Herr Poincaré Die fataftrophale Entwertung der Mart macht weitere Fort ihnen. Die fommunistische Gewerkschaftszentrale dürfte höch muß die Amerikaner für politisch sehr unerfahren halten, wenn ichritte. Der Dollar, der heute vormittag im Verkehr zwischer den stens 100 000 Mitglieder haben. Ein Teil der Mitglieder er glaubt, mit solchen Ausführungen die Absicht Frankreichs, Bankn mit 40 000 bis 43000 gehandelt wurde, stellte sich gegen werkschaften wieder aufgebaut werden. Im Durchschnitt der wurde indifferent. Mit vieler Mühe mußten die meisten Geunter Bruch des Friedens Deutschland zu zerreißen, vor ihnen Mittag an der Börse auf 40 000 bis 41 000. Die polnis ersten neun Monate des Jahres 1922 hatte der französische Geverbergen zu fönnen. Möge Amerifa wiffen, daß es feine art, bie gestern das erftemal den Kurs von 100 erreichte, d. h. werkschaftsbund wieder 403 000 Mitglieder. Bon den fom deutsche Regierung geben fann, die zu einem solchen Wert der sich gleichwertig mit der Mart stellt, stieg heute vorBernichtung die Hand bieten würde. mittag bereits auf 107, steht also um 7 Bf. höher als die deutsche munistischen Zellenbauern befreit, fönnen die französischen GeMart. Dieser rapide Berfall unserer Währung bestärkt werkschaften endlich wieder zu einem systematischen Ausbau meiteste Streise in ihrer Flucht vor der Mart. Die Nachfrage ihrer Organisationen übergehen. Ueberall werden die Beiträge erhöht, Unterstüßungseinrichtungen eingeführt, die Lösung nach Effetten, die gestern bereits einen bisher nie getarnten London, 30. Januar.( WTB.) Dem Berichterstatter des Daily Umfang erreicht hatte, bürfte an der morgigen Bollbörse noch weiter praktischer Fragen in den Vordergrund gestellt. Auch die BeChronicle" zufolge beginnt die französische Regierung einzusehen, vergrößere Dimensionen annehmen. Bezeichnend für die gegen ziehungen zur Sozialistischen Partei find freundschaftliche gedaß sie im Ruhrgebiet einen Fehler begangen habe. Sie würde wärtige Lage ist die Tatsache, daß bei vielen Papieren wegen Man worden. Es wird aber wohl noch einiger Jahre unermüdlicher gern Berhandlungen mit Berlin einleiten, um von neuem das ge- gels an Angebot gar teine Kurse notiert werden können. Das PuArbeit bedürfen, um die Schäden zu heilen, die die Kommufamte Reparationsproblem zu erörtern, unter der Voraussetzung, Elifum follte jedoch bedenken, daß die jetzige Hausse mit den hohen daß Deutschland den ersten Schrift fue, um einen wirtschaftlichen Devisenkursen steht und fällt In dem Moment, wo eine günstige Borläufig büßt die französische Arbeiterschaft die Zer Frieden zustande zu bringen, und zweitens, daß Deutschland unzwei politische Wendung eintritt, dürfte ein fatastrophaler Rückgang der störungsarbeit der Kommunisten mit wirtschaftlicher deutig seine Absicht befunde, feine im Versailler Vertrag nieber. Sturfe auf der ganzen Linie einsetzen. und politischer Machtlosigkeit. Und nicht allein gelegten Berpflichtungen zu achten und zu erfüllen. Der Berichtbie französische Arbeiterschaft. Frankreich ist heute der Kopf erstatter führt weiter aus, es werde in Paris vollauf anerkannt, ber internationalen Reaktion. Aber die Kräfte der Zukunft daß im Augenblid zahlreiche Schwierigtei en, der ge- Condon, 30. Januar.( III.) An der Börse herrschte gestern eine rühren sich auch dort, und einer der stärksten Träger des fuch en Annäherung im Wege iägen, man sei jedoch der Ansicht, daß scharfe Depreffion auf dem Martt ter fremden Währungen. Die Friedensgedankens und der wirtschaftlichen Berständigung der mit Zeit und Geduld diese Schwierigkeiten überbrückt werden fönn- deutsche Mart erreichte mit 154 000 für ein Pfund einen neuen Bölker ist der Gewerkschaftsbund. ten. Mit anderen Worten, Frankreich fei jest bereit, zu hören, Tiefenreford, während der franzöfifche Frant weiter ouf In Männern wie Jouhaug, Dumoulin, Marcel was Deutschland zu sagen habe, und wünsche zu erfahren, ob 75 jant. Der belgische Frant und die Lira waren gleichfalls Laurent, Merrheim usw. verfügt er über Stöpfe, die Deutschland Sabotage und andere Methoden paffiven Widerstands" schlechter. sich in einer langjährigen Erfahrung zu einer flaren Erfennt Ein Annäherungsversuch? Marksturz ist Frankfturz. nisten angerichtet haben. nis der Möglichkeiten und Notwendigkeiten durchgerungen sich schon soweit durchgemausert zu haben, daß sie von einer Reichs, Staats- oder städtischen Betrieben leichtere Beschäftigung haben, die begriffen haben, daß sich die Lebensbedingungen gemeinsamen Regierung, auch mit Sozialverrätern" finden. Dem Verbande der Lungen- und Tuberkulose- Ertranften Frankreichs nicht trennen lassen von den Lebensnotwendig- fprechen. Dafür spricht auch die Bemerkung Meyers in seinem Deutschlands ist Mitbestimmung in diesen Arbeitsnachweisen zu gefeiten der übrigen Welt. Wenn die Stimme der französischen politischen Referat, wo er polemisch gegen die Linke ausführte: währen. Arbeiterbewegung heute auch übertönt wird mit dem wilden „ Wir perhandeln mit den übrigen Arbeiterorganisationen nicht Der Berband forbert, daß durch Reich, Staat und Kommune Beschrei von jenen Leuten, die uns die wirtschaftliche Verstän- nur um sie zu entlarven, sondern auch um gemeinsame frog aller Schwierigkeiten, die zurzeit bestehen, sehr viel größere digung auf der Spitze der Bajonette zu bringen vorgeben Rämpfe herbeizuführen." Summen zur Verfügung gestellt werden, als es bisher geschehen ist. wie die Sansculotten von 1793 uns die Freiheit zu bringen Die von den Rommunisten vorgesehene Arbeiterregie. Er fordert daher alle Parteien des Landtages sowie die gesamte glaubtender französische Gewertschaftsbund rung soll auch nach ihrem Vorschlag Erfüllungspolitit" Aerzteschaft auf, sich für die Anträge der Lungen- und Luberkuloseist die Zukunft. lleber die Ruhr hinweg senden wir betreiben. Es heißt in dem Manifeft: franten einfeßen zu wollen. ihm unsere Grüße und Wünsche. Wie der Soldat denkt. Die ,, Germania" gibt eine Zuschrift aus dem neubesetzten Gebiet wieder, die einen interessanten Einblick in die Stimungen der französischen Soldaten gewährt. Es heißt in diesem Schreiben: Die Arbeiterregierung wird Frankreich Verhandlungen vorschlagen. Sie wird ehrlich und offen das Maß dessen nennen, was das von den Schulden seiner Bourgeoisie belastete arbeitende Bolt zahlen fann... Die Arbeiterregierung wird die Gewähr geben, daß ihre Worte einem ehrlichen Willen entsprechen. Sie wird den deutschen Arbeitern helfen, die Lasten zu tragen, bis das französische Proletariat ihm hilft, die Fesseln von Versailles zu brechen." Die Schuld von Mont Cenis. Ein Prozeß gegen die„ Bergarbeiter- Zeitung". Um die Mittagszeit des 20. Juni 1921 erfolgte auf der Grube Mont Cenis in Sodingen bei Herne eine Schlagwetterexplosion, die 83 Todesopfer heischte und nahezu ebensoviel Berlegte mit sich brachte. Die Bergarbeiter- Zeitung" erklärte die fchuldig, weil sie einen Bergmann zum Schießhauer er. Wertsleitung an dem Massenunglüd insofern für mit21 Das ift natiflich und felbstverständlich Das ist natürlich und selbstverständlich etwas ganz Manchmal haben wir's nicht gerade angenehm. Aber noch anderes, als die Erfüllungspolitik der Sozialdemokratie! vick unangenehmer haben es die franzöfifchen Soldaten. nannt habe, der des Lesens und Schreibens untundig Es fehlt nicht der Hinweis auf das Allheilmittel, das Schuh war und der den verhängnisvollen Schuß abgegeben hat. Die Sie stehen so recht unter der Knute des französischen Militarismus. und Eruzbündnis mit Sowjetrußland: Für's fleinste Bergehen gibt's Höllenlärm, gibt's empfindliche Wertsleitung strengte daraufhin gegen den Redakteur der BergSowjetrußland wird dann seine Rote Armee und die arbeiter- Beitung" die Brivatflage an mit dem Erfolg, daß das Strafen Erstaunt hört man manchen Franzosen fagen: Die Naturschäße seines weiten Reiches nicht zur Aufrichtung eines neuen Urteil der Bergarbeiter- Zeitung" über die Werksleitung durch Deutschen wollen doch keinen Krieg. Hier sind imperialistischen Deutschlands zur Verfügung stellen, sondern zur die Freisprechung ihres Redakteurs, Genossen Schudy, bestädoch alles sehr friedliebende Leute. Die meisten Fran- wirtschaftlichen Stärkung und Entwidlung des russischen und deut- tigt wurde. zöfifchen oldaten, die bis jetzt in meinem Heimatort gewesen find, fchen Voltes, zur gemeinsamen Verteidigung gegen die Kapitalisten find bei ihre Einberufung im Glauben gewesen: Im Industriegebiet des Westens, wenn sie dem arbeitenden Boll Deutschlands feinen geht alles de inter und drüber, von dort droht Frankreich Krieg. Frieden gewähren." Anscheinend hat die französische Regierung in diesem Sinne start auf die Soldatex eingewirkt." Es ist nach wie vor die alte Geschichte: Um den eirsachen Soldaten zur Gesvaltanwendung gegen ein anderes solt zu gewinnen, wird er vom Militarismus fyftematisch irrogeführt und betrogen. Die Kosten bezahlt hinterher das arbeitende Boll. Der kommunistische Parteitag. Das neue Tuberkulosegesetz. lege In nächster Zeit wird im Breußischen Landtag die Beratung des Tuberkulosegefeges neu aufgenommen. Der Berband der Tuberkulose, franten erhebt anläßlich der Beratungen eingehende Forderungen. Er verlangt: Der parlamentarische Untersuchungsausschuß hatte bereits festgestellt, daß auf der Zeche Mont Cenis grobe Ungehörigkeiten bei der Sprengstoffwirtschaft vorgekommen sind. In dem Beleidigungsverfahren beschränkte sich das Schöffengericht lediglich auf die Festtonnte. Als Beuge trat ber Reviersteiger Hevermann auf, der das sus ftellung, ob der verunglüdte Schießhauer Paulin lesen und schreiben Schießbuch Paulins zu tontrollieren hatte, was nur oberflächlich geschah. Die Witwe Baulin fagte, daß ihr Mann teine Schule besucht hatte und nicht lesen und schreiben konnte. Die Familie habe ihm den Schriftzug seines Namens und das Zahlenschreiben beigebracht. Beitungen und Dienstvorschriften mußten ihm vorgelesen werden. Paulin habe oft darüber getlagt, daß man ihn zum Schießhauer mache, trotzdem er nicht schreiben und lesen könne. Der Angeklagte wurde freigesprochen, da er den Beweis erKosten hat der Kläger zu tragen. bracht hat, daß Paulin nicht lesen und schreiben konnte. Die 1. Berstaatlichung aller der Bekämpfung der Tuberkulose dienen den Organisationen, Heilstätten, Krankenhäuser und Fürsorgestellen. 2. Zentralisation aller Fürsorge und Bekämpfungsbestrebungen Am Schluß das ersten Berhandlungstages, nachttem meger in einem Reichsgefundheitsministerium. ( Zentrale) über die politische Lage referiert und Bied( 3entrale) längere Behandlungsdauer, eine fürzere Wartezeit und eine indivi3. Weiterer Ausbau nud Bermehrung der Heilstätten, die eine den organisatorischen Bericht erstattet hat, fam es zu einem 8 uduellere Behandlung des einzelnen ermöglichen. sammenstoß mit der Opposition. Schumacher Berlin 4. Der Krante hat ein Recht auf Heilstättenbehandlung, wenn opponierte gegen den Referenten, der die Anträge der Zentrale dieselbe notwendig ist. Eine Heilstättenbehandlung darf nicht an empfohlen, andere entgegenstehende Anträge aber nicht erwähnt dem Fehlen der notwendigen Mittel scheitern, sondern es müssen habe. Es handelt sich um Anfträge betreffs Umbildung ber die Mittel staatlicherseits bereitgestellt werden. Sentrale. Die Berliner beantragten deshalb ente geschlossene Sizung( also Berhandlung in der Dunkeltammer!). 35ttcher( Zentrale) wies Schumachers Angriffe zurück. Alle Anträge würden in einer öffentlichen Sigung behandelt werden. ftellung eines Eriftenzminimums der Angehörigen im Falle der ErBur Durchführung einer erfolgreichen Kur ift notwendig: Sicher hausbehandlung. frantung des Ernährers während der Dauer einer Heil- oder Krankenwerden. 5. Für Lungentrante, die nicht für eine Heilstättentur geeignet In dem organisatorischen Jahresbericht der find oder auf die Aufnahme in eine Heilstätte warten, müssen KrankenZentrale wird die Mitgliederzahl ber KPD. nach den Ab. häuser errichtet werden, in denen auch ansteckend Tuberkulöse, sofern rechnungen vom September 1922 in 2481 Drtsgruppen auf fie es wünschen, jederzeit Aufnahme finden fönnen, auch muß die 191845 männliche und 261710 weibliche, insge. Berpflegung dieser Kranten in ausreichender Weise sichergestellt famt 218555 Mitglieder angegeben. Gegenüber dem Bor. jahre ist eine Zunahme von 38112 Mitgliedern zu verzeichnen. gestaltet werden. Das soll in erster Linie dadurch geschehen, daß 6. Das Fürsorgemejen muß weiter ausgebaut und praktischer Der Jahresbericht macht den Bersuch, diese Zahlen in Beziehung zu Frauen aus dem Bolte zur praktischen Mitarbeit in ihm heranden Organisationsziffern der Sozialdemokratischen Partei zu fehen. gezogen werden. Er spricht von einem fatastrophalen Rüdgang des Borwärts" an Abonnenten, die auf 60 000 beziffert werden, hütet sich aber wohlweislich von der Abonnentenzahl der Roten Fahne" zu sprechen. Zur Beurteilung der Mitgliederzunahme ift zu berüd. fichtigen, daß beim Abschluß des vorigen Jahresberichtes der RBD. faft alle thre Organisationen unter der Nachwirkung der Märzereig niffe standen. Zweifellos ergibt sich, wenn auch nicht eine wesentliche Zunahme, fo doch eine Konsolibierung der kommunistischen Organisation. Der Parteitag wendet sich in einem piele Spalten umfaffenden Manifest an das internationale Proletariat. Das Manifest be faßt sich in erster Linie mit der Ruhrbefegung und der Lage Deutsch lands. Es wiederholt die alte fommunistische Forderung auf Bildung der proletarischen Einheitsfront und auf Bildung einer Arbeiterregierung als Regierung aller Arbeiterparteien und Gewertschaften. Da nach scheinen die Kommunisten, wenigstens die Richtung der Zentrale, 40 000 Mark. Von Th. Thomas. Dieser Tage hatte ich ein Erlebnis, das heichst einfach genannt werden kann. Eigentlich war ich bloß Zuschauer und Zuhörer, aber trotzdem hat es mich tief erschüttert. Es war im Bahnhof zu Gardelegen. Ich saß am Tisch, als zwei Männer zu gleicher Beit Blaz nahmen, fich lebhaft musterten, bann faft gleichzeitig redeten: F1 Bist Du nicht der Wagner?" ,, Sind Sie nicht Fischer?" " Beide bejahten. Ich erfuhr: Sie waren zusammen im Felbe gewefen, hatten 1916 zu gleicher Zeit eine Berwimdung erlitten, waren zufammen in die Heimat gefommen und hatten sich seitdem nicht wiedergesehen. Sie sprachen vieles, was mich nicht intereffierte. Ich hörte aber, daß dem einen fein Gut 1914, als er einrüden mußte, por hem Berfrachen stand und ihm nur dank den Kriegsgefeßen die Wirtschaft erhalten blieb. Der andere war ein Monteur, der 1914 die horrenbe Summe Don 40 000 m. teils geerbt, teils erspart hatte, juft soviel, als um mas es sich bei der verlumpten Wirtschaft gehandelt hatte. Run wurde es für mich doch anregend. ,, Mir geht's heute gut," betonte der Landwirt. Das wäre übrigens zu fagen unnötig gewefen. Die frohe Laune, die Sattheit, die sich in allem ausprägte, dies aufgeblafene Geficht mit allem Drum und Dran sprach für sich selbst. Verbilligung des Bestattungswesens. Unter Vorsitz des Ministers Lipinsti fand im fächsischen Ministerium des Innern eine weitere Besprechung mit Bertretern ganisationen der Gemeinde- und Bezirksverwaltungen statt, um die der beteiligten Ministerien, der größten Gemeinden, sowie der Or Behebung der Schwierigkeiten zu beraten, die sich aus der Berteuerung der Leichenbestattung gegenüber der fortfchreitenden Verarmung der Bevölkerung ergeben. Es wurde Uebereinstimmung bahin erzielt, den Aufgabenkreis der Gemeindeverwal tungen in der Richtung zu erweitern, daß sie Maßnahmen treffen fönnen, die Leichenbestattung gemeinwirtschaftlich zu übernehmen, zu vereinfachen und zu verbilligen. Die Vorarbeiten, um die gesetzliche Grundlage hierfür zu schaffen, haben begonnen und werden fationen beschleunigt zum Beschluß gebracht werden. nunmehr in enger Fühlung mit den in Betracht tommenden OrganiBerdoppelung der Postgebühren. Am 6. Februar tritt der Berfehrsbeirat beim Reichspoftminifterium zusammen, um gutachtliche Stellung zu nehmen zu einer neuen, zum 1. März geplanten Berdoppelung der Post, Telegraphen- und Fern fprechgebühren. Diese Gebührenerhöhung macht sich not Gebührenfäße ein Defizit von rund 500 Milliarden Mart für das wendig, weil bei der neueingetretenen Geldentwertung die jetzigen Jahre 1923 ergeben würden. Durch die neue Erhöhung tommt der gewöhnliche Fernbrief auf 100 M. zu stehen, d. h. die Gebührenfäße der Reichspoft weisen gegenüber der Borkriegszeit eine tausendfache Erhöhung auf. Desgleichen verlangt der Verband der Lungen- und Tuberfulofe- Ertranften anerkannt zu werden und ersucht um Sulaffung feiner Bertreter mit beratender Stimme, durch die eine ständige Bertretung der Lungentranten und Tuberkulosetranten, die sich zu fammengeschloffen haben, ermöglicht wird. Rinder betämpft werden, da erfahrungsgemäß in der Mehrzahl der 7. Sehr viel energischer als bisher muß die Tuberkulose der Fälle der Reim der Schwindsucht in den Kinderjahren gelegt wird. Bei der Schulreform wird deswegen eine weit größere Berücksichtigung hygienischer Forderungen verlangt. Die Schulhygiene muß vertieft werden, Waldschulen, Kinderheime müssen in viel reicherem Maße geschaffen werden, Badeorte auch unbemittelten, besonders Kindern zugänglich gemacht werden. Durch Schaffung von Dach gärten und Bestrahlungshallen muß auch denjenigen Kindern geholfen werden, die nicht auf das Land geschickt werden können. gelegenheiten für entlassene Lungentrante und Tuberkulöse zu 8. Des weiteren sind gesonderte Arbeitsnachweise und ArbeitsDer Staatsgerichtshof hat die Beschwerde des Verbandes naschaffen sowie für Lungen- und Tuberkulosetrante überhaupt. Es tionalgefinnter Soldaten gegen die Auflösungsverfügungen vermuß Borsorge getroffen werden, daß dementsprechende Kranke in schiedener Landeszentralbehörden tostenpflichtig verworfen. Einen Sächsischen Kulturfag veranstaltet der Bund entschiebes ner Schulreformer am 10. und 11. Februa in Riesa. Die Tagung wird sich hauptsächlich mit der Kulturpolitik der sächsischen Regierung befassen.d Dem Bauer lief wohl eine Fliege über das Gesicht, er strich mit| Papiere herzustellen. Heute braucht man die Zumpen nicht mehr der Hand danach. Oder war es, um eine Verlegenheit zu verbergen? zur Bapiererzeugung, denn das meiste Papier wird aus Holz her" Ja," ergriff der Monteur das Wort." Du... Sie haben gestellt. Aber in unseren Zeiten ist das Holz so teuer und so selten mit lumpigen Papiermart die Goldmarkschulden zurückgezahlt, ich hab' für mein sauer erarbeitetes Gold wertloses Papier erhalten. Das ist das Ganze, höchst einfach scheinbar, aber doch, wie man sieht, sehr viel doppelte Moral babei." geworben wie früher die Lumpen, und der Materialwert des Beitungspapiers spielt gegenwärtig eine ungeheure Rolle in dem Haushalt einer Beitung. Bei einem Preise von 180 m. und mehr für ein Rilo Zeitungspapier ist es erklärlich, daß man diesen Wertgegenstand" nicht mehr achtlos wegwirft, fondern alles Bapier So faßen die beiden nebeneinader. Zwei Männer, gleich alt, fammelt. Die Papierförbe in den öffentlichen Anlagen sind übervielleicht gleich arbeitsam. Beide sprachen tein Wort mehr. Ich flüssig geworden, bie Natur wird nicht mehr durch die lleberreste müßte auch nicht, was sie sich hätten sagen sollen, aber mir fam die ber fonntäglichen Stullen" bei Ausflügen verunziert, und es gibt tiefe Tragit des Falles auf einmal flar zum Bewußtsein. So wie heute Papiersucher auf den Straßen, wie es früher Stummeles dem Monteur ging, ist es uns allen ergangen und der fröh, fucher gab. Bei dieser Wertsteigerung alten Papiers ist das Problem immer liche Landmann hat Zehntausende von Gefährten, denen es wie bringlicher geworden, wie man aus altem Zeitungspapier neues ihm leicht ums Herz ist. Drudpapier gewinnen tann, und überall in der Welt werden zur Erreichung dieses Zieles Versuche angestellt. Ueber die Ergebnisse, die die englischen Chemiker Bascerville und Weston Stevenson er fich, daß eine vollständige Entfernung der Farbe auch bei eingehen. zielt haben, berichtet Friz Hansen in der Umschau". Es zeigte ber Waschung nicht möglich ist. Die Druderschwärze enthält nämlich außerordentlich fein verteilten Sohlenstaub, von dem immer etwas in der Papiermasse zurückbleibt. Jedoch läßt sich durch geschickte chemische Behandlung aus altem Zeitungspapier ein Bapierstoff ncwinnen, der zwar etwas angedunkelt, aber durchaus verwendbar ist. Für die Lösung der Druckerschwärze murde Natronlauge benut, und zwar wurden 27 Kilogramm Aegnatron auf eine Tonne altes Beitungspapier verwendet. Die Bapterfasern wurden dadurch nicht natron, so erhält der Papierstoff eine gelbliche Färbung, wie man start angegriffen. Nimmt man einen größeren Zusatz von Aetzfie schon jetzt vielfach beim Zeitungspapier bemerken kann. Durch Berwendung alfalifcher Fullende an Stelle des Natron wird es so gar möglich, den Kohlenstoff und auch das Bindemittel der Farbe von der Papiermaffe zu trennen, und diese ergibt dann einen faft reinen Papierstoff. Diese Methode zur Wiedernuhbarmachung des Beitungspapiers verdient bei uns die größte Beachtung. Durchschnitts- Photographie. Der englische Anthropologe Francis Zwecken erdacht, um auf diese Weise Typenbilder von verschiedenen Galton hat die Durchschnitts- Photographie" zu anthropologischen Gruppen der gleichen Raffe oder des gleichen Berufs zu erhalten. In neuefter Zeit aber ist man dazu übergegangen, auch das Durch schnittsbild einer einzelnen Bersönlichteit festzuhalten, um dadurch den typischen Charakter des betreffenden Gesichts zu gewinnen. Während eine gewöhnliche Photographie den Menschen in einem einzigen, mehr oder weniger glücklichen Moment darstellt, gewährt ein durch verschiedene Aufnahmen gewonnenes Rombinationsbild einen tieferen Einblick in den typischen Gesichtsausdruck. Wie er interessante Bersuche in diefer Richtung unternommen. Es mer Dr. F. Stumpf in der Photographischen Rundschau" berichtet, hat den aus möglichst gleicher Stellung mehrere Aufnahmen einer Berfon gemacht, und zwar muß diese Person für jede Aufnahme einen möglichst anderen Gefichtsausdruck annehmen. Man fopiert dann ein und dasselbe Papier. Zum 3wed des Bersuches ließ sich die Schauspielerin Margarete Christians in verschiedenen „ Ich bin gut dran. Seit 1916 mar ich reklamiert; bin nimmer brachte sie den Ausdruck des Freundlichen, Hochmütigen, NachdentStimmungen photographieren, und vermöge ihrer mimischen Kunst naus. Das Geschäft ging gut," sagte der Landmann. Wie ich heimlichen, Melancholischen, Berzweifelten usw. gut zur Geltung. Auf kommen bin, da hat met Weib schön zusammengespart. Jezt hab dem Stombinationsbilb fann man die verschiedenen Mustelbeme ich die 40 000 m. schon 1921 zurückgezahlt, hab' gebaut und noch gungen des Gefichtes nicht mehr genau erkennen, aber sie sind noch ein schönes Stück Geld daheim liegen." andeutungsweise vorhanden und verleihen dem Bild eine undefiWarum denn daheim?" nierbare Stimmung. 3weifellos ist der Eindruck einer solchen Bhotographie lebensvoller und persönlicher als eine gewöhnliche Aufnahme. Dies beruht wohl darauf, daß einzelne von der normalen Haltung abweichende Züge in dem Gesicht mitsprechen. Die Durch schnittsphotographie berücksichtigt gewiffe feelische Imponderabilien, bie bei der gewöhnlichen Photographie nicht in Erscheinung treten und dieses Verfahren der Tätigkeit des Malers annähern, der eben falls fein Modell unter wechselnden Stimmungen festhalten muß. Er faß auf dem Stuhl wie einer, der über alles verfügt. Ich wollt, ich könnt's auch sagen," meinte fein Gegenüber. ,, Bist' immer noch in der Maschinenfabrik?" Immer noch und bin froh, daß ich's bin." " -" Weißt: ficher ist sicher, ich trau' den heutigen da oh'm nicht. Dann braucht auch nich jeder Halunke überall rinzuglogen." Er blinzelte schlau. Es entstand eine Stille, dann fragte der Bauer: Na und bei Dir? Du bist doch wohl auch schön raus?" " Ich? Mir ist es umgekehrt gegangen. Mein Geld hab' ich dem Schwager meiner Frau geborgt, der auch so ein Gütchen hat da irgendwo im Thüringschen. 1922 im Oktober hat er mir das Geld eines schönen Tages gebracht. Als ich es ausgeben wollte, betam ich nicht einmal einen Küchenschrank dafür." Druckpapier aus alten Zeitungen. Ludwig Börne be dauerte vor 100 Jahren, als er das französische Papier auf der ersten Pariser Industrieausstellung bewunderte, daß es in Deutsch land an feinen vornehmen Lumpen" fehle, um ebenso vorzügliche Staatsover. Der Vorverkauf zu dem für Sonntag, ben 4., 11%, Uhr, angefündigten Mittagstonzert zum Besten ber bebrängten Deutigen an Rhein und Rühr hat begonnen. Die Preise find 100-2000 Mart. Eine Notgemeinschaft deutscher Merzte. Um bie Rot ber Bilfs. bebürftigen Aerzte und ärztlichen Hinterbliebenen zu lindern, ift eine Rotgemeinschaft deutscher Aerzte begründet worden. Der Ausbilisfonds, der auf die Unterſtützung deutscher Aerzte in den hochvalutarischen Ländern wie der Schweiz und Amerita rechnen darf, foll bazu dienen, den bestehenden Unterstügungseinrichtungen aushilfsweise Mittel au gewähren. Der nächste Kongres für Augenheilkunde wird, wie in der Klinischen Wochenschrift" mitgeteilt wirb, 1925 in London stattfinden. Das vorbereitende Stomitee teilt mit, daß die brei offiziellen Berhandlungs ben ophthalmologischen Gesellschaften aller Nationen ergeht eine Einladung, sprachen Englisch, Französisch und Deutsch sein werden. An die führen. annacht einen Bertreter zur Borberatung des Stongresses zu ernennen. Man will auf diese Weise eine große Weltvereinigung bilden, bte dia Interessen der Augenheilkunde wahrnehmen soll. Krise in Bayern? München, 30. Januar.( Eca.) In der heufigen Sihung des Haushaltsaussguises des Landtages stellte vor Einfriff in die Tagesordnung der Sozialdemokrat Ti in m die Anfrage, ob die Regierung sich nicht veranlaßt sehe, über die Vorgänge der letzten Tage dem Landtag eine Erklärung abzugeben. Der anwesende Kultusminister Dr. Matt erklärte fich dazu außerstande und stellte dem Ausschuß anheim, ein dahingehendes Ersuchen dem Ministerpräsidenten zu unterbreiten. Da auch der Demokrat Dr. Hammer fchmidt dem Wunsche nach Abgabe einer Regierungserklärung beifrat, erklärte fich der Ausschußvorsihende bereit, dem Ministerpräsi denten von diesem Wunsche Mitteilung zu machen. Es ist also wohl zu erwarten, daß in nächster Zeit dem Landtage nähere Mitteilungen von der Regierung gemacht werden. Zurzeit finden noch Beratungen im Schoße der Regierung statt, von deren Ergebnis wohl der weitere Verlauf der Dinge abhängen wird. Doch herrscht allgemein der Eindruck vor, daß von einer Regierungsfrise teine Rede sein fann. Selbst die deutschnafionale München- Augsburger Abendzeitung" wendet sich heute gegen den gestrigen starken Angriff der Münchener Neuesten Nachrichten" auf die Regierung, indem sie bemerkt, man sollte darauf verzichten, das Bolt noch mehr nervös 31 machen. Fahnenweihe und Ausnahmezustand wären zwar kein Ruhmesblatt in der Geschichte der gegenwärtigen bayerischen Regierung. Es gehe aber doch zu weit, wenn man diese leidige Angelegenheit zu einem furchtbaren Schredgespenst aufzublasen juche. Damit dürfte das Blatt die Ansicht der maßgebenden politischen Sireife getroffen haben, die im jezigen Augenblic einen Begierungswechsel für möglichst unerwünscht halten. Das aber nicht wegen unzureichender Ernährung oder durch die Schuld Erster Zug 545. des Jugendamts, sondern weil der Junge in der letzten Zeit feines Früh 5.30 Minuten auf dem neuen Nord- Süd- Bahnhof Aufenthalts in dem Heim dieses wiederholt verlassen Hallesches Tor. Der Bahnsteig ist hell erleuchtet. Der Bug, und sich ohne Nahrung und ohne warme Kleidung ber die erste öffentliche Fahrt machen soll, steht bereit. Männer in Berlaffen bes Heims durch den Jungen ist aber feinesfalls auf tagelang im Freien herumgetrieben hatte. blauen Arbeitstitteln eilen noch geschäftig hin und her. Monteure schlechte Behandlung oder sonstige Misstände zurückzuführen, fonlegen die legte Hand an an den Schaltungsschrant. Der Zeitungs. bern ift teils triebhafter Natur, teils eine Folge der bedauerlichen fiost ist noch nicht eingeräumt und wartet darauf, daß bald die Tatsache, daß das Kind bei seinen Angehörigen, die auf Erwerb neue Mieterin tommt. Erst ganz allmählich wird sich alles voll angewiesen find, ten geregeltes Familienleben fannte und meistens enden. Nur etwa 30 bis 40 Personen waren heute herbeigeeilt, sich selbst überlassen war. Die Leitung des Heims ist jederzeit um die erste Fahrt mitzumachen. Und von diesen wenigen war bereit, der Redaktion der„ Roten Fahne" eine Kontrolle des Heims es zunächst nur ein Bruchteil, der den Zug als Beförderungsmittel u gestatten, um sich davon überzeugen zu können, daß sich sämtliche zur Arbeitsstätte benutzte. Der Zeiger der Uhr rüdt träge vorwärts. Böglinge des Heims in puncto Erziehung und Verpflegung in Nervöße Neugierige vergleichen gegenseitig ihre Uhren und rechnen durchaus guten Händen befinden. angestrengt die noch fehlenden Minuten aus. Es ist 3.35 Minuten. „ Einsteigen!" ruft der Zugabfertiger. Die Türen werden geschlossen, Die Berliner Milchwirtschaft. jeder wartet auf das erste Rollen. Aber er rollt nicht! Der Zug Der preußische Landwirtschaftsminister hat in einem bleibt stehen und rückt und rührt sich nicht von der Stelle. Der Zug- besonderen Erlaß vom 19. Januar( Reichsanzeiger" vom 22. Jaabfertiger hat sich nur ein wenig getäuscht. Erst 5.45 Minuten nuar) dem Magistrat Berlin mit Zustimmung des Reichsernähgeht der erste Zug. Doch auch diese furze Spanne Zeit verrinnt. rungsministerium für die Bewirtschaftung von Milch folgende Fertig!" schallt es endlich und die Fahrt beginnt. Ruhig rollt der Ermächtigung erteilt: Bug untertags dahin. Bahnhof Kochstraße. Ich vergleiche die Frischmilch, die im Stadtgebiet zur Berteilung gelangt, Bor „ Der Magistrat der Stadt Berlin fann für die gesamte Uhr. Nicht ganz zwei Minuten Fahrtdauer haben wir gebraucht. fchriften über ihren Abfag und Berbrauch erlaffen. Er fann Ginzelne Personen steigen ein und weiter geht die Reise. Der zu diesem Zwed bie Bergütung bestimmen, die alle von ihm Bahnhof Leipziger Straße bringt einen stärkeren Zustrom von Bahr zum Ablaß zugelassenen Stellen für ihre Tätigkeit zu erhalten haben. gästen. Buntt 5.50 Minuten passiert der Zug die Station Fran. Er fann ferner anordnen, daß diejenigen Stellen, denen der Absatz zösische Straße und gleich darauf den Bahnhof Friedrichstraße. Bu- nach Berlin eingeführter Frischmilch unmittelbar an Kleinhändler nächst fein Andrang von Fahrlustigen. Am Oranienburger Tor der Verbraucher gestattet ist, bestimmte Beträge an ihn abzuführen begegnen wir dem ersten Zug von der entgegengesezten Richtung, der dasselbe Bild bietet: auch hier nur geringe Befegung. Die oorIn der fortgesetzten Debatte über den Justizetat im Haus- läufige Endstation naht: Stettiner Bahnhof. Alles aussteigen!" haltsausschuß des Reichstages beschwerte sich am Dienstag der Ab. Die Uhr zeigt 5.56 Minuten. Hätte id nich jebacht," meinte einer, geordnete Gräf Thüringen( Dnatl.) über die einseitige An- in elf Minuten von't Hallesche bis zum Stettiner. Eine feine Sache wendung der Schuhgeseze besonders in Preußen. Er verlangte det. Die erste öffentliche Fahrt ist vorüber. Sie fand so ziemlich ihren baldigen Abbau, da sich die gesamtpolitische Lage wesentlich ohne Beteiligung der Oeffentlichkeit statt. Dieser idyllische Zustand entspannt habe. Reichsjuftizminister Dr. Heinze erklärte, der wird nicht lange währen. Das Nordsüdknäblein wird bald nicht Abbau der Schußgefeße sei eine hochpolitische Frage, über sie weniger zu schleppen haben als seine grobe Schwefter, die Hoch- und könne nur das Gesamtfabinett nach Fühlungnahme mit den Bar- Untergrundbahn. teien befinden. Debatte im Reichstagsausschuß. erbracht werden. % " Genosse er mann Müller Franten behielt sich eine Bariferhöhungen auf der ganzen Linie. eingehente Stellung für das Plenum vor, betonte jedoch, daß eine Sugleich mit der Straßenbahn hat auch die Allgemeine Entspannung bisher nicht eingetreten fei. Bon Südbayern Berliner Omnibus- 21.- B. mit dem heutigen Tage die Tarife auf ihren werde über Franten und Thüringen hinweg der Berfuch gemacht, Autobuslinien auf 150 m. für die Teilstrede und 180 m. nach Preußen vorzustoßen. Die Bewaffnung der bzw. 200 m. auf der Linie E für die ganze Strede erhöht. Die Rechtsradikalen werde dabei von gewissen amtlichen Stellen Stadtbahn folgt dem Beispiel der übrigen Berfehrsunternehmen in Bayern begünstigt. Die Beweise dafür würden im Plenum auf 80 m., in der 2. Klasse auf 160 m. erhöht. Die nächste Tarifin Bayern begünstigt. Die Beweise bafür würden im Plenum am fommenden Donnerstag, indem sie den Fahrpreis in der 3. Klasse erhöhung bei der Hoch- und Untergrund bzw. Nordfüdbahn ist für die nächste Woche zu erwarten, doch stehen die neuen Fahrpreise noch nicht fest. Auch die Droschtenbesitzer verlangen eine Herauffezung der bisherigen Tagen, die augenblicklich für Kraftbroschten das 1200fache, für Pferdebroschten das 700fache betragen. Sie verlangen die 2500fache Tare für Benzinund 2300fache für Elettrodroschten. Seitens der zuständigen Behörden wird zurzeit noch geprüft, ob diefe Forderung auch den tat fächlichen Verhältnissen entspricht. Die Besizer der Pferdedroschten haben bisher noch feine Tagerhöhung beantragt, dürften aber dem Beispiel der Kraftbroschten ebenfalls in Kürze folgen. Ruhe in Thüringen. 9 91 Kein Eingreifen der Neichsregierung. Weimar, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die in Bera festgenommenen Freischarler sind inzwischen über die thüringische Grenze abgeschoben worden. Da somit die Voraussetzung für die Verhängung des Ausnahmezustandes hinfällig geworden ist, wird fich die thüringische Staatsregierung heute nachmittag mit der Aufhebung des Ausnahmezustandes beschäftigen. Die in Berliner Blättern verbreitete Nachricht, daß der Reichskanzler Cuno die Freilassung der Berhafteten und Aufhebung des Belagerungszu. standes verlangt habe, ist falsch. Bei der thüringischen Staatsregierung ist ein solches Verlangen nicht gestellt worden. Generalausweisung im Rheinland. Effen, 30. Januar.( WTB.) Die französischen Militärbehörden haben bestimmt, daß auch im Ruhrgebiet alle Beamten auszuweisen sind, die es ablehnen, den französischen Befehlen zu gehorchen. Diese Unordnung wird in den Berichten der Pariser Zeitungen über die Absichten der französischen Regierung bestätigt. Eine Düffelderfer Havas- Meldung spricht nur von der Ausweisung unfolgfamer hoher Beamter. In Aachen Zolldirektor Rorbes; ferner Oberregierungsrat Rhose vom Finanzamt Effen und Oberregierungsrat Schmit vom Finanzamt Bochum, die Vorsteher der Hauptzollämter Effen und Mülheim( Ruhr), Zellrat Jennerich Bingen, Zollrat Surholt und Oberzollinspektor de la Motte Krefeld. Regierungsrat Grunewald und ein Obersteuersekretär, die fich nach ihrem Chef Schmiz- Bochum erfundigten, tehrten nicht zurüd. Forstmeister Häffte aus Cleve ist zu 4 och en Gefäng nis bei sofortigem Strafantritt verurteilt worden. haben." Die Berordnung steht zweifellos in einem Zusammenhang sowohl mit der reichsgerichtlichen Entscheidung, nach der das Berliner Milchamt nicht berechtigt ist, Buschläge auf den Milchpreis zu erheben, wie mit den vom„ Borwärts" gestern mitge teilten Zuständen in der Wirtschaft des Berliner Milch amtes. An fich ist durchaus zu begrüßen, daß durch diesen Erlah die Erhebung von bestimmten Zuschlägen, ohne die eine geregelte Organifation und Kontrolle der Berliner Milchwirtschaft nicht möglich ist, gefeßlich geregelt wird. Um so mehr aber muß auf das nachbrüd lichste von den Bertretern der Bevölkerung die Forderung erhoben werden, daß das Berliner Milchamt und mit ihm die gesamte Berliner Milchwirtschaft, da sie nun einmal nach Lage der Dinge sich zu einem Wirtschaftsbetrieb ausgebaut hat, unbedingt rein fauf= männisch organisiert wird. Es muß fategorisch verlangt werden, daß nach dem Vorbild anderer städtischer Wirtschaftsbetriebe, die zum Teil bereits Borzügliches leisten, wie das Anschaffungsamt G. m. b. H., die Brennstoffzentrale G. m. b. H. und andere auch der Milchbetrieb aus dem üblichen Rahmen der städtischen Bureau fraten wirtschaft herausgenommen wird. tommt, daß fein überflüffiger Pfennig von ihr erhoben und die einNur so wird es möglich sein, daß die Bevölkerung die Garantie bemal erhobenen Zuschläge wirklich nur zu ihren Gunsten verwandt werden. Wir werden auf die Berhältnis zurüdtommen, wenn die Bilanz des Milchamtes vorliegt. Ein Gericht gegen die Schundbekämpfung. Bon einem Berliner Landgericht ist fürzlich ein Urteil ergangen, das die Bestrebungen zur Betämp fung der Schundliteratur für ungefeßlich erklärt, ba ber Drud von Schund und Schmuk gefeßlich nicht verboten fet. Der persönlich vertlagte Direttor des Jugendamtes hatte demgegenüber feine gefehliche( u. f. Art. 1 des Jugendwohlfahrtsgesehes) und verfassungsmäßige Pflicht betont, die Verschärfter Kampf gegen die Metalldiebe. Jugend vor erziehungsschädlichen Einflüssen zu Millionenwerte an gestohlenem Altmetall wurden von der schützen. Trotzdem verharrte das Gericht auf seinem Standpunkt, Kriminalpolizei ermittelt und beschlagnahmt. Die erschreckende der in der Wirtung einer, wenn auch ungewollten unter= Häufung der Metallbiebstähle veranlaßte die Kriminal- ft übung des schmußigen Geschäftes mit der Seele polizei, ganz besondere Maßnahmen gegen diefes Treiben unserer Jugend gleichkommen muß. Gegen das samt seiner Be zu ergreifen. Das Sonderdezernat, das für diese Diebstähle von gründung höchst anfechtbare Urteil ist Berufung eingelegt. Es ist jeher bestand, wurde perdoppelt, und so find jetzt ständig zwei also nicht rechtsträftig. Ebensowenig stellt es die allgemeine Ge Kriminaltommiffare mit 30 Beamten hinter diefen richtsauffassung dar, denn in einem zweiten Prozeß gegen den Spezialisten und ihre Abnehmer her. Weil besonders auch die Geschäftsführer des Berliner Ausschusses zur Bekämpfung der Postverwaltung unter den Metalldiebstählen zu leiden hat, Schundliteratur ist eine andere Kammer desselben Gerichts auf die fo werben zu den Streifen und Durchsuchungen auch Beamte des erhobenen Einwände eingegangen. Schon diese Tatsache, daß in Linienschutzes ber Oberpostdirettion zugezogen. und Nachforschung gelten namentlich auch den Altmetallhandlungen, entgegengesette Auffassungen vertreten werden, zeigt, daß eine Die Beobachtung einer so einschneidenden Frage an einem und demselben Gericht die teils öffentlich, fehr oft aber auch in den verschiedenen Gegenben gejegliche Regelung der Sundfrage dringend der Stadt geheim getrieben werben. Um die Kontrolle auf das notwendig ist. Im übrigen ist die Berbreitung der schärfste durchführen zu können, wurden an einzelnen Stellen ganze Schundliste in feiner Weise gehemmt, sie erscheint in Straßenzüge abgesperrt und dann alles gründlich durch erweiterter Form mit den Unterschriften von etwa 40 Bildungsfucht, besonders auch die Höfe und Hinterhäuser großer Grundstücke. verbänden fast aller Parteien und Weltanschauungen. So wurden bisher 40 Personen aufgegriffen, die zum Teil gerade während der Kontrolle mit gestohlenem Material Er kennt fich selber nicht. tamen, um es zu verkaufen, darunter auch eine Reihe von Arbeitern, die das Metall aus ihren Fabriken gestohlen hatten. Der Wert des schäzen. Einem Berliner Gemeindeschullehrer, der das nicht bedacht Man soll die wichtigkeit der Titel doch nicht unterMetalls aller Art, auch Postfabel, bas ais Fabritbetrieben und der Boftverwaltung gestohlen festgestellt und beschlagnahmt wurde, geht in hatte, ist eine kleine Lettion erteilt worden. Er schichte an das Pro. die Millionen. An verschiedenen Stellen wurden auch die Bücher pinzial- Schultollegium einen durch Eilboten zu bestellender Althändler zu einer genauen Prüfung be. ben eingeschriebenen Brief mit der Aufschrift:„ An das Berliner schlagnahmt. Die Inhaber der geheimen Auflaufstellen führen Brovinzial- Schulfollegium, Bolsschulabteilung, 8. H. Herrn Rat Der Briefumschlag trug den aber, wie festgestellt wurde, gar feine Bücher. Die scharfe Rontrolle Bretel oder feinem Vertreter. Aufbrud Freie Lehrergewerkschaft Deutschlands, Ortsgruppe Berwird dauernd fortgesetzt. lin" und beigefügt war mit einem Stempel die Adresse des AbDem Reichsrat und Reichswirtschaftsrat find foeben zwei im fenders. Nach einigen Tagen brachte der Briefträger den Brief Reichswirtschaftsministerium ausgearbeitete Gefeßentwürfe zu zurück und der überraschte Absender fand auf dem Umschlag folgenden Bostvermert:„ Oberregierungsrat Brezel verweigert die Angegangen, die der Beseitigung unerträglich gewordener Mißstände nahme, da die Adresse nur an Herrn Rat Prezel lautet." Anschei bienen sollen. Es sind dies der Entwurf zu einem Gejeg betr. nend hatte der Oberregierungsrat Bregel in dem„ nur" ben Kleinhandel mit unedlen Metallen und der Rat regel fich felber nicht erkannt. Das kommt davon, wenn Entwurf zu einem Geset betr. den Handel mit Edelmetalten, Edelsteinen und Berlen". Der erste Entwurf man nicht jedem Deutschen feinen richtigen Titel anhängt. verfolgt den 3wed, die vielen Metallantaufsstellen, bie in Wirtlich Kirchturmpolifit. Unter diefer Ueberschrift brachten wir in Nr. 41 Beit nichts anderes als Hehlereiunternehmungen schlimmster Sorte des Vorwärts" einen Bericht über ablehnende Haltung der Rechten in find, von denen ein ständiger Anreiz zur Ausübung von Metalldieb- der Neuköllner Bezirksversammlung gegen einen sozialdemokratischen Stählen ausgeht, unmöglich zu machen, indem der Erlaubniszwang Antrag betr. Errichtung eines Sportplages in Rudow. Hierzu für die in Betracht kommenden Gewerbebetriebe und auch für die wird uns mitgeteilt, daß es fich nicht um die Errichtung bereits bestehenden eingeführt wird, und zwar in Abhängigkeit von eines Sportplages in Rudow, sondern um die Fertigstellung bem Bedürfnisnachweis. Der Gefeßentwurf fieht außerdem das bes bereits im Frühjahr 1920 von der damals noch selbständigen Berbot des Erwerbs von Altmetallen, Metallbruch, alten Metall- Gemeinde Rudow errichteten und mit einem festen Drabtzaun bergeräten von jugendlichen Personen und die Verpflichtung zu genauer febenen Sportplay, welcher burch die Sperrberfügung des Magistrats Buchführung vor. Die Androhung ftrenger Strafen und die Mög- Groß- Berlin nicht vollendet werden fonnte, handelt." Um so vere lichkeit der Schließung des Gewerbebetriebes im Falle der Bumider werflicher ist die Stellungnahme der Rechten zu diesem Autrage. handlung sollen den gesetzlichen Vorschriften den nötigen Nachdruck verleihen und die Behörden instandsehen, die Metallhehlerei in 3u funft wirksam zu betämpfen. Der zweite Gesetzentwurf, der den 15561.15639.- 13047.30 18117.70 falls bie Borschrift des Erlaubniszwanges vor und lehnt sich im Handel mit Edelmetallen, Edelsteinen und Perlen betrifft, sieht eben 1 argentinische Papier- Peso 14563.50 14636.50 12219 37 12280.68 übrigen an die Vorschriften für unedle Metalle an. Die Beschrän 2154.60 2165.40 1875.85 1894.68 fung der Gewerbefreiheit, ohne die dieser Kampf nicht durchzuführen 7218.6084.87 6065.18 wäre, foll nach ben beiden Gesetzen auf drei Jahre beschränkt sein. Die Verjagungsprozedur. Dortmund, 30. Januar.( Tremonia.) Polizeipräsident Brandt, der Präsident der Oberpoftdirektion Hüffell und Oberbahnhofsvor. steher Wormer wurden im Auto bis nach Olfen gebracht und auf der Landstraße ausgesetzt. Berabschiedung von den Fa. milien wurde nicht gestattet. Abends fam in Olfen noch der ausgewiefene Polizeihauptmann Scherper aus Herne an. Gar nicht erst einlassen! Wiesbaden, 30. Januar.( Tul.) Den hiesigen Regierungsbehörden murde von der Rheinlandfommission eröffnet, daß die für die ausgewiesenen Beamten in Aussicht genommenen Nachfolger Haenisch und Scheer nur dann zugelassen werden würden, wenn fie vorher schriftlich erklärten, baß sie den Anordnungen der Besatzungsbehörde freiwillig Folge zu leisten bereit seien. 1 holländischer Gulden 1 belgischer Frank 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mark. 1 japanischer gen 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar... 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tichechische Krone 1 spanische Beseta 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar Devisenkurse. 80. Januar 29. Januar Käufer Berläufer Käufer Bertäufer ( Geld-)( Brief).( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs 7182.7881.62 10478.75 Kurs 6325.78 7868.88 6294.22 10526 25 8802 98 8847.07 17 Ein feines" Jugendamt. 1002.48 1007.52 887.90 842.10 19251.75 19848.25 15860.25 15939.75 Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte am vergangenen Mon1855.85 1864.65 1566.07 1573.98 tag die Rote Fahne" cine angebliche Zuschrift, in der berichtet 182048.75 182956.25 158116.25 158888.75 wirb, baß ein achtjähriger Junge, durch das Bezirksamt Friedrichs39650.62 39849.38 33166.87 33333: 13 hain in das Kinderheim Poblog verschiat, in höchstem 2428.91 2441.09 2054 85 2065.15 Grade un terernährt und außerdem an Gelentrheuma. 4563.56 4586.44 3740.62 8759.38 tismus leibend zu seinen Angehörigen zurüdgekommen fei. 7881.50 7418.50 6184.50 6215.50 Auf Grund dieser Buschrift leistet sich die Rote Fahne" einen An6184.50 6215.50 5162.06 5187.94 griff auf das Bezirksamt Friedrichshain in ihrer befannten manier. 46.63 46.87 Die Nachprüfung der Angelegenheit ergab, daß bas in Frage 952.61 957.89 ftehende Kind tatsächlich vom Jugendamt Berlin 12.66 12.74 Bezirksamt Friedrichshain in das Kinderheim Boblog verschickt 185.49 war, und zwar auf Wunsch der Mutter. Tatsache ist ferner, daß 276.69 bas Kind unterernährt zu feinen Angehörigen zurüdtam, 194.51 275.31 night 80 findet Sonntag, den 25. März, in der Aula der Humboldt- Oberrealschule Die Jugendweihe für Tegel- Borsigwalbe und Waidmannslust statt. Der Vorbereitungsunterricht findet jeden Dienstag von 3-5 Uhr und beim Genossen Haupt, Bahnhofstr. 7. im Arbeiterjugendheim Regel, Bahnhofstr. 15, statt. Anmeldungen dortilbit Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas tälter, vielfach beiter, vorübergehend wieber stärker bewöltt mit leichten Schneefällen und frischen, zwischen Nordoft und Nordwest schwankenden Winden. Groß- Berliner Parteinachrichten. eluidendorf Weft. Heute, Dienstag, 7 Uhr, öffentliche Boltsverfammlung in Sartmanns Braueret. Scharnweberstr. 101/104. Thema: Einmarsch der Franzosen ins Ruhrrevier, Berelendung der Maffen und die Stellung der BSP D. Referent: Reichstagsabgeordneter Arthur Crifpien. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. cute abend findet in Jugendheim Railer- Friebrich- Str. 4 ein, Berheabend flatt. Bortrag: Die wirtschaftliche Rot und bie Aufgaben der fozialistischen Arbeiter jugenb." Alle Genossen mitffen erscheinen. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie. Die Krise in der Textilindustrie nimmt in geradezu beängfti gender Weise von Tag zu Tag an Umfang zu. Vor etwa zwei Monaten schon wurden in der gesamten Industrie ca. 160 000 Sturzarbeiter gezählt. Am 31. Dezember hat der Deutsche Textilarbeiter verband eine sehr eingehende und gewissenhaft durchgeführte Feststellung über den Umfang der Arbeitslosigkeit und der Rurzarbeit innerhalb feiner Mitgliedschaft gemacht. Der Ver band hatte damals rund 750 000 Mitglieder. Bon der Statistik wurden 700 827 Mitglieder in 337 Ortsgruppen erfaßt. Davon waren 4919 männliche und 15 327 weibliche, zusammen 20 246 arbeitslos. Außerdem waren 52572 männliche und 109 389 weib liche, zufammen 161 961 Kurzarbeiter vorhanden. Es waren also 3 Bros. aller Mitglieder vollständig arbeitslos und 23,1 Proz. der Mitglieder maren Kurzarbeiter. Bon der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit zusammen betroffen waren 182 207 Mit glieder, das find 26 Broz. Seit dem 30. Dezember bis heute hat fich die Zahl mindestens verdoppelt! Cinige in den letzten Tagen eingegangene örtliche Berichte lassen das erkennen. Aus Bayreuth, Baugen, Brandenburg a. H., Chemnitz, Rottbus, Dresden, Raiserslautern, München- Gladbach, Marienberg, Merane, Mühlhausen i. Th., Nordhorn, Delsniß, Blauen, Zittau ujm. wird überall von ganz außergewöhnlichen Betriebseinschräntungen berichtet. Entweder wird nur ein Teil der Webstühle in Betrieb gesezt oder die Beschäftigten selbst arbeiten nur drei bis vier Tage die Woche. Am schlimmsten sieht es in Oberfranken aus. Dort ist Hof der Hauptsiz der Induftrie. Schon im September setzten dort Arbeitszeitverkürzungen ein. Jegt wird dort allgemein zirka 24 Stunden gearbeitet. Die Notlage der Arbeiterschaft steigt natürlich ins Unermeßliche. Die Löhne sind weit hinter den Steigerungen der Warenpreise zurückgeblieben und die Ziffern der Arbeitslosenunterstützung wirken geradezu aufreizend lächerlich. Ab 12. Dezember 1922 wurden pro Tag 316 M. Arbeitslosenunterstützung gezahlt. Ab 15. Januar d. J. wurde fie auf 600 m. erhöht, ab 29. Januar erhöhte sie sich auf 720 M. Die Textilarbeiterverbände haben am 24. Januar, im Ar beitsministerium die Notlage der Arbeiterschaft geschildert und umgehende Erhöhung der Unterstügungssäge verlangt Leider waren trok vorheriger Anmeldung maßgebliche Persönlich feiten des Arbeitsministeriums nicht zu sprechen. Die vom Arbeitsministerium entsandten Vertreter wußten nichts als die Schwierig teit zu betonen, eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Man sprach des langen und breiten über die produttive Erwerbslosenfürsorge, Lohnkampf in der Berliner Filmindustrie. die Gewährung von Krediten an die Unternehmer und viele Die B.- S.- Korrespondenz berichtet: Geit mehreren Bochen andere schöne Sachen. Die Vertreter des Deutschen Textilarbeiter streifen die technischen Angestellten und Arbeiter der Firmen verbandes haben feinen Zweifel gelassen, daß jetzt fürs erste als mester und Union in Tempelhof. Der Kampf gewann an Aus wichtigste Maßnahme eine vielfache Erhöhung der unter dehnung, als der Arbeitgebernerband der Deutschen Filmindustrie stügungssätze und eine Unterfügung der Kurzarbeiter in Frage und die Filmgewerkschaft eingriffen und wiederholt ohne Erfolg vertommt. Sie verlangten für die Kurzarbeiter Zahlung des Differenz- handelten. Der Arbeitgeberverband stellte die Forderung, daß vor betrages zwischen Arbeitslohn und eines festzusehenden Existenz Aufnahme von neuen Lohnverhandlungen die Arbeit wieder aufminimums. Es wird Pflicht des Reichstages sein, sich der hungernden Erwerbslosen anzunehmen und durch entsprechende Be- genommen werde, während die Arbeitnehmer mit dieser Forderung nur unter der Bedingung einverstanden waren, daß am selben schlüsse die Regierung zur Erfüllung ihrer Pflicht zu zwingen. Tage, an dem der Betrieb wieder in Gang fäme, auch die Lohn: verhandlungen beginnen follten. Das wurde von der Arbeitgeber. Baukontrolleure aus den Reihen der Arbeiter. organisation rundweg abgelehnt und mitgeteilt, daß auf die zurzeit in der Filmindustrie geltenden Löhne vom 1. bis 20. Januar ein Die Einsturzatastrophe im Moffe aus war Gegenstand der Tagesordnung einer Bersammlung der Baudelegier- 30prozentiger, dann bis zum Schluß des Monats ein 75prozentiger Aufschlag auf die Dezemberföhne gewährt werden würde. Diese ten der Baugewerkschaft Berlin des Deutschen Baugewert: Lohnfäße hat die Filmgewerkschaft abgelehnt, da sie ohne ihre Zus [ chaftsbundes am Montagabend in Boekers Festfälen. Nach ſtimmung festgesetzt worden seien. Der Arbeitgeberverband hot den Darlegungen von Krause ist der Unfall darauf zurückzuführen, daß die Decken infolge der feuchten Witterung noch nicht die daraufhin dem technischen Personal und den Arbeitern aller Filmfabriken mitgeteilt, daß heute eine Generalaus perrung erforderliche Festigkeit erreicht hatten, um die Laft der für die Filmindustrie erfolgen würde, wenn bis dahin die Arbeit Riesmassen zu tragen, die in Höhe von 35 bis 50 Zentimeter bei den bestreiften Firmen nicht aufgenommen worden sei. Die auf ihnen lagerten. Hätte man Querhölzer auf die Träger ge: Film gewertschaft hat ihre Mitglieder ersucht, weiter zu bracht und diese mit Brettern belegt, so hätte man den Ries auf die Bretter schütten fönnen und die Katastrophe wäre vermieden worden. Streifen und will, falls es zur Aussperrung fommen follte, die Der Rebner fritisierte mit großer Schärfe das Berhalten der Borführer aus den großen Kinotheatern herausziehen, um so Bauleitung und der Baupolizei. Diese hätten sich mehr auch diese Betriebe lahmzulegen. um den Bau fümmern und auf Borbeugungsmaßregeln bedacht sein müssen. Schließlich begründete der Redner die Notwendigkeit einer befferen Baußontrolle. Immer noch finde man die Steifen der Rüstungen auf Mauersteine gestellt, die Herstellung der Baubuden sei in sehr vielen Fällen mangelhaft und die zum Schutz der Arbeiter vorhandenen Borschriften würden nicht gehörig be. achtet. Im ganzen Reich übten nur etwa 150 Beamte die Baukontrolle aus und in Berlin habe man feine Kontrolleure. Biele Arbeiter hätten von einer Baufontrolle noch nichts bemerkt. Hier müsse endlich Bandel geschaffen werden, indem man Baukontrolleure aus den Reihen der fachkundigen Arbeiterschaft wähle. In der Aussprache stimmten alle Redner den Ausführungen des Referenten zu. Folgende Entschließung wurde einstimmig ange nommen: ,, Die am 29. Januar im Lofal von Boefer tagende Bersammlung der Betriebsräte und Baudelegierten der Baugewerkschaft Berlin des Deutschen Baugewertsbundes verlangt von der obersten Baupolizeibehörde in Groß- Berlin, dem Oberbürgermeister, unverzüg lich die Anstellung von Baubontrolleuren aus den Reihen der baugewerblichen Arbeitnehmer." Preiswert: Billige Kleiderstücke die beste Kapitals- Anlage! Leder Fahrgeldvergütung! Jackett- Anzüge: Blaue Sacco- Anzüge Herren- Regen- Mäntel Herren- Schlüpfer u. Ulster, Herren- Paletots, Cutaways, Gestr. Hosen Solange Vorrat reicht! Rasend billige Preise! Riesen- Auswahl! Hugo Simon Spezialhaus für erstklassige Herrenkleidung 133 Gebisse Edelmetalle CHARLOTTENBURG Wilmersdorfer Straße an der Bismarckstraße. Weitester Weg lohnend! 133 Bruch Gebrüder Fuhrmann Zietlow, Badstr. 16 nur Restehandly. 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Bis zur Stunde war es den Organisationen nicht möglich, die Ausständigen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veran laffen. In der hamburgischen Elfenindustrie( Landbetriebe) sind in den Gießereien Differenzen entstanden, die zur Arbeitsnieder. legung geführt haben. Wir ersuchen, den 3uzug von Gießerei arbeitern nach Hamburg fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Drtsverwaltung Berlin. Arbeitsgemeinschaft deutscher Reichs, Post- und Telegraphenbeamtinnen. Donnerstag 7½ Uh öffentliche Berfammlung im fleinen Hörsaal des Muſeums für Meerestunde, Georgenstr. 34/36 Bortrag von Frau Dr. Begscheider- Ziegler über die Staatsbürgerrechte und Pflichten der Beamtin. Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Rormärts- Buchbruckerci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenftr. 3 Zähne auf Teilzahlung! 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