Nr. 5040. Jahrgang Ausgabe A nr. 25 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar. und Remelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 8600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Poftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland. Finnland, Frank reich, Holland. Lettland, Luxemburg. Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage., Bolf und Reit". der Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 50 Mark Anzeigenpreis: Die etnipaltige Nonpareillegeile Loftet 600. Reklamezei 3000 7. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 180 M.( auläffig abei fettgedruckte Borte). jedes meitere Wort. 100 M. Stellengesuche das erste Bort 100 M., jedes weitere Wort 70 92. Worte über 15 Buchstaben zühlen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 150 M. Anzeigen für die nächste Nummer milfsen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet, von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-293 erlag: Döndoff 2506-2507 Mittwoch, den 31. Januar 1923 Degoutte droht. Die Militarisierung des Verkehrswesens beginnt. Paris, 30. Januar.( EE.) Wie aus Düsseldorf gemeldet wird, emfing General Degoutte heute in seinem dortigen Haupt quartier" ausländische Pressevertreter, denen er fol gende Erklärungen abgab: Bir tamen nicht hierher, um eine militärische oder politische Operation durchzuführen, sondern um den Schuh einiger Ingenieurabteilungen zu sichern, die von der belgischen, italienischen und der französischen Regierung beauftragi find, über die stritte Durchführung von Berpflichtungen zu wachen die von den Deutschen unterschrieben worden waren. Unsere Absichten waren friedlich. Politik der Provokationen fonnte uns nicht dazu führen, daß wir unser Bertrauen in unsere Kraft und in die Gerechtigkeit unserer Sache verlieren. Wir zögerlen, eine bruf und blutige Unterdrüdung anzuwenden. Die franzö fische Armee ist nicht die preußische Armee. Wir sind feine Mehler. Wir fehen unseren Ruhm nicht darin, gegen die Zivilbevölkerung als Schüler Bismards mit Eisen und Feuer vor zugehen. In demselben Ruhrgebiet, das vor zwei Jahren der Schau plaz schrecklicher Graufamfeiten mor, die von deutschen Truppen gegen. Deutsche vorgenommen wurden, haben die franzöfifchen Solbaten ein Beispiel der Mäßigung und der Menschlichkeit gegeben, Aber Mäßigung ist kein Zeichen der Schwäche auf das ihr Baterland stolz ist. besser beurteilen als den eigenen, und sie werden den Kampf gegen ihn mit der größten Entschiedenheit fortsetzen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckfouto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Deutschlands Schuldhaft. Bon Karl Kautsky.*) Wie der Kriegszustand selbst, bringt auch der gegenwärtige Zustand der Reparationsschuld furchtbare Verschwendung mit sich nach dem Weltkrieg, dessen Wunden nur zu heilen sind durch weitgehende Sparsamkeit aller durch ihn geschädigten Nationen. Und so wie dieser bringt auch der Zustand der Reparationsschuld furchtbare Verschwendung mit sich nach dem Weltkrieg, dessen Wunden nur zu heilen sind durch weitgehende Sparsamkeit aller durch ihn geschädigten Nationen. Die mit den Reparationen zusammenhängende Bolitik der Garantien und Pfänder brachte es aber auch mit sich, daß eine starke Armee notwendig war, sie durchzusetzen. Eine Armee, die ungeheure Summen verschlingt. Zu der Armee gefellt sich ein äußerst zahlreicher Stab fontrollierender Organe, der um so mehr ausgedehnt und um so reichlicher bezahlt wurde, als auch das alles auf Kosten des Besiegten ging. Bochum, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Nach wie vor herrscht der verschärfte Belagerungszustand, der der deutschen Bevölkerung den letzten Rest von Recht und Freiheit nimmt. Systematisch arbeitet die Besatzungsbehörde auf die MilitarisieWenn ein Staat eine bestimmte Summe als Kriegsent rung der Eisenbahnstreden hin, die sie vorläufig zu einem schädigung bekommt, dann weiß er, daß er damit haushalten geregelten An- und Abtransport notwendig hat. Die Ruhrtalbahn muß, will er sie zur Ausbesserung seiner Schäden benutzen. ist militarisiert; auch die Strede Düsseldorf- Duisburg- Ober- Wenn ihm aber die Aussicht blüht, daß ihm jede SchadensBir versprachen, das normale Leben der Bevölkerung so wenig haufen- Lünen sleht ausschließlich unter dem Einfluß der Franzosen. rechnung, die er präsentiert, bezahlt wird, dann fällt jeder wie möglich zu beunruhigen. Die deutsche Regierung ver. Langsam geht man auf diesen Cinien daran, die weichen in Grund zur Sparsamkeit beim Wiederaufbau weg. Und so fuchte, einen allgemeinen Aufruhr unter der Bevölkerung Ordnung zu bringen, überhaupt auf eigene Kosten haben auch die Franzosen durch ihre Erwartung ungeherbeizuführen. Die Klugheit der Arbeitertlaste jedoch brachte die Vorbereitungen zu treffen, die zur Aufrechterhaltung ihres Ber- messener Reparationen sich verleiten lassen, den Wiederaufbau diesen Plan zum Scheitern, worauf die deutsche Regierung die Befehrs notwendig erscheinen. Durch die Militarisierung der genann- der zerstörten Gebiete mit höchfter finanzieller Sorglosigkeit amten anwies, offene Rebellion gegen die Franzosen zu treiben und selbst zum Schaden Deutschlands alle möglichen hinder ten Bahnen ist die Hauptzufahrtsstraße nach hamburg vorzunehmen, die ebenso Verschwendung wie Korruption er niffe aufzurichten, wie Verweigerung des Gehorsams, teilweise für deutsche Transporte gesperrt, ferner müssen die Lebens- möglichte. mitteltransporte aus Holland zum Teil auf andere Streden in das Streifs, Sabotageafte, Rundgebungen ufw. Diese Industriegebiet geleitet werden. Die Lebensmittelzufuhr für die Ortschaften, deren Bahnhöfe befeht find, ist sichergestellt. Gebiets Stellen zur Kontrolle der über die bis jetzt noch freien Gleichzeitig werden an der Peripherie des neubefehten Streden in das Innere Deutschlands fahrenden Güterzüge eingerichtet. Diese Kontrollstellen scheinen die Vorbereitung für die Schaffung einer 3o11inie zu bilden. Es steht einwandfrei fest, daß aus Elias- Cothringen französische Soldaten in das Dank der furchtbaren Berschwendung, die so befehle Gebiet transportiert werden. So ist 3. B. am Dienstag ein aus dem System der Reparationen entspringt, wurde es mögderartiger Transport in Cleve eingetroffen. Der Bürgermeister lich, daß, wie erst jüngst Lloyd George bemerkte, abgesehen wurde aufgefordert, für diese Beamten Quartier zu besorgen. Er von riesigen Sachleistungen, die deutsche Republik bereits an hat das abgelehnt und wurde infolgedeffen nachts um 11% Uhr Geldzahlungen dreimal so viel geleistet hat, als Bismard 1871 aus dem Belt heraus verhaftet. Don Frankreich forderte, und nur ein winziger Bruchteil davon und man würde sich sehr täuschen, wenn man glaubte, daß Auch im Hinterland, im altbefehten Gebiet, ift man fyfte- den wirklichen Reparationen zugute kam. Diese erinnern an unsere Geduld ein Ende haben fönnte. Wir haben keine mafisch bei der Militarisierung der Eisenbahn. Die Streden ko- jene berüchtigten Wohltätigkeitsinstitute, bei denen die VerMöglichkeit aufer acht gelaffen, um unser Ziel ohne Zwischenfälle zu erreichen. Wir haben den deutschen Staatslentern Zeit gefassen, blenz- Bonn, Trier- Euskirchen, Aachen- Düren werden augenblid- waltungsfoften alle Einnahmen verschlingen, so daß für den ihre Entscheidungen abzuwägen. Sie verharren in einem vergeblich von französischem Personal bedient. Der deutsche Perfo- Wohltätigkeitszwed nichts übrig bleibt. lichen Kampf und in einer herausfordernden haltung. nenverkehr ruht auf diesen Linien vollständig. Hauptsächlich Aber auch das deutsche Volk ward durch die Folgen der Die Berantwortung für die lebel, die ihr Land treffen wird. transportieren die Franzosen bzw. Belgier hier Lebensmittelzüge Reparationspolitik zu wahnsinniger Verschwendung getrieben. fällt auf fie felbst zurück. Denn daran darf man nicht zweifeln, bis an die Grenze des unter dem Hoheitsrecht der Engländer flehen- Durch die Inflation verlor das deutsche Geld jegliche daß die alliierten Regierungen den Gebietes. Die englische Bejahungsbehörde ver- Wertbeständigkeit, die natürliche Folge war das Aufkommen auf halbem Wege nicht innehalten langt, daß in den ihr unterstellten Landesteilen deutsche Eisen- einer ausgedehnten Bande von Spekulanten, die aus den werden, sondern daß fie den Willen des Gegners brechen und ihm bahner die franzöfifchen Transporte, welcher Art fie auch find, bis Schwankungen des Geldes und der Preise reichen Gewinn ihren Billen auf zwingen werden. Die Ruhrbeamten, die Ob- nach Mülheim a. Rh. fahren. Hier sollen sie von den Franzosen zogen. Den hat das Schiebertum ebenso im Handumdrehen struttion betrieben, wurden verhaftet und ausgewiesen. übernommen und weitergeleitet werden. Die Engländer wieder verjubelt wie es ihn an sich raffte. Aber auch fleinere Das gleiche Schicksal wird alle treffen, die die Rechte nicht an wollen abraden, sobald ihrem Verlangen nicht Leute verlieren allen Spartrieb angesichts des Mangels jegertennen wollen, die die Franzosen aus dem Friedensverirag und Folge geleistet wird. In Anbetracht diefer 3wangslage licher Wertbeständigkeit des Geldes. Ermirbt einmal einer ber internationalen Gesetzgebung(??) befizen. Die Urheber von fahren unsere Eisenbahner jeht in dem genannten Gebiete franzö- mehr, als er im Moment notwendig braucht, wird der UeberSabotagealten werden bestraft werden, wie dies im Militärgefeß fische Züge, fie müssen also unter dem Druck der englischen fchuß leicht verausgabt, um einmal im Elend sich einen guten vorgeschrieben ist. Wenn man ihrer nicht habhaft werden fann, Bejagungsbehörden den Franzosen für die Gewaltaftion Tag zu machen. merden ihre Vorgesekten zur Berantwortung gezogen werden. Berner werden Strafmaßnahmen allgemeinen Charakters erariffen Borfchub leiffen, trotzdem das oberste englische Gericht die Befehung Ganz anderer Art als diese Verschwendung ist jene, werden. Dann wird man sehen, wohin die verrückte Politik von des Ruhrreviers als völkerrechtswidrig bezeichnet hat. welche die große Masse des deutschen Volkes treibt. Durch die Berlin geführt hat. Die Befagungsbehörden arbeiten weiter mit Verhaffungen und Inflation steigen die Preise rascher als die Löhne, diese bleiben Die Geschichte wird die Deutschen streng beurteilen(!?), die Ausweisungen. Nach einem französischen Geheim- immer weiter hinter dem Unterhaltsminimum zurüd, und das ftets von demselben Geist befeelt sind, der für sie so verderblich befehl, der von dem französischen ministerpräfi- ergibt einen entseglichen Raubbau an Gesundheit war und Deutschland zum Ruin führen wird. Was wir Franzosen denten unterzeichnet ist, foll jede Amtsperson und Arbeitstraft. Diese werden heute in Deutschland fordern, ist Bernunft und Gerechtigkeit(!). Wir wollen ausgewiefen werden, die sich weigert, einen Be- in ganz wahnsinnigem Maße verschwendet, dank der Politik die deutschen Arbeiter zu feiner Stlapenarbeit zwingen, obwohl sie es bisher durchschten, daß sie ihre Steuern nicht befehl der französischen Besabung sbehörden aus- der Reparationen. Schon vor mehr als hundert Jahren wurde in Europa zahlten(?) Um unsere schredlich verwüsteten Gegenden wiederauf- 3uführen. Die Freue der deutschen Beamten zum Geseh und zubauen, hätten die Großindustriellen ein wenig von bem Eifer auf zu den Anordnungen der Regierung stellt dieser Erlaß als Arbeits- der Kampf gegen das Schuldgefängnis aufgenommen und wenden sollen, den sie auf die Anhäufung beträchtlicher Gewinne verweigerung" hin. Das System ift: entweder arbeiten" für die gezeigt, wie diese Institution dem Schuldner jede Arbeitsverwendeten. Nichts wird uns von unserer Aufgabe ablenken. Das fähigkeit und Arbeitsfreudigkeit nimmt, ihn aufs tiefste demoEchicksal der Deutschen liegt in ihren Händen. ralisiert, ihm jede Möglichkeit raubt, dem Gläubiger und der Gesellschaft je wieder nüßlich zu werden, und zugleich den Gläubiger und seine Gehilfen aufs tiefste verroht und herunterbringt. Besatzung oder ausgewiefen werden. Die Besatzungsbehörden machen gar fein Hehl daraus, daß, sobald alle führenden Amtspersonen über die Grenze des besetzten Gebiets gebracht bzw. friegsHerr Degoutte handelt treulich nach den Instruktionen gerichtlich abgeurteilt find, das gleiche System auf die Geder französischen Regierung, die Genosse Wels fürzlich im wertschaftler Anwendung findet, wenn die Arbeiterschaft noch Reichstag vorgelesen hat. Er versucht, das Problem zu ver- weiter bei der passiven Resistenz verharrt. Der Anfang mit schieben, als ob es sich um einen Konflikt zwischen der franzö- der Ausweisung von Gewerkschaftlern ist bereits fifchen Regierung einerseits, der deutschen Regierung und der gemacht. In Essen wurde der Vertrauensmann des Verkehrsdeutschen Schwerindustrie andererseits handelte, während es bundes ausgewiesen, auch an anderen Stellen find Bertrauensin Wirklichkeit darum geht, einen völferrechtswidrigen Ein- perfonen der Gewerkschaften, die an der Organisation des paffiven bruch Frankreichs abzumehren und die Arbeiterschaft Widerstandes beteiligt waren, aus ihrem Heimatlande gewaltsam gefchloffen gegen den Militarismus fämpft, der mit brutaler entfernt worden. Die neueste höhere Ethik der Reparationen bedeutet nichts anderes als das Wiederaufleben der schon längst abgeschafften Schuldhaft in ihrer widerlichsten, abfurdesten Form, als Schuldhaft eines ganzen Boltes, das die Schuld einer Regierung büßen soll, die es felbst verjagt hat. Der Engländer Charles Didens hat die Verruchtheit der Schuldhaft in meisterhaften Schilderungen vor bald einem Gewalt in die Wirtschaft eingreift. Herrn Degouttes Behaup Der Hauptabwehrstoß gegen den französischen Gewaltatt fon- Jahrhundert gebrandmarkt, und die Bereinigten Staaten gingen tung, die Arbeiter feien zu besonnen" gewesen, Berliner sentriert sich unter den vorstehend geschilderten Umständen jetzt Europa mit der Aufhebung der Schuldhaft voran. Berden Meisungen zu folgen, ist unsinnig, und sein Bersuch, einen wieder auf die Bergarbeiter, die fchon einmal ihren Mann heute Amerita und England mithelfen an der Aufhebung des Teil der Ruhrbevölkerung gegen den anderen zu heken, wird geftanden haben. Frankreich wünscht vor allem Kohlen und wird Schuldgefängnisses, in das Poincaré das deutsche Volk geerfolglos bleiben. Von der Zivilisation des franzöfifchen Mi- hierzu bald den ersten Berfuch machen, nachdem die zum Ab- sperrt hat? litarismus haben die Arbeiter an der Ruhr Proben genug transport der Kohlenproduktion erforderlichen Eisenbahnstrecken not- Wie dem auch sein möge, die wichtigste und entscheidende erlebt, um zu wissen, daß er nicht um ein haar besser ist als dürftig sichergestellt sind und es die Abwehrkraft durch Answeifung Arbeit der Abwehr muß in Deutschland selbst geleistet werden, jeder andere. Das beweist er arch jeht, indem er durch wider- und Verhaftung führender Männer gefchwächt glaubt. Sicherlich und zwar vom Proletariat. wärtige Heuchelet legte Brutalitäten vorbereitet. Das wird man zunächst auch hier, soweit der Widerstand erneut einsetzt, Die Vorgänge im Ruhrrevier, die wir jetzt staunend befind Redensarten, die mir nur allzu gut fennen. Wenn Herr mit der Ausweifung der Zechendirettoren, der technischen Ingenieure obachten, sind von weltgeschichtlicher Bedeutung. Sie zeigen Degoutte meint, daß er sich in dem Urteil der beutschen Ar- und schließlich der Gewerkschaftsführer beginnen. Aber auch damit die Kraft, die einem wohlorganisierten und geschulten Probeiter von einem preußischen General zu feinem Borteil werden die Franzosen vorläufig nichts erreichen. Es bleibt abzu- Ietariat in einem hochindustriellen Gemeinwesen inneunterscheide, so ist er im Irrtum. Es ist derselbe Faden und warten, welches System fie dann anwenden. Soll dann die wohnt. Wie immer der Kampf ausgehen mag, er fann nicht dieselbe Nummer. Die Arbeiter werden einen fremden Mili- ungerattion in Erscheinung treten? Gute Borbedorismus, der in ihr friedliches Land einbricht, wahrlich nicht reitungen hierfür find getroffen! *) Siehe Borwärts" Nr. 96„ Die Frage der Reparationen". enden, ohne daß das Proletariat der Ruhr in Deutschland, in der Welt die höchste Achtung und Sympathie gewinnt. Ebenso sicher aber ist es, daß, wenn die Abwehr gelingt, da Reparationsproblem neu zu regeln ist. In welcher Richtung, das versteht sich nach dem Gesagten von selbst. Wir müssen verlangen, daß die neuere Ethik der Wiedergutmachung gemildert wird mindestens durch Rückkehr zur alten Barbarei, der Kriegskontribution, daß uns keine größere Härte auferlegt wird, als sie Bismarck 1871 Frank- reich auferlegte. Daß der Betrag der von Deutschland zu entrichtenden Entschädigung durch Verhandlungen mit ihm festgesetzt wird in einem Ausmaße, das Deutschlands Kreditfähig- k e i t herstellt und ihm erlaubt, durch eine Reihe von Kredit- operationen seine Schuld rasch abzuzahlen, dadurch die fremden Truppen aus seinem Gebiete loszuwerden und so seine volle Selbstbestimmung wiederzugewinnen, womit erst der wirkliche Friedenszustand eintritt. Wie immer man im einzelnen dann die Kriegskontribu- tion regeln mag, Grundsatz bei ihrer Festsetzung muß sein, daß die Frage der Reparationen unter, zriordnen ist der Frage der Herstellung eines vollkommenen und dauernden Friedens- zustandes. Deutschland selbst muß wünschen, schon im Jnter- esse des guten Einvernehmens mit seinen Nachbarn und seines Ansehens in der Welt, soviel als möglich beizu- tragen zur Wiedergutmachung des Schadens, den die deutsche Invasion angerichtet hat. Aber die beste Wiedergut- m'achung für alle Beteiligten ist der vollkommene, dauernde Friede. Eine Form der Reparation, die einen solchen Frieden verhindert, bildet nicht eine Wiedergutmachung, sondern eine Weiterschlechtmachung. Eine zweckmäßige Regelung der Reparationsfrage wird sich indes schwer erreichen lassen ohne gleichzeitige Beseitigung des Albdruckes, der auf großen Teilen der Bevölkerung Frank- rcichs— und auf vielen, sehr friedliebenden Elementen— lastet, der Angst vor dem deutschen Koloß, der an Menschenzahl ständig zunimmt und das menschenarme Frank- reich zu erdrücken droht, sobald er wieder an Kraft gewinnt. Das beste Mittel, diese Gefahr zu bannen, wäre sicher die Herstellung eines freundschafilichei, Verhältnisses zwischen der deutschen und der französischen Republik, was das gerade Gegenteil der bisherigen französischen Politik erheischen würde. Indes� das Mißtrauen und die Befürchtungen sind in der franzosischen Bevölkerung einmal da, und nur durch Schaffung geeigneter Garantien sind sie aufzuheben. Wie diese Garantien aussehen sollten und könnten, wie weit sie durch Amerika und England, durch den Völkerbund, durch Deutschland selbst zu schaffen wären, kann hier nicht mehr erörtert werden. Hier sei nur darauf hingewiesen, daß die Frage der Sicherung Frankreichs gegen eine Gefährdung durch Deutschland, so gegenstandslos sie' uns bei dem heutigen Zustande des Reiches erscheinen mag, mit der Frage der Neu- regelung der Reparationen eng zusammenhängt, und daß die Lösung der einen die der anderen erheblich erleichtert. Und noch eines wird für diese Lösungen wichtig werden. Sollte die Abwehr des Poincaröfchcn An- schlages gelingen, wird sie der Entschlossen- heit und Klugheit des deutschen Prole- tariats zu danken sein. Diejenigen, die den Sieg er- fechten, dürfen aber nicht wieder, wie so oft vorher, nach dem Siege bei den Verhandlungen über den neuen Frieden beiseite geschoben werden. Sollen diese Berhandlungen einen wirklichen, dauernden Frieden brin- gen, müssen die Vertreter des deutschen Proletariats auf die Gestaltung des ab- schließenden Vertrages bestimmenden Ein- fluß haben. Nachschrift der Redaktion: Achnliche Gedankengänge wie in den beiden hier erschienenen Artikeln hat Genosse Karl Kautsky jüngst auch in einem Aufsatz entwickelt, der in der weitverbreiteten und angesehenen amerikanischen Zeit- schrift„Foreign Affairs" erschienen ist. Torr unö Vanö. Ein Märchen für große Sinder von Emil Knies. Torr und Wanö lebten einsam auf einer Insel, weit draußen im Meer, jeder mit seinem Weib und seinem Sayn. Torr hatte hinter seinem Garten ein« Tongrube: aus Wanö» Grundstück ragte, mitten aus fruchtbarem Ackerland, ein einzelner Äalkfelsen auf. Seit Menschengedenken hatte kaum ein Schiff das verlorene Eiland besucht und seine Bewohner begehrten nicht nach den Schätzen der Welt, die ihnen so fern war; nur höchst selten rüstete einer von ihnen das Boot zu langer Reise, um Unentbehrliches vom Festlande zu holen. Eines Tages arbeiteten Torr und Wanö in ihren Gärten, denn e? ging zum Frühjahr, und über die Schlehdornhecke weg wurde ein Gespräch geführt. „Nachbar, sprach Torr,„mein Sohn wächst heran, und mein Haus wird mir zu klein. Ist das Eis erst geschmolzen und der Tag länger als die Nacht, dann baue ich mir statt der alten häl- zcrnen Hütte ein großes Haus aus Ziegelsteinen. Ton genug zum Ziegelstreichen habe ich, und dicht an meiner Grenze liegt ja der Kalkfels: den muß ich haben, um mir Mörtel zu bereiten und ich werde ihn mir nehmen." Hoch auf richtete sich da Wanö.„Höre, Torr," sagte er mit starker Stimm«,„was du vorhast, habe auch ich im Sinn. Auch mich gelüstet's, in steinernem Haus geräumig und behaglich zu wohnen, rnid ich werde bauen, sowie die Sonne in den Widder tritt, lind dein« Tongrube liegt mir recht zur Hand— die werde ich mir nehmen!" Nun fielen horte Worte, und das Gestcht der Männer ward rot und ihre Augen unterliefen mit Blut. Endlich hielten sie sich uicht länger: sie liefen in ihre Häuser, holten ihre Schwerter und in bitterem Kampfe schlugen sie sich tief« Wunden, bis sie ermattet voneinander ablassen mußten. Torr hatte die Oberhand behalten, er genas auch am schnell- sten. Da zog er einen starken Zaun um die Klippe au» Kalkfels und verband sie so mit seinem Land: dann sing er an zu bauen. Noch war die Mauer nicht höher, als daß ein Mann frei dar. über hinsehen konnte, do war aucb Wanö wieder genesen. Und als er seine alte Kraft wieder in sich fühlte, schärfte er sein Schwert und schnallte sich einen Lederharnisch auf Brust und Rücken. Gerade brach Torr Kalksteine aus dem Felsen, da fiel Wanö in rasender Wut über ihn her. Zwar traf ihn Torrs Hammer, die linke Schul- ter zertrümmernd, doch mit letzter Kraft ließ er das Schwert niederscusen, dos seinem Gegner die rech'« Hand vom Arm« trennte. Diesmal war Wanö schneller hergestellt. Sobald er es ver- mochte, setzte er seinen Zaun jenseits der Tongrube, strich Ziegel und baute. Aber bis zum Gürtel reichte ihm erst die Mauer, als der Kampf sich erneuerte. Wieder wechselten Grube und Fels den Be- sttzer, und mit der Linken brachte Torr feine Mauer einige Spannen höher, als Wanö ihn anfiel und ihn vom Vlatzc trieb. Nun sank den beiden die Kraft zum Kampf wie zum Werke. In ohnmächtigem Grimm sich verzehrend, hausten sie elend, siech und darbend in ihren immer mehr verfallenden Holzhütten. Hilfsaktion üer dänischen Arbeiter. „Wir führen den Krieg nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen den Kaiser und das Preußenwm". An diesen Ausspruch Poincarss aus der Kriegszeit erinnert unser Kopen- Hagener Bruderblatt„S o c i a l d e m o k r a t e n", dos füh- rende Organ in Dänemark, und schließt daran folgende Worte: „Das deutsche Volk hat das Preußenium gestürzt. Die deutsche Republik wurde in der ersten Zeit ihres Bestehens von Sozial- dcmokraten geleitet und heute noch ist ein. Sozialdemokrat der Präsident der deutschen Republik. Dom ersten Tage des Be- stehens der Republik an war Frankreich gegen die Re° publik und hat mit feiner imperialistischen Politik die Reaktion in Deutschland gestärkt. Wenn die Welt noch einmal in Brand gerät, dann nützt keine Ausrede:„Frankreich ist der Brandstifter!" Der Artikel schließt mit der Auffvrde- rung an alle dänischen Arbeiter, ihre deutschen Kameraden im Ruhrgebiet zu unterstützen. Wie diese Aufforderung und die Meldungen von dem Eleick» im Ruhrgebiet auf die unter großer Arbeitslosigkeit leidenden dänischen Arbcster gewirkt haben, zeigt die Tatsache, daß auf der Redaktion des„Socialdemokraten" bereits Hunderte von Briefen eingegangen sind, in denen sich dänische Arbeiter bereit erklären, deutsche Kinder ausdemRuhrgebtetzu sich zu nehmen. Das aus Ar- heitern zusammengesetzte und unter Führung des in Deutsch» land rühmlichst bekannten„Kindervaters" Genossen Nielsen stehende„Komitee für die deutsch« Hilfsaktion" wird demnächst eine große Aktion für das Ruhrgcbiet einleiten. Wer gibt üas Gelü! Der Parteitag der Nationalsozialisten ist am Montag abend beendet worden. Hitler wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt. Die Oeffentlicbkeit wird sich aber mit der Frage zu beschäftigen haben: Wo stecken die Geld- geber dieser Putschisten? Im Hauptsausschuß des Reichstags hat Genosse Hermann Müller am Montag bereits auf die ungeheuren Kosten hingewiesen, die dieser Parteitag, insbesondere die E x t r a z ü g e zu ihm verursacht habe. Es ist auch in Erinnerung, daß der Führer eines in Berlin ange- kommenen Trupps der Nationalsozialisten eine Aktentasche gefüllt mit Zehntausendmarkscheinen bei sich trug. Der Geschäftsbericht, der auf dem Parteitag gegeben wurde, gibt an, daß die Partei über ein Vermögen von 23 M i l l i o n e n Mark verfügt. Das„Berliner Tageblatt" stellt an die nationalsozia- listische Parteileitung die öffentliche Frage: „Ist es richtig, daß Beauftragte der Nationalso- z i o l i st i s ch e n Partei bei der Deutschen Bank(Filiale München) eine Franks umme auebezahlt bekommen habe, deren deutscher Gegenwert damals SO bis 40 Millionen Mark betrug?" Wir sind zwar überzeugt, daß die Hitler-Garde und ihre deutschvölkischen Verbündeten nur mit lautem Geschimpfe auf diese Frage antworten werden. Aber damit wird der Ver- dacht nicht aus der Welt geschafft und auch nicht die merk- würdige Tatsache, daß wiederholt Franksendungen in erheblichen Beträgen an merkwürdig unbekannte Adressen in München eintrafen. Wäre die Münchener Polizei seit Pöhner nicht geradezu auf eine Schonung der Reaktionäre eingedrillt, so wäre es vielleicht selbst ihr schon möglich gewesen, die wirk- lichen Absender und Empfänger dieser geheimnisvollen Ten- düngen festzustellen. Inzwischen hat sich der bayerische Ministerpräsident von K n i ll i n g. bereit gefunden, am Donnerstag vor dem Haushaltausschuß des Landtags über das Versagen der Re« gierung des Belagerungszustandes eine Aufklärung zu geben. Herr Schroeyer aber, der Polizeiminisier und„General- staatskommisiar" mit fast unbeschränkten Vollmachten, ver- öffentlicht zu seiner Rechtfertigung eine lange Erklärung, in der nochmals dargestellt wird, daß Hitler damit gedroht Alz der Tod sich naht«, iproch Torr zu seinem Sohne:„Noch «in Jahr, Gunnar, und du wirst die volle Kraft eines Mannes haben. Räch« mich an dem Nachbar, denn er hat uns die Tongrube genommen." Und Wanö sprach sterbend zu seinem Sohn Wari:„Du mußt den Nachbar hasten, denn er gönni uns Ton und Kalt nicht, daß wir uns ein wohnlich Haus bauen." Aber Gunnar wie Wari vermochten es nicht, der Bäter Gebot zu befolgen: zu lange hatten sie als Kinder friedlich miteinander gespielt. Sie gingen«inander aus dem Weg«. Da trafen sie einmal im Hohlweg auseinander und keiner ver- mochte mehr auszuweichen. Stumm standen sie sich gegenüber und schlugen die Augen zu Boden, wichen ober nicht von der Stelle. Endlich sprach Wari, und immer noch heftete er den Blick auf die Erde:„Ich soll dich hassen, Gunnar, und Ich kann es nicht!" . Da brach Gunnar aus, und stürzend quollen die Tränen Ihm hervor, und vor Schluchzen vermochte«r kaum zu reden:„Ich soll dich töten, Wari, und ich vermag es nichtl" Und er sank dem Jugendgespielen an die Brust. Wari umschlang ihn und sprach: „Es muß etwas Besseres für uns geben als Haß und Tod. Laß es wieder wie ehemals zwischen uns sein!" Bersöhnt kamen sie zurück. In Eintracht gab Gunnar dem Wari Ton aus der Grube, und im Austausch empfing er Kalksteine von Warle Klippe. Und der starke Gunnar Haff dem schwächeren Wari beim Bauen. Zwei stattliche Häuser stiegen bald empor, weiträumig, fest und behaglich im Innern. Als hehres Zeichen brüderlicher Hilfs- bereitschast leuchten sie mit ihren weißen Mauern weit über die einsam« Insel, auf der nun Wohlstand, Frieden und Glück ihr Heim haben. Von einer gescheiterten Bark kam fremdes Schiffsvolt auf die Insel. Das erzählte, wie draußen in der Welt zwei große Völker in Zwist geraten feien, weil das eine des anderen Kohle, das zweit« des ersten Erze begehre, und wie der Zwist sie beide zu verzehren drohe. Da sahen Gunnar und Wari einander an und sagten leise:„Sie machen es wie unser« Väter— und sie sollten e» machen wie wir." Lokomottoev ohne Führer. Der Lokomotivführer erscheint als die wichtigste Person der Lokomotive, und der Gedanke kommt uns abenteuerlich vor, daß man Lokomotiven ohne Führer laufen lasten könnte. Nichtsdestoweniger gibt es beretts im deutschen Eisenbahn. wesen führerlose Lokomotiven, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat. Ueber diese Einrichtung wird in„Reclam» Universum" berichtet. Man hat auf den ausoedehnlen Bahnanlagen größerer Bergwerksbetriebe elektrisch« Lokomotiven in den Dienst abstellt, die ihren Strom aus Akkumulatorenbatterien entnehmen. Daß diese führerlosen Lokomotiven ihren Weg finden und an der richtigen Stelle'stehen bleiben, läßt sich auf eine einfache Weise be- werkstelligen. An ihrer Vorderseite befindet sich nämlich ein höl- zerner Bügel. Berührt dieser Irgendein Hindernis, so wird der Strom ausgeschaltet, und die Bremse in Tätigkeit gesetzt: der Zug kommt dann genau so sicher zum Stehen, als wenn ein Führer die entsprechenden Maßnahmen ausführte. Man braucht also nur hat, der erste Schuß siegen seine Anhänger löse eine rote Flut aus und zwei Stunden nach diesem ersten Schuß sei die Regierung erledigt. Trotzdem hat nach der Verhängung des Ausnahmezustandes der Staats- kommissar für München, dos ist der Polizei- Präsident, es für zulässig erachtet, von sich aus eine wesentliche Einschränkung der vorgesehenen Polizei- lichen Maßnahmen zuzugestehen, nachdem Hitler wiederholt, nachdrücklichst und feierlichst erklärt statte, sich mit seiner gan- zen Person und Ehre für den vollständig einwandfreien Ver- lauf des Parteitages zu verbürgen und schließlich sogar er- klärte, kniefällig zu bitten, ihm keine weiteren Schwierigkeiten machen zu wollen." Aber S ch w e y c r empfiehlt doch den ihm nachgeordneten Beamten, in Zukunft keine nationalsozialistischen Kund- gedungen zu gestatten, wenn nicht die Gewähr usw. Es wird also zu einer Ungchörigkeit noch dix andere gefügt. Der Reichspräsident hat das Recht, die Aufstebung des Belagerungszustandes zu fordern. Daran muß erumert werden. Dame Iuftitia. Der Hauptausschuh de» preußischen Landtages begann am Dienetaq mit der Beratung des I u st i z e t a t s. Di« Redner der bürgerlichen Parteien beschäftigten sich in der Hauptsache mit der formalen Seite des Etats. Genoste Pudert bez-eichnete es als die Hauptaufgabe der Sozialdemakratifchen Partei, die Rechtspfleg« zu überwachen. Sie stehe in diesem Kampf zwar ziemlich allein, werde ihn aber solange führen, bis das Dertrauen in die Rechtspflege sichergestellt sei. A-s besonders charakteriststcke Zelterlcheiminq hob er die zunehmende Kriminalität hervor. Bedenklich fei besonders die Zunahme von Prozesten wegen Landfriedensbruch. Es handle sich da in der Hauptsache um Vergehen, die bei Kundgebungen für die Er- Haltung der Republik begangen worden seien. Jede Nichtigkeit würde da unter Anklage gestellt, während bei viel schwereren Vergehen von rechts die Justiz immer beide Augen zudrücke. Ganz schlimm stehe es mit der Auswahl der Geschworenen. Nur in ganz wenigen Fällen käme einmal ein Arbeiter als Ge- s ch w o r e n e r auf die Liste, um dann in der Regel vom Staats- amvalt abgelehnt zu werken. Die Abneigung gegen die Laienrichter fei bei den zünftigen Richtern ganz allgemein, ebenso wie die Ab- neiqung der Richter gegen den heutigen Staat unqeschwächt fort- bestehe. Aus der Fülle politischer Fehlurteile griff unser Redner einig« krasse Fälle heraus: Das Landgericht in Aurich habe in einem Untell ausgesprochen, daß die schwarzrotgoldene Fahne össentliches Aergernis erregen müste. In Schlesien habe ein Hokenkreuzler behauptet, der heutige Staat sei durch Spitzbuben, Halunken und Verbrecher geschaffen worden. Der Oberstaatsanwalt in Schweidnitz habe die Straf- Verfolgung abgelehnt, obwohl feststand, daß die b-- schimpfenden Äeußerungen gegen die Regierung gerichtet waren. In Breslau warb ein höherer Gerichtsbeamter für dtt deutsch- völkische Partei und verlangte von seinen Untergebenen, daß sie«in Hakenkreuz tragen. Ein Untcrbeamter ließ den Herrn abfahren und teilt« die cmtifemitilchen Hetzereien im Gerichtszimmer dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus mit. Die Folge war, daß der Unter- beamt« wegen Bruchs des Amtsgeheimnissee fristlos entlassen wurde. Genosse Bubert fragte den Iusttzminister, was er gegen die offenkundigen Aufreizungen der deutschvölkifchen Pwste, die sozial- demokratischen Führer zu beseittgen, zu tun gedenke und was gegen die deutschnationalen Führer Henning, Meyer, Landwehr und Früm- ling aus Osnabrück geschehen sei, die nachgewiesener Maßen den Mördern Crzbergers durch Geld und saliche Pässe über die Grenz« geholfen haben. Unerhört sei dos Verhalten des Schwurgerichts in Halle, das den Leutnant Hoppe zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte, obwohl er während der Kopptage zwei völlig unbescholten« Arbeiter glatt ermorden ließ. Sehr scharf kritisierte Genosl« Bubert das Urteil gegen die Attentäter Hördens. All diese und ein« große Reil?« weiterer Urteile ergeben, lo schloß er seine Ausfiihrungcn, unwiderlealich den Beweis, daß unsere preußische Justiz auf dem rechten Auge blind und aus dem linken Auge scharfsichtig ist. Iustizminister Am Zehnhoff und Ministerialdirektor Fritze konnten die scharf sormulierten Anklagen nicht entkräften.— Die Beratungen werden mu Mittwoch fortgesetzt. da, wo der Zug halten soll, ein solches Hindernis anzubringen. Der Zug, der�sich dann leicht wieder in Gang setzen läßt, stellt aber auch seine Weichen stets richtig, und zwar mit Hilfe einer sinnreichen Borrichtung. An der Stirnseite der Lokomotive befindet sich eine Anzahl Haken, und jeder Haken entspricht einer bestimmten Weiche. In die Haken der Weichen, die gestellt werden sollen, hängt man nun Ringe, und diese greifen dann in die Stellhebel, bewirken so das Umlegen der Weichen. Auch Rückwärtsfahren usw. ist bei diesen führerlosen Lokomotiven möglich. Die Malhemakik ist eine jener Wissenschaften, die sich trotz ihrer großen Bedeutung im Zeitalter der Technik nicht allzu viele Freunde erworben hat. In vielen Schulen wird Mathematik noch in der althergebrachten, weltfremden, unsäglich langweiligen Form gelehrt und leider nur oft wird der Beginn der Stunde mit Grauen und ihr Ende mit Sehnsucht erwartet. So kommt es, daß Tausende und aber Tausende allen Dingen, die mathematisches Den. ten erfordern, hilflos gegenüberstehen. Aber auch der in dieser Wissenschaft nicht gänzlich Unbewandert« nutzt oft genug nicht die Mittel aus, die eine Erleichterung in der praktischen Anwendung der Mathemaiik mit sich bringen. Schon die Logarithmen. tafeln schaffen«ine wesentliche Erleichterung des Multiplizierens, Dividierens und Potenzicrens. Darüber hinaus aber vereinfacht der Rechenschieber da» mechanische und technische Rechnen. Fast alle Rechnungsarten losten sich mir diesem sinnreichen Insttu- menr erledigen, ohne daß es nötig wäre, Zwischenergebnisse der Rechnung abzulesen. Jeder Gebrauch von Tabellen, Logarithmen und Rechenschieber bringt Zeit, und Kruftersparnis mit sich. Es ist daher ein im Verlage der Technischen Bücher für Alle, Dieck u. Co. in Stuttgart erschienener, von Ingenieur Fritzen verfaßter „Praktischer Rechenhelfer" zu bgrüßen, der in knapper Form diese Dinge behandelt. Allerdings setzt das Werk eine all- aemeine Kenntnis in der Mathematik voraus. Es ist für all« be- stimmt, die in ihrer Beschäftigung die Mathemattk nicht entbehren können. W. M. Darum Adam aus dem Paradies vertrieben wurde. Warum mag wohl Adam den so schwerwiegenden und verhängnisvollen Entschluß gefaßt haben, den Garten von Eden zu verlassen? Die Bibel sagt, daß er«s nicht stelwillig tat, sondern von einem Engel herausgetrieben wurde. Eine ähnliche Auffostung wird in dem ältesten Bericht über den Sündensall vertreten, der sich aus einem Tontäfelchen aus der Bibliothek im Tempel zu Nippur findet. Wie wir einer englischen Zeitschrist entnehmen, ist dieser in sumerischer Svrache aufgezeichnete Bericht von Gelehrten der Universität von Pensylvanien entziffert worden, und hier wird als Grund der Dertteibung kein« Strafe für eine Verfehlung angegeben, sondern die Furcht, daß der Mensch sich selbst zu einem Gott machen könnte. Das Täfelchen enthält einen Dialog zwischen Gott und dem Menschen, der sehr ähnlich dem ist, der in der Bibel steht: nur sthlt jeder Hinweis auf die Versuchung oder auf die Schlange. Der Bericht gibt dann an, daß Adam aus dem Paradies vertrieben wurde, um zu verhindern, dab er eine Nahrung finde, die ihn unsterblich machen könnte. Nach der Schätzung der omeri. konischen Gelehrten ist dieser Bericht 1100 Jahre älter als die bliblische Darstellung der Bertreibung aus dem Paradies. Rücktritt der fächsischen Regierung. Kommunistisch- bürgerliche Entente. Verschärfter Belagerungszustand. Eisenbahnerstreik in Mainz. Dresden, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die von der Schutpolizei im Intereffe der öffentlichen Ordnung getroffenen Gelsenkirchen, 30. Januar.( WTB.) Die von General De Hafen und Zollinspektor Benderoth vom Zollamt DüsseldorfMaßnahmen waren den Kommunisten schon seit längerer Zeit ein goutte unterzeichnete Verordnung, durch die über das ganze Güterbahnhof. Dieses Gebäude wurde militärisch besetzt. Dorn im Auge. Sie griffen wiederholt den Minister des Innern, widerrechtlich befeßte Ruhrgebiet der verschärfte Belage- Außer diesen Maßregelungen find 14 weitere Ausweisungen Cenoffen Cipinski, deswegen in der scharfften Weise an. Da rungszustand verhängt wird, hat folgenden Wortlaut: und Berhaftungen gemeldet. der Minifter aber seine Polizei in Schuh nahm, stellten die Kom- In Anbetracht der systematischen Hindernisse, die von gewissen munisten futzer Hand einen Mißtrauensantrag, über den Reichsbeamten der friedlichen Tätigkeit der alliierten Ingenieurin der heutigen Sigung des Landtages abgestimmt wurde. Mit mission in den Weg gelegt worden sind, werden zur Verschärfung 54 Stimmen der Bürgerlichen und kommunisten des Belagerungszustani es im ganzen Gebiet, in welchem die franwurde der Antrag gegen 39 sozialdemokratische Stimmen ange- zöfifch- belgischen Truppen sich befinden, folgende Maßnahmen genommen. Ministerpräsident Genoffe Bud erklärte nach der Ab- troffen: flimmung, dieses Mißtrauensvolum richte fich nicht nur gegen den einzelnen Minister, sondern gegen das ganze kabinett, das hiermit zurüď frete. Bis zur Bildung der neuen Regierung wird das Habinett Bud die Geschäfte weiterführen. 1. Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung: Jeder Sabo tage aft wird strengstens bestraft werden. Die Truppen haben den Befehl erhalten, mit Waffengewalt gegen jeden vorzugehen, der die Eisenbahn, die Telephon- oder Telegraphenlinien, fowie jede Einrichtung zur Berproviantierung oder Versorgung der Truppen zu fabolieren versucht. 2. Berkehr: a) Am Tage vollständige Bewegungsfreiheit. andergesprengt werden. Mainz, 30. Januar.( WIB.) Bereits gestern nachmittag um 4 Uhr hatten die Franzosen versucht, den Betrieb im Mainzer Hauptbahnhof zu übernehmen, indem sie den Hauptbahnhof, die Stellwerke usw. militärisch besetzten. Auf den Protest der Organisationen der Eisenbahner hin, die mit fofortigem Streit aller Eisenbahner drohten, wurden um 7 Uhr abends die Maßnahmen rückgängig gemacht. Heute mittag furz nach 1 Uhr wurden der Hauptbahnhof und die Betriebsstellen erneut militärisch be= set. Als Antwort darauf erfolgte ungefäumt die Einstellung jeglichen Betriebes. Der Eisenbahnverfehr ruht seit etwa 2 Uhr nachmittags vollständig. Vor dem Bahnhof fammelte sich eine nach Tausenden zählende Menge an. Wie es scheint, sich auf dem Hauptbahnhof franzöfifche Militäreisenbahner ab, den entwidelt sich ein Autoverfehr mit der Umgegend. Inzwischen mühen Betrieb wenigstens zum Teil in Gang zu bringen. Bisher find diese Bersuche aber vergeblich gewesen. In der Stadt sind die tollsten und einander widersprechendsten Gerüchte verbreitet, ein Umstand, der durch das Verbot der meisten Zeitungen verschärft wird. Frankfurt a. M., 30. Januar.( WTB.). Sämtliche Bezirtsleitungen der Organisationen der Beamten und Arbeiter im Eisenerlegung des gesamten Eisenbahndienstes im be fepten Gebiet der Eisenbahndirektion Mainz beschloffen. * Ludwigshafen, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die franDie Ministerstürzerei der bürgerlich- kommunistischen Entente Sachsens in diesem so überaus glücklich gewählten Augenblic tann nicht anders als grober infug bezeichnet werden. Von den Kommunisten, die feit langer Zeit im ift der Straßenverfehr untersagt. Befreiungen hiervon b) Bon 10 Uhr abends an bis 6 Uhr morgens sächsischen Parlament die Rolle der Possenreißer spielen, erteilt ber Ortskommandeur durch Vermittelung der deutschen war von vornhernin feine andere Haltung zu er= warten. Sie wissen, daß sie politische Hanswurste sind. Es Behörden. Jede Straßenfundgebung oder Zusammenrottung ist der erübrigt sich deshalb. mit ihnen zu rechten. Wenn sich aber boten. Nötigenfalls werden sie mit Waffengewalt ausein die bürgerlichen Parteien geschlossen als Statisten an die Kommunisten vermieten, so ist das ein Zeichen der Zeit, das 3. Bersammlungen: Ohne vorherige Erlaubnis des Ortskomeinen nicht gerade mit Hochachtung erfüllen fann. Bezeich- mandanten darf keine Versammlung abgehalten werden. 4. Presse: Verboten sind alle Zeitungen, Flugblätter oder nend ist es, daß ein Teil der bürgerlichen Bresse angesichts Broschüren, die Artikel oder Bilder enthalten, welche geeignet sind, bahndirektionsbezirt Mainz haben die fofortige Niedes Rücktritts der fächsischen Regierung in ein Jubelgeheul ausbricht, das nicht größer sein fönnte, wenn Frankreich das die Würde ber Befagungstruppen zu verlegen, Unruhe zu stiften ausbricht, das nicht größer sein könnte, wenn Frankreich das ober die Sicherheit der Truppen zu gefährden. Die Ortskomman Ruhrgebiet geräumt hätte. Wie liegen denn die Dinge? Die Kommunisten waren banten sind befugt, alle Eremplare, die obiger Vorschrift widermit dem Innenminister unzufrieden, weil er dafür gesorgt sprechen, zu beschlagnahmen, fowie Berleger und Bertäufer hatte, daß die Dresdener Krawalle teinen größeren derfelben zu verhaften. Die fommandierenden Generale tönnen zöfifchen Befagungstruppen haben heute vormittag das Gebäude Umfang annahmen. Das ist der Grund des Mißtrauens- in den ihnen unterstehenden Abschnitten die betreffenden Beröffent der Reichsbahndirektion besegt und den Präsidenten Liebeanirages. Ronnten die bürgerlichen Barteien überhaupt für lichungen zeitweise verbieten. Dieselben Bestimmungen gelten für rich verhaftet. Die Beamtenschaft der Eisenbahndiref= tion und die Vertreter der pfälzischen Eisenbahnerverbände, die im Diesen Mißtrauensantrag stimmen, ohne sich dem Berdacht die Theater- und Kinovorstellungen. 5. Waffen und Munition: Waffen oder Munition jeder Direktionsgebäude eine Sigung abhiellen, wurden festgehalten. auszusehen, eine Politik zu treiben, die an das politische Gemissen sehr bescheidene Ansprüche stellt? Das sächsische Art, die sich noch im Besize der Bevölkerung befinden sollten, find Es wurde an sie die Forderung gestellt, sich binnen einer Stunde Kabinett hat gut daran getan, das Mißtrauensvotum gegen innerhalb von zwei Tagen den örtlichen deutschen Be- darüber schliffig zu werden, ob sie sich den Franzosen zur Verden Innenminister auch auf sich zu beziehen. Tatsächlich be- hörden abzuliefern und durch diese den militärischen Behörden zu fügung stellen wollen oder nicht. Es ist damit zu rechnen, daß die steht die bürgerlich- fommunistische Einheitsfront nicht erst seit übergeben. Die örtlichen Militärbehörden find befugt, jede Unter- pfälzischen Eisenbahner den gesamten Eisenbahnbetrieb gestern. Auch in der Frage der Gewerbesteuer ging suchung und Haussuchung vornehmen zu laffen, die sie für nötig still egen, wenn die Besatzungsbehörden auf ihrer Forderung verharren. man gemeinsam gegen die Forderungen der Regierung vor. ben 6. Strafmaßnahmen: 3umiberhandelnde merben von Much hier war es offensichtlich, daß man die Person meinte, militärgerichten zur Verantwortung gezogen und können Pfalz stehen unter militärischer Gewalt. Die ReichsbahnBerlin, 30. Januar.( WIB.). Die Eisenbahnen in ber wenn man gegen die Sache obstruierte. Aber mit dem Rücktritt des Rabinetts Buck ist der Kon- au Gefängnisstrafen bis zu 5 Jahren zuzüglich Geld direktion Budwigshafen ist von ten Franzosen besetzt. Präsident Geld- Pfalz stehen unter militärischer Gewalt. Die Reichsbahnflikt nicht aus der Welt geschafft. Wie denken sich die Bürger- ftrafen bis zu 10 Millionen Mark oder zu einer dieser Strafen Liebrich iſt abgesetzt und verhaftet. Die Beamten, die nicht Die Bestimmungen der französischen lichen die Neubildung des Kabinetts? Mit ihrem Appell verurteilt werden. an das Bolt haben fie fein Glück gehabt. An eine Wieder Strafgefege tönnen bei schwereren Bergehen angewendet binnen einer Stunde erklären, daß sie Dienst tun wollen, sollen vor holung des Experiments dürfte unter den gegebenen Um- werden, falls die dort vorgesehenen Strafen höher find, als die in ein Kriegsgericht gestellt werden. ständen nicht zu denken Jein. Der Bildung eines rein bürger- ber vorliegenden Berordnung angeführten. lichen Kabinetts würde sich keine feste parlamentarische Unterlage bieten. Und eine Koalition zwischen den Bürgerlichen Generals vom 11. Januar 1923 bleiben bis auf weiteres in Kraft, und den Kommunisten...? So wahnsinnig der Gedante infofern sie nicht durch die gegenwärtige Verordnung geändert ift, in den Vorgängen, die der Ministerfrise vorangingen, 8. Borliegende Berordnung tritt mit ihrer Beröffentlichung in findet er bereits eine Art Berwirklichung. Ein Korn bitteren Spotts muß sich in die Betrachtung mischen. Die Kommu- Kraft. nisten schreien nach der Einheitsfront des Proletariats, die Bürgerlichen sind nicht minder eifrige Bochum, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Stadt Rufer der nationalen Einheitsfront. Beide wer- perwaltung Bochum hat unter Zustimmung sämtlicher Arfen den Sozialdemokraten ihre Zurückhaltung vor. beitgeber- und Arbeitnehmerverbände an die Befaßungsbehörde einen Aber wo es gilt, den Sozialdemokraten eins auszuwischen, Brotest wegen der Berhängung des verschärften Belage da finden sie fich plöhlich zu einer höchst absonderlichen rungszustandes gerichtet, aus dem die Sinnlosigkeit der Be Schicksalsgemeinschaft zusammen. Wenn man Parlamenta rismus und Demokratie nicht bloßstellen will, wird man eine agungsmaßnahmen hervorgeht und der gerade deshalb verdient, rismus und Demokratie nicht bloßstellen will, wird man eine in seinem rocfentlichen Teil wiedergegeben zu werden. Unter anLösung der fächsischen Ministertrise finden müssen, die Wieder derem heißt es: holungen des fläglichen Schauspiels verhindert. Don erachten. 7. Die Bestimmungen ber Berordnung des fommandierenden werden. Undurchführbar! Papierpreis 1170 Mark pro Kilo! Im Frieden: 25 Pfg.! Reichswirtschaftsministeriums und den der Zellstoff, Holzstoff- und Nach sechsstündigen Berhandlungen zwischen Vertretern des Papierfabrikanten wurde gestern als Preis für das Kilogramm 3eitungspapier für Februar die Summe von 1170 M. fest gefeßt. Die Zeitungsverleger gaben durch Professor Wolff die Erflärung ab, daß fie bei der vom Wirtschaftsministerium geübten Methode der Berechnung, bei der die 3ellstoffabrikanten nach dem Dollar stande und die übrigen Fabrikanten nach dem Preise des laufenden und letzten Monats ihre Preise gestalten, ohne Berücksichtigung der großen Holzporräte, bie bereits vor tonaten zu billigeren Breifen beschafft worden waren, der Preisfeststellung machtlos gegenüberständen und nur als Zuhörer der Berhandlung beiwohnen würden und somit jede Berantwor= tung für die Preisgestaltung ablehnen müßten. „ Die unterzeichneten Behörden und Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer machen mit allem Nachdruck darauf aufmertfam, daß derartige Maßnahmen im Ruhrgebiet vollkommen un durchführbar sind, wenn nicht etwa entgegen den bisherigen Um Mißdeutungen auszuschließen, läßt das ReichsinnenministeErklärungen beabsichtigt ist, das ganze Wirtschaftsleben zum Er- rium feststellen, daß es sich bei dem vom Reichsminister Deser liegen zu bringen. Zu Ihrer Unterrichtung sei darauf hingewiesen, im Hauptausschuß des Reichstags bestätigten Anwerbungen nicht daß die Zahl der in Frage kommenden Arbeiter und Angestellten in um Werbungen für die Reichswehr, sondern von wilben privatem und öffentlichem Dienst, die in den Sperrstunden die Ar- erbern gehandelt hat, gegen die nötigenfalls mit Ausnahmebeitsstätte verlassen oder sich zur Arbeitsstätte begeben müssen, im maßnahmen vorgegangen werden soll. Anwerbungen der ReichsStadt- und Landkreise Bochum schägungsweise 90 000 we find, wie einwandfrei feststeht, nirgends erfolgt. Mann beträgt. Es ist unmöglich, diese sämtlichen Arbeiter und Angestellten, die ständig wechseln, mit einem besonderen Aus= weise zu verfehen. Ebenso unmöglich würde die Durchführung einer Kontrolle bei dem im Industriegebiet herrschenden, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse gebotenen starten Nachtverkehr fein und zu mal zur Erregung der gesamten Bevölkerung, insbesondere der Arbeiter, führen." Doppelfenster. Das Prinzip des Doppelfensters fäßt sich turz erläutern: Echuß gegen die talte Luft durch eine Zwischenschicht Luft. So perador das Mingen mag, es ist buchstäblich rich tig. Vielmehr als Glas und Rahmen der beiden Fenster schütt gegen das Bordringen der falten Außentemperatur die zwischen den Fenstern eingesperrte Luftschicht. Die Luft ist nämlich ein schlechter Wärmeleiter und gibt demzufolge die Temperaturveränderungen nur sehr langfam weiter. Interessansse Experimente über den wirksamen Stälteschuß der Doppelfenster stellte insbesondere der bekannte Natur forscher Henri Doufour in Genf an; er fam dabei zu folgenden Re fultaten: Betrug die Temperatur der äußeren Luft z. B. minus 7 Grab, so hielt sich die Luftschicht zwischen den Fenstern auf plus 5 Brad, die Temperatur im geheizten Zimmer auf plus 14 Grad. Weitere Ergebnisse waren: Aeußere Luft minus 3,8 Grad, 5 Grad, 8 Grab; Temperatur im Doppelfenster plus 3 Grad, 2 Grad, 0,7 Grad; Luft im Zimmer plus 13,5 Grad, 15 Grad, 14 Grabbie Schwankungen also nur 1% Grad. Diese Resultate änderten sich selbst bei starfem, das Doppelfenster treffendem Nordwind nur unwesentlich. Burde dagegen eines der Fenster entfernt, so fant mit dem Fallen der äußeren Temperatur auch die Temperatur im Zimmer rapide, z. B. innerhalb von 8 Stunden um volle 7 Grad. Man hat eingewendet, daß Doppelfenster für die Gefundheit nachteilig feien, da fie bie Bentilation behinderten. Damit ist es aber nicht so schlecht bestellt. Selbst verhältnismäßig dide Mauern laffen eine Ventilation infolge Durchdringens der Quit in noch weit höherem Maße zu, als gemeinhin angenommen wird. Sodann ist ein zeitweiliges furzes, dafür aber völliges Doffnen der Fenster als Ventilation jeder anderen Methode vorzuziehen. Die Anwendung Bochum, 80. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Vorstand von Doppelfenstern aber bringt, abgesehen davon, daß sie eine stets des Ber bandes der Polen Deutschlands, Kreis Rhein gleichbleibende und daher für die Gefundheit zuträgliche Temperatur land- Westfalen, richtet an seine Mitglieder einen Aufruf, in dem es des Zimmers gewährleistet, den gerabe heut nicht zu unterschätzenden u. a. heißt: An Euch, Landsleute, die Ihr in unserem Berein or Borteil einer großen Ersparnis an Heizmaterial. • Hervorgehoben fei weiter, daß ein erheblicher Teil von den außerhalb des Stadt- oder Landkreises Bochum wohnenden Personen in Bochum feine Arbeitsstätte hat und infolge der herrschenden Wohnungsnot gezwungen ist, den Weg von und zur Arbeitsstätte in zahlreichen Fällen in den Sperrstunden zurüdzulegen. Auch die Aufrechterhaltung des Betriebes von Post, Elfen bahn und Telegraphie und der gesamte Reiseverkehr würde durch ble Sperrzeit vollkommen lahmgelegt werden. ganisiert sei, wenden wir uns mit der Bitte, in jeder Hinsicht die würde zu wahren und nichts zu unternehmen, was uns scha den fönnte. Seid stets bestrebt, Eure Pflicht dem Staate gegenüber, dessen Bürger Ihr seid, zu erfüllen." Gewerkschaftsführer ausgewiesen. Eine japanische Gefahr für die Hawal- Inseln. New Yorker Blätter bringen lange Berichte, in denen auf die Zunahme des japanischen Einflusses auf den Hawai- Inseln im Stillen Ozean auf merksam gemacht wird. Die Nachrichten gehen auf die Beobachtun gen einer Kommission zurück, die vom Washingtoner Arbeitsamt über die Arbeitsverhältnisse auf den zu den Bereinigten Staaten gehörigen Inseln gemacht wurden. Danach beherrschen" die Ja. paner die Infel mehr und mehr und wissen das Berbot der Einwanderung geschickt zu umgehen Die Neuankömmlinge aus dem Reich des Mitabo werden nämlich in großem Umfange von den bereits auf Hawai wohnenden Japanern als Kinder abopi Das Post unb Telegraphenamt in Essen verharrte tiert, und die Frauen erscheinen els fogenannte Bilder mittags noch im Streif. Der direkte Nachrichtenverfehr von und bräute". So nennt man nämlich Frauen. denen die Einreise nach Essen ist unterbunden. in die Vereinigten Staaten auf Grund einer Photographie erlaubt " Gelsenkirchen, 30. Januar.( WIB.). Die gestern in Effen verhafteten Gemertschaftsführer des Poft und Telegraphenperfonals find ins unbefeßte Gebiet abgeschoben worden. Sie wurden auf freier Landstraße ausgefeßt. mird, die ein Mann als das Bild seiner Braut vorweist. Da die Köln, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Gebiete der Japaner fich überaus rasch vermehren, so wird behauptet, daß sie Reichsfinanzverwaltung werden am Dienstag abend noch folgende schon jetzt die Hamal- Inseln zahlenmäßig, politisch und wirtschaft. Ausweisungen und Berhaftungen gemeldet: Aus lich" unter ihre Einflußsphäre gebracht haben. An der Ruhr. Unter diesem Titel bringt die Urania am 2., 5., 9. und 11. februar, abends 8 1hr, einen altuellen Lichtbild- und Film vortrag( u. a. bie Franzosen in Effen, Besuch eines Bergwerks usw.) von Dbering enieur& riz b. Megen- Charlottenburg. gewiesen wurden Zolldirektor Rieger vom Haup'zollamt Lubmigshafen und Bolldirektor Herfs vom Hauptzollamt Machen. Berhaftet wurden Oberzollfekretär Ebert und sein Assistent vom Zollamt Hattingen, Bourat Busse vom Hauptzollamt DüsseldorfHubertus, Regierungsrat Breh vom Hauptzollamt Düsseldorf- l Geistige Nahrung für jeden politisch interessierten Menschen ist eine wohl informierte und gut informierende Zeitung. Der Vorwärts" ift für seine Freunde unentbehrlich geworden wie das liebe Brot. Er unterrichtet sie zweimal täglich über alle wichtigen Vorkommnisse im In- und Ausland, auf dem Gebiete der Politik, der Wirtschaft, der Kunst und Literatur. Er ist ein getreuer Führer in den Fragen der gewerkschaftlichen Braris und des tommunalen Lebens. Deshalb ist es eine zwingende Notwendigkeit, daß jeder Leser zum Monatswechsel mindestens einen neuen Abonnenten wirbt für den „ Dorwärts". 77 Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ift der Borwärts" bei der Post zu bestellen.) " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Volf und Zeit", der Unterhaltungsbellage Heimwelt" und der 14tägig erscheinenden illustrierten Betlage Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name " Wohnung: porn bef Straße Nr. 926 Sof Quergeb.- Seltenfl. Ir. fints rechts Gewerkschaftsbewegung Vom Existenzminimum. freilich nicht die alleinige Ursache unserer Berarmung, aber nur Betriebsräte, fondern alle freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter tub Freigemertschaftl. Betriebsrätefdule. eine wesentliche und bestimmende Ursache. Das Ausland Angestellte können die Rurse besuchen. fann auf die Dauer von uns nur dann und nur in dem Maße taufen, in dem wir von ihm faufen. Mit dem Rückgang unserer Einfuhr muß notwendig auch unsere Ausfuhr sinken. Der Begriff des Eristenzminimums ist bedingt durch die Kultur- Das gleiche Spiel gilt für den Innenmartt. Steigende hufe eines Boltes im allgemeinen, durch die Kulturhöhe der Preise müssen zu einem Rüdgang der Produktion führen, einzelnen Schichten in besonderen. Die Relativität dieses Be wenn die Kauftraft der Berbraucher nicht durch entsprechend griffes wird uns flar, wenn wir une bergegenwärtigen, was wir steigende Arbeitseinfommen gleichen Schritt hält. Daher in der Bortriegszeit als Eristenzminimum für notwendig erklärt sich auch sehr einfach, daß wir jest trop der ungeheuerlichen und selbstverständlich erachteten und wie ungemein tief es in den Markentwertung mitten in einer seit Kriegsschluß beispiellosen WirtSchügengräben während des Krieges unter das vorfriens, schaftsfrise stehen. Wir haben gefiern die erschreckenden Ziffern aus zeitliche Existenzminimum heruntergegangen ist. Das war ein Rüd- der Textilindustrie gebracht. Aehnlich schlimm sicht es in anderen fall in die schlimmste Barbarei, ein Ausnahmezustand, bon Industrien aus. Eine Hebung unserer Wirtschaft ist nur durch dem normalerweise nicht ausgegangen werden fann. Dennoch Hebung der Produktion möglich, d. h. durch deren Berbilligung steckt das Grauen über diese Erlebnisse nicht wenigen Arbeits infolge technischer Berbesserungen und Ratio. nehmern jezt noch io fehr in der Erinnerung, daß fie nalisierung der Betriebsführung. Diese gestatten eine ichon aufrieden sind, tbeil es ihnen jetzt wenigstens Steigerung der Arbeitseinkommen, somit die Hebung der Kauffraft befier geht als in der Kriegszeit. Darin liegt eine große Gefahr für unser ganzes Kulturleben, das auch heute noch unter den Nachwirtungen des Krieges, unter seiner Fortiegung als Wirtschaftsfrieg ichier leidet, den Frankreich und Belgien neuerdings, mit militärischen Wachtmitteln verschärft, in Gemeinschaft mit dem„ Völkerbund ipeiter gegen uns führen. 4 Unserem Bestreben, wenigstens das Eriftenzminimum der Borfriegszeit wieder zu erreichen, stehen noch schwere hem m niffe entgegen. Worauf es antommt, das ist, möglichst starten widerstand zu leisten, um den Tendenzen entgegenzuwirken, die unier Gristenzminimum nicht nur nicht höher fommen laffen wollen, sondern es immer weiter herunterdrücken, Die größte Gefahr besteht hier in geistiger Beziehung. Dem leiblimen Sunger muß jeder einzelne entgegenwirten, wenn er nicht zugrunde geben will. Die geiffige Aushungerung der Verbraucher. Das System der uneingestandenen Gleitlöhne führt zu ab. gleitenden Löhnen und somit zu einer allgemeinen erarmung unserer Wirtschaft und zum Rüdgang der Produktivität unserer Industrie. Unsere Industriellen speku lieren heute auf den Marksturz. auf die Eniwertung der Löhne, statt auf die Rationalisierung ihrer Betriebsführung und auf die technische Verbesserung der Produktion bedacht zu sein. Bugleich ist das jetzt übliche System der Lohnregulierung eine ungeheure Kraft- und Beitverschwendung. Die verhandelnden Perfonen der beiderseitigen Organisationen müssen den besten Teil ihrer Beit und Intelligenz auf diese Verhandlungen verwenden. Dann tommen noch die Mitgliederversammlungen, wo sich die Diskussion wiederholt. Alle Gewerkschaften kennen die Schattenfeiten dieses Systems, das heute nur Schattenseiten hat. Wir waren bisher keine Anhänger von Gleitföhnen, ob sie nun auf dem Dollarfurs, den Inderzahlen oder der Goldmart beruhen. Wir sind auch heute noch der Meinung, daß Gleitlöhne feine Lösung sind. Aber angesichts der ins Bodenfose stürzenden Mart und der sich überstürzenden Preissteigerungen müssen sich unsere Gemertschaften jetzt die Frage vorlegen, ob die halbe Maßregel der Gleitlöhne nicht den maßlos abgleitenden Löhnen vorzuziehen ist. hochinduftriellen England wie in Defterreich. Ob sie auf den Inderzahlen oder auf einer tombinierten Grundlage beruhen sollen, fann heute ununtersucht bleiben. Wir weisen nur darauf hin, daß fich die Arbeiterschaft felbst in dem verelendeten Desterreich durch die Gleitföhne über Wasser zu halten vermocht hat. Wir stehen aber heute bereits mitten in österreichischen Verhältnissen. Das System der Gleitlöhne besteht in dem hochvalutarischen und laffen wir uns weit eher gefallen, wehren uns weit weniger dagegen. Wir waren stolz darauf, daß es uns durch die jahr zehntelange Tätigkeit unierer Gewerfichaiten geglüdt war, dem deutschen Arbeiter die von Lassalle beklagte Bedürfnislosigkeit ein wenig abzugewöhnen. Wir hatten den Arbeiter mehr und mehr von dem Einfluß der bürgerlichen Preise unabhängig gemacht, an jedem größeren Industrieort ein Bartetorgan geschaffen. Uniere Gewerlichaftsprefie drang mit ihren aufklärenden Artikeln in die entlegensten Orte. Seute aber steht unfere ganze geistige Kultur auf dem Spiele. Die Gewerfiafts presse, die ja mit dem Verbandsbeitrag zusammen bezahlt wird, muß sich in jeder Beziehung einschränken. Die Parteiprefie wird vielen zu teuer, die Wolfsbühne, furzum jebe geistige Kost wird zu teuer und von vielen leicht entbehrt. Das EriftenzDie fombinierte außerordentliche Generalversammlung des Deutminimum bat aber auch in geistiger Hinsicht seine Grenze da, wo der einzelne feine Aniprüche nicht mehr weiter herunterdrücken fchen Holzarbeiterverbandes beschloß einstimmig gestern abend laffen will, wo er sich mit aller Macht dagegen wehrt. Geben wir nach kurzer Diskussion die Ablehnung der ungenügenden Zugeftändden Biderstand gegen unfere geistige Unterdrückung allmählich mehr niffe der Arbeitgeber und ebenso einstimmig den Streit. Der und mehr auf, dann bedeutet dies nicht etwa eine Erleichterung Streit erstreckt sich nur auf die Betriebe, die die Forderungen abgelehnt haben. und damit eine Stärfung für den Stampf um das leibliche Eriftengminimum, sondern eine große Schwächung, die uns widerstandsunfähiger macht, im Stampfe um das Brot, die Margarine, die Kartoffeln und das Salz. Müssen wir schon einmal auf diese und jene frühere leibliche Annehmlichkeit wie z. B. den Kaffee verzichten, so müssen wir erst recht unfer geistiges Egiftenzminimum verteidigen. Den Lurus", eine Zeitung zu halten, unfere Beitung, foll uns niemand ftreitig machen. Der Vorwärts" ist„ teuer" gewiß! Doch, wie wir bei alledem, was wir unbedingt zum Leben gebrauchen, nicht erft lange fragen fönnen, was es foftet, sondern es bezahlen müſſen, weil wir es gebrauchen, so müssen wir in die Kosten unferes Eristen, minimums auch die notwendige Ausgabe für unsere Zeitung mit einrechnen, für die gelegentliche Beschaffung eines Buches und schließlich auch für etwa 10 BoltsbühnenBorstellungen im Jahre, gleich unieren Gewerkschafts. Partei und Bersicherungsbeiträgen und adebem mit. Der infolge der hohen Bapierpreise verhältnismäßig hone, dennoch äußerst niedrig ge haltene Bezugspreis des Borwärts" darf feinen Gewerf schaftsgenossen wie erit recht feinen Parteigenossen dazu verleiten, am falschen Ende zu sparen", sein Eristen minimum felber noch tiefer berunterzuschrauben. Nun erst recht dürfen wir eine der wertvollsten Waffen im Kampfe um das Eristen, minimum nicht beiseite legen. Jezt erst recht müssen wir den Vorwärts" heibehalten! Zwangsläufige Gleitlöhne. Streik der Holzarbeiter. Tschechische Streitbrecher? Zu der durch die Breffe gegangenen Meldung, daß Frankreich auch in der Tschechoslowatei Bergarbeiter für das Ruhrgebiet anmerben laffe, erfahren wir:„ Die Bergarbeiter in der Tschechoflowatei find gut organisiert und die Organisationen haben ich mit aller Deutlichkeit gegen die Anwerbung ausgesprochen. Es ist möglich, daß unter den Arbeitslosen augenblicklich er bungsversuche gemacht werden. Allein es dürfte sich auch hier höchstens um Werbungen für Arbeit in Frankreich, nicht um Arbeit an der Ruhr handeln. Die französische Regierung hat nämlich im vorigen Jahre sich mit der Regierung der Tschecho. flowalei in Berbindung gesetzt, um Bergarbeiter für die fran 30 fischen Rohlengruben, besonders bei Courrières, zu be tommen. Es gab lange Berhandlungen, die schließlich, da die Berg. arbeiterorganisationen dagegen waren, refultatios verliefen. das Ruhrgebiet zu engagieren, find nicht bekannt. Auch diese Versuche, technisches Personal, wie Ingenieure u. dergl. für Bersuche müßten, wenn sie wirklich in größerem Umfange vorge organisiert und gegen eine Verwendung im Ruhrgebiet sind. nommen werden sollten, scheitern, da auch die Technifer gut Ein Teil der tschechoslomatischen Geschäftswelt( Kaufleute und Industrielle) rechnet mit einer Erleichterung der tschechischen wirt fchaftlichen Krise infolge des Rampjes um die Ruhr, allein die politisch- wirtschaftlich unterrichteten Streife, auch die Regierungsfreife, benten peffimiftisch über die Wirkungen der Ruhrbesetzung auf die europäiche Entwicklung. Bertrauensleute bes Deutschen Metallarbeiterverbandes, Richtung Amsterdam. Heute finden folgende Freitionszufammenfünfte der Ber trauensleute statt: Eisenformer und Berufsgenossen: 6% Uhr bei Leusch ner, Aderstr. 110; Metallformer: 6 Uhr bei Müller, Schönleinstr. 6; Alempner: 6 Uhr Schule Roppenplay, Alaffenzimmer; Maschinenschlosser: 6 Uhr Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße, fleiner Saal; Schleifer und Galvanifeure: 5 Uhr Gewertschaftshaus, Saal 5, Engelufer 24-25; Widler: 6 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 79; Bauschlosser: 6½ Uhr bei Boweleit, Joftnftr. 7; Rehileger: 6% Uhr Schule Roppenplag, Zeichen. jaal; Drüder: 7 Uhr Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Engelufer 24-25; Mechaniker: 6½ Uhr Gewertschaftshaus, Gaal 3; Elettromonteure: 6½ Uhr bei Weinhold, Gipsstr. 3; Metalldreher: 5 Uhr bei Reinle, Grünauer Str. 7; Graneure und Biseleure: 5 Uhr im Alegandriner, Alegandrinenstr. 37a; Dreher: 6 Uhr Rofenthaler Sof, Rosenthaler Straße; Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser: 6% Uhr im Sophien- Gymnafium, Weinmeifterstr. 17-18. 8utritt nur gegen Funktionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei. Der Fraktionsvorstand. Zentralverband der Bäder und Konditoren. Konfitürenbranche. Funktio närversammlung findet ſtatt heute abend 7 Uhr in der Schulaula Annen straße 1b. Zutritt nur für Funktionäre mit Ausweis des Verbandes der Bäder und Konditoren. AfA- Mitglieder in Kunst- und Baufchloffereien und Geldschrankfabriken. eines Af- Berbandes legitimiert. Erscheinen unbedingt notwendig. Heute abend 5 Uhr Schulaula Böttgerstraße, Bersammlung. Mitgliedsbuch Buchdrucker! Vertrauensleute aller berechnenden Hand- und Maschinen. Don leger am Donnerstag nachmittag 5 Uhr bei Rathmann, Bilhelmstraße 118. Aussprache über den neuen Tarif Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Etuis und Rartonbranche. Donnerstag nachmittag 5 Uhr im Lotal von Boefer, Weberstr. 17, Branchenversammlung. Tagesordnung: Bericht von den Erfurter Berhandlungen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung muß in dieser Versammlung ieber Betrieb vertreten fein. Verbandsbuch refp. Rarte legitimiert. nerstag 155 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, JahresBranchenversammlung der Album, Mappen, Galanterie- und Holzrahmenbranche. Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenleitung. 2. Reumahl der Branchenleitung. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tages. ordnung erwarten wir, daß unsere Kolleginnen und Rollegen pollzählig zu Die Branchenleitung. diefer Jahresbranchenversammlung erscheinen. Aus der Partei. Groß- Leipzig zur Haltung der Partel. fation Groß- Leipzig beschäftigte sich am Freitag mit der Der Arbeitsausschuß des Borstandes der Kreisorgani politischen Lage und mit der Haltung der Partei. Er nahm einstimmig folgende Entschließung an: istischen Zendenzen, wie sie die Zusammenfassung der in " Die Ruhrttion Poincarés ist ein Ausdruck der imperia. dustriellen Kräfte zum Finanzfapital notwendigerweise mit sich bringt. Poincaré ist der Beauftragte der französischen Schwer industrie, die trotz bisheriger Verhandlungen teinen Weg fand, fich mit den Stinnes und Thoffen auf friedliche Art zu verständigen. Es ist daher die Pflicht des internationalen Proletariats und insbesondere die der deutschen Arbeiterklasse, gegen die Gewaltpolitit Poincarés den Kampf mit allen Kräften aufzunehmen, wie sie auch die Annexionsbestrebungen der ehedem monarchistischen Regierung in Deutschland bekämpfte. Diefer Rampf muß geführt werden als ein felbständiger Rampf der Arbeiterklasse, und muß gerichtet sein ebenso gegen Poincaré als den Träger der französischen Montaninteressen, wie gegen das deutsche Großkapital. Damit ist die Rampffront gegeben. Die Bereinigte Sozialdemokratische Partei hat alle burgfriedlichen Bestrebungen, die den führen wollen, grundsäßlich abzuweisen. Die Arbeiterklasse wehrt Abwehrkampf Schulter an Schulter mit den befizenden Klassen sich gegen den Chauvinismus der nationalistischen Kreise, die ledig lich bestrebt sind, durch einen Konflikt mit den Besatzungstruppen der Republit den Garaus zu machen, um eine Diktatur der fascistisch. deutschvölkischen Elemente aufzurichten. den Zentralinstanzen der BSPD., wie auch von denen der Gewert Darum fordert die Kreisorganisation von Groß- Leipzig von fchaften, daß jede Stampfgemeinschaft mit den bürger. Itchen Parteien abgelehnt und die Abwehr gegen die mit der französischen Regierung, wenn nicht herbeigeführt, so doch Ruhrattion restlos auf dem Boden des Klaffentampfes geführt werde. Die Kreisorganisation Groß- Leipzig stellt fest, daß der Konflift gefördert wurde durch die Sabotagebestrebungen aller fapitalistischen Kreise in Deutschland, die sich wehrten, eine attive Bolitit auf finanz- und währungspolitischem Gebiet durch. zuführen. Diese war n möglich auf dem Wege der Erfassung der Sachwerte, daher der Widerstand der Besigenden gegen alle Sanie rungsforderungen, die von der BSPD. vertreten wurden. einfultur. Diese Erfenninis muß die Reichstagsfraktion unserer Dr. Cuno ist der Träger der schwertapitalistischen Interessen in Bartei jederzeit, auch in der gegenwärtigen Situation, bei ihrer Einstellung zur Bolitif Cunos festhalten. Die Kreisorganisation von Groß- Leipzig fordert, daß die Reichstagsfraktion die politischen und wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterklasse in schärffter ampfftellung gegenüber den Klassenfeinden des Proletariats vertritt. Neues Cohnabkommen im Cifhographiegewerbe. Ab 27. Jannar werden folgende Zulagen gezahlt: Im ersten Gehilfenjabr 6800 M.; im Alter bis au 21 Jahren 7800 m.; im Alter von 21 bis 24 Jahren 8050 M.; die Gehilfen im Alter über 24 Jabre 9000 m. Diese Zulagen erhöhen fich ab 10. Februar in den Altersklaffen um 4200 m. 63. 4900 m. batv. 5350 m. 63. 6000 Dt. Dieses Als unerläßliche Forderung der Gegenwart ist dahin zu wirken, Abkommen gilt bis zum 16. Februar. der von Tag zu Tag steigenden Leuerungswelle entgegenzufstreben. Abschluß der Lohnverhandlungen im Emaillewarengroßhandel. Auch jetzt muß alles Erdentliche getan werden, um durch eine ach außerordentlich langwierigen Verhandlungen ist es dem Stüßungsaktion der Mart die Preistreibereien der Kapitaliſten zu Deutschen Berkehrsbund gelungen, erfimalig ein Lohnablommen unterbinden. Das fann nur geschehen durch eine rücksichtslose Erfür den Emaille warengroßhandel abzuschließen. Die dort be- fassung der Sachwerre, durch rücksichtslose Eintreibung aller von den ichäftigten Arbeiter, die bisher noch Löhne erhielten, die vom befizenden Klassen zu leistenden Steuern und indem die Reichsregie Landgericht Berlin als Hungerlöhne" bezeichnet wurden, fonnten rung verpflichtet wird, als Notmaßregel eine Ausgleichsstelle zu durch das Ablommen an die Löhne des Großhandels berangebracht schaffen, die auf den Börsenplägen zu intervenieren hat, wenn im werden. Die Tarifverträge sind im Zimmer 81 des Gewerkschafts- Devisenhandel weitere Hauffetendenzen bemerkbar werden." bauies. Engelufer 24/25, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches in Empfang zu nehmen. Betriebsräteschule. 2m 2. Januar stand der Dollar auf 7200. 2m 9. Januar, eine Woche- später, notierte er 10 000. Bieder eine Woche später war er auf 15 000 geklettert. Nach einer weiteren Woche hatte er 20 000 erreicht. Und am 30. Januar, eine Woche nach diesem Gipfel, hatte er die phantastische Höhe von 40 000 erflommen. Innerhalb von vier Bochen war die Mart um fünf Sechftel gestürzt. Daß bie Preise auch den verstiegenften Dollarsprüngen nachtlettern, braucht nicht erst mit Zahlen belegt zu werden. Auch unsere im Inlande hergestellten Produkte, deren Herstellung mit der entwerteten Bapiermark bezahlt wird, deren Rohprodutte samt und fonders aus dem Inlande stam men, richten sich in immer fürzerer Frist nach dem Stande des Dollars. Wie aber steht es mit den 23hnen und Gehältern, wie mit den Einkünften der Sozialrentner? Die Löhne und Gehälter werden von Organisation zu Organifation vereinbart oder, wenn alle Verhandlungen scheitern, burch Rampf ausgetragen. Vor dem Kriege wurden die Lohnabkommen in der Regel für zwei oder brei Jahre getroffen. Seit dem Kriege wurde die Tarifbauer immer mehr verkürzt: auf ein halbes Jahr, auf drei Monate, auf einen Monat, auf 14 Tage schließlich, und jezt haben wir vereinzelt bereits wöchentliche Lohnvereinbarungen. Wir find also nach und nach zu uneingestandenen Gleitlöhnen gekommen. Nur haben diese Gleitlöhne, eben weil sie uneingeftanden find, ben Nachteil, daß sie immer mehr in ihrem Realwert unter das Existenzminimum gleiten, während die Löhne vor dem Kriege langsam, aber stetig, über das Eristenzminimum hinausgehoben wurden. Anders ausgedrückt: vor dem Kriege hob sich das Lebens. niveau der Lohn- und Gehaltsempfänger; jegt wird es mit jeder Zulage herabgedrückt. Doch dies ist bei weitem nicht der einzige Nachteil der durch den Dollar hinabgedrückten Löhne. Während wir trog in Wirklichkeit wegen der steigenden Löhne vor dem Kriege eine aufsteigenbe Wirtschaft hatten, eine ständige Zunahme unseres Außenhandels, mit einem Borte ständig reicher wurden, haben mir jeẞt eine sintende Wirtschaft. Trog in Wirklichkeit wegen der Balutagewinne einer dünnen Schicht von Spetulanten und Sady meribefizern, werben wir als Gesamtheit ständig ärmer. Die fintenden Realeinkommen der Lohn- und Gehaltsempfänger sind auffuchen und ber sörerbeitrag bort an den Bertrouensmana zahlen. Nichi Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Echiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berliu. Druck: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 8 Sieran 1 Beilage. Morgen beginnen folgende Kurse, an denen noch neue Hörer teilnehmen Ennen: Sentrum: Sephien- Lnzeum, Weinmeisterstr. 16-17. Die Frau im Wirtermittlung und Betriebsstatistik im industriellen Großbetrieb"( 6 Uhr). Die onomischen Lehren des Martismus"( 6 Uhr). Einführung in die Wirt schaftspolitik( 8 Uhr). Rorden: Gemeindeschule, Greifenhagener Str. 58. auch veraltete Wunden, heilt die milde und wohltuende Inhalt und Bragis des modernen Arbeitsrechts"( 8 Uhr, 8immer 8). Geld, Sanitätsrat Dr. Strahls Haussalbe Bant- und Börsenwesen"( 8 Uhr, Zimmer 6). Südosten: Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. Grundlagen und Gegenwartsfragen des Sozialismus“( 6 Uhr, Elefanten- Apotheke, Berlin SB., Leipziger Str. 74( Tönhoffplatz.) Bimmer 17). Wefen und Entstehung der Betriebsvertretung"( 6 Uhr, 8im. mer 20). Inhalt und Pragis des modernen Arbeitsrechts"( 6 Uhr, 8immer 18). Das gefeßliche Schlichtungsverfahren"( 8 Uhr, Simmer 18). Unternehmungs formen, Betriebs- und Verwaltungsorganisation ber modernen Großindustrie" ( 6 Uhr, Simm. 19). Einführung in die Wirtschaftsstatistit"( 3 Uhr, imm. 17). Sozialhygiene"( 8 Uhr, Bimmer 19). Often: Textil- Fachschule, Warschauer Blaz 68. Allgemeiner Einführungsturfus"( 8 Uhr, 8immer 117). Ein Betriebsrat von Ronjunktur und Arife wiffen?"( 8 Uhr, Bimmer 115). führung in Staats- und Rechtslehre"( 8 Uhr, Bimmer 115). Was muß der fchaftsleben"( 8 Uhr). Grundlagen des Arbeitsrechts"( 8 Uhr). Selbstkosten Hautausschlag, offene Füße( Krampfadern) Hörerkarten( zum Preise von 50 St., file Arbeitslose unentgeltlich) werden in der Betriebsrätezentrale( Abt. Rätefule), Engelufer 24-25, 2. Sof, 1, tags und Freitags von 4-7 Uhr. Auch Wönnen die Rodegen die Rurfe direkt ausgegeben. Lehrberatungssprechstunden, außer in den Bureauftunder, Mon feciferrin flüssig und in Jabletten Nervenstarkend- bluibildend Michbmävel Dich Smörünt Bel das beste und sparsamere BOHNER WACHS Erhältlich in allen besseren Geschäften Blutarmut, Bleichsucht, darniederliegender Ernährung, bei körperlicher u. geistiger Niedergeschlagen. heit, verordnen die Aerzte Leciferrin, das vertrauenswürdigste Nähr- und Blutauffrischungsmittel für Erwachsene und Kinder. Leciferrin geht vollständig in den Säftestrem des menschlichen Organismus über, daher die schnelle, sichere Wirkung. Galenus Chemische Industrie Frankfurt am Main Nr. 50 40. Jahrgang -W Beilage des Vorwärts Im Reiche der Maschinen. V. Wie ein Kraftwagen entsteht. Dom Zusammenbau. Mittwoch, 31. Januar 1923 Die Berliner Müllbeseitigung. Das vereinheitlichende Ortsstatut beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung genehmige gestern die einheitliche Regelung der Müllbeseitigung, die der Magiftrat für nötig hält. Diese Regelung hätte, wie der sozialdemokra tische Rebner, unser Genosse Klose, mit Recht hervorhob, schon viel früher tommen müssen. Alle Bersuche der rechtsstehenden Fraktionen, das Drtsstatut möglichst zugunsten reicher Vororte zu durchlöchern, wurden von der Linten abgeschlagen. Der moberne Kraftwagen ist eine der erfolgreichsten Schöpfungen Ventile usw., werden nach ihrer Bearbeitung auf den Dreh, Fräsneuzeitlicher Technit. Er ist das Probuft einer langen Entwicklung und Hobelbänken auf befonders konstruierten Schleifmashinen ge Sm ,, Conservatoire des arts et des métiers" in Paris ist der erste schliffen. Nach jeder Operation werden sie auf Grund der Zeich Wagen ohne Pferde", ein Dampflastwagen, ausgestellt, den ber nungen geprüft, so daß am Ende eine unerhörte Präzision erreicht französische Artillerieleutnant Cugnot im Jahre 1770 gebaut hat, Automaten nach dem modernsten Verfahren hergestellt. Alle Einzelwird. Die für den Zusammenbau benötigten Schrauben werden auf um damit Geschütze befördern zu können. Es ist ein Ungeheuer teile werden nach ihrer letzten Prüfung gestempelt, so daß man sie aus schwerem Eichengebält, das auf drei Rädern ruht, im Prinzip auf der Erfazliste wiederfinden kann. In der außerordentlichen Sigung tam zunächst ein Dringlich. fettsantrag des Zentrums zur Berlesung, der den Magistrat auf. der heutigen Byflonette gleicht und sich außer feiner Schwer: vor fordert, dafür zu sorgen, daß die den Angestellten der Straßen allem dadurch von dieser unterscheidet, daß das Vorderrad außer Sahn zustehenden Bezüge restlos umgehend gezahlt Dem Motor noch einen ungefügen Dampfteffel trägt. Dadurch wurde Die in den Materiallagern ruhenden Teile werden nun an die Zukunft sich danach richten wird. werden, und die Erwartung ausspricht, daß der Magistrat auch in Die Lenkbarkeit des Wagens sehr erschwert, und bei der Probefahrt einzelnen Montagen ausgegeben. Alles, was zum Motor gehört, den Stadtv. von Ennern( D. Bp.) widersprochen. Der Bertreter Der Dringlichkeit wurde durch rannte er mit etwa 4 Rilometer Geschwindigkeit eine Mauer um, die wandert in den Motorenbau. Die Kurbelwelle wird in das Gehäuse des Zentrums, Lange, gab dent lebhaften Bedauern Ausdruck, so der Kraft der Mashine zum Opfer fiel. Der heutige Kraftwagen eingelagert, die Pleuelstangen mit den Rolben zusammengepaßt, die daß durch diesen Widerspruch ein sofortiger Beschluß verhindert gehorcht dem leisesten Wint des Steuerrades. Er kann mehr als 3ylinder werden mit Bentilen versehen und mit dem Kurbelgehäuse worden sei, und als Herr von Ennern erwiderte, daß es ja wohl 100 Rilometer in einer Stunde durcheilen, und es ist die Tragit verbunden. Der Antrieb der Steuerungswelle wird eingebaut, und genüge, daß der Antrag überhaupt gestellt sei, daß man zum Magides Autos, daß die gewöhnlichen Straßen es ihm im allgemeinen wenn dann schließlich noch die Del- und Wasserführungen, der strat wohl Vertrauen haben könne, stellte Lange fest, daß erst am nicht erlauben, mit voller Geschwindigkeit zu fahren. Der Straßen- Magnetzündapparat und die fleineren Ausrüstungsstüde angebragt 28. die Straßenbahndirektion sich außerstand erklärt habe, die bau konnte der schnellen Entwicklung des Kraftwagenbaues nicht sind, ist der Motor so weit gediehen, daß er auf dem Probierftand 30 Broz. Zuschlag zu zahlen. Es blieb indeffen bei dem Widerfolgen. Zu welcher Blüte die Tecnif den Kraftwagenbau gebracht, mit einer Dynamo gefuppelt, die, zunächst als Elettromotor ge des Magistrats megen Erhöhung des Entgelts für die Uebernahme einer gründlichen Prüfung unterzogen werden fann. Hier wird er spruch. Die Absicht des Borstehers, eine Dringlichkeitsvorlage zeigt uns ein Gang durch eine der modernsten Autofabriken Berlins, fchaltet, den Benzinmotor ihrerseits einfährt. Dann aber treibt der der gewerblichen Abwässer zu erledigen, wurde, trotzdem sich auch der in Oberfhöneweide gelegenen NAG., einer Tochtergesellschaft der Benzinmotor die Dynamo, aus deren Belastung man auf die Leistung Stadtrat Hahn dafür einsetzte, vereitelt, da der Vertreter der AEG., in der 4500 Arbeiter und Angestellte beschäftigt sind. des Benzinmotors schließt. In ähnlicher Weise vollzieht sich der Rommunisten unter Hinweis auf den gleichzeitig stattfindenden kontZusammenbau in den übrigen Teilmontagen. Im Getriebebau munistischen Barteitag der Vornahme von Abstimmungen widersprach. werden Wellen, Zahnräder, Schaltgabeln usw. im Gehäuse zusammen. Zur Abstimmung tamen die drei Borlagen, die die Erhöhung gebaut. Im Hinterachsbau sieht man, wie die fertige Hinterachle der Müllabfuhrgebühren im Bezirk Charlottenburg( ab mit dem Ausgleichgetriebe entsteht, das die Aufgabe hat, die An- 1. Februar), Wilmersdorf( ab 1. Januar) und Oberschöneweide( ab triebskraft auf die beiden Teile der in der Dritte unterbrochenen 15. Januar) betreffen, und darauf beriet die Bersammlung den vom Hinterachse im Verhältnis zu den auf ihnen wirtenden Kräften zu magistrat am 7. Dezember 1922 vorgelenten Entwurf eines Orts= Wagen fahren kann, das eine Hinterrad fast auf der Stelle stehen Berlin. Dieses Ortsgesetz strebt zur Sicherstellung einer geord. verteilen Das ist nötig, weil 3. B bei der kleinsten Kurve, die der gefeges betr. bie städtische Müllbeleitigung in bleibt, so daß die Geschwindigkeit fast gleich Null ist, während das neten Müllabfuhr für Berlin und zur Vereinfachung der verschieden. der Teilmontagen wird schließlich noch durch den Vorderach bau der Müllabfuhr und gleiches Recht für alle Stadtteile an. Das Driss andere Rad einen bestimmten Weg zurüdzulegen hat. Die Zahl artigen Ordnung und Erhebung der Gebühren die Bereinheitlichung und den Lenkungsbau vervollständigt. Der aus Blech gepreßte, an den Enden geichweirie Raumen, der Förminen Quericht beigt gelek läßt alle Ortsteile ländlichen Charakters ster mit weitläufiger und aus dem das Untergestell des Autos hefteht, n'mmt nun die Die Grundlagen der Fabrikation. Den Ausgangspunkt der Fabritation bilden die Entwürfe, die rechnerischen Ermittlungen und die Werkstattzeichnungen. Die zu verlässigkeit der errechneten Abmessungen und der gewählten Formen muß bei neuen Typen durch ausgedehnte Dauerversuche festgestelt werden, bei denen mit besonderen elektrischen Belastungs- und Mehvorrichtungen die sich ergebenden Materialveränderungen festgestellt werden. Daran schließen sich Fahrversuche mit Probewagen. dann fann mit der eigentlichen ferienweifen Herstellung der Kraft wagen begonnen werden. Im Werkzeug, Vorrichtungs- und Gefenkbau werden die im Ronstruktionsbureau entworfenen SpezialErst digen und sorgfältigen Rontrolle, da im Autobau mit einer Genauig in den Zeilmontagen fertig bearbeiteten Stücke auf. In langer merden, hie bisher vornehmlich durch die feit Oftober wegen mirtStühlernen Gesenten in der Schmiede geschlagen. Diese Gefente sind und dem Kühler die Achsen mit den Rädern und selbst die Benzin- dient wurden; dazu gehört spell tie innere Stadt. Die technische feit bis zu 1/800 Millimeter gearbeitet wird. Biele Teile werden in Reihe steht Gestell an Gestell Hier sind bereits aufer dem Motor chaftlicher Schwierigkeiten nicht mehr funktionierende 23: rtfchaftsgenossenschaft Berliner Grundbesizer" be= zweiteilig und gleichen im Prinzip den in der Gießerei verwendeten behälter eingebaut, dort beginnt man gerade mit dem Zusammenbau. Ausführung der Müllabfuhr soll der an die Stelle dieser GenossenFormen. Der Hohlraum des Gefentes entspricht den herzustellenden Das fahrfertige Untergestell wird ebenfalls geprüft. Die Hinterachsen schaft getretenen Berliner Müllabfuhr- AttiengesellTeilen unter Berücksichtigung der für die Bearbeitung nötigen zu werden auf einen Bock gelegt, die Räder durch Kettenräder erfekt, fchaft" übertragen werden, an der die Stadt Berlin mit 25 Broz. gaben. Werkzeuge, Borrichtungen und Gesente, eine ständige Ron- durch Triebfetten mit einer Dynamo verbunden, aus deren Be- beteiligt ist. Das Ergebnis mer die unveränderte Annahme der trolle, die sich sowohl auf die Fabrikation als auch auf die anges lastung man nunmehr die Leistung des gesamten Getriebes berechnet. Ausschußvorschläge durch eine Mehrheit, die sich aus der gesamten Tieferten Materialien bezieht, und eine wohldurchdachte Material- Großer Wert wird hierbei auf geräuß hlofen Gang gelegt. Wenn Linfen, der Wirtschaftspartei und einem Teil des Zentrums u verwaltung find die Grundlagen der gesamten Fabrikation. das fertige Untergestell diefe Prüfung bestanden hat, werden die fammensetzte. Bom Stadtrat Genossen Böhlch und vom Genoffen Räder mit der Gummibereifung versehen, und der Wagen ist fertig! ose wurde gegenüber Cinwänden der Rechben der durchschlagende zur ersten Probefahrt. Beweis geführt, daß annesichts der hervorgetretenen Misstände eine zentrale Regelung der Müllabfuhr für Berlin eine Bebensnotmendigkeit fei. 2e Abänderungsanträge blieben in der Minderheit; angenommen wurde dagegen eine von den Rommunisten beantragte Entschließung, wonach die Stadt sich in den Befih ber überwiegenden Mehrheit der Aktien der Gesellschaft zu egen bemüht sein soll. Die Bearbeitung der Einzelteile. " Die Fertigmontage. Die in der Schmiede geschlagenen Teile erfahren mit den von anderen Fabrifen angelieferten Guß- und Breßteilen eine weitere Bearbeitung in ausgedehnten mechanischen Werkstätten. Von den Mit diesem Wagen tann man doch noch feinen Staat machen. hier vereinigten Werkzeugmaschinen mögen insbesondere drei neue Ihm fehlt noch alles, was seine Benutzung angenehm gestalten könnte. amerikanische Fräsbänke zur Herstellung von Schraubenrädern, das find Regelräber( Zahnräder) mit spiralartig geformten Zähnen, die Sattlerei und Polfierei vereinigen sich mit dem Karofferiebau und der einen äußerst ruhigen Gang haben, erwähnt werden. Diese Gleason- Lackiererei, um den Wagen zu vollenden. Im Rarefferiebau entsteht maschinen", die automatifah arbeiten, erscheinen auch heute noch als aus vorgeschnittenen Hölzern der eigentliche Wagenfasten, den der ein Wunderwerk des Werkzeugmaschinenbaues. Die Bearbeitung der Sattler dann mit Tuch und Leder und gutgepolsterten Sißen aus Einzelteile ist vollkommen spezialisiert. So wird beispielsweise das stattet. Nachdem die Beleuchtung, die Hupe, Nummernschilder, die aus Aluminium gegoffene, aus Ober- und Unterteil bestehende Motor- Halter für die Reserveräder usw. angebracht sind, wird der Wagen gehäuse nach der Anlieferung zunächst auf der Planfräsmaschine ge- in einem besonderen, durch einen Exhaustor flaubfrei gesaugten Raum fräst. Die Gehäuseteile sind auf dem Arbeitstisch befestigt, und große auf Hochglanz in der Farbe lackiert, die der Käufer gewählt hat, die Flächen, an denen Ober- und Unterteil später vereinigt werden der heute für einen Luguswagen etliche Millionen anwenden muß. follen. Dann kommen die Gehäuse in eine schwenkbare Bohrvor. Nach einer letzten Probefahrt kann dann der Wagen die Fabrik richtung, die man mit einem finngemäß geformten Raften vergleichen verlassen. fann, in den alle für das Gehäuse bestimmten Löcher vorgebohrt find. Mit Hilfe dieser Vorrichtung wird jedes Loch mit großer Gleichmäßigkeit und in richtigem 2bstand nach den Vorschriften der Zeich mung gebohrt. Dann werden die Lager bearbeitet, die später die, Wellen aufnehmen sollen, und schließlich wird das Gehäuse zusammen gebaut. So gelangt es dann in die Materialausgabe, die es zur weiteren Bearbeitung an die Montage abgibt. Teile, die sehr genau passen müssen, wie Zylinder, Kolben, Steuerwelle, Kurbelwelle, ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 24] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuftript überfest son Julian Gumpetz " Alles in Ordnung, Mann," sagte er.„ Ich habe ihr erzählt, du würdest zahlen, wenn Onkel Sam hier eingetroffen fei. Hast du schon' mal Kümmel getrunken?" Was ist denn das?" Sie fezten sich, aßen gebackene Eier an dem Tisch in der Ede, dem begünstigsten Tisch, wo Marie selbst oft saß und plauderte, wenn Madame mit ihrem eingetrockneten Gesicht fie nicht beobachtete. Berschiedene von den Leuten tamen mit ihren Stühlen näher; der wilde Dan Cohen gab immer Audienz " Schaut so aus, als ob' ne neue Offensive bei Berdun vorbereitet sei," fagte Dan Cohen. Irgendeiner antwortete etmas. „ Seltsam, wie wenig wir wissen von dem, was vorgeht." fagte einer. Ich wußte mehr über den Krieg, als ich zu Hause in Minneapolis war, als ich hier weiß." " Wir werden ihnen schon ordentlich heimleuchten," sagte Fufelli mit patriotischer Stimme. Ausfallende Straßenbahnlinien. Ein Teil der bereits angefündigten Betriebseinschränkungen der Berliner Straßenbahn fonimit zusammen mit einigen Linienverbesse rungen am 1. Februar zur Durchführung. Bon diesem Tage ab bahnhof Haienfee, eingezogen. Dem Verkehrsbedürfnis auf der werden die Linie 2 Außenring und 144, Aniprodestraße- RingStrede vom Landsberger Tor über Königstraße, Brenzlauer Tor, Schönhauser Tor nach dem Stettiner Bahnhof wirt dadurch Rechnung getragen, daß auf der Linie 1, Stadtring, ein 72- MinutenBetrieb statt des jetzigen 9½- Minuten- Betriebes eingerichtet und die Neue dänische Kafaosluben. Vor furzem fand die Einweihung Linie vom Nosenthaler Blah in beiden Richtungen über Brunnenvon weiteren dänischen Kataostuben in Berlin statt. Es erfolgt straße, Invalidenstraße mit Stettiner Bahnhof, Chauffeestraße, diesmal die Speisung von Kindern aus höheren Schulen, und zwar Oranienburger Tor umgeleitet wird. Gleichzeitig wird die Linie 1 findet sie statt für 150 Rinder in der Friedrich- Werderschen- Ober- statt über den Königsplatz auf dem kürzeren Bege von der Karlstraße realschule, und für 150 Kinder im Guttemplerhaus. Im Laufe der über Luifen-, cue 23ilhelm-, Dorotheenstraße umgeleitet. letzten Woche wurden neue dänische Katoostuben ferner eröffnet in nie 48 wird eingezogen. Zum Grsch werden zu den 5) amburg für 600 Kinder und in Thüringen für 900 Rinder. Hauptverkehrszeiten früh und nachmittags je nach Bedarf EinsatzEine neue Schar war gerade ins Kaffee geschlüpft. Mun, da ist ja der wilde Dan. Hallo, alter Kerl, wie gehts?" " Hallo, Doot!" Ein fleiner Mann in einem Maniel, der fast wie ein Offiziersmantel aussah, so gut war er geschnitten, schüttelte Cohens Hände. Er schien Korporal zu sein. Cohen machte " Nun, das würdest du besser nicht zu mir sagen," sagte| Stomisches passierte bort. Das Hospital war in einem großen Cohen lachend und betrachtete seine großen roten Fäuste nach Haus, das wie ein Atlantic- City- Hotel aussah. Wir stellten. denklich. oft unseren Wagen hinter dem Hause auf und schliefen darin. Dort lagen Leute, die wie wilb schrien und am ganzen Körper zitterten... In dem Flügel uns gegenüber lag ein Mann, der immerzu lachte. Bill Rees war auf dem Bagen, und von Beit zu Zeit wandten wir uns einander zu und flüsterten: Ist dies nicht die Hölle, Mensch?" weil dieser Kerl immerzu lachte wie einer, der gerade einen Biz gehört hatte, der fo tomisch war, daß man nicht aufhören konnte, zu lachen. Es war nicht das Lachen eines Berrückten Als ich es das erstemal hörte, dachte ich, es sei ein Mann, der wirklich lachie. Und ich glaube, ich lachte dann auch. Aber er hörte nicht wieder auf. Bill Rees und ich lagen in unserem Wagen, zitternd, horchten auf das schwere Geräusch der Aeroplanbomben, die dann und wann explodierten, aber der Kerl, der fachte, lachte, als ob er gerade einen Big gehört habe, als ob irgend etwas Platz für ihn auf der Bank. Was machst du in diesem Loch, Dook?" Der Mann trümmte feinen Mund so, daß sein schwarzer Schnurrbart hinunter hing. Schlacht von Nizza. Ich gehe bald zu meiner Formation zurück. Wäre nie vor das Kriegsgericht gekommen, wenn ich bei meiner Truppe geblieben wär. Ich war im Hospital mit Lungenentzündung." ,, leble Geschichte." Furchtbar, sage ich dir." thm furchtbar tomisch vortomme Chamfort, nicht?" " Doof, deine Truppe arbeitete mit unserer damals bei feinen Kopf auf die Seite. ,, Du meinst, als wir das Hofpital räumten?" „ Ja. War das nicht die Hölle?" Dan Cohen schluckte ein halbes Glas Rotwein hinunter, schmatte mit seinen diden Lippen und begann zu erzählen: Während dieser Jahreszeit geschieht doch nichts," sagte Unsere Abteilung tam gerade aus Berdun. Da war ein Cohen. Ein Grinsen breitete fich auf seinem roten Geficht kleiner Hügel, auf dem wir arbeiteten. Der Schlamm war fo aus. Als ich das leztemal an der Front war, hatte der Boche tief, und es stank furchtbar, wenn die Granaten tamen und gerade einen Handstreich gemacht und einen ganzen Graben den Boden aufwühlten, daß die Leichen nur so herumlagen... gefangen genommen." " Bon wem?" Amerikaner." Sag' mal, Doof, hast du Geld?" " Ja," sagte Dook ruhig. " Der Champagner ist verflucht gut hier. Ich gehöre hier zur Abteilung V. Ich werd's dir zurückgeben bei der nächsten " Gut." " Das ist eine verfluchte Lüge," rief ein schwarzhaariger Mann mit schlechtrafiertem Gesicht, der gerade hereinge Löhnung." fommen war. Amerikaner haben sie noch nie gefangen genommen und werden sie auch nie." Dan Coben wandte sich um und flüsterte irgendetwas Wie lange warst du an der Front?" fragte Dan Cohen zu Marie. Sie lachte und tauchte wieder hinter dem Vorfühl. Du bist wohl schon bis Berlin vorgerückt, was?" hang unter. „ Ich sage, wer meint, ein Amerikaner ließe fich von einem stinkenden Hunnen gefangen nehmen, if ein verfluchter Lügner," sagte der Mann mit dem schlechtrafiecten Gesicht und feyzte sich mißmutig hin ,, Aber Chamfort war noch schlimmer. Alle waren einiger maßen nervös, weil die Deutschen eine Mitteilung abgeworfen hatten, in der stand, nach drei Tagen soll das Hospital geräumt sein und daß sie es dann zusammenschießen würden. Was " Dan Cohen nahm einen Schlud Champagner und warf Und dieses versluchte Lachen hielt an bis zum Nach mittag des nächsten Tages, wo die Krankenwärter den Kerl erwürgten. Fuselli sah auf die andere Seite des Raumes, wo ein Schwaches Gemurmel der Entrüstung sich aus den Zähnen des buntlen Mannes mit dem unrafierten Geficht hervormagte. Bufelli dachte, es sei nicht gut, zu viel mit einem Manne wie Cohen gesehen zu werden, der von den Deutschen erzählte, sie benachrichtigten die Krankenstationen vor dem Bombardement, und den man vor das Kriegsgericht stellen werde.„ Es ist eine Dummheit," murmelte er. Er schlüpfte aus dem Kaffee hinaus in die Dunkelheit. Ein naßtalter Wind pfiff durch die Straße, störte die Lichtflecken in den Pfüßen und ließ irgendwo einen Fensterladen flappern. Fuselli ging wieder auf den Marktplah, warf einen neidifchen Blick in das Fenster von„ Cheval Blanc", wo Offiziere im hell erleuchteten Zimmer Billard spielten und ein blondes Mädchen in himbeerfarbener Hemdbluse hinter der Bar stand. Er erinnerte fich an den Feldgendarmen unb beschleunigte automatisch seine Schritte. ( Fortsetzung folgt.) Kähne auf Posten. züge 47E zwischen Pankow bzw. Nordend und Neukölln verkehren. I die ärztliche Hilfe mit den Worten ab, er fönne wegen ber] Außerdem wird tie Linie 27 unter Aufhebung der Schleifenfahrt Gefahr des leberfallen werdens bei der augenblicklich in Neukölln vom Hermannplay in beiden Richtungen durch die Ber- in Treptow herrschenden Unsicherheit, den Gang nicht antreten. Er liner Straße, Bergstraße bis zum Ringbahnhof Neukölln geführt. blieb bei seiner Weigerung, obwohl sich der Polizeibeamte bereit erWeiter wird auf den Linien 58 und 65 ein 15- Minuten- Betrieb flärte, ihn zu seinem Schuhe zu begleiten. Von dem Gerichtsbeamten statt des jetzigen 20- Minuten- Betriebes eingerichtet, wodurch der ist wegen dieses Berhalten des Arztes bei der Aerztekammer Be Werkehr der Linie 47 zwischen Hermannplay und Königstraße( Rat- schwerde erhoben worden. haus) erheblich verstärkt wird. Linie 80 wirt eingezogen. Dafür wird die Linte 81 wie bisher an Sonntagen nunmehr auch an Werktagen vom Amtsgericht Charlottenburg bis zum Straßenbahnhof Spandauer Straße verlängert. Linie 93 wird im Westen bis zum Amtsgericht Charlottenburg, im Often bis zum Görliger Bahnhof zurückgezogen. Ersatz auf den fortgefallenen Endstrecken bietet im Westen die Linie 33, im Osten die Linie 82. Linie 32 wird zwecks Herstellung regelmäßiger Abstände zu anderen Linien auf einen 15- Minuten- Betrieb eingerichtet, der während der Haupt verkehrszeiten zwischen Reinickendorf und Charlottenstraße durch Einfezzüge 32E zu einem 7- Minuten- Betrieb verstärkt wird. Tariferhöhung der Eisenbahn. 100 Prozent Zuschlag ab 1. Februar. Groß- Berlin macht darauf aufmertfam, daß die Abgabe der Steuers Einkommensteuermatten abliefern! Das Landesfinanzamt marken sowohl durch die Post wie durch persönliche Abgabe in den Finanzämtern oder in den von diesen eingerichteten besonderen Annahmestellen noch nicht so zahlreich ist, daß mit dem unbedingt notwendigen Abschluß der Marlenannahme Ende Januar 1923 ge rechnet werden fann. Auch liegt es im Interesse des Publitums, das die persönliche Ablieferung der Marfen vorzieht, diese Ablieferung umgehend vorzunehmen, da später mit großem Andrang, der unnötigen Zeitverlust zur Folge hat, zu rechnen sein wird. finden wissenschaftliche Führungen durch Direttorialbeamte im Neuen Museumsführungen. Sonntag, den 4. februar, 9%, Uhr vorm., Museum( Der alte deutsche Holzschnitt) und im Kaiser- Friedrich Museum( Holländische Malerei) statt. Brogramme zu 2 M. sind vor Beginn der Führungen am Eingang der Eintrittstarten zu 1 M. und genannten Museen erhältlich. Neue Begegnung mit dem schießfreudigen Pehower. Bon einem Jugendwanderverein wird uns geschrieben: Am Sonntag, den 28. Januar 1923, wurde unsere Jugendgruppe auf dem Wege von Mittelbusch nach Glintow, in unmittelbarer Nähe von Bezow auf einem Feldwege von einem Feldhüter angerufen und mit gleichzeitigem Schuß zum Stehenbleiben" veranlaßt. In der Stellung mit dem Gemehr unter dem Arm forderte er die Jugendgruppe auf, zu ihm zu fommen. Trotzdem der Weg nicht Acht Stunden Segelflug. Aus Cherbourg wird gemeldet, daß durch eine Tafel als verboten bezeichnet war, wurde von ihm die der Franzose Maneyrol mit einem motorlofen Flugzeug a chi Frage gestellt: Wie kommen Sie dazu, über das Feld zu gehen, da Stunden, awei Minuten und 34 Sekunden geflogen doch genug öffentliche Wege vorhanden find?" Auf die Entschuldi- ist. Er landete nach Einbruch der Nacht. Mit diesem Fluge ist gung des Jugendleiters befam er zur Antwort: ,, Wie fannst Du ein neuer Weltrekord geschaffen. Mit Wirkung ab 1. Februar werden die Personenfahr. bummer Bümmel hier hinüber gehen?" Auf weitere Entschuldi preise der Eisenbahn um 100 Broz. erhöht; pon diesem gungen fielen Beleidigungen. Darauf sah sich unser Jugendleiter Eine Wahnsinnstat. Die Bahnarbeiter- Ehefrau Gegenmantel Tage an betragen die Einheitsfäße für 1 Kilometer 1. Klasse veranlaßt, den Feldhüter zu fragen, wer er fei. Seine Antwort aus Buben warf in vergangener Nacht zwei ihrer Kinder im Alter 48 1., 2. Klajfe 24 D., 3. Klaffe 12 21., 4. l. 8.; die Schnell waren wuchtige Faustschläge in das Geficht und auf den von ein und drei Jahren in die durch Hochwasser angeschwollene zugszuschläge für D- 8üge betragen in der 1. Zone( bis Stopf, die das Zusammenbrechen des Führers zur Folge hatten. Beim Lubst. Sie holte sie wieder heraus und stieß hierauf ihre zehn= 75 Kilometer) 800 bzw. 400 bzw. 200 m., in der 2. 3one( bis hinzufpringen der Jugendlichen, ihren Führer gegen weitere Schläge jährige Tochter in die Fluten. Diese rettete sich durch Schwimmen. 150 Kilometer) 1600 bzw. 800 bzw. 400 m., in der 3. Zone( über zu schüßen, stellte sich der Angreifer mit dem Gewehr in vert idigende Die Mutter warf dann nochmals die beiden Jüngeren in das 150 Kilometer) 2400 bzw. 1200 bzw. 600 m. fosten für die 1. Klaffe 400 m., für die 2. Klaffe 200 M., für die der Feldhüter quer über den der gefommen war, zurüdhaus zugeführt. Blaztarten Stellung. Darauf forderte er die Jugendgruppe auf, ten Weg, den Wasser und sprang dann selbst hinein. Alle drei sind ertrunken. Die älteste Tochter wurde dem städtischen Kranten3. Klasse 100 M. Eine Bahnsteigfarte fostet 40 m., der zulaufen. Da die Jugendgruppe den nächsten Weg zur Chaussee einEinheitsfazz für Gepäck beträgt 2 M. für 10 Kilogramm und 1 Kilo- fchlagen wollte, zwang er fie mit drohendem Ruf: Ich schieße meter, die Mindestfracht 200 M. Der Mindestfahrpreis Euch eine Kugel in die Knochen, wenn Ihr nicht den ift von 11 Rilometer auf 9 Rilometer herabgelegt, be- eg geht, ben ich Euch angewiesen hab e", einen trei trägt also in der 1. Klaffe 440 m., in der 2. Klasse 220 M., in der fachen Weg über den Ader zurüdzulegen. Durch eine des Weges 3. Klasse 110 m., in der 4. Klasse 72 M. Die von Schalter- Druck tommende Ortsansässige erfuhren zwei Jugendliche, daß der Gutsmaschinen hergestellten Fahrtarten behalten den alten Preisaufdruck, vorsteher der junge Herr v. Kähne" gewesen sei. Die Folgen merden jedoch zum doppelten Betrage verkauft; nur auf Blanto- der brutalen Schläge waren Nasenbluten, Kopfschmerzen und starte fahrscheinen wird der neue Breis eingefeßt. Die Preise für Bett Anschwellungen im Geficht und hinter dem linfen Ohr. Auf der tarten( erst ab 15. Februar) stellen sich wie folgt: Betttarte Rückfahrt stellten sich Unwohlsein und Erbrechen ein." 10 000 bzw. 5000 b3m. 2500 M., dazu ein Fahrpreiszuschlag von Die Kähnes sind also frischweg meiter auf Streifpofben gegen 8000 bam. 4000 bzw. 2000 m. und eine Vormerfgebühr von 1000 harmlofe Wanderer. Sie denten nicht daran, den edlen Sport nach bzm. 500 bzw. 250 m. Die viertägige Gültigkeitsdauer den für sie fo gnädig verlaufenen Borfällen der letzten Jahre aufzu der Fahrkarten wird durch die neue Tariferhöhung nicht vergeben. Eine Behörde, die ihnen energisch in die Zügel fällt und für türzt; so fönnen z. B. die am 31. Januar gelösten Fahrkarten den Schuß der Wanderer eintritt, gibt es bekanntlich in der Nähe bis zum 3. Februar benutzt werden, jedoch muß die Fahrt inner- von Potsdam nicht. Kähnes schießen luftig weiter, auf wen fie halb der viertägigen Gültigkeit beendet sein; die Gültigkeit der wollen. Karten erlischt um 12 Uhr nachts des pierten Geltungstages; dauert die Fahrt fahrplanmäßig hierüber hinaus, so muß für die Reisestrede, die nach Mitternacht zurüdgelegt wird, eine neue Fahrkarte zum erhöhten Breise nachgelöst werden. Auch an der Gütigkeit der Fahrscheinhefte des Mitteleuropäischen Reisebureaus( der MERFahrscheine) wird nichts geändert; jedoch muß die Hinreise spätestens am dritten Tage nach dem Lösungstage angetreten werden. Die Nacht in der„ Sportklaufe". Ein Kuß 500 Mart. Eine Inderin spielte die Hauptrolle in einer Teppkomödie, die ein gerichtliches Nachspiel vor dem Schöffengericht Berlin- Schöne berg hatte. Wegen Diebstahls angeklagt war der angebliche Pflanzer Jan ter Höve und dessen Ehefrau, Abele ter Höne geborene Branja. Die letztere hatte schon geraume Zeit vor Beginn der Berhandlung durch ihr exotisches Aussehen einiges Aufsehen auf dem Gerichtsforridor erregt. Sie ist gebürtig in Oldjoeng in Indien. Die nenen Kohlenpreise. Cholera, Inphus und Hunger in Rußland. In einem Kreise des Uralgebiets sind mehrere Bestfälle festgestellt worden, so daß das ganze Uralgouvernement als peftbedroht erklärt worden ist. In den ukrainischen Gouvernements Jekaterinoslam und Nikolajew beginnt die Cholera, die sonst im Winter gänzlich aufzuhören pflegt, wieder mehrfach aufzutreten. Aus Jekaterinoslaw wird ferner gemeldet, daß im ganzen Gouvernement feit Dezember eine in be= drohlicher Zunahme begriffene Typhus epidemie wütet. Laut letzten Meldungen hat die Zahl der Hungernden im Nikolajewer Kreise bereits 73 802 erreicht. In den Kinderheimen des Ddeffaer Gouvernements find zurzeit 1800 obdachlose Kinder untergebracht. Wetter bis Donnerstag mittag. Zunächst noch vielfach beiter, aber veränderlich bei leichtem Frost, später weſtoſtmärts fortschreitende Erwärmung, Trübung und im Nordwesten vielfach geringe Niederschläge. Kursus über Jugendpflege.") Freitags, den 2. Februar bis 23. März 1923, abends 7 Uhr, Rufolge der mit Wirkung vom 29. Januar erfolgten Erhöhung der Bechenpreife ist eine entsprechende Serauffegung ber Kleine Zur Einführung in die Praxis des Reichsjugendwohlfahrtsverkaufspreise für Brifetts und Rots erforderlich geworden. Die Brifettpreise stellen sich mit Wirkung vom 31. Januar, die Kole gefehes. preise mit irfung vom 3. Februar wie folgt: lichen und Ofenbrand: Briketts je Zentner ab Lager 3745 W., frei Keller 3900 M., Gasfols 6555, 6785 M.; fuhrenweise Lieferung: Brifetts 8745, 3880 M., Gastofs 6555, 6710 m., Weitfälischer metalofe Lichtenberger Smelzlote und Berliner Kammerofentots 7995. 8150 M., Oberichlesischer Schmelifofs 7565, 7720 M., Nieberschlesischer| ämter, Reichsjugendamt. Schmelzfots 8095, 8250 M., Sächsischer Hüttentots 7505, 7660. Keine Wohnungsnot in Lanfwit? Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Treppen links. Freitag, ben 2. Februar: Genoffin Marie Suchacz, M. d. R. Die Jugend wohlfahrtspflege in der Reichsverfassung. Die Biele des Reichsjugendwohl. fahrtsgefeges. Die Jugendwohlfahrtsbehörden nach dem NJG. Die Jugendund die anderen Behörden. Jugendamt und Gelbstverwaltung. Landesjugendämter, ihre Zusammenfchung, Verfassung und Verwaltung. Die Jugendämter des BOB. Jugendamt und Vormundschaftsgericht. Die Bormundschaft über Für Dienstags, den 6. Jebruar bis 27. März 1923, abends 7 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof parterre. Pflegekinderschuß. Die Bestimmungen des R36. über den Schuß der Pflege. Dienstag, den 6. Februar: Genoffin Hedwig Wachenheim, Regierungsrätin. finder. Erlaubnis zur Annahme, Auffitcht, Unterbringung. Blegefinder- und Mündelfürforge. Die Ueberwachung der Pflegefinder und Mündel in der Bragis des Jugendamts. amter. Bon der bisherigen Organisation. Die Pflichtaufgaben der JugendFreitag, den 9. Februar: Minna Zobenhagen. Die Aufgaben der Jugend. ämter. Die Rannaufgaben. Jugendamt und Vereine. Die Bereine inner halb des Jugendamts. Shre Mitwirtung bei den Jugendämtern. Das Recht der Uebertragung von Aufgaben. Die Bezirksausschüsse für Arbeiterwohlfahrt. Die vielen Taufende, die in Berlin in elenden Höhlen hausen, Genoffe Dr. Ollenbort. Elternrecht. Die gefeßlichen Bestimmungen über die Freitag, ben 16. und 23. februar, 2., 9. und 16. März: Obermagistratstat weil sie feine Wohnung finden können, die Tausende von jungen Berwandtschaft. Rechtliche Stellung bes ehelichen Rindes. Die UnterhaltungsEhepaaren, die in unmöglichen Räumen zusammengepfercht sind, pflicht. Die elterliche Gewalt. Das uneheliche Rind. Rechtliche Stellung des werden es mit Verwunderung hören, daß in einem Vorort Berlins, unehelichen Kindes. Kinder aus nichtigen Ehen. Legitimation. Annahme an Das Ehepaar war vor einiger Zeit nach Berlin gekommen und in der Gartenstadt Lantwiz, teine Wohnungsnot bestehen foll. ordnung. Uebernahme, Führung der Vormundschaft, Rechte und Pflichten des Rindesstalt. Bormundschaftswesen. I. Borcusschung der Vormundschaft. Anhatte natürlich hier auch gleich eine Wohnung befommen. Außer. Dort wurde im Hause Sendlihstr. 8 am 8. Dezember eine Zwei- Bormundes. Vormundschaftswesen. II. Das Jugendamt als Vormund im bem aber kaufte der Ehemann für einige Gulden tas in der Goltz- zimmerwohnung geräumt, die vom Wohnungsamt Steglit einem allgemeinen. Die Amtsvormundschaft nach dem RIG. und die Bestimmungen straße gelegene Lokal Sporttlause". In diese geriet eines Stadtfekretär zugewiesen worden war. Sie ist leer geblieben das uneheliche Rinb. Mit- und Gegenvormundschaft, Pflegefchaft und BeiAbends der Kaufmann 3acharias aus Schöneberg hinein. Die bis Ende Januar, weil der neue Mieter, der Stadtfekretär, eine ftandfchaft des Jugendamtes. Anstalts- und Bereinsvormundschaft. Inderin hatte seine ohnehin schon durch Alkohol etwas umnebelten Reihe Bedingungen stellte, die erfüllt sein müßten, ehe er die Woh forgeerziehung. Anderweitige Unterbringung des Kindes nach dem BGB. VorSinne bald völlig gefangengenommen, so daß 3. in furzer Zeit nung beziehen molle. Repariert bzw. neu hergestellt müsse werden: auslegung und Ziele der Fürsorgeerziehung nach dem KJWG. Das Verfahren eine Beche von 50000 art machte. Als er am nächsten Mor- ein schadhaftes Klosettbeden, zwei schadhafte Schalter, ein unbenutz- behörden. Die Aufgaben der Jugendämter. des Vormundschaftsgerichts. Die Durchführung durch die FürsorgeerziehungsSchußaufsicht, Fürsorgeerzichung, gen mit wüftem Schädel erwachte, fehlten ihm weitere 50 000 Mart, barer Wasserhahn, eine beschädigte Scheibe in einer Bimmertür, ein Jugendgerichtshilfe in der Praxis. 1. Durchführung der Schußaufsicht und der über deren Verbleib er sich feinerlei Rechenschaft geben fonnte. Ais fehlender Gasstöpfel in einem Zimmer, die Fortführung der elek- Fürsorgeerziehung, Unterbringung in Familie oder Anstalt, Bragis der er am nächsten Tage in der Bar erschien, lag er wieter im Bann der trischen Leitung in der Küche bis zur Mitte. Das Klosettbeden war ber Bragis. 2. Schriftliche Arbeiten, Berichte, Anträge, Protokolle. Jugendgerichtshilfe. Schußaufsicht, Fürsorgeerziehung, Jugendgerichtshilfe in schönen Adele. Nachdem er erhebliche Quantitäten Seft genoffen beschädigt, aber nicht unbenutzbar. Durchaus benutzbar waren auch Freitag, den 23. März: Genoffin Kraus- geffel, Referentin im Bolfsmohlhatte, wurde er fühner und verlangte von der Inderin einen KuB. die etwas beschädigten Schalter. Der unbenußbare Wasserhahn ge- fahrisminifterium. Mitwirkung der Jugendämter bei der Jugendfürsorge her Diefer sollte ihm auch zum Preise von 500 mart gewährt hört zur Wasserleitung, die schon seit April überhaupt außer Be Tätigkeit der Polizei. Die Pflegeämter. Der Gefchentwurf sur Befimpfung Polizeibehörden. Bandernde Jugend. Geruell gefährdete Jugendliche. Die werden. Offenbar hatte er die Absicht, diefe eigenartige Ware gleich trieb ist. Die beschädigte ganz fleine Scheibe in der Zimmertür der Geschlechtstrantheiten. Die Aufgaben des Jugendamtes. im Dugendpreise zu erftehen, denn er warf der Angeklagten feine hatte einen fleinen Sprung. Auf elektrisches Licht in der Küche Brieftasche zu, die 200 000 mart enthielt. Wie nun Zeugen gesehen bestand fein Anspruch: manche Mieter haben es selber einrichten haben wollen, soll die Angeflagte einen Zehntausend martschein aus laffen. Berechtigt ist dagegen der Anspruch auf den Gasstöpfel. der Tasche entwendet und in ihrem bedentlich tiefen Defolleté haben Die anderen Mieter des Hauses weigerten sich, die Kosten der Beverschwinden lassen. Vor Gericht bestritten beide Angeklagte, die, friedigung aller Wünsche des neuen Mieters auf die Gefamtumlage obwohl sie hier in Berlin eine Schantwirtschaft gehabt haben, mert au übernehmen. Staum glaublich ist das Gerücht, daß Neigung bewürdigerweise nur mit Hilfe einer Dolmetscherin der holländischen stehen soll, die Reparaturen für Rechnung des Wohnungsamtes ausDienstag, ben 13. Februar: Gen. Hedwig Wachenheim, Regierungsrätin. Sprache vernommen werden konnten, jede Schuld. Das Gericht hielt, führen zu lassen und die Koften aus der Wohnungsbauabgabe zu 7 bis 8 Uhr. Schußaufsicht. Die bisherige Bragis. Borausseßung, Anordda keiner der anwesenden Zeugen in jener Nacht ganz nüchtern war, decken. Geradezu skandalös ist, daß die Wohnung nicht längst nung. Durchführung nach dem R3G. Ziele der Schutzaufsicht. den Sachverhalt für nicht so aufgeklärt, um daraufhin eine Ber: an einen ber vielen anderen Bewerber weiter 8 bis 9 Uhr. Das gefährdete Rind. Die Veranlagung des Rindes. Die UmDienstag, den 13. Februar: Sanitätsrat Genosse Dr. Juliusburger. Bon urteilung begründen zu fönnen. Er sprach deshalb beide Angeklagte gegeben worden ist, die sie dringender brauchen als der Stadt gebung des Kindes. Die wirtschaftliche Lage der Familie. auf Kosten der Staatstaffe frei. fetretär. Er soll auf der Dringlichkeitslifte der Erste gewefen fein, mütterfuß und Säuglingspflege. Säuglingshygiene. Das Reichsgefeg über aber die Wohnung fonnte dieser Dringlichste" bie Wochenhilfe. Schwangerenfürsorge, Entbindungsanstalten und Säuglings. faft zwei Monate leer stehen laffen. Daß er nicht hygiene, Mütterberatungs- und Gäuglingsfürsorgestellen. Mutterkurse. Lur" war ein schöner deutscher Schäferhund, der auf vervielleicht er aufkommen müßte, läßt sich beareifen. Aber unbegrei Schäden mitübernehmen wollte, für deren Beseitigung hinterher schiedenen Ausstellungen Preise erhalten hatte. Offenbar wurde lich ist, daß die zuständige Stelle diesem Streit zwei Monate hinihm dies von einem anderen, ebenfalls zu der Klasse der Schäfer durch zusteht. Wenn ein Wirt die Reparaturen nicht machen läßt, hunde gehörenden vierbeinigen Stammesgenossen arg mißgönnt. und ein Mieter danach die Wohnung ablehnt, fönnte am Ende so Zum Glüd hinderten die starken Hundeleinen, an denen Lug" und ein Quartier dauernd unbenukt bleiben? Wir möchten wissen, fein Stonkurrent geführt wurden, längere Zeit hindurch den Ein- ob wirklich in Lanfmit ein solcher Ueberfluß an Wohnungen besteht, tritt einer Ratastrophe. Sobald fich beide auf der Straße trafen, daß man sich das leisten kann. Straubten sich ihre Haare und ein dumpfes Grollen zeigte an, daß fich die beiden Widersacher am liebsten aufeinandergestürzt hätten. Mildes Wetter im Februar. Nach den Berechnungen des Letters Der Zufall wollte es, daß sich die Beiden eines Tages ohne hin- der öffentlichen Wetterdienststelle in Weilburg, Prof. Dr. Frenbe, dernde Leinen begegneten. Im Nu hatten sie sich aufeinander- wird der feinmende Februar voraussichtlich verhältnismäßig gestürzt und eine wütende Beißerei, bei der selbst heftige milde sein, d. h. milder als sonst der Februar im langjährigen Schläge der beiderseitigen Befiger nichts fruchteten, war die Folge. Durchschnitt au sein pflegt. Eine weitere Folge war auch das gegen das Herrchen" von Lug" anhängig gemachte hochnotpeinliche Gerichtsverfahren. Der Eugen Richters Büffe qeftohien. In einer ber legten Nächte Befizer des etwas übel mitgenommenen Konkurrenten behauptete trake 48-50, die Bronzebüfte des verftorbenen freifinninen Abwurde vom Quifen städtischen Kirchhof. Bergmann nämlich, daß Lug" teinen maultorb getragen habe. Mit diefer Hundegeschichte mußten sich nun gestern ein Amtsge städtischen Friedhof. Chauffeeftr. 126. entwendeten Diebe georhneten Euren Richter gestohlen. Auf dem Dorot been richtsrat, mei Schöffen, ein Amtsanwalt, ein Protokollführer und vier 3eugen längere Zeit be in der bergangenen Nacht von einem Erbbegräbnis die Bronzefigur fchäftigen. Es ergab sich, daß bei der Beißerei erst der Maulforb eines Engels in gebüdter Stellung. entzweigegangen war und, nachdem„ Lur" im Gerichtssaal eine Probe feiner gutmütigen Gesinnung abgelegt hatte, fonnte fein Befizer vergnügt mit dem schweifwedelnden Angeklagten" den Gigungsfaal verlassen. Eine Hundetragödie. Wenn man nachts einen Arzt braucht. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft fau Fische knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft rege. Dienstag, den 20. und 27. Februar: Genoffin Dr. Turnau. Um 7 Uhr. zahnfinit). Sport und Spiel. Bedeutung von Turnhallen und Spielplägen. Slein- und Schultind und Törperliche Jugendpflege. Schule und Haus. Elternbeirat und Schulpflege. Schulgesundheitspflege( Schultinder, Schularzt, Schulber Suberkulose, der Geschlechtskrankheiten. Krüppelfürsorge, AlkoholbetampAllgemeine Gesundheitsfürsorge für die Jugenb. Belämpfung der Rachitis, fung Ernährung und WohnungsfürsorgeDie Das UWG.( Unterfiligungswohnfiggefeg) unter besonderer Berücksichtigung der Dienstag, ben 6. März: Genoffin Bronski. Um 7 Uhr. Familienfürforge. Leistungen für die Jugend. Die Organisation des Wohlfahrtsamtes unter be= jonderem Hinblick auf den 8ufammenhang mit dem Jugendamt und mit den freien Organisationen. Die Bereinheitlichung der Wohlfahrtspflege. Die Wiethoden der Fürsorge. recht und Jugendgerichtsgefez. Dienstag, den 13. März: Genoffin Mathilde Wurm. Um 7 Uhr. Jugendim Reidsarbeitsminifterium. Dienstag, beu 20. Märg: Genoffin Dorothea Hirschfelb, Regierungsrätin einfchlägigen Bestimmungen des RVG. Die Fürsorgestellen. Die Mitwirkung Kriegsfolgenhilfe und Jugendwohlfahrt. ber Sugenbämter. Dienstag, den 27. März: Genoffin Diekman. Um 7 Uhr. Behrlings- und Fortbildungsschulwesen. Der Lehrlingsschuß in ber Gewerbeordnung. Das die Arbeiter und Volkswirtschaft. Lehrlingswesen in der Praxis von Handel und Industrie. Bestimmungen über die Fortbildungsschulpflicht. Die Fortbildungsschule in ihrer Bedeutung für im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof Eing. links. Mittwochs, den 21. u. 28. Februar, und 7. u. 21. Mär, abends 7 Uhr. Mittwoch, den 21. Februar: Genosse Dr. Löwenstein. 7 Uhr. Erziehungs maßnahmen für das Kleinkind. Witwo, ben 28. Februar: Genoffe Dr. Sering. Erziehungsmaßnahmen für das Schulfind. Mittwoch, ben 7. März: Genoffin Gertrud Sauna. Arbeiterfragen. Jugend. und Kinderschus nach Titel Vila der Gewerbeordnung und dem Kinderschu gefeg von 1908 u. a. gefeßliche Bestimmungen. Die Mitwirkung der Jugend. ämter nach dem ABBO. Mittwoch, den 21. Märg: Genoffin Clara Bohm- Schuch, M. b. t. 7-8 Uhr. Jugendbildung. Der Einfluß von Literatur und Ring auf das jugendliche Gemült. Die gesetzlichen Bestimmungen gegen Schundliteratur und Schund Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- in. Sommunale Leihbibliotheken und Lesehallen für Jugendliche. Rommu handelspreise: Welche Folgen die nächtliche Unsicherheit auf ben Straßen haben fann, zeint ein Fall, der augenblicklich den Borstand der Aerztekammer beschäftigt. In der Nacht zum 29. Januar erfrankte plötzlich das 2½jährige Kind eines bei dem Londgericht II fleisch 2150-2950 M. Rindfleisch 1200-2000 M., ohne Knochen 1950-2600 M. SchweineKalbfleisch 1400-2150 M. beschäftigten Kanzleibeamten. Da das Kind in furzer Zeit 41 Grad bis 2275 M. Hammelfleisch 1500 Rindertalg 8500-3800 M Fieber befam und Lebensgefahr porlag, verfuchte der besorgte Schellfisch 800-1200 M. Rückenfett 8600-8800 M. Kabeljau 1000-1100 M. Rotzungen 800 bis Vater schleunigst einen Arzt hinzuzuziehen. Nachdem er bei ver- 1025 M. Grüne Heringe 550-680 M. In Eis: Schlele 1400-1700 M. schiedenen Aerzten vorgesprochen, aber niemand angetroffen hatte. Hechte 1175-1600 M. Plätzen 775 M. Lebende Schlele 1750 bis begab er fich zum Polizeirerier und wurde von dort an die Rettungs- 2000 M Hechte 1700-1830 M. Naturbutter 4700-4900 M. Margarine stelle verwiesen, bei der aber ebenfalls ein Arzt anmefend Weiße Bohnen 650 M. Linsen 675 M. Weizenmehl 575-680 M. Weizen2200-3000 M. Schweineschmalz 4600-4800 M. Erbsen 630-850 M. mar, Einer der Beamten führte ihn nun zu dem dort wohnhaften grieß 725 M. praftischen Arzt Dr. B., bei welchem der Beamte flingelte. Nach 255 M. zehn Pfund. Weißkohl 70-80 I. Wirsingkohl 155 M. Mohr Nudeln 750 M. Hafergrutze 650 M. Kartoffeln 240 bis turzer Zeit erschien Dr. B. im Borgarten des Hauses und lehnte rüben 40-45 M. Zwiebeln 40 M. Theater. Zidtbildervorträge und Rinovorstellungen. nachweis und Berufsberatung. Die gefeßlichen Bestimmungen über den ArMittwoch, den 21. März: Genoffin Jehanna Dietmann. 8-9 Uhr. Arbeits. beitsnachweis. Die Bermittlung Jugendlicher. Berufsberatung in den oberen Schulklassen und später. Berufsberatung und Gesundheit und Beranlagung der Jugendlichen. Berufsberatung und Arbeitsmartt. Organisation der Berufsberatung. *) Der Begizkoausfius für Arbelterwohlfahrt und Kinderfchukommission vetenstaltet ab Freitag, den 3. Februar, einen Rurfus über Jugendmohlfahrts zu belegieren. Außerdem fönnen fich noch einige freiwillige Teilnehmer bein pflege. Die Kreisorganisationen find beauftragt worden, je 2 bis 4 Teilnehmer verpflichtet sind. Eine nachfolgende Verwertung des Stoffes in nachfolgenber Frauenfefretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof 1, melden. Wir teilen den Stundenplan mit und bemerken bazu, baß die Teilnehmer zur Teilnahme an allen Fächern praktischer Arbeit wird vorausgefeßt. Wirtschaft Stundung von Holzfaufgeldern Goldpreise der Händler. In Mr. 44 des Borwärts" vom Sonnabend, den 26. Januar, reurden die Mißstände geschildert, die sich durch Anwendung der Berfügung vom 18. Juli 1921 über die Stundung von Holztauf geldern herausgebildet haben. Der Staat verfchenft ungeheure Summen durch Stundung der Kaufbeträge, die von den Holzkäufern crit viele Monate später bezahlt zu werden brauchen. Die Papierverbraucher aber haben nicht allein unter den hohen und geradezu unerschwinglichen Papierpreisen, sondern fast noch mehr unter den geradezu rigorosen Zahlungsbedingungen zu leiden, die ihnen von den Papierfabriken aufgenötigt und mit den schärfften Mitteln durchzudrücken versucht werden. [ genoffenschaftliche Arbeit fortzusehen. Die im Devisenkurse. Unserer gestrigen Rurstafel find noch folgende Freien Ausschuß vereinigten zentralen Genossenschaftsverbände sichern amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 österreichische Kronen ihren Genossenschaften und deren Mitgliedern jede ihnen mögliche 55,11 Geld und 55,39 Brief; 1 tschechische Krone 1142,13 Geld, Unterstügung zu, deren sie unter der Fremdherrschaft bedürfen. 1147,87 Brief; 1 ungarische Krone 14,86 Geld, 14,94 Brief; 1 bulgaNichts soll unterbleiben, was den Genossenschaften und ihren Mit rische Lewa 239,40 Geld, 240,60 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 339,15 gliedern die Weiterarbeit irgendwie erleichtern fönnte. Wenn je, so Geld, 340,83 Brief. gelte es heute festzuhalten und vor allem zu handeln nach dem alten genossenschaftlichen Wahlspruch: Eintracht macht start! Groß- Berliner Parteinachrichten. bruar, 7 Uhr, in der Vorwärtsspedition, Neckarste. 2. Rosenmontag und die Oper noch in dieser Woche beim Genossen Günther abzurechnen. Heute, Mittwoch, den 31. Januar: st. Uhr Bahlabende. Bezirke 805/806 bei Dietrich, Buttmannstr. 5; 812 bei Schulz, Stettiner Str. 52; 813 bei Ernst, Bellermannstr. 2-3; 814, 815, 816 und 819 Klassenzimmer der Schule Christiania, Ede Freienwalder Straße; 817 bei Wann, Christianiaftr. 7; 818 bei Riefäfer, Wriegener Str. 13; 820 bei Fuhrmann, Soldiner Str. 34. Straße. Erscheinen Pflicht. 42. Abt. Die Funktionäre treffen sich abends 5 Uhr Zoffener, Ecke Gneisenau101. abt. Treptow. 7 Uhr Beamtenversammlung im Kinderhort, Wilden141.. Rosenthal. 7 Uhr Schule Schillerstrake, Mitgliederversammlung. bruchfirahe. Wahl eines Beamtenwerbeausschusses. Ref. Gen. Welmer. Thema: Die augenblickliche politische und wirtschaftliche Lage". Ref. Gen. Sente, M. b. R. Wahl der Delegierten zur Areisgeneralversammlung. 107. st. Alt- Glienice. 7½ Uhr bei Bohne, Grilnauer Str. 54. Thema: Frauenveranstaltungen am Donnerstag, den 1. Februar: 124." Abt. Wahlsbort. 7½ Uhr im Jugendheim der Schule Bahnhofstraße. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. 7 Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 114/116. Die Frau und die Besegung des Ruhrgebiets". 108. Abt. Köpenid. Die Jugendweihe findet in Röpenid am 25. März in der Thema: Die Frau und die Ruhrbesehung". Ref. Gen. Lempert. Aula der Rörner- Schule statt. Anmeldungen nehmen entgegen: Schlag, Rieger Str. 6, Schögau, Bahnhofftr. 1, R. Schula Flemmingstr. 18-10. ,, Christentum und Sozialismus". Ref. Gen. Little. Die Rohstoffbeschaffung für die deutsche Textilindustrie stößt auf 4. Kreis. Brenzlauer Berg. Mittwoch, den 31. Januar, 6% Uhr, Kreisver große Schwierigkeiten. Die Baumwolle muß eingeführt werden; 14. Strets. Reukölln. Achtung, Frauenfunktionäre! Donnerstag, den 1. Fetreterversammlung in der Schulaula Senefelderstr. 6. steigen und die deutsche Valuta zerrüttet ist, stehen der Baumwollein 5. Kreis. Friedrichshain. Die Abteilungen werden dringend gebeten, nais, da jedoch die Baumwollvorräte der Welt knapp sind, die Preise fuhr Hindernisse entgegen. Die deutsche Textilindustrie verbraucht 5% Millionen Tonnen Baumwolle im Jahre und bezahlte vor dem Kriege 600 Millionen Goldmart dafür. Die Lösung fann nur eine gefteigerte Produktion von Hanf und Flachs bringen, 19. Das ursprünglich allgemein übliche 30 tägige Biel alle die der Baumwolle beigemengt werden müßten. Die neuen Ber2ieferungen eines Monats brauchten früher erst bis zum fahren für Kunstseitenherstellung lassen dies in großem Maßstabe 15. Des nächstfolgenden Monats bezahlt werden ist einer Be zu. Durch die Entwicklung des Anbaues dieser Pflanzen könnten zahlung der Rechnungen mit 12 Tagen gewichen. Allgemeine 200 Millionen Goldmark im Jahre( gegenwärtig 400 milliarden Regel ist Datierung der Rechnung bei Abgang der Ware aus der Papiermart) erspart merden. Die deutsche Hanfbaugesellschaft, ein Fabrik. Der Zahltag fann unter Umständen noch vor ben halb staatliches Organ, hat für 1923 ein Programin zur Erweiterung Lieferungstag fallen! Es dürfte wenig Papierverbraucher des Hanf- und Flachsanbaues entworfen. geben, die fich dieser verkürzten Zahlungsfristen anpassen fonnten, Schwerindustrie und Schiffahrt. Die Konzentration von Schwerbie Mehrzahl zahlt wohl mit mehr oder weniger großer Ueber industrie und Schiffahrt, wie sie bereits in verschiedenen Zusammenschreitung der bittierten Zahlungstermine, wofür bann Berzugsschlüssen von Montanunternehmungen mit Schiffahrtsgesellschaften, zinjen in ansehnlicher Höhe in Rechnung gestellt werden. Den so u. a. auch im Stinnes- Konzern, ihren Ausdruck gefunden hat, Gipfel der Rigorofität erklimmen manche Fabriken meist find es die finanziell glänzend dastehenden feht sich neuerdings meiter fort. Die zum Haniel- Konzern gehörige Bute- Hoffnungshütte, die bereits mit der AEG. und der Hapag zu Zahlung neben den Verzugszinsen, deren Erhebung an fich berechtigt fammen die„ Deutsche Werft- Aktiengesellschaft" gegründet hat, schloß wäre. auch noch die Goldmertdifferenz zwischen Fälligkeits- und Bah- mit der Dodkonstruktionsfabrik Philipp u. Klizing in Hamburg einen lungstag nach der Höhe des Goldzollaufgeldes für sich in Anspruch Interessengemeinschaftsvertrag. nehmen. Es liegen Rechnungen vor, worin bei einer Zahlungsver. Schwimmbods, für die die Gute- Hoffnungshütte in erster Linie als Beabsichtigt ist der Bau von fpätung von vier Tagen( Objekt 3 Millionen) annähernd 600 000 Materiallieferantin in Frage kommt. Mart und in zwei anderen Fällen( Objekt je zirka 3½ Millionen) bei einer dreitägigen Verspätung jedesmal girta 740 000 m. ,, Goldzolldifferenz" verlangt werden. Das sind bei einer Schuld. fumme von 10 Millionen Mart und einer dreitägigen 3ah lungsverspätung weit über 2 Millionen Mark Buße. Und dann vergleiche man das Geschäft, das die gleichen Herren denn die Bapierfabriken stellen das Hauptfontingent der Holzauffäufer infolge Stundung der Kaufgelder durch den Staat machen. Derartige Zustände fordern die schärfste Rritit heraus und müssen die Papierverbraucher in ihrem Widerstande bis zum Aeußer ften gegen die ihnen zwangsweise aufgenötigten Zahlungsbedin gungen nur bestärken. Was würden die Herren Papierfabrikanten fagen, wenn ihre Arbeiter und Angestellten neben den öhnen und Gehältern, welche sie an bestimmten, im voraus festgeleg ten Terminen nachher erhalten, noch die Zahlung eines Goldzollaufichages verlangten. Denn der am Montag, Dienstag usw. ver. diente Lohn ist bei ber Lohnzahlung am Sonnabend oder der Gehaltszahlung am Uítimo gegenüber dem Leistungstag oft gewaltig in feiner Kauffraft entwertet. Bortrag: indem sie bei verspäteter Die Unternehmer in der Papierfabrikation täten gut, den Bogen nicht allzusehr zu überspannen, wollen sie nicht mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Für den Staat aber erwächst die doppelte Pflicht, mit dem bisherigen Privileg der Holzfäufer aufzuräumen im Sinne der Vorschläge des erwähnten Artikels. Neue Refordzunahme des Papiergeldumlaufes. Die wirtschaftlichen Folgen der Ruhrbefeßung machen sich auch in dem Ausweis der Reichsbant bemerkbar, die in der dritten Januarwoche starten Kreditansprüchen ausgesetzt war. Die Reichsbank mußbe für 184,3 Milliarden Reichsschahanweisungen in ihren Bestand aufnehmen, auf Handelswechsel wurden Kredite in Höhe von 85,8 Milliarden Mart gewährt. Der Umlauf an Bapiergelb erhöhte sich um den Refordbetrag von 216,8 Milliarden auf 1654,6 milliarden Mart. Der Zeichnungspreis beträgt 15 000 m. pro Tonne Braunkohle. Den Die fächsische Kohlenanleihe wird jetzt zur Zeichnung aufgelegt. Prospekt finden unsere Leser im Inseratenteil. ** Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Theatervorstellung am Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Neuen Theater ant 800.. 8ur Aufführung gelangt, Der ledige Sof" von Anzengruber. Eintrittstarten zum Preise von 200 m. find im Jugendsekre tariat, Lindenfie, 8, 2. Sof, 2 ceppen, Simmer 11, zu haben. Die Abonnenten müssen im Theater 170 Wt. nachzahlen. * Achtung, Raffierer! Heute abend findet in der Jett von 5 bis 7 Uhr die Musgabe der Marten und Zeitungen für den Monat Februar statt. Alle Abteilungen müssen ihr Material abholen. Lichtenberg- Mitte. Jugendheim Doffefte. 22, Distusfionsabend: Burscher und Mädchen in der proletarischen Jugend". Nordosten I. Jugendheim Chrift burger Str. 14, Diskussionsabend: Pazifismus. Prenzlauer Vorstadt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 28, Bortrag: Funtentelegraphie". fortfehung.) Reichenberger Viertel. Jugendheim Gemeindeschule Glogauer Straße 12-16, Bottrag: Gegenseitige Silfe in der Tier- und Menschenwelt". Sempelhof. Jugendheim Germaniaftr. 6-7, Bortrag: Wie ein Buch ent" Briefkasten der Redaktion. riefliche Austunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brief aften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer 1. Sof part. lints, vor. Schriftftüde und Berträge find mitzubringen. Ausbau des Kreditwesens in Sowjetrußland. Ein Dekret der Sowjetregierung gestattet den Gouvernementsverwaltungen besondere Kommunalbanten in Form gemischter Attiengesellschaffteht". ten ins Leben zu rufen, an denen diese Behörden mit mindestens 50 Proz. des Attientapitals beteiligt sein müssen. Die Banten sollen die Kommunalwirtschaft und den privaten Wohnungsbau in den Städten finanzieren sowie den staatlichen und genossenschaftlichen Organen und Privatpersonen furzfristige Kredite eröffnen. Das Außenhandelskommiffariat, das mit der Handels- und Industriebant ein Abkommen über die Finanzierung des Außenhandels abge. schlossen hat, übernimmt für zwei Millionen Goldrubel Aktien der Banf und wird in der Bankdirektion einen eigenen Bertreter haben. Die Handels- und Industirebant übernimmt einen großen Boften ftien der neuen staatlichen Aktiengesellschaft, zu welcher die Beters burger Staatliche Handelsstelle( Betrotocg") umgestaltet wird; als Gegenwert erhält die Gesellschaft Aktien der Handels- und Industriebanf. Lin die Genoffenschaften des Ruhrgebiets! Die im Freien Ausschuß der deutschen Genossenschaftsverbände vereinigten Genossenschaftsverbände, der deutsche Genossenschafts. verband, der Generalverband der deutschen Raiffeisen- Genossen schaften, der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Ge nossenschaften und der Zentralverband deutscher Ronfumvereine haben Starte Zunahme der englischen Kohlenförderung. Die erste fich mit einer gemeinsamen Rundgebung an die Genossen- Rückwirkung der Ruhrbesetzung auf dem Weltmarkt ist eine erhöhte chaften des Ruhrgebiets gewandt. Diefen wird das un- Nachfrage nach englischen Roblen, deren Förderung zuerschütterliche Bertrauen ausgesprochen, sowohl in ihrer Standhaftig gleich gewaltig zunimmt. Die englische Kohlengewinnung der vorlegten feit als in ihrem festen Willen, ungeachtet des feindlichen Druces Woche betrug 5,6 Millionen Tonnen gegen 4,38 Millionen Tonnen auszuharren und unentwegt im Interesse des Boltsganzen die in der vorangegangenen Woche. Theater Lidkiffpicic sw. Opernhaus 7 Uhr: Violetta Schauspielhaus 72 Uhr: Ein Polterabend Das Fest der Handwerker Deutsch. Theat. 6701-6800 7. Abonnem.- Vorst. 8 U: Kaiser Karls Geisel Donn. 6801-6900 7. Abonn.- Vorstellg. 72 Uhr: Kabale und Liebe Kammerspiele 8: Der Krels Do. 8: Der Kreis UFA- PALAST AM ZOO Direktion: J. Wilhelm Decia Bioscop- Film Ein Glas Wasser HA Das Spiel der Königin Regie: Ludwig Berger Uraufführung: Donnerstag Volksbühne Deutsch. Opernhaus 7U.: Tosca Gr.Schauspielh. 7 Uhr: ( Karlstraße) Das Wintermärchen Do. Die ta. Lessing- Th. 7: Die törichte Jungirau richte Jungfrau Heute u. morg 7 Sonnt. 4. Febr.. 2 U: Geschäft ist Geschäft Die Maschinenstürmer Theater l. d. Groß. Volksoper m Theat d. Westens 7/ g: Last. Weib. v. Windser Intimes Theater Freitag 7: Faust 8: Bubi will nicht! m. Senta Söneland Deut. Künstler- Th. Königgrätz. Str. Allabendlich 7, U.: 8 U. Savonarola Magdalena/ L. Klasse Frau Adas G. m. b.H. Lustspielhaus J. Der Mustergatte mit Max Adalbert H. H. v. Twardowski Kleines Th. Metropol- Theater Ab Donnerst. tägl.: Die wund. Geschicut. Tägl. 8 Uhr: d. Kapellm. Kreisler Komödienhaus Die Unmoralischen Lustsorel The New York- Berlin U.: Neues Operett.- Th. 73 Uhr: Helrate deine Frau! von Lothar Schmidt Neues Th. am Zoo 8: Kameraden Carole Toelle, Olga Limburg 7 Jean Gilberts Operette Orska, Abel Berliner Th. 7.15: Madame Pompadour Falkenstein, Kaiser- Titz Dorine u. der Zufall NeuesVolkstheater Vorverkauf täglich 11-1 Uhr Central- Theater Walhalla- Th. 7 Uhr: Die Tägl. 784: Komische Oper Macht d. Finsternis Heirate Deine Frau ( 7) Dir.: James Klein( 7%) Internat, Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls Max Landa, Bruno Kasiner, Arnold Rieck, Albert Kutzner, Balzer Lichtenstein, Rosa Felsegg, Metelka. Nordheim Admirals- Varieté dmirals Varieté A 720 20 Das neue Programm! 7 Die Sensation Berlins Michael Kramer Trianon- Th. Urania Renaissance- Theat. Täglich 8 Uhr Theater 8 Uhr Erika Glässner in Wanderungen 1. SoHilde Wörner, Ro: Der Blaue Vogeler- Th Charl. Sissi berts, Bötcl, Haskel Golizstraße 9 Residenz- Th. Noilendorf 1613 Täglich 8 Uhr Es U. Allabendlich Uhr: Die Juden Schiller- Th. wjetrußland.KI. Saal 8 Uhr: Bilder aus d. Ehe- u. Familien U.: Rosenmontage Kokotte leben uns. Vögel. II Thalia- Theater Pers.unter 18 Jahren 7 Unr: Ein Jahr haben keinen Zutritt ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. lebe das Leben as 3. Programm, Uhr: Kalgin Alabendlich 7% Uhr. Sonatas: von H. Sudermann Ma Wist, Else Wasa. Schreib, Sonnt, nachm. Schlafwagenkontr. der Straße Stg. 3, U.: Dein Mund... SCALA terind.Kommandant- St Theater des Ostens Uh Jnternat. ( Rose- Theater) Varieté FloriansHochzeit U.: Theateris 7 Uhr ( Erstaufführung): Katte Wallner- Theater 3 Uhr: Der kühne Schwimmer Reichshallen.Th. Єtably gemens Zielka nachm 3 Uhr Friedrichstr. ov halbe Preise Ecke Leipziger Str STETTINER Varleté. Kabarett in Heit. Spiele u Säng. Margaretensaal Donhoff 4/4 und 73/4 Brett'l Auf- 7/ U 4 Uhr Nachm. im gr. 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Evil. muß das ordent liche Gericht die Frage entscheiden. Keller. Uns ist nichts Näheres über das unternehmen bekannt. Neumann. Rufen Sie zunächst die Schlichtungskam mer an. Erklärt sich diese file unzuständig, so müffen Sie den Klageweg be schreiten. A. W. 331. 1. 8weifelhaft. Es tommt auf die näheren Umstände an. Laffen Sie die Frage durch das Gericht entscheiden. 2. Ja. F.$. 1000. Es ist nur der Beschwerbeweg gegeben. Die Beschwerde ift beim Wohnungs. mungen uns aber nicht bekannt sind. Bieberholen Sie Ihre Anfrage unter amt einzureichen. F. 100. Maßgbend ist die Bereinssagung, deren Bestim Beifügung der Gagung, Gie 547,52 m. su zahlen. Die Richtigkeit der übrigen Boften tönnen wir nicht 8. 100. Sie können Alage erheben. C. 56. Die Beträge für Oktober bis Dezember find richtig berechnet. Für Januar hatten prüfen, da die Unterlagen fehlen. bloi GLASS CAFKAHLBAUM AKT- GES BERLINSEIT Kahlbaum Liköre 1818 Weine Casino- Theater Circus BRILLANTEN Schokoladen. 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Haarhandlung KaiserWilhelm- Ste. 39 Kohlen- und Elektrizitäts- Anleihen des Freistaates Sachsen von 1923 1. Wertbeständige mündelsichere 7 proz. 1. Aus gabe von Braunkohlenwertsanleihe ( Förderkohle der 250 000 Tonnen Braunkohle Görlitzer Syndikatsgruppe Stücke zu 2, 5, 10 und 20 Tonnen; Zeichnungspreis 15 000 M. für die Tonne, zuzüglich 7% Stückzinsen; rückzahlbar ab 1927 in 25 Jahren zum jeweiligen Kohlenpreis( Bahnabsatzpreis einschl. Steuer); verzinslich mit 5% des eingezahlten Markbetrages und einer Kohlenprämie von 200 des jewell. Wertes der ver brieften Kohlenmenge; Zinslaut ab 1. Febr. 1923 II. Mündelsichere 8 proz. Markanleihe 1. Ausgabe von 1 Milliarde Mark Stücke zu 10 000 M., 20 000 M., 50 000 M. und 100 000 M.; Zeichnungspreis 100%, zuzüglich 8% Stückzinsen; rückzahlbar ab 1926 in 20 Jahren; Zinslauf ab 1. Januar 1923 Zeichnungsfrist vom 1. bis 10. Februar 1923 Vorzeitiger Schluß der Zeichnung und Zuteilung auf eine weitere gleich große Ausgabe bei er Anleihen unter denselben Bedingungen vorbehalten. Einzahlungen spätestens bei Zuteilung. Näher s aus den bei den Zeichnungstellen erhältlichen Prospekten ersichtlich. Sächsisches Finanzministerium Sächsische Staatsbank Gebr. Arnhold Zeichnungen nehmen entgegen: Berliner Handels- Gesellschaft S. Bleichröder Commerz- und Privat- Bank A. G. Darmstädter u. Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Deutsche Bank Deutsche Landesbankenzentrale in Berlin G. m. b. H. Direktion der Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank J. Dreyfus& Co. Achtung! F. W. Krause& Co. Bankgeschäft Kommanditgesellschaft auf Aktien Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank Preußische Central- Genossenschafts- Kasse mit ihren sämt lichen Zweigniederlassungen sowie die Mitglieder des Verbandes Deutscher öffentlich- rechtlicher Kreditanstalten BERLIN Allgem. Ortskrankenkasse Berlin- Weißensee Am Freitag, den 2. Februar 1923, abends 6 Uhr, findet in der hiesigen Billigite Bezugs- Gemeindeturnhalle, Pistoriusstr. 23, ein quelle: Saushalt Vortrag Toiletten- Kernfeifen des Spezialarztes Herrn Dr. Kayferling Seifenvertrieb über Röntgenbehandlung, RöntgenTicckstr. 20, diagnoftit u. Söhensonnenbehandlg. Stettiner Bahnhof itatt Um zahlreich. Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. 177/3 Max Busse Neu eröffnet! Gegründet 1878. Ankaufsabteilung tür Neu eröffnet Gold-, Silber-, PlatinBrillanten gegenüber dem altbekannten Haupt Geschäft Brunnenstraße 18 an der Invalidenstraße. Dringender Bedarf! Juwelier KOKOSKI kauft wieder und zahlt für Brillanten, Edelsteine Platina-, Gold- und Silberbruch sowie Gegenstände den höchsten Tageskurs Direkte Verwertung Goldwarenfabrik Brunnenstraße 168 mit elektr Betrieb Tel.: Humb. 3498 u Humb 3480 Gegr. 1909 rugeniose Zur Verlobung rauringe billiger J Duk.- Gold 900 gest. v. 25000 M. an einfache Trauringe, gest., von 5000 M. an. Fast alle Preislagen am Lager. Namen u. 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