Nr. 27. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2. Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1895 unter Mr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Freitag, den 1. Februar 1895. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Dann folgt eine Erzählung aus dem Leben: übrig. Mit füßsaurer Miene haben die Finanzminister " Zu Tode gehetzt", von Franz Held. Diese Er- Preußens, Bayerns u. s. w. bis zu den Reichslanden herab, Zu Beginn eines neuen Monats richten wir an alle zählung beruht durchweg auf gerichtlichen Akten, den guten Stand der Finanzen konstatirt, wobei sie aber, Freunde und Parteigenossen die dringliche Bitte, für die die von uns dem Verfasser zur Verfügung gestellt worden wie auf Verabredung, betont haben, daß die günstigen Steuererträgniffe blos auf ausnahmsweise Verhältnisse, Erweiterung unseres Abonnentenkreises sind, und sie zeigt, wie heute der, welcher von seinem Rechte auf Bufälle u. dergl. zurückzuführen seien. Diese eigens mit aller Energie thätig zu sein. Gegen die Partei, nicht weicht, in Form Rechtens" zu Grunde ge- artige Uebereinstimmung hat blos blos den den Zweck, den Gegnern der Tabaksteuer- Vorlage ihre schärfste Waffe deren Zentralorgan der Vorwärts" ist, haben die verrichtet werden kann. Nach Schluß von: Zu Tode gehezt! beabsichtigen wir zu rauben. Aber diesen allgemeinen Redensarten fehlt jede einigten Parteien der Reaktion, denen der Boden unter den Füßen wankt, jetzt alle ihre Kräfte auf den früher angekündigten Roman, die Berliner März Beweiskraft, so oft es auch gesagt wurde, daß die guten geboten; durch ein neues Knebelgesetz soll die zahlereignisse des Jahres 1843 behandelnd, zu veröffent Staatseinnahmen in den einzelstaatlichen Budgets auf zu fällige Ursachen zurückzuführen sind, so wenig erfolgreich reichste Partei in Deutschland, mundtodt gemacht, und für lichen. unsere Feinde und des Volkes Feinde die Ruhe des Judem wir so bestrebt sind, unsere Leser zufrieden zu waren die Versuche, diese Behauptungen zu erweisen. Dies das gerade GegenKirchhofes hergestellt werden, damit sie ungestört stellen, dürfen wir uns auch der Hoffnung hingeben, daß ist auch unmöglich, ist doch theil das Wahrscheinliche. Sind zur Zeit der ihre gemeinschädliche und gemeingefährliche Arbeit dieser Aufruf an die Freunde und Genossen seinen Zweck starken ökonomischen Depressionen die Staatseinkünfte verrichten können. Die Rämpfe, in denen wir stehen, nicht verfehlen wird. über alle Erwartung gut und reichlich so müssen sie in sind von entscheidender Bedeutung; und die Verhand normalen und ökonomisch günstigen Jahren desto reichlicher Lungen des Reichstages über die sogenannte Umden Staatskassen zufließen. sturz vorlage, die jetzt in der Kommission sich abspielen, bald aber im Plenum stattfinden werden, find von ganz besonderer Wichtigkeit. zu machen! " Unter diesen Mit dem 1. Februar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärts“ mit der illustrirten Sonntags- Beilage Berlin, Januar 1895. Redaktion und Expedition des Vorwärts". Das neue Tabakstener- Gesetz. Hier liegt also nicht der Grund für die Nothwendigkeit der Tabaksteuer- Vorlage. Er liegt auf einem ganz anderen Gebiete. Nach den großen Heeresvermehrungen Schon durch seine Benennung unterscheidet sich der eben will man nun dem Wunsche des Kaisers entsprechen Umständen ist es doppelt nothwendig, daß die Partei- dem Reichstage zugegangene Gesezentwurf von seinem Vor- und an stelle unserer mächtigen Vertheidigungsflotte eine genossen sich in dem Zentralorgan der Partei über alle Vorgänger, der im verflossenen Jahre Parlament, Presse und Angriffsflotte bauen, um mit den Flotten Englands, Frank: fommnisse aufs genaueste unterrichten, und daß sie dafür öffentliche Meinung so start beschäftigt hatte. Im vorigen reichs und Rußlands zu konkurriren. Dazu ist aber massenhaft forgen, daß der Vorwärts" immer weiter ver- Jahre hieß das Werk der Steuerkünstler Tabat Fabritat Geld nothwendig; für diese Zwecke fehlt es, für diese soll breitet wird. Je größer die Verbreitung des Zentral- it enter, heute heißt es Tabatsteuer. Dieser Unterschied es herbeigeschafft werden und dazu bedarf man ncuer organs, desto größer sein Einfluß und seine Wirksamkeit, ist aber im wesentlichen ein äußerlicher, in der Gesammt- Stenerquellen. Damit neue umproduktive Ausgaben ges und desto größer die Macht der Partei. wirkung und insbesondere in den Folgen, den der neue Gesetz macht werden, müßten zehntausende produktivthätiger durch die Tabaksteuer Vorlage außer Die Redaktion des„ Borwärts" wird bemüht sein, ihre entwurf für die Konsumenten und die in der Tabakindustrie Personen haben wird, unter Erwerb gesetzt werden. Diese Zweckbestimmung ist für uns Pflicht zu thun, und das Zentralorgan der Partei würdig beschäftigte Arbeiterbevölkerung scheidet er sich leider fast garnicht von dem alten ein weiterer Grund, die Tabaksteuer- Vorlage aufs energischste Gesetzentwurf. Ihm gegenüber sind wir somit als zu bekämpfen. Bertreter der großen Masse der Konsumenten, wie vor Wenn Herr Miquel und seine bezahlten wie frei allem als Verfechter der Interessen der Arbeiter, denen willigen Nachbeter und Bewunderer sagen, neue Reichss auch aus der neuen Vorlage das fürchterliche Gespenst einnahmen seien unbedingt erforderlich, und wir nehmen dauernder Arbeitslosigkeit entgegentritt, zur entschiedensten diese dort, wo sie keine unbedingten Lebenbedürfnisse wo Volkes belasten, Opposition verpflichtet. Bevor wir auf den neuen Gesch des fie lediglich ein Luxuss entwurf eingehen, müssen drei Vorfragen erledigt werden: bedürfniß des Volkes treffen, so ist dies Spiegels 1. Ist die Finanzlage des Reiches eine so troftlose, fechlerei. Der Tabakkonsum ist heute kein Lugus mehr. Er daß ein Gesetz angenommen werden muß, das große Theile ist für Hunderttausende zum unbedingten Lebensbedürfniß des arbeitenden Volkes noch weiterer Berelendung unter geworden, was ja selbst von den Verwaltungen unserer Gewirft? fängnisse anerkannt wird, die den Sträflingen vielfach das 2. Ist die Stener auf Tabak wirklich eine Zugussteuer, Tabakrauchen gestatten. Ein Genuß, der so allgemein ist, wie wie Herr Miquel unlängst betont hat? der des Tabaks, tann unmöglich als Luxus bezeichnet werden, Und endlich 3. Giebt es keine passenderen Steuerobjekte? denn Luxus ist doch nur ein Aufwand, der über das ge= Was die Finanzlage des Reichse anlangt, so läßt sich mit gewöhnliche Bedürfniß hinausgeht. Ganze Röcke und ungeflickte derselben die Nothwendigkeit der Tabaksteuer- Vorlage nicht Schuhe zu tragen, ist heute in Deutschland viel eher als Nach Beendigung des Romans:" Im Exil", bringen begründen. Die Begründung sucht man deshalb im Stande Luxus zu bezeichnen, als der Konsum von Tabak. Vor der Finanzen der einzelnen Bundesstaaten. Obwohl die Jahrhunderten war der Tabakkonsum ein Luxus, heute ist wir zunächst ,, Ein Blatt füdamerikanischer Geschichte", allgemeine Geschäftslage und somit die Einkommen wie er es nicht mehr. Wie falsch. die Anwendung des Begriffes eine lebensfrische Stizze aus Südamerika, deren Ver- Konsumverhältnisse der Bevölkerung im verflossenen Lugus steuer auf die Tabatsteuer ist, geht daraus hervor, fasser aus dem Born seiner eigenen Erlebnisse und und im laufenden Jahre höchst ungünstige find, was man sonst als Luxussteuer zu bezeichnen pflegt. nennen blos die Besteuerung von Schaums Erfahrungen schöpft und ein wahrheitsgetreues Bild lassen die Etcuererträgnisse nach den Wünschen der Wir einzelstaatlichen der Zustände in jenen Landstrichen giebt. Finanzminister nichts zu wünschen weinen, Austern, Spitzen und Seidenstoffen, die Diensts Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 2,20 M. für die Monate Februar u. März entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Feuilleton. Skizzen aus dem Uniform der paraguayischen Kavallerie, mit abgegriffenem tadelhaftem, neumodischem Schuhzeug erscheinen müssen, hat schmußigem Käppi und einem schweren rostigen Echlepps er Euch doch dafür Eure bequemen Unterhosen gelassen der säbel. Der erstere war der ehrenwerthe Herr Senator Hize wegen, und ich für meine Person finde das sehr ver[ Nachdruck verboten.] Flecha, der zweite der Befehlshaber der gesammten, aus nünftig. Was sollten auch die Fremden sagen, wenn sie 1 etwa 50 Mann bestehenden paraguayischen Reiterei, der uns so umherlaufen sähen, wie wir aus unserer Mutter Oberst Juan Meza. Herr Meza hatte sich seinen Titel in Leibe gekommen." " Ja," fiel Herr Flecha noch gereizter ein, das ist es, Soldat eingetreten war; Herrn Flecha hatte das souveräne weil er die Fremden nachäffen will, darum muß es sein. paraguayische Volk seit einem Jahre auf den Senatoren Hat immer sein gauzes Lebtag hindurch die da unten," und cr beschrieb mit seinen Stiefeln einen weiten Kreis, mit dem fessel erhoben. er Buenos Aires und Europa bezeichnen wollte, vorgezogen und mehr von ihnen gehalten als von seinen Landsleuten. Wenn ich mich bedenke, daß ich ihm vor einem Jahre meine Stimme gegeben, tönnte ich mir selber geradeweg ins Gesicht spuden.. südamerikanischen Hinterlande." dem Kriege des Lopez verdient, in den er als gemeiner Ein Blatt südamerikanischer Geschichte. Gegenüber der städtischen Markthalle von Asuncion, gerade im Herzen der Stadt gelegen, befand sich im Jahre 1871 die Apotheke des Herrn Francisco Guanes, der zu dieser Beit neben seinem Geschäft als Apotheker, von dem er übrigens blutwenig verstand, das nicht uneinträgliche Amt eines Abgeordneten der paraguayischen Nation be kleidete. Wie geht's, Gevatter?" fragte der Apotheker über seinen Ladentisch hinüber, Ihr seid, wie es mir scheint, heute recht übler Laune." ,, Will's meinen," brummte schnaufend der Herr Senator entgegen, indem er sich mit einem Arme den Schweiß aus dem gerötheten Gesicht wischte, der Teufel soll das ganze Senatorenspiel holen " Habt's auch nur gethan, weil Ihr glaubtet, er würde Euch zum Minister machen... konntet aber weder schreiben Es war in den heißen Novembertagen desselben Jahres, Ich glaube, es ist ein ganz und gar reinliches Ge- noch lesen, mein bester Gevatter; lernt's darum, dann werdet als er eben einem brasilianischen Lieutenant der Besazungsschäft; Ihr verdient netto den Monat Eure dreihundert Ihr es," sagte der Apotheker grinsend. armee, die Paraguay noch einige Jahre lang dem " Ja, auf sein Schreibwesen bildet er sich verdammt großen Kriege offupirt hiclt, eine Unze Bittersalz für den Pesas damit; ungerechnet die kleinen Trinkgelder.. " Caracho.. und Ihr rechnet nichts, daß ich meine viel ein, unser Herr Präsident, und sieht drumi uns, dic wir billigen Preis eines Pfundes englisch Gold verkaufte, als ein Herr brauner Gesichtsfärbung, in den mittleren Jahren Füße täglich ein paar Stunden in enge Stiefel zwängen es nicht verstehen, über die Achsel an; ich glaube aber, im stehend, nur bekleidet mit einem paar schneeweißer Unter- muß, und habe solch Zeug nie früher getragen.. Seht sie Kriege haben wir es verstanden, die Feder zu führen, wenn hosen, einem Hemde und einem Zylinderhute durch die immer Euch an, Gevatter," und er hob das unglückliche paar es auch die aus dem Gänsekiel geschnittene nicht gewesen geöffnete Thür in die Apotheke trat und sich ächzend auf Stiefel in die Höhe, ich, der ich mein ganz Lebtag auf ift.... meinen natürlichen Sohlen umhergelaufen bin, muß auf Wo habt Ihr denn den Säbel geführt, geschätzter den nächsten Stuhl fallen ließ. Der gute Herr war barfuß, meine alten Tage mich noch in eine solche Tortur stecken.. Freund?" fragte ihn der Oberst Meza, ich habe ein trug aber ein paar nagelneuer und höchst eleganter Lackstiefel in seiner Hand. Ihm folgte ein gelbbrauner, großer, Der Teufel hole dieſe miserable Erfindung der Fremden, schlechtes Gedächtniß..." " Wo... wo..." schrie entrüstet der Senator, indem starter Mann in einer lüderlichen mehrfach zerrissenen und der Teufel hole den, der sie uns aufdrängen will.." „ Ereifert Euch nicht, Flecha," fiel lachend der Oberst er zornroth aufsprang und seine Stiefel in eine Ecke warf, ich... ich, der ich ein, der sich an den Ladentisch gelehnt hatte, unsere das ist eine Beleidigung, Oberst. Exzellenz, der Herr Präsident Cirilo Rivarola, hat es so bei den Lomas Valentinas eine ganze Kompagnie dieser angeordnet, daß alle Beamten und Respektspersonen in un- brasilianischen Affen aufhielt." * In früheren Jahrgängen des Vorwärts" erschienen schon einige diefer Glizzen, und erregten durch die Treue und Lebenswahrheit der Schilderung Aufsehen in weiten Kreisen. " boten, Billard, Wagen- und Livreensteuern. Ein Blick p Auch der Herr Legationsrath Fürst v. Hohenlohe, Sohn Jein Dorn im Auge. Sie wollen uns das Handwerk geauf diese Musterkarte von Luxussteuern beweist auch Leuten, des Kanzlers, gab heute seinen Jungfernspeech zum besten. waltsam legen, und jedem Blatt, das nicht von der hohen die weit weniger praktische und theoretische Kenntnisse von Der Sohn ist der freien Rede besser mächtig, wie der Vater, Obrigkeit das Privileg der Veröffentlichung erhält, die VerFinanzwissenschaft und Finanzpolitik besigen wie Herr aber inhaltlich war auch diese Rede sehr schwach. öffentlichung von Regierungs- Attenstücken bei schwerer Strafe Miquel, daß eine Tabaksteuer, wie die vorgeschlagene, alles Außerdem sprachen noch Leuzmann( Frs.), unser Genosse verbieten. Nun, die Regierung wird sicherlich zu eher als eine Luxussteuer ist. Eine Steuer auf importivte Bebel, der besonders mit Herrn v. Puttkamer gründlich ab- national" sein, um durch eine solche Maßregel die Havannazigarren könnte den Namen Luxussteuer verdienen. rechnete, und Simonis( Elsässer.) ausländische Industrie auf Kosten der heimischen zu schädigen. Aber auf eine solche kommt es den Steuerkünstlern nicht Für die Nationalliberalen und Freikonservativen gaben Denn statt ihre Neugierde aus einer heimischen Zeitung, an, wissen sie doch, daß diese besten Falles Hunderttausende die Abgg. v. Marquardsen und Kardorff Erklärungen ab. wie dem Vorwärts", zu befriedigen, müßten die deutschen eintragen würde; was sie aber wollen, sind dußzende von Diese Parteien sind natürlich für die Beibehaltung der Reichsbürger die deutschen Regierungs- Utase dann vielleicht Millionen, die auf dem beliebten Wege der Besteuerung Diktatur. in ausländischen Zeitungen lesen. Und das wäre denn des Konsums, durch eine neue, drückende Belastung Interessant war, daß sich sogar ein hoher Beamter der doch auch für unser Nationalgefühl gar beschämend! eines nothwendigen, faft unentbehrlichen Massenbedarfs- Reichslande, der Kreisdirektor und Abgeordnete für artikels gewonnen werden sollen. Schlettstadt, sich für Aufhebung der Diktatur aussprach. " des Die lex ,, Vorwärts", welche in vorstehender Notiz Bei dem energischen Bestehen unserer zahlreichen Wie man angesichts dieser einstimmigen Verurtheilung besprochen ist, soll in der Umsturzgesetz Kommission be rathen werden. Dort haben nämlich die Abgeordneten Finanzminister auf neue Reichseinnahmen erscheint die die Geißel der Diktatur noch über die Reichslande aufrecht Graf v. Roon, Frhr. v. Hammerstein, Hüpeden, v. Buchka Frage auch am Blaze, ob denu die Wahl des Tabats als erhalten will, blos weil ein paar Hanswürfte à la und v. Salisch( fons.) beantragt, im§ 353a Steuerobjekt von Standpunkte der Finanz- und Sozial- Deroulede in Frankreich von der Zurückgewinnung der Strafgesetzbuches, welcher die Verlegung der Amtsverschwiepolitik die glücklichste ist. Wir halten sie für die denkbar geraubten Provinzen" schwagen, ist uns unerfindlich. Die genheit von Beamten im Dienste des Auswärtigen unglücklichste. Es fann freilich nicht unsere Aufgabe sein, Sigung wurde erst nach 6 Uhr geschlossen. Amtes des Deutschen Reiches mit Gefängniß dies im einzelnen nachzuweisen, denn wir, die wir die Im Abgeordnetenhause wurde heute die Debatte oder mit Geldstrafe bis zu 5000 M. bedroht, die ges Nothwendigkeit neuer Steuern unbedingt verneinen, haben keine über den Etat der landwirthschaftlichen Verwaltung beim sperrt gedruckten Worte zu streichen, so daß Veranlaffung, mit Steuerprojekten aufzuwarten. Aber die Gehalt des Ministers fortgesetzt. Der fachliche Inhalt also die Strafbestimmung auf alle Beamten eine Frage, die wir im vorigen Jahre schon zur Erörterung dessen, was gesagt werden kann, ist durch die Debatten der Anwendung finden soll. Ferner beantragen die Herren, stellten, fie muß auch heute wieder auf die Tagesordnung vorhergehenden Tage so ziemlich erschöpft, so daß heute dem genannten Paragraphen folgenden Absatz anzufügen: gebracht werden, die Frage nämlich, ob, wenn schon die taum noch viel Neues vorgebracht werden konnte. Der Diefelbe Strafe trifft denjenigen, welcher Reichs- Einnahmen gesteigert werden sollen, man sich nicht konservative Herr v. Riepenhausen machte die geist es unternimmt, einen Beamten zu einer ber an die Aermsten, sondern an die Reichsten wenden solle. az Daß man dann nicht die Leute zu neuen Leistungen für das reiche Bemerkung, daß alle anderen Parteien den Nothstand im Absa B 1. bezeichneten strafbaren Handder Landwirthschaft anerkennen, blos die Sozialdemokratie Iungen zu verleiten, oder welcher ein Reich und die Einzelstaaten, für Vermehrung des Heeres, nicht. Der freikonservative Abg. Arendt hielt feine bekannte Schriftstück oder eine Anweisung eines be der Marine und der Geheimpolizei, deren" Luxus" allein im Rede über die Doppelwährung, und nach ihm sprachen noch Borgesezten oder deren Inhalt, von denen Rauchen einer Fünfpfennig- Bigarre besteht, heranziehen soll, der konservative Abgeordnete Heydebrand, der Zentrums- er durch bie Verlegung ber Amtsver sondern diejenigen Personen, die Heer und Polizei be mann Klose und der Pole Schröder, alle im Sinne der ich wiegenheit von feiten eines Beamten wundern und brauchen, die die Reichsten im Lande find. wundern und brauchen, die die Reichsten im Lande find. Agrarier. Nach diesen ergriff der Landwirthschafts- Kenntniß erlangt hat, veröffentlicht, oder Wir wissen, daß diese Vorschläge nußlos sind, leben wir minister noch einmal das Wort. Er brachte nichts be- welcher auf die im§ 111a bezeichnete Weise eine nach doch in einem Klassenstaate, ber die Wahrung der Inter- fonders Neues vor,- nur daß er den Doppelwährungs- Absatz 1 ftrafbare Handlung an preist oder als erlaubt Inter- sonders effen der Reichen und Reichsten als seine Hauptaufgabe leuten ein wenig Hoffnung machte, indem er erklärte, daß bar stellt." betrachtet, in dem die Pleß und Radzivill, die Hohenlohe Deutschland in dieser Frage vielleicht die Initiative er und Thurn und Taxis, die Rothschild und Bleichröder, greifen würde. Nach einigen unwesentlichen Reden der Abg. die Krupp und Stumm, Stüßen und Hauptinteressenten Ring und Brömel wurde dann das Gehalt des Ministers der Drdnung find. Es hieße den Klassencharakter unserer Staats- und Gesellschaftsordnung verkennen, sollte bewilligt und die Fortsetzung der Debatte auf Freitag Vorman annehmen, daß der Vorschlag einer progressiven Reichs- mittag vertagt. wir eine Notiz, dahin gehend, daß der Erste Staatsanwalt Das Duell und das Gesetz. Gestern veröffentlichten am Kammergericht beim Justizminister angefragt habe, ob er gegen Freiherrn von Stumm Anklage erheben solle. In dieser Gestalt kann die Nachricht nicht richtig sein. Die Einkommensteuer Aussicht auf Verwirklichung haben könnte. Bundesrath. In der heutigen Sigung des Bundesraths Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, Antlage zu erheben, Daß er aber feine hat, ist für das Zeitalter der Umsturz- wurde die Vorlage betreffend den Entwurf eines Gesetzes für wenn eine Gesezesverletzung vorliegt. Und das ist hier der befämpfung" faft ebenso charakteristisch, wie diese selber. Elsaß- Lothringen wegen Aufhebung des Gesetzes über die Er- Fall. Durch seine Herausforderung zum Duell hat Freiherr Man sucht die Stumm und Bleichröder in ihrem politischen vom 4. Juli 1887 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Den von Stumm ohne allen und jeglichen Zweifel das Gesetz und wirthschaftlichen Besißstande unbedingt zu schützen und Ausschußberichten über den Entwurf eines Gefeßes betreffend die verletzt und die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, schreckt nicht vor der Rechtlosmachung der größten politischen Bestrafung des Sklavenraubs und des Sklavenhandels, über den die Anklage gegen ihn zu erheben und dafür zu sorgen, daß Partei Deutschlands durch die Umsturzvorlage, nicht vor Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen betreffend die Ge- der Hauptkämpfer für Religion, Ordnung und Sitte als der Berelendung der Arbeiter eines großen Industrie- bäudesteuer, und über die Entwürfe von Bestimmungen betreffend frevelnder Gesegesbrecher der verbienten Strafe nicht entzweiges durch die Tabaksteuer- Vorlage zurück. die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter auf Steinkohlen- Berg- geht. Die Strafe muß um so strenger bemeffen werden, werken und die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen als Freiherr von Stumm ein Rüdfälliger" ist und Arbeitern in Walz- und Hammerwerken wurde die Zustimmung sich desselben Bergehens schon mehrmals schuldig ge= macht hat. Die Tabatsteuer- Borlage ift charakteristisch für unsere Gesetzgebung, für den Geist, der bei unseren leitenden Bersonen herrscht, für das phrasenhafte ihrer sozialpolitischen Betheuerungen. Sie bedarf einer eingehenden Kritik, die in weiteren Artikeln folgen soll. Politische Leberlicht. Berlin, den 31. Januar. ertheilt. Die Aktien des Antrages Kanių beginnen zu finken. Der Das Rentner Parlament, wie der Gisaß. Landwirthschaftsminister hat bekanntlich sehr wenig Hoffnung auf Entgegenkommen der Regierung in dieser Beziehung gemacht besteht aus 58 Mitgliedern. Dem Haupt- und Nebenberuf Lothringische Landesausschuß genannt wird, und jetzt beginnen auch die Parteien abzubröckeln. Die freitonservative deutsche Reichspartei nach sind hiervon, wie wir der Frankfurter Zeitung" entdes Reichstags hat über den Antrag Kaniz berathen. nehmen: 2 Unterstaatssekretäre, 1 Landgerichtsdirektor a. D., Das Bedürfniß Bu durchgreifenden Maßregeln zur 1 Landgerichtsrath, 6 Staatsräthe, 1 Kreisdirektor, 1 Kreisder Getreidepreise wurde Hebung dabei allseitig aner affeffor, 1 Pfarrer, 28 Bürgermeister, 6 Notare, 1 Bankier, Aus dem Reichstag. Die ganze heutige Sigung Ranih aber nicht erzielt. Ein namhafter Theil der Fraktion hält Aus dem Reichstag. Die ganze heutige Sigung fannt, eine Uebereinstimmung in der Haltung zum Antrage 1 Apotheker, 1 Bierbrauer, 8 Fabrikanten, 8 Rentner, wurde noch mit der Debatte über die Diktatur in den das Einbringen eines formulirten Antrages in diesem Augenblick Aerzte und 16 Gutsbefizer. Handwerker, Kleinbauern, Reichslanden ausgefüllt. Als erster Redner betrat heute angesichts der bevorstehenden Berathungen des Staatsraths für selbst das mittlere Gewerbe find nicht im Rentner- Parlament der Vertreter für Colmar( Elsaß), Preiß, die Tribüne, der in durchaus inopportun und lehnt es deshalb ab, den Antrag Kanig, vertreten. Hinsichtlich seiner Zusammensetzung dürfte der schärffter Form gegen die Diftatur- Ausnahmegesetzgebung obwohl er für denselben im Plenum stimmen wird, durch Unter- Landesausschuß unter den Volksvertretungen einzig dastehen. polemifirte. Unseres Wissens ist in so scharfer und schrift zu unterstützen. Gin anderer Theil der Fraktion ist bereit, Anders wird es erst werden, wenn einmal das direkte gleiche pointirter Weise bisher noch von keinem bürgerlichen Ver- den Antrag Kanis schon jetzt zu unterschreiben. Andere Mit- allgemeine Wahlrecht eingeführt wird. glieder endlich erklärten, für den Antrag in seiner vorliegenden treter der Reichslande im Reichstag gesprochen worden. Herrn Preiß suchte der Herr Minister von Köller ent- Gestalt überhaupt nicht ftimmen zu können. gegen zu treten, aber selbst die allzeit hurrah- bereite Rechte Steuer und Wirthschaftsreformer. Die 20. General schien unter dem Eindruck zu stehen, daß Herr von Köller Versammlung der Vereinigung der Steuer- und Wirthschaftsden rechten Ton nicht traf. Wir schließen dies aus dem Reformer wird in diesem Jahre am 19. und 20. Februar zu dünnen Beifall, ben der Minister von rechts fand. Die Berlin im Architektenhause abgehalten werden. Auf der Tages Linke und das Bentrum dagegen begleiteten die Rebeblüthenordnung stehen ausschließlich agrarische Angelegenheiten. des Herrn Ministers, wie z. B. der, daß er allezeit die Die erfolgreiche Konkurrenz, welche der Vorwärts" Bureaukratie tootgeschlagen habe, mit theilweise stürmischer dem Reichs- Anzeiger" als Publikationsorgan der NeHeiterkeit. gierung macht, ist unseren Patrioten und Zunftpolitikern andere Geschäfte, als die mit englischem Salz.. wenn die andern kommen, schickt sie sofort hinein; meine Hände jucken und die Karten trage ich schon bei mir." Ich war auch bei den Lomas Valentinas," meinte höchlichst beluftigt der Oberst, weiß aber nur dies ganz genau, daß Ihr Euren jungfräulichen Säbel den Brasilianern als Geschenk überreichtet... ich glaube, Ihr wart lange Damit verschwand er in der Hinterstube, und man Zeit bei ihnen in der Gefangenschaft... hörte nur noch, wie er zur Guitarre in der paraguay'schen Die Beschubten ohne jeden Zweifel Schicken wir dereinst zum Teufel.." Klar,[ weil ich endlich der Uebermacht unterlag, nach- Indianersprache sang: dem ich den Boden unseres Vaterlandes mit meinem Blute gedüngt hatte..." Es ist nöthig zur Erläuterung des eben Erzählten einen " Ich wüßte nicht, daß Ihr eine einzige Narbe aufus fleinen historischen Rückblick auf die Geschichte Paraguays Gold. Gold genug gab es im Lande; denn die brasiliaweisen hättet," entgeguete faltblütig sein Gegner. Für Religion, Ordnung und Sitte. Neulich brannte in Berlin einer der Edelſten" mit einer ameri und es hieß, tanischen Tänzerin oder Sängerin durch beide seien nach England gereist, um sich dort trauen zu laffen, b. h. den heiligen Bund der Ehe" zu schließen, den das Umsturzgesetz unter seinen besonderen Schuh genommen hat. Graf Willy Bernstorff hat, wie wir ja auch gestern schon berichtet haben, bie The mit Fräulein Sophie Barriffon aufgegeben. Wie aus London gemeldet wird, hat sich dort die zur Ertheilung der Erlaubniß Art von Arzt mitgemacht und war ohne Familie. Am 24. November fiel die endgiltige Wahl zum Präsidenten auf ihn, und er ging sofort daran, nach besten Kräften dem verwüsteten Lande aufzuhelfen. Nirgends im Lande gab es Mais oder Bohnen; nirgends beinahe ein Stück Vieh mehr. Alles, was zum Leben gebraucht wurde, mußte von außen durch Spekulanten, die wie Heuschrecken herbeiströmten, eingeführt werden, und wurde mit Gold aufgewogen. Die Scheidemünze war ein Pfund englisch Ist das nichts." schrie Flecha, der vor Born zu werfen. Es ist bekannt, daß der furchtbare sechsjährige nische Besatzungsarmee wurde von ihrer Regierung prompt beinahe barst, seine Bruft entblößend. Krieg, den der Tyrann Francisco Solano Lopez gegen bezahlt und stets in vollwichtigen Pfunden. Rührt ja noch Ach lächerlich, Senator, das ist nichts weiter als eine Brasilien, die argentinische Republik und die Banda Oriental heute die große brasilianische Schuld von ihren AusErinnerung an die schöne Carmen vom letzten Hahnenkampf zu gleicher Zeit führte, mit seinem Tode in dem unwirthlichen gaben in dem damaligen Kriege her. Es fonnte sich nur in der Vorstadt. Ihr wollt Eure Liederlichkeit mit Plateau Cerro Cora, im höchsten Norden der paraguayschen bei diesen abnormen Verhältniffen ereignen, daß, wenn Patriotismus beschönigen... Liebeswunden und nichts Republik, am ersten März 1870 fein Ende fand. Der man beim Krämer für zwei oder drei Pfund einen Sad weiter.. fonfultirt Euren Freund Rivarola... Ihr grausame Diktator starb durch einen Büchsenschuß eines Reis gekauft hatte, hatte, man ebenso viel dem Lohuwenn er den Sack bis an wißt, er hat im Kriege den Doktor gemacht..." und der brasilianischen Mulatten, nachdem es ihm gelungen war, tnecht bezahlen mußte, Oberst strich sich vergnügt seinen dunkeln Schnurrbart. sein Bolt, das sich wie eine Heerde Hammel hatte hin die nächste Ecke transportirte. Die wenigen Lohnarbeiter, Wer weiß, wozu der erzürnte Senator noch fähig ge- schlachten lassen, beinahe gänzlich theils dem Kriege, theils die es gab, und die morgens zur Arbeit gingen, ließen sich wesen wäre; er faßte eben nach seinem Messer, das er wie der Folter und den Füfiladen, die an der Tagesordnung durch irgend ein altes Weib oder einen kleinen Jungen jeber Paraguayer hinten im Gürtel trug, als ihm der Apo- gewesen, seitdem er sah, daß seine Sache bös auslief, geopfert ihr Werkzeug zur Arbeit nachtragen, sie selber waren zu theker in den Arm fiel: hatte. Das Land war eine Einöde geworden. Die wenigen bequem dazu und bezahlten lieber für diesen kleinen Dienst Bewohner, meist Frauen und Kinder, ernährten sich in die obligate Scheidemünze. Es war für diese Leute ein abgelegenen Waldthälern nackt wie Thiere von bitteren luftiges Leben. Allerdings zerrann ihnen meist ihr unApfelsinen und Balmfernen. Es gab erst eine neue fleine geheurer Verdienst sofort unter den Händen; denn keiner Bevölkerung, als die brasilianischen Sieger ihre paraguay'schen dieser Abenteurer dachte, wie es ja meist in jenen Ländern " Habt's just getroffen, Pancho, habe meinen guten Gefangenen nach ihrem Vaterlande entließen; und das war geschieht, an ein Morgen. Daß diese Zustände eine Menge Freund Flecha nur in die Wuth hineinreden wollen.... insofern dringend nöthig, weil es sonst niemand gegeben von Industrierittern der zweifelhaftesten Gattung herbeis seid verträglich, Kamerad oder Ihr sollt zeitlebens in hätte, der mit den Siegern hätte Frieden schließen können. Lockte, liegt auf der Hand. Abenteurer der bösesten Euren ungerathenen Stiefeln umherlaufen Das brasilianische Heer besetzte also bis auf weiteres die Vergangenheit flutheten wie Wellen über das Land. Die Damit legte er seine Hände auf die Schultern des Hauptstadt Asuncion, quartirte fich in die dortige alte meisten stammten aus den abgedankten Soldaten der drei guten Senators, sodaß dieser auf den Stuhl zurückfant und Kaserne ein, und unter seinen Augen und seiner Auf verbündeten Nationen, die zum theil aus dem Auswurf nicht recht wußte, ob er ein gutes ober ein böses Geficht zu sicht vollzog sich die Neubildung eines paraguay'schen aller Bölker Europa's zusammengesetzt gewesen waren, und man der ganzen Sache machen sollte. Staatskörpers und der Regierung. Die Ueberrefte der konnte deshalb an ihrem jezigen Bereinigungspunkt ParaParaguayer wählten am 22. Juli 1870 aus ihrer guay eine Vielsprachigkeit hören, wie bei dem Bau des Mitte ein provisorisches Triumvirat, bestehend aus Cirilo Thurmes von Babel. Die reichen Fremden, die heute in Antonio Rivarola, Carlos Loizaga und José Diaz Bedoya. Paraguay leben, find fast alle aus dem Heer dieser Glück Der erste unter diesen dreien hatte ein großes Ansehen ritter hervorgegangen. Ihre Vergangenheit ist meift dunkel unter seinen Landsleuten. Er war aus alter und guter und sie reden nicht geru von ihr. Familie, ein Mann von untadelhaftem Charakter und größter Gewissenhaftigkeit. Er hatte den Krieg als eine " Ihr seid ein verdammt verrückter Kerl, Gevatter; seht Ihr denn nicht ein, daß sich der Oberst nur einen fleinen Scherz mit Euch erlaubt; daß Ihr auch nie Spaß von Ernst unterscheiden könnt..." • Eure Guitarre, Panchito," rief der Oberst. " Hier habt Ihr fie.. Doch wollt Ihr nicht lieber in die Hinterstube gehen, es braucht nicht ein jeder zu hören, was hier unter uns für Schnurren gesprochen werden. mein Geschäft würde darunter leiden. Ach geht doch, alter Heuchler," lachte der Oberst, indem er Flecha vor sich her schob, Ihr macht noch ganz ( Fortsetzung folgt.) für Chefchließungen eingefekte Behörde geweigert, die Che zu die Dupuy zum Sturz und Perier zur Flucht brachten, war fein| lichen Rundgebungen Rundgebungen empfangen; ein großes Aufgebot vollstrecken, ohne daß ihr in die Papiere über die erste Ehe des Ministerium möglich, dessen Antrittsatt nicht die Amnestie gewesen der Polizei mußte zu ihrem Schute heraneilen. Die Grafen Bernstorff Einsicht gewährt würde. Das geschah auf wäre. Wie das Kabinet Bourgeois fie gebracht hätte, mußte auch japanischen Blätter glauben, die Friedens- Verhandlungen Veranlassung der deutschen Botschaft in das Kabinet Ribot sie bringen. Es wäre darum auch verfehlt, werden zu keinem Resultate führen, weil es unmöglich sei, daß London. Am Sonnabend war der Bruder des dem Kabinet Ribot für etwas zu danken, was zu thun ihm von China im gegenwärtigen Zeitpunkte den Forderungen Japans Grafen Bernstorff. ber Landrath Percy den Verhältnissen aufgezwungen war, oder die Amnestie gar als auftimme. Bernstorff, in London eingetroffen, um seinen Einfluß einen Att besonderer Milde zu preisen. Die Wunden, Yokohama, 30. Januar. Nach einer amtlichen Depesche zur Hintertreibung der Ehe aufzubieten. Nach die sich die Soldaten der Freiheit und Gleichheit im aus Kaiping ist die feindliche Macht in Newchwang durch eine anfänglich hartnäckiger Weigerung gab Graf Willy dem Kampfe gegen Perier, Dupuy und deren Schergen geholt, vom Süden tommende 200 000 Mann starte Truppenabtheilung Drängen der Familie na ch und entschloß sich, Fräulein sind Ehrenwunden, auf die sie mit Stolz blicken tönnen; und unter dem General Li verstärkt worden. Barrison unter bestimmten Bedingungen nicht zu es ist darum nicht an jenen, die ihnen diese Wunden beibrachten beirathen. Eine Hauptbedingung ist die 3 ahlung einer oder beibringen halfen, Milde und Vergessenheit zu üben, sondern Entschädigungssumme an Frl. Barrison. Zu diesem an denen, die sie erhielten. Die Amnestie ist darum nichts anderes Zweck tam der Rechtsvertreter der Familie Bernstorff nach als ein Att, der das an ihnen begangene Unrecht so gut als London und erzielte eine gütliche Uebereinkunft über die Höhe möglich wieder auszulöschen sucht. Das hat die Kammer so gut der Geldsumme, die sofort ausgezahlt wurde. Graf Willy begriffen, daß fie, die noch kurz vor dem Sturze Dupuy's die Bernstorff und Frl. Sophie Barrison befinden sich aller- fozialistischerseits eingebrachte Amnestie mit großer Mehrheit dings noch immer gemeinsam in London und zurückgewiesen, dieselbe gestern nicht nur fast einstimmig votirt wohnen auch noch im gleichen Hotel. Parteinachrichten. Warnung. Der Spigel- Anarchist Riecken, welcher aus der Schweiz ausgekniffen ist, als dort seine anrüchige Vergangenbeit bekannt wurde, hat jetzt auch anscheinend den deutschen Staub von seinen Pantoffeln geschüttelt. Wie uns nämlich aus hat, sondern in ihrem Bedürfniß, all' ihr Unrecht so weit als Jena berichtet wird, ist dort der Riecken abgereift und hat den Man lese das genau! Es ist eine töftliche Sitten möglich wieder gut zu machen, auch den zeitweiligen Ausschluß, Auftrag hinterlassen, ihm seine Sachen nach Antwerpen schilderung. Die ganze Moral unserer oberen Klassen": von dem unsere Genoffen Jaurès und Rouanet betroffen wurden, nachzusenden. Unsere Antwerpener Genossen werden gut thun, der Kämpfer für Religion, Ordnung und Sitte ist da mit wieder aufhob. Bestenfalls mag sich also Herr Ribot glücklich auf den Herrn Riecken, wenn er dort wirklich auftauchen sollte, Händen zu greifen. Ein Edelster will eine gemeine preifen, daß es gerade ihm gegönnt war, die Amneftie einzubringen. ein wachſames Auge zu haben. Nach einer anderen Meldung soll sich der Lockspitzel in Bürgerliche heirathen Dieser Alt genügt aber keineswegs, um Schlüsse auf sein fünftiges - das paßt aber den anderen Wirten zu schließen. Da jedes andere Rabinet denselben Aft Spandau aushalten. Edelsten nicht. Das Verhältniß" mag bleiben, das vollführt hätte, kann dafür nur die Art maßgebend sein, wie es heißt, ein Edelster darf eine gemeine Bürgerliche zur fich zu den Forderungen der Arbeiterklasse stellen wird. Und die Die Agrarkommission, welche der Parteitag in Frank Maitresse haben das paßt in den Moralkoder der Anwesenheit Trarieur allein schon verspricht da nichts Gutes. furt a. M. gewählt hat, wird ihre erste Sigung Sonntag, den edelsten Borkämpfer für Religion, Ordnung und Sitte"; Allerdings sagte Herr Ribot in seiner Antwort auf die Inter- 10. Februar, nachmittags 2 Uhr, im Neichstagsgebäude zu Berlin aber daß das Verhältniß" durch das Sakrament der pellation Goblet's, daß die letzte Krise eine Lektion enthält, deren Che" geweiht werde das paßt nicht in den Moralkoder der Vorkämpfer für Religion, Ordnung und Sitte": Wie sagt doch die Bibel, die wohl nächstens auch auf grund des Umsturzgesetzes verboten wird? " Lehren nicht vergessen werden dürfen, und daß wir in einer Epoche der Entwickelung leben, deren friedliche Vollführung zu fichern bas Ziel des neuen Rabinets sei. Was aber unter diesen Worten steckt, das wird erst die Zukunft lehren. Natürlich soll es niemandem lieber als uns sein, wenn darunter der Angriff ernfter sozialer Reformen verstanden ist und werden wir in diesem Falle nicht die letzten sein, es mit Freuden zu verkünden. Aber erft wollen wir die Thaten sehen. abhalten. Die Umsturzvorlage und die Sozialdemokratie" lautete bas Thema, über das in fünf Boltsversammlungen in eipzig verhandelt wurde. Gegen 5000 Personen nahmen an den Versammlungen theil, um lauten Protest zu erheben gegen An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen! das geplante Knebelgefeß. Die Versammlungen verliefen ohne Ueber diese Bernstorff Geschichte fällt uns eine andere Zwischenfall; nur in Voltmarsdorf hielt es der Ueberwachende für ein. Die Leser erinnern sich vielleicht, daß der vorige Großangebracht, die Abstimmung über die nachstehende, für sämmtliche herzog von Heffen Heffen mit einer bürgerlichen bürgerlichen Dame Versammlungen einheitliche Resolution zu untersagen, während in Der neue französische Kriegsminister heißt 8 ur den übrigen Versammlungen die Polizei die Resolution unbeanstandet ein Verhältniß hatte. Er fühlte Gewissenstrupel, linden- General Jamont, der auf der ersten Minister ließ. Sie hatte folgenden Wortlaut:" Die am 29. Januar tagende nahm" Religion, Sitte und Ordnung ernst, und lifte verzeichnet stand, hat vor Thorschluß noch abgelehnt Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Remeinen bürgerlichen Moral. Allein nach der Moral der der Name. So haben wir jetzt das seltsame Busammen Sie erklärt, daß sie nur in die Sozialdemokratie ihr Vertrauen heirathete die Dame, das war brav- nach der ge- und ist ein Elfäßer, reinster germanischer Abkunft, wie auch ferenten einverstanden. Sie erhebt schärfften Protest gegen die mit der Umsturzvorlage versuchte Entrechtung der Boltsmassen. Edelsten und Alleredelsten war es ein arger Verstoß gegen treffen, daß in Deutschland ein Mann fransetzt und verpflichtet sich, rückhaltslos und unbeirrt durch Ber die Sitte in jenen Kreisen. Die fürstliche Verwandtschaftöfifcher Abkunft und französischen Namens folgungen und Vergewaltigungen aller Art für die hohen Biele steckte die Röpfe zusammen, und die Presse der Edelsten Bronsart- und in Frankreich ein Mann deutscher ber völferbefreienden Sozialdemokratie einzutreten. Das Bureau und Alleredelsten eröffnete ein erbarmungsloses Feuer gegen Abkunft und deutschen Namens an der Spitze des wird mit der Uebermittelung dieser Resolution an die sozial den Fürsten, der so tief gesunken war, die Ehe als eine Kriegsministeriums und der Heeresleitung steht beiläufig demokratische Fraktion des Reichstags beauftragt."- Die fittliche Pflicht gegen seine Geliebte zu betrachten. eine treffliche Perfiflage des sogenannten Nationalitäts- Referate hatten die Genossen Geyer, Rabenstein, Die Ehe mußte aufgelöst werden. Bwei Menschen wurden unglücklich gemacht. Aber die Moral Prinzips. General Burlinden soll ein guter Golbat fein- Schmidt Magdeburg, Seifert. Bwidau und Pintau der höchsten Vorfämpfer für" Religion, Ordnung und napoleonischen Marschall, gegen dessen Beerdigung auf er diente schon unter Caurobert, dem soeben verstorbenen übernommen. Sitte" war gerettet. Staatstosten jetzt mit Recht in Frankreich Protest erhoben schweig) wurde ein Sozialdemokrat gewählt. Die Aufstellung In den Gemeinderath zu Königslutter( Brauns wird, denn Herr Canrobert half dem Präsidenten Bonaparte fozialistischer Kandidaten hatte zur Folge, daß sich dies Jahr aus Nach ihren Werten sollt ihr sie richten, beim Staatsstreich des 2. Dezember und war ein eidbrüchicher ber 8. Wählerklasse allein 172 Wähler betheiligten, währenddem nicht nach ihren Worten! Schurke.früher in allen drei Klassen zusammen nur 58 Stimmen abD diese umstürzlerische Bibel! Anarchisten Ausweisungen aus der aus der Schweiz. gegeben wurden. Unser Züricher Korrespondent schreibt: Wie sagt doch weiter die Bibel? Sie werden bereits telegraphisch die Meldung von der Aus. Daß dies nicht bloß Geldopfer sind, sondern vor allem auch Der italienische Kolonialkrieg kostet große Opfer Opfer an Leben und Gesundheit, beweist die folgende Depesche aus Rom: Zwei Bataillone in der Stärfe von 1268 Offizieren und Soldaten werden abends nach Neapel abgehen, um bort nach Maffauah eingeschifft zu werden. * * will der Amishauptmann von Ehemnih burch weitere Be Das Vordringen der Sozialdemokraten auf dem Lande schränkungen des Versammlungswesens verhindern. In einer weisung von zwölf Anarchisten, elf italienischen und einem tyroler, im Amtsblatt veröffentlichten Berfügung werden eine Reihe Be aus Lugano im Kanton Zessin erhalten haben. Man arbeitet in ftimmungen getroffen, die es allerdings wesentlich erschweren folchen Angelegenheiten ungemein rasch in der Schweiz. Am werden, auf den Dörfern Versammlungen abzuhalten. Zunächst Sonnabend wurde gemeldet, daß im Kanton Tessin anarchistische Flugblätter verbreitet wurden, am Sonntag fam die Nachricht, Ministerkrisis in Norwegen. Aus Christiania wird getrennt ist, daß die Thüren nach außen gehen, weiter sollen wird da verlangt, daß der Raum nicht durch Zwischenwände daß die italienische Regierung beim Bundesrath in Bern unterm 31. telegraphirt: Am Schluffe der heutigen Minister: 11/2 Meter breite Gänge freigelassen werden. Auch um jeben wegen der anarchistischen Umtriebe in Tessin reklamirt rathssigung reichte das Ministerium seine Entlassung ein. Die einzelnen Tisch soll ein 11, Wieter breiter Raum bleiben. Der habe, am Montag erfuhr man, daß die Untersuchung Demission soll verfassungsmäßig behandelt werden. schon im Gange und u. a. auch der Anarchist Advokat Gipfel ihrer Fürsorge um das Wohl der versammelten benn Der neue Zar hat endlich wie wir gestern schon Sozialdemokraten, um diese handelt es sich doch Horn verhört worden ist und am Mittwoch, würde schon die ein nur, wird durch den§ 5 erreicht, welcher bestimmt, Ausweifung von 12 Personen gemeldet. Diese verblüffend rasche erwähnten das erlösende Wort gesprochen daß Aufeinanderfolge der Handlungen läßt die Sache doch etwas Wort, das zwar nicht sein unglückliches Bolt erlöst durch das zur Versammlung nicht mehr Personen zuzulaffen feien, als gemacht erscheinen und bis nähere Aufklärung vorliegt, muß man Fürstenwort ist noch kein Bolt jemals erlöst worden aber find, drei Personen, andernfalls höchstens vier Personen fommen. daß auf den Quadratmeter Bodenfläche, wenn Stühle aufgestellt annehmen, daß die Flugblätter und ihre Verbreitung, welche den ein Wort, das die Welt von einem Schwindel und Irr Für Uebertretungen dieser Bestimmungen sind die Leiter der Ausgangspunkt der ganzen Aktion bilden, von der italienischen wahn erlöst, nämlich von dem Glauben an den liberalen Versammlungen mitverantwortlich; Strafen bis zu 150 M. find Polizei resp. ihren Lockspitzeln besorgt wurden. Diese Annahme Baren"." Ich werde alle meine Kräfte der Wohlfahrt des angedroht. Diese rührende amtshauptmannschaftliche Bes ist um so begründeter, als in der schweizerischen kapitalistischer theueren Rußland widmen, aber auch ebenso fest und sorgniß um die Hühneraugen unserer dortigen Parteigenoffen Preffe nie eine Klage über anarchistische Umtriebe in Tessin beständig wie mein Vater die Autokratie mag wohl dazu beitragen, die Agitation im Augenblick etwas zu erhoben wurde, was aber gewiß geschehen wäre, wenn wirklich solche Umtriebe stattgefunden hätten. Grinnert sei auch daran, aufrecht erhalten." Also sprach er zu den Abord- hemmen, nichtsdestoweniger werden auch diese kleinen Schwierig daß vor mehreren Wochen in der Nacht auf den Advokaten Gorio nungen der verschiedenen Stände, die ihm zu seiner Thron- teiten überwunden werden; den unvermeidlichen endlichen Sieg der Sozialdemokratie kann man durch dergleichen Liebenswürdig unter sehr verdächtigen Umständen mehrere Schüffe abgefeuert besteigung„ buldigten". feiten nicht verhindern. wurden, über die seitens der Behörden nichts zur Aufklärung Autokratie heißt Selbstherrschaft- persönliches Regiment mitgetheilt wurde. - der Wille des Fürsten oberstes und einziges Gesetz. Der Die Bundesanwaltschaft in Bern stellt offenbar an das Sohn will regieren, wie der Vater regiert hat. Wie dieser Material zur Rechtfertigung einer Ausweisung sehr bescheidene regiert hat, das wissen wir und das weiß sein unglückliches Ansprüche und der durch die Propaganda der That gegen die Anarchisten erzeugte Haß verhindert eine fachliche Kritik der Volk. Und wir wissen auch, wie er gelebt hat, und wie Ausweisungen durch die Presse. Unter diesen Umständen er gestorben ist gestorben an der Autotratie. reklamiren auswärtige Regierungen mit Erfolg in Bern und die Bundesanwaltschaft kann immer aufs neue bie Nothwendigkeit ihrer Existenz darthun. Hat denn der junge Mann, der vor kurzem den Thron Rußlands bestiegen, teinen ehrlichen Berather gehabt, der ihn auf die Schwierigkeiten und Gefahren seiner Stellung aufmerksam machte, der ihn warnte vor dem Schicksal seines Waters? * Ur Todtenliste der Partei. In Weißwaffer t. M. verstarb der Parteigenosse Schuhmacher Tiete. Bei seinem Begräbniß, das am Sonntag, den 27. Januar, statt. fand, ereignete fich, wie uns von dort mitgetheilt wird, wieder einer jener unliebsamen Zwischenfälle, deren heber auch hier der Vertreter der Religion der Liebe" war. Als nämlich der feierliche Akt vorüber, bolte der Todtengräber auf Anordnung des Kantors einen in die Gruft mit versenkten Strang mit rother Schleife wieder heraus, der Geiftliche riß die selbe ab und entfernte sich.- Unferes Erachtens trägt die so häufig gemeldete Intoleranz der Herren Geistlichen gegen vertorbene Sozialdemokraten nicht dazu bei, deren Ansehen im Wolke zu heben. Wollen die Diener Gottes gegen unsere Ideen tämpfen, so mögen sie sich mit den lebenden Genossen messen. Burlegten Ruhestätte wurde wiederum ein alter der Genosse Friedrich Deutschmann in Magdeburg ist am Tezten Sonntage braver Parteigenoffe gebracht, Das Gesandtschaftsgefeh in der Schweiz. Am Sonntag, den 3. Februar, giebt es wieder eine eidgenössische Volts abstimmung. Die eidgenössische Referendumsvorlage ist das Freilich, woher sollte der ehrliche Berather tommen? Gesandtschaftsgeset, über das wir bereits früher Wer in die Nähe eines Selbstherrschers geht, will denselben berichteten. Die Volksabstimmung über dieses Gesetz verlangte für irgend einen eigensüchtigen Zweck mißbrauchen die fatholische Boltspartei, die in ihrem Begehren von der sozial Männer von Charakter geben sich zu der Rolle von Höfdemokratischen und theilweise auch von der demokratischen Partei lingen nicht her. unterstützt wurde. Die fritische Bestimmung dieses Gesetzes lautet: Die Errichtung und Aufhebung ständiger diplo Jacoby hat ein gar wahres Wort gesprochen mit beerdigt worden. Deutschmann, ber schon unter dem Ausmatischer Vertretungen erfolgt durch die Bundes. die Bundes, seinem: Es ist das Unglück der Könige, daßnahmegeseze äußerst thätig gewesen, war durch einen Unfall in oersammlung im Wege der Budgetverhandlung fie die Wahrheit nicht hören." Auch wenn ein Monarch, den Grusonwerken in den letzten Jahren gezwungen gewesen, sich and nach Vorlage von Spezialbotschaften des Bundesrathes." ber als Autokrat regiert, die Wahrheit hören will, so be von der Agitationsthätigkeit zurück zu ziehen. An feiner Bisher fonnte das Schweizervolt in letter Instanz über die kommt er sie nicht zu hören bas Beerdigung nahmen gegen 1800 Personen theil. denn jeder Autokrat Auf dem Kredite für die Gesandtschaften entscheiden, hat aber von diesem liegt in sein er Stellung ist von einer Kamarilla, b. h. Friedhofe wurde zur Ehre des Todten vom Arbeiter- Sängerbunde Rechte einen sehr bescheidenen Gebrauch gemacht, woraus natür einer Schaar ihn ausbeutender Schmeichler und Schmarozzer in die Gruft gelassen und für immer gebettet. Seinen Grabesder Grabgefang" vorgetragen, alsdann wurde der todte Genosse lich nicht folgt, daß es auf dasselbe verzichten wolle. Nicht nur umringt, welche die Wahrheit hermetisch von ihm abschließen. hügel schmücken Kränze von der sozialdemokratischen Partei, der oie Demokraten und Sozialdemokraten," schreibt Herr Gurti in Und zwar in ihrem Lebensinteresse. Der Züricher Post", sondern das ganze Schweizervolt werden Denn dränge die Freien Gemeinde Buckau, den Arbeitern des Grusonwerkes, der ein Gesetz nicht nothwendig, sie werden es überflüssig und unter Wahrheit auch nur durch eine Thürspalte herein, so wäre Bentralfranken- und Sterbefasse der Metallarbeiter. Jezt breitet Umständen schädlich finden, welches ihnen ein längst errungenes, ihre Schmaroßer und Schmeichler Herrlichkeit zu Ende. Der Winter sein weißes Leichentuch über den Todten. Ehre bisher nie bestrittenes Boltsrecht mit einem Male unversehens Genug der neue Bar hat gesprochen, er hat gewählt und seinem Andenken. mtreißt". Das Gesandtschaftsgesetz wird voraussichtlich mit das Schicksal wird sich erfüllen. großer Mehrheit verworfen. " 3 -Der russische Rubel rollt in Bulgarien. Der FrankBolizeiliches, Gerichtliches 2c. Für Religion, Ordnung und Sitte. Durch die Beitungen furter Zeitung" wird aus Belgrad gemeldet, der bort Oderbergi. M., welcher wegen Beleidigung der Einschäßungs- In der Strafsache gegen den Genossen W. Künete zu geht folgende Nachricht. afkreditirte Gesandte einer Großmacht habe aus Sofia tommission, begangen in einer Boltsversammlung vom 19. NoLemberg. Gin Offisier erfchoß einen Privat Berichte erhalten, daß Prinz Ferdinand fich täglich vember 1893 betreffs feines Ausschlusses aus der Stadtverordmann, der ihn wegen eines Liebesverhältnisses mit mehr dem zunehmenden Einflusse 3 autow's hingebe. feiner schönen Frau gefordert, im Pistolen. Dieser sei bei dem Prinzen persona grata und wolle die neten- Versammlung, von der Eberswalder Straffammer verurtheilt buell. Als die Frau dies hörte, erschoß sie sich selbst. Annäherung an Rußland durchführen, die, wie der Rapport wurde, biergegen aber Revision einlegte, ist das Urtheil vom Wenn der chebrecherische Offizier das Duell verweigert, wörtlich sagt, den Fürsten Tag und Nacht beschäftige. Sobald Reichsgericht nebst Feststellung aufgehoben und die Sache alfo es abgelehnt hätte, dem Ehebruch auch noch die Blutbindende Garantien geboten feien, daß Rußland einer eventuellen zur anderweitigen Berhandlung an das Landgericht I zu Berlin zurückverwiesen. fchuld hinzuzufügen, so würde er von dem musikalischen Neuwahl des Prinzen Ferdinand keine Schwierigkeiten in den Kriegsminister seinen Abschied erhalten haben, als Weg lege und die Bestätigung prompt erfolgen lasse, stehe eine Verboten wurde eine öffentliche Versammlung in Belegenheit von den höchsten Autoritäten unseres„ chriftlichen" Bringen Ferdinand. In der Armee soll dagegen der rath Bericht erstatten wollten. Der Bürgermeister berief sich bei inwürdig der Armee anzugehören, die, wie uns bei jeder Ueberraschung in Aussicht, nämlich die Abdantung des Frankenhausen a. Ryffb, in welcher die brei fozialDemokratischen Stadtverordneten über ihre Thätigkeit im StadtStaates gesagt wird, die Hauptstüße der Religion, Ordnung Einfluß Stambulo w's, des frühereen Ministers, start im Zu- rath Bericht erstatten wollten. Der Bürgermeister berief sich bei and Sitte" ist. O, heiliger Umsturz"! feiner Staatsretterei auf§ 8 des Vereinsgesetzes. Beschwerde ist nehmen begriffen sein. eingelegt. Das Kabinet Ribot und die Amnestie. Man schreibt 3um japanisch- chinesischen Krieg liegen heute die folgenden Prozeß wegen Bergehens wider bag uns aus Paris, 29. Januar. Das beste, was das Kabinet Meldungen vor: Vereinsgejet. Am Freitag, den 18. Januar, sand vor dem Ribot gebracht hat, ist die Amnestie. Es ist aber auch das London, 31. Januar. Wie die ,, Times" aus Robe meldet, hiesigen Schöffengericht die Berhandlung gegen den Turnklub wenigste, was es bringen konnte. Nach den jüngsten Ereignissen, wurden die chinesischen Abgefandten von der Menge mit feind- Chem nih- Altchemnih statt. Angeklagt waren 14 Personen und " M Ella zwar 5 Gründer des Vereins und 9 neu angemeldete Mitglieder, feuerte in furzen Zwischenräumen Raketen ab, um andere| nebst Sohn- Grand Jsland, Hauptmannsfrau Klipfel Branden welche, da noch keine Vereinsversammlung stattgefunden hatte Schiffe von ihrer Nähe zu benachrichtigen. Um punkt 6 Uhr burg, Louise Kühn- New- York, Lillie Wattier Kraane- Amsterdam ( der Verein wurde gleich nach seiner Anmeldung von der hiesigen fah der Mann im Lugaus, daß sich ein Dampfer von etwa nebit Sohn, Sophie Rhodes- Washington, Hermine Sander- Fal Polizeibehörde verboten), noch nicht aufgenommen waren. Es 1500 Tonnen näherte. Es wurden weitere Signalzateten ab- mouth, Emma Schlegel Fürth, Klara Weingärtner- Hechingen. wurde den Angeklagten vorgeworfen, daß sie alle dem im Juli gelassen, aber der Dampfer schenkte denselben keine Beobachtung Für Southampton waren folgende Passagiere eins 1894 von der Amtshauptmannschaft Chemnitz aufgelöften Turn- und setzte seinen Kurs auf die" Elbe" zu fort. Dann wurde ein geschrieben: Frau Barendahl nebst Sohn, Frl. Anna Böcker, Ilub Altchemnitz angehört( weitere 5 angemeldete Mitglieder, furchtbarer Krach hörbar, durch das in die Breitſeite des Schiffes Frau Helene Lorenz nebft Sohn, Frl. Franziska Wernaer. Außerbei denen das nicht der Fall war, waren nicht geladen) gerissene ungeheure Loch strömte die gurgelnde See, überfluthete dem waren 138 Zwischendecks- Paffagiere an Bord. und sie somit einer Fortjehung des alten Vereins sich schuldig den Maschinenraum und füllte denselben im Augenblick gänzlich. Die bekanntgewordenen Namen der Zwischended3. gemacht hätten. G3 wurde von den Angeklagten auf das ent- Sofort begann das unglückliche Schiff zu finken. Die Passagiere, Passagiere sind folgende: Susanna Balint und Kinder. schiedenste bestritten, eine Fortsetzung des aufgelösten Vereins ge- welche fast sämmtlich schliefen, da infolge der intensiven Kälte Fannie Drucker. Maria Stoez. Janos Lukacs. plant zu haben. Jedoch, man schenkte ihnen feinen Glauben. niemand auf Deck aushalten konnte, stürzten, von panischem Tranz. Hane Weißlein. Otto Faust. Luise Liedl und Somit wurden die Angeklagten verurtheilt und zwar insgesammt Schrecken ergriffen, halb angekleidet an Dec. Vergebens ver- Kinder. May Liedl. A. Wuhlhofer und Frau. Anna Wuzl zu 170 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Koften. fuchten die Offiziere, einige Ordnung in die ungeheure Ber- hofer. Baul Kaempffer. Maria Blesko und Kinder. Chas. Einen Monstre prozeß scheint die Leipziger Staats- wirrung zu bringen. Kugler. Wilh. Warnka. Emil Seneca. John Cerny u. Kinder. anwaltschaft ins Leben rufen zu wollen wegen der angeblichen Ein anderes Telegramm lautet: Der Zusammenstoß beider Hedley A. Lasker und Frau. Elias E. Michelsohn. Diedrich Beleidigungen, die gegen Rath und Stadtverordnete während Schiffe erfolgte 47 engl. Meilen südwestlich von Haak's Leucht- Spreckels. Kive Adelson. Diedrich Brarrd. Anton Wanat. der letzten Stadtverordneten Wahlkampagne begangen worden schiff. Es war sehr dunkel, aber flare Luft. An Bord war J. M. Brunson. Ida Brunson. Henry Hürfe. Gottlieb Bokelmann. sein sollen. Nicht nur sind bereits der verantwortliche Redakteur alles zu Bett. Der Stoß war furchtbar; er schlug tief mitten Rudolf Graf. Friedrich August Reichspfarr. Friedrich Buchheister. rud der Verleger der„ Leipziger Voltszeitung", sowie der Ver- in den Maschinenraum; sofort überfluthete das Wasser das Louise Buchheiner. Franzis Möller. Bertha Klockzin. Franz Bruns leger des inkriminirten Flugblattes bereits in Anklagezustand Hintertheil der„ Elbe". Kein einziger Passagier der ersten Rajüte hauser mit Familie. Victoria Habesreiter. Rosa Rothmayer. versett worden, sondern es sind auch sämmtliche Mitglieder des und nur 5 Passagiere der zweiten Kajüte wurden gerettet. Dem Adolf Groll. Helene Brarrc. Heinrich Bade. Frie Wahlkomitees vor die Staatsanwaltschaft geladen worden. Das Stoße folgte eine große, schreckliche Verwirrung. Alles eilte nach drich Sapper. Gabriel Herz. Anton Zeller. Henry fann gut werden. den Booten. Freinscht. Vaclav Holecet. Josef Rumplit. Anton Die Leipziger Polizei hat dem Einberufer von fünf Der Dampfer, von dem der Elbe" das furchtbare Leck Noset. Frant. Kral. Barbora Svojse. Frant. Cervenka. Volksversammlungen, in denen gegen die Umfturzvorlage Stellung jedenfalls beigebracht wurde, ist der englische Dampfer Vojtech Strata. Antonie Vevera. Bertha Köpke. Heinrich genommen werden soll, mitgetheilt, daß sie den als Referent" Crathie". Ein Telegramm meldet darüber aus London: Bödefer. Maria Wanat. Mail Trubacs. Jan Szuchy. Pal mit in Aussicht genommenen Genossen 3 u beil Berlin nicht Eine Depesche an Lloyds aus Maasluis meldet, der britische Szuchy. Jan Chosta. Matyas Banszas. Györdy Antonyi. als Redner auftreten lassen werde. Dampfer Crathie", von Rotterdam nach Aberdeen gehend, ist Janos Beffat. Wojciech Flanowsky. Janos Benya. Mihaly Eine Hamburger Metallarbeiter Ver: Dort angekommen und berichtet, daß er am 30. Januar, früh 5/2 Uhr, Turcfani. Gyorgy Csizsmarit. Janos Csizsmar. Gyorgy sammlung war von dem überwachenden Beamten aufgelöst 30 Meilen von Hoek van Holland mit einem großen Dampfer Blofat. Ewa Solar. Georg Kovacs. Michael Barth. Angel worden, weil der Vorsitzende sich weigerte, einem Diskussions- zusammengestoßen. Der„ Crathie" ist ein kleiner Kohlendampfer Prefup. Jan Kacza. Gustav Hemke. Meri Babos und Kind. redner das Wort zu entziehen. Gegen die Auflösung war Be- von 470 Tonnen; derselbe ist vorn stark beschädigt, leckt aber nicht; Gvazdonit. Julia Thau. Emil Kegel. Jakob Dahm. Philipp Jan Kowal. Martin Napieraz. Jan schwerde erhoben und die Unkosten einer neuen Versammlung in er begiebt sich zur Reparatur nach Rotterdam. der Höhe von 12 M. zurückverlangt worden. Die Beschwerde Bis jetzt sind nur folgende Personen als gerettet bekannt: Menda. Heinrich Peters. Mischler. Georg Henne. Apolonia Bojarska und Kinder. Josef wurde als gerechtfertigt anerkannt, der Ersatz der Kosten sei unbegründet.-Im Privatleben ist jeder für den durch Die Kajüten- Passagiere: Karl A. Hofmann- Grand- Jsland. Jan Aus Lowestoft, dem Ort, wo das erste Boot mit ihn erwachsenen Echaden verantwortlich, nur unsere Beamten Vevera- Böhmen. Eugen Schlegel- Fürth. Anna Boecker- Bremen. den 19 Geretteten landete, wird von heute telegraphirt: haben das Vorrecht, anderen Schaden zuzufügen, ohne dafür Zwischendecks- Passagiere Bothen und Twaen. Der deutsche Die hiesigen Hafenbehörden haben einen Bugsirdampfer aus. haften zu müssen. Der Weserlootse de Harde. Der englische gesandt, um die Nordsee in der Umgebung von Hool's LeuchtDem Arbeiter Bildungsverein in Zeit wird 2ootse Weisser. schiff zu durchsuchen. Der gerettete Offizier Stolberg erklärt, das Leben recht schwer gemacht. Da dem Verein in Zeit selbst Lootse Robert Greenham. Der dritte Offizier Stollberg. Erster der andere Dampfer habe sich außerhalb des Kurses befunden; fein Lokal zur Verfügung steht, wollte er in dem benachbarten Aue Maschinist Heussell. Zahlmeister Wefer. Zahlmeister Assistent er habe das grüne Licht von dessen Backbordseite gesehen. eine Versammlung abhalten. Der Ortsvorsteher in Aylsdorf, bei Schlutius. Von der Mannschaft sind gerettet: Linkmeyer, Das Rettungsboot der Elbe", welchem es gelang, vom dem die Versammlung anzumelden war, gestattete aber die Verfammlung nicht, weil der Verein in Zeit seinen Sitz habe. Sittig, Fürst, Roebe, Wennig, Finger, Sibert, Dresow, Battle. Schiffe wegzukommen, sei zwanzig Fuß lang gewesen, doch glaube er nicht, daß es sich in der stürmischen See habe halten können. Natürlich wird gegen den Ortsvorsteher der Beschwerdeweg be- Einer der Geretteten, Karl Hoffmann, macht Der englische Lootse Greenham sagt aus, er sei sofort nach dem schritten werden. über die Vorgänge nach dem Zusammenstoß die folgenden, zusammenstoß auf Deck gewesen und habe beim Abfeuern der erschütternden Mittheilungen: Raketen geholfen. Der andere Dampfer sei entschieden schuld an dem Unglück, da er rechtwinklig am Steuerbordbug der Elbe" Lloyd" find nicht gewiß, ob das Kohlenschiff" Grathie" der vorbeizufahren versucht habe. Die Vertreter des" Norddeutschen Dampfer war, mit dem die" Elbe" zusammensties. -In Szegedin( Ungarn) beschlagnahmte die Polizei gelegentlich einer Haussuchung bei einigen Parteigenoffen eine Anzahl Druckschriften. Drei aus Alfoeld zugereifte Sozial demokraten wurden verhaftet. Soziale Ueberlicht. " # " " " Ich" reiste mit Frau und Kind. Wir hatten eine Rabine „ Wir verließen Bremen am Dienstag Nachmittag um 3 Uhr. zweiter Klaffe dicht bei der Stelle, wo der Zusammenstoß erfolgte. Wir lagen in tiefem Schlar, als ich um halb sechs Uhr durch ein Geräusch geweckt wurde, das wie das Gongschlagen für die Mahlzeiten Klang. Da es noch dunkel Die neueste Darstellung des Unfalles rührt von einem auf Der Weizen der Agrarier blüht. Der Minister des war, verließ ich mein Bett, fehrte aber gleich darauf wieder dahin dem Schiffe anwesenden Loots en her. Man telegraphirt darüber Innern hat im Einverständniß mit dem Minister für Landwirth. zurück, da ich nichts weiter hörte, kurz darauf hörte ich Tritte aus Lowestoft vom heutigen Tage: Der Lootse Grunham sagte über den Untergang der schaft bestimmt, daß Strafgefangene aus den dem Mini- und Rufen. Im Glauben, daß etwas geschehen sei, stürzte ich Elbe" folgendes aus: Der erste Befehl des Kapitäns nach dem sterium des Innern unterstehenden Strafanstalten und Gefäng- in meine Kleider, meine Frau und Kind zogen sich auch etwas niffen zu landwirthschaftlichen Meliorationen, an, und wir eilten mit anderen zusammen den Korridor entlang Busammenstoß war, die Boote herauszuwinden, aber nicht herabdie von Behörden oder Privatpersonen unternommen werden, zum Deck. Oben angelangt wurde ich die Treppe wieder hinab- zulassen. Dann kommandirte der Kapitän: alles an Bord und verwendet werden dürfen. An Arbeitslohn sind den Gefangenen gestoßen, aber es gelang mir, nicht n niedergetreten zu werden. Die Mannschaft auf ihre Posten." Hierauf erfolgte der Befehl, 40 Pfennig für den Kopf und Arbeitstag zu zahlen. Dazu Ich gelangte bis zur Backbordseite, wo der Zusammenstoß erfolgt die Frauen und Kinder in den Steuerbord- Booten zuerst zu tommen noch die Mehrausgaben, welche für Aufsicht, Verpflegung, war und fah die große erlittene Havarie und das Wasser einströmte. retten. Diese Befehle wurden vom Kapitän gegeben und von Transport, Vorhalten der Arbeitsgeräthe 2c. erwachsen. Um Es war sehr dunkel, aber nicht neblig, die See ging hoch. Zwei dem ersten Offizier wiederholt. Der Kapitän befand sich auf der Der nächste eine ungerechtfertigte Konturrenz mit den freien Ar- Boote wurden herabgelaffen. Ich ergriff meinen Jungen und warf Brüde, ich glaube, er ging mit dem Schiffe unter. Es herrschte durchaus beitern zu vermeiden, ist bestimmt, daß Gefangene zu solchen ihn in das eine Boot, rief meiner Frau zu, mit mir zu kommen, und stieg Befehl war, die Boote niederzulaffen. Arbeiten nur dann verwendet werden sollen, wenn sonst die ein. In demselben Augenblick wurde gerufen:" Frauen und feine Verwirrung oder Panit. Jeder Befehl wurde mit Meine Frau gab mir ihre der größten Ruhe und Schnelligkeit ausgeführt. Die Ausführung unterbleiben würde, weil es an freien Arbeitern Kinder auf die andere Seite!" aus Dft- Süd- Ost und dafür fehlt, oder die Höhe der diesen zu zahlenden goldene Uhr und verließ mich, desgleichen wurde mein Junge See ging hoch bei starkem Wind Löhne die Melioration unrentabel machen würde. wieder aus dem Boot herausgenommen. Während ich im Boot bitterlicher Kälte. Die Taue der Boote waren gefroren und -Diese Einschränkung, wird die Herren Landjunter natürlich faß, sah ich das andere Boot vollschlagen und untergehen. Wir wurden, um Zeit zu ersparen, gefappt. Die„ Elbe" ging etwa nur wenig geniren. Es wird ihnen ein leichtes sein, den Nach- versuchten, die im Wasser Treibenden zu retten, aber alle ver- awei Minuten, nachdem wir sie verlassen hatten, unter." Das starte bei schwanden bis auf Fräulein Böcker. Verhältniß der geretteten Mannschaften zur Zahl der geretteten weis zu erbringen, daß es an freien Arbeitern fehlt" 40 Pf. Lohn. Die Melioration inuß eben rentabel" sein und Passagiere wird durch den Lootsen dadurch erklärt, daß, nachdem dieses Wort wird bei den Agrariern groß geschrieben. Befehl gegeben war, die Frauen und Kinder erst zu retten, die Glbe" sich nach Steuerbordseite senkte und das Wasser nach den Promenadendeck hinauffam, wodurch die Steuerbordboote unbrauchbar wurden. Das Boot, welches die Geretteten fortbrachte, befand sich an Backbordseite und war das letzte, welches das Schiff verließ. " Auch ein Arbeitsnachweis. Die R. Vz." meldet von Ruhrort: Die städtische Verwaltung theilte den hiesigen Großfirmen, Rhedereien, sowie der Kaufmannschaft mit, daß sie für Arbeitslose die Vermittelung von Beschäftigung in Gemeinschaft mit dem Präses des katholischen Gesellenvereins und dem Vorsitzenden des evangelischen Arbeitervereins übernommen habe. Die betreffenden Arbeitgeber werden gebeten, bei Bedarf an Arbeitskräften der Bürgermeisterei oder den vorgenannten Herren davon Mittheilung zu machen. Die Gewerkschaften scheinen für den Magistrat nicht zu existiren. Gewerkschaftliches. Unser Boot stieß ab, und wir trieben fünf und eine halbe Stunde auf dem Waffer, bevor wir gerettet wurden. Bei Tagesanbruch erblickten wir viele Fahrzeuge, aber wir konnten die Aufmerksamkeit nicht auf uns lenken. Nach dem Unglück fandte die" Elbe" Rafeten auf, aber feine Hilfe nahte. Ich halte die Rettung Anderer für ausgeschlossen, da die " Elbe" sofort sant. Ich glaube nicht, daß die Zwischendeck Passagiere überhaupt etwas von der Kollision erfahren haben. Der Zusammenstoß verursachte nicht viel Lärm. " Der Bericht des Kapitäns des Dampfers, Crathie", der die " Elbe" angerannt hat, lautet, wie der Kölnischen Zeitung" aus Rotterdam gemeldet wird, folgendermaßen:" Morgens zwischen 5 und 6 Uhr waren wir etwa 30 Meilen vom neuen Wasserweg entfernt. Es war sehr dunkel; plößlich wurden am Steuerbord drei Lichter eines großen Dampfers sichtbar. Sofort wurde Backbord gesteuert, jedoch vergebens. Auch nachdem rückwärts gedampft wurde, blieb der Zusammenstoß unvermeidlich. Unser Schiff lief mit dem Vordertheil in den Dampfer. Obgleich schwer beschädigt, fonnten wir dennoch blaues Licht zeigen zum Beweise, daß wir nicht in Noth gerathen waren. Binnen einer halben Stunde zeigte auch der Dampfer blaues Licht und da so= fort nach dem Zusammenstoß das Schiff weiter fuhr und ans Wir waren einem schweren Seegang und einem bittertalten Wind länger als fünf Stunden ausgesetzt, dabei schöpfte unser Boot fortwährend Wasser. Schließlich fonnten wir uns mit Hemden und Segeln der Wildflower" bemerkbar machen, die uns an Bord nahm und um 1/26 Uhr abends, zwölf Stunden nach dem Zusammenstoß in Lowestoft ans Land feyte. Wir wurden an Bord der Wildflower" mit aller Rücksicht behandelt." Ueber die an Bord der„ Elbe" befindlichen Passagiere wird Das städtische Arbeitsamt zu Frankfurt a. M. Nach aus dem Bureau des Norddeutschen Lloyd folgendes berichtet: dem am Montag Abend die öffentliche Arbeiterversammlung be Es befanden sich an Bord der Elbe" nur drei Berliner und schlossen hat, daß die Vertreter der Arbeiter am Gewerbe- war als Kajütpassagiere die bereits namhaft gemachten Herren gericht die Wahlen zu der Kommission des städtischen Arbeits- A. Baumann, Simon Echweizer und Carl Nußbaum. Die scheinend feine Reise fortsette, glaubten wir, dasselbe sei nicht amtes vornehmen sollen, wurden bereits am nächsten Abend vier Bahl der Zwischendeck- Passagiere dürfte etwa 200 betragen, doch in Gefahr; doch blieben wir, da wir auch unter der Wasserlinie Kommissionsmitglieder und vier Ersagmänner gewählt. befanden sich unter diesen allem Anschein nach keine Berliner. ein Leck hatten, das aber glücklich beseitigt wurde, noch zwei Es waren überhaupt nur wenige Deutsche an Bord der Elbe", Stunden an derfelben Stelle, ohne etwas von dem Dampfer im Zwischendeck befanden sich fast ausschließlich russische, galizische weiter zu bemerken. und ungarische Auswanderer. Die Tabakarbeiter- Kommission von Bremen wird in den anliegenden Bezirken eine lebhafte Agitation gegen die nunmehr bekannte Tabaksteuer entfalten. " Eine Ausschußsihung des Verbandes der Ar beiter der Glas und Keramitwaaren Branche Nordböhmens findet den 2. Februar d. J. in Haida statt. Ein nener Diamantarbeiter- Streit, an dem etwa taufend Mann betheiligt sind, wird aus Amsterdam gemeldet. Man erwartet allgemein einen großen Aufschwung der Diamantindustrie und beurtheilt daher den Augenblick sehr günstig, um Verbesserungen abzuzwingen. Wenn die Prinzipale sich vereinigen, ist wieder ein Generalstreik der Diamantarbeiter zu erwarten. Untergang " " И Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Die Gibe" war der erste Schnelldampfer des„ Norddeutschen Lloyd" und wurde im Jahre 1881 auf der Werft ron John Elder u. Co. in Glasgow erbaut. Die Länge des Schifics betrug 128 Meter, die Breite 133/4 Meter und die Tiefe 10/2 Meter. Die Geschwindigkeit des Tampfers belief sich auf 16 Knoten in See bei einer Maximalleistung von 5000 Bern, 31. Januar. Alle ausgewiesenen Anarchisten find indizirten Pferdekräften. Das Echiff, welches 1180 Passagiere mit Ausnahme des flüchtigen Ziroler Giofeffi in Haft genommen fassen konnte, war ausgerüstet mit einer dreizylindrigen Com- worden und werden, abgesehen von zwei, welche zur Regelung poundmaschine. Die Besayung bestand bei vollbesetzten Kajüten ihrer Geschäfte einen 24 stündigen Aufschub erhielten, sofort au aus 168 Personen, während sich der Kohlenverbrauch in die Grenze gebracht. 24 Stunden auf ca. 115 Tonnen belief. An Bord der Elbe" Paris, 31. Januar.( Deputirtenkammer.) Der Kriegsminister befand sich ein deutsch- amerikanisches See- Postamt. General Burlinden brachte eine Gesetzesvorlage ein, betreffend die Bewilligung eines Kredits von 20 000 Fr. für das Leichenbegängniß des Marschalls Canrobert. Hubbard( radikal) bekämpfte die Vorlage und führte aus, Canrobert hätte an dem Staatsstreiche und an der Kapitulation von Met theilgenommen. Ministerpräsident Ribot erwiderte, Marschall Ganrobert hätte die Fahne Frankreichs ruhmreich auf allen Schlachtfeldern wehen lassen. Heftige Unterbrechungen auf der äußersten Linken.) Ministerpräsident Ribot stellt hierauf die Vertrauensfrage. Die Rammer genehmigt hierauf die Dringlichkeit für die Vorlage mit 304 gegen 160 Stimmen und beschließt die sofortige Berathung. Im Senate brachte Justizminister Trarieur die Amnestievorlage ein, für welche die Dringlichkeit beschlossen wurde. Der Senat versammelte sich sofort in den Abtheilungen, um die Kommission für die Amnestievorlage zu wählen. Alle Mitglieder diefer Kommission find für die Vorlage. Die Besagung der Elbe" bestand aus 165 Mann. Davon werden die folgenden Namen bekannt gegeben: Kapitän des Dampfers ,, Elbe". von Goeffel, Erster Offizier Glaman, Zweiter Offizier Hellmers, Dritter Difizier Stollberg, Vierter Offizier Bubr, Arzt Dr. GehEine der furchtbarsten Schiffskatastrophen aller Zeiten rels, Erster Maschinist Neuffel, Zweiter Maschinist Budel find hunderte von Menschenleben zum Opfer gefallen. Wie mann, Dritter Maschinist Siebje, Dritter Maschinist Albig, Vierter wir gestern nur in einem Theil unserer Auflage melden Maschinist Lots, Vierter Maschinist Kriete, Vierter Maschinist Wille, wir gestern nur in einem Theil unserer Auflage melden Zahlmeister Weser, Zahlmeister- Assistent Schlutius, Obersteward konnten, ist der Passagierdampfer ,, Elbe", der dem Nord- Pichunder, Obersteward Bundyen, Oberkoch G. Grapengeter, deutschen Lloyd gehörte und am 29. Januar die Reise nach New- zweiter Koch J. Hanse. York angetreten hatte, am 30. Januar früh 51/2 Uhr an der Das Schiff hatte an Bord folgende Kajütspassagiere: die Nordküste Englands von einem Kohlendampfer angerannt Herren Fritz Appel- München, Hugo Becker- Chemnitz, Regiffeur worden und nach 20 Minuten gesunken. Auf dem Dampfer A. Baumann- Berlin, Henry Castle- Honolulu, Dr. Dittrich Dobefanden sich gegen 400 Personen, von denen bis zum mingo, Furrer- Guatemala, Frank- Amerika, Jake Frank- Buffalo, Schreiben dieser Zeilen nur etwa 20 als gerettet bekannt Anton Fischer Washington, Gerlicher Winona, Ernst Heeren New- York, Karl A. Hofmann- Grand Island, Adolf Islaub- NewDie genaue Verluftziffer soll 374 Menschenleben York, Peter Komiersti Amerika, Kurt Kleinschmidt Helena find. Mont, A. E. Lockart- New- York, Ernst Maseberg, Louisiana, Rarl Des näheren liegen über die furchtbare Katastrophe die Nußbaum Berlin, Peter Pomiersti Kazanik, Eugen Rhodes folgenden Meldungen vor: Washington, Julius Rosenbaum- Amerika, Walther Schüll- Düren, ( Depeschen- Burcan Herold.) Die Reise der Elbe" war bis um 6 Uhr gestern Morgen Eugen Schlegel- Fürth, Simon Echweizer- Berlin, August Sander Odeffa, 31. Januar. Die Zensur für ausländische Zeitungen ohne Zwischenfall verlaufen. Dann erhob sich ein furchtbarer Effen, Louis Thewett Wien, J. B. Vinke St. Charles, Jan dürfte demnächst eine Aenderung erfahren. Es werden wahrOrkan, die Wellen gingen thurmhoch und schleuderten die„ Elbe" Bevera Böhmen, Charles Wig New- York; die Frauen: Frau scheinlich diejenigen ausländischen Blätter ohne jede Zensur nach herum wie eine Glaskugel. Der Morgen war dunkel. Ab und zu Andrew Brierbach- Anifterdam, Frau M. C. Conners- South Rußland herein können, die von den russischen Gesandten ini wurden die Lichter anderer Fahrzeuge sichtbar. Die" Elbe" Dacota, Lowihy Castle Honolulu, Frank- Amerika, Anna Hofmann Auslande hierzu empfohlen werden. betragen. V M M = vom Baren in Audienz empfangen. Man glaubt doch noch, daß Petersburg, 31. Januar. Fürst Lobanow wird morgen derfelbe der Nachfolger Giers' werde und den Titel eines Kanglers erhalte. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 27. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 1. Februar 1895. $ 12. Jahrg. von ihr gesprochen.( Stürmische Unterbrechung links.) Meine| denen ob, welche den gegenwärtigen Zustand aufrecht erhalten Informationen sind ganz andere wie die des Abg. Preiß, so ist und verwenden wollen. Stichhaltiges ist für diese Haltung nicht ja wohl sein Name, aus Kolmar. Seine Ausführungen über die vorgebracht. Fürst Hohenlohe verwahrt fich dagegen, ein Tyrann Diktatur können doch nur dem oder jenem gefallen, der von den Ver- gewesen zu sein; ist das ein Argument? Die Anwendung 27. Sigung vom 31. Januar 1895, 2 Uhr. hältnissen feine blasse Ahnung hat. Die elfaß- lothringischen Finanzen des Diftaturparagraphen gegen die Ausländer wird als noth Am Tische des Bundesraths: v. Marschall, v. Röller, sind die besten im ganzen Deutschen Reiche, das Land wird also wendig erklärt, aber Rechenschaft ist uns darüber nicht abgelegt, Staatssekretär für Elsaß- Lothringen v. Putttamer und sehr gut verwaltet. Ueber allen Beamten schwebt der Geist der ob die vorgetragenen Willkürakte erfunden oder wahr sind. Rommissarien. Diktatur, heißt es. Im ganzen ist der Paragraph drei oder viermal Die einzelnen Fälle beweisen, daß der Diktaturparagraph von Die erste Lesung des von den Sozialdemokraten und Elsaß angewendet worden. Während meiner ganzen Amtszeit habe ich den oberen und unteren Organen gehandhabt wird. Der FrankLothringern eingebrachten Gesezentwurfs wegen Aufhebung erst nach 41/2 Jahren Gelegenheit gehabt, ihn mir einmal durch furter Frieden ist der Ausgang des neuen Deutschen Reiches, des Diktaturparagraphen in den Reichslanden zulesen( Große Heiterkeit), nämlich als es sich darum handelte, aber eben deshalb müssen wir jetzt Maßregeln bekämpfen, die wird fortgefeht. die schädliche demoralisirende, Elsaß Lothrin dazu dienen können, die Errungenschaften von 1870/71 wieder Abg. Preiß( Elsässer) wendet sich gegen die geftrige Dargische Bolts 3eitung" todt zuschlagen.( Unruhe zu schädigen. Der Voltsstamm der Reichslande ist durch und und Staatssekretärs über die Beschaffenheit des bei den Sozialdemokraten.) Leute, die riefen: Vive la France! burch germanisch darum soll er behandelt werden stellung des Den Wahlrechts in den Reichslanden. Allerdings bestehe allgemeines Vive la République! an der Grenze straflos zu lassen, ist nicht wie die anderen Stämme des Deutschen Reiches. direktes und geheimes Wahlrecht zu den Bezirksräthen; aber der unbedenklich; für die Bestrafung sollte man den Richtern Chauvinisten in Frankreich fann fein größerer Landesausschuß tomme auf grund eines Mischmaschs von in- dankbar sein. Unerhört ist es, daß ein Abgeordneter in solchen Gefallen geschehen, als durch die Belassung direkten Wahlen zu stande und dem entspreche auch seine Zu- Ausdrücken wie Herr Preiß über das Parlament seiner Heimath der Reichslande in diesem Zustande der sammensetzung aus Rentnern und Grundbesitzern mit einigen ab- spricht. Ich würde so etwas nicht sagen, selbst wenn es wahr Rechts unsicherheit, der Rechtlosigkeit. Was hängigen Beamten. Diese Gesellschaft sei etwas oligarchisch an- wäre( Große Heiterkeit); aber es ist nicht wahr. Ich kenne mich veranlaßt, nicht in Rußland zu wohnen, kann auch wohl gehaucht, finde meistens die Vorlagen der Regierung vorzüglich, viele Barlamente in Deutschland; feines arbeitet fach einen Elsässer veranlassen, nicht im Elsaß zu bleiben, wo er tage einige Wochen, halte einige Diners ab und gehe dann gemäßer, ruhiger und leidenschaftsloser als der Landes unter einer Diktatur steht und teinen Rechtsschutz hat. Der wieder feelenvergnügt nach Hause.( Heiterkeit.) Es ausschuß. Als fünfjähriger Unterstaatssekretär( Stürmische Diktaturparagraph ist allerdings schlimmer, als das Sozialistens fei doch gestern ein ausdrücklicher Selbst der Redner der Reichspartei hat gestern Fall des Miß Heiterkeit) halte ich mich berechtigt, das hier zu erklären. gefeß war. brauchs der Diktatur erwähnt worden und ohne Ant- Wir haben nicht erklärt, daß der Diktaturparagraph blos noch erklärt, daß das Provisorium nicht mehr nöthig sei, und ans wort geblieben, das sei die gleichzeitige Unterdrückung gegen Ausländer angewendet werden soll, es ist gesagt worden, gesichts der Einstimmigkeit aller Vertreter des Landes sollen dreier Zeitungen ohne jede Angabe von Gründen. Ob das vor daß der Paragraph da sein muß, um Agitationen zu verhindern. wir das Fortbestehen der Diktatur billigen? Die Res oder nach 1885 geschehen sei, bleibe gleichgiltig; man verlange Das ist ganz etwas anderes. Die von mir erlassene Melde- gierung ist parteiisch in diesem Streit, sie will ihre und kann dabei nicht objektiv urtheilen. die Motive der Regierung zu wissen, man wolle hören, warum Ordnung hat Herr Preiß entweder nicht gelesen oder nicht ver- Macht erhalten die Diktaturgewalt aufrecht erhalten werde.( Zwischenruf des standen; von Ghifanirerei ist nicht die Rede.( Lachen links.) Die Vertreter Elsaß- Lothringens wollen feine Macht erlangen, Ministers v. Röller.) Wenn der Minister nicht antworten zu Gegen fremdländische Offiziere und Emigranten bestehen aller- fie fämpfen für das, was die Wähler wünschen und fordern. wollen erkläre, so stehe auch für den Reichstag fest, dings strengere Bestimmungen und ganz mit Recht. Das Volt Wie viel Stimmen Bebel und Bueb bekommen haben, ist für die daß der§ 10 angewendet werde, ohne daß die Regierung Elsaß- Lothringens ist keineswegs politisch gleichgiltig, das Entscheidung dieser Frage außerordentlich gleichgiltig. Reich 3. und Die strengen hat sogar den Vorzug vor anderen deutschen Stämme, daß tanzler Staatssekretär stichhaltige Gründe dafür anzugeben vermöge. haben gestern Spezialgesetze für Presse, Vereine und Versammlungen seien Aus- sie Standalmacher, Heyer, Krafehler und Agitatoren nicht sind. lediglich den Absolutismus von vor 1848 glori nahmegesege; wer das bestreite, betreibe ein Spiel mit Worten. Es ist mir außerordentlich schwer geworden, von meiner fizirt; die Revolution müßte erst tommen, um Der Geist der Gewalt, der aus dem Diktaturparapraphen spreche, dortigen Stelle wegzugehen. Herr Preiß sieht manches als Miß- bie Staaten von dem sie lähmenden Absolutis. durchdringe die ganze Beamtenschaft und terrorisire das Volks- erfolg an, was ich nicht dafür halte. Wäre der Mißerfolg so mus zu befreien.( Der Reichstanzler erscheint am Bundes. leben. Dieser Geist habe es fertig gebracht, daß Regierungs- groß, wären die Verhältnisse so unglaublich, würden Sie es rathstisch.) Der Weg der absoluten Gewalt muß räthe in öffentlichen Lokalen Aeußerungen thun können: Die dann verständlich finden, daß ich selbst dort Grundbesizer ge verlassen werden. Herr v. Manteuffel wurde ja in der Elsaß- Lothringer müssen behandelt werden, daß ihnen das Blut worden bin? Herr Preiß empfiehlt den Weg der Geduld. Er richtigen Erfenntniß, daß Milde regieren müsse, hinausgeschickt. aus den Nägeln dringt; die Elsaß Lothringer sind meint, die Regierung ginge roh, rücksichtslos, bureaukratisch vor. Leider hat man diese Erkenntniß nicht lange gehabt. Schweinehunde, sind Echufte!( Bewegung.) Das sind alles( Abg. Preiß: Ja wohl!) Es ist mein ernſtes Bemühen ge- Abg. Pöhlmann( Rp. Elsässer, Kreisdirektor) erklärt sich im notorische Vorkommnisse. Nicht Personen, sondern die wesen, jede vorkommende Bureaukratie sofort todtzuschlagen Prinzip mit dem Abg. Höffel für die Beseitigung des Diktaturs Institutionen treffe der Vorwurf dafür. Dieser Geist( Heiterkeit), und aus vielen Kreisen der Bevölkerung Paragraphen einzutreten, obgleich ihm das durch die agitatorische der Diktatur habe Verurtheilungen bis zu einem Jahr Gefängniß ist mir ausgesprochen, daß der Verkehr zwischen Be- Rede des Abg. Preiß sehr erschwert worden sei. Die Bevölkerung und Regierung für solche Uebelthäter zur Folge, die die Marseillaise gesungen amten normaler als guter und be sei in Wirklichkeit zufrieden mit dem gegenwärtigen Regiment, oder auch nur gepfiffen haben. Die Schwärmerei von den wieder- trachtet wird. Ich glaube, ich kenne das Land besser dafür mehrten sich von Jahr zu Jahr die Anzeichen. Ferner gewonnenen Brüdern sei leben nur eine Schwärmerei gewesen; als Herr Preiß. Häufig werden an die Beamten Anfinnen polemifirt Redner gegen die Ausführungen des Abg. Bebel, die das elsaß- lothringische Voltsbewußtsein sei durch eine 200jährige gestellt, die sie nicht erfüllen fönnen, ohne die Würde ihres Amtes nur bewiesen, daß er den Verhältnissen des Landes so fern wie Gemeinsamkeit in das Französisch- Nationale übergegangen. Das zu verletzen. Will jemand, wie in seinem früheren Vaterland möglich stehe. Die Elsässer haben ein Beschwerderecht gegen und machen von habe man auch in den maßgebenden Kreisen wohl gewußt, durch Hinterthüren etwas erreichen, so wird er stets unsere Be Maßnahmen der Verwaltungs- Behörde darum habe man ja dem Oberpräsidenten und später dem amtenfchaft gegen fich haben.( Beifall rechts.) Die Leute sind diesem Rechte durchaus nicht wenig Gebrauch. Einzelne Schichten Statthalter diese ungeheuerlichen Dittaturvollmachten übertragen. glücklich, zum theil fehr glücklich( Heiterkeit), einem Reiche an der Bevölkerung wünschen allerdings die Beseitigung des Dif Trotz des Wegfalles des Motives für die Diftatur, troß zugehören, wo es ruhiger zugeht, als in ihrem früheren Heimathlande. taturparagraphen, die Mehrheit des Volkes lasse sich aber ihre der Anerkennung der Ruhe und der Friedseligkeit Die Wahlstatistik erweist gegen mich garnichts. Ist denn Herr Lebensfreude durch die Existenz, dieses Paragraphen nicht beeinder Bevölkerung behalte man sie bei, weil es sich mit ihr gar zu Breiß nicht mit blos 42 Stimmen Mehrheit gewählt? Die trächtigen; der Ausfall der Weinernte z. B. liegt ihnen mehr am leicht regieren lasse. Darum müsse immer und immer wieder Schlüsse aus den Wahlziffern find ganz unrichtig. Straßburg ist Herzen. Fremde Journalisten, von denen Herr Bebel sprach. darauf gedrungen werden, daß sie beseitigt werde, und in dieser nicht sozialdemokratisch, wenn auch Herr Bebel es vertritt. haben wir nicht zu fürchten. Sie werden bei uns keinen Zündstoff Richtung tönne auch der Reichstag einen Druck ausüben. Daß sie Unter 10 000 Wählern sind 5000 reichstreue, nationale Stimmen, finden. Die Berichterstattung über die Verhältnisse des Landes nothwendig sei wegen der von Frankreich her betrie: 2000 find fatholische, die übrigen 3000 find sozialdemokratische, basirt, wie die Rede Bebel's beweist, vielfach nicht auf eigener, perbenen Agitation, sei nur ein Scheinargument. Wie( Abg. Bebel: 6000!) Herr Bebel wurde erst in der Stichwahl sönlicher Erfahrung, sondern auf3wiegesprächen im Eisenbahnwagen. folle das Land büßen für das, was außerhalb gewählt. Die 6000 Stimmen, die er erhielt, sind doch nicht Die Behauptung Abg. Guerber, daß die Verwaltungsbeamten des Landes und an der Grenze geschieht? Dagegen alle von Sozialdemokraten; so viel finden Sie da nicht, Sie im Elsaß die Bevölkerung chifaniren, muß ich als unerwiesen genügen doch die Gesetze und die staatliche Grenzpolizei, um tönnen die ganze Stadt auf den Kopf stellen. Seine Wähler zurückweisen. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß, wenn die Die Reichslande gegen revolutionäre Agitation zu schüßen. sind die Unzufriedenen, die sich überall finden, die sich auch hier Verhältnisse in Elsaß- Lothringen es irgend gestatten werden, die Dazu brauche man nichts weiter, als die gewöhnlichen Macht im Reichstag nicht scheuen, Unzufriedenheit zu erregen( Große Reichsregierung diese immerhin unerquicklichen Debatten im mittel des Staates. Herr v. Köller habe Grenz- Polizeiverord- Heiterkeit.) Die Uebertreibungen nügen dem Lande nicht. Wollen Landesausschusse oder hier im Reichstage nicht erst abwarten. nungen erlassen, welche den französischen Agitatoren entweder Sie ernstlich die Aufhebung der Diftaturparagraphen, so halten sondern freier Entschließung die Aufhebung des den Weg ins Land völlig versperren oder den längeren Auf Sie nicht solche Reden, welche die Verhältnisse ganz falsch dar Diktaturparagraphen herbeiführen wird. Das Fehlen dieses enthalt durch weitgehende Aufenthaltsbeschränkungen erschweren. stellen und zu Hause in der Heimath die Leidenschaften aufregen, Paragraphen wird reichlich aufgewogen werden durch die Treue Sei es der Regierung mit ihren Erklärungen ernst, so werden während die Regierung bis jetzt mit Erfolg bemüht gewesen ist, und Anhänglichkeit der elsässischen Bevölkerung.( Beifall.) die Antragsteller in der zweiten Lesung beantragen, daß Leidenschaften zu beschwichtigen und ein besseres Verhältniß an= Abg. v. Kardorff( Rp.): Es wird niemand dem Vorredner verdenken, daß er für die Anträge eintritt. Auch in den der Diktaturparagraph nur noch Ausländern zubahnen.( Beifall rechts.) gegenüber zur Anwendung gebracht werden Abg. Prinz zu Hohenlohe( Sohn des Reichskanzlers, Ver- Kreifen der konservativen Partei hat man mit Freuden ver könne. Die Assimilirung sei auch heute noch nicht weiter als treter von Hagenau Weißenburg): Herr Guerber hat gestern nommen, daß nach der Aeußerung des Reichskanzlers in dem 1885; was man erreicht habe, sei lediglich die politische behauptet, ich hätte in der Wahltampagne gesagt, ich halte den Verhältniß der elfäffischen Regierung und der Bevölkerung Kirchhofsruhe. An diesem Mißerfolg seien die Herren Paragraphen für entbehrlich. Ich habe diese enßerung nicht eigentlich feine Veranlassung vorhanden ist, v. Puttkamer und v. Köller mit ihrem Gewalt und gethan, wohl aber habe ich eine Revision der alten französischen den Dittaturparagraphen aufrecht zu erhalten. 3 wangsregime hauptsächlich schuld. Das Deutsche Reich Gesetze und die Zurückführung in normale Bahnen in ab- Daraus schließen die fonservativen Redner für den Antrag, daß habe ein Land annektirt, das ihm aus innerster Seele wider sehbarer Zeit für wünschenswerth erachtet. Wie und wann die Elsaß- Lothringer um so schneller Deutsche werden würden, firebt. Ein solcher Zustand sei unangenehm für das das geschehen wird, hängt ganz von der Entwickelung wenn das Ausnahmegeseh verschivunden sein würde. Dem steht Deutsche Reich nach innen und nach außen buen eres nicht to fiber Behältnisse tant in data aber bie Grklärung der Regierung, die wir Man Aus meiner Kenntniß der Verhältnisse tann ich nur vollständig unterstüßen wollen, gegenüber, daß sie nicht die hätte moralische Eroberungen machen sollen, aber that das Zeugniß bestätigen, welches der Reichskanzler und der Staats- Verantwortung übernehmen kann für die Aufhebung des Gesetzes. sächlich habe man den Weg der Gewalt beschritten. sekretär der elsässischen Bevölkerung ausgestellt haben. Aber in Das ist der Grund, weshalb wir gegen die Anträge Eine wirkliche moralische Eroberung werde man mit der Be- Frankreich ist die Idee der Revanche noch so lebendig, daß schwer stimmen, obschon wir unsererseits den Wunsch hegen, feitigung der Diktaturvorschrift machen. Statt dessen habe man lich an eine Aenderung der Bestimmungen über die Diktatur in daß die Zeit nicht fern fein möge, wo der Dik. durch leidenschaftliches Vorgehen im nationalen Sinne es dahin der allernächsten Zeit zu denken sein wird. Uebrigens möchte ich taturparagraph verschwinden wird.( Beifall rechts.) gebracht, daß das Deutsche Reich noch auf demselben Flecke stehe gegenüber der dramatischen Schilderung der Herren Guerber, Abg. Barth( frfs. Vg.): Wenn der Diktaturparagraph nach wie vor 24 Jahren. Erfolge lassen sich nur erzielen durch Ge- Colbus und Lieber betonen, daß die Bevölkerung selbst sich sehr der Meinung des Reichskanzlers nur noch eine theoretische Beduld, Milde, Klugheit und mit Hilfe der Zeit. Diese psycho: wenig über die Aufhebung des Diktaturparagraghen aufregt; viel deutung hat, eine Art Warnungstafel oder Vogelscheuche gegen logischen Faktoren und namentlich die heilsame Wirkung der Zeit mehr am Herzen liegt ihr das materielle Wohlergehen. chauvinistische Spaßen ist, so fragt es sich, ob wir überhaupt einer stellen aber die Machthaber nicht in Rechnung. Auf diesem Beim Tabakmonopol, bei der Erhöhung des Hopfenzolls oder folchen Bogelscheuche gegen Leute à la Déroulède bedürfen. Es richtigen Wege sei es Frankreich gelungen, die Sympathien ähnlichen Gesprächsgegenständen erwärmt sich der elsässische läge im Interesse der Stabilifirung der Verhältnisse in Elsaß des Elsaß dauernd zu gewinnen. Man predige jetzt deutsch Bauer, nicht aber beim Diktaturparagraphen. Die Herren sollten Lothringen durch Aufhebung des Diktaturparagraphen dem Aus in den Kirchen, man vertreibe die französische Sprache, doch der Regierung dankbar sein, daß sie ihnen ein so wirk- lande zu zeigen, daß jene Gesellschaft gar nicht in der Lage ist, obwohl sie ganz allgemein die Landessprache geworden. fames Mittel für dramatische Schilderungen überläßt. Der irgend welchen erheblichen Einfluß auf die Reichslande auss Die Germanisirung könne höchstens der Schluß einer Jahrhun Abg. Bueb meinte, mit dem Dittaturparagraphen mache man zuüben und daß wir keiner Ausnahmemaßregeln mehr bedürfen. berte langen Entwicklung sein. Man stehe erst am Beginn dieser teine Deutschen, aber Sozialdemokraten. Daraus ergiebt sich blos, daß Jm Auslande herrscht nicht entfernt die Meinung, daß Deutsch Entwicklung und es wäre Heuchelei und Lüge, zu sagen, daß die deutsch und sozialdemokratisch grundverschiedene Begriffe find. In der land daran denkt, Elsaß- Lothringen an Frankreich herauszugeben. Reichsländer schon assimilirt seien. Die Fortdauer des heutigen Halbmonatsschrift: Der Akademifer", Organ für sozialistische Ich halte es deshalb für das Beste, daß wir den Diktatura Regimes werde die Bevölkerung der Reichslande der deutschen Studenten, findet sich eine Stelle, die das ebenso unverblümt paragraphen einfach über Bord werfen. Nation immer mehr entfremden. Der jüngeren Generation fehle ausspricht. Ich bin ja nicht orientirt, was bei den nächsten Abg. v. Marquardfen( natl.): Die Regierung erklärt, wie bereits das Ehrgefühl, fie lasse fich fnechten und wenden, wie Reichstags- Wahlen passiren wird, ob ich wiedergewählt werde. bei früheren Verhandlungen, daß sie die Verantwortung mit es den Machthabern beliebe. Nach Herrn von Köller fei die Aber wen die Wähler auch wählen werden, feinen Sozialdemo- bezug auf die Verhältniffe dem Nachbarlande gegenüber nicht Bevölkerung zufrieden bis auf kleine Kreise von Krafehlern; ja fraten werden sie wählen, dafür kenne ich die Bewohner dieses tragen könne für die Aufhebung des Diktaturparagraphen. Man seien denn die elsaß- lothringischen Abgeordneten kleine Kreise? schönen Landstriches viel zu gut.( Beifall.) fann fich der Besorgniß nicht entschlagen, daß in den Grenzs Die 8 wilden Elsässer und die 2 Sozialdemokraten für Straß Abg. Lenzmann( freis. Vp.): Die Frage hat als Rechts- verhältnissen allerlei wechselvolle Vorfälle fich ereignen können, burg und Mülhausen vertreten Zweidrittel der Bevölkerung, auch die frage eine allgemeine Bedeutung. Die einzelnen Parteien müssen bei denen es gut ist, eine scharfe Maßregel zu treffen, welche in übrigen Abgeordneten verlangen ebenfalls die Aufhebung der also dazu Stellung nehmen. Ich habe schon 1885 für die Auf- dem gewöhnlichen Gefeße nicht zu finden ist. Solange die Rea Dittatur. Man sollte doch in der Auswahl der Beamten, die hebung plädirt. Es ist gestern auf das Zeugniß des Herrn von gierung nicht auf ein Rampfmittel verzichten will, tönnen wir für nach Elsaß geschickt werden, sehr vorsichtig sein; es tönne sonst Stauffenberg für den Diktaturparagraphen bezug genommen die Anträge nicht stimmen. leicht vorkommen, daß auch in höhern Stellungen befindliche Beamte worden. Herr von Stauffenberg hat aber ausdrücklich die Auf- Damit schließt die Debatte. Das Schlußwort für den sozial in 5 bis 6 Jahren nicht das richtige Urtheil gewinnen. Herr rechterhaltung der Ausnahmegefeggebung und des Diktatur demokratischen Antrag erhält v. Köller berufe sich auf die öffentliche Meinung. Es gebe im Elsaß gar paragraphens für verwerflich erklärt. Wenn ferner Herr von Abg. Bebel( Soz.): Aus den bisherigen Verhandlungen feine öffentliche Meinung,( Lebhafte Zustimmung links) es gebe Buttkamer erklärte, der Antrag Cablé fei 1885 vor der zweiten fann festgestellt werden, daß sämmtliche Abgeordnete nur eine Privatmeinung und von der habe Herr v. Köller nichts Lesung zurückgezogen worden wegen seiner Aussichtslosigkeit, so aus Elsaß- Lothringen ohne Rücksicht auf ihre erfahren, zumal ja auch seine persönliche Art nicht geeignet war, ist das falsch, denn gerade die Inaussichtnahme einer voll- Parteistellung fich für die Aufhebung des zu intimen Herzensergüffen anzuregen.( Heiterfeit.) Preßnändigen Revision der Verwaltungsgesetzgebung veranlaßte Dittaturparagraphen ausgesprochen haben. Bereins, Bersammlungsfreiheit feija gleich Berrn Cablé, den Antrag zurückzuziehen; sonst wäre der Antrag und daß selbst der Abg. Prinz Hohenlohe gemeint hat, daß man Null.( Beifall links.) durch Zentrum und Linke angenommen. Andere Argumente allmälig dahin kommen müsse, den Paragraphen aufzuheben. aus Preußischer Minister des Junern v. Köller: Ich bin lange als 1885 find auch gestern nicht vorgebracht worden, obwohl Ferner ist zu konstatiren, daß die gesammte Presse mit genug im Reichsland gewesen, um, wenn mir auch der Vor- feitdem zehn Jahre Weltgeschichte ins Land gegangen sind. Ausnahme der offiziellen Regierungsorgane die gleiche Auf= redner jedes Verständniß abgesprochen hat, doch ein gewiffes Ver: Rechtlich wird das Reichsland anders behandelt als das übrige fassung gehabt habe, und daß es von den 11/2 Millionen ständniß für die dortigen Verhältnisse gewonnen zu haben. Deutschland. Diese Rechtsanomalie sollte nur vorübergebend Einwohnern Elsaß Lothringens nicht einen giebt, der für die Wären diese Verhältnisse so und wäre das Land meine Heimath, sein; man glaubte schon in zwei oder drei Jahren zu normalen Fortdauer der Diktatur sein würde, wenn er um seine Meinung ich hätte aus gewissen Rücksichten auf dieje Heimath nicht so Buständen zurückkehren zu können. Die Beweislaft liegt alfo gefragt würde. Weiter ist au fonstatiren, daß im Gegensatz zu fev Zeit vor 10 Jahren, wo ter Abg. Windthorst im Namen des Z c ii t r» in s sprach und sich eine gewisse Reserve auferlegte, a u ch d i c s e st ä r k st e P a r t e i d e s H a u s e s e s p o s i l"i v und ausführlich ausgesprochen hat, daß man nicht niehr in der Lage sei, die Dikratur aufrecht zu erhalten. Ter Reichskanzler, der Staatssekretär für Elsaß- Lothringen, der frühere Staatssekretär Herr v. Völler, der Abgeordnete Pöhlmaun haben alle ohne Ausnahme übereinstimmend erklärt, daß die Verhältnisse und die Gesin« nung der elsässischen Bevölkerung solche seien, daß sie nicht da» übe nutzt werden könnten, um d i e A u s r e ch t- erhalt un g der Diktatur zu rechtfertigen. Wo sind denn nun die Gründe für die Ausrechrerhaltung? Es sind einige angeführt, aber diese sprechen mclit für, sondern geradezu g e g e n d i e A n f r e ch t e r h a l t n ii g. Der Reichskanzler gab selbst zu, daß der Paragraph eigentlich nur noch eine theoretische Bedeutung habe, daß er nicht gegen die innere Bevölkerung gebraucht werden solle, daß er nur eine prophylaktische Maßregel sein soll. Um landesverrätherische Be- strebungen aber fern zu halten, genügen vollständig unsere heutigen allgemeinen Strafgesetze. Der Staatssekretär hat sich auf die ssLociaüon generllfe d'Alsacc-Lorraine und auf die ligus patriote berufen. Jeder Elsaß-Lothringer, jeder Deutsche, der diesen Vereinigungen an- gehöre, kann schon auf grund des Reichs-Strafgesetzbuchs wegen Hoch- und L a n d e s v e r r a t h e s unter Anklage gestellt werden. Die Landesregierung kann auf grund der allgemeinen Gesetzgebung Druckschristen. Preßerzeugnissc aller Art, die die Ruhe und Sicherheil zu gefährden scheinen, verbieten, und den- jenigen, der solchen Schriften Eingang zu verschaffen sucht, be- strafen. Ein Wort des Reichskanzlers hat mir besonders gesallen. Er sagt, es liegt etwas Peinliches in der Diktatur. Das glaube ich. Kein anständiger Manu wird sich in Verhältnissen wohl fühlen, die ihm eine solche Verantwortlichkeit auferlegen: jedem anständigen Mann sind solche Dinge auf die Dauer unangenehm. Man hat mir Uebertreibungen in meinen Schilderungen vorgeworfen. Das ist Ansichtssache; was dem einen harmlos und unbedeutend er- scheint, findet der andere schon bedenklich. Ich verstehe es, daß Herr Pöhlmann in seiner Privatstellung ganz andere An- schauungen hat. Die Polizei in Elsaß-Lothringen bemüht sich mir den Aufenthall dort so unangenehm wie möglich zu machen. Als wir anläßlich der Reichstagswahlen 1S9S nach vielen Be- mühungcn draußen weil vor Straßburg endlich eine Scheune zur Abhaltung einer Wahlversammlung erhalten hatten, verbot die Polizei mit einem Male die Versammlung aus„bau- polizeilichen Gründen". Gleichzeitig wurden dem Inhaber der Scheune so bedenkliche Andenlungen, daß wir auch freiwillig verzichtet hätten. Man sagt, der Paragraph sei nicht oft angewendet worden; er braucht auch gar nicht angewendet zu werden, es genügt, daß er überhaupt besieht und angewendet werden kann. Man sagt ferner, der Paragraph sei nie gemißbraucht worden. Die Diktatur kann auch gar nicht gemißbraucht werden, das ist eine contra- dictio in adjecto, denn er bedeutet schon die absolute Willkür. Man kann nach ihni thun, was im öffentlichen Interesse noth- wendig erscheint; das ist ein weitgehender und dehnbarer Begriff. Der Staatssekretär bezeichnete meine Aeußerungen als Kriins- krams. Ist es Krimskranis, wenn man 3, 9 Zeitungen unter- drückt, wenn man die Existenz von Bürgern bedroht, wenn man grundlos Versammlungen auflöst? Die Meinung, daß das Krimskrams sei, beweist, daß diese Zustände, ohne daß die Herren es selber empfinden, bereits ans ihr ganzes Denken und Fühlen korrumpirend gewirkt haben.(Sehr richtig! links.) Daher hat sich der Staatssekretär auch solche Worte herausgenommen, wie er gestern sprach. Wäre er an eine kritische Volksvertretung ge- wöhnt, so hätte er sich diesen Ton nicht herausgenommen.(Sehr richtig! links.) Er spielte ja die Rolle des Schullehrers, der zum Schulknaben sagt: Wenn Du Deinen Mund weiter so aufthust, so werde ich Dir zeigen, wie ich meine Macht gebrauchen kann. (Beifall links). Der Staatssekretär rechtfertigt die Zustände in Elsaß Lothringen mit den ähnlichen Bestimmungen in Württemberg und Frankreich. Wollte aber die württembergische oder französische Regierung so regieren wie unsere Regierung in Elsaß-Lothringen, so würde nur eine Stimme der Entrüstung durch das ganze Land gehe», und in Frankreich bliebe ein solches Mininerium nicht 24 Stunden im Amte.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Der Reichskanzler hat sich nach meinen Dar- legungen gefragt, ob er denn 9 Jahre lang Tyrann gewesen sei. Ja, in objektiverem Sinne ist er in seiner Stellung als Statt- Halter allerdings ein Tyrann gewesen, darüber kann kein Zweifel sein(Bewegung), und wenn er nicht mehr tyrannisirt hat, so lag das mehr an seinem guten Herzen.(Heiterkeit.) Der„Offenburger Volksfreund" soll schon viel zahmer ge- worden sein, seine Artikel sollen die„reine Limonade" gegen früher fein. Ja, weil eben die Diktatur herrscht, sagte sich der Verleger: Du mußt furchtbar vorsichtig sein, sonst erleidest du einen schweren materiellen Schaden. Da kommt denn aus der Feder des Redakteurs heraus, was als„reine Limonade" be- zeichnet wird. Ich bestreite garnicht, daß bei den Wahlen alle für uns abgegebenen Stimme» nicht rein sozialdemokratische sind; manche Wähler sagen sich: Wir wollen lieber das kleine Uebel. In Straßburg haben sie mich für das kleinere Uebel angesehen, als den Nationalliberalen(Heiterkeit), weil diese für sämmtliche reaktionäre Ausnahmegesetze u. s. w. sind. Unter den Diktatur-Vcrhült- nissen wären die Leute ja große Thoren, wenn sie einen wählten, der ihnen noch die schöne Bescheerung der Umsturz-Vorlage brächte. Bei der ersten Wahl 1893 bekam ich in Straßburg 6290 Stimmen (Zurus des Ministers v. K ö l l e r)— allerdings bin ich in der Stichwahl mit Hilfe der Protestler gewählt, aber Müller-Simonis war ein eigener Kandidat der Protestler, auch meinetwegen der Katholiken— das läuft ja da mehr oder weniger durchemander (Heiterkeit)— aber bei der ersten Wahl hatte ich die 6200 Stimmen. Der Staatssekretär meint, man könne ganz Straßburg auf den Kopf stellen— ein schöner Anblick!(Heiter- keit)— und es kämen keine 6200 Sozialdemokraten heraus. Ich will auch nicht behaupten, daß diese 6200 eigent- liche Sozialdemokraten sind. Aber bei anderen Gelegenheiten, wo es sich um die Verlängerung eines Ausnahmegesetzes, um die Begründung der Umsturzvorlage w. handelt, wird immer auf das Wachsthum der sozialdemokratischen Stimmen hin- gewiesen, dann werden die für Sozialdemokraten abgegebenen Stimmen als lauter sozialdemokratische bezeichnet. Wir nehmen diese Leute alle für uns in Anspruch, und wenn es zur Auslösung des Reichstages kommen sollte, hoffe ich ohne Hilfe der Protestler schon im ersten Mahlgang gewählt zu werden. Herr v. Köller sagte, er würde sich hüten, sein eigenes Landcsparlament in ein so schlechtes Licht zu stellen, wie es der Abg. Preiß gethan. Warum nicht? In der preußischen Konfliktszeit, 1363, erschien hier eine Deputation aus Grünberg-Freistadt, welche das höchste Be- danern darüber aussprach, daß die große Mehrheit des preußischen Parlaments aus Männern bestehe, die auf den Umsturz alles Bestehenden hinarbeiteten und auf die Zugrunderichtung von Familie und Ehe(Große Heiterkeit links) und alles Heilige zer st orten, was ihnen als guten prenßi- scheu Patrioten theuer sei. Das waren Gesinnungs- genossen des Herrn v. Köller, und ich bin überzeugt, daß er selber in seiner bekannten drastischen Weise über ein Parlament, das ihm nicht gefiele, ebenso absprechend urtheile. wie seinerseits der Abg. Preiß. Wenn nach Herrn v. Köller die Elsässer von Agitatoren und Hetzern nichts wissen wollen, warum denn die Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes? Es ist charakteristisch, daß der Prinz zu Hohenlohe den Bewohnern der Reichslande kein höheres Interesse als die Sorge um den Tabak- und Hopfen- preis einräumt. Wir Sozialdemokraten sind die letzten, die be- streiten, daß die inaterieflen Interessen von entscheidender Be- deutung sind und daß eine Bevölkerung, die in dieser Beziehung zufriedengestellt ist, der Regierung manches durch die Finger sähe. Aber daraus den Schluß zu ziehen, den der Prinz gezogen hat, scheint mir etwas stark zu sein und es wäre eigentlich Sache des Herrn v. Köller gewesen, diese Aeußerung, welche die große Mehrheit der elsässischen Bevölkerung als eine rein materialistische hinstelle, zu rekiifiziren. Der Prinz Hohenlohe erblickte in den Schlußworten Bueb's ein schweres Vergehen gegen den Patriotismus. Bneb sagte: Deutsche in dem Sinne, wie Sie, die Herren auf jener Seite, es sich wünschen, werden wir niemals werden. Die Ausführungen des Prinzen Hohenlohe haben mich in- sofern überrascht, als nach meiner Kenntniß der Verhältnisse es keine Familie giebt, die einen so stark inter- nationalen Charakter hat, wie die Faniilie Hohenlohe.(Sehr gut! links.) Sie besitzt Güter in Württem- berg, Bayern, Sachsen-Weimar, Preußen(Zuruf: In Oesterreich!) und sie muß also neben ihrem deutschen Patriotismus auch einen speziellen württembergischen, bayerischen u. s. w. Patriotismus haben. Ein Mitglied der Familie ist römischer Kardinal, ein anderer höchster Beamter in österreichischen Diensten; die Familie hat außerdem ungeheure Besitzungen in Rußland. Eine in dieser Weise auf internationaler Basis be- gründete Familie dürfte kaum diesen engherzigen patrioti- scheu Standpunkt in Wirklichkeit einnehmen, wie es nach den Ausführungen des Prinzen Hohenlohe wenigstens der Fall zu sein scheint. Er versicherte, seinen Wahlkreis Hagenau- Äeißenburg viel zu gut zu kennen, als daß diese Bevölkerung für einen Sozialdemokraten stimmen würde. Gewiß. Aber jedenfalls nicht dem Herrn Prinzen Hohenlohe zu Gefallen, sondern einfach ans dem Grunde, weil dieser Wahlkreis vorzugsweise ein kleinbürgerlicher und kleinbäuerlicher ist.(Heiterkeit rechts.) Ihr Lachen beweist nur einmal wieder, wie wenig Sie sich um die Sozialdemokratie kümmern. Sie müßten wissen, daß gewisse Konstruktionen unserer gesellschaftlichen Verhältnisse aller- dings vorläufig noch einen gewissen Damm der Verbreitung der Sozialdemokratie entgegensetzen.(Hört, hört! rechts. Bravo!) Es freut mich, ausnahmsweise einmal den Herren rechts etwas Angenehmes sagen zu können und ich hoffe nur.ldaß Sie künftig objektiver über uns denken werden. Eigentlich haben sich nur zwei Redner gegen die Anträge erklärt, die Herren von Kardorff und v. Marquardsen, aber auch sietnur deshalb, weil auch die Regierung nicht ja sage. Dieser Grund dürfte bei ihren Wählern kaum durchschlagen; indessen darüber mögen sich die Herren mit ihren Wählern auseinandersetzen. Fest steht nach meiner Auffassung, daß auch nicht der Scharten eines Grundes dafür erbracht ist, daß die Diktatur aufrecht erhalten werden müßte! Darum nieder mit der Diktatur! Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Als Antragsteller für den elsässischen Antrag nimnit Abg. Simonis das Wort, er dankt namentlich dem Zentrum dafür, daß es immer für die Interessen Elsaß- Lothringens ein- getreten ist. Redner schildert dann, wie durch die Diktatur das Entstehen von Zeitungen von vornherein verhindert wäre und wie verschiedene Zeitungen kurzer Hand unterdrückt wurden. Man habe das Land belastet, um die Armee zu vermehren. Wenn die Armee einen Werth habe, dann brauche man zum Schutze gegen daS Ausland nicht solche Diklaturbestimmungcn. Die sich inimer mehr aus- dehnende Rede wird schließlich von lebhasten Schlußrufen der sehr unruhigen Versammlung mehrfach unterbrochen, worauf der Redner aber keine Rücksicht nimmt. Damit schließt die erste Lesung; eine Kommissionsberathung ist nicht beantragt, die zweite Lesung wird später erfolgen. Schluß OVs Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr.(Fort- setzung der ersten Lesung der Gewerbeordnnngs-Anträge.) Dkrvlcrnrcnkavisclrcs. Tie Bndgetkommissio» nahm am Donnerstag, nachdem am Mittwoch eine Subkommission die Nachweisung über die Ein- sührung der Dienstalterszulagen für die Post- und Telegraphen- Verwaltung einer sehr eingehenden Prüfung unterzogen hat, den Bericht dieser Subkommission entgegen. Der Abg. Möller beantragte vorbehaltlich einiger Acnderungen die Genehmigung der von der Regierung vorgelegten Nachweisung. Die Aenderiingen beziehen sich darauf, daß die Beamten einiger Kategorien sich gegen das frühere System in ihren Bezügen verschlechtern, eine Konsequenz, welche der Reichstag mit der Einführung des Dienstalterszulagen- Systems nicht verbunden wissen will. Die Subkommission hatte aus Anregung des Abg. Möller eine Resolution vorgeschlagen, nach welcher die Beamten der Klassen 23, 34 und 37, welche durch die Umwandlung deS Zulagesystems geschädigt werden, durch entsprechende Gehaltserhöhung entschädigt werden sollen. Außerdem war in der Snb- kvmmission auf Anregung der Abg. Singer und Müller- Fulda beschlossen worden, um die Landbriesträger, welche früher in 12 Jahren und jetzt in 21 Jahren das Höchst- gehalt von 900 M. erreichen zu entschädigen, das Höchstgehalt auf 1000 M. heraufzusetzen. An das Referat über die Vor- schlüge der Subkommission knüpfte sich eine längere Diskussion im Plenum der Kommission. Es wurde beantragt, die Regierung zu ersuchen, bei Eintritt besserer Finanzlage, den durch das Altersdienstzulagen- System geschädigten Beamtenkategorien der Postverwaltung entsprechende Gehaltserhöhungen zu gewähren, das Höchstgehalt der Landbriefträger jedoch schon in i.em dies- maligen Eiat aus 1000 M. zu erhöhen. Gegen letzteren Bor- schlag wandte sich derVertreter des Reichsschatzamtes, der es als ganz ungewöhnlich bezeichnete, daß der Reichstag aus eigener Initiative Gehaltserhöhungen beschließen solle und außerdem auf die Kon- sequenzen hinwies, die hieraus in anderen Verwaltungen sich gellend machen würden. Namentlich kämen die Eisenbahuwärter der preußischen Verwaltung in Frage, weil diese etwa gleiche Stellung und gleiches Einkommen wie die Landbriesträger hätten. Abg. Singer betonte,' daß der Reichstag gegenüber seinem Willen, keinen Beamten durch die Einsührung der Dienstalterszulagen zu.schädigen, nicht warten dürfe, bis eine Befferung der finanziellen Lage des Reiches eingetreten sei, sondern daß die aus Anlaß der Dienstalterszulagen noth- wendig werdenden Ausbesserungen ünadhängig von Erwägungen der finanziellen Lage sofort eintreten mußten. Die Beamten hätten einen Rechtsanspruch darauf, nicht schlechter als früher bezahlt zu werden. Singer beantragt, die Worte„bei Eintritt besserer Finanzlage" in der Resolution zu streichen. Die Er- höhung des Höchstgehalts der Landbriesträger betreffend, be- kämpft Redner die Ansichten des Unterstaarssekretärs Aschenborn, weil es unter keinen Umständen bewilligt werden könne, daß diese Beamten 21 Jahre auf das Höchstgehalt von 900 M. warten sollen. Ein Einkommen. welches selbst vom Staat steuerfrei gelassen, also als ein Existenz- Minimum betrachtet werde, dürfe nicht erst in 21 Jahren er- dient werden. Die Erhöhung des Meistgehaltes aus 1000 M. ermöglicht es, daß die Landbriesträger wie bisher nach etwa 12 Jahren 900 M. beziehen und sich den Rest der Dienstzeit im Genuß der Zulage befänden. Wenn die Annahme des Antrages zu Konsequenzen bei den Eisenbahn- wärtern in Preußen führe, so sei dies kein Unglück. Preußen werde nicht zu gründe geben, wenn es den Eisenbahn- Wärtern ein Höchstgehalt von 1000 M. bewillige. Hier sei man jetzt beim Reichsetal und da dürfe den am niedrigsten besoldeten Beamten, den Landbriesträgern. kein auch noch so kleiner Schaden, durch die Einführung des Dienstalters. Systems, welches der Redner prinzipiell befürwortet, zugefügt werden. Diesen Aus- sührungen schloffen sich Müller(Fulda) und Müller (S a g a n) an, während Dr. H a m m a ch e r und der Referent Möller(Dortmund) auch in bezug auf die Landbriesträger den Weg der Aufforderung durch Resolution wünschen. Bei der Ab- stimmung wurde der Antrag S in g e r- M ü l l e r(Fulda) mit 13 Stimmen(Zentrum, Freisinn und Sozialdemokralen) gegen 12 Stimmen(Konservative und Nationalliberale) angenommen und somit das Höchstgehalt der Landbriesträger schon im vor- liegenden Etat auf 1000 Mark festgesetzt. In bezug aus die übrigen Beamten der Postverwaltung wurde eine von Müller(Sagan) formulirte Resolution angenommen, durch welche der Reichskanzler ersucht wird, im nächsten Eiat die Gehälter derjenigen Beamten der Postverwaltung, die durch das Dienstalters-System geschädigt werde», entsprechend zu er- höben. Vorher war noch konstatirl worden, daß in allen Beamten- Kategorien die über fünf Jahre betragende diälarische Beschäf- tigung als etatsmäßige Dienstzeit angerechnet wird. Nach oben angeführten Beschlüssen wurde nunmehr die Nachweisuug der Dienstalterszulagen in ihren einzelnen Theilen genehmigt. Im Verlaufe der weiteren Verhandlungen wurde auf An- frage Singcr's von der Postverwaltung mitgetheilt, daß die- jenigen Unterbeamtcn, welche Ortszulagen erhalten, bis zur Er« reichung des Höchstgehalts, also in 21 Jahren Dienstzeit in den vollen Genuß sänimtlicher Kompelenzen gelangen. Bei dem Titel„Stellenzulagen" wird von Bebel die Ansicht vertreten, daß dieses System Anlaß zur Unzufriedenheit gebe. Das System der Ortszulagen sei richtiger. Direktor Fischer meint, daß bei den Stellenzulagen nur nach Maßgabe streng objektiver Grundsätze verfahren werde. Die Kommission geht zur Berathung der Neubauten über, muß indeß der vor- gerückten Zeit wegen die Diskussion über die Erwerbung eines Bauplatzes für ein Dienstgebäude in Metz abbrechen. Nächste Sitzung Freitag Vormitag. � In der Jnstizgesetz-Kommission wurde am Donnerstag zunächst des längeren über den Antrag des Zentrumlers Schmidt(Marburg) verhandelt. Der Antrag bezweckte, für die sämmtlichen Vergehen der Beleidigung(Z 185 u. s. f.) ausnahmslos die Schöffengerichte zuständig zu erklären; namentlich in Rücksicht auf die Preßvergehen, um den Richlerstand gegen- über dem Vorwurfe parteipolitischer Befangenheit zu schützen. Dem Antrage wurde von verschiedenen Seiten entgegen getreten. Unter anderem wurde von dem Nationalliberalen P i e s ch e l bemerkt, er habe gelegentlich von Singer die Aeußerung ver- nommen: bei Anklagen wegen Preßoergehen könne man mehr Vertrauen zu den- Berufsrichtern, als zu den Schöffen haben. Genosse Volkmar erklärte, nach seiner Ansicht gehöre alles, was irgend einen politischen Anstrich habe, nicht vor den Berufsrichter. Man ersehe das an dem Verhalten der Herren Juristen im Reichstag, welche ungeachtet ihres gewiß vor- handenen guten Willens, sich nicht von der Parteischablone frei machen könnten. Trotzdem komme er zur Ablehnung des An- trags Schmidt(Warb.), weil er die Organisation der Schöffen- gerichte für zu mangelhaft halte und deshalb die Schwurgerichte für die Preßvergehen als zuständig bestimmt wissen wolle, wie es in Bayern bereits der Fall sei. Der deutsch- freisinnige B e ck h beantragte, alle Beleidigungsklagen mit Ausnahme die betreffs§ 196 des Straf- Gesetzbuchs (Beamtenbeleidigung) dem Schöffengericht zu unterstellen, damit für diese Anklagen dem Reichsgericht und nicht den Oberlandes- gerichten die Revision zustehe, weil ersteres doch rechlssicherer sei. Ter freisinnige Vollsparteiler Lenzmann erklärte sich gegen beide Anträge. Nachdem noch der Regierungsvertreter Geh. Rath Lukas wiederholt die Ansicht ausgesprochen hatte, die Regie- rung werde dem Vorschlage des Abgeordneten Schmidt(Warb.) nicht zustimmen, zog letztgenannter seinen Antrag zurück. Genosse V o l l in a r wies noch besonders darauf hin, daß durch die Zu» ständigkeit der Schöffengerichte die Beweisführung in Preß- Prozessen beschränkt würde, indem das Schöffengericht nach eigenem Ermessen die Beweisaufnahme zu bestimmen habe. In den Preß- Prozessen betreffs der Fuchsmühler Vorgänge habe man bekanntlich die Anklage aufgrund des groben Unfugsparagraphen eingeleitet, wodurch das Schöffengericht zuständig wurde. Bei diesen Ver- Handlungen habe das Gericht einen Zeugen nicht vernommen, der 17 Bajonnettstiche erhalten hatte. Vollmar schloß sich noch dem Wunsche des Abg. Beckh an. die Regierung möge Ausschluß geben, ob der Z 6 des Einführungsgesetzcs zur Gerichtsverfassung, ans grund dessen in Bayern u. s. w. die Schwurgerichte für Preß- Prozesse zuständig sind, durch den vorliegenden Entwurf nicht ge- fährdet werde. Wie es scheine, sei kein Vertreter der bayerischen Regierung zugegen. Ter Staatssekretär Nieberding erklärte dagegen, es sei allerdings ein bayerischer Regierungs- Vertreter zugegen; aber es könne sich für die einzelnen Vertreter nicht darum handeln, die speziellen Ansichten ihrer Re- giernngen in der Kommission darzulegen; sie hätten vielmehr die Vorlage der verbündeten Regierungen geschloffen zu begründen und zu vertheidigen. Erst nachdem Beckh nochmals bemerkt hatte, daß die Frage, ob das betreffende Reservat Bayerns nicht bedroht werde, noch immer nicht beantwortet sei, und Vollmar erklärte, es habe jeder Regierungsvertreter das Recht, auch die abweichende Meinung seiner Regierung zu äußern; wenn man die gestellte Frage nicht beantworte, dann sei der Verdacht berechtigt, es handele sich hier nur um «ine preußische Vorlage und ebenso fei zu befürchten, daß man das betreffende Reservatrecht Bayerns in die Versenkung verschwinden lassen wolle, erst dann versicherte der Staatssekrelär Nieberding, es werde diese bayerische Be- stimmung nicht angetastet durch den vorliegenden Entwurf. Die Ziff. 4(Beleidigung bei Privatklage), Ziff. 5(Körperverletzung bei Äntragsfällen), Ziff. 6(Bedrohung im Falle§ 241 Str.-G.-B) werden nach der Regierungsvorlage angenommen. Desgleichen Ziff. 7(Diebstahl§ 242 des Str.-G.-B. bis zum Werth von ein- hundert Mark); Ziff. 8(Unterschlagung§ 246 des Str.-G.-B. bis zu einhundert Mark); Ziff. 9(Betrug§ 263 des Str.-G.-B. bis zu einhundert Mark); und Ziff. 11(Sachbeschädigung§ 303 bis einhundert Mark). Zu Ziffer 10(betreffend Vergehen des strafbaren Eigen. nutzes) beantragte Molkenbuhr tz 298 Str.-G.-B. nicht den Schöffengerichten zu unterstellen.§ 298 lautet:„Ein Schiffsmaun, welcher mit der Heuer entläuft, oder sich verborgen hält, um sich übernommener Dienste zu entziehen, wird ohne Unterschied, ob das Vergehen im Inland« oder im Auslande begangen worden ist. mit Gefänguiß bis zu einem Jahre be- straft." Der Antrag Molkenbuhr wurde mit 12 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Es wurde sodann die Berathung über§ 75 vorgenommen, welcher die Fälle bezeichnet, die an das Schöffengericht ver- wiesen werden können. Nach Ziffer 5 soll in Fällen der Fahrlässigkeit in Berufs- oder Amtspflicht(§ 230 Abs. 2 Str.-G.-B.) die Verhandlung dem Schöffengericht überwiesen werden können. Der Freisinnige Schröder und ebeuso Lenzmann sprachen sich entschieden gegen die Neuerung aus, da es sich häusig um Bau-Unfälle und Unfälle im Fabrikbetriebe handele, wobei die Schöffen leicht den Interessenten angehören könnten; außerdem sei hier die Gefahr drohend, daß die Beweisaufnahme beschränkt werde. iffer 5 wurde mit 10 gegen 8 Stimmen angenommen; Ziffer 6, elr. Nöthigung§ 240 des Str.-G.-B.) mit 9 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Zu Ziffer 12(betreffend die Fälle des strafbaren Eigen- nutzes) beantragte Genosse Molkenbuhr, die� Fälle des 8 289 nicht für übenveisbar zu erklären. Der betreffende Straf- Paragraph betrifft die Entziehung eines Psandgegenstandes oder Gegenstände, die ein Wohnungsvermiether wegen Nichtzahlung der Mielhe zurückbehält. Molkenbuhr bemerkte, daß zwar in Preußen das Rückbehaltungsrecht des Vermiethers nicht mehr bestehe; aber in einzelnen Bundesstaaten beständen noch solche Bestimmungen. Es sei nicht zu empfehlen, das Urtheil den Schöffen in solchen Fällen zu überlassen, da dieselben meist Haus- besitzer seien. Die Ziffer 12 ebenso 15 wurden nach der N e» gierungsvorlage unter Ablehnung des Antrags sich von dem Antrage vorher Renntniß gehabt, so wäre das von Molkenbuhr angenommen. Es wurde sodann$ 73, in welchem die Zuständigkeit der Straffammern neu bestimmt werden foll, vorgenommen. Mundel erklärte, daß er bezüglich Verweisung der Preßprozesse vor die Schwurgerichte einen Antrag einbringen werde. Hierauf wurde die Weiterberathung auf nächsten Dienstag vertagt. Die Wahlprüfungs- Kommiffion prüfte in ihrer legten Sigung die Ergebnisse der Erhebungen über die Wahl des Abgeordneten Dr. Böttcher, Fürstenthum Waldeck. Böttcher war bei der legten Wahl mit knapper Mehrheit gewählt und gegen feine Wahl lag ein antisemitischer Protest vor, der besonders rügte, daß nach Abschluß der Wahllisten noch Wähler in die felben eingetragen wurden. Diese Angabe wurde auch in zwei Fällen durch die Erhebungen bestätigt. Herr Böttcher ist mit givei Stimmen Majorität gewählt; diese zwei Stimmen mußten aber infolge der Erhebungen gestrichen werden. Es bleiben dem Abgeordneten also genau nur so viel Stimmen, als er zur Majorität braucht, eine Stimme weniger, und die Wahl hätte taffirt werden müssen. angenommen. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 31. Januar 1895, na ch m. 5 Uhr. Der Vorsteher verliest den faiserlichen Erlaß an die Kom munalbehörden, durch welchen von der beabsichtigten Errichtung von Statuen der sämmtlichen markgräflichen, furfürstlichen und töniglichen Herrscher in der Sieges allee Mittheilung gemacht wird. In geheimer Sigung wird die Versammlung über den Entwurf eines Dantschreibens beider städtischen Behörden an den Raiser aus Anlaß dieses Erlasses berathen. Bei der Wahl eines Bürgerbeputirten in die Schulzettel abgegeben, 3 davon sind unbeschrieben. Von den 111 giltigen Stimmen fallen auf den Stadtrath Wilde Bromberg 53, auf den Bürgermeister Hopf Insterburg 41, den Assessor Freund 17. Es hat eine weiter Wahlgang ftattzufinden, bei welchem nach der Städte Ordnung alle drei Kandidaten konDas Ergebniß ist folgendes: furriren. mir in dieser Beziehung zur Etatsberathung gesammelte Material zur Stelle gewesen. Aus allen diesen Gründen, nicht aus den Motiven des Herrn Matterne bin ich für seinen Antrag. befonders festen Staatsftüßen empfohlenen Antiboykott- Paragraphen stimmen werde, die er als zweischneidige Waffen, die von Heißspornen empfohlen seien", tennzeichnet. Des weiteren ertheilt Herr Rösicke in seiner Abhandlung den staatserhaltenden Elementen Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. ein paar flatschende Ohrfeigen, weil sie während des Kampfes Der Bantier James Saloschin, Thiergartenstr. 20, hat zwar den Mund weit aufgerissen, in der That aber sozusagen anläßlich des Todes seiner Ehefrau der Stadt 100 000 m. aur nichts geleistet haben. Die vielerörterte Solidarität der bürgerBegründung einer Margarethe Saloschin Stiftung für ver- lichen Klassen sei bei dieser Gelegenheit gründlich zu schanden schämte Arme überwiesen. Die Versammlung nimmt davon geworden. Die Beiträge zum Beispiel, die aus den Kreisen der nichtsozialdemokratischen Bevölkerung zur Unterstüßung der ge= Renntniß. Zur Kenntnißnahme legt der Magistrat den Entwurf einer maßregelten Gastwirthe beigesteuert worden seien, hätten zu den Summen gestanden, Petition vor, die er in betreff der Gewerbeordnungs- Novelle in gar keinem Verhältniß zu Arbeiter für ihre Genossen auf( aufirgewerbe) an den Reichstag zu richten beabsichtigt. welche die Der Entwurf betrifft den§ 42b, nach bessen neuer Faffung ein gebracht hätten. Ja, die bürgerlichen Klaffen hätten es Gemeindebeschluß zur Einführung einer Konzessionspflicht für den nicht einmal über sich gebracht, eine Beit lang dem in der Theorie Haufirbetrieb der Gemeinde- Angehörigen innerhalb des Gemeinde- vertretenen Prinzip zu Liebe von ihren Gewohnheiten abzulassen. bezirtes nicht mehr erforderlich sein foll. Gine Debatte erhebt sich Gs sei nirgends der Versuch an erfennen gewesen, durch Bevornicht. Der Vorsteher spricht dem Magiftrat für die energische augung der Biere bontottirter Brauereien diesen zu Hilfe zu Wahrung der Rechte der städtischen Körperschaften den Dank der kommen. Man möge damit die Energie und Enthaltsamkeit der arbeitenden Klassen vergleichen. Versammlung aus. Schluß 7 Uhr. "... Nation. es heißt: Tokales: " " Die Arbeiterschaft wird dankend auch über das ehrenvolle Zeugniß eines Gegners quittiren und es als einen weiteren Ansporn zum pflichtgemäßen Handeln in den ihr noch bevorstehenden Kämpfen betrachten. " " Zolltarif- Novelle- Kommission. In der 1. Sigung der VII. Rommission( Bolltarif Novelle) am Donnerstag, den 31. Januar, wurde Genosse Herbert zum Schriftführer geIst es möglich? Ueber die Behandlung von UnterHerr v. Köller und sein Leierkaftenmann. Von dem wählt und sogleich in die Berathung der einzelnen Positionen eingetreten. Die Vorlage verlangt eine Erhöhung des Bolls für Borstande des sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Reichs- suchungsgefangenen wird uns das folgende mitgetheilt: Arge Mißstände herrschen in den Detentionszellen, in welche Parfümerie- Aether; der Staatssekretär v. Posadowsky sagte zu, tags: Wahlkreises erhalten wir folgende Buschrift: In der zwölften Sigung des Reichstages vom 11. Januar 95 die Untersuchungsgefangenen vor ihrer Vorführung vor den erdaß die Rückvergütung beim Export auf grund der BuchSchon auf dem Korridor macht fontrolle bei den Fabrikanten stattfinden würde und infolge äußerte sich der Herr Minister v. Köller folgendermaßen: suchten Richter eingeschlossen werden, und in denen sie oft dessen eine Schädigung der Industrie nicht zu fürchten ist, Sier ist neulich in Berlin ein Genosse, der sich als Dreh- Stundenlang verbleiben müssen. andererseits wird, da die Branntweinsteuer erhöht ist, die in- orgelspieler ernährte, veranlaßt worden, entweder von seiner sich oft ein unerträglicher Geruch wahrnehmbar, der nicht selten ländische Industrie durch die Konkurrenz der ausländischen bei Drehorgel die beiden Lieder: Die Macht am Rhein" und" Ich bas Publifum, welches sich in jener Gegend aufzuhalten hat, zu bin ein Preuße" fortzunehmen oder aus der Partei auszutreten. Mißfallsäußerungen veranlaßt. Selbst die medizinischen Sachdem niedrigen Bollfah geschädigt. Die Vorlage wurde einstimmig Der Mann hat, glaube ich, seine Drehorgel umarbeiten lassen verständigen haben sich hiervon wiederholt überzeugen können. um seine Genossen zu befriedigen." Weiter Wir sind nun über den Ursprung jener miasmatischen Düfte durch Bei der Berathung der Position Holz beantragte Abg. müſſen, Buddeberg den bisherigen Bezug zollfreien Holzes für die forderte der Herr Minister dann noch alle staatserhaltenden Augenschein überzeugt worden. In den Zellen ist nämlich ein alter Grenzbewohner. Der Abg. v. Stumm meinte bei dieser Ge- Parteien auf, in anbetracht so schauerlicher Vergewaltigungen Blecheimer aufgestellt worden, welcher den Gefangenen als Bedürfnißlegenheit, man müsse nach dem Grundsatz„ Gleiches Recht für zusammenzustehen in dem Kampf für die heiligsten Güter" der anstalt dient. Ein Deckel befindet sich auf diesem efelerregenden Gefäße nicht, und da der Inhalt desselben sehr oft schon in einem alle" die bisherigen Privilegien allmälig beseitigen. Wenn sich das Der Thatbestand, der dieser Aeußerung zu grunde liegt, ist Stadium der Fäulniß begriffen ist, so herrscht in dem engen Herr v. Stumm doch auch bei anderen Gelegenheiten merken wollte! Die Abstimmung wurde bis zur nächsten Sigung aus. nun folgender: Der von dem Herrn Minister zitirte Drehorgel- Raume oft eine Atmosphäre, welche einem Menschen mit nicht gesetzt. Bei der auf Honig vorgeschlagenen Zollerhöhung wies spieler wurde aus dem Wahlverein ausgeschlossen, weil er sich völlig abgeftumpften Nerven geradezu die Besinnung nimmt. namentlich Abg. 28 urm darauf hin, daß durch die verschiedener Verstöße gegen Beschlüsse des Vereins hatte zu Wenn auch derartige Räume nicht gerade zum Aufenthalt für Wurm vorgeschlagene Maßregel die Lebkuchen- Industrie, besonders Nürn. Schulden tommen lassen; deswegen gerügt, äußerte er, daß er Gentlemen bestimmt sind, so sollte doch wenigstens aus Gesundbergs, sehr geschädigt werde. Der Zoll für Honig in Waben sich nur in den Wahlverein habe aufnehmen lassen, um bei heitsrücksichten, falls der ästhetische Gesichtspunkt hier wirklich wurde mit 11 gegen 4 Stimmen angenommen, der Boll auf Festlichkeiten zc. mit dem Mitgliedsbuche Ge- außer acht gelassen werden soll, dem Zustande eine größere Beachanderen, auch künstlichen Honig, wurde mit 8 gegen 8 Stimmen häfte zu machen. Daß wir einen derartigen Genossen" tung geschenkt werden. Wir wissen nicht, ob man arme Gefangene abgelehnt. Da fünf Mitglieder fehlten, soll noch eine zweite nicht unter uns dulden, wird selbst ein Gegner von uns begreifen. jemals in früheren Zeiten schlimmer behandelt hat, als es jetzt in der Also nicht der Leiertasten, sondern der Charakter des Mannes Aera der Sozialreform" geschieht. Lesung in der Kommission vorgenommen werden. war die Ursache seines Ausschlusses. Ueber ein recht trauriges Bild thierischen Elends Der Herr Minister hätte, um dies von vornherein zu wiffen, läßt sich ein bürgerliches Blättchen in einer ausführlichen Mitfich nur bei seinem Untergebenen, dem überwachenden Beamten theilung aus Friedrichshagen schreiben. Ein Pferd der betr. Versammlung, erkundigen sollen, er hätte dann erfahren, stürzt Abends auf einem Waldwege, bricht ein Bein, muß aus daß wir uns durchaus nicht vor mordspatriotischen Leierkaften- gespannt werden und, da feine menschliche Hilfe in der Nähe ist, liedern fürchten. Wenn er alfo die andern heiligsten Güter der im Schnee liegen bleiben. Die um Hilfe angegangene Köpnicker Nation" wirklich bedroht sieht, des Leierkastens wegen braucht er Polizei lehnt ab, da das Pferd nicht auf dem ihrer Obhut untersich nicht mehr aufzuregen, der ist gerettet und der Befizer fann stellten Gebiet liegt. Das arme verwundete Thier," sagt der nach wie vor seine staatserhaltenden Weisen weiter drehen. Wegen Bericht, mußte die ganze rauhe Winternacht hindurch im Walde Am andern Morgen kommt ein Gendarm dieser vorgeblichen Vergewaltigung ist das Umsturzgefeß, von dem liegen bleiben." Aber wir eine weitere gewaltige Stärtung des demokratischen Sozialis- vorbei und will es tödten und fortschaffen lassen. ihm vom Besizer geholter Roßschlächter kommt mus in unserem Vaterlande erwarten, also nicht nöthig. Wird ein Herr Köller bei der zweiten Berathung des Monstrums seinen zuvor und erlöst das Pferd durch einen Gnadenstich Leierkastenmann zurückziehen? von seinen Qualen", Gewiß, das ist wirklich recht traurig, und deputation werden 101 Stimmzettel abgegeben. Die Wahlwohnheit, teine Hofnachrichten zu bringen, am letzten Sonntag ebenso hilflos sind in diesen Zagen wieder mehrere Arbeits- und Neber die leidige Thatsache, daß wir von unserer Ge- man braucht nicht einmal Mitglied eines Thierschutz- Vereins zu sein, um mit dem armen Vieh Mitleid zu haben. Aber ungefähr fällt auf den Kaufmann Schulze, Hindersinstr. 2, der 57 Stim- einmal eine Ausnahme gemacht haben, kann sich die gegnerische Obdachlose, die im Freien nächtigen mußten, umgekommen. Die men erhält, Lehrer Galley erhält 31 Stimmen, 11 zersplittern, Presse immer noch nicht beruhigen. Besonders bekümmert ift die Berichte über diese traurigen Bilder menschlichen Glends 2 find unbeschrieben. Darauf wird die Wahl eines besolbeten Stadt. Norddeutsche Allgemeine". Sie macht sich einen durch ver find meist weniger ausführlich. Das hat auch seinen guten fchiedene Blätter gegangenen zu eigen, in dem das allgemeines Mitglieder der Presse mit eingeschlossen, ist am Sonntag Morgen Ganz Berlin, die Redaktionen der Blätter und die sonstigen ist wirklich ein ungewöhnliches Greigniß daher eine ausführliche Darstellung Interesse erregt und durch die Sonderausgabe des Reichs- Anzeigers", welche die mand hilflos verenden laffen, wenn er nicht muß. Bei rechtfertigt. Pferde tosten Geld, darum will sie nieRabinetsordre des Raisers und die vom Monarchen verliehenen Menschen dagegen liegt die Sache anders. Wenn ein ObdachAuszeichnungen anläßlich des Geburtstags des Kaisers enthielt, loser umfommt, jo glaubt niemand davon einen Schaden zu überrascht worden. Ein Blatt brauchte nicht erst den Reichs- Anzeiger" haben. Dem Arbeitgeber fehlt es nicht an Arbeitern, die sich abzuwarten. Der sozialdemokratische Vorwärts", der neuerdings rath und Beigeoronete Wilde in Bromberg ist mithin zum legt sich auf das interessante Gebiet der Hofnachrichten und so wenn sie von solchen Glementen befreit wird. Darum läßt man Wilde 63, Hopf 41, Freund 5 Stimmen. Der Stadt- feine Mitarbeiter in Ministerien und Amtsbureaux aller Art hat, ver- 3 Tausenden für einen Hungerlohn anbieten, und die Gesellverschaft hat nach Ansicht gewiffer Leute sogar einen Nugen davon, schaft hat nach Ansicht gewiffer Leute sogar einen Nuzen davon, fonnte er gleichzeitig mit dem amtlichen Reichs- Anzeiger", also Bon dem Jahresabschluß der Stadt. Saupt am Sonntag Worgen, den Genoffen erzählen, was ben lieben wohl auch öfter Menschen als Thiere rauhe Winternächte hinkaffe für das Gtatsjahr 1893/94 nimmt die Versammlung Berlinern" bescheert werden wird. Der„ Vorwärts" ist wirklich durch auf der Straße liegen. Grfriert wieder mal einer, Kenntniß. Der Ueberschuß dieses Jahres, der in der Hauptwie gesagt: es foftet nichts; und wenn es ein paarmal hinter fache dem Etat für 1895/96 zu gute kommen wird, beläuft sich auf gut bedient. Er weiß, was für Orden verliehen werden sollen, einander vorkommt, dann erregt es nicht einmal mehr soviel Auf2 272 497 M., 2 Millionen weniger als der des Vorjahres. Der Daß z. B. Herr v. Köller einen bekommen wird; er weiß, daß sehen, als wenn ein Pferd krepirt. der Kaiser einen neuen Kunstpreis von 2000 M. stiften wird; er Absatz von Leuchtgas ist um 7 Millionen Rubikmeter gesunken, weiß, daß der Kaiser den Berlinern die Standbilder sämmtlicher Die städtische Schuldeputation war bisher folgenderder von Gas für gewerbliche Zwecke um 1 Million Rubikmeter hohenzollernscher Fürsten schenken will, daß die Standbilder in maßen zusammengefeßt. Von den 32 Mitgliedern sind: gestiegen. Die Stizze zum Neubau eines Siechenhauses auf der Siegesallee aufgestellt werden sollen, daß der Kaiser dies 6 Magifiratsvertreter( darunter 2 Stadtschulräthe), 5 Geistliche dem hinter dem bestehenden Giechenhause in der Fröbelstraße be Geschenk aus seiner Privatschatulle stiften will, furz, er weiß( und zwar 4 evangelische, 1 fatholischer), 10 Stadtverordnete und 11 Bürgerdeputirte. Unter den Stadtverordneten und BürgerTegenen freien Terrain( Roftenüberschlag 900 000 M.) wird mit Ueber die Wirkung solcher Veröffentlichungen lassen sich die deputirten sind ihrem Berufe nach: 7 Kaufleute, Fabrikanten und der Maßgabe genehmigt, daß das neue Gebäude statt zwei Gesonstige Gewerbetreibende, 5 Rentiers, 3 Mediziner und schosse deren drei erhalten, der Mittelbau entsprechend erhöht gleichfalls zitirten Leipziger Nachrichten" wie folgt aus: Das bedenkliche, das in diesen Vorgängen liegt, wird Apotheker, 1 Jurist, 1 Philosoph, 1 Schriftsteller, 1 Vorsteher werden und in letzterem die Anlage von Fahrstühlen erschwerlich jemandem entgehen. In der großen Własse erhöhen sie eines naturwissenschaftlichen Instituts, 1 Borsteher einer Privatfolgen soll. Bu der Uebersicht, welche der Magistrat in betreff des Abbie Furcht und die Bewunderung vor der großen Macht der schule, 1 Privatschul- Vorsteher a. D. Ob Stadtschulräthe und und Zuganges der Gemeinde Schultinder in der Sozialdemokratie, vor ihrem Einfluß und ihren Verbindungen, Privatschul- Borsteher geeigneter sind, die Schule zu vertreten, als Zeit vom 1. November 1890 bis 1. November 1894, nach Schul- andererseits lockt die immer wieder geübte, ungestrafte Verlegung Lehrer, das ist mindestens fraglich. Die geeignetst en wollen tommissions- Bezirken geordnet. hat herstellen laffen, beantragt des Amtsgeheimnisses solche, die etwa mit ihren Vorgesetzten un- betanntlich die Geistlichen sein. und befürwortet Stadtv. Matterne, einen Ausschuß nieder- aufrieden sind, zur Nachahmung. Der Verrath wird zur Seuche, Der Stadthaushalts- Etat für Berlin pro 1895/96, wie wie in manchen Zeiten die Denunziationswuth eine Seuche war. zusetzen, der untersuchen soll, ob nicht angesichts der starken Ab- as aber besonders peinlich berührt, das ist die nicht zu er nunmehr gemäß§ 66 der Städte- Ordnung vom 29. Januar nahme der Frequenz in den Schulen von 93 Schulkommissions: Was Bezirkendenen eine Zunahme nur in 75 Bezirken gegenüber- leugnende Thatsache, daß diese Indiskretionen vielfach nicht bis einschließlich den 5. Februar in den Vormittagsstunden von fteht durch Umschulungen ein Ausgleich geschaffen werden etwa auf Subalterne, sondern auf hochstehende Leute zurück. 10-1 Uhr auf dem Rathhause zur Einsicht ausliegt, schließt in zuführen sind.". Solche Vorgänge tönnen natürlich nicht der Einnahme und Ausgabe mit 91 739 026 M. Die Summen kann, der zugleich die Stadt von den hohen Roften der Erbauung gerade beruhigend wirken, zumal es bisher noch nicht ein einziges vertheilen sich auf die einzelnen Rapitel wie folgt: Einnahmen Ausgaben neuer Schulen für die nächste Zeit befreien würde. Mal bekannt geworden ist, daß die Nachforschungen der Behörden w. Stadtv. Singer: Ich werde nicht gegen den Antrag ein positiveres Resultat ergeben haben, als in dem berühmten Fall 740 291 ftimmen, weil ich es für sehr zweckmäßig halte, daß ein solcher Rohe, der übrigens selbst durch einige Schüsse nicht aus der Welt Ausschuß niedergesezt wird, in dem eine Reihe anderweiter Mißstände zur Sprache gebracht werden können, die unser Gemeinde: geschafft wird. Poffirlich ist, was die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Schulwesen betreffen; aber ich verwahre mich ausdrücklich gegen als offigiöses Organ in dieser fatalen Situation selber schreibt: die Begründung, die Herr Matterne seinem Antrag gegeben hat. Wenn übrigens auf die Möglichkeit hingewiesen wird, Mich schreckt der Bau neuer Gemeindeschulen durchaus nicht ab daß diesmal die Indiskretion von einem Seher der ( Burufe); wenn nach dieser Richtung dem Bedürfniß entsprechend Druckerei des Reichs Anzeigers" ausgegangen sein könnte, vom Magistrat Vorlagen gemacht werden, wird sich in so ist für jeden Rundigen von vornherein klar, Bersammlung mie teine dieser ich überzeugt bin, Es sind Mißstände ein einzelner Setzer, der nur geringe und zusammenhangs Mehrheit finden, die sie ablehnt. anderer Art, mit denen sich dieser Ausschuß beschäftigen lose Bruchstücke des Manuskripts in die Hände bekommt, gar muß, die in weiten Kreisen schwer empfunden werden und noch nicht in der Lage ist, dem Vorwärts" derartige Mitschlimmer werden würden, wenn man den Intentionen des Antrag theilungen zu liefern. Ueberdies weiß das betreffende Setzer2 788 018 ftellers nachgäbe. Die fortwährenden Umschulungen, die Ueber- personal ganz genau, daß fie, alle zusammen genommen wie weisungen von Kindern aus entfernten Stadttheilen an Schulen ieder einzelne, ein sehr ernſtes Interesse daran haben, das Vertrauensbrüche aus ihrer Mitte nicht vorkommen. Endlich kann 7.708 700 1982 714 im Zentrum und umgekehrt, gehören dahin. Der Uebelstand, der Judas der sonstigen in der Sonntagsnummer des Vorwärts" daß man, um neue Schulen zu ersparen, bestehende Schulen für veröffentlichten Indiskretionen ihm sehr wohl zugleich auch die Summa 91 739 025 91 739 025 einen weiten Umkreis der Bevölkerung einrichtet, die Eltern im Reichs: Anzeiger" publizirten Mittheilungen zugetragen Die Ueberschüsse der städtischen Werke, soweit dieselben der zwingt, ihre Kinder ohne Aufsicht weite Wege zu schicken, würde unstreitig noch gesteigert werden, wenn man aus Sparsamteits- haben, nicht aber eine in der Druckerei des Reichs- Anzeigers" Stadt- Hauptkasse zu gute kommen, sind in Kapitel II mit entbeschäftigte Person zugleich auch der Schuldige an diesen halten. Der Etat pro 1894-95 schließt ab in Einnahme und gründen die vorhandenen Schulen vollpfropfen wollte. Ich anderen Vertrauensbrüchen sein. Die Schlußfolgerung liegt auf Ausgabe mit 85 811 451, der Etat pro 1895-96 überschreitet denmache ferner aufmerksam darauf, daß wir seit Jahren bemüht der Hand." selben daher um 5 927 574 9. find, in der Schulverwaltung die Auffassung zum Durchbruch Herr Rösicke hat in den Preußischen Jahrbüchern" eine Ein intereffanter Auszug aus dem Bericht der städtizu bringen, daß Ueberfüllung der Schulen vermieden wird, daß wir gerade aus hygienischen Rücksichten die Vermehrung geschichtlich- kritische Darstellung des nunmehr beendeten Bierschen Fener- Sozietät für das Jahr 1898/94 enthält die Gesammtder Schulen anstreben. Weiter besteht der Mißstand der bontotts veröffentlicht, in der er gegenüber der in reaktionären ausgabe von 1088 104,41 M. an Versicherungsgeldern. Die größte fliegenden Klaffen. Wir sind noch immer nicht so weit, daß wir Blättern angeftimmten Heulmeierei ben abgeschloffenen Bergleich Summe 179 968 m. hat die frühere Schwarzkopff'sche Fabrit alle Kinder in eigenen städtischen Schulgebäuden unterrichten als für die Brauereien günstig hinstellt. Herr Rösicke wäre thö erhalten; dann kommt der Brand in den Häusern BelleallianceLassen tönnen; noch immer sind sie zum theil in Mieths richt, wenn er die Sache anders darstellte. Verständigerweise play 15/16 und Wilhelmftr. 147 mit 100 000 m.; bann die wohnungen untergebracht, ein sehr unerwünschter Zustand. Hätte unterläßt er nicht, darauf hinzudeuten, daß er gegen die von Papierfabrik von Hagelsberg in der Marienstraße mit 89 505 alles." $ " 1. Kämmerei 2. Städtische Werke. 3. Steuern . 4. Kapital und Schulden M. 98 174 1 878 836 499 200 17 008 100 6 137 090 48 024 800 13 994 329 . 5. Unterricht 2 620 237 16 276 672 6. Armenwesen 1114 495 9 902 728 7. Kranken wie Gesundheitspflege daß und Heimstätte für Genesende 8. Part- und Gartenanlagen 1413 112 5 635 862 12 811 698 555 • 8 653 453 21 221 683 • 556 031 598 900 8 339 007 5 483 481 169 776 9. Bau 10. Verwaltungskosten 11. Polizei 12. Straßen- Beleuchtung, Reinigung und Besprengung. 13. Verschiedene Einnahmen und Ausgaben. . Die Unfallstation VIII wurde am 30. d. M. in Verbin dung mit der Sanitätswache Nr. 6, Grüner Weg 17, eröffnet. Versammlungen. Die niedrigste Entschädigung erhielt der Zapezirer Schröder,| Dame so unglücklich zu Boden, daß sie in einer Droschte zu der p Schleiermacherstr. 18, mit 2 M. nächstgelegenen Unfallstation geschafft werden mußte. Es wurde eine starke Kontusion und Verlegung des Fußgelenks fonstatirt. Herr Heinrich Körner, Wrangelstraße 87, ersucht uns, Bezüglich der auf der„ Elbe" um das Leben gekommenen tekannt zu geben, daß er mit dem in der Sonntagsnummer ges Berliner Passagiere wird berichtet, daß zu ihnen der Kaufmann nannten Streitbrecher Rörner nicht identisch ist, der in der letzten Simon Schweizer aus der Passauerstr. 39 gehört. Dieser hat Versammlung der Musik- Instrumentenarbeiter entsprechend gewenige Tage vor seiner Abreise nach Bremen sein Leben bei der kennzeichnet wurde. Kopenhagen und Berlin sollen Mitte März durch Telephon verbunden werden. Die Leitung wird über Hamburg geführt und dort eine Umschaltestation eingerichtet. = " hiesigen Gesellschaft Nordstern" mit 16 000 m. versichert. Bei Von der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre in dem Abschluß der Unfallpolice äußerte er zu seiner Frau lächelnd: Die Arbeiter- Bildungsschule( Südost) hielt am 27. Ja Preußen. Wegen der Neubegründung des akademisch sozial- Wenn mir etwas passirt, weißt Du ja Bescheid." Der außer nuar eine Sonntagsversammlung ab. Das Referat hatte Herr wissenschaftlichen Vereins war am 14. Dezember v. J. gegen den dem genannte Karl Nußbaum ist ein 16jähriger Gymnasiaft, der Dr. Bernstein übernommen, der in einem recht interessanten ablehnenden Bescheid des Rektors eine Eingabe an den akademi- die Obersekunda des Heinrichs- Gymnasiums besuchte und am Vortrag über Erziehung und Unterricht" sprach. In der Disschen Senat der Universität gerichtet worden. Am 26. Januar Rronprinzen- Ufer 7 bei seiner Tante, einem Fräulein Ebel, fussion befürwortete ein Redner den Zusammenschluß des Frauens hat nun der Senat über diese Petition verhandelt, und über das wohnte. Er sollte zu seiner Mutter nach Washington übersiedeln, Bildungsvereins mit der Arbeiter- Bildungsschule. Wir werden Endergebniß theilte jetzt der Rektor Herr Prof. Dr. Pfleiderer um eine höhere amerikanische Schule zu besuchen. Nußbaum uns, so bemerkt Redner, nicht durch die jetzt übliche Handhabe, dem Vertreter der Petenten, Herrn Cand. phil. Ernst Schulze, stammt aus dem Elsaß und war ein äußerst befähigter Junge. unter Aufsicht der Polizei zu sprechen, abschrecken lassen, da diese Vorsitzenden der alten sozialwissenschaftlichen Studenten Ver- Der endlich noch genannte Baumann war Regiffeur vom neue Polizeimaßregel nur auf Anregung des Polizeiministers er einigung, folgendes mitgetheilt: Sie haben eine Petition ein- Lobe- Theater in Breslau und befand sich auf einer Engagements- folgt ist. An den weiteren Ausführungen wurde der Redner gereicht. Ich für meine Person muß bei der Nichtgenehmigung reise. durch den Beamten gehindert, der ihn zur Feststellung seines Namens nach dem Polizeibureau bringen ließ. An der weiteren des akademisch- sozialwissenschaftlichen Vereins bleiben. Ich habe nunmehr die Petition dem Senat unterbreitet, und dieser hat eines vor Jahresfrist verstorbenen Hauptmanns v. R. am Diens Jbscher. Mit Cyankali hat sich der 23jährige Bruno v. K., der Sohn Diskussion betheiligten sich die Mitglieder Brandes, Stulbe und erklärt, daß er in der Angelegenheit nicht zuständig fei; er tag Abend vergiftet. Er beging die That in dem von seiner spreche aber dem Reftor, der in dieser Frage ausschließlich zu Mutter betriebenen Drogengeschäft. Liebesgram soll die Ursache Volksversammlung, die sich mit der Umst urz v In Adlershof tagte am 28. Januar eine mäßig besuchte entscheiden habe, für sein Verhalten Billigung aus, da er, der Senat, auf grund der vorliegenden Thatsachen ein ersprieß- des Selbstmordes sein. Iage befaßte. Reichstags- Abgeordneter R. Fischer hielt das liches Wirken des neuen Vereins nicht erwarten könne. Es steht Der Einbrecher Franz Möser ist festgenommen Referat. In trefflicher Weise charakterisirte der Redner die Ihnen nunmehr der Rekurs an das Ministerium offen." worden. Er wurde von einem Polizeisergeanten in Pinneberg hauptsächlichsten Bestimmungen der Umsturzvorlage. Seine be mit noch einem Genossen bei Verübung eines Einbruchs ertappt. züglichen Ausführungen enthielten zugleich eine äßende Kritik der Der Vortrag, Dem Komplicen ist es gelungen, zu entkommen. Möser bezeichnete ganzen fozialen und politischen Verhältnisse. ihn zunächst als einen Schiffer Gray, hat später aber zugegeben, welchen Redner mit einem Hinweis auf die Unbesiegbarkeit der Sozialdemokratie schloß, fand lebhaften Beifall. Hildebrandt daß es Richard Erpel gewesen ist. vertrat in der Debatte die Ansicht, daß die deutsche Arbeiterüberstehen und zu nichte machen werde, wie seinerzeit die bewegung ein Gesetz im Sinne der besprochenen Vorlage ebenso englische Arbeiterschaft die Repressivgesetze der englischen Regierung und wie später die deutschen Arbeiter das vom gleichen Geiste getragene Sozialistengesetz. Genosse Reichert stellte die herrschende wirthschaftliche Misère und Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklasse gegenüber den Bestrebungen zur Bekämpfung des Umsturzes". Den Schrei Tausender nach Brot wolle man ersticken mit Knebelgesehen. Gegen Arbeitgeber, welche mit der Gesundheit und dem Leben ihrer Arbeiter spielen, welche nicht mal mit den lumpigsten Schuhvorrichtungen gefahrbringende Maschinen versehen ließen, gegen die möge man Strafen gesetzlich festlegen, wie sie die Ümsturzvorlage androhe. Und statt gegen den Umsturz zu Felde zu ziehen, sollte man den gesehlichen Achtstundentag einführen, damit vielen Arbeitslosen Arbeit werde. In einer ein. stimmig angenommenen Resolution protestirte darauf die Versammlung entschieden dagegen, daß die Uinsturzvorlage zum Gesetz erhoben werde. Ueber den Umfturz fällt man jetzt von allen Seiten her. Ein Herr Albert Pabst, Kottbuserstr. 7, sandte uns ein Flugblatt zu, worin er außer anderen Kundgebungen für den 3. Februar ein ungewöhnlich starkes Wetter in Norddeutschland voraussagt. Bis zur Abenddämmerung wird schönes Wetter sein, dann wird dieses„ strahlende Wetter" hereinbrechen. Es sei eine Warnung für die Gottlosen und alle, die Gottes Gnadenwerk verachten. Montag Nachmittag ein Arbeiter Heine schwer zu Schaden geIn der Löwe'schen Fabrik in der Hollmannstraße ist am tommen. Beim Probiren einer Universal- Schleifmaschine plagte In einer recht unangenehmen Situation befanden sich die Schmirgelscheibe mit so furchtbarer Wucht, daß selbst die die zahlreichen Personen, welche am Mittwoch ihre Angehörigen Schuhvorrichtung, mit der sie umgeben war, in Stücke ging. Von in der Frauenklinit, Artillerieſtr. 14/15, besuchen wollten. Die dem in den Arbeitssaal umhergeschleuderten Schmirgel flog ein Frau des Reichskanzlers war nämlich in diesem Institute zur Stück dem Arbeiter derart unglücklich an den Kopf, daß er sofort nach Besichtigung erschienen, und da ihr Besuch gerade in die Sprech- der Unfallstation in der Wilhelmstraße gebracht werden mußte. zeit von 2 bis 4 Uhr fiel, so mußten die Angehörigen der Es wurde an dem Unglücklichen ein doppelter Schädelbruch konKranten draußen im Schneetreiben warten, bis die Dame um statirt. Die Arbeiter schreiben das Unglück wesentlich dem Um 3 Uhr das Haus verlassen hatte. Könnten Proletarierfrauen in stande zu, daß die Schuhumhüllung aus hartem Gußeisen und solchen Fällen nicht ein wenig rücksichtsvoll er behandelt werden? nicht aus weichem, schmiedbarem Guß hergestellt war; einzig Was wäre verbrochen worden, wenn man die Angehörigen der dies Metall wäre im stande gewesen, dem furchtbaren Druck zu Kranken während des Besuchs der Fürstin Hohenlohe ruhig ins widerstehen. Als ein wahres Wunder muß es betrachtet werden, Haus hineingelassen hätte? daß bei dem Unglück nicht mehr Arbeiter zu Schaden getommen sind. Vier Dinka Neger aus Castan's Panoptikum wurden dieser Tage der Anthropologischen Gesellschaft von Professor Das Opfer des Achtmillimeter- Geschosses. Der Arbeiter Virchow vorgestellt, zwei Männer, eine Frau und ein Knabe. Friedrich Müller, der am Montag Abend von einem Posten am Die Leute, die zu den nördlichsten Negerstämmen gehören, find Bulverschuppen in Tegel erschossen wurde, war erst am Tage ungewöhnlich dunkel. Auffallend namentlich sind die schwarzen vorher, von Falkenberg kommend, der Arbeiterkolonie zu Tegel Lippen, deren Farbe sich nach innen fortsetzt. Selbst das Bahnüberwiesen worden. Am Sonntag Abend hielt der dortige Geistfleisch ist dunkel. Von einem eigentlichen Schwarz kann freilich liche Gottesdienst ab, wobei er auch auf die Feldzüge 1870/71 nicht die Rede sein; man findet immer einen gelben Grundton fam. Müller unterbrach den Geistlichen mit den Worten:„ Das heraus, dazu eine röthliche Beimischung, die bei einzelnen ins ist nicht wahr, ich bin selbst dabei gewesen." Er wurde festZinnoberrothe, bei anderen ins Kaminroth spielt. Selbst das gehalten und zu einem Arzt geführt, der nach eingehender UnterHaar ist nicht völlig schwarz, obgleich es so scheint. Unterm suchung die Erklärung abgab, daß Müller geistestrant ſei Mikroskope löst sich die Haarfarbe auch in Braun auf. Es gelang ihm jedoch, dem Gewahrsam, in das er gebracht Bemerkenswerth ist ferner die äußerst gestreckte Figur, die worden war, zu entschlüpfen, um sich nach dem Pulverschuppen Magerkeit und die ganz beträchtliche Klafterweite. Diese zu begeben, wo er dann unserer Staatsraison zum Opfer fiel. Gigenthümlichkeiten sind aber bei den Frauen weniger vorhanden. Die Männer find bis 1867 Millimeter groß, die größte Frau Jufolge der Kälte ist am Dienstag Abend gegen 10 Uhr mist 1670 Millimeter. Die Klafterweite des einen vorgestellten der Droschtenkutscher August Schulz aus der Köpeniderftraße 192 Mannes, die troß der schmalen Schultern die eines etwa gleich vom Bock gestürzt. Er hielt mit seinem Wagen erster Klasse auf großen, aber ungleich breiteren Mitgliedes der Versammlung um einem Platz im Südosten, als das Pferd plößlich anzog und den eine reichliche Handlänge übertraf, erinnert an den Gibbon; sie Sturz des auf dem Bock zusammengetauert Sigenden herbeiführte. beträgt 2010 Millimeter. Die vielerwähnte Wadenlosigkeit der Schulz erlitt eine Stirnwunde und einen Bruch des Nasenbeines. Neger kommt bei diesen Männern zum vollen Ausdruck; die Muskeln sind aber bei ihrer geringen Entwickelung sehr fest. Die Füße sind sehr groß. Während man sonst 7 Fußlängen auf die Körperlänge rechnet, gehen bei diesen Negern nur 6,2 bis 6,5 Fußlängen auf die Körperlänge. An dem linken Fuße ist fast stets die zweite Behe auffallend lang, was auf einen einseitigen Gebrauch dieses Fußes schließen läßt. Der Schädelform nach sind die Leute Dolichofephalen, sogar Hyperdolichofephalen. Ein entseglicher Unglücksfall ereignete sich dieser Tage auf der Nordbahn. Bei der Ausfahrt des sogenannten„ Milch3uges" aus Station Fürstenberg glitt der Schaffner Sommer, Langestraße hierselbst wohnhaft, vom Trittbrett aus und stürzte so unglücklich unter den Wagen, daß ihm von demselben beide Beine abgefahren wurden. Der entsetzlich Verstümmelte wurde nach Anlegung eines Nothverbandes mit demselben Zuge nach hier überführt und einem hiesigen Krankenhause überwiesen. Witterungsübersicht vom 31. Januar 1895. 160 000 m. hat nach einer Zusammenstellung des„ Confectionair" die Illumination der öffentlichen Gebäude und Geschäftshäuser am Sonntag gekostet. Unsere Konfektions- und Modewaarengeschäfte überragten durch den Glanz und Reichthum, den sie bei der Illumination entfalteten, alle anderen Veranstaltungen gleicher Art". So prahlt der Confectionair", ge- Stationen. badet in Loyalität. Daß die Konfektion und zum großen Theil auch die Modewaarenbranche die anderen Industrien überragt" in der Jämmerlichkeit der Löhne und der Schlechtigkeit der Arbeitsbedingungen, ist die Kehrseite der Medaille. " Die Parzellirung des früheren Keller'schen Hofjägers in der Hasenhaide hat bereits begonnen. Das Gelände liefert zwölf Baustellen zu je 50 bis 60 Quadratruthen und wird die Summe von etwa 1 500 000 m. einbringen. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( 1-1 BBBLI Wetter Temperatur ( nach Celsius 50.40 R.) Vermischtes. = bis Der Sturm, der am Mittwoch auf hoher See ein so furcht. bares Opfer gefordert hat, ist auch über den Kontinent mit großer Gewalt hereingebrochen. Bon zahlreichen durch die Schnee verwehungen hervorgerufenen Verkehrsstörungen wird berichtet. Das Eisenbahn- Betriebsamt Schwerin meldet: Jufolge Schneeverwehung ist der Personen- und GüterDer Strecke Neustrelit Warnemünde verkehr auf auf weiteres gesperrt.- Desgleichen ist die Strecke PlatheKolberg infolge Schneeverwehung gesperrt. Das Eisenbahn. betriebsamt Stralsund macht bekannt: Vom 31. Januar werden infolge von Schneeverwehung von Stralsund bis auf weiteres feine Büge abgelaffen. Strecke bei Milhow gesperrt. Die Strecken Stralsund- Demmin und Stralfund- Rostock find seit gestern Abend wegen Schneeverwehungen voraussichtlich bis heute Nachmittag gesperrt. Desgleichen find in Schleswig- Holstein sämmtliche Kleinbahnen durch den Schnee verweht worden. Aus Lübec wird vom Mittwoch berichtet: Seit heute Abend 8 Uhr herrscht hier bei starkem Nordostwind große Ueberschwemmung der niedrig gelegenen Stadttheile. Die Bewohner fliehen aus ihren Be haufungen, die Kaufleute bergen mit zahlreichen Arbeitskräften die in den Hafenspeichern lagernden Waaren. Allstündlich ertönen Warnungsschüsse. An der Ostseeküste sind durch die Eispackung viele Verwüstungen angerichtet. Aus Danzig liegt eine Meldung vor, wonach ein heftiger Schneesturm am Meere und in der Provinz vielen Schaden angerichtet hat. Die Eisenbahnstrecken Neustadt- Stolp und Lautenburg- Soldau find infolge von Schneeverwehungen gesperrt. Der Sturm beschädigte die Dächer des Rathhauses und der Barbarakirche. Auch aus vielen Gegenden der Provinz Posen kommen Meldungen über Betriebsstörungen infolge des gestrigen Schneesturms. Von gestern Nachmittag bis heute früh find 13 Eisenbahnzüge mit Verspätungen von 16 Minuten bis 6 Stunden 35 Minuten hier eingelaufen. Mit dem Freilegen Aus der Geleise ist eine große Anzahl Arbeiter beschäftigt. dem Gebiet der Nordsee find folgende Meldungen eingetroffen: Wesel, 31. Januar. Die zweite Post aus London über -22 Vlissingen vom 31. d. M. hat den Anschluß an KölnGrund: Sturm Bug 93 nicht erreicht. +2 Hamburg Bug 93 auf -2 See. Goch, 31. Januar. Die erste Poſt aus London hat den Anschluß an über Vlissingen vom 30. Januar Zug 5 in Oberhausen nicht erreicht. Grund: Sturm auf See. Herbesthal, 31. Januar. Die dritte Post von London über Ostende vom 30. ist ausgeblieben. Grund: Sturm auf See. Herbesthal, 31. Januar. Die zweite Post von London über Ostende vom 30. ist ausgeblieben. Swinemünde 770 3 Hamburg Berlin 768 2 767 3 Wiesbaden. München Wien 762 1 758 GO 1 762 NNO 1 halb bedeckt-6 halb bedeckt bedeckt wolkenlos bedeckt bedeckt 781 Still heiter -8 -8 -10 -15 -8 -14 786 NO 1 Nebel 774 D30 3 · wolkig 779 . 763 NW N 3 wolkig 3 bedeckt • .• 5 Der betrunkene Blumentopf. Unter der Spigmarke: Ein Haparanda polizeiliches Eingreifen des Raisers, geht durch die Blätter eine Petersburg Notiz, worin es heißt: Am Kurfürstendamm bewegten sich zwei Cort. angetrunkene Männer, deren einer einen Blumentopf in der Hand Aberdin. hielt. Dieser lettere( d. h. der Blumentopf!) war derart be- Paris trunten, daß er sich nicht aufrecht erhalten konnte 2c. 2c. Wo die patriotische Aufwallung anfängt, da hört Verschiedenes auf. Wetter- Prognose für Freitag, 1. Februar 1895. Zeitweise heiteres, vorherrschend wolkiges Frostwettter mit In Sachen Ziethen theilt der Bruder des Verurtheilten, Herr H. Ziethen zu Berlin, den Elberfelder N. Nachr." mit, leichten Schneefällen und frischen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. daß ihm von verschiedenen Seiten mehrfache Zuschriften zugegangen sind, welche hochwichtige Auskünfte enthalten und unbedingt zum Wiederaufnahme- Verfahren führen müssen. Hoffentlich bestätigt sich diese Erwartung. Aus dem benachbarten Kremmen wird über einen Ordnungshelden berichtet: Der Direktor und Verwalter eines hiesigen Bürgerhospitals hat sämmtliche Fonds der Anstalt in angeblicher Höhe von 30 000 M. unterschlagen und damit das Weite gesucht. Die im Greifenalter stehenden Hospitaliten, welche bettelarm ihr Heim aufgeben mußten, werden jetzt von der Bürgerschaft unterhalten. Polizeibericht. Am 30. d. M. nachmittags wurde in der Ackerstraße ein Mann durch eine Droschte überfahren und bedeutend verletzt. In der Gartenstraße, an der Eisenbahnbrücke, fiel ein Kutscher, dessen Pferde durchgegangen waren, von seinem Rohlenwagen, gerieth unter die Räder und wurde am UnterAbends stürzte im Lustgarten ein PolizeiWachtmeister mit dem Pferde und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. An der Stadtbahn fiel eine Lehrerin infolge der Glätte hin und verletzte sich erheblich am Unterschenkel. Im Laufe des Tages fanden fünf kleine Brände statt. schenkel verlegt. = Kunst und Wissenschaft. Dampferfahrt Dover- Ostende wegen Sturmes ausgefallen. efel, 31. Januar. Die zweite Poft aus London über Blissingen vom 31. d. M. hat den Anschluß an Köln- Hamburg Bug 93 nicht erreicht. Grund: Sturm auf See. Herman Gruson ist in der vergangenen Nacht nach kurzer Krankheit in Magdeburg geftorben. Gruson, einer der ersten Maschinenindustriellen Deutschlands, hat sich besonders um die Einführung des Hartgusses verdient gemacht. Am 13. März 1821 zu Magdeburg geboren, arbeitete er zunächst hier in Berlin bei Borsig als Volontär, dann ftubirte er, wie die Voss. 3tg." berichtet, an der Berliner Universität Naturwissenschaften und Philosophie. Nachdem er eine Reihe von technischen Stellungen bekleidet hatte, gründete er in Buckau eine Schiffswerft und 1868 die erste deutsche Hartgußgießerei mit Maschinenfabrik. Er wandte hier seine Arbeit besonders der Geschüßtechnik zu. Hartgußgranaten und Hartguß- Panzerthürme, die von ihm hergestellt wurden, fanden überall günstige Beurtheilung. Vor einigen Jahren gingen die Gruson'schen Anlagen in Buckau an Krupp in Essen über. Selbstmord aus Nahrungsforgen. Ein Familienvater hat abermals infolge fortgesetter Arbeitslosigkeit und dadurch bedingter Nahrungssorgen seinem Leben ein gewaltsames Ende Nen Byzantinische Bildung. Bom Berliner Theater: gemacht. Derselbe, ein in Weißensee wohnender Arbeiter publifum entwirft ein feuilletonistischer Mitarbeiter der Hamb. Friedrich, hatte gestern früh, nachdem er sich vergeblich nach Nachrichten" eine wenig erfreuliche, aber desto zutreffendere Arbeit bemüht und nachdem Frau und Kinder sich einen Augen- Schilderung, der wir folgendes entnehmen:„ Für unseren Adel blick aus der Wohnung entfernt hatten, den Moment benutzt, um und die dem Hofe nahestehenden Kreise scheinen Literatur, Kunst Herrliche Gegenfäße. Die Bourgeoisie giebt 160 000 m. an und Theater nur noch Begriffe zu sein. Schlimmer beiAus Rom wird vom Mittwoch über ein Schiffs. einem Tage für Illumination und Feuerwerk aus und Arbeiter nahe noch steht es um die Gelehrtenwelt. Eine chinesische Mauer erhebt sich zwischen ihr und der lebendigen Kunst unglück gemeldet: nehmen sich verzweiflungsvoll das Leben, weil sie nicht wissen, der Zeit. Der Hof und die Hoffreise gehen in die könig- In der letzten Nacht scheiterten in dem Hafen von Licata woher sie in der Welt des Ueberfluffes ein Stück Brot für sich lichen Theater, wenigstens dann und wann wenigstens drei kleine italienische Fahrzeuge und das russische Schiff ,, Selonia" und ihre Familie nehmen sollen. In der Aera der Sozialreform wenn Kaiserbesuch bevorsteht oder wenn ein patriotisches mit insgesammt 16 Personen infolge Unwetters. Sämmtliche werden solche Gegenfäße bekanntlich durch- Umsturzparagraphen Stück das Repertoir füllt, das der Kaiser gelobt hat. Personen wurden gerettet. ausgeglichen. Wagner's Opern sind noch immer am meisten besucht und als Eingefrorene Dampfer. Vier Dampfer, welche von Petersburg ausgelaufen waren, find 20 Kilometer von Reval entfernt im Treibeis stecken geblieben, hoffen aber bei dem ersten günstigeren Wind wieder freizukommen. Der Schueesturm des vorgestrigen Abends hat mancherlei Rückschlag hat das Naiv- Harmlose, wie Humperdinc's" Hänsel Unfälle im Gefolge gehabt. Ein Wachtmeister der berittenen und Gretel" legtjährig viel Publikum angezogen. Die Diplomatie Polizei war als Vorreiter vor dem Wagen des niederländischen hat in der Wintersaison mit der Geselligkeit mehr zu thun, als Gesandten bis zum Schloß geritten und stürzte auf dem Schloß sich um Theater und Kunst zu fümmern, und die Offiziere geben platz mit dem Pferd so unglücklich, daß er einen Unterschenkel- meist nur dann in das Schauspielhaus, wenn den Regimentern Aus Konftantinopel wird vom 31. Januar berichtet: Wegen bruch erlitt. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er mit Freibillets zugesandt werden. Für die sogenannte gute Beschädigung der Brücke über den Fluß Arda zwischen Mustapha requirirtem Krankenwagen nach seiner Wohnung geschafft. An Herrengesellschaft bieten die Spezialitäten Theater und Adrianopel fonnte in folge von Hochwasser der am Mittwoch der Ecke der Stechbahn und des Schloßplates fiel eine junge mehr Intereffe, als ein ernstes Drama ohne Trifotrollen." fällig gewesene Drient- Expreßzug nicht abgehen. • Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 27. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 9. Sigung vom 31. Januar, 11 Uhr. Um Ministertische: v. Hammerstein. Dor Man erwartet Freitag, den 1. Februar 1895. war Arbeit nach. " E3 12. Jahrg. Gerichts- Bettung. beReichskompetenz gehören, hier zu diskutiren, schon weil die entschieden ist, daß Heimarbeiter nicht zu den Arpreußische Staatsregierung informirt werden muß für ihre Ab- beitern gehören, welche nach§ 122 der Gewerbe- Ordnung stimmungen im Bundesrath( Zustimmung), die Regierung ist aber auf eine gesetzliche Auffündigung des Arbeitsverhältnisses Angewillt, zu prüfen, welche sozialen und politischen Bedenken dem Anspruch haben, werden alle Heimarbeiter mit ihrer Klage auf trage entgegenstehen, ob er ausführbar ist und ob auch das beabsichtigte Kündigung von dem Gewerbegericht abgewiesen. Das Haus fezt die zweite Berathung des Etats fort und Verantwortung für die Ausführung des Antrages als die Herren nicht vereinbar, daß es dieser nach allen Richtungen hin anfechtZiel erreicht wird. Denn die Regierung übernimmt doch eine andere Es erscheint zunächst mit der Praxis des Gewerbegerichts war beim Etat der landwirthschaftlichen Vervom Parlamente. In der gegenwärtigen Zeit fann die Regierung baren Entscheidung so bedingungslos beitritt. In einer Reihe waltung: Gehalt des Ministers. Abg. v. Niepenhausen( t.): Die Debatte der letzten Tage abgeben. Daher trifft die Behauptung des Herrn v. Buttkamer anderen Instanzen gefällten Entscheidungen in Würdigung der feine materielle Entscheidung treffen und keine bindende Erklärung von Urtheilen hat das Gewerbegericht unbekümmert um die in hat das erhoffte Ergebniß gehabt, daß die Nothlage der Land- von dem anständigen Begräbniß nicht völlig zu. Wenn thatsächlichen Verhältnisse entschieden. Wie die Sachen jetzt stehen, wirthschaft von allen Parteien und von der Regierung anerkannt wirklich ein solches stattfinden sollte, so wird die Regierung nach sind die Heimarbeiter der Willkür ihrer Unternehmer geradezu wird, nachdem der Zivolitag vor zwei Jahren der Berathung des Staatsrathes die Gründe darlegen, warum wehrlos überliefert. festgestellt hat, daß ein Unterschied zwischen großem sie jenem Antrage nicht beitreten kann. und tleinem Grundbesitz nicht besteht. Bezüglich der Nehmen wir ein praktisches Beispiel aus der Schneiderjezt im Lande nicht Worte, sondern Thaten. Nur die hier im dahin zu wirken versuchen, daß noch diesem Reichstage jungen Arbeiter endlich von einem Geschäftsinhaber Arbeit in Zuckersteuer werde ich, soweit meine Einwirkung reicht, branche. Nach vielem vergeblichen Umherlaufen wird einem Hause nicht vertretene Partei der Sozialdemokraten ein Buderſteuer- Gesetz vorgelegt wird.( Zustimmung.) Ueber Aussicht gestellt. Aber der Herr fügt hinzu: Sie müssen sich nill die Nothlage der Landwirthschaft nicht anerkennen, denn sie die Silberfrage liegt die Entscheidung auch bei der einen Blaz zum arbeiten suchen, denn eine Werkstelle unterhalte kämpft für die Beseitigung des Privateigenthums an Grund und Reichsregierung; aber auch sie kann nicht ohne Vorberathung an ich nicht. Gut! Der betreffende sucht sich eine sogenannte Boden. Wenn Herr Richter davon sprach, daß die Nothlage die Sache herantreten; aber alle Vorberathungen sind in vollem Playbude und holt sich Arbeit. Zehn Prozent der Brutto- Gineine internationale sei, dann hätte man sich doch umschauen Gange( Hört! rechts) und man kommt vielleicht dazu, nahme sollen bei Zeiten, um in Gemeinschaft mit anderen Ländern vor: daß Deutschland die Initiative in dieser Frage Plazmeister. Im übrigen ist er völlig der Disziplin seines dieses ist der allgemein übliche Sat zahlt er dem beugend zu wirken. In Frankreich war man sehr ergreift. Bindende Erklärungen kann ich auch darüber nicht Arbeitgebers unterworfen. Die Dauer der Arbeitszeit richtet sich geneigt, 11 11 3 die Hand zu bieten zu meinsamen Schritten, ge abgeben. Der Minister geht auf die Kanalfrage ein. um die Landwirthschaft der alten Rentengüter Gesez Das nach den eingegangenen Aufträgen; ist viel Arbeit vorhanden, Kulturstaaten hat in allerdings einigen, so muß Tag und Nacht gearbeitet werden. Wer in der Saison Dem Bankrott 811 bewahren. nicht zahlreichen Fällen zu Uebelständen geführt. Teutschland liegt allerdings im Herzen Europa's, Deutschland ist Fehler waren entschuldbar, weil beim Niedergang der Preise nun aber die Arbeit flau, so ist der Arbeiter allerdings Diese nicht lieferungsfähig ist, fliegt hinterher sofort hinaus. Geht aber auch der mächtigste Staat; auf seinem Boden sind die eine noch so sorgfältig aufgestellte Taxe sich sehr bald als an teine bestimmte Arbeitszeit gebunden, eben deswegen nicht, wichtigsten Entscheidungen gefallen, deshalb muß Deutschland unzutreffend erweist. Die Generalfommissionen werden nach weil er feine Arbeit hat. Nun ist er aber womöglich in einer feine Landwirthschaft schüßen, damit sie den ganzen Bedarf an dieser Richtung hin beaufsichtigt werden; denn es wäre ein Woche bis zum Donnerstag Abend vergebens ins Geschäft ge= Brotfrüchten selbst baut. Das kann aber nur geschehen, wenn Fehler, in eine Gegend, wo es an Menschen fehlt, existenzunfähige rannt, ohne Arbeit zu bekommen. Jetzt bekommt er einen eiligen eine gewisse Kontinuität aufrecht erhalten wird; denn der Land- Ansiedler einzusetzen. Auch die Zuckersteuerfrage, die so Auftrag. Er muß, um seine Stellung zu halten, die ganze Nacht wirth muß immer mit längeren Perioden rechnen können. Wir tief in die Verhältnisse Preußens eingreift, hat dieses Haus das durcharbeiten, denn wenn er es nicht macht, so machen es andere dürfen den Getreidebau nicht einschränken; denn wir müssen die Recht zu besprechen( Zustimmung Menschen ernähren, damit der Staat tüchtige Soldaten hat. Zu hat den Anspruch auf Preise rechts). Kein Mensch bestimmt. Das ist die vielgerühmte Freiheit in der Praxis. den großen Mitteln gehört in erster Linie die Hebung der Ge für Nahrungsmittel, die Tazu fommt noch, daß der Arbeiter bei der Abnahme seiner unter die Produktionskosten heruntergehen. treidepreise, daß sie nicht unter die Produktionskosten sinken, und lich werde ich mich nie gegenüber dem Abg. Richter wo er mit ein und demselben Stuck ziei bis drei mal nach Hause Grundsäß- Arbeiten alle möglichen Scherereien gewärtigen muß; die Fälle, die Sicherung des landwirthschaftlichen Besitzes, und zwar einigen über gewisse Fragen. Er will die wirthschaftlichen Ver- geschickt wird, gehören nicht zu den Seltenheiten. Und nun kommt sollte es Aufgabe der Regierung sein, Vorschläge zu machen, hältnisse in die Fesseln längst überlebter wirthschaftlicher man her und befreit den Unternehmer noch von der Kündigungswir haben nur die Pflicht, sie zu prüfen und zu kritisiren. Die Theorien legen; das ist bei den schnellen Umwälzungen der Neu- frist. Wozu führt dieses? Der Arbeiter geht in Berweisung auf die Selbsthilfe und auf die Anwendung besserer zeit nicht möglich; man muß den Bedürfnissen, die sich augen- ftimmten Zwischenräumen Intelligenz ist doch heutzutage nicht am Blake. Ich habe es be- blicklich herausstellen, Rechnung tragen, soweit es möglich ist. um in das Geschäft und frägt dauert, daß der Minister darüber klagt, daß die Erregung von( Bustimmung rechts.) Ich will Deutschland in bezug auf die die lakonische Antwort. Er wartet wieder einige Tage und geht ist nichts für Sie da", ist den Führern ins Land getragen werde. Die Erregung ist im landwirthschaftlichen Produkte unabhängig Auslande wieder hin. Dieselbe Antwort. So wartet und wartet er weiter, Lande eine viel größere als es hier zum Ausdruck kommt. Wir machen, Herr Richter giebt das nur für den Fleischbedarf bis ihm schließlich klar wird, daß man ihn überhaupt nicht mehr schüren nicht, wir suchen zu beruhigen. Wir sollen die als möglich zu, bestreitet die Möglichkeit aber für den Körnerbau. beschäftigen will. Nach den neuesten Entscheidungen des GeRegierung unterstüßen; eine Regierung, welche die rich- Bwischen meinen Anschauungen und denen des Herrn Richter werbegerichts hat er aber kein Anrecht auf Entschädigung für tige Voraussicht befißt, braucht eine Unterstützung nicht über die Krisis besteht ein himmelweiter Unterschied; die Krisis diese Hinzieherei Der Landwirthschaftsminister faßt die Aufgabe seines Refforts für die Industrie hat einen vorübergehenden Charakter, während von Heimarbeitern, die sich in der drückendsten wirthschafts - weil er als Arbeitgeber gilt. Tausende mit vollem Ernst auf; er wird sich auch den nöthigen Einfluß die Ursachen der landwirthschaftlichen Krisis nicht vorüber- lichen Lage befinden, sind hierdurch im Staatsministerium zu verschaffen wissen, damit nicht blos gehende sind. rechtlos gemacht. nach Finanzrücksichten regiert wird, sondern daß auch wirklich Nach den Bestimmungen des Ortsstatuts zu den Gewerbegerichtsder Nothlage der Landwirthschaft abgeholfen wird durch Aende: Zickzackfurses besprochen. Herr Richter hat in scherzhafter Weise die ernste Frage des Wahlen für Berlin gelten diejenigen Hausgewerbetreibenden, Mit dem Minister Lucius rung des Zucker- und Spiritussteuer Gesetzes. Aber Eile ist ich welche ihren Gewerbebetrieb nicht angemeldet haben, als Arbeit. nöthig, wenn beffere Tage für die Landwirthschaft kommen sollen. des österreichischen Handelsvertrages. Mit Herrn v. Heyden Heimarbeitern in die Arbeitnehmer- Kategorie gewählt, und nehmen allen Fragen einverstanden, auch bezüglich nehmer. Auf grund dieser Bestimmungen ist eine Anzahl von ( Buftimmung rechts.) Abg. Arendt( freitons.): Dem allgemeinen Einverständniß nur der, daß Herr v. Heyden mit oder wider Willen die Arbeitgeber gestempelt werden. Liegt hierin nicht ein offenbarer stand ich ebenfalls auf demselben Boden, der Unterschied war als solche an den Verhandlungen theil, in denen sie wieder als in bezug auf die Nothlage der Landwirthschaft steht nur noch Handelspolitit mitgemacht hat. Eolange wir das allgemeine Widerspruch? eine einzige Säule gegenüber, die von verschwundener Bracht Wahlrecht haben, nehme ich für jeden Stand und für jeden Beruf zeugt.( Heiterfeit.) Der Abgeordnete Richter, der immer noch das Recht in Anspruch, einer Benachtheiligung seiner Jntereffen nicht eingesehen hat, daß seine Wirthschaftspolitik nur dahin führt, daß seine Freunde immer mehr aus diesem Hause Interessen in entgegenzuarbeiten und durch die Agitation Vertreter seiner den Reichstag verschwinden. Die Freifinnigen vertreten veraltete Theorien, die Gemißbilligt habe ich nur, daß solche Fragen in die weiten Kreise und Landtag zu schicken. nur in den ältesten Auflagen wissenschaftlicher Bücher zu finden des Volkes getragen werden, für die dort kein Verständniß vor der Inhaber der Gratweil'schen Bierhallen, und da zog er in Ich bin mir selbst der nächste, dachte Herr Koch, find; sie sind eigentlich die wirthschaftlich reaktionäre Partei und handen sein kann. Damit habe ich im wesentlichen den Abgeord wir sind die Fortschrittspartei.( Sehr richtig! neten Richter abgethan.( Heiterfeit rechts.) Herr Gamp hat echt christlicher Weihnachtsstimmung am 1. Januar 1895 dem rechts.) Daß die Regierung den landwirthschaftlichen Nothstand erklärt, er wisse nicht, was Selbsthilfe bedeute. Jedenfalls Küchenmät chen B. 7,70 M. von dem färglichen Monatslohn ab, verschuldet hätte, ist wohl niemals behauptet worden, sondern bedeutet sie nicht, daß die Wohlhabenden die minder nur, daß die bisherige Regierung den Grund der Krisis Wohlhabenden unterstüßen sollen; Selbsthilfe ist der Gegensatz Arbeits- Unfähigkeit im Dienste des Herrn Koch zugezogen 20. bis 31. Dezember 1894 arbeitsunfähig war, und obgleich sich das Mädchen die nicht richtig erkannt hat, denn sonst hätte sie die Handelsverträge nicht abgeschlossen.( Sehr richtig! rechts.) Militärverwaltung fann ich nicht als berechtigt anerkennen, der ihres Beruses in der Restaurationstüche des Roch einen Arm und zur Staatshilfe. Die Beschwerden des Herrn Herold über die hatte. Fräulein B. hatte sich nämlich bei Ausübung Wären die Zölle nicht gebunden, so könnte durch Erhöhung der jetzige Kriegsminister ist ein Feind aller Bureaukratie. Herrn ihres Beruses in der Restaurationstüche des Roch einen Arm und Getreidezölle die Nothlage etwas gehoben werden. Ich begrüße Arendt erwidere ich, daß es Bimetallisten giebt, welche verlangen, mit Rücksicht darauf abgewiesen werden, daß die Klägerin das Gesicht verbrüht. Gine Klage beim Gewerbegericht mußte auch die fleinen und die kleinsten Mittel, welche helfen können, daß Deutschland allein vorgehen soll( Widerspruch des Abg. Arendt): bei der Lohnzahlung am 1. Januar ein Quittungsformular untermit Freuden. Redner verweist darauf, daß der Sozial- Ich fenne solche Leute und nenne sie Erzbimetallisten( heiterteit schrieben hatte, welches den Vermerk enthielt:„ Endesunterzeichnete demokrat Schippel zugegeben habe, daß die Doppelrechts). währung der Landwirthschaft helfen würde; aber das dürfe Abg. Ring( t.) weist darauf hin, daß die Umwandlung hat keine weiteren Ansprüche mehr u. f. w." Wie das leider eben im Interesse der sozialen Entwickelung nicht geschehen. Daß einer Tonne Roggen in eine Tonne Brot bei einigen fiskalischen immer noch häufig vorkommt, hatte die Klägerin beim UnterDeutschland allein die Frage nicht lösen tann, ist selbstverständ- Verwaltungen im Kreise Teltow sich auf 15 M. stelt; in anderen zeichnen der Quittung diese nicht weiter angesehen", was natürlich. Wir wünschen auch kein isolirtes Vorgehen Deutschlands; Städten stellt sich der Umwandlungspreis viel höher; in Breslau lich nichts an der Bedeutung der Unterschrift ändert. überall macht sich auch das Streben nach der Doppelwährung und Dorimund auf 50, in Dresden auf mehr als 70, in Frank Wochenlohn berechnet wird, dürften dann keine LohnWo die Bezahlung der Arbeitskraft nach immer mehr bemerkbar. Einstellen können wir unsere Agitation furt auf mehr als 90 Mark( hört! rechts). Die Bäckereien ver abzüge gemacht werden, wenn sich die Zahl der Arbeitstage um nicht. dienen bei der großen Konkurrenz nicht viel; den Hauptvortheil sogenannte Feiertage- Ostern, Pfingsten, Weihnachten 2c. Abg. v. Seydebrand( f.): Durch seine Rede hat Herr hat also die Börse und der Zwischenhandel. Richter bewiesen, daß der Vorwurf gegen die Freifinnigen be ber Abg. Brömel( freis. Vg.): Herr Richter will nicht das verringere. Dieser Anschauung, rechtigt ist, daß sie die Interessen der Landwirthschaft nicht verwirthschaftliche Leben in theoretische Fesseln schlagen, das wollen Arbeiterkreifen begegnet, die aber bisher vom Gewerbetreten. Denn was bedeutet es sonst, daß er die kleinen gegen die die Schutzöllner und die Zünstler. Wir handeln nicht nach gericht nicht getheilt wurde, ist kürzlich die Kammer VI großen Besizer aufhetzt, daß er noch immer von der Liebesgabe Theorien, sondern stellen uns auf den sachlichen Boden. Mit unter Assessor Leo beigetreten. Einem Arbeiter, der u. a. Spricht?( Sehr richtig! rechts.) Für solche Freunde wird sich manchen Vorschlägen des Ministers fönnen wir einverstanden von der Firma Lepin( Chokaladenfabrik) 6 M. als Entgelt für die Landwirthschaft bedanken, die alles, was vorgeschlagen wird sein; wir wehren uns nur dagegen, daß drei Weihnachtsfeiertage verlangte, weil er in Wochenlohn bei der zu ihren Gunsten, rundweg ablehnen. Es ist schwer etwas zu interessen begünstigt werden zum Schaden der Aügemeinheit. Beklagten gestanden hatte, wurden die 6 M. zugesprochen. Der finden, wodurch der Landwirthschaft schnell, dauernd und gründ- Ob die Produzenten sich durch den Antrag Kanitz bereichern Borsigende führte dazu aus, soweit Wochenlohn vereinbart sei, lich geholfen werden kann. Keine Viehzucht, kein Rübenbau, fein oder nicht, ist nevensächlich. Man hat das Steigen der Grund- müſſe dieſer als Pausch quantum betrachtet werden, das im ganzen ihr beim Getreidebau entgeht.( Sehr richtig! rechts.) Ohne sich nicht gefallen lassen. Damit verlieren die Agrarier die sitt Gäbel an die falsche Adresse ist der Nachtwächter Ernst August Tabakbau fann der deutschen Landwirthschaft das ersetzen, was rente ruhig bingenommen, aber das Einken derselben will man zu zahlen und nicht tageweise. Wieder ein Rigdorfer Sicherheitsbeamter. Mit dem Hebung der Getreidepreise ist die Mothlage der Landwirthschaftliche Berechtigung für ihr Privateigenthum. Den schwankenden Säbel an die falsche Adresse ist der Nachtwächter Ernst August also nicht zu beseitigen. Getreidepreisen kann man nicht einen dauernden hohen Preis utter in Rigdorf gerathen, der sich heute wegen Vergehens Abg. Klose( 3.) bedauert die Aufhebung der Staffeltarife, gefeßlich entgegenstellen. Die Berzinsung des Kapitals ist noch im Amte vor der ersten Straftammer am Landgericht II zu ver wodurch die Landwirthschaft des Oftens schwer geschädigt sei mehr zurückgegangen als die Rente der Landwirthschaft. Des- antworten hatte. Der Angeklagte ist in der Nacht zum und tritt für die Doppelwährung ein, sowie für eine Aenderung halb hatte der Minister Recht, den Landwirthen Muth zuzusprechen. 13. August v. J. von hinten an drei junge Leute, den Drucker des Zuckersteuer- und des Branntweinsteuer- Gesetzes in dem Von der Selbsthilfe liegt der Antrag Kaniz weit ab; der Luscher, den Weber Rieseweber und den Zimmermann Warmıs Sinne, wie der Minister es angedeutet hat. Daß die Steuer Minister hat sich gegen denselben schärfer ausgelassen, als Herr brunn, welche in der Jägerstraße nicht allzulaut sangen, heran reform der Landwirthschaft hauptsächlich zu gute komme, sei nicht Richter es aufgefaßt hat. gegangen, hat seinen Säbel gezogen und hat beim Blantziehen richtig. den Warmbrunn mit der Klinge an der Oberlippe leicht verlegt und die anderen beiden haben je einen Hieb mit der flachen Klinge über den Rücken erhalten. Die jungen Leute ließen sich diese gänzlich unverschuldete Mißhandlung nicht gefallen, sie erstatteten Anzeige und Lutter wurde angeklagt. Der Angeklagte bestritt kein Jota der Anklage, er entschuldigte sich aber mit einer Personenverwechselung. Eine Stunde vorher hätte eine GesellMinister von Hammerstein: Zwei Gründe haben mich Bon betheiligter Seite wird uns in dieser wichtigen Frage feillaise gesungen. Er sei hinzugetreten und habe Ruhe vorgestern bewogen, eine nach der Ansicht vieler Herren weit geschrieben: Daß die Hausgewerbetreibenden das Schmerzens- geboten, er sei aber mit Sausejunge!"," Knecht!" und anderen schweifende Etatsrede zu halten. Der eine Grund war: die kind unserer vielgerühmten sozialen Gesetzgebung sind, ist männig- Schimpfworten traktirt worden. Da er den Schimpfer nicht festEhrenpflicht zu erfüllen und zu zeigen, daß schon vor mir ein lich bekannt; diese, unter der Aera der Arbeiterschutz- Gesetzgebung stellen konnte, habe er die Gesellschaft ziehen lassen. Mit derfelben großer Eifer in der landwirthschaftlichen Verwaltung gewaltet für vogelfrei erklärten Arbeiter sind schrankenlos der Unter- Gesellschaft habe er in derselben Nacht noch zwei solcher Renkontre hat. Alle Dinge habe ich vorbereitet gefunden von meinem Amts- nehmerwillkür überliefert. Wo es sich nur irgendwie in einem gehabt. Er würde dieselbe sammt und sonders verhaftet haben, vorgänger. Ein zweiter Grund war, ich will es ganz offen ein- Industriezweig vereinbaren läßt, benußt der Unternehmer die hätte er nicht einer bedeutenden Uebermacht gegenübergestanden. räumen, daß ich nicht dem Hause allein, sondern weiten Kreisen hausindustrielle Betriebsform, weil diese ihm am meisten Dann habe er zum vierten Male fingen gehört. In dem Glauben, im Lande meine Anschauung darzulegen habe. Denn mir Vortheile bietet und ihn vor allem von den Scherereien daß dies Leute von derselben Gesellschaft seien, habe er jetzt war mehrfach die Meinung entgegengetreten, daß die der Sozialgesetzgebung befreit. Die Lage der in den schlechtesten absolut Ruhe schaffen wollen und in der Befürchtung, daß sie landwirthschaftliche Verwaltung ihre Aufgabe nicht erfülle. Da Fabrikbetrieben beschäftigten Arbeiter erscheint rofig gegenüber ihre vorher ausgesprochene Drohung, ihn zu verhauen, wahr glaube ich ein flares Bild des Geschehenen geben zu müssen. der von Bourgeois- Nationalökonomen so viel gepriesenen idylli- machen würden, habe er sofort blant gezogen und mit der flachen Mit ten Rednern von der Rechten bin ich vollständig ein- fchen Freiheit der Hausindustriellen. Klinge eingehauen, um die vermeintlichen Exzedenten einzu Abg. Schroeder( Pole) ist auf der Journalistentribüne, welcher er den Rücken zuwendet, nur schwer verständlich. Er spricht über die Nothlage der Landwirthschaft und bestreitet, daß die Steuerreform derselben abgeholfen habe. Redner empfiehlt die Bildung von Genossenschaften und die Unterstützung der Landwirthschaft dadurch, daß die Militärverwaltung und andere Verwaltungen direkt von den Landwirthen kaufen. Sonderwird genehmigt. Darauf wird die Debatte geschlossen. Das Ministergehalt Freitag 11 Uhr vertagt. Um 44 Uhr wird die weitere Berathung des Etats bis weil dieselbe vom Gewerbegericht. man allgemein in H Heimarbeiter und Gewerbegericht.schaft junger Leute auf der Straße geſtanden und die Marverstanden. Ich will aber den Unterschied präzisiren; ich habe Die rechtlose Stellung dieser Arbeiter erscheint in greller schüchtern. Es thue ihm leid, die Unrechten getroffen zu haben. zum Antrag Kanit nur Stellung genommen, wieweit es mit den Beleuchtung durch die gegenwärtig vor dem hiesigen Gewerbe- Bei dem offenen Zugeständnisse des Angeklagten ließ es der Handelsverträgen verträglich ist. Ich bestreite dem Hause nicht gericht gefällten Urtheile bezüglich der Kündigungsfrist. Nach Gerichtshof bei 50 Mart Geldstrafe bewenden, obwohl der das Recht, über so tief eingreisende Fragen, auch wenn sie zur dem durch Landgerichtsurtheil vom 14. Movember 1894 Staatsanwalt hundert Mark beantragt hatte. Der Schlächtergeselle Ernst Bock aus Neu- Weißensee wurde gestern vom Schöffengericht am Amtsgericht II zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt, weil er total verdorbenes Echweinefleisch von franken Thieren verkauft hatte. Ein Ehrenmann. Unterschlagung im Amte in 8 und ein fache Unterschlagung in 4 Fällen beging der Buchhalter im Tief bauamte in Frantiurt a. M., F. W. Leber. Er hat dadurch die Stadt um 22000 m. geschädigt und wurde nach dreitägiger Verhandlung zu 5 Jahren Gefängniß und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Sie waren Moder. Kommerslied von Andreas Scheu. Partitur 60 Pf.( 36 r.) pr. Stimme 15 Pf.( 9 r.) 2. An die Geduld. Ihr lieben Leut, seid doch zufrieden. Partitur 40 Pf.( 24 kr.) pr. Stimme 15 Pf.( 9 kr.) 3. Bor Sem Sturm. Bon Robert Pruz. Partitur 80 Pf.( 48 kr.) pr. Stinime 15 Pf. ( 9 kr.) Verlag J. Günther, Dresden. missionsverlag von Goldschmidt; 16 Seiten. in diese Liste zu gestatten sei. Echließlich wurde beschlossen, daß Schen, Josef. Drei Lieder für Männerchor: 1. Tief in Staub und 1. solche Kollegen in Arbeit geschickt werden, die noch auf der fchwarzen Liste der Ringbrauereien stehen( 7 Personen). 2. Diejenigen, welche vor dem 15. Mai entlassen sind. 3. Alle Organisirten, welche auf der alten Arbeitsnachweis- Liste verzeichnet sind. 4. Die nach dem 16. Mai Entlassenen, und 5. die Kollegen, welche am 15./16. Mai entlassen wurden. ( Denen man bei dem anderen Arbeitsnachweis den Vorzug einder jetzt bestehenden Lifte. Gleichgiltig bleibt es, ob die Eingeräumt hat.) Die Reihenfolge der Eintragung geschieht nach zutragenden in den Nachweis der Ringbrauereien eingetragen sind oder nicht." Diese Bestimmungen wurden einstimmig an genommen. Vom Böhmischen Brauhaus wurde berichtet, daß dort wieder ein Arbeiter mit Umgebung des Nachweises eingestellt sei. Der Verein der Schirmmacher nahm in seiner Sigung am 19. Januar zunächst den Bericht des Kassirers entgegen, der einen Baarbestand von 56,40 M. angiebt. Einige Redner sprachen sich hierauf mißliebig über die Vereinbarungen mit den Fabrifanten betreffs der Handhabe des Arbeitsnachweises aus. Es wird bemängelt, daß die Fabrikanten von der Liste die Auswahl treffen können. Zum Schluß wird bekannt gegeben, daß der Maskenball des Vereins am 9. Februar stattfindet. S. Kurella; Leipzig, Wiegand's Verlag, 169 Seiten, Preis 1,50 M. 23 Seiten 50 Pf. Ohr- rankheiten in der Kaffenpraxis. Von Dr. Treitel, Berlin, KomSozialismus und moderne Wissenschaft. Von E. Ferri; übersezt von Die nute. Kritische Beleuchtungen unserer Tagesfragen in zwangslosen erwirklichung des Sozialismus. Bon P. Anhuth, Mainz. Selbstverlag. Heften: 1. Der Wucher und der deutsche Michel. Von Dr. F. D. u. 2. M., Berlin, Berlag von Mengel. die Verfuchung. Von Seo Tolstoi jr., Berlin, Berlag von H. Steiniz. , Berlag von H. Steint der Sozialismus der Gegenwart. Von E. de Laveleye( Nr. 825/29 der Bibliothek der Gesammtliteratur des In- und Auslandes.) Halle a. S., Verlag von O. Hendel The Equilibration of Human Aptitudes and Powers of Adaptation. By C. Osborne Ward; National Watchman Company, Washington, D. C. Meister Olaf, Schauspiel von Strindberg, überfest von Palme. Berlin, Verlag des Bibliographischen Bureaus. Religion des Geiftes. Bon Dr. E S. Schmitt. 8weiter Jahrgang, Heft 1. Leipzig, Verlag von A. Janssen. Mannheimer Attiendruckeret. aus der Welt des Sozialismus. Bon R. 8immermann. Berlag der gehn- und Arbeitsverhältnisse der Säckerei- Arbeiter Leipzigs. Bon der Kommission der Leipziger Bäder. Kommiffionsverlag von G. Heinisch, Leipzig. Vermischtes. Bom Neichs- Versichernugsamt. Die Brettschneider Lieh und Rebwinkel, welche im Jahre 1893 bei der Abholzung eines Stüd Waldes beschäftigt waren, indem sie im Afford die gefällten Bäume zerkleinerten, hatten sich im Walde auf der Betriebsstelle eine primitive Hütte gebaut, worin sie bei schlechtem Wetter und während der Nacht hausten. Ihr Wohnort Brechlau lag zu weit von der Arbeitsstätte entfernt, als daß sie ihn jeden Abend hätten aufsuchen können; zu diesem Zwecke hätten sie jedesmal einen vier- bis sechsstündigen Weg zurücklegen müssen. Wie ihnen, ging es noch vielen ihrer Mitarbeiter, die sich eben falls für die Dauer ihrer Beschäftigung im Walde häuslich niederließen. Die Hütte, welche Lieg und Rehwinkel inne hatten, brannte in der Nacht vom 4. zum 5. Juni( vom arbeitsfreien Im Verein der Stockarbeiter referirte am 20. Januar Sonntag zum Montag) nieder, wobei dieselben umtamen. Genosse Meyner über das Thema: Gleiches Recht für alle. Dem anscheinend im Schlafe erstickt und dann sehr interessanten Vortrag folgte die Abrechnung von dem ge verbrannt. Ihre Wittwen beanspruchen von der Holz- Berufs- meinsamen Sommervergnügen der Echirm- und Stockarbeiter. genossenschaft Hinterbliebenenrenten, die ihnen versagt wurden, Am Sonnabend, den 9. Februar, findet in Keller's Festsälen, weil nach Meinung der Berufsgenossenschaft der Tod der beiden Koppenstr. 29, der Wiener Maskenball statt. Männer nicht die Folge eines Betriebsunfalles war. Das Schiedsgericht schloß sich diesem Bescheide der Genossenschaft an. Der Verein der Einsetzer( Tischler) beschäftigte sich in Palast in New- Yort mit einem Balle eingeweiht. Dieses Haus, Der Rekurs, den die unglücklichen Frauen der auf eine so tragische seiner Sitzung am 20. Januar nach Regelung einiger Vereins- das etwa zehn Personen während sechs Monaten im Jahre ein Weise ums Leben gekommenen Waldarbeiter dann beim Reichs- angelegenheiten mit der Besprechung des Klavierarbeiter Aus- Heim bieten soll, steht in der Fifth Avenue und kostet rund Versicherungsamt anhängig gemacht hatten, wurde am 21. Januar standes bei der Firma Görs u. Kallmann. Den Streitenden 20 Millionen Mt. Der Ballsaal des dreistöckigen, im spanischen Stil gehaltenen Gebäudes ist der größte private Ballraum New zurüdgewiefen. Geh. Regierungsrath Dr. Sarrazin, wurde eine Unterstützung von 20 M. zugebilligt. orts. Er mißt 21 Meter in der Länge und 15 Meter in der welcher den Vorsiz hatte, führte begründend aus: Ließ und Reh winkel feien einer Gefahr des gemeinen Lebens erlegen, nicht Breite und ist in Weiß und Gold im Stil Louis XIV. dekorirt. aber einem Betriebsunfall. Was den Umstand angehe, daß ihr Die gemalte Decke allein kostet ein fleines Vermögen und am Tod auf der Betriebsstelle erfolgte, so habe es sich hierbei nur oberen Rand der Wände läuft ein Kranz tunstvoll gemeißelter um einen aufälligen örtlichen Zusammenhang gehandelt, Blumen, aus deren Innern elektrische Glühlichter hervorleuchten. dem keinerlei Bedeutung beizumessen sei. Beim Eröffnungsballe waren die Wände mit natürlichen Blumen Neben dem Palais befindet sich auch ein Garten, noch bedeckt. leiner als das Haus selbst. Doch hat Vanderbilt für diese paar Blumenbeete fait 1, Mill. M. bezahlt. Die Arbeiterbewegung macht bekanntlich auch in Amerika gewaltige Fortschritte. Derlammlungen. Im Wahlverein für den 2. Berliner Wahlkreis sprach am Sonntag, den 27. Januar, in Zubeil's Saal, Linden straße 106, Genosse Wagner über: Die Bekämpfung der Sozial. demokratie durch die Volksschule." Dem lehrreichen Vortrage, welchem lebhafter Beifall gezollt wurde, folgte ein geselliges Beisammensein. = Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure und Perrückenmacher bielt am 21. Januar ihre Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht giebt eine Einnahme von 74,05 M. und eine Ausgabe von 48,56 M. an. Auf der Tagesordnung stand u. a.: Bericht der Kommission über die Verhandlungen mit der Gehilfenschaft. Dieselben stellten folgende Forderung: Ist es möglich, an den Wochentagen die Geschäfte des Abends um 9 Uhr zu schließen? Die Forderung wurde für berechtigt erkannt und angenommen. Hilfsarbeiter nahm in ihrer Sigung von 20. Januar den KassenRigdorf. Die Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen bericht entgegen, der einen Bestand von 32,80 m. aufweist. Nach Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten trat Schluß der Sigung ein. 3. Auguftin. Rummel'scher Gesangverein, Langestraße 65 bei Tempel. Nordwacht, Müllerstr. 7, bet Seichert. Modernes Prozenthum. Der bekannte amerikanische Eisenbahnkönig Cornelius Vanderbilt hat dieser Tage seinen neuen Spredilaal. Hiernach Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprech faals, soweit der Raum dafü Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 7-8% Uhr: Settüre abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a und Süd oft- Schule, Interesses zur Verfügung; fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dent Waldemarstr. 14: Deutsch( Literatur.) Beit allen Unterrichtsfächern werden Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Im Wahlverein des 3. Kreises, der am 29. Januar im neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Die bekannte Verfügung der Gewerbe Deputation des Magi Märkischen Hof", Admiralstr. 18c, tagte, sprach ReichstagsArbeiter Sängerbund Serlins und Umgegend. Borsigender strats vom 18. Dezember 1894 an die Vorstände der Orts Alle Aenderungen im VereinsAbgeordneter Möller über den Standpunkt der deutschen falender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelſtr. 49, D. 227. Freitag. Krankenkassen ist wiederholt Veranlassung, daß die Vorstände der Bergarbeiter Bewegung zur Sozialdemokratie". Die Bergarbeiter- nebungsi unde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Goltegia, Krankenkassen von ihren Mitgliedern um Auskunft über die Be Bewegung, so führte Redner aus, datire aus dem Anfang der Manteuffelftr. 9 bei Nowad. Kaiser'scher Männer chor, Echönhauser weggründe dieser Verfügung ersucht werden. Daß die Gründe 70er Jahre, als es im Ruhrgebiete zu einem Streit fam. Die Allee 28, bet stelle.- Arbetter- Gefangverein Nord, statante le 11 bei der Gewerbe- Deputation gegen den Verein freigewählter Kaffen Bewegung sei aber zu wenig gepflegt worden, es fanden sich keine Arbeiter- Gefangverein Spandau in Spandau, Neunmeisterftr. 5, bet adite. ärzte" felbst den Herrn Ober- Präsidenten nicht genügend bekannt geeigneten Kräfte, welche die Bergleute zur gemeinsamen angesbrüber Moabit, Perlebergerftr. 28 bei F. Herrmerschmidt. - Buchbinder Männerchor, Holzmarttftr. 3, bei Deter.-Bereinte zu sein scheinen, ergiebt sich aus der Zuschrift desselben an den Bertretung ihrer Interessen erzogen, und so schlief die Bewegung Gesangger. Maiglödchen 1, éindowerstr. 26 b. Sachs. Gemütlichteit, Magiftrat, worin es u. a. heißt: Ich will aber nicht unterlassen, sehr bald wieder ein, bis zum Jahre 1889, wo durch den großen Neue Friedrichstr. 44, b. Röllig. Deutsche Liebertafel, Blumenftr. 38, b. darauf hinzuweisen, daß ein genügender Ausgleich zwischen Streit im Saarrevier die Bergarbeiter wieder alle Blicke auf sich wiedemann.- Typographia, Gesangv. Berl. Buchdrucker u. Schriftgießer, den widerstreitenden Interessen der auf freie Aerztewahl" hin lenkten. Ein Irrthum sei es, zu glauben, daß durch diesen Streik, münderstr. 35 bei Hübner. Arminhallen, Kommandantenftr. 20.- Gesangv. Lorbeerzweig, SwineGesangverein Rheingold, Büschingstr. 7, drängenden Kaffenmitglieder einerseits und der finanziellen der bekanntlich mit allen Mitteln unterdrückt wurde, die elenden bet Jakob.ängerchor der Maler, Annenr. 9 bei Albert Proß. Leistungsfähigkeit der Kassen andererseits bisher in Berlin nicht Gefangverein Melodia, Rigdorf, Bergfir. 142 bei echimtäfe. Fris erreicht worden ist. Und: Der Magistrat erfüllt nur sein Pflicht Lebens und Arbeitsverhältnisse der Bergarbeiter sich gebessert Naunynstraße 86 bet Frip Bubeil. Brandenburger Mäunere hätten. Ihre Beschwerden sollten untersucht und bei Mißständen Bejangverein in Brandenburg a. 5., Mengerts Voltsgarten, Bergstraße. als Aussichtsbehörde, wenn er mit meiner vollen Unterstützung Abhilfe geschaffen werden, so versprach es der kaiserliche Gefangverein Freya II( gem. Chor), Nixdorf, Hermannstraße 140, auf eine Verminderung dieser Kosten Bedacht nimmt. Erlaß; jedoch eine Aenderung ist bis jetzt nicht bei Taniel Böttcher. Apollo, Grünftr. 21 bei Sommer. Gesang scheint es, als wenn der Herr Ober- Präsident annimmt, die Ver eingetreten, durch die Berggesetz- Novelle von 1892 ist ihre Lage Frankfurterstr. 74 bei Breuer. verein Moabit, Havelbergerfir. 31, Freie Siebertafel, Große fügung wäre in betracht der Mehrforderung an Honorar, welches noch weit mißlicher geworden. Das Gesetz gewährt der Willkür reiesanger, Schmargendorf, Warnemünderstr. b. Friedrich. Arbeiter der Verein freigewählter Kaffenärzte" gegenüber den Gewerks der Bergbehörden und Grubenverwaltungen ben weitesten Spiel- Gefango. Sängertreis( Weißensee). Rölteftr. 188 bei Blaz.oreley, franken- Verein beansprucht, erlassen worden. Daß dieses nicht raum, der Bergarbeiter ist so gut wie rechtlos. Keine Industrie Grünthalerftr. 4 bet gämmerling.- Gustige Sänger Potsdam, Branzutrifft, ergiebt sich zur genüge daraus, daß die Gewerbedeputation denburger Kommunikation 16 bei Glaser. Bieber'scher Männerist so lohnend wie der Bergbau, und dennoch erhalten die Berg- chor, Rofenthalerfir. 57 bei Wernau. Geselligkeit, Hennigsdorf, es den Vorständen freigestellt hat, mit dem Verein Berliner arbeiter die erbärmlichsten Löhne. Die Fürsorge für Ver- Böhmert's Gai haus. Drante, Weißenfee, Königs- Chauffee 19. Kaffenärzte" einen Vertrag abzuschließen und selbst als Aufsichtshinderung von Explosionsgefahr ist ohne Belang, weil dem Jobannt, Rüdersdorferfir. 5, Geſellſchaftshaus Oftend.- Sängerverein behörde, zwangsweise, für die Ortsfrankenkasse der Strumpfs Sorgenfret, Admiralstr. 18c, Märtischer Hof. Gangesfreund, Unternehmer zu kostspielig, unterbleibt sie. Außer durch Dragor erstr. 82 bei Kamlowsty. Gefangverein Sängerfette, Urban wirker, einen Vertrag abgeschlossen hat. empfindliche Geldstrafen für alle möglichen sogenannten" ftraße 84 bei chrief. Gesangverein Wacht auf I, Wörtherftr. 19 bei Uebertretungen oder Vergehen innerhalb und außerhalb des Be- chmidt. Gesangverein Hand in hand 1, Reichenbergerstraße 24 bet Gefang und Dichesterfier verein Gtralauer Lieder triebes sind die Bergarbeiter auch durch die famosen Bestimmungen tafel, Rummelsburg, Hauptstr. 83 bei Borintel( Gefang).- Gefangverein der Knappschaftskaffen derartig unterdrückt, daß sie alles über treu und Einigkeit, Rirdorf, Prinz Handjernstr. 58 bet Reden. Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße; Ece Kantstraße, bei sich ergehen lassen. Der Bergarbeiter lebt unter gesetzlicher Aus- menangverein ber metallarbetter( D), Blumenstr. 46. nahmestellung; die Umsturzvorlage", bestimmt, die allgemeine Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 bei Krause. Gin Arbeiterbewegung zu tnebeln, ist für ihn schon längst vorhanden, tract 3, Gberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Dibal. bei jeder seiner Handlungen untersteht er der größten Bevormundung. Bor ftab't, Bernauerfir. 47. ( Beifall.) Die in schlichter Weise vorgetragene Rede verfehlte ihre Wirkung auf die gutbesuchte Versammlung nicht. In der Diskussion, an der sich Schweizer, Jahn, Wagner und Mausolf betheiligten, wurde allseitig die Nothwendigkeit anerkannt, durch eifrige Agitation die Bergarbeiter für die Sozialdemokratie zu gewinnen und jederzeit für Beseitigung ihres Elends einzutreten. Unter Berschiedenes" ersuchte Kräter um zahlreiche Betheiligung an dem Konzert des Gesangvereins Liedesfreiheit I. am 17. Februar bei Henke. -Tauschte. " worden Da nun der Verein Berliner Kassenärzte" genau dieselbe Honorarforderung hat wie der Verein„ freigewählter Kassenärzte", so ergiebt sich hieraus, daß aus finanziellen Gründen nicht die Verfügung gegen legtgenannten Verein erlassen ist. Als Gründe der Verfügung, gegen den Verein freie Aerztewahl", sind dem Vorsitzenden der Ortsfrankenkasse für das Töpfergewerbe von der GewerbeRosenthaler deputation mitgetheilt erstens: Durch die zu vielen Aerzte ift es den Simulanten leicht, die Kassen Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. alle Buschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: 3 schädigen, da unter so vielen Aerzten sich immer Stattlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonfir. 23. welche finden werden, welche es mit der Untersuchung Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein nicht so genau nehmen und wirklich gefunde Mitglieder Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Seue Hochstraße 49. PrivatTheaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuferstr. 35. auf ihr Ersuchen arbeitsunfähig schreiben werden. Zweitens: Bergnügungsverein Thusnelda, Freitag, Abends 8 Uhr, bet Bubeil, Der Verein der freigewählten Kaffenärzte" nimmt jeden Arzt Musikverein Hoffnung( D) Freitags Abends von inbenfiraße 108. als Mitglied auf, also auch junge Aerzte. Die Gewerbes 9-11 Uhr. Uebungsunde Gr. Frankfurterstr. 133 bei Gold. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Deputation verlangt aber, daß nur solche Aerzte zur Behandlung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Don Raffenmitgliedern zugelassen werden, welche mindestens feit Leffing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen drei Jahren ihr Staatsexamen bestanden haben, da sie nicht die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turns balle des Leffing- Gymnasiums, Pantur. 9-10.- kraft und Artisten dulden könne, daß die Kaffenmitglieder jungen Aerzten als Verflub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, fuchsobjekte dienen, andererseits dieselben nicht fähig wären Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% uhr Simulanten von wirklich Kranken zu unterscheiden. Was den Punkt betrifft, so haben wir allerdings eine Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes ersten deifir. 67, Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und beffere Meinung von den Aerzten und überlassen es der Freitag Abends von 8-10 Uhr in der St aligerfir. 5/66. Kraft Turnverein offnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Schuhmacher, Gewerbe- Deputation, die Beweise für ihre Behauptung Mufitverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungs- 31 liefern. Was die zu vielen Aerzte anbetrifft, so war es gerade Büdlerfir. 49.ftunde Proskauerstraße 35-37 bei Schneider. Bitherflub Waldrose, die Ueberbürdung der einzelnen Aerzte mit Rassenkranken beim abends 9 Uhr, Manteuffelstr. 86, Barterre: Restaurant. Verein Grüne Gewerfstrantenverein sowohl, wie jetzt beim Verein Berliner anne, abends 9 Uhr, bet Kaiser, Martusstraße 8. Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bet Trittelwitz, Falkensteinftr. 7. Stafsenärzte, welches die Arbeiterschaft bewog, für die freie Tanzlehrer- Berein Solidarität, Restaurant Schneider, Annenstraße 16, Arztwahl einzutreten. Unmöglich ist es, wenn die Mits abends 8% Uhr, Sizung. 156 Aerzten glieder fämmtlicher Orts- Krankenkassen von werden, eine eingehende Behandlung jedes behandelt Kranten vorzunehmen, ist doch gerade von den gewiffens haftesten Aerzten auf folche Unmöglichkeit hingewiesen worden. Die oberflächliche Behandlung, hervorgerufen durch die Ueberhäufung des einzelnen Arztes, ist oft schuld, daß die Krankheit dauer verlängert wird. Die Arbeiterschaft aber bat das Recht, daß, wo es sich um sein höchstes Gut, seine Gesunds heit handelt, zu verlangen, daß die Intereffen einzelner Aerzte außer betracht gesetzt werden. Aber auch die wenigen Mehrwerden durch die Verkürzung der Krankheitsdauer mehr wie eins gebracht. Was die Behauptung der Gewerbe Deputation betrifft, daß die Simulanten die jungen Aerzte mit Vorliebe aufsuchen werden, so widerspricht dies jeder praktischen Erfahrung, denn der junge Arzt wird, wenn er an den Simulanten nichts findet, eine um so eingehendere Untersuchung vor. nehmen, nichts ist aber letzteren peinlicher als eine Untersuchung, er wird also fich folche Aerzte aufsuchen, welche infolge Ueberhäufung von Patienten teine Zeit haben, ihn genau zu unters Unter dieser Rubrik zeigen wir fämmtliche der Redaktion zugehende fuchen. Was die letzte Behauptung der Gewerbe- Deputation literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Echriften nicht als Empfehlung der Rebattion, sondern lediglich betrifft, daß die jungen Aerzte nicht die Fähigkeiten besigen, die als Empfangsbestätigung aufzufassen. Simulanten zu erkennen, sowie Kranke zu behandeln, so wollen Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Refer wir mit der Behörde darüber nicht streiten, ob staatlich geoder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, soweit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, Kritifen. Genügt einer Verlags: prüfte Mediziner diese Fähigkeit befizen. buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionsexemplare in dieser Rubrit nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Verages abfehen zu wollen. Bon S. Kneipp. Kempten, Verlag von Kösel. ein entament. effehung von Mindestpreisen für ausländisches Getreide. Graf von Kaniz- Podangen, Berlin, Berlag von Putttamer- Mühlbrecht. 32 Seiten, 60 f. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mart. Abends 8 Uhr, bei Gruber, Mariendorferfir. 5. We fien, bei H. Werner, Bülowfir. 69. Lese- und Diskutirklub" Auftlärung", jeden Freitag Abend 7% Uhr bei . Ferger, Sebaftianstr. 72, Sigung. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Lecturer Mr. J. Bloch. Friday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Guests are welcome. band 1,30 M. Eingelaufene Druckschriften. Die Ausgesperrten( Brauer und Hilfsarbeiter) waren am Dienstag Abend versammelt zur Erledigung einer umfangreichen Tagesordnung. Lebhaft applaudirt wurde der Vortrag des Genoffen Rohrlad, der die wirthschaftlichen Krisen behandelte, und an einer Fülle von Beispielen die Folgen dieser charakteristischen Begleiterscheinungen der kapitalistischen Epoche illustrirte. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betraf die Regelung der Unterstühungen feitens der ar beitenden Kollegen an die Ausgesperrten; hierüber berichtete Schneider: Der Beschluß der letzten Ver fammlung, wanach bei einem wöchentlichen Lohn bis zu 25 M. 1 M., und darüber 2 M. abgeliefert werden sollten, sei leider nicht überall zur Durchführung gekommen, vom Münchener Brauhaus 3.B. werde fast nichts mehr an Prozentgeldern geleistet. Diekommission empfehle deshalb, das ganze System fallen zu lassen und statt dessen die nöthigen Summen durch Listen, welche man in den Brauereien zirkuliren lasse, aufzubringen. Ob sich dieses Mittel für die Dauer als praktisch erweisen werde, wurde vielfach bestritten, die meisten Redner traten für Beibehaltung des Prozentgeldes Der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Bartei ein und übten scharfe Kritik an dem Verhalten solcher Kollegen, Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. die aus persönlicher Animosität gegen das Mitglied der Das Abonnement beträgt durch die Boft oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Streus- kosten für Arzthonorar, ca. 2 Pf. pro Woche und Mitglied, Kommission, Träger, wurden die meisten Einwendungen gemacht gänzlich ohne sachliche Gründe ihre Pflicht vernachlässigen. Dypes und König vom Münchener Brauhaus versuchten ihre Stellungnahme zu rechtfertigen. Der Kassirer der Kommission, Eiermann, stellte fest, daß nicht, wie das Gerücht verbreitet sei, die Unterstüßungsgelder noch monatelang reichen, sondern daß man schon Darlehen aufgenommen habe, weshalb an die moralische Verpflichtung der Berufsgenossen zur Unterstügung der Ausgesperrten wohl mit allem Recht appellirt werden könne; es stehe jedem Interessenten frei, sich durch Einsichtnahme in die Bücher zu überzeugen, daß die Gelder zweckentsprechende Verwendung fänden. Bei der Abstimmung fiel der Antrag der Kommission und der Antrag Richter, das Prozent Geldsystem beizubehalten, wurde angenommen; ein Antrag Dypes, Bücher anzuschaffen, wo jedem einzelnen die von ihm geleisteten Unterstüßungsgelder quittirt werden sollen, wurde abgelehnt. Unter die Regelung des Arbeitsnachweises für die nicht dem Verein der Brauereien Berlins und Umgegend angehörenden Brauereibetriebe fand eine längere Aussprache statt. Der Arbeitsnachweis soll im Restaurant Wiedemann, Blumenstr. 38 bestehen bleiben; eine Differenz in den Anschauungen ergab sich nur in der Frage, welcher Kategorie der Vorzug bei der Einschreibung Parteinachrichten. Die Nr. 5 vom 31. Januar hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Die politsche Gefahr der Strafprozeßreform. Die„ Unabhängige Arbeiter: partei" in England. Zehn Jahre vor der Revolution. Berroht der deuische Arbeiter? Aus dem Reichstag. Herr Nieberding und das schweizerische Anarchistengeset. Kapital und Landwirthschaft in Dänemark. Sabres bericht des kommunistischen Arbeiter- Bildungsvereins in London. Bauern ausbeutung in Rumänien. Die amerikanische Boltspartet. Bie man uns behandelt. Gewerkschaftliches. Arbetterschutz. Todtenliste. Literarisches. Preis 2,80 M. E. David. Briefkaffen der Redaktion. Bon Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine 8a D anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. P. S. 300. Nein. 29. Nur wenn den Vater ein VerW. Sch. 567., A. K. 12. Wenden Sie schulden trifft. sich an die Invaliditätsanstalt, Klosterstr. 41. C. K. Nur schuldig verurtheilt. Bon Th. Rogge. Selbstverlag. 22 Seiten, 1 M. Stenographisches Protokoll der durch die Geweitschaften wiens ein berufenen gewerblichen Enquete. Wien, Boltsbuchhandlung. 280 Seiten. wenn der Ueberlebende sein eigenes Vermögen einwirft. 17-18. Nur die Ihnen gehörigen Sachen können gepfändet werden. -Ww. Walter in Charlottenburg. Nein. R. R. Nein. -C. S. Vom 24. Lebensjahre an. M. 21. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. P. K. 100. Die Fragen sind nicht verständlich, M. P. Sie müssen den gegnerischen Anwalt bezahlen. Die Kosten dürften richtig sein.-W. F. 100., 2. 14. SO., Wrangelstraße 120, 2. 25. Kommen Sie in unsere Sprech stunde. 777. Ja. Für die ausgesperrten Brauer gingen weiter ein: Offen.| Staligerstraße 3,-. Arbeiter der Metallwaaren- Fabr. Elisabeth. burg i. B. durch den Vertrauensmann, von den Villinger Ge- Ufer, 16. Rate, 5,30. Fachverein der Stellmacher 10,-. noffen 16,70. Statklub Tourné, Wrangelstr. 84 10,-. Partie Gewerkschaftskartell in Mainz durch Eifinger 25,50. Von den nach Oranienburg, Münchener Brauhaus 2,65. Unter uns 4,25. Möbelpolirern der Equig'schen Möbelfabrit, Frankfurterstr. 25, Strafgelder einer freien Hilfs- Krankenkasse unter 100 4,50. 14. Rate 4,-. Ueberschuß von ringfreiem Bier, SpandauerVom Vergnügen am 1. Weihnachtsfeiertag Friede auf Erden" straße 30, 2. H., 28. Woche 4,70. bei Wöllstein in Adlershof 50,-. Von den Arbeitern Summa 146,20 M. Bereits quittirt 2178,99 M.; in der Firma S. Markus, Staligerstr. 10, 1,50. Ueberschuß von Summa 2325,19 M. ringfreiem Bier, Spandauerstr. 30, 2. Hof, 27. Woche 4,10. Bier Von den Brauereiarbeitern sind noch ca. 200 Mann zu prozente für die ausgesperrten Brauer von den Steindruckern unterstützen. Parodie- Theater Urania Für den Juhalt der Inferate über- Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 1. Februar. Opernhaus. Fra Diavolo. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Weh' dem, der lügt. Berliner Theater. Marienburg. Leffing- Theater. vier Augen. Niobe. Unter Neues Theater. Das liebe Geld. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Theater Unter den Linden. Der Probefuß. Schiller Theater. Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Bellealliance- Theater. Onkel Bräfig. Tannhäuser. Bum lehten Male: Die Weber. L'homme Im Fluge durch die Welt. Morgen: Tannhäuser. masqué. Heimath. Kaufmann's Variété, Das vollständig neue Februar- Programm! Naucke ist trotzdem die grösste Zugkraft! Friedrich- Wilhemstädt. Theater. Naucke der populärsto Der Bettelstudent. Central- Theater. O! diese Berliner. Zdolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. National Theater. Die lebende Brücke. Alexanderplat- Theater. Mutterfegen. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Mann Berlins! Naucke ist das Tages- Gespräch Berlins! Naucke heisst? Naturkunde. Charlottenburg. Sozialdemokr. Wahlverein f.d. Central- Krankenkasse d. Maurer 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. u.s. w. Grundstein zur Einigkeit. Heute Freitag, abends 82 Uhr, bei [ 280/12 Am Landes- Ausstellungspark Sonntag, den 3. Febr. Vorm. 91/2 Uhr Meyer, Görliger- und Lübbenerstraßen( Lehrter Bahnhof). i, Bismarckshöhe, Wilmersd.- Str. 89, Ede: Bahlabend für den Geöffnet von 5-10 Uhr. Ausserordentliche Täglich Vorstellung im wissenschaft Mitgliederversammlung. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Neu! I. 90 Neu! Prof. Prdr. Schwinge's Wandernde Tagesordnung: 1. Berichterstattung der in der legten Versammlung gewählten Kommission. 2. Neuwahl der 109. Stadt- Bezirk. Roh- Tabak. Die billigsten Preise. Ueberzeugung macht wahr. Bevollmächtigten und des Raffirers. Filiale F. Leopold, 3. Abrechnung vom Markenball und Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 1 Vertreter: S. Gröbel, Brunnenstraße 11. Licht bilder. Verband der Sattler und Tapezirer. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Der Meister: Rob. Biberti vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Noch immer ausverkauft! Achtung, Vergolder! Die absolute Neuheit ist? American- Theater. Spezialitäten Pinte- Quente Watt Vorstellung. Apollo Theater. Borstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Neue freie Volksbühne. 3. Februar: Unsichtbare Ketten. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder ( Direktion H. Verstrack u. G. M. Polini). Die lebende Brücke. ( The span of Life.) Großes Senfationsschauspiel mit Musit in 4 Aften( 11 Bildern). Nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Regie: Max Samst. Dirigent: Adolph Wiedecke. Raffenöffnung 612 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, 1. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Sonnabend, 2. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. ein Räthsel? Unter den Linden 21. Jeden Sonntag Nachmittag Gelder für die streitenden Hamburger Versammlungen am Sonnabend, den 2. Februar, abends 8½½ Uhr. Centrum bei Herrn Wienecke, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Vors trag des Kollegen Pörsch aus Rönigsberg. 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. Norden bei Herrn Krüger, Fennstr. 5. Zagesordnung: 1. Fortsehung des Vortrages von Kollegen Riedel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltungen. 214/16 Tischler- Verein. Kollegen sind laut Beschluß der letzten Sonnabend, 2. Februar, abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: Filial- Versammlung nicht mehr an E. Schmidt, Mustauerstr. 37, sondern an Richard Mehring, Manteuffelstr. 109, vorn 1 Tr., zu senden. 267/15 BenOrientalische Al- Familienvorstillg. Zauber und Bey's u. zu Wunder. J. A.: W. Schnorre, Gerhardstr. 6. Berl. KrankenunterfüßungsBegräbniß- Verein f. Frauen und Mädchen. Täglich Anfang 28 Uhr. Sonntag, den 3. Februar 1895, Feen- Valaft Burgstr. 22, neben der Börse. Jeden Tag: Große nachmittags 4 Uhr: General Versammlung in Röllig's Lokal, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: Versammlung. Tages- Ordnung: 249/16 Vortrag des Herrn Dr. Herzfeld. Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billets zu dem am 9. Februar in Sanssouci stattfindenden Der Vorstand. Maskenball. Verband der Glaser u. verwandter Berufsgenossen Deutschlands. ( Zahlstelle Berlín.) 182/7 Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. B Zages.Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Anträge zum Verbandstag. 3. Ber-Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1. Jahresbericht pro 1894. 2. Ge- fchiedenes. schäftsbericht. 3. Wahl des gesammten Vorstandes u. der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten. 117/2 Das Erscheinen sämmtl. Mitglieder Künstler- Vorstellung erforderlich. Mitgliedsbuch legitimirt. Riesen- Programm! Ab 1. Februar: Auftreten durchweg neuer Kunstkräfte. Am 2. Februar: Grosser Bühnen- Maskenball. Sonntag, 3. Februar, nachm. 3 Uhr: Castan's Panoptikum. Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: aries im Frieden. Noch nie dagewesen! Dichter Abende im Bürgersaale des Die Riesen des dunkeln Erdiheils: Rathhauses, abends 7/2 hr: Heinrich Heine- Abend. Die Dinka, Der zerbrochene Krug, Frauen: 40 Männer, Frauen u. Kinder. kampf. Dienstag, 5. 8 Uhr: Das scheckige Mädchen Marietta. Dier Bag, 6. Febuar abends& Weihnachts- Ausstellung zerbrochene Brug. Frauenkampf. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas als Gast. Anna Bäckers. Circus Renz Carlstrasse. Josefine Dora. Freitag, 1. Februar, abends 71/2 Uhr: Vorletzte Woche! Zum 152. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Nach der Versammlung: Gesell. Abendunterhaltung. J. A.: Friedr. Freudenreich, Vors., Berlin S., Wißmannstr. 18, I. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter Verband. Verwaltung Berlin Centrum. Sonnabend, den 2. Februar, abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse schiedenes. der Tischler u. s. w. Dertliche Verwaltung Berlin E. Sonntag, den 3. Februar 1895, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Hochstr. 32a: Mitgliederversammlung. 2. Tagesordnung: Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1894. 2470b] Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimirt. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Ging. Sifak. Br. 3 zu Hamburg Mitgliederversammlung Filiale Berlin D. Sonntag, den 3. Februar, vormittags 1012 Uhr, bei auge, Stromstraße 28. Tagesordnung: 1. Rassenbericht vom 4. Quartal 1894. Große Komiker- Vorstellung. 2. Wahl eines zweiten Schriftführers. Humor! Witz! Laune! Auftreten sämmtlicher Klowns und des August" Mr. Lavater Lee in ihren wirkungsvollsten Entrees. Wijchen ben Stlowns Gebrüder Vinland. Morgen: 0, diese Berliner! Außerdem: Auftreten sämmtl. Spezialitäten, Damen u. Herren. Vorführen Adolph Ernst- Theater und Reiten der beftdreſſfirten Freiheits-, Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor Tom Prince of Wales- Theater in London. Zum 37. Male: Spring- und Schulpferde. Zum Schluß der Vorstellung: Tjo Ni En. Sensationelle Tänze, unt. and.: Original! Les grelots vivants, jeu des barbichons etc. Original! Neue Mufit- Einlagen. 3. Verschiedenes. 235/8 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 179/11 4. Ver= Gäste willkommen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Grisverwaltung. In der letzten gemeinschaftlichen Mitglieder- Versammlung vom 26. Januar ist ein Schirm stehen geblieben; der Eigenthümer kann denselben bei Haback, Langestr. 39, 8 Tr., in Empfang nehmen. D. O. Achtung, Maurer! Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Grosse öffentliche Maurer- Versammlung. S Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 9. deutschen Maurerkongreß event. Wahl der Kollegen! Da die auf der Tagesordnung des Rongresses stebenben Punkte, wie Agitation, Streits, Unfallversicherungsgesetz und Unfallverhütung, jeden Arbeiter von weittragender Bedeutung sind, hat jeder Maurer in der Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensmänner. Aug. Vogel, Karl Panfer. Deregizten zu bendaben, then wa gefegliche Sicherſtellung des Arbeitslohnes der Bauhandwerker u. f. w. für 188/90 Verein der Bau- Anschläger Berlins und Umgegend. IS General- Versammlung am Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10% hr, bei Buske, Grenadier- Straße Nr. 33. Tages- Ordnung: Central- Kranken- u. Sterbekasse at Aufnahmen besuchern. 8. 2intrag des Stollegen G. Bergau. 4. Berder Zimmerer ( E. H. 2, Hamburg). 1. Mitglieder. 2. Wahl von Krantenbesuchern. schiedenes und Fragetasten. 84 16 Der Vorstand. General- Versammlung Zentralverband d. Maurer Deutscht. 8 Uhr, in den Armin- Hallen am Montag, den 4. Februar, abends ( oberer Saal), Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: Zahlstelle I Berlin( Putzer). Unser diesjähriger Maskenball Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1894. Dem englischen A Gaiety Girl" von Sonnabend, 2. Febr.: 3. Wieder- 2. Wahl der Revisoren. 3. Wahl eines Jonas Sidney, frei bearbeitet von hoiung der Parade- Vorstellung. Delegirten zur Revision der JahresEduard Jacobson und Jean Kren. Gala- Felt- Akt. Auf, Abrechnung der Hauptkasse in Ham- findet am Donnerstag, den 7. Februar, in Keller's Festsälen, Anfang 7/2 Uhr. auf, zur fröhlichen Jagd! Koppenstraße 29, statt. Die Kollegen und Freunde werden ersucht, recht Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag, 3. Februar: Zwel Vor- Bitte die Delegirten die nach Braun- zahlreich daran theilzunehmen. Billets find in allen Bahlstellen und bei den Infolge des großen An- stellungen. Nachmittags 4 Uhr( er- schweig zur außerordentlichen General- Mitgliedern der örtlichen Verwaltung zu haben. Drangs bleibt die Kaffe von Vor- mäßigte Preise): Die lustigen Heidel- Bersammlung waren, alle zu erscheinen. mittags 10 hr ununterbrochen berger. Abends 7%, Uhr: Tjo Ni Zn. Der Vorstand. Beoffnet, burg. 190,12 Fr. Renz, Rommissionsrath. 3. A.: A. Gruse, Barnimftr. 41a. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.( 2145b Die Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft defy ( Patent- Auer) C. Berlin, Molkenmarkt 5, Aktiengesellschaft Butzke, Aktiengesellschaft hat gegen eine Anzahl hiesiger Firmen Stobwasser, C. Kramme, Hoflieferant, Erste Deutsche GasglühlichtIndustrie, Trendel Trendel- Firma Benas, Vertreterin der Neuen Deutschen Firma Gasglühlicht- Compagnie, Aschner& Co. System Dr. Blücher, Billeit, Vertreterin von Gautsch, und andere mehr, sowie gegen mehrere auswärtige Firmen Klage wegen Patentverletzung eingereicht. In der Klagesache gegen die Vertreterin der Neuen Deutschen Gasglühlicht- Compagnie ist auf Antrag der Deutschen Gasglühlicht Aktiengesellschaft, Molkenmarkt 5, im Wege der einstweiligen Verfügung der Beklagten bei Vermeidung einer fiskalischen Strafe von 1000 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung untersagt, untersagt, für die Dauer des Prozesses solche Gasglühlicht- Beleuchtung gewerbsmässig herzustellen, feilzuhalten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen, bei denen ein fester Körper ganz oder zum theil in oder oberhalb der Bunsenbrenner für Brennermündung zu dem Zwecke angeordnet ist, um Explosionen in der Flamme oberhalb der Brennermündung und damit das Geräusch der Flamme zu beseitigen und bei denen um den festen Körper eine Kapsel angeordnet ist, über welche das untere Ende des schlauchförmigen Glühkörpers zu dem Zwecke gezogen wird, um die richtige Lage desselben zur heissesten Zone der Flamme zu sichern. 47/21 Die Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft wird nunmehr auch gegen diejenigen Abnehmer nachgemachter Brenner und Glühkörper mit Klage vorgehen welche dieselben gewerbsmässig in ihren Läden, Werkstätten, Wohnungen etc. gebrauchen. Neu! Für nur Mk. 6.-( Fabrikpreis) vers. 1 brillante, ertra solid gebaute Konzert- ZugHarmonika mit 10 Tasten, 2 Registerzügen, 2 doppelten Bäffen, vollständ. ff. Nickelbeschl. u. Zuhalter, ff. Ausstatt., starke, breite, unzerbrech!. pat. Tonzungen, schöne, volle, doppelchörige Orgelmusit, groß u. weit ausziehbaren 3fachen Doppelbalg, jede Falte ist mit Stahlschutzdecken versehen, wodurch Beschädigung unmögl. Wirklich großes, aus bestem Material gearbeitetes Bracht- Inftrum.( feine sogen. Exportoder Marktwaare). Jeder Käufer erh. auch eine neue praktische Schule zum Selbsterlernen umscuft, wonach gleich die schönsten Lieder, Tänze, Märsche, Chorale 2c. gespielt werden können. Umtausch gestattet. Garantieschein wird beigefügt. 0. C. F. Miether, Hannov. Harmonika- u. Musikinstr.Carl Mampe Berlin N Halb und Halb Ueberall zu haben! Mampemil Pomeranzen Feinste Likörmischung Champagnerflasche Mark1,25 Carl Mampe Berlin, Veteranensfr.24. und Backwaaren, Vogelfutter. 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Januar cr. die Sperre verhängt worden. 198/13 Die Lohnkommission. erlernen das Wäsche Zu schneiden u. finden lohn. Beschäftigung b. Kraftu. Jacobi, Marienburgerstr.9 Buchbindergehilfen Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.